You are on page 1of 3

Antennentechnik

Optimierte Aktivantenne
für Portabelbetrieb
JO BECKER – DJ8IL
Der Empfangsbereich vieler VHF-/UHF-Handfunkgeräte umfasst auch den
Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich. Leider lässt hier die Empfindlichkeit
in der Regel zu wünschen übrig. Auch die Nutzer von Scannern werden
dieses Problem kennen. Eine Aktivantenne kann die Situation spürbar
verbessern. Im Beitrag wird der Selbstbau eines erprobten und optimierten Verstärkers einer solchen Aktivantenne beschrieben.
Bei VHF-/UHF-Handfunkgeräten, die
über einen zusätzlichen Empfangsbereich
zwischen 100 kHz und 30 MHz verfügen,
lässt sich dieser in der Regel kaum nutzen.
Wenn überhaupt, empfängt man zumeist

Bild 1: Aufgesteckte Aktivantenne für den
Breitbandempfang mittels Handfunkgerät

nur einige starke Rundfunksender, da weder Antenne noch Eingangsverstärker für
diesen Frequenzbereich ausgelegt sind.
Für viele preisgünstige Scanner trifft dieses ebenfalls zu.
Die Idee zu einer speziellen Aktivantenne
für diese Geräte hatte ich schon vor längerer Zeit. Wie man in [1] nachlesen kann,
entstand damals auch eine interessante
Mobilversion. Sie enthält, ebenso wie die
stationäre Version [2], eine Umschaltung
zwischen VHF-/UHF-Funkbetrieb und
824 • FA 8/11

Empfang mit Aktivantenne im Lang-,
Mittel- und Kurzwellenbereich.
Der dafür erforderliche Verstärker lässt
sich in einem Weißblechkästchen von nur
37 mm × 37 mm × 17 mm unterbringen .
Er wiegt einschließlich Batterie nur 54 g.
Eine handelsübliche Duobandantenne mit
einer Länge von 35 cm ist für den breitbandigen Empfang gut geeignet.
In [1] hatte ich seinerzeit auch eine portable Aktivantennen-Version vorgestellt, die
auf sparsamsten Stromverbrauch getrimmt
war, sodass sie mit der vom Handfunkgerät zur Verfügung gestellten 3,5-V-Speisespannung auskommt. Sie stieß auf überraschend großes Interesse. Ich nahm das als
Ansporn, diese HF-technisch schwieriger
zu konstruierende Version weiter zu optimieren und sie gleichzeitig universeller
und einfacher zu gestalten. Das Ergebnis
möchte ich im Folgenden vorstellen.
■ Neue Schaltung
für kleine Betriebsspannung
Alle früheren Versionen gingen von derselben bewährten Prinzipschaltung aus,
welche jedoch bei 3,5 V und einer Stromaufnahme von 4 mA noch kein so gutes
Großsignalverhalten zeigen kann. Deshalb
entwickelte ich eine neue, konsequent für
niedrige Betriebsspannungen optimierte
Schaltung.
Der Antennenverstärker (Bild 1) enthält
jetzt eine eigene 3-V-Lithiumbatterie. Man
kann wie in [1] auch weiterhin die ursprünglich zur Speisung des Mikrofons
bestimmte Spannung aus dem Handfunkgerät nutzen. Wie die gemessene U-I-Kennlinie dieser Spannungsquelle am Beispiel
des TH-F7 zeigt, lässt sich der benötigte
Betriebsstrom von 8,5 mA problemlos
dem Funkgerät entnehmen (Bild 2). Bei
einer solchen Fremdspeisung nutzt man
den freien Batterieplatz am besten zum
Einbau eines zusätzlichen Elektrolytkondensators ≥1000 μF als weitere Siebmaßnahme.
Im Bild 2 ist auch das bessere Intermodulationsverhalten der neuen Schaltung erkennbar. Zum Vergleich: Eine stationäre
Aktivantenne wie in [2] erreicht einen

