EDITORIAL Liebe Israelfreunde

Das letzte der sieben Feste des Herrn ist das Laubhüttenfest, dessen Datum sich nach dem am Mondzyklus orientierten biblischen Kalender richtet. In diesem Jahr fiel das Fest nach unserem Kalender auf Ende September bis Anfang Oktober. Es dauert acht Tage und ist mittlerweile in Israel zu einer willkommenen Gelegenheit geworden, Festivals und ähnliche populäre Veranstaltungen durchzuführen. Im Radio werden jedoch auch Berichte über den biblischen und traditionellen Hintergrund des Festes gesendet. In einem Beitrag sagte ein Rabbiner, das Laubhüttenfest sei das einzige der sieben biblischen Feste, das nicht mit einem Wunder verbunden sei. Als ich das hörte, kamen mir gleich Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage. Nach 3. Mose 23,43 verordnete Gott den Israeliten dieses Fest, weil sie nicht vergessen sollten, dass sie nach dem Auszug aus Ägypten während ihres Zuges durch die Wüste in Zelten oder Hütten wohnten. Diese Zeit der Wüstenwanderung war in Gottes Augen offenbar sehr wichtig. Deshalb erinnerte Er die Israeliten noch einmal daran, damit sie Seine Güte nicht vergassen. Kurz vor seinem Tod sagte Mose diese Worte Gottes: «Ich habe euch vierzig Jahre in der Wüste geführt: Eure Kleider sind nicht an euch zerschlissen, und dein Schuh an deinem Fuss ist nicht zerschlissen» (5.Mo 29,4). War denn das Überleben in der Wüste etwa kein grosses Wunder? Tatsächlich konnten die Israeliten nur weiter existieren, weil Gott für sie sorgte und sie bei Tag mit einer Wolke vor der Sonnenglut schützte und mit der Feuersäule vor der Kälte der Nacht. Prophetisch gesehen hat dieses Handeln Gottes an Seinem Bundesvolk Israel auch eine wunderbare Bedeutung für das Volk des Neuen Bundes. Paulus vergleicht das irdische Leben der Gläubigen mit einem Leben in einer Hütte oder einem Zelt: «Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel» (2.Kor 5,1). Vielleicht hat Paulus bei der Verwendung des Ausdrucks «Hütte» als Begriff für das zeitliche und vergängliche Leben an die Hütten gedacht, in denen die Israeliten bis zu ihrem Einzug in das verheissene Land wohnten. Auch unser Leben ist in gewissem Sinn eine Wanderung durch eine schreckliche Wüste, bis wir endlich an die Grenze des «verheissenen Landes» gelangen. Wie die Israeliten damals befinden auch wir uns in der Gefahr, gegen Gott zu murren, wenn uns Schwierigkeiten begegnen, anstatt diese im Glauben auf uns zu nehmen. Darum ist es wichtig, dass wir uns immer wieder an das erinnern, was Er aus Liebe für uns getan hat. So bleiben wir im Glauben standhaft und beginnen nicht, an Seiner Güte und Fürsorge zu zweifeln. Weil es ungeheuer wichtig ist, die Güte Gottes nicht zu vergessen, ermahnte Mose vor seinem Tod das Volk Israel noch einmal mit diesen eindringlichen Worten: «Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen schwinden alle Tage deines Lebens! Und tue sie deinen Kindern und deinen Kindeskindern kund» (5.Mo 4,9). Wie oft hat der Herr Seine wunderbaren Verheissungen in unserem Leben wahr gemacht, uns bewahrt und durchgetragen durch die «Wüste» dieses Erdenlebens. Deshalb fordert Er uns auf, nicht zu vergessen, was Er uns Gutes getan hat. In dieser ständigen Erinnerung an die grosse Liebe und Güte Gottes mit Ihnen verbunden grüsst Sie mit einem herzlichen Shalom

Unser Leben ist in gewissem Sinn eine Wanderung durch eine schreckliche Wüste, bis wir endlich an die Grenze des «verheissenen Landes» gelangen

Ihr Fredi Winkler
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Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf Abteilung Beth-Shalom Ringwiesenstrasse 12a CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 17 Fax 0041 (0)44 952 14 19 E-Mail: beth-shalom@mnr.ch Deutschland: Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V. Abteilung Beth-Shalom Kaltenbrunnenstrasse 7 DE 79807 Lottstetten Tel. 0049 (0)7745 8001 Fax 0049 (0)7745 201 E-Mail: beth-shalom@mnr.ch Zeitschriften Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom «Nachrichten aus Israel» Ringwiesenstrasse 12a, CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 15, Fax 0041 (0)44 952 14 11 E-Mail: nai@mnr.ch Deutschland: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom «Nachrichten aus Israel» Kaltenbrunnenstrasse 7, DE 79807 Lottstetten Tel. 0049 (0)7745 8001, Fax 0049 (0)7745 201 E-Mail: nai@mnr.ch Die «Nachrichten aus Israel» erscheinen auch in englischer, französischer, holländischer, portugiesischer, rumänischer, spanischer und ungarischer Sprache. Erscheinungsweise monatlich. Abonnementspreise jährlich: Schweiz CHF 18.–; Deutschland EUR 12.–; Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–; Übersee EUR 24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. Einzahlungen Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom Postkonto 80-11535-0 oder Zürcher Kantonalbank, CH 8330 Pfäffikon ZH Konto 1152-0772.695, Bank Clearing 752 Einzahlungen Deutschland: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Konto 139220-700 oder Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90 Konto 06600670 Druck: EKM-Nyomda, Palóc utca 2, HU 1135 Budapest Israelreisen: Missionswerk Mitternachtsruf Abteilung Beth-Shalom-Reisen Ringwiesenstrasse 12 a, CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 18, Fax 0041 (0)44 952 14 19 E-Mail: reisen@mnr.ch Gästehaus: Beth-Shalom, P.O.B. 6208, Hanassi Avenue 110 IL 31060 Haifa-Carmel, Israel Tel. 00972 4 837 74 81, Fax 00972 4 837 24 43 E-Mail: beth-shalom-israel@mnr.ch Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar. Initialen der Autoren und Quellenangaben in dieser Ausgabe: ZL = Zwi Lidar; CM = Conno Malgo; AN = Antje Naujoks; US = Ulrich Sahm

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Sarkozy bekennt sich zu Israel. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy präsentierte sich kürzlich in seiner ersten aussenpolitischen Grundsatzrede als Freund Israels. Er legte für sein Land zum ersten Mal in der Geschichte einen proisraelischen Kurs fest. Seite 11

Die Nazi-Wurzeln des 11. September. Der Politologe Matthias Küntzel lebt und lehrt in Hamburg. Immer wieder veröffentlicht er Beiträge, die in Fachkreisen hitzige Diskussionen auslösen. Auszüge aus einem Artikel im Magazin «The Weekly Standard» sollten auch Sie zum Nachdenken anregen. Seite 13

EDITORIAL
3 von Fredi Winkler

BIBLISCHE BOTSCHAFT
5 Ein Segen mitten auf Erden

YESHUA UND ISRAEL
9 Totschweigen oder Zerreden?

