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PHILOSOPHISCHE ANTHROPOLOGIE UND DIE „SOZIOLOGISIERUNG“

DES WISSENS VOM MENSCHEN
Einige Zusammenhänge zwischen einer philosophischen Denktradition
und der Soziologie in Deutschland*
Von Karl-Siegbert Rehberg

Bezaubern konnte nur etwas Unbestreitbares, das
diesseits aller Ideologien, diesseits von Gott und
Staat, von Natur und Geschichte zu fassen war,
aus dem vielleicht die Ideologien aufsteigen, von
dem sie aber ebenso gewiß wieder verschlungen
werden: das Leben.
Helmuth Plessner

I
Manches mag dagegen sprechen, der Philosophischen Anthropologiel im Rahmen einer
Fachgeschichte der Soziologie ausführlichen Raum zuzugestehen, zumal es sich ja
um eine Theorie oder „Schule“, vielleicht gar um eine Teildisziplin der Philosophie
handelt. Vordergründig ließen sich solche Vorbehalte durch den in diesem
Sammelband angesprochenen Zeitraum (1918-1945) dadurch entkräften, daß es sich
bei der Philosophischen Anthropologie um ein antiquiertes, dem neueren
Erkenntnisstand nicht mehr angemessenes Denken handele, sozusagen um eine der
Zwischenkriegszeit angepaßte Sozialtheorie, welche aus diesem Grund in einer
fachhistorischen Chronik nicht auszuschalten sei. Manches läßt sich, denke ich, für
solche Skepsis anführen. Da ist vor allem der ausdrückliche Versuch aller Autoren
der „Gründergeneration“, die Soziologie inhaltlich und methodologisch scharf von
allen anderen, sachlich durchaus eng verbundenen humanwissenschaftlichen
Ansätzen abzugrenzen. Von dieser Autorengruppe wäre eine Natur* In erster Näherung habe ich Grundzüge der hier ausgearbeiteten Überlegungen formuliert in
meinem Beitrag zu einer vom Philosophischen Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen
Hochschule Aachen veranstalteten interdisziplinären Vortragsreihe „Philosophie und Gesellschaft“
(vorgetragen am 23.11.1979); eine erste erweiterte Ausarbeitung erschien unter dem Titel „Zum
Verhältnis von Philosophischer Anthropologie' und Soziologie“ in: Sociale Wetenschappen, Jg. 23,
1980, S. 319-344.
Dank für vielerlei Anregungen und hilfreiche Unterstützung habe ich zu sagen Albert Bilo, Irmgard
Pinn, Elisabeth Rehberg und Heinrich Wahlen.

[in: R. M. Lepisus, Soziologie in Deutschland und Österreich von 1918 bis 1945.
Materialien zu Entwicklung, Emigration und Wirkungsgeschichte, Kölner Zeitschrift für
Soziologie und Sozialpsychologie, SH 23 (1981), 160-198]

Philosophische Anthropologie

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und Kulturwissenschaften verbinden wollende, als Synthese- und Grundlagentheorie
sich gleichermaßen anbietende Philosophische Anthropologie als ihren eigenen
Intentionen entgegengesetzt zurückgewiesen worden. Das heißt keineswegs, daß
„antropologische“ Probleme und Reflexionsebenen irrelevant gewesen wären, etwa für
Georg Simmel, Ferdinand Tönnies oder Max Weber, vielmehr beruhen ihre
fachwissenschaftlichen Untersuchungen oft auf folgenreichen anthropologischen Vorannahmen wie auch umgekehrt etwa ihre Werke durchaus auf „anthropologische“
Resultate hin fruchtbar gemacht werden können, wie es jüngst Friedrich H. Tenbruck
für Max Webers Theorie der Rationalisierung vorschlug.2 Einzig kam es diesen Autoren
darauf an, trennscharf die Soziologie gerade dadurch zu etablieren, daß sie nicht als
hochkomplexe
Universalwissenschaft
vom
Menschen,
sondern
eben
als
eingeschränkte Perspektive und als methodisch disziplinierter Blick auf die zwischenmenschliche Wirkungssphäre entwickelt wurde. Daß es keinesfalls selbstverständlich
ist, die Philosophische Anthropologie rückblickend mit der Soziologiegeschichte zu
verklammern.
wird
auch
daran
deutlich,
daß
es
wissenschaftliche
Kommunikationsbeziehungen zwischen den Fächern nur selten - am ehesten noch im
Umfeld der „Leipziger Schule“3 - gab. Und daß die soziologischen Debatten etwa die
konstellative Formensoziologie Simmels, die Handlungstheorie wie auch die
welthistorischen Studien Max Webers, die gesellschaftlichen Integrationsmodalitäten
einer sich historisch wandelnden „Solidarität“ bei Emile Durkheim, ja selbst die
nachhaltig z.B. die ganze Jugendbewegung beeinflussende Unterscheidung von
„Gemeinschaft“ und Gesellschaft“ durch Tönnies die philosophisch-anthropologische
Theoriebildung wenigstens nicht explizit - beeinflußt haben4, gehört ebenfalls in diesen
Zusammenhang. Es zeigt dieses Beispiel übrigens deutlich, daß Denkbeziehungen
überhaupt nicht aufzuschließen sind, wenn man nur von den expliziten Bezug den
objektiven Positionsvernetzungen ausgeht, wie sie in Karriere-Untersuchungen oder
Zitationsanalysen sichtbar gemacht werden können. Theoriegeschichtliche Forschung
muß die Beziehungen abstecken, auf die sie sich richtet. Philosophische
Anthropologie als spezifisch deutsche Theorievariante hat einen wichtigen Beitrag zur
Durchsetzung einer sozialwissenschaftlichen Perspektive geleistet, ohne daß deren
Autoren als „Soziologen“ sich fühlten oder von denen, die so sich schon definierten,
als ihrem Fache zugehörig anerkannt wurden. Andererseits kann „die Soziologie“ in
der Zwischenkriegszeit keineswegs als festgefügte Disziplin aufgefaßt werden. Die
Relationen zwischen diesen institutionell und thematisch durchaus nebeneinander oder
teilweise auch gegeneinander stehenden Wissenszusammenhängen sind auf einer der
bloß fachorganisatorischen Rekonstruktion zugänglichen Ebene nicht zu finden.
Auf der leichter zugänglichen Ebene offizieller Absichtserklärungen und Themenwahlen
ergeben sich teilweise doch sehr enge Beziehungen zwischen dem, worauf alle Autoren
der Tradition der Philosophischen Anthropologie zielen, und einer spezialisierten
Soziologie. So war es gerade ein so strenger Systematiker des Zwischenmenschlichen
und Organisator der Fachdisziplin wie Leopold von Wiese, der seine „Gedanken zu
einer zusammenfassenden Anthropologie“ unter dem Titel „Homo sum“ 5
veröffentlichte, und auch Werner Sombart, einer der wichtigsten Autoren einer spezi-

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Karl-Siegbert Rehberg

fisch soziologisch relationierenden Analyse jener Einstellungen und Orient die den
Kapitalismus begünstigt haben, legte den „Versuch einer geisteswissenschaftlichen
Anthropologie“ („Vom Menschen“)6 vor, wobei er die Soziologie als Unterabteilung, als
„Teil- und Spezialdisziplin“ einer geisteswissenschaftlichen Anthropologie bezeichnete7,
darin mit dem Urteil übereinstimmend, das sich in von Wieses „System der
Allgemeinen Soziologie“ findet, wenn dieser schreibt: „Die Soziologie genannte
Wissenschaft ist ein Ausschnitt aus der Gesamtlehre vom Menschen. Auch ihr Ziel ist,
über den Menschen Richtiges auszusagen. Sie ist ein Stück Anthropologie,
keineswegs aber die ganze Anthropologie; denn nicht das Menschliche insgesamt,
sondern das Zwischenmenschliche ... ist ihr Gegenstand8.“ Ferner läßt für den engen
Zusammenhang
zwischen
Philosophischer Anthropologie
und
soziologischer
Fachentwicklung sich anführen, daß deren produktivste Vertreter – besonders aus der
Perspektive der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg betrachtet den
Gesellschaftswissenschaften durchaus zugerechnet werden, so Max Scheler, wenn
auch häufig in falscher Einschränkung nur als Wissenssoziologe, so auch Helmuth
Plessner und Arnold Gehlen, die nach dem Kriege soziologische Lehrstühle hatten, wobei
Plessner sich auch führend am organisatorischen Wiederaufbau des Faches beteiligte.9
Arnold Gehlen übrigens vollzog sein Abrücken von der empirisch verfaßten Philosophie worin ein in den 20er bis 40er Jahren durchaus „zeitgemäßes“ Motiv sichtbar wird sehr deutlich; der theoretischen Umorientierung zu einer „empirischen Philosophie“
folgte nach dem Kriege auch eine „professionelle“ (und dies nicht nur unfreiwillig):
Als er beispielsweise den Ruf nach Aachen bekam, wurde ihm zur Wahl gestellt, ob
er den philosophischen oder den soziologischen Lehrstuhl übernehmen wolle. Seine
Entscheidung für die Soziologie war für ihn die nochmalige Bestätigung, daß
aufschlußreiche und das Wissen erweiternde Denkzusammenhänge außerhalb der
Wissenschaften nicht mehr gegeben sind, wenngleich dann schließlich die Entwicklung
der Soziologie zu einer Leitdisziplin des linken Protestes ihn eher befremdete.
Die durch alle Themenstellungen der Schelerschen Philosophie, dieser empirischen
durchgearbeiteten Metaphysik, gehende Erörterung sozialer Seinsformen und
-schichten, die dann auch akademische Zuwendung Plessners und Gehlens zur
Soziologie insgesamt dem Umbau ihrer Themenstellung sind nun keineswegs zufällig,
weil dies die „Soziologisierung“ der philosophischen Reflexion repräsentiert. Schon die
Motive, Philosophie als Anthropologie zu entwickeln, hatten gesellschaftliche Gründe,
denn es kann dies so verstanden werden, daß Stabilisierungsnotwendigkeiten und
Ordnungen des menschlichen Lebens tiefer als nur historisch - oder auch nur auf der
Ebene sozialer Bedingungen - zu begründen seien10, daß also die Lebensweise des
Menschen aus seiner „Natur“ heraus ausgelegt werden müsse. Dies führte dann auch
inhaltlich in allen Konzepten zu einer Ableitungs- und Konkretisierungsebene, auf
der „das Soziale“ zu behandeln war, also z.B. die schon in die Prozesse der
Sozialisation des Spracherwerbs eingelassenen Formen sozialer Gestaltungs- und
Beeinflussung macht, denn die Sprache beispielsweise ist allein vom Gesichtspunkt
der Bewegungsmotorik aus nicht zu verstehen. So kam es auch durchgängig zur
anthropologisch Deutung bzw. auch Legitimierung sozialer Regelungszusammenhänge,
Interaktions-

in einer Art theoriegeschichtlichem Parallelismus. die ohne die Vorbedingung der Philosophischen Anthropologie undenkbar wäre. daß die fundamentale Kritik der anthropologischen Ansätze wie auch die produktivste Form ihrer Weiterführung im Rahmen der Soziologie sich vollzog. und zwar nicht nur von Autoren. Philosophische Anthropologie führe – sogar gegen die Absichten des Autors. ebenso einbezogen wie auch die anthropologischen Prämissen und Problemlösungspotentiale von Theorien wie der interaktionistischen George Herbert Meads entdeckt wurden . Das scheint mir übrigens auch für die gesamte Kommunikationsund Kompetenztheorie von Jürgen Habermas zu gelten 16. der schon 1934 verwendet wurde 17 und gewissermaßen auch die Selbstausle- . Ausgearbeitet wurden diese Themen. Schließlich sei als letzter Aspekt des Zusammenhanges von Philosophischer Anthropologie und Soziologie genannt. häufig nominalistisch oder formentheoretisch verfahrenden Soziologie merkwürdig „blaß“. wenn man die kaum vorhandene Auseinandersetzung mit der soziologischen Theorieentwicklung bedenkt.Philosophische Anthropologie 163 konstellationen und Institutionen. und keineswegs soll eine „wissenschaftliche“ und ideologiefreie Soziologie hier einer weltanschauungsgetränkten Anthropologie gegenübergestellt werden: Aber eine mit den philosophisch-anthropologischen Thesen verbundene besondere Form der Popularisierbarkeit (eben auch ihrer sozialtheoretischen Aussagen) war wohl ein Grund für ihren Rezeptionserfolg. der Vorwurf insbesondere.15 Neue Ansätze wie die von Dietmar Kamper entwickelte Reflexions-Anthropologie oder das mehr die historischen Veränderungen der Verhaltensweisen in den Mittelpunkt stellende Konzept einer „experimentellen Anthropologie“ von Wolf Lepenies und Helmut Nolte führten zu einer Reformulierung anthropologischer Fragestellungen.zur Ahistorizität und Entwicklungsferne des theoretischen Ansatzes 13. die gewissermaßen die ihr eigene Reflexionsebene nicht hätte finden können. schließlich auch in der Kulturanthropologie Erich Rothackers. der gegenüber die Ableitungen der ausdrücklich auf Künstlichkeit und Hypothesenbildung gerichteten. sondern auch in Richtung auf erziehungswissenschaftliche Ansätzell . wie man es Plessner konzedierte . griffige und im Bildungswissen weithin durchgesetzte soziologische Forschungsresulatte gegeben. Sicher hat es auch ideologisch wirksame. Ein auffälliger Wirkungszusammenhang der anthropologischen Grundlegung sozialer Regulationen mag übrigens darin gesehen werden. Hier war es gerade die Auseinandersetzung mit dem Werk Arnold Gehlens. welche schließlich ausdrücklich als „Soziologen“ arbeiteten. daß hier eine ontologische Fundierung für historisch entwickelte Ordnungsarrangements gelingt. Von dieser Kritik aus wurden aber verdrängte Denktraditionen. wie etwa die Anthropologie Feuerbachs14. II Für die 30er und 40er Jahre dieses Jahrhunderts hat sich für die Entwicklung philosophischer Konzepte der Ausdruck von der „anthropologischen Wende“ eingebürgert. Eduard Spranger oder Otto Friedrich Bollnow. so von Theodor Litt. lediglich als Erkenntnisaspekt oder Untersuchungsgesichtspunkt erscheinen 12 .

Der Ausgangspunkt wird dabei zumeist an Max Schelers Initialschrift „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ (1927) festgemacht18. Otto Ammon und Ludwig Woltmann35. Werner Sombart zeigte allerdings in einem umfassenden Literaturbericht22. man denke etwa an das Referat über „Die Begriffe Rasse und Gesellschaft“. der Sprachwissenschaften. Jahrhunderts immer wieder beschworenen Wissenschaftskrise finden wollten. „man erinnere sich .. In der soziologischen Diskussion wurde um die Jahrhundertwende Anthropologie wesentlich als in dieser Weise naturalistische. Henric Steffens und Job. Für die rassentheoretische Schule und daraus abgeleitete Anthropologien stehen im übrigen Arthur Comte de Gobineau. Das größte Problem war eben der Mensch' in seinem gesetzmäßigen Sein und seinem gesetzmäßigen Werden. und frühen 19. die Arbeiten von Adolphe Quetelet und Adolph Wagner sowie eine 1857 anonym erschienene „Soziale Anthropologie“28.etwa von medizinischen Anthropologie-Konzepten.Arbeiten aus sollten gerade solche Wesenseigentümlichkeiten des Menschen behandelbar werden. Vor diesem Hintergrund erscheint nun die Einengung der Anthropologie auf Abstammungslehre und Rassenkunde Sombart als „Verfall“30. Wilhelm Humboldt. Jahrhundert für besonders wichtig hielt26. die prominent etwa von Ernst Haeckel vertreten wurde. als deren wichtigste Autoren Joseph Hillebrand.auf die ja noch der Titel der Anthropologie-Vorlesungen von Immanuel Kant25 verweist . Aug. der allerdings auch mit der fachlichen Differenzierung innerhalb der Medizin.164 Karl-Siegbert Rehberg gung der Autoren einer philosophischen Richtung kennzeichnet.. und die scharfe Abfuhr. welche Auswege aus den Reflexionssackgassen traditioneller Philosophie und aus der seit dem Ende des 19. deren Wirksamkeit Sombart auch für die „Erneuerung“ der Anthropologie im 20. . deutlicher noch zwölf Jahre später nach dessen Buch über die „Abstammung des Menschen“21. an die beliebte Realanalogie zwischen Menschenaltern und Geschichtsepochen andrerseits. Jahrhunderts. Jahrhundert23 zurückverfolgbare Traditionslinie ermöglichte Sombart dann die Unterscheidung „pragmatischer Anthropologien“24 . welche . schließlich vor allem: der Philosophie zusammenhängt. Seit 1859 Charles Darwins „Entstehung der Arten“20 erschienen war bzw. der Anthropo-Geographie und -Biologie. daß Anthropologie als eine Unterabteilung der Zoologie zu betreiben sei. aber auch der Pädagogik. den man aus den zufälligen äußeren Verumstandungen und seinen Werken heraus zu verstehen trachtete27. des Glaubens an die Idee der Humanité und der Perfectibilité des Menschen einerseits. Von diesen . ließe sich aber schon in den frühen 20er Jahren ausmachen 19. und 18. Psychologie und Völkerkunde.die Konstitution des Menschen und deren Zusammenhang mit den Formen der Weltbearbeitung zum Thema machten. wobei hier die Entwicklungsgeschichte des Menschen auf dem Hintergrund vergleichender Darstellungen der Sitten und Gebräuche „primitiver Völker“ dargestellt wurde. schien es festgelegt. Diese bis ins 17.ganz wie später die Philosophische Anthropologie . der das 18. Rassentheorie und an den Naturprozessen orientierte „organizistische“ Sozialtheorien bestimmen das Bild der Anthropologie auch in Paul Barths „Die Philosophie der Geschichte der Soziologie“32 oder in Fausto Squillaces „Die soziologischen Theorien“33. insbesondere rassentheoretische Konzeption verstanden.“ Sombart nennt als wichtigste Beispiele: Adolf Bastian. daß diesem eingeengten Verständnis anthropologische Konzepte vorausgingen. die Max Weber dieser Position erteilte 31. das Alfred Ploetz auf dem ersten Soziologentag 1910 in Frankfurt gehalten hat. Albert Schäffle und Rene Worms und auf der anderen Seite Autoren in der Nachfolge Herbert Spencers als „bio-organistische Schule“34. Unmittelbar daran schloß er unter Nennung vieler Beispiele die „universalen Anthropologien“ an. Pitirim Sorokin behandelt als „biologische Erklärung sozialer Erscheinungen“ wiederum auf der einen Seite Paul von Lilienfeld. eine Ansicht. Chr. Zur „soziologischen“ Anthropologie zählte er universalhistorische und ethnologische Studien des 18. die den historischen Variationen seiner Lebensweise zugrunde lagen.man würde heute vielleicht sagen „ethnologischen“ . Zur Lehre vom Menschen in ethnischer Anthropologie (1895) sowie Schriften von Karl Ludwig Körschke. Heinroth genannt werden29. Jahrhundert beherrscht.