Eingangs-IP3 von 31 dBm, benötigt dafür
aber eine Betriebsspannung von 12 V bei
einer Stromaufnahme von 50 mA.
Noch wichtiger erschien mir, den Eigenrauschpegel soweit wie möglich abzusenken, denn portable Stabantennen sind vergleichsweise kurz und liefern entsprechend geringe Signalspannungen.
Bei kleinen Betriebsspannungen wird es
vor allem für den Eingangs-FET VT1 eng
(Bild 3). Ihm sollte zwecks guter Linearität die volle Gleichspannung zur Verfügung stehen. In diesem Fall benötigt man
als Arbeitswiderstand eine breitbandige
Drossel, die im gesamten Arbeitsfrequenzbereich zwischen 20 kHz und 60 MHz keine Eigenresonanzstelle aufweisen darf.
Als platzsparende und technisch gute Lösung bot sich ein Übertrager mit einem
Doppellochkern aus hochpermeablem
Ferrit mit wenigen Windungen an. Die bifilare Wicklung, bestehend aus zwei verdrillten Drähten, ergibt einen Autotransformator, mit dem sich in der ersten Stufe
eine Spannungsverstärkung von 6 dB erzielen lässt, ohne deren Aussteuerbereich
zu schmälern. Verlockend daran ist, dass
allein die niedrige Rauschspannung des
eingesetzten modernen JFET in Höhe von
1,5 nV/√Hz für das Rauschen der gesamten Schaltung ausschlaggebend ist. Erst im
Langwellenbereich käme mit abnehmender Frequenz mehr und mehr das Rauschen des Gate-Ableitwiderstandes R1 zur
Geltung. Dieses wird aber in der Praxis
durch das viel stärkere atmosphärische
Rauschen überdeckt.
17
IP3
[dBm]

17
Is
[mA]
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2

14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2

IP3 in

Is

IP3 in

Is

TH-F7
2

2,5

3

3,5

4

4,5

5

6
US /V

Bild 2: Vergleich von Stromverbrauch und
Intermodulationsverhalten der alten [1] und
neuen Version (blau bzw. rot); die Messschaltung ist in Bild 8 zu sehen.

Die Schutzdiode VD1 am Gate-Anschluss
von VT1 ist nicht mit Masse, sondern mit
Source verbunden. Dieser Schaltungstrick
nennt sich bootstrapping und bewirkt,
dass die Eigenkapazität der Diode am Eingang auf weniger als ein Zehntel verkleinert erscheint. Dasselbe gilt für die GateSource-Kapazität CGS von VT1, deren Be-

