Die Leiden des jungen Werther (1774

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Von Johann Wolfgang von Goethe geboren am 28. 8. 1774, gestorben am 22. 3. 1832) * Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geiste und seinem Charakter eure Bewunderung und Liebe, seinem Schicksale eure Tränen nicht versagen. Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und laß das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen nähern finden kannst.

ERSTES BUCH Am 4. Mai 1771 Wie froh bin ich, daß ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des Menschen! Dich zu verlassen, den ich so liebe, von dem ich unzertrennlich war, und froh zu sein! Ich weiß, du verzeihst mir's. Waren nicht meine übrigen Verbindungen recht ausgesucht vom Schicksal, um ein Herz wie das meine zu ängstigen? Die arme Leonore! Und doch war ich unschuldig. Konnt' ich dafür, daß, während die eigensinnigen Reize ihrer Schwester mir eine angenehme Unterhaltung verschafften, daß eine Leidenschaft in dem armen Herzen sich bildete! Und doch - bin ich ganz unschuldig? Hab' ich nicht ihre Empfindungen genährt? Hab' ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur, die uns oft zu lachen machten, so wenig lächerlich sie waren, selbst ergetzt, hab ich nicht - O was ist der Mensch, daß er über sich klagen darf! Ich will, lieber Freund, ich verspreche dir's, ich will mich bessern, will nicht mehr ein bißchen Übel, das uns das Schicksal vorlegt, wiederkäuen, wie ich's immer getan habe; ich will das Gegenwärtige genießen, und das Vergangene soll mir vergangen sein. Gewiß, du hast recht, Bester, der Schmerzen wären minder unter den Menschen, wenn sie nicht - Gott weiß, warum sie so gemacht sind - mit so viel Emsigkeit der Einbildungskraft sich beschäftigen, die Erinnerungen des vergangenen Übels zurückzurufen, eher als eine gleichgültige Gegenwart zu ertragen. Du bist so gut, meiner Mutter zu sagen, daß ich ihr Geschäft bestens betreiben und ihr eh'stens Nachricht davon geben werde. Ich habe meine Tante gesprochen, und bei weitem das böse Weib nicht gefunden, das man bei uns aus ihr macht. Sie ist eine muntere heftige Frau

von dem besten Herzen. ich erklärte ihr meiner Mutter Beschwerden über den zurückgehaltenen Erbschaftsanteil; sie sagte mir ihre Gründe, Ursachen und die Bedingungen, unter welchen sie bereit wäre alles herauszugeben, und mehr als wir verlangten. Kurz, ich mag jetzt nichts davon schreiben, sage meiner Mutter, es werde alles gut gehen. Und ich habe, mein Lieber, wieder bei diesem kleinen Geschäft gefunden, daß Mißverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen, als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiß seltener. Übrigens befinde ich mich hier gar wohl, die Einsamkeit in meinem Herzen küstlicher Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und diese Jahreszeit der Jugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Maienkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können. Die Stadt selbst ist unangenehm, dagegen rings umher eine unaussprechliche Schönheit der Natur. Das bewog den verstorbenen Grafen von M.. einen Garten auf einem der Hügel anzulegen, die mit der schönsten Mannigfaltigkeit sich kreuzen, und die lieblichsten Täler bilden. Der Garten ist einfach, und man fühlt gleich bei dem Eintritte, daß nicht ein wissenschaftlicher Gärtner, sondern ein fühlendes Herz den Plan gezeichnet, das seiner selbst hier genießen wollte. Schon manche Träne hab' ich dem Abgeschiedenen in dem verfallenen Kabinettchen geweint, das sein Lieblingsplätzchen war und auch meines ist. Bald werde ich Herr vom Garten sein; der Gärtner ist mir zugetan, nur seit den paar Tagen, und er wird sich nicht Übel dabei befinden. Am 10. Mai. Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein, und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege, und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! wenn's dann um meine Augen dämmert, und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehne ich mich oft und denke: ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! - Mein Freund - Aber ich gehe darüber zugrunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen. Am 12. Mai. Ich weiß nicht, ob täuschende Geister um diese Gegend schweben, oder ob die warme himmlische Phantasie in meinem Herzen ist, die mir alles rings umher so paradiesisch macht. Da ist gleich vor dem Orte ein Brunnen, ein Brunnen, an den ich gebannt bin wie Melusine mit ihren Schwestern.

Du gehst einen kleinen Hügel hinunter, und findest dich vor einem Gewölbe, da wohl zwanzig Stufen hinabgehen, wo unten das klarste Wasser aus Marmorfelsen quillt. Die kleine Mauer, die oben umher die Einfassung macht, die hohen Bäume, die den Platz rings umher bedecken, die Kühle des Ortes; das hat alles so was Anzügliches, was Schauerliches. Es vergeht kein Tag, daß ich nicht eine Stunde da sitze. Da kommen dann die Mädchen aus der Stadt, und holen Wasser, das harmloseste Geschäft und das nötigste, das ehemals die Töchter der Könige selbst verrichteten. Wenn ich da sitze, so lebt die patriarchalische Idee so lebhaft um mich, wie sie alle, die Altväter, am Brunnen Bekanntschaft machen und freien, und wie um die Brunnen und Quellen wohltätige Geister schweben. O der muß nie nach einer schweren Sommertagswanderung sich an des Brunnens Kühle gelabt haben, der das nicht mitempfinden kann. Am 13. Mai. Du fragst, ob du mir meine Bücher schicken sollst? Lieber, ich bitte dich um Gottes willen, laß mir sie vom Halse! Ich will nicht mehr geleitet, ermuntert, angefeuert sein, braust dieses Herz doch genug aus sich selbst; ich brauche Wiegengesang und den habe ich in seiner Fülle gefunden in meinem Homer. Wie oft lull' ich mein empörtes Blut zur Ruhe, denn so ungleich, so unstet hast du nichts gesehn als dieses Herz. Lieber! brauch' ich dir das zu sagen, der du so oft die Last getragen hast, mich vom Kummer zur Ausschweifung und von süßer Melancholie zur verderblichen Leidenschaft übergehen zu sehn? Auch halte ich mein Herzchen wie ein krankes Kind; jeder Wille wird ihm gestattet. Sage das nicht weiter, es gibt Leute, die mir es verübeln würden. Am 15. Mai. Die geringen Leute des Ortes kennen mich schon und lieben mich, besonders die Kinder. Eine traurige Bemerkung hab' ich gemacht. Wie ich im Angange mich zu ihnen gesellte, sie freundschaftlich fragte über dies und das, glaubten einige, ich wollte ihrer spotten, und fertigten mich wohl grob ab. Ich ließ mich das nicht verdrießen; nur fühlte ich, was ich schon oft bemerkt habe, auf das lebhafteste: Leute von einigem Stande werden sich immer in kalter Entfernung vom gemeinen Volke halten, als glaubten sie durch Annäherung zu verlieren; und dann gibt's Flüchtlinge und üble Spaßvögel, die sich herabzulassen scheinen, um ihren Übermut dem armen Volke desto empfindlicher zu machen. Ich weiß wohl, daß wir nicht gleich sind, noch sein können; aber ich halte dafür, daß der, der nötig zu haben glaubt, vom sogenannten Pöbel sich zu entfernen, um den Respekt zu erhalten, ebenso tadelhaft ist, als ein Feiger, der sich vor seinem Feinde verbirgt, weil er zu unterliegen fürchtet. Letzthin kam ich zum Brunnen, und fand ein junges Dienstmädchen, das ihr Gefäß auf die unterste Treppe gesetzt hatte, und sich umsah, ob keine Kamerädin kommen wollte, ihr es auf den Kopf zu helfen. Ich stieg hinunter und sah sie an. "Soll ich Ihr helfen, Jungfer?" sagte ich. Sie ward rot über und über. "O nein, Herr!" sagte sie. "Ohne Umstände." Sie legte ihren Kringen zurecht und ich half ihr. Sie dankte und stieg hinauf. Den 17. Mai. Ich habe allerlei Bekanntschaft gemacht, Gesellschaft habe ich noch keine gefunden. Ich weiß nicht, was ich Anzügliches für die Menschen haben muß; es mögen mich ihrer so viele und

Ach. muá ich dir sagen: wie überall! Es ist ein einförmiges Ding um das Menschengeschlecht. um es los zu werden. du bist ein Tor! du suchst. daß sie alle Mittel aufsuchen. die alle ungenutzt vermodern und die ich sorgfältig verbergen muß. Am 22. Da er hörte. anderthalb Stunden von hier. wenn ich sehe. weil ich alles war. Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit. die wieder keinen Zweck haben. Sonst sind mir einige verzerrte Originale in den Weg gelaufen. dem schärfsten Witze. wie alle Wirksamkeit dahinaus läuft. nach dem Tode seiner Frau. Ach. einen offenen treuherzigen Menschen. er ist ganz historisch. Wenn du fragst. da man sich die Wände zwischen denen man gefangen sitzt. wohin er. und dergleichen. Mai. das engt das ganze Herz so ein. deren er neun hat. den ersten Teil. wenn unser Weg nur eine kleine Strecke miteinander geht. ganz durchgelesen und besitze ein Manuskript von Heynen über das Studium der Antike. Auch war er fleißig. dessen Modifikationen. Guter Gott! blieb da einen einzige Kraft meiner Seele ungenutzt? Konnt' ich nicht vor ihr das ganze wunderbare Gefühl entwickeln. führten sie früher ans Grab als mich. er habe Sulzers Theorie. von de Piles zu Winckelmann. Wenn ich die Einschränkung ansehe. Nie werde ich sie vergessen. und dann. es soll eine Seelenfreude sein. was ich sein konnte. O Bestimmung des Menschen! Aber eine recht gute Art Volks! Wenn ich mich manchmal vergesse. ihn unter seinen Kindern zu sehen. kurz. was hienieden nicht zu finden ist. sich die Befriedigung von Bedürfnissen zu verschaffen. Er wohnt auf einem fürstlichen Jagdhofe. dünkt sich eben nicht weise. ist das Schicksal von unsereinem. ängstigt sie so. aber glaubt doch. eine Spazierfahrt.. daß ich sie je gekannt habe! .hängen sich an mich. alle mit dem Stempel des Genies bezeichnet waren? Und nun! Ach ihre Jahre. an einem artig besetzten Tisch mit aller Offen. er wisse mehr als andere. besonders macht man viel Wesens von seiner ältesten Tochter. daß ich viel zeichnete und Griechisch könnte (zwei Meteore hier zu Lande). daß die Freundin meiner Jugend dahin ist! ach. Vor wenig Tagen traf ich einen jungen V. ich habe das Herz gefühlt. . den fürstlichen Amtmann. wie ich an allerlei spüre. nie ihren festen Sinn und ihre göttliche Duldung. und da tut mir's weh. mit einer gar glücklichen Gesichtsbildung. nur muá mir nicht einfallen. Man sagt. die große Seele. manchmal mit ihnen die Freuden genieße. da ihm der Aufenthalt hier in der Stadt und im Amtshause zu weh tat.Ich würde sagen. von Batteux bis zu Wood. einen Tanz zur rechten Zeit anzuordnen.und Treuherzigkeit sich herumzuspaßen. mit dem mein Herz die Natur umfaßt? War unser Umgang nicht ein ewiges Weben von der feinsten Empfindung. aber ich habe sie gehabt. in welcher die tätigen und forschen Kräfte des Menschen eingesperrt sind. am unerträglichsten ihre Freundschaftsbezeigungen. das tut eine ganz gute Wirkung auf mich. und ich will ihn eh'ster Tage besuchen. und das bißchen. um zu leben. Ich ließ das gut sein. wandte er sich an mich und kramte viel Wissen aus. an denen alles unausstehlich ist. Er kommt erst von Akademien. Daß das Leben des Menschen nur ein Traum sei. an. wie die Leute hier sind. daß alle Beruhigung über gewisse Punkte des Nachforschens nur eine träumende Resignation ist. die sie voraus hatte. Er hat mich zu sich gebeten. und versicherte mir. ist manchen schon so vorgekommen und auch mit mir zieht dieses Gefühl immer herum.Und doch! mißverstanden zu werden. mit bunten Gestalten und lichten Aussichten bemalt . Noch gar einen braven Mann hab ich kennen lernen. die den Menschen noch gewährt sind. zu ziehen die Erlaubnis erhielt. als unsere arme Existenz zu verlängern. einen offnen Jungen. bis zur Unart. Leb' wohl! der Brief wird dir recht sein. das ihnen von Freiheit übrig bleibt. daß noch so viele andere Kräfte in mir ruhen. er hat hübsche Kenntnisse. in deren Gegenwart ich mir schien mehr zu sein als ich war.

so daß er ihm zu einer Art von Sessel diente. das Licht dieser Sonne noch eine Minute länger zu sehn. die mit ihren ausgebreiteten Ästen den kleinen Platz vor der Kirche bedecken. aus. daß diejenigen die Glücklichsten sind. wo Mama das Zuckerbrot hineingeschlossen hat. Wohl dem. und dahin lass' ich mein Tischchen aus dem Wirtshause bringen und meinen Stuhl. und alle gleich interessiert sind. ihre Puppen herumschleppen. ein Scheunentor und einige gebrochene Wagenräder bei. wann er will. sein Gärtchen zum Paradiese zuzustutzen weiß. weil er ein Mensch ist. Kaffee. das mich angezogen hat. und ungeachtet der Munterkeit.und Hofmeister einig. was du mir hierauf sagen möchtest. die ihren Lumpenbeschäftigungen oder wohl gar ihren Leidenschaften prächtige Titel geben. und wenn man oben auf dem Fußpfade zum Dorf herausgeht. und mit großem Respekt um die Schublade umherschleichen. Wilhelm. und wenn sie das gewünschte endlich erhaschen. und wie jene nicht wissen. Auch denen ist's wohl. Und da schwimmt alles vor meinen Sinnen und ich lächle dann so träumend weiter in die Welt. macht mich stumm. Es war alles im Felde. Das bestärkte mich in meinem Vorsatze. es mit vollen Backen verzehren und rufen: Mehr! . die gefällig und munter in ihrem Alter ist. und daß er diesen Kerker verlassen kann. der gegenüber stand. und was über alles geht. Ich fügte den nächsten Zaun. der so sein kann! Wer aber in seiner Demut erkennt.Das sind glückliche Geschöpfe. Ich gestehe dir gern. und mich dünkt. wer da sieht. Mich vergnügte der Anblick: ich setzte mich auf einen Pflug. als ich durch einen Zufall an einem schönen Nachmittage unter die Linden kam. ebenso durch Biskuit und Kuchen und Birkenreiser regiert werden: das will niemand gern glauben. und da mit aller Einschränkung zu herbergen. So vertraulich. sehr interessante Zeichnung verfertigt hatte. dem es wohl ist. womit er aus seinen schwarzen Augen herumschaute. mich künftig allein an die Natur zu halten. Scheuern und Höfen eingeschlossen ist.und anziehen. daß ich eine wohlgeordnete. so eingeschränkt er ist. und fand nach Verlauf einer Stunde. mir irgend an einem vertraulichen Orte ein Hüttchen aufzuschlagen. ohne das mindeste von dem Meinen hinzuzutun. etwa halbjähriges. mich anzubauen. wie artig jeder Bürger. Auch hier hab' ich wieder ein Plätzchen angetroffen. warum sie wollen. denn ich weiß. übersieht man auf einmal das ganze Tal. Die Lage an einem Hügel ist sehr interessant. . ganz ruhig saß. Ungefähr eine Stunde von der Stadt liegt ein Ort.Das alles. und wie unverdrossen dann doch auch der Unglückliche unter der Bürde seinen Weg fortkeucht. nur ein Knabe von ungefähr vier Jahren saß an der Erde und hielt ein anderes. fand ich das Plätzchen so einsam. so heimlich hab' ich nicht leicht ein Plätzchen gefunden. und ist auch glücklich. als in Darstellung und lebendiger Kraft. und bildet auch seine Welt aus sich selbst. Und dann. Am 26. und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier. vor ihm zwischen seinen Füßen sitzendes Kind mit beiden Armen wider seine Brust. Das erstemal. die gleich den Kindern in den Tag hinein leben. Man kann zum Vorteile der Regeln viel sagen. schenkt Wein. Daß die Kinder nicht wissen. Eine gute Wirtin. Ich kehre in mich selbst zurück. alles wie es hintereinander stand. Bier. ebenso wenig nach wahren Zwecken handeln. hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit. wo das alles hinausläuft. Mai. der ringsum mit Bauernhäusern. sind zwei Linden. darin sind alle hochgelehrten Schul. Du kennst von alters her meine Art. . trinke meinen Kaffee da. man kann es mit Händen greifen. woher sie kommen und wohin sie gehen. und sie dem Menschengeschlechte als Riesenoperationen zu dessen Heil und Wohlfahrt anschreiben. Sie allein ist unendlich reich und sie allein bildet den großen Künstler. und lese meinen Homer. den sie Wahlheim nennen.ja der ist still. und zeichnete die brüderliche Stellung mit vielem Ergetzen. daß aber auch Erwachsene gleich Kindern auf diesem Erdboden herumtaumeln.

und sie hatte mir kaum gesagt. und die Erholungsstunden widmet Eurem Mädchen. O meine Freunde! warum der Strom des Genies so selten ausbricht. Sie grüßte mich. Mai Ich bin. und was Euch von Eurer Notdurft übrig bliebt. meinem Philipps das Kleine zu halten gegeben. und habe darüber vergessen. ihn in ein Kollegium zu setzen. wie ich sehe. stand auf. und fragte sie. ganz in malerische Empfindung vertieft. dir auszuerzählen. Ich will meinem Hans (das war der Name des Jüngsten) ein Süppchen kochen zum Abende. nur müßt Ihr menschlich lieben! Teilet Eure Stunden ein. und indem sie dem Ältesten einen halben Weck gab. davon verwehr' ich Euch nicht. man rede was man wolle. sagte sie. der Große.ungefähr was man zum Lobe der bürgerlichen Gesellschaft sagen kann. Am 27. Ich unterhielt mich weiter mit dem Weibe. Gleichnisse und Deklamation verfallen. der in einem öffentlichen Amte steht. ob sie Mutter von den Kindern wäre? Sie bejahte es. und bin mit meinem Ältesten in die Stadt gegangen. dessen Deckel abgefallen war. das wahre Gefühl von Natur und den wahren Ausdruck derselben zerstören! Sag' du. Ich saß. . nur nicht zu oft. Wenn ihm nur kein Unglück widerfahren ist. die einen zur Arbeit. ein Mann. hat mir gestern das Pfännchen zerbrochen. der sich nach ihnen bildet. als er sich mit Philippsen um die Scharre des Breis zankte. und so schieden wir von einander. sagte sie. Tulpenbeete und Krautfelder zugrunde gehen würden. wird nie etwas Abgeschmacktes und Schlechtes hervorbringen. Und da käme ein Philister. die daher in Zeiten mit Dämmen und Ableiten der künftig drohenden Gefahr abzuwehren wissen. als er gesprungen kam und dem Zweiten eine Haselgerte mitbrachte. Es ward mir schwer. etwa zu ihrem Geburts. ihr ein Geschenk. um Weißbrot zu holen und Zucker. all sein Vermögen. die sich indes nicht gerührt hatten. Da kommt gegen Abend eine junge Frau auf die Kinder los. mit einem Körbchen am Arm und ruft von weitem: Philipps. mich von dem Weibe los zu machen. ihm einen Weck zur Suppe mitzubringen. denen ihre Gartenhäuschen. gab jedem der Kinder einen Kreuzer. beschneidet die geilen Reben etc. da ist er selbst hineingegangen. Berechnet Euer Vermögen. daß sie des Schulmeisters Tochter sei. nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann. um die Erbschaft eines Vetters zu holen. in Verzückung. und eure staunende Seele erschüttert? Liebe Freunde. um ihr jeden Augenblick auszudrücken. wenn sie in die Stadt ginge. und sagte zu ihm: Feiner junger Herr! lieben ist menschlich. und ich will selbst jedem Fürsten raten. ich höre nichts von ihm. und ein irden Breipfännchen. auf meinem Pfluge wohl zwei Stunden. ich dankte ihr. was mit den Kindern weiter geworden ist. so gibt's einen brauchbaren jungen Menschen. und auch fürs jüngste gab ich ihr einen. und daß ihr Mann eine Reise in die Schweiz gemacht habe. die dir mein gestriges Blatt sehr zerstückt darlegt. verschwendet alle sein Kräfte. nie ein unerträglicher Nachbar. das ist zu hart! Sie schränkt nur ein. der lose Vogel. dagegen wird aber auch alle Regel. da wohnen die gelassenen Herren auf beiden Seiten des Ufers. so selten in hohen Fluten herein braust. Ich fragte nach dem Ältesten.Guter Freund. bringt alle Stunden seines Tages bei ihr zu. . und erfuhr. Ein junges Herz hängt ganz an einem Mädchen. zu machen. Ich habe. mit seiner Kunst. . wie einer. Ich sah das alles in dem Korbe. daß er auf der Wiese sich mit ein paar Gänsen herumjage. Ein Mensch. nur mit seiner Liebe ist's am Ende. Folgt der Mensch. der sich durch Gesetzte und Wohlstand modeln läßt. und wenn er ein Künstler ist.Sie haben ihn drum betriegen wollen. und ihm auf seine Briefe nicht geantwortet. soll ich dir ein Gleichnis geben? Es ist damit wie mit der Liebe. du bist recht brav. daß er sich ganz ihr hingibt. nahm sie das Kleine auf und küßte es mit aller mütterlichen Liebe.und Namenstage etc. trat näher hin.

das diese Seltenheiten hervorbringt. und nichts dabei denkt. die. und das ist freilich mit wenigem viel gesagt. wenn ich Kaffee trinke. den ich neulich gezeichnet hatte. Schelte mich nicht. der ihn ohne jugendliche Reize gewaltsam an sich zog und fesselte. von einem Tage zum andern sich durchhilft. an dem Pfluge. als daá der Winter kommt. und wie mir's gewöhnlich mit dieser Art Leuten geht. doch was soll Dichtung. er sei ihr mit Leib und Seele zugetan. es sprechen keine Worte die Zartheit aus. die Liebe und Treue dieses Menschen anschaulich zu machen. Besonders rührte mich. es ist alles nur plump. kann ich mir nur in meiner innersten Seele wiederholen. der mich zu dieser lebhaften Teilnehmung hingerissen hat. so blieb ich unter einem Vorwande zurück. Es war eine Gesellschaft draußen unter den Linden. wenn wir teil an einer Naturerscheinung nehmen sollen? Wenn du auf diesen Eingang viel Hohes und Vornehmes erwartest. ihn auszuzahlen. wolle nicht mehr heiraten. Szene und Idylle? muß es denn immer gebosselt sein. wie gewöhnlich. sie sei von ihrem ersten Mann übel gehalten worden. so hat die Wirtin Order. in dieser Reinheit nicht gedacht und geträumt. redete ich ihn an. wie er fürchtete. die Harmonie seiner Stimme. schlecht erzählen. so bist du wieder übel betrogen. Sie sei nicht mehr jung. daß man das Vortreffliche erkenne und es auszusprechen wage. fragte nach seinen Umständen. Am 30. mein Schatz. daß sie ihn wählen möchte.Ich sage dir. ich müßte die Gabe des größten Dichters besitzen. Ich hab' in meinem Leben die dringende Begierde und das heiße sehnliche Verlangen nicht in dieser Reinheit gesehen. übertrieben finden. es ist wieder Wahlheim. wenn er von ihrer Gestalt. und du wirst mich. und wenn ich nicht nach der Betstunde da bin. rein abgeschrieben. die schönste Idylle von der Welt gäbe. erzählen mir allerhand. daß ich bald merken konnte. Ein Bauernbursch kam aus einem benachbarten Hause und beschäftigte sich. Sonntags fehlt ihnen der Kreuzer nie. denk' ich. um dir zugleich den Ausdruck seiner Gebärden. Weil sie mir nicht ganz anstand. und aus seiner Erzählung leuchtete so merklich hervor. sie kriegen Zucker. Wie reizend es war. Er erzählte mir. daß ich Wort für Wort wiederholen müßte. und daß mich das Bild . wir waren bald bekannt. was ich wieder vorbringen könnte. von ihrem Körper sprach. und besonders ergetze ich mich an ihren Leidenschaften und simpeln Ausbrüchen des Begehrens. Nein. das in glücklicher Gelassenheit den engen Kreis seines Daseins hingeht. wie sehr er wünsche. gilt gewiß auch von der Dichtkunst. um das Andenken der Fehler ihres ersten Mannes auszulöschen. Die Kinder sind ganz an mich gewöhnt. daß er bei einer Witwe in Diensten sei und von ihr gar wohl gehalten werde. Kaffee zu trinken. ich möchte über sein Verhältnis zu ihr ungleich denken und an ihrer guten Aufführung zweifeln. daß bei der Erinnerung dieser Unschuld und Wahrheit mir die innerste Seele glüht. ja wohl kann ich sagen. bald vertraut. der Mutter ihre Besorgnis zu nehmen: sie möchten den Herrn inkommodieren. um dir die reine Neigung. etwas zurecht zu machen. Mai Was ich dir neulich von der Malerei sagte. Ich habe heut eine Szene gehabt. und teilen das Butterbrot und die saure Milch mit mir des Abends. wenn meine Sinne gar nicht mehr halten wollen. Seit der Zeit bin ich oft draußen. wie reizend sie für ihn sei. Ja. es ist nichts als ein Bauernbursch. so lindert all den Tumult der Anblick eines solchen Geschöpfs. Sie sind vertraut. wenn mehr Kinder aus dem Dorfe sich versammeln. die in seinem ganzen Wesen und Ausdruck war. das heimliche Feuer seiner Blicke lebendig darstellen zu können. Er sprach so vieles von ihr und lobte sie dergestalt. Ich werde wie gewöhnlich. Da mir sein Wesen gefiel. wenn ich dir sage. Viele Mühe hat mich's gekostet. und immer Wahlheim. sagte er. wie schön. die Blätter abfallen sieht. es ist nur.

nicht ein andermal. der weggereist ist.. und die Frauenzimmer äußerten ihre Besorgnis wegen eines Gewitters. wie hoch die Sonne noch steht. und es wurde ausgemacht. ich habe eine Bekanntschaft gemacht. seit ich angefangen habe zu schreiben. ich mußte zu ihr hinaus. unter uns. daß Sie sich nicht verlieben! Wieso? sagte ich. und die Ruhe der Seele bei dem wahren Leben und der Tätigkeit. Dir in der Ordnung zu erzählen. seine Sachen in Ordnung zu bringen. Ich vernachlässigte das. Ein andermal .ich weiß nicht. wenn ich's recht bedenke. übrigens unbedeutenden Mädchen die Hand. Ich bin vergnügt und glücklich. was ich da von ihr sage. genug. Sie ist schon vergeben. will mein Butterbrot zu Nacht essen und dir schreiben. Welch eine Wonne das für meine Seele ist. Es ist besser.. auch sie eh'stens zu sehn. wie's zugegangen ist. schönen. daß ich eins der liebenswürdigsten Geschöpfe habe kennen lernen. daß ich eine Kutsche nehmen. versetzte die Base.. hätte mir der Zufall nicht den Schatz entdeckt. das . und gehe doch alle Augenblick' ans Fenster. Nehmen Sie sich in acht. der in der stillen Gegend verborgen liegt. ihrer acht Geschwister zu sehen! Wenn ich so fortfahre. und also kein guter Historienschreiber. Ich habe . nicht wahr? Und doch bin ich nicht imstande. war ich schon dreimal im Begriffe. wirst du am Ende so klug sein wie am Anfange. Es war sehr schwül. da wir durch den weiten ausgehauenen Wald nach dem Jagdhause fuhren. sie hat allen meinen Sinngefangen genommen.dieser Treue und Zärtlichkeit überall verfolgt. ich will's meiden. weil sein Vater gestorben ist. und wie er mich gebeten habe. sie in dem Kreise der lieben muntern Kinder. wie selbst davon entzündet. mein Pferd satteln zu lassen und hinauszureiten. Ich schrieb dir neulich. dir zu sagen. Da bin ich wieder. antwortete jene. lechze und schmachte. als wir vor dem Hoftore anfuhren. und wäre vielleicht nie hingekommen.. und sich um eine ansehnliche Versorgung zu bewerben. Wilhelm. Ich will nun suchen. Und doch schwur ich mir heute früh. die mein Herz näher angeht. Einen Engel! . die nicht einen Zug ihres Selbst ausdrücken. Sie werden ein schönes Frauenzimmer kennen lernen. mitnehmen sollte. daß ich mich wohl befinde. Junius Warum ich dir nicht schreibe? .nein.Pfui! Das sagt jeder von der Seinigen. zu dem ich mich denn auch willig finden ließ. und warum soll ich mir das schöne Bild verderben? Am 16. sagte meine Gesellschafterin. Denn.Fragst du das und bist doch auch der Gelehrten einer? . Ich bot einem hiesigen guten.Du solltest raten. Die Sonne war noch eine Viertelstunde vom Gebirge. ich will mich zwingen. warum sie vollkommen ist. Das ist alles garstiges Gewäsch. . so geschäh' es niemals. Unsere jungen Leute hatten einen Ball auf dem Lande angestellt. wie ich den Amtmann S. jetzt gleich will ich dir's erzählen. Tu' ich's jetzt nicht. ins Detail zu gehen. wie sie vollkommen ist. ich sehe sie durch die Augen ihres Liebhabers. Die Nachricht war mir ziemlich gleichgültig. und auf dem Wege Charlotten S. wie sie jetzt vor mit steht.Ich hab's nicht überwinden können. vielleicht erscheint sie mir vor meinen eigenen Augen nicht so. und zwar . und daß ich. wird schwer halten. ihn bald in seiner Einsiedelei. so viele Güte bei so viel Festigkeit. mit meiner Tänzerin und ihrer Base nach dem Orte der Lustbarkeit hinausfahren. Höre denn. So viel Einfalt bei so viel Verstand. zu sehen. die Feder niederzulegen. habe kennen lernen. oder vielmehr. an einen sehr braven Mann.. oder vielmehr seinem kleinen Königreiche zu besuchen. nicht hinauszureiten. leidige Abstraktionen.kurz und gut.

Ich täuschte ihre Furcht mit anmaßlicher Wetterkunde. mittlerer Größe. die man erwartete. dem Tone. sich nicht zu necken. gib dem Herrn Vetter eine Hand. und nun mit seinem Abendbrote vergnügt. bat uns einen Augenblick zu verziehen. und auf mein Vorbitten erlaubte sie ihnen. als eben Lotte zur Türe herauskam und sagte: Louis. sagte sie. Lottchen. die ans Tor kam. bis vor den Wald mitzufahren. Ich war ausgestiegen. und es wäre mir leid. einem Mädchen von ungefähr eilf Jahren. ihre Handschuhe und den Fächer zu holen. Die zwei ältesten Knaben waren hinten auf die Kutsche geklettert. als ich fragte. ungeachtet seines kleinen Rotznäschens. Eine kleine naseweise Blondine aber. und ich ging auf das jüngste los. meine ganze Seele ruhte auf der Gestalt. das sie ihr neulich geschickt hätte? Nein. Über dem Anziehen und allerlei Bestellungen fürs Haus in meiner Abwesenheit habe ich vergessen. um die Fremden und die Kutsche zu sehen. als Lotte den Kutscher halten und ihre Brüder herabsteigen ließ. Vetter? sagte ich. die dem Alter von fünfzehn Jahren eigen sein kann. Ich bitte um Vergebung. Das vorige war auch nicht besser. wechselweise über den Anzug. fiel mir das reizendste Schauspiel in die Augen. die ein simples weißes Kleid. ob mir gleich selbst zu ahnen anfing. Es zog sich zurück. und da ich die vorliegenden Treppen hinaufgestiegen war und in die Tür trat. Im Gehen gab sie Sophien. vorzüglich die Hüte ihre Anmerkungen gemacht. was es für Bücher wären. anhatte. meinen Kindern ihr Vesperbrot zu geben. und sie wollen von niemanden Brot geschnitten haben als von mir. und ich hatte eben Zeit. die Frauenzimmer sich bewillkommt. den Auftrag. wenn Sie der schlimmste drunter sein sollten. Ich machte ihr ein unbedeutendes Kompliment. mit Ihnen verwandt zu sein? O. und sie mir antwortete: (* Die Antwort wird im Brief unterdrückt. daß ich Sie herein bemühe und die Frauenzimmer warten lasse. das ein Kind von der glücklichsten Gesichtsbildung war. als wenn sie's selber wäre. Ich ging durch den Hof nach dem wohlgebauten Hause. der ältesten Schwester nach ihr. ehe es noch abgeschnitten war. wenn sie versprächen. darin ihre Lotte wegfahren sollte. gehörig durchgezogen. das denn auch einige ausdrücklich versprachen. unsere Vetternschaft ist sehr weitläufig. und jedes rief so ungekünzelt sein: Danke! indem es mit den kleinen Händchen lange in die Höhe gereicht hatte. unsere Lustbarkeit werde einen Stoß leiden. ihn. wohl auf die Kinder acht zu haben. Ich erstaunte. indem ich ihr die Hand reichte. glauben Sie. als sie in die Stube lief. entweder wegsprang. daß ich des Glücks wert sei. sie sollten ihrer Schwester Sophie folgen. mich von der Überraschung zu erholen. Mamsell Lottchen würde gleich kommen. von ungefähr sechs Jahren. herzlich zu küssen. und ich konnte mich nicht enthalten. Den Kleinen sagte sie. Sie ließ die Kleinen noch einmal grüßen und wir fuhren weiter. und eine Magd. der andere mit viel Heftigkeit und Leichtsinn tat. es gefällt mir nicht. oder nach seinem stillern Charakter gelassen davonging nach dem Hoftore zu. Sie können's wieder haben. wenn er vom Spazierritte nach Hause käme. und den Papa zu grüßen. und die Gesellschaft. wir haben dich doch lieber.) . dem Betragen. mit blaßroten Schleifen an Arm und Brust. Die Base fragte. Das tat der Knabe sehr freimütig. In dem Vorsaale wimmelten sechs Kinder von eilf zu zwei Jahren um ein Mädchen von schöner Gestalt. gab's jedem mit solcher Freundlichkeit. sagte sie mit einem leichtfertigen Lächeln. die noch einmal ihre Hand zu küssen begehrten. Sie hielt ein schwarzes Brot und schnitt ihren Kleinen rings herum jedem sein Stück nach Proportion ihres Alters und Appetits ab. und sich recht fest zu halten. Wir hatten uns kaum zurecht gesetzt. ob sie mit dem Buche fertig wäre. sagte Lotte.sich in weißgrauen dumpfichten Wölkchen rings am Horizonte zusammenzuziehen schien. das ich je gesehen habe. Die Kleinen sahen mich in einiger Entfernung so von der Seite an. das denn der älteste mir aller Zärtlichkeit. sagte: Du bist's doch nicht.