womit ein erster Schritt auch schon zur Soziologisierung“ der Fragestellung getan ist. Eduard von Hartmann. in der kurzen Kolonialherrschaft des Deutschen Reiches traditionsreich nicht entwickelt werden konnte. Wissenschaft. wie sie für die angelsächsischen Länder. daß zwischen Mensch und Tier keine „prinzipielle Schranke“.T. und die allemal gründe „in einem Negativen..Motive. hat seine Gründe darin. 1931 schrieb der Simmel-Schüler Bernhard Groethuysen eine philosophiegeschichtliche Abhandlung unter dem Titel „Philosophische Anthropologie49. Religion. naturwissenschaftliche. Die Einarbeitung biologischer und später: ethologischer Erkenntnisse in das anthropologische Denken vollzog sich aber wesentlich nicht unter dem Gesichtspunkt einer „Naturgeschichte des Menschen“. Charles Darwin und Ernst Haeckel. 1927 erschien dann die als „Programmschrift“ für diese ganze „Schule“ anerkannte schmale Broschüre Max Schelers „Die Stellung des Menschen im Kosmos“48. auf sozial konstituierte Zusammenhänge wie Moral. die Ausstrahlungen der Vernunft“ 43. in einer äußersten Selbstverlorenheit des menschlichen Ich“ . um nur einige Beispiele zu nennen: 1919 veröffentlichte Theodor Litt „Individuum und Gemeinschaft“44. Paul Deussen. das im wesentlichen schon 1939 fertiggestellt war. setzt seine „prinzipielle Lösung“ von den Auffassungen der Naturwissenschaft ab. aber auch an die „Theologie des Krisenprotestantismus“. Diese Entwicklungslinie ist aber zu ergänzen um die andere.Philosophische Anthropologie 165 Daß die Alternative zu dieser naturalistischen Verengung der Perspektive in Deutschland wesentlich im Rahmen einer philosophischen Reflexion entwickelt wurde. daß der Geist des Menschen sich qualitativ vom tierischen unterscheide . Die Philosophische Anthropologie nun argumentierte gegenüber einem rassenkundlichen und rein abstammungstheoretischen Ansatz aus einem Blickwinkel. . sondern im Hinblick auf ein naturbedingtes und naturhaftes.. besonders aber auf Sprache und Werkzeug verweisen.so der „Vitalismus“ von Hans Driesch 38. Als Begründer dieser Ansichtsweise nennt er Jean de Lamarck. die insbesondere bei Sören Kierkegaard in einem spezifischen Pathos der „Existenz“ des „Einzelnen“ formuliert wurden und insbesondere die Existenzphilosophie. wie auch von Viktor von Weizsäckers „Der Gestaltkreis“54. dessen Buch „Das Menschheitsrätsel“39 sehr wohl als „Gründungsdokument“ der „philosophisch-anthropologischen Denktradition“ angesehen werden kann. wobei es auch schon philosophische Verarbeitungen der Resultate der modernen Biologie waren. auch wesentlich auf die in diesen Ländern erarbeiteten Studien und Wissensbestände zurück36. Thomas Huxley und sogar Wilhelm Wundt genannt. aber auch die philosophische AnthropologieKonzepte beeinflußten37. aber auch für die Ethnologie Frankreichs . aber eben von dieser Natur aus „künstliches“. die z. So greifen dann Autoren der Philosophischen Anthropologie. die hier den Anstoß gaben . 1938 veröffentlichten Werner Sombart sein merkwürdig eklektizistisches Buch „Vom Menschen“50 und Erich Rothacker „Die Schichten der Persönlichkeit“51. daß eine „cultural“ bzw. „kulturelles“ oder „geistiges“ Wesen. 1940 folgte der anthropologische Versuch Leopold von Wieses „Homo Sum“ 52. folgen ließ.also der naturalistischen und rassentheoretischen Konzeption entgegengesetzt – wurde in den 20er bis 40er Jahren eine Fülle von anthropologischen Konzepten und Systemen ausgearbeitet. an Kant anknüpfe wie auch an Ludwig Feuerbach. 1922 erschien „Das Menschheitsrätsel“ von Paul Alsberg45 und 1923 Helmuth Plessners „Einheit der Sinne“46. daß vielmehr „Wesensgleichheit“ bestehe40. sein anthropologisches Hauptwerk. insofern nämlich die Produkte des Geistes. einem Mangel.also die imperialen Weltmächte um die Jahrhundertwende – bezeichnend ist. Auch Paul Alsberg. 1942 erschienen Paul Häberlins Studie „Der Mensch“56 und 1948 ein Buch von Theodor Litt. nämlich „Mensch und Welt“57. welche „zuungunsten des alten Dogmas von einer Sonderstellung des Menschen“ die These entwickelt hätten. ein Jahr später publizierte Hans Lipps sein Buch über „Die menschliche Natur“55. Demgegenüber . es ist dies auch das Erscheinungsjahr von Arnold Gehlens „Der Mensch“ 53. „social anthropology“.. dafür werden als Beispiele Ludwig Büchner. dem er fünf Jahre später „Die Stufen des Organischen und der Mensch“47. so daß Friedrich Seifert in seiner Darstellung der „anthropologischen Wende in der Philosophie“ von einer „Entdeckung des Menschen“ sprechen kann. der die „Sonderstellung“ des Menschen besonders hervorhebt.41 Demgegenüber beruft die „anthropistische“ Richtung42 sich darauf. soweit sie völkerkundliche Materialien verarbeiten. wobei dann deren Lösung des Problems schnell akzeptiert wurde.

Litt setzt bei seiner Analyse an der Opposition zwischen individualistischen und kollektivistischen Perspektiven an. werden gewissermaßen „interaktionistisch“ entwickelt. im Geschick des Theorieaufbaus.und Antwortrichtungen soll übrigens nicht unterschlagen.B. so daß das Verhältnis von „Individualität“ und „objektivem Geist“ in den Mittelpunkt gerückt wird.nachdem Max Scheler trotz der früheren Veröffentlichung von Paul Alsberg ein besonderer Prioritätsrang zugesprochen war58 .166 Karl-Siegbert Rehberg Diese oft mit sehr universalistischem Schwung sich gebenden Konzeptionen wurden in auffälliger zeitlicher. Insbesondere in der dritten. welchen Beitrag die anthropologisch formulierte Theorie zu einer „Soziologisierung“ der Problemstellung und der Antwortrichtung beigetragen hat. erweiterten Auf1age von 1926 arbeitet Litt eine „Interaktions-Dialektik“ zwischen dem ich und seinem Existenzfeld aus. wobei dies nicht in der Tradition organizistischer Theorien.wollten mehr oder weniger unabhängig von anderen zu ihrem Entwurf gekommen sein und suggerierten so etwas wie den output einer scientific community ohne existierendes Kommunikationsnetz. Entscheidend für die Weltkonstitution durch den Menschen werden dann die Interaktionsbeziehungen von „Ich“ und „Du“. was die genauen Gründe und Umstände dieser anthropologischen „Parallelaktion“ waren. in der sachaufschließenden Originalität oder in der Ableitungsgenauigkeit. in welcher der Zusammenschluß von soziologischer und anthropologischer Themenstellung schon deutlich vorausgenommen wurde. Den Autoren gegenüber. Soziale Verbände und Institutionenzusammenhänge.erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Theoriebeiträgen gibt. schließlich auch hinsichtlich jeweiliger politischer Konnotationen und Konsequenzen . daß . womit ebenso der Leib wie die „Raumwelt“ gemeint sind 61. wurde die Basis für die ver- . Die meisten Autoren . III Für den Zusammenhang von Philosophischer Anthropologie und Soziologie soll nun am Beispiel der wichtigsten Autoren der philosophisch-anthropologischen „Schule“59 skizziert werden. sondern in Fortsetzung Hegels liegt.z. die zur Philosoph . thematischer und methodischer Parallelität und zugleich doch in bemerkenswerter Distanz zueinander entwickelt. schließlich auch das.sehen Anthropologie im engeren Sinne zu rechnen sind. obwohl Litt eine biologische Ableitung seiner Gedanken nicht entwarf. was wir in Nachfolge Wilhelm Diltheys wie auch von Alfred Schütz als „Lebenswelten“ zu bezeichnen gewohnt sind. „Wissenssoziologisch“ wäre allerdings noch zu beantworten. 1. gewissermaßen eine Gemeinschaft der je Einzigartigen. Theodor Litt Einflußreich für die Philosophische Anthropologie wie auch für die Soziologie war die 1919 erstmals erschienene Schrift „Individuum und Gemeinschaft“60 von Theodor Litt. im Gang der Beweisführung. Die Betonung der Ähnlichkeit der Frage.

Darin finden sich die wichtigsten Gedanken zur Bestimmung des Menschen durch ein der „Natur“ entgegengesetztes. organisierenden Sozialgebilde in einer die soziale Vermittlung voraussetzenden anthropologischen Position gesehen. dennoch aber eine eigene Kombination solcher Merkmale bietet. als Synthese seiner anthropologischen Konzeption erschienen. dem griechichen und schließlich dem modern-naturwissenschaftlichen68.„Vergemeinschaftung“ und „Vergesellschaftung“ ausgegangen wird. die das Grundmotiv seiner gesamten Philosophie bestimmen. Scheler setzt in seiner Studie über „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ mit der Erörterung dreier „Menschenbilder“ an. Vorarbeiten und ausgeführte Teile. ist nie erschienen62. 2. also als Kompensation menschlicher Mängel und „Anpassungsschwächen“. seit 1914 die Abhandlung „Zur Idee des Menschen“ 63 erschienen war. Mit dieser theoretischen Veränderung der Perspektive verschiebt sich dann zugleich auch die Legitimationsfrage: Erst wenn nicht von den in Interaktionen realisierten und jeweiligen historischen Veränderungen unterworfenen Formen der . als insofern dann: invariant gesetzt werden.den „Geist“ -. Implizit hat Scheler an dieses „Bild des Menschen“ . Interaktion und die Formen des „oben Geistes“ sind mit dem Rekurs auf die anthropologischen Grundlagen menschlicher Lebensweise immer auch angesprochen. systematisch behandeln sollte. Dieser als Programmschrift der ganzen philosophisch-anthropologischen „Schule“ angesehene schmale Band über „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ wird ergänzt durch anthropologische Analysen in den Werken der „mittleren Periode“. finden sich in allen Schriften. Individualität. also in „Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik“65 und in „Wesen und Formen der Sympathie“66. dem jüdisch-christlichen. den Scheler in der „Schule der Weisheit“ des Grafen Hermann Keyserling64 gehalten hatte. Max Scheler Das zusammenfassende Buch über „philosophische Anthropologie“.als durch die „Natur“ legitimiert und erzwungen. von denen man auf den Gesamtentwurf schließen kann. Aber in der Philosophischen Anthrologie wird die soziale Welt nicht als Ausgangspunkt der Betrachtung. welches zwar auch naturwissenschaftlich sich begründete und viele Aspekte des jüdischchristlichen Weltbildes säkularisiert übernommen hat. als „Werkzeug seiner Daseinsführung.traditionell gesprochen .Philosophische Anthropologie 167 sachlichenden und die Unmittelbarkeit der Lebensführung rationalisierenden bzw. Dabei geht er auf die rationalistische Zurichtung des „bürgerlichen“ Menschenbildes nicht eigens ein. sondern als Konsequenz. ihn aus der Natur heraushebendes Prinzip . Sodann erscheinen Teilstücke der Konzeption auch in späten Aufsätzen wie dem über „Mensch und Geschichte67. die dann in der 1927 gedruckten Zusammenfassung des Vortrages. „was ist der Mensch und was ist seine Stellung im Sein?“.auch wenn sie durchaus als historisch sich wandelnde begriffen werden (wie entgegen vielen Vorurteilen sogar von Arnold Gehlen) . das Scheler an vielen Stellen seines Werkes ankündigt und das die Fragen danach. können diese sozialen Daseinsformen . als ableitbare Folge der Organausstattung des Menschen entwickelt.

der ewige Protestant gegen alle bloße Wirklichkeit78. die Werthierarchisierungen und die verschiedenen Grundformen des Wissens . Diese Entwicklungsaufstufung führt schließlich zur „organisch gebundenen. Selbstbewußtsein und Lebensführung sind die Besonderheiten des Menschen. d. was ich als „Soziologisierung“ der Fragestellung verstehe . der höhere Vernunftideen und Werte ledige“75. der weisheitslose Intellekt'.auch da noch es verabscheut und flieht -. Lec. die ihnen Nahrung durch Wahrnehmungsbilder und Vorstellungen versagend . aber „nicht der Geist.verhalten kann. das als „Person“. ist der Mensch . Oswald Spengler und Theodor Lessing findet 74. sondern ‚umweltfrei‘ und . zu einem Lebewesen also. Das Prinzip des „Geistes“ 73 bestimmt nach Schelers Auffassung den Menschen. er ist in gewissem Maße der Feind des Lebens. Frobenius. So wird der Mensch zum „Neinsagenkönner“. also von einem Aktzentrum her.und umweltgebunden. welche beim „ekstatischen Gefühlsdrang“69 ansetzt. den Klages mit ‚Geist‘ verwechselt. welche im Hin- . das heftig es durchschauert. nur der übersublimierte .“ Von hier aus sind dann die Umkehrungsschöpfungen des menschlichen Geistes zu behandeln. Allerdings opponiert er der „pan-romantischen“ Mystifikation. Edgar Dacque. wie er selbst an Widerständen erst sich stärkt. und es kommen die ganze Sphäre des zwischenmenschlichen Lebens.die eigenen Triebimpulse unterdrückend und verdrängend.. Scheler wertet diesen Gedanken sehr akzentuiert nach der Seite einer asketische Lebensverneinung aus.h. etwa in allen Passagen seines Werkes. Schelers Stufentheorie der „psychischen Urphänomene des Lebens“ zeichnet eine Entwicklung. der als Lebewesen in dieser Kontinuitätslinie steht. daß nämlich der Wille den Triebimpulsen Widerstand entgegensetzen kann. eine Komplexions. der Weltbeherrschung des Menschen gewidmet sind. dann die Festgelegtheiten des Instinkts70 behandelt. die der rationalen Daseinsgestaltung. zu denken ist und das insofern „nicht mehr trieb.. vielmehr einzig durch einen Gegensatz zu dieser Aufstufung. nach welcher der „Weg des Geistes“ als „ein wirklicher Todesweg“ aufgefaßt ist.. das immer ‚Ja‘ zum Wirklichsein sagt .also genau das. deren am meisten komplexes Produkt er selbst ist. Also Distanzierung. praktischen Intelligenz“72. der Philosophie Friedrich Nietzsches und den von Ludwig Klages entworfenen Dualismus von „Geist“ und „Seele“ aufnimmt. nämlich die Negierung des Lebens durch den Geist (welche mit der Abtötung des Lebens eben nicht identisch gesetzt ist) steht ein Wesen. Sein Gesamtwerk ist Entwurf einer umfassenden „Menschenwissenschaft“ zu verstehen.Intellekt`.. In der Umkehrung des Lebens durch eine unerhörte Distanzierungsleistung. wie er sie bei Ludwig Klages. das „kraft seines Geistes sich zu seinem Leben. dem die größeren Verarbeitungsfreiheiten des „assoziativen Gedädchtnisses“ 7l folgen. Mit dem Tiere verglichen.und Wertsteigerung der Lebensprinzipien nach. ‚weltoffen‘ (ist): Ein solches Wesen hat Welt'„ 76. wobei er Motive der Schopenhauerschen Willens-Metaphysik.168 Karl-Siegbert Rehberg vielfach selbst angeknüpft. Sachlichkeit. So wäre wohl in der ausgearbeiteten Anthropologie Schelers eine durchgeformte Sozialund Kulturtheorie zu erwarten gewesen. der aber dennoch von dort her sich nicht in seiner Besonderheit bestimmen läßt. Zwar sei der „Geist“ als aus den Lebensaufstufungen nicht ableitbares Gegenprinzip zu sehen.ins Spiel. zum „Asketen des Lebens“77. prinzipiell asketisch . alle diese Stufen und Prinzipien in sich vereinigend. Das kulminiert in einer Bestimmung des Menschen.

Die Krise der Zeit und die Krise der Wissenschaft. so daß von hier aus die verschiedenen Interpretationen menschlicher Daseinsmöglichkeiten. In diesem Sinne wird Scheler auch in einer an Disziplin-Grenzziehungen interessierten Rezeption als ein „Klassiker der Soziologie“ verstanden79. Jeder Vorgang. Historisch .und tränentrunkensten. denn die Vereinigungen des Wissens.und in bezug auf eine „philosophische Weltanschauung“ könnte man sagen „geschichtsphilosophisch“ . das schon von . bedeutet zweierlei: das Auftreten eines Bewußtseins des Menschen von sich selbst auf der einen Seite. welche jede einzelne der uns bekannten Kulturen prägten. aufgeworfen. und auf der anderen Seite die Unsicherheit. also die Verunsicherungen des orientierenden Bewußtseins. die diesem Bewußtwerden korrespondiert und zur Reflexion zwingt. der ethischen ebenso wie seiner Gedanken über Liebe und Haß84 – besonders ausgearbeitet wird diese Dimension dann in jenem Werk.“ Allerdings kann dieses Weltalter auch die Voraussetzung zum Beginn einer Geschichte der „sogenannten Menschheit“ werden. aber auch die Möglichkeit der Kombination bisher immer nur partikular verwirklichter Daseinsweisen des Menschen produziert83.und Untermensch“ 81. daß weder „pessimistische“ noch „fortschrittlich-positivistische“ Konsequenzen daraus folgen. In diesem Zusammenhang wird dann die morphologische Sonderstellung des Menschen mit dessen historischer „Plastizität“ so vermittelt. die Ideenentwürfe der Existenz des Menschen. sondern in der Realität der großen Relativierung im „Weltalter des Ausgleichs“.wird diese Frage im Kontext eines tiefgreifenden Umbruchs der Welt. werden nun nicht aufgehoben in einem geisteswissenschaftlich legitimierten Relativismus. Katastrophe in Natur und Geschichte nennen. also beispielsweise – sein Katholizismus wie später sein Pantheismus. den Scheler mit dem Begriff „Ausgleich“80 zu fassen sucht. die Ordnung in aller Unordnung sollte gezeigt werden. dessen Gefährdungspotential allerdings nicht unterschätzt werden darf. eine Verschmelzung von „Über. sondern die Weltalter des Ausgleichs sind die für die Menschheit gefährlichsten. der Werte und der Handlungsklassen. in welcher eine universale Krise der Moderne sich spiegelt. „Die Weltalter nicht zunehmenden Spannungsstauung und Partikularisierung der Kräfte. Bei Max Scheler ist die Durcharbeitung seiner phänomenologisch verfahrenden Ontologie in Richtung auf eine Analyse der sozialen Lebensformen des Menschen nicht an eine Phase seines Schaffens gebunden. ist ein vom Geist und Willen reicht sinnvoll geleiteter oder leitbarer Ausgleichsvorgang82. die todes.Philosophische Anthropologie 169 blick auf die Realisierung der menschlichen Lebensführung wesentlich als Kulturwissenschaft durchgeführt wurde. sondern erscheint als thematische „Schicht“ seiner Studien. Die Selbstbewußtseinskrise des Menschen. Das „Weltalter des Ausgleichs“ ist hierfür als „unentrinnbares Schicksal“ eine Voraussetzung. welches Nivellierung. so daß Schelers phänomenologisch verfahrende Analyse durchaus als existentielle „Richtlinie“ des Lebens aufgefaßt werden kann . motivierten hier einen groß angelegten Versuch über den „Aufbau“ der Welt. sondern daß ein Zukunftsprogramm entworfen werden kann. sind illustrative biographische Entsprechungen und „Erläuterungen“ zu dieser Grundlage seiner Philosophie. rekonstruiert und in Zusammenhang gesehen werden können.seine eigenen. den wir Explosion. oftmals sich wandelnden Anbindungen seines Denkens an eine Leitidee. dessen ideal der „Allmensch“ ist.

nur als Kulturleistung zu verstehen und ist somit an die soziale Seite der menschlichen Existenz geknüpft.B. Auf der anderen Seite negiert er die gegenüber metaphysischen Standortbestimmungen uninteressierte Haltung Gehlens90. beinhalten selbst schon sozialtheoretische Konsequenzen 87. Die schon erwähnte Ablehnung der Klagesschen Entgegensetzung von „Geist“ und „Leben“ durch Scheler gründet gerade darin.wie auch die vielen Hinweise auf Sigmund Freud gerade in dieser Schelerschen Schrift plausibel machen . Plessner gestattet sich nicht mehr. „Leben“ und die „geistig“ bedingten kulturen und sozialen Lebenszusammenhänge stehen so in spannungsreicher Beziehung. insbesondere die des „Geistes“. Die „Soziologisierung“ des Wissens läßt aber nicht nur aus den als ausdrücklich soziologisch konzipierten und rezipierten Teilen des Werkes sich ableiten. der Entzug beispielsweise der „Wahrnehmungsbilder“88. sondern die anthropologischen Grundkategorien. z. die Plessner hier entwickelt. 3. wie Scheler. nämlich „Die Wissensformen und die Gesellschaft“85. in der die Hemmung der Antriebe nicht ohne Rekurs auf die historisch sich wandelnden Verhaltensrepertoires verstanden werden kann. seinen Überlegungen zu einer Anthropolo- . hat weder in Schelers noch in Gehlens Denken eine Parallele. die für eine Seite der Schelerschen Anthropologie wichtig und für Gehlens handlungstheoretische Anthropologie ausschlaggebend wird. die aus den Grundbestimmungen der Lebensführung und der Selbstreflexivität des Menschen entwickelt wird. Die „Soziologisierung“ philosophischer Fragestellungen liegt also auch in der scheinbar sozialwissenschaftlicher Problemformulierung am entferntesten stehenden Metaphysik der Askese. Grundbegriff der Plessnerschen Schichtenanalyse des Lebendigen ist die „Positionalität“. denn die Hemmung der Triebe.170 Karl-Siegbert Rehberg seinem Titel her als „soziologisches“ sich ausweist. Die vom Pathos des Triebverzichts bestimmte Denkfigur des „Neinsagenkönnens“ läßt nur auf dem Hintergrund einer jeweils sozial und historisch geformten. Im Mittelpunkt steht jene breite Ausarbeitung des Zusammenhanges von „Erkenntnis und Arbeit“. die nicht nach der einen oder anderen Seite hin aufgelöst werden könne. einer „kulturellen“ Beziehungslage des Lebens sich denken. ist entfaltet in vielen Einzelanalysen dieses Autors. daß dieser den Menschen in eine unentrinnbare Spannungskonstellation gestellt sieht. so wäre zu sagen.kann unter verschiedenen Gesichtspunkten als zwischen Scheler und Arnold Gehlen stehende Position verstanden werden. wobei ein Differenzpunkt Plessners in bezug auf die beiden anderen Autoren von Walter Schulz so beschrieben wird: „Die negative Metaphysik“. Die soziologische Dimension. Helmuth Plessner Helmuth Plessners Beitrag zur Philosophischen Anthropologie – insbesondere sein von Schelers Stufenmodell ausgehendes Hauptwerk „Die Stufen des Organischen und der Mensch“89 . den Ausweg in eine spekulative Entwicklungstheorie. welche als Grundmotiv der Schelerschen Anthropologie sich erweist. Wollte man dennoch einen Vergleich durchführen. in welcher eine kritische Rezeption des amerikanischen Pragmatismus vollzogen wird86. ist .

