Der Sprach- und der Nationenbegriff in Herders Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit am Beispiel des

Abschnittes Das sonderbare Mittel zur Bildung des Menschen ist Sprache

Westfälische Wilhelms-Universität Münster Germanistisches Institut Abteilung Neuere Deutsche Literatur Seminar Dozentin Name Matrikelnummer Studiengang Fachsemester Das Drama der Nation Wintersemester 2006/2007 Dr. Sigrid Köhler Sven Lüders 332750 Magister Philosophie (Hf), Religionswissenschaften (Nf), Deutsche Philologie (Nf) 03

Inhalt 1. Einleitung ...................................................................................................... 2 2. Andersons Imagined Communities ............................................................ 3 3. Die Bedeutung des Sprachbegriffes........................................................... 4 3.1. Die Schrift ................................................................................................ 7 4. Nation und Sprache...................................................................................... 9 4.1. Offensichtliche Verknüpfungen .............................................................. 10 4.2. Verknüpfungen über äquivalente Eigenschaften.................................... 11 4.3. Kritik....................................................................................................... 13 5. Zusammenfassung..................................................................................... 13 6. Verwendete Literatur.................................................................................. 15

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1. Einleitung Betrachtet man die heutige Interpretation des Nationenbegriffes, so findet sehr häufig eine Verknüpfung von Sprache und Nation statt, in der Form, die jeweilige Sprache für die Nation konstitutiv zu denken. Dieser Gedanke taucht das erste Mal zum Ende des 18. Jahrhunderts auf, als der Begriff der modernen Nation geprägt wurde. Auch in dem geschichtsphilosophischen Hauptwerk des einflussreichen Kulturphilosophen Johann Gottfried Herder, den Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit1 taucht eine solche Verbindung auf. Das damalige Denken sowie die heutige weit verbreitete Auffassung zum Nationenbegriff widersprechen allerdings vielen Interpretationen des Begriffs, die in der Folgezeit entwickelt wurden. Bereits Ernest Renan wendet sich etwa hundert Jahre später dagegen: „Die Sprache lädt dazu ein, sich zu vereinigen; sie zwingt nicht dazu.“2 Noch weiter geht Benedict Anderson, der Nationen in seinem Buch Die Erfindung der Nation3 als Imagined Communities (Vorgestellte Gemeinschaften) beschreibt. Vor dem Hintergrund der Thesen von Anderson drängt sich mir die Frage auf, wie es im 18./19. Jahrhundert möglich war, die Nation derart eng an die Sprache zu knüpfen. Dies möchte ich am Beispiel des Abschnitts Das sonderbare Mittel zur Bildung des Menschen ist die Sprache.4 aus dem zweiten Teil von Herders Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, die 1785 erschienen, tun. Am gewählten Text soll deutlich gemacht werden, dass Herders Nationenbegriff immer zusammen mit der Sprache gedacht wird, von dieser abhängig ist und bedeutende Merkmale mit ihr teilt. Außerdem soll deutlich gemacht werden, welche Probleme eine solche Verknüpfung mit sich bringt. Dazu werde ich zunächst einmal in Andersons Nationenbegriff einführen, um meine theoretische Grundlage zu klären, mit Hilfe derer ich den ausgewählten Text untersuchen möchte. Danach analysiere ich die Bedeutung, die Herder dem Sprachbegriff und insbesondere der Schrift zukommen lässt, damit klar
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Herder, Johann Gottfried: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit; Frankfurt/Main 1989 2 Renan, Ernest: Was ist eine Nation? Rede am 11. März 1882 an der Sorbonne; Hamburg 1996; S. 27 3 Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts; Frankfurt/Main 2. Erweiterte Auflage 1996 4 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 345-354

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wird, welchen Stellenwert die Sprache in der zu zeigenden Verknüpfung von Nation und Sprache einnimmt. Anschließend untersuche ich die Verwendung der Begriffe der Sprache und der Nation im Text, um belegen zu können, an welchen Stellen sie auf welche Art verknüpft werden, wobei auch Lücken in dieser Verknüpfung aufgezeigt werden sollen.