H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N A U S I S R A E L
10 10 11 11 12 13 13 15 15 16 16 17 17 17 18 18 19 19 20 20 21 22 Israelische Armee kidnappte Kidnapper Syrien, Iran und Nordkorea Raketen gehen «von alleine» in die Luft Die neuen Seiten Frankreichs «Staatsgründung» in der Knesset Vergleich mit Nordirland passt nicht! Die Nazi-Wurzeln des 11. September Neonazis in Israel Israeli rettet Passagiere Israelische Produkte in Afghanistan Berlin und Israels Bauwesen «Iscar» jetzt auch in China Israelische Luftfahrtindustrie Stetiger Aufschwung Lieferungen für die AOK Harfe König Davids wird rekonstruiert Rettung für Biene und Mensch Antiker Wirtschaftszweig Eine israelische Innovation Zukünftige Behandlungsmöglichkeiten Wo liegt Golgatha? An alle Israelfreunde

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT

Ein Segen mitten auf Erden
Wo befindet sich der Mittelpunkt der Erde? Zu dieser Frage gibt es je nach der individuellen Sichtweise verschiedene Meinungen. Einige denken, das alte Europa liege in der Mitte, für manche Amerikaner befindet sich der Mittelpunkt der Welt vielleicht in Amerika. Aber die Bibel sagt dazu etwas ganz anderes aus: Jerusalem und damit das Land Israel liegt mitten auf der Erde.
Fredi Winkler Sogar Gott selbst sagt: «Das ist Jerusalem! Mitten unter die Nationen habe ich es gesetzt, und Länder rings um es her» (Hes 5,5). Doch auch von der Logik her liegt dieses Land im Zentrum der Welt, zumal es die Landbrücke zwischen Afrika, Asien und Europa bildet. Gott verfolgte eine ganz bestimmte Absicht, als Er sich ein Volk zum besonderen Eigentum erwählte und ihm gerade dieses Land auf dem Verbindungsweg zwischen den drei Kontinenten gab. Er wollte nämlich alle Völker segnen. Gottes Absichten mit der Erwählung des Volkes und Landes Israel. Als Gott Abraham, den Stammvater des Volkes Israel, berief und ihn aufforderte, in das Land zu ziehen, das Er ihm zeigen würde, eröffnete Er ihm gleichzeitig den Zweck und das Ziel seiner Berufung: «… in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!» (1.Mo 12,3). Von Anfang an gab es eine enge Verbindung zwischen dem von Gott ersehenen Land und dem verheissenen Segen, den Er über alle Völker bringen wollte. Gott plante, hier, in diesem Land und unter diesem Volk, Seinen Segen auf die Welt und auf die Menschheit zurückzubringen, nachdem durch Satan die Sünde und der Tod auf diese Erde und über die Menschen gekommen waren. Die Verwirklichung des Segens für alle Völker. Die wechselhafte Geschichte des Volkes Israel ist einerseits gekennzeichnet von Gehorsam und Segen, andererseits aber von Ungehorsam und Fluch. Dieser stetige Wechsel hat sich keineswegs zum Segen für die Nationen

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ausgewirkt. Darum greift Paulus die göttliche Segensverheissung an Abraham und seinen Samen auf: «Nun aber sind die Verheissungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heisst nicht: ‹und den Samen›, als von vielen, sondern als von einem: ‹und deinem Samen›, und dieser ist Christus» (Gal 3,16). Gott ging es bei der Verwirklichung des verheissenen Segens um viel mehr als nur um irdisches Wohlergehen. Er wollte den Fluch, der durch die Sünde in die Welt gekommen war, überwinden. Bewirkt hat Gott das schliesslich in Jesus Christus mitten auf Erden, am Kreuz von Golgatha in Jerusalem und somit mitten in dem Land, das Er erwählt hatte. Die Besonderheit am Tod Jesu bestand darin, dass Er nicht wie andere Verstorbene im Tod blieb, sondern auferstand und damit Satan aus seiner bisherigen Machtstellung verstiess. Kurz vor seinem Leiden und Sterben kündigte Jesus selbst dieses gewaltige Geschehen an: «Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden» (Joh 12,31). Bis zu jenem Zeitpunkt hatte der Teufel die

Doch obwohl Satan durch den Sieg Jesu aus seiner Machtposition verstossen wurde, ist er noch immer nicht gebunden. Dieses Ereignis steht nach Offenbarung 20,1-2 noch bevor. Dann erst werden sich die Segenszusagen, die Gott dem Abraham gab, im verheissenen tausendjährigen Reich Gottes für alle sichtbar und in ihrem vollen Ausmass erfüllen. Doch bis es so weit ist, versucht der Teufel, die Erfüllung der göttlichen Prophezeiungen zu vereiteln. Je näher der Zeitpunkt für die Aufrichtung des Reiches Gottes rückt, desto intensiver werden die Anstrengungen Satans, um dieses Geschehen zu verhindern. Aus dieser Perspektive sollten wir auch die aktuellen Entwicklungen in Israel, dem Nahen Osten und der übrigen Welt betrachten. Der Kampf um das verheissene Land ist uralt, weil er bereits zwischen den Nachkommen Abrahams begann. Doch darüber hinaus versuchten bezeichnenderweise die grossen Reiche der Welt stets aus politischen und strategischen Gründen, dieses Land mit seinem wichtigen Durchgangsweg zwischen den fruchtbaren Gebieten am Nil sowie denen am Euphrat und Tigris an sich zu reissen. Dies ist ein Beweis, wie wichtig dieses Land auch in ihren Augen war. In alter Zeit waren es Assyrien, Babylon, Persien, Griechenland und später Rom, die das Gebiet aus machtstrategischen Gründen eroberten und beherrschten. Mit der Entstehung des Islams bekam der Kampf um das verheissene Land eine neue Dimension, und zwar eine religiöse. Gerade an dem Ort, an dem einst das zentrale Heiligtum des Jerusalem ist für den Islam die drittwichtigsVolkes Israel, te heilige Stätte. Allerdings steht im Koran, der Tempel, dem heiligen Buch des Islams, kein Wort stand, entüber Jerusalem standen zwei islamische Moscheen. Dadurch wurde Jerusalem für den Islam zur drittwichtigsten heiligen Stätte. Allerdings steht im Koran, dem heiligen Buch des Islams, kein Wort über Jerusalem und das verheissene Land. Der religiös motivierte Kampf um Jerusalem flackerte jedoch erst dann richtig auf, als die Muslime aus religiösen Beweggründen heraus begannen, im Heiligen Land die christlichen Heiligtümer (wie zum Beispiel die Grabeskirche in Jerusalem) zu zerstören. Diese Handlungsweise löste im christlichen Europa einen Sturm der Empörung aus, und dadurch wurden ungeahnte Kräfte freigesetzt. Das christliche Abendland vereinigte sich zu einem in diesem Ausmass noch nie da gewesenen Feldzug – der unter dem Begriff «Kreuzzüge» in die Geschichte einging –, um im Heiligen Land gegen die muslimischen Feinde des Christentums vorzugehen. In der Folge gelang es den Kreuzrittern, den

Macht über die Toten und das Totenreich. Nur der sündlose Sohn Gottes, der in der Gestalt Jesu als Mensch auf diese Erde kam, war in der Lage, Satan aus dieser durch den Sündenfall der Menschen erlangten Schlüsselposition zu vertreiben und schliesslich zu entmachten. Deshalb kann Jesus auch von sich sagen: «Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes» (Offb 1,17-18). Dieses gewaltige Geschehen im Land und unter dem Volk Israel schuf die Grundlage für die Verwirklichung des allen Völkern verheissenen Segens. Das Leben des Sohnes Gottes in diesem Land und Sein Sterben am Kreuz von Golgatha sowie Seine anschliessende Auferstehung aus dem Tod machen das Land Israel zu etwas Ausserordentlichem und Einmaligem.

