You are on page 1of 17

Buddhismus im Licht der Bibel

Roger Liebi

Der Buddhismus im Licht der Bibel

Zum Ursprung des Buddhismus


Der Buddhismus ist die von Gautama Siddharta (560-480 v. Chr.) gegründete Religi
on. Buddha gehörte der
zweithöchsten Hindu-Kaste an (Kaste der Krieger). Er wuchs in großem Reichtum au
f. Mit 23 J. heiratete er.
Mit 29 J., nach der Geburt seines Sohnes Rahula, begann er die Wahrheit zu suche
n und verließ seine Familie.
Er gab sich dem Yoga hin. Dies brachte ihm aber nichts. Danach versuchte er es e
inige Jahre durch
Selbstkasteiung. Nach diesem zweiten Mißerfolg versuchte er es auf dem meditativ
en Weg. Mit 36 Jahren
erlebte er seine Erleuchtung. Von da an nannte er sich Buddha (= der Erleuchtete ). E
r glaubte, dass dadurch
eine weitere Wiedergeburt aufgehoben worden sei. Später gründete er einen Mönchs
orden. Nur nach
bestandener Prüfung konnte man in denselben aufgenommen werden. Man wurde jedoch
auf die
Laiengemeinde verwiesen. Buddhas Mönche hatten grosse Missionserfolge in Nordind
ien. Schriftliche
Grundlage für den Buddhismus ist der sog. Pali-Kanon.
Der Buddhismus und die Götter
Buddha sprach den Göttern ihre Bedeutung für die Erlösung ab. Der ursprüngliche
Buddhismus ist eine
Religion, in der es nicht um die Verehrung eines Gottes geht und in der die Erlö
sung des Menschen von keinem
Gott abhängt. Deshalb ist der Buddhismus schon als atheistische Religion bezeichne
t worden. Später
entstanden neue Richtungen. In gewissen späteren Entwicklungen, wie z.B. im Volk
s-Buddhismus Ceylons,
bekamen die Götter wieder Erlösungsbedeutung (?? leichtere Erlösungswege). Sogar
Buddha wird dort
göttlich verehrt, obwohl er dies strikt abgelehnt hatte. Andere Richtungen haben
kaum noch etwas mit dem
ursprünglichen Buddhismus zu tun. In den vorliegenden Ausführungen geht es insbe
sondere um den
klassischen Buddhismus (= Hinayana-Buddhismus; elitäre, komplizierte Vollzeiter-
Religion).
Dieser Buddhismus ist eine Mönchsreligion. Buddha stellte folgende Klassifizieru
ng auf:
1. Buddha und seine Mönche
2. die Götter (Götter = unerlöste, sterbliche Wesen)
3. die Laien
Im Licht der Bibel:
Der eine Gott existiert und ist ewig (2Mo 3,14: Ich bin der ich bin . Jes 42,8: Jahw
e = der Ewige). Er ist
der Höchste (El Eljon; 1Mo 14,19). Der Tor spricht in seinem Herzen: Es gibt kein
en Gott (Ps 14,1).
Die ersten zwei Gebote des Gesetzes verbieten Götzendienst und Bilderverehrung (
2Mo 20,1-6).
Dem ewigen Gott gebührt Anbetung und Liebe (5Mo 6,5.13).
Lüge Satans: Ihr werdet sein wie Gott (1Mo 3,5).
Selbsterlösung
Buddha lehrte wie der Hinduismus die Reinkarnation.
Erlösung = Selbstbefreiung des Menschen aus der leidvollen Existenz. Der Mensch kö
nne die höchste
moralische Vollkommenheit schon in diesem Leben auf Erden erreichen. Das Konzept
Erlösung durch Gnade
ist den Buddhisten ein Gräuel.
Ziel der Erlösung: das Nirvana (= Sanskrit; Pali: Nibbana) = unbeschreibbarer Zu
stand der vollkommenen
Leidenserlöstheit, vollkommene Ruhe, in der jegliches Leben erloschen ist. Zusta
nd jenseits von Sein und
Nichtsein, jenseits von Zeit und Nichtzeit. Nir = aus; va = wehen; na = part. pa
ss. ?? ausgeweht, ausgelöscht.
Buddhismus = das radikalste System der Selbsterlösung. Nur der Buddhismus habe d
ie Erlösung. Nach dem
Buddhismus komme an Bedeutung der Hunduismus, danach das Christentum, der Islam
und die anderen
Religionen.
Buddha: Leben = Leiden / Leiden = Leben. Jede Hochstimmung, jedes Glücksgefühl t
rägt schon den Keim
des Leidens in sich.
Buddhismus = majjhimapatipada = der mittlere Weg = Vermeidung der Extreme von Lu
st und Selbstquälerei.
Wer alles hinter sich lässt, um sich auf diesem Weg zu erlösen, wird ein Samana . (
Buddha wurde mit 29
Jahren ein solcher Samana.)
Die vier edlen Wahrheiten (= Ergebnis seiner Erleuchtung; = Zentrum und Summe de
s Buddhismus):
1. Dies ist das Leiden (Geburt, Alter, Tod, mit Freunden zusammensein, von Freun
den getrennt sein etc.)
2. Dies ist die Entstehung des Leidens. (Durst nach Werden / Vergehen, Begierde,
Freude, Leidenschaft)
3. Dies ist die Aufhebung des Leidens. (Sich abwenden von diesem Durst, völlige
Leidenschaftslosigkeit,
Meditation betreiben)
4. Dies ist der Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt. (der edle achtfältige
Pfad: rechte Anschauung [=
Anerkennung der 4 edlen Wahrheiten], rechte Gesinnung, rechtes Reden, rechtes Tu
n, rechtes Leben, rechtes
Streben, rechtes Überdenken [Körperbewusstsein entwickeln, als Vorbereitung zur
Meditation], rechtes Sich-
Versenken [Meditation in 9 Versenkungsstufen, Ekstase])
Der Zen-Buddhismus lässt die Teilpunkte 2-6 (moralische Gebote) weg, da man dort
davon ausgeht, dass der
Mensch in sich bereits göttliche Eigenschaften habe.
Im Licht der Bibel:
Selbsterlösung ist unmöglich (Röm 3,23). Erlösung ist nur durch Gnade auf der Gr
undlage des Opfers Christi
möglich, und muss durch persönlichen Glauben empfangen werden (Röm 3,24-25) und
durch reuiges
Sündenbekenntnis (Apg 3,19; 1Joh 1,9).
Leiden und Tod ist eine Folge des Sündenfalles (1Mo 3,16-19). Ursprünglich war d
ie Schöpfung vollkommen,
ohne Leid und Tod, voll Freude und Genuss (1Mo 2; Eden = Ort der Wonne). Die himml
ische Herrlichkeit ist
ewige, bewusste und freudige Gemeinschaft mit Gott (Joh 14,1-3; Off 22,4; Jes 51
,11).
Erlösung durch höhere Erkenntnis = Verführung (1Tim 6,20-22; Erkenntnis = Gnosis ; be
trügerischer
Erlösungsweg der Gnostiker durch höhere Erkenntnis). Lüge Satans: göttliche Erke
nntnis (1Mo 3,5-6). NT: 14x
Aufruf zum Wachen (Mat 26,41); 11x Aufruf zu Nüchternheit, z.B. 2Tim 4,4: nepho = Ab
wesenheit von
jeglicher geistigen und seelischen Trunkenheit, Exaltiertheit, Verwirrnis (W. Ba
uer: Wörterbuch zum NT). Der
Heilige Geist ist ein Geist der Selbstbeherrschun g/ des gesunden Denkens / der
Besonnenheit (2Tim 1,7:
sophronismos ).
Absolutheitsanspruch des Christentums: Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit
und das Leben (Joh 14,6;
vgl. Apg 4,12).
