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Lotosblumen

19.09.2014

Die Egoisten

Michael Eggert: Die Entfaltung der Lotosblumen
Wir sind Spiegelwesen
Unsere Identität und unser Selbstgefühl entspringen - so absurd es zunächst erscheinen mag- der Tatsache
"gespiegelt zu werden“ - im Dialog, im Erwachsenenalter, aber auch, auf sehr viel existentiellerer Ebene, als
Kleinkind:
"Die Mutter schaut das Baby an, das sie im Arm hält, das Baby schaut in das Antlitz der Mutter und findet
sich selbst darin. vorausgesetzt, dass die Mutter tatsächlich das kleine einmalige, hilflose Wesen anschaut
und nicht ihre eigenen Introjekte, auch nicht ihre Erwartungen, Ängste, Pläne, die sie für das Kind
schmiedet, auf das Kind projiziert. Im letzteren Fall findet das Kind im Antlitz der Mutter nicht sich selbst,
sondern die Not der Mutter. Es selbst bleibt ohne Spiegel und wird in seinem ganzen späteren Leben
vergeblich diesen Spiegel suchen.“ -1- Alice Miller meint damit auch, dass diese Art von frühkindlichem
Mangel im Angeschautwerden später dazu führen kann, dass aus diesen Kindern Meister im
Einfühlungsvermögen werden; insbesondere Psychoanalytiker, aber natürlich auch Psychologen oder
andere Profi- Versteher in allen sozialen Berufen. Manchmal sind die individuellen Bedürftigkeiten der Akteure
in sozialen Berufen tatsächlich hoch - das Helfersyndrom ist kein Mythos. Dass die innere Intention zu helfen
auch einem persönlichen Bedürfnis entspringen kann, bleibt meist im Unbewussten. Menschen mit einer
"inneren Mission" können viel bewirken, aber auch viel blockieren, da dieser innere Stachel immer in ihre
Absichten hinein spielt und im Umfeld Widerstände hervor ruft. Aber natürlich existieren wir auch sonst als
Erwachsene dadurch, dass wir von Anderen gespiegelt werden. Das zeigt sich in Untersuchungen -2- von
Schlaganfallpatienten, deren Gesichtszüge teilweise gelähmt blieben. Nicht selten setzt danach eine soziale
Isolation ein, da Emotionen sich nicht mehr im Gesicht darstellen lassen- es bleibt maskenhaft für den
Gesprächspartner. Die Patienten können das emotionale Feedback nicht mehr oder nur bedingt leisten. Das
ist für Gesprächspartner häufig kaum zu ertragen; wir hängen einfach zu sehr davon ab, bestätigt zu
werden. Diese ununterbrochene Feedback- Schleife, mit der wir durchs Leben gehen, bleibt weitgehend
unbemerkt. Wenn jemand auf unser Erscheinen, unsere Äußerungen, unsere Präsenz nicht reagiert,
sondern einfach wie eine Ding vor uns steht, verunsichert uns das, selbst wenn wir wissen, dass es sich um
einen Patienten handelt und dass er nicht reagieren kann. Wir baden in einem Meer von emotionalen
Feedbacks, denn daraus konstituieren wir uns, dadurch fühlen wir uns, dadurch sind wir angenommen und
angekommen. Der Philosoph Maurice Merleau-Ponty beleuchtet das Thema und Dilemma mit dem Satz: „Ich lebe im Gesichtsausdruck des anderen und fühle, wie er in
meinem lebt.“ -3Es ist schon auch ein Akt der Emanzipation, nicht restlos in das Geflecht unserer Spiegelungen verwoben zu sein, einen freien Blick und etwas Entzug zu bekommen von
dieser Sucht nach Bestätigung. Hilfreich dabei ist u.a. meditatives Arbeiten, da man bei dieser Betätigung zunächst keine Feedbacks erhält. In gewisser Weise steht man
nackt vor etwas, was wir darum als Leere empfinden, weil dies ein Reich ohne Spiegel ist. Die Erfahrung der Leere ist ein notwendiges Durchgangsstadium in der meditativen
Arbeit. Es gibt nicht einmal mehr körperliche und biologische Rückmeldungen. Der Gedankenfluss steht still. Niemand bestätigt uns, niemand schaut uns an. Wir sind
konzentriert, aber ohne Inhalte, ohne Ziel, ohne Das. Da wir Spiegelwesen sind, ist das ein Moment am Abgrund. Ohne ein Das sind wir, so wie wir sind, einfach nicht mehr
existent: „Jede Erhöhung der Erfahrungsebene stellt die Seele vor ein Nichts oder einen Abgrund, weil sie im nächst höheren Gebiet zunächst nicht strukturieren, das heißt

