A170_01

pflichtlektüre
022010 www.pflichtlektuere.com

Studierendenmagazin der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen

Hört nicht auf zu kämpfen
Bachelor und Master werden endlich reformiert. Jetzt brauchen Studenten und Unis langen Atem.

Angriff der Klon-Studenten Lebenstraum Klettern
Dem Neoliet-Chef ist keine Wand zu steil.

Überfüllung garantiert: 2013 kommt der doppelte Abi-Jahrgang.

S02 VOR-SPIEL

A367_02

WAs geht

D

ie Ruhr.2010 läuft. Essen ist Kulturhauptstadt, doch auch die Stadt Dortmund hat für alle Kulturbegeisterten einen Veranstaltungskalender auf ihrer Internetseite, Rubrik „Freizeit und Kultur“: www.dortmund.de Zwei der Tipps schon hier für euch: Zunächst eine Ausstellung rund um den Impressionismus im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, täglich von 10 bis 17 Uhr. Noch bis Mitte April sind hier Werke der Berliner Künstlergruppe Secession aus der Nationalgalerie Berlin ausgeliehen worden. Die Bilder beschäftigen sich mit dem Umbruch, dem Aufbruch aber auch mit dem Zusammenbruch vor dem Ersten Weltkrieg. Zu sehen sind unter anderem Bilder von Max

Slevogt (siehe „Segelboote“), Lovis Corinth und Max Liebermann. Studenten kommen für vier Euro rein. Wer sagt, ich interessiere mich mehr für Literatur, den mag eine Lesung des Vereins deutscher Sprache locken. Am Samstag, 6. Februar, um 18 Uhr wird im Dortmunder Martin-SchmeißerWeg 11 ein lyrisches Potpourri des 20. Jahrhunderts präsentiert. Texte gibt es von Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Ingeborg Bachmann und weiteren. Kostet nix. Wir wünschen kulturell genussvolle Semesterferien! macl/sal foto: Pressestelle stadt Dortmund

N

Neulich iN DeutschlAND
zu Fremden sehr herzlich sind, doch es lange braucht, bis man sie wirklich kennen lernt. Man pellt sie eben Schicht um Schicht wie Zwiebeln“, erklärte Seminarleiterin Julia Pehle: „Deutsche sind eher wie Kokosnüsse; eine wirklich harte Schale beim Erstkontakt, aber wenn die mal gesprengt ist, wird das Innerste offenbart.“ Für mein Erasmus-Semester, die Teilnahme am Training und meine Spanisch-Kurse bekomme ich übrigens ein Zertifikat ausgestellt. Mehr Infos unter: www.aaa.tu-dortmund.de/zertifikat. Auch an UDE und RUB gibt es Erasmus-Förderprogramme. Sarah Salin war ein Semester in Dublin und studiert Journalistik in Dortmund. sal/foto:nm

eulich habe ich den Raumplan-Studenten Alex mit links gezeichnet, obwohl ich Rechtshänderin bin: Neue Erfahrungen sind schon spaßig, war auch das Motto beim „Interkulturellen Training“ des Akademischen Auslandsamtes der TU Dortmund. Sogar Alex selbst fand sein recht spezielles Porträt amüsant. Neue Blickwinkel bereichern eben. Oder wusstet ihr, dass es für Spanier ganz normal ist, erst zur Hochzeit mit knapp 30 Jahren bei den Eltern auszuziehen? Und, dass sich in England jeder Fahrgast höflich vom Busfahrer verabschiedet? Zudem lernte ich, dass Australier wie Zwiebeln und Deutsche wie Kokosnüsse sind: „Das Modell will sagen, dass die offenen Australier

WisseNs-Wert

s

chon mal vom „Genie in a bottle“ gehört? Sicher, da gab es mal den Song, von der kleinen Blonden. Aber hier geht es um eine ganz große Persönlichkeit, die seit kurzem in 50 ml Fläschchen abgefüllt wird. Riechen wie Michael Jackson, das verspricht der amerikanische Parfumhersteller „My DNA Fragrance“. Jackos DNA wurde von seinen Haaren extrahiert, mit etwas Aloe Vera gemischt und fertig war der Jackson-Geruch. Und der sei in jedem Fall wohlriechend, garantiert das Unternehmen. My DNA Fragrance arbeitet übrigens mit John Reznikoff, dem Besitzer der weltgrößten Sammlung historischer Haare, zusammen. So konnten auch Düfte von Jacky Kennedy, George Washington oder Elvis

Presley kreiert werden – behauptet zumindest der Hersteller. Professor Hans Hatt, Deutschlands bekanntester Riechforscher von der Ruhr-Uni Bochum hält das für unwahrscheinlich. „Die DNA selbst ist völlig geruchlos.“ Zwar sind hier gewisse Vorlieben und Antipathien für den einen oder anderen Duft gespeichert, einen Eigengeruch gibt es aber nicht. Wer wissen will, wie er selber riecht, für den hat der Wissenschaftler einen simplen Vorschlag: Einmal mit dem Tuch in die Achselhöhle, auswischen und unter die Nase halten. Dieser Duft ließe sich dann sogar konservieren, aber wer will schon riechen wie Michael Jacksons Achsel… text/foto: ami

A170_03

START-BLOCK S03

HERZ-STÜCK

diesmal
Auf dem Weg in eine bessere Zukunft? Der Streik trägt erste Früchte.

S08
BOCHUM S04 S06 … Kletter-Künstler: Guido Krautkrämer hat sein Hobby zum Beruf gemacht. … Essstörungen: Wenn selbst eine Tomate zu viel ist.

W

Zur Ausgabe

ir können es uns heute kaum vorstellen: In drei Jahren schlagen zwei Abi-Jahrgänge an den Ruhr-Unis auf. Nun ist es ja nicht so, dass wir aktuell noch viel Platz in Vorlesungen, Seminaren oder Laboren hätten. Oder in der Mensa. Oder in den Bussen und Bahnen, die uns zur Uni fahren. Die Politik stellt Geld zur Verfügung, um den Ansturm zu bewältigen – allerdings nicht, um neue Gebäude zu bauen. Widersinnig? Lest mehr auf den Seiten 13 und 14. Die nächste pflichtlektüre erscheint im Sommersemester: am 27. April. Bis dahin schaut doch auch mal auf unsere Website www.pflichtlektuere.com. Seit dem Start der gedruckten pflichtlektüre im November 2008 haben sich auch online haufenweise gute Geschichten angesammelt. Neuigkeiten tweeten wir unter .com/pflichtlektuere

HERZ-STÜCK S10 … Büffeln statt Besetzen? Der Bildungsstreik spaltete die Studierendenschaft.

RUHR-BLICK S13 … Die Zukunft wird eng: 2013 stürmen zwei Jahrgänge gleichzeitig an den Unis.

DIENST-BAR S14 … Schieb mich in den DVD-Player, Kleines: Filmklassiker, die ihr sehen solltet.
Anzeige

Lust auf Luftfahrt?

Fluglotse werden!
www.dfs.de
Hochfliegende Erwartungen? Vom Studium nicht erfüllt? Wenn ein Hochschul-Abschluss Sie nicht mehr länger überzeugt. Sie aber dennoch hoch motiviert für eine Ausbildung sind: Dann bewerben Sie sich bei der deutschen Flugsicherung! Für die Ausbildung zum Fluglotsen bzw. zur Fluglotsin! Wann immer Sie Ihre Entscheidung treffen – wir bilden das ganze Jahr über aus! www.dfs.de – Weil der Himmel Sie braucht!

S04 BOCHUM: MITTEN IM LEBEN

A170_04

Keine Wand ist zu schwer für ihn: Guido Krautkrämer, Chef des Bochumer Kletterzentrums.

Zug um Zug nach oben

T

Das Bochumer Kletterzentrum Neoliet ist eine beliebte Anlaufstelle für Sportler, die hoch hinaus wollen. Chef Guido Krautkrämer musste schon einige Hürden erklimmen, bis er dort ankam, wo er jetzt ist.
ief atmet der Mann in Jogginghose und T-Shirt ein. Er lenkt seinen konzentrierten Blick auf den ersten Griff und lässt ihn dort einen Augenblick ruhen. Jetzt hebt er die Hände, wie zum Angriff bereit, und geht gedanklich noch einmal die ersten Schritte durch. Diese, nur diese Felswand will er erklimmen, an deren Grund ein Zettelchen mit der Ziffer 8 klebt: eine schwere Route. Guido Krautkrämer ist Familienvater und Firmenleiter, verwaltender Chef des Kletterzentrums Neoliet. In seinem Leben ist er schon viel geklettert: auf der Karriere- und auf anderen Leitern. Seine blonden Locken hat er mit einem Haargummi gebändigt, zwei um die Ellenbogen gewickelte Lederbänder betonen die angespannten Muskeln. Gekonnt schlängelt Guido Krautkrämer sich an der überhängenden Kletterwand empor, seine Bewegungen sind flüssig und erinnern an die eines Turners. Es sieht einfach aus, der Mann scheint mit seiner Energie zu spielen, wenn er punktgenau auf die winzigen Kerben tritt und seinen Körper Zug um Zug ein Stück höher bringt. Am Boden bleiben zwei junge Männer und eine Frau stehen, um ihrem Chef an der Wand zuzusehen. Alle drei tragen violette T-Shirts mit dem Aufdruck „Kletterzentrum Neoliet, TEAM“. Sie gehören zu den etwa 50 freien Mitarbeitern, die in der Bochumer Halle als Kletterlehrer ihr Studentenbudget aufbessern. Seit fünf Jahren gibt es das Kletterzentrum in Bochum-Riemke. Seitdem hat sich die ehemalige Maschinenhalle mit 2700 Quadratmetern Kletterfläche inklusive Außenanlage und etwa 450 Routen als Klettertreffpunkt etabliert. Täglich zieht er mehr als 200 Sportler an. Die Nachfrage steigt. klebten Haaren vor ihnen geflüchtet sind. Das sagt er fast stolz. Die siebte Klasse musste er zweimal wiederholen, schließlich ist er auf die Realschule gewechselt. Woher der Jähzorn? „Die Pubertät, was sonst?“ Dann fügt er etwas kleinlauter hinzu, dass er laut Grundschulzeugnissen schon ein „fieser Typ“ gewesen sei und nicht wisse, ob er charakterlich so war. Auf der Realschule wurde er dann entdeckt. Beziehungsweise haben ihn die Lehrer dort ernst genommen und ihm beigebracht, seine überschüssige Energie produktiv zu nutzen. Verantwortung sei nie sein Ziel gewesen, aber er habe sie immer gern übernommen. Als er 16 war, ist seine Mutter gestorben. Vieles hat sich daraufhin verändert. Für seine Aufgaben als Schulsprecher haben ihm die Realschullehrer Vertrauen und Aufmerksamkeit geschenkt. „Ich konnte auf einmal Dinge bewegen“. Er strahlt und erzählt, wie er eine Bibliothek aufgebaut und für eine jugoslawische Mitschülerin ein Hilfsprojekt gegründet hat. 1994 schaffte er dann das Abitur am Aufbau-Gymnasium Steele in Essen. Guido Krautkrämer studierte anschließend Erdkunde und Sport auf Lehramt, stieg in die Fachschaft ein und baute ein Beachvolleyball-