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Muslimen das verheissene Land zu entreissen. In einem von sion über eine Teilung Palästinas wurde als die beste Lösung wechselndem Kriegsglück geprägten Zeitraum von knapp angesehen. Dieser Vorschlag wurde dann auch in einer Abzweihundert Jahren blieb das Heilige Land in christlicher stimmung der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Hand, bis es den Muslimen schliesslich gelang, die Kreuzeiner Zweidrittelmehrheit angenommen. ritter wieder zu vertreiben. Die Juden befürworteten von Anfang an die Teilung Das Land blieb dann jahrhundertelang ohne grosse des Landes, weil diese Massnahme für sie die einzige MögBedeutung, nachdem die Muslime den Christen dort eine lichkeit war, einen eigenen Staat zu gründen. Die Araber beschränkte Präsenz und den Zugang zu den heiligen Stätten dagegen lehnten die Teilung Palästinas von vornherein ab gewährten. Erst die Neuzeit und die Entstehung der Koloniund drohten mit Krieg. Doch auch dieser Widerstand war almächte mit ihrer globalen Politik brachte das verheissene eine Fügung Gottes, denn es gelang den Juden später nicht Land wieder zurück auf die Bühne des Weltgeschehens. nur, den von den Arabern angezettelten Krieg wie durch ein Am Ende des Ersten Weltkrieges versetzten die Briten Wunder zu gewinnen, sondern sogar die Grenzen ihres Staadem türkischen Reich den Todesstoss und führten seinen Zutes zu erweitern. sammenbruch herbei. Dabei eroberten sie auch das Heilige Land, das vierhundert Jahre lang von den Türken beherrscht worden war, nun aber von den Briten verwaltet wurde. Infolge des Ersten Weltkrieges brachen weitere Grossmächte und alte Ordnungen zusammen, und es kam zum Erwachen der Nationalstaaten. Damit wurde auch die sogenannte Judenfrage wieder aktuell, zumal das jüdische Volk kein eigenes Land besass und von vielen Nationen als Fremdkörper empfunden wurde. Es waren erstaunlicherweise nicht die Juden selbst, die zuerst nach der Neugründung eines eigenen Staates in Palästina strebten, sondern bibelgläubige Christen, vor allem in England. Sie setzten sich bereits nach 1850 für die Schaffung einer jüdischen Heimstätte im damaligen Palästina ein. Denn sie waren davon überzeugt, dass gemäss den biblischen Prophezeiungen die Zeit für die Rückkehr des Volkes Israel in sein Land gekommen war. Diese Bestrebungen führten schliesslich zu der berühmten Balfour-Erklärung durch den damaligen britischen Aussenminister Lord Balfour, der selbst ein bibelgläubiger Christ war. Doch erst die Vorgänge, die zum Zweiten Weltkrieg führten, und die Verfolgung in jener Zeit brachten auch die Juden dazu, in Palästina einen eigenen Staat zu gründen. Dadurch erhielt der Kampf um das verheissene Israel ist das Land mitten auf der Erde Land nochmals eine neue und aktuelle Dimension. Mit der Rückkehr der Juden in das von Gott versprochene Land rückte dieses kleine Gebiet im Mittelpunkt der Erde erneut in das Zentrum des Weltgeschehens und des allgemeinen Interesses. Der Beschluss der Vereinten Nationen über die Gründung eines jüdischen Staates. Mit dem Ablauf des britischen Mandats über Palästina im Jahr 1949 stellte sich nun die Frage, was mit dem Land geschehen sollte. Sollte das Mandat der Briten verlängert werden oder sollte Palästina wie so viele andere Staaten in die Unabhängigkeit entlassen werden? Eine Kommission der Vereinten Nationen kam zum Schluss, dass das Mandat auf keinen Fall verlängert werden sollte, aber die Unterschiede zwischen Juden und Arabern zu gross seien. Deshalb sei es sinnvoll, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Teil aufzuteilen. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Araber in Palästina und die arabischen Nachbarstaaten entschieden gegen die Gründung eines jüdischen Staates. Doch die Empfehlung der KommisWeil die palästinensischen Araber damals nicht in der Lage waren, einen Krieg zu gewinnen, wandten sie sich Hilfe suchend an die benachbarten arabischen Staaten. Diese griffen jedoch nicht wegen ihrer Sympathien für die Palästinenser in den Konflikt ein, sondern weil sie hofften, nach einem errungenen Sieg das Land unter sich aufzuteilen. Dabei wollte jeder ein möglichst grosses Stück für sich ergattern. Bezeichnenderweise kam es nach dem Waffenstillstand von 1949 nicht zu der von den Palästinensern angeblich so sehr herbeigesehnten Gründung eines eigenen Staates. Vielmehr schloss sich das verbleibende Westjordanland Jordanien an und der Gazastreifen kam unter ägyptische Verwaltung.