Grundanschauungen
Dharma = Weltgesetz
Karma = Gesetz der Vergeltung (= selbstmächtiges Schicksal, das nichts mit einem
Gott zu tun hat)
Sansara = Kreislauf der Geburten (Ein gutes Leben bringe ein besseres zukünftige
s Leben, aber keine Erlösung.
Die Erlösung komme nur durch Verinnerlichung der 4 edlen Wahrheiten Buddhas)
Ewige Welt = anfangs- und endlose Reihe von Weltenstehungen und Weltuntergängen.
(Kein Raum für einen
Schöpfungsbericht!). Der Kosmos sei ferner in unzählige Einzelwelten aufgeteilt.
Alle seien wie folgt aufgebaut:
1. untere Region der Sinnenlust (unten: Höllendasein; in der Mitte: die Erde; ob
en: Himmel mit Göttern)
2. mittlere Region: höhere Götter
3. obere Region der Nicht-Formen (erhabene, körperlose Götter)
Es habe viele Buddhas gegeben. Ein zukünftiger wird noch erwartet. Man nennt ihn
Maitreya" (vgl. New-
Age, 1997). Buddhas seien Wesen aus der 3. Region, die von dort herabkommen in d
as Gefängnis der Welt.
Religiöse Atomlehre: Alles Wahrnehmbare sei aus kleinen Partikeln, die sich stän
dig bewegen,
zusammengesetzt. Deshalb könne nichts zu zwei verschiedenen Zeitpunkten genau gl
eich sein. Ein solcher
Daseinsfaktor wird Dhamma genannt (< dham = tragen).
Die Dhammas des Menschen zerfallen in 5 Gruppen:
1. Das Körperliche
2. Gefühle und Empfindungen
3. Unterscheidungsvermögen, Wahrnehmungen
4. Triebkräfte, Willenskräfte
5. Bewusstsein, Erkenntnisfähigkeit
Nicht der Mensch denke und handle, sondern es denke und handle im Menschen. Es g
ebe keinen Atman im
Menschen (klare Absetzung gegen den Hinduismus), und auch keine Seele. Nach dem
Tod falle der Mensch
auseinander. Durch das Karma werde eine ganz neue und andersartige Existenz in d
er Reinkarnation
zusammengesetzt. Auf der höchsten Stufe (Nirwana) sollen die Faktoren ins Nichts
zerfallen.
Im Licht der Bibel:
Gott hat im Anfang alle Dinge sehr gut erschaffen (1Mo 1; Kol 1,16). Die Materie
ist daher nicht schlecht,
sondern gut.
Durch Jesus Christus wird die ganze Materie des Weltalls zusammengehalten (Kol 1
,17). Alles hängt ab von
Gottes Hand (Dan 5,23).
Es ist dem Menschen gesetzt, 1x zu sterben (Heb 9,27). Unser Schicksal ist in Gott
es Hand und hängt nicht
von einem früheren Leben ab (Joh 9,1-3; Ps 31,16; Röm 8,29-30). Jak 3,6: w. das R
ad der Natur ; Kreisläufe
in Pred 1,4-11 (Sonne, Wind, Wasser), Räder am Thron Gottes (Hes 1,15-21.26): Di
e Räder drehen, aber nicht
an Ort, sondern hin zu dem göttlichen Ziel der Heilsgeschichte. Lineare Heilsges
chichte in dynamischen Zyklen
kontra zielloses Kreisdenken!
Der einzelne Mensch ist eine wirkliche Person, die in alle Ewigkeit als Identitä
t existiert (Luk 16,19-31; Mat
8,11; 17,3). Buddhismus = Leugnung des Menschen als Einheit von Seele, Geist und
Körper (1Thess 5,23).
Zum moralischen Handeln
Es gebe keine Grenze zwischen Mensch und Tier. Auch Tiere sollen bewusst und sit
tlich handeln können.
Keine Scheidung nach Rassen Herkunft und Kaste. Es gebe nur moralische Qualitäte
n. Moral ist im Buddhismus
Selbstzweck.
Gut sei, was zur Erlösung hin führt. Böse, was von ihr wegführt. ?? individualis
tische Gesinnungsethik,
Erlösungsegoismus
Im Licht der Bibel:
Der Mensch ist im Gegensatz zum Tier im Bild Gottes erschaffen worden, und zwar a
ls moralisch
verantwortliches Wesen (1Mo 1,27; 2,16-17).
Die Liebe zu Gott und zum Nächsten soll die Triebfeder für alles moralische Hand
eln sein (Joh 14,21; Röm
13,8-10). Objektiver Massstab sind die Gebote Gottes bzw. das Wort Gottes (Joh 1
4,21.23).
Übereinstimmungen zwischen Buddhismus und Hinduismus
Die Welt - ein ewiger Kreislauf
Karma (Vergeltungsgesetz)
Sansara (Rad der Wiedergeburten)
Ziel: Ausbrechen aus dem Geburtenkreislauf
Anerkennung des Dharma (Weltgesetz)
Gegensätze zwischen Hinduismus und Buddhismus
Buddha: Lehre der Seelenlosigkeit, Ablehnung des Atman
Nirwana nicht identisch mit Brahman
Keine Vorrangstellung der Brahmanen
Die Veden und Upanischaden seien für die Erlösung nicht notwendig.
Das Kastensystem sei nur ein menschliches System und damit belanglos für die Erl
ösung.
Buddhismus: gestiftete Religion; Hinduismus: ewige Religion ohne Stifter
-
Schwarzbuch Buddhismus
Schwarzbuch des Buddhismus
Die religionspolitischen Ziele und okkulten Ritualpraktiken des Dalai Lama erfah
ren Kritik. Der ewig lächelnde Gottkönig aus dem Tibet hat eine Schattenseite.
Die Lehre Gautama Buddhas wird häufig als positives örtliches Gegenmodell zur de
kadenten westlichen Rational-Kultur dargestellt. Während das christliche Abendla
nd Ausbeutung und Krieg brachte, steht der Buddhismus für Freiheit und Friede. D
em westlich-christlichen Egoismus, der Unruhe, der Arroganz und dem Materialismu
s werden östlich-buddhistische Meditation, Mitgefühl, Gelassenheit und Bescheide
nheit entgegengesetzt.
Die Prominenz machts vor. Sharon Stone, Uma Thurman, Tina Turner, Patty Smith, M
eg Ryan, Shirley MacLaine, Richard Gere, Steven Seagal - sie alle treten als Bud
dha-Verehrer auf und werden weltweit gehört. Wichtigstes Aushängeschild und zent
rale Figur innerhalb des Buddhismus ist allerdings Tenzin Gyatso, der 14. Dalai
Lama. Dem in Indien lebenden Exil-Tibeter werden sämtliche bekannten, positiven
Charakterzüge gleich auf einmal zugesprochen: geduldig, demütig, respektvoll, be
scheiden, humorvoll, tolerant, sanft, herzlich. Das Image des Dalai Lama ist ble
ndend weiss. Für viele Menschen ist er die edelste Persönlichkeit unseres Zeitab
schnitts überhaupt.
Die Anhänger des Dalai Lama sehen ihn als eine Art Gottheit. Er gilt als lebende
r Buddha, als Kundun. Nach lamaistischer Lehre inkarniert sich in ihm das Höchst
e, der Adi Buddha, der höchste Buddha. Ein Ideal in Fleisch und Blut. Tibeter, M
ongolen, Chinesen, aber auch immer mehr Menschen im Westen sehen ihn als den Vor
läufer einer neuen Zeit, als modernen Messias.
Dem Dalai Lama in die Augen zu sehen, ist für viele gleichbedeutend, wie Gott ge
sehen zu haben. König und Bettelmönch in einem zu sein, gerade diese Diskrepanz
macht den Buddhisten-Führer so faszinierend. Ein König, der in Sandalen kommt; h
inter dem orangenen Tuch die Allmacht eines Gottes ... Zumindest äusserlich werd
en Parallelen zu Jesus Christus wach.