aber ohne das Existentialpathos Schelers oder die scharfe Institutionenbejahung Gehlens. wobei vieles von dem. d. daß er nicht nur Körper hat.h. dessen Sachanalysen weniger vielfältig sind als jene Arnold Gehlens. Für die schon im Grundsatz steckende „Soziologisierung“ der Fundamentalanalyse ist es nun wichtig. die Bruch. Reflexivität setzt Brüche voraus.und Übergangsstellen zwischen soziologischer und anthropologischer Analyse kaum je genau markierte. und diese sind in der Positionalität des Menschen grundlegend und radikal gegeben. damit verbunden werden kann. Auch diese Anthropologie behandelt also die Stabilisierungschancen des Menschen. Die Historizität. in der Bezeichnung seiner Lehraufträge als Professor. und die besondere Form der Rückbezüglichkeit drückt sich auch darin aus. sondern .ist auch bestimmend für sein anthropologisches Hauptwerk. steht im Mittelpunkt der Plessnerschen Analyse. sondern diesen wesentlich als in das Koordinationssystem seiner Handlungen und Weltbezüge gestellt erlebt. Parallel zur positionalen Exzentrizität der Subjektkonstitution wird das soziale Feld. die aber nicht als naturales Milieu. nämlich als „Leib“ 97 . Gerade auch institutionell. was bei Max Scheler sich schon ausformuliert findet. denn die „Bedingungen der Möglichkeit menschlichen Seins“ entscheiden sich in der Geschichte.wie bei Scheler und später bei Gehlen . die Wandelbarkeit der sozialen Lebensweisen der Menschen. an methodischen Fragen gänzlich uninteressiert. man könnte Plessner als den „Transzendental“-Theoretiker der Philosophischen Anthropologie bezeichnen. daß die „Mitwelt“ als Sphäre des „Wir“ vom gleichen Strukturprinzip ableitbar ist wie das Selbstverhältnis des Menschen. der. wird dem „zentrischen“ Leben des Tieres gegenübergestellt: „Exzentrizität ist die für den Menschen charakteristische Form seiner frontalen Gestelltheit gegen das Umfeld 95 . Diese Distanzierung ist aber ebenso dem „Ich“ gegenüber wesensbestimmend für den Menschen: Das Selbsterlebnis und das Erleben des Erlebnisses sind Bestimmungsgrößen der „Person“. zeigt sich die über die Philosophische Anthropologie vermittelte Wendung des Biologen zur Soziologie 92. da es auf der sinnestheoretischen Überwindung der Kantischen Transzendentalphilosophie basiert und die wissenschaftstheoretischen und methodologischen Denkvoraussetzungen einer Philosophischen Anthropologie von daher ableitet. Innenwelt und Mitwelt“ aufgeschlüsselt wird 96 . Der Mensch steht distanziert zu seiner „Umwelt“.als „Welt“ aufgefaßt wird. welche in den aufgeschichteten Positionalitäts-Formen des Lebens für das „Wesen“ des Menschen bezeichnend und entscheidend ist.Philosophische Anthropologie 171 gie der Macht 91 und schließlich seinen rollentheoretischen Diskussionsbeiträgen.“ Damit ist nun im Zentrum der anthropologischen Bestimmung auf die Reflexivität des Menschen bezogene Kategorie eingeführt. vielmehr großzügig über die Grenzen hinwegflanierte. Plessners genaue erkenntnistheoretische Positionierung der anthropologischen Unternehmung deutlich schon in den ausführlichen KantAuseinandersetzungen in „Die Einheit der Sinne“ 93 . eher skeptisch-abwägend liberale Wege der reflexiven ExistenzSelbstvergewisserung aufweisend. Die Zentralkategorie. welche dann von Plessner in „Außenwelt. wird die „Mitwelt“ als „die vom Menschen als Sphäre anderer Menschen erfaßte Form der eigenen . nicht auf der Ebene annthropologischer Ausstattungsmerkmale. wie Hermann Ulrich Asemissen für Plessners Ansichtsweise hervorhebt )4 . Dieser führt sein Leben.

es der Soziologie gelingen soll. denn die Philosophische Anthropologie wird so zu einer Synthesewissenschaft. Zugang zu der historisch wechselvollen Konstitution der menschlichen Lebenswelt insgesamt und der sozialen Organisation im besonderen zu finden 101“. Wichtig für die soziologische Seite seiner Theorie ist es auch. daß er die geschichtsphilosophischen Aspekte des Schelerschen Ansatzes zu einer grundlegenden Historisierung seiner Perspektive erweitert und damit . daß es seine Lebenswelt erst als seine eigene Schöpfung wirklich werden läßt. Dux ist zuzustimmen. wenn er sich auch gegen eine Identifizierung mit dessen Ontologie nachdrücklich verwahrt 105 kommt Rothacker zu einer innerpersonalen Aufschichtung. wenn er schreibt: „Diese Frage gilt es zu klären. Erich Rothacker Sehr deutlich läßt eine „Soziologisierung“ im Rahmen anthropologischer Diskurse sich auch im Werke Erich Rothackers aufweisen. in denen bewußte Lebensführung. Interaktionistische Analysen wie auch die Rollentheorien und die Reziprozität der Perspektiven betonende Handlungstheorien finden im Plessnerschen Modell eine gute anthropologische Fundierung99. die zeigen kann. eine philosophische Anthropologie zu einer kulturanthropologisch argumentierenden zu entwickeln102. noch wird er als deren ins Äußere projizierte Innenwelt verstanden. Damit wird für Plessner der Raum des Sozialen weder zum kulturell geprägten Außenrahmen. vielmehr in sehr strikter Weise als „Zwischenwelt“.eine methodische Grundlegung der Kulturwissenschaften entwickelt hat. ohne deshalb an seiner naturalen Bestimmung irgendetwas einzubüßen“100. der das individuelle gewissermaßen einschließt und umgibt. 4. was den Bestimmungen des Objekts der Soziologie bei Leopold von Wiese sehr nahe steht. Diese durchaus noch auf dualistischen Konzeptionen beruhenden lebensphilosophischen Kontrastierungen und Spannungen werden dann bei der Beschreibung der die „Person“ bedingenden Aufschichtungen verschiedener Lebensprinzipie- .wie von Günter Dux hervorgehoben wurde . bei dessen Ausarbeitung Rothacker vielfach auf Prinzipien der Schichtenlehre bei Nicolai Hartmann zurückgreift. Gegenübergestellt werden hier der Lebensstrom und die Dynamik der Triebpotentiale auf der einen und jene Persönlichkeitszentren auf der anderen Seite. das so in der Natur zu stehen kommt. Wenngleich Rothacker „professionell“ sich nicht einer der Sozialwissenschaften zuwendete 104.172 Karl-Siegbert Rehberg Position“ 98 bestimmt. Darauf tendieren auch schon die grundlegenden Analysen zum „Wesen des Menschen“ in „Die Schichten der Persönlichkeit“ 103. Selbstbeherrschung und die willentliche Steuerung der Handlungen bestimmend sind. wenn . ist doch eine historisch-empirische Erforschung der sozialen Lebenswelt Kernstück seines Entwurfs. Anknüpfend an das schon bei Scheler und Plessner zugrundeliegende Modell der „Schichtung“. die die Sch e l erschen Analysen der Lebensmodalitäten ebenso wie die tiefenpsychologischen Theorien von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung aufnimmt. „wieso der Mensch geschichtlich leben muß“ und „wie ein Lebewesen beschaffen sein muß. der früh schon auf die Notwendigkeit hinwies.

das „Tier in uns“. für welche synonym auch die Kategorie des „Es“ gesetzt wird. und nicht zuletzt der elementaren Sympathie und Liebe“109. daß die Funktionszusammenhänge des seelischen Lebens und“ erst recht die Bewußtseinsleistungen der „Wachheit“ und der Integration verschiedener Lebensvorgänge nur kulturanthropologisch. Die explizite „Soziologisierung“ wird dann als Kulturanthropologie durchgeführt. Dieser „Tiefenperson“ werden sodann die oberen Schichten des „Ich“ .„Kind in uns“ 110 an die Seite zu stellen. Stammes.und Innesein“) zur Bestimmung herangezogen werden 106. daß dem „Tier in uns“ das wie er romantisierend sich ausdrückt . die „Tiefenperson“ nicht alleine ausmachen. Diese ausdrückliche „Soziologisierung“ wird in der hier kurz referierten anthropologischen Hauptschrift unter dem Beziehungsaspekt „Tiefenperson und Umwelt“ behandelt und bereits 1942 in der Schrift „Probleme der Kulturanthropologie“ 108 ausgeführt. Rothacker zufolge soll die „animalische Schicht“. wobei hier die Schelerschen Seinsstufen (Gefühsldrang. „Fürsich. der befreiten. Die „Tiefenperson“. Auf dieser Ebene. da alle seelischen Funktionen als „zugleich kulturell geformt“ verstanden werden. kontrollierte Tat. verstanden werden können. Sodann werden als „Mächte“. bzw. in welcher die Menschen – entsprechend dem von Ludwig Klages entworfenen Schema . die „kortikale Person111 . basiert auf der „Vitalschicht“ des animalischen Lebens. unserer ererbten seelischen Rasse-. Oberhalb dieser „Lebendigkeit überhaupt“ wird sodann eine vegetative und leibnahe Schicht angenommen.konfrontiert. daß die „Person“ als vermittelndes und alle Entgegensetzungen synthetisierendes Subjekt verstanden werden kann. Wille. rein schauenden Einbildungskraft und der geisteskräftigen Stimmung. in welcher die unbewußt bleibenden Lebensvollzüge und Glechgewichtsleistungen des Körpers angesiedelt sind.oder. des durchseelten Bildes.Philosophische Anthropologie 173 so ineinander verklammert. . welche mit den frühesten Stadien der Sozialisation des Menschen sich verbinden und woraus Rothacker ableitet. wird dann auch die Notwendigkeit einer Kulturanthropologie bzw.gekennzeichnet sind durch die „Schicht des Mythus und der Dichtung. welche die „Tiefenperson“ beeinflussen. Es soll hier nicht im ein Einzelnen dieser in sentimentalen Metaphern und vage bleibenden Wortbedeutungen sich ergießende Eklektizismus der Rothackerschen Schrift nachgezeichnet werden. die Selbststeuerung wie die Leistungen der Identitätsherstellung liegen auf dieser Ebene wie auch die „Ganzheit der Persönlichkeit“ und deren Selbsterlebnis. nämlich der Genese des „Phänotypus“ und des Genotypus“. „der weitschichtige Komplex des Natur-. welche vielmehr ergänzt wird durch eine „seelische Schicht“. Im Rahmen der hier interessierenden sozialtheoretischen Dimension anthropologischen Argumentationen ist aber zu erwähnen. Eingestreut in diesen anthropologischen Argumentationsgang finden sich immer wieder Hinweise darauf.und Familienerbes 107 Grundfunktionen“ angeführt. daß die „seelische“ und mit den kulturellen Lebenszusammenhängen eng verbundene Personenschicht auch jene ursprünglichen Lebensgefühle organisiert. wie Rothacker in Anlehnung an seinen Lehrer Friedrich Kraus formuliert. In „Die Schichten der Persönlichkeit“ wird dieser Zusammenhang unter dem Stichwort „Völkerpsychologie“ 112 erörtert. und das heißt von den historisch sich wandelnden sozialen Bedingungen her. auch „Kulturbiologie“ eingeführt.

der noch den Hintergrund abgibt für die erwähnte Schelersche Stufentheorie und die Lehre vom Geist als Gegenprinzip zum Leben115.insbesondere in seiner „elementaren Anthropologie“. knüpfte aber nicht an dessen anthropologische Zielsetzung. also dem Buch „Der Mensch“114 . so gegen seine eigene Intention. als „historische“ oder „soziologische“ Anthropologie nicht weiterentwickelt werden könnten. so kann man sagen. denn in diesen kulturell-sozialen Lebensordnungen entfalten sich die weltanschaulichen Weisen des Sichhaltens zu großen. wie ich es tue.wie diese wenigen Hinweise schon zeigen .vorgelegt. zumal eine.z. sowie er auch Schelers Tendenz nicht mitvollzog. daß Weltanschauungen „stets fundamental in soziale Lebensgefüge und -ordnungen eingebettet und auf sie bezogen sind“ und daß daraus sich die theoretische und praktische Auseinandersetzung des Menschen mit den Problemen der Welt in den Formen „des deutenden und verhaltensbestimmenden. Arnold Gehlen Der am meisten entwickelte und mit dem größten theoretischen Raffinement verbundene Beitrag zur Philosophischen Anthropologie wurde m._ entwickelten Konzepte Ausgangshypothesen für interdisziplinär durchzuführende Forschungsvorhaben in den Humanwissenschaften formulieren könnten.allerdings sehr akzentuiert der eigenen Perspektive unterworfene – Zusammenfassung des Gesamtansatzes gab. geistigen Zugriffes“ ergibt: „Gemeinschaften. Spricht man von der Philosophischen Anthropologie von einem „Schul“Zusammenhang. also einem alten christlichen Vorstellungsgehalt zu folgen. weil er mit großem Geschick die Motive auch noch der konkurrierenden Theorien verarbeitete und so eine. Völker und Nationen sind die wesenhaften Träger von geistigen Lebensordnungen.weder theoretisch noch in ihren politischen Voraussetzungen und Konsequenzen alle Konzeptionen der philosophischen Anthropologie in eins gesetzt werden können. Wenn Gehlen einen Schlußpunkt setzte. 5. Gehlen folgte manchen der weltanschaulichen Ressentiments Max Schelers. den Menschen als Verneiner des Lebens und geistgeleiteten Asketen zu bestimmen. von Formen der Weltdeutung. womit natürlich nicht gemeint ist. denn er wollte die Philosophischer Anthropologie als Integrationswissenschaft derart verstanden wissen. von Arnold Gehlen . daß Gehlens Beitrag den Abschluß der Theorie-Produktion der in diese Denkreihe zu zählenden Autoren darstellt. auch nicht. von Kulturen als Lebensstilen'.E.174 Karl-Siegbert Rehberg wobei Rothacker überzeugt ist. repräsentiert Gehlen diese Denkrichtung doch in besonderer Weise.B. Auch hatte Gehlen beispielsweise gänzlich andere Ordnungsvorstellungen als sie sich etwa in der mehr liberalen Konzeption Helmuth Plessners ausdrücke n . öffentlichen Lebensstilen von das individuelle Geistesleben prägender Kraft“113. daß deren Fragestellungen in anderen Zusammenhängen . Für die Verbindung von Philosophischer Anthropologie und Soziologie ist Gehlens Beispiel besonders aufschlußreich. Obwohl also . Gruppen. daß ~. die empirischen Fragestellungen in besonderer Wei- . daß er alle Problemstellungen der Philosophischen Anthropologie gelöst hätte. den Menschen als ein zwischen Tier und Engel eingespanntes Zwischenwesen zu beschreiben.

d.als „weltoffen“.Philosophische Anthropologie 175 se sich annäherte.Öffnung des Blicks. Im Kern gibt die „elementare Anthropologie“ Gehlens eine sehr differenzierte Theorie des Handlungsablaufs.lebensfähig wird: unangepaßt.all diese Begriffe und Vorstellungsinhalte verweisen auf andere Autoren. den Dispositionen des Vorblicks. Das Entlastungsprinzip121 der organischen Verarbeitung sinnlicher Eindrücke durch Verlagerung in höhere Instanzen (Auge.auf die Verschiebungskompetenz des Menschen: Probleme können aufgehoben und höhergelegt. aber auch die Grenzen anthropologischer Argumentation deutlich hervortreten ließ. unspezialisiert und durch Organprimitivismen geprägt. hier auf Nietzsche.wie schon Scheler geäußert hatte . daß dieses Wesen . Sozialtheoretisch erschien von dort her das große Thema aller Autoren. die in Nachfolge des Thomas Hobbes stehen. ist der Mensch auf die Überwindung der Naturbedingungen chronisch angewiesen und verdankt sein Leben einer Verkehrung und enormen Kompensation.wie Gehlen im Anschluß an Schelers Konzept der Lebensnegierung wie auch an die Sublimierungsthese Freuds betont . also zur Darstellung des Zurückstellens unmittelbarer Befriedigung durch ein Kalkül der Vertröstung. in deren Mittelpunkt die Kategorie der „Handlung“ stehtll8. Allerdings findet der Begriff der Rückmeldung. sondern zu einer Fixierung auf den Bodenverlust. Diese Weltoffenheit . Louis Bolk und Adolf Portmann . Damit war zugleich ein Begriff der „Welt“ von hoher Konstruktivität entworfen. was in formelhafter Verkürzung weithin bekannt ist. als nicht instinktiv eingepaßt in eine artspezifische Umwelt bestimmt wurde. verwoben zu untrennbaren Einheiten. deren oberste er selber ist.h. 1940 erschien Gehlens „elementare Anthropologie“ unter dem Titel „Der Mensch“117. dieses Freiwerden für Horizonte durch die Aufrichtung (welche in der Anthropologie Johann Gottfried Herders als entscheidendes Moment der Menschwerdung gilt)119 . Überleben und Herrschaft. den Zweck. Gehirn) hat auch einen triebökonomischen Aspekt und verweist . Das führte Gehlen zur kategorialen Verarbeitung solcher Modi der Antriebsverschiebung. der Zucht. Schrittweise wird in diesem Buch herausgearbeitet. die nun gerade nicht zu dem von Ernst Bloch formulierten emphatischen Anspruch des „aufrechten Ganges“120 führt. wie Gehlen in einem „Rückblick auf die Anthropologie Max Schelers“ . wobei er häufig nicht ohne Stolz betonte. wie nämlich das „noch nicht festgestellte Tier“. der nichts weniger ist als biologistisch. Jakob von Uexküll. Hinzu kommt. wieder: Zwang und Kultur.wird bei Gehlen als eine Art der „Emanzipation“ behandelt. daß er dieses den Handlungsbegriff folgenreich dynamisierende Modell gänzlich unabhängig von Norbert Wieners „Kybernetik“ gefunden hatte. das „organische Mängelwesen“. die auch kategorial nicht mehr auflösbar sein sollen. die „physiologische Frühgeburt“ . Antriebsbalance und Unterwerfung werden zu korrespondierenden Faktoren. versachlicht und in Stilisierungen verfeinert werden. das schwankend werdende Dasein und die zu seiner Festigung mühsam erworbene und grausam erzwungene „Prothese“ sozialer Ordnung. womit die sublimierende Organisation und damit gegebene Beherrschbarkeit des „Hiatus“ zwischen Bedürfnisdruck und entspannender Befriedigung ausgearbeitet war.und Zielsetzungen. den er als Kreislaufmodell mit sensomotorischen Rückkopplungen entwarf.