Hobby zum Beruf machen
Mit der Firmengründung 2004 haben sich Guido Krautkrämer und seine Frau Anke ihren Lebenstraum erfüllt, das eigene Hobby zum Beruf gemacht: So, wie er die Wand Schritt für Schritt erklimmt, ist der 35-Jährige auch in die Rolle des verwaltenden Chefs in der Kletterhalle gewachsen. Sein Leben verlief nicht immer so souverän. „In meinen ersten Jahren auf dem Gymnasium war ich gemein, ein richtiges Arschloch!“ Er und sein Freund Björn Gilbei haben sich gefreut, wenn die Mädchen heulend, mit Kaugummi ver-

A170_05

BOCHUM: MITTEN IM LEBEN S05

feld. Finanziert hat er sich das Studium als freiberuflicher Kletterlehrer, Kellner und durch Jobs bei Eventagentouren. Dank seiner Erfahrung wisse er, wie man ein Team leitet. BWL hat er nie studiert. Dafür hat ihn das Leben gelehrt, wie wichtig Zwischenmenschlichkeit ist. Ein Teil seines Unternehmenskonzepts ist daher der enge Draht zu den Mitarbeitern. „Es ist Teil meines Jobs, mit allen einmal einen trinken zu gehen, auch wenn ich nicht alle gleich doll mag.“ Zudem werden alle gleich bezahlt, egal, wie hoch qualifiziert der Teamer, also der TeamMitarbeiter, ist. Geld solle nicht Maßstab seiner Wertschätzung sein, vielmehr versuche er, die Arbeit kontinuierlich zu verbessern. Seine Examensarbeit zum Thema „Klettern im Sportunterricht“ etwa steht als Fortbildungsmaterial für alle Mitarbeiter an der Theke zur Verfügung.

In der Halle: Der Familienvater Guido hält seinen zweijährigen Sohn Tom im Arm. Der dreijährige Ben sitzt mit Mutter Anke in der Kinderecke, in der schon die Kleinsten an Miniaturwänden klettern können. Er liebt seine Familie, aber vor dem Heiraten hatte Krautkrämer Angst. „Die Tür war plötzlich zu. Verantwortung ist schön, wenn man das Gefühl hat, man kann sie füllen.“ Seine Priorität liegt klar bei der Firma. Das merkt auch Ehefrau Anke, wenn ihr Mann mal wieder „private unwichtige Dinge“ wie einen Anruf vergisst. Darüber sieht sie gern hinweg, denn das Paar ergänze sich sonst perfekt. Die Arbeit im Büro, im Haushalt und mit den Kindern wird geteilt.

ten spielen mit. Drei Jahre hat Familie Krautkrämer in einer winzigen Hütte in der Halle gelebt und dort den ersten Sohn Ben aufgezogen. Als dieser zu gut klettern konnte und Gefahr bestand, dass er bei einem seiner Hallenausflüge ungesichert von der Wand fiele, trafen Guido und Anke die Entscheidung, Firma und zuhause zu trennen. Heute lebt die Familie übergangsweise bei Ankes Mutter in Krefeld, so lang, bis das neu gekaufte Haus renoviert ist. Persönlich und authentisch will er bleiben. Daher die mittlerweile verworfene Idee, mit den Kindern einfach in zwei Wohnwagen zu leben. „Ich versuche, vorzuleben, was ich von meinem Gegenüber erwarte. Letztens war ich noch bis halb vier morgens mit Daniel und Fiona im Wohnwagen und hab’ gekifft und Karten gezockt. Aber, verdammt noch mal, ich war der erste, der heute Morgen am Tresen stand.“ Daniel und Fiona sind Freunde - und Mitarbeiter. Dort, wo diese Grenzen verschwimmen, fällt es leicht, der Kumpelchef zu sein. Sonst ist es schwer, die persönliche Atmosphäre in der Halle zu erarbeiten. „Das kostet mich Zeit, Geld und Nerven.“, sagt Krautkrämer, jetzt ganz der Unternehmer, und legt noch eins drauf: „Es gehört zu meinem Konzept, dass nur ich Recht habe. Wir sind ganz klar hierarchisch aufgebaut.“ Ein Vorbild brauchte er nie. Verantwortung abzugeben, fällt dabei schwer, das gibt er zu.

Herzblut für die Halle
„Unsere Kunden sind zufrieden, weil unser Team nett ist. Diese Halle ist mein Baby, und ich habe Herzblut hineingesteckt. Das sollen alle merken.“ Dazu gehört, dass man sich duzt. Der Hinweis zur Mülltrennung grüßt sogar als kleines Schildchen auf den Eimerdeckeln: Hallo, ich bin eine Gelbe- beziehungsweise Gemischtmülltonne!“. Im letzten Sommer wurde die neue Außenwand aus Spritzbeton eingeweiht. Expandiert Krautkrämer zudem wie geplant im Herbst mit einer weiteren Halle in Mühlheim, wird sich an seinem Firmenkonzept etwas ändern müssen. Aus Zeitmangel, wie er selbst sagt. Schon jetzt habe ihn der Erfolg verändert. Er könne es sich nicht mehr leisten, sich mit jedem einzelnen Kunden und Mitarbeiter zu beschäftigen wie früher. „Dagegen muss ich angehen.“ Deshalb lässt er sich bewusst auf den Plausch am Tresen ein, und ist bereit, für einen spontanen Umzug seinen Transportwagen zu verleihen.

Neues Hallenprojekt
Dennoch übernimmt der Mitarbeiter Marcus d’Alessandro immer mehr Aufgaben und soll schließlich neuer Verwaltungschef werden, wenn die junge Familie das neue Hallenprojekt in Mühlheim betreut. Dann wird Krautkrämer nachdenklich, kratzt sich am linken Ohr und ist plötzlich aufgeregt. „Das muss es sein! Na klar, ich will keine Verantwortung abgeben, weil ich selbst alles besser kann!“. Pause, er grinst und murmelt: „Das ist es tatsächlich.“ Die soeben gewonnene Erkenntnis macht ihn ganz glücklich. Dennoch setzt er hinzu: „Und das ist arrogant. Damit man auch sicher klettern kann, kontrolIch bin arrogant.“ Selbstreflexion, noch liert der Chef persönlich die Ausrüstung. so ein Schlüsselwort. Von Erik Jakobs, dem Investor, könne er noch viel lernen. „Mit 16 versuchst du noch, dich so groß wie möglich zu machen. Wir Kerle hauen eben gern auf die Kacke! Ich laufe heute nicht mehr hinter Selbstbestätigung her.“ Zwei Dinge hat Krautkrämer sich für diesen Sommer vorgenommen. Erstens: noch entspannter werden und lieber mal „Understatement“ geben. Zweitens: den Kindern im eigenen Garten ein Baumhaus bauen.
text Katrin Herms fotos Florian Hückelheim

Kritik unerwünscht
Ganz frei spricht er über sich. Er sei ein „harmonischer Typ“ und kritisiere nicht gern. Verantwortung ist Guido Krautkrämers Schlüsselwort, vor dem sich viele fürchten und drücken und wovon er nicht genug bekommen kann. „Verantwortung ist mein Ventil für Bestätigung“. Das und Krautkrämers potentielle Energie hat wohl auch Erik Jakobs entdeckt. Er ist der niederländische Investor, der das nötige Kapital für den Hallenumbau stiftete. Wie in der Schule fand Guido Krautkrämer bei ihm Verantwortung und Vertrauen. „Erik war mein Sechser im Lotto. Er und meine Frau. Die haben das Leben zu dem gemacht, was es jetzt ist. Große Worte. Die Entscheidung zur Selbständigkeit und gegen den Beruf als Lehrer hat nicht zuletzt wohl sein Geltungsbedürfnis und die Abneigung für geregelte Abläufe gegeben. „Ich kann hier jederzeit alles umwerfen und jetzt in Urlaub fahren.“

Chef im Ledersessel

Szenenwechsel: Guido Krautkrämer sitzt aufrecht in seinem schwarzen Drehstuhl aus Leder. Am Computer läuft ein Programm für das OnlineBanking, mit dem er die freien Mitarbeiter bezahlt. Neben ihm steht ein kalter Kaffee. Vor ihm schaukelt Sohn Tom mitten im Büro. Es ist laut, denn vor der Tür rotzt der Milchaufschäumer der Kaffeemaschine, ein Kunde schlägt auf die Thekenglocke, gleichzeitig fällt der Kistenturm eines Kindergeburtstages in sich zusammen. Die ganze Halle wird mit Musik beschallt. „Wer erfolgreich sein will, muss in allen Lebensbereichen konsequent auf sein Ziel hinarbeiten“. Das scheint zu funktionieren, denn alle Beteilig-

S06 BOCHUM: IM HÖRSAAL

A170_06

„Lieber sterben als zunehmen“
In Bochum wird erforscht, ob Essstörungen genetisch bedingt sind. Neue Gruppentherapien sollen Betroffenen im Alltag helfen.