Es ist hier so Mode. Das Gespräch fiel aufs Vergnügen am Tanze. so gehn Sie und bitten sich's von meinem Herrn aus.. weil du mich kennst. und wie wohl mir's war. und ich führte das meinige hinauf. denn da ich sie mit solcher Wahrheit im Vorbeigehen vom Landpriester von Wakefield. als mein eigen häuslich Leben. daß ihr Tänzer inzwischen meine Tänzerin unterhalten sollte. die uns von dem erleuchteten Saal herunter entgegen schallte. so ist alles wieder gut. in dem ich meine Welt wieder finde. Mit welchem Reize. Weiß Gott wie wohl mir's war. fuhr sie fort. so muß es auch recht nach meinem Geschmack sein. Die Base sah mich mehr als einmal mit einem spöttischen Näschen an. ihr ganzer Körper eine Harmonie. daß ich sie verstand. ich sah mit jedem Wort neue Reize. daß Sie gut walzen. und mit ganzem Herzen an dem Glück und Unstern einer Miß Jenny teilnehmen konnte. und mir auf meinem verstimmten Klavier einen Contretanz vortrommle. liebte ich nichts so sehr als Romane. mit welcher Flüchtigkeit bewegte sie sich. und in dem Augenblicke gewiß schwindet alles andere vor ihr.Ich fand so viel Charakter in allem. als wir vor dem Lusthause stille hielten. Ich bat sie um den zweiten Contretanz. Doch da ich so selten an ein Buch komme. Lotte und ihr Tänzer fingen einen Englischen an. Die zwei Herren Audran und ein gewisser N. sagte sie. mit denen sie sich ausdrückte. so sorglos. beim Deutschen zusammen bleibt. Wir schlangen uns in Menuetts um einander herum. und da wir nun gar ans . Ihr Frauenzimmer kann's auch nicht und mag nicht.wer behält alle die Namen . und mein Chapeau walzt schlecht. und ich will zu Ihrer Dame gehen. daß die Art noch einige Reize für mich hat. als sie auch in der Reihe die Figur mit uns anfing. wenn Sie nun mein sein wollen fürs Deutsche. empfingen uns am Schlage. und just die unleidlichsten konnten nicht dazu kommen. und bemerkte erst nach einiger Zeit. und war so in Träumen rings in der dämmernden Welt verloren. was sie sagte. bei dem es zugeht wie um mich. daß ich auf die Musik kaum achtete. und ich habe im Englischen gesehen. Wie ich jünger war. einem die Hand zu reichen und ein Ende zu machen. sagte Lotte. und dessen Geschichte mir doch so interessant und herzlich wird. die sich nach und nach vergnügt zu entfalten schienen. Das ging freilich nicht weit. wenn ich mich sonntags so in ein Eckchen setzen. sie ist so mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele dabei. Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! wie die lebendigen Lippen und die frischen muntern Wangen meine ganze Seele anzogen. und dankt mir's. so unbefangen. .. meine Bewegungen über diese Worte zu verbergen. das freilich kein Paradies. was ich mußte.die der Base und Lottens Tänzer waren. reden hörte. kam ich ganz außer mich. als säßen sie nicht da. Und der Autor ist mir der liebste. ich weiß mich nichts übers Tanzen. nichts empfände. Tanzen muß man sie sehen! Siehst du. Wie ich. neue Strahlen des Geistes aus ihren Gesichtszügen hervorbrechen. Und wenn ich was im Kopfe habe. daran mir aber nichts gelegen war. Ich bemühte mich. sie sagte mir den dritten zu und mit der liebenswürdigen Freimütigkeit von der Welt versicherte sie mir. bemächtigten sich ihrer Frauenzimmer. aber doch im ganzen eine Quelle unsäglicher Glückseligkeit ist. daß diese die Zeit über mit offenen Augen. sagte ihr alles. Nun ging's an und wir ergetzten uns eine Weile an mannigfaltigen Schlingungen der Arme. N. das zusammen gehört. ich forderte ein Frauenzimmer nach dem andern auf. Kurz. so gestehe ich Ihnen gern. als wenn sie sonst nichts dächte. wenn ich ihm die Arbeit erlasse. Ich gab ihr die Hand drauf und wir machten aus. daß jedes Paar. Ich leugne auch nicht. ich stieg aus dem Wagen wie ein Träumender. davon hast du eine Vorstellung. dagesessen hatten. in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken. oft gar die Worte nicht hörte. vom . da Lotte das Gespräch an die anderen wendete. weil sie an mir fühlte. als wenn das eigentlich alles wäre. magst du fühlen. daß sie herzlich gern deutsch tanze. Wenn diese Leidenschaft ein Fehler ist.

um die große Achte zu machen. fielen wir ein. tat ich aber doch den Schwur. Drei Frauenzimmer liefen aus der Reihe.Walzen kamen und wie die Sphären um einander herumrollten. um zu verschnaufen. von den Lippen der schönen Bedrängten wegzufangen. das voll vom wahrsten Ausdruck des offensten reinsten Vergnügens war. Diesen Ursachen muß ich die wunderbaren Grimassen zuschreiben. und die übrige Gesellschaft schlug es nicht aus. Was soll ich's Ihnen leugnen. dich ich beiseite gebracht hatte. daß alles drunter und drüber ging. Einige wollten nach Hause. Die klügste setzte sich in eine Ecken. Du verstehst mich! Wir machten einige Touren gehend im Saale. als die Blitze. daß ein Mädchen. als die Wirtin auf den klugen Einfall kam. um ein Pfeifchen in Ruhe zu rauchen. die mir in so wenig Augenblicken so wert geworden war. und die Orangen. auf das ich Ansprüche hätte. wacker aus. Der Tanz war noch nicht zu Ende. weil ich es noch nicht im Verhältnis auf sie. und Wilhelm. denen ihre Herren folgten. die sehr beschäftigt zu sein schienen. Es ist natürlich. und ich. Sie war im Begriff zu antworten. das ich liebte. teils und noch mehr. mir nie mit einem andern walzen sollte als mit mir. Wie wir die Reihe durchtanzten. alle die ängstlichen Gebete. Nun war mir das nichts Neues (denn die Mädchen hatten mir's auf dem Wege gesagt) und war mir doch so ganz neu. Eine andere kniete vor ihr nieder. und nennt den Namen Albert zweimal im Vorbeifliegen mit viel Bedeutung. kommen wir an eine Frau. den Keckheiten unserer jungen Schlucker zusteuern. ging's freilich anfangs. teils wegen des Gegensatzes. Kaum waren wir da angelangt. die Unordnung wurde allgemein und die Musik hörte auf. und hielt die Ohren zu. der sich so lebhaft empfinden läßt. und mich dünkte einiges Nachdenken auf ihrer Stirn zu sehen. gedacht hatte. als wir so vor einander vorbeikreuzten. hebt einen drohenden Finger auf. weiß Gott mit wie viel Wonne. Dann setzte sie sich. nur daß mir mit jedem Schnittchen. andere. und die ich immer für Wetterkühlen ausgegeben hatte. und hielten mit noch einem Paare. weil unsere Sinne einmal der Fühlbarkeit geöffnet sind und also desto schneller einen Eindruck annehmen. als wir uns scheiden mußten. Wer ist Albert? sagte ich zu Lotten. das sie einer unbescheidenen Nachbarin ehrenhalber zuteilte. um ehrlich zu sein. einen Kreis von Stühlen zu . in die ich mehrere Frauenzimmer ausbrechen sah. wenn uns ein Unglück oder Schreckliches im Vergnügen überrascht. an ihrem Arm und Auge hing. Beim dritten englischen Tanz waren wir das zweite Paar. ein Stich durchs Herz ging. die nun die einzigen noch übrigen waren. um es schnell wieder in Ordnung zu bringen. indem sie mir die Hand zur Promenade bot. sagte sie. Ich war kein Mensch mehr. was sie taten. daß es stärkere Eindrücke auf uns macht als sonst. als Lotte beschäftigt war. Albert ist ein braver Mensch. die noch weniger wußten. die wir schon lange am Horizonte leuchten gesehn. und wenn ich drüber zugrunde gehen müßte. und Lottens ganze Gegenwart und Zerren und Ziehen nötig war. Eine dritte schob sich zwischen beide hinein. ich verwirrte mich. Nie ist mir's so leicht vom Flecke gegangen. die mir wegen ihrer liebenswürdigen Miene auf einem nicht mehr ganz jungen Gesichte merkwürdig gewesen war. wenn's nicht Vermessenheit ist zu fragen. und verbarg den Kopf in der ersten Schoß. Einige unserer Herren hatten sich hinab begeben. mit dem Rücken gegen das Fenster. Wir waren klug und ließen sie austoben. Genug. und der Donner die Musik überstimmte. weil's die wenigsten können. daß alles rings umher verging. dem ich so gut als verlobt bin. Sie sieht Lotten lächelnd an. und als die Ungeschicktesten den Plan geräumt hatten. die dem Himmel bestimmt waren. uns ein Zimmer anzuweisen. Das liebenswürdigste Geschöpf in den Armen zu haben und mit ihr herumzufliegen wie Wetter. mit Audran und seiner Tänzerin. ein bißchen bunt durcheinander. das Läden und Vorhänge hätte. taten vortreffliche Wirkung. und umfaßte ihre Schwesterchen mit tausend Tränen. und kam zwischen das unrechte Paar hinein. viel stärker zu werden anfingen. vergaß mich. hatten nicht so viel Besinnungskraft.

statt zu schreiben. habe ich noch nicht erzählt. daß es zwei Uhr des Nachts war. die ihr in Gedanken lag. das Gewitter war vorüber. hättest du deine Vergötterung in diesem Blicke gesehn. und möcht' ich nun deinen so oft entweihten Namen nie wieder nennen hören! Am. Ein allgemeines Gelächter und Geschwärm endigte das Spiel. und der erquickendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. und sagte Klopstock! Ich erinnerte mich sogleich der herrlichen Ode. daß Vater und Kleine wohl seien und alle noch schliefen. um den andern Mut zu geben. Edler. fuhr sie fort. Die Vertrautesten zogen einander beiseite. weiß ich nicht mehr. und glaubte mit innigem Vergnügen zu bemerken. sie legte ihre Hand auf die meinige. der Nachbar zwei. und über das Gelächter der folgende auch patsch! Und immer geschwinder. sie sah gen Himmel und auf mich. sagte ich und sah sie fest an. und das muß gehen wie ein Lauffeuer. und seit der Zeit können Sonne. bin ich mutig geworden. und auf ihr Fragen versicherte. und wer stockt oder sich irrt. und die ganze Welt verliert sich um mich her. sie selbigen Tags noch sehen zu dürfen. ich sah ihr Auge tränenvoll. und als sich die Gesellschaft auf ihre Bitte gesetzt hatte. Da verließ ich sie mit der Bitte. 19. den Vortrag zu einem Spiele zu tun. ob ich nicht auch von der Partie sein wollte. Ihretwegen sollt' ich unbekümmert sein. Sie stand. die an ihn kommt. auf ihren Ellenbogen gestützt. Sie ging mit ausgestrecktem Arm im Kreis herum. Dann fing sie an geschwinder zu gehn. und versank in dem Strome von Empfindungen. Nun war das lustig anzusehen. das weiß ich. da versah's einer. Unterwegs sagte sie: Über die Ohrfeigen haben sie Wetter und alles vergessen! Ich konnte ihr nichts antworten. neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollsten Tränen. Ich ertrug's nicht. drei der folgende und so fort. Nun gebt acht! Ich geh im Kreise herum von der Rechten zur Linken. ihr Blick durchdrang die Gegend. als sie sie den Übrigen zuzumessen pflegte. Was auf unserer Hereinfahrt vom Balle geschehen ist. Ich war. und ich folgte Lotten in den Saal. und seine Glieder reckte. sagte sie. Mond und Sterne geruhigt ihre Wirtschaft treiben. Junius Wo ich neulich mit meiner Erzählung geblieben bin. ehe noch das Tausend ausgezählt war. immer geschwinder. So lange ich diese Augen offen sehe. habe auch heute keinen Tag dazu. jeder die Zahl.stellen. da ihr die Magd leise aufmachte. und der herrliche Regen säuselte auf das Land. eine der Furchtsamsten. Ich sah manchen. Und wir haben beide ausgehalten bis an ihr Tor. Sie frage mich. Wir spielen Zählens. der in Hoffnung auf ein saftiges Pfand sein Mäulchen spitzte. ich dich vielleicht bis an den Morgen aufgehalten hätte. patsch! eine Ohrfeige. kriegt eine Ohrfeige. sie gestand mir's zu und ich bin gekommen. und so bis tausend. Es donnerte abseitwärts. und daß. so lange hat's keine Gefahr. und indem ich mich herzhaft stellte. Der tröpfelnde Wald und das erfrischte Feld umher! Unsere Gesellschafterinnen nickten ein. Wir traten ans Fenster. als ich zu Bette kam. Es war der herrlichste Sonnenaufgang. wenn ich dir hätte vorschwatzen können. und so zählt ihr auch rings herum. ich weiß weder daß Tag noch daß Nacht ist. fing der erste an. den sie in dieser Lösung über mich ausgoß. Und sah nach ihrem Auge wieder. . Eins. daß sie stärker seien. Ich selbst kriegte zwei Maulschellen.

in dem Kreise seiner Kinder. wie sie Gott seinen Heiligen ausspart. Schoten ans Feuer stelle. die ich. Junius Vorgesten kam der Medikus hier aus der Stadt hinaus zum Amtmann. wenn ich denn in der kleinen Küche mir einen Topf wähle. und wir stehen in unserer Armut. ach. das dem Menschen gegeben ist. über die Begier im Menschen. und mit mir mag werden was will. und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. sich auszubreiten. wenn das Dort nun Hier wird. sich der Einschränkung willig zu ergeben. so darf ich nicht sagen. wie die übermütigen Freier der Penelope Ochsen und Schweine schlachten. und fand mich auf der Erde unter Lottens Kindern. andere mich neckten. als die Züge patriarchalischen Lebens. bald vom Berge. sie abfädne und dazwischen in meinem Homer lese.ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele. der ein Krauthaupt auf seinen Tisch bringt. sondern all die guten Tage. ohne Affektation in meine Lebensart verweben kann. Am 29. wie ich hierher kam und vom Hügel in das schöne Tal schaute. und dann wieder über den innern Trieb. und nun nicht den Kohl allein. was ich hoffte. zudecke. die lieblichen Abende. von da habe ich nur eine halbe Stunde zu Lotten. daß es so nahe am Himmel läge? Wie oft habe ich das Jagdhaus. in den Geschäften zu ihrer Erhaltung die Wonne. in dem Gleise der Gewohnheit so hinzufahren. den schönen Morgen. und dort im Wirtsgarten mir meine Zuckererbsen selbst pflücke. da er ihn begoß. sie manchmal umzuschütteln. Es ist nichts. neue Entdeckungen zu machen. bald von der Ebne über den Fluß gesehn! Lieber Wilhelm. als ich mir Wahlheim zum Zwecke meiner Spaziergänge wählte. und hatte nicht gefunden. Gott sei Dank. wie einige auf mir herumkrabbelten. in unserer Eingeschränktheit. auf meinen weiten Wanderungen. die reinsten Freuden des Lebens nicht genossen habe. mich hinsetze. das nun alle meine Wünsche einschließt. da er ihn pflanzte. mir Butter aussteche. Junius Ich lebe so glückliche Tage. und sich weder um Rechts noch um Links zu bekümmern. daß mein Herz die simple harmlose Wonne des Menschen fühlen kann. das er selbst gezogen. ich habe allerlei nachgedacht. herumzuschweifen. dort fühl' ich mich selbst und alles Glück. Dort das Wäldchen! Ach könntest du dich in seine Schatten mischen! Dort die Spitze des Berges! Ach könntest du von da die weite Gegend überschauen! Die ineinander geketteten Hügel und vertraulichen Täler! O könnte ich mich in ihnen verlieren! Ich eilte hin. an der Brust seiner Gattin. und wir sehen uns . alle in einem Augenblicke wieder mitgenießt. So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterlande. Wie wohl ist mir's. ist alles vor wie nach. daá ich die Freuden. unsere Empfindung verschwimmt darin wie unser Auge.Am 21. zerlegen und braten. und da er an dem fortschreitenden Wachstum seine Freude hatte. dort bin ich völlig etabliert. die er in der weiten Welt vergebens suchte. Du kennst meine Wahlheim. Es ist wunderbar. und kehrte zurück. da fühl' ich so lebhaft. Hätt' ich gedacht. wie es mich rings umher anzog. Wenn ich des Morgens mit Sonnenaufgange hinausgehe nach meinem Wahlheim. und . O es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft . wenn wir hinzueilen. das mich so mit einer stillen wahren Empfindung ausfüllte. und findet in seiner Hütte. und mich dazusetze.

die schönen Nußbäume zu loben. die uns so lieblich beschatteten. Ich war vorige Woche mit ihr den Pfarrer von St. und wagte sich auf. war er wie neu belebt. Der Doktor. Sie wird einige Tage in der Stadt bei einer rechtschaffnen Frau zubringen. sagte er. viel munterer sei als das letztemal. das auf dem Siechbette verschmachtet. Der Alte wurde ganz munter. fing er an. wie sie fand. Er war mein Vorfahr im Amt. in dem Mutwillen guten Humor. lieber Wilhelm. und Leichtigkeit. erblicke. wie sie ihm von jungen robusten Leuten erzählte. mein Bester. und da er Lotten sah. brachte viele Grüße von ihrem Vater. sie sei mit Herrn Schmidt auf die Wiese hinaus zu den Arbeitern. Julius Was Lotte einem Kranken sein muß. die sich nach der Aussage der Ärzte ihrem Ende naht. und an welchen du mehr Freude hast. fühl' ich an meinem eigenen armen Herzen. die sie zerschlagen hatten. ihr entgegen. das eine Stunde seitwärts im Gebirge liegt. wie sie den Alten beschäftigte. ... Als wir in den mit zwei hohen Nußbäumen überschatteten Pfarrhof traten. und baute den Kindern ihre Kartenhäuser wieder. Am 1. Lotte fragte nach seiner Tochter. der eine sehr dogmatische Drahtpuppe ist. und in dem kleinen Dinge die Keime aller Tugenden. und bilden ihre Kinder nach sich und. und nichts weiter. mir ist er's gewiß nicht weniger. zu besuchen. wissen wir nicht. Adieu Wilhelm! Ich mag darüber nicht weiter radotieren. es hieß. ein Örtchen. Du hättest sie sehen sollen. aller Kräfte sehe.des Amtmanns Kinder wären so schon ungezogen genug. ließ ihn sehr vernünftige Sachen abhandeln. Auch ging er darauf in der Stadt herum und beklagte . die Geschichte davon zu geben. die sie einmal so nötig brauchen werden. andere jener Pfarrer. schmutzigen.. Sie sollen keinen Willen haben! Haben wir denn keinen und wo liegt das Vorrecht? Weil wir älter sind und gescheiter! Guter Gott von deinem Himmel. daß er viel besser aussähe. im Oktober funfzig Jahr. ist nicht zu sagen. so ganz . die unseresgleichen sind. über die Gefahren der Welt hinzuschlüpfen. das merkte ich an seiner Nase. Ja. wer den gepflanzt hat. das übler dran ist als manches. da sie ihn gesehn. die unvermutet gestorben wären. saß der gute alte Mann auf einer Bank vor der Haustür. meinem Herzen sind die Kinder am nächsten auf der Erde. behandeln wir als Untertanen. das Quakelchen seines Alters. indem sie sich zu ihm setzte. wie sie ihre Stimme erhob. wenn ich in dem Eigensinne künftige Standhaftigkeit und Festigkeit des Charakters. alles so unverdorben. alte Kinder siehst du und junge Kinder. Wenn ich ihnen zusehe. und in diesen letzten Augenblicken Lotten um sich haben will. nötigte ihn sich niederzulassen. jüngsten Buben. und wie sie seinen Entschluß lobte. das hat dein Sohn schon lange verkündigt.. Einige sagen dieser. die wir als unsere Muster ansehen sollten. Der jüngere aber dort hinten ist so alt als meine Frau. da ich vor siebenundzwanzig Jahren als ein armer Student zum erstenmale hier in den Hof kam. um seinen halb tauben Ohren vernehmlich zu werden. Ich ließ mich aber in nichts stören. Den alten. und da ich nicht umhin konnte. wiewohl mit einiger Beschwerlichkeit. herzte seinen garstigen. und wie lieb ihm der Baum war. unterm Reden seine Manschetten in Falten legt und einen Kräusel ohne Ende herauszupft. künftigen Sommer hinzugehen. von der Vortrefflichkeit des Karlsbades. vergaß seinen Knotenstock. Ihr Vater pflanzte ihn des Morgens.wie ich sie kitzelte und ein großes Geschrei mit ihnen erregte. sie. Aber sie glauben an ihn und hören ihn nicht. und der Alte fuhr in seiner Erzählung fort. Ich hatte indes der Frau Pfarrerin meine Höflichkeiten gemacht. Lotte hatte ihre zweite Schwester mitgenommen. der Werther verderbe sie nun völlig. das ist auch was Altes. immer wiederhole ich dann die goldenen Worte des Lehrers der Menschen: Wenn ihr nicht werdet wie eines von diesen! Und nun. Meine Frau saß darunter auf einem Balken und strickte. uns. als sie gegen Abend geboren wurde. fand dieses unter der Würde eines gescheiten Menschen. Wir kamen gegen vier dahin. Sie lief hin zu ihm.immer.

Wenn wir immer ein offenes Herz hätten. . als wenn die Menschen einander plagen. eine rasche wohlgewachsene Brünette. so sichtlich verdunkelt. darauf denn der junge Mensch wieder das Wort nahm. und die größten Resignationen. daß man gegen die üble Laune vom Predigtstuhle gearbeitet hätte. das uns Gott für jeden Tag bereitet. spring' ich auf. und der junge Mensch wandte mir ein. der ihn sich mitzuteilen hinderte. Unsere Natur hängt sehr dahin. ich habe noch nie gehört. um seine gewünschte Gesundheit zu erhalten. versetzte ich. war. wird bei allen Ärzten herumfragen. daß der guten Tage so wenig sind und der schlimmen so viel. und ich muß sagen. den Faden zu ergreifen und recht herzlich gegen die üble Laune zu reden. Die Geschichte war nicht lange zu Ende. wenn wir nur einmal die Kraft haben. bis er sie versucht hat. um an unserm Diskurse teilzunehmen. Es ist hier die Frage von einer unangenehmen Empfindung. Wir Menschen beklagen uns oft. daß viel von uns abhängt. daß man nicht Herr über sich selbst sei. Nun verdrießt mich nichts mehr. fing ich an. Ich bemerkte. und das Gespräch auf Freude und Leid der Welt sich wendete. und wir finden in der Tätigkeit ein wahres Vergnügen. sagte er. das ohnedies einer bräunlichen Farbe war. der unsern Diskurs eine Zeitlang unterbrach. Das müßten die Stadtpfarrer tun. ich erhob die Stimme. fuhr ich fort. als eine Krankheit ansehen und fragen. sagte ich. es ist mir mit üblen Laune völlig wie mit der Trägheit. die bittersten Arzeneien wird er nicht abweisen. In der Folge ward dies leider nur zu deutlich. und nur erst zu spät das Unersetzliche ihrer Verschwendung einsehen. und niemand weiß. sagte Lotte. einander die paar guten Tage mit Fratzen verderben. daß ich mit Friederiken zu artig getan. Man predigt gegen so viele Laster. wer krank ist. geht uns die Arbeit frisch von der Hand. wir würden alsdann auch Kraft genug haben. ein feiner. die einen die kurze Zeit über auf dem Lande wohl unterhalten hätte. Sie bewillkommte Lotten mit herzlicher Wärme. versetzte die Pfarrerin. doch könnte es auch zuweilen nicht schaden.Wie sein Vorfahr ihn lieb gewonnen und die Tochter dazu. bis er in einen Husten verfiel. Das war's. Ich weiß es an mir. Wenn mich etwas neckt und mich verdrießlich machen will. der sich nicht in unsere Gespräche mischen wollte. versetzte ich. sie gefiel mir nicht übel. und wie er erst sein Vikar. es wäre eine Lektion für seine Frau wenigstens und für den Herrn Amtmann. daß es Zeit war. Ihr Liebhaber (denn als solcher stellte sich Herr Schmidt gleich dar). ist's einem überall nicht recht. wie weit die Kräfte gehen. da sie am offensten für alle Freuden sein könnten. ob dafür kein Mittel ist? Das läßt sich hören. und er herzlich mit. was ich sagen wollte. Friederike war sehr aufmerksam. uns zu ermannen. was mich am meisten betrübte. denn als Friederike beim Spazierengehen mit Lotten und gelegentlich auch mit mir ging. das Übel zu tragen. Wir haben aber unser Gemüt nicht in unserer Gewalt. Gewiß. wurde des Herrn Angesicht. meist mit Unrecht. denn es ist eine Art von Trägheit. und sing' ein paar Contretänze den Garten auf und ab. ob ihn gleich Lotte immer hereinzog. und am wenigsten über seine Empfindungen gebieten könne. daß Lotte mich beim Ärmel zupfte und mir zu verstehn gab. und doch. es sei mehr Eigensinn und übler Humor als Eingeschränktheit des Verstandes. Ich glaube wenigstens. wenn es kommt. indem ich die Rede gegen ihn wandte. wie viel hängt vom Körper ab! Wenn einem nicht wohl ist. daß der ehrliche Alte sein Gehör anstrengte. Ich gestand ihr das ein. die Bauern haben keinen bösen Humor. Mich wurmte das und ich konnte nicht umhin. Die Gesellschaft lachte. am meisten. daß ich an seinen Gesichtszügen zu bemerken schien. wenn junge Leute in der Blüte des Lebens. und wie mich dünkt. das Gute zu genießen. doch stiller Mensch. als die Jungfer Pfarrerin mit dem sogenannten Herrn Schmidt durch den Garten herkam. da wir gegen Abend in den Pfarrhof zurückkehrten und an einem Tische Milch aßen. Wir wollen es also. gleich ist's weg. die doch jedermann gerne los ist. und dann sein Nachfolger geworden.

wenn das. hab' in eilendem Vorübergehn dich manchmal nicht angesehn. O der Engel! Um deinetwillen muß ich leben. mit der ich redete. sie zu verbergen. dem untergehenden Geschöpfe einen tropfen Stärkung. indem du es mit ihnen genießest. immer das gegenwärtige holde Geschöpf. der mir so wert und nun tausendmal werter ist. da sie die Bewegung sah. vom Kummer zerrüttet ist. und daß ich drüber zugrunde gehen würde. und sie nun daliegt in dem erbärmlichen Ermatten. daß du alles hingeben möchtest. Ist es nicht genug. Wer sich das nur täglich sagte. und wir gingen zusammen. der Todesschweiß auf der blassen Stirne abwechselt. die sie über ein Herz haben. den uns eine neidische Unbehaglichkeit unsers Tyrannen vergällt hat. die aus ihm selbst hervorkeimen. womit man sich selbst und seinem Nächsten schadet. der durch eine törichte Eitelkeit aufgehetzt wird? Wir sehen glückliche Menschen. wo sie hinsieht. Lotte lächelte mich an. mich deucht. die sich der Gewalt bedienen. daß du nichts vermagst mit deinem ganzen Vermögen. ihnen einen Tropfen Linderung zu geben? Und wenn die letzte bangste Krankheit dann über das Geschöpf herfällt. du vermagst nichts auf deine Freunde. das. Wehe denen. und das ist unerträglich. Mein ganzes Herz war voll in diesem Augenblicke. Am 6. ich wuáte es und traf sie an. Schmerzen lindert und Glückliche macht. . rief ich aus. alle Gefälligkeiten der Welt ersetzen nicht einen Augenblick Vergnügen an sich selbst. Sie ging gestern abend mit Mariannen und dem kleinen Malchen spazieren. Und wie sie mich auf dem Wege schalt. und eine Träne in Friederikens Auge spornte mich fortzufahren. Lotte setzte sich aufs Mäuerchen. und nur Lottens Stimme. als ihnen ihre Freuden zu lassen und ihr Glück zu vermehren. das jedes Herz sich noch manchmal selbst gewähren kann? Und nennen Sie mir den Menschen. seither hab' ich nicht mehr an deiner Kühle geruht. wobei ich gegenwärtig war. das immer mit einem Neide verknüpft ist. Julius Sie ist immer um ihre sterbende Freundin. ach. Vermagst du. daß wir einander nicht glücklich machen können.Sie nannten den bösen Humor ein Laster. wenn ihre innere Seele von einer ängstigenden Leidenschaft gequält. Lieber Brunnen. das du in blühenden Tagen untergraben hast. Nach einem Wege von anderthalb Stunden kamen wir gegen die Stadt zurück. und die Angst dich inwendig krampft. der übler Laune ist und so brav dabei. ein Mißfallen an uns selbst. die Erinnerung so manches Vergangenen drängte sich an meine Seele. das Auge gefühllos gen Himmel sieht. einen Funken Mut einflößen zu können. und die Tränen kamen mir in die Augen. da mein Herz so allein war. gab ich zur Antwort. Alle Geschenke. ber den zu warmen Anteil an allem. Die Erinnerung einer solchen Szene. und du vor dem Bette stehst wie ein Verdammter. die mir rief: Wir wollen fort. und die Zeit. in dem innigsten Gefühl. lebte wieder vor mir auf. sagte ich. Ich sah umher. müssen wir auch noch einander das Vergnügen rauben. das ist übertrieben. ohne die Freude um sich her zu zerstören! Oder ist sie nicht vielmehr ein innerer Unmut über unsere eigene Unwürdigkeit. wir standen vor ihr. an den Brunnen. Ich nahm das Schnupftuch vor die Augen und verließ die Gesellschaft. sie allein zu tragen. um ihm die einfachen Freuden zu rauben. Mitnichten. daß ich mich schonen sollte. diesen Namen verdient. die wir nicht glücklich machen. sagte ich. brachte mich zu mir selbst. fiel mit ganzer Gewalt bei diesen Worten über mich. und ist immer dieselbe.

die freilich leicht und lüftig genug waren. Da ward aus dem Schlage geplaudert mit den Kerlchen. das sogleich zu schreien und zu weinen anfing. wie Gott mit uns. ich habe mit mehr Respekt nie einer Taufhandlung beigewohnt . indem sie es bei der Hand nahm und die Stufen hinabführte. daß Malchen mit einem Glase Wasser sehr beschäftigt heraufstieg. so entzückt. Nun fiel mir ein. . mit welcher Emsigkeit das Kleine mit seinen nassen Händchen die Backen rieb. und fühlte alles. ach. Sie haben übel getan. wovor man die Kinder frühzeitig bewahren müsse.Daß ich kurz bin (denn die Augen fallen mir zu vor Schlaf). das ist mein Trost: Vielleicht hat sie sich nach mir umgesehen! Vielleicht! Gute Nacht! O was ich ein Kind bin! Am 10.. es ist genug. Ich sage dir. einen häßlichen Bart zu kriegen. geschwind. da tut's nichts. der die Schulden einer Nation weggeweiht hat. wenn er uns in freundlichem Wahne so hintaumeln läßt.ich bin ein Tor. und die Schmach abgetan würde. daß durch die Wunderquelle alle Verunreinigung abgespült. nach mir? In dieser Ungewiáheit schweb ich. Lottchen. Ich sah Lotten an. ach sie gingen von einem zum andern. Wie ich so dastand und zusah.. womit sie das ausrief. daß ich meine Empfindung mit nichts ausdrücken konnte. hätte ich mich gern vor ihr niedergeworfen wie vor einem Propheten. man solle die Kinder nichts weis machen. das sei sehr übel von Lotten gewesen. Ich war betroffen. Marianne wollt' es ihr abnehmen. wie Lotte sagte. und sah Lottens Kopfputz sich zum Schlage herauslehnen. Aber auf mich. der ganz allein auf sie resigniert dastand.. dergleichen gebe zu unzähligen Irrtümern und Aberglauben Anlaß. Selstadt und Audran und ich.und als Lotte heraufkam. Die Frauenzimmer fuhren hinaus. Julius . aber wie kam ich an! Er sagte. fuhr sie fort. weil er Verstand hat. Julius Was man ein Kind ist! Was man nach so einem Blicke geizt! Was man ein Kind ist! Wir waren nach Wahlheim gegangen. mich. als wenn Viel mehr täte als Wenig.Ich blickte hinab und sah. Malchen. daß der Mann vor acht Tagen hatte taufen lassen. mich. Indem kommt Malchen mit einem Glase. Komm. und blieb in meinem Herzen der Wahrheit treu: Wir sollen es mit den Kindern machen. Ich sah Lottens Augen. und küßte es lebhaft. geschwind. Ich sah ihr nach. da standen um die Kutsche der jung W. und das Kind doch immer eifrig fortwusch. drum ließ ich's vorbeigehen. mit welchem Glauben. was ich an ihr habe. da wasche dich aus der frischen Quelle. diese Augen. siehe die Frauenzimmer stiegen ein. Nein! rief das Kind mit dem süßesten Ausdrucke. als ich nahm das Kind von der Erde. der uns am glücklichsten macht. nein. fielen sie nicht! Mein Herz sagte ihr tausend Adieu! Und sie sah mich nicht! Die Kutsche fuhr vorbei und eine Träne stand mir im Auge. Des Abends konnte ich nicht umhin. und während unserer Spaziergänge glaubte ich in Lottens schwarzen Augen . du sollst zuerst trinken! Ich ward über die Wahrheit. verzeih mir's! Du solltest sie sehen. in der Freude meines Herzens den Vorfall einem Manne zu erzählen. über die Güte. Wilhelm. Am 8. sagte Lotte. und sie wandte sich um zu sehen. dem ich Menschensinn zutraute.