2. Andersons Imagined Communities In dem 1983 zum ersten Mal erschienenen Buch Imagined Communities. Reflections on the Origin and Spread of Nationalism (dt. Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts) stellt Benedict Anderson die bedeutsame These auf, dass Nationen vorgestellte, begrenzte, souveräne Gemeinschaften sind. Diese Begriffsbestimmung ist nicht zwingend abwertend, was sich bei der näheren Untersuchung5 der Definition zeigt: Dass Nationen vorgestellte Gemeinschaften sind, bedeutet in diesem Fall lediglich, dass eine Gemeinschaft existiert, obwohl ein Mitglied niemals alle anderen Mitglieder dieser Gemeinschaft kennt. Die Nation wird als begrenzt definiert, da ihre Mitglieder „in genau bestimmten [...] Grenzen leb[en].“6 Mit dem Begriff der Nation wird ebenfalls die politische Forderung nach Souveränität verbunden, da Nationen davon „träumen [...], frei zu sein“7 Ein weiterer wichtiger Zug seines Begriffs ist die Differenz, welche Anderson zwischen Nationalismus und anderen Begriffen für Weltanschauungen zieht, ersterer ist weniger ein rational begründbares Weltbild (wie z. B. Liberalismus), sondern sollte begrifflich eher „wie ‚Verwandtschaft’ oder ‚Religion’“8 gefasst werden. Abseits von seinem Nationenbegriff untersucht Anderson das Zustandekommen der Nation überhaupt und unterschiedlicher Formen von Nationen und belegt somit die Historizität der Nation, indem er nachweist, dass dies ein Begriff des ausklingenden 18. Jahrhunderts ist. Als einen der wichtigsten Faktoren für die Entstehung des modernen Nationenbegriffs nennt Anderson den sich
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Vgl. Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, S. 16-17 Ebd., S. 16 7 Ebd., S. 17 8 Ebd., S. 15

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durchsetzenden Buchdruck, der gemäß der Prinzipien des kapitalistischen Wirtschaftens Bücher in der Volkssprache druckt, weil für diese ein größerer Markt besteht. Dadurch wird die Sprache der Bevölkerung vereinheitlicht und kann sich gegenüber den so genannten heiligen Sprachen Latein und Griechisch durchsetzen. In der Pluralität der Sprachen gibt es keine heilige Sprache mit angenommener sicherer Referenz auf eine ontologische Wahrheit mehr.9

3. Die Bedeutung des Sprachbegriffes Zunächst einmal soll die Bedeutung der Sprache im Herderschen Kontext belegt werden, um aufzuzeigen, welchen Rang sie bei dem Zusammenwirken der Begriffe Sprache und Nation einnimmt. Der Sprachbegriff durchzieht Herders Werk: Große Teile seines Denkens sind auf dem Fundament seiner Sprachphilosophie aufgebaut, welche er mit der 1771 erschienenen Abhandlung über die Sprache10 begründet.11 Die Sprache nimmt zufolge eine zentrale Rolle ein: „Sie ist das Medium, in dem sich auch das nichtsprachliche Sein verständlich machen lässt“12. Im Gegensatz zu vielen anderen Denkern seiner Zeit, ist auch die Vernunft, der zentrale Begriff der Aufklärung, von der Sprache abhängig.13 Im ausgewählten Textstück wird die Bedeutung des Sprachbegriffes ebenfalls hervorgehoben: Schon die Überschrift des Abschnittes „Das sonderbare Mittel zur Bildung des Menschen ist Sprache“14 belegt die herausragende Stellung, in welche die Sprache durch Herder gebracht wird: In der Zeit, wo Bildung als Mittel zur Formung des Menschen durch die Aufklärung an Stellenwert gewinnt, steht für Herder gerade die Sprache im Zentrum der Bildung. Der menschliche Körper ist nach Herder für die Sprache geschaffen, dies stellt er zu Beginn des Abschnitts fest:

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Ebd., S. 18-27, 40-46 Herder, Johann Gottfried: Abhandlung über den Ursprung der Sprache; in: ders.: Frühe Schriften 1764-1772; Frankfurt/Main 1985, S. 695-810 11 Vgl. Heise, Jens: Johann Gottfried Herder zur Einführung, Hamburg 1998, S.21 12 Ebd., S. 10 13 Vgl. Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 347: „[E]ine reine Vernunft ohne Sprache ist auf Erden ein utopisches Land.“ Vgl. hierzu auch: Heise: Herder zur Einführung, S. 8, 35 und 76 14 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 345
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Wie eine Saite der anderen zutönt und mit der reinern Dichtigkeit und Homogeneität aller Körper auch ihre vibrierende Fähigkeit zunimmt: so ist auch die menschliche Organisation, als feinste von allen, notwendig auch am meisten dazu gestimmt, den Klang aller andern Wesen nachzuhallen 15 [...].

