Beta-Interferon gegen Brustkrebs

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 24.11.2007 Beta-Interferon und Tamoxifen zusammen sollen bei Brustkrebszellen eine spezielle Form der Apoptose, also den Zelltod bewirken, an dem die Thioredoxin Reduktase beteiligt ist (Lindner DJ 2000). Dazu muss man wissen, dass andere Wege des Zelltods in Krebszellen oft gestört sind, so dass sie nicht sterben können. Über die Wirkung von Interferon-beta weiss man viel durch die Beobachtung der Wirkung dieses Medikaments bei Multiple Sklerose Kranken. Und da erkennt man, dass durch die Interferon-beta Behandlung die Anzahl der natürlichen Killerzellen ansteigt (Saraste M 2007), und zwar die CD56(Bright) natural killer cells. Ob das für die Multiple Sklerose viel bringt, weiss ich nicht. Aber es ist so, dass es relativ wenig Brustkrebs bei Multiple Sklerose Patientinnen gibt, die mit beta-Interferon behandelt werden. Jedenfalls weniger als die anders behandelten Multiple Sklerose Patientinnen, die aber sowieso wenig Brustkrebs haben sollen (Ashiron A 2005). Link: Beta-Interferon bei der Pisaner Immuntherapie von anti-Hormon sensiblen Brustkrebsmetastasen (D56 (Bright) natural killer cells (Saraste M 2007)) Hier wurde die Verträglichkeit von Beta-Interferon bei Menschen mit Krebs auch bei Frauen mit Brustkrebs getestet, allerdings mit einer höheren Dosis als bei der Pisaner Immunbehandlung. Es wurden nämlich 10 Millionen Einheiten statt 3 Millionen gegeben (Hawkins MJ 1984). Bei solchen Phase-I Studien geht es um Verträglichkeit und Nebenwirkungen. Aber eine Wirkung wurde auch beobachtet, nämlich bei einer Patientin mit Hautmetastasen. Ein Rückgang während der Behandlung und ein erneutes Rezidiv einen Monat nach der Beendigung derselben und bei mehreren Patientinnen, die die Metastasen wohl innerlich hatten eine Stabilisierung der Krankheit unter der Behandlung. Es könnte also sein, das die eine oder andere Patientin von Beta-Interferon profitiert. Aber nur während der Behandlung, die man dann weiterführen muss und nicht absetzen darf. Bei 3 Millionen Einheiten ist sie gut möglich und hat wesentlich weniger Nebenwirkungen als eine Chemotherapie. Außerdem muss man Kortison vermeiden.

Um wieviel Uhr sollte man Beta-Interferon injizieren?
Zu der unterschiedlichen Wirkung der Beta-Interferon-Injektion je nach Tageszeit wurde diese Untersuchung an MS-Patienten im Klinikum Großhadern unternommen (Kümpfel T 2007), die auch von einer Interleukin-6 und Interleukin-10 Erhöhung durch diese Behandlung spricht. Das macht mich stutzig, weil beide Interleukine bei Brustkrebs eigentlich nichts Gutes bedeuten. Allerdings ist die hier untersuchte Dosis viermal so hoch wie die bei der Pisaner Immunbehandlung. Auch in akuten Phasen der multiplen Sklerose ist der Prolaktinspiegel hoch. Und Prolaktin führt zur besseren Ablesung Progesteron gesteuerter Gene. Zu den Progesteron gesteuerten Genen gehören die Tumormarker CA 15-3 und CA 125, die bei Brustkrebs eine wichtige Rolle spielen. Link: Der Tumormarker CA 15-3 und Brustkrebs Text im Archiv der http://web.archive.org/web/20080428033641/http:/www.erieping.de/beta-interferon.htm

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