Die habe ich denn ohne Widerrede genommen. wie mir Ossian gefiele! Am 11. Vor wenigen Tagen. die nach meinem Tode Verwirrung und Verdruß machen könnte. die nach mir das Hauswesen zu führen hat. als der Arzt ihr das Leben abgesprochen hatte. von dem ich etwas in Lottens Herzen fürchtete. deine erste Frau sei damit ausgekommen. Am 16. Du bestimmtest im Anfange unserer Heirat ein Geringes für die Bestreitung der Küche und anderer häuslichen Ausgaben. verlangtest. Ja ich fühle. Ich sehe sie selten bei einer Freundin. sich nicht zu helfen wissen würde. dem Lotte gefällt. und heute hat sie mir einen wunderbaren Vorfall erzählt. so ordentlich und sparsam als möglich. ich solle mit sieben Gulden die Woche auskommen. Und doch . und mir den Überschuß wöchentlich aus der Losung geholt. und du doch immer darauf bestehen könntest. wenn mein Finger unversehens den ihrigen berührt.. ich bete für ihr Leben. warst du nicht zu bewegen. unser Gewerbe größer. ist ein geiziger rangiger Filz. Mir wird's so schwindelig vor allen Sinnen. du weißt. wie sie mir gefällt? Gefällt! Das Wort hasse ich auf den Tod. Julius Ach wie mir das durch alle Adern läuft. daß du in den Zeiten. Der alte M. und eine geheime Kraft zieht mich wieder vorwärts. und wäre auch. dahinter müsse was anders stecken. seitdem sie mich liebt! Ob das Vermessenheit ist oder Gefühl des wahren Verhältnisses? Ich kenne den Menschen nicht. doch hat sich die Frau immer durchzuhelfen gewußt. wo man den Aufwand vielleicht um zweimal so viel sieht. daß sie . daß die Frau die Kasse bestehlen würde. ich betriege mich nicht! Ich lese in ihren schwarzen Augen wahre Teilnehmung an mir und meinem Schicksal.. mit solcher Wärme. die des Propheten ewiges Ölkrüglein ohne Verwunderung in ihrem Hause angenommen hätten. kurz. . kann ich den Himmel in diesen Worten aussprechen? . weil ich mit Lotten dulde. Als unsere Haushaltung stärker wurde. wenn eins mit sieben Gulden hinreicht. dem sie nicht alle Sinne. daß ich dich diese dreißig Jahre her hintergangen habe. Julius Frau M. ließ sie ihren Mann kommen (Lotte war im Zimmer) und redete ihn also an: Ich muá die eine Sache gestehen. alle Empfindungen ausfüllt! Gefällt! Neulich fragte mich einer..daß sie mich liebt! Mich liebt! Und wie wert ich mir selbst werde. Ich habe nichts verschwendet. Aber ich habe selbst Leute gekannt. da ist mir's wie einem. der seine Frau im Leben was Rechts geplagt und eingeschränkt hat. ohne es zu bekennen. getrost der Ewigkeit entgegengegangen. Ich habe bisher die Haushaltung geführt.. mein Wochengeld nach dem Verhältnisse zu vermehren. Julius Nein. wenn nicht diejenige. du hast Sinn für so etwas . wie ich . der alle seiner Ehren und Würden entsetzt und dem der Degen genommen wird. solcher Liebe von ihm spricht.wenn sie von ihrem Bräutigam spricht. wenn in Gesellschaft von ihr gesprochen wird. da sie am größten war.o darf ich. Am 13. Was muß das für ein Mensch sein.Die alberne Figur. und darin darf ich meinem Herzen trauen. die ich machen. wenn unsere Füße sich unter dem Tische begegnen! Ich ziehe zurück wie vom Feuer. ist sehr schlecht. solltest du sehen! Wenn man mich nun gar fragt.wie ich mich selbst anbete.dir darf ich's wohl sagen. daß einer nicht argwohnen soll. allein du wirst mir verzeihen. da niemand vermutete. Ich redete mit Lotten über die unglaubliche Verblendung des Menschensinns.

so wert! Ich h“tte in dem Augenblick den Jungen nicht um tausend Taler gegeben. eine unvermeidliche Gesellschaft hielt mich ab. Julius Eure Idee will noch nicht die meinige werden. oft zur Zeit.. Ich liebe die Subordination nicht sehr. wie vom Wetter gerührt. es ist. machte mir das alles so heilig. und ich atme wieder auf. Man erzählt von dem Bonoischen Steine. wenn man ihn in die Sonne legt. diesen Himmel. so macht's doch immer unser Glück. wenn wir wie frische Jungen davor stehen. So war mir's mit dem Burschen. Alle Begier schweigt in ihrer Gegenwart. daß ihre Augen auf seinem Gesichte. wenn ich mich nicht geschämt hätte. und ihre Unschuld. Mit welcher Ungeduld ich ihn erwartete. ich werde sie sehen! Und da habe ich für den ganzen Tag keinen Wunsch weiter. daß der Mann noch dazu ein widriger Mensch ist. Es war mir so wohl in seiner Gegenwart.Du verstehst mich. nur um einen Menschen um mich zu haben. Meine Mutter möchte mich gern in Aktivität haben. Wenn sie gar im Gespräch ihre Hand auf die meinige legt. sind das Phantome. Verwirrung und Grillen her. Das Gefühl. Julius Wilhelm. Ich glaube zu versinken. daß ich mit dem Gesandten nach . Wie mich der einfache Gesang angreift! Und wie sie ihn anzubringen weiß. und mit aller Heiterkeit der schönen Sonne entgegenblicke. gehen soll. Julius Ich werde sie sehen! ruf' ich morgens aus. Am 18. Ich weiß nie. seinen Backen. die sie auf dem Klaviere spielet mit der Kraft eines Engels. daß er. wo ich mir eine Kugel vor den Kopf schießen möchte! Die Irrung und Finsternis meiner Seele zerstreut sich. als vorübergehende Phantome. Wilhelm. Und. schwach genug! Und ist das nicht Verderben? Sie ist mir heilig. wie sehr mich die kleinen Vertraulichkeiten peinigen. Das hat . daß du darüber lachest. Den 20. wenn ich mich ermuntere. der ihr heute nahe gekommen wäre. so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand! Und wenn's nichts wäre als das. und dem Kragen am Surtout geruht hatten. Wilhelm! Wenn ich mich jemals unterstehe. alles verschlingt sich in dieser Aussicht. sagst du. und wir wissen alle. was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht! Kaum bringst du das Lämpchen hinein. wie mir ist. mit welcher Freude ich ihn wiedersah! Ich hätte ihn gern beim Kopfe genommen und geküßt. Nein. als wenn die Seele sich mir in allen Nerven umkehrte. so simpel und so geistvoll! Es ist ihr Leiblied und mich stellt es von aller Pein. wenn es uns wohl ist? Den 19. und im Interesse der Unterredung näher zu mir rückt. seinen Rockknöpfen. Kein Wort von der alten Zauberkraft der Musik ist mir unwahrscheinlich. und uns über die Wundererscheinungen entzücken. Sie hat eine Melodie. ihre Strahlen anzieht und eine Weile bei Nacht leuchtet. wenn sie nur die erste Note davon greift. daß der himmlische Atem ihres Mundes meine Lippen erreichen kann. wenn ich bei ihr bin. mein Herz ist so verderbt nicht! Schwach. Alles.O. Bewahre dich Gott. dieses Vertrauen . ihre unbefangene Seele fühlt nicht. Was war zu tun? Ich schickte meinen Diener hinaus.. Heute konnte ich nicht zu Lotten.

und sollten's Kuchen werden! Lottens Porträt habe ich dreimal angefangen. bin ich bei ihr. so wär's unerträglich. ist's nur noch eine halbe Stunde zu ihr! Ich bin zu nah in der Atmosphäre. Am 26. ist immer ein Tor. Noch nie war ich glücklicher. und die armen Elenden scheiterten zwischen den übereinander stürzenden Brettern. sich um Geld oder Ehre oder sonst was abarbeitet. Heute führte ich es schnell nach der Lippe und die Zähne knisterten mir. ob ich Erbsen zähle oder Linsen? Alles in der Welt läuft doch auf eine Lumperei hinaus. der um anderer willen. Bin ich jetzt nicht auch aktiv? Und ist's im Grunde nicht einerlei. und wenn der Morgen kommt. daá ich mein Zeichnen nicht vernachlässige. unter den ich mich in jeder Betrachtung zu stellen bereit wäre. ich gehe nach Wahlheim. wurden auf einmal alles Eisenwerks beraubt. dem man gut sein muß. Am 26. die Nägel flogen dem Berge zu. wenn's länger währt. finde ich doch wieder eine unwiderstehliche Ursache. der Bräutigam ist da! ein braver lieber Mann. die zu nahe kamen. sie nicht so oft zu sehn. Darauf habe ich denn ihren Schattenriß gemacht und damit soll mir g'nügen. Julius Da dir so sehr daran gelegen ist. Am 24. und hat Lotten in meiner Gegenwart noch nicht ein einzigmal geküßt. liebe Lotte. und doch . und ehe ich mich's versehe. Das lohn' . ich will alles besorgen und bestellen. Besitz! . und ein Mensch. Auch ist er so ehrlich. und habe mich dreimal prostituiert. sein eigenes Bedürfnis ist. und verspreche mir heilig.. möchte ich lieber die ganze Sache übergehen.Genug. bis aufs Steinchen. und wenn ich nun da bin. aufs Gröschen herunter. daß zeither wenig getan wird. daß ich keinen Umriß packen kann. noch nie war meine Empfindung an der Natur. Am 30.mich zum Lachen gemacht. nur recht oft. ihn vor meinem Angesicht im Besitz so vieler Vollkommenheiten zu sehen. Um eins bitte ich Sie: Keinen Sand mehr auf die Zettelchen. Julius Ja. wenn ich Ton hätte oder Wachs. Julius Ich habe mir schon manchmal vorgenommen. voller und inniger. Julius Albert ist angekommen und ich werde gehen. als dir sagen. aber ich bilde mir ein. ohne daß es seine eigene Leidenschaft. weil ich vor einiger Zeit sehr glücklich im Treffen war. Die Schiffe. und wenn er der beste. oder der Tag ist gar zu schön. die Sie mir schreiben. wer das halten könnte! Alle Tage unterlieg' ich der Versuchung. geben Sie mir nur mehr Aufträge. Glücklicherweise war ich nicht beim Empfang! Das hätte mir das Herz zerrissen. Ja. ihr selbst die Antwort zu bringen. das mich um so mehr verdrießt. Ich weiß nicht. meine vorstellende Kraft ist so schwach. Entweder sie hat des Abends gesagt: Sie kommen doch morgen? Wer könnte da wegbleiben? Oder sie gibt mir einen Auftrag und ich finde schicklich. so wollte ich's wohl herausbilden. Meine Großmutter hatte ein Märchen vom Magnetenberg. Ich werde auch Ton nehmen. morgen willst du einmal wegbleiben. Wilhelm. und kneten. der edelste Mensch wäre. wie ich mich ausdrücken soll. alles schwimmt und schwankt so vor meiner Seele. Zuck! So bin ich dort..

die Empfindungen und Handlungsweisen schattieren sich so mannigfaltig. und suche einer elenden Empfindung los zu werden. und fange viel Possen. Er hält mich für einen Menschen von Sinn. die alle deine Kräfte verzehren muß. ehe Albert kam. die von uns Ergebung in unvermeidliche Schicksale fordern. so selten es auch angeht. lieber Wilhelm. Schafft mir diese Strohmänner von Halse! Ich laufe in den Wäldern herum. . insofern es möglich ist. wenigstens würd' ich an seinem Platze nicht ganz sicher vor diesem Teufel blieben. und spottete derer doppelt und dreifach. es war gewiá nicht auf dich geredet. sagst du. viel verwirrtes Zeug an. im ersten Fall suche sie durchzutreiben. Du wirst mir also nicht übel nehmen. Er will mir wohl. Seine gelassene Außenseite sticht gegen die Unruhe meines Charakters sehr lebhaft ab. die ich an allen ihren Handlungen habe. Gut. wenn ich dir dein ganzes Argument einräume. wenn sie zwei Verehrer in gutem Vernehmen miteinander erhalten können. und er liebt sie nur desto mehr. meine warme Freude. und meine Anhänglichkeit an Lotten. ich bitte Sie. und mich doch zwischen dem Entweder-Oder durchzustehlen suche. ihm nicht auch zugleich den Mut.bald gesagt. und wenn ich zu Lotten komme und Albert bei ihr sitzt im Gärtchen unter der Laube und ich nicht weiter kann. Unter uns. muß ich ihn lieben. wenn Sie so lustig sind.und Stumpfnase sind. daß du von ähnlicher Meinung sein könntest. als seiner eigenen Empfindung. ist der Vorteil immer ihr. was er an Lotten hat. wenn er zu tun hat. ich sollte mich resignieren und weil es nun einmal nicht anders sein könnte. wenn ich die Menschen unerträglich schalt. was ich jetzt weiß. machte auch keine . Indes kann ich Alberten meine Achtung nicht versagen. Ich dachte wahrlich nicht daran. kannst du von ihm verlangen.Was braucht's Namen! erzählt die Sache an sich! . oder du hast keine. die ich ärger hasse am Menschen als alle andre. Dem sei nun wie ihm wolle! meine Freunde. suche die Erfüllung deiner Wünsche zu umfassen. das lasse ich dahingestellt sein. sagte mir Lotte heut. Er hat viel Gefühl. Entweder.Ich wußte alles. Er scheint wenig üble Laune zu haben. als Abfälle zwischen einer Habichts. er solle durch einen Dolchstoß der Qual auf einmal ein Ende machen? Und raubt das Übel. denn darin sind die Weiber fein und haben recht. Und im Grunde hast du recht. die sich nicht verbergen läßt. daß ich keine Prätension auf sie zu machen hatte. Nur eins. bei Lotten zu sein. mein Bester. so bin ich ausgelassen närrisch. bei so viel Liebenswürdigkeit nicht zu begehren. vermehrt seinen Triumph. Am 8. ist hin. wutsch! Bin ich drauß. keine Szene wie die von gestern abend! Sie sind fürchterlich. hast du Hoffnung auf Lotten. ich wußte. da der andre nun wirklich kommt und ihm das Mädchen wegnimmt. dessen Leben unter einer schleichenden Krankheit unaufhaltsam allmählich abstirbt. wenn ich sie allein finde.das heißt. Ich beiße die Zähne aufeinander und spotte über mein Elend. Ob er sie nicht manchmal mit kleiner Eifersüchtelei peinigt. Um Gottes willen. das ist Lottens Werk mehr. sich davon zu befreien? . ich passe die Zeit ab.Und jetzt macht der Fratze große Augen. August Ich bitte dich. Bester! Das ist wohl gesagt und . das ist die Sünde. den er vor dem Mädchen hat. und da ist mir's immer wohl. und weiß. im zweiten Fall ermanne dich. das ihm die Kräfte verzehrt. und ich vermute. Soll ich das Torheit nennen oder Verblendung? . in der Welt ist es sehr selten mit dem Entweder-Oder getan.ihm Gott! Um des Respekts willen. die sagen könnten. Und kannst du von dem Unglücklichen. und du weißt.

daß Albert hier bleiben. wie sie. ob ich dir geschrieben habe. Abends. Borge mir die Pistolen. von dem Alten geliebt zu werden wie ein Sohn. eine wahre Mutter geworden. füge sie sehr sorgfältig in einen Strauß und werfe sie in den vorüberfließenden Strom. Am 10. und dennoch ihre Munterkeit. Es ist in der Welt nichts Lächerlichers erfunden worden als dieses Verhältnis. wie sie auf ihrem Todbette Lotten ihr Haus und ihre Kinder übergeben und ihm Lotten anbefohlen habe. Wenn er mir von ihrer rechtschaffenen Mutter erzählt. der durch keine launische Unart mein Glück stört. August Ich könnte das beste glücklichste Leben führen. Ich weiß nicht. daß unser Herz allein sein Glück macht. Wilhelm. Meinetwegen. Albert ist der beste Mensch unter dem Himmel. ins Gebirge zu reiten. Ja. zu meiner Reise. in denen ich mich jetzt befinde.Zwar könntest du mir mit einem verwandten Gleichnisse antworten: Wer ließe sich nicht lieber den Arm abnehmen. und es noch keinen Anschein zur Besserung hat. fallen mir seine Pistolen in die Augen. denn mich wandelte die Lust an. wenn ich nicht ein Tor wäre. der mich mit herzlicher Freundschaft umfaßt. und fuhr fort. und von Lotten! Dann der ehrliche Albert. . als die sind. und ein Amt mit einem artigen Auskommen vom Hofe erhalten wird. ihr leichter Sinn sie nie dabei verlassen habe. sagte ich. wo er sehr beliebt ist. August Gewiß. und da . wenn du dir die Mühe nehmen willst sie zu laden. von den Kleinen wie ein Vater. Genug. das ich seit einiger Zeit vernachlässiget. bei mir hängen sie nur pro forma. fiel mir heut wieder in die Hände. mag ich mit dem Zeuge nichts mehr zu tun haben. es ist eine Freude. wie kein Augenblick ihrer Zeit ohne tätige Liebe. Am 12. Ich nahm eine herunter. ich habe manchmal so einen Augenblick aufspringenden. Ein Glied der liebenswürdigen Familie zu sein. wenn wir spazieren gehen und uns einander von Lotten unterhalten. wie sie leise hinunterwallen. als daß er durch Zaudern und Zagen sein Leben aufs Spiel setzte? Ich weiß nicht! Und wir wollen uns nicht in Gleichnissen herumbeißen. und ich bin erstaunt. jetzt noch so klar sehe. und doch kommen mir oft darüber die Tränen in die Augen. in der Sorge für ihre Wirtschaft. So schöne Umstände vereinigen sich nicht leicht. eines Menschen Seele zu ergetzen. Ich gehe so neben ihm hin und pflücke Blumen am Wege.wenn ich nur wüßte wohin? Ich ginge wohl. von woher ich dir auch jetzt schreibe. und in dem Ernste. ohne Arbeit verstrichen. sagte er. Ich habe gestern eine wunderbare Szene mit ihm gehabt. Seit mir meine Vorsicht einen so unartigen Streich gespielt hat. dem ich nach Lotten das Liebste auf der Welt bin! Wilhelm. abschüttelnden Muts. uns zu hören. Ach so gewiß ist's. Mein Tagebuch. wie ich so wissentlich in das alles Schritt vor Schritt hineingegangen bin! Wie ich über meinen Zustand immer so klar gesehen und doch gehandelt habe wie ein Kind. und sehe ihnen nach. um Abschied von ihm zu nehmen. wie seit der Zeit ein anderer Geist Lotten belebt habe. Ich kam zu ihm. In Ordnung und Emsigkeit in Geschäften habe ich wenig seinesgleichen gesehen. und wie ich in der Stube auf und ab gehe.

Daß ihr Menschen. wir könnten die Terzerolen nötig haben und könnten . das ist töricht. Du wirst mir zugeben. und schießt den Ladstock einem Mädchen zur Maus herein an der rechten Hand. wir könnten überfallen werden.. aus welchem Beweggrunde sie wollen. so ohne Teilnehmung da. erzählte er. zu modifizieren und ab. wie ein Mensch so töricht sein kann. der im gerechten Zorne sein untreues Weib und ihren nichtswürdigen Verführer aufopfert? Gegen das Mädchen. warum sie geschehen mußte? Hättet ihr das. Allgemeines. weiß ich nicht. wenn er glaubt. das ist bös! Und was will das alles heißen? Habt ihr deswegen die inneren Verhältnisse einer Handlung erforscht? Wißt ihr mit Bestimmtheit die Ursachen zu entwickeln. Aber auch im gemeinen Leben ist's unerträglich. das Gewehr geht los. wie das ist. ihr Weisen! . mein Lieber. von jeher für Trunkene und Wahnsinnige ausschreien mußte. Ich gab sie dem Bedienten. fuhr ich fort.Ich war neugierig. Das ist ganz was anders. sie mögen geschehen. da ich müßig sitze. sich zu erschießen. indem er mir die Pistole herabzog. und beides reut mich nicht. Halbwahres gesagt zu haben. sagte Albert. um sich und die Seinigen vom gegenwärtigen Hungertode zu erretten. Ich bin mehr als einmal trunken gewesen. etwas Übereiltes. Und auch so. Lieber Schatz. Denn ich habe in meinem Maße begreifen lernen. gleich sprechen müßt. verabscheut den Unsinnigen.. lassen sich rühren und halten ihre Strafe zurück. finden sich auch hier einige Ausnahmen. sagte ich. weil ein Mensch. den seine Leidenschaften hinreißen. Und bei diesem Anlaß kam er sehr tief in Text. die etwas Großes. verdient der Mitleiden oder Strafe? Wer hebt den ersten Stein auf gegen den Ehemann. da der Ladstock noch drin steckt. Es ist wahr. und der dahlt mit den Mädchen. der Diebstahl ist ein Laster. der. Ich hörte endlich gar nicht weiter auf ihn. daß gewisse Handlungen lasterhaft bleiben. versetzte Albert. fast einem jeden bei halbweg einer freien. Doch. sie zu putzen und zu laden. daß er euch nicht gemacht hat wie einen von diesen. und Gott weiß wie. aber der Mensch. warum sie geschah. So hört er dir nicht auf zu limitieren. auf Raub ausgeht. und mit einer auffahrenden Gebärde drückte ich mir die Mündung der Pistole übers rechte Aug' an die Stirn. und seit der Zeit lass' ich alles Gewehr ungeladen. edlen. und die Kur zu bezahlen obendrein. bis zuletzt gar nichts mehr an der Sache ist. der ist narrisch! Schämt euch. Nun weißt du. Ich zuckte die Achseln und gab's ihm zu. diese kaltblütigen Pedanten. das ist gut. die Geschichte zu wissen. und als ein Trunkener. geht vorbei wie der Priester und dankt Gott wie der Pharisäer. Einmal an einem regnichten Nachmittage. was soll das? Sie ist nicht geladen. verfiel in Grillen. etwas Unmöglichscheinendes wirkten.und zuzutun. Da hatte ich das Lamentieren. wie mir einfüllt. um von einer Sache zu reden. denn versteht sich's nicht von selbst. Ich kann mir nicht vorstellen. unerwarteten Tat nachrufen zu hören: Der Mensch ist trunken. Ach ihr vernünftigen Leute! rief ich lächelnd aus. ihr würdet nicht so eilfertig mit euren Urteilen sein. meine Leidenschaften waren nie weit vom Wahnsinn. rief ich aus. Pfui! sagte Albert. was soll's? versetzte er ungeduldig. hatte ein Paar Terzerolen ungeladen und schlief ruhig. wohl ein Vierteljahr auf dem Lande bei einem Freunde auf. was ist Vorsicht? Die Gefahr läßt sich nicht auslernen! Zwar . daß ich den Menschen sehr lieb habe bis auf seine "Zwar". Du weißt ja. Ich hielt mich. als ein Wahnsinniger angesehen wird. Leidenschaft! Trunkenheit! Wahnsinn! Ihr steht so gelassen.. alle Besinnungskraft verliert. will sie erschrecken. und zerschlägt ihr den Daumen. das in einer wonnevollen Stunde sich in den unaufhaltsamen Freuden der Liebe verliert? Unsere Gesetze selbst. ihr Nüchternen! Schämt euch. wie man alle außerordentlichen Menschen. der bloße Gedanke erregt mir Widerwillen. das ist klug. ihr sittlichen Menschen scheltet den Trinker.. daß jeder allgemeine Satz Ausnahmen leidet? Aber so rechtfertig ist der Mensch.

zu dem ein unbekanntes Gefühl sie unwiderstehlich hinreißt. Sie kann Freude. der sich das Leben nimmt. warum soll die Überspannung das Gegenteil sein? Albert sah mich an und sagte Nimm mir's nicht übel die Beispiele. der sich entschließt. die sonst angenehme Bürde des Lebens abzuwerfen. versetzte ich. Schmerzen bis auf einen gewissen Grad ertragen. bis endlich eine wachsende Leidenschaft ihn aller ruhigen Sinneskraft beraubt. ihm von seinen Kräften nicht das geringste einflößen kann. nichts . von einer Sache zu reden. wovon jetzt die Rede ist. vielleicht alle hohen Feste einmal zu tanzen. daß teils die ihre Kräfte verzehrt. laß uns das auf den Geist anwenden. das in dem engen Kreise häuslicher Beschäftigungen. die er bei ruhigem Sinne kaum bewegen kann. Ein Volk. wenn es endlich aufgärt und seine Ketten zerreißt? Ein Mensch. mit großen Handlungen vergleichst. als es ungehörig wäre. ihre vorigen Freuden werden ihr nach und nach unschmackhaft. Du gibst mir zu. hat ihre Grenzen. der an einem bösartigen Fieber stirbt. wir nennen das eine Krankheit zum Tode. einer übeln Nachrede mit einer Nachbarin zu verplaudern. Paradox! Sehr paradox! rief Albert aus. und mit Leichtigkeit Lasten wegträgt. der am Bette des Kranken steht. Alberten war das zu allgemein gesprochen. weil ich's schon oft gehört. auf den sie nun alle ihre Hoffnungen wirft. daß sie sich nicht wieder aufzuhelfen. wöchentlicher bestimmter Arbeit herangewachsen war. und wiederholte ihm ihre Geschichte. Sieh den Menschen an in seiner Eingeschränktheit. einer. und übrigens mit aller Lebhaftigkeit des herzlichsten Anteils manche Stunde über den Anlaß eines Gezänkes. daß der gelassene vernünftige Mensch den Zustand des Unglücklichen übersieht. ob einer schwach oder stark ist. laß dich vom Anscheine nicht verführen. das weiter keine Aussicht von Vergnügen kannte. Die menschliche Natur. darfst du das schwach heißen. Denn nur insofern wir mitempfinden. sagte ich. wenn ich aus ganzem Herzen rede. wenn Anstrengung Stärke ist. und hast wenigstens hier gewiß unrecht.Das sind nun wieder von deinen Grillen. Ideen sich bei ihm festsetzen. wie dem Menschen zumute sein mag. scheinen hieher gar nicht zu gehören. wie Eindrücke auf ihn wirken. du überspannst alles. denn kein Argument bringt mich so aus der Fassung. Es mag sein. alle Kräfte gespannt fühlt. ob wir uns auf eine andere Weise vorstellen können. wodurch die Natur so angegriffen wird. Ich war im Begriff abzubrechen. der in der Wut der Beleidigung es mit sechsen aufnimmt und sie überwältigt. Ein gutes junges Geschöpf. das man vor weniger Zeit im Wasser tot gefunden. die durch die Schmeicheleien der Männer vermehrt werden. daß meine Kombinationsart manchmal an Radotage grenze. sobald der überstiegen ist. Doch faßte ich mich. Deren feurige Natur fühlt nun endlich innigere Bedürfnisse. durch keine glückliche Revolution den gewöhnlichen Umlauf des Lebens wieder herzustellen fähig ist. man hat mir schon öfters vorgeworfen. Vergebens. das unter dem unerträglichen Joch eines Tyrannen seufzt. Hier ist also nicht die Frage. und mich öfter darüber geärgert hatte. als etwa sonntags in einem nach und nach zusammengeschafften Putz mit ihresgleichen um die Stadt spazieren zu gehen. teils so außer Wirkung gesetzt werden. mein Lieber. Ich erinnerte ihn an ein Mädchen. nichts hört. daß Feuer sein Haus ergriffen hat. sind die schwach zu nennen? Und. Nicht so sehr als du denkst. als wenn einer mit einem unbedeutenden Gemeinspruche angezogen kommt. daß du den Selbstmord. und ihn zugrunde richtet. mein Guter. die du da gibst. der über dem Schrecken. Nun. bis sie endlich einen Menschen antrifft. Es mag nun moralisch oder körperlich sein und ich finde es ebenso wunderbar zu sagen. als ein qualvolles Leben standhaft zu ertragen. fuhr ich fort. die Welt rings um sich vergißt. haben wir Ehre. und versetzte ihm mit einiger Lebhaftigkeit: Du nennst das Schwäche? Ich bitte dich. der Mensch ist feige. da man es doch für nichts anders als eine Schwäche halten kann. den einen Feigen zu nennen. daß er ihm zuredet! Ebenso wie ein Gesunder. Denn freilich ist es leichter zu sterben. sagte Albert. Leid. vergebens. und geht zugrunde. Laßt uns denn sehen. sondern ob er das Maß seines Leidens ausdauern kann.

umfangen ganz ihre Seele. und wenn sie poetisch noch so besser geworden wäre. und er lebte bis auf den heutigen Tag! Albert. sie fühlt sich allein. keine Ahnung. Sie streckt endlich ihre Arme aus. die Verzweifelung würde sich schon gelegt. sie ist bis auf den höchsten Grad gespannt. das einer habe mag. das ist die Geschichte so manches Menschen! Und sag'. Erstarrt. in einem Vorgefühl aller Freuden. um in einem rings umfangenden Tode alle ihre Qualen zu ersticken. als daß ich immer morgen wiederkommen würde. und das bißchen Verstand. daß in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe. Und wir gingen auseinander.sieht. sie will in ewiger Verbindung all das Glück antreffen. der Mensch ist Mensch. ich konnte aber nicht dazu kommen. Ich schnitt ihnen das Abendbrot. sich nur sehnt nach ihm. rief ich aus. o mir war das Herz so voll. das versichre ich dich. wie aber ein Mensch von Verstande. ich hätte nur von einem einfältigen Mädchen gesprochen. und Lotte sagte selbst. Mein Freund. der mehr Verhältnisse übersehe.und ihr Geliebter verläßt sie. das sie nun fast so gern von mir als von Lotten annehmen. Weil ich manchmal einen Inzidentpunkt erfinden muß. sie schwebt in einem dumpfen Bewußtsein. daß sie mich ungern verlöre.. kein Trost. wandte noch einiges ein. dem einzigen. die von Händen bedient wird. heute war ich hinausgegangen. Ein andermal davon. Durch die leeren Vergnügungen einer unbeständigen Eitelkeit nicht verdorben. in dem sie allein ihr Dasein fühlte. zieht ihr Verlangen gerade nach dem Zweck. Am 15. Ich fühl's an Lotten. August.. bis seine Kräfte sich erholt. den Einzigen. Wie denn auf dieser Welt keiner leicht den andern versteht. denn die Kleinen verfolgten mich um ein Märchen. ich sollte ihnen den Willen tun. und der Mensch ist gemacht. keine Aussicht. . notwendig seinem Buche schaden muß.Das ist eben. das ihr die Gewißheit aller Hoffnungen versiegelt. Der erste Eindruck findet uns willig. verlassen von aller Welt und blind. den ich beim zweitenmal vergesse. und erzählte ihnen das Hauptstückchen von der Prinzessin. Ich habe daraus gelernt. es würde sich schon ein anderer sie zu trösten vorgefunden haben. und ich bin erstaunt. Lottens Klavier zu stimmen. Vielmehr . was es auf sie für Eindrücke macht. der zusehen und sagen könnte: Die Törin! Hätte sie gewartet. Sie Albert. ohne einander verstanden zu haben. wenn Leidenschaft wütet und die Grenzen der Menschheit einen Drängen. der Tumult seines Blutes sich gelegt hätten. all ihre Wünsche zu umfassen . das vorigemal wär' es anders gewesen. alles wäre gut gegangen. die ihr den Verlust ersetzen könnten. könne er nicht begreifen. seine Säfte sich verbessert. sie unveränderlich in einem singenden Silbenfall an einem Schnürchen weg zu rezitieren. nichts fühlt als ihn. Es ist doch gewiß. sagen sie gleich. Wiederholtes Versprechen. in die Enge gepreßt von der entsetzlichen Not ihres Herzens. Alles ist Finsternis um sie her. die ihre Begierden vermehren. stirbt am Fieber! Hätte er gewartet. die vor ihr liegt. und griff nach meinem Hute. ist das nicht der Fall der Krankheit? Die Natur findet keinen Ausweg aus dem Labyrinthe der verworrenen und widersprechenden Kräfte. der nicht so eingeschränkt sei. so daß ich mich jetzt übe. dem die Vergleichung noch nicht anschaulich war. nach denen sie sich sehnte. kühne Liebkosungen. und der Mensch muß sterben. und die Kinder haben keinen andern Begriff. Wehe dem. und unter andern. das ihr mangelt. zu entschuldigen sein möchte. nicht die vielen. die Vereinigung aller Freuden genießen. kommt wenig oder nicht in Anschlag. Sie sieht nicht die weite Welt. stürzt sie sich hinunter. daß man ihm das Abenteuerlichste überreden . Ich lerne viel dabei. wie ein Autor durch eine zweite veränderte Ausgabe seiner Geschichte. sagte ich. ohne Sinne steht sie vor einem Abgrunde. sie will die Seinige werden. denn der hat sie verlassen. als wenn einer sagte: Der Tor. hätte sie die Zeit wirken lassen.

kann. kein Augenblick. Vom unzugänglichen Gebirge über die Einöde. und der sanfte Fluß zwischen den lispelnden Rohren dahingleitete und die lieben Wolken abspiegelte. Wenn ich sonst vom Felsen über den Fluß bis zu jenen Hügeln das fruchtbare Tal überschaute und alles um mich her keimen und quellen sah. Bruder. bis ans Ende des unbekannten Ozeans weht der Geist des Ewigschaffenden. jene Täler in ihren mannigfaltigen Krümmungen von den lieblichsten Wäldern beschattet sah. und ich sah sie wirken und schaffen ineinander in den Tiefen der Erde. und das Schwirren und Weben um mich her mich auf den Boden aufmerksam machte und das Moos. und nur einen Augenblick. der nicht dich verzehrte und die Deinigen um dich her. wie oft habe ich mich mit Fittichen eines Kranichs. Es hat sich vor meiner Seele wie ein Vorhang weggezogen. das alles in sich und durch sich hervorbringt. Selbst diese Anstrengung. mir das innere. und stampft eine kleine Welt in ein schmähliches Grab. und freut sich jedes Staubes. weil du so klein bist. jene unsäglichen Gefühle zurückzurufen. da du nicht ein Zerstörer bist. und nun über der Erde und unter dem Himmel wimmeln die Geschlechter der mannigfaltigen Geschöpfe. heilige Leben der Natur eröffnete. wenn ich jene Berge. und läßt mich dann das Bange des Zustandes doppelt empfinden. Ha! Nicht die große seltne Not der Welt. nur die Erinnerung jener Stunden macht mir wohl. die kein Fuß betrat. das ist. und das Geniste. und die herrlichen Gestalten der unendlichen Welt bewegten sich allbelebend in meiner Seele. Abgründe lagen vor mir. und der Schauplatz des unendlichen Lebens verwandelt sich vor mir in den Abgrund des offnen Grabs. zu dem Ufer des ungemessenen Meeres gesehnt. die der sanfte Abendwind am Himmel herüberwiegte. Ach damals. der ihn vernimmt und lebt. Ungeheure Berge umgaben mich. der harmloseste Spaziergang kostet tausend armen Würmchen das Leben. alle die unergründlichen Kräfte. da alles vorübergeht? Da alles mit der Wetterschnelle vorüberrollt. in der eingeschränkten Kraft meines Busens. das haftet aber auch gleich so fest. vom Fuße bis auf zum Gipfel. es zerrüttet ein Fußtritt die mühseligen Gebäude der Ameisen. die Flüsse strömten unter mir. glühende. August Mußte denn das so sein. und ihr letzter zuckender Blick den summenden Käer aus seinem Grae befreite. und Wetterbäche stürzten herunter. einen Tropfen der Seligkeit des Wesens zu fühlen. Kannst du sagen. untergetaucht und an Felsen zerschmettert wird? Da ist kein Augenblick. so selten die ganze Kraft seines Daseins ausdauert. und die Millionen Mükenschwäme im letzten roten Strahle der Sonne mutig tanzten. wieder auszusprechen. alles bevölkert mit tausendfachen Gestalten. hebt meine Seele über sich selbst. das den dürren Sandhügel hinunter wächst. das rings umher die Welt mir zu einem Paradiese schuf. wird mir jetzt zu einem unerträglichen Peiniger. daß das. und die Menschen dann sich in Häuslein zusammen sichern und sich annisten und herrschen in ihrem Sinne über die weite Welt! Armer Tor! der du alles so gering achtest. aus dem sch“umenden Becher des Unendlichen jene schwellende Lebenswonne zu trinken. fühlte mich in der überfließenden Fülle wie vergöttert. das meinem harten Felsen sein Nahrung abzwingt. ach. in den Strom fortgerissen. und Wald und Gebirg erklang. der mich jetzt umgibt. der mich auf allen Wegen verfolgt. Alles. wenn ich dann die Vögel um mich den Wald beleben hörte. mit hohen dichten Bäumen bekleidet. die eure Dörfer wegspülen. sein mußt. wieder die Quelle seines Elendes würde? Das volle warme Gefühl meines Herzens an der lebendigen Natur. zu einem quälenden Geist. der über mich hinflog. Wie faßte ich das alles in mein warmes Herz. diese Fluten. diese . der es wieder auskratzen und austilgen will! Am 18. was des Menschen Glückseligkeit macht. das mich mit so vieler Wonne überströmte. und wehe dem.

