50 JAHRE »STIFTUNG HAUS BAUHÜTTE«

Gastliche Wohnanlage für Studierende in Hamburg

2009

GASTLICHES ZUHAUSE FÜR STUDIERENDE
§ 1 Zweck der „Stiftung Haus Bauhütte“ ist die Errichtung und der Betrieb des Studierendenwohnheims „Haus Bauhütte“, Heimstätte für Studierende der Hamburger Hochschulen. In dem Wohnheim werden vorrangig Studierende des Bauwesens an der HafenCity Universität Hamburg untergebracht. Dieses Haus soll der studentischen Jugend als Wohnheim dienen, ihr die Möglichkeit ungestörten Arbeitens für das Studium geben und in Gemeinschaftsräumen Gelegenheit für ihre kulturelle Betreuung und ihr Zusammenführen mit den Kreisen der Bauwirtschaft zur fachlichen Förderung bieten.
Auszug aus der Satzung der Stiftung Haus Bauhütte

INHALT GRUSSWORTE Staatsrat Bernd Reinert
Behörde für Wissenschaft und Forschung

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Dipl.-Ing. Thomas Sander
Obermeister der Bau-Innung Hamburg

Prof. Steven Spier
Präsident der HafenCity Universität Hamburg

Jürgen Allemeyer
Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg

DER BAUHÜTTENGEDANKE IST ZEITLOS MODERN

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50 JAHRE »STIFTUNG HAUS BAUHÜTTE« 10-13 MY STAY IN »HAUS BAUHÜTTE« DIE ZIMMER IN ZAHLEN ... ... UND SO SEHEN SIE AUS! DIE VERWALTUNG DIE BAUDEKINDER »EIN BAUDEKIND« 14, 25, 26, 28 15-16 17 18-21 21

INTERVIEW MIT DEM VORSITZENDEN DER STIFTUNG 22-24 STUDENTISCHE SELBSTVERWALTUNG MENSCHEN, DIE DIE STIFTUNG FORMTEN ... DAS DARF NICHT WAHR SEIN ... ... UND IST DOCH WAHR! IMPRESSUM 27 29 30 32

STAATSRAT BERND REINERT
Behörde für Wissenschaft und Forschung

„Tradition wahren und Weichen für die Zukunft stellen“

50 Jahre Stiftung „Haus Bauhütte“, 40 Jahre Studentenwohnheim „Haus Bauhütte“ – gleich zweimal gibt es in diesem Jahr „runde Jubiläen“ anlässlich der Gründung der Stiftung und der zehn Jahre später erfolgten Einrichtung des Wohnheims. Im Rückblick zeigt sich: Die 50-jährige Geschichte der Stiftung ist auch eng verknüpft mit 50 Jahren Hochschulentwicklung. Gegründet wurde die Stiftung noch in einer Zeit, als Wohnraum in Hamburg äußerst knapp war und die Einrichtung von Studentenwohnheimen überwiegend von privaten Institutionen ausging – in diesem Fall von der Bau-Innung Hamburg, die in Verbindung mit der traditionsreichen „Bauschule“ den Bau eines Studentenwohnheimes vorantrieb. Die Bauschule ging dann in der Fachhochschule Hamburg, der späteren Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), auf. Im Jahr 2006 erfolgte schließlich mit der Zusammenlegung von Architektur-, Bauingenieurwesen-, Geomatik- und Stadtplanungsstudiengängen unterschiedlicher Hamburger Hochschulen die Gründung der HafenCity Universität, der nunmehr letzten Nachfolgerin der einstigen Bauschule. Die Stiftung hat seit Bestehen des Wohnheims erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Gebäude zu erhalten und zu modernisieren. Dabei hat sie immer wieder die Unterstützung von Bau-Innung und Bauwirtschaft sowie der Stadt Hamburg gefunden und kann auf eine überaus erfolgreiche Arbeit in den letzten Jahrzehnten zurückblicken. Damals wie heute bietet sie bevorzugt ihrer „Zielgruppe“ – den Studierenden aus den Bereichen Bauwesen / Architektur – bezahlbare Wohnmöglichkeiten in attraktiver Lage an.

Wie geht es weiter? Die Stiftung steht vor einem Umbruch – verdiente, langjährige Mitglieder aus Kuratorium und Vorstand werden ihre Aufgaben abgeben. Jüngere haben die Chance und auch die Verpflichtung, das hohe Engagement ihrer Vorgänger fortzuführen. Dabei sollte die enge Bindung zwischen Stiftung, Bau-Innung und insbesondere der HafenCity Universität als Nachfolgerin der ehemaligen „Bauschule“ bestehen bleiben und die über viele Jahrzehnte auch durch eine große personelle Kontinuität und vertrauensvolle Zusammenarbeit erreichte positive Entwicklung des Wohnheims aufrechterhalten werden. Ich wünsche der Stiftung zu Ihrem „Fünfzigsten“ nicht nachlassenden Elan, um ihr Wohnheim zu erhalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Studierenden mit günstigem Wohnraum zu leisten. Vor allem aber wünsche ich auch künftigen Generationen von Studierenden ein angenehmes Wohnen in schöner Alsterlage, das neben dem Studium auch die Chance einer aktiven und engen Wohnheimgemeinschaft mit sich bringt. Die Stiftung wird die Voraussetzungen dazu schaffen; den Studierenden obliegt es, diese Möglichkeiten zu nutzen. Dabei sollte das in Erinnerung gehalten und bewahrt werden, was das „Haus Bauhütte“ ausmacht: Das Wohnheim einer kleinen Stiftung zu sein, die durch die hohe Identifikation aller Beteiligten den sich wandelnden Anforderungen an modernes studentisches Wohnen immer wieder gerecht geworden ist. Diesen Weg gilt es, auch in Zukunft fortzusetzen. Einen herzlichen Gruß zum Jubiläum sendet Ihnen Bernd Reinert

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DIPL.-ING. THOMAS SANDER
Obermeister der Bau-Innung Hamburg

„Gut Ding will Weile haben“

Vor 50 Jahren, am 28. April 1959, wurde von der Bau-Innung Hamburg und dem Verein Studentenhilfe der Bauschule der Hansestadt Hamburg e.V. die Stiftung „Haus Bauhütte“ errichtet. Ich freue mich, als Obermeister der Bau-Innung Hamburg diesen Anlass in einer Festschrift mit einem Grußwort würdigen zu dürfen, denn schließlich ist die Stiftung „Haus Bauhütte“ auf Anregung des damaligen Innungsobermeisters, meines Amtsvorgängers Carlos Blaschke, gegründet worden. Die Stiftung hatte es sich zum Ziel gesetzt, ein Studentenwohnheim zu errichten, um der wachsenden Zahl auswärtiger IngenieurStudenten, die Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre in Hamburg studieren wollten, eine Unterkunftsmöglichkeit anzubieten. Bis zur Errichtung 1967 und der Einweihung am 19. September 1969 sollten aber noch einmal 10 lange Jahre vergehen. „Gut Ding will Weile haben“, könnte man sagen. Heute ist das Studentenwohnheim in der Alsterkrugchaussee etabliert und hat einen guten Namen. Dass die Studierenden – mittlerweile aus vielen Nationen und in den unterschiedlichsten Fachrichtungen eingeschrieben – hier, unmittelbar an der Alster gelegen, gerne wohnen, zeigen die Belegungszahlen der Zimmer. Die überwiegend aus Einzelzimmern und einigen Doppelzimmern bestehenden Räumlichkeiten mit über 200 Betten sind schon seit vielen Jahren stets ausgebucht. Dies zeigt auch, dass durch die stetigen Modernisierungen von Bausubstanz und Anpassung der Ausstattung an die heutigen Erfordernisse einer studentischen Einrichtung hier an richtiger Stelle investiert wurde.

Die Besetzung des Kuratoriums und Vorstands der Stiftung mit jeweils zwei ehrenamtlich tätigen Vertretern der Bau-Innung Hamburg zeigt auch heute noch die enge Verbundenheit der Stiftung „Haus Bauhütte“ mit unserer berufsständischen Organisation. Kuratorium, Vorstand sowie der engagierten Heimleitung gilt mein persönlicher Dank für die geleistete Arbeit. Der Stiftung „Haus Bauhütte“ wünsche ich weiterhin viel Erfolg für die Zukunft und in guter hanseatischer Tradition „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Dipl.-Ing. Thomas Sander

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PROF. STEVEN SPIER
Präsident der HafenCity Universität Hamburg

