Ausgrabungen

Siedlungsstruktur und Kulturwandel
in der Bandkeramik
Beiträge der internationalen Tagung
„Neue Fragen zur Bandkeramik oder
alles beim Alten?!“
Leipzig 23. bis 24. September 2010
Ausgerichtet von der Universität Leipzig und
dem Landesamt für Archäologie, Dresden,
unter der Leitung von Sabine Wolfram und
Harald Stäuble

Arbeits.sachsen. on links nach rechts den Archäologen Klaus Kroitsch bei einer Führung in Liebersee. Maria Cladders.d-nb. detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb. gestaltung.: 0351/ 8926-603 Alle Rechte vorbehalten.archaeologie. Harald Stäuble. Thomas Tischendorf und Sabine Wolfram unter Mitwirkung von Hans-Peter Hock und Florian Innerhofer bilddigitalisierung und -bearbeitung: Autoren. Harald Stäuble. Tel. Feliks Ilschuk. Jegliche Vervielfältigung einschließlich fotomechanischer und digitalisierter Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers. Maria Cladders und Thomas Tischendorf Redaktion: Frauke Kreienbrink. Printed in Germany: ISBN 978-3-943770-03-2 · ISSN 0138-4546 . Petra List.de abrufbar. Für den Inhalt der Beiträge sind die Autoren verantwortlich. den jungbronzezeitl Herausgegeben von Regina Smolnik Tagung und Tagungsband organisiert von Sabine Wolfram. Frauke Kreienbrink. Jakob Wosnitzka Satz.de.sachsen. Herstellung: Petra List Produktion: Druckhaus Dresden GmbH © Landesamt für archäologie ∙ Dresden 2012 http://www.und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege beiheft 25 HeRauSgebeR: LANDeSAmT Für ArcHäoLogie ZUr WeTTerWArTe 7 · D-01109 DreSDeN Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.de info@lfa.

. . . 91 Daniela Hofmann. . . . . . . . . . Marie-Pierre Petitdidier and Laurent Thomashausen Population dynamics and ancient Neolithic occupation in Lorraine . . Thomas Tischendorf und Sabine Wolfram Zur linien. . . . . . . . . . . . . . . Richard Macphail. . . . . . . . . . . . . . . Mélanie Salque. Tschechische Republik . . . . . . .und stichbandkeramischen Besiedlung von Eythra. Kitzingen – Überlegungen zur Siedlungsstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Belgium) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Amy Bogaard. . Eva Lenneis Zur Anwendbarkeit des rheinischen Hofplatzmodells im östlichen Mitteleuropa . . . . . . . John Crowther. . . . . Julie Hamilton. . . . . . . . . Oliver Rück Vom Hofplatz zur Häuserzeile. . . . . 69 Britta Ramminger und Petr Šída Der bandkeramische Felsgesteinabbauplatz Jistebsko. . . . . . . . . . und sein regionales Siedlungsumfeld im mittleren Isertal. . . . . . . . . . . . Perspektiven . . . . . Harald Stäuble. Das bandkeramische Dorf – Zeilenstrukturen und befundfreie Bereiche offenbaren ein neues Bild der Siedlungsstrukturen . . . Gisela Grupe. . . Alexander Bentley. . . Philippa Cullen. . . . . . . . . . . Lkr. Włocławek. . . . . . . . . . . . . . Harald Stäuble. . . Kataster Jablonec nad Nisou. 11 80 Dominique Bosquet and Mark Golitko Highlighting and characterising the pioneer phase of the Hesbayen Linear Pottery Culture (Liège province. . 160 2. . . . . . . . Lkr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167 . . . . . . . . . . . . . . . . . Studien zu Fundregionen und Fundplätzen: Strukturen auf der ebene der Siedlung und Siedlungskammer sowie besiedlungsvorgänge Michael Ilett Linear Pottery and Blicquy/Villeneuve-Saint-Germain settlement in the Aisne valley and its environs. Linda Fibiger. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . An overview . . . . . R. . . . . . Ein Modell zur Erklärung bandkeramischer Siedlungspläne . . . . . . . . . . Ein Vorbericht . . . . . . . . . . . 8 1. . . . . . . . Deggendorf. . . . . . . . . Thomas Link „Hofplatz“ und „Zeilensiedlung“: konkurrierende Modelle oder zwei Seiten derselben Medaille? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Maria Cladders. . . . . 130 47 Wolfram Schier Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage Quedlinburg II. . . . . Vincent Blouet. . . Lkr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Emile Decker. . . Modelle zur linienbandkeramischen Siedlungsstruktur Andreas Zimmermann Das Hofplatzmodell – Entwicklung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146 53 Joanna Pyzel Preliminary results of large scale emergency excavations in Ludwinowo 7. . Penny Bickle. . . . . Robert Hedges. . . . . Geoff Nowell. . . Thierry Klag. . . . . . Thomas Tischendorf und Sabine Wolfram Vorwort . Michael Schultz and Alasdair Whittle Kinds of diversity and scales of analysis in the LBK . Joachim Pechtl. Leipzig . . . . . . comm. . . . . . . . . . . . . die Bewohner bandkeramischer Häuser und die Sozialstruktur des mitteleuropäischen Frühneolithikums. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . New research on the Linear Pottery Culture in Kuyavia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jörg Petrasch Ausgrabungspläne. . . . . . . . . . Überlegungen zu Siedlungsstrukturen und zur Bevölkerungsabschätzung . . . . . . . Probleme. . . . . 5 Sabine Rieckhoff und Ulrich Veit Zum Geleit . . . . . . . 141 Maria Cladders. . . . . . .Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik 3 Inhalt Regina Smolnik Zum Geleit . . . . . . . . . und die Linienbandkeramik des Isarmündungsgebietes. . . . . . . . . . . 107 Jessica Siller Der linienbandkeramische Fundplatz von Buchbrunn. . . . . . . . . . . 118 20 43 Joachim Pechtl Stephansposching. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . Lkr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 316 Tibor Marton und Krisztián Oross Siedlungsforschung in linienbandkeramischen Fundorten in Zentral. . . . . . . 251 Oliver Mecking. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 320 Beatrice Katharina Bursch Die linienbandkeramische und Rössener Siedlung von Hevensen. . . . . . . . . . . . . Lkr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leipzig . . . . . . . . . . . 