Wenn wir uns selbst fehlen. die nichts gebildet hat. der kleine Wetsteinische Homer. August Ein Unglück. wodurch uns die Eitelkeit des Gebers erniedrigt. Und. und mit jedem Atemzuge schlürfe ich die Erinnerung jener Seligkeiten ein. meine tätigen Kräfte sind zu einer unruhigen Lässigkeit verstimmt. Himmel und Erde und webenden Kräfte um mich her! Ich sehe nichts. hatte lange mir angelegen. Sieh. das seiner Freiheit ungeduldig sich Sattel und Zeig auflegen läßt. Ich glaube es selbst. und um die ich sie seither etlichemal gebeten hatte. so suchen sie alle die kleinen Gefälligkeiten der Freundschaft auf. Am 21. mir wäre wohl. die Lotte vor hatte. Ach. Mir fällt beim Eröffnen sogleich eine der blaßroten Schleifen in die Augen. und eine Stunde ist mir's auch wohl drum zu tun. wenn ich von schweren Träumen aufdämmere. um die stelle bei der Gesandtschaft anzuhalten. die tausendmal werter sind als jene blendenden Geschenke. und wie wenige dieser Früchte werden reif! Und doch sind . ohne eine Spur hinter sich zu lassen. als ein ewig verschlingendes.Erdbeben. wenn mich ein glücklicher unschuldiger Traum getäuscht hat. August Umsonst strecke ich meine Arme nach ihr aus. was ich soll. kein Gefühl an der Natur und die Bücher ekeln mich an. nach der ich so oft verlangt. Wilhelm. so würden dies Menschen es tun. ich weiß nicht. eine Hoffnung zu haben. ist nicht vielleicht das Sehnen in mir nach Veränderung des Zustands eine innere unbehagliche Ungeduld. wenn ich an seiner Stelle wäre! Schon etlichemal ist mir's so aufgefahren. um mich auf dem Spaziergange mit dem Ernestischen nicht zu schleppen. Hernach wenn ich wieder dran denke. Wilhelm. fehlt uns doch alles. und ich weine trostlos einer finstern Zukunft entgegen. ewig wiederkäuendes Ungeheuer. Ich schwöre dir. eine Ausgabe. Es waren zwei Büchelchen in Duodez dabei. morgens. Der Minister liebt mich seit langer Zeit. manchmal wünschte ich ein Tagelöhner zu sein. Und so taumle ich beängstigt. Oft beneide ich Alberten. als ich sie kennen lernte. wie du versicherst. es ist so. das nicht seinen Nachbar. und mir die Fabel vom Pferde einfällt. mit denen mich jene wenigen. die. Am 22. und drüber mich ermuntere . die mich überallhin verfolgen wird? Am 28. glücklichen. wenn meine Krankheit zu heilen wäre. ich sollte mich irgend einem Geschäfte widmen. und in aller Frühe empfange ich ein Päckchen von Alberten. ich kann nicht mßßig sein und kann doch auch nichts tun. als säß' ich neben ihr auf der Wiese und hielt' ihre Hand und deckte sie mit tausend Küssen. mir nicht versagt werden würde. und zuschanden geritten wird. mir untergräbt das Herz die verzehrende Kraft. mein Lieber. ich wollte dir schreiben und dem Minister. nicht sich selbst zerstörte. einen Drang. Heute ist mein Geburtstag. den ich über die Ohren in Akten begraben sehe. so kommen sie meinen Wünschen zuvor. wie wenige setzen Frucht an. August Es ist wahr. die in dem All der Natur verborgen liegt. unwiederbringlichen Tage überfüllten. vergebens suche ich sie nachts in meinem Bette.ein Strom von Tränen bricht aus meinem gepreßten Herzen. wenn ich dann noch halb im Taumel des Schlafes nach ihr tappe. um nur des Morgens beim Erwachen eine Aussicht auf den künftigen Tag. und ich murre nicht. Ich küsse diese Schleife tausendmal. Ich habe keine Vorstellungskraft. die eure Städte verschlingen. rühren mich. und bilde mir ein. die Blüten des Lebens sind nur Erscheinungen! Wie viele gehn vorüber.

dir mit tausend Tränen und Entzückungen ausdrücken kann. Wilhelm. ich sitze oft auf den Obstbäumen in Lottens Baumstück mit dem Obstbrecher. suche mich zu beruhigen. Sie steht unten und nimmt sie ab. einen jähen Berg zu klettern ist dann meine Freunde. Am 3. durch die Dornen. und es mich an die Gurgel faßt wie ein Meuchelmörder. dann mein Herz in wilden Schlägen den bedrängten Sinnen Luft zu machen sucht. wozu mich mein Herz oft drängt. ungenossen verfaulen lassen? Lebe wohl! Es ist ein herrlicher Sommer. die Empfindungen. Und Albert . mein Bester. Da wird mir's etwas besser. Hier sitze ich und schnappe nach Luft. Ich habe mich losgerissen. mir es düster vor den Augen wird. das härene Gewand und der Stachelgürtel wären Labsale. an dem himmlischen Ausdruck ihrer Worte geweidet habe. daß sie mich nie wieder sehen wird.ich muß fort! Am 10. und nun nach und nach alle meine Sinne aufgespannt werden. Schon vierzehn Tage gehe ich mit dem Gedanken um. o Wilhelm. und mit Sonnenaufgang sind die Pferde bestellt.deren noch genug da.bis ich mich wieder von ihr losreißen muß. drei Stunden. wenn nicht manchmal die Wehmut das Übergewicht nimmt. und Lotte mir den elenden Trost erlaubt. September Das war eine Nacht. Ich muß fort. der langen Stange.und . auf einen krummgewachsenen Baum mich setze. ob ich auf der Welt bin! Und. O daß ich nicht an deinen Hals fliegen. im einsamen Walde. manchmal in der tiefen nacht. ich kaum noch höre. Am 30. um meinen verwundeten Sohlen nur einige Linderung zu verschaffen. nach denen meine Seele schmachtet. Etwas. August Unglücklicher Bist du nicht ein Tor? Betriegst du dich nicht selbst? Was soll diese tobende endlose Leidenschaft? Ich habe kein Gebet mehr als an sie. durch die Hecken. und mich an ihrer Gestalt. an ihrem Betragen. die einsame Wohnung einer Zelle. wenn ich sie ihr herunterlasse. und ihre Verwirrung nur vermehrt. Ach Wilhelm. Wilhelm. und dann in ermatteter Ruhe in dem Dämmerschein hinschlummre. welch ein Gespräch! . Und Gott. O mein Bruder. meiner Einbildungskraft erscheint keine andere Gestalt als die ihrige. und alles in der Welt um mich her sehe ich nur im Verhältnis mit ihr. Und wenn ich vor Müdigkeit und Durst manchmal unterwegs liegen bleibe. können wir gereifte Früchte vernachlässigen. muß hinaus und schweife dann weit im Feld umher. Wilhelm. daß du meinen wankenden Entschluß bestimmt hast. so muß ich fort. wenn der hohe Vollmond über mir steht. Ach sie schläft ruhig und denkt nicht. Sie ist wieder in der Stadt bei einer Freundin. sie zu verlassen. Und das macht mir denn so manche gl ckliche Stunde . und doch. durch einen unwegsamen Wald einen Pfad durchzuarbeiten. Adieu! Ich seh' dieses Elendes kein Ende als das Grab. und hole die Birnen aus dem Gipfel. die mich verletzen. auf ihrer Hand meine Beklemmung auszuweinen. die mich zerreißen. die mein Herz bestürmen. in einem Gespräch von zwei Stunden mein Vorhaben nicht zu verraten. bin stark gewesen. zwei. ich weiß oft nicht. verachten. nun überstehe ich alles. erwarte den Morgen. September Ich muß fort! Ich danke dir. Ich werde sie nicht wieder sehn. wenn ich bei ihr gesessen bin.

das ich ihr in der Stunde des Todes gab. die Mutter ihrer Kinder zu sein. Werther. ehe ich noch Lotten kannte. mußte sie mich das fragen. Wilhelm. ein geheimer sympathetischer Zug hatte mich hier so oft gehalten. ich ahnete ganz leise. Ich fühle es noch. Teuerste. über dem sanften Fluß unterging. wenn ich ihnen nicht bin. die Gestalt meiner Mutter schwebt immer um mich. ich auch. Ach. Ich lief ihnen entgegen. wie heimlich mir's ward. Es greift Sie zu stark an. ging auf und ab. Wir werden sein. was für ein Schauplatz das noch werden sollte von Seligkeit und Schmerz. Mit welcher Empfindung rufe ich aus: Verzeihe mir's. ob sie fühlen. als der Mond hinter dem buschigen Hügel aufging. unter meinen Kindern sitze. Ein herrlicher Anblick. sind sie doch gekleidet. ach. gleich nach dem Nachtessen mit Lotten im Garten zu sein. und mir die Augen voll Tränen wurden. indem ich ihr die Hand reichte. was sie sagte? Wie kann der kalte tote Buchstabe diese himmlische Blüte des Geistes darstellen? Albert fiel ihr sanft in die Rede. ich stand auf. wir redeten mancherlei und kamen unvermerkt dem düstern Kabinette näher. Sie machte uns aufmerksam auf die schöne Wirkung des Mondenlichtes. Ich stand auf der Terrasse unter den hohen Kastanienbäumen und sah der Sonne nach. wer kann wiederholen. Lotte trat hinein und setzte sich. bis zuletzt alles sich in ein geschlossenes Plätzchen endigt. daß mir nicht der Gedanke an meine Verstorbenen begegnete. des Wiedersehens geweidet. Ich hatte mich etwa eine halbe Stunde in den schmachtenden süßen Gedanken des Abscheidens. das wahrhaftig eins von den romantischsten ist. ich ging in der Allee auf und ab. und was mehr ist als das alles. weil uns rings eine tiefe Dämmerung einschloß. Erst hast du zwischen den Kastanienbäumen die weite Aussicht. schon viel davon geschrieben. Und nun. fuhr sie mit der Stimme des herrlichsten Gefühls fort. von Zukunft über mich käme. denk' ich. Albert neben sie. das am Ende der Buchenwände die ganze Terrasse vor uns erleuchtete. und wünsche. wir werden uns wieder sehn! Hier und dort wieder sehn! Ich konnte nicht weiterreden. mit einem Schauer faßte ich ihre Hand und küßte sie. niemals. . setzte mich wieder. o Wilhelm.Albert hat mir versprochen. liebe Lotte! Ich weiß.. und durch ein daranstoßendes Boskett die Allee immer düsterer wird. fuhr sie fort. daß sie hereinschauen könnte einen Augenblick. die ich von der Kunst hervorgebracht gesehen habe. der um so viel frappanter war. als wir im Anfang unserer Bekanntschaft die wechselseitige Neigung zu diesem Plätzchen entdeckten. aber ich bitte Sie. wann's uns wohl geht. aber. So oft hatte ich hier gestanden mit ihr und eben dem herrlichen Schauspiele zugesehen. wenn ich am stillen Abend unter ihren Kindern. sollen wir uns wieder finden. Könntest du unsere Eintracht sehen. daß nicht das Gefühl von Tod. als ich zum erstenmale an einem hohen Mittage hineintrat. und sie fing nach einer Weile an: Niemals gehe ich im Mondenlichte spazieren. ich erinnere mich. wie hohe Buchenwände einen endlich einschließen. Wir waren eben heraufgetreten. doch meine Unruhe ließ mich nicht lange sitzen. gepflegt und geliebt. die mir nun zum letztenmal über dem lieblichen Tale. und sie um mich versammelt sind. trat vor sie. und wie freuten wir uns. sagte ich. tue ich doch alles. als ich sie die Terrasse heraufsteigen hörte. wie sie um sie versammelt waren. Wenn ich dann mit einer sehnenden Träne gen Himmel sehe. genährt. liebe Heilige. daß wir mit warmer Liebe uns ihrer erinnern? O. Ihre Seele hängt sehr nach diesen Ideen. ich habe dir. da ich diesen ängstlichen Abschied im Herzen hatte! Und ob die lieben Abgeschiednen von uns wissen. Es war ein ängstlicher Zustand. das alle Schauer der Einsamkeit umschweben. Wir waren still. du würdest mit dem heißesten Danke den Gott verherrlichen. wieder erkennen? Was ahnen Sie? Was sagen Sie? Lotte. Sie sagte das. Ach. was ich kann. die mir so lieb war. wie ich mein Wort halte. was du ihnen warst. den du mit den letzten bittersten Tränen um die Wohlfahrt deiner Kinder batest.

Nie war ein größeres stolzeres Wort über mich ausgesprochen worden. und die ältesten. du warst im Zimmer. Wie es gegen das Ende ging. Morgen. das Herz einer Mutter und das Aug' einer Mutter. die ohne Sinne waren. wie sie ums Bette standen. wir werden uns finden. Ich gehe. es wird Zeit. wie man das Liebste seines Lebens wegtragen läßt.O Albert. sie wußte nicht. Sie hörte jemand gehn und fragte und forderte dich zu sich. um uns den unerträglichen Kummer zu verbergen. Und diese Frau mußte in der Blüte ihrer Jahre dahin. ihre Hand nahm und mit tausend Tränen netzte. was das sei. fing sie an. versetzte sie scherzend. und es verschwand. . der Mann war ganz zerrissen. der Segen Gottes ruht über dir. da ihr jüngster Sohn nicht sechs Monate alt war. die sich noch lange beklagten. und wie ich sie hereinführte. meine Tochter. ich würde es nicht aushalten. Wir werden uns wieder sehen. wenn ich manchmal denke. hingegeben. Leb' wohl. Lotte! rief ich aus. Ich fühlte das Morgen! Ach. und sie fuhr fort. sagte sie. und diese Frau sollte dahin sein! Gott. und sie zu mir sagte: Bringe mir sie herauf. Gott kennt meine Tränen. Lotte. sie war ruhig. von Ihnen gekannt zu sein! Ich glaubte zu vergehen. Albert. wenn der Papa verreist war. Sie fragte nach ihm. und sie küßte nacheinander und sie wegschickte. die kleinen. sagte sie. Ihre Krankheit dauerte nicht lange. ich gehe willig. den er fühlte. du vergissest nicht die Abende. War der Umgang dieser herrlichen Seele nicht mehr als alles? Die schöne. daß wir glücklich sein. Sie wollte ihre Hand zurückziehen und ich hielt sie fester. die schwarzen Männer hätten die Mama weggetragen! Sie stand auf und ich ward erweckt und erschüttert. und niemand als die Kinder das so scharf fühlt. und doch. denke ich. unter allen Gestalten werden wir uns erkennen. sah ihnen nach im Mondscheine und warf mich an die Erde und weinte mich aus und sprang auf und lief auf die Terrasse hervor und sah noch dort unten im Schatten der hohen Lindenbäume ihr weißes Kleid nach der Gartentür schimmern. Du hattest oft ein gutes Buch und kamst so selten dazu. Ich habe oft an deinen dankbaren Tränen gesehen. die nicht wußten. und über sie betete. besonders das kleine. blieb sitzen und hielt ihre Hand. mit denen ich mich oft in meinem Bette vor ihn hinwarf. daß du fühlst. Albert! Wir sehn uns wieder. und der Geist deiner Mutter! Wenn Sie sie gekannt hätten. sagte sie. Er möchte mich ihr gleich machen. das wir zusammensaßen an dem kleinen runden Tischchen. indem sie mir die Hand drückte. indem ich mich vor sie hinwarf. wenn ich sagen sollte auf ewig. Du wirst ihn trösten. mit dem getrösteten ruhigen Blicke. und für deinen Vater die Treue und den Gehorsam einer Frau. er war ausgegangen. Lotte! Leb' wohl. und wie sie die Hände aufhob. als sie ihre Hand aus der meinen zog. sie war wert. Habe es für deine Geschwister. Sie gingen die Allee hinaus. zusammen glücklich sein würden. Werther. und ich wußte nichts von mir selber. Wir wollen fort. sanfte. fuhr ich fort. sagte sie. und zu mir sagte: Sei ihre Mutter! Ich gab ihr die Hand drauf. Albert fiel ihr um den Hals und küßte sie und rief: Wir sind es! Wir werden es sein! Der ruhige Albert war ganz aus der Fassung. ich weiß. ich stand. ich streckte meine Arme aus. und wie sie dich ansah und mich. Du versprichst viel. muntere und immer tätige Frau. nur ihre Kinder taten ihr weh. und wir die Kleinen schlafen geschickt hatten. etwas zu lesen. rief ich.

einen Mann. und umständlich wie eine Base. Der Gesandte ist unpaß. dem wir denn auch alles dazu geben. Unsere Einbildungskraft. daß er mit mir reden konnte wie nicht mit jedem.ZWEITES BUCH Am 20. Am 24. weil er viel übersieht. Auch kann ich sein offnes Betragen gegen mich nicht genug rühmen. daß wir mit unserem Schlendern und Lavieren es weiter bringen. ich merke. wenn man andern gleich oder gar vorläuft. daß wir uns verstanden. das ist doch ein wahres Gefühl seiner selbst. durch ihre Natur gedrungen sich zu erheben. wo wir das unterste sind. aus dessen Umgange so viel Empfindung für Freundschaft und Liebe hervorleuchtet. Am 26. daß es zu tun genug gibt. Seit ich unter dem Volke alle Tage herumgetrieben werde. Er ist der pünktlichste Narr. jeder andere vollkommner ist. und wird sich also einige Tage einhalten. das Schicksal hat mir harte Prüfungen zugedacht. und dem es daher niemand zu Danke machen kann. Schritt vor Schritt. Wir fühlen so oft. womit wir uns zusammenhalten. Und. Das Beste ist. Oktober 1771 Gestern sind wir hier angelangt. die allerlei neuen Gestalten machen mir ein buntes Schauspiel vor meiner Seele. du hast recht.. verzweifle ich an meiner Kraft. wie das Wort in meine Feder kommt. Dagegen wenn wir mit all unserer Schwachheit und Mühseligkeit nur gerade fortarbeiten. so liegt Glück oder Elend in den Gegenständen. und alles außer uns herrlicher erscheint. Was. daß wir alles mit uns und uns mit allem vergleichen. als ich einen Geschäftsauftrag an ihn ausrichtete. ein Mensch. Denn ich sage dir. Ich merke. O ein bißchen leichteres Blut würde mich zum Glücklichsten unter der Sonne machen. scheint uns oft ein anderer zu besitzen. Wenn er nur nicht so unhold wäre. Lieber. So eine wahre warme Freude ist nicht in der Welt. und er bei den ersten Worten merkte. und eben was uns fehlt. der du mir das alles schenktest. und dann die vielerlei Menschen. der nie mit sich selbst zufrieden ist. und sehe. was wir haben.. Und so ist der Glückliche vollkommen fertig. den ich jeden Tag mehr verehren muß. da wo andere mit ihrem biáchen Kraft und Talent vor mir in behaglicher Selbstgefälligkeit herumschwadronieren. als andere mit ihrem Segeln und Rudern. und noch eine gewisse idealistische Behaglichkeit dazu. Und das geht ganz natürlich zu. durch die phantastischen Bilder der Dichtkunst genährt. daß uns manches mangelt. kennen lernen. bildet sich eine Reihe Wesen hinauf. den es nur geben kann. was sie tun und wie sie's treiben. das Geschöpf unserer selbst. warum hieltest du nicht die Hälfte zurück. Dezember 1771 Der Gesandte macht mir viel Verdruß. Doch guten Muts! Ein leichter Sinn trägt alles! Ein leichter Sinn? Das macht mich zu lachen. November 1771 Ich fange an. Gewiß. so finden wir gar oft. an meinen Gaben? Guter Gott. Ich . wär' alles gut. ich habe es vorausgesehn. Er nahm teil an mir. mich insofern ganz leidlich hier zu befinden. die sich gegen einen öffnet. und gabst mir Selbstvertrauen und Genügsamkeit! Geduld! Geduld! Es wird besser werden. und der deswegen nicht kalt ist. stehe ich viel besser mit mir selbst. Ich habe den Grafen C. und da ist nichts gefährlicher als die Einsamkeit. als eine große Seele zu sehen. weil wir doch einmal so gemacht sind. einen weiten großen Kopf.

und dadurch wird die Sache nur schlimmer. wie viel Vorteile er mir selbst verschafft. und von allen Inversionen. und da wir schieden. man findet immer ein besseres Wort. wenn man seinen Perioden nicht nach der hergebrachten Melodie heraborgelt. der über einen Berg muß. das so wenig Sinn hat. doch an gründlicher Gelehrsamkeit mangle es ihm wie allen Belletristen. Da ist er imstande. Ich habe. wie natürlich Widerpart. so steht es. man muß sich darein resignieren. Er sagte mir letzthin ganz aufrichtig. aber sehen Sie ihn durch. Sie gestattete mir das . der Graf sei ein Mann. dem es so geglückt wäre. sie bei sich sehen zu dürfen. andere nach sich zu berechnen.arbeite gern leicht weg. und das ärgert ihn. und dieses Herz so stürmisch ist. Das Vertrauen des Grafen von C.. ihn über unzählige Gegenstände zu verbreiten und doch diese Tätigkeit fürs gemeine Leben zu behalten. mit so einem Menschen zu tun zu haben. Da möchte ich des Teufels werden. Da ist ein Weib. Und weil ich so viel mit mir selbst zu tun habe. sein Korn zu verkaufen. das sehr viele Natur mitten in dem steifen Leben erhalten hat. die elendesten erbärmlichsten Leidenschaften. sagte er. Ich sagte. und er ergreift jede Gelegenheit. wie unzufrieden er mit der Langsamkeit und Bedenklichkeit meines Gesandten sei. die jedermann von ihrem Adel und ihrem Lande unterhält. die Rangsucht unter ihnen. nur soll er mir nicht eben gerade im Wege stehen. vor dem man Achtung haben müsse. ist noch das einzige. kein Bindewörtchen darf außenbleiben. ist er ein Todfeind. Ich halte. so versteht er gar nichts drin. das sich hier neben einander sieht. Ich lernte neulich auf dem Spaziergange ein Fräulein von B. er habe viele Leichtigkeit zu arbeiten und führe eine gute Feder. um nicht über ein weiters Deraisonnement noch mehr Galle zu schlucken. wo ich noch ein wenig Freude. Eben das Weib ist hier aus der Nachbarschaft eine Amtschreiberstochter. wie ein Reisender. die Langeweile unter dem garstigen Volke. auf der ich nun angeschmiedet bin. so wäre der Weg viel bequemer und kürzer. das ist eine Närrin. und mir so viel von Aktivität vorgesungen habt. und focht mit ziemlicher Heftigkeit. ich kann das Menschengeschlecht nicht begreifen. Übels gegen mich vom Grafen zu reden. zum Exempel. wegen seines Charakters sowohl als wegen seiner Kenntnisse. Wir gefielen uns in unserem Gespräche. als ob er sagen wollte: Fühlst du den Stich? Aber es tat bei mir nicht die Wirkung. Gestern gar brachte er mich auf. um sich so platt zu prostituieren. Zwar ich merke täglich mehr. Das ist ein Leiden. einander ein Schrittchen abzugewinnen. wie sie nur wachen und aufpassen. was mich schadlos hält. die mir manchmal entfahren. Dazu machte er eine Miene. Das waren dem Gehirne spanische Dörfer. eine reinere Partikel. so will ich zehn Jahre noch mich auf der Galeere abarbeiten. wie töricht man ist. und in die Stadt reitet. einen Schimmer von Glück auf dieser Erde genießen könnte. ich verachtet den Menschen. zu so Weltgeschäften sei der Graf ganz gut. mir einen Aufsatz zurückzugeben und zu sagen: Er ist gut. den mir der Graf vor ihm gibt. kennen. Kein Und. sagt' ich. Und das glänzende Elend. wenn sie mich nur auch könnten gehen lassen. Zwar weiß ich so gut als einer. die sich auf das bißchen Adel und auf den Ruf ihres Landes Wunderstreiche einbildet. Ich hielt ihm stand. ein liebenswürdiges Geschöpf. der so denken und sich so betragen konnte. Sieh. so daß jeder Fremde denken muß. freilich. niemand gekannt. wäre der Berg nicht da. denn ich war mit gemeint.. wie nötig der Unterschied der Stände ist. und wie es steht. er ist nun aber da. Und daran seid ihr alle schuld. die ihr mich in das Joch geschwatzt. doch. Aber es ist noch viel ärger. der Kartoffeln legt. als ich. Aktivität! Wenn nicht der mehr tut... und ich empfahl mich. ganz ohne Rückchen. Was mich am meisten neckt. ich lasse gern die andern ihres Pfades gehen. sind die fatalen bürgerlichen Verhältnisse. bat ich sie um Erlaubnis. ach. seinen Geist zu erweitern. Die Leute erschweren es sich und andern. mein Lieber. und man soll hinüber! Mein Alter spürt auch wohl den Vorzug.

hier waren Sie mein erster Gedanke. und in den reifern Jahren sich unter den Gehorsam eines alten Offiziers geduckt haben. nichts. nicht eine selige Stunde. Ihnen zu schreiben. als von ihrem Stockwerk herab über die bürgerlichen Häupter wegzusehen. wie mancher Minister durch seinen Sekretär regiert. der Reiz. und daß der. In ihrer Jugend soll sie schön gewesen sein und ihr Leben weggegaukelt. der mich in tiefen Nächten munter erhielt.. fehlt. daß es eigentlich auf den Platz gar nicht ankommt. Nein. warum ich aufstehe. da Schnee und Schloßen wider mein Fensterchen wüten. liebe Lotte. Und wer ist dann der Este? Der. hier in der Stube einer geringen Bauernherberge. vielmehr häufen sich die Arbeiten. meinem Herzen ganz fremden Volke herumziehe. o Lotte. Ihr Andenken. mein Gespräch war meist an sie gewandt. in den sie sich verpalisadiert. Ich bezeigte ihr viel Aufmerksamkeit. ist hin. ihre Kräfte und Leidenschaften zur Ausführung seiner Pläne anzuspannen. deren Dichten und Trachten jahrelang dahin geht. dünkt mich. Januar Ich muß Ihnen schreiben. So lange ich in dem traurigen Neste D. wie sie um einen Stuhl weiter hinauf bei Tische sich einschieben wollen. deren ganze Seele auf dem Zeremoniell ruht. keinen Schirm als den Stand. mich des Mondscheins zu erfreuen. ob es nicht optischer Betrug ist. Ich weiß nicht recht.mit so viel Freimütigkeit. Januar 1772 Was das für Menschen sind. der erste glückliche Augenblick wieder. Wie ausgetrocknet meine Sinne werden. der gegen diesen Preis und einen leidlichen Unterhalt das eherne Jahrhundert mit ihr zubrachte und starb. eben weil man über den kleinen Verdrießlichkeiten von Beförderung der wichtigen Sachen abgehalten wird. . daß sie sonst keine Angelegenheit hätten. kein anständiges Vermögen. Ich spiele mit. in dieser Einschränkung. habe ich keinen Augenblick gehabt. in dieser Einsamkeit. und sehe die Männchen und Gäulchen vor mir herumrücken. der den ersten hat. an dem mein Herz mich geheißen hätte. Guter Gott. der mich des Morgens aus dem Schlafe weckte. warum ich schlafen gehe. und bleibe in meiner Stube... und in minder als einer halben Stunde hatte ich so ziemlich weg. so selten die erste Rolle spielt. Sie ist nicht von hier und wohnt bei einer Tante im Hause. so warm. und so viel Gewalt oder List hat. so heilig. die nicht sehen. der mein Leben in Bewegung setzte. den Sonnenaufgang zu genießen. meine Beste. wär' ihre Nichte nicht so liebenswürdig. der die andern übersieht. am Tage hoffe ich. in die ich mich vor einem schweren Wetter geflüchtet habe. was mir das Fräulein nachher selbst gestand. ist weg. Vorige Woche gab es bei der Schlittenfahrt Händel und der ganze Spaß wurde verdorben. keinen Geist. und frage mich oft. Die Toren. vielmehr. daß die liebe Tante in ihrem Alter Mangel von allem. Den 8. und jetzt in dieser Hütte. nicht einen Augenblick der Fülle des Herzens. nichts! Ich stehe wie vor einem Raritätenkasten. Wie mancher König wird durch seinen Minister. Die Physiognomie der Alten gefiel mir nicht. Nun sieht sie im eisernen sich allein und würde nicht angesehn. und fasse manchmal meinen Nachbar an der hölzernen Hand und schaudere zurück. unter dem fremden. zu ihr zu gehen. ich werde gespielt wie eine Marionette. Wie ich hereintrat. und keine Stütze hat als die Reihe ihrer Vorfahren. Des Abends nehme ich mir vor. überfiel mich Ihre Gestalt. Und nicht. und komme nicht aus dem Bette. Am 20. daá ich den schicklichen Augenblick kaum erwarten konnte. Der Sauerteig. und kein Ergetzen. keinen. erst mit ihrem Eigensinne manchen armen Jungen gequält. in dem Schwall von Zerstreuung. Wenn Sie mich sähen.

denk' ich. Ach. den mir nicht jemand verdorben oder verleidet hätte. setzen Sie hinzu. Seine Art zu arbeiten und Geschäfte zu treiben ist so lächerlich. wie natürlich. und den hohen. guter Name. Freudigkeit. die voll aus ihren blauen Augen hervorblickt. Februar Wir haben seit acht Tagen das abscheulichste Wetter und mir ist es wohltätig. und in mir selbst einig geworden. und so ist's gut. Die Sonne geht herrlich unter über der schneeglänzenden Gegend. edlen. daß ich mich nicht enthalten kann. Ich wollte von Fräulein B.? Gott verzeihe mir diese Frage! Den 8. Erholung! Und meist aus Albernheit. Februar . muß nicht. mit der besten Meinung. wenn nur das Kleinod nicht ebenso zerbrechlich wäre. von Durchdringen in Geschäften als jugendlichen guten Mut zwar ehrt. das ihm denn. und unsere kleinen Lieben wälzten sich miteinander um mich herum. Manchmal möcht' ich sie auf den Knieen bitten. der Sturm ist hinüber gezogen. es wüßte niemand so fein zu loben als ich (und zu lügen. einen Brief. und wir verphantasieren manche Stunde in ländlichen Szenen von ungemischter Glückseligkeit. und wenn man sie anhört. und oft eine Sache nach meinem Kopf und meiner Art zu machen. worum sie einander nicht bringen. Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst. mein Gesandter und ich halten es zusammen nicht lange mehr aus. ihm zu widersprechen. Seit einiger Zeit bin ich sehr artig. wo sie ihr wahres Spiel haben. als ich einen Privatbrief von ihm erhielt. Lieber Freund. reden. Auch bin ich auf acht Tage gestärkt. als es schön und kostbar ist. tut es freiwillig. Am 17. meinen Abschied zu begehren. und die Frauenzimmer sagen. kann's doch zu Hause nicht schlimmer werden. als es draußen ist. und wenn sie Ihnen zu laut würden.. vor dem ich niedergekniet. eine Fräulein von B.. von Einfluß auf andere. liebe Lotte. oder umgekehrt. niemals recht ist. und ich stand im Begriffe. und der Minister gab mir einen zwar sanften Verweis.. Geht die Sonne des Morgens auf und verspricht einen feinen Tag. weisen Sinn angebetet habe. Ei. und ich muß mich wieder in meinen Käfig sperren. der keinen der Wünsche ihres Herzens befriedigt. wenn man Ihnen gleichen kann. Wie er meine allzugroße Empfindlichkeit zurechtweiset. nicht so rasend in ihre eigenen Eingeweide zu wüten. wollte ich sie mit einem schauerlichen Märchen um mich zur Ruhe versammeln. sie nicht auszurotten. liebt Sie. Wenn's nun recht regnet und stöbert und fröstelt und taut. ihre kräftige Wirkung tun können. Adieu! Ist Albert bei Ihnen? Und wie . aber es war doch ein Verweis. habe viel Witz.. Februar Ich fürchte. nur zu mildern und dahin zu leiten sucht. Unbegriff und Enge. Am 20.Ein einzig weibliches Geschöpf habe ich hier gefunden. Sie sehnt sich aus dem Getümmel. sie gleicht Ihnen. worum sie einander bringen können. Darüber hat er mich neulich bei Hofe verklagt. Gesundheit. Der Mann ist ganz und gar unerträglich. erwehr' ich mir niemals auszurufen: Da haben sie doch wieder ein himmlisches Gut. ha... Denn so lang ich hier bin. hört so gern von Ihnen. weil ich doch nicht anders sein kann. denn ohne das geht es nicht ab. werden Sie sagen. Es ist nichts. der Mensch legt sich auf niedliche Komplimente! Ganz unwahr ist es nicht. verstehen Sie?).. ist mir noch kein schöner Tag am Himmel erschienen. und von Ihnen! Wie oft muß sie Ihnen huldigen. wie er meine überspannten Ideen von Wirksamkeit. Ihr Stand ist ihr zur Last. Sie hat viel Seele. O säß' ich zu Ihren Füßen in dem lieben vertraulichen Zimmerchen.