Ich freue mich sehr als Präsident der HafenCity Universität Hamburg (HCU) der Stiftung Haus Bauhütte auf diese Weise meine Glückwünsche zu ihrem 50-jährigen Bestehen übermitteln zu können. Wir haben als noch junge HCU die Beziehung zur spätestens jetzt traditionsreichen Stiftung geerbt, und ich bin sehr glücklich darüber – und zwar aus zwei Gründen: Der erste ist ganz praktisch: Es hilft einer Hochschule natürlich enorm, wenn ihre Studierenden die Vorteile einer attraktiven Wohnlage genießen können. Wir profitieren gegenwärtig vor allem in unseren sich ständig erweiternden internationalen Austauschprogrammen davon, da wir die Sicherheit haben, die Gaststudierenden auch alle adäquat unterbringen zu können. Der zweite Grund ist dagegen (etwas) grundsätzlicher Natur: Er hat mit dem Anspruch der HCU zu tun, eine Universität neuen Typs zu sein, die klassische Grenzen – z. B. zwischen Studienfächern oder zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – überwinden will. Die Stiftung Haus Bauhütte ist meines Erachtens ein gutes Beispiel dafür, wie vor fünfzig Jahren die Überwindung von Grenzen zwischen akademischer Ingenieurausbildung und beruflichen Verbänden gelungen ist. Für mich steht diese Stiftung heute noch vorbildhaft für die Thematik von Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft. Die Überwindung von Grenzen geht an einem solchen Ort jedoch noch weiter: Auch als Präsident einer Universität gebe ich zu, dass Studierende mindestens ebensoviel voneinander lernen wie von ihren Professorinnen und Professoren, und dass Lernen im

informellen Zusammensein wahrscheinlich genauso effektiv ist wie in organisierten Veranstaltungen. Noch wichtiger ist diese persönliche Ebene des Lernens jedoch dann, wenn es darum geht, die Zusammenarbeit mit anderen als den eigenen Fachkolleginnen und -kollegen zu üben. Orte und Institutionen zu haben, in denen diese Form des Lernens sich gleichsam nebenbei einstellt – zwischen Waschmaschine und Herd – ist in diesem Zusammenhang von unschätzbarem Wert. In diesem Sinne ist das Haus Bauhütte für die HCU nicht nur eine praktische Unterbringungsmöglichkeit für Studierende, sondern ein Ort, an dem Verständnis und Respekt zwischen unterschiedlichen baubezogenen Disziplinen entstehen können. Dieses Aufeinanderzugehen ist nach meiner Auffassung eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen der gebauten Umwelt im 21. Jahrhundert und ein zentraler Baustein des Profils der HCU. Wir freuen uns sehr, durch unsere Mitwirkung in Kuratorium und Vorstand die Stiftung „Haus Bauhütte“ unterstützen zu können und wünschen ihr alles Gute für die nächsten 50 Jahre. Prof. Steven Spier

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JÜRGEN ALLEMEYER
Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg

Unweit vom Hamburger Stadtpark und mit direktem Alsterzugang bietet die Studierendenwohnanlage „Haus Bauhütte“ der gleichnamigen Stiftung seit nun 50 Jahren rund 250 Bewohnerinnen und Bewohnern Platz in Zimmern und Appartements. Dabei ist der Name der Wohnanlage Programm, denn in der „Bauhütte“ finden satzungsgemäß bevorzugt Studierende aus den Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik einen Platz zum Leben. Damit bringt das „Haus Bauhütte“ solche Studierenden zusammen, die nach der Zusammenlegung der Architektur-Studiengänge der Hochschule für bildende Künste (HfbK) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie die Studiengänge Bauingenieurwesen und Geomatik der HAW und des Studiengangs Stadtplanung der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) gemeinsam an der im Jahr 2006 gegründeten Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung, der HafenCity Universität Hamburg (HCU), studieren. Als Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg, das als Träger von 21 Wohnanlagen mit rund 3.700 Plätzen größter Anbieter studentischen Wohnraumes in Hamburg ist, weiß ich, dass das gemeinsame Leben und damit der Austausch mit anderen Studierenden über das Miteinander in den Hörsälen hinaus, ein wichtiger Aspekt im studentischen Leben bildet. So bietet das „Haus Bauhütte” Studierenden weit mehr als ein bezahlbares Zuhause in zentraler und bevorzugter Lage, sondern leistet einen wesentlichen Beitrag für ein Gelingen des Studiums und damit zur Stärkung der Wissenschafts- und Hochschulmetropole Hamburg!

Aber Leben im Haus Bauhütte bedeutet noch viel mehr: Freizeitaktivitäten, u. a. durch den Bootsanleger für eigene Ruderboote und Kanus, machen aus einer „StudierendenBude“ erst ein gutes Zuhause, denn auch künftige „Baumeisterinnen und Baumeister“ unserer Städte im 21. Jahrhundert brauchen einen Ausgleich zum Studieren und Arbeiten. Dabei schätze ich die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stiftung „Haus Bauhütte" im Arbeitskreis der Wohnheimträger sehr und hoffe, dass sich die Stiftung weiterhin so einmalig in der Betreuung Studierender engagiert, damit noch eine große Anzahl von ihnen in diesen Genuss kommen und somit wichtige Unterstützung erfahren, in dem sie sich in ihrer „Bauhütte“ zu Hause fühlen. Jürgen Allemeyer

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DER BAUHÜTTENGEDANKE IST ZEITLOS MODERN
Von RA Michael Seitz

Auch wenn es heute nicht mehr viele wissen: Hinter dem Begriff „Bauhütte“ steht eine große Geschichte. Die ersten „Bauhütten“ entstanden im frühen Mittelalter. Sie hatten ihren Sitz in Klöstern und an den meist religiösen „Großbaustellen“. Bauhütten waren die „Bau-Universitäten“ ihrer Zeit, sie sammelten das Wissen und Können und entwickelten es weiter. „Laien-Bauhütten“ waren die profanen Vorläufer des handwerklichen Zunftund Innungswesens, das im Spätmittelalter in den Städten voll erblühte. In Hamburg bauten bis ins späte Mittelalter vor allem Zimmerleute, denn die meisten Gebäude waren aus Holz. Nur die Brücken und öffentlichen Gebäude erforderten die Kunst von Spezialisten, von Maurern und Steinmetzen. Ein „Bauhof“ mit angestellten Meistern und Gesellen übernahm lange Jahre diese Arbeiten. Erst relativ spät entstehen in Hamburg Zusammenschlüsse im Bauhandwerk. Die älteste Satzung der Maurer stammt aus dem Jahre 1462. Sie kennt noch keine Meister, regelt aber bereits die Ausbildungszeiten und die notwendigen Qualifikationen, die für die damalige Praxis des Bauens erforderlich waren. Im 19. Jh. wächst die Zahl der Bauhandwerker und Meister stark an, und 1910 schließen sich die wichtigen Baugewerke zur „Bauhütte zu Hamburg“ zusammen. Wer Bau“Meister“ werden wollte, musste eine Lehre abschließen und anschließend auf Wanderschaft gehen. Fachbücher im heutigen Sinne gab es so gut wir gar nicht. Dass die Baumeister ihr Handwerk damals ganz meisterlich verstanden, davon legen die vielen Kulturdenkmäler bis heute Zeugnis ab, in Europa standen bis Mitte des 19. Jh. die

Zeichen auf „Industrialisierung“: Die Mathematik, die naturwissenschaftlichen Disziplinen und der technische Fortschritt spielten eine wachsende Rolle. Auch das Bauwesen stand vor neuen Herausforderungen und überall sannen die Bürger darauf, wie der wirtschaftliche Fortschritt und „das Gewerbe“ entwickelt werden könnten. In Hamburg wurde die Patriotische Gesellschaft gegründet, die sich die Förderung der „Künste und des nützlichen Gewerbes“ auf die Fahnen geschrieben hatte. Ernst Sonnin, dessen handwerklich-technisches Genie bis heute bewundert wird, war Mitglied dieser Vereinigung und setzte sich für eine bessere Ausbildung der Bauhandwerker ein. Im Jahr 1767 wurde eine „Zeichenklasse“ für Bauhandwerker eingerichtet, in der Anfangs 12 junge Bauhandwerker kostenfrei unterrichtet wurden. Der Anfang einer systematischen und „wissenschaftlichen“ Ausbildung von Bauhandwerkern und Baumeistern war gemacht, die Zahl der Klassen, Schüler und Disziplinen wuchs stetig. Aus der Privatinitiative patriotischer Bürger entwickelte sich mit den Jahren ein gewerbliches Schulwesen, das bis in die 50er Jahre des 20. Jh. seinen Ausgangspunkt und seine Förderer im Handwerk hatte. Über viele Jahrzehnte fand der Unterricht hauptsächlich im Winter statt, denn die „Schüler“ waren im Sommer am Bau beschäftigt. Das große finanzielle Engagement der Bau-Innung Hamburg für die Errichtung des Studentenwohnheims „Haus Bauhütte” stand in der guten Tradition der „Sorge“ um die Ausbildung des Nachwuchses und war Ausdruck einer sozialen Verpflichtung, die für

das Handwerk über Jahrhunderte Teil seines Selbstverständnisses war. Erst die 70er Jahre vollendeten die Akademisierung, Industrialisierung und Verwissenschaftlichung des Bauwesens. Bauhandwerk und Bauindustrie entwickelten sich immer stärker auseinander. Bauingenieure und Architekten halten heute in den Planungsbüros und auf den Baustellen das Zepter in der Hand, übernehmen die theoretischen Aufgaben der „Baumeister“ der Vergangenheit. Neue Materialien und industrialisierte Bauweisen veränderten die Struktur und Aufgabenstellungen für die handwerklichen Baubetriebe stark. Nicht mehr der Maurer ist heute auf vielen Baustellen gefragt, sondern Metallbauer und Glaser, Trockenbauer, Energie- und Kommunikationsspezialisten. Überflüssig geworden sind sie dennoch nicht. Gerade individuelle oder anspruchsvolle Bauten oder das Bauen im Bestand kommen heute ohne das Können traditioneller Baugewerke und hoch spezialisierter Fachkräfte nicht aus. Der „Norddeutsche Baugewerbeverband“, zu der auch die Bau-Innungen gehören, ist heute der Nachfolger der „Bauhütte zu Hamburg“. Er vertritt die Interessen von 350 Baubetrieben in Hamburg, ist Arbeitgeberverband und übernimmt die wichtige Aufgabe der Ausbildung junger Bauhandwerker. In insgesamt elf Fachgruppen werden technische oder fachpolitische Fragen bearbeitet, die für Bauunternehmen oder die Ausbildung von Bedeutung sind. Sie garantieren dafür, dass sich die Mitglieder der Bau-Innung Hamburg und des Norddeutschen Baugewerbeverbandes immer auf dem neuesten Stand der Technik befinden.

