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4 Wärmeübertragung

In diesem Kapitel werden einige Grundlagen zur Modellierung von Wärmeübertragungsprozessen diskutiert. Unter Wärmeübertragung soll hier der Energietransport in und zwischen Festkörpern, Flüssigkeiten und Gasen zufolge von Temperaturunterschieden verstanden werden. Die intensive Zustandsgröße Temperatur ist ein Maß für die mittlere
kinetische Energie zufolge der ungeordneten mikroskopischen Bewegung der Atome und
Moleküle eines Stoffes. Sie hängt also nicht direkt von makroskopischen Bewegungen ab,
wie sie in den vorangegangenen Kapiteln untersucht wurden.
Gemäß dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (vgl. Satz 3.3) [4.1], [4.2] wird bei
Wärmeübertragung Energie vom Ort höherer Temperatur zum Ort geringerer Temperatur
transferiert, d. h. es findet ein Temperaturausgleich statt. Besitzen zwei Körper die gleiche
Temperatur, so befinden sie sich im thermischen Gleichgewicht und es findet kein weiterer
Temperaturausgleich statt.
Wärme kann auf drei verschiedene Arten übertragen werden [4.3]–[4.6]:
1. Wärmeleitung
Der Energietransport durch Wärmeleitung stellt eine Interaktion zwischen benachbarten Atomen oder Molekülen eines Stoffes dar. Die von der Temperatur abhängige
innere Energie fließt dabei von Atomen oder Molekülen mit höherem Energieniveau
zu solchen mit kleinerem Energieniveau, wobei es durch zufällige mikroskopische
Bewegungen und Vibrationen fortwährend zu Diffusions- und Kollisionsvorgängen
kommt. Wärmeleitung tritt in Festkörpern, Flüssigkeiten und Gasen auf. In festen
elektrischen Nichtleitern erfolgt die Interaktion ausschließlich durch Gitterschwingungen; in elektrischen Leitern trägt auch die translatorische Bewegung von Elektronen zur Wärmeleitung bei. Wärmeleitung erfolgt ohne einen makroskopischen
Materialstrom.
2. Konvektion
In Fluiden erfolgt der Transport von innerer Energie zusätzlich zu den zufälligen molekularen Diffusionsbewegungen durch markoskopische Materialströme, d. h. durch
Massentransport. Wird eine solche Strömung durch eine äußere Einwirkung verursacht (z. B. durch ein Gebläse, eine Pumpe oder die Bewegung eines Fahrzeuges), so
spricht man von erzwungener Konvektion. Bei freier Konvektion hingegen wird die
Strömung durch den von temperaturbedingten lokalen Dichteunterschieden hervorgerufenen Auftrieb verursacht. Eine spezielle Form von Konvektion tritt bei Siedeoder Kondensationsvorgängen auf. Hierbei führen Temperaturunterschiede nicht
nur zu veränderter Dichte sondern auch zu Übergängen zwischen flüssigem und
gasförmigem Aggregatzustand des Fluids.

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4 Wärmeübertragung

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3. Wärmestrahlung
Unter Wärmestrahlung versteht man den Energietransport mittels elektromagnetischer Wellen die durch die innere Energie von Materie, die sich im lokalen thermodynamischen Gleichgewicht befindet, ausgelöst wurden. Diese Merkmale unterscheiden
Wärmestrahlung von anderen elektromagnetischen Wellen. Wärmestrahlen haben
eine Wellenlänge im Bereich von 0.1 µm bis 1 mm und transportieren Energie mit
Lichtgeschwindigkeit. Wärmestrahlung kann in Festkörpern, Flüssigkeiten, Gasen
und im Vakuum auftreten.
Abbildung 4.1 zeigt die drei Arten von Wärmeübertragung am Beispiel einer Gebäudewand mit Radiatorheizung. Der Radiator arbeitet als Wärmequelle und gibt durch
thermische Strahlung und freie Konvektion Wärme an die Raumluft und die Gebäudewand ab. In der Wand selbst fließt die Energie hauptsächlich durch Wärmeleitung zur
äußeren Gebäudeoberfläche, wo die von einer Windströmung erzwungene Konvektion und
gegebenenfalls auch Wärmestrahlung die Energie an die Umgebung abführt. Natürlich
können die beteiligten Materialien und Medien auch thermische Energie speichern oder
abgeben, was zu einer zeitlichen Änderung ihrer lokalen Temperatur führt (transiente
Wärmeübertragung). In diesem Beispiel treten, wie auch in vielen anderen praktischen
Anwendungen, mehrere Wärmeübertragungsmechanismen in Kombination auf.
Wärmeleitung durch Wand
Freie Konvektion
Erzwungene
Konvektion
durch Wind
Wärmestrahlung

Abbildung 4.1: Arten der Wärmeübertragung.

Abschließend sei erwähnt, dass der Peltier-Effekt, ein thermo-elektrischer Effekt, einen
Wärmestrom verursachen kann selbst wenn kein Temperaturunterschied vorhanden ist.
Beim Peltier-Effekt wird der Wärmestrom ausschließlich durch die von einer elektrischen Potentialdifferenz ausgelösten Elektronenbewegungen, d. h. durch den Stromfluss,
erzeugt.
In der vorliegenden Vorlesung werden Wärmeleitung in Festkörpern und einfache Formulierungen für die Wärmeübertragung an deren Rändern diskutiert. Es werden sowohl
transiente als auch stationäre Wärmeübertragungsprobleme untersucht. Wo dies leicht
möglich ist, werden analytische Lösungen angegeben.

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4.1 Wärmeleitung

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4.1 Wärmeleitung
Wärmeleitung erfolgt ohne einen makroskopischen Materialstrom, kann in allen drei Aggregatzuständen eines Stoffes auftreten und wird auch als Wärmediffusion bezeichnet.
Wie Jean Baptiste Joseph Fourier 1822 herausfand, ist bei Wärmeleitung die Wärme˙
stromdichte q(x,
y, z, t) im Punkt (x, y, z) proportional zum lokalen Temperaturgradienten [4.3]–[4.5], d. h.
˙
q(x,
y, z, t) = −Λ(x, y, z, T ) · ∇T (x, y, z, t) .

(4.1)

Hierbei ist T die Temperatur zum Zeitpunkt t am Ort (x, y, z) und die symmetrische Matrix Λ die im Allgemeinen orts- und temperaturabhängige Wärmeleitfähigkeit in W/(m K).
In isotropen Materialien ist die Wärmeleitfähigkeit unabhängig von der Raumrichtung der
Wärmestromdichte, d. h. es gilt Λ(x, y, z, T ) = λ(x, y, z, T )E und die Wärmeleitfähigkeit
kann durch die skalare positive Größe λ(x, y, z, T ) beschrieben werden. In homogenen
Materialien ist Λ unabhängig vom Ort.
Für ein festes Kontrollvolumen V und ohne Materialbewegung (Geschwindigkeit v = 0)
gilt gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik (vgl. Satz 3.2)
d
dt

Z

V

ρei dV =

Z

V

ρcp (x, y, z, T )

∂T (x, y, z, t)
dV
∂t
Z
=−
|

∂V

˙
q(x,
y, z, t) · ndA +
{z

=Q˙

}

Z

g(x, y, z, T, t)dV . (4.2)

V

|

{z

˙
=W

}

Hierbei wurde berücksichtigt, dass für inkompressible Medien unter den getroffenen Annahmen für die innere Energie dei = cp (x, y, z, T )dT und für die spezifische Wärmekapazität cp ≈ cν gilt. Dies folgt aus (3.31) und (3.32) unter Berücksichtigung der näherungsweise gültigen Beziehung ∂v/∂T ≈ 0, d. h. die Volumenarbeit durch Wärmedehnung im
Festkörper ist sehr gering und kann vernachlässigt werden.
Da das Material sich nicht bewegt, spielen kinetische und potentielle Energie in (4.2)
keine Rolle. Q˙ beschreibt den Wärmestrom der in das Kontrollvolumen hineinfließt, wobei
˙ beschreibt die in das System
n den Flächennormalvektor der Berandung ∂V darstellt. W
eingebrachte Arbeit, welche mangels Materialverschiebungen direkt in Wärme umgewandelt wird und hier durch die volumetrische Wärmequelle g(x, y, z, T, t) ausgedrückt wird.
Ein Beispiel für g ist die Wärmeentwicklung in einem Ohmschen Widerstand (siehe auch
Abschnitt 4.3).
Anwendung des Integralsatzes von Gauss auf (4.2) liefert
Z

∂T (x, y, z, t)
ρcp (x, y, z, T )
dV =
∂t
V

Z

V

˙
−∇ · q(x,
y, z, t) + g(x, y, z, T, t)dV .

(4.3)

Aus der Überlegung, dass diese Beziehung für beliebig gewählte Kontrollvolumina V erfüllt
sein muss, und durch Einsetzen von (4.1) erhält man die Wärmeleitgleichung

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4.1 Wärmeleitung

ρcp (x, y, z, T )

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∂T (x, y, z, t)
= ∇ · (Λ(x, y, z, T )∇T (x, y, z, t)) + g(x, y, z, T, t) . (4.4)
∂t

Diese parabolische Differentialgleichung wird gelegentlich auch als Wärmediffusionsgleichung bezeichnet und stellt ein Anfangs-Randwert-Problem dar. Sie ist also noch mit
Anfangs- und Randbedingungen zu versehen. Randbedingungen werden in Abschnitt 4.2
diskutiert. Anfangsbedingungen sind häufig in der Form T (x, y, z, 0) = T0 (x, y, z) gegeben. Schwieriger aber praktisch gelegentlich bedeutend ist der Fall, dass T0 (x, y, z)
unbekannt ist und aus dem Zeitverlauf von Messwerten (z. B. Oberflächentemperaturen)
rekonstruiert werden soll. Es handelt sich dabei um eine Beobachtungsaufgabe.
Bei stationären Problemstellungen gilt ∂T /∂t = 0 (vgl. Abschnitt 4.4), die Angabe von
Anfangsbedingungen entfällt natürlich und (4.4) reduziert sich zu einem Randwertproblem in Form einer elliptischen Differentialgleichung zweiter Ordnung. Im Fall g = 0 ist
für solche Differentialgleichungen bekannt, dass sowohl das Maximum als auch das Minimum der Lösung am Rand des Rechengebietes auftreten muss. Ähnliche weiterführende
Aussagen auch für Fälle g 6= 0 finden sich z. B. in [4.7]. Weiters folgt aus (4.4), dass ρ
und cP auf die Lösung stationärer Wärmeleitungsprobleme keinen Einfluss haben. Dies
gilt allgemein für stationäre Wärmeübertragungsprobleme ohne Massenströme.
Für die nachfolgenden Spezialisierungen von (4.4) wird angenommen, dass es sich um
isotropes, homogenes Material mit temperaturunabhängiger Wärmeleitfähigkeit handelt.
In kartesischen Koordinaten gilt dann
∂T
∂2T
∂2T
∂2T
ρcp

+
+
∂t
∂x2
∂y 2
∂z 2

!

(4.5a)

+ g(x, y, z, T, t)

für die Temperatur T = T (x, y, z, t) am Punkt (x, y, z). In Zylinderkoordinaten (siehe
ez

ez

r

T (r, ϕ, z, t)

θ


z

r T (r, θ, ϕ, t)

er

ey
ϕ

ey
ϕ

er

ex

ex

a)

b)

Abbildung 4.2: Koordinatensysteme, a) Zylinderkoordinaten, b) Kugelkoordinaten.
Abbildung 4.2a) gilt für die Temperatur T = T (r, ϕ, z, t) am Punkt (r, ϕ, z)
∂T
ρcp

∂t 

1 ∂
∂T
r
r ∂r
∂r 

1 ∂2T
∂2T
+ 2
+
r ∂ϕ2
∂z 2

!

+ g(r, ϕ, z, T, t)

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(4.5b)

4].2 Randbedingungen Seite 113 und in Kugelkoordinaten (siehe Abbildung 4.3].6) mit der Einheit m2 /s verwendet. ϕ. Diese können eine Ortsabhängigkeit aufweisen. Beweisen Sie die Gültigkeit von (4.und Regelungstechnik.1 (Wärmeleitgleichung in Zylinderkoordinaten). y. z. z) ∈ ∂Vr (4.5b) unter Verwendung von ∇ = er 1 ∂ ∂ ∂ + eϕ + ez ∂r r ∂ϕ ∂z (4. können sie abschnittsweise definiert sein. [4.5) lassen sich sofort weitere Spezialisierungen für den 1-dimensionalen Fall oder radialsymmetrische Fälle ableiten. t) = Tr (x. Institut für Automatisierungs.. TU Wien . ϕ)     ! ∂2T 1 + 2 2 +g(r. Beweisen Sie die Gültigkeit von (4. Ein weiteres Beispiel für diese Randbedingung ist die Temperatur eines Fluids bei Phasenumwandlungsvorgängen. z. t) . t) am Punkt (r. Um eine solche Randbedingung herzustellen. Häufig wird in (4. y.5c) unter Verwendung von ∇ = er ∂ 1 ∂ 1 ∂ + eθ + eϕ . eine Temperaturregelung verwendet werden. θ.8) 4. Bei einer Randbedingung zweiter Art (Neumannsche Randbedingung) ist die Wärme˙ stromdichte q˙n (x. t) · n in Richtung der Flächennormalen n am jeweiligen Randabschnitt ∂Vr ⊆ ∂V in der Form Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. B.5) statt der Parameter ρ. Bei einer Randbedingung erster Art (Dirichletsche Randbedingung) ist die Temperatur am jeweiligen Randabschnitt ∂Vr ⊆ ∂V in der Form T (x. z. B.7) und ∂er /∂ϕ = eϕ . r sin (θ) ∂ϕ2 (4. Aufgabe 4.2b) gilt für die Temperatur T = T (r. y. Aufgabe 4. y. y. z. θ.5c) Aus (4. t) = q(x.2 (Wärmeleitgleichung in Kugelkoordinaten). T. ϕ. cp und λ die als Temperaturleitfähigkeit bezeichnete Abkürzung ∂T =λ ρcp ∂t 1 ∂ ∂T r2 2 r ∂r ∂r ∂ 1 ∂T + 2 sin(θ) r sin(θ) ∂θ ∂θ a= λ ρcp (4. kann z.4. ∂r r ∂θ r sin(θ) ∂ϕ (4. t) ∀(x.2 Randbedingungen Zur vollständigen Definition und damit auch zur Lösbarkeit eines Wärmeleitproblems werden Randbedingungen im Randgebiet ∂V benötigt [4. z. Kugi et al. θ.9a) fest vorgegeben. Die das Fluid einschließende Oberfläche wird dann konstant auf Phasenumwandlungstemperatur gehalten.