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Das Land mitten auf Erden. Bei den Waffenstillstandsverlässt erkennen, wie gerade diese Region zum Zentrum des handlungen von 1949 schlug der damalige jordanische König göttlichen Segens werden wird: «An jenem Tag wird Israel Abdullah I. Israel einen Landtausch vor. Er war bereit, den der Dritte sein mit Ägypten und Assur, ein Segen inmitten der Juden mehr Land in Judäa und Samaria zu geben, wenn sie Erde. Denn der Herr der Heerscharen segnet es und spricht: dafür den Süden des Landes an Jordanien abtreten würden. Die Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Israelis waren klug genug, diesen Vorschlag abzulehnen. WaWerk, und Israel, mein Erbteil!» (Jes 19,24-25). Auf den ersten rum war dem jordanischen König der Süden Israels so wichtig? Blick könnte man beim Lesen dieser Verse meinen, es handle Wenn seine Absicht verwirklicht worden wäre, wäre Jordanien sich um einen Druckfehler in der Bibel. Wie ist es möglich, das wichtigste Durchgangsland zwischen der arabischen Welt dass Gott Ägypten als «mein Volk» bezeichnet und Assur «das in Nordafrika und der übrigen arabischen Welt in Asien geWerk Meiner Hände» nennt? Verwendet Gott diese Begriffe worden. Doch weil der Handel nicht zustande kam, liegt Israel sonst nicht ausschliesslich für Sein Volk Israel? zum grossen Ärger der gesamten arabischen und islamischen Wenn Jesus wiederkommt, um Sein Reich aufzurichten, Welt wie ein Keil zwischen diesen beiden Teilen. wird Er nicht etwa nach Rom oder Washington zurückkehren, Seither sind beinahe 60 Jahre vergangen. Obwohl zwisondern nach Israel und Jerusalem. Von dort wird der Segen schen Israel, Ägypten und Jordanien ein Friedensabkommen des messianischen Reiches ausgehen. Ägypten und Assyrien zustande kam, gibt es keinen freien Durchgang durch Israel. werden dann auf dem Weg zu den zwei grossen und weithin Warum nicht? Die Sicherheitslage lässt diesen freien Transfer durch das Evangelium noch unerreichten Kontinenten Afrika nicht zu. Aus Angst vor Terror sind die Grenzübergänge nur und Asien liegen. Dann wird sich auch die Verheissung Gottes eingeschränkt offen und die Kontrollen sind sehr streng. Von an Abraham buchstäblich erfüllen, zumal nach 1. Mose 25,18 einer offenen Bahn oder Strasse, wie man sie zum Beispiel in diese Länder zu den Siedlungsgebieten der Nachkommen AbEuropa kennt, kann keine Rede sein. Doch gerade das wird in rahams gehören. der prophetischen Schau über den kommenden Frieden von Die Anfänge der Wiederaufrichtung der zerfallenen «Hütte Jesaja vorhergesagt: «An jenem Tag wird von Ägypten eine Davids» sind in Israel schon jetzt in vollem Gange. Und die gebahnte Strasse nach Assyrien gehen; der Assyrer wird nach Geschehnisse, die Jakobus in Apostelgeschichte 15,16-17 aus Ägypten und der Ägypter nach Assyrien dem Propheten Amos zitiert, stehen kurz kommen, und die Ägypter werden mit den vor ihrer Erfüllung: «Nach diesem will ich Wenn Jesus wiederkommt, Assyrern dem Herrn dienen» (Jes 19,23). zurückkehren und wieder aufbauen die Es sieht ganz so aus, als ob die Araber um Sein Reich aufzurichHütte Davids, die verfallen ist, und ihre unbewusst diesen göttlichen Plan, in dem ten, wird Er nicht etwa nach Trümmer will ich wieder bauen und sie Israel in einer friedlichen Verbindung wieder aufrichten; damit die übrigen der Rom oder Washington zumit Ägypten und Assyrien der Dritte ist, Menschen den Herrn suchen und alle Naverhindern wollten. Doch hinter diesen tionen, über die mein Name angerufen rückkehren, sondern nach Bestrebungen erkennen wir die Macht ist, spricht der Herr, der dieses tut.» Jerusalem der Finsternis. Wohin wird Jesus zurückkehren? Natürlich nach Jerusalem. Dann werden Wie ist Frieden im Nahen Osten möglich? Die heutige Jerusalem und Zion zum Segen inmitten der Erde werden, Situation lässt erkennen, dass ein echter Frieden im Nahen so wie Gott es zuvor bestimmt hat. Dann wird jene Zeit Osten, aber auch in der übrigen Welt aus menschlichen Andes wahren Friedens kommen, auf die die Völker schon so strengungen heraus nicht möglich ist. Der wahre Frieden wird lange gewartet haben und von der Jesaja sagt: «Und es wird erst dann kommen, wenn alle Völker sich zu Gott wenden. geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Doch dass diese Hinwendung zu Gott nicht ohne Sein Eingreides Herrn feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein fen geschehen wird, lehren uns die Vergangenheit und auch über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. das aktuelle Geschehen. Leider ist die einzige Sprache, die Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst Menschen verstehen, das Reden Gottes durch Seine Gerichte. uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Deshalb sagt Jesaja im Hinblick auf die in Zukunft offene Strasse Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf von Ägypten nach Assyrien: «Und der Herr wird die Ägypter seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen schlagen, schlagen und heilen. Und sie werden sich zum Herrn und das Wort des Herrn von Jerusalem. Und er wird richten wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. heilen» (Jes 19,22). Die Feststellung, dass nur die Hinwendung Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden der Völker zum wahren Gott, der sich in der Bibel offenbart, und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation wahren Frieden bringen wird, darf man heute in dieser Form gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg eigentlich nicht mehr äussern; denn sie ist nicht «politisch nicht mehr lernen» (Jes 2,2-4). korrekt». Doch genau das wird der Bibel zufolge mit Ägypten Der lang ersehnte Frieden wird sich nicht durch die Vergeschehen. mittlung der Vereinten Nationen von New York aus über diese Die «fundamentalistischen Muslime», die versuchen, weltErde ausbreiten. Das ist uns allen aus bitterer Erfahrung schon weit immer mehr an Einfluss zu gewinnen, sehen hingegen klar geworden. Wahrer Frieden wird allein durch den Fürsten in der Islamisierung der ganzen Welt die einzige Möglichkeit des Friedens – Jesus Christus – von Jerusalem ausgehen. Erst für einen Weltfrieden. Daran können wir erkennen, dass wenn der Friedefürst regieren wird, wird sich das Wort vom alles auf eine grosse Konfrontation hinausläuft und ohne das Segen aus Jesaja 19 buchstäblich erfüllen. Das ist unsere leEingreifen Gottes ein dauerhafter Frieden nicht möglich sein bendige Hoffnung, weil Er uns zu Miterben Seines Reiches wird. Doch die wunderbare prophetische Vision in Jesaja 19 gemacht hat. 

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YESHUA
EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