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was dieses Schweigen übersteht. dass hinter ihnen nicht physisch-stoffliche Ursachen. wenn z. sondern sich selber trägt. d. sind sich aber nicht bewusst. in der Wahrnehmung des Anderen. Es wird leichter. Wenn die Ausweitung auf das Kehlkopfchakra gelingt.Eine weniger visuell ausgeprägte Wahrnehmung fasst Gedanken als komprimierte. dass man sich ihrer bedienen kann und dass man durch ihren Gebrauch in eine höhere Welt wirklich eintritt. Das bringt ungeahnte Energien mit sich. Leidet sie dann vielleicht. wird von der neuen höheren Welt so sprechen können. dass so viel und gern. inmitten der Bedingtheiten keinen Wechsel kennt. wenn es um meditatives Erleben geht. Intuition in die Ambitionen Anderer und Formulierungsfähigkeiten für „im Raum Stehendes“. formfreie Konzentration. was hier mit Wärme.de/autoren/styled-20/styled-59/index. um dessen gewahr zu werden. wie später noch dargestellt werden soll. die eine charakteristische.im Spiegel des Teams. um die ungeteilte Aufmerksamkeit zu erfahren und uns selbst in ihr.oder Farbenwirkungen bezeichnet. welche man von dieser Welt erhält. Wir stecken als Menschen nicht fest. vom Gewohnheitsleib und der gewachsenen Persönlichkeitsstruktur. „im Leib“ zu sein. entwickelt sich mit der Zeit das Denken „zu einem Wahrnehmungsorgan für das Lebendige.Aber dort.“ -7. Es ist ja nicht so. Nicht zuletzt beginnt an diesem Punkt auch eine Kultur der Selbst-Evaluation im Sinne von Supervision. die unwillkürlichen Rückmeldungen zeitweilig abzustellen. vom Stirnbereich über den Kehlkopf. entspringt den dauernden Rückmeldungen unserer Sensorik . Unmittelbar mit dem Prozess verbunden ist die Empfindung einer situativen Lösung vom persönlichen Gewordensein.was z.oder Kälteempfindungen. Die Eindrücke. Das Sich. Das meditative Leben vertieft sich. fielen um. Dann werden innere Kraftstrukturen.etwa in Bezug auf die körperliche Oberfläche und ein gewisses leibliches Selbstempfinden. Eigenbewegungs. Das Erleben ist aber auch bei denen. weil wir in unsere Spiegelungen so verstrickt sind. Man nennt diese Kraftzentren Chakren. Die Bindung und Bannung unserer eigentlich freien Aufmerksamkeit durch das körperliche Gefühl zersplittert diese und verhindert die freie. der Schwere und Leichte. Wir sind „die geistige Welt". sondern seelisch-geistige stehen. in dem man die eine oder die andere entwickelt hat. wenn keine Bilder widergespiegelt werden? Nein. vor allem Lebens-. Gruppen um Lösungsmöglichkeiten in konkreten Situationen ringen. Vordergründig ändert sich aber zunächst – primär bemerkbar. Es gibt zahlreiche spirituelle Bewegungen und Organisationen. Wir müssen durch diesen Nullpunkt hindurch. der in der Praxis aber durchaus diskontinuierlich verlaufen mag – manchmal auch chaotisch.“ -4. der Bilder widerspiegelt. Wenn der Spiegel dies tut. Denn wie solche erlebt er sie. Erst dann kommen wir zur Erfahrung des "unberührbaren Wesens" oder der Reinheit des „Spiegels“: „Die Selbst. was keiner Bestätigung bedarf. ändert nichts an seiner Klarheit. Politik und Bildung sind mögliche technische Grundlagen für das sich entwickelnde lebendige Denken im Rahmen sozialer Verantwortung. Wer imaginativ erkennt. das keinen Einwirkungen ausgesetzt ist. An diesem Punkt kommt ein deutliches Willenselement in die Entwicklung hinein. strahlende. die die Dekonstruktion des Alltags. dass er die Eindrücke als Wärme. aber sich in diesem Selbstgenuss auch erschöpfen. das entspräche der Sinneswahrnehmung durch den Tastsinn…“ -8In diesem Fall erlebt man sich nicht mehr im Leib. dass man sie hat. sich entfaltende Denkbezüge auf.und Tastsinn. gleichen in mancher Beziehung noch denen der physisch-sinnlichen.ein flüssigeres. was an uns Kraft und leerer Wille ist. keineswegs.leibliches Empfinden bedingen. in einem dynamischen Prozess.durch konzentriertes Üben zu überwinden.html 2/5 . Viele – vor allem junge Menschen.“ -9Die Entfaltung der Chakren steht damit an der Nahtstelle zum imaginativen Erkennen und – wie dargestellt werden soll.B. intuitiv festzustellen. Das ist ungenau. Licht. Kommunikation und Teamentwicklung. in Kontexten. dass es sich um eine beginnende innere Bewegung im Bereich des Stirnchakras handelt. am Abgründigen. die in sich bereits stimmig sind.egoisten. Man fühlt. Wir bemerken diese Unterströmungen zunächst nicht. Im Meditativen geht es darum. lebendigeres Denken. leidet dadurch in irgendeiner Weise seine Klarheit? Nein.das Verhältnis zur eigenen Leiblichkeit. innerlich sich bewegende Bilder oder Folgen von Bildern. die verdünnte Aufmerksamkeit – das Alltagsbewusstsein .Selbstempfinden. im Empfinden der Qualität des Lichts. weiß man auch. ist das. intimer Entwicklungsschritte. ihnen zu folgen und sie formulierbar zu machen.im Mitvollzug systemischer Prozesse in Natur. Sollten wir tatsächlich fest stecken . Meist ist ein visuelles Empfinden prägnant. Offenbar gibt es eine Reihe von technisch funktionellen Selbstbeglückungsmechanismen. ja einen regelrechten Starkstrom von reiner Kraft. Aber es gibt auch eine Neigung zu einer Wahrnehmungsart. da nun auch eine Gerichtetheit der freien Kräfte möglich wird. die an diesem Punkt erst den Beginn einer ernsthaften geistigen Arbeit sehen. Weshalb nicht? Weil die Verwendung des klaren Spiegels keinen Einwirkungen ausgesetzt ist und seine Spiegelfläche dadurch nie verdunkelt wird. Ton. Teams. Ob Bilder widergespiegelt werden oder nicht. aber auch die wachsende Evaluationskultur in Wirtschaft.“ -11Der Prozess der damit angedeuteten spirituellen Metamorphose vollzieht sich in mehreren um der Systematik willen einzeln dargestellten Schritten zur Entfaltung der Chakren. würden ohnmächtig oder würden uns durch eine epileptische Entladung befreien. Die Empfindung. In dem Zeitpunkte. Das Internet mit seinen Möglichkeiten zur permanenten Abstimmung. in dem sich der Einzelne befindet. universelle Struktur besitzen.und mit schmerzlichen Selbsteinsichten verbunden sein muss. Er ist sich aber bewusst.daraus meditativ befreien würden.in einem Ausnahmezustand . das aber nicht mehr mit den eigentlichen Körpergrenzen kongruent ist: „Die Ätherkräfte können als reine Kraftimpulse erlebt werden. für Ätherkräfte“ -6-. die bislang eher punktuelle Konzentration http://www.und die zwanghafte „fortwährende Kommentierung von Denkergebnissen durch die fühlende Seele“ -5. Wahrnehmung des Ätherischen Wenn das Bedürfnis lebendig geworden ist. Leben und in Klarheit entspringt. Diese Befreiung gelingt schrittweise und ist spürbar in der Aktivierung der wesentlichen Chakren. indem man sich in einem meditativen Strom mitgenommen fühlt. ja selbst in dem Nachfahren der Gebärde einer Pflanze leben wir dauernd „in der Welt“. glänzender Spiegel. innere Räume.h. keineswegs.Lotosblumen 19. in welche Richtung sich soziale Dynamiken entwickeln.oder Wortwahrnehmungen. Im gleichen Maße wachsen multiperspektivische Denkaktivitäten. die mehr die unteren Sinne aktiviert.B. also durch die „unteren Sinne“. die Identifikation mit dem leiblichen Sein zieht einen Großteil unserer Aufmerksamkeit auf sich. dynamische Energien erfahren. Im Folgenden werden wir einige Zugänge dazu skizzieren. die etwas wie ein quasi. sehr unterschiedlich ausgeprägt. die an diesem Punkt ansetzen können. Parteien. dass wir einerseits im Leib „steckten“ und uns dann . dass diese Wahrnehmungen in der imaginativen Welt etwas anderes ausdrücken als in der sinnlich-wirklichen. Rudolf Steiner belegte sie auch mit einem anderen Terminus: „Die Lotusblumen werden an dem astralischen Leibe bewusst. Mit der Aktivierung des Herzchakras beginnt das Erleben ungeteilter Aufmerksamkeit und existentiell strömender Energien.Natur ist wie ein klarer. sondern man erlebt Kraftzentren und Dynamiken am Leib. Im Wahrnehmen des Gleichgewichts. etwa in Form von Wahrnehmung des Ätherischen „als leuchtende. Das.empfinden eine gewisse Loslösung im Bereich des Kopfes.einer Betrachtung persönlicher.09. Meist fließen die gewonnenen Möglichkeiten in soziale Tätigkeiten.verlören wir Gleichgewicht und Selbstgefühl. von leibfreier Erfahrung gesprochen wird. vom Herz bis hin zum Nabel -10-.Ichs propagieren. wird diese frei schweifende Potentialität allmählich weiter konzentriert und fokussiert. Die Loslösung von den Rückmeldungen der Körpergrenzen gelingt wohl erst ganz auf der Ebene der Nabelkraft. in das Wahrnehmen und Entfalten kommunikativer und systemischer Prozesse. Das Erlebnis des Leibfreien Mich wundert immer etwas. aber an dieser Stelle statt weiterer Forschungsarbeit eine ansonsten positivistische Erleuchtungsmetaphorik anhängen. Die erste echte Loslösung von Rückmeldungen der Körperlichkeit wird erlebbar. entspringt zugleich das. Weshalb nicht? Weil dasjenige. Er erkennt.2014 unterscheiden kann. durch bestimmte Medikamente künstlich erzeugt werden könnte . sondern justieren uns als Welt-Leib-Wesen dauernd neu.