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BILD Der Steinmetz, The Book of Trades, Jost Amman and Hans Sachs, S. 93, New York 1973

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50 JAHRE »STIFTUNG HAUS BAUHÜTTE« – 33 JAHRE VORSTANDSARBEIT
Ein Gespräch mit Prof. Harald Schulze

1958: TATKRÄFTIGE MÄNNER MACHTEN EINEN PLAN Die „Stiftung Haus Bauhütte“ und das von ihr getragene Studentenwohnheim verdankt Hamburg einem Besuch, den Erich Roggenbuck, damals Stellvertretender Obermeister der Bau-Innung Hamburg, 1958 der „Bauschule Hamburg“ abstattete. Er wollte sich über die Ausbildung und Lage des Nachwuchses informieren, auf den die Baubranche damals dringend angewiesen war. Wohnen war in Hamburg schon damals teuer. Wer studierte, kam fast immer aus „betuchtem Hause“, denn Bafög war damals noch nicht erfunden. Weniger Begüterte mussten sich das Studium verdienen oder bekamen eine kleine finanzielle Unterstützung vom „Verein Studentenhilfe“. Wohngemeinschaften waren noch nicht in Mode und preiswerte Zimmer sehr begehrt. Die wenigen Hamburger Wohnheime waren vorwiegend in privater Hand. Hamburgs „Bauschule“ hatte ihren Ursprung in einer „Zeichenklasse für Bauhandwerker“, die Erich Sonnin, einer der bedeutenden Baumeister seiner Zeit, 1767 gründete und anfangs sogar selber unterrichtete. Ein Studium an der Bauschule setzte in den 50er und 60er Jahren das Erlernen eines Bauhandwerks voraus. Deutschland war eine einzige große Baustelle und zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses war noch einiges zu tun. 20.000 DM in bar und geldwerte Bauleistungen in Höhe von 60.000 DM stellte Obermeister Roggenbuck für den Bau eines Studentenwohnheims in Aussicht. Diesen finanzkräftigen Argumenten wollte sich niemand entziehen. In den nachfolgenden Gesprächen zwischen Dr. Ohm und Dipl.-Ing. Plotz, den beiden Direktoren der Bauschule, der Innung

und dem Architekten Neve nahm der Plan Gestalt an. Der „Verein Studentenhilfe”, unter Vorsitz von Arnold Plotz, gesellte sich neben der Bau-Innung als zweiter Stifter hinzu. Damit das gute Werk gelingen konnte, war auch die Mitwirkung der Freien und Hansestadt Hamburg notwendig. Sie wurde Dr. Ohm bald zugesagt: Die Stadt erklärte sich bereit, ein Grundstück in der City Nord zur Verfügung zu stellen. Man wusste auch schon wo. Noch im selben Jahr wurde die „Stiftung Haus Bauhütte“ gegründet. Ein Satzungsentwurf kam vom „Verein Studentenhilfe” und der Behörde. Dem Bau des Wohnheims stand theoretisch nichts mehr im Wege. Praktisch hingegen schon: Das Baugrundstück war abhanden gekommen. Die ins Auge gefasste Immobilie war überraschend für eine Handelsschule verplant worden. Die langjährige Suche nach einem anderen Baugrund begann und dauerte fast ein ganzes Jahrzehnt. DAS GRUNDSTÜCK IST GEFUNDEN: BAUBEGINN 1967 war es schließlich so weit. Alle Beteiligten waren sich einig: Das Grundstück an der Alsterkrugchaussee soll es sein!

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Es war nicht nur groß genug, sondern auch besonders schön gelegen. Für die Freie und Hansestadt Hamburg hatte diese Entscheidung einen sehr erwünschten Nebeneffekt: Es konnten „zwei Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen werden. Die Errichtung des auf diesem Grundstück schon länger geplanten Bootslagers für das Schülerrudern konnte auf diese Weise schnell und kostengünstig in Angriff genommen werden. Die Stiftung erklärte sich bereit, das Bootshaus in den Neubau zu integrieren, gegen Kostenerstattung. Die Planungs- und Bauphase waren kurz, und dass die Baukosten sogar unterschritten wurden, ist damals wie heute einer besonderen Erwähnung wert. 1969 konnten bezogen werden: 192 Einzelzimmer, 2 Studentenwohnungen und die Wohnungen für die Heimleiterin und den Hausmeister. Finanziert wurde das Wohnheim durch Zuwendungen der Stifter, eingeworbene Spenden, Zuschüsse und Darlehen. Die Erstmiete betrug 100 DM für das 11 m2 Zimmer, inkl. Heizung, Wasser, Strom, Bettwäsche und Reinigung der Räume. Ein-

schließlich der Gemeinschaftsräume standen allen BewohnerInnen 22 m2 Nutzfläche zu Verfügung. „KINDERJAHRE”– „KINDERKRANKHEITEN” Kaum ist das Wohnheim richtig belegt, sieht sich die Verwaltung 1971 genötigt, die Miete von 100 auf 110 Deutsche Mark zu erhöhen. Sie war von Anfang an nicht kostendeckend. Die Bewohner treten in einen monatelangen Mietstreik und auch rote Fahnen, die damals sehr beliebt waren, wurden gesehen. Fortschrittliche Forderungen, wie z. B. „Die Stiftung soll nicht bestimmen, sich vielmehr auf den Zweck besinnen und stiften“, standen im Raum. Da weibliche Studierende im Bauwesen in den 50er Jahren selten waren, sah die 1958 verabschiedete Satzung der Stiftung weibliche Bewohner noch nicht vor. Professor Harald Schulze, Vorsitzender der „Stiftung Haus Bauhütte“ von 1971 bis 2004, erinnert sich: „Ende der 60er Jahre kamen immer mehr Frauen dazu. Die Rückfrage bei der Behörde ergab, dass keine sanitären Umbauten notwendig sind. Der Aufnahme junger Frauen

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stand nichts im Wege. Wir haben die Studentinnen gefragt, ob sie damit leben können, dass die Sanitäranlagen erst einmal unverändert bleiben. Sie waren einverstanden.“ Anfang der 70er Jahre kommt es zu ersten Veränderungen der Raumstruktur. Aus einigen Wirtschaftsräumen werden Doppelzimmer gemacht, um die Einnahmen zu erhöhen. 1974/1975 kommt es – in Folge von Mieterhöhungen – erneut zum Streik. Diesmal erklärt sich die Stadt Hamburg bereit, für die damaligen Belastungen Zinsen und Tilgung zu übernehmen. Die Mieten können bleiben, wie sie sind. Die Geschichte des Wohnheims „Stiftung Haus Bauhütte“ ist die Geschichte eines ständigen Verbesserungsprozesses. Kaum ein Jahr, in dem nicht renoviert, modernisiert oder umgebaut wird. Erst sind es Durchfeuchtungen der Südwestgiebel, die Sorgen bereiten, dann müssen die Dächer saniert werden. 1974 werden die Fugen der Fassade herausgeschnitten und erneuert. 1975 folgen die Sanierung der Dusch- und Toilettenräume. 1983 wird die Heizung von Öl auf Gas umgestellt. 1985 werden die Betten und Matratzen erneuert, 1988 wird die Dachhaut erneuert. 1991/1992 werden die Sanitärräume erneut verfliest, die Sanierungsarbeiten fortgeführt, Fenster, Heizkörper, Elektroleitungen und Antennen, Türen, Küchen erneuert. Eine zweite Schenkung der Bau-Innung, diesmal in Höhe von 70.000 DM, die der Norddeutsche Baugewerbeverband anlässlich seines 60jährigen Bestehens der „Stiftung Haus Bauhütte" macht, kann bei soviel Bautätigkeit sehr gut gebraucht werden. Die vielen Baufachleute in Vorstand und Kuratorium erwiesen sich in all den Jahren als ein

großer Segen. „Wir waren immer sehr gut beraten. Alle Probleme konnten schnell gelöst werden. Die Bau-Innung mit ihren Experten und die Rechtsabteilung des Baugewerbeverbandes haben uns oft geholfen.“ DIE ANSPRÜCHE WACHSEN – DAS WOHNHEIM WÄCHST MIT Mit den steigenden Einkommen der 70er und 80er Jahre stiegen auch die Ansprüche der Studenten an Wohnraum stetig. Zu gerne wollten der Vorstand und das Kuratorium der Stiftung Haus Bauhütte diesem Bedarf gerecht werden. Das Ziel, preiswerten Wohnraum vorzuhalten, sollte dennoch nicht aufgegeben werden. Ein Wettbewerb unter Architekturstudenten lieferte zunächst viele gute Ideen. Erste Musterzimmer wurden eingerichtet und getestet. Was sich im Alltag bewährte, blieb. Schon Anfang der 90er Jahre wollten Hausverwaltung, Verein und Kuratorium am liebsten das Wohnangebot vergrößern. Um- und

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BILDER LINKE SEITE/ Grundsteinlegung 1999 zur Aufstockung des Eingangsgebäudes Von links nach rechts: Architekt Hohaus, Lange, von Allwörden, Dr. Krämer RECHTE SEITE/ Herr Dietz neben dem neuen Blockheizkraftwerk, das wärmt und Strom liefert