UND

ISRAEL

Totschweigen oder Zerreden? Vom Umgang mit messianischen Juden in Geschichte und Gegenwart
«Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144 000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels» (Offb 7,4).
DR. GERSHON NEREL – TEIL 16 Im Juli 2007 nahm ich an der Zweiten Jerusalemer Schule für Jüdische Studien und Vergleichende Religionswissenschaften teil. Diese Veranstaltung wurde vom Institut für Weiterführende Studien auf dem Giv’at Ram Safra Campus der Hebräischen Universität in Jerusalem organisiert. Das Thema des diesjährigen Symposiums lautete: «Wie man Häresie definiert oder: die sich verschiebenden Grenzen der Religion». In der Diskussion ging es vor allem um religiöse Traditionen, die im Verlauf der Geschichte einen Abgrenzungsprozess durchlaufen haben. Dabei bezeichnete sich die jeweils dominierende Partei als «orthodox», während die unterlegenen Gruppierungen als «Abspaltungen» oder «Abtrünnige» betrachtet wurden. Es war nicht überraschend, dass zu den zentralen Themen des Symposiums auch die frühe Bewegung jüdischer Gläubiger an Yeshua aus den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus gehörte. Bei mehreren Vorträgen analysierten die Redner die Schritte, die vom religiösen Establishment sowohl in der Synagoge als auch in der Kirche unternommen wurden, um die Existenz und den Einfluss jüdischer Gläubiger an Yeshua einzudämmen. So bezeichneten in der Frühzeit die Rabbiner bei religiösen Debatten die jüdischen Gläubigen an Yeshua als «Minim» und «Malshinim» (hebräisch für: Abtrünnige und Verleumder), während die Kirchenväter diese Gläubigen als «Arme im Geiste» («Ebioniten») und «Proselytenmacher» («Judaisierer») betrachteten. In meiner eigenen Präsentation wies ich darauf hin, dass es heutzutage eine dynamische, moderne Bewegung jüdischer Gläubiger an Yeshua gibt, von denen etwa 7 000 allein im Staat Israel leben. Wie in der Antike bilden diese Gläubigen zwar eine kleine und eher unbedeutende Minderheit, die im Allgemeinen missverstanden und falsch dargestellt wird. Als ich erwähnte, dass man heute anstelle der Bezeichnung «messianische Juden» lieber den treffenderen Begriff «jüdische Gläubige an Yeshua» oder im Englischen die Abkürzung JBY (für «Jewish Believers in Yeshua») wählen sollte, weil es innerhalb des Judentums mehrere Arten von jüdischen Gläubigen an «irgendeinen» Messias gebe, reagierte einer der Professoren mit dieser höhnischen Bemerkung: «Verwenden Sie bloss nicht die Abkürzung JBY, weil das eine respektlose Bezeichnung ist. Mich erinnert sie an eine Jogurtmarke in den USA!» Aber ich erwiderte: «Na und?! Die Abkürzung JBY ist durchaus zutreffend, und es gibt für mich keinen berechtigten Grund, sie nicht zu verwenden!» Es war eindeutig, dass wir beide verschiedene Auffassungen über das heutige Phänomen der JBY hatten. In der Regel lösen selbst aussergewöhnliche Namen nicht eine derart verächtliche Reaktion aus. Bei einer Vorlesung auf diesem Symposium machte derselbe Professor auf die folgende Tatsache aufmerksam: Im Verlauf der jüdischen Geschichte, besonders im Mittelalter und auch in der Neuzeit, begegneten die religiösen und kulturellen Institutionen des Judentums dem Phänomen der JBY mit einer «Strategie des Totschweigens». Oder anders ausgedrückt: Die offiziellen Vertreter des Judentums wollten die Existenz der jüdischen Gläubigen an Yeshua einfach nicht wahrhaben. In vielen Fällen begegnete man der schriftstellerischen Arbeit jüdischer Gläubiger an Yeshua mit Geringschätzung, ihren Bräuchen mit Verachtung und ihren Einrichtungen mit Gleichgültigkeit. Es handelte sich hierbei um eine Haltung des bewussten Wegsehens und der Ausgrenzung, als ob die Gruppe der jüdischen Gläubigen an Yeshua gar nicht vorhanden wäre. In den letzten Jahrzehnten erscheinen jedoch jüdische Gläubige an Yeshua verstärkt auf der öffentlichen Agenda des offiziellen Judentums, und zwar sowohl im Staat Israel als auch in anderen Ländern. Jüdische Medien berichten häufig über Gemeinden von JBY und über deren Aktivitäten. Eine ähnliche Entwicklung findet auch in akademischen Kreisen statt. Dort befassen sich aufgeschlossene Forscher aus verschiedenen Blickwinkeln mit diesem Phänomen. Sogar der Oberste Gerichtshof in Israel hat über den zivilrechtlichen Status von JBY mehrere Urteile verkündet. Dennoch kann man auch beobachten, wie das «etablierte» Judentum den jüdischen Gläubigen an Yeshua in vielen Fällen mit einer starken Polemik begegnet. So zerreden Antimissionsgruppen das Phänomen der JBY mit lautem Geschrei und giftigen Worten. Leider schliessen sich auch orthodoxe Juden diesem Chor der Misstöne an. Dabei sind fast abergläubische Begriffe zu hören wie «Verräter», «Abtrünnige», «gefährliche Sektierer», «fünfte Kolonne» usw. Dazu kommen noch die falschen, gotteslästerlichen Aussagen über Yeshua und das Neue Testament. Solche Angriffe sind zum Beispiel aus der Stadt Arad im Negev seit über zwei Jahren bekannt. Aber schliesslich muss ich auch eingestehen, dass das allgemeine Bild über Yeshua heutEs gibt innerhalb des Judentums mehrere Arten von jüdischen Gläubigen, die an «irgendeinen» Messias glauben

zutage nicht mehr so düster ist. Die meisten Juden, vor allem jüngere Menschen, empfinden Yeshua, Seine Botschaft oder Seine heutigen Jünger nicht mehr als Bedrohung. Tatsächlich sehen Juden Yeshua heute immer häufiger in einem anderen Licht als im Sinne der traditionellen, negativen Bezeichnung «Yeshu» (im Hebräischen klingt dieser Name abfällig). Für viele von ihnen ist Yeshua heute so etwas wie ein Freund oder sogar «unser Bruder». 

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Nachrichten aus Israel • 11/2007

AUS ISRAEL

ENTFÜHRUNG IM GAZASTREIFEN

Israelische Armee kidnappte Kidnapper
Nur wenige Tage nach dem mysteriösen Flugmanöver der israelischen Armee in Syrien schlug ein anderer «langer Arm» Israels zu: Der israelische Inlandsgeheimdienst «Shabak» kidnappte einen palästinensischen Entführer.
Die Entführung
dieses Palästinensers erfolgte im Gazastreifen. Es handelt sich um einen Anführer der «Izz al-Din alKassam»-Brigade, des militärischen Arms der Hamas. Er war für die Planung und Durchführung des Hamas-Übergriffs auf israelisches Hoheitsgebiet verantwortlich, bei dem der israelische Soldat Gilead Shalit entführt wurde. Mahawesh al-Kadi (auch «Abu Khaled» genannt) wurde vor den Augen seiner Familie von einer israelischen Kommandoeinheit gefasst und nach Israel gebracht. Offiziell bestätigte dies weder die israelische Regierung noch die Armee. Die Meldung wurde von den palästinensischen Medien in Umlauf gebracht, die sich auf die Aussagen von Abu Khaleds Familienangehörigen und anderen Augenzeugen stützen. Laut diesen Aussagen wurde Abu Khaled, der erst kürzlich zum Leiter der «Izz al-Din al-Kassam»-Brigade im südlichen Abschnitt des Gazastreifens ernannt worden war, am 7. September 2007 entführt: Es war 21.00 Uhr. Khaled war auf der Heimfahrt. Im Auto sassen auch seine Mutter, seine Ehefrau und mehrere Kinder des Ehepaars. In der Nähe des Friedhofs ihres Wohnorts Rafiach bemerkte Abu
Gilead Shalit – Abu Khaled weiss, wo er festgehalten wird

sprintete zum Jeep. Die beiden Autos rasten in Richtung Dahanija-Flughafen. Dort landeten laut Berichten plötzlich mehrere Hubschrauber der israelischen Luftwaffe. Kurz darauf seien zwei Wagen vorgefahren und mehrere Personen in die Hubschrauber gestiegen. Ein Mann habe hilflos gewirkt und sei geschleppt worden. Abu Khaled scheint einer der wenigen Palästinenser zu sein, der weiss, wo genau der Ende Juni 2006 entführte Gilead Shalit gefangen gehalten wird. Nun wissen alle Hamas-Aktivisten: Solange sie Shalit in ihrer Gewalt haben, ist keiner von ihnen vor einem israelischen Zugriff sicher. ZL