d. welche „objektive. die . wie die Geschichte zeigt.und sprachtheoretisch gewonnenen Einsichten: daß nämlich die Menschen gezwungen seien. daß in ihr real alle sinnlich-körperlichen und imaginativen Ebenen zusammenfließen. aber auch dem Zufall gegenüber entwickelt werden. Ähnlich aktionsarm. und zwar so. der Mikroanalyse von Handlungsabläufen.“ Gerade dieser Teil des Buches wurde nach dem Kriege tiefgreifend umgearbeitet. wie die Menschen trotz ihrer Antriebsüberschüssigkeit und Instinktarmut leben können. dem Leiden. sondern wesentlich über die Beziehung von Personen. denn dies kulminiert in einer Theorie der Kanalisierung der menschlichen Antriebe durch formierende Inhalte und Verpflichtungen.die interaktive Seite. Damit ist die in den Einzelkategorien ansatzweise schon entfaltete „Soziologisierung“ der Reflexion auf eine explizite Ebene gehoben. dem Tode. übergreifende Zweckmäßigkeiten . Handlung als psycho-physisch neutrale Kategorie in dem Sinne. Am Ende dieses anthropologischen Gesamtentwurfs steht die Frage.h. wobei diese Führungssysteme einmal unter dem Gesichtspunkt „abschließender Deutungszusammenhänge der Welt“ (z. daß die Handlungen se1bst produktiv werden. . „obersten Führungssystemen“ entworfen.„philosophisch“ genannt wird 126. welche zumindest terminologisch – dem von Alfred Rosenberg gebrauchten Ausdruck des „Zuchtbildes“ nahegerückt wurde 127 . die Vermittlung der Ding-Qualitäten und Weltbestände nicht nur durch den Umgang mit Sachen.eben weil sie diese Voraussetzungen mitbedenkt . ihre Eigenproduktionen zu gültigen Fakten ihrer Außenwelt zu machen und daran sich zu orientieren. vernachlässigte Gehlen . „Religion“ oder „Weltanschauung“).B. führt also zur Verknüpfung einer deshalb „elementar“ genannten Anthropologie mit einer davon abgeleiteten Untersuchung der gesellschaftlichen Kultur.. sachgesättigt und gewissermaßen „a-sozial“ wird eine anthropologisch begründete und die Anthropologie wiederum stützende Sprachtheorie von Gehlen entwickelt. ja daß sie sogar diesen selbst entworfenen Ordnungsarrangements sich zu unterwerfen hätten. sich auch in Schelers „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ 122. es sind dies „kurz gesagt die Formen. hat für Gehlen die Bedeutung eines Grundbegriffes instrumentaler Weltbeherrschung.gewissermaßen entgegen seiner Hervorhebung des amerikanischen Pragmatismus und seiner relativ frühen Rezeption George Herbert Meads l24 . und die „Exposition einiger Probleme des Geistes“ verwies nun auf die Institutionen. Trotz der noch darzustellenden „Soziologisierung“. in denen eine Gemeinschaft sich feststellt und im Dasein hält“ 1 3o Fortgesetzt wurde dieser Gedanke in damals zeitgemäßer Version: „Denn für ein Volk ist. kann Gehlen mit illustrativer Sicherheit und großem Einfallsvermögen die Kommunikation zwischen der sinnlich faßbaren Umgebung und dem jeweils Handelnden darstellen. und die Antwort ergibt sich in Verlängerung der handlungs. Nach der anderen Seite.176 Karl-Siegbert Rehberg ausführt. Diese Sozialtheorie wurde 1940 als Lehre vor. die gerade in den Kategorien dieses Konzeptes sich vollzog. zum anderen unter dem der 128 _ basiert auf den „Interessen der „Handlungsformierung“ behandelt wurden Ohnmacht“ 129 . aus welchen Gegenmittel dem Mißerfolg.. die Existenz durchzuhalten der allererste Sinn des Daseins 131 . mit dem Marxschen Begriff der „Arbeit“ nahekommt 123. welche den Handlungsmodus auf höherer Ebene entlastet noch einmal darstellt 125.

vorgeformt ..sich erst nach dem Kriege vollzog. nachdem sie durch ein ideatives Verhalten freigelegt wurden. der meinte. Auch hier setzt Gehlen wieder beim Handeln und den sozial-strukturellen Folgen des Werkzeuggebrauchs als dem handlungsprägenden Mittel der Handlung an und analysiert dann. daß dieses Fach für ihn auf dem Niveau dieser Sozialtheorie lag. welche nie durchschlagender. Entgegen solcher Einschränkung war aber die Philosophische Anthropologie. seine Handlungschancen wie seine Stabilisierungsbedürfnisse durch einen Rückgang auf die strukturellen Gegebenheiten seiner Existenz als Gattungswesen zu behandeln. stets diejenige Idee. sie aber auch weit über diesen Denkzusammenhang hinaus mit dem „Zeitgeist“ in eins setzende Verknüpfungspunkt. mit der Zivilisationsmüdigkeit. bedeutet keineswegs. an der sich das ideative Bewußtsein zuerst orientiert hatte“ 132. woraus sich dann eine Verpflichtungen begründende Verschiebung ihrer „Objektivität“ ergibt. welche Ordnung schaffen können. und deshalb ist ihre Idee directrice. Jahrhunderts bezogen. Vielmehr . theoretisch für die Nachkriegssoziologie sehr wirkungsintensiv.wenn auch in den Kategorien. ihre Führungsnorm. sachbezogenen Einlassungen von Menschen Eigendynamik und Eigengeltung erlangen. ihr Spielertum. mit der Verzweiflung am schöpferischen Sinn des Sozialismus . ihren Dynamismus.das zeigt besonders die Produktion der 50er und 60er Jahre . dieser auch theoretische Übergang zur Sozial. Jahrhunderts.sollte die Soziologie als „administrative Hilfswissenschaft“134 entwickelt werden. der insofern alle philosophischanthropologischen Konzepte verbindende. ihre an der Dämonie der unbekannten Zukunft . also eine Grundlage von Geltungszumutungen. kann „lebensphilosophisch“ genannt werden. also in zeitlicher Parallelität zu Gehlens professionellem Übergang zur Soziologie. Das steht sehr akzentuiert am Anfang des anthropologischen Hauptwerks von Helmuth Plessner. darin wieder die Gehlensche Position im besonderen. die historisch sich ändernden Lebensweisen des Menschen. Industrialisierung und Kapitalisierung kapitulierte“. .und ihre eigene Schwäche.. „Entwicklung“ als Formel. da die patriarchalische Lebensordnung vor der beginnenden Technisierung. Jahrhunderts (wirkte).und Kulturanthropologie . sie kristallisieren sie. „Erkenntnis und Tat befruchtender als in der Übergangsperiode des zweiten Drittels des 19. Daß übrigens diese sehr ausdrückliche „Soziologisierung“ der Problemstellung. IV Der zentrale vermittelnde Bezug all dieser Anstrengungen. ohne daß die Trennung von anthropologischer Grundlagentheorie und soziologischer Bestands-Analyse immer deutlich vollzogen worden wäre135. schrieb er: „Der große Augenblick für die Ideologie des Lebens kam mit dem Rückschlag gegen den Fortschrittsoptimismus. Auf den Schlüsselbegriff des 20. In diesem Wort vernimmt die Zeit ihre eigene Kraft. „jede Zeit findet ihr erlösendes Wort“: „Vernunft“ als Leitwort des 18. die in „Der Mensch“ entwickelt wurden. Diese Lehre von den Institutionen „samt der darin inkorporierten Führungsideen“ wurde in dem 1956 erschienenen Werk „Urmensch und Spätkultur“ 133 ausgearbeitet.Philosophische Anthropologie 177 (festhalten).

z. Den Hintergrund bildeten dafür zwei einander widersprechende und doch merkwürdig sich ergänzende Bedrohungserlebnisse. Mit dieser neuen Zauberformel. von den organisatorischen äußeren wie den ratio- . wie noch jede Generation von einer Philosophie im Bann einer Vision gehalten worden ist -. der Existenzphilosophie vor allem Heidegger und Karl Jaspers. ihn ins Chaos seiner Triebe und Begierden stoßen könnten. wohl aber ist sie für jeden der philosophisch-anthropologischen Ansätze als motivierender Ausgangspunkt wie auch als bestimmende Hintergrundfolie verstehen. der Lebensphilosophie Henri Bergsons und Motiven. die im amerikanischen Pragmatismus. mitverarbeiten konnte. sondern „Leben“ wurde zur Chiffre für alle dynamischen Kräfte. Hingabe und Fähigkeit zu leben.in der ersten Hälfte des 20. vom tatabgewandten Gedanken. die Trennung Natur. für eine der „toten Materie“ wie dem jedes Einzelleben bedrohenden Tod entgegengesetzte Vitalität. wenn auch in verschiedener Bewertung rezipiert worden sind).“ Vom Begriff „Leben“ als einer umfassenden. zwischen „Erleben“ und „Erkennen“ bestimmen die entscheidenden Motive von Weltdeutungskonzepten .oder Sozialtheorien . Körper und Geist. Jahrhunderts gemacht worden waren.zwischen der Philosophischen Anthropologie. zwischen „Wille“ und „Vorstellung“. Eine Philosophie des Lebens entstand. Nicht in jedem der genannten Konzepte spielt die Kategorie „Leben“ die Rolle eines explizit in den Mittelpunkt der Theorie gerückten Zentralbegriffs. Kultur und Natur verbindenden Kategorie her ließ sich der Versuch unternehmen.und Geisteswissenschaften zu überwinden. nunmehr dazu sie zur Erkenntnis zu führen und damit aus der Verzauberung zu befreienl36. Lebensphilosophisch wurden die vitalen Antriebsgrundlagen und Kraftbestände des Menschen zum Thema einer Philosophie. was unter dem Titel „Geist“ abgehandelt wurde. Jahrhunderts.178 Karl-Siegbert Rehberg ihren Mangel an Ursprünglichkeit. die neue Generation zu bannen.auch in der Fassung als Person. Dabei geht es nicht um die triviale Behauptung. daß die Überschußkräfte der menschlichen Vitalschicht die Daseinsbasis des _ Menschen auflösen. wie sie seit dem letzten Drittel des 19. für die Kreativität. also ein Prinzip der Künstlichkeit der menschlichen Lebensführung. also alles. folgt und verfolgt sich die Zeit. den Rhythmus des Lebendigen. ursprünglich dazu bestimmt. Spannungen und tragisch eingefärbten Unauflöslichkeiten des Konflikts zwischen Leben und Ratio. daß das Leben bedroht wäre von der Reflexion. für die in aller Lebenserhaltung und -erweiterung sich entfaltende Potenz. daß der Mensch als Gattungswesen der Sphäre des Lebendigen angehöre. schließlich für die über alle individuellen Träger und räumlich-zeitlichen Eingrenzungen hinweggehende Kontinuität des Lebendigen. den phänomenologischen Fundamentalanalysen Edmund Husserls. innerhalb derer er als ein „Lebewesen“ zu analysieren sei. Hier sind die Nähe der Problemformulierung wie die Überschneidungen der Lösungswege leicht sichtbar zu machen . und zum anderen in der Angst davor. Die aus dieser prinzipiellen Konfrontierung abgeleiteten Dualismen. Damit ergab sich zugleich das dieser Dynamik Gegenüberzustellende. der eingrenzenden und die unbewußte Bewegtheit des Lebens umkehren Formierung. die seit Nietzsche in steigendem Maße ihre Wirkung ausübt. die auch die Fortschritte biologischer Forschung. von William James und John Dewey ausgearbeitet wurden (welche ja von Scheler und Gehlen gleichermaßen intensiv. B. die sich einerseits in der Angst davor äußerten.

Den im Bann dieser geschichtsphilosophischen und -pessimistischen Orieritierungsversuche stehenden Denkern .und Unternehmerabenteurer. daß hier Irritationen der Lebensrealisierung aus dem Blickwinkel bildungsbürgerlicher Schichten formuliert wurden.und Zivilisationstheoreme in den Kontext einer Niedergangsstimmung stellte. fragen. dem deutlich empfundenen Sicherheits.er nennt Gobineau. Eduard von Hartmann sowie E. während ihre wirtschaftlichen und politischen Eingriffschancen in keinem Verhältnis standen etwa zu jenen der Handels. Der Zusammenhang von anthropologischem Entwurf und Epochenkrise trat deut- . den George-Kreis. sondern als „Seinslehre“ entworfen wurde. mit dem deutlich empfundenen Sicherheits. ohne daß es den Zusammenhang mit der epochalen Krise. Jacob Burckhardt. die dem durch die kapitalistische Wirtschaft erzwungenen Massenkonsum und dem dadurch legitimierten und zum unentrinnbaren Faktum gewordenen Glücksstreben der Massen von Lohnarbeitern und –angestellten ablehnend gegenüberstanden. eine sehr deutliche Verbindung zu den politischen Verhältnissen des Jahrhundertbeginns. sie hatten weite Freiräume der Reflexion. weshalb sie nicht als Anthropologie. so an vielen Stellen bei Max Scheler. als eine das „Dasein“ des Menschen erörternde FundamentalOntologie. Daß die Lebendigkeit des Menschen in dieser Weise doppelt problematisch wurde.mit der „Kulturkritik“ seiner Zeit hierin durchaus einig . Nietzsche. als deren „Grundbuch“ er „Gemeinschaft und Gesellschaft“ von Ferdinand Tönnies142 ansieht.stellt Scheler die Arbeit der Soziologie.h. Solche Motive der „Angst vor dem Chaos“137 wie der vor der Erstarrung der bürgerlichen Welt138 hängen zusammen mit einer epochalen Krise.Aufstand der Dinge' selbst gegen den Menschen“ 139 sah und auch die unter dem Einfluß Friedrich Nietzsches stehenden Dekadenz. Es transformierte die Fragen der Zeit. Gesehen wurde dieser Zusammenhang sehr wohl.tiefer verankert und darum verläßlicher anmutete. welche als Prototypen bürgerlicher Handlungsfreiheit und -ethik gerne von ihnen herangezogen wurden.und Ordnungsverlust nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches. Hamachers Buch „Grundprobleme der modernen Kultur“ und seine eigene Schrift „Ressentiment im Aufbau der Moralen“141 . d.Philosophische Anthropologie 179 nalen inneren Hemmungen der vitalen Impulse. also auch die Philosophische Anthropologie. gegenüber. der den historischen Geschehnissen entrückt und die krassen Spannungen transzendierend . läßt sich wohl so verstehen.in der europäischen Krise zugleich auch einen „. Der Rückgang auf die naturalen Elemente menschlicher Existenz mochte darum einen neuen Halt versprechen. Andererseits befanden sich gerade hierdurch beeindruckte Denker auch in der Lage einer Handlungshemmung. Tönnies. die außerordentliche Verunsicherung und den daraus sich ergebenden Weltanschauungsbedarf auf die Abstraktionsebene einer Grundlagenwissenschaft.und Ordnungsverlust und mit dessen Zuspitzung nach der Niederlage im Krieg und der Zerstörung der „alten Gesellschaft“ ausdrücklichlich hätte diskutieren müssen. also von Menschen. Sombart. Damit hatte solches Philosophieren. die psychologisch „nur aus der Niederlage Deutschlands im Kriege zu verstehen“140 sei. Dabei wurde häufig genug die Bedrohung der eigenen Exklusivität zum Ende der „Kultur“ stilisiert. der . Die Existenzphilosophie Heideggers sollte demgegenüber noch „tiefer“ als nur nach dem Menschen.

wobei er diese auch „den späten Versuchen. die dem Leben des Individuums in der Welt. eine Norm zu finden. an das Krisenbewußtsein anknüpfende Schrift von Karl Jaspers „Die geistige Situation der Zeit“144. Die Philosophie sucht dieser Ratlosigkeit durch metaphysische Sinngebung zu steuern. „wie heute das Menschsein begriffen wird“145. aus denen das Handeln seine Rechtfertigung gewinnen soll . daß anthropologisch eine restabilisierende Orientierung in unsicheren Zeiten gesucht wurde. Ein neuer sozialer Zustand drängt ans Licht. stellt als Beispiele dessen. Soziologie am Beispiel des Marxismus und Psychologie in der „charakteristischen Gestalt“ der Psychoanalyse Sigmund Freuds vorgestellt147. gegen die Drohung. welche die extremste Arbeitsteiligkeit in der Forschung ebenso begünstigte.“ Auch bei Arnold Gehlen wird sehr deutlich.180 Karl-Siegbert Rehberg lich auch hervor in der bereits erwähnten geschichtsphilosophischen Verortung solcher Reflexionen in dem von Scheler prognostizierten „Weltalter des Ausgleichs“143. so. was Autoren im Rahmen der Philosophischen Anthropologie sich zur Aufgabe machten. In der Auflösung einer von Christentum und Antike bestimmten Welt stellt sich der Mensch nun völlig von Gott verlassen. das den Menschen „als Möglichkeit seiner Spontaneität“ im Kontext seiner Freiheit thematisiert.. und dem Dasein tiefere Bedeutung zu geben unternimmt 141“. und das will hier sagen: als Gegenspielerin und Erbe aller offenen und camouflierten Theologie zum Zuge. Psychologie und Anthropologie als Mittel gegen die Krise der Moderne vor. Max Horkheimer kritisierte 1935 das Unternehmen einer „philosophischen Anthropologie“. erneut die Frage nach Wesen und Ziel des Menschseins150. unter diesem Titel abhandelte. Ganz ähnlich hat Helmuth Plessner 1936 in seiner Groninger Antrittsvorlesung den Zusammenhang zwischen einer Orientierungskrise und der „Aufgabe der philosophischen Anthropologie“ formuliert: „In der Bewegung der hegelschen Linken kam Anthropologie zum ersten Mal als Philosophie. Sinn verleihen soll“. wobei er manches von dem. Soziologie. Das „alle Sachkunde nutzende. wenngleich Jaspers sie auch als „hoffnungslosen Ersatz der Philosophie“146 verwirft. indem sie die Möglichkeit des ‚echten‘ Lebens oder gar des ‚echten‘ Todes zum Thema wählt.70er Jahren des 19. vor allem der Tradition als unbedingter Autorität. Diese Tendenz trieb zu Marx und Stirner und damit zur Selbstzersetzung der Anthropologie im philosophischen Sinne. Diese in Deutschland seit . als sie die Interessen in bürgerliche und proletarische spaltete. verklärt sie die Gegenwart. findet Jaspers in der existentialphilosophischen „Erhellung“ des Seins l48. in der Tierheit zu versinken. wie sie jetzt ist. daß sie die gesellschaftlichen Widersprüche aufdeckt und auf ihre praktische Überwindung hinweist. Der Umbau des sozialen . zurechnet: „Die moderne philosophische Anthropologie entspringt demselben Bedürfnis.. Anstatt dem Anspruch der Individuen nach einem Sinn des Handelns dadurch zu genügen. Anthropologie wird dabei wesentlich als Rassentheorie verstanden. erneuerte sich auf bürgerlicher Seite der Idealismus und konservierte sich auf der Gegenseite der Marxismus. aber überschreitende Denken“. Auch die populäre. das die idealistische Philosophie der bürgerlichen Epoche von Anfang an zu befriedigen sucht: nach dem Zusammenbruch der mittelalterlichen Ordnungen. neue absolute Prinzipien aufzustellen. Unter dem Druck der industriellen Entwicklung. Jahrhunderts herrschende Lage ist nach dem Kriege zerfallen.