Torflinse verlief alles planmäßig und im Juni 2000 ist es endlich soweit: Die ersten 30 Appartements mit Bad, Küchenzeile und Internetanschluss können bezogen werden. Doch kaum war der Neubau bezogen, stand die Sanierung weiterer Gebäude auf der Tagesordnung. Das Architekturbüro Krieg plante ein Musterzimmer mit Sanitärbereich. Ein Umbau, der von den BewohnerInnen so gut angenommen wurde, dass im Jahr 2002 ein Flügel des Gebäudes B nach diesem Vorbild saniert wurde: alle 48 Zimmer wurden renoviert, 24 erhielten zusätzlich eine Nasszelle. Flure und Bäder wurden saniert. Ein komplizierter Verlegungsplan und der gute Wille aller BewohnerInnen machten es möglich, alle Umbauten bei laufendem Betrieb vorzunehmen. Alles andere wäre auch unbezahlbar gewesen. 2004 kam es zu einem großen „Wachwechsel“ in Heimleitung und Vorstand. Professor Schulze steht nach 33 Jahren als Vorstandsvorsitzender nicht mehr zu Verfügung und wechselt in das Kuratorium. Die Heimleiterin, Frau Monika Grässer, geht und Frau Kerstin Turner übernimmt diesen Posten. Professor Apel übernimmt den Vorsitz im Vorstand. Die Sanierung geht weiter: 2005 werden auch die 2002 noch nicht renovierten Flure in den Gebäuden B und C erneuert. 2007 werden alle Duschen und WC gefliest und mit neuer Sanitärausstattung versehen. Parallel dazu (2006 bis 2008) erhalten 48 Einzelzimmer von Haus B durch Entfernen der Trennwände zu den Waschbecken und neue Möbel eine „Rundum-Erneuerung“. Die sechs Balkone werden 2007 durch Einbau neuer Brüstungen und Bodenfliesen generalüberholt. Im glei-

chen Jahr ist auch die alte Heizung dran: Die 20 Jahre alte Anlage wird ersetzt und durch ein Blockheizkraftwerk unterstützt. Die zweite Großbaustelle ist das Dach des Gebäudes B: 2009 wird es gedämmt und gedeckt. Nicht nur die „Hardware“ erfährt eine ständige Erneuerung und Verbesserung, 2005 wird auch die Software aktualisiert: Seit 2005 erleichtert die von Professor Apel entwickelte Datenbank-Software die Verwaltung der Mieter und des Inventars. 2009, 40 Jahre nach dem Erstbezug, verfügt das Wohnheim der „Stiftung Haus Bauhütte“ über 252 Plätze: 192 Einzelzimmer, 6 Doppelzimmer, eine Studentenwohnung und 45 Appartements. Die Auslastung ist hoch. Mit vier Semestern durchschnittlicher Verweildauer erfreut es sich – auch im Vergleich zu anderen Wohnheimen – großer Beliebtheit. Und es gibt keinen Grund, warum dies nicht auch in Zukunft so bleiben könnte.

Neubauten wurden geplant und aus Kostengründen zurückgestellt oder verworfen. Professor Schulze: „Die zuständigen Behörden waren lange skeptisch, ob größere Zimmer vermietbar sind.“ Aber die Nachfrage nach Doppelzimmern wuchs stetig. Bald konnten sich die Behördenvertreter den Wünschen des Hauses nicht länger verschließen. Anfang der 90er Jahre kam man einmütig zu der Auffassung: Nur ein Neubau kann Abhilfe schaffen! 1995 begann die Planung zur Aufstockung des ebenerdigen Eingangsgebäudes. 45 neue Wohneinheiten mit Sanitärraum und Küchenzeilen sollten in einem Neubau Platz finden. Das Architektenbüro Hohaus und Partner erhielt den Auftrag. 1998 wurden 4,9 Mio. DM für den Neubau in das Wohnungsprogramm der Baubehörde übernommen. Der Weg für die Finanzierung durch die Wohnungsbaukasse und die HASPA war endlich frei. 1999 begannen die Bauarbeiten. Die Grundsteinlegung und das Richtfest wurden zünftig gefeiert. Da der Betrieb des Wohnheims über die zweijährige Bauphase hinweg aufrecht erhalten werden musste, war sehr viel Flexibilität von Bewohnern und Heimleitung erforderlich. Bis auf eine die Gründungsarbeiten verteuernde

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MY STAY IN »HAUS BAUHÜTTE«

MATHIAS SCHLÖSSER
studiert Geomatik an der HCU.

„Das Gute hier ist die Lage. Es ist sehr ruhig und gut angeschlossen. Es gibt alle Einkaufsmöglichkeiten, die man im Alltag braucht. Mir gefallen die Freizeitaktivitäten, die es hier gibt, das Kanu, das vom Wohnheim gestellt wird, die Sporthalle oder der Fitnessraum. Außerdem gibt es in der Nähe noch weitere Grünanlagen, den Stadtpark oder die Waldgebiete am Flughafen. Das Leben hier ist sehr ruhig, es gibt selten Störungen. Es ist ein harmonisches Leben. Jeder grüßt jeden, auch wenn man sich nur vom Hörensagen kennt. Es ist die günstigste Möglichkeit, hier in Hamburg alleine zu leben, auch wenn die Miete für die Größe des Zimmers vielleicht hoch erscheint.”

DIMITRI KLEIN
studiert Informatik an der HAW Hamburg.

„Die Lage ist wirklich ideal. Das Haus ist etwas Besonderes. Normalerweise findet man hier noch nicht einmal eine Wohnung, wenn man sehr reich ist. Mir gefällt, dass wir Bewohner viele Sachen zusammen unternehmen, zum Beispiel die Bierkastenrallye. Dieses Event ist wirklich legendär. Fast alle Studenten in Hamburg kennen uns deswegen. Das Zimmer ist auch ok. Meines wurde vor sechs Monaten renoviert, ist ganz neu. Da gibt es nichts auszusetzen. Meiner persönlichen Meinung nach ist es in diesem Wohnheim wirklich am Besten – nach allem, was ich über die anderen Wohnheime gehört habe.“ 14

DIE ZIMMER IN ZAHLEN...

WOHNRAUMANGEBOT 2009
ZIMMERBESCHREIBUNG Einzelzimmer, möbliert Einzelzimmer, umgebaut, möbliert Einzelzimmer mit Dusche und WC, möbliert Doppelzimmer, möbliert Doppelappartement, möbliert Zweizimmerappartement, möbliert Einzelappartement, möbliert Einzelappartement, möbliert Einzelappartement, möbliert Einzelappartement, möbliert Einzelappartement, möbliert PLÄTZE 144 24 24 12 2 20 13 2 8 1 2 TYP EZ1 EZ2 EZ3 DZ DAP ZZAP EAP1 EAP2 EAP3 EAP4 AWG PREIS 210,00 219,00 250,00 je 150,00 je 192,00 je 302,00 339,00 342,00 359,00 350,00 450,00

WOHNBELEGUNG DEZEMBER 2009
belegte Plätze aus Deutschland Ausländer 252 161 91 IN PROZENT 100 64 36 WEIBLICH 121 80 41 DURCHSCHNITTSALTER 23,9 22,8 25,7

ANZAHL DER BEWOHNER/INNEN, GEGLIEDERT NACH: HERKUNFT HCU-BEREICH HOCHSCHULE
Architektur Bauingenieurwesen Geomatik Stadtplanung Kultur der Metropole 29 23 20 15 2 Europa, EU Europa, nicht EU Afrika Asien Vorderer Orient Mittel- und Südamerika 196 10 6 26 13 1 HAW HCU HWP TUHH Uni HH Andere 52 89 1 3 94 13

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...UND SO SEHEN SIE AUS!

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DIE VERWALTUNG

FRAU KERSTIN TURNER
Aufgaben: Verwaltung und Vermietung der Wohnanlage seit September 2004. „Ich mag an meiner Arbeit die Vielfalt und die tolle Atmosphäre. Was ich nicht mag? Die Kosten für Schäden der studentischen Heimselbstverwaltung in Rechnung stellen, wenn sich die Verursacher nicht melden, Abmahnungen schreiben, wenn der Küchendienst seine Aufgaben wiederholt nicht erfüllt und wenn Bewohner die Hausordnung ignorieren.“ Telefon 040.511 81 59 Email stwh@studentenwohnheim-hh.de Erreichbar Montag bis Donnerstag 8:00 bis 17:00 Uhr

FRAU HELGA KRIEG
Aufgaben: Buchhaltung einschließlich Lohnbuchhaltung, Vorbereitung zur Bilanz und Rechnungswesen. In der Wohnanlage tätig seit Januar 2003. „Ich mag an meiner Arbeit den Kontakt mit Studenten vieler Nationalitäten, die äußerst netten Kollegen und den Vorstand. Was ich nicht mag? Wenn Studenten Ihre Miete nicht bezahlen.“ Telefon 040.511 81 59 Email stwh@studentenwohnheim-hh.de Erreichbar Donnerstag 8:30 bis 16:30 Uhr

HERR HOLGER DIETZ
Aufgaben: Zimmerabnahme und übergabe, Kleinreparaturen und Instandhaltung. In der Wohnanlage tätig seit Mai 2004. „Ich mag an meiner Arbeit den Umgang mit immer neuen Menschen und die vielen wechselnden Tätigkeiten. Was ich nicht mag? Problemmieter“. Telefon 040.511 81 59 Email stwh@studentenwohnheim-hh.de Erreichbar Montag bis Donnerstag 8:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 17:00 Uhr, Freitag 8:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 15:00 Uhr

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DIE BAUDEKINDER
Von Christine Ax, M.A.