Ich wollte nicht um alles. Der Baron F. gebe euch alle die guten Tage. und ich rede mit einigen meiner Bekanntschaft. mit dem Grafen redete (das alles hat mir Fräulein B. wenn ich sie sehe. in dem Gedanken liegt eine Hölle. die alle sehr lakonisch sind. Ich dachte.. genannt.. den übel fournierten J. und es nicht glaubte. und ich weiß. blieb ich eben. so hast du hier... und wie mir die Nation von Herzen zuwider ist. Nun seid ihr ein Paar und ihr Bild ist noch hier! Nun so soll es bleiben! Und warum nicht? Ich weiß. sagte er. merke ich.. die er mir abzieht! Ich danke dir. Das fiel mir auf. indem ich mich neigte. Der Graf von C. Albert. ich rede mit ihm. da abends die noble Gesellschaft von Herrn und Frauen bei ihm zusammenkommt. der Hofrat R. lieber Herr. die Gesellschaft ist unzufrieden. das habe ich dir schon hundertmal gesagt. acht. eben an dem Tage. der dazu kommt.was du willst. Ich merkte nicht. wann euer Hochzeittag sein würde. Teufel. Nun war ich gestern bei ihm zu Tafel.. ich hätte eher dran denken sollen. bin dir unbeschadet in Lottens Herzen. an die ich nie gedacht habe. und so rückt die Stunde der Gesellschaft heran. mich in einen Posten zu begeben. Albert. und noch ein gut Wort von ihr hoffte und ... mit einiger Verlegenheit mit mir redete. ja ich habe den zweiten Platz darin und will und muß ihn behalten. das kommt zu Hauf. Ich denke. das ist bekannt.. wollte ich mich eben empfehlen und wartete nur. weil ich sie gerne entschuldigt hätte. ich bin ja auch bei euch.. leb' wohl! Leb' wohl. mit dem Obristen B. Ist sie auch wie alle das Volk. hereintrat. setzte ich lächelnd hinzu. feierlichst an demselben Lottens Schattenriß von der Wand zu nehmen und ihn unter andere Papiere zu begraben.. ... der die Lücken seiner altfränkischen Garderobe mit neumodischen Lappen ausflickt.. und hatte mir vorgenommen. hier aber in qualitate Herr von R. nun habt ihr's! Und daß du nicht wieder sagst. habe... Da mir das Herz immer ein bißchen aufgeht.Gott segne euch. der mich von hier wegtreiben wird. stellte mich hinter ihren Stuhl. daß die Weiber am Ende des Saales sich in die Ohren flüsterten.. ich bitte tausendmal um Verzeihung.. auch mir nie aufgefallen ist. plan und nett. und war angestochen und wollte gehen. dachte ich.. nachher erzählt).. M“rz Ich habe einen Verdruá gehabt. mit der flachen Brust und niedlichem Schnürleibe... liebt mich. daß wir Subalternen nicht hinein gehören. die ihr mich sporntet und triebt und quältet. Lotte! Den 15. und doch blieb ich. mit der ganzen Garderobe von den Krönungszeiten Franz des Ersten her. O ich würde rasend werden. und ihr seid doch allein schuld daran.. der nicht nach meinem Sinne war. und bemerkte erst nach einiger Zeit. Sie wissen. Sie hier zu sehn. an nichts. distinguiert mich. Ich wartete auf Nachricht. daß sie mit weniger Offenheit als sonst. eine Erzählung. daß du mich betrogen hast. und gab nur auf meine B. bis der Graf vom garstigen Gewäsche frei wäre. ein böser Genius hat mich zurückgehalten. als meine Fräulein B.. machen en passant ihre hergebrachten hochadeligen Augen und Naslöcher. mit ihrem Herrn Gemahl und wohl ausgebrüteten Gänslein Tochter. daß Frau von S. nicht zu vergessen. Da tritt herein die übergnädige Dame von S. unsere wunderbaren Verhältnisse. mit seiner tauben Frau etc. wie ein Chronikenschreiber das aufzeichnen würde. Engel des Himmels! Leb' wohl. Nun habe ich's. ich wollte schon vorhin mich empfehlen.. bis endlich der Graf auf mich losging und mich in ein Fenster nahm. Ich knirsche mit den Zähnen. Gott weiß.. meine überspannten Ideen verdürben alles. wenn sie vergessen könnte. meine Lieben. Albert. Gut. Sie vergeben mir diese Inkonsequenz. er ist nicht zu ersetzen. daß es auf die Männer zirkulierte.. Ihro Exzellenz. Unterdessen füllt sich die Gesellschaft. fiel ich ein. Ich speise bei dem Grafen und nach Tische gehn wir in dem großen Saal auf und ab.

Der Graf hat dich aus der Gesellschaft gewiesen. Das gab böses Blut. hatten das Tischtuch zurückgeschlagen. . Des Abends komme ich zurück zu Tische. und T. und was des Hundegeschwätzes mehr ist. da kann man sie leicht lassen. das sie sprach. fing sie an. Meine Tante kennen Sie. indem er mich ansieht. und heute früh eine Predigt über meinen Umgang mit Ihnen. ging mir wie ein Schwert durchs Herz. der dulden kann. ach. konnten Sie meine Verwirrung so auslegen. mich bedauert. sobald wir etwas entfernt von der Gesellschaft waren. da ich in den Saal trat! Ich sah alles voraus. Und jetzt der Lärm! Wie.. daß meine Neider nun triumphieren und sagen. die zu Tische kamen und mich ansahen. in der Allee. O Werther. meine Empfindlichkeit über ihr neuliches Betragen zu zeigen. mir war's lieb. Fräulein? sagte ich.. Sie herabsetzen. was weiter würde geträtscht werden. denn man rede von Selbstständigkeit was man will. legt seinen Hut nieder. es ist schon überall herum. und ich habe müssen zuhören. war im Begriffe. sie anzureden. Sie fühlte nicht.Der Graf drückte meine Hände mit einer Empfindung. Ich strich mich sacht aus der vornehmen Gesellschaft. es Ihnen zu sagen.. Werther. Da möchte man sich ein Messer ins Herz bohren. da ich höre. und fuhr nach M. tritt zu mir und sagt leise. die sehen dich darum an. mich ihr zu Füßen zu werfen. da Sie mein Herz kennen? Was ich gelitten habe um Ihretwillen. Die Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Ich war nicht Herr mehr von mir selbst. daß die von S. Und da man nun heute gar. Da fing mich das Ding erst an zu wurmen. rief ich. als in Ihrer Gesellschaft zu bleiben. wie Ulyá von dem trefflichen Schweinhirten bewirtet wird. Nur verdrießt mich's. Sie trocknete sie ab.. es waren noch wenige in der Gaststube. Ich wußte. mir das alles zu verschweigen. daß du es auf die leichte Achsel nimmst. Am 16. und konnte und durfte Sie nur halb verteidigen. Du hast Verdruß gehabt? Ich? sagte ich. was eine Art Menschen darüber triumphieren würde. setzte mich in ein Kabriolett. März Es hetzt mich alles. ich wußte. und dabei in meinem Homer den herrlichen Gesang zu lesen.. Was hat mich es schon gekostet! sagte das süße Geschöpf. Heute treffe ich die Fräulein B. sagte er. daá ich in die freie Luft kam. o mit was für Augen hat sie das angesehen. sie war gegenwärtig. Ich war außer mir. was Adelin mir ehegestern gesagt hatte. die sich ihres bißchen Kopfs überhöben und glaubten. den will ich sehen. wenn sie einen Vorteil über ihn haben. dort vom Hügel die Sonne untergehen zu sehen. sagte sie mit einem innigen Tone... daß Schurken über ihn reden. ich konnte mich nicht enthalten. sich darum über alle Verhältnisse hinaussetzen zu dürfen. hundertmal saß mir's auf der Zunge. ging.. denn alles. da sähe man's. die würfelten auf einer Ecke. wo es mit den Übermütigen hinausginge. erniedrigen. ich habe gestern nachts ausgestanden. Das war alles gut. und ihr. wenn ihr Geschwätze leer ist. dachte ich. Alle. und nun fügte sie noch dazu. Hole sie der Teufel! sagt' ich. mit ihren Männern eher aufbrechen würden.. Da kommt der ehrliche Adelin hinein. lief mir wie siedend Wasser durch die Adern in diesem Augenblicke. welche Barmherzigkeit es gewesen wäre. daß der Graf es mit Ihnen nicht verderben darf. von dem Augenblicke an. Erklären Sie sich. und hat. indem ihr die Tränen in den Augen standen. und verbarg meinen Schrecken. Gut. wo ich hintrete. ohne sie verbergen zu wollen. die alles sagte. Jedes Wort.

. die mir die ewige Freiheit schaffte. und sie mag sich gefallen lassen. Den schönen Lauf. um sich in ihre unerträgliche Stadt einzusperren. genug. Also brauche ich von der Mutter das Geld nicht. wenn ich Blut sähe. ich fürchtete. würde mir es besser werden. Wilhelm. und weil mein Geburtsort nur sechs Meilen vom Wege liegt. Ich mußte nun einmal fort.. daß ich nicht erst Erlaubnis dazu bei euch geholt habe. so will ich es denn auf gut Glück wagen und mit ihm gehen. und ihr werdet mir verzeihen. Ich mag euch nicht sagen. meine Mutter möchte sich an den Minister wenden. glücklich verträumten Tage erinnern. und also. als sie nach dem Tode meines Vaters den lieben vertraulichen Ort verließ. März Ich habe meine Entlassung vom Hofe verlangt und werde sie. so ist hier der Fürst . und kombiniert die möglichen Fälle. weil ich dieses Blatt liegen ließ. die. Ich war zerstört. Ich soll ganz mir selbst gelassen sein. unter denen ich hätte bleiben können und sollen. Ihr würdet in neue Lamentationen ausbrechen. Am 19. Das alles.. Adieu. daá ich ihm den Degen durch den Leib stoßen könnte. wie ungern man mir ihn gegeben hat.. um mir das Bleiben einzureden. und was ihr zu sagen hattet..Wie man sich nunmehr über die Strafe meines Übermuts und meiner Geringschätzung anderer. Nun aber ist es geschehen. hat er mir versprochen. So ist mir's oft. Freilich muß es ihr wehe tun. kitzeln und freuen würde. Mai Morgen gehe ich von hier ab. will mich der alten. so auf einem Halte zu sehen und rückwärts mit dem Tierchen in den Stall! Macht nun daraus was ihr wollt. daß sich einer unterstünde. Man erzählt von einer edlen Art Pferde. Ach ich habe hundertmal ein Messer ergriffen. Der Erbprinz hat mir zum Abschiede fünfundzwanzig Dukaten geschickt. den ihr Sohn gerade zum Geheimenrat und Gesandten ansetzte. mir es vorzuwerfen. wo ich hinkomme. Ich antwortete nicht. Am 5. der vielen Geschmack an meiner Gesellschaft findet. die sie mir schon lange vorwerfen. du sollst von meinem Zuge hören. erhalten. und was mir der Minister schreibt. ich kann mir selbst nicht helfen. Zur Nachricht. und damit ihr wißt. so will ich den auch wieder sehen. . Bringe das meiner Mutter in einem Säftchen bei. Zu eben dem Tore will ich hineingehn. ich gehe. um das ich neulich schrieb. da er von meiner Absicht hörte. mit ihm auf seine Güter zu gehen. Ich wollte. hoffe ich. aus dem meine Mutter mit mir herausfuhr. weiá ich alles. mit der Stimme der wahresten Teilnehmung. bis mein Abschied vom Hofe da wäre. und den schönen Frühling da zuzubringen. um diesem gedrängten Herzen Luft zu machen. mit einem Wort. Wilhelm. von ihr zu hören. sich selbst aus Instikt eine Ader aufbeißen. wenn sie schrecklich erhitzt und aufgejagt sind. ich möchte mir eine Ader öffnen. wenn ich ihr auch nicht helfen kann. um sich zum Atem zu helfen. mein Abschied ist da. Am 24. der hat mich gebeten. und bin noch wütend in mir. und mir mein Vorhaben erschweren. und da wir uns zusammen bis auf einen gewissen Punkt verstehn. das mich bis zu Tränen gerührt hat. April Danke für deine beiden Briefe.

Ich tat keinen Schritt. Oh mein Freund. die ehedem. und manche unerwarteten Gefühle haben mich ergriffen. Wie anders! Damals sehnte ich mich in glücklicher Unwissenheit hinaus in die unbekannte Welt. Stundenlang konnt' ich hier sitzen und mich hinüber sehnen. wie sie ihm der andere vorstellen mochte. als es mir war. Was hilft mich's. Ich erinnerte mich so lebhaft. eng und geheimnisvoll. die eine Viertelstunde vor der Stadt nach S. und zwar aus eben dem Gesichtspunkte. Lieber. bis an einen gewissen Hof. mit inniger Seele mich in den Wäldern. so vielen Genuß hoffte.Am 9. lebhaft. so kindlich ihr Gefühl. Sieh. die sich meinen Augen so freundlich-dämmernd darstellten. die ich gar nicht begreife. und doch mußte das weiter gehen. mein Lieber. auf dem fürstlichen Jagdschloß. Noch eins für tausend. meinen strebenden. wenn ich manchmal stand und dem Wasser nachsah. in einen Kramladen verwandelt war. Sie scheinen keine Schelmen und haben doch auch nicht das Ansehen von Ehrlichen Leuten. und seine Seele ist schwerlich so voll heiliger Bewegung. so reizend. der Dumpfheit des Sinnes. so beschränkt und so glücklich waren die herrlichen Altväter. Manchmal kommen sie mir ehrlich vor und ich kann ihnen doch nicht trauen. . daß sie rund sei? Der Mensch braucht nur wenige Erdschollen. immer weiter. um drunter zu ruhen.. mit wie viel zerstörten Planen! Ich sah das Gebirge vor mir liegen. der Tränen. An der großen Linde. daß ich jetzt mit jedem Schulknaben nachsagen kann. Ich trat zum Tor hinein. mit wie wunderbaren Ahnungen ich es verfolgte. das so tausendmal der Gegenstand meiner Wünsche gewesen war. Was mir noch leid tut. Ich ging den Fluß hinab. Jetzt komme ich zurück aus der weiten Welt. die ich in dem Loche ausgestanden hatte. wo ich für mein Herz so viele Nahrung. daß er oft von Sachen redet. ist. wo wir Knaben uns übten. der nicht merkwürdig war. menschlich. ich mag nicht in Detail gehn. das Ziel und die Grenze meiner Spaziergänge gewesen. zu steht. ließ ich halten. weniger. den Tälern verlieren. so auch alle Veränderungen. bis ich mich ganz in dem Anschauen einer unsichtbaren Ferne verlor.. wo es nun hinflösse. sehnenden Busen auszufüllen und zu befriedigen.. wie abenteuerlich ich mir die Gegenden vorstellte. Ich erinnerte mich der Unruhe. um zu Fuße jede Erinnerung ganz neu. die neuen waren mir zuwider. um drauf zu genießen. mit wie viel fehlgeschlagenen Hoffnungen. die er nur gehört und gelesen hat. wo ein ehrliches altes Weib unsere Kindheit zusammengepfercht hatte. das war sonst auch mein Weg. Wenn Ulyß von dem ungemeßnen Meer und von der unendlichen Erde spricht. Ein Pilger im heiligen Lande trifft nicht so viele Stätte religiöser Erinnerungen an. die man sonst vorgenommen hatte. das ist so wahr. stieg aus und hieß den Postillon fortfahren. Da stand ich nun unter der Linde. und wie ich da so bald Grenzen meiner Vorstellungskraft fand. alle die alten bekannten Gartenhäuschen wurden von mir gegrüßt. mit welchem Widerwillen verließ ich nicht den lieben Platz! Ich kam der Stadt näher. er ist wahr und einfach. nach meinem Herzen zu kosten. daß die Schulstube. ihre Dichtung. Mai Ich habe die Wallfahrt nach meiner Heimat mit aller Andacht eines Pilgrims vollendet.. und wenn ich dann um die bestimmte Zeit wieder zurück mußte. Im Hingehen bemerkte ich. Nun bin ich hier. Es läßt sich noch ganz wohl mit dem Herrn leben. Wunderliche Menschen sind um ihn herum. die meisten Sprünge der flachen Steine im Wasser hervorzubringen. der Herzensangst. und fand mich doch gleich und ganz wieder. als Knabe. so einförmig würde es in der Erzählung werden. gleich neben unserem alten Hause. und die Plätzchen. auf dem Markte zu wohnen. Ich hatte beschlossen. innig.

Ich . Vornehmlich darum bin ich dem Fürsten hierher gefolgt. und doch bin ich nicht in meiner Lage. aller Kraft. ich will nur Lotten wieder näher. was ich hier getan habe. Ich will nicht rechten. Noch acht Tage bleibe ich und dann ziehe ich wieder in der Irre herum. es ist alles gut. Der Fürst hält mich. wenn du mir diese Seligkeit bereitet hättest. wenn ich seinen Gründen nicht hätte Gehör geben wollen. aber von ganz gemeinem Verstande. daß ich die Bergwerke im . Er ist ein Mann von Verstande. es ist gut. Am 29.. Was soll ich hier? Die Zeit wird mir lang. Ich wollte in den Krieg. ist mein Zeichnen. was ich weiß. das ganz allein die Quelle von allem ist. bis es ausgeführt wäre. Auf einem Spaziergang entdeckte ich ihm mein Vorhaben. da nichts draus wird. kann jeder wissen .Auch schätzt er meinen Verstand und meine Talente mehr als dies Herz. Das Beste. Julius Nein. so gut man nur kann. und dann habe ich mir weis gemacht.. wenn ich ihn mit warmer Imagination an Natur und Kunst herumführe und er es auf einmal recht gut zu machen denkt. ist aber im Grunde nichts dran.schen Diensten ist. und es müßte bei mir mehr Leidenschaft als Grille gewesen sein.. Der Fürst fühlt in der Kunst und würde noch stärker fühlen. das doch mein einziger Stolz ist. Mai Ich hatte etwas im Kopfe. ist es ebenso gut.schen besuchen wollte. Jetzt.. Vierzehn Tage muß ich doch noch hier bleiben. verzeihe mir meine vergeblichen Wünsche! . Junius Sage was du willst. Junius Ja wohl bin ich nur ein Wandrer. aller Seligkeit und alles Elendes. davon ich euch nichts sagen wollte. der General in . ich kann nicht länger bleiben. das ist alles. wenn er mit einem gestempelten Kunstworte drein stolpert. Ach. Am 25.ihr Mann! O Gott. Und ich lache über mein eigenes Herz und tu' ihm seinen Willen. Am 16. Junius Wo ich hin will? Das laß dir im Vertrauen eröffnen. Wir haben im Grunde nichts gemein miteinander.mein Herz habe ich allein. der du mich machtest. und verzeihe mir diese Tränen. sein Umgang unterhält mich nicht mehr. Manchmal knirsche ich mit den Z“hnen. er widerriet mir es. als wenn ich ein wohlgeschriebenes Buch lese. ein Waller auf der Erde! Seid ihr denn mehr? Am 18. wenn er nicht durch das garstige wissenschaftliche Wesen und durch die gewöhnliche Terminologie eingeschränkt wäre. mein ganzes Leben sollte ein anhaltendes Gebet sein. Am 11. das hat mir lange am Herzen gelegen.

so innig. daß sein Herz nicht sympathetisch schlägt bei . der in das ausgebrannte zerstörte Schloß zurückkehrte. sagte sie. so voll liebe. Manchmal will wohl ein freudiger Blick des Lebens wieder aufdämmern. noch weiß. Alles. O er ist nicht der Mensch.. Adieu. sie bat mich. Und mein Mann. sie würde.. Am 21.. ach mein Hans ist mir gestorben! Es war der jüngste ihrer Knaben. August Wie man eine Hand umwendet. August Es geht mir nicht allein so. und so eine Liebe. und hat nichts mitgebracht. Wenn ich mich so in Träumen verliere. Ich konnte ihr nichts sagen und schenkte dem Kleinen was. Ich bin zerstreut.. vor denen ich zurückbebe.. daß unsere Empfindungen über eine Handlung eines Dritten laut werden. noch habe als sie! Am 4. und ohne gute Leute hätte er sich heraus betteln müssen. und den Ort des traurigen Andenkens verließ. Es geht mir ein Schauder durch den ganzen Körper. Alle Menschen werden in ihren Hoffnungen getäuscht. ist es anders mit mir. Meine Tränen sind getrocknet. bis es mich an Abgründe führet. er hatte das Fieber unterwegs gekriegt. die sehr niedergeschlagen aussah.oh . Ich besuchte mein gutes Weib unter der Linde. Ein gewisser Mangel an Fühlbarkeit. Wilhelm? Sie wäre mit mir glücklicher geworden als mit ihm.bei der Stelle eines lieben Buches. kann ich mich des Gedankens nicht erwehren. nichts anders kenne. Der älteste Junge lief mir entgegen. ein Mangel. und dann laufe ich dem Hirngespinste nach. Wie. lieb haben darf. Ja. Lotten zum Tanze zu holen. wie es einem Geiste sein müßte. Ach. Lieber Wilhelm! Zwar er liebt sie von ganzer Seele. was verdient die nicht! Ein unerträglicher Mensch hat mich unterbrochen. sein Freudengeschrei führte die Mutter herbei. wo mein Herz und Lottens in einem zusammentreffen. sterbend seinem geliebten Sohne hoffnungsvoll hinterlassen hätte. Guter Herr. nur für einen Augenblick. wie war das so ganz anders. Mir ist es. Ich war stille.. Wilhelm. Am 3. die Wünsche dieses Herzens alle zu füllen. in ihren Erwartungen betrogen. Wenn ich zum Tor hinausgehe. September ich begreife manchmal nicht. meine Frau! Wenn ich das liebste Geschöpf unter der Sonne in meine Arme geschlossen hätte. das er als blühender Fürst einst gebaut und mit allen Gaben der Herrlichkeit ausgestattet. alles ist vorübergegangen! Kein Wink der vorigen Welt. den Weg. ist aus der Schweiz zurück.. kein Pulsschlag meines damaligen Gefühles. das ich tat.. September . den ich zum erstenmal fuhr. Ihr erstes Wort war. nimm es. Lieber! Am 4. wie sie ein anderer lieb haben kann... wenn Albert sie um den schlanken Leib faßt. wenn Albert stürbe? Du würdest.. darf ich es sagen? Warum nicht. Und. in hundert anderen Vorfällen. wie du willst.. wenn es kommt. da ich sie so ganz allein. einige Äpfel anzunehmen.Sie.

. aber er sei fest entschlossen. jedes seiner Worte vor Gericht stellen. daß er kein ganz verkehrter und unsinniger Mensch sei. schöne Hoffnungen gibt. weil er fürchtet. auch selbst wenn sie gewollt. als daß sie ihn heiraten. daá er das nicht sage. Er bekannte. daß ich das Ende der Geschichte zu erzählen vergessen habe. Meine Blätter werden gelb und schon sind die Blätter der benachbarten Bäume abgefallen. da sie kinderlos ist. sage man. er habe getan. es hieß. um sie schlecht zu machen. ihr nachgegangen. ja. der ihn schon lange aus dem Hause gewünscht hatte. Da er eine Zeitlang geredet hatte. was mich ängstigt und kränkt? Warum betrüb' ich noch dich? Warum geb' ich dir immer Gelegenheit.Ja. das nicht zu erleben. indem ich's mit unsern hergebrachten sittlichen Worten vorgetragen habe. sei sie mit dem Bruder zerfallen. das sich aber leicht hinzudenken läßt. nicht. schwach. Gestern traf ich ihn von ungefähr auf dem Wege nach einem andern Dorfe. als wenn er sich und mich auf einmal wieder erkennte. daß die Leidenschaft zu seiner Hausfrau sich in ihm tagtäglich vermehrt. wie ich an seinem Schicksale teilnehme. in der ich ein wenig scheues Wesen zu bemerken schien. Könnt' ich dir den Menschen vorstellen. Doch wozu das alles? Warum behalt' ich nicht für mich. antwortete der Mensch mir erst auf meine Fragen. wie er noch vor mit steht. die mich doppelt und dreifach gerührt hat. Dieser habe ihn gleich zum Hause hinausgestoßen und einen solchen Lärm von der Sache gemacht. Er brach zwei-. mein Bester. wie er sich ausdrückte. Jetzt habe sie wieder einen andern Knecht genommen. nichts verzärtelt. Könnt' ich dir alles recht sagen. ihn nicht wieder hätte aufnehmen können. hab' er vergessen. Doch genug. endlich gestand er mir auch mit Schüchternheit. auch mich kennst. daß seine Absichten gegen sie immer redlich gewesen. gestand er mir seine Fehler. Und hier. schwach hab' ich's erzählt und vergröbert hab' ich's. ist nicht übertrieben. Sie erwehrte sich sein. was ihm aufgetragen worden. was mich besonders zu diesem Unglücklichen hinzieht. das ich ewig anstimmen werde. Wie die Natur sich zum Herbst neigt. klagte er mir sein Unglück. ja ich darf wohl sagen. der noch etwas zu sagen hat und sich es nicht herauszusagen getraut.. mein Freund. damit du fühltest. bis er eines Tags.. . wenn ich dir sie wieder erzähle. und welche Nähe sie ihm vergönnet. da sie seinen Bitten kein Gehör gegeben. als er sie in einer obern Kammer gewußt. ihr Bruder kam dazu. und daß er nichts sehnlicher gewünscht. wie du leicht begreifen wirst. und man behaupte für gewiß. was er nicht tun sollen. wie ihm geschehen sei. so weißt du nur zu wohl. es habe ihm an der Kehle gestockt. und nehme Gott zum Zeugen. daß er sie liebe und schätze wie vorher. dreimal ab und wiederholte die lebhaftesten Protestationen.. er wisse nicht.. auch das mag zu meinem Schicksal gehören! Mit einer stillen Traurigkeit. hab' er sich ihrer mit Gewalt bemächtigen wollen. daß sie mit ihm ihr Leben zubringen möchte. gleich da ich ankam? Jetzt erkundigte ich mich wieder nach ihm in Wahlheim. ja vielmehr ihr nachgezogen worden sei. der ihn schon lange gehaßt. wo er mit dem Kopfe hingesollt? Er habe weder essen noch trinken noch schlafen können. und niemand wollte was weiter von ihm wissen. er sei als wie von einem bösen Geist verfolgt gewesen. wird es Herbst in mir und um mich her. es ist so. ich redete ihn an und er erzählte mir seine Geschichte. fang' ich mein altes Lied wieder an. was mich zu allen Unglücklichen. er sei aus dem Dienste gejagt worden. da du auch mein Schicksal kennst... daß er zuletzt nicht gewußt habe. aber gar bald offner. auch über den. was er tue. teilnehmen muß. Hab' ich dir nicht einmal von einem Bauerburschen geschrieben. wie er sich ausdrückte. er erzählte mit einer Art von Genuß und Glück der Wiedererinnerung. Da ich das Blatt wieder durchlese. seh' ich. sie werde ihn heiraten. fing er an zu stocken wie einer. daß die Frau. Könnt' ich dir. die ihnen jetzt.. was sie ihm für kleine Vertraulichkeiten erlaubt. mich zu bedauern und mich zu schelten? Sei's denn. durch eine neue Heirat der Schwester werde seinen Kindern die Erbschaft entgehn. wie er vor mir stand. Was ich dir erzähle.

Einen neuen Freund. Ganz will es doch die Wirkung nicht tun. so ist mir's gegangen.zu Nichts Verbildeten! Lies die Geschichte mit Andacht. . mein Geliebter. eine Ahnung liebevollen Genusses. sobald du kannst. Am 12. mit der Zeit soll mir der auch lieber werden. indem ich das hinschreibe. meinen blauen einfachen Frack. Ich bin heute still. er sucht Nahrung und kehrt unbefriedigt von der leeren Liebkosung zurück. Am 6. bis ich mich entschloß. Wir Gebildeten . als wenn es die Seligkeit hätte fühlen können. daß es auch die Geschichte deines Freundes ist. Das Schnäbelchen machte den Weg von ihrem Munde zu dem meinigen.. und denke dabei. komme. sagte sie. Sein Kuß. brachte Nachricht. Ich denke. sagte sie und lockte ihn auf ihre Hand. ich erwarte dich mit tausend Freuden. daß er wegen gewisser Umstände so bald noch nicht zurückkehren würde. sagte ich. drückte es sich so lieblich in die süßen Lippen. und ich bin nicht halb so brav. und auch wieder so gelbe Weste und Beinkleider dazu. September Sie war einige Tage verreist. Heute trat ich in ihre Stube. Ein Kanarienvogel flog von dem Spiegel ihr auf die Schulter. Kragen und Aufschlag. Liebster. wo er sich Geschäfte wegen aufhielt. Sie reichte ihm einige Brosamen mit ihren Lippen. du siehst meiner Hand. Das Billet blieb liegen und fiel mir abends in die Hände. Er ißt mir auch aus dem Munde. er ist meinen Kleinen zugedacht. aus denen die Freuden unschuldig teilnehmender Liebe in aller Wonne lächelten. sagte sie. ist nicht ganz ohne Begierde. Sie brach ab. September Sie hatte ein Zettelchen an ihren Mann aufs Land geschrieben. rief ich aus. die wir roh nennen. diese Leidenschaft ist also keine dichterische Erfindung. der hereinkam. Ja. daß ich nicht so strudele und sudele wie sonst. er ward aber zuletzt gar unscheinbar. in dem ich mit Lotten zum erstenmale tanzte. als wäre es an mich geschrieben. sie ist in ihrer größten Reinheit unter der Klasse von Menschen. September Es hat schwer gehalten. ich konnte mir einen Augenblick vorspiegeln. Er soll Sie auch küssen. diese Treue. flattert er mit den Flügeln und pickt so artig. es schien ihr zu mißfallen. und ich schwieg. und reichte den Vogel herüber. Er tut gar zu lieb! Sehen Sie ihn! Wenn ich ihm Brot gebe. abzulegen. so wird mir's gehn. Ich weiß nicht. Sie lebt. Ich las es und lächelte. Er küßt mich auch. Es fing an: Bester. Auch habe ich mir einen machen lassen ganz wir den vorigen. Am 5.Diese Liebe. Ein Freund. sehen Sie! Als sie dem Tierchen den Mund hinhielt. die es genoß. sie fragte worüber? Was die Einbildungskraft für ein göttliches Geschenk ist. sie kam mir entgegen und ich küßte ihre Hand mit tausend Freuden. Alberten abzuholen. die wir ungebildet. und die pickende Berührung war wie ein Hauch. Lies. mit dem ich mich zu vergleichen mich fast nicht getraue.. ich bitte dich. nicht halb so entschlossen als der arme Unglückliche.