Ein anders Bild
Während über Staatspräsidenten geflucht und über den Papst geschimpft wird, blei
bt der Dalai Lama unangetastet. Mit Ausnahme der chinesischen Kommunisten wagt e
s keiner, an dieser Lichtgestalt auch nur die leiseste Kritik zu üben. Doch dann
kam das Jahr 1997. Das Deutsche und das Schweizer Fernsehen brachten kritische
Beiträge über einen internen religiösen Streit bei den tibetischen Buddhisten. W
as man im Zusammenhang mit der Shugden-Affäre zu sehen und zu hören bekam, war f
ast zu neu, um wirklich wahrgenommen zu werden: der friedliche Buddhismus, eine
Brutstätte von Unterdrückung und okkulten Praktiken? Steht hinter dem versunkene
n Blick des meditierenden Buddhas ein angstgeprägter Dämonenglaube? Zum ersten M
al wurde leise Kritik an der Führung des Dalai Lamas laut. Sie brach bis heute n
icht ab.
1995 begann das deutsche Ehepaar Mariana und Herbert Röttgen seine Beobachtungen
und Studien über den tibetischen Buddhismus aufzuschreiben. Herbert Röttgen hat
te als Verleger in den 80er-Jahren im Trikont-Verlag Bücher des Dalai Lama und ü
ber den tibetischen Buddhismus publiziert. Er bewegte sich in der linken esoteri
schen Szene und interessierte sich für den interreligiösen Dialog und die Bezieh
ung zwischen Religion und Wissenschaft.
Als sie damals mit ihren Recherchen über den tibetischen Buddhismus begannen, wa
ren Herbert und Mariana Röttgen noch überzeugt, dass die Toleranz, die humanpoli
tischen Bekenntnisse, die ethischen Wertvorstellungen und die friedvollen Vision
en des Dalai Lama ernst gemeint und richtungsweisend waren. Doch diese Ausgangsl
age veränderte sich je länger desto mehr ins Gegenteil. Herbert Röttgen: "Nach i
ntensivem Studium der tibetischen
Geschichte, des lamaistischen Ritualwesens, der religionspolitischen Absichten d
es Lamaismus und der gesellschaftspolitischen Situation unter den Exiltibetern,
kamen wir zu einem ganz anderen Schluss."
Das Ehepaar Röttgen leitete aus den buddhistischen Quellen so ziemlich das Gegen
teil von dem ab, was uns das Lächeln des Dalai Lama vorgibt. Sie fanden einen fu
ndamentalistischen, autokratischen, kriegerischen und sexistischen Kulturentwurf
, der sich nicht mit den sozialen Grundsätzen der abendländischen Tradition vere
inbaren lässt.
Sonderbare Beziehungen
Ihr Buch bringt Hintergründe über den Buddhismus, wie sie bei uns nicht bekannt
sind ("Der Schatten des Dalai Lama - Sexualität, Magie und Politik im tibetische
n Buddhismus", Patmos Verlag, ISBN 3-491-72407-4.) Auf 816 Seiten liefern die Rö
ttgens unter dem Pseudonym Victor und Victoria Trimondi Einzelheiten über die Ta
ntra- und Mandala-Praxis, den Shambala-Mythos, die Beziehungen zwischen dem Dala
i Lama und Mao Tsetung, dem japanischen Giftgas-Guru Shoko Asahara sowie zu ehem
aligen SS-Leuten und Neofaschisten und vieles mehr, was dunkle Schatten auf die
Lichtgestalt des Dalai Lama wirft.
Wer vermutet schon, dass der Friedensnobelpreis-Träger und "Vorkämpfer" für die
interreligiöse Toleranz ausgerechnet Palden Lhamo, eine schreckliche weibliche G
öttergestalt, als Schutzgöttin verehrt? Der buddhistischen Überlieferung nach ha
t diese Gottheit ihren Sohn eigenhändig ermordet, weil er den buddhistischen Gla
uben nicht annehmen wollte. Mit der Haut des Leichnams ihres Sohnes soll sie sch
liesslich den Sattel ihres Maultiers überzogen haben. Palden Lhamo reitet durch
einen blutigen See, bereit, jeden Feind der buddhistischen Lehre zu vernichten.
Ein zweiter grausiger Dämon, ein ehemaliger mongolischer Kriegsgott, gehört zu d
en spirituellen Verbündeten des Dalai Lama: Pehar/Nechung. Er ist der persönlich
e Orakel-Gott des Dalai Lama, den er in wichtigen Entscheidungen befragt. Gleich
zeitig gilt Pehar/Nechung als offizielles Staatsorakel der exiltibetischen Regie
rung.
Die Mandala-Praxis, bei uns als Kindergarten-Malübung betrieben, hat im tibetisc
hen Buddhismus okkult instrumentierte Macht. Mandalas werden aufgezeichnet, um d
amit Buddhas, Götter oder Asuras (Dämonen) anzurufen und einzuladen, im "Mandala
-Palast" ihren Wohnsitz aufzuschlagen. Die Trimondis zeigen auf, dass im magisch
en Weltbild des Buddhismus die Installation eines Mandalas Auswirkungen auf die
Person hat, die es betrachtet oder darüber meditiert.
Auch der Buddhismus ist durchaus missionarisch
Zudem ist der Buddhismus von seiner Lehre her durchaus missionarisch und politis
ch, nämlich ein auf die Weltherrschaft ausgerichtetes Religionssystem. Auch das
belegen Herbert und Mariana Röttgen. Mit dieser Aussage ernteten sie wohl die ha
rscheste Kritik. Doch sie bleiben dabei, weil sie aufgrund ihrer Studien überzeu
gt sind, dass das vom Dalai Lama bevorzugt praktizierte Kalachakra-Tantra die Gl
äubigen manipuliert. Es fördere auch ein krasses Feindbilddenken und gehe von ei
ner apokalyptischen Endzeitlösung aus mit dem Ziel einer globalen Buddhokratie.
Das ist ein Hammerschlag für alle, die sich stark machen für den interreligiösen
Dialog. Ausgerechnet der Dalai Lama soll ein Trojanisches Pferd sein? In der Ta
t vertritt er nach aussen mit Wort und Wesen die Weltökumene und er verbreitet F
riedensbotschaften. Doch von der Doktrin her, vom Kern dessen, was den Dalai Lam
a ausmacht (Kalachakra-Tantra, Shambala-Vision), ist alles darauf ausgerichtet,
andere Religionssysteme zugunsten des eigenen auszuschalten.
Bei seiner Inthronisierung erhielt der Dalai Lama das Symbol eines Chakravartin,
eines Weltenherrschers, der spirituelle und weltliche Macht in sich vereinigt.
Herbert Röttgen folgert: "Die buddhokratische Vision wirkt als die treibende Kra
ft hinter dem höchsten tibetischen Staatsritual, dem Kalachakra-Tantra. Dabei ha
ndelt es sich um eine komplizierte ritualmagische Performance mit 15 Einweihungs
stufen, durch welche zentral die Stellung eines Chakravartin erlangt werdensoll.
"
Die "Buddhokratie" sieht sich als die einzige Weltreligion. Sie duldet keine and
eren Glaubensrichtungen neben sich. In ihr sind die politische und die geistige
Herrschaft vereint, Weltkirche und Weltstaat bilden eine Einheit, regiert von ei
nem Mönchsklerus mit einem Weltenherrscher an der Spitze, der ein inkarnierter B
uddha, eine lebende Gottheit auf Erden ist.
Magie und Politik
Das Fazit des Buches "Der Schatten des Dalai Lama" schmeichelt dem tibetischen B
uddhismus nicht. Er wird als Religion herausgestellt, die auf Magie, Geisterglau
be, Beschwörungs- und Opferritualen beruht und die Magie auch mit der Politik ve
rbindet.