341 Lars Stebner Regionale und überregionale Studien zu Dechselklingen der Bandkeramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334 Stefanie Bergemann Zauschwitz. . . 198 Nico Fröhlich Bandkeramische Hofplätze und ihre Auffindbarkeit im Fundgut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Czech Republic . . . . . . . 274 Anna-Leena Fischer Das Nördlinger Ries – ein Schlüsselgebiet der Ältesten Linienbandkeramik (ÄLBK) . . . . . . . . . . .und Südtransdanubien – Wiege. . . . . . . . . . . . Zum Stand der Arbeit . . . . . 347 Autorenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 352 Abbildungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Juraj Pavúk Zur Frage des Anfangs der jungen Linienbandkeramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ein bandkeramischer Fundort im Landkreis Leipzig . . . . . . Isabel Hohle und Sabine Wolfram Geochemische und technologische Keramikanalysen zum Übergang von Ältester zu älterer Linienbandkeramik in Eythra und Zwenkau-Nord. . 329 Ralph Einicke Die Tonware der Linienbandkeramik im östlichen Thüringen. . . . . . . . . . . . Northeim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220 3. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Wiebke Hoppe Flomborn in der hessischen Chronologie – Übergang oder Neuanfang? . 284 Markéta KonČelová The settlement structure of the Linear Pottery Culture in East Bohemia – geographical patterns and cultural continuity . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 AFD . . . . . . . . . . . . Laufende Studien Pavlína Kalábková Considerations of Neolithic settlement strategy in central Moravia. . . . . . . . . Beiheft 25 Jaroslav ŘídkÝ The structure of Stroke Pottery Culture (SBK) settlement areas and pottery dating – a puzzle based on old excavations . 180 Hanna Kowalewska-MarszaŁek Linear Pottery and Lengyel settlement structures on the Sandomierz Upland (Little Poland) – continuity or change? . .zum Mittelneolithikum im westlichen Mitteleuropa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261 Thomas Link Neue Kultur oder jüngerlinienbandkeramische Regionalgruppe? Dresden-Prohlis und die Entstehung der Stichbandkeramik . . . . . . . . . . . . . . . . . 324 Tobias Nestmann Studien zur Linienbandkeramik im Nordharzvorland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sonja Behrendt. . . . . . . . . . . . . 212 Mareike Jenke Erdwerke der späten Bandkeramik in Hessen . . . 295 4. . . . . . . . . . . . . . Peripherie oder beides? . . . 311 Franz Pieler Das Horner Becken und die bandkeramische Besiedlung Ostösterreichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kulturelle umbrüche Detlef Gronenborn Das Ende von IRD 5b: Abrupte Klimafluktuationen um 5100 den BC und der Übergang vom Alt.

In der Forschung standen dabei immer die Dresdner Elbtalweitung sowie die Leipziger Tieflandsbucht im Fokus – letztere wegen der zahlreichen Rettungsgrabungen im Zusammenhang mit dem Braunkohlenbergbau. Danken möchte ich den Autoren für ihre Beiträge. im Juli 2012 Regina Smolnik 5 . All diese Forschungen haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch mit zahlreichen Beiträgen in den Publikationen des Landesamtes für Archäologie niedergeschlagen. dass sich in dieser Zeit die bäuerliche Lebensweise in unseren Regionen ausgebreitet hat. Es ist ein besonderes Verdienst. dass diese Veranstaltung gemeinsam mit der Universität Leipzig realisiert werden konnte und ich bedanke mich sehr herzlich bei Sabine Rieckhoff und Sabine Wolfram für die großzügige Gastfreundschaft an der Fakultät für Geschichte. Besonders bedanken möchte ich mich aber bei Frauke Kreienbrink.und Orientwissenschaften.Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik Zum Geleit Innerhalb der sächsischen Archäologie gehört die Bandkeramik zu den wichtigsten und fundreichsten prähistorischen Epochen und dies hängt nicht allein damit zusammen. die nun noch nicht einmal zwei Jahre nach der Tagung zum erfolgreichen Abschluss gekommen ist. Deshalb bin ich Sabine Wolfram und Harald Stäuble sehr dankbar. Mit der Siedlung Eythra aus dem Tagebau Zwenkau wird nun eines der europaweit größten bandkeramischen Areale mit großzügiger Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erforscht und aufgearbeitet. wobei erst in den vergangenen 20 Jahren die Forderung nach vollständiger Dokumentation der abgebaggerten Fundstellen eingelöst werden konnte. Kunst. die allesamt fristgerecht abgegeben wurden. alle Beiträge lektoriert. Es freut mich besonders. Mein Dank geht an die zahlreichen Mitwirkenden von der Universität Leipzig wie auch an jene unseres Hauses. haben gerade in der letzten Zeit etliche kleinere und größere Grabungen mit teilweise überraschenden Ergebnissen stattgefunden. die. welche alle die Tagung tatkräftig unterstützt haben. Aber auch im Dresdner Raum wurde die seit 1990 zunehmende städtebauliche Expansion archäologisch begleitet und dies hat unser Erkenntnisbild ebenfalls deutlich erweitert. Damit ist gerade die sächsische Bandkeramik in den Blickpunkt der europäischen Forschung gerückt. Dresden. der ländlichen Lommatzscher Pflege. Selbst in der dritten wichtigen frühneolithischen Fundregion. dass sich das um Maria Cladders und Thomas Tischendorf erweiterte Organisationsteam die rasche Drucklegung der Vorträge zum Ziel gesetzt hat. dass sie im Jahr 2010 die Herausforderung angenommen und ein großes internationales Kolloquium zu aktuellen Fragen der Bandkeramik organisiert haben. in Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam. dem ehrgeizigen Zeitplan zur Umsetzung verholfen und gemeinsam mit Petra List das informative Buch verwirklicht hat. insbesondere an diejenigen der Leipziger Arbeitsstelle.