Z

um Frühstück einen Apfel, mittags ein halbes Brötchen, abends ein Knäckebröt mit Magerquark und eine halbe Tomate. Mehr wird die 26-jährige Studentin aus Münster nicht essen. Heute nicht, und auch an anderen Tagen nicht. Sie will ihren Namen nicht nennen, denn sie hat Magersucht, so wie 0,3 Prozent aller deutschen Frauen. Das hört sich nicht viel an, sind bei 30.000 RUB-Studentinnen aber immerhin 90 junge Frauen. Hinzu kommen rund 100 Studentinnen mit Ess-Brech-Sucht. Schuld sind natürlich die Medien, die unrealistische Schönheitsideale vermitteln. Oder?

tombehandelnden Therapie eine zehn Sitzungen lange Körperbildtherapie an. Anonym treffen sich hier Frauen gruppenweise und reden. Über ihren Körper, über ihre Empfindungen und über ihre Erfahrungen im Alltag. Und sie müssen selbst aktiv werden.

Im Bikini zeigen
Vor der Gruppe muss sich jede einzelne im Bikini zeigen, um sich dann beurteilen zu lassen. Für viele von ihnen ein Graus, sie gucken sich meist noch nicht einmal selbst im Spiegel an. Doch nur so, davon ist Vocks überzeugt, können die Patientinnen verstehen, dass sie sich selbst ganz falsch einschätzen. „Körperbildstörungen sind auch dadurch gekennzeichnet dass Personen ihre Körperdimensionen verzerrt wahrnehmen, das soll so geändert werden.“ Kleine Hausaufgaben gibt es in der Therapie auch. Die Patientinnen müssen bestimmte Situationen in ihrem Alltag bewältigen und nachher darüber berichten. Durch die Therapie sollen die Frauen lernen, ihren Körper wieder besser einzuschätzen, ihn mehr zu mögen, oder ihn zumindest nicht mehr als das Maß aller Dinge anzusehen. Sie sollen merken, dass sie nicht nur etwas wert sind, wenn sie dünn sind.
text Sophie Mono foto Nadine Maaz

Genetisch bedingt?
Privatdozentin Dr. Silja Vocks von der Ruhr-Uni in Bochum forscht seit fünf Jahren zum Thema Essstörungen. Sie hat bei gesunden und kranken Frauen Kernspintomographien durchgeführt vermutet jetzt, dass die Essstörungen genetisch im Gehirn verankert sind. „Bei unserer Untersuchung haben die Personen Fotografien ihres eigenen und eines fremden Körpers im Bikini bekleidet vorgelegt bekommen, während sie in der Röhre lagen.“ Ziel sollte sein, zu sehen, in wieweit sich die Gehirnaktivierungen während der Therapie verändern.

Beim Blick in den Spiegel finden sich Leute mit Essstörung immer zu dick.

Gestörte Hirnfunktionen
Das Ergebnis: Gesunde Frauen haben viel stärkere Gehirnaktivitäten beim Anblick eines menschlichen Körpers als Patientinnen mit Essstörungen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass tatsächlich die Gene für das gestörte Essverhalten einiger Menschen verantwortlich sind. Vocks ist jedoch vorsichtig: „Eine Essstörung entsteht durch das Zusammenwirken von ganz verschiedenen Faktoren. Man kann momentan noch nicht sagen, ob die gestörten Hirnfunktionen eine Folge der Essstörung sind oder aber die Ursache.“

Die Gehirnfunktionen der magersüchtigen Studentin aus Münster wurden bislang noch nicht untersucht. Bei ihr kann man den Erfolg der Therapie nur daran messen, wie viel sie zunimmt. Der ist, wie bei vielen anderen, nur mäßig. Sie weiß, dass sie krank ist, doch sie sagt selbst: „Ich würde lieber sterben, als fünf Kilo zuzunehmen. Ich weiß, dass es so nicht weitergeht, doch ich möchte nicht mehr wiegen, ich bin schon so fett.“

49 Kilo bei 1,73 m Körpergröße
Das ist zweifelhalft, bei 49 Kilogramm auf einen Meter zweiundsiebzig Körpergröße verteilt. Vocks glaubt deshalb, dass Zusatztherapien sinnvoll sind. Sie bietet in Bochum neben der symp-

A170_07

BOCHUM: MITTEN IM LEBEN S07

Neues aus

Bochum

momente
GHG bleibt stärkste Gruppe
Die derzeitige AStA-Koalition aus Grüner Hochschulgruppe (GHG), Linker Liste (LiLi), alternativer liste (al) und Schöner Wohnen in Bochum (SWIB) wurde nun bei den Wahlen zum 43. Studierendenparlament bestätigt. Zwar haben sie insgesamt drei Sitze verloren, wobei vor allem die Linke Liste an Stimmen verlor, behalten aber dennoch die Mehrheit. An den Wahlen haben 5827 Studierende teilgenommen, Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 17,35 Prozent. Der RCDS bleibt stärkste Oppositionskraft. Von null auf zwei Sitze ging es für die Piratenpartei, die die Wahl erfolgreich verbuchen können. Die Ergebnisse (Gruppe, Prozent, Sitze im Stupa): Ritter LHG RCDS Piraten SWIB GHG al NAWI Jusos Lili 3,41% 5,90% 15,95% 5,79% 3,29% 22,26% 10,24% 7,35% 8,56% 17,25% 1 (/) 2 (/) 5 (/) 2 (+2) 1 (/) 8 (/) 4 (-1) 3 (+1) 3 (+1) 6 (-2)

RUHRSTADT

Die pflichtlektüre will dich!

Journalistisch wolltest du immer schonmal tätig werden oder bist es bereits schon? Du willst nicht nur „was mit Medien machen“, sondern auch deine Artikel in der auflagenstärksten Studentenzeitung veröffentlichen? Wir suchen freie Mitarbeiter, die Lust haben, für die pflichtlektüre zu schreiben oder zu fotografieren. Spannende Termine, Reportagen, Kommentare, eigene Ideen - viele Möglichkeiten stehen dir offen. Von Studenten für Studenten sind wir immer auf der Suche nach Themen, die euch bewegen. Vielleicht hast du auch einfach nur Lust, an unseren Konferenzen teilzunehmen, um Kritik, Änderungsvorschläge oder Ideen einzubringen. Wenn du Lust hast mitzuarbeiten, melde dich doch einfach per Mail an pflichtlektuere@googlemail.com Zudem habt ihr im Sommersemester die Möglichkeit, im Optionalbereich das e-learning-Seminar „Zeitungspraxis: Schreiben und Recherchieren für Print und Online“ bei der Journalistin Annika Joeres zu belegen. Dort lernst du, wie du Berichte, Kommentare und Reportagen schreibst und wie Medien funktionieren. Die besten Artikel, die ihr dort produziert, können dann hier in der pflichtlektüre oder auf pflichtlektuere.com veröffentlicht werden. Infos und Anmeldung im Optionalbereich - es werden 5 Creditpoints geboten. ks

Maus regiert das Haus

Drei Wochen lang schläft meine Großmutter nun schon auf dem zwar bequemen, aber doch nicht so breiten Sofa. Seit sie eine Maus im Schlafzimmer gesichtet hat, verbringt sie Nacht für Nacht auf der Ruhebank. Eingepfercht zwischen massivem Holztisch und bunter Stofflehne, könnte man meinen, das Nagetier hat die Oma in den Käfig gebracht. Überhaupt nimmt die Hausherrin viel Rücksicht auf ihren neuen Mitbewohner. Will sie im Kleiderschrank nach Rock und Bluse suchen oder mal das Zimmer lüften, wird an die Tür geklopft. So, als ob das Mäuschen „Herein!“ rufen würde. Und dem Tierchen gefällt das Bohei um seine Person so gut, dass es gar nicht daran denkt, in die mit Speck und Käse ausgelegte Falle zu tappen. se

Sport ist Mord

Ausführliche Infos gibt es unter http://www. ruhr-uni-bochum.de/sp-wahlen/wa43/ergebnis. html ks

Natürlich beginnt jedes Jahr mit guten Vorsätzen. Der wohl bekannteste Vorsatz: mehr Sport. Kaum war das Jahr 24 Stunden alt, da stand ich schon im Fitnessstudio. Weitere zwei schweißtreibende Stunden später war der gute Vorsatz erfüllt. Und der musste belohnt werden: Also ging es auf direktem Weg Richtung Sauna. Die Belohnung war von kurzer Dauer. Ein Knacken, gefolgt von einem lauten Knall schickten mich Richtung Boden. Die Befestigung der Sitzbank war abgebrochen. Entblößt lag ich auf dem Boden der Tatsachen. Die guten Vorsätze sind dahin. Im neuen Jahr folge ich dem Motto: Sport ist Mord. fas

pflichtlektüre empfiehlt
Der Text, der zu viel wusste
Qualität im Bachelor
Sie ist das Aushängeschild am Ende des Studiums – die Abschlussarbeit. Aber wie viel wissenschaftliche Qualität kann man von einer Bachelorarbeit erwarten, wenn man dafür nur sechs Wochen Zeit und 30 Seiten Platz hat? Klar ist: Mit der Diplomarbeit ist die Bachelorarbeit nicht zu vergleichen.