Hier wird die menschliche Gesellschaft mit einem Musikinstrument verglichen. Die menschliche Gesellschaft wird außerdem mit einer Klangmetaphorik versehen: Sie ist wie ein Instrument dazu „gestimmt“15, Klänge von sich zu geben. Diese Metaphorik wird von Herder auch im Folgenden beibehalten. So beschreibt er seine Vorstellung von der Entwicklung eines Kindes: „ihr Körper [sollte] lange Jahre ein leicht zurücktönendes Saitenspiel bleiben.“15 Auch bei den Kindern wird der Körper als etwas angesehen, dass mit einem Musikinstrument verglichen werden kann und mehr noch, möglichst lange in einer Verfassung bleiben sollte, die es ihm ermöglicht, eine ähnliche Funktionsweise zu erfüllen. Es wird der Zusammenhang zwischen Mensch, Nachahmung und Sprache betont. Nachahmung erscheint als zentraler Wesenszug des Menschen:
Geborne Pantomimen, ahmen sie alles, was ihnen erzählt wird oder was sie ausdrücken wollen, lebhaft nach und zeigen damit [...] ihre eigentliche Denkart. Nachahmend nämlich kam ihre Phantasie zu diesen Bildern: in Typen solcher Art bestehet der Schatz ihres Gedächtnisses und ihrer 16 Sprache.

Herder macht die Nachahmung hier zu etwas, zu dem der Mensch geboren ist, also etwas, was er einerseits sehr gut beherrscht und was andererseits auch seine Aufgabe ist; sie ist sogar die „eigentliche Denkart“17 des Menschen. Weiterhin wird die Nachahmung als Basis der Sprache bestimmt, ist demnach ein Charakteristikum sowohl des Menschen als auch der Sprache. Die Nachahmung allein reicht für Herder jedoch nicht aus, um die Sprache zu begründen:
Lasset uns bei diesem Wunder einer göttlichen Einsetzung verweilen: es ist außer der Genesis lebendiger Wesen vielleicht das größeste der 18 Erdeschöpfung.

Hier wird die Sprache in ihrem Wesen erstmals als etwas bestimmt, das über den Menschen hinausgeht, wobei es nicht klar ist, ob Herder die Sprache in

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Ebd. Ebd. S. 346 (Heraushebungen von mir) 17 Ebd. 18 Ebd.

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den Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit wirklich als göttlich deutet, oder ob er Sprache nicht viel mehr als unerklärlich versteht19. In jedem Falle bekommt der Sprachbegriff hiermit im Text eine metaphysische Dimension. Die Bedeutung der Sprache wird hier ebenfalls betont, sei sie nun göttlich oder nicht: Herder stellt sie in eine Reihe mit Schöpfung von Lebewesen, womit aber auch nicht zwingend eine göttliche Schöpfung gemeint sein muss, man kann es auch als Verweis auf das Wunder der Existenz von Leben interpretieren.20 Um die Bedeutung der Sprache als unerklärliche Institution weiter zu untermauern, wird im Text die Frage aufgeworfen, wie es denn möglich ist, dass man „Bilder des Auges und alle Empfindungen unsrer verschiedensten Sinne“21 sprachlich ausdrücken kann und die daraus resultierenden sprachlichen Ausdrücke auch verstanden werden. Dabei wird bereits in der Fragestellung ein Hinweis darauf gegeben, dass die Sprache ein sehr mächtiges Instrument ist, wenn sie solch unterschiedliche Dinge ausdrücken kann. Die Erläuterung Herders zu dieser Frage macht klar, dass der Mensch sie nicht lösen kann:
Die Gottheit hat das Problem tätig aufgelöset. Ein Hauch unsres Mundes wird das Gemälde der Welt, der Typus unsrer Gedanken und Gefühle in des andern Seele. Von einem bewegten Lüftchen hangt alles ab, was Menschen je auf der Erde menschliches dachten, wollten, taten und tun werden: denn alle liefen wir noch in Wäldern umher, wenn nicht dieser göttliche Atem uns angehaucht hätte und wie ein Zauberton auf unseren Lippen schwebte. Die ganze Geschichte der Menschheit also mit allen Schätzen ihrer Tradition 22 und Kultur ist nichts als eine Folge dieses aufgelösten göttlichen Rätsels.