Khaled einen Jeep, der anscheinend eine Panne hatte. Als er um den Jeep herumfuhr, überquerte plötzlich ein alter Mann mit einem Stock die Strasse und fiel mitten auf der Fahrbahn hin. Abu Khaled stoppte und stieg aus, um nach dem Greis zu sehen. Genau in diesem Augenblick, so berichteten die palästinensischen Augenzeugen, sprangen mehrere bewaffnete Männer in HamasKampfanzügen aus einem Versteck hervor. Sie überwältigten Khaled, zerrten die Angehörigen aus dem Auto und drängten Abu Khaled hinein. Der alte Mann rappelte sich ebenfalls auf und

Kommentar: Israel lässt seinen Feinden, speziell Kidnappern, keine Ruhe, bis man ihrer habhaft geworden ist. So erging es auch den Attentätern von 1972 in München. Der israelische Geheimdienst jagte sie alle und brachte sie um. Das erinnert uns an das biblische Beispiel König Davids: Er gab seinem Sohn Salomo den Befehl, dafür zu sorgen, dass «die grauen Haare Joabs nicht in Frieden ins Totenreich fahren» (vgl. 1.Kön 2,6). Denn Joab hatte unschuldiges Blut vergossen (V 5). In 1. Könige 2,34 lesen wir über die Hinrichtung Joabs. Genauso jagt Israel Terroristen, die unschuldiges Blut vergossen haben. Dieses Vorgehen ist für einige Christen sicherlich schwer nachzuvollziehen. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass Israel noch unter alttestamentlichen Vorzeichen lebt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. CM 

ISRAELISCHE KAMPFFLUGZEUGE ÜBER SYRIEN

Syrien, Iran und Nordkorea
In der Nacht vom 3. September 2007 lief ein unbekanntes Schiff in einen syrischen Hafen ein. Die Hafenarbeiter entluden die Fracht, ohne zu wissen, worum es sich handelt. Besser informiert waren hingegen der israelische und der amerikanische Geheimdienst.
Das geheimnisvolle Schiff stammte aus Nordkorea. Es lieferte eine Fracht für eine ebenso mysteriöse, militärische Anlage in der syrischen Stadt Dir a-Zour. Nur drei Tage später geriet diese Anlage ins Visier von israelischen Kampfflugzeugen. Bisher schwieg die israelische Regierung dazu. Doch was geschah dort wirklich? Noch immer ist der Sachverhalt zumindest für die breite Öffentlichkeit nicht vollständig geklärt,
auch wenn es gewisse Vermutungen gibt (Entwicklung von Langstreckenraketen, chemischen Sprengköpfen oder atomaren Kriegsmitteln). Klar ist lediglich, dass Syrien und Nordkorea eng kooperieren. Zudem steht eindeutig fest, dass diese beiden Staaten einen grosszügigen Gönner haben: den Iran. Die Entwicklung der iranischen Langstreckenraketen wurde vor rund 20 Jahren mit Hilfe des kommunistischen Nordkoreas aufgenommen. Jetzt ist es der Iran, der zwischen Syrien und Nordkorea vermittelt. Nordkorea versuchte schon in den 1990er-Jahren, Raketen nach Syrien zu verkaufen. Damals wurden einige nordkoreanische Schiffe von US-Streitkräften abgefangen. Dennoch half Nordkorea dabei, sowohl im Iran als auch in Syrien Raketenproduktionsstätten aufzubauen. Auf diese Weise konnten die Iraner ihre «Shihab-3»-Rakete bauen, die eine Reichweite von 1 700 Kilometern hat. Durch

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die finanzielle Förderung der Iraner konnten die Syrer «Skud-D»-Raketen in ihren Arsenalen einlagern. Für diesen Raketentyp wurde zudem ein Sprengkopf entwickelt, der mit chemischen Kampfstoffen bestückbar ist. Doch diese drei Staaten, die der gemeinsame Hass auf den Westen verbindet, begnügten sich nicht mit der Herstellung von Raketen. Am 9. November 2006 führte Nordkorea einen Atomwaffentest durch, der die westliche Welt in Angst und Schrecken versetzte. Laut westlichen Nachrichtendiensten waren dabei auch iranische Beobachter zugegen. In der Folge übte der Westen enormen Druck auf Nordkorea aus. Im Gegenzug für dringend benötigte Hilfe in anderen Bereichen verpflichtete sich dieses Land dazu, das eigene Atomwaffenprogramm einzustellen. Diese Verpflichtung umfasste aber nicht das MYSTERIÖSE EXPLOSION IN SYRIEN

Verbot einer Weitergabe von Wissen und Technologie. Genau das nutzte der Iran aus. Iranische Atomforscher trafen sich auf nordkoreanischem Territorium mit nordkoreanischen Kollegen. Die Iraner bezahlten die Weitergabe von Wissen und Technologie unter anderem mit selbst gedruckten US-Dollars. Mit dieser Aktion wollten die Iraner zudem der US-Wirtschaft schaden. Die Nordkoreaner wussten von diesem Betrug, brachten jedoch die Blüten absichtlich in Umlauf, sodass die Welt von den iranischen Absichten erfuhr. Der Iran gab das käuflich erworbene Wissen an Syrien weiter. Nach dem mysteriösen Flugmanöver der israelischen Armee in Syrien gaben die USA bekannt, dass Syrien den Besitz von Atomwaffen anstrebe. Darüber hinaus wurde mitgeteilt, dass man über die Anwesenheit nordkoreanischer Atomexperten

in Syrien Bescheid wisse. Somit bilden Nordkorea, der Iran und Syrien ein Dreieck, das zweifelsfrei den Weltfrieden bedroht. ZL

Kommentar: Diese drei Staaten verkörpern das Böse und den Hass auf Israel in kaum da gewesener Weise. Es ist, als ob der Teufel versuche, durch diese Nationen den jüdischen Staat zu zerstören. Israel sieht sich damit einer hasserfüllten Front gegenüber, die nichts unversucht lässt, um es zu vernichten. Die enorme Entschlossenheit des Feindes lässt die in der Offenbarung angekündigten apokalyptischen Ereignisse in greifbare Nähe rücken. Das gilt auch für uns als Glieder der Gemeinde Jesu: Die Anfechtungen werden immer grösser und brutaler – ein Zeichen mehr für die baldige Entrückung der Gemeinde Jesu! CM 

Raketen gehen «von alleine» in die Luft
Der Prophet Jeremia hatte einst davor gewarnt, dass aus dem Norden alles Schlechte kommen werde. Die Warnung aus biblischen Zeiten wurde in den letzten Wochen aus israelischer Sicht erneut aktuell.
Jeremia meinte das damalige Aram, also das heutige Syrien mit seiner Hauptstadt Damaskus. Die Vorgänge, die sich dort im Sommer und Herbst 2007 zutrugen und erst vor wenigen Wochen bekannt wurden, scheinen das zu bestätigen. Denn in einer Anlage, in der unter anderem mit chemischen Kampfstoffen experimentiert wird, ereignete sich Ende Juli 2007 eine merkwürdige Explosion. In der Anlage in der Nähe von Aleppo befinden sich laut nachrichtendienstlichen Erkenntnissen zweifelsohne aus iranischer Produktion stammende Raketen. Die Explosion erfolgte, als die Arbeiter, die im Rahmen einer syrisch-iranischen Kooperation seit 2005 in der Anlage tätig sind, eine Rakete des Typs «Skud-C» mit einem Sprengkopf mit hochgiftigem Senfgas bestücken wollten. Bei dem Zwischenfall kamen mehrere Menschen ums Leben, wobei die Zahlenangaben variieren. Fest steht, dass unter den Toten nicht nur Syrer, sondern auch mehrere Iraner sind. Aufgrund der Explosion entwich das Senfgas in die Umgebung.
SARKOZY BEKENNT SICH ZU ISRAEL