5 16.2k R9 3. Der Widerstand R4 unmittelbar am Basisanschluss glättet den Frequenzgang und verhindert Schwingneigung im UHF-Bereich.2M Bild 3: Schaltplan des Verstärkers.5k VT1 BF861A 1.7 V leuchtet sie nicht mehr und macht uns auf diese Weise auf einen demnächst fälligen Batteriewechsel aufmerksam.7 P CR2450 Ri statisch ≈ 20 Ω (13…27 Ω) 2. dieser ist aber teurer. Bei einer Batteriespannung unterhalb von 2. Die Bohrungen müssten dann erweitert und die Deckelränder passend ausgefeilt werden.3k T1 VT3 BC850C R7 5. ausreichend für einen langen Urlaub. der rot gezeichnete Teil kann entfallen.6k 1% R5 680 R1 2.2mA X2 R6 18k 1% R8 1. Knopfzellen sind für diesen Einsatzzweck offensichtlich ungeeignet. Ich empfehle die Verwendung von preiswerten SMA-Buchsen mit Zentralbefestigung.Antennentechnik und das 70-cm-Band. Der Batteriebetrieb wird von der LED signalisiert. sie hilft auch.5 15 Lastwiderstand: 300 Ω US / V 3. +2. So hält sich die unvermeidliche kapazitive HF-Spannungsteilung am Eingang in Grenzen. Als Ausgangsstufe wurde ein rauscharmer Transistor gewählt. da jedes zusätzlich Pikofarad die verfügbare Signalspannung verringert. Der mechanische Aufbau des Verstärkers und die erforderliche Bearbeitung des Weißblechgehäuses sind aus Bild 5 ersichtlich.6 Ø2 (in beiden Deckeln) Li CR2 2.9 6. Im Bild 4 sehen wir den Vergleich ihrer Entladekennlinie mit der Kennlinie der größten verfügbaren Knopfzelle vom Typ CR2450. In Verbindung mit Handfunkgeräten wie dem TH-F7 empfiehlt sich eine übliche 35 cm lange Duobandantenne für das 2-m- R2 R5 Bild 6: Bestückungsplan der Oberund Unterseite der Verstärkerplatine (oben: Kontaktplättchen für den Pluspol der Batterie) VT1 VD1 A1 A2 Tr1 E1 E2 C5 C4 C1 C3 R4 R3 VT2 R9 R8 Bild 5: Bearbeitungs.5 16. Die preiswerte Lithium-Fotobatterie CR2 ermöglicht etwa 80 h Betriebszeit. Auch nach sechs Jahren intensiver Nutzung hat die Schaltung noch keinen Schaden genommen. der als Emitterfolger arbeitet. wenn die Stromversorgung ausschließlich aus dem angeschlossenen Funkgerät erfolgt.5 mm schon eine brauchbare Lösung. Sein Basisspannungsteiler ist auf eine möglichst geringe Belastung des FET ausgelegt und hinsichtlich eines maximalen IP3 der Gesamtschaltung bei einer Betriebsspannung von 3 V optimiert. B.8 6.4 0 10 20 30 40 50 60 70 90 Ø3 tan /h Bild 4: Vergleich der Entladekennlinien der Fotobatterie CR2 und der Knopfzelle CR2450 Ø6. das Ausschalten nicht zu vergessen.3 P P 2. Einen wirksamen zusätzlichen Schutz kann jedoch ein isolierter Antennenstab oder -draht bieten. für einen Scanner ist der Einsatz eines mindestens 30 cm langen Messingstabes mit einem Durchmesser von 1. Man kann auch BNCSteckverbinder vorsehen. 2-m-/ 70-cmAntenne Ø5 Ø6 7. im Handfunkgerät oder Scanner eingebaute Ferritantenne oder ein paar Meter Draht.9 2. Draht zum Schalter C2 R5 ■ Aufbau und Einsatz Die Aktivantenne liefert wesentlich höhere Signalpegel als eine ggf. trag den größten Teil der Eingangskapazität ausmacht.3 PP 2.1 P bedeutet eine Erholungspause von jeweils mehreren Stunden. Weitere Schutzmaßnahmen gegen statische Entladungen sind bei der Portabel-Version nicht zu empfehlen.5…6V Antenne X1 3mA R4 75 2… 6.4 CR2 Ri statisch ≈ 2 Ω (1…3 Ω) 2. als eine Buchse mit SMA-DoppelsteckerAdapter (Bild 1). Im 40-mBand bedeutet das oft den Unterschied zwischen gut und gar nicht hörbar.8 5 6.0 R7 R6 VT3 R1 7.5mA C4 47n R3 56k VD1 BAS16 3V Li S1 LED VT2 BFQ29P R2 1. Im Bild 5 ist unten zwar ein platzsparender SMA-Stecker mit Vierkantflansch angedeutet.und Montageskizze für den Verstärker der Aktivantenne ≥350mm lang z. Mithilfe von SMA-Adaptern auf andere Normen lassen sich die Einsatzmöglichkeiten der kleinen Baugruppe erweitern. 3.3 FA 8/11 • 825 . trotz etwa gleich großer Nennkapazität.