Beiheft 25 In memoriam Hans Quitta * 13. März 1925 † 12. Oktober 2010 .6 AFD .

September 2010 fand in Leipzig die Tagung „Neue Fragen zur Bandkeramik oder alles beim Alten?!“ statt.und Fundbearbeitung einschließlich digitaler Auswertungsmethoden vermittelte. in denen sich verschiedene personelle Veränderungen ergeben haben. Hierfür sei ihnen allen herzlich gedankt. Janine Näthe. im Juli 2012 Sabine Rieckhoff. Eine internationale Tagung lebt zum einen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und zum anderen von den Organisatorinnen und Organisatoren. wie viel Bewegung nach wie vor in der Bandkeramikforschung steckt. Thomas Tischendorf und Sabine Wolfram – sowie der Redaktion – Frauke Kreienbrink. dass ihre Vorlage in dieser Form die Diskussion weiter voranbringen wird.Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik Zum Geleit Vom 23. Nach einem mühseligen Kalkulationsprozess. Es geht auf eine Initiative von Harald Stäuble. Leipzig. Für den Leipziger Lehrstuhl war zu Beginn Sabine Rieckhoff federführend. An ihrer Stelle wird Christiane Frirdich (Hechingen/ Tübingen) neu ins Team kommen. Isabel Hohle. Martin Renger. Für die freundliche Überlassung des Hörsaals im Institut für Kunstpädagogik im Geschwister-SchollHaus danken wir der Universität Leipzig. wurde im November 2007 schließlich bei der DFG ein Förderantrag gestellt. Die Beiträge der vorliegenden Publikation zeigen. gemeinschaftlich getragene DFGProjekt „Eythra“. um im April 2012 die Leitung des neuen Archäologischen Landesmuseums in Chemnitz zu übernehmen. da es Studierenden Einblicke in die moderne Befund. Denise Reinoso. Die Publikation der Tagungsbeiträge in der vorliegenden Form wäre ohne den engagierten Einsatz der wissenschaftlichen Redaktion – Maria Cladders. Unser Dank gilt selbstverständlich auch den vielen studentischen Helfern vor Ort: Katrin Beutler. und so hoffen wir zuversichtlich. der im Sommer 2008 erfolgreich beschieden wurde. Stefanie Buchwald. Diese Kenntnisse können von den Studierenden darüber hinaus in eigenen Abschlussarbeiten zu projektnahen Themen praktisch angewandt werden. Matthias Halle. Florian Innerhofer und Hans-Peter Hock – und der Layouterin Petra List nicht möglich gewesen. Seit Arbeitsbeginn Anfang 2009 konnte das Projekt neben seiner eigentlichen Aufgabe auch der Lehre am Leipziger Lehrstuhl für Ur. Christian Grube. die die Hauptlast der Organisation trugen und die in Maria Cladders.. Wir möchten an dieser Stelle neben den Referenten und Referentinnen vor allen Dingen Sabine Wolfram und Harald Stäuble danken. Sabine Wolfram. Andreas Thümmel sowie den Mitarbeiterinnen der Arbeitsstelle Braunkohle des Landesamtes für Archäologie in Leipzig Gisela Buhle und Petra Segger.und Fundmenge der bandkeramischen Siedlung Eythra im Rahmen eines Forschungsprojektes sinnvoll und zielgerichtet bearbeitet werden könne. Maria Cladders und Thomas Link im Herbst 2006 zurück. Harald Stäuble. Dresden. Am Landesamt für Archäologie übernahm Regina Smolnik mit ihrer Berufung zur Landesarchäologin 2009 die Projektleitung von Thomas Westphalen. Inzwischen hat auch Sabine Wolfram das Projekt verlassen. Veranstalter war das von der Universität Leipzig und vom Landesamt für Archäologie. Klaus Cappenberg. Seit der Erstantragstellung sind nunmehr bald fünf Jahre vergangen. Thomas Tischendorf und Ralf Einicke tatkräftige Unterstützung fanden. Christine Splissgart. Ulrich Veit 7 .und Frühgeschichte neue Impulse geben. Paul Pasieka. die seinerzeit eine Zusammenarbeit zwischen Landesamt und Universität in der Erforschung des mitteldeutschen Frühneolithikums am Beispiel der großflächigen Ausgrabungen in Eythra vereinbarten. Nach ihrer Pensionierung und mit der Wiederbesetzung der Professur übertrug sie das Projekt 2011 auf ihren Nachfolger Ulrich Veit. bis 24. Sie wird künftig von Isabel Hohle und Denise Reinoso (beide Leipzig) unterstützt werden. namentlich dem Hausherrn Professor Frank Schulz. die zuvor längere Zeit als studentische Hilfskräfte im Projekt tätig gewesen sind. wie die enorme Befund.