Dass die Kritik am Dalai Lama und am Lamaismus Mariana und Herbert Röttgen nicht
nur Lobeshymnen, sondern vor allem Schelte einbringen würde, war absehbar. Wer
kann es wagen, einen Gottkönig anzuschwärzen? Befremdend wird es aber, wenn die
schärfste Kritik aus christlichen Kreisen kommt. So zum Beispiel von Prof. Dr. M
ichael von Brück. Er gilt als Buddhismus-Fachmann und lehrt an der Evangelisch-t
heologischen Fakultät München Missions- und Religionswissenschaft. Oder von Dr.
Ulrich Dehn. Der Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfra
gen (EZW) schreibt in einer auffallend unsicher gehaltenen Rezension, das Trimon
di-Buch sei von "zweifelhafter Qualität". Der Rummel darum sei teilweise von den
Autoren selbst inszeniert worden.
Ulrich Dehn stellt richtig, dass die Resultate der Autoren "so ganz anders sind
als die der meisten hochgelehrten tibetologischen und buddhologischen Forschunge
n". Damit will er aber eigentlich sagen, sie seien falsch. Nur - wo bleiben die
Argumente? Die Röttgens nehmen die buddhistischen Texte ernst. Ihre Interpretati
onen des Kalachakra-Tantra basieren auf dem tatsächlich geschriebenen Text. Und
genau das kritisiert Dehn. Er schreibt, diese Texte liessen "keinerlei direkten
Schluss über die derzeiten mutmasslichen Absichten und Aktivitäten des Dalai Lam
a und seines Umfeldes zu". Warum denn nicht? So kann nur jemand urteilen, der si
ch zwar gerne mit buddhistischem Wissen berieselt, es letztlich aber nicht für v
oll nimmt.
Die "Trimondis" gingen ganz anders vor. Sie lasen die Texte nicht mit dem typisc
h westlichen Filter, der nur wahrnimmt, was ins Konzept passt. Ihre Auslegung is
t kein westlich geglätteter, jegliches magische Denken und sämtlichen dämonische
n Spiritismus wegradierender Softie-Buddhismus. Nein. Sie erklären den Buddhismu
s, wie er im Lehrbuch steht und im Osten gelebt wird. Dabei erkennen sie eine de
utliche Verbindung von Magie und Politik, die im Lamaismus immer eine Selbstvers
tändlichkeit war: "Die Ritualmagie, insbesondere die Sexualmagie der Tantras, wu
rden und werden immer noch eingesetzt, um die Politik des lamaistischen Staates
günstig zu beeinflussen. Sie bilden die Grundlagen für ein absolutistisches Syst
em, in dem sich spirituelle und weltliche Macht in einer Person, dem Dalai Lama,
vereinen." Politische Entscheidungen würden auch heute noch, anstatt vom Parlam
ent und von der tibetischen Exilregierung, von Orakeln und den hinter ihnen wirk
enden übernatürlichen Geistwesen gefällt.
Von Ulrich Dehns Kollegen Michael von Brück kann in Sachen Buddhismus ohnehin ke
ine Objektivität mehr erwartet werden. Nach dem Theologiestudium reiste er nach
Indien, wo er sich in den tibetischen Klöstern in den Buddhismus einweihen liess
. In den 80er-Jahren war von Brück führender Kopf der deutschen New-Age-Szene. I
m Buch "Buddhismus und Christentum" bezeichnet der evangelische Theologe den Dal
ai Lama als den weltweit fähigsten Exponenten des interreligiösen Dialogs, versc
hweigt jedoch, dass im Lamaismus im Gegensatz zu den anderen buddhistischen Schu
len geheime sexualmagische Praktiken stattfinden und Rituale, Politik und Metaph
ysik ineinander fliessen. In seinem neuesten Buch "Religion und Politik im tibet
ischen Buddhismus" (München, 1999) teilt er dem Trimondi-Werk etliche Seitenhieb
e aus, muss aber auch mehrere dort genannten Argumente stehen lassen.
"Eine längst fällige Korrektur"
Trotzdem scheint es, dass die Kritik am Dalai Lama nicht ungehört verhallt. Der
Schweizer Religionswissenschaftler und Sektenforscher Georg Schmid schreibt in e
iner Besprechung des Trimondi-Buchs: "Wer die Illusion vom durchwegs friedlichen
Buddhismus nicht preisgeben kann oder will, kann im Werk des Autorenpaars nur e
ine finstere Abrechnung enttäuschter ehemaliger Freunde des tibetischen Buddhism
us sehen. Wer keine Illusionen braucht, schätzt das umfangreiche Werk als Beitra
g zu einer längst fälligen Korrektur."
Heftig am Bild des ewig Lächelnden kratzt auch die Dalai-Lama-Biografie "Dalai L
ama - Fall eines Gottkönigs" (Aschaffenburg, 1999) des Münchner Psychologen Coli
n Goldner. Seit Erscheinen seines Buches wird Goldner regelmässig terrorisiert.
Unflätige Briefe und Anrufe bis hin zu unverhohlenen Morddrohungen gingen bereit
s bei ihm ein. Goldner sieht den Psychoterror als Antwort auf sein "Aufdecken kr
imineller - insbesondere auch pädophiler - Machenschaften innerhalb des tibetisc
hen Buddhismus, die sich bis in höchste Kreise der geistlichen Würdenträger zieh
en". Für den Psychologen und Religionskritiker Colin Goldner steht fest: "Fanati
smus und Gewaltbereitschaft stimmen nicht mit dem Image überein, das der tibetis
che Buddhismus von sich zu kultivieren sucht."
In einem Leserbrief in "idea-spektrum" listet Rüdiger Kunz vom Forum Kritische P
sychologie e. V. (München), bei dem auch Goldner mitarbeitet, acht Punkte auf, d
ie den tibetischen Buddhismus in einem anderen Licht zeigen:
1. Der Dalai Lama tritt vor seinen Glaubensbrüdern für die absolute Vorrangstell
ung des Buddhismus ein, während er auf dem Evangelischen Kirchentag aber gegense
itige Toleranz und Anerkennung predigt.
2. Der Dalai Lama vertritt ein rigides Religionssystem, das aus einem abstrusen
Geister- und Dämonenglauben besteht, verbunden mit menschenunwürdigen Unterwerfu
ngsritualen.
3. In diesem System sind Frauen prinzipiell benachteiligt und erhalten keine höh
eren Weihen.
4. Der Dalai Lama propagiert frauenverachtende tantrische Sexualpraktiken, währe
nd er im Westen den Anschein zölibatären Mönchstums erweckt.
5. Der Dalai Lama befindet die indischen Atomtests für gut, während er sich im W
esten als Atomkraftgegner ausgibt.
6. Der Dalai Lama befürwortet die Prügel- und Todesstrafe.
7. Der Dalai Lama pflegt freundschaftliche Kontakte zur rechten Esoterikszene.
8. Der Dalai Lama unterhält Kontakte zu alten (und neuen) Nazis, bis in die 90er
-Jahre etwa zu dem Kriegsverbrecher Rudolf Berger, der 1938/39 Teil der SS-Exped
ition nach Tibet war.
Es ist Zeit aufzuwachen
Lächelnd hat der Dalai Lama Millionen von Menschen für sich eingenommen. Wie bli
nd folgen immer mehr Menschen dem lammfromm wirkenden Tibeter nach und erheben i
hn zu ihrem göttlich erleuchteten Führer. Sie beginnen dann, sich mit den tibeti
schen Lehren zu befassen. Die praktizierten Meditationen und Rituale bringen sie
in Verbindung mit der unsichtbaren übersinnlichen Geisterwelt. Schon bald werde
n sie ihre Opfer fordern. Der selbsterlöserische Weg hin zur Buddha-Erleuchtung
ist eine Illusion. Er führt in die Abhängigkeit eines knechtischen Systems.