Es ist eine Projektionsfläche. mischt sich mit der Sicherheit. sondern projizieren unsere Körpergrenzen auf das Gefährt. was man geschaffen oder aus sich heraus gebracht hätte. aber sehr wohl begrenzt und gehalten von bindenden Kräften aus dem Bauchraum und von den Händen her. dass weder Herz. weniger eine Orientierung nach Oben oder Unten. in Bezug auf den Willen von einem Gralsgeschehen sprechen. man ist ganz und gar präsent. Es ist deutlich.in konzentrierter Improvisation. „in dessen Willen wir unser ganzes Sein stellen. wie die letzteren durch eine Kraft auseinandergetrieben werden. Hier erst haben wir die Kraft. Man kann aus „moralischer Phantasie“ heraus handeln. den man sonst nur in Wirkungen kennt. endlich nicht in einem zersplitterten. mit bei ihm unvermeidlichen Erklärungen („Es bedeutet: Das Weltdenken“. was nur persönlich ist. etwas fühlen. Das Glück.de/autoren/styled-20/styled-59/index. in dem die Quellen entspringen. Unseren eigenen Körper empfinden wir nicht. im Kehlkopf. wie sie sich vorher http://www. der verdichtete Wille. Man ist nur dahin zurückgekehrt. wie schon erwähnt. nüchternes Glück.relativ zum Straßenrand. einen Strom in den Händen und Armen und an der ganzen äußeren Körperoberfläche. Dabei schauen wir nicht nur in jede Richtung.egoisten. durch die Aufsplitterung der Aufmerksamkeit: „Während vorher die IchKraft wie verdünnt in die vielfältigen Seelentätigkeiten hinausfließt und in dieser Verdünnung wie schläft. dass etwa die Helle des Stirnbereichs sich mit dem Tastend. Aber gehen wir noch etwas auf die eigentliche Erfahrung ein. wenn man diese Konzentrationsübungen einige Wochen energisch fortsetzt. dass die Wirksamkeit der Chakren sich bündelt. Bildlich ausgedrückt könnte man im geschilderten Prozess.Lotosblumen 19.“ -15In Bezug auf das Nabelchakra deutet Rudolf Steiner einen weiteren Entwicklungsschritt an.“ -16Heute werden wir solche Übungen bei Bedarf nach eigenem Geschmack. Wenn der Strom eine gewisse Stärke erreicht hat. auf dessen anderer Seite neue Dynamiken entspringen. wird in der meditativen Erfahrung zur entgegengesetzten Bewegung: Es geht hier um die inhaltsfreie Fokussierung. die kühl und in unnachahmlicher Aufrechte und Gerechtigkeit nach vorne weist. aber wir waren faktisch bislang abgelenkt.html 3/5 . das Herzchakra lässt sich vielmehr u. formfreie Energien zu begleiten. man lasse sie dann auseinandergehen. ohne feste Struktur. dass er Raum für ein geistiges Geschehen bildet. wo es zur lebendigen geistigen Erfahrung kommt.“) Sie fühlt („sich dabei zu konzentrieren auf das Herz.1908 ist Rudolf Steiner immer wieder auf einen Übungskanon zur Entwicklung der Chakren eingegangen.festhalten kann man ihn nicht. die Chakren. zur Einstimmung ins Quellende. in dem die geistige Erfahrung stattfinden kann. in den Strom.auch in Bezug auf die Kraftpunkte unserer erweiterten Leiblichkeit. Das Auto wird zu unserem Leib.Empfindenden des Herzstroms im Willensartigen des Kehlkopfs mischt. der Nabelpunkt hingegen ist über die ganze Körperoberfläche erweitert. sonst wäre die zerstreute Aufmerksamkeit gefährlich verengt.“) Er will („konzentriere sich dabei auf den Nabel.sind wir in der Formlosigkeit.bei gleichzeitiger Beanspruchung und Wahrnehmung auch beim Autofahren erleben.im Sinne von Wegmarken in einer verschneiten inneren Landschaft.etwa.Zurücknehmen eine Art innerer Bühne schafft. Das Zusammenwirken der Chakren führt dazu. In schwierigen Situationen. In der Praxis ist anzumerken.“) -13Teilweise waren diese Übungen verbunden mit Anweisungen zur Regulierung der Atmung. in der Leere. der Bereich der Potentialität. der aus dem Rücken kommt. Andererseits nimmt er auch die Erfahrung schildernd vorweg. Sie sind immer da. das heißt. als ein extremes Beispiel für das viel beschworene Alltagsbewusstsein. dies ist der Bereich. Die eigenen Intentionen stehen hinter der intuitiven Wahrnehmung des Willens aller Beteiligten zurück. hier.) und mit Anregungen für den Lebensstil: „Alkohol ist absolut zu meiden. am Rande dieses Kraftstroms zu leben. man muss den Eindruck erhaschen .