die sich jedoch hauptsächlich auf zwei größere Ausgrabungen in DresdenNickern und das südlich von Leipzig gelegene Zwenkau-Harth bezog. Strassbourg 1995. geografisch und zeitlich aber weit übergreifenden Tagungsbänden der amerikanischen und englischen Kollegen. nicht zu sprechen von den zahlreichen. Die Bandkeramikforschung erlebte hier zwar um die Mitte des letzten Jahrhunderts eine Blütezeit. Jahrhundert“ (Brauweiler 2002. bis 24. publiziert 2004). sicherte dieses doch die Finanzierung großflächiger Untersuchungen besser ab. die Modellcharakter haben können. an die „etablierte“ Bandkeramikforschung anzuknüpfen.und Stichbandkeramik“ organisierten. und andererseits ihre regionalen Anwendungen.und Stichbandkeramik im Freistaat Sachsen gab es dagegen bislang keine gesonderte Tagung. behandelten. unsere Erkenntnisse.und Befundauswertung dieser einen oder der vielen zusammenhängenden bandkeramischen Siedlungen von Eythra zu beginnen. Dort wurden einem breiten Wissenschaftlerkreis nicht nur die aktuellen Forschungen zur Bandkeramik in Sachsen. publiziert 1997) gesetzt worden. „Religion und Kult“ (Halle 1985. Dadurch wurde neben zahlreichen anderen und nunmehr großflächig untersuchten bandkeramischen Fundplätzen auch jener in Eythra entdeckt und über zehn Jahre lang im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Zwenkau ausgegraben. mit der Fund. Dabei sollte.8 AFD . publiziert 2010). publiziert 1989). aber unverändert wichtigen Ansatz aufgreifen und konnten vom 23. wie z. ohne die regionalen Besonderheiten a priori in ein zu enges Korsett zu schnüren. publiziert 1990) oder „Die Neolithisierung Mitteleuropas“ (Mainz 2005. „Europe’s First Farmers“ (Minneapolis 1995. Anlass für die jetzige Tagung war dann schließlich die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gegebene Möglichkeit. Zum anderen kamen auch thematische Aspekte nicht zu kurz. über die Linien. weil wir am Anfang der Aufarbeitung von Eythra standen und den Spagat versuchen mussten. 40 Jahre später wollten wir diesen einfachen. z. die zum einen allgemeine Themen. Entsprechend gestalteten wir die Tagungs.und stichbandkeramischen Befunde und Funde aus Eythra zur Diskussion gestellt. nun wieder direkt über die Bandkeramik an sich gesprochen werden und zwar mit Bezug auf zwei Schwerpunkte: Siedlungsstrukturen sowie Umbrüche innerhalb der langjährigen kulturellen Entwicklung. B. meist thematisch eng definierten. Dies gerade deshalb. Beiheft 25 Vorwort Im Jahr 1970 stellten die rund 20 Teilnehmer des Kongresses in Székesfehérvár „Aktuelle Fragen der Bandkeramik“ (publiziert 1972). Mit der Verabschiedung des neuen Sächsischen Denkmalschutzgesetzes im Jahre 1993 erfuhren auch die Ausgrabungen bandkeramischer Siedlungsspuren besonderen Auftrieb. publiziert 2000) oder „LBK Dialogues“ (Thessaloniki 2002. um hier nur einige wenige der letzten Jahre zu nennen. Dieses dicht mit linien. Darüber hinaus sind oftmals zeitliche oder regionale Schwerpunkte („Le Néolithique danubien et ses marges entre Rhin et Seine“. In der Zeit zwischen diesen beiden Tagungen fanden zahlreiche. sondern auch die erste Projektskizze für eine Bearbeitung der abertausenden linien. aber auch Probleme bei der Bearbeitung so früh wie möglich einer großen Anzahl von Bandkeramikforschern vorzustellen und diese so wieder an einen Tisch zu holen und zu kontroversen Diskussionen anzuregen.und stichbandkeramischen Befunden – darunter auch linienbandkeramische Brunnen – belegte Areal war schließlich der Grund dafür.wie auch die Publikationsstruktur: Einerseits wurden grundlegende Beiträge präsentiert. publiziert 2005). „Befestigte neolithische und äneolithische Siedlungen und Plätze in Mitteleuropa“ (Quedlinburg 1988. Danach gab es lange Jahre nicht viel über die Bandkeramik zu berichten. dass wir 2007 in Dresden ein Kolloquium mit dem Titel „Aufbruch in Sachsen: Zum Stand der Ausgrabungen und Forschungen zur Linien. „Siedlungen der Kultur mit Linearkeramik“ (Nitra 1981. meist internationale Kongresse über diese frühneolithische Kultur statt. Obwohl ein Fokus bei der Bearbeitung des Fundplatzes Eythra auf der taphonomischen Analyse . publiziert 1982) oder zuletzt „Die Bandkeramik im 21. B. Wir waren dabei von dem Wunsch geleitet. anders als bei den diversen Neolithisierungstagungen. wie z. September 2010 über 100 Teilnehmer aus neun Ländern zu der Tagung „Neue Fragen zur Bandkeramik oder alles beim Alten?!“ in Leipzig begrüßen. In Sachsen bzw. B.