Die biblische Offenbarung spricht von diesen geistigen Hintergründen. Sie lehrt
Christen, dass ihr Kampf nicht "gegen Fleisch und Blut" ist, sondern "gegen die
Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen d
ie geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt" (Eph. 6,12 und 13). Die Waff
en gegen diese verborgenen Dämonen sind die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die
Bereitschaft, das Evangelium von Jesus Christus, dem wahren Sohn Gottes, weiterz
usagen. Dazu kommt der feste Glaube an das Wort Gottes und das Vertrauen in sein
e Errettung.
Es ist unmöglich, Lamaismus und biblisches Christentum zu harmonisieren. Hier is
t eine Klärung und eine Entscheidung gefordert. Einzig Jesus von Nazareth lebte
auf der Erde, ohne schuldig zu sein und zu werden. Der wahre und einzige Sohn Go
ttes wandte sich mit Nachdruck gegen Synkretismus und Geisterglauben. Christus m
achte offenbar, dass kein Mensch fähig ist, sich selbst zu erlösen. Gott schuf d
en Weg der Errettung durch den stellvertretenden Tod und die Auferstehung Jesu.
Durch den Glauben an ihn kommt Rettung und nicht durch noch so gut gemeinte Werk
e.
All das Positive, das dem Dalai Lama zugeschrieben wird, ist letztlich Verklärun
g und Verschleierung der Wahrheit. Immer mehr der bekannt werdenden Details unte
rstreichen diese These. Was steckt wirklich hinter der Maske seiner Heiligkeit,
dem Dalai Lama? Lassen sich Millionen von Menschen von seinem Bild täuschen? Es
ist Zeit, aus dem buddhistischen Traum aufzuwachen.

-
Buddhismus ohne Maske
Adelgunde Mertensacker

Buddhismus ohne Maske

Der buddhistische Tantrayana ist die Staatsreligion Tibets und damit auch des Da
lai Lama, des "höchsten Lehrmeisters des Tantra". Bestimmte Rituale dieser esote
risch-okkulten Religion werden geheimgehalten. Dazu gehören Sexualpraktiken, die
den Lamas höherer Einweihungsstufen vorbehalten sind.

Nach den tantrischen Lehrtexten geht es den Lamas bei ihren Sexual-Riten um die
Transformation sexueller Energie in Macht - mit dem Ziel, auf das Universum Einf
luß nehmen zu können. Dazu bedarf der Lama weiblicher Energie, die er sich in "r
ituellen" Sex-Kontakten mit Frauen aneignet. Nur in der auf solche Weise erworbe
nen Doppelgeschlechtlichkeit kann ein Lama zum "Adibuddha" werden, zum Herrn übe
r alles weltliche und kosmische Geschehen.
Dieses Ziel wird veranschaulicht in den Ritualgegenständen, die bei öffentlichen
Zeremonien von den Lamas in den Händen getragen werden:
Das Diamantzepter als Phallus-Symbol und die Glocke als Symbol der Vagina.
Die vom Buddhismus begeisterten Esoteriker in den westlichen Ländern wiederholen
bei ihren Meditationsübungen ununterbrochen das Mantra "Om Mani Padme Hum", das
übersetzt bedeutet: "in der Vereinigung (Hum) des Juwels (Phallus) mit dem Loto
s (Vulva) bin ich der Weltenherrscher (Om)."
Die wahre Bedeutung dieses Mantras verbirgt der Dalai Lama hinter seiner eigenwi
lligen Übersetzung "O du Kleinod in der Lotosblüte" und seiner Behauptung, diese
s Mantra stelle eine Ehrerbietung an Buddha dar (In: Buch der Freiheit, s. 191f.
)
Daß die "Sexgefährtinnen" der Lamas als "Ritualobjekt" mißbraucht werden, als Mi
ttel zum Zweck der Machtgewinnung, ist von Kulturanthropologen bestätigt, so von
der amerikanischen Kulturanthropologin Miranda Shaw in ihrer Studie "Frauen im
tantrischen Buddhismus".
Nach tantrischen Texten werden die Frauen als "Weisheitsgefährtinnen" der Lamas
in 5 Altersstufen eingeteilt. In die Acht-, Zwölf-, Sechzehn-, Zwanzig- und Fünf
undzwanzigjährigen. Sie alle haben bestimmten Zwecken zu dienen.
Die Kinder sollen vor dem Geschlechtsverkehr - so die Empfehlung der Lamas - mit
Süßigkeiten beschenkt werden, die älteren mit Wein gefügig gemacht werden. Da n
ach tantrischer Lehre Frauen über 30 Jahre Manifestationen böser Geister sind, d
ürfen diese nicht mehr als "Sexgefährtinnen" Verwendung finden.
Nach der Darstellung des Dalai Lama können Lamas, die "Praxis mit Geschlechtspar
tnerinnen" erst dann ausüben, "wenn keinerlei sexuelles Verlangen vorhanden ist"
. Die Voraussetzungen sähen dafür so aus: "Wenn dir jemand ein Glas Wein und ein
Glas Urin, eine köstliche Speise und einen Teller mit Kot anbietet, mußt du in
einer Verfassung sein, daß du von allem essen und trinken kannst und es dich übe
rhaupt nicht berührt, was du da gerade zu dir nimmst. Dann, vielleicht, kannst d
u dich dieser Praxis widmen" (zitiert in Powers, Religion und Kultur Tibets, S.
201).
Um diese Leidenschaftslosigkeit zu erreichen, müssen die Tantra-Mönche regelmäßi
g "unreine Substanzen" zu sich nehmen. Dazu gehören Menschenfleisch, Gehirn, Blu
t, Urin, Kot und Sexualsekret. Der Verzehr dieser "Substanzen" diene der Einsich
t, daß "keine Dinge an sich rein oder unrein sind."
Um das Keuschheits-Gelübde der buddhistischen Mönche zu retten, erklärt der Dala
i Lama, daß die sexuellen Praktiken der Lamas "in Wahrheit kein Sex sind, auch w
enn es so aussieht". Er selber lehrt die Kunst, den "Zeugungssaft" wieder in sic
h zurückzuführen:
Ausführlich erklärt er Übungen, wie "Mann" den Samen nach einem Sexualakt wieder
"bis zum Scheitel aufsteigen lassen kann, dem Ort, von dem die Flüssigkeit ursp
rünglich heruntergekommen ist" (zitiert in F. Varela, Traum, Schlaf und Tod, S.
153f.
Im Westen wird der "tantrische" Buddhismus oder Lamaismus durch den Dalai Lama v
erbreitet. Esoterische Heiler mischen buddhistische Elemente in ihre Heilverfahr
en: Die Irrlehren von der Wiedergeburt, von der Selbsterlösung und der Erleuchtu
ng - das Buddha-Erlebnis. Esoterische Eiferer, der Personenkult um den Dalai Lam
a, charismatisches Gefühls-Christentum in Verbindung mit geringem Glaubenswissen
haben das Empfinden und Denken vieler Christen von Grund auf verändert.
Sie lassen sich zu Reiki-Meistern weihen, um kosmische Energie durch Handauflegu
ng zu empfangen und weiterzugeben oder durch andere buddhistische Heiltechniken
beeindrucken. Die Folge sind Nervenstörungen und seelische und körperliche Belas
tungen bis zur Umsessenheit und Besessenheit.
"Seht zu, daß euch niemand betrügt durch Menschenweisheit und leeren Betrug, wel
che auf menschlicher Überlieferung und kosmischen Mächten beruhen und nicht auf
CHRISTUS" mahnt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Kolosser (2,8 f.). Die
kosmischen Mächte nämlich sind Dämo nen.
-
Buddhismus - Dr. G. Fetzner
EIN STREIFZUG DURCH DIE GROSSEN RELIGIONEN DER WELT

*** Der Buddhismus im Überblick ***

Vorbemerkung
Wir leben im 3. Jahrtausend nach Christus. Das 21. Jahrhundert wird auch das Jah
rhundert der Religionen genannt. Die Achtung anderer Religionen und der Versuch
einer gemeinsamen Verständigung beginnen sich abzuzeichnen.