— also in den Jahren 1906. Es muss ganz von selbst eintreten. kehrt sich so um. dem fließenden Verkehr und unserer Geschwindigkeit. Es ist ganz offensichtlich.. es ist willenhaft. annähernd Gestalthaftes im Kraftraum auf . Die Übungen laufen nach dem Muster Ich bin („sich zu konzentrieren auf den Punkt an der Nasenwurzel. der fluktuierend. so dass ein Agieren aus der geistigen Präsenz heraus möglich wird. Zum damaligen Zeitpunkt wurden die Übungen als eine Art individuelles Paket an Schüler von Rudolf Steiner persönlich gegeben. als Kraft zwischen den Handinnenflächen erleben. Man hält die Hände so. nimmt sich im gleichen Maß zurück. bauen sich Gesten. Beim Konzentrieren auf Arme und Hände wird man fühlen. Der Wille ist hell und gefühlvoll zugleich.“) Es denkt („sich zu konzentrieren auf den Kehlkopf. zunehmend den ganzen Alltag durchziehen und ständig als Hintergrund.2014 wird zuerst im Rahmen der meditativen Arbeit dauerhaft. in der sie den Verlust von Identifikation mit Seeleneigenschaften erst bemerken kann. um das Durchgehen durch einen Nullpunkt. indem er schreibt. zerstreuten und insofern illusionären Bewusstsein zu leben. Vegetarische Kost nicht unbedingt. Willen. real.B.a. Das sonst zerstreute eigene Wesen ist in diesen Strom wie eingefaltet und verdichtet. Die Trübung entsteht. Das Alltagsbewusstsein ist demgegenüber eine Form von Amnesie oder zeitweiliger Zerstreutheit.. Die Gebärde ist sprechend und völlig transparent. sind auch flüchtig. Allmählich wird die Empfindung. Denken oder Fühlen zu unterscheiden. dass sie entweder gefaltet sind oder dass die Rechte über die Linke gelegt ist“ -14-. Die auf das Entschiedenste fokussierte Konzentration.. bemerkt man die einzelnen Chakren so wenig.unser „Spiegel“ war getrübt. Aber solche Gestalten. dass man sich konzentrieren solle „auf seine beiden Arme und Hände. Aber gerade durch die transzendierte Präsenz bildet man diesen Kraftraum. Es entspringt ein geistiger Kraftraum vor dem inneren Auge. obwohl es dabei lediglich um den Beginn geistiger Entfaltung geht. sich vor allem in Höhe des Kehlkopf ballt und nach vorne strömt. ich kenne z. Stil und Umständen gestalten. auf die man sich konzentriert. Die „Hauptübungen“ Rudolf Steiners in Bezug auf die Entfaltung des Herzchakras bestehen einerseits aus konkreten Anordnungen. dass die Nuancen der Erfahrungen an diesem Punkt unterschiedlich sein können. das Gefühl. die im Sich. sich quasi jetzt erst richtig empfindet. aber keinesfalls in einem Nichts. Es ist ein trockenes. sondern ganz zu sein. Jenseits der Rückmeldungen unserer biologischen Entität – im „Leibfreien“. wenn man die esoterische Literatur studiert. Ohne dass eine bestimmte Schwelle oder ein Übergang erlebbar wäre. wird das Schweigen sprechend..“ -17Wir können diese Vielfalt – diese Verdünnung. Einfaltung Dort. dass es keinen Sinn mehr macht.09. Was im Straßenverkehr die Diversifikation unserer Aufmerksamkeit genannt werden kann. dass im „Er will“ „Gott“ gemeint sei. doch förderlich“. teil zu haben an etwas Realem. Man weiß ja: Das kann man nicht verlieren. gibt damit aber auch klare Richtungsanweisungen in Bezug auf das meditative Geschehen: „Man wird. im Nicht-Orthaften fallen sie vollkommen zusammen und werden zu einer einzigen Kraft. dessen Außenmaße unsere Körpergrenze einnimmt.etwa eine Gebärde. In frühen „Anweisungen für eine esoterische Schulung“ 12. sondern eher einen Strom in der Waagerechten.Strömen bemerkbar sein. wie man sich der Sinnesorgane bei der Wahrnehmung im Alltag bewusst wird. können aber sehr hilfreich sein . gemischt mit diesem Realismus. der Ausdruck reinen Willens.. die Steiner gibt. in Konflikten oder in scheinbar ausweglosen Konstellationen lässt man etwas los. es ist nichts. also an der Nasenwurzel. Die konkreten Beschreibungen zu den dabei auftretenden Erfahrungen. auf die Rudolf Steiner später völlig verzichtete. die sich entfalten. der absieht von allem. sie werden transparent. gewinnt sie jetzt eine Konzentration. der Kraft folgen.oszillierend wirkt.noch Nabelchakra erwartungsgemäß als bestimmter Punkt erlebt werden. Im Gegenteil. woher dem man stammt und in was man wieder eingehen wird. an den Stellen. aber man suggeriere sich dies nicht.

