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(Selbst-) Erlösung

Verstehens- und Lebenszusammen- als gerecht bestehen – aufgrund der


hänge auf der Grundlage der Heili- Erlösung, die durch Jesus Christus
gen Schrift deuten? Dann nämlich geschehen ist. Ihn hat Gott zum
zeigt sich: Gott ist kein niedlicher Sühneopfer verordnet. Sein Blut,
Jemand, der dafür da ist, unsere das am Kreuz vergossen wurde, hat
emotionale Bedürftigkeit zufrieden die Schuld getilgt – und das wird
zu stellen. Gott ist gerecht, und er wirksam für alle, die es im Glau-
ist heilig. Wir als Sünder können ben annehmen.“
vor diesem Gott nicht bestehen Wer verstanden hat, was „reine
und haben den göttlichen Zorn Gnade“ ist, und damit weiß, dass
verdient. Es gibt nur eine einzige sie nicht billig ist, und glaubt,
(Er)-Lösung (Römer 3, 24-25): muss mit staunendem und frohem
„Ganz unverdient, aus reiner Herzen den anbeten, der sich selbst
Gnade, lässt Gott sie (die unge- für unsere Erlösung gegeben hat (1.
rechten Sünder) vor seinem Urteil Timotheus 2, 6). 

(Selbst-)Erlösung
Armin Bachor, Korntal

 Im Buddhismus ist die Leh- Der Achtfache Pfad


re Buddhas, die die Vier Edlen
Wahrheiten und den Achtfachen Der Achtfache Pfad zur Überwin-
Pfad beinhaltet, wegweisend. Das dung des Leidens knüpft an die
Wissen um die vier edlen Wahr- vierte Edle Wahrheit, dass es einen
heiten, die besagen, woher das Leid Ausweg aus dem Leid gibt, an und
kommt und wie eine Befreiung zeigt einen konkreten Weg aus
vom Leid zustande kommen kann, dem Leid heraus. Dieser Achtfache
führt letztlich zur Erlösung, zum Pfad stellt an jeden praktizierenden
Nirwana (Erlöschen). Buddhisten eine hohe ethische An-
forderung, die nur unter höchster
Konzentration gut gelingen kann.

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Das Fundament 6/2008

Konzentrierte und regelmäßige erfüllen. Er bleibt immer vor ihm


Meditation und stetiges Gutestun und seinen Mitmenschen schuldig
ist nach Aussage des heute lebenden und unvollkommen und damit auch
Dalai Lama nur etwas für Men- ausgeschlossen vom Heil, denn Gott
schen mit Intelligenz und einer verlangt vom Menschen eine per-
großen Willenskraft, und nur diese fekte Makellosigkeit: „Denn darin
werden die Erleuchtung, die tiefe sind die Menschen gleich: Alle sind
Erkenntnis, das Heil, die eigene Sünder und haben nichts aufzuweisen,
Befreiung, ja die eigene Erlösung was Gott gefallen könnte“ (Römer
vollkommen erreichen. Genau das 3, 23). Die Befreiung und Erlösung
Gleiche hat Goethe im fünften des Menschen kann allein durch den
Akt des Faust ausgedrückt, als er Erlöser Jesus Christus geschehen.
schrieb: „Wer immer strebend sich
bemüht, den können wir erlösen“.
Glaube errettet
Durch den Glauben können wir
Gott erlöst diese Erlösung für uns persönlich
Im christlichen Glauben wird die in Anspruch nehmen: „Durch
Erlösung von Seiten des persön- seinen Tod hat euch Christus mit
lichen Schöpfergottes erbracht. Er Gott versöhnt, so dass ihr einmal
hat die Menschen so sehr geliebt, ohne Sünde und ohne jeden Makel
dass er seinen eigenen Sohn in diese vor Gott stehen könnt“ (Kolosser
Welt schickte (Johannes 3, 16; 2. 1, 22). Wer darauf vertraut, hat
Korinther 5, 19-21; Kolosser 1, 19- das ewige Leben: „Denn wenn du
20), damit er stellvertretend für un- mit deinem Munde bekennst: Jesus
sere Sünden am Kreuz starb. Durch Christus ist Herr; und wenn du von
seine Auferstehung von den Toten ganzem Herzen glaubst, dass Gott
kann er uns neues, ewiges Leben ge- ihn von den Toten auferweckt hat,
ben. Gottes Liebe zu den Menschen, dann wirst du gerettet werden. Wer
die von Natur aus gegen ihn einge- also von Herzen an Christus glaubt
stellt sind (Kolosser 1, 21), hat ihn und seinen Glauben auch bekennt,
dazu veranlasst, sie zu erlösen. Von der erlebt, was es heißt, von Christus
sich selber aus kann der Mensch erlöst zu sein“ (Römer 10, 9 - 10).
den ethischen Standard Gottes nicht

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(Selbst-) Erlösung

Glaube und Liebe Christen leider nicht immer zeigt,


entwertet nicht die Forderung der
Natürlich ist auch der Christ für christlichen Ethik. Liebe, das heißt
sein Leben und seine Mitmenschen Vertrauen und Gehorsam zu Gott
verantwortlich, denn „bei ihm und Liebe zum Mitmenschen,
gilt allein der Glaube, der sich in das ist das Wesen des christlichen
selbstloser Liebe zeigt“ (Galater Glaubens (Lukas 10, 27). 
5, 6). Dass sich das im Leben der
Aus dem Themenblatt „Vergleich zwischen Christentum und Buddhismus“:
http://www.dctb.de/dctb/downloads/themenblaetter/TB2_Budd.pdf

Beilagenhinweis
Einladend weisen wir auf die Jugendkonferenz für Weltmission am 11.01.09
in Stuttgart hin. Ein Flyer liegt dieser Fundament-Ausgabe bei.

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