Ein Text, der weiß, dass ihn jemand liest? Je nachdem, wo die Augen des Lesers hinschauen, reagiert er mit Bildern, Musik und Geräuschen – doch das ist nicht alles. Wieso der Text 2.0 kann, was er kann, wissen Forscher am Institut für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern.

Koffein im Prüfungsstress
Kaffee ist der Doping-Klassiker von Studenten im Prüfungsstress. Doch wie viele Tassen sind nötig, um nachts wach zu bleiben?

Mehr auf dem neuen Online-Portal: www.pflichtlektuere.com Mehr auf dem neuen Online-Portal: www.pflichtlektuere.com

S08 HERZ-STÜCK

A367_08

Die Botschaft ist angekommen
Studenten auf der Straße, Politiker unter Druck und Rektoren in Erklärungsnot: Was bleibt vom großen Streik für bessere Bildung? Eine Analyse.

S

o wie es ist, kann es nicht bleiben. Das ist das zentrale Ergebnis des Bildungsstreiks 2009. Die Bologna-Reform muss zügig reformiert werden, darin sind sich endlich alle einig. Mit zahllosen Demos, Flashmobs und Hörsaalbesetzungen haben Zehntausende Studenten in den vergangenen Monaten nicht nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen, sondern auch Hochschulen und Politik massiv unter Druck gesetzt. Der Protest trägt bereits erste Früchte. Doch der Kampf für bessere Bildung hat erst begonnen. Der Grundstein dafür, dass Bachelor und Master überarbeitet werden, ist gelegt: Politik, Hochschulen und Öffentlichkeit denken radikal um. Jahrelang wurden Kritiker, die Probleme bei der Einführung von Bachelor und Master bemängel-

ten, als Ewiggestrige gebrandmarkt. Doch jetzt ist klar: Wir haben ein Problem. Der Dortmunder Prorektor für Studium, Walter Grünzweig, formuliert es so: „Es hat jahrelang ein Redeverbot gegeben. Wenn wir nicht immer gezwungen gewesen wären, Bologna in den Himmel zu loben, hätten wir die Probleme viel früher beheben können.“ Dass mit dem Gutwettermachen jetzt Schluss ist, können sich die Protestler als Erfolg auf ihre Fahnen schreiben. Als im November die Proteste der Studierenden eskalierten, mussten Politik und Hochschulen reagieren, und sie haben reagiert: Die Kultusminster beschlossen eilig, dass der Bachelor künftig besser studierbar sein muss. Die Rektoren der NRW-Unis verpflichteten sich zu einer Art Bologna-Check: Ist der Bachelor in einzelnen Fächern überladen? Gibt es zu viele Prüfungen? Können die Studierenden problemlos ins Ausland gehen? All das soll bis zum Semesterende überprüft werden.
An den Ruhrgebiets-Unis laufen die Reparaturen an Bachelor und Master jetzt auf Hochtouren.

Studentenproteste 2.0: Flashmob vor dem Bochumer Hauptbahnhof.

HINTERGRUND
Bildungsstreik-Jahr 2009
2009 – das Jahr des Bildungsstreiks: Einen ersten Höhepunkt erreichen die Proteste im Juni, als bundesweit mehr als 100.000 Schüler auf die Straße gehen, um etwa ihrem Ärger über das Turbo-Abi G 8 Luft zu machen. Im Herbst rücken dann die Hochschulen ins Zentrum: Als Ende Oktober Studenten das Wiener Audimax besetzen, schwappen die Proteste nach Deutschland. Im November und Dezember gehen hunderttausende Studierende auf die Straße. Ihre Hauptforderungen: Eine Reform des Bachelor-Master-Systems, Abschaffung der Studiengebühren, mehr Lehrpersonal und mehr Mitbestimmung. Im November und Dezember werden bundesweit über 60 Hörsäle besetzt – auch in Dortmund, Bochum, Duisburg und Essen. In Dortmund lassen sich am 30. November Streikler aus dem Hörsaal des Emil-Figge-Gebäudes tragen. Das Rektorat erstattet Strafanzeige gegen 31 Protestler wegen Hausfriedensbruchs. In Bochum räumen am 22. Dezember Studenten den letzten besetzten Hörsaal im Ruhrgebiet. Andernorts – etwa an der FU und der HU Berlin – verbringen Studenten gar die Weihnachtstage im Hörsaal. / bw

An der Ruhr Uni Bochum haben alle Fachschaften mit ihren Dozenten Arbeitskreise gebildet, um den Bachelor- und Masterstudiengängen auf den Zahn zu fühlen. Auch an der TU Dortmund sind Studenten und Lehrende im Dialog. Die Mathe-Fakultät etwa arbeitet an einer neuen Studienordnung. „Wir wollen das strenge Korsett der BachelorStudiengänge lösen, so dass die Studenten zum Beispiel pro Semester nicht immer auf 30 Credits kommen müssen“, erklärt Fakultäts-Prodekan Lorenz Schwachhöfer.

Tutorien aufgehoben. Zudem wird an der UDE die Rahmenprüfungsordnung, an der sich die Prüfungsordnungen aller Fakultäten orientieren, gerade im Senat überarbeitet. „So wie in NRW Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden, konnte nicht alles optimal laufen. Wir haben teilweise Handlungsbedarf“, erklärt der Prorektor der UDE für Studium und Lehre, Franz Bosbach. Er sagt aber auch: „Änderungen gehen nicht von heute auf morgen vonstatten.“ Tatsächlich gilt: Mal eben ein paar Prüfungen streichen – das ist nicht. Vielmehr hängt an so einem Plan ein ordentlicher prozessualer Rattenschwanz, Beispiel TU Dortmund: Erst müssen sich Lehrende und Studierendenvertreter an Lehrstühlen und in den Instituten einigen, dann in der Fakultät. Ist das geschafft, landet der Änderungsvorschlag beim Rektorat, das ihn weitergibt an die Verwaltung. Die prüft die Sache formal und juristisch und schaut, ob die Vorschläge umgesetzt werden können. Nächste Station ist die Senatskommission Studium und Lehre (kurz: Lust-Kommission), die ans Rektorat eine Empfehlung gibt, ob dem Antrag stattzugeben ist. Schließlich entscheidet, natürlich: das Rektorat. So. Und wenn man sich vorstellt, dass sich diese Gremien teilweise nur alle paar Wochen treffen, ist klar, warum erst wenige greifbare Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Wird in einem Studiengang etwas Substanzielles verändert – zum Beispiel der Name – kommt

Schluss mit Redeverbot. Jetzt wird umgedacht.

An der Uni Duisburg-Essen hat der Bildungsstreik bereits ein handfestes Ergebnis gebracht. Es geht um das brisante Thema Anwesenheitspflicht. Das Justiziariat der UDE hat festgestellt, dass in Vorlesungen und Übungen „eine Pflicht zur regelmäßigen Anwesenheit der Studierenden zur Erreichung des Lernziels (...) regelmäßig nicht erforderlich“ sei. Nach Rektoratsangaben werden die einzelnen Fakultäten ihre Regeln in Sachen Anwesenheit zum Sommersemester ändern. Das Institut für Politikwissenschaft hat zum Beispiel schon reagiert und die Anwesenheitspflicht für

A367_09

HERZ-STÜCK S09

senschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) allerdings bissen die Revolutionäre auf Granit. Der Liberale steht hinter Bologna: „Das Bachelor- und Mastersystem ist Ausdruck einer Verpflichtung gegenüber Studierenden, einen klar strukturierten Studienverlauf und gute Betreuung zu gewährleisten.“ Ähnlich sieht das der Bochumer Rektor Elmar Weiler: „Es ist eine Schande, dass der Bologna-Prozess als solcher jetzt nur negativ dargestellt wird. Wir in Bochum haben positive Erfahrungen gemacht und die Abbrecherquote ist drastisch gesunken.“ Die RUB war Vorreiter bei der Einführung von Bachelor und Master und Weiler ist überzeugt: „Der Hauptnutzen von Bologna ist, dass viele Studierende die stärkere Strukturierung als Erleichterung empfinden.“ Der Rektor gibt aber auch zu: „Das Rad wurde vielleicht an mancher Stelle überdreht. Hier müssen wir nachbessern.“ In der Tat lassen die Unis zurzeit wenig Zweifel daran, dass sie jetzt wirklich etwas verändern wollen. Ob sich die Studentenproteste im Jahr elf nach Beginn des Bologna-Prozesses mit gleicher Intensität fortsetzen werden, wie sie 2009 endeten, wird davon abhängen, wie schnell es Hochschulen und Politik gelingt, spürbare Verbesserungen an den Unis herbeizuführen. Das bundesweite Bildungsstreik-Bündnis hat bereits weitere Proteste angekündigt. Es könnte ein heißer Sommer werden.