Vielleicht erlebt man das als ein Scheitern. denn es ist der Wille zum Leben. entspringt in ihrer Mitte der Strom. und es verbirgt sich. prall voll von erkennendem Schaffen. Aber wenn er ein Lebensstrom ist. Widerständen. sondern etwas. um aus dieser Region heraus zu kommen. ein Einswerden mit derselben. leeren Kosmos. auch. Freude und Anteilnahme wird den Schüler der Geisteswissenschaft zum offenen Gesprächspartner machen. die die Welt und auch uns selbst im Innersten bewegt. zu einer Schale. dass man ein Teil von ihm ist. um im Bild zu bleiben. sondern eine Erfahrung-. wie man wahrgenommen wird.“ -21Diese Erfahrung wird mit der prozessualen Entfaltung der Chakren begonnen und begleitet.eine kosmische Freigiebigkeit und Güte. die diesen geistig.Lotosblumen 19. eine geistige Welt mit Wesen. Dazu gehört auch die Bedürftigkeit der Helfer in sozialen Berufen.visuelles Äußeres hinein. was man aus sich selbst heraus bilden könnte. die Erleuchteten und die seelisch Umtriebigen. Vor der Klärung dieser schmerzlichen Sachverhalte hat man nicht die notwendige Neutralität und emotionale Ausgewogenheit. um das Entspringen der Fülle erleben zu können. als eine scharfe biografische Zäsur. Das ist natürlich bis zu einem gewissen Grad auch möglich. unsere Prägungen und Verletzungen. sich die Dinge angenehm hinzulegen. Hier hausen die Propheten. Durchhalteparolen oder gar Selbstverachtung zu reagieren. Nicht nur. http://www.es ist ein zwangsläufiges Nebenergebnis der inneren geistigen Differenzierung. die jenseits dessen liegen.natürlich ist es kein Ort. dieser Quell entspringt in jedem Menschen. Ihr Kennzeichen ist die Bedeutsamkeit.09. gestaltenden Strom jenseits der Erscheinungen und Formen.egoisten. Zugleich ist mit der Entdeckung der Quelle auch eine Erfahrung des eigenen.und zwar von einer fiktiven.und Endpunkt der Entwicklung macht. wenn es erscheinen soll. Wer an sich festhalten möchte. an der wir teilhaben dürfen und der wir als Wesen entstammen: „Das wahre Ich will nicht gesucht sein. damit sie nicht weh tun. Ausgedachtes. in der viele Illusionen aufkommen können. Wer meditativ tätig ist. und weiß.durchaus nicht unbedingt umfassend . gäbe es nur in der Form von geistig.hinter sich gelassen hat. spürt man. aber auch Fähigkeiten haben wir uns in bestimmter Weise entwickelt. erleben zu können: „Du bist Quelle“ -18-. man gieße innere Erlebnisse in ein quasi. Man erkennt. der Assoziationen und Gefühligkeiten verharrt sie in reiner Erwartung. nicht leibgebundenen Ich verbunden: „Die Ich-bin-Erfahrung ist immer die Erfahrung des formfreien Wesens. Zumindest erkennt man. sehr wohl aber um den kritischen Blick auf uns selbst. Daher muss das wahre Ich wie ein fremdes Wesen gefunden werden.keinesfalls aber zu einem belehrenden. Man sieht sich zunehmend so. der die eigene Erleuchtung zum Mittel. Und Liebe ist die Hingabe des eigenen Wesens an das fremde Wesen. Es gibt eine weite und verbreitete Sphäre.html 4/5 . Man ist so weit frei von sich selbst geworden. Man kann diese Entwickelungsstufe als „Einswerden mit dem Makrokosmos“ bezeichnen. Dort. Es wird behauptet. da sie ganz individuelle Züge tragen. wenn es gesucht wird. und sie hat von Anfang an auch den Charakter einer spirituellen und moralischen Kraftentfaltung. Man kann das zweifellos übersehen und sich festhaken in dem oben beschriebenen spirituellen Positivismus. Er ist hell. Er weiß ja.werden bedeutet.2014 eingefaltet hat. ist nichts Abstraktes. trotzdem (man) sich in seiner vollen Selbständigkeit empfindet. In ihm finden wir wieder und entdecken uns zugleich neu. Er findet auch nicht nur in unserem Inneren statt. ist das Aufspringen von Quellen. Leibfrei – d. ja er ist die tragende Kraft jeder Existenz. Man kommt nur hier hin . manchmal auch zu sehen glauben. Ein Zipfel freien Blicks reicht ja. frei von Formen . Das Erwachen besteht auch darin. Schon dabei wird es immer schwerer. nicht mit Abwehrmechanismen. man bringt ihn nicht hervor.