das über den entsprechenden Empfangsbereich verfügt. DJ8IL: Aktivantennen für Handfunkgeräte und Scanner. Da keine schaltbare Umgehung vorgesehen ist. die die auf Ferritstäbe gewickelten Spulen mit den Schleifen aus Draht oder Kupferrohr kombinieren. S. wird der FA-Leserervice eine Bausatzserie auflegen.4 50 Uo 51 50 Bild 8: Messchaltung für den Verstärker Entdämpfung verbessert den Empfang mit Magnetantennen (1) WOLFGANG FRIESE – DG9WF Bei Anwendungen mit resonant betriebenen Magnetantennen lohnt es sich insbesondere bei schwierigen Empfangssituationen. DB2HR (Hrsg. 1. FUNKAMATEUR 58 (2009) H.bzw. die für den Empfang bis hinein in den Kurzwellenbereich ausgelegt sind. CQDL Spezial. bei dem nur Blindströme auftreten.7 dB. In: Radke. Wirbelstromeffekte [2] zu den entstehenden Verlusten bei. Meist sind diese Elemente als Parallelschwingkreis angeordnet. wodurch Wirkströme entstehen. Durch die Entdämpfung des Eingangskreises eines Empfängers erhöhen sich seine Empfindlichkeit und seine Trennschärfe erheblich. 3-dB-Frequenzbereich 26 kHz bis 58 MHz CA = 10 nF (Verstärker allein): GV = +3. Ein einziger kurzer Draht führt vom Kontaktplättchen für den Batterie-Pluspol zum Kippschalter. 48–51. Baunatal 2006. den Kippschalter und rechts neben die Buchsen an die Gehäusewand zu löten. 59 (2010) H. Gute Lötergebnisse am Weißblech erhält man mit 450 °C Kolbentemperatur ~ Is 4. Literatur Us Uin Spannungsverstärkung GV bei verschiedenen Einkoppelkapazitäten CA: ■ Grundlagen Der resonante Kreis einer Magnetantenne besteht aus der Induktivität L der Antennenspule oder -schleife und dem separat zugeschalteten Kondensator mit der Kapazität C. zusätzliche Verluste entstehen. Finden Kapazitätsdioden zur Kreisabstimmung Verwendung. zum Weltempfänger aufwerten. DARC-Verlag.de Æ Online-Shop Æ BX-080 hervorgerufenen Isolationswiderstände sowie die Serien.01 Hz bis 146 MHz. 3-dB-Frequenzbereich 12 kHz bis 100 MHz Die Eingangskapazität des Verstärkers beträgt demnach 5. können. ■ Zusammenfassung Mit der beschriebenen Aktivantenne lässt sich ein VHF-/UHF-Handfunkgerät. unten die Rückseite zu sehen.4 pF (entspricht 30 cm Stabantenne): GV = −3. FA-Leserservice: D-9910 [2] Becker. Danach ist sie direkt an die beiden SMABuchsen. Dieses Prinzip war in den ersten Jahrzehnten der Rundfunkempfangstechnik im Rückkopplungsaudion millionenfach im Einsatz. Lötbare Spiralfedern zur Kontaktierung des Minuspols lassen sich aus Batteriehaltern gewinnen. J.6 dB.. DJ8IL: Aktiv-Passiv-Antennensystem für 0. lassen sich durch eine übergreifende Einwirkung der Entdämpfung mit optimalen Empfangsergebnissen versehen.Antennentechnik bereits nach wenige Sekunden Lötzeit. die zu entsprechenden Spannungsabfällen führen. je nach Art der Verschaltung des Steuerspannungsvorwiderstands.und Nahwirkungseffekten zu berücksichtigen. 170–172. Antennensysteme. Der AufBild 7: Fertig aufgebauter Verstärker im Weißblechgehäuse mit abgenommenen Deckeln. In [1] wurde dies ebenfalls angewandt. siehe auch [3]. CQ DL 76 (2005) H. Vereinfacht lässt sich der Schwingkreis wie in Bild 3 Bild 1: Die Entdämpfung einer kombinierten Antennenanordnung bis zu einigen Hundert Kilohertz ist durch wenige auf einer Kunststoffplatte montierte Baugruppen realisierbar. Bei den Spulen tragen hauptsächlich der Drahtwiderstand.): UKWAntennen. S. Die kleine Aktivantenne ist ein ideales Wochenend-Bastelprojekt. 826 • FA 8/11 CA = 4. darf bei aufgestecktem Verstärker nicht gesendet werden. H. bau ist relativ einfach zu bewerkstelligen. 12.. Bei den Kondensatoren führen die durch das Dielektrikum [1] Becker. Die kompakte Bauweise setzt nur etwas Geduld und handwerkliches Geschick voraus.und Kontaktwiderstände zu Verlusten. aber auch Ummagnetisierungs. das ein schnelles Erfolgserlebnis garantiert und nebenbei SMD-Löterfahrung vermittelt.funkamateur. Foto: DG9WF . Der nachfolgende Beitrag erläutert die Prinzipien und zeigt einige praktische Möglichkeiten auf. Wenn sich genügend Interessenten melden.8 pF. Ideal wäre ein verlustfreies Verhalten. S. Leider weisen die Bauteile stets Verlustwiderstände auf. In etwas veränderter Form und ohne Vorgaben durch das Empfängerkonzept lässt sich diese Methode ebenfalls für den Bau leistungsfähiger aktiver Magnetantennen verwenden.. eine Entdämpfung des Antennenkreises vorzunehmen. oben ist die Vorderseite. Beim Drahtwiderstand sind zusätzlich die Einflüsse von Skin. Fotos: DJ8IL Die Platine wird auf beiden Seiten bestückt − übrigens eine gute Übung zum Einstieg in die SMD-Technik (Bild 7). 1281–1283. Bausatz und Baumappe: www. J. 3.