y. z. Institut für Automatisierungs. Luft streicht mit einer Geschwindigkeit u∞ und einer Temperatur T∞ parallel über eine stehende ebene Platte mit der Länge L. [4. Das Wärmeübertragungsverhalten hängt unter anderem von der Dicke dieser Grenzschichten ab und davon ob die Strömung in diesen Schichten laminar oder turbulent ist. z. die Luft hat eine verschwindende Geschwindigkeit (u(x. y.4 bei der Beschreibung von Wärmestrahlung auf. Robinsche oder gemischte Randbedingung) gilt q˙n (x. z) (T (x. Oberhalb der Plattenoberfläche bilden sich in der Luft Grenzschichten mit einem charakteristischen Temperaturund Geschwindigkeitsprofil aus. z. Direkt an der Plattenoberfläche gilt die Haftbedingung. t) = q˙r (x. Abbildung 4. t)) ∀(x. Um bei Verwendung der obigen Ansätze dennoch möglichst exakt zu rechnen. z.9c) für α → ∞ wieder auf (4. Die Randbedingungen (4. t) = q˙r (x. B.2. Diese Struktur tritt z.und Regelungstechnik.2.8]. [4. y. in Abschnitt 4.4.3 zur Beschreibung von Konvektion und Wärmeleitung verwendet. t)) ∀(x.2. T (x. Bei einer Randbedingung dritter Art (Newtonsche. der auch Wärmeübergangskoeffizient genannt wird.3]. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. d.3 zeigt ein Beispiel für erzwungene Konvektion. TU Wien . y. z. y. 4. Im Folgenden werden Berechnungsmethoden für den laminaren und den turbulenten Bereich separat vorgestellt und schließlich zur Bestimmung eines gemittelten Wärmeübertragungsverhaltens herangezogen. Man beachte noch. t. d.9d) gegeben. dass (4.4]. 0) = TP ). t) = α(x. Transiente Effekte werden dabei nicht berücksichtigt. y. y. z) ∈ ∂Vr (4.1 bis 4. B. Dies soll im Folgenden beispielhaft für praktisch bedeutende Randbedingungen erläutert werden. Von einer adiabaten Randbedingung spricht man im Fall q˙n = 0. Diese Art von Randbedingung wird in den Abschnitten 4. y. Für die Wärmeübertragung durch Konvektion sind die als homogen vorausgesetzte Oberflächentemperatur Tp der Platte sowie die Temperaturverteilung T (x. h. einen Druckunterschied. Kugi et al. y. wenn die Strömung durch eine äußere Einwirkung.6]. z. die Strömung wird als voll ausgebildet und stationär betrachtet. Dem Wärmeleitgesetz (4. t) Seite 114 ∀(x.9a) führt. t) − Tr (x.9) stellen oft idealisierte oder makroskopische Näherungen für in Realität komplexere Wärmeübertragungsvorgänge dar. z) ∈ ∂Vr (4. Eine allgemeinere Randbedingung ist durch die nichtlineare Beziehung q˙n (x. y) und die Geschwindigkeitsverteilung u(x. [4. 0) = 0) und die gleiche Temperatur wie die Plattenoberfläche (T (x.9b) fest vorgegeben. ist daher eine sorgfältige Bestimmung der in den Gleichungen verwendeten Parameter notwendig. z. y.1 Erzwungene Konvektion Erzwungene Konvektion tritt in Fluiden an der Oberfläche von anderen Körpern auf.. h.2. z. y.9c) mit einem Proportionalitätsfaktor α ∈ R. verursacht wird [4. y) in der Luft nahe über der Plattenoberfläche (y = 0) ausschlaggebend. z.1) folgend ist daher der Temperaturgradient entlang von n festgelegt. y. z) ∈ ∂Vr (4.2 Randbedingungen q˙n (x.

3: Grenzschichten bei erzwungener Konvektion an einer Platte. nimmt ∂u/∂y|y=0 ab. Direkt an der Plattenoberfläche gilt u(x. 0) = 0 (Haftbedingung) und am oberen Rand der Grenzschicht gilt u(x.3b angedeutete Temperaturprofil beschreibt einen Abkühlvorgang der Platte.. y) δT (x) TP q˙x TP b) Abbildung 4. Da δu (x) mit steigendem x zunimmt.3a angedeutet. ergibt sich der lokale Wärmestrom an der Stelle x in Richtung y allein aus der Wär- Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. 0) = TP und am oberen Rand der Grenzschicht gilt T (x.2 Randbedingungen Seite 115 Laminarer Bereich In vielen Fällen ist die Strömung am Einlauf (nahe der Vorderkante) laminar und etwas weiter von der Kante entfernt turbulent. b) thermische Grenzschicht. a) Strömungsgrenzschicht. so dass eindeutige Stromlinien identifiziert werden können. Direkt an der Plattenoberfläche gilt T (x. Institut für Automatisierungs. δu (x)) = u∞ . ist die Strömung gleichmäßig und geordnet. Laminar Übergangsbereich Turbulent u∞ u∞ u∞ y Turbulente Schicht u(x. Die Geschwindigkeitsprofile sind in Abbildung 4. Da bei y = 0 keine Luftbewegung vorhanden ist. δT (x)) = T∞ . Die hier angestellten Überlegungen gelten aber auch für TP < T∞ . Für den Gradienten ∂T /∂y|y=0 gilt analog zu ∂u/∂y|y=0 . Die Strömungsgrenzschicht habe eine lokale Dicke δu (x).4. Das in Abbildung 4. der sich von x = 0 bis x = xc erstreckt. Ferner bildet sich eine thermische Grenzschicht mit der Dicke δT (x) aus. Kugi et al. TU Wien .und Regelungstechnik. Im laminaren Bereich. dass sein Absolutwert mit steigendem x abnimmt. Dieser Gradient ist proportional zur viskosen Scherspannung im Fluid. y) δu (x) Wandschicht x xc Viskose Unterschicht Platte L a) T∞ T∞ T∞ T (x. da TP > T∞ .

y) .2 Randbedingungen Seite 116 meleitung. h. d. ∂T (x.4.

.

10) . (4.

Kugi et al. Eine vollständige analytische Berechnung von δu (x). Für Pr = 1 (häufig bei Gasen und Dämpfen) gilt folglich δu (x) = δT (x).11) wobei x eine charakteristische Länge (im vorliegenden Fall die Längskoordinate x der Platte) und ν die kinematische Viskosität des Fluids in m2 /s ist.3) den Wert Rec = 5 · 105 . [4. Sie ist laminar für Rex < Rec und turbulent für Rex > Rec . Institut für Automatisierungs. Sie hat daher auch einen direkten Einfluss auf die Grenzschichtdicken im laminaren Bereich.14) verwendet. [4. Rex beschreibt das Verhältnis von Trägheits. Anhand von Rex kann daher auch entschieden werden.4]. TU Wien . a (4. u(x. Daraus folgt ν . T (x. dass δu (x) mit steigenden Werten ν und x zunimmt und mit steigenden Werten u∞ abnimmt. ob eine Strömung laminar oder turbulent ist. der Energiebilanz und einer Konstitutivgleichung für die Reibung im Fluid.12) xc = Rec u∞ Als gute Näherung für die Dicke der Strömungsgrenzschicht im laminaren Bereich hat sich die Formel r 5x νx (4.und Regelungstechnik.13) =√ δu (x) = 5 u∞ Rex erwiesen [4. y) und qx ist anspruchsvoll und erfordert die Verwendung der Kontinuitätsgleichung. [4. y). B.. Die kritische Reynolds-Zahl Rec ist eine situationsabhängige Größe und hat für den Fall der parallel angeströmten ebenen Platte (vgl. Pr ≪ 1 (δu (x) < δT (x)) tritt bei flüssigen Metallen auf und Pr ≫ 1 (δu (x) > δT (x)) bei vielen anderen Flüssigkeiten. (4. Sie zeigt. Als weitere wichtige dimensionslose Kennzahl wird die Prandtl-Zahl Pr = ν .15) beschrieben werden [4.3]. in [4. Dieser Einfluss kann durch √ 3 δu (x) = δT (x) Pr (4. Derartige Berechnungen werden z.8]. Abbildung 4. Als erste wichtige dimensionslose Kennzahl gilt die Reynolds-Zahl q˙x = −λ Rex = u∞ x . Sie ist eine rein stoffabhängige Größe und setzt den Impulstransport durch das Geschwindigkeitsfeld ins Verhältnis zur Wärmeleitung durch das Temperaturfeld. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. ∂y y=0 mit der Wärmeleitfähigkeit λ der Luft.zu Zähigkeitskräften in einer Strömung. Offensichtlich besitzt q˙x eine Singularität bei x = 0. ν (4.9] durchgeführt.4]. δT (x).4]. Hier soll aber lediglich die in der Strömungsmechanik und Wärmelehre gebräuchliche Beschreibung mittels dimensionslosen Kennzahlen und teilweise empirisch gefundenen Zusammenhängen erläutert werden. der Impulsbilanz.

y) .2 Randbedingungen Seite 117 Die Gleichungen (4. dass die Dicke δT (x) der thermischen Grenzschicht nicht von den Randwerten TP und T∞ abhängt.16) gelöst werden. dass Gleiches für die Form des Temperaturprofils T (x.16) in (4. Einsetzen von (4.15) zeigen. y) für beliebige Werte TP und T∞ gültig ist. y) = TP − T ∞ (4. y) − T∞ T¯(x. so dass T¯(x.10) liefert daher q˙x = −λ | ∂ T¯(x.4. so dass die Grenzschichtgleichungen üblicherweise für die normierte Temperatur T (x. Es kann gezeigt werden. y) gilt.13) und (4.

.

(TP − T∞ ) .

19b) . Der menschliche Körper nützt die in (4. ∂y y=0 {z (4. die Wärmestromdichte ist proportional zur Temperaturdifferenz TP − T∞ . Kugi et al. d.. es fließt mehr Blut durch und die Oberflächentemperatur ist so wie der kühlende Wärmestrom nach außen höher.17)) in Beziehung zur Wärmestromdichte durch reine Wärmeleitung über die charakteristische Distanz x bei gleicher Temperaturdifferenz TP − T∞ . wird die oberflächennahe Durchblutung durch Verengung der Blutgefäße reduziert.3] in guter Näherung die semiempirische Formulierung Nulam. h. Diese Proportionalität ist charakteristisch für Wärmeübertragung durch Konvektion und wird daher praktisch sehr häufig zur Modellierung verwendet. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.10) und (4. so werden die oberflächennahen Blutgefäße erweitert. Im Bereich der laminaren Plattengrenzschicht kann gemäß [4.und Regelungstechnik. eine zentrale Fragestellung. Um sie zu untersuchen. sind die Grenzschichtgleichungen zu lösen. Sie setzt die Wärmestromdichte an der Plattenoberfläche (vgl.17) dargestellte Proportionalität zur Temperaturregelung. Soll der Wärmeverlust nach außen gemindert werden. (4.973Pr + 21. Bemerkung 4.17) } =αx mit dem Wärmeübergangskoeffizienten αx .19a) (4. Soll der Körper gekühlt werden. Institut für Automatisierungs. wobei hier häufig die Nußelt-Zahl Nux = q˙x x αx x = (TP − T∞ )λ λ (4. TU Wien (4. Offensichtlich ist die Bestimmung von αx .x = mit ϕ(Pr) = √ p Rex ϕ(Pr) √ Pr 0.272 π(1 + 1.29Pr)1/6 verwendet werden.1. das von der Wärmeleitfähigkeit des Fluids und der Form der Temperaturverteilung im Fluid abhängt.18) als weitere dimensionslose Kennzahl verwendet wird.

und Regelungstechnik.37xRe−1/5 x (4. die turbulenten Durchmischungsvorgänge begünstigen und dominieren letztlich das Wärmeübertragungsverhalten.13) und (4.4.3].x = 0. so dass die Grenzschichtdicke δu (x) = 0. Es bilden sich ungeordnete Wellen und Wirbel. Institut für Automatisierungs. dass die Grenzschicht im turbulenten Bereich schneller wächst als im laminaren Bereich. Ein Vergleich von (4. d. Abbildung 4.3a) liegt daher etwa eine Parallelströmung vor und der Wärmetransport wird von herkömmlicher Wärmeleitung dominiert. TU Wien . In der als turbulente Schicht bezeichneten Region in Abbildung 4. Gemittelte Größen Aus den bisher angegebenen Formeln für die Nußelt-Zahl lässt sich mit Hilfe von (4.22) berechnete mittlere Nußelt-Zahl Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.21) Für die Nußelt-Zahl kann im Bereich 0. (4. Im Vergleich zur laminaren Strömung kommt es bei turbulenten Strömungsverhältnissen zu verstärktem Wärmetransport durch Stofftransport.4] eher einem zeitlichen Mittelwert als einem festen Maß entspricht.23) sowie die unter Verwendung von (4. In der Nähe der Plattenoberfläche wird die Bewegung der Fluidteilchen durch die Wand behindert. Der Rand der Grenzschicht ist üblicherweise ausgefranst. [4. h.4] verwendet werden. die sich auch wieder auflösen.20) und die nachfolgenden Beziehungen gelten für Rec < Rex < 108 .19) und (4.6 < Pr < 60 die empirische Formulierung √ 3 Nutur..3a (auch Defektschicht genannt) ist die Bewegung der Fluidteilchen daher 3dimensional. Kugi et al. Praktisch interessant sind auch noch die über die Plattenlänge L gemittelte Wärmestromdichte q˙ = 1 L Z L 0 q˙x dx = 1 L Z L 0 αx dx(TP − T∞ ) = α(TP − T∞ ) (4.2 Randbedingungen Seite 118 Turbulenter Bereich Die Strömung wird im Bereich von x = xc (Übergangsbereich) instabil und schlägt in eine turbulente Strömung um.18) die lokale Wärmestromdichte q˙x berechnen. Im turbulenten Bereich gilt daher δu (x) = δT (x) .20) zeigt. Gleichung (4.0296Re4/5 Pr x (4. In der sogenannten viskosen Unterschicht (vgl. Dies lässt sich mit der durch Turbulenz verstärkten Durchmischung erklären.20) [4. instationär und scheinbar zufällig (chaotisch). In der Wandschicht oberhalb der viskosen Unterschicht erfolgt ein Übergang zum turbulenten Strömungsverhalten.22) [4.