ist nicht nur ein generationsbedingter Wunsch. Dabei zeigte sich die Notwendigkeit eines stets neuen und regen Austausches über das überwiegend in Deutschland verwendete Aufnahmesystem. Daniela Hofmann (Cardiff) sei für die Übersetzung und Überarbeitung der deutschen Zusammenfassungen ins Englische herzlich gedankt. um zu differenzierteren Antworten führen zu können. um nicht in die Unbeweglichkeit des „Alles beim Alten“ zu verfallen. . aber auch allen Gästen. Dennoch brachen nach der politischen Wende der 1990er Jahre einige alte Systeme zusammen und zahlreiche neue Forscher überströmten sowohl den Grabungs. Sabine Wolfram Die Tagungsteilnehmer vor dem Geschwister-SchollHaus in Leipzig. Will man das Resultat der Tagung und der hier publizierten Aufsätze im Hinblick auf den Titel kurz zusammenfassen. Im Anschluss erfolgte die Darstellung des Aufnahmesystems für Eythra. die zum Verständnis der Fundzusammensetzung in den Gruben und somit auch zum Verständnis der Lage dieser Gruben zu den Hausstrukturen beitragen.de zugänglich. hier keine Berücksichtigung gefunden.als auch den Auswertungsmarkt. Zwar ist die Bandkeramikforschung nach wie vor international ausgerichtet und auch in der Vergangenheit waren den Forschungen keine Ländergrenzen gesetzt. ihrem Wissen und auch den aktuellen Forschungen aufzubauen.Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik liegt. so stellt sich heraus. Mit dieser Tagung ist es uns vielleicht gelungen. darunter besonders unseren externen Diskussionsleitern Wolfram Schier und Thomas Link. Es wurde in Leipzig von Christoph Strien und Christiane Krahn-Schigiol vorgestellt. September 2010 in der Arbeitsstelle Braunkohle des LfA stattfand. haben diese wichtigen Grundlagen. Harald Stäuble. der im Anschluss an die Tagung am 25. Sehr gut angenommen wurde der Keramik-Workshop. Druck voraussichtlich 2012). explizites Anliegen. die sich in die Diskussionen eingebracht oder auch nur still zugehört haben. Nicht zuletzt danken wir Frauke Kreienbrink sowie Hans-Peter Hock und Florian Innerhofer für die geduldige Redaktion und Petra List für die Gestaltung des Bandes. Wir danken ganz herzlich allen Referenten.archaeologie-stiftung. Abgesehen von zwei Ausnahmen haben alle 36 referierenden Teil- 9 nehmer Beiträge für dieses Buch geschrieben.und Stichbandkeramik nach demselben Ordnungsprinzip vergleichend betrachtet werden sollen. Dass diese Neuformulierung von Fragen stets notwendig ist. Dieser durch eine Vielzahl von Keramikbearbeitern stetig erweiterte Merkmalskatalog ist in letzter Zeit einer ordnenden Überarbeitung unterzogen worden und nunmehr allen Interessierten als „Bandkeramik online“ unter http://www. im Juli 2012 Maria Cladders. Thomas Tischendorf. sondern die „alten Fragen“ müssen aus unterschiedlicher Perspektive unter anderen Voraussetzungen neu gestellt werden. hinzu kamen die Studien von Britta Ramminger und Petr Šída sowie von Hanna Kowalewksa-Marszałek. Dresden und Leipzig. da wenig später ein internationaler Workshop zum Thema „The domestic space in LBK settlements” mit genau diesem Schwerpunkt in Paris stattgefunden hat (Oktober 2010. laufende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses mit aufzunehmen. da an diesem Fundplatz Linien. sondern der natürliche Motor einer lebendigen Forschung. das auf dieser Grundlage erweitert werden musste. Deshalb war es ein weiteres. dass der bewusst polarisierende Titel bestätigt wird: Es sind weniger „neue Fragen“. sowohl der Tagung als auch der Publikation. ein nunmehr neues Netzwerk zwischen den Bandkeramikforschern mehrerer Generationen.