Ahmed Haleem bewohnt nun schon vier Jahre die Studentenwohnanlage und ist sich ganz sicher: Das Studentenwohnheim „Haus Bauhütte” ist das Beste in ganz Hamburg: „I have visited so many places.” Ahmed und einem Landsmann, beide studieren „International Engineering“ an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hatte ein Professor geholfen, diesen Wohnort zu finden. Die Studentenwohnanlage „Haus

Bauhütte”, von ihren Bewohnern liebevoll „Baude“ genannt, erfreut sich unter ihren Bewohnern großer Beliebtheit. Sie wissen die Vorzüge dieses Ortes zu schätzen und arrangieren sich mit den Defiziten, die mit Wohnheimen verbunden sind, ganz souverän. Wer in ein Wohnheim zieht, muss Menschen mögen. Wer nicht gerade eines der großzügigen Appartements im Neubau gemietet hat, muss mit den 11 m2-Zimmern zurechtkommen, die die anderen Wohngebäude als Regelangebot bereitstellen. Das geht besser als man denkt, wenn die großzügigen Gemeinschaftsflächen und das Leben in der Gemeinschaft aktiv genutzt werden. „Wer hier einzieht,“ erzählt Maja Siegert, Heimdelegierte seit zwei Jahren, „sollte irgendwie sozial sein. Wer es nicht ist, lernt es hier oder zieht früher oder später wieder aus.“ Maja Siegert (23) kam vor drei Jahren vom Dorf nach Hamburg. Die Bauhütte fand sie übers Internet und hatte Glück: Ein Zimmer wurde ihr sofort zugesagt. Maja Siegert: „Das eigene Bad – auch wenn es nur klein ist

– war für mich wichtig. Und ich dachte: Studentenwohnheim, das ist lustig. Dort lernt man schneller Menschen kennen.“ Alleine ist Maja, wie sehr viele ihrer Freunde, nicht so gerne. Ihre Hoffnung wurde damals nicht enttäuscht. „Am zweiten, dritten Tag habe ich gleich Mitbewohner kennen gelernt. Jemand hat geklopft, und am Abend gab es die erste gemütliche Sitzrunde im Gemeinschaftsraum. Am Wochenende waren wir bei einem Fußballspiel von St. Pauli, danach auf dem Kiez.“ Seitdem ist sie in Hamburg angekommen und nur allein, wenn sie es selber möchte. In der „Baude“ ist sie geblieben, obwohl das Wohnheim wirklich nicht günstig zu ihrem Lernort liegt. Um sechs Uhr morgens muss sie aufstehen, um zweieinhalb Stunden später an der HAW in Bergedorf an einer Vorlesung teilnehmen zu können. Maja Siegert: „Das hat mich nicht gestört, die vielen Freunde in der Baude wollte ich nicht missen.“ Dem Studienerfolg war es nicht abträglich. Die angehende Ökotrophologin steht kurz vor dem B.Sc. und möchte anschließend noch den Master in Kiel machen. Nebenbei hat sie noch gejobbt und die durchaus anspruchsvolle Aufgabe der Heimdelegierten wahrgenommen. Verkehrstechnisch gesehen ist das Wohnheim zentral gelegen. Wer an der HCU studiert, ist mit dem Fahrrad in zehn Minuten an der Uni. Die anderen haben die Wahl: Sie nehmen entweder die U-Bahn an der nahe gelegenen Haltestelle Lattenkamp oder den Bus um die Ecke, der alle 20 Minuten fährt, aber leider am Abend gar nicht. Doch das alles ist kein Hindernis, am vielfältigen Hamburger Stadtleben teilzuhaben. Mit dem Fahrrad braucht man eine Viertelstunde in die Innenstadt – mit der U-Bahn kaum länger.

ANMERKUNG Auf der Plattform „Studi-VZ“, ohne die Studierende heute nicht mehr auskommen, tauschen sich die Bewohner in Wort und Bild aus. Die Gruppe, die sie ins Leben gerufen haben, heißt: „Baudekinder”.

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Das Fahrrad braucht Student und Studentin nicht nur hier, sondern in ganz Hamburg unbedingt, darum ist es überall im Bild. Die Fahrradparkplätze in der „Baude“ sind gut besetzt. An allen Eingängen stehen die „eisernen Rösser“. Wessen Fahrrad kaputt ist, hat folglich ein Problem, mit dem man hier am besten zu einem „Fahrrad-Tutor“ geht. Die Fahrrad-Tutoren verwalten den Schlüssel zum Fahrradkeller des Wohnheims, wo alles bereit steht, was für eine Fahrradreparatur benötigt wird. Den Fahrradreparaturkurs gibt es vom Tutor ganz nebenbei und umsonst. Die Tutorien sind für das Leben in der „Baude“ eine wichtige Institution. Tutorien werden die „Freizeitdepartments“ genannt, die den BewohnerInnen zur Verfügung stehen: Der Fitnessraum, der Billardraum, der Partykeller, die Sportruderboote, die Kanus, die Spielesammlung und – wie gesagt – das Fahrradtutorium. Die freundlichen Tutoren, die sich um das Freizeitangebot kümmern, werden einmal im Semester von den BewohnerInnen auf der Heimversammlung neu gewählt. Sie müssen eines vor allem sicherstellen: Dass sie da sind, wenn man sie und den Schlüssel braucht. Sehr beliebt ist der Fitnessraum, denn Fitness und der attraktive Körper sind selbstverständlich auch hier in der „Baude“ von entscheidender Bedeutung. Wer schön und gesund sein will, muss Sport treiben, und das kann man in der Wohnanlage gut. Den hohen Freizeitwert des Hauses wissen die BewohnerInnen daher sehr zu schätzen. Der Joggingparcours liegt hier an der Alster direkt vor der Haustür, und im Sommer ist Wassersport angesagt. Mit Kanus die liebliche Alster hinunterzupaddeln, um sich Hamburgs Stadthäuser von der

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Wasser- und Gartenseite anzusehen, sich in Winterhude im Boot sitzend eine „Latte Macchiato“ servieren zu lassen und nebenbei etwas für die Fitness zu tun: Hamburg hat seine schönen Seiten. Anfang des Sommersemesters bieten die Rudertutoren für Anfänger einen Kursus an. Wer den Kurs besteht, bekommt den „Ruderschein“. Danach wird wie jedes Jahr gemeinsam im Garten gegrillt. Stefanie, die Meteorologie studiert und seit einem Jahr in der Wohnanlage wohnt, hat den Kursus gerade hinter sich und ist von der „Baude“ begeistert: „Eigentlich wollte ich nicht in ein Wohnheim, aber jetzt, wo ich hier bin, gefällt es mir sehr gut. Die Mitbewohner sind nett. Es ist immer jemand da. Man ist nie alleine, wenn man nicht alleine sein möchte.“ Jetzt geht Stefanie erst einmal für ein Jahr nach Bolivien, erzählt sie. Und wenn sie wieder nach Hamburg zurückkommt? Stefanie: „Dann würde ich sehr gerne wieder hier wohnen“. Parties, das ist klar, sind ein wichtiger Bestandteil des Studentenlebens. „Während der Semesterferien und in Prüfungszeiten ist das Haus eher still“, erzählt Maja Siegert. Vor allem im Herbst nach Semesterbeginn und im Winter wird öfter gefeiert. Von der gemütlichen Runde im Gemeinschaftsraum, mit oder ohne Fernseher, über die „Flurparties“ und die berüchtigten „Partykellerparties“ bis zur jährlich stattfindenden „Bierkastenralley“ oder „Halloweenparty“: An Gelegenheiten zu feiern und andere Bewohner der Wohnanlage kennen zu lernen, mangelt es offenbar nicht. Wer hier wohnt, stellt sich an solchen Tagen zwangsläufig die Frage: „Ärgern?“ „Oropax?“ „Mitfeiern?“ Wer sich fürs Ärgern entscheidet, hat schlechte Karten und zieht dann wohl auch früher oder später aus. Zu den großen Parties

kommen auch Gäste von außen. In Zeiten des Internets sprechen sich solche Termine schnell herum. Ordnung muss sein! Dass Zusammenleben nicht immer Party ist, sondern auch vielfältige Herausforderungen mit sich bringt, versteht sich von selbst. Wer Wohngemeinschaften kennt, weiß, dass vor allem die Küche Anlass für manchen Verdruss liefert. Internationalität, die ansonsten als Bereicherung erfahren wird, hat es dann manchmal in sich: Chinesische, japanische, arabische, italienische und deutsche Küche müssen hier auf einem Herd friedlich koexistieren. Das ist dem einen oder anderen Bewohner manchmal zu exotisch. Die gegenseitigen Grenzen zu wahren, ist eine Lektion, die die Studierenden hier ebenso lernen müssen wie den schmalen Grad zwischen Diplomatie und Selbstbehauptung. Was aber unbedingt sein muss, ist: Ein Mini-

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mum an Sauberkeit, Hygiene und gegenseitige Rücksichtnahme. Daher ist es gut, dass sich auf den Fluren vieles mischt: BewohnerInnen, die noch nie einen Putzlappen in der Hand hielten, souveräne Nachwuchsköche und im Haushalt erfahrene Singles. Für den Rest sorgt die „Zentrale“. Denn auch wenn täglich von Profireinigungskräften die Gemeinschaftsräume geputzt werden, müssen die Bewohner sich an die Hausregeln halten, die die Verwaltung festlegt und kontrolliert. Hausmeister Dietz und Heimleiterin Frau Turner machen jeden Donnerstag einen Rundgang und schauen nach, ob die geforderten Ordnungs- und Sauberkeitsstandards in den Gemeinschaftsräumen eingehalten werden. Nach drei Verwarnungen gibt es eine rote Karte. Für das soziale Klima der Wohnanlage ist die Arbeit der „Zentrale“ ganz entscheidend. Frau Turner, die die Verwaltung leitet, und der Hausmeister, Herr Dietz, sind nicht nur die „Chefs“, sondern auch die Ansprechpartner der Bewohner und offensichtlich sehr beliebt. Frau Turner, der man nachsagt, dass sie jeden einzelnen Bewohner mit Namen kennt, sorgt mit ihrer Zimmervergabe dafür, dass die richtige Mischung auf den Fluren stimmt. Die Erfahrung zeigt: Es ist gut, wenn „Jungs und Mädchen“ sich die Waage halten. Der Anteil an Ausländern darf nicht zu hoch sein und die Zusammensetzung der Nationalitäten muss passen. Frau Turner ist „die gute Seele“ des Hauses und Hausmeister Dietz ist mehr geliebt als gefürchtet. Sein Beruf ist auch ein kleines Stückchen Berufung: Schon sein Vater war hier Hausmeister. Die Verwaltung war