4. wenn die Strömung durch temperaturbedingte lokale Dichteunterschiede (Auftrieb) und ohne eine äußere Einwirkung hervorgerufen wird.0370 ReL − Re4/5 c Nu = q˙ = ( 2Nulam. Ein Beispiel einer solchen Situation ist ein leichter Wind.L 2Nulam.L − Nutur. sie ist auch an Oberflächen von Flüssigkeiten möglich. Auf eine eingehende Diskussion und Berechnung der Größen Grx .4).2. allerdings übernimmt die Grashof-Zahl Grx die Rolle einer quadratischen Reynolds-Zahl Re2x (vgl. Es sind dann andere charakteristische Längen L. wenn Rax > Rac . für Rohrströmungen. [4. In vielen Fällen ist es aufgrund von Dichte. (4.xc ) (4. z. [4.3]. Die Berechnung freier Konvektion erfolgt methodisch ähnlich wie bei der erzwungenen Konvektion. Diese Werte und Formeln können z. h.1). TU Wien . [4. B. in [4. Diese Inhalte können z. Rax und Nux wird hier verzichtet. [4. mit Hilfe von dimensionslosen Kennzahlen (siehe Abschnitt 4. [4. Bemerkung 4.3]–[4. Kugi et al. querangeströmte Kreiszylinder.19) und (4. wenn für die Rayleigh-Zahl Rax = Grx Pr < Rac gilt und turbulent. [4. B. andere kritische Reynolds-Zahlen Rec und andere Formeln für die NußeltZahl (vgl.und Regelungstechnik.8]–[4. dass erzwungene Konvektion nicht immer an der Oberfläche von Festkörpern auftreten muss. sonst Die hier gezeigte Vorgangsweise zur Berechnung der Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion an einer horizontalen Platte kann in ähnlicher Weise für andere Geometrien durchgeführt werden.15] entnommen werden.2. das eine Fluid als stehend zu betrachten. Dort hängt das Wärmeleitvermögen von folgenden Faktoren ab [4.5]. d.16] nachgelesen werden.14].6]. Gruppen von Rohren und Objekte mit Rippen. (4. der über die stehende Oberfläche eines Wasserbeckens streicht.11)).4.und Viskositätsunterschieden zweier Fluide gerechtfertigt.xc + 54 (Nutur.2 Freie Konvektion Freie Konvektion tritt in Fluiden an der Oberfläche von anderen Körpern auf.8]. Die auftretende Strömung ist laminar. Institut für Automatisierungs.2 Randbedingungen Seite 119 L αL = (TP − T∞ )λ λ ( √ 2 ReL ϕ(Pr) wenn L ≤ xc √ = √ " 4/5  3 Pr sonst 2 Rec ϕ(Pr) + 0. Abbildung 4..4]. B.3 Wärmeleitung Wärmeleitung tritt auch an den Kontaktflächen zwischen Festkörpern auf (vgl.2.2.22)) zu verwenden.24) wenn L ≤ xc . den Fachbüchern [4.4]: • Beschaffenheit (Rauhigkeit) der sich berührenden Oberflächen • Flächenpressung zwischen den sich berührenden Oberflächen Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. Die Nußelt-Zahl Nux ist daher eine Funktion der Grashof-Zahl Grx und der Prandtl-Zahl Pr. Abschließend sei noch erwähnt. 4. Für den Fall einer ebenen vertikalen Platte hat die kritische Rayleigh-Zahl den Wert Rac = 109 .

wie etwa CO2 . TU Wien . Kugi et al. B. Dies kann für zwei Kontaktoberflächen A und B mit den Temperaturen TA und TB mit Hilfe eines Wärmeübergangskoeffizienten α in der Form q˙ = (TA − TB )α (4.17]. [4. O2 und H2 ) besitzen nur symmetrische Schwingungsmoden und sind praktisch transparent. [4.. Für ideale Kontaktbedingungen gilt α → ∞ und TA = TB . das kleine Hohlräume zwischen den sich berührenden Oberflächen füllt T TB TA x A B q˙ Abbildung 4.4]. Gase mit ausschließlich einatomigen oder symmetrischen zweiatomigen Molekülen (z. [4. die Wärmestromdichte ist linear proportional der Differenz der beiden Oberflächentemperaturen. Damit ist auch der Fall von Fluiden die Wärmestrahlung weder absorbieren noch emittieren (transparente Fluide) abgedeckt. nicht-graue Strahler. Staub) oder Moleküle. B. [4. diffuse Strahler berücksichtigt werden. Das Wärmeleitverhalten an solchen Kontaktstellen entspricht im einfachsten Fall dem Fourierschen Wärmeleitgesetz (vgl. H2 O. Was darunter zu verstehen ist. wird im Folgenden diskutiert. h.5]. (4.4 Wärmestrahlung Im Folgenden wird eine kurze Einführung in die Wärmestrahlung zwischen Festkörpern im Vakuum gegeben. [4. Um die Berechnungen einfach zu halten.und Regelungstechnik. sollen ausschließlich graue.2.3]. CH4 und NO2 . Auch Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. müssen sie Festkörperpartikel enthalten (z.4.1)).18] verwiesen. nicht-diffuse Strahler) wird auf Fachbücher wie z. N2 . die in asymmetrischen Moden schwingen können [4.14]. Damit gasförmige Fluide Wärmestrahlung absorbieren und emittieren können.25) modelliert werden. 4. d.4: Wärmeleitung an der Kontaktfläche zweier Festkörper. Institut für Automatisierungs. B.2 Randbedingungen Seite 120 • allfällige (punktweise) Verschweißungen zwischen den sich berührenden Oberflächen • Fluid. Für die hier nicht dargestellten Wärmestrahlungsfälle (absorbierende und emittierende Fluide. O3 .

26). den auftretenden Wellenlängen und der Raumrichtung ab. [4. der Lichtgeschwindigkeit c0 = 299 792 458 m/s und der Boltzmann Konstante k = (1. h. [4.und Regelungstechnik.27) basierend auf (4. T ) =  2πhc20 hc0  . T ) in W/m3 bei der Wällenlänge λ definiert. Ein schwarzer Körper emittiert Strahlung mit einem ausschließlich von der Temperatur abhängigen Spektrum und absorbiert auftreffende elektromagnetische Strahlung vollständig (keine Spiegelung. [4. dass die emittierte spektrale spezifische Ausstrahlung von schwarzen Körpern durch Eλ.626 068 96 ± 0.b (λ. [4.27) ist als Wiensches Verschiebungsgesetz bekannt und die dadurch beschriebene Linie ist in Abbildung 4. Abbildung 4. Ein diffuser Strahler liegt vor.17]. Damit emittiert das Oberflächenstück im Wellenlängenbereich [λ. Thermische Strahlung hängt wesentlich von den Temperaturen und Eigenschaften der beteiligten Oberflächen. Max Planck fand 1900 heraus. Die spektrale Emis- Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.000 002 4)10−23 J/K beschrieben werden kann [4.3 (Wiensches Verschiebungsgesetz). Ein schwarzer Körper hat bei allen Wellenlängen das größtmögliche Emissions.17].18]. Das Maximum der Ausstrahlung tritt jeweils bei der Wellenlänge λ= 0. Kugi et al.3].2 Randbedingungen Seite 121 auf Luft trifft dies bei moderaten Temperaturen und Strahlungslängen im Bereich weniger Meter näherungsweise zu.4.002 897 768 m K T (4. wie dies eine ideal matte Oberfläche tut [4.27) auf. Spektrale Ein.und Absorptionsvermögen.380 650 4 ± 0. [4. d. Um das Emissions. T )dAdλ in den darüberliegenden Halbraum (Hemispäre). werden dimensionslose Proportionalitätsfaktoren verwendet. Insbesondere ist das Spektrum der emittierten Strahlung unabhängig von den Materialeigenschaften.und Absorptionsvermögen von nicht-schwarzen Körpern zu beschreiben.5 zeigt die emittierte spektrale spezifische Ausstrahlung gemäß dem Planckschen Strahlungsgesetz (4. λ5 e λkT − 1 (4.000 000 33)10−34 J s.18]. Gleichung (4.26) mit der Planckschen Konstante h = (6. wenn er in alle Raumrichtungen gleichmäßig abstrahlt.5 strichliert dargestellt..3]. Aufgabe 4.4].und Ausstrahlung Für ein thermisch ausstrahlendes infinitesimales Oberflächenstück dA mit der Absoluttemperatur T sei zunächst die spektrale spezifische Ausstrahlung Eλ (λ. λ + dλ] die Gesamtenergie Eλ (λ. keine andere Oberfläche kann mehr Wärmestrahlung absorbieren oder bei gleicher Temperatur emittieren. Streuung oder Transmission). Institut für Automatisierungs. TU Wien . Mit der Beschränkung auf diffuse Strahler kann nachfolgend eine Berücksichtung der Raumrichtung entfallen.26). Beweisen Sie das Wiensche Verschiebungsgesetz (4.

und Regelungstechnik. Es sei Gλ (λ) die auf ein infinitesimales Flächenstück dA auftreffende spektrale spezifische Einstrahlung in W/m3 im Wellenlängenbereich [λ. Kugi et al. sivität ελ (λ.30a) .b } 2000 1800 T = 800 K 1600 1400 1200 T = 700 K 1000 T = 600 K T = 500 K T = 400 K T = 300 K 800 600 400 200 0 0 5 10 Wellenlänge λ (µm) 15 Abbildung 4. für diesen Wellenlängenbereich ist Gλ (λ)dAdλ die auftreffende Gesamtenergie. D. T ) (4. 1] . Natürlich hängt das Spektrum der auftreffenden Wärmestrahlung von den Temperaturen der sie verursachenden Strahlungsquellen ab. Folglich gilt Eλ (λ. T ) = 1. T ) ∈ [0.b (W/(m2 µm)) 4. Von der auf einen semitransparenten Körper auftreffenden spektralen Einstrahlung Gλ (λ) werde der Anteil Gλ.28) vergleicht die emittierte spektrale spezifische Ausstrahlung einer Oberfläche mit jener eines schwarzen Körpers bei gleicher Temperatur T .29) und für einen schwarzen Strahler ελ (λ.r (λ) werde reflektiert und der Anteil Gλ.t (λ) strahle ungehindert durch den Körper durch (vgl. Institut für Automatisierungs. h.a (λ) absorbiert. λ + dλ]. T ) = Eλ (λ. T )  2πhc20 hc0  λ5 e λkT − 1 (4. Gλ (λ) Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.Emittierte spektrale Ausstrahlung Eλ.b (λ..2 Randbedingungen Seite 122 2200 maxλ {Eλ.6). Abbildung 4. TU Wien (4.a (λ) ∈ [0.5: Emittierte spektrale Ausstrahlung von schwarzen Körpern. 1] Eλ. Damit lassen sich der spektrale Absorptionsgrad αλ (λ) = Gλ. der Anteil Gλ. T ) = ελ (λ.

30b) Gλ.r (λ) ∈ [0. (4. TU Wien . Eλ (λ.4. 1] Gλ (λ) (4.b Schwarzer Hohlkörper Eλ K AK . die gleiche Temperatur T aufweisen).4]. T )Eλ.. Institut für Automatisierungs. müssen an für Wärmestrahlung undurchsichtigen Oberflächen. woraus die gelegentlich als Kirchhoffsches Gesetz bezeichnete Beziehung Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. die emittierte und absorbierte Strahlung übereinstimmen.31b) T Eλ.7: Körper in einem schwarzen Hohlkörper.30c) und der spektrale Transmissionsgrad τλ (λ) = definieren [4.und Regelungstechnik. Dies gilt auch für einzelne Bereiche des Spektrums. h.6: Absorption. Aufgrund der Energieerhaltung gilt natürlich Gλ (λ) = Gλ. h.2 Randbedingungen Seite 123 Auftreffende Einstrahlung Gλ (λ) Reflektierter Anteil Gλ.r (λ) Semitransparentes Material Absorbierter Anteil Gλ. 1] Gλ (λ) (4. Reflexion und Transmission der auf einen semitransparenten Körper auftreffenden Einstrahlung. d. T Abbildung 4.t (λ) (4.t (λ) ∈ [0.a (λ) = αλ (λ)Gλ (λ). Wie Gustav Robert Kirchhoff 1859 feststellte.b (λ.a (λ) Transmittierter Anteil Gλ. der spektrale Reflexionsgrad ρλ (λ) = Gλ.t (λ) Abbildung 4. T ) = ελ (λ.31a) 1 = αλ (λ) + ρλ (λ) + τλ (λ) . die sich mit ihrer Umgebung im vollständigen thermischen Gleichgewicht befinden (d.r (λ) + Gλ. Kugi et al. T ) = Gλ.a (λ) + Gλ.

T )dλ (4.2 Randbedingungen Seite 124 (4.000 040)10−8 W/(m2 K4 ).670 400 ± 0. In ähnlicher Weise erhält man die totale Einstrahlung G= Z ∞ 0 Gλ (λ)dλ = Ga + Gr + Gt Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.32) streng nur gilt.4. Damit lässt sich die totale Emissivität ε(T ) = E(T ) Eb (T ) (4. betrachte man die in Abbildung 4.34) und für den Spezialfall eines schwarzen Strahlers das Stefan-Boltzmann Gesetz Eb (T ) = Z ∞ 0 Eλ. T )dλ = σT 4 (4.32) folgt. der Temperatur T und dem spektralen Absorptionsgrad αλ (λ) befindet sich im Inneren eines Hohlkörpers mit der Temperatur T und den Strahlungseigenschaften eines schwarzen Körpers. d. Obwohl (4. Diese Gleichheit lässt sich nach Integration über das gesamte Spektrum in der Form AK Z ∞ 0 αλ (λ)Gλ (λ)dλ = AK Z ∞ αλ (λ)Eλ.b (λ. T ) = αλ (λ) folgt [4.17]. woraus (4. T )dλ (4.32) vorausgesetzt. T ). [4. d.37) . Um dies zu zeigen. aus Sicht des Körpers K gilt Gλ (λ) = Eλ.32) ελ (λ. Diese Beziehung muss für beliebige Werte αλ (λ) gültig sein.b (λ. Totale Ein.b (λ. Nicht mehr gültig ist sie für Strahlungssituationen bei denen die Temperaturen der beteiligten Oberflächen sich um mehrere 100 K unterscheiden. T )dλ = AK 0 Z ∞ 0 ελ (λ. muss die totale absorbierte mit der totalen emittierten thermischen Strahlungsenergie übereinstimmen.4]. wenn alle beteiligten Oberflächen die gleiche Temperatur haben.35) mit der Stefan-Boltzmann Konstanten σ = (5.36) berechnen.b (λ.7 skizzierte Situation. [4. wird diese Beziehung auch für moderate Abweichungen von diesem Gleichgewichtszustand verwendet. T )Eλ. Institut für Automatisierungs.18]. TU Wien (4. h.und Regelungstechnik.b (λ. das Temperaturniveau T beibehält.und Ausstrahlung Integration obiger spektraler Größen über das gesamte Spektrum liefert die emittierte totale Ausstrahlung E(T ) = Z ∞ 0 Eλ (λ. T )Eλ. Sie hängt ausschließlich von der Temperatur T und den Eigenschaften der ausstrahlenden Oberfläche ab. Ein undurchsichtiger Körper K mit der Oberfläche AK . h.33) ausdrücken. Kugi et al. T )dλ = Z ∞ 0 ελ (λ. Damit der Körper K in diesem Gleichgewichtszustand verbleibt. Im Folgenden wird die Gültigkeit von (4..

[4. die Netto-Strahlungsmethode [4. TU Wien . es gilt ε = α = 1 − ρ. ρλ (λ) = ρ und τλ (λ) = τ sind unabhängig von λ [4. dass (4.17]. die Theorie lässt sich aber einfach auf semitransparente Körper erweitern. reflektierten und transmittierten Anteil. r.und Regelungstechnik.34) bis (4. Aus (4. αλ (λ) = 1. die Monte-Carlo Methode [4.39) folgt.8 zeigt zwei strahlende Oberflächen Ai und Aj mit jeweils homogen verteilten Oberflächentemperaturen Ti und Tj . Es sei nun Gi die auf Ai auftreffende totale Einstrahlung in W/m2 und Ji die von Ai (gleichmäßig) abgehende totale Ausstrahlung Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. Reflexions. T ) = ε(T ). G (4. Für die Bestimmung dieses Wärmeaustausches stehen mehrere Verfahren zur Verfügung.. Im Folgenden wird die Netto-Strahlungsmethode kurz für graue.14].18] und die Methode der diskreten Ordinaten [4. z. Für den totalen Absorptions-. Der Einfachheit halber werden ausschließlich intransparente Körper betrachtet.39) Natürlich gilt auch hier wieder 1=α+ρ+τ . T ) und αλ (λ) nicht von λ abhängen. Netto-Strahlungsmethode Bislang wurden einige Grundlagen zur Wärmestrahlung an einer Oberfläche diskutiert. T ) = 1.38) für den absorbierten. diffuse Strahler skizziert. αλ (λ) = α.19]. ρλ (λ) = 0 und τλ (λ) = 0 gilt.17]–[4. d. Kugi et al. [4. [4. wenn die Quelle der auftreffenden Einstrahlung ebenfalls die Oberflächentemperatur T hat. Im Folgenden werden nur noch graue Strahler betrachtet. [4. die Zonen-Methode [4. G τ= Gt . An dieser Stelle sei nochmals erwähnt. h. h.32) im Allgemeinen nicht die häufig verwendete Näherung ε(T ) = α (4.17].4].3]. Abbildung 4. die Faktoren ελ (λ. d.4]. Damit ist das von einem grauen Strahler emittierte Spektrum proportional zu dem eines schwarzen Strahlers mit der gleichen Temperatur T . für den aufgrund von ελ (λ. ρ und τ damit nicht nur von der Oberfläche selbst sondern auch vom Spektrum der auftreffenden Strahlung und damit der Temperatur und den Oberflächeneigenschaften der jeweiligen Strahlungsquelle ab. Ein spezieller grauer Strahler ist der schwarze Strahler.2 Randbedingungen Seite 125 mit ihren Komponenten Gi = Z ∞ 0 Gλ. Man beachte noch. wenn die Faktoren ελ (λ. Institut für Automatisierungs. t} (4. dass (4. dass aus dem Kirchhoffschen Gesetz (4. Für Wärmeübertragungsprobleme interessant ist der Wärmeaustausch durch thermische Strahlung zwischen zwei oder mehreren Körpern mit bekannten Oberflächentemperaturen. B.i (λ)dλ ∀i ∈ {a.40) Im Gegensatz zu ε(T ) hängen α.41) abgeleitet werden kann. G ρ= Gr . Graue Strahler haben diese besondere Eigenschaft. (4.41) streng nur dann gilt.41) gilt.4.und Transmissionsgrad folgt α= Ga .15].