besonders die alten. Sie. Wie vertraulich sie den Pfarrhof machten. eine ganz zerrüttete Gesundheit hat und deswegen auf Gottes Erdboden keine Freude.. sie weiß. Du kennst die Nußbäume. was kann man machen? Aber eins ist recht geschehen..als ich . da wir gestern davon redeten. daß Albert nicht so beglückt zu sein scheinet. Stelle dir vor. September Man möchte rasend werden. der ich mich vertrauern könnte. wie kühl. Oktober Wenn ich nur ihre schwarzen Augen sehe. Ich. denn niemand nimmt Anteil an ihr.. und wenn die Nüsse reif sind. und ich hoffe. die Frau Pfarrerin soll es an Butter und Eiern und übrigem Zutrauen spüren. Gott weiß. die ihm ohnedies die Suppen nicht fett machen.... die herrlichen Nußbäume. wenn so ein paar Bäume in meinem Hofe stünden und einer davon stürbe vor Alter ab.. ich komme nicht zu mit. das sehr Ursache hat. So einer Kreatur war es auch allein möglich.. sagte ich: Warum habt ihr es gelitten? Wenn der Schulze will. Und warum nicht? Sie traut mir so. gar viel an der neumodischen moralisch-kritischen Reformation des Christentumes arbeitet und über Lavaters Schwärmereien die Achseln zuckt. Wilhelm. nicht wecken. gelehrt zu sein. mit Lotten gesessen. so unzufrieden sah. die abfallenden Blätter machen ihr den Hof unrein und dumpfig. so werfen die Knaben mit Steinen darnach. ist mir es schon wohl. und die Erinnerung bis zu den ehrlichen Geistlichen. Sie liegen! O wenn ich Fürst wäre. dem Schulmeister standen die Tränen in den Augen. daß sie abgehauen worden.. eins ist doch dabei. Eine Närrin.. und sein Andenken war mir immer heilig unter den Bäumen. ist. was kümmerten mich die Bäume in meinem Lande! Am 10. Sie sollte es nicht tun. als er . den Schulzen und die Kammer. wenn ich Fürst wäre. die sich abgibt. der doch auch von seiner Frauen Grillen. und so ein braver Mann soll er gewesen sein.. die Frau des neuen Pfarrers (unser alter ist auch gestorben). wo die Bäume standen. unter denen ich bei dem ehrlichen Pfarrer zu St. dachten es miteinander zu teilen. Fürst! Ja. sagten sie. das stört sie in ihren tiefen Überlegungen. den er von seinem Großvater gehört hatte. hier zu Lande. Der Schulze und der Pfarrer. was für eine Wunde sie ihrem Orte gegeben hat. an der Welt keinen Anteil zu nehmen. da erfuhr es die Kammer und sagte: Hier herein. ich muß zusehen. Abgehauen! Ich möchte toll werden. die mich. ich wollte die Pfarrerin. und wie herrlich die Äste waren. Da ich die Leute im Dorfe. immer mit dem größten Seelenvergnügen füllten. sich in die Untersuchung des Kanons meliert. wie ich sie liebe! Am 15. Der Schulmeister hat uns den einen Namen oft genannt. die sie vor so vielen Jahren pflanzten. ein hageres kränkliches Geschöpf.Ich kehrte das Gesicht weg.zu sein . Denn sie hatte noch alte Prätensionen an den Teil des Pfarrhofes. Siehst du. und verkaufte sie an den Meistbietenden. Das ganze Dorf murrt. der den ersten Hieb dran tat.hoffte . die B“ume nehmen ihr das Tageslicht. was haben wollte. und fällt ihr auf die Nerven. Semler und Michaelis gegeneinander abwiegt. wenn sie Kennikot. Ich sage dir. in den es manchmal die Gleichgültigkeit des Lebens wiegt. meine Nußbäume abzuhauen. Was Menschengefühl ist. was auf Erden noch einen Wert hat. Denn sie ist es. ich könnte den Hund ermorden. daß es Menschen geben soll ohne Sinn und Gefühl an dem wenigen. und was mich verdrießt. Sollte nicht meine Einbildungskraft mir diesen Bildern himmlischer Unschuld und Seligkeit reizen und mein Herz aus dem Schlafe.. Lieber Schatz.

den letzten verlassenen Herrlichen in aller Ermattung dem Grabe zuwanken sehe. Der N. Wenn ich den tiefen Kummer auf seiner Stirn lese. dem hohen wehenden Grase niedersieht und ausruft: Der Wanderer wir kommen. und sehe das Zimmer an. Lieber. Und meine lebhafte Einbildungskraft versetzte mich ans Bett dieser Armen. sagte die andere. der sich ins rollende Meer verbirgt. ihre Grabsteine findet. kommen. der in dampfenden Nebeln die Geister der Väter im dämmernden Lichte des Mondes hinführt. diese ganze Lücke würde ausgefüllt sein. N. und fragen: Wo ist der Sänger. Zu hören vom Gebirge her im Gebrülle des Waldstroms halb verwehtes Ächzen der Geister aus ihren Höhlen. die ich hier in meinem Busen fühle! Ich denke oft. gewiß und immer gewisser. Am 26.Ich mache nicht gern Gedankenstriche.glaubte . Oktober Ja es wird mir gewiß. Am 12. Ich hörte sie leise reden. Wilhelm. und meine Weibchen redeten davon. Stadtneuigkeiten. ich gebe keinen Kreuzer für ihr Leben. und kriegt Ohnmachten. O Freund. daß ein Fremder stirbt. diese Lücke. und ach. Er ist schon geschwollen. ihres Geliebten. ich sah sie. der mich kannte in meiner Schönheit. umsaust vom Sturmwinde. diese entsetzliche Lücke. denen ich nun so befreundet bin. sagt die eine. und ich ging herein ins Nebenzimmer. aber hier kann ich mich nicht anders ausdrücken . Es kam eine Freundin zu Lotten. meinen Fürsten von der zückenden Qual des langsam absterbenden Lebens auf einmal befreien und dem befreiten Halbgott meine Seele nachsenden. und der Mond ihr bekränztes siegrückkehrendes Schiff beschien. Am 19. und die Zeiten der Vergangenheit in des Helden Seele lebendig werden. und dann nahm ich eine Feder zu schreiben. sie erzählten einander unbedeutende Sachen. in die der Herrliche mich führt. Wenn ich ihn dann finde. sehr krank ist. Oktober Ossian hat in meinem Herzen den Homer verdrängt. wie man eben davon redet. wie diese heiratet. den wandelnden grauen Barden. ein Buch zu nehmen. um die vier moosbedeckten grasbewachsenen Steine des Edelgefallnen. Oktober Ach. Zu wandern über die Heide. wie sie. und konnte nicht lesen. sagte Lotte. wie jene krank. mit welchem Widerwillen sie dem Leben den Rücken wandten. Fingals trefflicher Sohn? Sein Fußtritt geht über mein Grab hin. daß an dem Dasein eines Geschöpfes wenig gelegen ist. ich möchte gleich einem edlen Waffenträger das Schwert ziehen. Und wenn ich mich umsehe. Welch eine Welt. sie hat einen trockenen Husten. ist auch so übel dran. und er fragt vergebens nach mir auf der Erde. sogar diesem . da noch der freundliche Strahl den Gefahren der Tapferen leuchtete.wenn . und die Wehklagen des zu Tode sich jammernden Mädchens.und mich dünkt deutlich genug. und dann jammernd nach dem lieben Sterne des Abends hinblickt. ganz wenig. wie er immer neue schmerzlich glühende Freuden in der kraftlosen Gegenwart der Schatten seiner Abgeschiedenen einsaugt. nur einmal an dieses Herz drücken könntest. und rings um mich Lottens Kleider und Alberts Skripturen und diese Möbeln. der auf der weiten Heide die Fußstapfen seiner Väter sucht. die Knochen stehn ihr zum Gesichte heraus. wenn du sie nur einmal. und nach der kalten Erde.

. in dem Andenken. sehe die Sonne wieder und bin elend. ich fühle zu wahr. wo er seines Daseins eigentliche Gewißheit hat.. daß er auch da verlöschen. der kalt und kraftlos vor mir steht. Wehe mir. Oktober abends Ich habe so viel und die Empfindung an ihr verschlingt alles. Ich leide viel. daß er auch da. und der sanfte Fluß . und mit einem ganzen Herzen voll Seligkeit werde ich den andern nicht beglücken. so viele Liebenswürdigkeit vor einem herumkreuzen zu sehen und nicht zugreifen zu dürfen. wenn du nun gingst. ich habe so viel und ohne sie wird mir alles zu Nichts. wo er den einzigen wahren Eindruck seiner Gegenwart macht. ziehen ängstlich meine Stirn zusammen. denn ich habe verloren. verschwinden muß. wie ehemals die Quelle aller Seligkeiten. sie ist dahin. der ehemals in aller Fülle der Empfindung herumschwebte. ja manchmal mit der Hoffnung. Ach die Liebe. Oktober Ich möchte mir oft die Brust zerreißen und das Gehirn einstoßen. auf einen Dritten. aus ihm fließen keine Entzückungen mehr. wie die Morgensonne über ihn her den Nebel durchbricht und den stillen Wiesengrund bescheint.. mit der ich Welten um mich schuf. wenn du aus diesem Kreise schiedest. und das Zugreifen ist doch der natürliche Trieb der Menschheit. daß ich launisch sein könnte. auf eine fehlgeschlagene Unternehmung schieben. Am 30. die nicht mehr von erquickenden Tränen gelabt werden. Wenn ich zu meinem Fenster hinaus an den fernen Hügel sehen... was du nun diesem Hause bist. O. und das so bald. und meine Sinne. Oktober Wenn ich nicht schon hundertmal auf dem Punkte gestanden bin. würden sie. daß in mir die Quelle des Elendes verborgen ist. dem auf jedem Tritte ein Paradies folgte. als wenn es ohne sie nicht sein könnte. daß an mir allein alle Schuld liegt. Alles in allem.. Am 27. und deinem Herzen scheint es. die dein Verlust in ihr Schicksal reißt? Wie lange? O so vergänglich ist der Mensch..Und ich? Am 3. und doch. in der Seele seiner Lieben. und denke: Siehe. wie einem das tut. was meines Lebens einzige Wonne war. greifen die Kinder nicht nach allem.nicht Schuld! Genug. könnte die Schuld aufs Wetter. meine Augen sind trocken. da. Freude. Am 27.Dintenfasse. ich lege mich so oft zu Bette mit dem Wunsche. was ihnen in den Sinn fällt? . die heilige belebende Kraft. November Weiá Gott. daß man einander so wenig sein kann. Wärme und Wonne. Deine Freunde ehren dich. wird mir der andere nicht geben. wie lange würden sie die Lücke fühlen. und morgens schlage ich die Augen auf. nicht wieder zu erwachen. so würde die unerträgliche Last des Unwillens doch nur halb auf mir ruhen. der ein Herz hatte. Du machst oft ihre Freude.. eine ganze Welt liebevoll zu umfassen? Und dies Herz ist jetzt tot. die ich nicht hinzubringe. Bin ich nicht noch eben derselbe. ihr um den Hals zu fallen! Weiß der große Gott.

mein Gott. und der ganze Kerl vor Götter Angesicht steht wie ein versiegter Brunnen. und alles um mich her versinkt. sein Maß auszuleiden. daß sie manchem Ermatteten Stab. um mich nicht tiefer in den Text kommen zu lassen. wie ein Ackersmann um Regen. manchem Verschmachtenden Erquickung ist.. Ich ehre die Religion. Laß mich ausdulden. da mein ganzes Wesen zwischen Sein und Nichtsein zittert. in dem schrecklichen Augenblick. wovon jedermann so wenig weiß als ich.. Am 15. o. Tausende. der die Himmel zusammenrollt wie ein Tuch? . Ich habe mich oft auf den Boden geworfen und Gott um Tränen gebeten. innig dankbarem Herzen aufnahm! Am 8. Sie kann mit mir machen. warum soll ich groß tun und mich stellen. muß sie denn das einem jeden sein? Wenn du die große Welt ansiehst. denen sie es nicht sein wird. daß ich mich manchmal vor einem Glase Wein verleiten lasse. eine Bouteille zu trinken. mit so viel Liebenswürdigkeit. sich selbst ermangelnden und unaufhaltsam hinabstürzenden Kreatur. in den innern Tiefen ihrer vergebens aufarbeitenden Kräfte zu knirschen: Mein Gott. da die Vergangenheit wie ein Blitz über dem finstern Abgrunde der Zukunft leuchtet. November Sie hat mir meine Exzesse vorgeworfen! Ach. Wilhelm. Tun Sie es nicht! sagte sie. lege das nicht falsch aus. und jene Zeiten. ich bin dahin. und um ihn die Erde verdürstet. ich habe bei aller meiner Müdseligkeit noch Kraft genug durchzusetzen. da ihm der nicht entging. wie ich denn über alles das. brauchen Sie mir das zu heißen? Ich denke .kann sie denn. Bester. Sie redete was anders. das weißt du. denken Sie an Lotten! Denken? sagte ich.ich denke nicht! Sie sind immer vor meiner Seele. ich fühle es. sonst wollte ich lieber. warum hast du mich verlassen? Und sollt' ich mich des Ausdruckes schämen. wie mir mein Herz sagt? Ich bitte dich. ruhig zu sein. und muß sie mir es denn sein? Sagt nicht selbst der Sohn Gottes. wenn da diese herrliche Natur so starr vor mir steht wie ein lackiertes Bildchen. und alle die Wonne keinen Tropfen Seligkeit aus meinem Herzen herauf in das Gehirn pumpen kann. es ist meine ganze Seele. Was ist es anders als Menschenschicksal. die ich dir vorlege. ich fühle. was sie will. und bitte dich. denen sie es nicht war. gepredigt oder ungepredigt. Aber ach. sollte mir es vor dem Augenblicke bange sein. als schmeckte er mir süß? Und warum sollte ich mich schämen. mit ganzem. Ist es da nicht die Stimme der ganz in sich gedrängten. sieh nicht etwa Spott in diesen unschuldigen Worten. warum waren sie so selig. daß die um ihn sein würden. wie ein verlechter Eimer. ich hätte geschwiegen. für deinen wohlmeinenden Rat. die ihm der Vater gegeben hat? Wenn ich ihm nun nicht gegeben bin? Wenn mich nun der Vater für sich behalten will. wenn der Himmel ehern über ihm ist. seinen Becher auszutrinken? Und ward der Kelch dem Gott vom Himmel auf seine Menschenlippe zu bitter. November Ich danke dir. nicht gern ein Wort verliere. wo Sie neulich aus der Kutsche stiegen. Heute saß ich an dem Flecke. und mit mir die Welt untergeht. als weil ich mit Geduld seinen Geist erwartete. Meine Exzesse. und die Wonne.. die er über mich ausgoß.zwischen seinen entblätterten Weiden zu mir herschlängelt. so siehst du Tausende.. Gott gibt Regen und Sonnenschein nicht unserm ungestümen Bitten. Nur . deren Andenken mich qu“lt. für deinen herzlichen Anteil.

Ich kann nicht beten: Gib mir sie.. und dann untergegangen. nicht oft. diese Seligkeit. Und ich sah nicht mehr in ihr die liebliche Schönheit. Ach. reichte sie mir die Hand und sagte: Adieu.. Sünde? Am 26.. und mit mir selbst allerlei schwatzte. daß sie mich Lieber hieß. auf denen die Geister des Himmels schweben. sie fühlt nicht. das steht wie eine Scheidewand vor meiner Seele. das Mitleiden mit meiner Duldung. wenn ich mir's nachließe. Heute ist mir ihr Blick tief durchs Herz gedrungen. lieber Werther. Ich habe so viel auszustehen. da ich zu Bette gehen wollte. es gäbe eine ganze Litanei von Antithesen. Ich fand sie allein. und so kommt sie mir oft als die Meine vor. Lippen. die Gefälligkeit. was ich dulde.. als wenn sie sich lechzend öffneten. als säh' ich in mein eignes Herz. Was soll der gütige Blick.. das sich auf ihrer Stirne zeichnet? Gestern. lieber Werther! Lieber Werther. November Sie sieht nicht. Am 22. Nie habe ich ihre Lippen so reizend gesehn. es war das erstemal. denn sie ist eines andern. Am 24. das war alles vor meinen Augen verschwunden. sagte ich so auf einmal: Gute Nacht. Ich sagte nichts und sie sah mich an. Ja. Dann lese ich einen Dichter der Vorzeit.. den sie mir zu meinem Verderben reicht. des süßesten Mitleidens.nein. Es war.. wenn ich dir das so sagen könnte! Ich widerstand nicht länger. und es ist mir.. November Sie fühlt. mit dem sie mich oft . diese Sünde abzubüßen. daß sie ein Gift bereitet. nicht mehr das Leuchten des trefflichen Geistes. als ich wegging. die aus dem Instrument hervorquollen. und mußte hernach selbst über mich lachen. preise die überigen glücklich.oft? .. aber doch manchmal ansieht.ich will! Ha! Siehst du. sind denn Menschen vor mit schon so elend gewesen? .. neigte mich und schwur: Nie will ich es wagen.. das mich und sie zugrunde richten wird. So ist noch keiner gequält worden. und nur der heimliche Widerschall aus dem reinen Mund zurückklänge. Ich habe es mir hundertmal wiederholt und gestern Nacht. und es ging mir durch Mark und Bein. November Ich kann nicht beten: Laß mir sie. Ich witzle mich mit meinen Schmerzen herum. Und doch . November Manchmal sag' ich mir: Dein Schicksal ist einzig. womit sie einen unwillkürlichen Ausdruck meines Gefühles aufnimmt. Warum durfte ich mich nicht ihr zu Füßen werfen? Warum durfte ich nicht an ihrem Halse mit tausend Küssen antworten? Sie nahm ihre Zuflucht zum Klavier und hauchte mit süßer leiser Stimme harmonische Laute zu ihrem Spiele. jene süßen Töne in sich zu schlürfen.Am 21. einen Kuß euch aufzudrücken. Ein weit herrlicherer Blick wirkte auf mich. und ich mit voller Wollust schlürfe den Becher aus.. voll Ausdruck des innigsten Anteils.

Keines kann ich finden. Ich suche schon zwei Tage darnach und kann sie nicht finden. antwortete er mit einem tiefen Seufzer. Wie heißt sie denn? Wenn mich die Generalstaaten bezahlen wollten. da mir es so wohl war. Gott hat mir ein schweres Kreuz aufgelegt. Was will Er denn mit den Blumen? Ein wunderbares zuckendes Lächeln verzog sein Gesicht. Da haußen sind auch immer Blumen. Heinrich! rief eine alte Frau. Heute. nur hat er immer mit Königen und Kaisern zu schaffen. Ich merkte was Unheimliches. Es war ein so guter Stiller Mensch. sagte er. sie wachsen wie Unkraut. Ich suche. glaubte ich. fuhr er fort.. begegnet mir eine Erscheinung. o Menschheit! Ich gehe an dem Wasser hin in der Mittagsstunde. die aber sonst nichts als einen geraden guten Sinn ausdrückte. sagte er. zu ihr tretend. indem er zu mir herunter kam. O. ich wollte. Gott sei Dank. und drum fragte ich durch einen Umweg. ich hatte keine Lust zu essen.. der ihm den Rücken herunter hing. er würde es nicht übel nehmen.und finde keine. . gelbe und blaue und rote. So stille. Ach.. Es gibt so viele Blumen. O Schicksal. Als ich näher zu ihm kam und er sich auf das Geräsch. eine hat mir mein Vater gegeben. Wohl. das ich machte. sie hat viel andere Sachen. Jetzt tut er niemand nichts. ich habe meinem Schatz einen Strauß versprochen. Blumen . O. versetzte ich. Wenn Er mich nicht verraten will. und die grauen Regenwolken zogen das Tal hinein. sagte sie. November Ich soll. sagte ich. Alles war öde. Ich bin nun. Da war mir es so wohl. der mich ernähren half. sah ich eine gar interessante Physiognomie. und auf einmal wird er tiefsinnig. vorher war er ein ganzes Jahr rasend. versetzte er. es war einmal eine Zeit. sie ist reich. ein naßkalter Abendwind blies vom Berge. was er suchte. seine schöne Hand schrieb. sagte er. sie hat Juwelen und eine Krone. darin eine stille Trauer den Hauptzug machte. mein armer Sohn! versetzte sie. ist er nun ein halbes Jahr. Ein nasser Blick zum Himmel drückte alles aus. die mich aus aller Fassung bringt. seine schwarzen Haare waren mit Nadeln in zwei Rollen gesteckt und die übrigen in einen starken Zopf geflochten. wenn ich auf seine Beschäftigung aufmerksam wäre. wo steckst du? Wir haben dich überall gesucht. sagte ich lächelnd. so leicht wie einem Fisch im Wasser. sagte er. Jetzt ist es aus mit mir. daß er nur so weit ist. ich wäre wieder so. Ja. herumdrehte. Wie lange ist er so? fragte ich. Von fern seh' ich einen Menschen in einem grünen schlechten Rocke. komm zum Essen. und das Tausendgüldenkraut hat ein schönes Blümchen. Heinrich. ich soll nicht zu mir selbst kommen! Wo ich hintrete. der zwischen den Felsen herumkrabbelte und Kräuter zu suchen schien. Und doch hat sie Seinen Strauß lieb. Er war also glücklich? fragte ich. ich wär' ein anderer Mensch. Da mir seine Kleidung einen Menschen von geringem Stande zu bezeichnen schien. da hat er an Ketten im Tollhause gelegen. Ist das Euer Sohn? fragt' ich.Am 30. Das ist brav. so lustig. und daher fragte ich ihn. indem er den Finger auf den Mund drückte. die den Weg herkam.. In meinem Garten sich Rosen und Jelängerjelieber zweierlei Sorten. Das ist auch die Jahreszeit nicht.

daraus in Raserei.. Die Welt ist überall einerlei. und nun sein Angesicht von mir gewendet hat. das ist die Zeit. daá sie nicht glücklich sind. du siehst meine Tränen. das. entdeckte und worüber er aus dem Dienst geschickt wurde. daß du in alles. Und würde ein Mensch. und mit jeder ausgedauerten Tagereise legt sich das Herz um viele Bedrängnisse leichter nieder. im Winter. Elender! Und auch wie beneide ich deinen Trübsinn. den ich nicht kenne. ist ein Linderungstropfen der geängsteten Seele.. und begreifst nicht. verbarg. da meint er die Zeit. Und dürft ihr das Wahn nennen. seliges Geschöpf. die ihm das bißchen Armut . Mußtest du. und vor deinem Angesichte will ich leiden und genießen. was ist es als Vertrauen zu dir. solltest ihn von dir weisen? Am 1. der du den Menschen arm genug erschufst. wo er nichts von sich wußte. was uns umgibt. hat ihn rasend gemacht. und ich gehe ohne Hoffnung. Herr. Du wähnst. wovon alle Könige der Erde dir nicht helfen können. von dem ich dir schrieb. dem sein unvermutet rückkehrender Sohn um den Hals fiele und riefe: Ich bin wieder da. der wir so stündlich bedürfen? Vater. du fühlst nicht. daß er so glücklich. die er nährte. Vater.. der sich über das bedrängte Herz erhebt. wo du bist. der glückliche Unglückliche. und trauerst. Das fiel mir auf wie ein Donnerschlag. deiner Königin Blumen zu pflücken. daß ich die Wanderschaft abbreche. Jeder Fußtritt. ohne Zweck heraus und kehre wieder heim wie ich gekommen bin. das den Mangel seiner Glückseligkeit einer irdischen Hindernis zuschreiben kann. Du fühlst nicht. die seine Krankheit vermehren. Wenn ich Ihnen erzählen sollte. mein Vater! Zürne nicht. Heil. das rühmt er immer. du Alliebender! Denn das Vertrauen zu einer heilenden Wurzel. in der du verschmachtest: Du gehst hoffnungsvoll aus. Dezember Wilhelm! Der Mensch. ich drückte ihr ein Stück Geld in die Hand und verließ sie eilend. und nun ist er wie Sie ihn sehen. schnell vor mich hin nach der Stadt zu gehend. zu den Tränen des Weinstockes. die ich nach deinem Willen länger aushalten sollte. lieber himmlischer Vater.fällt in ein hitziges Fieber. auf Mühe und Arbeit Lohn und Freude. da du keine findest. eine Pilgrimschaft nach dem heiligen Grabe tut. Ich unterbrach den Strom ihrer Worte mit der Frage: Was war denn das für eine Zeit. um seine Gewissensbisse los zu werden und die Leiden seiner Seele abzutun. Da du glücklich warst! rief ich aus. auf dich. das biáchen Vertrauen noch raubten. der sonst meine ganze Seele füllte. in deinem zerrütteten Gehirne dein Elend liegt. wenn die Generalstaaten dich bezahlten. sein Ausleben schmerzhafter machen wird. der nach der entferntesten Quelle reist. der eines Kranken spottet. warum du keine finden kannst. welcher Mensch du sein würdest. daß in deinem zerstörten Herzen. aber was soll mir das? Mir ist nur wohl.. Müsse der trostlos umkommen. von der er rühmt. da dir es wohl war wie einem Fisch im Wasser! Gott im Himmel.. das er auf dich hat. der seine Sohlen auf ungebahntem Wege durchschneidet. Und du. als ehe sie zu ihrem Verstande kommen und wenn sie ihn wieder verlieren. da er von sich war.und Linderungskraft gelegt hast. ihr Wortkrämer auf euren Polstern? Wahn! O Gott. und eine Leidenschaft zu ihr. Und ich. so wohl darin gewesen sei? Der törichte Mensch! rief sie mit mitleidigem Lächeln. ihm auch Brüder zugeben. rufe mich zu dir! Schweige nicht länger! Dein Schweigen wird diese dürstende Seele nicht aufhalten. hast du das zum Schicksale der Menschen gemacht. ein Vater zürnen können. Fühle bei diesen trocknen .. die Verwirrung deiner Sinne. war Schreiber bei Lottens Vater. da er im Tollhause war .

Heute saß ich bei ihr. Am 6. und eine Erinnerung des Vergangenen. Und auf einmal fiel sie in die alte himmelsüße Melodie ein. gewissenhaft zu erzählen. hier in meiner Stirne. ich bitte Sie. genaue Nachrichten aus dem Munde derer zu sammeln. und dann.. Ich ging in der Stube auf und nieder.. ich neigte mich und ihr Trauring fiel mir ins Gesicht. Hier. und sah mich starr an. Was bleibt uns übrig. wie ein Abgrund ruhen sie vor mir. so auf einmal. mein Herz erstickte unter dem Zudringen. Dezember Wie mich die Gestalt verfolgt. mit welchem Unsinne mich die Geschichte ergriffen hat. da ich das Lied gehört. daß ich nicht nötig hätte. die . zumal da es so schwer ist. hören Sie auf! Sie hielt. Dezember Ich bitte dich.. da mir sie Albert ebenso gelassen erzählte. als du sie vielleicht liesest. oder im Leiden versinkt. die Folge seiner hinterlassenen Briefe durch Erzählung zu unterbrechen. der fehlgeschlagenen Hoffnungen. all.. wo die innere Sehkraft sich vereinigt. der Zeiten. als dasjenige... Ihre Lieblingsgerichte widerstehen Ihnen. eben da zu dem stumpfen kalten Bewußtsein wieder zurückgebracht. Am 4. Hier. ich kann dir s nicht ausdrücken. sagte ich.. mit einem heftigen Ausbruch hin gegen sie fahrend. um Gottes willen. mannigfaltige Melodien. wo er sie am nötigsten braucht? Und wenn er in Freude sich aufschwingt. Ich habe mir angelegen sein lassen.. was wir mit wiederholter Mühe erfahren können. stehen ihre schwarzen Augen. und wirst es enden. da er sich in der Fülle des Unendlichen zu verlieren sehnte? Der Herausgeber an den Leser Wir sehr wünscht' ich. Was willst du? Ihr Schwesterchen putzte ihre Puppe auf meinem Knie.. Mir kamen die Tränen in die Augen. Um Gottes willen. Wachend und träumend füllt sie meine ganze Seele. so sind sie da. sie ist einfach und es kommen alle Erzählungen davon bis auf wenige Kleinigkeiten miteinander überein. sagte sie mit einem Lächeln. Gehen Sie. Ich riß mich von ihr weg und... beruhigen Sie sich. füllen die Sinne meiner Stirn.Worten.. der düstern Zwischenräume des Verdrusses. und all den Ausdruck. wie ein Meer. Sie sind sehr krank. Mache ich meine Augen zu. und mir durch die Seele gehn ein Trostgefühl.. daß uns von den letzten merkwürdigen Tagen unsres Freundes so viel eigenhändige Zeugnisse übrig geblieben wären. das mir durch die Seele ging. in mir. Werther. Gott. Siehst du. wenn ich die Augen schließe.. wir er nicht in beiden eben da aufgehalten. sie spielte auf ihrem Klavier. die von seiner Geschichte wohl unterrichtet sein konnten. die von dem Abscheiden hinterlassenen Briefe einzuschalten und das kleinste aufgefundene Blättchen nicht gering zu achten. mit mir ist's aus. nur über die Sinnesarten der handelnden Personen sind die Meinungen verschieden und die Urteile geteilt. saß. der gepriesene Halbgott! Ermangeln ihm nicht eben da die Kräfte. meine Tränen flossen. all... Was ist der Mensch. Werther. du siehst mein Elend. ich trag' es nicht länger.

sie behaupten. er wird mich noch umbringen. aber nicht aus Haß noch Abneigung gegen seinen Freund. Wenigstens sagen dies Alberts Freunde. er machte sich Vorwürfe darüber. an allem teilnehmende Umgang. Albert. Ich weiß das. er wird mich noch rasend machen. Er liebte Lotten über alles. in die sich ein heimlicher Unwille gegen den Gatten mischte. seine Lebhaftigkeit. oft stand er stille. Die Harmonie seines Geistes war völlig zerstört. er glaubte. Es war ein schöner Wintertag. sich dieses Glück auch auf die Zukunft zu erhalten. Unmut und Unlust hatten in Werthers Seele immer tiefer Wurzeln geschlagen. um an dem Abend zu leiden und zu darben. meine Gegenwart ist ihm beschwerlich. er wünscht meine Entfernung. Wie er mit sich in ewigem Unfrieden lebte. und schien umkehren zu wollen. wenn sie unter Menschen vorgeht. sondern nur weil er gefühlt habe. in meiner Aufmerksamkeit für sie einen stillen Vorwurf? Ich weiß es wohl. er. wenn Albert sie nicht abzuholen käme. er hat sie. immer unglücklicher.. sagte er zu sich selbst. sich fester untereinander verschlungen und sein ganzes Wesen nach und nach eingenommen. so sehr schätzte und ehrte. als er mit allen Übeln bisher gekämpft hatte. Ja.. sagen sie. den Werther so vom Anfang her kannte. die alle Kräfte seiner Natur durcheinander arbeitete. er sieht mich ungern.eigensten wahren Triebfedern auch nur einer einzelnen Handlung zu entdecken. Das klare Wetter konnte wenig auf sein trübes Gemüt wirken. nun gut. Oft hielt er seinen raschen Schritt an. wenn er in dem Augenblicke mit niemand diesen köstlichen Besitz auch auf die unschuldigste Weise zu teilen Lust hatte? Sie gestehen ein. sie hereinzubegleiten. das ihn in der Stube hielt. ich fühl' es. Seine Gedanken fielen auch unterwegs auf diesen Gegenstand. er war stolz auf sie und wünschte sie auch von jedermann als das herrlichste Geschöpf anerkannt zu wissen. . seinen Scharfsinn auf. das schöne Verhältnis zwischen Albert und seiner Gattin gestört zu haben. der gleichsam mit jedem Tage sein ganzes Vermögen verzehrte. und immer ungerechter. um. und sie fuhr hinaus. der erste Schnee war stark gefallen und deckte die ganze Gegend. er schickte ihr seinen Wagen. Und hat denn die Freundschaft zu mir Stich gehalten? Sieht er nicht in meiner Anhänglichkeit an Lotten schon einen Eingriff in seine Rechte.. daß Werther einen reinen ruhigen Mann. mit heimlichem Zähneknirschen: das ist der vertraute. je unglücklicher er ward.. die traurigen Bilder hatten sich bei ihm festgesetzt und sein Gemüt kannte keine Bewegung als von einem schmerzlichen Gedanken zum andern. allein er richtete seinen Gang immer wieder vorwärts und war mit diesen Gedanken und Selbstgesprächen endlich gleichsam wider Willen bei dem Jagdhause angekommen. ein dumpfer Druck lag auf seiner Seele. Sattigkeit ist's und Gleichgültigkeit! Zieht ihn nicht jedes elende Geschäft mehr an als die teure köstliche Frau? Weiß er sein Glück zu schätzen? Weiß er sie zu achten. der nun eines lang gewünschten Glücks teilhaftig geworden. schien ihm auch der Zustand anderer nur bedenklicher und verworrener. die nicht gemeiner Art sind. War es ihm daher zu verdenken. daß Albert oft das Zimmer seiner Frau verlassen. zärtliche. wie sie es verdient? Er hat sie. nicht habe beurteilen können. wenn Werther bei ihr war. wenn er auch jeden Schein des Verdachtes abzuwenden wünschte. ich glaube an den Gedanken gewöhnt zu sein. Die Beängstigung seines Herzens zehrte die übrigen Kräfte seines Geistes. aus der er noch ängstlicher empor strebte. freundliche. daß dieser von seiner Gegenwart gedrückt sei. wie ich was anders auch weiß. ja. Lottens Vater war von einem Übel befallen worden. und sein Betragen. eine innerliche Hitze und Heftigkeit. Werther ging ihr den andern Morgen nach. hatte sich in so kurzer Zeit nicht verändert. er war noch immer derselbige. die ruhige dauernde Treue. brachte die widrigsten Wirkungen hervor und ließ ihm zuletzt nur eine Ermattung übrig. er ward ein trauriger Gesellschafter.

mit der heimlichen Verzweiflung umhergehend angetroffen hatte. doch faßte er sich bald wieder und trug dem Amtmanne feurig seine Gesinnungen vor. Man erblickte von fern einen Trupp bewaffneter Männer. der ihm so wert geworden war. waren entblättert und die Grabsteine sahen mit Schnee bedeckt durch die Lücken hervor. unüberwindlich bemächtigte sich die Teilnehmung seiner und es ergriff ihn eine unsägliche Begierde. entsetzt' er sich vor dem sonst so geliebten Platze. fand er Alberten gegenwärtig. Man brachte den Gefangenen in die Schenke und Werther eilte fort. entstand auf einmal ein Geschrei. auch. die schönsten menschlichen Empfindungen. was ein Mensch zur Entschuldigung eines Menschen sagen kann. den Menschen zu retten. dem Alten zuzureden. Leidenschaft und Wahrheit alles vorbrachte. um an Ort und Stelle die Tat zu untersuchen. seinem Mißmut. daß auf diese Weise jedes Gesetz aufgehoben. alle Sicherheit des Staats zugrund gerichtet werde. er setzte sich so tief in seine Lage. er fand ihn als Verbrecher selbst so schuldlos. der jene Witwe so sehr liebte. dies verstimmte ihn einen Augenblick. es müsse alles in Ordnung. daß man den Täter herbeiführe. Als er sich der Schenke näherte. Er trat in die Stube und fand Lotten beschäftigt. Die starken Bäume standen ohne Laub und bereift. Werther sah hin und blieb nicht lange zweifelhaft. Ja.Er trat in die Tür. Unglücklicher! rief Werther aus. sie wird keinen haben. indem er auf den Gefangenen losging. durcheinander geschüttelt worden. wo sie den Körper hingelegt hatten. der mit Unfrieden aus dem Haus gekommen war. den er so manchmal gesprochen. daß er gewiß glaubte. der Entleibte war Knecht einer Witwe. hatten sich in Gewalt und Mord verwandelt. den er vor einiger Zeit mit dem stillen Grimme. die sich über die niedrige Kirchhofmauer wölbten. Er fühlte ihn so unglücklich. es war der Knecht. Ist's möglich! rief er aus. der ungeachtet seiner Krankheit hinüber wollte. es sei drüben in Wahlheim ein Unglück geschehn. wie sich's leicht denken läßt. widersprach ihm eifrig und tadelte ihn. fuhr er mit Heftigkeit auf. alles das. was in seinem Wesen lag. Schon wünschte er für ihn sprechen zu können. setzte er hinzu. schon halblaut auszusprechen. so war doch. Als er in die Stube trat. man hatte den Erschlagenen des Morgens vor der Haustür gefunden. er fand das Haus in einiger Bewegung. Was hast du begangen. in dem vorgeschriebenen Gang gehen. Liebe und Treue. . daß er einen Meuchelmörder in Schutz nehme. Dieser sah ihn still an. der Amtmann dadurch nicht gerührt. vor welcher das ganze Dorf versammelt war. jede Erinnerung ward ihm lebendig und er zweifelte nicht einen Augenblick. ich muß hinüber. Er ließ vielmehr unsern Freund nicht ausreden. die schönen Hecken. und obgleich Werther mit der größten Lebhaftigkeit. Er zeigte ihm. Aus seiner Trauer. Jene Schwelle. schon drängte sich der lebhafteste Vortrag nach seinen Lippen. er eilte nach dem Jagdhause und konnte sich unterwegs nicht enthalten. worauf die Nachbarskinder so oft gespielt hatten. fragte nach dem Alten und nach Lotten. daß jener Mensch die Tat begangen. daß er in einer solchen Sache nichts tun könne. ohne sich die größte Verantwortung aufzuladen. man hatte Mutmaßungen. und ein jeder rief. Der älteste Knabe sagte ihm. um nach der Schenke zu kommen. auch andere davon zu überzeugen. es sei ein Bauer erschlagen worden! Es machte das weiter keinen Eindruck auf ihn. die vorher einen andern im Dienste gehabt. Der Täter war noch unbekannt. ich kann nicht einen Augenblick ruhn. was er dem Amtmann vorstellen wollte. seiner gleichgültigen Hingegebenheit wurde er auf einen Augenblick herausgerissen. schwieg und versetzte endlich ganz gelassen: Keiner wird sie haben. Da Werther dieses hörte. Dieser schüttelte einigemal den Kopf. war mit Blut besudelt. Durch die entsetzliche gewaltige Berührung war alles. Da er durch die Linden mußte. Er eilte nach Wahlheim zu.