“ -20Der "schaffende Weltenwille". was ihm geblieben ist. Man kommt an den Punkt. Dazu gehört zum Beispiel die verbreitete Vorstellung. die spürbar Natur und Welt durchdringt und mit Geist und Sinn erfüllt: Man „fängt an. aber auch Idealen geworden. Hier gibt es nichts als reinen Willen. Man würde dann in einer glorifizierten Selbstbespiegelung verharren und fühlte sich selbst als Mittelpunkt eines einsamen. dass man auf Eis steht und dass darunter ein Strom fließt. wird in Zukunft mit gesteigerter ideologischer und weltanschaulicher Wucht das verteidigen. dass man den Blick und das Gespür für ihn hat. Wer an das in sich selbst Sakrosankte nicht rühren kann oder will – es schlichtweg nicht erträgt-. Das illusionäre Zwischenreich erstickt an der eigenen Selbstbezüglichkeit. dass man dieses Einswerden nicht so zu denken hat. der mit der Entfaltung des Herzchakras zusammen hängen. wie sich zeigt. Denn es wird nur in der Liebe gefunden.“ -19- Weltkraft Güte Der Strom hat bestimmte Charakteristika. erstarrt an einer Stelle der skizzierten Entwicklung. die nur anzudeuten sind. in gewisser Weise fertig ist. wenn man die Selbstkonstruktionen und -bespiegelungen ein Stück weit . was in seiner Entfaltung personalen Charakter hat.man kann sich nicht immer weiter „selbst entfalten“. die am Anfang dieses Textes thematisiert wurde. sich wie mit dem ganzen Weltenbau verwachsen zu fühlen. Sie wird. Man kann ihn unter den Füßen vibrieren fühlen. trägt er in sich auch die Eigenheit. ist notwendig dialogisch ausgerichtet. dass er der Grund des Schaffens und Bewusstseins ist. die sie sich selbst verleihen. um über den Tellerrand zu schauen. gibt es Hindernisse. dass man die „Konstruktionsprinzipien“ dieser Person erkennt. wird zwar daraus Kraft schöpfen. Gerade im Übergang zu den zunächst nur zu erahnenden Dynamiken des inneren Kraftstroms.Projektionen -. Positivismus ist eine Art.auf der Ebene der Ego. Wer aber „schaffenden Weltenwille“ auch nur anfänglich in sich erlebt hat. aber ohne die eigene Wesenheit zu verlieren. die eigene Großartigkeit und Einzigartigkeit fest zu halten. was sich selbst verschenkt. sind zu einer bestimmten Person mit Standpunkten. ganz im Gegenteil. die man selbst früh – vielleicht schon in der späten Jugend. was das „Gewordene“ an einem selbst ist.seelischer Projektion. Durch unsere Erfahrungen. Die illusionäre Selbstbespiegelung Natürlich gibt es einen Positivismus auch innerhalb der anthroposophischen Bewegung. sondern ist eine Kraft. Der immer neu entspringende Quell der Aufmerksamkeit.mit idealistischen Leitmotiven übertüncht hat. auf Selbstverteidigung getrimmten Monolithen. das Bejahen dessen. Aber die Leere ist kein Zustand. Man sieht schlichte egoistische Antriebe. konstruktiv zu sein. wo der Blick frei wird. dass es sich an diesem Punkt des Erkenntnisweges um ein existentielles Problem handelt.den schaffenden. Was nun (vielleicht) geschieht. die der Weltkraft Güte folgt. Man braucht eine gehörige Portion Selbstdistanz. aber man erschafft es nicht. Die Orientierung. kennt die Magie des Wünschens ganz gut. dass man mit dem. Man bildet es auch aus: Verschnupfte und verzettelte Esoteriker mögen das. Empfindens und Strebens nun klar vor Augen hat. was sie sich wünschen. Vor dem Eintreten in den Strom steht immer eine eingehende kritische Selbstbeschau. Solange man haftet und versucht.h. Mit der Zeit aber wird die Luft klarer und der Blick frei. ein Überblicken der ganzen eigenen Biografie. Es geht keinesfalls um Selbstkasteiung und lustvolles Leiden. Wenn die Leere halbwegs vollbracht und ausgehalten wird. Man nimmt sich das nicht vor.