Zudem wurden noch andere Chemikalien freigesetzt, darunter das Nervengas VX. Dadurch erlitten fast alle Arbeiter Verbrennungen und Verätzungen. Die Auswirkungen dieser Explosion waren anscheinend so verheerend, dass die syrische Regierung den Vorfall nicht verschweigen konnte. Somit wählte man den Weg der Halbwahrheit. Zum einen wurde der Zwischenfall in den syrischen Medien publik gemacht. Zum anderen liess man verlauten, dass die «grosse Hitze, die gegenwärtig in der Region herrscht, die Explosion in der Chemiefabrik ausgelöst hat». Laut Angaben mehrerer ausländischer Geheimdienste ereignete sich die Explosion jedoch frühmorgens um 4.30 Uhr – um diese Zeit hängt wahrlich keine brütende Hitze in der Luft. Zweifellos besteht zwischen der mysteriösen Explosion in Aleppo und der israelischen Bombardierung der Atomforschungsanlage in Dir a-Zour ein Zusammenhang. Diese beiden Meldungen sollten der Welt eine Warnung bezüglich der wahren Vorgänge in Syrien sein. ZL 

Die neuen Seiten Frankreichs
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy präsentierte sich kürzlich in seiner ersten aussenpolitischen Grundsatzrede als Freund Israels. Er legte für sein Land zum ersten Mal in der Geschichte einen proisraelischen Kurs fest.
In Israel fand Sarkozys Rede besondere Beachtung. Vor 180 französischen Botschaftern im Elysée-Palast sagte der französische Staatspräsident: «Ich habe den Ruf, ein Freund Israels zu sein. Das ist richtig. Ich werde nie die Sicherheit des Staates Israel aufs Spiel setzen.» Sarkozy verurteilte die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen und beteuerte darüber
hinaus: «Frankreich wird eine Ausdehnung Sarkozy: ein Freund Israels von Hamastan auf die gesamten palästinensischen Gebiete nicht zulassen. Wir müssen unsere Anstrengungen gemeinsam mit dem Quartett und den gemässigten arabischen Staaten umgehend auf eine Wiederherstellung der Palästinensischen

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Kommentar: Man kann es drehen, wie man will: Die Kehrtwende Sarkozys in Richtung Israel wird der französischen Nation Segen bringen. Schon unzählige Menschen und Nationen haben das erfahren: Israel zu unterstützen, ist das Beste, was sie tun können. Das gilt natürlich auch umgekehrt (vgl. 1.Mo 12,3; Sach 2,12; Mt 25,31ff.). Ähnliches sehen wir in Deutschland: Bundeskanzlerin Merkel hat sich in seltener Klarheit für das Existenzrecht Israels eingesetzt. Und was sehen wir heute in Deutschland? Einen wirtschaftlichen Aufschwung! CM 

Autonomiebehörde unter der Autorität ihres Präsidenten ausrichten.» Neben der Unterstützung Israels legte sich der Präsident auch auf eine neue freundschaftliche Politik gegenüber den USA fest. So werde Frankreich den Amerikanern im Vorfeld ihres Truppenabzugs aus dem Irak bei der Stabilisierung des Landes zur Seite stehen. Ein weiterer Punkt, den Sarkozy ansprach, wurde in der israelischen Presse ebenfalls gewürdigt: Sarkozys Haltung zum iranischen Atomforschungsprogramm, das er als die GESCHICHTE WIRD LEBENDIG

«grösste aussenpolitische Herausforderung» bezeichnete. Frankreich sei fest entschlossen, eine nukleare Aufrüstung des Iran zu verhindern. Dabei schloss der französische Staatspräsident sogar einen Militärschlag nicht völlig aus: «Der Iran kann militärisch angegriffen werden, wenn er sich nicht an seine internationalen Verpflichtungen hält. Das Ergebnis wäre ein Unglück.» Dabei liess er es jedoch offen, ob sich Frankreich an einem Angriff auf iranische Atomanlagen beteiligen oder einen solchen Militärschlag taktisch unterstützen würde. AN

«Staatsgründung» in der Knesset
Der 29. November ist für den Staat Israel ein ganz besonderes Datum, vor allem in diesem Jahr. Dann jährt sich nämlich die historische Abstimmung der UNO-Vollversammlung von 1947 zur Teilung des britischen Mandatsgebietes zum 60. Mal.
lungsplan, 13 dagegen und 10 enthielten sich. Bevor die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung Israels beginnen, möchte man auch an diese Abstimmung erinnern und den runden Jahrestag würdig begehen. Dazu sagte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums: «Wir haben zudem die Absicht, den Vereinten Nationen für die bahnbrechende Entscheidung zu danken.» Deshalb wird man die offiziellen Feierlichkeiten mit einer Rekonstruktion dieser historischen UNO-Abstimmung in der Knesset einleiten. Es soll eine festliche Zeremonie werden und man hofft, dass zahlreiche Persönlichkeiten der Einladung folgen werden. Die Botschafter der 33 Staaten, die damals eine Ja-Stimme abgaben, sollen unter den Knesset-Parlamentariern verteilt sitzen. Ihre Tische will man mit den Die Knesset in Jerusalem Nationalflaggen ihrer Länder schmücken. Derzeit sind mehrere Reden von israelischen Regierungsmitgliedern, aber auch von der Opposition geplant. Der amtierende UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon wurde ebenso eingeladen wie US-Aussenministerin Condoleezza Rice und beispielsweise die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. AN

In den Abendstunden des 29. Novembers 1947 sass fast jeder Jude auf der Welt vor dem Radio. Insbesondere der sogenannte Yishuw – die vorstaatlich-jüdische Gemeinschaft im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina – lauschte ungeduldig und bange der Abstimmung. Danach jubelten die knapp eine halbe Million zählenden Juden, die in Palästina lebten. Doch als die meisten noch in den Strassen tanzten und feierten, gab es vielerorts schon die ersten jüdischen Opfer arabischer Übergriffe. Für Israel ist diese Nacht ein historisches Ereignis, denn damals entschied die UNO-Vollversammlung mit grosser Mehrheit zugunsten der Teilung des britischen Mandatsgebietes. Diese Entscheidung wird bis heute als einer der wichtigsten Wegbereiter der Gründung des Staates Israel rund ein halbes Jahr später angesehen. An der Abstimmung nahmen 56 Staaten teil. Die Botschafter von 33 Staaten stimmten für den Tei-

Kommentar: Dass die UNO-Vollversammlung 1947 mit grosser Mehrheit für die Gründung des Staates Israel stimmte, zeigt uns, dass Gott alles unter Kontrolle hat. Denn normalerweise wäre eine solche Abstimmung aufgrund der weltweiten Ablehnung der Juden zum Scheitern verurteilt. Aber Gott brauchte ironischerweise Nazideutschland, um den Staat Israel ins Leben zu rufen: Wegen der Nazi-Greueltaten wagten es 1947 viele Völker nicht, gegen die Errichtung des jüdischen Staates zu stimmen. Auch der Teufel muss letztlich den Willen Gottes tun. Er kann nur so weit gehen, wie Gott es zulässt (vgl. z.B. die Geschichte Hiobs). Das gilt für Israel wie auch für unser Leben. CM 