Gerade auch das Papsttum unter Papst Johannes Paul II. hat schon in Assisi zum g
emeinsamen Gebet aufgerufen. Gräben zwischen den einzelnen Religionen sollen ein
geebnet werden. Friede unter den Völkern soll weltweit möglich werden.
Edmond Rochelieu schreibt in Die großen Religionen der Welt:
Bei der Betrachtung der Religionen sind 3 Probleme angezeigt:
1. Die Bedeutung der Opfer.
2. Die religiöse Botschaft.
3. Die Heilssuche in den großen Religionen.

DER BUDDHISMUS
Der Gründer dieser asiatisch weit verbreiteten Religion hieß Siddharta Gaudama.
Er war der Sohn eines indischen "Königs". Er lebte etwas zwischen 560 und 480 v.
Chr. Einer Legende nach wurde dem Vater vorausgesagt, sein Sohn werde entweder
ein Weltbeherrscher oder ein Weltüberwinder. Sein Vater war Brahmane und verwöhn
te den Sohn mit allem Luxus der Welt. Jedes Leid wurde von ihm ferngehalten. Es
konnte nicht verhindert werden, vom Schloss aus Fahrten zu unternehmen. Dabei sa
h er das Elend der Welt, einen hilflosen und altersschwachen Greis. Er sah auf s
einen weiteren Ausfahrten schwerkranke, auch Tote. Diese Elend der Welt erschütt
erte ihn.Bei seiner letzten Ausfahrt begegnete er einem Bettelmönch. Nach all de
m Elend, das er in der Welt sah, verließ er Frau und Sohn im Alter von 29 Jahren
und wurde heimatlos. Er wählte als Heil die Meditation. Er war ja als Brahmane
erzogen. Brahman heißt im Sanskrit "Heilige Macht" und bedeutet in der indischen
Philosophie das Prinzip der Welt. Die Urmaterie , aus den Brahman besteht, ist
eine nicht geschaffene und nicht zugrunde gehende Urmaterie. Soviel über den Rel
igionsstifter Buddha, d.h. "Der Erleuchtete, Der Erwachte."
Historische Entwicklungsformen des Buddhismus
Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. haben sich Gedankenformen, Kult, Schrifttum im B
uddhismus ausgebildet auf über 30 Länder Asiens und auf die verschiedenen gesell
schaftlichen Verhältnisse angepasst.Die zentrale Grundlage der buddhistischen Gl
aubenslehre und Kulthandlungen bilden 3 Grundelemente.
a) Der Buddha, die Glaubenslehre.
b) Die Wahrheit. Das Gesetz der Norm.
c) Der buddhistische Orden. Die Gemeinschaft.
So ist Buddha die Glaubenslehre, die sein wahrer Leib ist. Dieser Leib ist unsic
htbar und universal, und soll vollkommen sein. Alle Lebewesen leben und bewegen
sich und haben ihr Sein ihn ihm. Er ist die absolute Wirklichkeit. Ein Buddha be
sitzt einen Körper der Wonne und Freude, der strahlend und glanzvoll ist. Der Bu
ddha ist die Folge des Verdienstes, den ein Buddha mit seinen guten Taten durch
viele Äonen erworben hat. Der historische Buddha gilt als ein großer Lehrer. Bud
dha hat vier Methoden des Lehrens verwandt.
a) Vergewisserung von Zweifeln des Gesprächs, die durch passende Antworten zu be
seitigen sind.
b) Dem Fragenden wird eine Antwort gegeben, ohne auf eine Diskussion einzugehen.
c) Nach der 3. Weise werden verschiedene Aspekte der Frage einzeln beantwortet.
d) Hier wird auf die Frage keine Antwort gegeben, da sie unhaltbar ist. Die 4 Gr
undprinzipien des Buddhismus
Der buddhistische Standpunkt wird vom "Hier und Jetzt" bestimmt, er betrifft die
Existenz des Menschen. Das Selbstbewusstsein seiner logischen, geistigen, natür
lichen und sozialen Umgebung ist der Beginn buddhistischen Denkens. Vier wesentl
iche Grundwahrheiten aus seiner eigenen Erfahrung sind für den Buddhismus charak
teristisch.
1. Das Wesen der unvollkommenen Existenz.
2. Das Wesen des Kausalprinzips, das die unvollkommene Existenz betrifft.
3. Beseitigung kausaler Faktoren und damit Auflösen der unvollkommenen Existenz
und die Verwirklichung der äußersten Freiheit in vollkommener Existenz.
4. Die Verwandlung der Existenz, zu erkennen und zu vollenden, der Weg des höchs
ten Lebens. Die Wechselbeziehung von Denken und Verhalten und Sein im Buddhismus
.
Um das Nirwana zu erlangen, hängen philosophische Prinzipien und praktische Übun
gen wechselseitig voneinander ab. Richtiges Denken und richtiges Verhalten versc
hmelzen durch ihre Wechselbeziehung zum richtigen Sein. Dieser Weg, durch den ma
n ein Buddha werden kann, ist der Weg zur Erleuchtung. Dieser Weg des Forschreit
ens zur Erleuchtung wird erreicht, wenn die dreifache Übung beachtet und im Auge
behalten wird, Das tugendhafte Verhalten, meditative Versenkung und transzenden
tales Begreifen und Verstehen, dann führt dieser Weg zur Erleuchtung.
Noch ein Wort zum Mönchstum
Allgemein sind vier Arten von Mönchsorganisationen (Sangha) zu unterscheiden.
1. Ein nationaler Mönchsorden, der mit Funktion zur Ausübung politischer Autorit
ät (Theokratie) identisch ist.
2. Ein nationaler Mönchsorden, der von Oberhäuptern überwacht und von der Regier
ung unterstützt wird.