froh, in ihm einen Mitarbeiter zu finden, der das Haus aufs Beste kannte. Sowohl die offizielle Begrüßungsveranstaltung im Herbst, in deren Rahmen der Vorstandsvorsitzende mit einer Ansprache alle neuen Bewohner begrüßt und zu Kaffee und Kuchen einlädt, als auch die jährliche Weihnachtsfeier im Dezember gehören zum Jahresrhythmus des Hauses. Vor allem die letztere wird von ehemaligen Bewohnern gerne besucht, denn sie endet mit sehr gemütlichen Glühweinrunden. Vier Semester bleiben die Studierenden im Durchschnitt. Das ist für Hamburger Wohnheime statistisch gesehen sehr gut. Fluktuation gibt es dennoch. Im Frühjahr kommen Praktikantinnen und Praktikanten, die nur ein Semester bleiben. Hin und wieder findet sich ein neuer Bewohner in der „Baude“ nicht zurecht. Doch die meisten bleiben gern. Susanne Roth, die wir auf der Terrasse in der Sonne lernend antreffen, wohnt seit knapp einem Jahr hier. Sie sagt: „Das letzte Jahr war schön. Ich fühle mich total wohl hier. Es ist nett, weil man, wenn man aus einer anderen Stadt kommt, sofort Leute kennen lernt. Es ist schön grün hier, deshalb nutze ich die Terrasse oft. Ich spiele gerne Billard und die Paddeltour steht dieses Jahr auch noch an. Die Gemeinschaft funktioniert gut. Auf meinem Flur kenne ich inzwischen alle und viele Mitbewohner auf anderen Fluren. Nur die Zimmer, die könnten größer sein“, lacht sie, „aber dann wäre es ja kein Studentenwohnheim mehr!“ Und damit hat sie ganz sicher Recht. Aber wann, so fragt man sich unwillkürlich auch, war ein Zimmer jemals groß genug? Bei soviel buntem Leben!

Ein »Baudekind«
Studententum im Sonnenschein, Zimmer klein und dennoch fein, Alsterblick zu jeder Stunde, Geselligkeit in bunter Runde. Lernen, lachen, Leben genießen, ’nen guten Tropfen mal vergießen, ob Fitness oder Feiern gehen, die Zeit scheint hier nie still zu stehen. Asiatisch kochen, französisch fluchen, Kontakte um den Erdball suchen. Der Flughafen ist nah zum Greifen, Will man mal in die Ferne schweifen! Das Eppendorfer Moor nicht weit Und ist es erstmal zugeschneit, Gedanken laufen durch den Wald Wer Ruhe sucht, wird finden bald. Zur U-Bahn gehen, an Villen vorbei, Lässt träumen von so allerlei. „Ein eigenes Haus“ in dieser Lage? Vielleicht! Es bleibt ’ne off’ne Frage. Um zu erfüllen sich den Traum, ein Alsterschlösschen mal zu bauen, muss man studieren erst geschwind. D’rum werd’ auch Du ein Baudekind. Von Nina Stange

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INTERVIEW MIT DEM VORSITZENDEN DER STIFTUNG
Ein Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Joachim Apel Von Frau Christine Ax, M.A.

Herr Prof. Dr. Apel, das „Studentenwohnheim Haus Bauhütte“ hat sich in den letzten 50 Jahren ständig weiter entwickelt. Wie sehen Sie die Zukunft? Positiv. Ich gehe davon aus, dass es auch in Zukunft genügend Nachfrage nach unseren Zimmern und Wohnungen geben wird, obwohl die demographische Entwicklung bundesweit zu sinkenden Schulabgängerzahlen führt. Nach der KMK-Prognose von 2005 wird der Rückgang im Jahr 2020 bundesweit knapp 18 Prozent betragen. Inzwischen entwickeln sich aber auch Trends, die dazu führen, dass unser Wohnangebot sehr notwendig bleibt. Welche Trends sind das? Noch sind die Bachelor-Qualifikation und die Anforderungen der beruflichen Praxis nicht optimal aufeinander abgestimmt. Ich glaube, dass sich das regeln wird, und dieser Abschluss einer noch breiteren Schicht von Schulabsolventen den Weg zum Studium eröffnen kann. Mir scheint es zurzeit auch noch offen, ob die in den Untersuchungen unterstellte Verkürzung der Studienzeit auf drei Jahre für den Bachelor-Abschluss Bestand haben wird, und wie sich der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium zahlenmäßig entwickeln wird. Darüber hinaus wird durch den internationalen Bologna-Standard auch für ausländische Studienbewerber ein Studium in Deutschland auf ein wachsendes Interesse stoßen. Nicht zuletzt lässt mich die allgemeine Attraktivität eines Studierendenwohnheims durch Pauschalmiete und den Angeboten an gemeinschaftlichen Aktivitäten davon ausgehen, dass weiterhin eine Nachfrage nach dortigen Wohnplätzen bestehen wird. Dies

gilt natürlich in besonderem Maße für die Wohnanlage „Haus Bauhütte“ in ihrer attraktiven Lage direkt am Alsterufer. Wie werden sich die Ansprüche an Wohnraum in Zukunft entwickeln? In der im Juni 2006 vom Zentrum für Hochschulentwicklung verfassten „Prognose der Studienkapazitätsüberschüsse und –defizite in den Bundesländern bis zum Jahr 2020“ finden sich interessante Umfrageergebnisse, u. a. auch zu den Wohnwünschen:

WOHNWÜNSCHE
Ist-Anteil Wunsch Wohnformen 1% Untermiete 8% 23 % Eltern 9% 11 % Wohnheime 51 % Allein in Wohnung oder WG 45 % 30 % 20 % Wohnung mit Partner(in) Nach DSW/HIS 18. Sozialerhebung

Wie man sieht, stimmt die tatsächliche Wohnform nicht immer mit der bevorzugten Wohnform überein. Im Kern steckt darin der Trend, in einer eigenen Wohnung allein oder mit Partner(in) wohnen zu wollen. Diesem Wunsch kann natürlich auch unser Wohnheim durch Umstrukturierung noch stärker entsprechen. Wie wollen Sie das erreichen? Primär durch ein vermehrtes Angebot an Appartements und kleineren Wohngemeinschaften. Bezogen auf den derzeitigen Entwicklungsstand unserer Wohnanlage gilt folgendes: Im Haus A, dem Neubau von 2002,

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haben wir Wohnangebote in Appartementform auf hohem Niveau für 45 Plätze. Der größte Teil der Bewohner lebt jedoch in Einzimmer-Wohnungen aus den 70er Jahren, die in Flurgemeinschaften zusammengefasst sind (Haus B und C). Die Zimmer sind relativ klein und entsprechen in ihrem ursprünglichen Zuschnitt und ihrer teilweise noch vorhandenen alten Möblierung nicht mehr dem, was ich als Mindeststandard bezeichne. Dieser wurde im Haus B (100 Bewohner) durch eine Grundrenovierung der Einzelzimmer mit teilweisem Einbau von Nasszellen sowie einer Erneuerung der Sanitäranlagen für die Flurgemeinschaften inzwischen erreicht. Zurzeit machen wir uns Gedanken über das Haus C, das eine bevorzugte Lage mit Blick auf die Alster bietet. Die jetzige Planung sieht vor, den einen Gebäudeflügel (rund 50 Zimmer) auf den oben genannten Mindeststandard zu bringen, das heißt Wohnen in Flurgemeinschaften in gut ausgestatteten Einzelzimmern, teilweise mit Nasszelle. Die nebenstehenden Planungsvarianten A und B des Architekten Manfred Krieg für den anderen Gebäudeflügel sollen dem Wunsch der Bewohner nach einem individuelleren Wohnumfeld entgegenkommen. Jedes Zimmer erhält Dusche und WC. Die Variante A bietet eine zusätzliche Küche und einen weiteren Aufenthaltsraum, so dass kleinere Wohngemeinschaften entstehen. Variante B bietet um 50 Prozent vergrößerte Zimmer. Wenn das Haus C umgebaut worden ist, haben wir meines Erachtens eine gute Mischung in den angebotenen Wohnplätzen. Allgemein betrachtet gehe ich, wie Sie sehen, bezüglich des Wohnstandards an dieses Thema eher zurückhaltend heran. In der Vergan-

BILDER: SANIERUNGSOPTIONEN OBEN/ Variante A: Mehr Gemeinschaftsräume und Küchen MITTE/ Variante B: Aus drei Zimmern werden zwei UNTEN/ Variante B, Detail