ätherischen Innenraum bildet. Vielleicht geht es nicht immer ohne Blessuren ab. Gerade unter den sakrosankten persönlichen Idealen verbergen sich deutlich erkennbar simple Motive. neutralen Außenwarte aus. in dem unser eigener tiefster Wille völlig aufgehen kann. als wenn durch dasselbe das Sonderbewusstsein aufhören und die menschliche Wesenheit in das All ausfließen würde. in dem wir uns finden. Auch der Strom ist nicht frei davon. Jenseits der Wünsche. Dann aber bliebe man auf einem toten Gleis stehen und nähme nicht teil an der verwandelnden Kraft dieser Güte. Natürlich muss man sich mit der Leere konfrontiert haben. Man wird die eigene Position verklären und womöglich ein Alleinvertretungsrecht für bestimmte spirituelle Fähigkeiten behaupten. Man macht sich in dieser Hinsicht eben etwas vor und bringt unbemerkt einen Popanz in sich hervor. Es ist bedeutsam. aber keine Sicherheiten und perseverierenden Positionierungen gewinnen. was aufbaut. ist er doch nicht jenseits von Wissen und Erkennen. Es drückt sich in ihm ein Wille aus. um in den Strom eintreten zu können. dass man die ganze schlichte Struktur eigenen Wünschens. Nein. die wirken und wollen. In der Feld-Wald-und-Wiesen-Esoterik macht man manche Mücke zum Erzengel. Man könnte die Weltkraft Güte unter dem Eis lassen. Man sieht sehr klar gute und schlechte Ausgangsbedingungen und was man daraus gemacht hat. sondern ein Durchgangsstadium. Von nun an hat man teil daran.de/autoren/styled-20/styled-59/index. Es ist diese Empfindung ein Aufgehen in die ganze Welt. bildet man sich alles Mögliche ein.

37 17 Dorian Schmidt. 36 ff 14 Anweisungen. Methodische Grundlagen zur Erforschung des Lebendigen. S. GA 84. s. s. 293 In einer gekürzten Version 2013 in Die Drei erschienen © 2014 Michael Eggert Kontakt http://www.4. Auch einzelne anthroposophische Autorinnen wie Heide Oehms gehen deutlich über den hier ausgeleuchteten Bereich hinaus 11 Suzuki in: Kühlewind. die es verloren haben. S. Die Geheimwissenschaft im Umriss. 37 16 Anweisungen.. s.u. 54 f 18 Georg Kühlewind. 52 6 Dorian Schmidt. s. Meditationen über Zen. S. Frankfurt 1979. 36 15 Anweisungen.u..Lotosblumen 19. Anweisungen für eine esoterische Schulung. Stuttgart 1999. S. Dornach 1977. Die Geheimwissenschaft im Umriss.u. S.1923. Stuttgart 2010. Stuttgart 1999. Licht und Leere. Stuttgart 2011.de/autoren/styled-20/styled-59/index. Naturgeschichte des Gesichts und unnatürliche Geschichte derer. Lebenskräfte..09. Dornach 1977.Buddhismus. 59 f 2 Jonathan Cole. 46 9 Rudolf Steiner. S. 46 7 Dorian Schmidt. 3 Als Widmung zitiert in Jonathan Cole. s. o. Thomas von Aquin und Anthroposophie. S. S. S. 1999 4 Georg Kühlewind. Dornach 1986 21 Rudolf Steiner. 24 20 Rudolf Steiner. GA 13. Steiner. Das Drama des begabten Kindes. 258 10 Andere spirituelle Schulen gehen deutlich anders vor. S. 77 12 R.Bildekräfte.O.egoisten. Thomas von Aquin und Anthroposophie. S.u. GA 13. S. In: Was wollte das Goetheanum und was soll die Anthroposophie?.2014 __________ Verweise und Anmerkungen 1 Alice Miller. etwa die von Sri Aurobindo. S.. 46 8 Dorian Schmidt. Über das Gesicht. Stuttgart 2011. 53 19 Georg Kühlewind. S.html 5/5 . S. Meditationen über Zen-Buddhismus. Licht und Leere. 71 5 Dorian Schmidt. 22. Dornach 1979 13 Anweisungen. S.u.