203). 144. Lüning 1982. dass auf jedem Hofplatz zu jeder Zeit nur jeweils ein Haus besteht. Beitrag Lenneis) und nicht erst durch das Zeilensiedlungsmodell infrage gestellt.) die Reihenanordnung als Hinweis auf gleichzeitiges Bestehen der Gebäude1. Beitrag Zimmermann). Nach dieser Zeit sei das Gebäude verlassen und in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Hofareal ein neues errichtet worden. 326–333.Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik Thomas Link „Hofplatz“ und „Zeilensiedlung“: konkurrierende Modelle oder zwei Seiten derselben Medaille? Seit den 1980er Jahren entwickelte sich das „Hofplatzmodell“ zum Standardmodell für die Rekonstruktion bandkeramischer Siedlungen (ausführlich hierzu s. Während die Häuserzeilen bei manchen dieser Beispiele deutlich in Erscheinung treten. sondern ergänzen sich vielmehr gegenseitig. Zu bedenken ist. Beitrag Zimmermann). „Wechselschritt“ ab. Waren sie zunächst ausdrücklich als Arbeitshypothesen formuliert. Eher ist davon auszugehen. wobei vermutlich auch regionale Unterschiede eine Rolle spielen. 234–245). 118 f. 1 Vgl. mag unter anderem auch damit zu tun haben. dass der Inhalt ihrer Längsgruben die gesamte Standzeit des Gebäudes reflektiert. Düren). Dem stellte Oliver Rück (2007. Hier wird deutlich. 43 . Das Hofplatzmodell fußt auf einer Reihe von Grundannahmen (s. Die überregionale Allgemeingültigkeit des Hofplatzmodells wird jedoch besonders für die östlichen Verbreitungsgebiete der Bandkeramik seit Längerem durchaus kritisch bewertet (s. 142–144). wo ebenfalls bereits auf die lineare Struktur und die potenzielle Gleichzeitigkeit dieser Häuser verwiesen wird. Für unmittelbar aufeinanderfolgende Häuser sowie benachbarte Hofplätze wird ein Mindestabstand vorausgesetzt. Dabei sind sie keineswegs unvereinbar. 182). bes. Wesentliches Argument für die Rekonstruktion der „Hausgenerationen“ und die Festsetzung ihrer Dauer ist die Division der gesamten zeitlichen Tiefe der Besiedlung durch die Zahl der mittels Keramikseriation bestimmten Phasen (Lüning 1982. Stehli 1994. dass es an einem Fundort aus der rheinländischen „Heimat“ des Hofplatzmodells vorgestellt wurde (Weisweiler 111. 121–129. dass verschiedene Siedlungen tatsächlich nach unterschiedlichen Prinzipien organisiert waren. hierzu aber Stäuble (2005. konkurrierende Modelle verstanden. 55–67) aus der Parallelreihung von Grundrissen der ältestbandkeramischen Siedlung Schwanfeld Argumente für eine interne chronologische Entwicklung einzelner Hofplätze in einem „Wander-“ bzw. 308 f. Die wohl wichtigste Prämisse ist. 1977. Beitrag in diesem Band) jüngst das „Zeilensiedlungsmodell“ gegenüber. haben sie in ihrer breiten und oft unkritischen Rezeption inzwischen geradezu paradigmatische Züge angenommen. ob Zeilenund Hofplatzmodell generell austauschbar sind und einander kategorisch ausschließen. Die Existenz von Häuserzeilen ist auch im Hofplatzmodell keineswegs ausgeschlossen. Beitrag Zimmermann). 202 ff. In der sich seither ausweitenden Diskussion werden beide Ansätze meist als sich kategorisch ausschließende. Kr. Einem Haus wird schematisch eine Aktivitätszone im Umkreis von ca. Bei der chronologischen Modellbildung wird davon ausgegangen. dass eine Bauphase im Wesentlichen einer menschlichen Generation entspricht und rund 25 Jahre umfasst. Sie werden jedoch als Ergebnis einer zeitlichen Abfolge der beteiligten Grundrisse gedeutet. Vorbedingung für die Datierung der Häuser durch Keramikseriation ist wiederum. Rück stellt das Zeilensiedlungsmodell anhand einiger ausgewählter Siedlungen als alternativen Rekonstruktionsansatz zum Hofplatzmodell vor (Rück 2007. sondern ist essentieller Bestandteil einer relativchronologischen Methode (s. a. Das Hofplatzmodell beschreibt somit nicht nur eine spezifische Siedlungsstruktur. Dass die Diskussion um das Zeilensiedlungsmodell mitunter so erhitzt geführt wird. dass durch die einheitliche Ausrichtung bandkeramischer Häuser und die damit einhergehende Parallelität der Grundrisse sehr leicht zufällig reihenartige Strukturen entstehen können. So leitet Jens Lüning (2005. Dagegen interpretiert Rück (2007. Es erscheint somit sehr fraglich. 15–25 m zugeordnet (Kuper u. wirken sie bei anderen eher erzwungen und eine Gliederung in Hofareale scheint überzeugender. dass die scheinbare Gegensätzlichkeit beider Modelle zuallererst auf ihren unterschiedlichen Prämissen beruht.