9 angedeutet bestehe ein geschlossener Strahlungsraum aus N Teilstücken mit den Oberflächen Ai (i = 1. so ergibt sich die Definitionsgleichung Fij = 1 Ai Z Ai Z Aj cos(θi ) cos(θj ) dAj dAi . [4. Da für viele geometrische Fälle exakte Lösungsformeln für Fij existieren (siehe z.. entfällt häufig die Berechnung des Mehrfachintegrals in (4. B. πs2ij (4.17]. Institut für Automatisierungs.8: Zwei Flächen mit Strahlungsaustausch. [4.20]). Kugi et al. 1] wird Sichtfaktor genannt und hängt ausschließlich von der Form und relativen Position der Flächen Ai und Aj ab. . Wie in Abbildung 4.2 Randbedingungen Seite 126 Aj . Sie kann bei der Berechnung von Sichtfaktoren nützlich sein.44) aus der sogleich die als Reziprozitätsgesetz bekannte Beziehung Ai Fij = Aj Fji (4. in W/m2 . der auf Aj auftrifft. Setzt man diese noch in Beziehung zur gesamten von Ai abgehenden Strahlungsenergie Ai Ji . .45) folgt. . Die von einem infinitesimalen Flächenelement dAi insgesamt abgehende Strahlungsenergie beträgt dAi Ji . Ti θi dAi Abbildung 4. Davon trifft die Strahlungsenergie cos(θi ) cos(θj )dAj (4. Hierbei ist cos(θi ) cos(θj )dAj die projizierte Fläche von dAj wie sie von dAi aus gesehen wird.und Regelungstechnik.44). Ferner ist πs2ij die Fläche einer über dAi errichteten Halbkugel mit Radius sij wie sie von dAi aus gesehen wird. TU Wien .43) über die beiden Flächenstücke Ai und Aj liefert die gesamte von Ai abgehende und auf Aj auftreffende Strahlungsenergie. Die noch zu bestimmende dimensionslose Zahl Fij ∈ [0. Integration von (4. Da Ji also neben der von Ai emittierten Ausstrahlung den reflektierten Anteil von Gi beinhaltet. . Tj dAj θj sij Ai . Eine Bilanz der von der Fläche Ai abgehenden totalen Ausstrahlung Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. gilt Ji = εi σTi4 + ρi Gi = εi σTi4 + (1 − εi )Gi .4. [4. N ) und den zugehörigen homogenen Oberflächentemperaturen Ti .43) Ji dAi πs2ij auf das sij entfernte infinitesimale Flächenelement dAj auf.42) Es sein nun Fij Ji jener Anteil von Ji . (4.18].

47) Mit dem Reziprozitätsgesetz (4. Außerdem lassen sich Sichtfaktoren addieren und subtrahieren. N } . Daraus lassen sich einfach Regeln für die Subtraktion von Flächen ableiten.47) wurden bereits zwei Formeln gefunden.44) Ai Fij = Ai1 Fi1 j + Ai2 Fi2 j für j 6= i1 . da für ebene Flächen und konvexe Körper Fii = 0 gilt. . Eine Bilanz der auf die Fläche Aj auftreffenden Strahlungsenergie liefert gemeinsam mit dem Reziprozitätsgesetz (4.49) .46) Fij Ji j=1 und daher die als Summationsregel bekannte Beziehung 1= N X ∀i ∈ {1. Fij j=1 (4.45) und der Summationsregel (4.und Regelungstechnik. 2. . Kugi et al. TU Wien (4. Institut für Automatisierungs.2 Randbedingungen Seite 127 AN Ai q˙i A3 A2 A1 Abbildung 4. Werden zwei Flächen Ai1 und Ai2 zu einer Fläche Ai = Ai1 + Ai2 zusammengefasst.42) Gj = N X i=1 Fji Ji = N X i=1 Fji (εi σTi4 + (1 − εi )Gi ) .48) i=1 und daher vereinfacht unter Verwendung von (4. j 6= i2 und j 6= i sowie Ai Fii = Ai1 (Fi1 i1 + Fi1 i2 ) + Ai2 (Fi2 i1 + Fi2 i2 ). liefert Ji = N X (4..9: Schnitt durch einen geschlossenen Strahlungsraum.45) Aj Gj = N X Ai Ji Fij = i=1 N X Aj Ji Fji (4. . die zur effizienten Berechnung von Sichtfaktoren ausgenützt werden können. so gilt basierend auf (4. . Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.4. Weitere Vereinfachungen ergeben sich häufig.

. Abbildung 4. ebenen. Die beiden in Abbildung 4.51) dargestellen Ergebnisse. b) Berechnen Sie die Wärmestromdichte q˙1 = −q˙2 .49) und (4.. ε1 Abbildung 4. haben die Emissivitäten ε1 und ε2 und tauschen mittels thermischer Strahlung Energie aus...10 skizzierten. b) " # " #" q˙1 1 −1 σε1 ε2 = ε1 + ε2 − ε1 ε2 −1 1 q˙2 T14 T24 # (4..11 zeigt den Querschnitt eines Rohrreaktors der durch eine Vakuumschicht isoliert ist. Institut für Automatisierungs.52) gilt...5 (Wärmestrahlung zwischen parallelen unendlich ausgedehnten Platten)..53) Aufgabe 4.50) folgen damit direkt die von den Oberflächen austretenden Nettowärmestromdichten q˙ = (E − F) (E − (E − diag{ε})F)−1 diag{ε}σT4 = diag{ε} (E − F(E − diag{ε}))−1 (E − F)σT4 (4.und Regelungstechnik. parallelen Platten haben die festen Temperaturen T1 und T2 . Kugi et al. Aufgabe 4.. Lösung von Aufgabe 4.51) zufolge von thermischer Strahlung. durch Vakuum getrennten. Abbildung 4.10: Unendlich ausgedehnte parallele Platten...N .50) die Nettowärmestromdichte die die Oberfläche Ai verlässt (vgl.N.. AufVorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.4.. Berechnen Sie ausgehend von (4....N .4 (Wärmestromdichten zufolge von thermischer Strahlung).j=1.50) beide in (4. q˙2 T 2 .2 Randbedingungen Seite 128 Nun sei q˙i = Ji − Gi = εi (σTi4 − Gi ) (4.. Aufgabe 4.. G = [Gi ]i=1.N und F = [Fij ]i=1.6 (Rohrreaktor mit Wärmeverlust durch Mantel).. Die Oberflächen sind graue. An dieser Stelle ist es günstig auf Matrixschreibweise mit q˙ = [q˙i ]i=1.9).. unendlich ausgedehnten. ε2 q˙1 T 1 .N zu wechseln. a) Begründen Sie formal warum hier für die Sichtfaktoren " # 0 1 F= 1 0 (4.5. diffuse Strahler..N .. ε = [εi ]i=1. TU Wien . T4 = [Ti4 ]i=1.. Aus (4.49) und (4...

Kugi et al.max − T∞ ) + σε2 (T2. wenn es sich um einen prismatischen Strahlungsraum (vgl.max − T∞ ) + σε2 (T2. α q˙◦ Reaktionskammer Luft.4.6.und Regelungstechnik. verloren. TU Wien . a)   4 4 q˙◦ ≤ Dπ α(T2. Alle Oberflächen sind graue. Zusätzlich geht Wärme über thermische Strahlung an die umgebenden Oberflächen. Die Rohrwände seien vernachlässigbar dünn.max nicht überschreitet? b) Welche Temperatur T1 stellt sich am Innenrohr ein. Die Annahme einer 2-dimensionalen Geometrie ist dann exakt erfüllt. Die Flächen Ai sind dann vollständig durch Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. Institut für Automatisierungs..44) definierte Berechnung von Sichtfaktoren erheblich. a) Wie groß darf q˙◦ maximal sein. ε1 Vakuum D Abbildung 4. welche im Mittel ebenfalls die feste Temperatur T∞ besitzen.12a) mit unendlicher Längenausdehnung handelt. Abbildung 4. wenn der Reaktor bei der in Punkt a) berechneten Volllast betrieben wird? Lösung von Aufgabe 4. Für die Berechnung der thermischen Strahlung sei der Reaktor im Vergleich zu den ihn umgebenden Oberflächen vernachlässigbar klein. Das Innenrohr mit dem Durchmesser d hat die Emissivität ε1 . allerdings vereinfacht sich in diesem Fall die in (4.max ε 1 d ε2 (4.2 Randbedingungen Seite 129 grund der im Innenrohr ablaufenden exothermen chemischen Reaktion wird stationär der auf die Rohrlänge bezogene Wärmestrom q˙◦ in W/m von der Reaktionskammer gleichmäßig an den Rohrmantel abgegeben.max + 1 σ  (4. diffuse Strahler. T 2 .max − T∞ ) b)  4 T1 = T2. ε2 . T∞ d T 1 .55) Die bisherigen Ergebnisse können direkt auch für 2-dimensionale Geometrien verwendet werden. Es gibt durch Konvektion (Wärmeübergangskoeffizient α) Wärme an die umgebende Luft mit der festen Temperatur T∞ ab.54)   14 D 1 4 4 − T∞ ) + − 1 α(T2. damit das Außenrohr die bei Berührung durch Menschen ungefährliche Temperatur T2.11: Rohrreaktor mit Wärmeverlust durch Mantel. Das Außenrohr mit dem Durchmesser D hat beidseitig die Emissivität ε2 .

q 1 q 2 Fij = y + (x + Lj )2 + y 2 + (x − Li )2 2Li − q y 2 + (x + Lj − Li )2 − q y 2 + x2  Lj x y i j Li x Fij = 1  2Li Li + q y 2 + (x − Li )2 − q y 2 + x2  y i Li Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. sind in Tabelle 4. Kugi et al.1 ) − sin(θi. TU Wien j .0 )dai gilt. Institut für Automatisierungs. dass in solchen 2-dimensionalen Geometrien für den Sichtfaktor 1 Fij = ai Z ai Z aj 1 cos(θi ) cos(θj ) daj dai = 2sij 2ai Z ai (4. Die Winkel θi. Man kann zeigen.1: Sichtfaktoren für einfache 2-dimensionale Geometrien.1 angegeben.12b definiert.2 Randbedingungen Seite 130 aj a3 A3 θi. a) prismatischer Strahlungsraum.0 θi.0 und θi.und Regelungstechnik.1 A2 a2 ai A1 a1 a) b) dai Abbildung 4. b) Integration entlang einer Kontur.12: Vereinfachung bei 2-dimensionaler Geometrie.56) sin(θi. die zugehörigen (nicht notwendigerweise geraden) Konturen mit den abgewickelten Längen ai definiert.4. wo eine analytische Berechnung leicht möglich ist. In (4. Ergebnisse für einige Fälle. Tabelle 4..1 sind in Abbildung 4.56) kann das Integral entlang der Kontur ai sehr häufig direkt analytisch berechnet werden.

elektrische Energie.2.5 wurde vorgestellt wie mechanische Arbeit durch Dissipation in Wärme umgewandelt werden kann. Tun sie dies mit der Relativgeschwindigkeit Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.und Regelungstechnik. Derartige Umwandlungsvorgänge und die Rückumwandlung von Wärme in andere Energieformen (soweit diese möglich ist) werden z. B.4..3 Wärmequellen Wärme kann nicht originär erzeugt werden. 4. Strahlungsenergie und Kernenergie.1 angegebenen Ergebnisse nach. ist es für Wärmebilanzen oft günstig von Wärmequellen zu sprechen. die sich berühren. Institut für Automatisierungs. chemische Energie. Kugi et al.3 Wärmequellen Seite 131 Lj x≥0 q q  1  Fij = Lj + y 2 + x2 − y 2 + (x + Lj )2 2Li Li x≥0 Fii = 1 − p y 2 + x2 y+x Lj j i y q  1  Fij = Li + Lj − L2i + L2j − 2Li Lj cos(θ) 2Li j i Lj Li i θ j x y i Aufgabe 4.7 (Sichtfaktoren für einfache 2-dimensionale Geometrien). Im Folgenden werden einige Beispiele einfacher Umwandlungsvorgänge diskutiert. Der Einfachheit halber wird hier nur der erste Fall behandelt. Mechanische Reibung In Abschnitt 2. Reibung tritt typischerweise an der Berührfläche zweier Körper auf oder in sich deformierenden Körpern. wird nur dann mechanische Energie in Wärme umgewandelt. Zufolge einer Reibkraft fr (resultierende Reibkraft) zwischen zwei Oberflächen. Obwohl Wärme nur durch Umwandlung entstehen kann. sondern entsteht aus anderen Energieformen durch Umwandlung. wenn sich die zwei Flächen relativ zueinander verschieben. Typische andere Energieformen sind mechanische Energie. in der Thermodynamik studiert. TU Wien . Rechnen Sie die in Tabelle 4.

herleiten (vgl. Hier bezeichnet ρe den spezifischen Ohmschen Widerstand des Materials. t)k22 = Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. In Bremssystemen beispielsweise soll ein möglichst großer Anteil in Wärme und nur ein geringer Anteil in Abriebenergie umgewandelt werden. wenn sie sich im elektrischen Feld bewegen.3 Wärmequellen Seite 132 v. z.21] dissipiert. d. T ) = ρe. der im Allgemeinen vom Ort (x. y. z. t)k22 ρe (x. z.60) [4. y. Häufig wird die Formulierung ρe (x. anders als bei der für (4. t) = ρe (x. y. z. Der Stromfluss verursacht Interaktionen zwischen den sich bewegenden Elektronen und dem Atomgitter des Leiters. Grundsätzlich stellt elektrisch leitendes Material mit einem spezifischen Widerstand ρe > 0 also eine volumetrische Wärmequelle dar.22]). Diese Beziehung lässt sich aus dem Verlust an potentieller Energie. Integriert g(x. T.59) mit dem Temperaturkoeffizienten γ und der Referenztemperatur T0 zur Beschreibung dieses Effekts verwendet [4. y. y. was zu einer Erhöhung der im Material gespeicherten thermischen Energie führt. Bildung von Kratzern und Abrieb) oder Wärmeenergie umgewandelt werden.. z. so entspricht die Reibleistung alternativ zu (4. so muss das Element gemäß dem Ohmschen Gesetz einem elektrischen Feld E(x. Ohmsche Last Fließt durch ein infinitesimales Volumenelement dV eines elektrischen Leiters Strom mit der Stromdichte J(x. h. T )J(x. y. Die durch Reibung entstehende Wärme wird direkt an der Reibfläche (oder im defor˙ r eine auf die Fläche (das mierten Volumen) frei. um einen rotatorischen Reibvorgang. h. z. y. Es ist daher oft zweckmäßig. z) und der lokalen Temperatur T abhängt. In einem Ohmschen Widerstand wird daher am Punkt (x. z. y.und Regelungstechnik.21].21]. z.57) dem negativen inneren Produkt aus Reibmoment und Drehgeschwindigkeit. y.57) ˙ r ≥ 0. [4. so wird dem System mechanische Arbeit mit der Leistung ˙ r = −fr · v W (4. y. t). y. Handelt es sich. t) = ρe (x. z) die Leistungsdichte kE(x. y. T ) (4.58) ausgesetzt sein [4.0 (x. Da die Reibkraft stets der Bewegung entgegenwirkt. TU Wien . z)(T − T0 )) (4. y. Kugi et al. t) (4. t) · J(x.57) postulierten translatorischen Relativbewegung.4. T ) kJ(x. z. d. t) = E(x. W ˙ r kann in entzogen. statt W Volumen) bezogene Wärmequelle. y. z. z)(1 + γ(x. in W/m2 (W/m3 ) zu verwenden. hängt von der jeweiligen Anwendung ab. in Wärme umgesetzt. z. z. Welcher Anteil tatsächlich in Wärme umgewandelt wird. y. Institut für Automatisierungs. gilt W mechanische Verformungsenergie (plastische Deformation der Reibflächen. y. eine Quellendichte. den Ladungsteilchen erfahren.