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Martin Bollacher geht davon aus, dass Herder in den Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit zumindest "[d]em Buchstaben nach" (Bollacher, Martin (hg.): Stellenkommentar, in: Herder, Johann Gottfried: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, Frankfurt/Main 1989) seinen Sprachbegriff aus der Abhandlung über den Ursprung der Sprache widerruft, in welcher es hieß, dass weder Tier noch Gott, sondern nur der Mensch allein zur Sprache fähig sei (vgl. Herder: Abhandlung zum Ursprung der Sprache, S. 732). Wolfgang Pross hingegen deutet den Terminus göttlich als unerklärlich und begründet dies zum einen anhand des Begriffes Einsetzung, welcher Folge einer Übersetzung aus dem Griechischen oder dem Lateinischen ist, dort aber synonym zum Begriff der Einrichtung steht, welcher in diesem Kontext eine arbiträre und konventionelle Entstehung der Sprache meint. Zum anderen verweist Pross auf die Sprachtheorie von James Harris, an den Herder anknüpft. (Vgl. Pross, Wolfgang (hg.): Johann Gottfried Herder: Ideen zu Philosophie der Geschichte der Menschheit. Kommentar, München und Wien 2002, S. 498-500) 20 Ebd. 21 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 346 22 Ebd. (Heraushebungen von mir)

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Mit einer Luftmetaphorik versucht Herder, das Problem zu klären: der „göttliche Atem [hat den Menschen] angehaucht“23. Zum einen wird mit Hilfe dieser Luftmetaphorik und dem Kompositum „Zauberton“23 die Übersinnlichkeit der Sprache betont, zum anderen wird ihre Wirkmacht so dargestellt, dass sie fast schon nicht mehr auf den Menschen zurückgeführt werden kann. Die Kommunikation wird zudem als künstlerischer Akt gedeutet: Nach Herder kann der Mensch mit seiner Sprache die Welt in einem „Gemälde“23 ausdrücken. Die Bedeutung der Sprache wird aber noch weiter ausgebaut, wenn Herder den Menschen ohne Sprache nur noch primitiv und ziellos „in Wäldern umher[laufen]“23 sieht und alle Errungenschaften der menschlichen Zivilisation nur in Folge von Sprache als möglich betrachtet. Dass die Sprache uns unerklärlich bleibt, wird auch damit untermauert, dass Herder darauf verweist, dass es denn auch dem Menschen unmöglich ist, ihre Funktionsweise zu begreifen, obwohl er die Sprache ständig benutzt.24 An anderer Stelle heißt es: „Nur die Sprache hat den Menschen menschlich gemacht, [...].“25 Sie ist also selbst ein wesentliches Charakteristikum des Menschen. Die Sprache ist in ihrer Bedeutung also sowohl vor dem Hintergrund des Herderschen Denkens als auch wegen ihrer Hervorhebung in dem ausgewählten Textstück nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, den Nationenbegriff von Herder zu klären.

3.1. Die Schrift Eine besondere Rolle in der Verknüpfung von Sprache und Nation spielt für Herder die schriftliche Sprache, welche deshalb auch gesondert untersucht werden muss. Zunächst wird die Schrift gegenüber der Sprache abgegrenzt:
Endlich die Tradition der Traditionen, die Schrift. Wenn Sprache das Mittel der menschlichen Bildung unsres Geschlechts ist, so ist die Schrift das Mittel 26 der gelehrten Bildung.

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Ebd. Vgl. ebd. S. 347: „Was uns [das göttliche Rätsel der Sprache] noch sonderbarer macht, ist, daß wir selbst nach seiner Auflösung bei täglichem Gebrauch der Rede nicht einmal den Zusammenhang der Werkzeuge dazu begreifen.“ 25 Ebd., S. 348 26 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 355 (Die Hervorhebungen sind aus dem Original übernommen.)