nach der jeweils nur ein Haus pro Hof bestehen darf. parallel ausgerichteter Grundrisse wiederum vereinfacht das Entstehen zeilenartiger Strukturen im Siedlungsplan sehr. Startin 1978. Beitrag Link. 1. dass ältere Häuser nach der Errichtung neuer weiter genutzt worden sind. ob der Inhalt der Längsgruben tatsächlich die gesamte Laufzeit des Gebäudes repräsentiert (z. Stäuble 1997. Werden längere Standzeiten für wahrscheinlich erachtet. a. Während auf der Basis einer kurzen „Hausgeneration“ entsprechend dem Hofplatzmodell in Siedlungsphase 5 wenige Gebäude gleichzeitig existieren und sich ohne erkennbare Bezugnahme in relativ großen Abständen voneinander verteilen (Abb.44 AFD . dass eine längere Standzeit der Häuser von 100 Jahren und mehr für wahrscheinlich gehalten wird (Rück 2007. 153–156. Je länger die vorausgesetzten Hausstandzeiten.und Zeilensiedlungsmodell sollte folglich nicht die Existenz von Häuserzeilen sein. 2005. Dieser Effekt sei am Beispiel der Siedlung Dresden-Prohlis illustriert (s. hierzu z. Coudart 1998. Dresden-Prohlis. Gleichzeitig bestehende Häuser in Siedlungsphase 5 unter Annahme einer kurzen Laufzeit der Häuser. 142–145). als dies beim Hofplatzmodell der Fall ist. so spricht das Vorhandensein von Häuserzeilen nicht mehr gegen die Existenz von Hofplätzen – Zeilensiedlungs2 Vgl. 62 Tab. 133–140. 204. dass auf jedem Hofplatz der jeweils letzte Vorgängerbau noch fortbesteht – deutlich treten jetzt zeilenartige Bezüge in Erscheinung (Abb. Schwerdtner 2007. ist davon auszugehen. und die Grundannahme des Hofplatzmodells. 1). Wird diese Prämisse aber fallen gelassen. Die höhere Zahl zeitgleicher. Hieraus folgt zwangsläufig eine deutlich höhere Zahl gleichzeitig bestehender Häuser. B. . Das Zeilensiedlungsmodell basiert vordergründig vor allem auf der Annahme. ist hinfällig. desto mehr Häuser bestehen gleichzeitig und umso wahrscheinlicher ist die Herausbildung Häuser Siedlungsphase 5 0 50m zeilenartiger Strukturen. verändert sich das Bild grundlegend. B. 15. Der zentrale Diskussionspunkt zwischen Hofplatz. Wesentlicher ist aber. Dies ist jedoch keineswegs als Argument gegen das Zeilensiedlungsmodell zu verstehen – die Bezugnahme jüngerer auf ältere. fortbestehende Gebäude könnte die zeitliche Bauabfolge innerhalb der Siedlung durchaus realistisch beschreiben. 190). dass die räumliche Bezugnahme von Gebäuden für ihr gleichzeitiges Bestehen spricht. wenn angenommen wird. Damit verbunden ist die ebenfalls schon seit Längerem erörterte Frage. Stäuble 2005. Beiheft 25 7 27 8 33 Grube 50 m Pfosten N abb. 2). sondern die seit einiger Zeit zunehmend kontrovers debattierte Lebensdauer bandkeramischer Häuser2. Frühe Stichbandkeramik). Jedes Haus repräsentiert einen Hofplatz. 145. Schmidt u.

121) in diesem Zusammenhang adaptiert. aus Siedlungsphase 4 fortbestehender Gebäude parallel zu den neu errichteten. 336–349). Hofplätze und Häuserzeilen sind keineswegs konkurrierende Deutungsalternativen. In the ongoing discussion. Hofplatz (farmstead or 50m abb. Summary Recently. Vielmehr spiegeln sie verschiedene zeitliche Dimensionen der strukturellen Organisation der Siedlung wider. verdeutlicht. . der beim Hofplatzmodell meist nur eine untergeordnete Rolle spielt: hofplatzübergreifende Lagebezüge und die räumliche Gliederung der gesamten Siedlung auf synchroner Ebene. die wahrscheinlich mit einer genealogischen Verbindung ihrer Bewohner einhergeht (vgl. die (hofplatzübergreifende) Siedlungsgestalt dagegen ihr soziales und ökonomisches (Inter-)Agieren im Siedlungsalltag – eine „historische“ Bezugsdimension steht einer „aktuellen“ gegenüber. Lüning 2005. Oliver Rück (2007) has introduced the Zeilensiedlungsmodell (row settlement model) as an alternative to the Hofplatzmodell (yard model). 2).45 Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik 7 18 27 4 8 23 15 33 Grube Pfosten neue Häuser in Siedlungsphase 5 N modell und Hofplatzmodell schließen einander nicht gegenseitig aus. Die Hofplätze spiegeln die gemeinsame Vergangenheit und Abstammung ihrer Bewohner wider. Auf jedem Hofplatz bestehen zwei Häuser zeitgleich. dass es sich bei der Verteilung der Bauwerke in der Fläche um das Resultat bewusster Raumgestaltung handelt und nicht um das unkontrollierte Produkt aus den starren Gesetzmäßigkeiten des Hofplatzmodells. Häuserzeilen sind dagegen synchrone Strukturen. Dresden-Prohlis. 58–61). die sich durch gegenseitige räumliche Bezugnahme der Gebäude sowohl innerhalb von als auch zwischen Hofplätzen herausbilden. Hier tritt ein wichtiger Aspekt ins Blickfeld. Höfen und die übergeordnete Siedlungsgestalt. Das Zeilensiedlungsmodell muss das Hofplatzmodell folglich nicht ersetzen. In Dresden-Prohlis sind die bei Annahme verlängerter Standzeiten entstehenden Zeilen nicht auf einzelne Hofplätze beschränkt. den auch Rück (2007. 2. sondern kann es sinnvoll ergänzen – es lenkt den Blick von der Fokussierung auf die Chronologie einzelner Hofplätze auf die räumlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Häusern bzw. Der geografische Begriff der „Siedlungsgestalt“. Die Siedlungsentwicklung ist durch stetig neu entstehende und wieder zerfallende Reihenstrukturen geprägt (Link 2010. Gleichzeitig bestehende Häuser in Siedlungsphase 5 unter Annahme einer längeren Lebensdauer der Häuser und der Weiternutzung älterer. sondern lassen sich sinnvoll miteinander kombinieren. Die einzelnen Häuser eines Hofplatzes sind durch fortbestehende Häuser aus Siedlungsphase 4 0 eine diachrone Entwicklung miteinander verbunden. Mögliche Häuserzeilen sind farbig markiert. sondern verbinden Häuser aus verschiedenen Höfen miteinander (Abb.

