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Friede sei mit Ihnen!

Sie grämen sich gleichsam darüber, daß die Jahre vergehen und Sie
Ihren Platz im Leben nicht gefunden haben.
Das ist von dieser Welt und vom Fürsten dieser Welt. Er macht
Ihnen Angst und verwirrt Ihre Gedanken, flößt Ihnen Besorgnis ein
und lügt ohne Ende: So verrät er sich auf allen Gebieten.
Worin liegt das Wesen des Christentums? Darin, dass der
allmächtige, allwissende Schöpfer des Weltalls den Menschen
derart liebt und bemitleidet und sich so um ihn und um seine
Erlösung bemüht, daß er seinen eingeborenen Sohn der Schande,
dem Kreuz und dem Tod preisgab. Der Herr kümmert sich nicht
nur um die Menschheit als Ganzes, sondern auch um jeden
einzelnen:
Er hält ihn stets in seiner Hand, verteidigt ihn vor den sichtbaren
und unsichtbaren Feinden und schenkt ihm durch Menschen,
Bücher und Lebensumstände den Verstand. Wenn es nötig ist, den
Menschen zur Belehrung und zur Abwendung von noch größerer
Not zu bestrafen, tut Gott dies auf barmherzige Weise, und sobald
der Mensch dies ohne Schaden übersteht, belohnt ihn Gott
reichlich, als tue es ihm leid, ihn bestraft zu haben. Wer auch nur
ein bißchen innerlich zu sehen gelernt hat, kann diese erstaunliche
Vorsehung Gottes für den Menschen im Großen und im Kleinen
ohne weiteres wahrnehmen.
Wirklich: wenn Gott dem Menschen zuliebe sein Teuerstes
hingegeben hat, nämlich seinen Sohn, wie kann er es an irgend
etwas anderem mangeln lassen? Auch das ganze Universum stellt
ja angesichts dieses Opfers nichts dar. Der Herr läßt es an nichts
ermangeln, und zwar besonders jenen, die zu ihm hinstreben, sein
Wort zu erfüllen trachten und jede begangene Sünde als
Verletzung seines Willens, als Unaufmerksamkeit, Undank und
fehlende Liebe zu ihm bereuen.
"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht verstoßen."
Der Herr freut sich über jeden, den es zu ihm zieht, unermesslich
mehr als eine Mutter über die Liebe, die ihr Kind ihr
entgegenbringt. Fürchten Sie sich deshalb nicht vor der Zukunft.
Gott ist heute, morgen und in Ewigkeit mit uns. Fürchten Sie sich
lediglich davor, ihn durch irgendeine Sünde zu beleidigen. Wenn wir
aus Schwäche etwas Unschönem verfallen, so sollen wir bereuen,
und der Herr wird uns vergeben.
Nur sollen wir nicht bewußt die Sünde wählen und uns weder
rechtfertigen noch gegen Gott murren.
Fürchten Sie sich vor nichts. Haben Sie den Mut, all Ihre Trauer,
Ihre Zweifel, Ängste und von den Dämonen und von den
Mitmenschen erlittenen Beleidigungen dem Herrn anzuvertrauen:
Er weiß, wann es für Sie nützlich sein wird, Sie davon zu befreien.
Glauben Sie nicht an sich und die Menschen. Glauben Sie an das
Wort Gottes, an das Evangelium. Studieren Sie es im Lichte Ihres
Lebens und Ihrer Erfahrung. Das Leben in Christo wird Ihnen eine
solche Fülle geben, ein solches Verstehen des Ganzen, eine solche
geistliche Freude und Standhaftigkeit, daß Ihnen das Leben der
weltlichen Menschen nichtig, schal, armselig und eitel vorkommen
wird (was es auch ist), voll von kleinem Gezänk und Verdruß und
oft auch großem Leid. Sie sind glücklich. Bewahren Sie dieses
Glück. Danken Sie dafür Gott, und er wird ihre Dankbarkeit
vertiefen und seine Gnade vervielfachen.
So sei es!
Der Herr behüte und segne Sie!

http://www.scribd.com/doc/27159986/Briefe-Eines-Russischen-Starzen-an-
Seine-Geistlichen-Kinder