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Macht die Sprache den Menschen menschlich, so macht die Schrift den Menschen gelehrt. Durch Herders kursive Hervorhebungen wird diese Unterscheidung noch klarer. Der Mensch hat zwar die Sprache erfinden müssen27, womit jeder Mensch eine Sprache hat, nicht jeder Mensch bzw. jede Nation besitzt aber eine Schriftsprache, dies tun nur die gelehrten Menschen bzw. Nationen. Die Differenz zwischen gelehrten und anderen Nationen wird untermauert, wenn Herder schreibt, dass „[a]lle Nationen, die außer dem Wege dieser künstlichen Tradition lagen, [...] nach unsern Begriffen unkultiviert geblieben sind“28. Das Wesen der Schrift wird dagegen wie folgt definiert:
Aber was bei der Sprache sichtbar war, ist hier noch viel mehr sichtbar, nämlich, daß aus dies Mittel zur Verewigung unsrer Gedanken den Geist und die Rede zwar bestimmt, aber auch eingeschränkt und auf 28 mannigfalitige Weise gefesselt habe.

Hier offenbart sich Herders Schriftbegriff: Vernunft ist zwar von der Schrift bestimmt, wird durch diese aber auch konserviert, das heißt unveränderlich. Dies ist nach Herder negativ aufzufassen, wie seine Metapher von der gefesselten Vernunft zeigt. Herders Schriftbegriff ist aber trotz der Tatsache, dass er schriftunkundige Völker als „unkultiviert“28 bezeichnet, ein phonozentristischer. Dies zeigt nicht nur in dem obigen Zitat, in dem besonders darauf verwiesen wird, wie die Schrift die Vernunft behindere. Wenn Herder schreibt, wie eine Nation die gefangene Vernunft wieder freisetzen kann, wird seine Abwertung der schriftlichen Sprache gegenüber der gesprochenen erneut deutlich:
Unter Gelehrsamkeit und Büchern wäre längst erlegen die menschliche Seele, wenn nicht mancherlei zerstörende Revolutionen die Vorsehung 29 unserm Geiste wiederum Luft schaffte.

Der Mensch würde folglich eingehen, wenn man die Schrift nicht von Zeit zu Zeit durch eine Revolution auf ihren Platz verweisen würde. Hiermit wird deutlich, dass die akademische Welt (die „Gelehrsamkeit“30), welche die Schrift für ihr Funktionieren benötigt und die Bücher, ein Sinnbild der Schrift, das menschliche Wesen bedrohen, wenn sie Überhand nehmen.
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Im Gegensatz zu den Tieren fehlt dem Menschen eine gesonderte Sphäre, in welcher er handelt, aufgrund dieser Freiheit muss er die Sprache erfinden. (Vgl. Heise: Herder zur Einführung, S. 29-30) 28 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 355 29 Ebd. 30 Ebd.

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Dies alles hindert nicht, die Tradition der Schrift als die dauerhafteste, stilleste, wirksamste Gottes-Anstalt anzusehen, dadurch Nationen auf 31 Nationen, Jahrhunderte auf Jahrhunderte wirken [...]

Trotzdem ist die Schrift nach Herder eine „Gottes-Anstalt“31, demnach ebenso wie die Sprache (aus welcher die Schrift nach Herder folgt) unerklärlich und übersinnlich. Außerdem wird die Bedeutung der Schrift stark angehoben, wenn Herder sie als „dauerhafteste, [und], wirksamste“31 Institution bezeichnet.

4. Nation und Sprache Nach Klärung der Bedeutung des Sprachbegriffs gilt es nun, seine Verknüpfung zum Nationenbegriff zu untersuchen. These ist es, dass Herders Nationenbegriff in dem Textstück immer zusammen mit der Sprache gedacht wird, von dieser abhängig ist und bedeutende Merkmale mit ihr teilt. Herders Nationenbegriff entsteht vor allem im Kontext mit seiner Geschichtsphilosophie, so dass man sich derer Leitlinien bewusst sein muss, wenn man untersuchen will, wie der Nationenbegriff sich konstituiert. Einen bedeutenden Hinweis dafür, dass dies über die Sprache abläuft, erhält man schon an dieser Stelle, wenn man sich vor Augen hält, was das Besondere an Herders Geschichtsphilosophie ist, nämlich, „daß er den Menschen als Sprachwesen auslegt.“32 Man kann die Verknüpfungen, mit denen Herder den Nation- und den Sprachbegriff miteinander verbindet, in offensichtliche und weniger offensichtliche aufteilen. Erstere sind explizite Verbindungen, welche auftreten, wenn Herder im Text von seinem Nationenbegriff spricht, letztere offenbaren sich, wenn man die Definition vom Sprach- und Schriftbegriff mit denen des Nationenbegriffs vergleicht und Ähnlichkeiten feststellt. Bei dieser Verbindung können Herder auch Lücken nachgewiesen werden.