sogar noch eine Hürde hinzu: Dann muss die Uni eine Akkreditierungsagentur konsultieren. Die Akkreditierungsagenturen, in denen Profs, Studenten und Vertreter aus der Berufspraxis sitzen, haben einst jeden Bachelor- und Masterstudiengang vor der Einführung geprüft. Wenn jetzt alles anders laufen soll, haben sie wieder ein Wörtchen mitzureden.
Und mit den Akkreditierern ist das so eine Sache: In

der Diskussion um das Bachelor-Desaster avancierten sie zum Buhmann Nummer Eins. Ihnen wurde vorgeworfen, den Unis mit kleinkarierten Vorschriften das Leben schwer zu machen. Was die Nachbesserungen an den neuen Studiengängen angeht, sieht der deutsche ChefAkkreditierer Achim Hopbach aber die Hochschulen in der Pflicht. Die seien „vor allem in der Anfangszeit sehr zögerlich gewesen“, aus Sorge, der Akkreditierungsstatus könne in Gefahr geraten. Dafür habe er grundsätzlich Verständnis, schließlich sei der Akkreditierungsprozess auch für Universitäten „neu und nicht einfach“ gewesen. Aber: „Teilweise standen die Universitäten hier wie das Kaninchen vor der Schlange.“ Hopbach stellt klar: Die Hochschulen müssen nicht mit jedem Änderungswunsch zur Agentur gehen. „Wenn zum Beispiel in einem Modul mit fünf Lehrveranstaltungen die Prüfungszahl von fünf auf zwei Prüfungen reduziert werden soll, dann muss die Agentur nicht gefragt werden. Schließlich ist es absolut nicht im Sinne von Bologna, ein Modul mit fünf Prüfungen abzuschließen.“

Mal fix ein paar Prüfungen streichen? Von wegen.

Alleine will niemand an den Problemen mit Bologna schuld sein. Auch die Unis nicht, das ist klar. Sie wünschen sich mehr Freiheiten von den Vorgaben der Kultusminister und Akkreditierer. Gleichzeitig aber gilt: Ohne die Hilfe der Politik geht es nicht. „Die neuen Studiengänge sind nicht zum Nulltarif. Bologna verlangt kleinere Gruppen und dafür haben wir nicht die finanzielle Ausstattung bekommen“, sagt UDE-Prorektor Bosbach: „Die Politik hat das aber verstanden.“ Der Dortmunder Prorektor Grünzweig erklärt zudem: „Gerade in Zeiten der Finanzkrise müssen wir verstehen, dass die Möglichkeit, Hochschulen besser zu finanzieren, Grenzen hat. In anderen Bereichen des öffentlichen Lebens muss man auch mit weniger Geld auskommen.“ Etwas Abhilfe könnte der Bund schaffen: Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat versprochen, die Länder bei den Bildungsausgaben künftig stärker zu unterstützen. Bisher ist aber unklar, in welcher Form die Länder das Geld bekommen und ob sie frei über die Verwendung entscheiden können.
Die Baustellen, die die Bachelor-Einführung hinterlassen hat, sind groß. Da fragt sich mancher

Vor lauter Bologna ist das Thema Studiengebühren in den Hintergrund geraten. Was Rektoren, Asten und Politik von den Beiträgen halten, lest ihr auf unserem Online-Portal www.pflichtlektuere.com. Außerdem: der Protest in Bildern und Tönen. Und: die Pläne von Wissenschaftsminister Pinkwart und SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft in Sachen Bildung – schließlich sind bald Landtagswahlen.
text Barbara Wege fotos Florian Hückelheim, Daniel Gehrmann

Mehr zum Thema

bereits, ob es nicht besser wäre, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Eine Gruppe Dortmunder Dekane wagte im vergangenen Jahr den Vorstoß, das Diplom parallel zum Bachelor wiedereinführen zu wollen. „Bachelor und Master sind MickeyMaus-Abschlüsse“, sagte der Vater der Initiative, Statistik-Professor Walter Krämer. Bei NRW-Wis-

Nicht nur die Studenten gehen auf die Barrikaden: Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer fackelte im Herbst symbolisch einen Bachelor-Schein ab.

S10 HERZ-STÜCK

A367_10

Keine Zeit für Streik
Die Hörsaal-Besetzungen im Ruhrgebiet haben die Studierendenschaft gespalten. In Essen kam es gar zur Eskalation.

S

Revolution ist nicht jedermanns Sache: Während wie hier in Dortmund tausende Studenten für bessere Bildung auf die Straße gingen, entschieden sich andere lieber fürs Büffeln.

pinnerei von Möchtegern-Revolutionären oder der einzige Weg um Aufmerksamkeit zu erlangen: Die Hörsaalbesetzungen an den Ruhrgebiets-Unis haben bei den Studierenden ein geteiltes Echo gefunden. Wie unsere Umfrage (Seite 11) zeigt, war die Studierendenschaft in Sachen Bildungsstreik offenbar dreigeteilt. Gruppe eins war voll dabei. Gruppe zwei fand den Bildungsstreik zwar gut, hatte aber vor lauter Unistress keine Zeit, hinzugehen. Und Gruppe drei versteht den Aufriss nicht, weil alles okay sei. Keine leichte Aufgabe für die Asten der Unis.

andersetzung. Der Grund: Der Asta stand nicht hinter den Besetzungen in Duisburg und Essen: „Sie hat einen Keil in die Studierendenschaft getrieben, weil bestimmte Studenten das Audimax für ihre Veranstaltungen nutzen wollten. Und wir vertreten nunmal alle Studierenden“, erklärt Bauer. Besetzer Wilharm sieht das freilich anders: „Für mich war es paradox, dass die Wiwis das Audimax stürmten. Wir kämpften doch dort dafür, dass sie Vorlesungen künftig nicht mehr in diesem Riesenraum hören müssen.“ An die Adresse des Asta sagt er: „Wir bezahlen ihn, aber er tritt nicht für unsere Interessen ein.“ Studierendenvertreter zwischen den Stühlen: Diese Situation kennt auch der Dortmunder Asta-Vorsitzende Miguel Zulaica. Während der Hörsaalbestzung in der Emil-Figge-50 geriet der Asta in die Rolle des Vermittlers zwischen Besetzern und Rektorat: „Wir fanden es richtig, dass Studierende politisch aktiv waren. Die Besetzung

war nicht unser Weg, wir distanzieren uns aber auch nicht von ihr.“ Zulaica ist mit der Zusammenarbeit mit TU-Rektorin Ursula Gather „ganz zufrieden“. Er ist überzeugt: „Wenn Frau Gather zum Beispiel sagt, sie wolle sich für einen achtsemestrigen Bachelor einsetzen, kann man ihr das glauben.“ Insgesamt fällt das Fazit der Asten zum Streik recht positiv aus. „Es ist eine Aufbruchstimmung entstanden“, sagt etwa der Bochumer Asta-Referent für Hochschul- und Bildungspolitik, Martin Schmidt. An der RUB stand der Asta klar hinter den Besetzern. Schmidt bedauert, dass das Thema Studiengebühren etwas in den Hintergrund getreten ist. In Sachen Bologna fordert er mehr Ergebnisse von der Politik: „Alles, was da bisher kam, sind Absichtserklärungen“, sagt er.
text Barbara Wege foto Florian Hückelheim

Am deutlichsten trat der Konflikt zwischen Protestlern und Besetzungsgegnern in Essen zu Tage: Hier stürmten im November Wirtschaftswissenschaftler das besetzte Audimax, weil sie dort ihre Vorlesungen hören wollten. In Duisburg lieferten sich Besetzer Robin Wilharm und der stellvertretende Asta-Chef Jan Bauer eine lautstarke Ausein-

H

KOMMENTAR VON BARBARA WEGE
Doch daran hapert es. Der Kern des Bachelor-Desasters ist nicht die Verschulung an sich, sondern die Überfrachtung der neuen Studiengänge: Zu volle Stundenpläne, zu viele Prüfungen, zu wenig Zeit für zu viele Inhalte. Dass es vielerorts nicht gelungen ist, Diplom und Magister in studierbare Bachelor zu überführen, ist ein Drama. Der erste Schritt muss nun sein, dass Unis den Bachelor großzügig entrümpeln und Akkreditierer das zulassen. Einen Studiengang zu schaffen, der studierbar ist, das ist eine lösbare Aufgabe. wieder über einen achtsemestrigen Bachelor nebst viersemestrigem Master als Regelfall nachgedacht. Die schwierigste Aufgabe ist freilich, die Studiengänge mit denen im Ausland abzugleichen. Doch es war zentrales Ziel von Bologna, die Mobilität von Studierenden zu erhöhen. Daran müssen sich die Beteiligten messen lassen. Dass die Rektoren der NRW-Unis in ihrem Memorandum nun Korrekturen versprechen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dem Schwarzer-Peter-Spiel zwischen Hochschulen, Politik und Akkreditierern muss Schluss sein. Die Tatsache, dass alle Beteiligten Fehler zugeben, zeigt, wie groß die Defizite sein müssen. Dass es nicht nur um die Nachjustierungen geht, die bei jeder Reform nötig sind. Überstürzen wollen die Unis nichts. Das ist richtig, allerdings darf dabei nicht in den Hintergrund treten: Die Hochschulen hatten bereits zehn Jahre Zeit, von denen manche die ersten verschlafen haben. Jeder Student weiß: Wer am einen Tag verschläft und seine Arbeit nicht schafft, muss am nächsten eine Nachtschicht einlegen. Jetzt müssen Ergebnisse her.