Aufgabe 4. z. jener des Vergleichsdrahtes Ddc . über deren Berandung kein Strom fließt. Der Grund dafür ist. TU Wien . wobei der Wärmeübergangskoeffizient α und die Umgebungstemperatur T∞ bei beiden Drähten ident Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. y. Dabei wird die Erwärmung eines stromdurchflossenen Widerstandsdrahtes gemessen. t) über das Volumen V des Ohmschen Widerstandes R. so reicht es zur ˙ (t) Temperaturanalyse meist aus. dass der Messdraht und der Vergleichsdraht kreisrunde Querschnitte besitzen und aus dem gleichen Material gefertigt sind. h. Idc Iac A Thermoelemente Messdraht Vergleichsdraht Abbildung 4.61) [4. t)dV = U (t)I(t) = RI 2 (t) = V U 2 (t) . Bei dieser Integration kann das Gebiet V gedanklich in infinitesimale Stromröhren zerlegt werden. d. T. Für den in Abbildung 4. Die Drähte besitzen eine homogene Temperaturverteilung und werden ausschließlich durch Konvektion an der Mantelfläche gekühlt. Der mit dem Amperemeter gemessene Gleichstrom Idc im Vergleichsdraht entspricht gerade dem Effektivwert des Stromes Iac [4. y. Wird ein Leiter von Wechselstrom üblicher Netzfrequenz durchflossen.4. Der letztere. Institut für Automatisierungs. Dies erfolgt entweder direkt mit einem Thermoelement oder indirekt durch Erwärmung eines zweiten mit Gleichstrom betriebenen Vergleichsdrahtes.und Regelungstechnik. mit Effektivwerten. Kugi et al.8 (Wechselstrom/Gleichstrom-Komparator).13 skizziert..3. dass die Zeitkonstanten des thermischen Verhaltens meist signifikant höher sind als jene des elektrischen Verhaltens.21] wobei U (t) die anliegende Spannung und I(t) der durchfließende Strom ist. Der Durchmesser des Messdrahtes sei Dac .3 Wärmequellen Seite 133 man g(x. y. so ergibt sich die gesamte in Wärme umgesetzte Leistung (Joulsche Wärme) ˙ (t) = W Z g(x. mit den zeitlichen Mittelwerten von g(x. z. Bemerkung 4.13: Wechselstrom/Gleichstrom-Komparator zur Effektivwert-Messung des Stromes. z.23]. Dieses Prinzip wird von sogenannten Thermoumformern zur Bestimmung von effektiven Stromwerten bei Frequenzen bis in den GHz-Bereich ausgenützt.13 skizzierten Wechselstrom/Gleichstrom-Komparator ist bekannt. T. auch als Wechselstrom/Gleichstrom-Komparator bekannte Fall ist in Abbildung 4. T. t) und W zu rechnen. R (4.

14a dargestellt. 4. √ Dac 3 = 10 Ddc (4.62) 4. TU Wien . a) allgemeiner Wandaufbau mit Randbedingungen erster Art. damit der Gleichstrom Idc dem zu messenden Effektivwert von Iac entspricht? Lösung von Aufgabe 4. habe die Wand die Dicke L und die beiden Oberflächentemperaturen T (0) = T0 Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.und Regelungstechnik.L T∞.0 T0 T0 0 T0 TL TL x x L q˙ TL 0 T∞. b) schichtweise konstanter Wandaufbau mit Randbedingungen zweiter Art. Die Bestimmung des Wärmestroms und des Temperaturprofils in einer ebenen Wand ohne Wärmequellen und mit Randbedingungen erster Art an beiden Oberflächen kann als 1-dimensionales Wärmeleitproblem in kartesischen Koordinaten aufgefasst werden. Wie in Abbildung 4. Mit welchem Durchmesserverhältnis Dac /Ddc muss das Messgerät gebaut werden. Es wird hochfrequenter Wechselstrom Iac gemessen. weshalb der Skin-Effekt die effektive Leiterquerschnittsfläche des Messdrahtes auf 10 % reduziert.1 Ebene Wand T T T∞..4.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 134 sind. Institut für Automatisierungs.4 Stationäre Wärmeübertragung In diesem Abschnitt werden einige einfache Beispiele zur stationären Wärmeübertragung diskutiert.14: Stationäre Wärmeübertragung in ebener Wand.0 λ(x) a) L Ti−1 Ti α0 Li q˙ L αL T∞.4. Kugi et al. Im Folgenden soll von stationären Verhältnissen und isotropem Material mit temperaturunabhängiger Wärmeleitfähigkeit λ(x) ausgegangen werden.8.L λi b) L Abbildung 4.

63) x 0 λ(˜ x) d˜ und für die Wärmestromdichte q(x) ˙ = −λ(x) dT (x) T 0 − TL = const. . Im Rohr fließt ein Medium mit der festen Temperatur TF und das Rohr wird von einem Medium mit der festen Temperatur T∞ umströmt. temperaturunabhängige Wärmeleitfähigkeit λi . Außerdem soll nun von Randbedingungen zweiter Art mit den Wärmeübergangskoeffizienten α0 und αL und den festen Temperaturen T∞. . den Außenradius ri und die homogene. Leiten Sie (4.2 Zylinderförmige Wand Für die in Abbildung 4. (4. N } habe den Innenradius ri−1 .14b gezeigt ist.9 (Stationäre Wärmeübertragung durch ebene Wand).65) } Der Faktor k in W/(m2 K) wird Wärmedurchgangskoeffizient (gelegentlich auch k-Wert) genannt. . desto besser isoliert die Wand. TU Wien .65) ausgehend von (4. Wie gemäß Abschnitt 4. Man nehme an. . Eine Schicht i ∈ {1.64). = R L 1 . Für die Wärmestromdichte gilt dann q˙ = (T∞. .64) λ(x) Wegen λ(x) > 0 ist T (x) entsprechend (4. Kugi et al. Institut für Automatisierungs.4. N mit den jeweiligen Dicken Li und Wärmeleitfähigkeiten λi .10 (Wärmedurchgangskoeffizient bei schichtweisem ebenem Wandaufbau). Welchen Stetigkeitsanforderungen muss λ(x) genügen? Ist eine Wand aus mehreren Schichten mit abschnittsweise konstanten Materialparametern aufgebaut.63) und (4. Überprüfen Sie mit Hilfe von (4.0 und T∞. 4. . Je kleiner er ist. haben die Massendichte ρ und die spezifische Wärmekapazität cp keinen Einfluss auf den Wärmestrom und das stationäre Temperaturprofil in der Wand. wie dies in Abbildung 4. . Alle Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.4) die Gültigkeit von (4.L ) 1 1 α0 | + PN Li i=1 λi {z =k + 1 αL .1 zu erwarten war. Folglich gilt für das Temperaturprofil Rx 1 x 0 λ(˜ x) d˜ T (x) = T0 + (TL − T0 ) R L 1 (4.und Regelungstechnik.L der umgebenden Fluide ausgegangen werden.15 dargestellte aus N kreisförmigen Schichten bestehende Rohrwand soll für den stationären Fall ohne Wärmequellen der Temperaturverlauf und der Wärmestrom berechnet werden.0 − T∞. x dx dx 0 (4.64) erheblich.. an der Rohraußenseite (Radius rN ) sei er αN .63) monoton. dann vereinfacht sich die Berechnung der Wärmestromdichte q˙ gemäß (4.4.64) her. Der Wärmeübergangskoeffizient an der Rohrinnenseite (Radius r0 ) sei α0 .1) und (4. Aufgabe 4. Aufgabe 4.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 135 und T (L) = TL . die Wand bestehe aus den Schichten i = 1. .

Aus (4.und Regelungstechnik.68) vom Radius r ab. Wie es sein muss.4. (4.. ri ] (4.2a). . . N }   1 d dT 0 = λi r ∀r ∈ (ri−1 .4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 136 T TF T0 Ti−1 Ti TN r0 rN ri r T∞ ri−1 TF α0 r0 q˙ αN T∞ λi rN Abbildung 4.66) r dr dr Diese Differentialgleichung hat die Lösung T (r) = Ti−1 + (Ti − Ti−1 ) ln ln   r ri−1 ri ri−1   ∀r ∈ [ri−1 . Abbildung 4. Unter Berücksichtigung der Randbedingungen zweiter Art ergibt sich daher für die mehrschichtige Wand Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.15: Stationäre Wärmeübertragung in zylinderförmiger Wand. hängt die lokale Wärmestromdichte q(r) ˙ = −λi 1 Ti−1 − Ti dT   = λi dr r ln ri ri−1 ∀r ∈ (ri−1 .5b) folgt damit für eine beliebige Schicht i ∈ {1. . ri ) . Größen seien unabhängig von der Winkelkoordinate ϕ und der Längskoordinate z (vgl. so dass die Annahme 1-dimensionaler Wärmeleitung in Richtung der radialen Koordinate r gerechtfertigt ist. Institut für Automatisierungs. ri ) (4. . Kugi et al. TU Wien .67) mit Ti = T (ri ) und Ti−1 = T (ri−1 ).

Institut für Automatisierungs. durch Rippen. (4.11 (Bezogener Wärmedurchgangskoeffizient bei schichtweisem zylinderförmigem Wandaufbau). Auch in der Natur sind solche konstruktiv vergrößerten Wärmeaustauschflächen zu beobachten: Delphine nützen ihre Flossen auch zur Temperaturregelung. Abbildung 4.70) ausgehend von (4. Bei afrikanischen Elefanten entfällt rund ein Sechstel der Körperoberfläche auf die kühlenden Ohren. Da eine exakte Berechnung des Temperaturfeldes und Wärmeübertragungsverhaltens solcher Bauteile meist mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Kugi et al.4. beschränken sich die Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. 4.66) her. wird häufig die wirksame Wärmeaustauschfläche konstruktiv vergrößert..4 Stationäre Wärmeübertragung q(r) ˙ = (TF − T∞ ) Seite 137 1 r 1 1 r 0 α0 + | PN 1 i=1 λi ln {z  ri ri−1 =k(r)  + 1 rN αN (4. Um den Wärmeübergang zwischen Festkörpern und Fluiden zu verbessern.und Regelungstechnik. Leiten Sie (4. Praktisch interessant ist auch noch der vom Radius unabhängige auf die Rohrlänge bezogene Wärmestrom q˙◦ = (TF − T∞ ) 2π 1 r 0 α0 | + PN 1 i=1 λi ln {z  =k◦ ri ri−1  + 1 r N αN mit dem bezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten k ◦ in W/(mK). Bemerkung 4.16: Kühlkörper für Elektronikbauteile. B.70) } Aufgabe 4.3 Vorspringende Teile und Rippen Abbildung 4.16 zeigt ein Beispiel eines mit Rippen versehenen Kühlkörpers für Elektronikbauteile. z.4.69) } mit dem vom Radius abhängigen Wärmedurchgangskoeffizienten k(r) in W/(m2 K).4. TU Wien .

17: Wärmeleitung in vorspringendem Bauteil. TU Wien .72) dx dx dx wobei der Term auf der rechten Seite den konvektiven Wärmeaustausch mit der Umgebung beschreibt. h.1) dT (x) ˙ Q(x) = A(x)q(x) ˙ = −λ(x. Es handelt sich um ein lineares Randwertproblem. (4. homogen. Insbesondere bei eng angeordneten Rippen trifft dies zu. Der Bauteil besitzt keine Wärmequellen. An der Mantelfläche wird ausschließlich durch Konvektion Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Außerdem sei dessen Mantelfläche im Bereich [0. zur tatsächlichen Berechnung des Temperaturfeldes und der Wärmestromdichte werden natürlich noch Randbedingungen an den Stellen x = 0 (Befestigungsstelle) und x = L (freie Stirnfläche) benötigt. es wird von 1-dimensionaler Wärmeleitung ˙ in Richtung x ausgegangen und für den Gesamtwärmestrom Q(x) gilt entsprechend dem Fourierschen Wärmeleitgesetz (4.71) Die Energiebilanz für den infinitesimalen Bereich [x.17 skizzierte vorspringende Bauteil mit der Länge L habe am Ort x die lokale Querschnittsfläche A(x) und die isotrope Wärmeleitfähigkeit λ(x. x] durch die Funktion S(x) gegeben. d. T∞ z dS y A x α Q˙ x L dx Abbildung 4.73) für das Temperaturfeld im Bauteil. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. dx (4. Es wird von 1-dimensionaler stationärer Wärmeleitung ausgegangen.4. T )A(x) dx = α(x) Q(x)− Q(x+dx) = dx(T (x)−T∞ (x)) . Der Grenzübergang dx → 0 liefert die Bestimmungsgleichung  d dT (x) λ(x.und Regelungstechnik. T ). h. Die Temperatur sei in jedem Querschnitt x = const. wobei sowohl der Wärmeübergangskoeffizient α(x) als auch die feste Temperatur T∞ (x) des Fluids von x abhängen können. Institut für Automatisierungs. Kugi et al. d. T )A(x) dx dx  − α(x) dS(x) (T (x) − T∞ (x)) = 0 dx (4. x + dx] lautet   dT (x) dS(x) d ˙ ˙ λ(x. Der in Abbildung 4.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 138 folgenden Ausführungen auf Näherungen mit zahlreichen vereinfachenden Annahmen. T )A(x) ..