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Ebd. Heise: Herder zur Einführung, S. 80

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4.1. Offensichtliche Verknüpfungen Im Text gibt es zum einen offensichtliche Anzeichen dafür, dass Sprache mit Nation verknüpft gedacht wird, zum Beispiel die Idee, dass man aus einer Sprache den Charakter einer Nation ablesen könnte:
Der schönste Versuch [...] wäre also eine philosophische Vergleichung der Sprachen: denn in jede derselben ist der Verstand eines Volkes und sein Charakter gepräget. [...] [D]er Genius eines Volks [offenbart sich] nirgend 33 besser als in der Physiognomie seiner Rede [...].

Die Verknüpfung von Sprache und Nation dient Herder hier als Prämisse für sein komparatives Experiment34, mit welchem er die Nationalcharaktere aus den jeweiligen Sprachen extrahieren möchte. Die Überzeugung, dass dies möglich ist, drückt sich zum einen in der radikalen Verallgemeinerung seiner Annahme aus, wenn er davon spricht, dass in jeder Sprache der Charakter einer Nation zu finden ist, zum anderen wird auch noch die besondere Eignung der Sprache zum Auffinden des Nationalcharakters betont: er offenbart sich „nirgend besser“35 als in der Sprache. Außerdem werden hier Sprache und Nation mit der Vernunft bzw. dem „Verstand“35 verknüpft. Die Prämisse wirkt auch bei der Erweiterung des Vergleichs fort:
Die Gegemeinanderstellung verschiedener kultivierter Sprachen mit den verschiedenen Revolutionen ihrer Völker würde mit jede Strich von Licht und Schatten gleichsam ein wandelbares Gemälde der mannigfaltigen Fortbildung des menschlichen Geistes zeigen [...] Da sind Nationen in der Kindheit, der Jugend, dem männlichen und hohen Alter unsres Geschlechts; ja wie manche Völker und Sprachen sind durch Einimpfung andrer oder wie 36 aus der Asche entstanden.

Hier wird sogar ein Besitzverhältnis angenommen, wenn Herder vom Vergleich von Revolutionen und den Sprachen „ihrer Völker“37 schreibt. Durch die Erweiterung des Vergleichs zeigt Herder, dass er nicht nur Sprache und Nation als verknüpft definiert, sondern dass es ebenfalls eine direkte Verknüpfung der Sprache mit der Geschichte einer Nation gibt. Im Bezug auf die Entstehung werden hier Nation und Sprache explizit zusammen genannt.

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Ebd., S. 353 (Hervorhebungen im Original) Dieses Experiment bezieht sich auf eine Idee von Leibniz, welcher anregte, auf diese Weise eine Geschichte der Nationen zu begründen. Vgl. Pross (hg): Johann Gottfried Herder: Ideen zu Philosophie der Geschichte der Menschheit. Kommentar, S. 500-501 35 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 353 36 Ebd., S. 354-355 37 Ebd. S. 354

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4.2. Verknüpfungen über äquivalente Eigenschaften Neben offensichtlichen Verknüpfungen stellt Herder auch eine indirekte Verbindung zwischen dem Sprach- und dem Nationenbegriff her, indem er beiden äquivalente Eigenschaften zuordnet. Ein solcher Fall stellt die Eigenschaft des Lebensalters dar, welche Herder der Sprache zuordnet: „Wie das Individuum hat auch die Sprache ein Lebensalter.“38 Wenn Herder von "Nationen in der Kindheit, der Jugend, dem männlichen und hohen Alter unsres Geschlechts"39 schreibt, wird wie an anderer Stelle seines Werkes auch40 das Merkmal des Lebensalters auf die Nationen ausgeweitet: Sie haben vier Stufen, welche dem Leben eines menschlichen Individuums entsprechen. Die gleiche Aufteilung findet sich auch den Lebensaltern der Sprache: Kindheit – Jugend – männliches Alter – hohes Alter41. Des Weiteren stellen sowohl Sprache als auch Nation (vorgestellte) Gemeinschaften her:
„Durch sie [die Sprache] ist meine denkende Seele an die Seele des ersten und vielleicht letzten Menschen geknüpfet: kurz Sprache ist der Charakter unsrer Vernunft, durch welchen sie allein Gestalt gewinnet und sich 42 fortpflanzet“