nicht nur auf den ersten Blick . soziologisch. aber auch an Führungsfiguren im Rahmen einer bohemienhaften „Gegenkultur“ wie etwa Otto Groß – sah Gehlen klar. Gehlen wollte auf die Zufälligkeit eines Erlösungs-Dogmas nicht setzen. daß die große „Schlüsselattitüde“ l5l. Diesen humanwissenschaftlichen Theoremen der „liberaleren“ und „klügeren Fraktion“ der „staatstragenden . In diesem Sinne bot sich für die „Feststellung“ des Menschen und die „Feststellungen“ über ihn 153 das Programm einer „empirischen Philosophie“ 154 an. B. welche als Studien zum „Geist des Kapitalismus“ von Werner Sombart. welche eine Flut von Heilslehren und Krisenlösungsangeboten charismatischer Führer nach sich zogen. d. V Die an die Erörterung von „Menschenbildern“ zu knüpfende Ideologievermutung läßt sich nun nicht alleine auf die Philosophische Anthropologie sich beziehen. zwischen Soziologie und Philosophischer Anthropologie) sichtbar gemacht werden kann. sondern ebenso auf die großen handlungstheoretischen und die Entwicklung des bürgerlichen Menschentypus in den Mittelpunkt stellenden Soziologien wenigstens wurde von marxistischer Seite eine solche breiter angelegte ideologiekritische Perspektive vorgeschlagenl55. von dem so viele (auch er selbst) zehrten. Das hat . welcher eben deshalb einer kulturellen Stabilisierung und Disziplinierung bedarf. nachdem die religiösen und metaphysischen.h. der geschlossene Weltentwurf nun anachronistisch geworden war . auf letztlich bloß individuelle nicht gründen. daß der Zusammenhang auf sehr abstrakter . Allerdings will ich gleich anmerken.abgesicherte „Wahrheiten“. aber auch seine Lehre von den schwankenden Lebensbedingungen des Menschen. verhaltenstheoretisch .Ebene liegt.Menschentypus`“ neben jene anthropologische „Wendung zum Menschen“ und meint damit die Theorien über die Genese der bürgerlichen Welt. psychologisch.den Vorteil. wenn auch manchmal nebeneinander oder sogar gegeneinander entwickelten Wissenschaften vom Menschen (also z. die aus solchem gemeinsamen Hintergrund sich ergeben. ethnologisch. Weber und Ernst Troeltsch entwickelt wurden. an Graf Hermann Keyserling und Rudolf Steiner. Werner Rügemer stellt die Erforschung eines „spezifisch bürgerlichen . die im Kampf um die neue Staatsform sich austragenden Klassenkämpfe hatten die Spannungslage in Deutschland verschärft und Grade der Unsicherheit produziert. aber auch die viel kurzatmigeren politischen Begründungssicherheiten sich auflösten. In dieser Zeit oft genialisch sich gebender Ad-hoc-Entwürfe . den George-Kreis.also biologisch.man denke nur an Ludwig Klages.Philosophische Anthropologie 181 und politischen Systems nach dem Zusammenbruch des Wilhelminischen Reiches. daß eine ideologische und möglicherweise die Gemeinsamkeit lebensphilosophischer Grundlagen wieder ins Spiel bringende Parallele zwischen verschiedenen.deshalb aber keineswegs unerheblicher . Deshalb stützte er seine Auslegung der „Interessen der Ohnmacht“ 152 an Ordnung auf tiefer fundierte.vielleicht zum letzten Mal bei Nietzsche möglich. daß also auch die tiefgreifenden Unterschiede. philosophisch durchdachte und zugleich wissenschaftlich . herauszuarbeiten sind.

wie es zu einer die verschiedensten Wissenschaften. ist auch bei den von den materialen Thesen und theoretischen Erträgen ausgehenden Vergleichen die jeweilige Bezugsebene exakt zu unterscheiden. wodurch diese Studien eher auf eine historische Sozialpsychologie oder eine historisch modifizierte Anthropologie verweisen (allerdings ohne diese selbst zu entwickeln).mit dem Ende der Weimarer Republik und dem ersten Jahrzehnt nationalsozialistischer Herrschaft in Deutschland zusammenfällt.182 Karl-Siegbert Rehberg Kräfte“ rechnet Rügemer sodann die Formanalysen Georg Simmels wie auch die Psychoanalyse Freuds . typisierend vorging. Daß die „bürgerliche“ Krisenbewältigung auf „Natur“ rekurrierte. die trotz der richtig gesehenen „Anthropologisierung“ der Soziologie und umgekehrt der „Soziologisierung“ der anthropologischen Reflexion in den einzelnen Konzepten sich zeigen. Unbeantwortet bleiben muß . zumal dieser in seinen „Drei Aufsätzen zum Problem des kapitalistischen Geistes“156 ausdrücklich an die genannte soziologische Diskussion anknüpft. Oberflächlich am Sujet alleine läßt sich eine solche Rekonstruktion nicht betreiben.wie Norbert Elias sie in Anknüpfung daran an einem materialen Beispiel durchführtel57 -. daß die verschiedenen Ebenen der Analyse genau zu unterscheiden sind. Aber von dieser Ebene der Relationierung aus müßten dann neue Parallelen sowie auch die Abweichungen und analytischen Kontrastsetzungen behandelt werden. Sombart. also letztlich im Unwissen des Autors . Es scheint mir schon wichtig zu fragen. Ähnlich wie für die Theoriegeschichte im ganzen gilt.wenn man die Daten der Erstveröffentlichungen der in diese Traditionslinie zu stellenden Hauptwerke sich ins Gedächtnis ruft . Aber ein philosophisch-anthropologischer. Mag sein. Bei Scheler sieht er den unmittelbaren Übergang zu einer direkt philosophisch-anthropologischen Argumentation. sie übersieht doch tiefgreifende Differenzen. woraus sich wiederum andere oder neu beleuchtete Gemeinsamkeiten und Verbindungen ergeben können. Entwickelt wurden hier Voraussetzungen für die Analyse einer Psychogenese . d. ein in der „Natur“ des Menschen einen Leitfaden der Interpretation suchender Ansatz wurde in den genannten soziologischen Konzepten eben gerade nicht gewählt.h. daß das neuzeitliche Denken die Natur des Menschen „in ein um so schärferes Licht rücke. wie auch das „völkisch-politische Men- . auf der einen Seite und der nationalsozialistischen „Weltanschauung“ (sowie auf anderer Ebene der Analyse: Wissenschaftspolitik) andererseits. methodologischen Ansätze und ideologischen Positionen verbindenden „Anthropologisierung“ kam (ganz wie mich umgekehrt die parallelen „Soziologisierungs“-Prozesse hier interessieren). deren hohe Zeit . also für eine Historisierung von „Menschentypen“. Ausdrücklich nämlich ging es Weber. wie Helmuth Plessner es prägnant formulierte158.die Frage nach dem Verhältnis einer Philosophischen Anthropologie. Der vielbemühte „Geist“ bezog eben immer auch die Verhaltensweisen der Menschen ein. Troeltsch und Simmel um eine die historischen Veränderungen der Einstellungen. Wie interessant die näher zu erörternde und ihre Fruchtbarkeit im einzelnen zeigen müssende Analogisierung auch sein mag.das gründet im „Stand der Forschung“. als seine Rolle in der Welt sich verdunkelte“.zu.wenngleich diese auch „formal“ bzw.nebenbei auch Vilfredo Paretos Handlungstheorie und den Behaviorismus . der Verhaltensweisen und Disziplinbereitschaften aufdeckende Soziologie .

diese liegt in der rassentheoretischen Grundlegung. eine Welt schöpferisch aufzubauen. Immerhin erschien eine der wütendsten Besprechungen der „elementaren Anthropologie“ Gehlens in „Volk im Werden“. ist von dieser Parallelität der Ansätze aus zu behandeln wie auch die damit durchaus verbindbare These.ganz abgesehen von dem Lob für ihre Reflexionsschärfe . etwa auf Begriffsschöpfungen Alfred Rosenbergs. Sowohl die These von der gewissermaßen „arbeitsteiligen“ Ideologieproduktion. als beider Bemühungen um eine Grundlagenwissenschaft vom Menschen die entscheidende Differenz noch nicht sichtbar machten . gleich dem Menschen. die „Das Handeln und die Ordnungen“ überschrieben ist. liest. Vordergründig sind Entsprechungen zu Gehlen auch in der Anthropologie Kriecks zu finden. bleibt aber insofern noch rein äußerlich. daß es ihm auf die hier vorgelegte Weise nicht gelingen wird. wie sie von Gehlen in den Vordergrund gerückt werden.durch aus als nicht-nazistische aufgenommen. Gehlen dürfe überzeugt sein. den NS-Machthabern als zumindest tolerierbar zu erscheinen. aber keineswegs widerspruchsfreie Beziehung darin sichtbar wird.163 Diese Schrift war nicht anti-nazistisch. welche die neue. das angepaßt genug war. als dem „rational-humanistischen Menschenbild“ zuzuordnen und damit als „lebens- . der auf den deutschen Faschismus (zumindest für kurze Zeit) ebenfalls seine Hoffnungen gesetzt hatte. die Propagierung von NS-Gedanken vollzog . in denen Gehlen. in der Ernst Krieck resümiert.insbesondere seine Instrumentalisierungen Johann Gottlieb Fichtes161. noch nicht einmal die alte bürgerliche ‚Umwelt‘ wieder zu errichten165“. daß anthropologische Forschung einen Freiraum ermöglichte für ein Denken. Daß beide Autoren im Abstand von drei Jahren ein anthropologisches Werk vorlegtenl59 ist nicht unwichtig. aber doch sehr offen. und das sich dennoch gewisse theoretische Neutralisierungen vielleicht sogar Widerlegungen . aber auch in dem staatsbejahenden sind gerade nicht explizit „Hegelianismus“ seiner Antrittsvorlesung162 „anthropologische“. wie er ihn verkündet. Die Texte. Diese Beziehungen lassen allein aus den Schriften sich nicht deuten. wenn man im zweiten Teil von dessen „Völkischpolitischer Anthropologie“. aber die Widersprüchlichkeit der Beziehungen mag am Beispiel von Veröffentlichungen doch illustriert werden. von Gehlen hingegen durch Umgehung des Themas negiert wird160 und die beispielsweise auch von Erich Rothacker. daß er nur „halb und halb“ Nationalsozialist sei l64. nehmen sich in „Der Mensch“ eher aufgesetzt und formelhaft aus. nie mit letzter Ausdrücklichkeit. welche von Krieck bejaht. weil deren enge. „tausendjährige“ Ordnung verschiedenen Schichten in dem ihnen eigenen Vokabular nahebringen sollte. indem das Verhältnis der Anthropologie Arnold Gehlens zu der von Ernst Krieck kurz erwähnt wird. nicht mitvollzogen wurde. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich dann allerdings Handlungsdeterminanten. daß eine „Theorie des Handelns“ als „Herzstück einer völkisch-politischen Anthropologie“ ausgegeben wird166. der Gehlen schon in anderem Zusammenhang bescheinigt hatte.beispielsweise der rassistischen Gehalte der NSIdeologie erlauben konnte. wurde aber bei ihrem Erscheinen . Vielmehr bedarf es wissenschaftsgeschichtlicher Aufhellungen und Quellenstudien.Philosophische Anthropologie 183 schenbild es tat. und die opportunistischen Anspielungen. ist schon deshalb wichtig. Das galt wenigstens auch für einen führenden Ideologen im „Dritten Reich“.

selbst noch von den oberflächlich verglichenen Kategorien her. will von hier aus auch die physiologischen Seiten des Lebensvorganges. welche in die „Vorgeschichte“ wissenschaftlichen Denkens verbannt wurde. das über dem Gesetz steht 170.alle Interpretationen der Geschichte der menschlichen Vergesellschaftung. „Theorien der Gesellschaft“ waren stets auch politisch. Bewußtsein und Willen klären169.wie als Ordnungskonzept solchen „Theorien der Gesellschaft“. „Auftrieb“.in Abgrenzung vom allgemeineren Begriff einer „Sozialphilosophie . nämlich der gemeinsamer Gegner und Ängste. Krieck versteht den Menschen aus dem Zusammenhang von Gemeinschaft und „Gliedschaft“ heraus168. die Träger des kritisierenden Intellekts. Abgelehnt werden die Forderungen nach sozialer Gleichheit. Das sind nun . sich gleichförmig Wiederholende“ sein soll. der eine Parallele zur Soziologie-Entwicklung deutlich macht. und das Lamento über die unaufhaltsame Nivellierung der Kultur schafft möglicherweise mehr Gemeinsamkeiten als der theoretische Entwurf. verdächtigt werden die Reflexionsspezialisten. VI Wenn von einer „Soziologisierung“ philosophischer Reflexion im Rahmen der Philosophischen Anthropologie und wenn zugleich von ihrer WeltdeutungsProgrammatik gesprochen wird. der ökonomischen Freiheit. Es gibt hier in den Einzelheiten sicher eine Reihe diffiziler Entsprechungen. wie sie seit dem 17.opponierte auch die Philosophische Anthropologie als Wissenschafts. lassen Übereinstimmungen sich nur unzureichend bestimmen und werden die Oppositionen gänzlich verdeckt. In gleicher Weise . der Ordnung des Betriebes“ sich vollzieht und in dessen Rahmen „das Gleichbleibende. „Spontaneität“. also Anspruchstheoreme der politischen Partizipation. der Statusangleichung und Privilegienverlagerung. Ähnlichkeiten und Umformungen. Jahrhundert und im Zusammenhang mit dem Aufstieg der bürgerlichen Klassen entwickelt worden sind. also „Trieb“. das „nach dem jeweiligen Gesetz. Angenähert werden die Perspektiven in viel höherem Maße auf einer anderen Ebene. als Ent- . später dann der Machtzusammenballung des absolutistischen Königtums gegenüber. Die sozialen Formen und Verhältnisse wurden unter dem Aspekt ihrer Geschichtlichkeit thematisiert. wird dem „Handeln“ gegenübergestellt als einem regelnden Tun. bejaht werden die tatgesättigte Realisierung weitausgreifender . Sie waren entgegengesetzt den Repräsentanten der feudalen Verhältnisse.also letztlich doch wohl expansionistischer – Politik und die Verachtung der Massen. so ist ein weiterer Gesichtspunkt einzuführen. Im Mittelpunkt steht die Unterscheidung von zwei „Arten des Tuns“: „Arbeit“ als geregeltes Tun. Aber von der Themenstellung allein. Als Spezialwissenschaft des „sozialen Handelns“.184 Karl-Siegbert Rehberg fremd“ und „wirklichkeitsblind“167.wenn auch mit anderen Mitteln und höher gespannten Geltungsansprüchen an Wahrheitsgehalt und Reichweite der eigenen Aussagen . der „sozialen Beziehungen“ und „Wechselwirkungen“ grenzte die Soziologie sich von den älteren Entwürfen einer geschichtsphilosophisch bestimmten „Theorie der Gesellschaft“ deutlich ab. über die der Verweis auf die fundamentale rassentheoretische Differenz nicht hinwegtäuschen soll. Stetige.

die auf den Entwicklungsprozeß des Machens. statt sie in Aspektstrukturen auseinanderzulegen. Odo Marquard hat einsichtig gemacht. die dem jeweiligen gesellschaftlichen Entwicklungsstand adäquate Moralität. Die Zurückdrängung einer historischen Perspektive. Stets war es diese Einheit eines historischen Organisationsprinzips der Menschen. die Legitimationsgrundlagen der politischen Ordnung. „den Widerspruch zwischen den vorhandenen Bedingungen des Daseins und allem. Daraus ergab sich aber nicht nur der Prozeßcharakter dieser Theoreme. daß nämlich das soziale Leben der Menschen als Formierung und Strukturverdichtung von bestimmten Prinzipien.wie auch manche soziologische Position . denn eine „illusionslose Theorie von menschlicher Bestimmung“ lasse nur als negative sich entwickeln mit dem Ziel aufzuzeigen. Adornos . Daß in dieser vermittelnden Einheit „der Gesellschaft“ der Ausgangspunkt für die Erklärung und Deutung unserer Handlungsspielräume liegen solle.all das waren Themen eines Theoriezusammenhangs. wie sie von Thomas Hobbes bis zu Karl Marx und in Anknüpfung an ihn bis zur „Kritischen Theorie“ Max Horkheimers und Theodor W.Philosophische Anthropologie 185 wicklungszusammenhang einer Menschheit also.und auch in den soziologischen Analysen von „Formen der Vergesellschaftung“ deutlich relativiert. was in der strikten Abwendung von jeder Geschichtsphilosophie wenigstens von jedem Fortschritts-Motiv in ihr . die Organisation der Familie wie des Handels . insbesondere aber eine Neigung zur Enthistorisierung der Problemstellung. Die durch den Rückgriff auf die Natur des Menschen legitimierte Behandlung der sozialen und kulturellen Lebenswelten hat paradoxerweise eine Tendenz zur „Entgesellschaftlichung“. Entwicklungstendenzen und Organisationsstandards her als Zusammenhang begriffen werden soll. Die immer am Modell aufklärerischer Weltsicht orientierten Geschichtsphilosophien. Insofern Insofern sind beide Theorie-Zusammenhänge als Gegenkonzepte zu jenen „Theorien der Gesellschaft“ aufzufassen. der die gesellschaftlichen Lebenswelten unter einem fortschrittsinteressierten Gesichtspunkt verknüpfte. sind schon dadurch Gegenkonzepte zu jeder auf die „Natur“ des Menschen sich berufenden Konzeption. sondern auch jene Konstruktion einer sozialen „Totalität“. die angemessenen Formen der Erziehung.sich ausdrückt. die „Verfassung“ der Sprachen so gut wie der Staaten. der Zivilisierungsgewinne und damit auf die Selbstveränderungen des Menschen verweisen. als die Einheit von „Gesellschaften“. die eine Theorie der Gesellschaft“ konstituierte. schließlich dann die . das gerade wird aus der Perspektive Philosophischer Anthropologie entschieden bestritten . Aus der Perspektive der zuletzt genannten theoretischen Position argumentierte Horkheimer in jenem schon erwähnten Aufsatz in der „Zeitschrift für Sozialforschung“ gegen das Programm einer Philosophischen Anthropologie. daß Philosophische Anthropologie und Geschichtsphilosophie als von Anfang an miteinander konkurrierende Ausprägungen moderner Lebensweltphilosophie anzusehen seien172. und zwar quer zu den wissenschaftlichen Objekteinteilungen.sich wendet. die in unterschiedlichen Stadien der Vergesellschaftung die Bedingungen menschlicher Lebensführung organisiert.ausformuliert worden sind. wie sie uns heute selbstverständlich geworden sind: die Ökonomie. die Ausklammerung der Ökonomie. was die große Philosophie als jene Bestimmung verkündet hat“171. gegen welche die Philosophische Anthropologie . der Produktion.