öhere Wellen hätte der Bildungsstreik kaum schlagen können: Von BulimieStudium war die Rede und dem Ende des Humboldtschen Bildungsideals. Es ist ein großer Erfolg der Proteste, dass sie zu einem gesellschaftlichen Nachdenken darüber geführt haben, was universitäre Bildung heute bedeuten soll. In dieser notwendigen Diskussion aber geht nun Einiges durcheinander. Die Verschulung der Bachelor-Studiengänge wird zum zentralen Defizit der Bologna-Reform stilisiert. Dabei ist sie notwendige Konsequenz der Tatsache, dass immer mehr junge Menschen an die Unis strömen. Wer richtigerweise verlangt, dass vierzig Prozent eines Geburtenjahrgangs studieren, muss akzeptieren, dass Hochschulen zu Massenbetrieben werden, die klare Strukturen brauchen. Es ist zudem fraglich, ob knapp jeder Zweite eines Geburtenjahrgangs das Humboldtsche Bildungsideal in Reinform leben will – mit ausgedehnten Bib-Besuchen und interdisziplinärem Forschungsinteresse. Es ist richtig, dass Bachelor-Studenten einen Fahrplan an die Hand bekommen. Fühlten sich doch einst etwa viele Diplomer alleingelassen. Eine Großzahl Studierender will an der Uni vor allem gut auf ihren Beruf vorbereitet werden – das kann der Bachelor leisten, vorausgesetzt, er ist sinnvoll aufgebaut.

Die Verschulung ist nicht das Problem
Der Bachelor muss allerdings nicht nur zu schaffen sein, er muss auch anerkannt werden. Hier sind diejenigen Firmen in der Pflicht, die die Absolventen zu zögerlich einstellen. Die falsche Konsequenz ist, wie Bildungsministerin Annette Schavan nun nach einem Anspruch auf einen Masterplatz für jeden Bachelor-Absolventen zu rufen. Das konterkariert den Sinn der Reform, mit der viele Studierende zügig auf dem Arbeitsmarkt landen sollen. Jahrelang wurde sich beschwert, dass die Deutschen zu lange brauchen, bis sie ihren ersten Job antreten – nun wird schon

A367_11

HERZ-STÜCK S11

Was läuft falsch an unseren Unis? Barbara Wege hat sich auf den Campus umgehört...

Protestieren oder pauken ?

UMGEHÖRT

Lukas Moesgen, Bauingenieurwesen, Bachelor, 3. Sem., UDE.

Jasmin Wetzel, Wirtschaftswissenschaften, Diplom, 6. Sem., RUB.

Christopher Timm, Chemische Biologie, Master, 9. Sem., TU Do.

Bildungsstreik 2009: Warst du dabei? Warum ja, warum nein?
Ich bin nicht auf Demos gegangen, dafür haben wir Bauingenieure keine Zeit. Wir haben den ganzen Tag über Seminare und Tutorien mit Anwesenheitspflicht. Als die Streikler bei uns in die Mathe-Übung kamen, haben wir sie herausgeworfen, weil wir lernen mussten. Aber ich bin dafür, den Bachelor zu reformieren. Die Stundenpläne sind einfach zu vollgepackt. Ich war bei der Vollversammlung zum Bildungsstreik. Ich studiere ja auf Diplom, aber ich bekomme mit, dass die Bachelor-Studenten unter großem Druck stehen. Ich finde es gut, wenn mit dem Bildungsstreik dafür gekämpft wird, dass Studenten auch Zeit haben, in ihren Studien eigene Schwerpunkte zu setzen. Ich habe davon kaum etwas mitbekommen, denn ich war im Labor. Ich habe auch kein großes Problem mit Bachelor und Master. Sicher ist die Prüfungsdichte hoch, aber wenn man kontinuierlich arbeitet ist das alles zu schaffen.

Was ist der größte Missstand an den Universitäten, der unbedingt angepackt werden muss?
Wir brauchen mehr Platz in den Hörsälen und die Stundenpläne müssen entzerrt werden. Manchmal würde ich mich gern tiefer in ein Thema einarbeiten, schließlich interessiert mich mein Studienfach. Aber dazu fehlt die Zeit. Die Studiengebühren müssen abgeschafft werden. Jeder sollte sich frei bilden können. Ich kenne Leute, die wegen der Beiträge nicht studieren, weil sie sich nicht verschulden wollen. Das kann ich auch gut verstehen. Ich bin eigentlich zufrieden. Auch die Studiengebühren finde ich okay, da man bei uns sieht, was damit gemacht wird. Die Labore sind zum Beispiel besser ausgestattet, wir haben mehr Tutorien und die Betreuungsquote hat sich verbessert.

Maren Köster, Sonderpädagogik, Master, 9. Sem., TU Do.

Michael Alfermann, Lehramt, Staatsexamen, 3. Sem., UDE.

Diana Wendland, Geschichte, Germanistik, Bachelor, 3. Sem., RUB.

Bildungsstreik 2009: Warst du dabei? Warum ja, warum nein?
Ich habe nicht mitgestreikt, weil ich es mir nicht leisten kann in Pflichtveranstaltungen zu fehlen. Ich bin aber für Veränderungen bei Bologna. Unser Jahrgang war Teil des Bachelor-Modellversuchs und alles war unorganisiert. Man hatte zu viel zu tun und keine Zeit, mal etwas zu machen, das nicht Pflicht ist, zum Beispiel einen Sprachkurs. Ich war bei Demos im Sommer und im Herbst dabei, weil sich die Zustände an den Unis ändern müssen. Die einseitige Ausrichtung auf Verwertbarkeit ist falsch. Die Studenten brauchen mehr Freiheiten. Auch die Besetzungen fand ich gut, weil man so wirklich öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Ich habe nicht am Bildungsstreik teilgenommen, weil ich persönlich mit dem Bachelor-Master-System nicht unzufrieden bin. In meinem Fachbereich funktioniert es gut, weil die RUB den Bachelor schon lang eingeführt hat. Es ist alles zu schaffen und ich habe auch recht viele Wahlmöglichkeiten.

Was ist der größte Missstand an den Universitäten, der unbedingt angepackt werden muss?
Die Prüfungsdichte muss abnehmen. Im Bachelor hatten wir bestimmt 50 Prüfungen und im Master ist es auch nicht weniger Arbeit geworden. Von Semesterferien habe ich nie etwas gemerkt. Die Studiengebühren müssen weg. Sie führen dazu, dass Leute mit wenig Geld vom Studium ausgeschlossen werden. Und der Staat zieht sich aus der Finanzierung heraus, obwohl das eigentlich seine Aufgabe wäre. Die Studiengebühren müssen weg. Wer keine Eltern hat, die zahlen können, hat kaum eine Chance, das Studium zu finanzieren. Schließlich hat man neben dem Bachelor auch wenig Zeit zum Jobben.

S12 RUHR-BLICK: AUF DEM CAMPUS

A367_12

Folge des Abiturs nach 12 Jahren: 2013 werden zwei Jahrgänge fertig.

Aus eins mach‘ zwei
Es wird ein Riesen-Ansturm: In drei Jahren kommt der doppelte Abitur-Jahrgang von den Schulen – und drängt an die Universitäten. Doch die stoßen schon jetzt an ihre Grenzen.

D

ie Universitäten im Ruhrgebiet stehen vor dem größten Ansturm von Studienanfängern, den es je gegeben hat. Wenn in drei Jahren der doppelte Abitur-Jahrgang in Nordrhein-Westfalen die Schulen verlässt, wird die Zahl der Studienanfänger im Vergleich zu 2005 um fast ein Drittel steigen und erstmals die 100.000-Grenze überschreiten. In den vergangenen Jahren sind schon zusätzliche Studienplätze geschaffen worden, doch das reicht bei weitem nicht aus. In diesen Tagen beginnt das NRW-Wissenschaftsministerium mit den Universitäten darüber zu verhandeln, wie viele zusätzliche Studienplätze möglich sind. Doch ob die Universitäten dem Ansturm gewachsen sind, ist fraglich. Schon jetzt hat zum Beispiel die Mensa der TU-Dortmund ihre Kapazität überschritten und die Hörsäle der Ruhr-Uni Bochum sind laut dem dortigen Asta gerade bei den Geisteswissenschaften dauernd überfüllt. Das nervt viele Studenten. „Ich war ja auch mal Ersti, aber was hier im Oktober los war, ist schon extrem gewesen. S-Bahn, Mensa, Cafés und die Hörsäle, alles überfüllt“, sagt Katja Weidlich, Studentin der Erziehungswissenschaften an

der TU Dortmund. 4.000 Abiturienten haben zum Wintersemester ein Studium an der TU begonnen, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit den 8.000 Studenten der FH Dortmund, sind nun 30.000 Menschen auf dem Dortmunder Campus unterwegs. Ähnlich sieht es in Duisburg und Essen aus, wo die Zahl der Studienanfänger um gut acht Prozent auf 5.000 anstieg. Auch in Bochum werden es jedes Jahr mehr. In den letzten fünf Jahren hat sich dort die Zahl der Studierenden um 1.600 auf mehr als 32.000 erhöht.