von seiner Lebensmüde sind einige hinterlassene Briefe die stärksten Zeugnisse. der sich nun aufs Leugnen legte. daß man hier und da drüber gesprochen hat. Die Leute werden aufmerksam. Er fand sich durch alles dieses wie zur Untätigkeit berechtigt. trat auch auf des Alten Seite. Er berührte seine unglückliche Leidenschaft und wünschte. als er hörte. Er versank nur desto tiefer in Schmerz und Untätigkeit. Lotte schwieg und Albert schien ihr Schweigen empfunden zu haben. und wenn gleich bei mehrerem Nachdenken seinem Scharfsinne nicht entging." Was Albert zuletzt über die Sache des Gefangenen in Gegenwart des Amtmanns gesprochen. sondern bat nur. wenigstens seit der Zeit erwähnte er Werthers nicht mehr gegen sie. Von seiner Verworrenheit. war das letzte Auflodern der Flamme eines verlöschenden Lichtes. daß ich mir's sage und wieder sage. er ist brav und gut." Weil es ein gelinder Abend war und das Wetter anfing sich zum Tauen zu neigen. und so rückte er endlich. Alles was ihm Unangenehmes jemals in seinem wirksamen Leben begegnet war. der sich endlich ins Gespräch mischte. Albert fing von ihm an zu reden. immer einem traurigen Ende näher. nachdem ihm der Amtmann einigemal gesagt hatte: Nein. Albert. Ich wünsch' es auch um unsertwillen. und wenn sie seiner erwähnte. er ist nicht zu retten! Wie sehr ihm diese Worte aufgefallen sein müssen. mit denen man die Geschäfte des gemeinen Lebens anfaßt. der Verdruß bei der Gesandtschaft. Der vergebliche Versuch.Werther ergab sich noch nicht. und das gewiß an dem nämlichen Tage geschrieben worden. war Werthern höchst zuwider gewesen. so war es ihm doch. alles was ihm sonst mißlungen war. indem er ihm Gerechtigkeit widerfahren ließ. ließ er das Gespräch fallen oder lenkte es woanders hin. in dem ewigen Einerlei eines traurigen Umgangs mit dem liebenswürdigen und geliebten Geschöpfe. aber es zerreißt mir mein inneres Eingeweide. siehe zu. irgend eine Handhabe zu ergreifen. Unglücklicher. eben. "Was hilft es. daß wir nicht zu retten sind. ging Lotte mit Alberten zu Fuße zurück. . Ein Blättchen. er tadelte ihn. ich kann nicht gerecht sein. wenn er es zugeben sollte. wenn er es gestehen. das sich darauf bezieht. von seinem rastlosen Treiben und Streben. und ich weiß. Unterwegs sah sie sich hier und da um. sagt' er. fuhr er fort. und ich bitte dich. die wir hier einrücken wollen. sehn wir aus einem Zettelchen. Denkart und einer endlosen Leidenschaft hingegeben. Werther wurde überstimmt und mit einem entsetzlichen Leiden machte er sich auf den Weg. ging in seiner Seele und nieder. in seine Kräfte stürmend. was ihn je gekränkt hatte. ihn zu entfernen. Leidenschaft. Er glaubte einige Empfindlichkeit gegen sich darin bemerkt zu haben. das sich unter seinen Papieren fand. als ob er seinem innersten Dasein entsagen müßte. als wenn sie Werthers Begleitung vermißte. seinem Betragen gegen dich eine andere Richtung zu geben. Besonders kam er fast außer sich. dessen Ruhe er störte. daß es möglich sein möchte. wenn man dem Menschen zur Flucht behilflich wäre! Auch damit wies ihn der Amtmann ab. daß beide Männer recht haben möchten. auffordern könnte. Ich sehe wohl. der Amtmann möchte durch die Finger sehn. er fand sich abgeschnitten von aller Aussicht. das vielleicht sein Verhältnis zu Albert ausdrückt. den Werther zur Rettung des Unglücklichen gemacht hatte. seine öftern Besuche zu vermindern. unfähig. finden wir unter seinen Papieren. ganz seiner wunderbaren Empfindung. daß man ihn vielleicht gar zum Zeugen gegen den Menschen. "Du bist nicht zu retten. sie ohne Zweck und Aussicht abarbeitend.

Nachts nach eilfe rannte ich hinaus. da überfiel mich ein Schauer und wieder ein Sehnen. Ich bin nirgend wohl. in dem jene Unglücklichen gewesen sein müssen. bin ich strafbar. mit offenen Armen stand ich gegen den Abgrund und atmete hinab. meine Augen sind voll Tränen. und dann schweife ich umher in den furchtbaren nächtlichen Szenen dieser menschenfeindlichen Jahreszeit. und deckte ihren liebelispelnden Mund mit unendlichen Küssen.es ist ein inneres unbekanntes Toben." "Am 14. fest an meinen Busen gedrückt. und das weite Tal hinauf und hinab eine stürmende See im Sausen des Windes. daß ich auch jetzt noch eine Seligkeit fühle. brüderlichste Liebe? Habe ich jemals einen strafbaren Wunsch in meiner Seele gefühlt? Ich will nicht beteuern. um ihr hinsterbendes freudeloses Dasein noch einen Augenblick zu verlängern und zu erleichtern. hinab und verlor mich in der Wonne. wehe. auf einem heißen Spaziergange. und überall wohl. das ihr Holz von Zäunen stoppelt und ihr Brot an den Türen. Nun sitze ich hier wie ein altes Weib. Und der Vergangenheit Sonnenstrahl blickte herein. meine Sinne verwirren sich.und den Fuß vom Boden zu heben vermochtest du nicht. hatte in dieser Zeit. verlange nichts. hielt ich sie in meinen Armen. mein Lieber? Ich erschrecke vor mir selbst. reinste. und kaum daß ich die Weide erkannte. und alle Qualen zu enden! Meine Uhr ist noch nicht ausgelaufen. Diese Nacht. Dezember Lieber Wilhelm. denn ich habe Mut zu sterben. es ist nicht Angst. von denen man glaubte.. wo ich mit Lotten unter einer Weide geruht. die Welt zu verlassen.. Ich hätte. ich bin in einem Zustande. Seit der Rückkehr zu Lotten war es immer seine . die so widersprechende Wirkungen fremden Mächten zuschrieben."Am 12. Es war plötzlich Tauwetter eingefallen. mir diese glühenden Freuden mit voller Innigkeit zurückzurufen? Lotte! Lotte! Und mit mir ist es aus. wie einem Gefangenen ein Traum von Herden. es zu sagen. alle Bäche geschwollen und von Wahlheim herunter mein liebes Tal überschwemmt. Ha. Ist nicht meine Liebe zu ihr die heiligste. sie würden von einem bösen Geiste umhergetrieben.. ich fühle es. Dezember Was ist das. O Wilhelm. nicht Begier . mein Auge schwamm in der Trunkenheit des ihrigen. dacht' ich. die Fluten zu fassen. und wird nicht vielleicht dem Eingekerkerten einmal diese Wonne zuteil? Und wie ich wehmütig hinabsah auf ein Plätzchen. Wilhelm. Gott. meine Qualen. mit jenem Sturmwinde die Wolken zu zerreißen. Und wenn dann der Mond wieder hervortrat und über der schwarzen Wolke ruhte und vor mir hinaus die Flut in fürchterlich herrlichem Widerschein rollte und klang. dachte ich. Ach. Und nun. ich zittere. Ich wünsche nichts. vom Fels herunter die wühlenden Fluten in dem Mondlichte wirbeln zu sehen. Mir wäre besser. Träume! O wie wahr fühlten die Menschen. dahinzubrausen wie die Wellen! Oh . Ein fürchterliches Schauspiel. das meine Brust zu zerreißen droht. Das war auch überschwemmt. ich hatte gehört. ich ginge. wie verstört jetzt vom reißenden Strome unsere Laube. schon acht Tage habe ich keine Besinnungskraft mehr.. Wiesen und Ehrenämtern! Ich stand! Ich schelte mich nicht. Gestern abend mußte ich hinaus. Und ihre Wiesen. unter solchen Umständen in Werthers Seele immer mehr Kraft gewonnen. wie gern hätte ich mein Menschsein drum gegeben." Der Entschluß. Manchmal ergreift mich's. die Gegend um ihr Jagdhaus. mein Leiden da hinabzustürmen. über Äcker und Wiesen und Hecken und alles. das mir die Gurgel zupreßt! Wehe. der Fluß sei übergetreten.

ob wir uns gleich davon. Er redete von dem Vergnügen. An demselben Tage. das wahrscheinlich ein angefangener Brief an Wilhelm ist und ohne Datum unter seinen Papieren gefunden worden. ich ginge. und um so mehr war ihr angelegen. sein Streit mit sich selbst blicken aus einem Zettelchen hervor. als Werther den zuletzt eingeschalteten Brief an seinen Freund geschrieben. die zu betrüben. Den Vorhang aufzuheben und dahinter zu treten. verziehe nur noch vierzehn Tage. da einen die unerwartete Öffnung der Tür und die Erscheinung eines aufgeputzten Baumes mit Wachslichtern. ihr Schicksal. nach Kenntnis ihres Charakters. . daß nichts gepflückt werde. mein Teuerster! Allen Segen des Himmels über dich! Leb' wohl!" Was in dieser Zeit in Lottens Seele vorging. getrauen wir uns kaum mit Worten auszudrücken. wie sie auch immer darüber geschwiegen hatte. Mir wäre besser. das die Kleinen haben würden. und wenn sie zauderte. So viel ist gewiß. gegen ihren unglücklichen Freund gewesen. kam er abends zu Lotten und fand sie allein. daß du das Wort so aufgefangen hast. ein Zeugnis abgibt. er wolle mit der besten Überzeugung. das ist alles! Und warum das Zaudern und Zagen? Weil man nicht weiß. weil sie wußte. wie ihre Gesinnungen der seinigen wert seien. alles zu tun. wovon folgender zweideutige Brief. denen ich Freude schuldig war. gefällt mir nicht ganz. und erwarte noch einen Brief von mir mit dem Weiteren. wie ihre Gesinnungen gegen ihren Mann. ihre Teilnehmung an dem meinigen preßt noch die letzten Tränen aus meinem versengten Gehirne. Der Vorschlag. da Verwirrung und Finsternis zu ahnen. Und vierzehn Tage auf oder ab tun viel. es war der Sonntag vor Weihnachten.letzte Aussicht und Hoffnung gewesen. es schwieg ihr Mann ganz über dies Verhältnis. ehe es reif ist. mich abzuholen. die sie ihren kleinen Geschwistern zum Christgeschenke zurecht gemacht hatte. Ja. daß sie für ihren Sohn beten soll und daß ich sie um Vergebung bitte. den du zu einer Rückkehr zu euch tust. so war es eine herzliche freundschaftliche Schonung. ja daß es ihm beinahe unmöglich sein würde. Das war nun mein Schicksal. "Ihre Gegenwart. Es ist nötig. um Werthern zu entfernen. wovon wir nichts Bestimmtes wissen. Seine Zweifel. besonders da wir anhaltenden Frost und gute Wege zu hoffen haben. daß du kommen willst. Ernst zu machen. wegen alles Verdrusses. Wilhelm. Sie beschäftigte sich. wie es dahinter aussieht und nicht wiederkehrt? Und daß das nun die Eigenschaft unseres Geistes ist. mit der möglichst ruhigen Entschlossenheit diesen Schritt tun. du hast recht. den er an seinen Freund schrieb. keine rasche Tat sein. "Am 20. Leb' wohl. Doch ward sie in dieser Zeit mehr gedrängt. Auch ist mir es sehr lieb. sie war fest bei sich entschlossen. wenigstens möchte ich noch gern einen Umweg machen. wie viel es ihm kosten. doch hatte er sich gesagt. den ich ihr gemacht habe. Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesische Entzückung setzte. Meiner Mutter sollst du sagen. es solle keine übereilte. wohl einen stillen Begriff machen können und eine schöne weibliche Seele sich in die ihrige denken und mit ihr empfinden kann. ihm durch die Tat zu beweisen. einige Spielwerke in Ordnung zu bringen. Dezember Ich danke deiner Liebe. und von den Zeiten." Endlich ward er mit dem traurigen Denken immer mehr verwandt und befreundet und sein Vorsatz fest und unwiderruflich.

aber nicht eher. und kehren Sie zurück und lassen Sie uns zusammen die Seligkeit einer wahren Freundschaft genießen. warum mußten Sie mit dieser Heftigkeit. Sie müssen uns wieder sehen. und murmelte das: Es kann nicht so bleiben! zwischen den Zähnen. aber vergebens. indem er sie mit einem starren unwilligen Blick ansah. Werther. Man bot sich einen frostigen Guten Abend und ging verlegen im Zimmer nebeneinander auf und nieder. das Eigentum eines andern? Just das? Ich fürchte. Werther stutzte. sehr weise! Hat vielleicht Albert diese Anmerkung gemacht? Politisch. er konnte nicht und zauderte bis acht. ging heftig die Stube auf und ab. für Sie und uns. beste Lotte? Donnerstag abend. Fühlen Sie nicht. Nur einen Augenblick ruhigen Sinn. ob er dem Herrn die . der sodann seine Frau nach gewissen Aufträgen fragte. da kommen Sie auch. und Albert trat in die Stube. Er knirrte mit den Zähnen und sah sie düster an. drucken lassen und allen Hofmeistern empfehlen. sich mit Willen zugrunde richten? Warum denn mich. und warf sich endlich in seinen Kleidern aufs Bette. das Licht aus der Hand und ging allein in sein Zimmer. sehr politisch! Es kann sie jeder machen. da kommen die Kinder. ich fürchte. denn schon lange ängstet mich. er aber. dieser unbezwinglich haftenden Leidenschaft für alles. Nein. und ich schwöre Ihnen. daß Sie sich betriegen. redete aufgebracht mit sich selbst. Sie sollen auch beschert kriegen. Liebe Lotte. Lotte. da kriegt jedes das Seinige. suchen Sie darnach. ein Wachsstückchen und noch was. indem sie ihre Verlegenheit unter ein liebes Lächeln verbarg. Das könnte man. die Einschränkung. geboren werden! Ich bitte Sie. Weise! rief er. was Sie einmal anfassen. sagte Lotte. mäßigen Sie sich! Ihr Geist. rief er aus. suchte durch allerlei Fragen seine Gedanken abzulenken. mein Vater auch. Er wendete seine Augen von ihr. ist Weihnachtsabend. es kann nicht. ja gar hart vorkamen. bis der Tisch gedeckt wurde und er Hut und Stock nahm.Sie sollen. der nur ein unbedeutendes Kompliment zu hören glaubte. das die Wünsche Ihres Herzens erfüllte? Gewinnen Sie's über sich. um zu fragen. Er zog seine Hand aus der ihrigen. sagte sie. lassen Sie mir noch ein klein wenig Ruh. Sie werden sie finden. Werther. weinte laut. finden Sie einen werten Gegenstand Ihrer Liebe. und ging in der Stube auf und ab. fuhr sie fort. Ihre Wissenschaften. der ihm leuchten wollte. Werther fing einen unbedeutenden Diskurs an. daß Sie nicht eher kommen als Weihnachtsabend. die den schrecklichen Zustand fühlte. wenn Sie recht geschickt sind. Gewinnen Sie es über sich. es kann nicht so bleiben. sagte er mit einem kalten Lachen. just mich. ich bitte Sie um meiner Ruhe willen. es ist nur die Unmöglichkeit. Albert lud ihn zu bleiben. versetzte sie drauf Und sollte denn in der weiten Welt kein Mädchen sein. wo ihn der Bediente fand. und als er hörte. was bieten die Ihnen für mannigfaltige Ergetzungen dar? Sei'n Sie ein Mann. fuhr Sie fort. muß Sie zerstreuen. Und was heißen Sie geschickt sein? rief er aus. dankte kalt dagegen und ging weg. Ich werde Sie nicht wieder sehen! Warum das? versetzte sie. worein ihn diese Worte versetzt hatten. Ich bitte Sie. Werther. die Ihnen diesen Wunsch so reizend macht. indem sie ihn bei der Hand nahm. Eine Reise wird Sie. Wie soll ich sein? Wie kann ich sein. die Werthern kalt. Werther! sagte sie. als Sie bedauern. es ist nun einmal so. in die Sie sich diese Zeit her selbst gebannt haben. Lotte. nur mäßigen Sie sich. O. da sich denn sein Unmut und Unwillen immer vermehrte. Sie können. Sie hielt seine Hand. Albert desgleichen. Suchen Sie. Er wollte antworten. Er kam nach Hause. der bald aus war. Ihre Talente. es wird alles werden! Nur das. wenden Sie diese traurige Anhänglichkeit von einem Geschöpf. der es gegen eilfe wagte hineinzugehn. mich zu besitzen. sie seien noch nicht ausgerichtet. das nichts tun kann. nahm seinem Burschen. Er wollte gehen. ihr einige Worte sagte.

so groß und einen für den Papa.. nun weine ich wie ein Kind. es ist Gewißheit. wie der Wind das hohe Gras im Scheine der sinkenden Sonne hin und her wiegt. Ich habe eine schreckliche Nacht gehabt. eine wohltätige Nacht. deinen Mann zu ermorden. wie sich alles das nach meinem Herzen drängte. der letzte einzige Gedanke. und das schreibe ich dir ohne romantische Überspannung.. bis er ihm rufen würde. an einem schönen Sommerabende. Ich erreichte kaum mein Zimmer. als ihm der Kleine noch etwas in das Ohr sagen wollte. noch ganz stark in meinem Herzen. sprangen an ihm hinauf. warum sollte ich es verschweigen. Morgen. da ich anfing. fest. und wieder morgen und noch ein Tag! und küßte sie alle herzlich und wollte sie verlassen. den er nicht zu Hause antraf. und wieder morgen.. und mein hoffnungsloses freudeloses Dasein neben dir in gräßlicher Kälte mich anpackte. daß ich ausgetragen habe. du gewährtest mir das letzte Labsal der bittersten Tränen! Tausend Anschläge. deckt schon das kühle Grab die erstarrten Reste des Unruhigen. . wenn morgen. das er denn zuließ und dem Bedienten verbot. daß. daß er ihn geschrieben habe. Er ging tiefsinnig im Garten auf und ab und schien noch zuletzt alle Schwermut der Erinnerung auf sich häufen zu wollen. wie er in einigen Tagen verreisen würde. Lotte. Die Kleinen ließen ihn nicht lange in Ruhe. auch gab er ihm Befehl. Er ließ sich das Essen auf die Stube bringen. setzte sich zu Pferde. steht er noch fest." Gegen zehn Uhr rief Werther seinem Bedienten und unter dem Anziehen sagte er ihm.... als sich mit dir zu unterhalten.. "Es ist beschlossen. und daß ich mich opfere für dich. den man nach seinem Tode versiegelt auf seinem Schreibtische gefunden und ihr überbracht hat.. Das übermannte ihn. die meinen Entschluß befestiget. oft. nun. mich.. er schenkte jedem etwas... in der fürchterlichen Empörung meiner Sinne. Lotte. einige ausgeliehene Bücher abzuholen und einigen Armen. O meine Beste. die sich ihre kleine Einbildungskraft versprach. den andern Morgen ins Zimmer zu kommen. Montags früh.. dich. an dem Morgen des Tages... Unglücklichen. denen er wöchentlich etwas zu geben gewohnt war.. die großen Brüder hätten schon Neujahrswünsche geschrieben.. Sie ist es. Ich will sterben! Es ist nicht Verzweifelung. und den ich absatzweise hier einrücken will.. Ich will sterben! Wie ich mich gestern von dir riß. schrieb er folgenden Brief an Lotten.. sie die Christgeschenke bei Lotten holten. der für die letzten Augenblicke seines Lebens keine größere Süßigkeit weiß. bestimmt hat. Der verriet ihm. und noch ein Tag wäre. So sei es denn! Wenn du hinaufsteigst auf den Berg. Eins von uns dreien muß hinweg und das will ich sein. Wenn du dieses liesest.. tausend Aussichten wüteten durch meine Seele. dann erinnere dich meiner. so wie aus den Umständen erhellet. den einundzwanzigsten Dezember. und zuletzt stand er da.. die wollten sie am Neujahrstage früh überreichen.. sie verfolgten ihn. rief er aus. in diesem zerrissenen Herzen ist es wütend herumgeschlichen. gelassen. da alles das so lebhaft um mich wird. an dem ich dich zum letztenmale sehen werde.. ihr Zugeteiltes auf zwei Monate voraus zu bezahlen. ließ den Alten grüßen und ritt mit Tränen in den Augen davon.. in der Ruhe des Erwachens. ich warf mich außer mir auf meine Knie. Ich war ruhig. überall Kontos zu fordern. wie ich so oft das Tal heraufkam. Ja. und o Gott. und morgens. und erzählten ihm Wunder. und ach. Ich will sterben! Ich legte mich nieder. meine Beste. und dann blicke nach dem Kirchhofe hinüber nach meinem Grabe. erzählten ihm.Stiefeln ausziehen sollte. und nach Tische ritt er hinaus zum Amtmanne. ich will sterben. er solle daher die Kleider auskehren und alles zum Einpacken zurecht machen. für Albert und Lotten einen und auch einen für Herrn Werther.

Gegen fünf kam er nach Hause, befahl der Magd, nach dem Feuer zu sehen und es bis in die Nacht zu unterhalten. Den Bedienten hieß er Bücher und Wäsche unten in den Koffer packen und die Kleider einnähen. Darauf schrieb er wahrscheinlich folgenden Absatz seines letzten Briefes an Lotten. "Du erwartest mich nicht. Du glaubst, ich würde gehorchen und erst Weihnachtsabend dich wieder sehn. O Lotte, heute oder nie mehr. Weihnachtabend hältst du dieses Papier in deiner Hand, zitterst und benetzest es mit deinen lieben Tränen. Ich will, ich muß! O wie wohl ist es mir, daß ich entschlossen bin." Lotte war indes in einen sonderbaren Zustand geraten. Nach der letzten Unterredung mit Werthern hatte sie empfunden, wie schwer es ihr fallen werde, sich von ihm zu trennen, was er leiden würde, wenn er sich von ihr entfernen sollte. Es war wie im Vorübergehn in Alberts Gegenwart gesagt worden, daß Werther vor Weihnachtsabend nicht wieder kommen werde, und Albert war zu einem Beamten in der Nachbarschaft geritten, mit dem er Geschäfte abzutun hatte, und wo er über Nacht ausbleiben mußte. Sie saß nun allein, keins von ihren Geschwistern war um sie, sie überließ sich ihren Gedanken, die stille über ihren Verhältnissen herumschweiften. Sie sah sich nun mit dem Mann auf ewig verbunden, dessen Liebe und Treue sie kannte, dem sie von Herzen zugetan war, dessen Ruhe, dessen Zuverlässigkeit recht vom Himmel dazu bestimmt zu sein schien, daß eine wackere Frau das Glück ihres Lebens darauf gründen sollte; sie fühlte, was er ihr und ihren Kindern auf immer sein würde. Auf der andern Seite war ihr Werther so teuer geworden, gleich von dem ersten Augenblick ihrer Bekanntschaft an hatte sich die Übereinstimmung ihrer Gemüter so schön gezeigt, der lange dauernde Umgang mit ihm, so manche durchlebten Situationen hatten einen unauslöschlichen Eindruck auf ihr Herz gemacht. Alles, was sie Interessantes fühlte und dachte, war sie gewohnt, mit ihm zu teilen, und seine Entfernung drohete in ihr ganzes Wesen eine Lücke zu reißen, die nicht wieder ausgefüllt werden konnte. O, hätte sie ihn in dem Augenblick zum Bruder umwandeln können. Wie glücklich wäre sie gewesen.... Hätte sie ihn einer ihrer Freundinnen verheiraten dürfen, hätte sie hoffen können, auch sein Verhältnis gegen Albert ganz wieder herzustellen... Sie hatte ihre Freundinnen der Reihe nach durchgedacht und fand bei einer jeglichen etwas auszusetzen, fand keine, der sie ihn gegönnt hätte. Über allen diesen Betrachtungen fühlte sie erst tief, ohne sich es deutlich zu machen, daß ihr herzliches heimliches Verlangen sei, ihn für sich zu behalten, und sagte sich daneben, daß sie ihn nicht behalten könne, behalten dürfe; ihr reines, schönes, sonst so leichtes und leicht sich helfendes Gemüt empfand den Druck einer Schwermut, dem die Aussicht zum Glück verschlossen ist. Ihr Herz war gepreßt und eine trübe Wolke lag über ihrem Auge. So war es halb sieben geworden, als sie Werthern die Treppe heraufkommen hörte und seinen Tritt, seine Stimme, die nach ihr fragte, bald erkannte. Wie schlug ihr Herz, und wir dürfen fast sagen zum erstenmal, bei seiner Ankunft. Sie hätte sich gern vor ihm verleugnen lassen, und als er hereintrat, rief sie ihm mit einer Art von leidenschaftlicher Verwirrung entgegen: Sie haben nicht Wort gehalten. Ich habe nichts versprochen, war seine Antwort. So hätten Sie wenigstens meiner Bitte stattgeben sollen, versetzte sie, ich bat Sie um unser beider Ruhe. Sie wußte nicht recht, was sie sagte, ebenso wenig was sie tat, als sie nach einigen Freundinnen schickte, um nicht mit Werthern allein zu sein. Er legte einige Bücher hin, die er gebracht hatte, fragte nach andern, und sie wünschte, bald daß ihre Freundinnen kommen,

bald daß sie wegbleiben möchten. Das Mädchen kam zurück und brachte die Nachricht, daß sich beide entschuldigen ließen. Sie wollte das Mädchen mit ihrer Arbeit in das Nebenzimmer sitzen lassen; dann besann sie sich wieder anders. Werther ging in der Stube auf und ab, sie trat ans Klavier und fing ein Menuett an, sie wollte nicht fließen. Sie nahm sich zusammen und setzte sich gelassen zu Werthern, der seinen gewöhnlichen Platz auf dem Kanapee eingenommen hatte. Haben Sie nichts zu lesen? sagte sie. Er hatte nichts. Da drin in meiner Schublade, fing sie an, liegt Ihre Übersetzung einiger Gesänge Ossians; ich habe sie noch nicht gelesen, denn ich hoffte immer, sie von Ihnen zu hören; aber zeither hat sich's nicht finden, nicht machen wollen. Er lächelte, holte die Lieder, ein Schauer überfiel ihn, als er sie in die Hände nahm, und die Augen standen ihm voll Tränen, als er hineinsah. Er setzte sich nieder und las. "Stern der dämmernden Nacht, schön funkelst du in Westen, hebst dein strahlend Haupt aus deiner Wolke, wandelst stattlich deinen Hügel hin. Wornach blickst du auf die Heide? Die stürmenden Winde haben sich gelegt; von ferne kommt des Gießbachs Murmeln; rauschende Wellen spielen am Felsen ferne; das Gesumme der Abendfliegen schwärmet übers Feld. Wornach siehst du, schönes Licht? Aber du lächelst und gehst, freudig umgeben dich die Wellen, und baden dein liebliches Haar. Lebe wohl, ruhiger Strahl. Erscheine, du herrliches Licht von Ossians Seele! Und es erscheint in seiner Kraft. Ich sehe meine geschiedenen Freunde, sie sammeln sich auf Lora, wie in den Tagen, die vorüber sind. Fingal kommt wie eine feuchte Nebelsäule; um ihn sind seine Helden, und, siehe die Barden des Gesanges: Grauer Ullin, stattlicher Ryno, Alpin, lieblicher Sänger und du, sanft klagende Minona. Wie verändert seit ihr, meine Freunde, seit den festlichen Tagen auf Selma, da wir buhlten um die Ehre des Gesanges, wie Frühlingslüfte den Hügel hin wechselnd beugen das schwach lispelnde Gras. Da trat Minona hervor in ihrer Schönheit, mit niedergeschlagenem Blick und tränenvollem Auge, schwer floß ihr Haar im unsteten Winde, der von dem Hügel herstieß. Düster ward's in der Seele der Helden, als sie die liebliche Stimme erhob; denn oft hatten sie das Grab Salgars gesehen, oft die finstere Wohnung der weißen Colma. Colma, verlassen auf dem Hügel, mit der harmonischen Stimme; Salgar versprach zu kommen; aber ringsum zog sich die Nacht. Höret Colmas Stimme, da sie auf dem Hügel allein saß.

Colma Es ist Nacht, ich bin allein, verloren auf dem stürmischen Hügel. Der Wind saust im Gebirge. Der Strom heult den Felsen hinab. Keine Hütte schützt mich vor dem Regen, mich Verlaßne auf dem stürmischen Hügel. Tritt, o Mond, aus deinen Wolken. Erscheinet, Sterne der Nacht. leite mich irgend ein Strahl zu dem Orte, wo meine Liebe ruht von den Beschwerden der Jagd, sein Bogen neben ihm abgespannt, seine Hunde schnobend um ihn. Aber hier muß ich sitzen allein auf dem Felsen des verwachsenen Stroms. Der Strom und der Sturm saust, ich höre nicht die Stimme meines Geliebten. Warum zaudert mein Salgar? Hat er sein Wort vergessen?

Da ist der Fels und der Baum und hier der rauschende Strom. Mit einbrechender Nacht versprachst du hier zu sein; ach, wohin hat sich mein Salgar verirrt? Mit dir wollt' ich fliehen, verlassen Vater und Bruder, die Stolzen. Lange sind unsere Geschlechter Feinde, aber wir sind keine Feinde, o Salgar. Schweig' eine Weile, o Wind, still eine kleine Weile, o Strom, daß meine Stimme klinge durchs Tal, daß mein Wanderer mich höre. Salgar, ich bin's, die ruft! Hier ist der Baum und der Fels. Salgar, mein Lieber, hier bin ich; warum zauderst du zu kommen? Sieh, der Mond erscheint, die Flut glänzt im Tale, die Felsen stehen grau den Hügel hinauf; aber ich seh' ihn nicht auf der Höhe, seine Hunde vor ihm her verkündigen nicht seine Ankunft. Hier muß ich sitzen allein. Aber wer sind, die dort unten liegen auf der Heide? Mein Geliebter? Mein Bruder? Redet, o meine Freunde. Sie antworten nicht. Wie geängstet ist meine Seele. Ach, sie sind tot. Ihre Schwerter rot vom Gefechte. O mein Bruder, mein Bruder, warum hast du meinen Salgar erschlagen? O mein Salgar, warum hast du meinen Bruder erschlagen? Ihr wart mir beide so lieb! O du warst schön an dem Hügel unter Tausenden! Er war schrecklich in der Schlacht. Antwortet mir! Hört meine Stimme, meine Geliebten. Aber ach, sie sind stumm, stumm auf ewig. kalt, wie die Erde, ist ihr Busen. O von dem Felsen des Hügels, von dem Gipfel des stürmenden Berges, redet, Geister der Toten, redet, mir soll es nicht grausen... Wohin seid ihr zur Ruhe gegangen, in welcher Gruft des Gebirges soll ich euch finden? Keine schwache Stimme vernehme ich im Winde, keine wehende Antwort im Sturme des Hügels. Ich sitze in meinem Jammer, ich harre auf den Morgen in meinen Tränen. Wühlet das Grab, ihr Freunde der Toten, aber schließt es nicht, bis ich komme. Mein Leben schwindet wie ein Traum, wie sollt' ich zurückbleiben. Hier will ich wohnen mit meinen Freunden an dem Strome des klingenden Felsens. Wenn's Nacht wird auf dem Hügel und Wind kommt über die Heide, soll mein Geist im Winde stehn und trauern den Tod meiner Freunde. Der Jäger hört mich aus seinem Laube, fürchtet meine Stimme und liebt sie; denn süß soll meine Stimme sein um meine Freunde, sie waren mir beide so lieb... Das war dein Gesang, o Minona, Tormans sanft errötende Tochter. Unsere Tränen flossen um Colma, und unsere Seele ward düster. Ullin trat auf mit der Harfe und gab uns Alpins Gesang. Alpins Stimme war freundlich, Rynos Seele ein Feuerstrahl. Aber schon ruhten sie im engen Hause und ihre Stimme war verhallet in Selma. Einst kehrte Ullin zurück von der Jagd, ehe die Helden noch fielen. Er hörte ihren Wettegesang auf dem Hügel. Ihr Lied war sanft, aber traurig. Sie klagten Morars Fall, des ersten der Helden. Sein Seele war wie Fingals Seele, sein Schwert wie das Schwert Oskars. Aber er fiel, und sein Vater jammerte, und seiner Schwester Augen waren voll Tränen, Minonas Augen waren voll Tränen, der Schwester des herrlichen Morars. Sie trat zurück vor Ullins Gesang, wie der Mond in Westen, der den Sturmregen voraussieht und sein schönes Haupt in eine Wolke verbirgt. Ich schlug die Harfe mit Ullin zum Gesange des Jammers.