Sichtbar wird dann nämlich. dessen Ausgangspunkt in der durch die hier erörterten philosophischen Fragestellungen geprägten Aura der Leipziger Diskussionskreise lag. daß sie von gattungsmäßigen und -geschichtlichen Bestimmungen ausgehend auf eine Behandlung der konkret historischen sozialen Lebenszusammenhänge des Menschen zielen müssen. also die Zusammenfassung verklammerbarer Fragestellungen. Die Philosophische Anthropologie. Somit tendieren all diese Entwürfe thematisch zu einer kulturwissenschaftlichen Fragestellung. der nicht zufällig gerade auch Max Webers . So ist es kein Zufall. Das zeigt. welche in manchem den universalen Gesellschaftstheorien nähersteht.186 Karl-Siegbert Rehberg Auflösung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhanges in Teilgebiete der sozialen Realität. wenn der Gehlen-Freund und -Schüler Helmut Schelsky. Tenbruck. Nicht die Überwindung der Ausdifferenzierungen. welche den ihnen sich widmenden Fach-Sparten zur Legitimation verhalf: All dies kennzeichnet Entwicklungstendenzen auch der akademischen Soziologie. sondern beansprucht deren Re-Integration. So vollzieht es sich keineswegs in einem bedingungsfreien Rahmen. auch der Soziologie ihren Ort zuweisende.hierin liegt wohl ein spezifisches Paradox . welcher sie zugleich folgenreiche theoretische Einflüsse und vor allem jene hier behandelte „Soziologisierung“ auch außerhalb der Soziologie liegender Diskurse verdankt. wissenschaftssoziologische Deutung auch der Beiträge der Philosophischen Anthropologie einer aktuellen Diskussion einen historischen Hintergrund zu geben vermag.immer schon eine „anti-soziologische“ Quelle hatte. Helmuth Plessner und Arnold Gehlen zentral wurden. als eine Historisierung und gesellschaftstheoretische Erweiterung soziologischer Analysen seit den 60er Jahren gerade auch als „Anthropologie-Kritik“ ausgearbeitet wurde und weil auf der anderen Seite eine zum neuen „Theorien-Streit“ sich entwickelnde Auseinandersetzung um die weltbildprägenden Ansprüche der Soziologie ebenfalls an diesem Verknüpfungspunkt anthropologischer und soziologischer Thesen ansetzt. daß die deutsche Soziologie . aber eben vom dominant bleibenden Gesichtspunkt gerade der invarianten Aspekte der menschlichen Natur her. wie allen Entwürfen Philosophischer Anthropologie gemeinsam ist. sondern deren Durchordnung unter einem integrierenden Aspekt ist das. Programm der hier behandelten Anthropologie-„Schule“ 173. wie auch Friedrich H.Anwendungsbezogenheit in pädagogischen Aussagen174. widerstreitet nun aber dieser durchgesetzten Fachsspezialisierung in den Gesellschaftswissenschaften keineswegs.„Theorien der Gesellschaft“ im Prinzip ihres Realitätszugangs sich unterscheidet. daß die soziologiehistorische Rekonstruktion und wissens.bzw. Gezeigt werden sollte.oft reifizierende . Auch erklärt sich von hier die große Wirkung der anthropologischen Thesen gerade auf die soziologischen Diskurse wie auch auf die . welche im Rahmen einer Soziologie möglicherweise sich behandeln läßt. In den aktuellsten Theoriedebatten und wissenschaftspolitischen Auseinandersetzungen (welche im Rahmen dieses. einer historischen Rekonstruktion gewidmeten Beitrages ausführlicher nicht zu referieren sind) spielt diese Verbindung von Philosophischer Anthropologie und Soziologie insofern eine Rolle. aber auch in der Kulturanthropologie Erich Rothackers und der Kulturkritik Eduard Sprangers. daß soziologische Themenstellungen bei Max Scheler. die darin der Philosophischen Anthropologie durchaus gleichend .

kultureller Wertgenesen und Lebensformen unberücksichtigt blieben.und Ereigniszentren der Gesellschaft . daß nicht länger die Einschmelzung der verschiedenen Vergesellschaftungsformen in die Einheit von „Gesellschaften“ sozialwissenschaftliche Diskurse beherrschen solle. aufweisen. Gesellschaft sei gewissermaßen als „Erfindung“ der Soziologie zu verstehen. aber mir erscheint wichtig . vor allem . Erwähnt sei. als reifiziertes Abbild historischer Integrationsprozesse.vor allem des politischen Systems. wie sie auf (ehemals?) „linker“ Seite neuerdings in Mode kommen. z.damit auch wissens-geschichtlich .im Bereich der Fundierung und Verfeinerung von Handlungstheorien wie auch damit verbundener Sprachtheorien liegen. Statt dessen sollte die Anthropologie sehr bewußt die gewissermaßen „experimentelle“ Zusammenstellung von Gesichtspunkten leisten. daß die Reflexions. wie auch soziologischer Annahmen sichtbar zu machen vermag. insofern sie manche Lücken ausgeformter „Theorien der Gesellschaft“. bruchstückhaft auch: deren Resultate tief in das „Bildungswissen“ eingedrungen sind. der Marxschen.geleitete Reflexion nottut. einer Soziologie.das läßt sich an Gehlens Theo besonders gut demonstrieren . VII Abschließend sei vermerkt. womit gesagt sein soll.besonders unter Verweis auf die erörterten Unterscheidungen zwischen verschiedenen Theorieformen . sondern daß die kulturell bedingten und durchaus eigenständige Verflechtungen zeigenden Lebensformen der Menschen wieder in den Vordergrund zu rücken seien.Philosophische Anthropologie 187 welthistorische Studien und handlungstheoretische Grundannahmen „anthropologisch“ zu deuten vorschlägt 175 . denen gegenüber eine historisch . daß man also nicht annimmt. Die denkbaren Anregungsmöglichkeiten sollen hier nicht kasuistisch erörtert und spekulativ festgeschrieben werden. deren Begrifflichkeiten und Denkmuster. Hier wie dort findet sich die auf ein „kritisches“ Bewußtsein“ gegründete Abkehr von den „großen Fragen“. E. das einzige Problem bestehe in der Übertragung der anthropologisch gewonnenen Einsichten auf verschiedene Anwendungsbereiche. So macht der „Zeitgeist“ Generationen überspringende Rückgriffe. ein wieder als legitim ausgegebenes Desinteresse an den Regelungs. Darüber hinaus eröffnet diese Theorierichtung Möglichkeiten für eine Kritik. in welchem die Besonderheiten. daß solche Thesen eine auffällige Parallelität zwischen traditionellen Motiven des Konservatismus und manchen jener Rückzugs-Rationalisierungen. Von konservativer Seite soll dem eine auf die „Kultur“ zielende Betrachtungsweise entgegengesetzt werden. Dabei gilt der Angriff einer Soziologie. deren realer Zusammenhang den Fachwissenschaften leicht .und Erkenntnispotentiale der Philosophischen Anthropologie heute m. B.daß die Ergebnisse der Philosophischen Anthropologie nicht vorschnell als bewiesene Resultate einer Grundlagenwissenschaft ausgewertet werden. eine kulturwissenschaftlich verfahrende und anthropologisch begründete Gegen-Wissenschaft zur Soziologie empfehlen176. welche als Leitwissenschaft gesellschaftlicher Veränderung (sei es auch nur als Legitimationsbeschaffung eines regierungsamtlichen Reformismus) angesehen wird.

Der Mensch im Spiegel seines Gedankens. die zwar im engeren Sinne keine „Schule“ bildeten . daß zugleich aber auch alle vom Menschen produzierten Vernetzungen und sozialen Formierungen seines Daseins abhängig sind von „seiner Natur“. Düsseldorf/ Wien 1978. Es besteht daher aller Grund. Vgl.weshalb dieser Ausdruck lediglich als ein den Gruppenzusammenhang und die Einflußbeziehungen illustrierender metaphorischer Ausdruck verwendet wird -. III. oder gar Denkverbote erwägt. Insofern vertrete ich auch die These.Arnold Gehlen ein „abschließender“ Autor innerhalb dieser Theoretikergruppe ist (vgl. der von der Problemstellung der Lebensphilosophie und der Verstehenstheorie Wilhelm Diltheys ausging. 2 Tenbruck sieht eine anthropologische Theorie entwickelt in der Einleitung zu Max Webers „Wirtschaftsethik der Weltreligionen“.. München 1969 (zuerst 1931). was es heißt es für die Wissenschaften vom Menschen bedeutet. 1 Philosophische Anthropologie wird hier nicht als systematische Teilfragestellung der Philosophie. die gesellschaftliche Aussagen auf anthropologische reduzieren. in der die bibliographischen Daten sich finden. daß der Mensch von Natur ein Kulturwesen ist. so gab Bernhard Groethuysen einen philosophiegeschichtlichen Überblick über die Formen der „Selbstbesinnung des Menschen“.. das beitragen kann zum Bewußtsein davon. Berlin 1969. So könnte Anthropologie – durch historische und soziologische Einsichten konkretisiert und modifiziert – einen Beitrag dazu leisten. wie Arnold Gehlen das sehr akzentuiert formuliert hat. Philosophische Anthropologie. Elementarkurs Philosophie: Philosophische Anthropologie. und zwar als eine grundlegende Anschauung vom .S in diesem Aufsatz). Menschliche Selbstdeutung in Geschichte und Gegenwart. ohne den alten` zu kennen. Wer den ‚neuen‘ Menschen beschwört.188 Karl-Siegbert Rehberg aus dem Blick gerät und die das Objektfeld . wie jenen. oder besser gesagt: der Menschen . Abschn. Vgl. die aber eben als in einer Theorietradition stehend aufgefaßt werden. kann heute generell nicht beantwortet werden. zu solchen Oberblicken auch: Michael Landmann u.“ So also wäre Anthropologie weder eine grundlegende noch eine abschließend integrierende Wissenschaft. aber Konzepte von Platon bis zu Montaigne mit einem nur wenige Seiten umfassenden „Ausblick auf die Fortbildung der anthropologischen Auffassungsweisen in der Neuzeit auswertete: Bernhard Groethuysen. verhindert den Fortschritt der E-rkenntnis selbst178.177 Gültig bleibt. ob und welche Aussagen im Bereich der Gesellschaftswissenschaften anthropologisch fundiert werden können oder nicht. Philosophische Anthropologie. München 1962 (mit vorzüglichem bibliographischen Überblick von Gudrun Diem) und ders. sondern als Wissensproduktion einer eingrenzbaren Gruppe von Denkern verstanden.wie im Text ausgeführt wird . was Wolf Lepenies programmatisch so ausgedrückt hat: „Die Frage.dennoch aufnötigt. daß . die anthropologische Fragen aus dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften verbannen. sondern ein Hypothesen förderndes Anregungsreservoir für die „Menschenwissenschaften“179.a. De Homine. Anmerkungen Die vollständige Bibliographie jedes zitierten oder herangezogenen Titels wird nur an einer Stelle gegeben. In allen weiteren Anmerkungen werden nur noch Autor und Kurztitel genannt sowie in eckigen Klammern jene Anmerkung. des weiteren die sehr umfangreiche Bibliographie in einem ansonsten mißlungenen Versuch der systematischen Erfassung und historischen Herleitung der Zentralkategorien Philosophischer Anthropologie: Alwin Diemer. ebenso denen zu mißtrauen. um eine solche Erkenntnis zu verhindern. daß wir mit größerer Sicherheit verstehen.also die Lebensführung des. daß die „Natur“ des Menschen historisch und sozial geformt ist. Allerdings wird der Begriff hierauf in der Literatur nicht immer präzise bezogen.

in der die Scheidung in Naturwissenschaften und Nicht-Naturwissenschaften nicht besteht“. 1931. Köln/Opladen 21970. Handwörterbuch der Soziologie. sowie ders. 1980. Weiter sind zu erwähnen: Ulrich Sonnemann.Philosophische Anthropologie 189 Weltverhältnis des handelnden Menschen. die philosophischanthropologischer Grundlagenerörterung eigen ist. 28. Die Tragweite gegenwärtiger Anthropologie-Kritik. 1979.und „Herrschaftswissen“ verbindet. Gesamtsitzung v. und ders. B. und zu einer kritischen Diskussion solcher Konzepte: Klaus Prätor. Grundformen des menschlichen Zusammenlebens. z. Gedanken zu einer zusammenfassenden Anthropologie. 1). Soziologische Skizzen zur Anthropologie. des 1. 3 Vgl. Hamburg 1969. Berlin 2 1956 (zuerst 1938). in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. XIX f. wobei sie auch noch . unv. Sombart erstattete am 3. München 1971. die gerade deshalb auch den Kontakt mit den „wissensschaftlichen“ Fragestellungen leichter halten konnte. B. von 1955 bis 1959 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. 77-82. Jg. XIII. Scheler. Die Suggestivität. April 1938. v. Auch was . wie sie auch die Existenzphilosophie . hier bes.). Pädagogische Anthropologie. 226-236. Friedrich H. 62 und 85. ders. 132-150). 7 Vgl. Instinkt. 6 Werner Sombart. 4 Das gilt allerdings nicht für Max Scheler. Dietmar Kamper. S. daß sie also . den Sammelband: Dieter Höltershinken (Hrsg. vielmehr diese selbst steht im Mittelpunkt dieser Philosophie. Düsseldorf/Köln 1970. h. ist noch gebunden an jene phänomenologische Seins-Orientierung.wie Max Scheler selbst hoffte .. z. Berlin 41966 (zuerst 1924/ 19285).Vgl..„Wesenswissen“ mit dem pragmatischen und positiven „Leistungs“. vgl. 221 ff.: S. Rationales Handeln als großbürgerliches Aktionsmodell. S. Geltung. in: Alfred Vierkandt (Hrsg. zum Thema macht. sah (vgl. 31.. S.um in Schelerschen Begriffen zu sprechen . Philosophische Weltanschauung. 199-236. Geschichte und menschliche Natur. vielleicht gar hindurchzublicken vermag. Thesen zu einigen handlungstheoretischen Implikationen der „Soziologischen Grundbegriffe“ Max Webers. S. 27. 5 Leopold von Wiese. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jena 1940. z. Nicht die Modalitäten und Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis der Realität. Zur Legitimation menschlichen Verhaltens. In diesem Sinne verstand er auch seinen „Exkurs über die Zusammenhänge von allgemeiner Anthropologie und Soziologie“ im 2. Versuch einer geisteswissenschaftlichen Anthropologie. vgl. in empirischer Analyse zu Sicherndes. Kap. System der Allgemeinen Soziologie als Lehre von den sozialen Prozessen und den sozialen Gebilden der Menschen (Beziehungslehre). S. München 1973. S. ders.. 11 Vgl.wenigstens methodisch . Vom Menschen.bestimmt hat. Eine soziologische Anthropologie. in: Eckard König und Horst Ramsenthaler (Hrsg. und als zusammenfassende Studie: ders. München 1980. Stuttgart 1959. Materialien. bes. 1975.226 f. Das Werk Max Webers. Soziologische Anthropologie. Kritik der Anthropologie. S. S. Darmstadt 1976.. Wolf Lepenies und Helmut Nolte. der veröffentlicht wurde in den Sitzungsberichten der Akademie. d. zu dieser Interpretation auch Karl-Siegbert Rehberg. 132. 93-130. Anthropologische Grundlagen des modernen Denkens.. daß sie zugleich mehr als nur „Wissenschaftliches“. Psyche.). 13 Als Beispiele seien hier die Arbeiten von Dieter Claessens genannt. hierzu Anm. 8 Leopold von Wiese. Anthropologische Differenz und . Vgl. Anm. M.etwa bei Arnold Gehlen . März 1938 der Philosophisch-historischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften einen umfassenden Bericht unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte der wissenschaftlichen Anthropologie“. Tenbruck. in: ders. Frankfurt a. Anm 154). vgl. S. Wolf Lepenies. Hauptteils (S. 12 Wichtig ist hier auch die Verankerung der philosophisch-anthropologischen Ansätze in einer an Wilhelm Dilthey und Max Scheler anknüpfenden phänomenologischen Erfassung der Seinsbestände. Nova Natura. Jg.B. S.. dazu den Beitrag von Hans Linde in diesem Band. Homo Sum. Werke Bd. 663-702. Das Problem der pädagogischen Anthropologie im deutschsprachigen Raum.das „Fenster ins Absolute“ zu finden. Das Konkrete und das Abstrakte. 73-84. 10.. 9 Plessner war z. Negative Anthropologie. München 1971.). wo er in der Anthropologie einen über die Soziologie hinausgehenden Entwurf einer „zukünftigen Wissenschaft vom Menschen. ebd. Vorstudien zur Sabotage des Schicksals.101. IV dieses Aufsatzes. liegt wohl auch darin.B. Abschn. Wozu braucht die Pädagogik eine Anthropologie? Überlegungen zur methodologischen Stellung der pädagogischen Anthropologie. Neudr. 9 [18].„empirisch“ genannt wird (vgl.

. in: Collegium Philosophicum.. hrsg. Anm..106ff. in: Fischer-Lexikon Philosophie“. 55-68.89-111). Teil. 417-424 u. Gesammelte Werke Bd. S. in: Archiv für Rechts. S. Sombart. Vgl. 219 f. M.. Stuttgart 1976. S.). ebd. Frings. Frankfurt a. 30 Vgl. 20 Charles Darwin. Die Begriffe Rasse und Gesellschaft und einige damit zusammenhängende Probleme. Soziales Handeln und menschliche Natur. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. 31 Vgl. LXV..M. 1975. in: Dirk Käsler (Hrsg. 9: Späte Schriften. 19 Insbesondere ist daran zu denken.128. 24 Vgl. S. zur „Einhelligkeit in der Anerkenntnis“ von eben dieser Schelerschen Schrift als „der eigentlichen Initialschrift der Gegenwartsanthropologie“: Odo Marquard. zu expliziten Auseinandersetzungen dieses Autors mit der Philosophischen Anthropologie: Jürgen Habermas. Gesammelte Werke Bd. S.7-71 (zuerst 1927). Sachlichkeit. daß in der Philosophischen Anthropologie gefundene Problemlösungen nicht aufgenommen werden. die im Lichte späterer „Funde“ sehr anregende Schrift: Ludwig Feuerbach. S. 25 Immanuel Kant. in Blätter für deutsche Philosophie. Diese Schrift geht auf Vorlesungen zurück. Charles Darwin. und die daran sich anschließend Debatte. S. Stuttgart 1966.. Tübingen 1911. Zur Geschichte des philosophischen Begriffs „Anthropologie“ seit dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts. in: ders. ebd. /New York 1980. 166. in: ders.. Wilhelm Weischedel.190 Karl-Siegbert Rehberg menschliche Identität. Festschrift zum 80. 23 Vgl. daß man durchaus auch als „Initialschrift“ der philosophisch-anthropologischen Denktradition ansehen könnte das bereits früher erschienene Werk von Paul Alsberg. 22 Vgl. 209-236. in: ders. Kultur und Kritik. XII. 1964. VIII.120ff. bes.105-121 sowie zur Mead-Rezeption: ders. Frankfurt a.. Geburtstag. 4: Kritiken und Abhandlungen III. von Erich Thies. 18 Max Scheler. Bd. Wider den Dualismus von Leib und Seele.J..M. S. 399690. Probleme einer philosophischen Anthropologie. S.151157. Die Philosophie der Geschichte als Sociologie. Bd./22. Fleisch und Geist (1846). 165-195. S.110ff. Leipzig 1897. hier: S. George Herbert Mead.135. Max Scheler nennt Alsberg in seiner Schrift über „Die Stellung des Menschen im Kosmos [18]. Menschliche Geschichte. 29 Vgl.. hrsg. 1. S. 7. 9 [18]... in: Günter Dux und Thomas Luckmann (Hrsg. Bd. 509-514.). Dresden 1922. deren letzte zu diesem Thema Kant 1795/96 gehalten hat und die erstmals 1789 erschienen. Tonbandaufzeichnungen der Vorlesung im WS 1966/67. Friedrich Seifert. . Hans Joas. Constantin Gulian.. u.0. ebd. Die Stellung des Menschen im Kosmos. Untersuchungen zum Anthropologie-Begriff des 18. S. 32 Paul Barth. Frankfurt a. Frankfurt a. Philosophische Anthropologie. 1979. Alfred Ploetz.137 ff. bes.. Versuch einer prinzipiellen Lösung. Versuch einer marxistischen philosophischen Anthropologie. 15 Vgl. vgl. Frankfurt a.M. 1978. auch Max Scheler.. ebd. Opladen 1974. v. /Bern 1976. B. hrsg. sowie ders. in: Verhandlungen des Ersten Deutschen Soziologentages vom 19. Zum Verständnis der anthropologischen Wende in der Philosophie. Festschrift für Joachim Ritter zum 60.112-114. Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl. Jahrhunderts. 28 Vgl. Frankfurt/M. Art. S. in: ders. 1973. S. 21 Vgl. Manfred S. Geschichte [7]. S. 26 Vgl. 17 Vgl.115 f. (wieder abgedr. in: ders. Das Menschheitsrätsel. den Diskussionsbeitrag Max Webers. 46. Anthropologische Grundlagen der Sozialwissenschaften. S. Tendenzen gegenwärtiger Anthropologie.. Sombart. Oktober 1910 in Frankfurt a. Geschichte [7]. ebd. Bern 1976. 1958. Mareta Linden. Bd. M. S. 16 Vgl. S. o.111-136. 7-39. Die Abstammung des Menschen. einen Vertreter für die „negative Theorie vom Menschen“ in der Nachfolge Schopenhauers und neben der „Spätlehre“ Sigmund Freuds. S. 2. Werke in sechs Bänden. S.112. 0. Basel / Stuttgart 1965. S.und Sozialphilosophie. Darmstadt/Neuwied 1973. S. Geburtstag von Helmut Plessnner.. gleiche z. 393-410.M. 27 Ebd. S. Klassiker des soziologischen Denkens. v.18ff. schließlich als „Beitrag zur AnthropologieDiskussion in systematischer Absicht“: Axel Honneth und Hans Joas. Intersubjektivität bei Mead und Gehlen. Werke Bd. 1934/35. 14 Die „Verdrängung“ dieser Traditionslinie wird auch darin sichtbar.