ren viele Milliarden zusätzlich in die deutschen Hochschulen investiert werden. Das Land NRW stellt zu seinen jährlichen Zuschüssen von drei Milliarden Euro noch mal 1,8 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre bereit. Darüber, wie dieser Batzen Geld verteilt werden soll, wird in diesen Tagen verhandelt. Die Hochschulen sollen verbindlich erklären, welchen Anteil sie leisten können, um gut 130.000 neue Studienplätze zu schaffen. Beim NRW-Wissenschaftsministerium gibt man sich zuversichtlich. Sprecher André Zimmermann: „Wir werden mit den Hochschulen Zielvereinbarungen schließen, in denen wir ganz genau festhalten, wie viele zusätzliche Studienplätze jede Hochschule einrichtet. Damit haben wir schon gute Erfahrungen gemacht“. Und tatsächlich sind in den vergangenen fünf Jahren 26.000 neue Plätze an den Hochschulen in NRW entstanden. Finanziert über ein Prämiensystem (siehe Infokasten). Für jeden zusätzlichen Studienanfänger gab es Geld. Wenn eine Hochschule Studenten über ihrer Kapazität aufnahm, wurde der Betrag durch eine Extraprämie sogar verdreifacht. Nach dem gleichen System sollen jetzt die noch feh-

Neue Milliarden für die Unis
Das alles ist nur ein Vorgeschmack auf das, was bis 2015 auf die Universitäten zukommt. Bis dahin werden neun Bundesländer ihr Abitur von 13 auf 12 Jahre verkürzen. Hamburg macht in diesem Jahr den Anfang, nächstes Jahr folgen Bayern und Niedersachsen, 2012 dann Baden-Württemberg, Berlin, Bremen und Brandenburg, bevor 2013 Nordrhein-Westfalen und Hessen den Abschluss bilden. Die Kultusministerkonferenz rechnet bis 2015 deutschlandweit mit 275.000 zusätzlichen Studienanfängern. Um die Hochschulen darauf vorzubereiten, sollen in den nächsten zehn Jah-

A367_13

RUHR-BLICK: AUF DEM CAMPUS S13

Neben all diesen großen, offenen Fragen, bleiben auch noch viele praktische ProbFür die Aufnahme von 26.000 zusätzlichen Studienanfängern seit 2005 hat das leme. Wie werLand NRW den Hochschulen folgende Prämien bezahlt. Eine ähnliche Prämiden zum Beispiel enregelung soll es auch für die nächsten Jahre geben. die Mensen der Für jeden Anfänger mehr als im Vergleichsjahr 2005: 4.000 Euro Ruhruniversitäten den größeren Für jeden Anfänger oberhalb Aufnahmekapazität: 8.000 Euro Andrang bewälFür jeden Anfänger in Natur- oder Ingenieurwissenschaften: 8.000 Euro tigen können? In Dortmund hat man sich dazu Nimmt eine Uni also etwa einen zusätzlichen Studenten in Ingenierwissenschon Gedanken schaften oberhalb ihrer Aufnahmekapazität auf, bekommt sie alle drei Prämigemacht, aber en, also: 20.000 Euro. die große Lösung noch nicht gefunden. Rainer Niebur, der Geschäftsführer des Studentenwerks lenden 130.000 Studienplätze in NRW geschaffen Dortmund: „Unsere Mensa ist jetzt technisch werden. Martin Schmidt vom Asta der Ruhr-Uni schon am Anschlag. Wir spülen zum Beispiel 38 Bochum hält von diesem System wenig: „Wir se- Tabletts pro Minute, obwohl die Maschinen nur hen das sehr kritisch und befürchten, dass sich für 30 ausgelegt sind.“ Geld für die dringende gerade durch die Extraprämie die Studienbedin- technische Aufrüstung der Mensa stellt das Land gungen noch verschlechtern werden.“ Schmidt aber nicht zur Verfügung. Deshalb ist unklar, ob hat ohnehin den Eindruck, dass die RUB auf den sich in den nächsten Jahren überhaupt etwas doppelten Abitur-Jahrgang sehr schlecht vorbe- verbessern wird. Um nicht völlig unvorbereitet zu reitet ist: „Schon jetzt platzen die Gebäude aus sein, will das Studentenwerk jetzt ein Fahrzeug allen Nähten, die Platzsituation ist desolat und da anschaffen, aus dem warmes und kaltes Essen bringen auch neue Professorenstellen keine Ver- verkauft werden soll. Zu Stoßzeiten soll dieses Fahrzeug vor der Mensa stehen. Außerdem hofft besserung.“ Niebur auf den Anbau der Fachhochschule DortAber ob überhaupt neue Professoren eingestellt mund. Dort soll ein Gastronomieangebot mit 190 werden, ist vielerorts unklar. Drei Jahre vor dem Sitzplätzen geschaffen werden. großen Ansturm auf die Ruhrgebietsuniversitäten gibt man sich da noch recht wortkarg. Die Frage, wie viele zusätzliche Professuren geschaf- Nahverkehr: „Mehr geht nicht“ fen werden sollen, konnte uns nur die Universität Duisburg-Essen beantworten. Dort sollen bis Mit- Auch die Verkehrsbetriebe haben sich noch nicht te 2011 24 neue Professoren eingestellt werden, auf die zusätzlichen Studierenden eingestellt. Ob sagt Pressesprecherin Beate Kostka. In den Ver- zum Beispiel die S1 die TU Dortmund öfter anfahhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium ren wird, konnte man uns beim Verkehrsverbund werde man außerdem auf zusätzliche Hörsaalund Seminarkapazitäten drängen.

BIS ZU 20.000 EURO PRÄMIE PRO KOPF

Rhein-Ruhr nicht sagen. Die Bogestra in Bochum sieht ebenfalls kaum Möglichkeiten, die U 35 öfter zur Ruhr-Uni fahren zu lassen. „Zu Stoßzeiten fahren wir schon im zweieinhalb-Minuten-Takt. Mehr geht nicht“, sagt Sprecher Christoph Kollmann. Aber nicht nur auf dem Campus wird der Ansturm neuer Studierender für Probleme sorgen. Auch die Wohnheimplätze in Bochum, Duisburg, Essen und Dortmund dürften knapp werden. Schon jetzt müssen Studierende oft monatelang auf ein Zimmer warten. Das Studentenwerk Dortmund hat jetzt einen Arbeitskreis gegründet, um Lösungen für dieses Problem zu finden. Das Jahr 2013 bringt also eine Menge Herausforderungen für die Universitäten und Fachhochschulen im Ruhrgebiet mit sich. Hier ist schnelles Handeln gefragt, damit das Versprechen von Wissenschaftsminister Pinkwart auch eingehalten werden kann. Im Landtag sagte er: „Jeder Studieninteressierte wird 2013 und 2014 einen Studienplatz finden.“
text Michael Klingemann fotos Florian Hückelheim, Ramesh Kiani

Geld für Baumaßnahmen ist da. Acht Milliarden Euro will das Land den Hochschulen zur Verfü-

Extra-Räume und mehr Personal sollen nur befristete Lösungen sein
gung stellen. 290 Millionen sind bei der Ruhr-Uni Bochum schon fest verplant. Dort werden als erstes Gebäude der Ingenieur- und Gesellschaftswissenschaften saniert. Doch Ministeriumssprecher Zimmermann macht auch klar, dass die Milliarden nicht für Neubauten gedacht sind, die den zusätzlichen Studierenden Platz bieten sollen: „Es dürfen keine dauerhaften Kapazitäten aufgebaut werden, die nach 2020 nicht mehr benötigt werden. Daher geht es sowohl bei Personal als auch beim Raumbedarf um befristete Lösungen“. Konkret heißt das: Universitäten sollen Räume nur anmieten und schon einige Jahre bevor Professoren ausscheiden ihre Nachfolger einstellen. Denn schon nach 2013 rechnet das Ministerium wieder mit sinkenden Zahlen von Studienanfängern an den Universitäten.

Bahnen zu den gebürtige Kölnerin, Lara Fritzsche, Universitäten sind in Stoßzeiten die „Neon“ in München. arbeitet fürschon jetzt überfüllt.

S14 DienSt-Bar

a367_14

Früher war alles besser
Für dVd-abende mit viel Gefühl und ohne Computertricks: das Beste aus vier Jahrzehnten. Jens‘ Tipp:
die 40er:

maries Tipp:
die 50er:

Casablanca
regie: michael Curtiz mit: Humphrey Bogart, ingrid Bergmann, paul Henreid
Humphrey Bogart in seiner Rolle als Nachtclubbesitzer Richard (Rick) Blaine versteht es mit Frauen umzugehen. Nur bei seiner großen Liebe, Ilsa Lund (Ingrid Bergmann), konnte er bisher nicht landen. Im Marokko der 1930er Jahre hoffen viele Flüchtlinge, nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen, ins neutrale Portugal ausreisen zu können. Hierzu ist eines der heißbegehrten Transit-Visa nötig. Über Umwege gelangt Rick an zwei dieser Visa - als er zufällig erneut seiner großen Liebe Ilsa über den Weg läuft. Die hat ihn bereits einmal scheinbar grundlos in Paris sitzen lassen. Nun wird dem AntiHelden klar, warum: Ilsa gesteht zum damaligen Zeitpunkt bereits verheiratet gewesen zu sein. Sie befindet sich gerade mit ihrem Ehemann Victor László (Paul Henreid) in Casablanca. Auch sie wollen sich nach Lissabon absetzen. Nur die Visa fehlen ihr und ihrem Begleiter… Ein „Must-See“, mit dem stärksten Baggerspruch aller Zeiten: „Ich schau Dir in die Augen, Kleines.“ jj Als Missionarin für China abgelehnt, arbeitet Gladys Aylward bei einem Chinaforscher als Hausmädchen. Von ihrem Lohn will sie auf ein Ticket für die transsibirische Eisenbahn sparen. Das Ticket über Land ist günstiger als andere Alternativen, aber auch gefährlicher. Gladys erreicht ihr Ziel und gründet eine Herberge für Bedürftige in Yang Cheng. Die Chinesen lehnen sie und ihre Herberge jedoch zunächst ab. Aber die Herbergsbesitzerin gibt nicht so schnell klein bei. Sie schließt Freundschaften mt den Bewoh-

die Herberge zur 6. Glückseligkeit
regie: mark robson mit: ingrid Bergmann, Curt Jürgens, robert donat
nern der Stadt. Auch der Respekt des städtischen Vorsitzenden ist ihr sicher. Durch ihn lernt sie einen eurasischen General kennen und lieben. Doch ihr gemeinsames Glück ist nicht von langer Dauer. Das Liebespaar wird durch den Einmarsch der Japaner auf eine harte Probe gestellt… „Die Herberge zur 6. Glückseligkeit“ geht auf eine wahre Geschichte zurück und gilt als Klassiker der Filmgeschichte. Der Film wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. macl

