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Leg’ dir doch das Buch unters Kopfkissen mit solchen schlauen Ratschlägen werden Schüler und Studenten genervt, die Nächtelang durchbüffeln, um sich auf eine Prüfung vorzubereiten. Doch gerade diesen Ratschlag sollten sie beherzigen. Es hilft nämlich! Allerdings nicht, weil das Buch unter dem Kissen liegt, sondern weil der Kopf auf dem Buch liegt. Lange hat die Wissenschaft gestritten, welchen Sinn es wohl haben soll, dass der Mensch ein Drittel seines Lebens verschläft. Jetzt weiß man: Wir brauchen den Schlaf, um Erlerntes dauerhaft im Gedächtnis zu speichern. Also - wer sein Haupt zur Ruhe bettet, statt bis in die Puppen über den Lehrbüchern zu sitzen, hilft seinem Erinnerungsvermögen.

Und mehr noch: am nächsten Morgen sind sogar Dinge präsent, die man zuvor gar nicht gepaukt hatte.
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Das zeigt eine, vor kurzem auf einem Jahreskongress vorgestellte, Studie der Society for Neuroscience in Atlanta. Eine Gruppe der Harvard University bat fast 100 Studenten, sich acht Listen mit je 12 in einem Zusammenhang stehenden Begriffen zu merken, z.B. Stecknadel, Faden, nähen, scharf, Heuhaufen, Knoten und so weiter. Zwölf Stunden später sollten die Studenten dann möglichst viele dieser Wörter aufschreiben. Eine Gruppe lernte morgens um neun, die zweite erst abends vor dem Schlafengehen. Die zweite Gruppe hatte also Gelegenheit zu schlafen, bevor sie morgens zum Gedächtnistest antreten mussten. Und das machte sich bemerkbar: Die Teilnehmer der Schläfer - Gruppe hatte weit mehr Begriffe im Gedächtnis behalten als die Morgenlerner. Besonders auffällig aber war, dass die Schläfer - Gruppe zwei- dreimal so viele zusätzliche Wörter aufgeschrieben hatten. Wörter, die nicht auf der Liste standen, an die sich die Studenten aber zu erinnern glaubten. Hatte die Nachtruhe ihr Gedächtnis getrübt? Im Gegenteil: die Begriffe ergänzten die Begriffe einer Liste um eine neue, kreative Variante, oder sie verknüpften sogar zwei, drei Wortlisten auf sinnige Weise miteinander. Der nächtliche Schlaf ist also offenbar besonders wichtig für die Erinnerung an das Wesentliche, den übergeordneten Kontext. Das Matratzenhorchen weckt offensichtlich kreative Assoziationen. Schlaf verändert Erinnerungen offenbar in einer Art, die das Entdecken neuer und sinnvoller Zusammenhänge fördert. Schlafen hilft also nicht nur beim sturen Auswendiglernen, sondern auch beim schöpferischen Denken.
Handelsblatt 28/12/2006

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Lesen Ihr Spaßlerndenk - Verlag

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