Patienteninformation

:
Naturheilverfahren bei chronisch-wiederkehrenden
Darmentzündungen (Seite 1 von 2)
Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind die beiden Hauptvertreter einer chronischen
Darmentzündung, die einen erkrankten Menschen während des ganzen Lebens in unterschiedlicher Intensität und Häufung begleiten können. Die Ursache dieser Erkrankungen
ist weitgehend unbekannt. Für den Verlauf können psychische, körperliche (z.B. Mangelernährung), medikamentöse (z.B. Medikamentennebenwirkungen) Faktoren eine große
Rolle spielen. – Divertikel sind kleine bis erbsengroße, taschenartige Ausstülpungen der
Darmwand, die in Bevölkerungsgruppen mit ballaststoffarmer Ernähung bevorzugt zu finden sind. Dementsprechend, sind Divertikel in der deutschen Bevölkerung ab dem 40. Lebensjahr häufig anzutreffen. Insbesondere die Divertikel selbst, wie auch die Schleimhaut
um die Divertikelöffnung, können sich entzünden u.a. durch festsitzende Nahrungsmittel
(Divertikulitis).

Das klinische Erscheinungsbild chronischer Darmentzündungen kann sehr unterschiedlich
ausgeprägt sein. Bei akuten Schüben (incl. Notfällen) haben Naturheilverfahren nur eine
unter- bzw. nachgeordnete Bedeutung. Bei chronischen Beschwerden, zur Remissionserhaltung und auch zur Prophylaxe sind unseres Erachtens Naturheilverfahren eine wertvolle Bereicherung der Behandlungsmöglichkeiten; es handelt sich bei ihnen jedoch nicht
um Wundermittel!
Ernährung: Bei akuten Beschwerden oder bei einem akuten Schub ist eine ballaststoffarme, leicht verdauliche Nahrung zu bevorzugen. Milchprodukte können (müssen aber nicht)
die Symptome verstärken. Auf ausreichende Flüssigkeit und Mineralien (klare Suppen,
Brühen) und Kohlenhydrate/Zucker (gesüßte Tees) sollte geachtet werden. – Bei leichten
Beschwerden dagegen oder im beschwerdefreien Intervall ist eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig. Diese sollte breitgefächert sein. Helles Fleisch, insbesondere auch Fisch
(wegen der besonderen Fettsäuren) ist zu bevorzugen; der Anteil an Industriezucker sollte
verringert werden. – Bei bekannten Engstellen im Darm (Stenosen) kann das beträchtliche
Faserwerk von Zitrusfrüchten ein Problem darstellen (ausreichendes Kauen! Evtl. als Saft).
– Körner etc. sind in der Regel zu befürworten; bei einer symptomatischen Divertikulose
sollten sie geschrotet und zerkleinert sein. Trotz einer vernünftigen Ernährung bilden sich
Divertikel nicht mehr zurück. Fastentage, Darmreinigung und Heilfasten (s.u.) können die
Beschwerden im chronischen Verlauf positiv beeinflussen.
Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass psychische Faktoren eine chronische
Darmentzündung verursachen. Es ist für uns jedoch offensichtlich, dass das chronische
Beschwerdebild einer lang anhaltenden Darmentzündung zu psychosomatischen Beschwerden und/oder zu Störungen des vegetativen Nervensystems führen kann. Pflanzliche Substanzen mit einer das vegetative Nervensystem beruhigenden Wirkung, wie u.a.
Baldrian, Hopfen, Johanniskraut etc. sind hilfreich, sowohl als Tropfen wie auch als Tee.

Patienteninformation:
Naturheilverfahren bei chronisch-wiederkehrenden
Darmentzündungen (Seite 2 von 2)
Beeindruckend positive Krankheitsverläufe hören wir immer wieder von Patienten, die sich
einem autosuggestiven Training, wie z.B. Autogenem Training, Yoga etc. unterziehen und
dadurch ausgleichend auf das vegetative Nervensystem ihres Magendarmtraktes einwirken können.
In der Naturheilkunde werden seit Jahrzehnten Bakterienlysate für chonische Entzündungen der Bronchien und des Darmes verwandt. Inzwischen gibt es auch wissenschaftliche
Hinweise, dass Bakterienlysate entzündungshemmend wirken können. – Ebenfalls entzündungshemmend, allerdings über andere biochemische Wege, wirken auch Fischöle und
Weihrauchpräparate (keine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen).
Die Akupunktur eignet sich insbesonders im subakuten Sadium von Colitis ulcerosa und M.
Crohn. Sie führt zu einer raschen Abnahme der Beschwerden und zu einer Abnahme des
Medikamentenverbrauchs. Dies geschieht über ihre regulierende Wirkung auf die Schleimhäute des Darms sowie auf das in der Darmwand befindliche Nervensystem.
Durch Akupunktur geling es im chronischen Stdium, das beschwerdefreie Intervall zu verlängern und oftmals ein Rezidiv zu verhindern (> Akupunktur).
Die Colonhydrotherapie führt zur Reinigung der Schleimhaut des Dickdarmes und des unteren Dünndarmabschnittes; die Reinigung erfolgt bis in die kleinen Schleimhaut-vertiefungen und natürlich auch bis in die Divertikel; dadurch werden nicht nur größere Partikel (z.B. Körner in Divertikelöffnungen), sondern auch toxische, die Entzündung fördernde
Substanzen/Moleküle aus dem Darm beseitigt. Die Wirkung der Colonhydrotherapie kann
noch verstärkt werden, indem naturheilkundliche Präparate der Spülflüssigkeit beigesetzt
werden (>Colonhydrotherapie).
Heilfasten gehört in der Naturheilkunde zu den ausleitenden Therapieverfahren. Ziele des
Heilfastens sind die Entgiftung des Darmes und des ganzen Körpers, ebenso wie die Umstellung des Stoffwechsels. Durch die Kombination mit der Colonhydrotherapie kann diese Wirkung noch intensiviert werden. – Während eines akuten Krankheitsschubes ist die
Entlastung des Darmes durch Nahrungsverzicht oft beschwerdelindernd; Heilfasten und
Colonhydrotherapie sollten jedoch nur im Intervall/chronische Phase durchgeführt werden
(>Heilfasten).
In den letzten Jahren mehren sich auch wieder Mitteilungen, dass die künstliche Fiebertherapie/Hyperthermie mit Erfolg bei chronischen Darmentzündungen eingesetzt wird und
dass dadurch die krankheitsfreien Intervalle deutlich verlängert werden können.
Diese Information erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern orientiert sich an
unseren Erfahrungen. Ganz wichtig bleibt die Mitarbeit der betroffenen Patienten selbst, die
akzeptieren müssen, dass sie eine anfällige Schwachstelle im Körper haben und ihr Leben darauf einstellen müssen.
Die Kosten für die naturheilkundlichen Verfahren werden in der Regel von den gesetztlichen
Krankenkassen nicht übernommen.