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BILDER LINKS/ Den Umweltschutzgedanken umgesetzt: v.l.n.r.: Energieberater Dipl.-Ing. Schick, Dipl.-Ing. Hoppe (Umweltbehörde), Dipl.-Ing. Kübel (Fa. Sager & Deus) MITTE/ Zertifikat für nachhaltiges Wirtschaften

genheit sind die Ansprüche der Studierenden an ihren Wohnraum zwar überwiegend gestiegen und ihnen konnte teilweise gefolgt werden, aber die Forderung nach bezahlbaren Mieten, der sich unsere Wohnanlage besonders verpflichtet fühlt, relativiert den Anspruch. Was hindert Sie daran, die genannten Maßnahmen sofort umzusetzen? Ganz einfach, das notwendige Geld. Wir müssen – trotz der Zuschüsse seitens der Freien und Hansestadt Hamburg – die Renovierungen und Modernisierungen ganz überwiegend aus den laufenden Mieteinnahmen erwirtschaften. Unser größtes Problem ist zurzeit, dass die Stiftung noch mit erheblichen Hypotheken belastet ist und gleichzeitig ständig unaufschiebbare Reparaturen und Renovierungen anfallen. In diesem Jahr müssen wir z. B. für die Erneuerung der Heizung und des Daches von Haus B sowie den Einbau eines Blockheizkraftwerks rund 450.000 Euro aufbringen. Dies ist überhaupt nur möglich, weil wir sowohl von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt als auch von der Behörde für Wissenschaft und Forschung einen beträchtlichen Zuschuss erhalten haben, für den ich mich bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlich bedanken möchte. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen den Ausgaben für Pflege und Erhalt der Anlage, Rückzahlung der Darlehen und Investitionen in Erneuerungen zu finden. Mietpreissteigerungen kommen zurzeit nicht in Frage! Wie wollen Sie diese Probleme meistern? Ich sehe die einzige Möglichkeit darin, noch kostenbewusster zu wirtschaften. Wir arbei-

ten ständig daran, die Fixkosten auch an vielen kleineren Positionen zu senken. Jede Ausgabe, die nicht einer für die Bewohner unmittelbar wirksamen Verbesserung der Wohnqualität zugute kommt, wird sehr kritisch geprüft. Eine wichtige Maßnahme war darüber hinaus der Einbau des Blockheizkraftwerkes, das seit Herbst 2009 in Betrieb ist. Wir haben diese Investition sehr gründlich geplant und sind optimistisch, etwa 20 Prozent der Energiekosten einsparen zu können. Dies ist zwar mit Unwägbarkeiten verbunden, denn keiner weiß genau, wie sich die Energiepreise in den nächsten Jahren entwickeln, aber da wir mit konservativen Annahmen geplant und gerechnet haben, bin ich optimistisch. Sie haben eine Auszeichnung für diese Maßnahme erhalten? Ja, darauf sind wir stolz. Wir werden in eine „Umweltpartnerschaft“ aufgenommen, die ein Bündnis des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Hamburger Wirtschaft zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens bedeutet. Gibt es darüber hinaus Überlegungen, wie sich das Studentenwohnheim weiter entwickeln soll? Ja. Wir möchten gerne Ideen ausprobieren, das Gemeinschaftsleben weiter zu fördern. Es ist mir klar, dass diesem Ziel der gegenwärtige Trend entgegenläuft. Wir überlegen dennoch, wo wir die Möglichkeit schaffen können, z. B. einen Raum so umzugestalten, dass dort ein Beamer mit Leinwand installiert werden kann, um bei bestimmten Großereignissen einen Treffpunkt zu bieten; ein Volleyballplatz steht ebenfalls seit langem auf der Wunschliste, ich versuche zurzeit eine

Lösung durch Kooperation mit den benachbarten Rudervereinen herbeizuführen; auch könnten wir eine vorhandene kleine Pantry nutzen, um eine Art Cafeteria einzurichten, vorausgesetzt, dass dadurch nicht ein intensiv genutzter Arbeitsraum verloren geht. Ich persönlich fände es auch wünschenswert, wenn sich Kontakte zwischen unseren Bewohnern, ich denke vor allem an die ausländischen, und interessierten Nachbarn aus der näheren Umgebung der Wohnanlage ergäben. Mein Wunsch geht nicht so weit, eine Art Partnerschaft zu erreichen, sondern ich stelle mir vor, dass sich z. B. durch Einladungen seitens einiger Nachbarn Möglichkeiten zu einem Kennenlernen und vielleicht einer gemeinsamen Unternehmung ergeben, von denen beide Seiten profitieren können. Ich erinnere mich an interessante Begegnungen, die wir im Familienkreis hatten, als über Kontakte unserer Kinder durch Schule und Musik ausländische Gäste bei uns zu Besuch waren. Gibt es so etwas, wie einen „Endzustand“, der Ihnen und ihren Kollegen vorschwebt? Der Tag, an dem alles perfekt ist? Wohl kaum, denn unser Angebot ist – das haben auch die letzten vierzig Jahre gezeigt – einem ständigen Wandel mit immer neuen Anforderungen unterworfen. Ich glaube aber, dass die Weichen für einen überschaubaren Zeitraum dank der beratenden Mithilfe meiner Vorstandskollegen und des Kuratoriums richtig gestellt sind, und dass die Wohnanlage wie bisher durch die engagierte Arbeit der Heimleiterin, Frau Turner, des Hausmeisters, Herrn Dietz, und der Buchhalterin, Frau Krieg, ihre große Beliebtheit behalten wird.

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MY STAY IN »HAUS BAUHÜTTE«

EKATERINA KOLTSOVA
I have visited „Haus Bauhütte” in summer 2004 thanks to student’s exchange between my university (Moscow State University of Geodesy and Cartography) and Hamburg University of Applied Sciences. I have been fascinated by the atmosphere of friendliness and comfort in this dormitory, that is so difficult to find. There I have found new friends from different countries on the first day of my staying! And they made for me a mini-excursion on the dormitory and to its vicinities and helped to orient with the city. I liked the convenient rooms of the dormitory, its green court yard and wonderful places around the river. We went boating under sprawling branches of weeping willows and enjoyed beautiful sights. I have seen that „Haus Bauhütte“ is an excellent arrangement: it is possible to reach the subway in five minutes, but we preferred to go on foot through the park. It is also pleasant to ride a bicycle, as students do. Our staying was unforgettable thanks to our German friends’ hospitality. We visited and learned a lot about Hamburg, State of Schleswig-Holstein, the old center of Lübeck, the North Sea shore and were shown new technologies in our future speciality. And the dormitory´s hospitality has played a great role! I am grateful to the staff of the dormitory and to those who have made our visit to Hamburg unforgettable. Congratulations to the anniversary, „Haus Bauhütte”!!!

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GERT SALZER
kam aus Stuttgart nach Hamburg und studiert Bauingenieurwesen an der HCU. Er lebt seit einem Jahr im Studentenwohnheim.

„Die Lage ist sehr schön. Ich sitze gerne am Fenster und sehe auf die Alster. Es ist schön, dass man viele Leute auf dem Flur hat, mit vielen Leuten Kontakt hat und immer wieder neue Leute kennen lernt. Mir gefällt auch, dass einem hier das Putzen abgenommen wird. Der Nachteil ist, dass die Verkehrsanbindung nicht so toll ist. Ich möchte früher oder später auch einmal in einem anderen Stadtteil Hamburgs leben. Alsterdorf ist eher schick und ruhig. Das ist gut zum Lernen. Aber mir fehlt das Leben, das Urbane. Wenn man hier eine Woche im Zimmer gelernt hat, dann bekommt man von Hamburg nichts mit. Es kommt einem fast ländlich vor. Manchmal wünscht ich mir, näher an der Stadt zu sein.”

NINA EVDOKIMOVA
studiert BWL an der Universität Hamburg. Sie kommt aus Weißrussland und wohnt seit vier Jahren im Studentenwohnheim.

„Haus Bauhütte”: „Das Beste ist der Blick ins Grüne, die Alster und die Lage. Das Wohnheim liegt zentral, und es ist trotzdem sehr grün. Mir gefallen die guten Möglichkeiten, Sport zu treiben. Das Zimmer könnte ein bisschen größer sein. Aber für den Preis, den wir bezahlen, ist es sehr gut. Ich finde es gut, dass man hier so viele Leute kennen lernen kann. Vor allem, wenn man in der Stadt neu ist. Es geht ganz schnell. Deutschland gefällt mir sehr gut. Die Deutschen sind freundlich, nett und ruhig. Ein bisschen zu ernsthaft vielleicht. Ich glaube, es ist das beste Wohnheim, das man in Hamburg finden kann.”

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STUDENTISCHE SELBSTVERWALTUNG
Maja Siegert: „Die Baude” ist ein Ort multikulturellen Zusammenlebens und der Toleranz Von Maja Siegert, Heimdelegierte

senprüfern und den Tutoren. Die Heimdelegierten sind das Bindeglied zwischen den Bewohnern und der Heimleitung und vertreten die Interessen der Bewohner. Außerdem stehen sie der Heimleitung als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine/r der beiden Heimdelegierten ist stimmberechtigtes Mitglied des Kuratoriums und des Heimausschusses. Jeder Wohngemeinschaftsflur hat einen gewählten Flursprecher. Die Flursprecher und eine/r der Heimdelegierten bilden gemeinsam den Heimausschuss, der über studentische Angelegenheiten berät und beschließt. Durch einen Flurbeitrag, den jeder Bewohner zahlt und der im Mietpreis enthalten ist, werden die „Tutorien“ finanziert. Die Tutoren stellen sich auf der Heimvollversammlung zur Wahl und werden durch die anwesenden Bewohner bestimmt. Derzeit gibt es acht Tutorien: für den Billardraum, das Fahrradwerkzeug, das Klavier, die Heimbar, die Kanus, die Spielesammlung, den Sport und das Rudern. Die Tutoren verpflichten sich dazu, ihr Tutorium zu verwalten: sie haben die Schlüssel zu den Räumen, organisieren die Nutzung, sorgen für Instandhaltung und verwalten das Material. Ein besonderes Highlight ist der kostenlose Ruderkurs, den die „Rudertutoren“ jedes Frühjahr organisieren. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, bei erfolgreicher Teilnahme den Ruderschein zu erwerben. Danach wird ein Grillfest gefeiert. In den Sommermonaten stehen den Studierenden zwei Kanus sowie Ruderboote zu Verfügung, die sie sich kostenfrei bei den Tutoren ausleihen können, um die Alster auf dem Wasserweg zu erkunden.

Im Billardraum können sich die Bewohner in einer angenehmen Atmosphäre aufhalten und Kicker und Billard spielen. Für musisch begabte Bewohner gibt es im Gebäude C einen Musikraum, in dem ein Klavier steht. Auch der Sport kommt nicht zu kurz, denn der Fitnessraum der Wohnanlage ist mit allen wichtigen Fitnessgeräten bestückt. Der Fußweg rund um die Alster lädt zum Joggen und Trainieren ein. Und sollte das stets genutzte Fahrrad einmal defekt sein, so stellt der zuständige Tutor den Reparaturwerkzeugkasten zu Verfügung und gibt Reparaturtipps. Sehr gerne wird die Heimbar für Wohnheimpartys oder Privatpartys genutzt. Sie besteht aus zwei Räumen, einer komplett eingerichteten Küche, dem Bartresen und einem Aufenthaltsraum. Wie man sieht, gibt es in der „Bauhütte“, von den BewohnerInnen auch liebevoll „Baude“ genannt, vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv am studentischen Bewohnerleben zu engagieren und die Freizeit zu gestalten.