BenJamins Tipp:
die 60er:

JudiTs Tipp:
die 70er:

das dreckige dutzend
regie: robert aldrich mit: Lee marvin, Telly savalas, Charles Bronson
Major John Reisman (Lee Marvin) steht vor einer schweren Aufgabe: Er soll im Jahr 1994 aus einem Haufen verurteilter Verbrecher eine Truppe formen, um die Nazis hinter den feindlichen Linien zu ärgern. Der harte, militärische Drill und ein trickreiches Manöver, in dem das „Dreckige Dutzend“ seine Tauglichkeit für die Front beweißt, schweißt die Truppe tatsächlich zusammen. Es kommt zum großen Showdown mit Offizieren der Wehrmacht, die sich in einem französischen Schloss aufhalten. Im Gegensatz zu modernen Kriegsfilmen wie „Platoon“ oder „Full Metal Jacket“ ist „Das dreckige Dutzend“ kein schockierender, nachdenklicher Antikriegsfilm, sondern ein düster-brutales Abenteuer. Gespielt von einer Truppe echter Kerle, die es im Hollywood der 60er Jahre noch gab. Charles Bronson, Telly „Kojak“ Savalas, Donald Sutherland und ihre Kameraden machen den Eindruck, als müssten sie gemeinsam tatsächlich weder Tod noch Teufel fürchten – und die Nazis schon gar nicht. bb Harold, der Teenager wohnt alleine mit seiner snobistischen Mutter in einer Villa. Als Hobby geht er auf Beerdigungen oder schaut Gebäude an, die gerade zerstört werden. Er täuscht regelmäßig auf verschiedene Arten seinen Selbstmord vor. Auf einer Beerdigung lernt er die 79-järige liebe und lebenslustige Maude kennen. Während Harold von Tod und Untergang besessen ist, begeistert sich Maude für die Kunst, das Leben, und alles Lebendige. Sie sieht auch in einer Beerdigung den wunderbaren Kreislauf des Lebens. Der Junge, den man

Harold und maude
regie: Hal ashby mit: ruth Gordon, Bud Cort
zu Hause zu Verantwortung und Disziplin erziehen möchte, lernt viel von der alten Dame. Zum Beispiel, dass das Leben auch vergnüglich sein kann, man jeden Tag etwas Neues und Interessantes finden muss und man auf sich selbst zählen soll. Der bis dahin düstere Harold lernt von Maude nicht nur Musik, Tanz und ausgelassene Heiterkeit, sondern findet in ihr den Mensch – vielleicht zum ersten Mal –, den er lieben kann und der ihn liebt. jr

Gesamtanzeige Kinos KW 05_2010.ai

1

25.01.10

12:30

A367_15

DIENST-BAR S15

Anzeige

Knobeln mit Sudoku
Für Fortgeschrittene: Pro Spalte, pro Reihe und pro drei mal drei Kästchen großem Quadrat dürfen die Zahlen 1 bis 9 nur jeweils einmal vorkommen.

8 9 8 4 6 7 5 6 5 2 7 7 8 5 1 9 3 5 4 8 9 1 6 1 2 4 2 6 5 9 1 3 8 1 2 9 6
KLEINE ANZEIGEN
Volleyball: Wer hat Lust auf zwei Stunden Hallensport? Sonntags 18 Uhr, in Eichlinghofen, Freizeit-Team, mixed. Info unter Tel. 0231 / 597 540 (abends). Suche für meine Diplomarbeit dringend Interviewpartner zum Thema „Erfahrung von Fremdheit internationaler Studierender“. Ich möchte gern mit Studentinnen und Studenten sprechen, die aufgrund des Studiums nach Deutschland gekommen sind. Wenn Ihr euch angesprochen fühlt, meldet euch doch. Danke! Christina. Telefon: 0160/ 97 993 063, Email: christiiina@hotmail.de Verkaufe 6 IVAR-Regale, darunter ein Eckregal, ein Tischund ein Schrankelement an Selbstabholer (Essen). Zustand: gebraucht. VB 100 €. Email: hallo_nessy@gmx.de

5

4

C

M

Y

CM

MY

CY

NEU ab 04.02.2010 ZEITEN ÄNDERN DICH UP IN THE AIR (nicht in Herten) VERDAMMNIS (nicht in Herten) NEU ab 11.02.2010 PERCY JACKSON – DIEBE IM OLYMP VALENTINSTAG WOLFMAN RECEP IVEDIK 3 (nicht in Lünen & Mülheim) 10.02.2010 Ladies Night VALENTINSTAG

CMY

K

Impressum
Dortmund Tel: 0231/755-7473, Fax: 0231/755-7481 Briefanschrift: pflichtlektüre, c/o Institut für Journalistik, TU Dortmund, 44221 Dortmund E-Mail: post@pflichtlektuere.com Produktion: Tobias Jochheim (tjo) und Daniel Klager (tni) Bild: Daniel Gehrmann (dg), Nadine Maaz (nm), Elvira Neuendank, Pascal Amos Rest, Katja Seidl Titelbild: Florian Hückelheim (fh) An dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Benjamin Blum (bb), Lisa Helberg, Florian Hückelheim (fh), Jens Hülwitt, Jens Jüttner (jj), Sarah Keller (sk), Jonas Knoop (jk), Marie Lanfermann (macl), Sophie Mono (mono), Malina Opitz (mao), Miriam Otterbeck, Siola Panke (sp), Linus Petrusch (lipe), Judit Révesz (jr), Sarah Salin (sal), Katrin Schmidt (ks), Fabian Schwane (fas), Kathrin Strehle (ks), Natascha Tschernoster (nt), Anna-Lena Wagner (alwa), Barbara Wege (bw), Julian Weimer (juwe), Anja-Kristin Willner (awi) Verantwortlich für Anzeigen: Oliver Nothelfer, Anschrift wie Verlag, Kontakt: 0201/804-8944 Objektleiter: Wolfgang Ibel Verlag: Westdeutsche Allgemeine Zeitungsverlagsgesellschaft , E.Brost & J. Funke GmbH u. Co.KG, Friedrichstr. 34-38, 45128 Essen Druck: Druckhaus WAZ GmbH & Co. Betriebs-KG, Anschrift wie Verlag. Kontakt: druckhaus@waz.de Erscheinungstermine: Sommersemester 2010: 27. April, 11. Mai, 25. Mai, 8. Juni, 22. Juni, 6. Juli.
Herausgeber Institut für Journalistik, TU Dortmund Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Meier Redaktionsleitung: Vanessa Giese (vg), ViSdP Redaktion: Uni-Center, Vogelpothsweg 74, Campus Nord, 44227

Die kommenden Top Highlights:
Zeiten ändern dich
Aufwändiges Biopic von Bernd Eichinger mit Moritz Bleibtreu und Bushido über Leben und Karriere des Skandal-Rappers, der zur Identifikationsfigur vieler Jugendlicher wurde. Ab dem 28.1.2010 in Ihrer UCI KINOWELT!

Valentinstag
Romantische Komödie über Paare in Los Angeles, deren Wege und Schicksale sich am Valentinstag kreuzen. Am 10.2.2010 um 20 Uhr als women‘s night in Ihrer UCI KINOWELT!

Doublefeature: Verblendung & Verdammnis
Fulminanter Thriller und nach Verblendung der zweite Teil der gefeierten Millennium-Trilogie von Stieg Larsson mit Salander und Blomkvist als furchtloses Ermittler-Duo. Als Doublefeature am 3.2.2010 ab 20 Uhr in Ihrer UCI KINOWELT!
UCI KINOWELT Duisburg Neudorfer Straße 36-40 Tel.: (0203) 301 91 91 UCI KINOWELT Ruhr Park Am Einkaufszentrum 22 Tel.: (0234) 23 90 222

www.UCI-KINOWELT.de


Studentenabo nur 10,95 €
TRANSONIC Digitalkamera, 5 Mio. Pixel
• 2,4“ TFT-LCD-Display • 8-fach digitaler Zoom • Videofunktion • 32 MB interner Speicher • Inkl. Zubehör

A170_16

pro Monat

Jetzt Leser werben und Prämie sichern!
35-€-Amazon-Gutschein
Unsere Prämien-Nummer: W39

Unsere Prämien-Nummern: W54 (schwarz), W55 (silbern), W56 (rot)

*6 Ct. / Anruf a. d. deutschen Festnetz, abweichender Mobilfunktarif

CLATRONIC Frühstücksset, 3-tlg.
• Kaffeeautomat • Toaster • Wasserkocher

Unsere Prämien-Nummer: W50

0 18 02 / 40 40 72*
Bitte nennen Sie die Bestellnummer 21306. Weitere Prämien unter: www.DerWesten.de/studentenabo

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful