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Was hat Gehen mit Denken zu tun? Schon unsere Sprache zeigt, wie eng der körperliche Vorgang des Gehens mit unserem Verstand verbunden ist: wir sprechen von `Gedankengängen`, wenn wir Überlegungen anstellen. Bereits die alten Griechen wussten, dass das Gehen den Geist beflügelt. Der Philosoph Aristoteles (384-322 v. Ch.) unterrichtete grundsätzlich gehend in den Säulengängen des Athener Apollotempels, und nannte seine Schüler `Peripatetiker`, vom griechischen peripatein = umhergehen. Auch christliche Mönche hielten schon immer viel vom Gehen, denn in dem Kreuzgang, der in jedem Kloster um einen Garten herum führte, sollten die Mönche wandeln, und ihren kontemplativen Gedanken nachhängen.

Viele klugen Köpfe waren `Gedankengänger` - der Philosoph Rene´ Descartes unternahm stundenlange Spaziergänge, bevor er sich zu Schreiben hinsetzte. Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau begaben sich auf einsame Wanderungen, wenn sie auf der Suche nach dem richtigen Gedanken waren. Das Durchstreifen der äußeren Landschaft stimuliert das Durchstreifen der inneren Landschaft. Dazu meint der Philosoph Henry David Thoreau: `Zwei oder drei Stunden Gehen bringen mich zum seltsamsten Land, das ich mir je erträumen konnte.`
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Warum regt Gehen den Kopf an? wissenschaftlich erwiesen ist: Durch die tiefe Atmung beim Gehen und die verbesserte Durchblutung bekommt das Gehirn mehr Sauerstoff als beim Sitzen. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhöht sich um rund 20 Prozent. Auch Auffassungsgabe, Kreativität und Gedächtnis lassen sich beim Gehen trainieren, denn durch das Laufen werden automatisch beide Gehirnhälften aktiviert. Das Zusammenspiel der linken - logischen - und der rechten kreativ-intuitiven - Seite wird gefördert. Und das ist eine wichtige Voraussetzung für geistige Höchstleistungen. Gehen wirkt auch wie Medizin gegen festgefahrene Grübeleien - es passiert immer wieder, dass der Gedanke oder die Lösung, die man am Schreibtisch verzweifelt suchte, beim oder nach dem Gehen wie von selbst kommt. Alte Erkenntnisse in neuem Gewand - der neue Fitness-Trend „Brainwalking“ Denksportaufgaben werden nicht am Arbeitsplatz, sondern beim Gehen im Park oder in der freien Natur gelöst. Der Brainwalker absolviert in schnellem Wechsel Sinnesübungen für die rechte Gehirnhälfte (z.B. mit geschlossenen Augen an Kräutern riechen, oder Blätter ertasten) und Denkaufgaben für die linke Gehirnhälfte. Erfunden haben dieses `Gehirnjogging` die Schwarzwälder. Die `Gesellschaft für Gehirntraining Baden-Württemberg` kam als erste auf die Idee, Gehirntraining - Spaziergänge zu organisieren.
P.M. Ausgabe September 2006

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Lesen Ihr Spaßlerndenk - Verlag

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