S. S. 37 Vgl. Anm. ebd. der Eigengesetzlichkeit des Organischen“ wurde von Hans Driesch insbesondere entwickelt in seiner „Philosophie des Organischen“. Günter Dux.19. Gesamtausgabe Bd. S. Jena 1912. Die Stufen des Organischen und der Mensch. 287-306. Ordnungslehre.19. vgl. 48 Vgl.M. wobei er . Gehlen promovierte 1927 bei Hans Driesch mit einer Arbeit zu diesem Themenzusammenhang: Arnold Gehlen. 45 Vgl. S. 40 Vgl. hrsg.Philosophische Anthropologie 191 33 Fausto Squillace. Das Lebensproblem im Lichte der modernen Forschung. dessen erste kulturanthropologische Arbeit erschien in einem Sammelband von Nicolai Hartmann über „Systematische Philosophie“ im Jahre 1942. auch Hans Driesch. auch gerade im Hinblick auf die hier interessierenden Fragestellungen die 3.. Leipzig 1927.gewissermaßen die Geblensche Entlastungsthese vorwegnehmend . Leipzig 1931. Jahrhundert. Leipzig/Berlin 1919. dazu auch Schelskys Bemerkungen in: ders. 384-450. vgl. 7-315. S.1-9. Wende [ 17]. Die Rothacker-Schrift wurde in gleicher Paginierung sechs Jahre später separat veröffentlicht: ders. 50 Vgl. wiederabgedruckt in: ders. sowie das diesen Gedanken fortführende Buch: ders. 35 Vgl.). 1. vgl. 42 „Anthropistisch“ nennt Alsberg die der entwicklungstheoretischen und naturalistischen Ableitung gegenübergestellte und von ihm selbst vertretene Theorie. Als Übersetzung dieser Philosophie in eine als Ethik entwickelte Sozialanthropologie vgl. Lothar Samson. des weiteren ders. ebd. 18. 6. 1978. erw. Die soziologischen Theorien. ders. S. 53-140. Soziologische Theorien im 19. Anm. 396 ff. in: ders. 25. 95 ff. was mir von beiden berichtet wurde. ebd. Odo Marquard und Elisabeth Ströker. Bonn 1948. des weiteren Rothackers zusammenfassenden. 51 Erich Rothacker. Soziologie . 70-108. Opladen 1981. Mensch und Welt. S. Grundlinien einer Ästhesiologie des Geistes. München 1948. bes. Frankfurt a. welche den Menschen von den Spezifika seines Geistes aus bestimmt.. Anm. . 6. Bonn 1969. Aufl. dessen Manuskript schon im Jahre 1939 fertiggestellt war. Grundlinien einer Philosophie des Geistes. in: ders. 47 Helmuth Plessner. aber im NS-Deutschland nicht veröffentlicht werden konnte. Frankfurt a. v. Systematischhistorische Untersuchungen. Philosophische Anthropologie.das Prinzip der „Körperausschaltung“ in den Mittelpunkt rückt. 43 Vgl.M. 46 Helmuth Plessner. v. Anm. Berlin 1965. und 20. Berlin 1926.. 72 und 221ff. III: Anthropologie der Sinne. vgl. sowie Anm. Vgl. 1: Philosophische Schriften I(1925-1933. 49 Vgl.. 34 Pitirim Sorokin. 72 und S.. Bonn 192 3. vgl. 5. ebd. S. Naturteleologie und Freiheit bei Arnold Gehlen.19-78. München 1931. Seifert. Eine ausführliche Diskussion des Einflusses der Philosophie Drieschs auf Arnold Gehlen findet sich in Lothar Samson. (Hrsg. Zur Theorie der Setzung und des setzungshaften Wissens bei Driesch. 25-38. Rückblicke eines „Anti-Soziologen“. Geschichte [7]. S. wo auch Gehlens Zusammenfassung seiner Ergebnisse aus „Der Mensch“ unter dem Titel „Zur Systematik der Anthropologie“ [118] erstmals abgedruckt war. S. Soziologie als Spezialwissenschaft. vgl.... 36 So arbeiteten beispielsweise Arnold Gehlen und Helmut Schelsky arbeitsteilig und die jeweiligen Lektüreresultate austauschend die amerikanische Anthropologie nach dem Kriege auf.82-126 und 160-190. Die Schichten der Persönlichkeit. Gesammelte Schriften Ed.. Grundfragen der sozialen Theorie und Ethik. Hrsg..wie ich sie verstand und verstehe. Bonn 41975 (zuerst 1964). Leipzig 1909. Anm. Drieschs nicht „metaphysische“ Begründung einer „künftigen Metaphysik“ arbeitete er aus in: ders. Individuum und Gemeinschaft.. Die sittliche Tat. 44 Theodor Litt. Einleitung in die philosophische Anthropologie. Probleme der Kulturanthropologie. Freiburg/München 1976. Anm. bes. 39 Vgl. S. Die Einheit der Sinne. S. Sombart.. 1930. 121. Jg. in: ders. 2 Bde. 41 Vgl.. aus Vorlesungen des WS 1953/54 entstandenen Überblick: ders. vgl... Leipzig 1911. 38 Diese „Lehre von der Autonomie. S.124ff.. Das Wesen des Organismus. S. in: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie. Litt fügte dem Buch dann für die Veröffentlichung einen Anhang mit einer Rezension und Kritik von Gehlens „Der Mensch“ bei. 1980.

ebd. S. v. in: ders. S. Berlin 1940. „Erkenntnistheorie“ und „Metaphysik“ gehalten habe und in diesen „weit hinaus über das hier gegebene Fundament“ seine Forschungsergebnisse zur Grundlegung einer Philosophischen Anthropologie „mehrfach eingehend dargelegt“ habe. 77 Vgl. Schriften der Paul-HäberlinGesellschaft Bd. Darmstadt 1922. v. 72 Ebd.. an dieser Stelle auch nennt: Max Scheler. Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik. l. 65 Max Scheler. in: ders. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 1941 (2. über „Philosophische Anthropologie“. Der Mensch im Weltalter des Ausgleichs. 10. S. Anm.. der „Stellung des Menschen im Kosmos“ [18]. Bd. Ein Beitrag zum Geschichtsdenken Max Schelers. 75 Max Scheler. Aufl. in der vor allem die Texte von 1940 und 1962 vollständig dokumentiert und auf alle anderen Veränderungen des Buches verwiesen werden wird.15. v.M. Frankfurt a. 27-30. 44. Bern 1972. bes.. hrsg. 49. eine kritische Ausgabe dieses anthropologischen Hauptwerks von Gehlen soll im Rahmen der Arnold-Gehlen-Gesamtausgabe Band 3 erscheinen. 1974). 9 [18]. Gesammelte Werke Bd. Anm. (Frankfurt a. Der Mensch. . S. 30. Anm. 67 Vgl. daß er an der Universität zu Köln zwischen 1922 und 1928 Vorlesungen über „Die Grundlagen der Biologie“. und die zuletzt in 12. 74 Ebd. Gesammelte Werke 8. Zürich 1969. Eine philosophische Anthropologie.. Leipzig 1940 (jetzt m. 69 Ebd. Aufl. S. 66 Max Scheler.M. 34f. 8. ders. von 1950 vorgelegt. welche ihn seit dem „ersten Erwachen“ seines philosophischen Bewußtseins wesentlicher beschäftigt (hätten) als jede andere philosophische Frage“. Jg.. 1956. (Frankfurt a. vgl. Zur Idee des Menschen in: ders.17-22. darstellenden Nachruf schrieb Paul Honigsheim: Scheler (†) als Sozialphilosoph. Bern 1973. S. Frankfurt a..M. 44. Manfred S. 71 Ebd. S. Frankfurt a.150. 18. hier: S. 68 Vgl. S. Vgl... M. hrsg. 70 Ebd. 1978) gedruckte Fassung reproduzierte die letzte von Gehlen durchgesehene 7. was hier „Soziologisierung“ genannt wird. 32.11. Gesammelte Werke. Anm. Kosmos [18]. wobei er die wichtigsten Stellen zu Vorarbeiten zu seiner „Philosophischen Anthropologie“.143-150. v. v. Einf.) [44]. S. zu Schelers Philosophie auch Kurt Lenk. 65 f. 55 Hans Lipps. Neuer Versuch der Grundlegung eines ethischen Personalismus. 56 Paul Häberlin. Werke Bd. 79 Einen verschiedenen Aspekt des Werkes besonders unter dem Gesichtspunkt dessen.. 63 Max Scheler. 57 Vgl. 3: Vom Umsturz der Werte. Bern 21960. 64 Eine Darstellung des Programms dieser Schule findet sich in: Graf Hermann Keyserling.M. 2. 54 Viktor von Weizsäcker. 78 Ebd. Darmstadt 1927.. S.. 60 Vgl. III. Scheler. 62 So skizziert Scheler die Fragen. Frings. S. Rolf Denker. erschien). S. Aufl. deren Erscheinen er für „Anfang des Jahres 1929“ ankündigte. S. Der Mensch. Litt. 171-195. 7. Vorrede zur ersten Auflage von „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ (allerdings 1928 datiert. Der Gestaltkreis./Bonn 1962). Gesammelte Werke. hrsg. Maria Scheler. 62 u. 65. Maria Scheler. 59 Vgl. Gesammelte Werke Bd..94-108. 58 Vgl. 44. Vgl. S. 73 Ebd. in: Kölner Vierteljahrshefte für Soziologie. Aufl. 9 [18]. Verweise auf das von ihm geplante Buch finden sich auch in: ders. in: ders. S. Jg. 1973). 19.192 Karl-Siegbert Rehberg 53 Arnold Gehlen. 7-258. S. Anm. in: ders. e. 51-71. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. Geist und Geschichte. Individuum (3. 76 Scheler. Bern 51966. Wesen und Formen der Sympathie. Gesammelte Werke Bd... Kosmos [ 18]. Aufl. 61 Vgl.145-170. Die menschliche Natur. 44. eine tiefgreifende Umarbeitung wurde in der 4. VIII. hrsg. während eine vorausgegangene Veröffentlichung im „Leuchter“. Scheler hat auch darauf hingewiesen. Schelers Vorrede zur 1. Bd. 22. Maria Scheler.. S. Aufl. III. Schöpferische Erkenntnis. Theorie der Einheit von Wahrnehmen und Bewegen.

96 Vgl. Günter Dux. S. Philosophie in der veränderten Welt. das gilt auch für die erkenntnistheoretischen Frühschriften „Die wissenschaftschliche Idee“ (1913) und „Krisis der transzendentalen Wahrheit im Anfang“ (1918). vgl. S. S. Anm. in: ders. 85 Vgl.Erfahrung‘.118-180. September 1924 Heidelberg. 83 Schelers Schrift über das „Weltalter des Ausgleichs“ [75] ist besonders anregend für Gehlens Konkretisierung seiner anthropologischen Elementaranalyse in den in der Bundesrepublik entwickelten sozialpsychologischen Studien.116-124. S. Frankfurt a. auch in diesem Sonderheft den Beitrag von Dirk Käsler. Anm. Max Adler hielt das Ko-Referat unter gleichem Titel. die zur Funktionalisierung gelangen. 91 Vgl.150208. 1974.. 92 zu Plessners intellektueller Biographie auch seine Selbstdarstellung in: Ludwig J. S. Lieben und der zugehörigen Triebstruktur nicht die Natur ist. Bd. vgl. Anm. 146-180. Frankfurt a. Stuttgart 1969. so daß sich die Organisationsform der Gesellschaft stets auch spiegeln muß in dem ganzen Weltbild. 97 Vgl. ebd. 93 Vgl. ders. Hamburg 1975. 88 Scheler. Und weiter dann: „Und das zweite. Erkenntnis und Arbeit. S. dennoch aber gibt Scheler diesem insofern Recht. v. Vgl. Die Wissensformen und die Gesellschaft. unveränd. 89 Vgl. Scheler referierte darüber auch auf einem Soziologentag.. Arnold Gehlen. S. Bern/München 21960. 94 Vgl. S. daß das erste Substrat der Anwendung des Formenapparates von Denken. 1. Grundprobleme der großen Philosophen.180-212. S. 98 Das hat besonders Asemusen hervorgehoben. Bd. vgl. 1925. Frankfurt a.... Philosophie in Selbstdarstellungen. 44. 95 Plessner. ebd. Max Scheler. Die gesellschaftlichen Leiden und das Leiden an der Gesellschaft. Werten. Wissensformen [86]. Macht und menschliche Natur. Odo Marquard und Elisabeth Ströker.“ Max Scheler. bes. 1969. Zusätze als nachgelassenen Manuskripten. und 294f. sowie Plessner. S. und Frigga Haug. 213241.Philosophische Anthropologie 193 80 Scheler. Helmuth Plessner. Philosophie der Gegenwart II. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. 237f.153. Kritik der Rollentheorie und ihrer Anwendung in der bürgerlichen deutschen Soziologie. Die Seele im technischen Zeitalter. und 30. hrsg. Pongratz. schließlich die Diskussion über „Die anthropologische Dimension des Rollenbegriffs“ in der Arbeit des Plessner-Schülers Hans Peter Dreitzel. S. Ein Versuch zur Anthropologie der geschichtlichen Weltansicht. S. Hermann Ulrich Asemissen. 436. Kosmos (18]. in: ders. 41ff. von den triebhaften Tendenzen.150 f. S. in: ders. .174ff. 86 Max Scheler. als die nachträgliche „Funktionalisierung von erschauten Formen und Prinzipien sowie die „Auswahl jener Gruppen solcher Prinzipien und Aufbauformen der . in: Joseph Speck (Hrsg. 87 Das ist mit „Soziologismus“ nicht zu verwechseln...426. 292. 62 sowie in diesem Zusammenhang auch den von Max Scheler herausgegebenen Sammelband: Versuche zu einer Soziologie des Wissens. Schriften des Forschungsinstituts für Sozialwissenschaften in Köln. 84 Gemeint sind die Studien in Schelers „Wesen und Formen der Sympathie“ [66]. 23-35. 1980. 81 Ebd. Plessner [94]. Berlin 1931. 90 Walter Schulz. Weltalter [75 ]. 1972. beide in: Gesammelte Schriften 1: Frühe philosophische Schriften 1. S.). 47. ist der Satz. 191-382. hrsg. München/Leipzig 1924... sondern die Gesellschaft. v. hier: S. was wir dem Soziologismus zugestehen. S. bes.293-308. Göttingen 1973.M. 82 Ebd. in: Verhandlungen des Vierten Deutschen Soziologentages am 29. Vgl. Reinbek 81964 (zuerst 1957). 230f. S.M. Diesseits der Utopie. vgl. ebd. Vorstudien zu einer Pathologie des Rollenverhaltens. S. S. 2. Soziale Rolle und menschliche Natur. Maria Scheler. M. Pfullingen 31976.. 46. bes.. S. bes. Frankfurt a. Stufen [47]. Helmuth Plessner: Die exzentrische Position des Menschen. Sozialpsychologische Probleme in der industriellen Gesellschaft. dem Aufbau der typischen Triebstruktur der Gesellschaft abhängig“ sind. Wissenschaft und soziale Struktur.148. Neudruck v. 269-307..M. Schauen. sowie die Diskussion über die Vorträge und das Schlußwort Max Adlers sowie den Anhang von Francesco Cosentini.

Pfahler wurde von Gehlen in der 1.1976. bes. 118 Auf „Handlung“ als Zentralbegriff seiner Anthropologie (wobei er darunter „die sehende. zur Darstellung verschiedener (auch der politischen) Motive im Werk Arnold Gehlens: z. S. 3.Arnold Gehlen. Aufl. 105 Vgl. ebd. Phil. Werner Rügemer.24. S. 179-188. Bern 1975. 358.. S. S. Jg. Legitimation als Anthropologie. Bd. Anthropologie und Soziologie. Diss.. in: Karl Corino (Hrsg.11-63. S. zu diesem Aufsatz auch Anm. Eine Entwicklung der beiden Begriffe aus der Philosophie H. [53]. 95-106. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 115 Gehlen hat sein Verhältnis zu Scheler dargestellt in seinem Aufsatz „Rückblicke auf die Anthropologie Max Schelers“. 53.“ 106 Vgl. S.Seele`!) mit der Ontologie Nicolai Hartmanns suggerieren verwunderlicherweise durch das gemeinsam verwandte ‚Schicht‘ einen inneren Zusammenhang. Studie über den Zusammenhang von allgemeiner Krise des Kapitalismus und anthropologischer Grundlegung der Philosophie am Beisp. 51). Metaphern des Standhaltens. 53. Stuttgart 21980. auch Heinz Häfner.126-133. Max Scheler im Gegenwartsgeschehen der Philosophie.. Der Soziologe und Philosoph Arnold Gehlen. Gehlen. 28. 103 Vgl. ders. Vorträge vom 21.). Vgl. später dann ganz gestrichen. Hamburg 1980. 113 Hans-Joachim Lieber. 51.. Berlin 1963.). Erich Rothacker. in: Paul Good (Hrsg. vgl.). 22. Arnold Gehlen zum Gedächtnis. S... Aufl. von 1962 gegeben. 1. Zur Kritik der Institutionentheorie. V. Stuttgart 1973. 114 Vgl. Schichten [51]. Philosophische Anthropologie und Epochenkrise.194 Karl-Siegbert Rehberg 100 Günter Dux. Vgl. 117 Vgl. Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.435ff. 389-398. in: Wilhelm Bernsdorf und Horst Knospe (Hrsg. Phil. Hans Ryffel und Helmut Klages). in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. S. Ein politischer Denker gegen die Zeit.). der wenig durchdacht ist. Marianne Oesterreicher-Mollow.B. Jg. 76.: Johannes Weiß. in: ders. S. Diss. München 1951. Arnold Gehlens. Studien zur Anthropologie und Soziologie. 116 Vgl. Plessners im Vergleich mit dem philosophischen Ansatz des frühen A. Auflage von „Der Mensch“ verarbeitet. ebd. Zur Propädeutik gesamtgesellschaftlicher Theorie. 111 Vgl. Anm. 112 Vgl. S. Köln 1979. S.. 24. Kulturanthropologie [51]. Tübingen 1972. 425-454.. Intellektuelle im Bann des Nationalsozialismus. immer nach der 7. bes. Art. Vgl. S. Carol Hagemann-White. 1972. Die Theorie der „Grundfunktionen“ von G. Reflexion und Rolle. S. Rothacker. 440. 104 Rothacker lehrte nach seiner Dozenten-Zeit in Heidelberg von 1928-1954 als PhilosophieOrdinarius an der Bonner Universität. 101 Ebd. Grundlegende Gegensätze des Menschenbildes bei Max Scheler und Arnold Gehlen. in: Caspar von Schrenck-Notzing (Hrsg. 77f. S. Gehlen 1. 441. 107 Ebd. 110 Vgl. Zitate aus dem Buch „Der Mensch“ werden in diesem Aufsatz. Internationales Soziologenlexikon. über Erich Rothacker. In memoriam Arnold Gehlen. zu Biographie und Würdigung des Werkes auch die Nachrufe: Helmut Schelsky. 102 Vgl.2. S. (vgl.157-166. und Karl-Siegbert Rehberg. Freiburg 1971. Arnold Gehlen. Zum Verhältnis von Plessner und Gehlen hinsichtlich ihrer Anthropologie vgl. . 1976. 109 Rothacker. Weltverlust und Subjektivität. planende Veränderung der Wirklichkeit“ versteht) verweist Gehlen auch in jener die Ergebnisse des Buches „Der Mensch“ zusammenfassenden Darstellung „Zur Systematik der Anthropologie“. 51. Schichten [51]. ebd. S. Institutionen von rechts gesehen: . Berlin 1976 sowie Karl-Siegbert Rehberg. sowie Werner Brede. eigens anders vermerkt. Konservative Köpfe. Anthropologie und Institutionenlehre. S. München 1978. Eine Kritik der Philosophie ArnoldGehlens. Anm. wo er meint: „Die heutigen Vergleiche meiner Thesen über die Struktur der Persönlichkeit` (nicht der . hier: S. Anm. Anm.. 108 Vgl. ebd. Juni 1976 in der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer (mit Reden von Klaus König. 19ff.