Die Größen A. (4. Mit diesen Annahmen vereinfacht sich (4. α und T∞ hängen nicht von x ab. h. λ. wobei an der Stelle x = 0 die Temperatur T (0) = T0 stets fest vorgegebenen sei.73) zu d2 T (x) αP − (T (x) − T∞ ) = 0 dx2 λA |{z} (4. für die einfache analytische Lösungen existieren.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 139 Im Folgenden werden einige Spezialisierungen des obigen Problems diskutiert.74) d. An der Stirnfläche x = L ist zunächst mit konvektivem Wärmeübergang (Wärmeübergangskoeffizient αL . der lokale Umfang P = dS(x)/dx hängt nicht von x ab.4. feste Fluidtemperatur T∞ ) zu rechnen.75a) =m2 mit den Randbedingungen T (0) = T0 . Ferner sei λ unabhängig von der Temperatur und für die Mantelfläche gelte S(x) = P x . αL (T (L) − T∞ ) = −λ Die Lösung dieses Randwertproblems lautet T (x) = T∞ + (T0 − T∞ ) dT . Es handelt sich um einen umströmten Stab.

.

. .

so sind die Randbedingungen (4. Diese Lösung gilt für einen umströmten Stab mit einer Randbedingung erster Art an der Stelle x = 0 und einer Randbedingung dritter Art an der Stelle x = L. T (L) = TL (4.77) zu ersetzen und man erhält die Lösung (T0 − T∞ ) sinh(m(L − x)) + (TL − T∞ ) sinh(mx)) sinh(mL) (T − T ) cosh(mL) − (TL − T∞ ) 0 ∞ ˙ .76b) folgt.76) durch Verwendung von αL = 0.. Q(0) = λAm sinh(mL) T (x) = T∞ + (4.75b) durch T (0) = T0 .79b) . Wird an der Stelle x = L die Temperatur TL fest vorgegeben (Randbedingung erster Art auf beiden Seiten).und Regelungstechnik.75b) (4. λm cosh(mL) + αL sinh(mL) so dass für den interessierenden Wärmestrom an der Stelle x = 0 λm sinh(mL) + αL cosh(mL) ˙ Q(0) = λAm(T0 − T∞ ) λm cosh(mL) + αL sinh(mL) (4. Institut für Automatisierungs. TU Wien (4. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.78a) (4. Kugi et al. Der Spezialfall einer adiabaten Randbedingung an der Stelle x = L (ideal isolierte Stirnfläche. Randbedingung zweiter Art) folgt direkt aus dem Ergebnis (4.76a) (4.79a) (4. dx x=L λm cosh(m(L − x)) + αL sinh(m(L − x)) .78b) Unabhängig von der Randbedingung an der Stelle x = L erhält man für den Spezialfall eines unendlich langen Stabes durch Grenzübergang L → ∞ aus den obigen Ergebnissen T (x) = T∞ + (T0 − T∞ )e−mx ˙ Q(0) = λAm(T0 − T∞ ) .

79) nach.4 Wärmetauscher Abbildung 4. Alle übrigen Wände des Wärmetauschers seien adiabat. Für den Gegenstromwärmetauscher in Abbildung 4. beim Gleichstromwärmetauscher m ˙ hm ˙ c > 0.3]. [4. Mit den obigen Ergebnissen lässt sich der Effekt von Rippen (oder anderen konstruktiven Elementen) auf den Wärmeaustausch an einer Oberfläche bestimmen. Die gesamte WärmeübertragungsfläRL che ist daher A = 0 b(x)dx. Strömt das Fluid i am Punkt 1 (2) ein und am Punkt 2 (1) aus. Ausschlaggebend ist die Form und das Material der Rippen sowie deren Einfluss auf die Wärmeübertragung an der Oberfläche (z.als auch für Gegenstromwärmetauscher. Das Fluid i (i ∈ {h. Er setzt den tatsächlich an der Befestigungsstelle x = 0 auftre˙ tenden Wärmestrom Q(0) ins Verhältnis zum Wärmestrom Q˙ max . ob der Einsatz bestimmter Rippen zweckmäßig ist. Institut für Automatisierungs.80) als Maßzahl verwendet.4. In diesem Zusammenhang wird häufig der Rippenwirkungsgrad ηf = ˙ Q(0) ∈ [0. ist der Gesamtwärmestrom durch den Basisquerschnitt (Befestigungsstelle x = 0) der Rippen sowie durch die zwischen den Rippen liegenden Flächen mit jenem Gesamtwärmestrom zu vergleichen.i habe an der Stelle x = 0 (Punkt 1) die Temperatur Ti..2 und Th.4]. Eine zentrale Annahme bei der Berechnung der Wärmeströme und der Temperatur- Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. dass es sich um einen stationären Prozess handelt und dass die Fluide im Wärmetauscher eine isobare Zustandsänderung erfahren. Es gibt stets ein wärmeres Fluid (Index h) und ein kälteres Fluid (Index c).1 und an der Stelle x = L (Punkt 2) die Temperatur Ti. [4.18 zeigt einen Gleich. Je nach Art des Wärmetauschers strömt das Fluid entweder am Punkt 1 oder am Punkt 2 ein.76). 4.und Regelungstechnik. verringerter Wärmeübergangskoeffizient durch behinderte Strömung und verringerte Wärmestrahlung durch Schattenwurf). Rechnen Sie die Ergebnisse (4. B. Es wird angenommen. Die Massenströme m ˙ i sind dementsprechend vorzeichenrichtig einzusetzen. TU Wien . 1] Q˙ max (4.18b muss dies nicht der Fall sein. der auftreten würde.18a eingezeichneten Strömungsrichtungen gilt beim Gleichstromwärmetauscher natürlich Th.12 (Wärmeübertragung in einem umströmten Stab).und einen Gegenstromwärmetauscher mit den zugehörigen Temperaturverläufen in den Fluiden. Die Wärmeübertragung erfolgt in erster Linie durch erzwungene Konvektion in den Fluiden und Wärmeleitung in der Trennwand [4.1 − Tc. Für die in Abbildung 4. Zur Beurteilung.2 − Tc.1 ≥ Th.78) und (4. (4. Die Trennwand zwischen den beiden Fluiden habe an der Stelle x den Wärmedurchgangskoeffizienten k(x) und die lokale Breite b(x).2 . Beim Gegenstromwärmetauscher gilt daher m ˙ hm ˙ c < 0. der ohne Rippen auftreten würde.2 ≥ Tc.2 . c}) mit dem Massenstrom m ˙ i und der spezifischen Wärmekapazität cp.16]. so ist m ˙ i > 0 (m ˙ i < 0) zu verwenden. wenn die gesamte Rippenoberfläche die Temperatur T0 hätte. Kugi et al. Mit dieser Vorzeichenkonvention für m ˙ i gelten die folgenden Ergebnisse sowohl für Gleich.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 140 Aufgabe 4.4.

a) Gleichstromwärmetauscher. dass die Temperatur in jeder Kammer innerhalb einer Schicht x = const.1 b.83b) .1 ) ln  Th.1 Th. cp.83a) cp. cp.und Regelungstechnik.2 b. Hauptsatz) für den infinitesimalen Bereich [x.h m ˙ h cp. homogen ist (zumindest außerhalb der Konvektionsgrenzschicht nahe der Trennwand).1 − Th (x)) = cp.h m ˙ h (Th.c m ˙c ! k(x)b(x)dx . x] liefert (4.h m ˙ h cp.c m ˙ c dTc = (Th − Tc )k(˜ x)b(˜ x)d˜ x und daher dTh − dTc = − T h − Tc 1 1 + cp.2 Th Tc Tc.2 Th . Kugi et al. verläufe im Wärmetauscher ist.1 T a) Th.h m ˙ h dTh = cp. Institut für Automatisierungs. cp.h Th.4. λ q˙ Tc . λ b) ∆T2 Tc. Aus der Enthalpiebilanz (1.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 141 Gleichstromwärmetauscher 1 2 Th . m ˙ h .2 Tc .1 q˙ Th. (4.c m ˙c !Z |0 x k(x)b(x)dx {z =K(x) und nach kurzer Umformung die gesuchten Temperaturverläufe Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. x + dx] folgt (4.82) Integration dieser Ausdrücke im Bereich [0.1 Gegenstromwärmetauscher 1 2 Tc.c Tc.1 Th (x) − Tc (x)  = 1 1 + cp. m ˙ c .81) − cp.1 Th.2 Tc. cp.2 Tc L x 0 Tc.. m ˙ c . TU Wien } (4.2 T Th ∆T1 ∆T2 Th.1 ∆T1 Tc.c Tc.2 x L 0 Abbildung 4.c m ˙ c (Tc (x) − Tc.1 Th. b) Gegenstromwärmetauscher. m ˙ h .1 − Tc.18: Wärmetauscher.h Th.

h m ˙ h (Th.5.1 − Th. TU Wien (4. 1] Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.16].1 − Tc.h m ˙ h (Th.1 ) exp − + cp.3]. wird häufig auch der Wirkungsgrad ηe = Q˙ Q˙ max ∈ [0.c m ˙c cp.84a) Tc (x) = Tc.2 − Tc.. Eisbären. Für gleiche Eingangstemperaturen ist ∆Tlog beim Gegenstromwärmetauscher größer als beim Gleichstromwärmetauscher.84b) sowie die lokale Wärmestromdichte 1 1 q(x) ˙ = k(x)(Th.h m ˙ h cp. Bemerkung 4. z. (4. Um daher einen gewissen gegebenen Wärmestrom Q˙ zu übertragen.c m ˙c ! ! K(x) .85) Wertet man (4. kann der Wert K(L) beim Gegenstromwärmetauscher kleiner sein als beim Gleichstromwärmetauscher.und Regelungstechnik.c m ˙ c (Tc. bei denen das arterielle Blut beim Erreichen der Fußsohlen schon beinahe die Temperatur des Untergrundes (z.4 Stationäre Wärmeübertragung Seite 142 cp.h m ˙ h + cp. Institut für Automatisierungs.4.1 ) 1 1 Th (x) = Th.1 + !! K(x) (4. ist es im Allgemeinen günstiger Gegenstromwärmetauscher statt Gleichstromwärmetauscher einzusetzen.1 ) 1 1 1 − exp − + cp.86b) Die Funktion K(x) entspricht dem über die Fläche integrierten Wärmedurchgangskoeffizienten k(x).1 − Tc.2 ) = cp. {z =∆Tlog ∆T2 = Th.2 − Tc. [4.1 − Tc. (4.1 − Th. B. Spezialisierte Tiere kommen so mit sehr tiefen Temperaturen zurecht. so folgt unter Berücksichtigung des 1. Das Gegenstromprinzip kommt auch im Blutkreislauf in den Extremitäten vieler Lebewesen zum Einsatz.h m ˙ h cp.87) . Kugi et al.83) noch an der Stelle x = L aus. Da K(L) direkt mit der Baugröße und daher mit den Kosten des Wärmetauschers zusammenhängt.4]. Der Wärmeverlust nach außen soll minimiert werden und das venöse in den Körper zurückfließende Blut soll möglichst gut durch das arterielle in die Extremitäten einströmende Blut erwärmt werden. Eis) hat.1 .1 ) = K(L) ln(∆T1 /∆T2 ) | mit ∆T1 = Th.86a) } (4.c m ˙c ! K(x) (4. Schlittenhunde und Pinguine.c m ˙ c (Tc. Für homogenes k gilt also K(L) = kA. Hauptsatzes der Gesamtwärmestrom Q˙ durch den Wärmetauscher in der Form ∆T1 − ∆T2 Q˙ = cp.c m ˙c cp. B.h m ˙ h + cp.h m ˙ h cp. [4.2 . Um die Übertragungsfähigkeit eines Wärmetauschers zu beurteilen.c m ˙c ! !! cp.1 + 1 − exp − + cp. Der Wert ∆Tlog wird als auch als logarithmische mittlere Temperaturdifferenz bezeichnet [4.

B. Für ein 1-dimensionales Wärmeleitproblem mit konstanter.h m ˙ h ≫ cp. nach außen hin perfekt isoliert).5 Transiente Wärmeübertragung Seite 143 als Maßzahl verwendet [4. (4. d.h m ˙ h ≪ cp.. Im Grenzfall cp. Institut für Automatisierungs. Q˙ max tritt auf. a) cp.h m ˙ h .c m ˙ c. ∂2T ∂T = a 2 + 2a x ∈ [0.h m ˙ h = cp.h m ˙ h ≫ cp. c) cp.6). die die Wärmeleitgleichung (4. bei der Verifikation von numerischen Lösungsverfahren oder als Näherungslösung für ähnliche Problemstellungen dienlich sein können.19: Spezielle Betriebsfälle eines Wärmetauschers. d.1 . 1] . Kugi et al.c m ˙c (4. Für einen Gegenstromwärmetauscher (Abbildung 4.89a) ∂t ∂x Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. wenn das Fluid mit dem geringeren Wärmekapazitätstrom am Ausgang die Eingangstemperatur des anderen Fluids erreicht.c m ˙ c (Abbildung 4. h.5 Transiente Wärmeübertragung Meist ist das Finden einer exakten analytischen Lösung von transienten Wärmeübertragungsproblemen.c m ˙ c und zusätzlich k(x)b(x) = const. von verdampfenden Flüssigkeiten gut erfüllt. Er setzt den tatsächlichen Gesamtwärmestrom Q˙ ins Verhältnis zum maximalen Wärmestrom Q˙ max eines idealen Wärmetauschers (unendlich groß. Im Fall cp.1 . bleibt Th (x) konstant.2 } − min{Tc. Wenn cp.c m ˙ c } (max{Th. B. welcher z. TU Wien .88) L x b) 0 Tc L x c) 0 L x Abbildung 4. t > 0 .19a) ist die Temperaturänderung des kälteren Fluids erheblich höher als jene des wärmeren. Abbildung 4.h m ˙ h ≪ cp.4]. cp. Im Fall cp.und Regelungstechnik. es gilt Q˙ max = min{cp.4.19c) gilt Analoges mit vertauschten Rollen der beiden Fluide.c m ˙ c . Aufgabe 4. Th.c m ˙ c (Abbildung 4.16]. Abschnitt 4.. T cp. Tc.c m ˙c T T Th Th cp.13 (Einfaches transientes Wärmeleitproblem).19b) gilt dann Th (x)−Tc (x) = const.4) beinhalten. Der Grenzfall cp. so sind Th (x) und Tc (x) affin in x.2 }) .19 zeigt abschließend drei spezielle Betriebsfälle von Wärmetauschern [4. b) cp.c m ˙ c .c m ˙c Th Tc Tc a) 0 cp. [4.c m ˙ c → ∞ wird z.4]. h.h m ˙ h ≫ cp.h m ˙ h = cp. die z. 4. eine herausfordernde Aufgabe. Für praktische Anwendungen werden daher oft numerische Näherungsverfahren zur Lösung verwendet (vgl.h m ˙ h = cp. homogener Temperaturleitfähigkeit a gelte g = λ2 K/m2 . von kondensierendem Dampf gut erfüllt wird.h m ˙ h ≪ cp. In speziellen Fällen lassen sich jedoch geschlossene analytische Lösungen finden.h m ˙ h → ∞. B.