Das Charakteristikum der Sprache, dass sie den Sprecher mit anderen Sprechern der Sprache durch die Zeit (und den Raum) verbindet, kann nach Betrachtung des Nationenbegriffs von Anderson ebenfalls als Verbindungspunkt zwischen Sprache und Nation gewertet werden. Dieser definiert Nationen unter anderem als fiktive Gemeinschaften43, da ihre „Mitglieder [...] die meisten anderen niemals kennen [...] werden, aber im Kopf eines jeden die Vorstellung ihrer Gemeinschaft existiert.“43 Diese fiktiven Gemeinschaften entstehen bei Anderson auch vor allem durch die Sprache, wobei er explizit die Verbindung der Individuen der Gemeinschaft durch die Zeit (und damit über ihre eigene Existenz hinaus) betont, wenn er schreibt, dass in der Muttersprache „die Vergangenheit
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Heise: Herder zur Einführung, S. 16 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 354 40 "So wie der Mensch auf verschiedenen Stufen des Alters erscheinet: so verändert die Zeit alles. Das ganze Menschengeschlecht, [...] jede Nation [...] – So ists auch mit der Sprache" Herder, Johann Gottfried: Über die neuere deutsche Literatur. Erste Sammlung von Fragmenten. Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Literatur betreffend, in: ders.: Frühe Schriften 1764-1772, Frankfurt/Main 1985, S. 181 41 Vgl. Heise: Herder zur Einführung, S. 18-19 42 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 348 43 Vgl. Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, S. 15

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wieder herbeibeschworen [wird], [...] Gemeinschaften vorgestellt [werden] und die Zukunft erträumt“44 wird. In der Textstelle wird ebenfalls angenommen, dass die Sprache eine vorgestellte Gemeinschaft herstellt – auch wenn Herder diese Gemeinschaft an den metaphysischen Begriff der Seele koppelt, letztlich entsteht die Gemeinschaft von zwei Individuen (bzw. einem metaphysischen Teil von ihnen, der Seele), welche nur unter der Bedingung nicht als fiktiv erscheinen muss, wenn man ein metaphysisches Jenseits annimmt, in dem sich alle Seelen (einer Sprache) treffen. Auch, wenn Herder seinen Schriftbegriff definiert, zeigt sich das Charakteristikum, dass (schriftliche) Sprache die Individuen durch Zeit verbindet:
Dies alles hindert nicht, die Tradition der Schrift als die dauerhafteste, stilleste, wirksamste Gottes-Anstalt anzusehen, dadurch Nationen auf Nationen, Jahrhunderte auf Jahrhunderte wirken und sich das ganze Menschengeschlecht vielleicht mit der Zeit an Einer Kette brüderlicher 45 Tradition zusammenfindet.

Hier stellt die Sprache in Form der Schrift eine fiktive Gemeinschaft her, welche diesmal nicht nur auf die fiktive Gemeinschaft einer Nation hinweist, sondern von Herder auf die fiktive Gemeinschaft aller schriftkundigen (und damit gelehrten) Menschen erweitert wird. Diese Verbindung wird durch die Metapher der "Kette"46 deutlich, welche die Individuen miteinander verbindet. Des Weiteren wird deutlich gemacht, dass durch die (schriftliche) Sprache Nationen entstehen und aufeinander folgen. Ein weiterer weniger offensichtlicher Beleg für den von mir angenommenen Zusammenhang zwischen Sprache, Schrift und Nation ist der metaphysische Charakter, welchen Herder dem Sprach- und Schriftbegriff beifügt. Beide sind mindestens für Menschen unerklärlich, im extremen Fall sogar göttlich.47 Wenn Sprache in ihrer Funktionsweise für den Menschen unerklärlich bleiben muss, ist sie auch schicksalhaft. Ähnlich schicksalhaft beschreibt Herder selbst seinen Staatsbegriff, welcher vor allem den Nationalstaat meint. Dieser wird konsequent vom Naturzustand des Menschen, der Familie, abgeleitet: „Die Natur erzieht Familien; der natürlichste Staat ist also auch Ein Volk, mit Einem National44 45

Ebd., S. 154 Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 355 (Heraushebung von mir) 46 Ebd. 47 Vgl. Anm. 14