dazu Rene König. auch des Selbsterhaltungstriebs“ (vgl. 1959. Das Prinzip Arbeit in der Marxschen und Gehlenschen Anthropologie. und es ist im Schema dieselbe Auffassung. 42. abgedr. 74ff. ll5f.M. erschien. 121 Dieses für Gehlens Anthropologie zentrale Motiv der „Entlastung“ wurde von ihm erstmals in dem Aufsatz „Vom Wesen der Erfahrung“ formuliert. S. 122 Vgl. auf die Gehlen in dem letztgenannten Aufsatz (S. hierzu bes. 84. Anthropologische Forschung. Abhandlung über den Ursprung der Sprache. S. 124 Viele der Gedanken des Interaktionismus von George Herbert Mead wurden von Gehlen in der Überarbeitung von „Der Mensch“ 1950 [53] aufgenommen. München 1980. z. Zur Soziologie der Zwanziger Jahre. München o. Mensch (1. die in der Philosophischen Anthropologie zur Bestimmung des Menschen ausgearbeitet worden sind. Anthropologische Forschung [122].) im Mittelpunkt steht. S..11. Ernst Blochs Philosophie der unfertigen Welt. S. S. Ernst Bloch. wie bes. 131-326. sodann ein „Selbsterweiterungstrieb nach vorwärts“ als Übergang von einer Triebtheorie zu einer Anthropologie des „Noch-Nicht“. V dieses Absatzes. . die ich mit den Mitteln moderner Wissenschaft entwickeln will. in: Leonhard Reinisch (Hrsg. Zur Kritik der Gehlenschen Herder-Verarbeitung vgl.. 7-110. 49-86) zu entnehmen ist. Das sind für Gehlen die „Kategorien“.. 449 und 7. Anm. Scheler. 7. hat Gehlen in „Der Mensch“ [53]. Frankfurt a. zur Diskussion der Beziehung dieser beiden Begriffe zueinander Leo Kofler. S. Mead und Gehlen [15]. in seinem „Rückblick auf die Anthropologie Max Schelers“ [115]. Diss Gießen 1971.). Sie braucht auch keinen Schritt vorwärts zu tun. Zeitgebundenes oder harmlos Selbstverständliches enthalten“ sollen. Gehlen. Stuttgart 1961. also „Begriffe von den nicht weiter zurückführbaren Wesenseigenschaften des Menschen“. und den gesamten II Teil. 80-87. 26-32. welche „nichts Subjektives. welche für die Gehlensche ebenfalls von entscheidender Bedeutung ist. vgl. Vgl. Mensch [53]. die zumindest opportunistische Anpassung verraten. v. S. in: ders. Gehlen. Das Prinzip Hoffnung.. Gehlen. dessen Buch „Der Gestaltkreis“ [54] 1940. Vortrag beim Dritten Geisteswissenschaftlichen Kongreß vom 21. waren es vor allem. in: Schmollers Jahrbuch. Johann Gottfried Herder. 125 Vgl.14. sowie das sehr ähnliche Modell von Viktor. 128 Vgl. Johann Gottfried Herder. und ders. hier: S. von Weizsäcker. vgl. 1958. den Kapiteln 9-13 (S. Sherrington (1857-1952) zurückgehe. S. Vgl. Darmstadt/Neuwied 1965. S. jetzt abgedruckt in: ders. 126 „Philosophisch“ heißen die Anthropologie wie auch die daran sich anschließenden „sozialphilosophischen Fragen“. vgl. S. denn dies ist die Wahrheit“.18) ebenfalls verweist. vgl. „Phänomene ans Licht (zu) heben“ und dafür „kritische“ Begriffe bereitzustellen. aber eine. Weimar 1965.1960 in München. welche nach dem Kriege König gegen Gehlen heranzog. 166 oder 168. Phil. Anthropologische Antinomien. Gehlen. Die Zeit ohne Eigenschaften. zu diesem von Schelling übernommenen Begriff z. Reinbek 41965. S.108ff. Auch das verweist auf eine „Anthropologie“. Zur Geschichte der Anthropologie. 7-25.. S.Philosophische Anthropologie 195 119 Vgl. 129 Vgl. daß bei Herder fast alle Elemente und Kategorien.. eine Parallelität. Versuch einer intellektuellen Autobiographie. l. S. bes. in der der „geschichtliche Wandel der Triebe. auch Werner Brede. Aufl. S. welche vielleicht auf Ch. Logos spermaticos.. Arnold Gehlen. Leben im Widerspruch..189f. insofern es darum geht.B. dazu bes. Mensch [53]. Zur Selbstbegegnung und Selbstentdeckung des Menschen. S. S. S. 123 Vgl. 383. in der 1. z. dem Jahr der Erstauflage von „Der Mensch“. Aufl. 7186. S. treffend hervorgehoben: „Die philosophische Anthropologie hat seit Herder keinen Schritt vorwärts getan. verweist Gehlen auf die Verwendung des Begriffs „Rückmeldung“ bei Scheler. Studien zur Soziologie. Vgl.447-468.B. bes. ferner König. 120 Vgl. zum Verhältnis zwischen der Gehlenschen Anthropologie und der NS-Wissenschaft vom Menschen auch Abschn. zu Bloch Hans Heinz Holz. zum Verhältnis beider Autoren auch Joas. zu Herders Sprachtheorie. 46-50. S. 19. eigentlich schon vorlagen. bes. Herrschaft und Anthropologie im Werk von Arnold Gehlen. in: Wolfgang Pross. Mensch [133].B. 127 Diese Formeln. J. 82-118. zu dem ähnlichen Prinzip der „Körperausschaltung“ bei Paul Alsberg. S. 186. Kosmos [18]. Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. auch Johann Gottfried Herder. Bd.) [53]. hier: S. Aufl. Frankfurt 1971. Eine Bilanz der zwanziger Jahre.

in dem alle „darin angelegten Möglichkeiten in ihren grundsätzlichen Beständen“ entwickelt sind. (1965). S. also einem Zustand. Frankfurt a. zu diesem Begriff: Gehlen. und besonders in Amerika. Allerdings wurde die Soziologie keineswegs widerspruchsfrei nur auf eine anwendungsbezogene Variante festgelegt. 141 Vgl. Kristallisation [138]. in: ders. Die Krise der Soziologie. in: ders. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Frankfurt a. die Soziologie ist in allen Ländern. 150 Helmuth Plessner.196 Karl-Siegbert Rehberg 130 Vgl. 130-148. Anm. wie Gehlen in Anspielung auf Vilfredo Pareto formulierte.M./Bonn 21964 (zuerst 1956). 136 Plessner. Jg..133-149 (zuerst Groninger Antrittsvorlesung 1936. der auch die prinzipielle Entwicklungslosigkeit. 203. 75. S. 132 Gehlen. 134f. Frankfurt a. Göttingen o. Vgl. 31f. S. 1935. Zwischen Philosophie und Gesellschaft. und diese Aufgabe ist heute zum großen Teil auf die Soziologie übergegangen bzw. in: Hans Steffen (Hrsg. 151 Vgl. 313-316. Kritische Theorie. Marx und Nietzsche als Beispiele nennt und anfügt.. Die Angst vor dem Chaos.Soziologie. v.403. 33-147. wie Gottfried Benn es ausdrückte. hier: S. 139 Scheler. IV. Aspekte der Modernität. bes. hier: S. Scheler. wo er „große Schlüsselattitüde“ ein Unternehmen nennt. Gesammelte Werke Bd.. über die falsche Apokalypse des Bürgertums. 259-330. Darmstadt 31972 (zuerst 1887). v. 257-287. wobei er Freud.wenn auch nicht . Mensch (7. Studien [118].135-144. „das aus seiner Gesamtschau heraus eine Weltinterpretation und darin eine einleuchtende Handlungsanweisung geben möchte“. zu den „tragischen“ und die Widersprüche der Gesellschaft zu schicksalshaften Spannungen steigernden Sozialtheorien Kurt Lenk.in: Zeitschrift für Sozialforschung. 1978. S. meint. sondern Gehlen sah sehr wohl . 135 Das belegt besonders treffsicher die Darstellung soziologischer Theorien in Deutschland von Friedrich Jonas. Ausgewählte Abhandlungen und Vorträge. 16. in: ders. veröffentl. 468-470. 1978. Leipzig 1932. Alfred Schmidt. Grundbegriffe der reinen Soziologie. auf die Sozialpsychologie. in: Gottfried Eisermann (Hrsg. Aufl. S. S.) [53]. 200-227 (zuerst . 131 Ebd. des weiteren Gehlens Ausdruck „post-histoire“. hrsg. S. 134 Vgl. Beograd 1937). 144 Karl Jaspers.. Die Philosophie stand früher unter der Aufgabe. Gemeinschaft und Gesellschaft. S.ohne Skepsis -. ebd. 7 [66]. Vgl. über kulturelle Kristallisation. S. 321. Bemerkungen zur philosophischen Anthropologie. Die Aufgabe der Philosophischen Anthropologie. 1-25). Bd. hier: S. 133 Arnold Gehlen... hier: S. Die deutsche Philosophie der Gegenwart. 146 Ebd. hier: S. hrsg. das „Rechnen mit den Beständen“. 7: Einblicke. 149 Max Horkheimer.M. 323.M. 311-328. in: ders. J. S. Nachdruck der Aufl. in: Philosophia II. 147 Ebd. v.M. S. Urmensch und Spätkultur. S. Aufl. 1964. Vgl. IV. S. 140 Max Scheler. 3 f. Jg. S. Stufen [47].). was er in einem Vortrag in Paris einmal so ausdrückte: „. 148 Ebd. S. 142 Ferdinand Tönnies.B. das Selbstbewußtsein anzuleiten. S. daß solche Gesamtvorstellungen „in . Werke Bd. dazu Arnold Gehlen. Bd.. Wissensformen [86]. Stuttgart 1976. erw. zu Herkunft und Verwendung dieses Begriffe bei Gehlen: Arnold-GehlenGesamtausgabe Bd. der Ort des rationalen – und das heißt jetzt wissenschaftlichen Selbstbewußtseins nicht nur der bürgerlichen. Das tragische Bewußtsein in der deutschen Soziologie. 137 So auch der 'Titel eines 1937 im Pariser Exil erstmals erschienenen Buches zur „Apokalpyse des Bürgertums“: Joachim Schumacher. 4 Bde. 143 Vgl.. sondern auch der nachbürgerlichen Gesellschaft . 31-46. Karl-Siegbert Rehbeberg. 450. zu diesem von Gehlen häufig verwendeten Begriff: Arnold Gehlen... 140. 1-8. Gehlen. Eine Dokumentation. Arnold Gehlen. Teils. S. Mensch (1. Zur Lage der Soziologie.. Genese der Modernität .) [53]. S. Reinbek 1968/69. Vgl. 134. 138 Dieses Motiv wird in der These von der „kulturellen Kristallisation“ bei Arnold Gehlen sichtbar... 145 So die Überschrift des 5. z. 3 [63].145. Geschichte der Soziologie. S. 1935. 1979. Philosophische Ergebnisse und Aussaz_furt a. 1. Die geistige Situation der Zeit. die ich für einen Teil der Soziologie halte“.

Rede über Fichte. 1941. S. Immer noch philosophische Anthropologie?. hrsg. Utopie [99]. Bd. Zu den katalysatorischen Wirkungschancen einer Soziologie aus dem Exil: Norbert Elias. Aph. zum Doppelsinn der Formulierung Friedrich Nietzsches (in: ders. S. in: Peter Gleicbmann. B. Anlage. 21. der von den Nationalsozialisten zur vorzeitigen Emeritierung gezwungen wurde.. Bd. beobachtete . also zu Beginn des Zeitraumes. in: ders. hat er faktisch in seinem Hauptwerk alle theoretischen Voraussetzungen des Rassismus zerschlagen. 8. aus Vorträgen entstanden. 3[63]. 101-169. aber auch ein Aufsatz Gehlens aus dem Jahre 1941 anzusehen. Mensch [53]. 1979. erschien auch: Ernst Krieck. hrsg. S.Zur Kritik des .).in merkwürdiger Verschiebung des Bildes .M. 162 Im Februar 1935 hielt Gehlen seine Antrittsvorlesung an der Universität Leipzig. 230-240. 10. 8.. 161 Vgl. „Menschenbild bürgerlicher Gesellschaftstheorien . 1980. z. 385-395. Frankfurt a. Urmensch [133]. Die neue Anthropologie. 1940. 129. Werner Rügemer. in: ders.l0f.Der Bourgeois und die religiösen Mächte . 155 Vgl. in: [Internationale Zeitschrift für Erziehung. Krieck verstand sich als Vorreiter dieser neuen Denkrichtung und glaubte. Vererbung und Erziehung. bes.Philosophische Anthropologie 197 vielen Menschen noch als eine Art leeres Modell (leben). vgl. Jenseits von Gut Böse. 152 Vgl. nach welcher der Mensch „das noch nicht festgestellte Tier“ sei: Gehlen. 12. zum Zusammenhang des Buches „Über den Prozeß der Zivilisation“ mit der hier diskutierten Autorengruppe: Karl-Siegbert Rehberg. als Ordinarius für Philosophie berufen worden war. Völkisch-politische Anthropologie 3 Bde.vgl. sowie Max Scheler. S. S. Gegen jeglichen Biologismus ist das Werk sowieso gerichtet insofern. die Gehlen 1933 an der Fichte-Hochschule in Leipzig gehalten hatte . 215-293 (zuerst 1935. November 1934 als Nachfolger seines Lehrers Hans Driesch.Re] damals Nazi war. Febr. eine „Schleuse“ aufgetan zu haben. in: Volk im Werden. S. 342-395. 158 Helmuth Plessner. psychologische.philosophische. 62 in: ders.. S. Gesamtausgabe. Arnold Gehlen. 313. S. 160 So sagte beispielsweise Wolfgang Harich in einem als „Nachruf“ veröffentlichten Interview: „Obwohl er (Gehlen .423). S. als es den Menschen ja nicht als Instinktwesen gelten läßt. Seine durch nichts zu bestechende wissenschaftliche Aufrichtigkeit machte ihn da im eigenen politischen Lager zu einem unbequemen. S. geisteswissenschaftliche . in: Frankfurter Rundschau v. Jg. hier ist ebenso die Rede zu nennen. S. v. Lothar Samson. Berlin-DDR 1976..1937 an der Universität Leipzig hielt: Gehlen. 216262. Gespräch mit Wolfgang Harich zum Tod von Arnold Gehlen“. Drei Aufsätze zum Problem des kapitalistischen Geistes.. aber dieses läßt sich nicht . in: ders. hier: 230. hier: S. womit es auch die blonde Bestie'. Gesamtausgabe Bd. Institutionen [116]. Leipzig 1936-38. Als Ausnahme hiervon sind einzelne Stellen und Anspielungen. das Kap. Arnold Gehlen.nur so hereinhagelt“ .. 159 Einige Zeit vor der 1. dazu neben Werner Rügemer [116) z. S.so wenigstens schrieb er in einer Rezension von Gehlens Buch: Ernst Krieck. 183188. 142 ff. Gesamtausgabe Bd. Werke Bd. Johan Goudsblom und Hermann Korte (Hrsg. 295-310. Form und Prozeß. Auflage von Gehlens anthropologischem Hauptwerk „Der Mensch“ [53].„daß es inzwischen Anthropologien . die damals im Schwange war.. bes. pädagogische. 153 Vgl.“ („Die Extreme berühren sich.. Gehlen. in: ders. 315). Der Staat und die Philosophie. vgl. Vgl.. 102 ff. 184. 154 Vgl. 2. Bürgerliche Gesellschaftstheorien. Hauptstück. 163 Vgl. die Gehlen bei der feierlichen Eröffnung des Wintersemesters 1937/38 am 24. Anm. 2 [161].11. weiter Anm. ebd. S. Studien zu den weltanschaulichen Grundlagen und ideologischen Funktionen bürgerlicher Gesellschaftsauffassung. nachdem er am 1. Materialien zu Norbert Elias' Zivilisationstheorie.1-11.: Dieter Bergner und Reinhard Mocek. 156 Vgl. v. in dem die meisten philosophisch-anthropologischen Erstveröffentlichungen lagen. sondern aus nationalistisch-konservativer Überzeugung.10. medizinische.von den Sachen her mit Weltinhalt oder ethisch mit eindeutigen Anweisungen füllen“. Jg.M. 1976). bes. (S. S. 127 sowie Brede. in: ders. 3.. B. Gehlen. Werke in 3 Bänden. z.Anthropologismus“ S.Die Zukunft des Kapitalismus. Anm. Der Bourgeois . und zwar nicht aus Opportunitätsgründen. S. . bes. Frankfurt a. Karl Schlechta. widerborstigen Nonkonformisten.B. Philosophische Anthropologie (116]. 2: Philosophische Schriften II (1933-1938). 2. 157 Vgl. 623). Deutschtum und Christentum bei Fichte. von den Grundlagen her in Frage stellt.

206. hat Sven Papcke in seinem Vorwort zum Nachdruck der berühmten und gegen die Gesellschaftstheorie Lorez von Steins gesetzten Schrift: Heinrich von Treitschke.10) gegen die Gesellschaft zu stellen sei. Ein kritischer Versuch. 175 Vgl. Frankfurt/New York 1981. die er unter dem Titel „Halb und Halb!“ veröffentlichte (in: Volk im Werden. 176 Vgl. S. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 7. S. Deutsche Soziologie seit 1945. Sozialgenetische und psychogenetische Untersuchungen. des weiteren ist neben dem Brief Schelskys an Lepsius. 177 Vgl. 1935. Deutschen Soziologentages in Bremen (September 1980) auseinander. S. Deutschen Soziologentages zu Bremen 1980. hierzu Lothar Samsons Nachweise in: Arnold-Gehlen-Gesamtausgabe Bd. Geschichte [18]. 1979. 168 Ebd. denn Treitschke sah die Soziologie in engem Zusammenhang mit den gefährlichen Übeln „sozialer Utopien“ und reaktionärer Ideen in einer Zeit „sozialer Disharmonien“. 173 Vgl. S. Völkisch-politische Anthropologie. 11. 560-562. in: Rheinischer Merkur Christ und Welt v. Mensch [53]. 166 Ernst Krieck.. wobei er die neuzeitliche philosophische Theorie seit dem 16.B. Anm. Diese Debatte um eine wissenschaftspolitisch ambitionierte Kultursoziologie wird fortgesetzt durch Leopold Rosenmayr.Jahrhundert durch eine „Doppelabkehr“ gekennzeichnet sieht. hervorgehoben. 174 Vgl. 2 [161]. Tenbruck besorgte Schwerpunktheft (Heft 3) der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 424).`. LIV-LXX. 179 Vgl. 15-27. Neue Anthropologie [159]. l. 325-329). Darmstadt 1980. Erster Band: Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes. wozu Gehlens Replik „Noch einmal: Der Idealismus und die Gegenwart“ wiederum in „Völkische Kultur`. Anm.. dazu Gehlen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Sonderheft 21 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 3. S. 172 Marquard. 1935. Wie der Staat real als „Anstalt Schutze der Ordnung“ (vgl. und 18-22. XI f.. 170 Ebd.13. S. S.198 Karl-Siegbert Rehberg 164 So Krieck in einer Erwiderung zu Gehlens Aufsatz „Der Idealismus und die Gegenwart (in: „Völkische Kultur“. Jg. zu diesem von Elias bevorzugten Begriff seine Bemerkungen zum Entwurf eines umfassenden humanwissenschaftlichen Forschungsprogramms in der 1968 seinem Hauptwerk beigefügten neuen „Einleitung“ in: Norbert Elias. 188. 178 Lepenies. ders. in: [36] und neben seinem Aufsatz „Soziologie . Opladen 1979.33. Lebenswelt und soziale Probleme.. 1935. Soziologische Anthropologie [13]. 1981.. Leipzig 1937. S. (Vgl. Verhandlungen des 20. (Hrsg. das eine „anti-soziologische“ Perspektive besonders propagiert: HelmutSchelsky. Soziologie: Schlüsselwirtschaft des 20sten Jahrhunderts?. S. S. Durch Praxisrelevanz zu neuem Theoriebezug? Prolegomena zur Revision des Selbstverständnisses der Soziologie. S. S. 1-49. v. 38 ff.. S.. 3.11. Triumph und Hybris der Sozialwissenschaft: Ist das Experiment einer säkularen Gesellschaft mißglückt?. 446-448). vgl.. Treitschke. 56. zu dieser kultursoziologischen Neuorientierung der Soziologie das von Wolfgang Lipp und Friedrich H. in: Günther Lüschen (Hrsg. S. 169 Ebd. Über den Prozeß der Zivilisation. Bern 1969 (zuerst 1939). S. 127. ebd.211ff.11 ff. 165 Krieck. Anthropologie [149]. S. Die Arbeit tun die anderen. S. 167 Ebd. 171 Horkheimer. in: ders. 2. Anm. ders. S.wie ich sie verstand und verstehe“ [36] das Buch zu nennen. andererseits von der mathematischen Naturwissenschaft“`. zum Begriff z. Joachim Matthes setzte sich mit diesen Positionen in seinem Eröffnungsreferat des 20.1980. Deutsche Soziologie im internationalen Kontext. nämlich der „Abkehr der Philosophie einerseits von der traditionellen Schulmetaphysik`. . Die Gesellschaftswissenschaft. Diese doppelte Abkehr interpretiert Marquard als „Wende zur Lebenswelt“ und sieht in den Geschichtsphilosophien auf der einen und den Anthropologien auf der anderen Seite einander notwendig opponierende Ausprägungen einer „Lebensphilosophie“.).). Jg. Jg. gegen die Soziologie. Zur Entstehungsgeschichte der bundesdeutschen Soziologie. S. LXVI. Daß „anti-soziologische Argumente „ihrerseits strikt soziologische Gründe“ haben können. Zweiter Teil: Das Handeln und Ordnungen. bes. so ideell auch die Staatswissenschaft. 14. 31. sowie Tenbruck. erschien. Opladen 1975. Der neue Turm zu Babel. seiner Ansicht nach. Jg.