3. Innerhalb eines Landes einflussreiche Ordensgruppen.
4. Wichtige Klöster innerhalb eines Landes.
Ein Kloster wird durch den Oberen, der für Verwaltung und Disziplin verantwortli
ch ist, geleitet. Das Mönchsleben führten in Thailand alle erwachsenen Männer mi
ndest für einige Monate. So konnte auch jeder Mönch bestimmen, wie lange er im K
loster bleiben wollte und konnte jederzeit das Kloster wieder verlassen. Es gibt
also keinen Zwang bei den buddhistischen Mönchen, lebenslang im Kloster bleiben
zu müssen. Etwas über den Tagesablauf im Kloster Um 4 Uhr morgens wird vom Haus
meister des Wats zum Wecken der Mönche die Glocke geläutet. Diese stehen auf, pu
tzen die Zähne, waschen sich und baden eventuell. Dann legen sie ihre drei gelbe
n Gewänder an, den Sabong, das Untergewand, das um die Hüften befestigt wird. Da
nn die Gewänder und Kleider im allgemeinen oder das Obergewand, das die linke Sc
hulter solange bedeckt, wie der Mönch im Kloster ist. Dann noch ein Gewand, welc
hes über die linke Schulter gezogen wird. Dann zünden sie kniend Kerzen und Räuc
herstäbchen an. Jede Mönchswohnung hat solch einen Altar, dann verneigen sie sic
h dreimal aus kniender Haltung zum Erdboden und gefalteten Händen über der Stirn
. Danach legen sie beide Beine auf eine Seite nach hinten in die sogenannte "höf
liche seitliche Sitzhaltung".Als nächste singen die Mönche den Gruß an Buddha. T
eile aus buddhistischen Texten werden ebenfalls gesungen. Nach dem Gesang übertr
agen die Mönche ihr Verdienst auf alle Arten von Lebewesen. Es folgt die Meditat
ion für einige Minuten. Danach verlassen sie ihre Zellen und gehen meist zu zwei
t ins Kloster. Jeder Mönch offenbart sich dem andern mit allen Verstößen, die er
seit seiner letzten Beichte begangen hat. Das alles ereignet sich noch vor Sonn
enaufgang, nach einer kurzen Ruhepause , stehen sie auf, jetzt beide Schultern b
edeckt, verlassen das Kloster mit Aluminiumschalen in den Händen, die von warten
den Laien gefüllt werden.Die Mönche kehren gegen 7 Uhr zurück, und frühstücken i
n ihrer eigenen Zelle. Nach dem Essen erteilen sie allen Spendern den rituellen
Segen.Um 8.30 Uhr betritt das Oberhaupt des Klosters das Bood, und entzündet Ker
zen und Räucherstäbchen am Altar Buddhas. Alle Mönche und Novizen knien nieder u
nd legen die gefalteten Hände an die Stirne. Der Bood, das Sanktuarium, ist der
wichtigste Ort des Klosters.Gegen 9.00 Uhr vermittelt der Prior den neuen Mönche
n grundlegende Kenntnisse.Zwischen 11.00 und 11.30 Uhr beginnen die Mönche mit i
hrer Hauptmahlzeit, die um 12.00 Uhr beendet sein muss. Es folgt eine Ruhezeit,
danach Studium über Buddha, das Vinay, das allgemeine Dharma.Um 18.00 Uhr erneut
er Glockenruf zu einer neuen Zusammenkunft im Sanktuarium. Jeder Mönch bekennt v
or dem anderen seine Verfehlungen seit dem Morgen, darauf versammeln sich alle z
um abendlichen Singen. Die Abendandacht wird mit der Übertragung der Verdienste
auf alle lebende Wesen beschlossen. Die neuordinierten Mönche haben bis 21 oder
21.30 Uhr abendliche Unterrichtsklassen zu besuchen. Das ist der Tagesablauf ein
es buddhistischen Mönches. Das Leben in einem japanischen Zen-Kloster wird in gr
oßen Linien unterteilt 1. Demütiges leben. 2. Arbeitsames Leben.3. Leben als Die
nst.4. Leben in Gebet und Dankbarkeit.5. Leben in Meditation. Das Leben in Demut
wird moralisch durch das Betteln gegeben. Es hat eine doppelte moralische Bedeu
tung. Einerseits lehrt es den Bettler Demut und andererseits bewirkt es beim Spe
nder Selbstlosigkeit.Die Mönche tragen breite und tief in die Stirne gezogene Hü
te, sodass sie nicht weiter als ein paar Meter weit sehen können, auch nicht das
Gesicht des Gebers. Der Mönch bedankt sich durch einen kurzen Spruch für die Ga
be. So erkennen sich Bettler und Spender nicht. Das Werk der Nächstenliebe soll
ganz frei von persönlichen Beziehungen ausgeübt werden.
Das grundlegende Problem des Lebens und die Vier Grundprinzipien des Buddhismus

Die vier Grundprinzipien des Buddhismus werden zusammen Catariya-saccani /Cavari


-arya-sayani genannt:
1. Das Wesen der unvollkommenden Existenz betreffend.
2. Das Wesen des Kausalprinzips betreffend, das die unvollkommene Existenz beein
flusst.
3. Die Beseitigung kausaler Faktoren betreffend, das Aufhören der unvollkommenen
Existenz und die Verwirklichung der äußersten Freiheit in vollkommener Existenz
als Nirwana.
4. Den Weg betreffend, diese Verwandlung der Existenz zu erkennen und zu vollend
en, den Weg des höchsten Lebens.
Die buddhistischen Prinzipien
Im traditionell indischen Denken hat der Sanskritbegriff Dharma eine Reihe versc
hiedener ethischer, lokalpolitischer metaphysischer und religiöser Bedeutungen,
die oft miteinander verbunden sind: Norm ethischen Verhaltens, universelle Recht
schaffenheit, kosmische Ordnung und kosmische Elemente sowie Lehre oder Doktrin.
Das grundlegende Problem des Lebens und die vier Grundprinzipien des Buddhismus
Der Standpunkt vom "hier und jetzt" bestimmt das buddhistische Denken. Es betrif
ft das Wesen der Existenz. Ein Mensch beginnt buddhistisch zu denken, wenn er si
ch physisch und geistig seiner natürlichen und sozialen Umgebung bewusst wird. Z
u diesem Zweck lehrte Buddha vier wesentliche Grundwahrheiten, entsprechend sein
er eigenen Erfahrung. Die vier Prinzipien des Buddhismus sind
1. Das Wesen der unvollkommenen Existenz betreffend.
2. Das Wesen des Kausalprinzips betreffend, das die unvollkommene Existenz beein
flusst.
3. Die Beseitigung kausaler Faktoren betreffend, das Aufhören der unvollkommenen
Existenz und die Verwirklichung der äußersten Freiheit in vollkommener Existenz
als Nirwana und schließlich
4. Den Weg betreffend, diese Verwandlung der Existenz zu erkennen und vollenden,
den Weg des höchsten Lebens.Die wesentlichen Schulen der buddhistischen Richtun
gen besitzen zahlreiche textliche Darlegungen mit variierenden Lehrmeinungen zu
diesen vier Prinzipien des Buddhismus. Das erste Prinzip: Das Wesen der Existenz
Es besteht aus fünf Seinszuständen: Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Wirkkräfte
des Bewusstseins, und Bewusstsein.
Die Auffassung des "DHARMA" ist der Mittelpunkt der buddhistischen Lehre. Die Ex
istenz ist das Zusammenwirken einer Vielzahl subtiler, letzter, nicht weiter zu
analysierender Elemente von Stoff, Geist und Kräfte. Die Elemente werden technis
ch als "DHARMA" bezeichnet. Der Buddhismus kann demnach als radikaler Pluralismu
sbezeichnet werden. Allein die Elemente sind wirklich.
Die Bedeutung des Begriffs "DHARMA" umschließt folgendes:
1. Jedes Element ist eine einzelne Wesenheit oder Kraft.
2. Kein Element wohnt einem andern inne, deshalb kann es keinen Stoff ohne seine
Eigenschaften, keine Materie jenseits der verschiedenen Sinneswahrnehmungen und
keine Seele jenseits der verschiedenen geistigen Wahrnehmungen geben.
3. Die Elemente haben keine zeitliche Ausdehnung, jeder Augenblick stellt ein El
ement für sich dar; das Denken ist flüchtig, es gibt keine sich bewegenden Körpe
r, sondern nur blitzartig aufeinanderfolgende Erscheinungen anderer Elemente an
jeweils anderen Orten.
4. Die Elemente wirken zusammen.
5. Dieses Zusammenwirken wird von den Gesetzen der Kausalität bestimmt.
6. Infolgedessen ist der Weltprozess ein Prozess des Zusammenwirkens von zweiund
siebzig Arten, subtiler, flüchtiger Elemente, und es macht das Wesen der "DHARMA
" aus, dass sie durch Ursachen bewirkt werden und der Vernichtung zustreben.
7. Beeinflusst vom Element (fundamentale Unwissenheit) ist dieser Prozess in vol
lem Gange. Beeinflusst über die Erfahrung hinausgehende Einsicht und Verstehen,
zeigt er Tendenz zur Beruhigung und zum endgültigen Erlöschen. Im ersten Fall we
rden Ströme sich miteinander verbindender Elemente erzeugt, die gewöhnlichen Men
schen entsprechen; im zweiten Fall stellt dieser Strom einen Heiligen dar. Der v
ollständige Stillstand dieses Prozesses des phänomenalen Lebens entspricht einem
Buddha.
8. Daher werden die Elemente grob in Unruhe, die Ursache der Unruhe, Erlöschen u
nd Ursache des Erlöschens unterteilt.
9. Das endgültige Erlebnis des Weltprozesses ist seine Unterdrückung, die absolu
te Ruhe: hier ist alles Zusammenwirken erloschen und durch Unveränderlichkeit er
setzt.