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charakter.“48 Der Sprach- und der Schriftbegriff werden an dieser Stelle wieder mit ähnlichen Charakteristika versehen wie der Nationenbegriff. Die Natürlichkeit des Nationenbegriffs zusammengenommen, mit Annahme, dass „Nationen auf Nationen"49 folgen, machen klar, dass Herder den Nationenbegriff als ewig beständig ansieht. Dies ist aus heutiger Sicht zwar ein Fehler, wo man sich der Historizität der Nation nahezu sicher sein kann50, aber man kann diese Ansicht nicht nur mit dem Verweis auf Herders zeitlichen Kontext erklären. Der Grund für die Annahme der Ewigkeit des Nationenbegriffs liegt auch in der engen Verknüpfung mit der Sprache, die Herder vornimmt. Dass Sprachen sich verändern und auch entstehen und aussterben können, ohne dass die Sprache aufhört zu existieren, gibt den Rahmen für Herders Verständnis der Existenz von Nationen vor.

4.3. Kritik Die oben aufgezeigte Verknüpfung von Sprache und Nation in dem Textstück weist jedoch Lücken auf, welche an dieser Stelle erwähnt werden sollen. So geht Herder an keiner Stelle auf die Erlernbarkeit von Sprachen ein, welche die Verknüpfung dadurch unterläuft, dass man eine (National-)Sprache erlernen kann, ohne Mitglied der Nation zu werden – die Sprache kann deshalb niemanden von sich aus ausschließen, was die Nation aber tut.51 Des Weiteren gab und gibt es Nationen, die „ohne sprachliche Einheit“52 funktionieren. Genauso, wie es heutzutage (Esperanto, Volapük) wie zu Herders Zeiten (Latein) Sprachen gab, die nie als Nationalsprachen funktionierten.

5. Zusammenfassung In dem Abschnitt Das sonderbare Mittel zur Bildung des Menschen ist die Sprache. wird eine Verknüpfung der Begriffe von Sprache (bzw. Schrift) und Nation

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Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, S. 369 Ebd., S. 355 50 Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, S. 14 51 Ebd., S. 133-134 52 Ebd., S. 135

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vorgenommen. Um die Relevanz dieser Verknüpfung zu unterstreichen, hat Herder zugleich den Sprach- bzw. Schriftbegriff herausgehoben. Die Verknüpfung selbst wird zum einen durch offensichtliche Aussagen im Text ausgedrückt, zum anderen werden den Begriffen ähnliche Eigenschaften zugeschrieben, womit sie ebenfalls verbunden werden. Außerdem wurde nachgewiesen, dass diese Verbindung durchaus kritikwürdig ist. Zudem wurde über die Analyse des Sprach- und des Nationenbegriffs gezeigt, dass Herder die Sprache nicht nur konstitutiv für die Nation denkt, sondern beide Begriffe für ihn in mancher Hinsicht äquivalent erscheinen.

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6. Verwendete Literatur Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation – Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts; 2. erweiterte Auflage 1996 Frankfurt/Main Heise, Jens: Johann Gottfried Herder zur Einführung, Hamburg 1998 Herder, Johann Gottfried: Abhandlung über den Ursprung der Sprache; in: ders.: Frühe Schriften 1764-1772; Frankfurt/Main 1985 Herder, Johann Gottfried: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit; Frankfurt/Main 1989 Herder, Johann Gottfried: Über die neuere deutsche Literatur. Erste Sammlung von Fragmenten. Eine Beilage zu den Briefen, die neueste Literatur betreffend, in: ders.: Frühe Schriften 1764-1772, Frankfurt/Main 1985 Pross, Wolfgang (hg.): Johann Gottfried Herder: Ideen zu Philosophie der Geschichte der Menschheit. Kommentar, München und Wien 2002 Renan, Ernest: Was ist eine Nation? Rede am 11. März 1882 an der Sorbonne; Hamburg 1996

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Plagiatserklärung Hiermit versichere ich, dass die vorliegende Arbeit über Der Sprach- und der Nationenbegriff in Herders Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit am Beispiel des Abschnittes Das sonderbare Mittel zur Bildung des Menschen ist Sprache selbstständig verfasst worden ist, dass keine anderen Quellen und Hilfsmittel als die angegebenen benutzt worden sind und dass die Stellen der Arbeit, die anderen Werken – auch elektronischen Medien – dem Wortlaut oder Sinn nach entnommen wurden, auf jeden Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht worden sind.

(Unterschrift)

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