Ryno Vorbei sind Wind und Regen, der Mittag ist so heiter, die Wolken teilen sich. Fliehend bescheint den Hügel die unbeständige Sonne. Rötlich fließt der Strom des Bergs im Tale hin.

Tot ist. zeige wechselnd dein . dein Schwert in der Schlacht wie Wetterleuchten über der Heide. die schönste der Mädchen. Wer auf seinem Stabe ist das? Wer ist es. mit deiner melodischen Stimme? Auf. wie ein Reh auf dem Hügel. aber Armin ist der letzte seines Stammes. du Eroberer im Felde! Aber nimmer wird dich das Feld sehen. hören von dem gefallenen Morar. edelster der Menschen. ruhig deine Brust wie der See. Er hörte von deinem Ruf in der Schlacht. meine Stimme für die Bewohner des Grabs. Wann erwachst du mit deinen Gesängen. Laut war die Trauer der Helden. Mit drei Schritten mess' ich dein Grab. Sein Haupt ist vor Alter gebeugt. wie ein Windstoß im Walde. die Flamme deines Grimmes verzehrte sie. o Carmor. Aber wenn du wiederkehrtest vom Kriege. Vater Morars. o Mond. Schlank bist du auf dem Hügel. und nicht gering die Ursache meines Wehs. lebt. Ihn erinnerte es an den Tod seines Sohnes. Herrscher des seeumflossenen Gorma? Jammervoll! Wohl. schrecklich wie die Nachtfeuer am Himmel. dein Bogen in der Halle liegen ungespannt. wenn sich des Windes Brausen gelegt hat. du verlorst keinen Sohn. Nimmer achtet er auf die Stimme. was ist hier zu weinen? Klingt nicht Lied und Gesang. künftige Zeiten sollen von dir hören. das im Winde wispelt. Eng ist nun deine Wohnung. wie friedlich war deine Stirne. trefflicher Sänger. braust. und auf deinem Grabe wird der Trauernde sitzen. Armin. o Morar. dessen Haupt weiß ist vor Alter. Aber du wirst fallen wie Morar. Warum bist du so jammervoll. Alpin. nie erwacht er auf deinen Ruf. warum allein auf dem schweigenden Hügel? Warum jammerst du. die Seele zu schmelzen und zu ergetzen? Sie sind wie sanfter Nebel. die dich gebar. dessen Augen rot sind von Tränen? Es ist dein Vater. aber die Sonne kommt wieder in ihrer Kraft und der Nebel ist gegangen. weine! Aber dein Sohn hört dich nicht. Tief ist der Schlaf der Toten. Es ist Alpins Stimme. Keine Mutter hast du. doch süßer die Stimme. gleich dem Monde in der schweigenden Nacht. Du hinterließest keinen Sohn. Deine Stimme glich dem Waldstrome nach dem Regen. und Annira. aber der Gesang soll deinen Namen erhalten. dein Angesicht war gleich der Sonne nach dem Gewitter. Ryno. Strom. o Morar. o Daura. Carmor. Du warst schnell. Carmor saß nah bei dem Helden. wie eine Welle am fernen Gestade? Alpin Meine Tränen. ein entblätterter Baum. der steigend vom See aufs Tal sprüht. gefallen die Tochter von Morglan. Die Zweige deines Hauses blühen. kein Mädchen mit Tränen der Liebe. der Tapfere. Warum schluchzet der Seufzer Armins?. Die Hügel werden dich vergessen. er hörte von zerstobenen Feinden. zu bieten dem Schlummerer: Erwache! Lebe wohl. Manche fielen vor deinem Arm. er hörte Morars Ruhm! Ach! Nichts von seiner Wunde? Weine. dumpf ist dein Schlaf in dem Grabe. langes Gras. das bin ich. heult. nimmer der düstere Wald leuchten vom Glanze deines Stahls. er fiel in den Tagen der Jugend. o du. ihr Winde des Herbstes! Auf! Stürmt über die finstere Heide! Waldströme. am lautesten Armins berstender Seufzer.Süß ist dein Murmeln. und rot sein tränendes Auge. die ich höre. Colgar. Dein Grimm war ein Sturm. schön unter den Söhnen der Heide. sind für den Toten. finster deine Stätte. Finster ist dein Bett. deutet dem Auge des Jägers das Grab des mächtigen Morars. niedrig ihr Kissen von Staube. und die blühenden Blumen füllet das Naß. verlorst keine blühende Tochter. O wann wird es Morgen im Grabe. der Vater keines Sohnes außer dir. Stürme im Gipfel der Eichen! Wandle durch gebrochene Wolken. der du ehe so groß warst! Vier Steine mit moosigen Häuptern sind dein einziges Gedächtnis. der Fürst des hallenden Galmal. dich zu beweinen. dem Donner auf fernen Hügeln. sprach er. er bejammert den Toten.

o Daura! Die Wellen zerschmettern das Boot. rauh in der Beute der Jagd. Beladen mit Jammer starb sie und ließ Armin allein. Zu deinen Füßen floß deines Bruders Blut. Schönste der Mädchen. sitze ich am schallenden Ufer. Sie atmete. Die Lippen und Augen Werthers glühten an Lottens Arme. süß wie die atmende Luft! Arindal. grollte. ehe der Morgen erschien. seine Daura zu retten oder zu sterben. der Verräter. sie wollte sich entfernen und Schmerz und Anteil lagen betäubend wie Blei auf ihr. ein Schauer überfiel sie. fühlten es zusammen und ihre Tränen vereinigten sie. nicht fern in der See. sie starb weg wie die Abendluft zwischen dem Grase der Felsen. und der Regen schlug scharf nach der Seite des Berges. berühmt im Kriege. dort am Felsen. Daura herüber zu bringen. Oft im sinkenden Monde sehe ich die Geister meiner Kinder. er sank in dein Herz. er sank dran nieder und starb. das Boot erreichte den Felsen. fiel. Allein auf dem seebespülten Felsen hörte ich die Klagen meiner Tochter. der Gefesselte füllt mit Ächzen die Winde. liebliche Tochter von Armin. sagte er. Schön waren die Hoffnungen ihrer Freunde. halb dämmernd wandeln sie zusammen in trauriger Eintracht. Er kam in einen Schiffer verkleidet. mein Sohn. der aus Lottens Augen brach und ihrem gepreßten Herzen Luft machte. fünf schwarzgraue Doggen waren um ihn. Sie erhob ihre Stimme. er hob das Blatt und las halb gebrochen. Armar. du warst schön. hemmte Werthers Gesang. schaue nach dem schrecklichen Felsen. sich zu erholen. Sie folgte ihm und rief nach Armar. er sank und hob sich nicht wieder. die dich ruft! Erath. die ganze Nacht hörte ich ihr Schreien. dein Speer schnell auf dem Felde. nichts antwortete als die Stimme des Felsen. seine Daura zu retten? Ihre Stimme kam über die See. Werther zitterte. bat mit der ganzen Stimme des Himmels. Armar kam in seinem Grimme. fest umflocht er seine Hüften. sie widerstand nicht lange. er klang. kam und warb um Dauras Liebe. Schön war sein Nachen auf der Welle. laut war der Wind. dein Schild eine Feuerwolke im Sturme! Armar. weiß wie der gefallene Schnee." Ein Strom von Tränen. ich sah sie im schwachen Strahle des Mondes. Er sah den kühnen Erath am Ufer. faßte und band ihn an die Eiche. des Verräters. der Sohn Odgals. seine Liebe zu führen über die rollende See. wenn der Nord die Wellen hochhebt. rief nach ihrem Vater und Bruder: Arindal! Armin! Ist keiner. da Arindal. Erath. faßte ihre Hand und weinte die bittersten Tränen. dort wartet Armar auf Daura. Armar stürzt sich in die See. mein Lieber. Daura. kamst du um. denn sein Bruder lag erschlagen von Armar. die Liebe verging. und bat ihn schluchzend fortzufahren. ich komme. Ihre Stimme ward schwach. Lotte ruhte auf der andern und verbarg ihre Augen ins Schnupftuch. dein Bogen war stark. Die ganze Nacht stand ich am Ufer. höre! Daura ist's. Die Bewegung beider war fürchterlich. mein Sohn! Statt Eraths.bleiches Gesicht! Erinnre mich der schrecklichen Nacht. Arindal betritt die Wellen in seinem Boote. Er warf das Papier hin. stieg vom Hügel herab. Schnell stürmt ein Stoß vom Hügel in die Wellen. Arindal. seinen Bogen trug er in der Hand. drück' ab den grau befiederten Pfeil. gefallen mein Stolz unter den Mädchen. seine Pfeile rasselten an seiner Seite. Viel und laut war ihr Schreien. floh lachend zum Lande. Dahin ist meine Stärke im Kriege. Sohn Arnarths. weiß seine Locken vor Alter. wo die rote Frucht vom Baume herblinkt. Sie fühlten ihr eigenes Elend in dem Schicksale der Edlen. o Arindal. schön wie der Mond auf den Hügeln von Fura. ruhig sein ernstes Gesicht. Wenn die Stürme des Berges kommen. da meine Kinder umkamen. der Mächtige. mein Lieber! Warum ängstest du mich so? Höre. dein Blick wie Nebel auf der Welle. doch konnte sie ihr Vater nicht retten. sein Herz wollte bersten. welch war dein Jammer. . Daura. meine Tochter.

nein! Wie kann ich vergehen? Wie kannst du vergehen? Wir sind ja! . und erst gegen eilfe klopfte er wieder. Werther! und drückte mit schwacher Hand seine Brust von der ihrigen. ein trüber neblichter Tag hält sie bedeckt. den Kopf auf dem Kanapee. Lotte." Die ganze Gewalt dieser Worte fiel über den Unglücklichen. Der letzte! Lotte."Warum weckst du mich. als Werther nach Hause kam. Man hat nachher den Hut auf einem Felsen. sich abwenden. aber so eingeschränkt ist die Menschheit. Lotte! Auf ewig. wir träumen. o Geliebte! Und einen Augenblick . daß sie für ihres Daseins Anfang und Ende keine Sinn hat. Die Welt verging ihnen. ringsum wird sein Auge im Felde mich suchen. daß seinem Herrn der Hut fehlte. Sterben. ohne zu stürzen. "Zum letztenmale denn. erstiegen hat. sie zu halten.. entkleidete ihn. dein Geliebter naht sich seinem Ende. bis ihn ein Geräusch zu sich selbst rief. Er warf sich vor Lotten nieder in der vollen Verzweifelung. und ihre glühenden Wangen berührten sich. Er erwiderte nicht. Frühlingsluft? Du buhlst und sprichst: Ich betaue mit Tropfen des Himmels! Aber die Zeit meines Welkens ist nahe. und da er sich wieder allein sah. ich habe keinen Sinn für das Wort: der letzte! Stehe ich nicht da in meiner ganzen Kraft. faßte ihre Hände. und morgen liege ich ausgestreckt und schlaff am Boden. Und mit dem vollsten Blick der Liebe auf den Elenden eilte sie ins Nebenzimmer und schloß hinter sich zu. dein. und es ist unbegreiflich. sie drückte seine Hände. nahe der Sturm. der meine Blätter herabstört! Morgen wird der Wanderer kommen. Er lag an der Erde. neigte sich mit einer wehmütigen Bewegung zu ihm. Sie sollen. sagte sie: Das war das letztemal! Werther! Sie sehn mich nicht wieder. zum letztenmale schlage ich diese Augen auf. Werther! rief sie mit erstickter Stimme. die ihn schon gewohnt waren. wie er ihn in einer finstern feuchten Nacht.. Werther streckte ihr die Arme nach. Er getraute sich nicht. Es war das Mädchen. Er ging im Zimmer auf und ab. Er harrte und bat und harrte. preßte sie an seine Brust und deckte ihre zitternden. ließen ihn stillschweigend hinaus. stammelnden Lippen mit wütenden Küssen. geschieden . Die Wächter. was heißt das? Siehe. So traure denn. Er schlang seine Arme um sie her. Er legte sich zu Bette und schlief lange. und doch kommt es dem dämmernden Traum am nächsten. als er ihm den andern Morgen auf sein Rufen den Kaffee brachte. und ihr schien eine Ahnung seines schrecklichen Vorhabens durch die Seele zu fliegen. drückte sie in seine Augen. etwas zu sagen. ließ sie aus seinen Armen und warf sich unsinnig vor sie hin. das ist ein Gefühl ohnegleichen.getrennt. Jetzt noch mein. und wird mich nicht finden. der an dem Abhange des Hügels ins Tal sieht. kommen der mich sah in meiner Schönheit. Werther! rief sie mit dem gefaßten Tone des edelsten Gefühles. bebend zwischen Liebe und Zorn. Er schrieb folgendes am Briefe an Lotten. dein. gefunden. Der Bediente fand ihn schreibend. zu sich zu sagen: Das ist der letzte Morgen. lebe wohl! Er kam ans Stadttor. Lotte. Sein Diener bemerkte. Es stiebte zwischen Regen und Schnee.. die Sonne nicht mehr sehen. dann riß er sich weg und rief: Lebe wohl. dein Sohn. dein Freund. ging er zur Türe des Kabinetts und rief mit leiser Stimme: Lotte! Lotte! Nur noch ein Wort! Ein Lebewohl! Sie schwieg.vielleicht auf ewig? Nein. Natur. Ihre Sinne verwirrten sich. wider seine Stirn. Sie riß sich auf und in ängstlicher Verwirrung. alles war naß. das den Tisch decken wollte. Ich habe manchen sterben sehen. getraute sich nicht. und in dieser Stellung blieb er über eine halbe Stunde. drückte sie wider ihre Brust. ach. wenn wir vom Tode reden.

Aber ach. so eng. wie sie den Sarg hinunterließen und die Seile schnurrend unter ihm weg und wieder herauf schnellten. daß Albert dein Mann ist? Mann! Das wäre denn für diese Welt . und doch. sie starb. zu deinem Vater! Dem will ich's klagen. verzagte ich wieder in fieberhaften Zweifeln. Du bist von diesem Augenblicke mein. aber keine Ewigkeit soll das glühende Leben auslöschen. diese Eindrücke gingen vorüber. ich verstehe die Worte nicht! O vergib mir. erschüttert. Nahe am Grabe wird mir es heller. neue warme Wonne ist in meinem Herzen. Drauf gibt ihm der Herr ein offenes Zettelchen des Inhalts: "Wollen Sie mir wohl zu einer vorhabenden Reise Ihre Pistolen leihen? Leben Sie recht wohl!" Die liebe Frau hatte die letzte Nacht wenig geschlafen. vergib mir! Ach ich wußte. und die ängstliche Lade einen dumpfen Ton wiedergab. er habe dessen Pferd dahin führen sehen. Ich träume nicht. Sie ist mein ! Du bist mein! Ja. und ich strafe mich dafür. wenn ich wieder weg war. Vergib mir. daß ich dich liebe. habe Lebensbalsam und Kraft in mein Herz gesaugt. tausenderlei . ohne Gefühl für mein Herz! Tot. ergriffen. ein leerer Schall. war entschieden. Erinnerst du dich der Blumen. daß du mich liebtest. daß ich dich aus seinen Armen in die meinigen reißen möchte? Sünde? Gut. zerrissen mein Innerstes. so finster! Ich hatte eine Freundin. Lotte. Ihr sonst so rein und leicht fließendes Blut war in einer fieberhaften Empörung. an dem ersten Händedruck.Sterben! Grab. Lotte! Eingescharrt der kalten Erde. und stand an dem Grabe. und endlich bedeckt war! Ich stürzte neben das Grab hin. das ich gestern auf deinen Lippen genoß. wenn ich Alberten an deiner Seite sah. keine Hand reichen konntest? O ich habe die halbe Nacht davor gekniet. wir werden uns wieder sehen! Deine Mutter sehen. geängstet. auf eine Weise entschieden." Gegen eilfe fragte Werther seinen Bedienten. Alles das ist vergänglich. O du Engel! Zum erstenmale. vergib mir! Gestern. bis du kommst. ich habe sie in ihrer ganzen Himmelswonne geschmeckt. dein Ebenbild. aber ich wußte nicht.Vergehen! . die du mir schicktest. ich wähne nicht. diese Lippen haben auf ihren Lippen gezittert. auf ewig. Sie liebt mich! Dieser Arm hat sie umfaßt. das ich in mir fühle. o Lotte! Ich gehe voran. ach und vor ihr mein ganzes Herz ausschütten! Deine Mutter. wußte es an den ersten seelenvollen Blicken. und dumpfer und immer dumpfer. die sie weder ahnen noch fürchten konnte. und ich fliege dir entgegen und fasse dich und bleibe bei dir vor dem Angesichte des Unendlichen in ewigen Umarmungen.Was heißt das? Das ist wieder ein Wort.und für diese Welt Sünde. Und was ist das. die ihm mit ganzer Himmelsfülle in heiligen sichtbaren Zeichen gereicht ward. ich werde sie sehen. und er wird mich trösten. es hätte der letzte Augenblick meines Lebens sein sollen. die mein alles war meiner hülflosen Jugend. ob wohl Albert zurückgekommen sei? Der Bediente sagte: Ja. als du in jener fatalen Gesellschaft mir kein Wort sagen. dieser Mund hat an dem ihrigen gestammelt. wie das Gefühl der Gnade seines Gottes allmählich wieder aus der Seele des Gläubigen weicht. und ich folgte ihrer Leiche. wie mir geschah . und sie versiegelten mir deine Liebe. Wir werden sein. dann die erste Schaufel hinunterschollerte.wie mir geschehen wird . das von den deinigen strömte. gehe zu meinem Vater. diese Sünde. zum erstenmale ganz ohne Zweifel durch mein innig Innerstes durchglühte mich das Wonnegefühl: Sie liebt mich! Sie liebt mich! Es brennt noch auf meinen Lippen das heilige Feuer. was sie gefürchtet hatte. mein. werde sie finden.

Der üble Weg auch hatte ihn verdrießlich gemacht. die Stockung auf ihr. und seinen Unglauben Lotten mitgeteilt. Er ging hinüber. und hätte ihre Herzen aufgeschlossen. die sie so gut gestehen durfte und die sie doch zu gestehen nicht getraute? Sie hatten so lange gegen einander geschwiegen. daß er sich. Albert kam zurück. seiner Liebe und Güte hatte ihr Gemüt mehr beruhigt. So verständige. und sie antwortete mit Übereilung: Werther sei gestern abends dagewesen. wie wir aus seinen Briefen wissen. ob Briefe gekommen. von dem alles abhing. daß ihr Mann sie ganz im rechten Lichte sehen. und dem. diese Welt zu verlassen. hatte einen neuen Eindruck in ihr Herz gemacht. von der andern aber fühlte sie sich auch dadurch gehindert. auch wenn er bei . ihrem Mann. die sich unter ihnen festgesetzt hatte. die sie in dem Augenblicke quälten. daß er in ihrer Seele lesen möchte? Und doch wieder. ihm zu folgen. vor dem sie immer wie ein kristallhelles Glas offen und frei gestanden. der für sie verloren war. Sie fühlte. den sie nicht lassen konnte. sehnte. daß ein Brief und Pakete auf seiner Stube lägen. er war nicht heiter. was sie sich in dem Augenblick nicht deutlich machen konnte. Noch ein sonderbarer Umstand kam dazu. wie sie mehr zu tun pflegte. auch war zwischen Lotten und ihrem Mann manchmal die Rede davon gewesen. wie schwer es ihr werden würde. vielleicht wäre unser Freund noch zu retten gewesen. und die Verhältnisse verwickelten und verhetzten sich dergestalt. wäre Liebe und Nachsicht wechselweise unter ihnen lebendig worden. Sie waren auf diese Weise eine Stunde nebeneinander gewesen und es ward immer dunkler in Lottens Gemüt. und Lotte blieb allein. Dieser. so gute Menschen finden wegen gewisser heimlicher Verschiedenheiten untereinander zu schweigen an. Dies beruhigte sie zwar von einer Seite. wenn ihre Gedanken ihr das traurige Bild vorführten. die Pakete zu erbrechen und zu lesen. zu erkennen gegeben. daß es unmöglich ward. Die Gegenwart des Mannes. Hätte eine glückliche Vertraulichkeit sie früher wieder einander näher gebracht. den sie leider sich selbst überlassen mußte. Das Andenken seines Edelmuts. und Lotte ging ihm mit einer verlegenen Hastigkeit entgegen.Empfindungen zerrütteten das schöne Herz. sie fühlte einen heimlichen Zug. den Knoten eben in dem kritischen Momente. und sich an den Pult stellte zu schreiben. und er erhielt zur Antwort. und nun gar diese unerwartete Katastrophe! Konnte sie wohl hoffen. ihrem Manne die Besorgnisse mitzuteilen. die das Stillschweigen bräche und eben zur unrechten Zeit ihrem Gatten eine so unerwartete Entdeckung machte? Schon fürchtete sie. die sonst ganz außer seinem Charakter lag. nichts mehr übrig blieb. sie nahm ihre Arbeit und ging auf sein Zimmer. den sie liebte und ehrte. War es das Feuer von Werthers Umarmungen. Werther hatte. zu lösen. konnte sie sich verstellen gegen den Mann. Albert hatte ihn oft bestritten. Sie fand ihn beschäftigt. Wie schwer lag jetzt. und immer kehrten ihre Gedanken wieder zu Werthern. und dem sie keine ihrer Empfindungen jemals verheimlicht noch verheimlichen können? Eins und das andre machten ihr Sorgen und setzte sie in Verlegenheit. das sie in ihrem Busen fühlte? War es Unwille über seine Verwegenheit? War es eine unmutige Vergleichung ihres gegenwärtigen Zustandes mit jenen Tagen ganz unbefangener freier Unschuld und sorglosen Zutrauens an sich selbst? Wie sollte sie ihrem Manne entgegengehen? Wie ihm eine Szene bekennen. er hatte sich sogar darüber einigen Scherz erlaubt. sein Geschäft war nicht vollbracht. daß er an dem Ernst eines solchen Vorsatzes sehr zu zweifeln Ursach' finde. Einige schienen nicht das Angenehmste zu enthalten. hatte auch gar oft mit einer Art von Empfindlichkeit. jedes dachte seinem Recht und dem unrechte des andern nach. ganz ohne Vorurteil aufnehmen würde und konnte sie wünschen. Er fragte. Er fragte. Sie tat einige Fragen an ihn. die bloße Nachricht von Werthers Besuch werde ihm einen unangenehmen Eindruck machen. und sollte sie die erste sein. wie er einen entschiedenen Widerwillen gegen die Tat empfand. er hatte an dem benachbarten Amtmanne einen unbiegsamen kleinsinnigen Menschen gefunden. wenn er sie verloren hatte. ob nichts vorgefallen sei. nie ein Geheimnis daraus gemacht. die er kurz beantwortete.

ich habe Mißtrauen zwischen euch gebracht. dann sah sie wieder keinen Ausgang des Unternehmens.und blieb. in den gräflichen Garten. Geist des Himmels. "Wilhelm. als er hörte. Lotte. du hast den Staub davon geputzt. und du vergibst mir. man erzählte. von deren Händen ich den Tod zu empfangen wünschte. zu schreiben. zerriß vieles und warf es in den Ofen. Lotte habe sie ihm gegeben. hieß den Knaben zu Tische gehen und setzte sich nieder. am wenigsten konnte sie hoffen. der mich ewig an dich befestigte? Lotte. wenn nicht Albert durch einen fragenden Blick sie gedrängt hätte. machte die Unterhaltung bei Tische erträglich. zerriß viele Papiere. Und du. zitternd nahm sie das Gewehr herunter. ihm alles zu entdecken. Sie enthielten kleine Aufsätze. deren ich verschiedene gesehen habe. Lebe wohl auch du! Liebe Mutter. als du sie ihm reichtest. Er kam wieder nach Hause. man redete. was ihr auf dem Herzen lag. Das fiel auf sie wie ein Donnerschlag. sie schwankte aufzustehen.dem besten Humor wäre. begünstigst meinen Entschluß! Und du. ihre Schuld und ihre Ahnungen. sie wußte nicht. gleich gehen wollte . man zwang sich. versiegelte einige Päcke mit den Adressen an Wilhelm. ging wieder aus vors Tor. wie ihr geschah. Er ließ sich Brot und Wein bringen. Sie gab das unglückliche Werkzeug dem Knaben. sagte er zum Jungen. Lebe wohl! Ich will es enden. und nachdem er um zehn Uhr Feuer hatte nachlegen und sich eine Flasche Wein geben lassen. Langsam ging sie nach der Wand. putzte den Staub ab und zauderte und hätte noch lange gezögert. in dem Zustande der unaussprechlichsten Ungewiáheit. sich zu den Füßen ihres Mannes zu werfen. Der Tisch ward gedeckt. abgerissene Gedanken. und ach. O daß ihr glücklich wäret durch meinen Tod! Albert! Albert. ging aus und brachte noch kleine Schulden in Ordnung. O ich habe meinen Jungen ausgefragt. Lebt wohl! Wir sehen uns wieder und freudiger. . machte sie ihre Arbeit zusammen. als sie solche zu verbergen und ihre Tränen zu verschlucken suchte. nun empfange. kein Lebewohl! Solltest du dein Herz für mich verschlossen haben.Ich lasse ihm glückliche Reise wünschen. du kannst den nicht hassen. und eine gute Freundin. mache den Engel glücklich! Und so wohne Gottes Segen über dir!" Er kramte den Abend noch viel in seinen Papieren. Die Erscheinung von Werthers Knaben setzte sie in die größte Verlegenheit. du. Der Knabe kam mit den Pistolen zu Werthern. der so für dich glüht!" Nach Tische hieß er den Knaben alles vollends einpacken. ich habe zum letztenmale Feld und Wald und den Himmel gesehen. Sie verfiel in eine Wehmut. ihren Mann zu einem Gange nach Werthern zu bereden. ungeachtet des Regens. die Geschichte des gestrigen Abends. die nur etwas zu fragen kam. schweifte weiter in der Gegend umher und kam mit anbrechender Nacht zurück und schrieb. verzeih mir! Tröste sie. und als der zum Hause hinaus war. "Sie sind durch deine Hände gegangen. die ihr um desto ängstlicher ward. ohne ein Wort vorbringen zu können. Bald war sie im Begriffe. du sagtest kein Lebewohl! Wehe. reichst mir das Werkzeug. das zu entdecken. Ich habe den Frieden deines Hauses gestört. kein Jahrtausend vermag den Eindruck auszulöschen und ich fühle es. der sich gelassen nach seiner Frau wendete und sagte: Gib ihm die Pistolen. . er überreichte Alberten das Zettelchen. Du zittertest. schickte er den Bedienten. Albert. wehe. du hast sie berührt. Wilhelm! Gott segne euch! Meine Sachen sind alle in Ordnung." "Ich habe dir übel gelohnt. man vergaß sich. um des Augenblicks willen. ich küsse sie tausendmal. Ihr Herz weissagte ihr alle Schrecknisse. ging in ihr Zimmer. der sie ihm mit Entzücken abnahm.

Er kann. Morgens um sechse tritt der Bediente herein mit dem Lichte. "Nach eilfe Alles ist so still um mich her. um frühe bei der Hand zu sein. als ich dich zum erstenmal unter deinen Kindern fand . der sich dann in seinen Kleidern niederlegte. und bitte dich. dort wünsche ich zu ruhen. daß mich der Weg hierher führen sollte! . Er läuft . des liebsten unter allen Gestirnen. tausend Küsse habe ich drauf gedrückt. seit dem ersten Augenblicke dich nicht lassen konnte! Diese Schleife soll mit mir begraben werden. ihren Körper neben einen armen Unglücklichen zu legen. Auf dem Kirchhofe sind zwei Lindenbäume. ihr Blut für die Ihrigen zu vergießen und durch ihren Tod ein neues hundertfältiges Leben ihren Freunden anzufachen. Bitte ihn auch. meine Beste und sehe und sehe noch durch die stürmenden. Tausend. er faßt ihn an. Meine Seele schwebt über dem Sarge. In diesen Kleidern. du hast sie berührt. was erinnert mich nicht an dich? Umgibst du mich nicht. Lotte. achtete er nicht weiter drauf. geheiligt. zu Bette. Mit welcher Trunkenheit habe ich ihn oft angesehen. keine Antwort. denn sein Herr hatte gesagt. Nein. es zu ehren. die du Heilige berührt hattest! Liebes Schattenbild. Wenn ich nachts von dir ging. ungenügsam allerlei Kleinigkeiten zu mir gerissen. daß Priester und Levit vor dem bezeichneten Steine sich segnend vorübergingen und der Samariter eine Träne weinte. wenn ich ausging oder nach Hause kam.dessen Kammer wie auch die Schlafzimmer der Hausleute weit hinten hinaus waren. und habe ich nicht. für dich zu sterben! Lotte. An meinem Geburtstag schenktest du mir sie! Wie ich das alles verschlang! Ach ich dachte nicht. gleich einem Kinde. oft mit aufgehabenen Händen ihn zum Zeichen. Ich will frommen Christen nicht zumuten. die du am Busen hattest. Man soll meine Taschen nicht aussuchen. und mich. wie ich aus deinem Tore trat. Gott. der du diesen letzten Augenblicken diese Wärme. Ich habe deinen Vater in einem Zettelchen gebeten. Ach wie ich mich a dich schloß. vorüberfliehenden Wolken einzelne Sterne des ewigen Himmels. den kalten schrecklichen Kelch zu fassen. er wird das für seinen Freund tun. ich wollte freudig sterben. Ich schaudere nicht. er röchelte nur noch. Aber ach. Diese blaßrote Schleife. Daß ich des Glückes hätte teilhaftig werden können. ich vermache dir es zurück.Es schlägt zwölfe! So sei es denn! .. Ach ich wollte. lebe wohl! Lebe wohl!" Ein Nachbar sah den Blick vom Pulver und hörte den Schuß fallen. aus dem ich den Taumel des Todes trinken soll! Du reichtest mir ihn und ich zage nicht. Hier. da aber alles stille blieb.Sei ruhig! Ich bitte dich. Er ruft. die Pistole und Blut. wenn ich dir die Ruhe. Lotte. Lotte. diese Kraft schenkest. ihr werdet nicht fallen! Der Ewige trägt euch an seinem Herzen. die Wonne deines Lebens wieder schaffen könnte. meine Leiche zu schützen. ich habe auch deinen Vater darum gebeten. all! So sind alle die Wünsche und Hoffnungen meines Lebens erfüllt! So kalt. oder im einsamen Tale. sei ruhig! Sie sind geladen . stand er gegen mir über. Ich trete an das Fenster. für dich mich hinzugeben! Ich wollte mutig. hinten in der Ecke nach dem Felde zu. so starr an der ehernen Pforte des Todes anzuklopfen. Ich sehe die Deichselsterne des Wagens. zum heiligen Merksteine meiner gegenwärtigen Seligkeit gemacht . tausend Grüße ihm zugewinkt. die Postpferde würden vor sechse vors Haus kommen. Die Lieben. sie wimmeln um mich. ihr begrübt mich am Wege.und noch. Ich danke dir. Er findet seinen Herrn an der Erde. will ich begraben sein.Lotte! Lotte. All. O Lotte. das ward nur wenigen Edeln gegeben.O küsse sie tausendmal und erzähle ihnen das Schicksal ihres unglücklichen Freundes. und so ruhig meine Seele.

Der Alte folgte der Leiche und die Söhne. die Glieder waren alle gelähmt. die Stirn verbunden. das Gehirn war herausgetrieben. Kein Geistlicher hat ihn begleitet. war in völliger Kleidung. Man fürchtete für Lottens Leben. Handwerker trugen ihn. die Stadt kam in Aufruhr. ENDE . Die Gegenwart des Amtmannes uns seine Anstalten tuschten einen Auflauf. Sie weckt ihren Mann.nach den Ärzten. im blauen Frack mit gelber Weste. Lotte sinkt ohnmächtig vor Alberten nieder. Aus dem Blut auf der Lehne des Sessels konnte man schließen. Die Lunge röchelte noch fürchterlich. sie fielen neben dem Bette nieder im Ausdrucke des unbändigsten Schmerzens. die er sich erwählt hatte. Albert vermocht's nicht. die Nachbarschaft. Über dem rechten Auge hatte er sich durch den Kopf geschossen. hat sich konvulsivisch um den Stuhl herumgewälzt. küßten ihm die Hände und den Mund. dann ist er heruntergesunken. hing an seinen Lippen. Von Alberts Bestürzung. der Puls schlug. man erwartete sein Ende. bald stärker. Das Haus. Seine ältesten Söhne kamen bald nach ihm zu Fuße. Nachts gegen eilfe ließ er ihn an die Stätte begraben. Lotte hört die Schelle ziehen. den er immer am meisten geliebt. fand er ihn an der Erde ohne Rettung. er habe sitzend vor dem Schreibtische die Tat vollbracht. Albert trat herein. gestiefelt. nach Alberten. Werthern hatte man auf das Bette gelegt. er holte noch immer Atem. Der Amtmann kam auf die Nachricht hereingesprengt. bis er verschieden war und man den Knaben mit Gewalt wegriß. der Bediente bringt heulend und stotternd die Nachricht. das Blut lief. Man ließ ihm zum Überfluß eine Ader am Arme. ein Zittern ergreift alle ihre Glieder. bald schwach. er rührte kein Glied. sie stehen auf. sein Gesicht schon wie eines Toten. Er lag gegen das Fenster entkräftet auf dem Rücken. Um zwölfe mittags starb er. Von dem Weine hatte er nur ein Glas getrunken. Als der Medikus zum Unglücklichen kam. "Emilia Galotti" lag auf dem Pulte aufgeschlagen. von Lottens Jammer laßt mich nichts sagen. und der ältste. er küßte den Sterbenden unter den heißesten Tränen.

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