Link. 9. . Ausgr. Chr. 9. Lüning/C. 6700−2200 v. Heidelberg (Heidelberg 2010). The farmstead reflects the genealogical evolution of its inhabitants and thus represents a “historical” dimension. Coudart.46 AFD . Kongress 7 (Rahden/Westf. Struktur und Entwicklung des Siedlungsplatzes. 18 (Bonn 1977) 305–333. Neue Aspekte und Modelle in der Siedlungsforschung zur Bandkeramik. Lüning/P.und stichbandkeramische Siedlung von Dresden-Prohlis. Die linien. Löhr/J.). In: J. Besiedlung Aldenhovener Platte 2. Siedlungsgruben − Seriation und Zufall. Die Siedlung Weisweiler 111 auf der Aldenhovener Platte. Française 67 (Paris 1998). Lüning. Kuper/H. Startin. Lüning 1982: J. Rhein. 117 (Bonn 2005). If houses last longer there will necessarily be many more contemporaneous buildings and row structures will emerge much easier. Symposium.). Kuper u. the discussion should not concentrate on yards or rows. Chr. In: J. 2005: B. Diss. Zimmermann. In: J. Die Bandkeramik im Merzbachtal auf der Aldenhovener Platte. The apparent dichotomy results from the different temporal dimensions that the two models focus on: the individual houses of a farmstead are connected by its diachronic development. Prehist. 2007). Frirdich/ A. Univ. Beitr. Rück. Ausgr. Arch. 105 (Rahden/Westf. Stehli. Schwerdtner. Stehli/A. 2002. Klimaveränderung und Kulturwandel in neolithischen Gesellschaften Mitteleuropas. In: D. Internat. Der bandkeramische Siedlungsplatz Langweiler 9. Arch.). 1977: R. Rück 2007: O. Prähist. Stäuble. Zur Dauerhaftigkeit bandkeramischer Häuser im Rheinland (5300–4950 v. Chr. Internationales Kolloquium Nové Vozokany. In: J. Stäuble 1997: H. Pavúk (Hrsg. Neolith. (Hrsg. 189–205. Gruhle/O. as opposed to the premise of house generations of approximately 25 years in the Hofplatzmodell. Ein Siedlungsplatz der Ältesten Bandkeramik in Bruchenbrücken. 37. Arch. whereas house rows are synchronic structures emerging from the mutual spatial relationship between the contemporary houses of different farmsteads. 2005) 49–74. Beiheft 25 yard) and Zeilensiedlung are mostly perceived as two mutually exclusive interpretative alternatives. Symposium in der Abtei Brauweiler bei Köln vom 16. Schmidt/W. – 2005: Bandkeramische Hofplätze und die absolute Chronologie der Bandkeramik. Here it is argued that they are by no means incompatible. Arch. Häuser. Univforsch. Kr. Düren.). 36 (Köln 1994) 79–192. Tagung. Architecture et société néolithique. Schmidt u.).) – Eine Interpretation dendrochronologischer und bauhistorischer Befunde. November 1981 (Nitra 1982) 125–156. Die Bandkeramik im 21. Stehli (Hrsg. but should be centred on the question of house duration and the number of contemporaneous houses that exist within individual farmsteads. Forschungen zur bandkeramischen Besiedlung der Aldenhovener Platte im Rheinland. Jahrhundert. Gronenborn (Hrsg. Lüning (Hrsg. Link 2010: T. Proc. RGZM-Tagungen 1 (Mainz 2005) 151–170. 1978. Gruben und Fundverteilung. Freckmann. a.–20. a. Rück/K. Doc. Soc. 17. – 2005: Häuser und absolute Datierung der Ältesten Bandkeramik. Startin 1978: W. Arbeitsgemeinschaft. Chronologie der Bandkeramik im Merzbachtal. Stehli 1994: P. but on the contrary complement each other. Schwerdtner 2007: G. Ungedr.–19. 2007. The reconstruction of house lines is based on the assumption of a long duration of houses (up to one century or even more) in the Zeilensiedlungsmodell.). L‘unité et la variance de la maison danubienne. House rows on the other hand are determined by everyday social and economic (inter-)action and represent the “contemporary” dimension of settlement life. So after all. 39 (Bonn 1997) 17–150. So the main benefit of the Zeilensiedlungsmodell is that it shifts the focus from the individual yards and their chronological development towards the spatial relationships between different houses or farmsteads and towards synchronic intrasettlement structures in general. Neolith. Eine Fallstudie zum Kulturwandel in der Region der oberen Elbe um 5000 v. 44. Besiedlung Aldenhovener Platte 5. Univforsch. Zimmermann (Hrsg. Arch. 143–159. Literatur: Coudart 1998: A. Prähist. Arch. Lüning/P. Internat. Linear Pottery Culture Houses: Reconstruction and Manpower. Rhein. Siedlungen der Kultur mit Linearkeramik in Europa. Beitr. In: Dies. Stadt Friedberg/Hessen. Korrbl.