14 (Tauchsieder). Der Wärmeübergangskoeffizient beträgt innen αi und außen αa . Der in Abbildung 4.und Regelungstechnik. dass die Grundfläche und die mit einer Öffnung versehene Deckfläche des Behälters adiabat sind.4. Es ist von stationärer Wärmeübertragung durch den Behältermantel auszugehen. Institut für Automatisierungs. λ L Abbildung 4.90) Aufgabe 4. TU Wien .20 skizzierte zylindrische Behälter ist zunächst vollständig mit Wasser (Masse m0 . 0) = sin(πx) + 1 − x2 T (0. T (1. Lösung von Aufgabe 4. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. 2 T (x. t) = 1 . Die wirksame Wärmeaustauschfläche ist proportional zum Füllstand des Behälters. Keramik cp . spezifische Wärmekapazität cp im flüssigen Zustand.und Randbedingungen T (x.89c) Berechnen Sie die analytische Lösung dieses Problems. wobei die Wand aufgrund ihrer geringen Dicke als eben betrachtet werden kann. Es wird angenommen.5 Transiente Wärmeübertragung Seite 144 Hinzu kommen die Anfangs. Der Mantel tauscht durch freie Konvektion Wärme sowohl mit dem enthaltenen Wasser als auch mit der umgebenden Luft aus. Zum Zeitpunkt t = 0 wird ein im Behälter eingebauter Tauchsieder eingeschaltet. Sie können dabei die LaplaceTransformation bezüglich der Zeit t verwenden. (4. Der Mantel des Zylinders hat eine Dicke L und eine Fläche A und besteht aus Keramik (Wärmeleitfähigkeit λ). Verdampfungsenthalpie hv . hv . t) = e−aπ t sin(πx) + 1 − x2 (4..20: Wasserbehälter mit Tauchsieder.13. t) = 0 (4.89b) x ∈ [0. Ts T∞ αa Wasser αi P Tauchsieder A. Siedetemperatur Ts ) mit einer anfänglichen Temperatur T0 = T∞ gefüllt. Kugi et al. Die Luft hat eine feste Temperatur T∞ . 1] t>0.

Für stationäre Problemstellungen vereinfacht sich (4. Die Tabelle zeigt auch die Ordnung des Abschneidefehlers.91) (4. Lösung von Aufgabe 4.4) ist ein Anfangs-Randwert-Problem und gehört zur Klasse der parabolischen Differentialgleichungen.und Regelungstechnik. hv m0 Ak(Ts − T∞ ) (4.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 145 a) Dimensionieren Sie die Leistung P des Tauchsieders so. die grundsätzlich für parabolische oder elliptische Differentialgleichungen geeignet sind.. Außer der Finiten Differenzen Methode sind all diese Verfahren Spezialisierungen der Methode der gewichteten Residuen. TU Wien . b) Zu welchem Zeitpunkt ist die Hälfte des Wassers verdunstet? c) Skizzieren Sie den Verlauf der Wassertemperatur. dass das Wasser zum Zeitpunkt ts > 0 zu sieden beginnt. dass die gesamte Leistung in Wärme umgewandelt und vom Wasser aufgenommen wird.6.2 Beispiele für Differenzenquotienten gegeben.92) 4.14. Die Randbedingungen ergeben sich in Abhängigkeit der jeweiligen Aufgabenstellung.24].4. die Finite Volumen Methode und die Finite Elemente Methode [4. Dazu gehören z. die Finite Differenzen Methode [4. Zur numerischen Lösung von Wärmeübertragungsproblemen mit Wärmeleitung kommen daher alle Verfahren in Frage. B.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Die Wärmeleitgleichung (4.1 Finite Differenzen Methode Bei der Finite Differenzen Methode wird das Rechengebiet örtlich und zumeist auch zeitlich in Gitter eingeteilt und die Lösung wird nur an den Gitterpunkten berechnet.4) zu einer elliptischen Differentialgleichung. das Kollokationsverfahren. Kugi et al. Der vorliegende Abschnitt gibt eine erste Einführung in die Finite Differenzen Methode und eine daraus ableitbare konzentriert-parametrische Problemformulierung als thermisches RC-Netzwerk. Institut für Automatisierungs. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.25]. a) P = Ak b)  T − T0 e  s 1−e t − c Ak m s p 0 − c Ak t m s t1/2 = ts + ln(2) p 0  − T∞  . Dazu werden die in den Differentialgleichungen vorkommenden Ableitungen näherungsweise durch Differenzenquotienten ersetzt. Nehmen Sie an. die Galerkin Methode. hinreichend oft differenzierbare Funktion y(x) sind in Tabelle 4. wenn das Gitter entlang der x-Achse eine gleichförmige Schrittweite ∆x aufweist. 4. Für eine allgemeine.

Ableitung. 1. L] mit den Randbedingungen ∂T .2: Differenzenquotienten.15 (Differenzenquotienten). t) im Gebiet [0. zentrale Differenz y ′′ (x) = y(x − ∆x) − 2y(x) + y(x + ∆x) + O(∆x2 ) ∆x2 Aufgabe 4. L) (4. keine Quellterme) für die Temperatur T (x. konstante Materialparameter. x ∈ (0. Rückwärtsdifferenz y ′ (x) = y(x) − y(x − ∆x) + O(∆x) ∆x 1. Die Herleitung von Differenzenquotienten und die Berechnung der zugehörigen Abschneidefehler kann mittels Taylorreihenentwicklung am Punkt x erfolgen. Ableitung.4. Rechnen Sie auf diese Art die in Tabelle 4.2 angegebenen Differenzenquotienten nach.93a) (homogenes Material. Ableitung. Ableitung.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 146 Tabelle 4. zentrale Differenz y ′ (x) = y(x + ∆x) − y(x − ∆x) + O(∆x2 ) 2∆x 2. Anhand des 1-dimensionalen Wärmeleitproblems ∂T ∂2T =a 2 ∂t ∂x ∀ t > 0 . Vorwärtsdifferenz y ′ (x) = y(x + ∆x) − y(x) + O(∆x) ∆x 1.

.

=0 .

93c) und der Anfangsbedingung (4.95) ergeben. . . Institut für Automatisierungs. ∆x = L . TU Wien . N . wobei xi = i∆x i = 0. 1. tj ) = Ti (tj ) verwendet.94) Außerdem soll die Zeitachse in Intervalle der festen Länge ∆t unterteilt werden.96a) T˙i (t) = ∆x2 2a (T1 (t) − T0 (t)) (4. 2. Aus einer Ersetzung der Ortsableitung in (4. Für die Werte an den Gitterpunkten werden die Abkürzungen Ti (t) = T (xi . N (4. 0) = TA (x) soll die Finite Differenzen Methode veranschaulicht werden.. . t) = TL (t) (4. . N ) aufgeteilt. t) und Tij = T (xi . . . ∂x x=0 T (L. .96b) T˙0 (t) = ∆x2 Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.93d) T (x.93a) gemäß Tabelle 4. . .2 folgt das Anfangswertproblem a (Ti−1 (t) − 2Ti (t) + Ti+1 (t)) i = 1. . so dass sich die Gitterpunkte tj = j∆t (4. Kugi et al.93b) (4. N − 1 (4. 2.und Regelungstechnik. xi ] (i = 1. . . Das Rechengebiet wird örtlich in N Intervalle [xi−1 .

Das Einhalten der Bedingung a∆t 1 ≤ 2 ∆x 2 (4.10]. Das Euler-Vorwärtsverfahren.4. [4. deren Stabilität bedingungslos oder mit weniger stringenten Anforderungen an ∆t und ∆x gesichert ist. wurde ein virtueller Gitterpunkt an der Stelle x−1 eingeführt und die Randbedingung (4. . Kugi et al. .93a) finden sich z. Auf den Beweis dieser Bedingung wird hier verzichtet – er kann z. Dies führt auf T1 (t) − T−1 (t) =0 2∆x (4. B. B.4].10]. (4. B. D. [4.96b) folgt. in [4. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. . . Alternativ kann das Anfangswertproblem auch mit üblichen numerischen Methoden integriert werden.96c) In (4.96b) zu erhalten.24]. das aus der Anwendung des Vorwärtsdifferenzenquotienten (vgl. . . [4. ist eine solche Methode.96b) verwendete Beziehung T−1 (t) = T1 (t).98a) T0j+1 j≥0 (4.98b) mit den Anfangswerten Ti0 = TA (xi ) i = 0.96) ist linear und liegt bereits in Zustandsraumdarstellung vor. N − 1 . Um (4. . TU Wien . 1. h.2) auf die linken Seiten von (4.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 147 mit den Anfangswerten Ti (0) = TA (xi ) i = 0. Es kann also direkt die Lösungsformel für lineare zeitinvariante Systeme zur Berechnung der Temperaturtrajektorien verwendet werden.93b) mit dem zentralen Differenzenquotienten ausgewertet. die Wahl der Zeitschrittweite ∆t ist auf die Wahl der Ortsschrittweite ∆x abzustimmen.. 2. .4].3]. in [4. Das Anfangswertproblem (4.11] beschrieben. N − 1 (4.96a) und (4. Mit der hier beschriebenen Finite Differenzen Formulierung können bereits 1-dimensionale transiente Wärmeleitungsprobleme gelöst werden.98).98c) Es ist unmittelbar einsichtig.96a) gilt natürlich TN (t) = TL (t).97) und damit die in (4. in [4. Darunter sind auch Formulierungen die auf implizite Differenzengleichungen führen. . (4. 1. dass dieses zeitdiskrete lineare System nicht für beliebige Werte ∆ta/∆x2 stabil ist. Institut für Automatisierungs. B. N − 1 . .99) garantiert die Stabilität von (4. Theoretische Grundlagen zur Finite Differenzen Methode finden sich z. Andere Arten der Diskretisierung.und Regelungstechnik. Es führt auf die explizite Differenzengleichung ∆ta j j (T − 2Tij + Ti+1 ) ∆x2 i−1 2∆ta j = T0j + (T − T0j ) ∆x2 1 Tij+1 = Tij + j ≥ 0. . insbesondere der Zeitableitung in (4. Die Anwendung des Verfahrens auf mehrdimensionale Wärmeleitprobleme wird z.26] nachgeschlagen werden. . i = 1. in [4. Tabelle 4. [4.

5 m. α = αL = 25 W/(m2 K). Ordnung einen Abschneidefehler von nur linearer Ordnung aufweist. der eine Näherung für y ′′ (xi ) repräsentiert. dass die zunächst naheliegende Formulierung y ′ (xi ) = y(xi+1 ) − y(xi−1 ) ∆xi−1 + ∆xi (4.16 (Differenzenquotienten für unregelmäßige Gitter). Als Vorbereitung dazu dienen die folgenden Rechnungen. deren Abschneidefehler stets quadratische Ordnung besitzt.und Regelungstechnik. y(xi ) und y(xi+1 ) eine bessere Formulierung für y ′ (xi ). Implementieren Sie dazu die Gleichung (4.76) und (4. wobei die x-Achse mit der nicht notwendigerweise regelmäßigen Schrittweite ∆xi = xi+1 − xi zu diskretisieren ist. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.78).6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 148 Aufgabe 4. Ersetzen Sie dabei die Ortsableitungen durch zentrale Differenzenquotienten gemäß Tabelle 4. dass deren Abschneidefehler lineare Ordnung besitzt. und zeigen Sie. Es ist wie in Tabelle 4. b) ′ y (xi ) = i−1 y(xi+1 ) ∆x ∆xi + y(xi )  y (xi ) = 2 − ∆xi−1 ∆xi ∆xi−1 + ∆xi c) ′′ ∆xi ∆xi−1 1 y(xi+1 ) ∆x − y(xi ) i  1 ∆xi−1 + 1 ∆xi ∆xi−1 + ∆xi   ∆xi − y(xi−1 ) ∆x i−1 + y(xi−1 ) ∆x1i−1 (4.102) Aufgabe 4.100) für den zentralen Differenzenquotient 1.4. a) Zeigen Sie. Rechnen Sie mit Hilfe der Finiten Differenzen Methode die Ergebnisse (4.17 (Stationäre Wärmeübertragung in einem umströmten Stab). b) Finden Sie unter Verwendung von y(xi−1 ). c) Finden Sie unter Verwendung von y(xi−1 ). TL = T∞ = 293 K. Kugi et al. Institut für Automatisierungs. TU Wien . T0 = 353 K.16.. P = 0.2 von einer Funktion y(x) auszugehen.75a) samt den jeweils zugehörigen Randbedingungen in einem Computernumerikprogramm. y(xi ) und y(xi+1 ) einen Differenzenquotienten.101) (4.76) und (4. A = 0.78) für die Parameterwerte L = 0. Vergleichen Sie die Ergebnisse für unterschiedliche Schrittweiten mit den analytischen Resultaten (4.01 m2 und λ = 60 W/(m K) nach.5 m.2 für ein regelmäßiges Gitter mit der Schrittweite ∆x. Lösung von Aufgabe 4. Auch die Anwendung der Finite Differenzen Methode mit unregelmäßigen Gittern und auf unregelmäßige Rechengebiete ist möglich.

05(T0 − T∞ ) unterschreitet? 4.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 149 Aufgabe 4. 0) = T∞ und die Parameter ρ = 7850 kg/m3 und cp = 450 J/(kg K) und wählen Sie unter Berücksichtigung von (4. Erweitern Sie Ihre Ergebnisse aus Aufgabe 4.6.18 (Transiente Wärmeübertragung in einem umströmten Stab).103b) charakterisiert werden. h.4. d. Diese Formulierung führt auf eine anschauliche Analogie zwischen elektrischen RC-Netzwerken und thermischen Netzwerken (thermische RC-Netzwerke).3 aufgelistet. Verwenden Sie die Anfangsbedingung T (x. Im vergangenen Abschnitt beruhte dieser Übergang rein auf mathematischen Überlegungen zur Berechnung von Ableitungen. der Wärmestrom Q˙ eine Einpunktgröße.99) geeignete Schrittweiten ∆t und ∆x. Tabelle 4.103a) Ferner kann das dynamische Verhalten der Temperatur T (Zustandsgröße) einer thermischen Kapazität C durch Q˙ T˙ = C (4.17 zu einer transienten Analyse. Auch hier ist die Ähnlichkeit zur Strom-Spannungsbeziehung an elektrischen Kapazitäten unmittelbar ersichtlich. Bemerkenswerterweise findet sich im Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. die räumliche Diskretisierung. Institut für Automatisierungs. Einheit Thermische Größe Variable Einheit Potentialdifferenz V Temperaturdifferenz K Elektrischer Strom A Wärmestrom T Q˙ W Elektrische Ladung C Enthalpie H J Elektrischer Widerstand Ω Thermischer Widerstand R K/W Elektrische Kapazität F Thermische Kapazität C J/K Elektrische Größe Die Temperatur T stellt eine Zweipunktgröße dar. Aufbauend auf diesen Resultaten zeigt der vorliegende Abschnitt eine physikalisch motivierte Möglichkeit zur räumlich diskreten Formulierung von Wärmeübertragungsproblemen.3: Analogie zwischen elektrischen und thermischen Netzwerken. Kugi et al.und Regelungstechnik.. Ähnlich dem Ohmschen Gesetz in der Elektrotechnik gilt für die Temperaturdifferenz ∆T an den beiden Enden eines thermischen Widerstandes R ∆T = RQ˙ . Wie lange dauert es bis die maximale Differenz zwischen stationärem und transientem Temperaturprofil den Wert 0.2 Konzentriert-parametrische Formulierung als RC-Netzwerk Ein meist zentraler Schritt bei der numerischen Lösung von Wärmeübertragungsproblemen ist der Übergang von einer verteilt-parametrischen zu einer konzentriert-parametrischen Formulierung. (4. Die nachfolgend näher diskutierten korrespondierenden Größen sind in Tabelle 4. TU Wien .