In der Studentenwohnanlage „Stiftung Haus Bauhütte“ studieren die BewohnerInnen unterschiedlichster Fachrichtungen, und sie kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Das macht die Wohnanlage nicht nur zu einem Ort des reinen Wohnens, sondern auch zu einem Ort multikulturellen Zusammenlebens und der Toleranz. Die „Heimselbstverwaltung“ erlaubt es jedem Bewohner, sich aktiv in das studentische Leben an diesem Ort einzubringen. Einmal im Jahr, Anfang des Semesters, wird eine Heimvollversammlung einberufen, an der alle Bewohner teilnehmen können. Während dieser Veranstaltung können sie Ideen und Vorschläge präsentieren, um das Leben in der „Bauhütte“ attraktiver gestalten zu können oder auf Probleme hinzuweisen. Die angesprochenen Themen werden dort diskutiert und mit einfachen Mehrheiten entschieden. Im Rahmen dieser Vollversammlung werden auch die studentischen Interessenvertretungen gewählt, bestehend aus den Heimdelegierten, dem Kassenwart, den Kas-

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MY STAY IN »HAUS BAUHÜTTE«

AGGREY NHNYETE
HCU, Geomatik/Hydrography, Tansania.

Life at „Haus Bauhütte” it´s full of fun and enjoyment. Students from different countries live here, it is a place for multicultural community. The dormitory administration provides rowing courses for those who wish to join the rowing clubs since the dormitory is located at the bank of river Alster. The quietness and greenish environment make „Haus Bauhütte” the perfect place for students to live and study. For me as international student I am enjoying living with different people from different parts of the world and sharing the different cultures.

M.S. ABHISHEK
HAW, Information Engineering, Indien.

It has been over a year and a half staying in „Haus Bauhütte”. I would have never imagined staying in a dorm close to the city centre and yet situated right next to a beautiful river. In my opinion the place is nothing short of a „Glorified village” within itself. That apart you have students from various parts of the world living together, which gives an international atmosphere. Truly fascinating to meet people from different nationalities and exchange cultural talks. Since majority of the students are German nationals, it gives us international students a great opportunity to learn German. The sports facilities such as table tennis, billiards, kicker, canoeing, rowing boats, gym equipment, not to mention the music room give us a great means of recreation. One would probably think the average room/bed is smaller in size as compared to other rooms. But it’s a feel good factor, when you know that the rooms will soon be renovated. The only compromise is that the kitchen has only 4 stove tops for 16 people. We have parties happening on virtually every weekend which is a good get away after a tough week at the university. To sum it all up, I’d say amidst all the nature and excitement its truly an amazing place to live in.

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MENSCHEN, DIE DIE STIFTUNG FORMTEN
Das Kuratorium und der Vorstand (Ehrenamt)

VORSITZENDE DES KURATORIUMS
Dipl.-Ing. Friedrich Holst bis 1979 Peter Lange seit 1979

VORSITZENDE VERTRETER DES DES VORSTANDS VORSITZENDEN
Erich Roggenbruck bis 1970 Dipl.-Ing. Arnold Plotz bis 1971 Prof. Harald Schulze bis 2004 Prof. Dr. Joachim Apel seit 2005 Dipl.-Ing. Arnold Plotz bis 1970 Dipl.-Ing. Volkert Sörensen bis 1979 Dipl.-Ing. Wilhelm Rohde bis 2009 Prof. Dr. Volker Böder seit 2009

KURATORIUM
Dr. K. Klaus Krämer Peter Lange Prof. Dr. Klaus Schlabbach Prof. Klaus Schubert Olaf Schubert Prof. Harald Schulze Maja Siegert Prof. Dr. Karl-Peter Traub

VORSTAND
Prof. Dr. Joachim Apel Wolfgang Bierkarre Prof. Dr. Volker Böder Dipl.-Ing. Wilhelm Rohde

DIE VERWALTUNG
Frau Hein 1969 bis 1974 Herr Wurda bis 1990 Frau Gräßer bis 2004 Frau Turner seit 2004

DIE HAUSMEISTER
Herr Kranert bis 1974 Herr Reese bis 1978 Herr Schulz bis 1981 Herr Detje bis 1992 Herr Kuntze bis 1993 Herr Hansel bis 1994 Herr Dietz, sen. bis 2004 Herr Dietz, jun. seit 2004

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DAS DARF NICHT WAHR SEIN... ...UND IST DOCH WAHR!

»BLINDER PASSAGIER AN BORD!«
Vor einigen Jahren hatte sich eine junge Dame in der Wohnanlage schwarz einquartiert! Manchmal schlief sie im Aufenthaltsraum im Schlafsack, dann bei dem einen oder anderen Studenten. Erst dauerte es eine ganze Weile, bis die Heimleitung bemerkte, dass ein „blinder Passagier an Bord“ ist. Und anschließend war es ziemlich schwierig, den „Dauergast“ des Hauses zu verweisen. Weil niemand wusste, wie sie aussieht, war die größte Schwierigkeit, ihr das notwendige schriftliche Hausverbot zukommen zu lassen. Nach einer Studentenbefragung war irgendwann endlich klar, wo sie sich aufhielt: Es handelte sich um ein Zimmer zu ebener Erde. Als die von der Heimleitung gerufene Polizei der jungen Dame auf den „Pelz“ rücken wollte, sprang die so überraschte Dame, splitternackt wie sie war, durchs Fenster, dann in die Alster und versuchte, schwimmend das rettende Ufer zu erreichen. Die Polizei, nicht faul, sprang ins Auto und fuhr blitzschnell auf die andere Seite des Flusses, wo sie die Flüchtende mit einer Decke in Empfang nahm. Die junge Frau wurde danach in der Wohnanlage nicht mehr gesehen.

»SELBSTVERSORGER«
Vor einigen Jahren züchtete ein Student vor seinem Zimmer in Blumenkästen auffällig viele grüne Pflanzen. Irgendwann kam der Verdacht auf, dass es sich bei den Pflanzen um Hanf handeln könnte. Als eines Tages der Bürgerpolizist mal in der Wohnanlage vorbeischaute, hat ihm irgendjemand von diesem Verdacht erzählt. Der Polizist hat dann den Hausmeister gebeten: „Stellen sie mir mal eine Leiter zu Verfügung und geben sie mir eine Schere.“ Der tapfere Polizist ist dann tatsächlich auf der Leiter hochgeklettert und hat eine Pflanzenprobe genommen. Diese Probe wurde untersucht und der Verdacht wurde tatsächlich bestätigt. Der Student war „Selbstversorger“. Er hatte in seinem Blumenkasten Marihuanapflanzen gezogen. Wegen eines Verstoßes gegen das Rauschmittelgesetz wurde er später tatsächlich verurteilt.

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»RUDERN AUF DER ALSTER!«
Seit 1976 ist es den BewohnerInnen des Wohnheims möglich, Rudern zu lernen. Aber nicht nur das: Prof Dr. Kohlstock und Prof. Dr. Heckmann, selbst aktive Ruderer, bildeten damals interessierte Bewohner und Bewohnerinnen so aus, dass sie die Erlaubnis bekamen, ihre Fähigkeiten an andere Interessenten weiterzugeben. Das Ergebnis: Jedes Jahr finden erfolgreich Kurse im Rudern statt! Wer möchte das nicht genießen, auf der Alster zu rudern?

»TISCHFUSSBALL-TURNIER!«
Das Wohnheim bietet in seinem „Sport”-Raum die Möglichkeit, Turniere im Tischfußball durchzuführen. Hiervon wird in dem großzügigen Raum im Gebäude B ausreichend Gebrauch gemacht. Wie viel Spaß es macht, solche Aktivitäten auszuüben, ist sicher leicht nachzuempfinden, wenn man diese Gesichter sieht!

»BILLARD? – KEIN PROBLEM«
Im „Sport”-Raum des Gebäudes B steht allen BewohnerInnen ein Billard-Tisch zur Verfügung. Hier kann das Queue die Kugeln treffen, sei es beim Poolbillard, Snooker oder der Carambolage.

»WOHNHEIM-FêTE«
In jedem Semster findet auch eine „Wohnheim-Fête" statt. Dafür gibt es sowohl im Gebäude A als auch in der "Bar“ des Gebäudes B genügend Spielraum.

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IMPRESSUM
Herausgeber Stiftung Haus Bauhütte Vorsitzender: Prof. Dr.-Ing. Joachim Apel Konzeption und Redaktion Christine Ax, M.A. Gestaltung Alice Timmler, Dipl.-Des. timmler@grafikbuero-berlin.de Druck schwarz auf weiß Litho & Druck GmbH Freiburg im Breisgau Copyright 2009 Stiftung Haus Bauhütte Bildnachweis Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Hamburg Christine Ax, Prof. Dr. h.c. Jürgen Zastrau Matthias Friedel, Luftbildfotografie

Die Stiftung Haus Bauhütte bedankt sich bei der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und bei Herrn Dr. K. Klaus Krämer für die finanzielle Unterstützung zur Herstellung dieser Broschüre.

STIFTUNG HAUS BAUHÜTTE
Alsterkrugchaussee 212-214 22297 Hamburg www.studentenwohnheim-hh.de Email: stwh@studentenwohnheim-hh.de Telefon: (+49) 040. 511 81 59