Das zweite Prinzip: Das Wesen der Kausalität
Das zweite Prinzip des Buddhismus ist die unvollkommene Bedingung des Lebens. De
r Prozess des bedingten Lebens im Buddhismus ist als ein Prozess des dauernden W
echsels der Erscheinungen zu betrachten, der vielfache Ursachen hat. Der Prozess
eines solchen Lebensprozesses wird auf zwölf miteinander verbundenen Phasen fes
tgelegt.
1. Täuschung.
2. "karma", die Tatsache, dass Handlungen Folgen haben, die sich auf die zukünft
ige Existenz auswirken.
3. Der erste Augenblick eines neuen Lebens, der Augenblick der Empfängnis.
4. Die fünf Gruppen oder Ansammlungen von " DHARMAS" in Raum und Zeit im Embryo
vor Bildung seiner Sinnesorgane.
5. Die Bildung der Organe.
6. Organe und Bewusstsein beginnen zusammenzuwirken.
7. Eindeutige Sinnesempfindungen.
8. Erwachen des Sexualtriebes, Beginn eines neuen "karma".
9. Verschiedene Ziele im Leben.
10. Das Leben, d.h. verschiedenartige, bewusste Tätigkeiten.
11. Die Wiedergeburt.
12. Neues Leben, Niedergang und Tod.
Das dritte Prinzip: die äußerste Freiheit in vollkommener Existenz
Es betrifft das Aufhören des zweiten Prinzips und somit das Verschwinden des Ers
ten Prinzips, worauf Freiheit in vollkommener Existenz erlangt werden kann. Die
vollkommene Existenz ist das Nirwana, ein ausgelöschter Buddha. Diesem Ideal ein
es leblosen Nirwana blieben nur wenige Schulen treu. Schon früh zeigte sich unte
r den Anhängern Buddhas die Tendenz, diesen als ein übermenschliches, ewiges Pri
nzip zu interpretieren. Das Vierte Prinzip: Der Mittlere Weg und der Achtfache P
fadDas vierte Prinzip des Buddhismus ist das Mittel, wodurch das erste Prinzip e
rfasst und eingesehen wird, das zweite Prinzip erkannt und verstanden wird und d
as dritte Prinzip verwirklicht und somit das Nirwana erreicht wird. Es wird desh
alb der Weg genannt: Dieser Weg, durch den man ein Arahant / Arhat oder Buddha w
erden kann, ist auch der Pfad, auf dem man zur Erleuchtung voranschreitet. Infol
ge ist das der Mittlere Weg und in der Praxis der Achtfache Pfad, der manchmal d
er Edle Achtfache Pfad heißt.Der Achtfache Pfad besteht aus acht voneinander abh
ängigen Kategorien oder Aspekten angemessenen buddhistischen Verhaltens sowohl g
eistiger als auch körperlicher Art:
1. Rechtes Verstehen
2. Rechtes Denken
3. Rechtes Reden
4. Rechtes Handeln
5. Rechter Lebensunterhalt
6. Rechtes Streben
7. Rechte Achtsamkeit
8. Rechte Konzentration
Die Prinzipien des Fortschreitens zur Erleuchtung
Die Prinzipien des Fortschreitens zur Erleuchtung - sofern sie nicht mit dem Mit
tleren Weg, dem Achtfachen Pfad und der Dreifachen Übung identisch sind werden i
n verschiedenen Texten des Pali, Sanskrit und des buddhistischen hybriden Sanskr
it niedergelegt.
Ein weltlicher Mensch pflegt nur von Dingen geringen Werts von der Moral zu spre
chen. Folgendes gilt von Gotama, dem Mönch:
1. Da der Mönch Gotama darauf verzichtet hat, irgend ein Lebewesen zu töten, ent
hält er sich der Vernichtung von Leben. Er hat Stock und Waffe beiseite gelegt -
er besitzt moralische Scham und Furcht - er erzeigt allen Lebewesen Freundlichk
eit und ist voller Besorgtheit um das Wohlergehen aller Lebewesen.
2. Da der Mönch Gotama darauf verzichtet hat, zu nehmen, was ihm nicht gegeben w
ird, so enthält er sich, zu nehmen, was ihm nicht gegeben wird. Er nimmt nur, wa
s ihm gegeben wird, würdigt das Geben anderer und lebt in Ehrlichkeit und Reinhe
it des Herzens.
3. Da der Mönch Gotama auf Unkeuschheit verzichtet hat, lebt er in Keuschheit. E
r enthält sich dieser niedrigen Gewohnheit und auch des Geschlechtsaktes, der ei
neGewohnheit des gemeinen Volkes ist.
4. Der Mönch Gotama verpönt die Lüge und enthält sich der Falschheit . Er sprich
t die Wahrheit, nichts als die Wahrheit; treu und vertauenswürdig, bricht er sei
n Wort nicht der Welt gegenüber.
5. Der Mönch Gotama verachtet die Verleumdung und enthält sich übler Nachrede. W
as er hier hört, wiederholt er nicht anderswo, um Streit mit den Leuten hier her
aufzubeschwören; was er anderswo hört, wiederholt er nicht hier, um Streit mit d
en Leuten dort heraufzubeschwören. So bindet er die zusammen, die getrennt sind,
bestärkt die, die Freunde sind, stiftet Frieden, liebt den Frieden, ist leidens
chaftlich für den Frieden, spricht Worte, die zum Frieden führen.6. Der Mönch Go
tama vermeidet Grobheit und enthält sich barscher Worte. Er spricht nur solche W
orte, die untadelig sind, dem Ohr angenehm, lieblich, zu Herzen gehend, höflich,
dem Volke angenehm und vom Volke geliebt.
7. Der Mönch Gotama vermeidet frivoles Reden und enthält sich der eitlen Unterha
ltung. Er spricht zu gegebener Zeit, in Übereinstimmung mit den Tatsachen, Worte
voller Gewicht, über die Lehre und zur rechten Zeit spricht er Worte, die es we
rt sind, im Gedächtnis behalten zu werden, Worte mit passenden Beispielen und na
ch der Bedeutung der Tatsachen geordnet.
8. Der Mönch Gotama hütet sich, Samen und Pflanzen Schaden zuzufügen.
9. Er nimmt nur ein Mahl am Tag zu sich, isst nicht am Abend und enthält sich vo
r dem Mittag jeder Nahrung.
10. Er nimmt weder an Tanz, Gesang noch Musik teil und sieht sich keine Schauspi
ele mit Tanz, Gesang und Musik an.
11. Er verzichtet darauf, sich mit Kränzen, Duftwässern und Salben zu schmücken.
12. Er verzichtet auf stattliche und geräumige Ruhestätten.
13. Er lehnt es ab, Gold und Silber anzunehmen.
Zusammenfassung des Buddhismus
Der Buddhismus ist eine Erlösungsreligion, eine Heilslehre, von Buddha im 6. Jah
rhundert v. Chr. gegründet. Buddha ist der "Erwachte, der Erleuchtete":
Die Heilslehre stützt sich auf vier Wahrheiten von philosophischen Begriffen:
1. Das menschliche Leben ist Leiden.
2. Die Ursachen sind der Durst, die Begierde, das Streben nach Lust, die Unwisse
nheit.
3. Dem Leiden kann man entgehen. Das Ziel ist Läuterung der Seele, das Aufgehen
in das Nirwana, die Befreiung vom Leid.
4. Der Weg zur Befreiung vom Leid. Er ist der Achtteilige Pfad, auf dem bestimmt
e Forderungen gestellt werden. Zu den ethischen Forderungen gehören Enthaltsamke
it, die Liebe, die Gewaltlosigkeit.
Die buddhistische Lehre ist eine Selbsterlösungslehre.
Der Buddhismus hat eine große Anziehungskraft auf die europäische Philosophie ge
habt, z.B. Schopenhauer. Der Buddhismus ist letztlich eine nihilistische, aus de
r Materie ausgehende Religion.
© 2001 Dr. Gerhard Fetzner
-