Die thermische Kapazität Ci verbindet den Knoten xi Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. Es hat eine leiterförmige Struktur und wird auch Cauer Modell genannt.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 150 Bereich der Wärmeübertragung aber kein Analogon zur elektrischen Induktivität. TU Wien . Ferner können gängige Netzwerksimulationsprogramme zur Berechnung herangezogen werden.1 T1 C0 C1 x0 Ti−1 Ri−1. Die Querschnittsfläche des Stabes sei konstant A.1 thermische Kapazitäten Ci und thermische Widerstände Ri. Der thermische Widerstand Ri. Institut für Automatisierungs. B. weil die aus der Elektrotechnik bekannten Knoten. h. Abbildung 4.und Maschengleichungen zur Netzwerkanalyse genutzt werden können. .21: Finite Differenzen Formulierung als Kette von RC-Gliedern. Dies erklärt aus physikalischer Sicht. dessen transienter Temperaturverlauf z.104a) (4.1 T0 C0 Ti−1 Ri−1.i =R 1 i.N TN CN xN x ··· Thermisches RC-Ersatzschaltbild R0.und Regelungstechnik.i+1 =R ∆x λ (T1 (t) − T0 (t)) Aρcp T˙0 (t) = A ∆x} | 2 {z } | {z =C0 i = 1.i+1 Ti+1 Ci+1 Ci−1 Ci x1 ··· xi−1 xi xi+1 ∆x RN −1.N TN CN Abbildung 4. Die Diskretisierungspunkte xi sind als schwarze Punkte in Abbildung 4. warum es in thermischen Netzwerken (ohne periodische Anregung) kein oszillierendes Verhalten geben kann. mit Hilfe von (4.i+1 verbindet den Knoten xi mit dem Knoten xi+1 .i Ti Ri.i Ti Ri.i+1 identifizieren und das in Abbildung 4.96a) und (4. D. N − 1 (4.96b) durch Umschreiben in die Form λ λ ∆xAρcp T˙i (t) = A (Ti−1 (t) − Ti (t)) + A (Ti+1 (t) − Ti (t)) | {z } ∆x} ∆x} | {z | {z =Ci 1 i−1. .21 zeigt einen an der Mantelfläche und am Ende x = 0 isolierten Stab.4.104b) = R1 0. das linearisierte dynamische System besitzt ausschließlich rein reelle Eigenwerte. Kugi et al. 2. . . Die Darstellung eines Wärmeübertragungsproblems als thermisches RC-Netzwerk kann hilfreich sein.96) berechnet werden kann.21 dargestellt..21 gezeigte Ersatzschaltbild erstellen.i+1 Ti+1 T1 C1 Ci−1 Ci Ci+1 RN −1. Man kann nun in (4. ∆x Isolierter Stab T0 R0.

Außerdem treten sie bei einigen Randbedingungen auf. Kugi et al. da der Wärmestrom am Rand x = 0 verschwindet.96)).oder Übergangswiderstand) 1 (4. Mit thermischen Widerständen lassen sich wärmeleitende Volumen und generell Wärmeübertragungsstrecken modellieren. Abbildung 4. (Entfällt im obigen Beispiel.22d).6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 151 mit der thermischen Masse. B.2. das Zustandsraummodell (4. h. Institut für Automatisierungs.) • Eine Randbedingung dritter Art (temperaturabhängige Wärmestromdichte α(T∞ − Tr ). wobei A die Querschnittsfläche des Widerstandes ist. so ist der Widerstand an eine ideale Potentialquelle zu koppeln (vgl. wobei A die Fläche der Randbedingung ist. vgl. Abbildung 4.. wie die der Knoten im Inneren. Da der Knoten x0 am Rand des Rechengebietes liegt.22c). • Die Temperatur (das Potential) der thermischen Masse kann im Falle konstanter spezifischer Wärmekapazitäten auf einen beliebigen Wert gesetzt werden. • Eine Randbedingung erster Art (fest vorgegebene Temperatur Tr ) kann als ideale Potentialquelle modelliert werden (vgl. • Thermische Kapazitäten sind immer direkt mit der thermischen Masse verbunden. Der in stationären Wärmeübertragungsproblemen häufig verwendete k-Wert (vgl. vgl. An diesem einfachen Beispiel werden bereits einige der folgenden Prinzipien von thermischen RC-Netzwerken klar: • Ein thermisches RC-Netzwerk beschreibt ein Anfangswertproblem (gewöhnliche Differentialgleichung mit Anfangswerten. Gleiches würde auch für den Randknoten xN gelten. dessen thermische Kapazität CN aber hier nicht von Bedeutung ist.106) Aα modelliert werden. da TN (t) = TL (t) fest vorgegeben ist (Randbedingung erster Art). Abbildung 4.4.und Regelungstechnik. TU Wien . d. Thermische Kapazitäten haben keinen Einfluss auf die stationäre Temperaturverteilung und das stationäre Wärmeübertragungsverhalten des Systems. (4. • Eine Randbedingung zweiter Art (fest vorgegebener Wärmestrom Q˙ r ) kann als ideale Stromquelle modelliert werden (vgl. alle Kapazitäten sind sternförmig um die thermische Masse angeordnet.3) kann mit Hilfe eines thermischen Widerstandes (Kontakt. Abbildung 4.65) und (4. ist seine thermische Kapazität C0 nur halb so groß. die Abschnitte 4. Ist eines der beiden Temperaturniveaus fest vorgegeben (gilt z.69)) steht mit dem thermischen Widerstand über die Beziehung 1 R= (4.2. häufig für die Umgebungstemperatur T∞ ). • Thermische Widerstände stellen immer eine thermische Verbindungsstrecke zwischen zwei Knoten dar. • Volumetrische Wärmequellen können als zusätzliche in die Netzwerkknoten mündende Stromquellen modelliert werden (vgl.105) Ak in Verbindung.22b).1 bis 4. Rr = Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.22a).

Eine eindeutige physikalische Interpretation ist jedoch nur bei der sternförmigen Anordnung der Kapazitäten möglich.22d gezeigte Knotenelement i dienen. Dieses Prinzip ist erweiterbar.2 Ri. b) Randbedingung zweiter Art.3 Ti Q˙ r a) b) Gi c) Ci d) Abbildung 4.i+1 Ri. d) Knotenelement mit Wärmequelle. auch (4. . Als Grundeinheit zur Erstellung thermischer RC-Netzwerke kann das in Abbildung 4.22: Basiselemente für thermische RC-Netzwerke. c) Randbedingung dritter Art.. (4. Kugi et al.und Regelungstechnik. an der Mantelfläche isolierten Körpers mit der volumetrischen Wärmequelle g gilt (vgl.107a) (4. dass eine Finite Differenzen Formulierung eines Wärmeübertragungsproblems eine einfache Interpretation als thermisches RC-Netzwerk in Form eines Cauer Modells zulässt. .103) durch entsprechende nichtlineare Ausdrücke zu ersetzen. Vielmehr kann ausgehend von einem physikalischen Modell durch benutzerdefinierte Partitionierung des Rechengebietes direkt manuell ein thermisches RC-Ersatzschaltbild erstellt werden.PSfrag replacemen 4. verbunden und beinhaltet außerdem eine (volumetrische) Wärmequelle Gi . .21 gezeigte sternförmige Anordnung der Kapazitäten rund um die thermische Masse kann durch Transformationen gefunden werden. denn das Modellierungsergebnis muss nicht zwingend ein Cauer Modell sein und der Ausgangspunkt der Modellierung ist zumeist keine Finite Differenzen Diskretisierung. Im obigen Beispiel wurde gezeigt. Außerdem ist es natürlich möglich den linearisierten Anteil des thermischen Verhaltens als lineares Netzwerk zu modellieren. TU Wien .2.j mit den anderen Knoten j = 1. T2 T1 Tr T∞ Rr Tr Ri.4) verwendet werden.1 T3 Ri. Abschnitt 4. Daraus kann leicht ein Zustandsraummodell des Systems abgelesen werden. a) Randbedingung erster Art. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.96)) Ci = ∆xi Aρcp ∆xi. Eine andere als die in Abbildung 4. Wärmestrahlung. Wie die nachfolgende Aufgabe zeigt. B.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 152 • Soll ein RC-Netzwerkmodell auch zur Abbildung nichtlinearer Effekte (z. Institut für Automatisierungs. 2. Im Falle eines prismatischen. vgl.107c) In technischen Anwendungen mit komplexeren Geometrien werden diese Werte oft in Messungen oder numerischen Analysen bestimmt.i+1 = Aλ Gi = ∆xi Ag . Es ist über eine Kapazität Ci mit der thermischen Masse und über Widerstände Ri.107b) (4. so sind die konstitutiven Beziehungen (4.

der Breite B und der Höhe H (vgl. In der darauffolgenden Aufgabe wird die passive Kühlung eines Elektronikbauteils untersucht.4. b. müsste ein 2-dimensionales stationäres Wärmeleitproblem (numerisch) gelöst werden. Der Quader besteht aus den vier Blöcken a. die oftmals brauchbare Näherungen für R sind. [4.4]).19 (Serien. b) thermisches Ersatzschaltbild für obere Schranke des Gesamtwiderstandes. a) Aufbau.4]).23: Serien. An der linken und an der rechten Seitenfläche werden homogen verteilte feste Randtemperaturen eingeprägt (Randbedingungen erster Art). c und d mit unterschiedlichen Materialien. Kugi et al.. TU Wien . Um den wahren thermischen Widerstand R des Quaders zu ermitteln.23a zeigt einen inhomogenen wärmeleitenden Quader mit der Länge L.und Parallelschaltungen von thermischen Widerständen zumindest näherungsweise berechnet werden. Institut für Automatisierungs.und Parallelschaltung von thermischen Widerständen (in Anlehnung an [4. c) thermisches Ersatzschaltbild für untere Schranke des Gesamtwiderstandes. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A. L Lb = Lc La a H b λb H b Ld d λd λa c λc H c a) La λa HB b) c) Lb λb H b B Lc λc H c B Ld λd HB La λa H b B Lb λb H b B Ld λd H b B La λa H c B Lc λc H c B Ld λd H c B Abbildung 4.und Parallelschaltungen von Teilwiderständen lassen sich aber untere und obere Schranken für R finden.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 153 können auch Serien. Alle übrigen Oberflächen sind adiabat. Aufgabe 4. Abbildung 4. Durch einfache Serien.und Parallelschaltung von thermischen Widerständen).und Regelungstechnik.

Ein linearer Spannungsregler liefert am Ausgang Ua = 5 V. A Schnitt A-A Kunststoffgehäuse Sperrschicht T∞ Substrat Basisplatte Kühlkörper a) A Anschlusskontakte b) Wärmeleitpaste Abbildung 4. TU Wien .20 (Dimensionierung eines Kühlkörpers für einen Spannungsregler).6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 154 Begründen Sie anhand der Abbildungen 4. Kugi et al. h. d. Die Sperrschichttemperatur TS soll den Wert TS. Um die Kühlung zu verbessern.und Regelungstechnik. wobei für die Eingangsspannung 6 V ≤ Ue ≤ 20 V gelten muss. wobei die Umgebungsluft die feste Temperatur T∞ = 313 K aufweist. Institut für Automatisierungs.108a) eine untere Schranke für R und 1 R= 1 La λa Hb B + Lb λb Hb B + Ld λd Hb B + (4.002 kg und eine spezifische Wärmekapazität cB = 385 J/(kg K) (Kupfer).5 A. a) Ansicht. warum R= La + λa HB λb Hb B Lb 1 + λc Hc B Lc + Ld λd HB (4.max = 403 K nicht überschreiten.02 kg und der spezifischen Wärmekapazität cK = 903 J/(kg K) (Aluminium) aufgeschraubt. Die Wärmeübertragung über das Kunststoffgehäuse und die elektrischen Anschlusskontakte sei vernachlässigbar klein.24: Spannungsregler mit Kühlkörper. Durch die Verwendung von Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A.108b) 1 La λa Hc B + Lc λc Hc B + Ld λd Hc B eine obere Schranke für R darstellt. b) innerer Aufbau. Die Basisplatte hat eine Masse mB = 0. Aufgabe 4.23b und c.. Der thermische Widerstand zwischen Kühlkörper und Umgebungsluft beträgt laut Datenblatt des Kühlkörpers RK∞ = 7 K/W. Der gleiche Strom fließt auch eingangsseitig.4. Aus dem Datenblatt des Spannungsreglers sind außerdem die thermischen Widerstandswerte RSB = 5 K/W und RB∞ = 60 K/W bekannt. Die angeschlossene Last zieht einen Gleichstrom Ia = 0. wird ein Kühlkörper (passive Kühlung) mit der Masse mK = 0. RSB ist der thermische Widerstand zwischen Sperrschicht und Basisplatte und RB∞ ist der thermische Widerstand zwischen Basisplatte und Umgebungsluft. der Spannungsregler reduziert nur die Eingangsspannung auf den gewünschten Ausgangswert Ua .

Die Paste besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0. damit der Spannungsregler in der Konfiguration mit dem Kühlkörper nicht überhitzt? Lösung von Aufgabe 4. Kugi et al. Welche Frequenz f muss das Signal mindestens haben. a) ohne Kühlkörper. c) Offensichtlich ist es auch mit dem Kühlkörper nicht zulässig. c) Die Frequenz f muss bei mindestens 1.25 steht P für die Heizleistung des Spannungsreglers und RP für den Wärmeübergangswiderstand der Wärmeleitpaste.8 W/(m K) und wurde auf einer Fläche A = 150 mm2 mit einer Dicke H = 30 µm aufgetragen. die Eingangsspannung konstant auf 20 V zu halten. b) Die Eingangsspannung Ue darf ohne den Kühlkörper maximal 7.061 V betragen.4. b) Wie hoch darf die Eingangsspannung Ue im stationären Fall maximal sein. Berücksichtigen Sie dabei auch die thermische Kapazität der Basisplatte CB und des Kühlkörpers CK . TS RSB TB RB∞ T∞ P a) CB TS RSB TB P RP CB TK RK∞ T∞ CK b) Abbildung 4. Zur Untersuchung des Einflusses von Schwankungen der Eingangsspannung gehen Sie nun davon aus.146 h−1 liegen. dass die Ein¯e + U ˆe cos(2πf t) mit U ¯e = 13 V und gangsspannung den Verlauf Ue (t) = U ˆ Ue = 7 V besitzt. a) Zeichnen Sie das thermische Ersatzschaltbild einmal ohne und einmal mit dem Kühlkörper.429 · 10−3 Hz = 5. TU Wien .max eingehalten wird? Berechnen Sie das Ergebnis sowohl für den Fall ohne als auch mit dem Kühlkörper. b) mit Kühlkörper. a) In Abbildung 4. Alle übrigen thermischen Kapazitäten im Spannungsregler seien vernachlässigbar.6 Numerische Lösung von Wärmeübertragungsproblemen Seite 155 Wärmeleitpaste konnte der Übergangswiderstand zwischen Basisplatte und Kühlkörper im Vergleich zu einem Luftspalt deutlich reduziert werden. damit die zulässige Sperrschichttemperatur TS.462 V und mit dem Kühlkörper maximal 18. Vorlesung und Übung Modellbildung (SS 2013) © A..25: Thermische Ersatzschaltbilder.und Regelungstechnik.20. Institut für Automatisierungs.

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