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SCHLAGENDE ARGUMENTE

Vergleich mit Nordirland passt nicht!
Herb Keinon arbeitet schon seit 20 Jahren für die «Jerusalem Post». Er hat sich einen Namen nicht nur als Berichterstatter, sondern auch als Kolumnist gemacht. Erst kürzlich veröffentlichte er wieder ein Glanzstück.
Herb Keinon

Herb Keinons Kommentar kursiert inzwischen in vielen Sprachen im Internet. Er entschärft einige Argumente, die zwar nicht neu, durch Äusserungen des britischen LabourAbgeordneten Mike Gapes jedoch wieder im Gespräch sind. Es handelt sich um einen Vergleich des Nordirlandkonflikts mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Nachfolgend einige Ausschnitte aus Keinons Kommentar: Gapes verwies auf die Lektionen Nordirlands, wo die IRA sich vom Terrorismus losgesagt und den politischen Dialog aufgenommen hat … «Meine Erfahrung in Nordirland sagt mir, dass man manchmal mit Leuten diplomatisch und ruhig verhandeln muss.» Wenn es doch nur so wäre! Wenn die Hamas sich doch als eine neue IRA erwiesen hätte! Doch sie ist nicht bereit, der Gewalt abzuschwören und ihre Waffen niederzulegen, wie es die IRA getan hat. Der Unterschied zwischen den beiden Situationen ist enorm. Das primäre Ziel der IRA bestand in einem vereinten Irland … Die IRA hatte nie das Ziel, England durch Irland zu ersetzen. Anders die Hamas, deren erklärtes Ziel es ist, palästinensische Herrschaft nicht nur über Gaza und das Westjordanland zu erlangen, sondern auch über Jerusalem, Tel Aviv und Haifa. Obwohl die IRA die Briten hasste und Unschuldige getötet … hat sie nie die Legitimität des britischen Staates geleugnet. IRA-Führer haben nie blutrünstige
JUDENHASS UND JIHAD

Reden und Predigten gehalten, in denen sie den Tag beschworen, an dem es kein England mehr gäbe … Es bestand nie die Absicht, die Queen vom Thron zu fegen oder die Westminster Abbey zu säubern. … Das kann von der Hamas nicht behauptet werden. Die IRA war eine Terrororganisation, aber dabei doch so anders als diejenigen, mit denen es Israel zu tun hat. Eine Terrororganisation, die manchmal Warnungen verbreitete, bevor die Bomben explodierten; die nicht die Unterstützung der katholischen Kirche hatte … die keine Selbstmordanschläge verübte, und die nicht den Tod heiligte und dem Totenkult frönte. Die IRA stellte auch nie eine wirkliche Bedrohung für Grossbritanniens Nachbarn dar. … Im Gegensatz dazu bedrohen Hamas und Hisbollah in ihrer radikal-islamischen Spielart ausser Israel ebenfalls Jordanien, Ägypten, den Libanon und Saudi-Arabien. Die Gewalt in Nordirland war, obwohl Katholiken und Protestanten gegeneinander standen, tatsächlich nicht Ausdruck eines religiösen, sondern eines politischen Konflikts. … Nicht so unser Konflikt. … Die meisten Versuche, den arabisch-israelischen Konflikt nach 1967 zu lösen, basierten auf der Prämisse, dass es sich um einen territorialen Konflikt handelt. Man denke nur an die UNO-Sicherheitsresolution 242: Israel gibt Land auf und erhält im Gegenzug Frieden.

Aber dann kamen Oslo, Camp David und die Abkopplung vom Gazastreifen. Israel ging sehr weit in seiner Bereitschaft, Land aufzugeben, doch brachte das keinen Frieden, sondern den schlimmsten Terrorismus, dem sich das Land je ausgesetzt sah. Der Name, den Jassir Arafat der Gewaltwelle im September 2000 gab, war vielsagend dafür, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln würden. Es war die Al-AksaIntifada. Dies war ein klares Anzeichen, dass von nun an eine giftige, religiöse Zutat ein integraler Bestandteil des Cocktails sein sollte. Gapes würde gut daran tun, sich zu erinnern, dass die Selbstmordattentäter nicht «Befreit Nablus!» rufen, wenn sie Israelis in die Luft sprengen, sondern «Allahu Akbar!». Der Hintergrund ist islamistisch, nicht territorial. Das war in Nordirland nie der Fall! AN

Kommentar: Die Antisemiten lieben es, Ursache und Wirkung zu verwechseln wie auch irrige Vergleiche zu ziehen. Hauptsache für sie ist es, dass es gegen Israel geht. Wer den Konflikt in Nordirland mit dem Nahostkonflikt vergleicht, gibt zu erkennen, dass er wenig Ahnung von den biblischen Hintergründen hat. Aber das ist für diese Leute auch unwichtig. Denn in ihrer Grundhaltung sind sie gegen die Juden; nur darum geht es. Auch in der Bibel finden wir solche Menschen. CM 

Die Nazi-Wurzeln des 11. September
Der Politologe Matthias Küntzel lebt und lehrt in Hamburg. Immer wieder veröffentlicht er Beiträge, die in Fachkreisen hitzige Diskussionen auslösen. Auszüge aus einem Artikel im Magazin «The Weekly Standard» sollten zum Nachdenken anregen.
Albert Speer schrieb in seinem Tagebuch, dass Hitler schon früh davon geträumt habe, «die Hochhäuser von New York in grosse brennende Fackeln zu verwandeln». Nicht ohne Grund trieb Hitler ab 1941 den Bau des «Amerikabombers» voran. Küntzel führt dazu aus, dass Hitler nicht
die USA, sondern «New York als das
Hitlers Wunsch war es, die Hochhäuser von New York in brennende Fackeln zu verwandeln

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AUS ISRAEL

Für Hitler war die Wallstreet das «militärische Hauptquartier der Juden»

Zentrum des Weltjudentums» habe angreifen wollen. Er habe die Wallstreet als das «militärische Hauptquartier der Juden» angesehen und auch hier den «allseits vermuteten jüdischen Feind vernichten» wollen. Diese Vision wurde 60 Jahre später am 11. September 2001 wahr, als das World-Trade-Center in New York in Flammen stand und einstürzte. «Ist es ein Zufall, dass die muslimischen Attentäter einen Teil der Vorbereitungen in Deutschland trafen?», fragt Küntzel. Auch der von Hamburg aus agierende Selbstmordattentäter Mohammed Atta war nachweislich spätestens ab 2003 der Ansicht, dass Juden einzig und allein danach strebten, die Welt zu beherrschen. Auch für ihn symbolisierte New York das «Zentrum des Weltjudentums», das heisst den Feind Nummer eins. Warum werden diese durch mehrere Aussagen belegten und in der Öffentlichkeit durchaus nicht unbekannten Fakten in keinerlei Weise von den Medien aufgegriffen und diskutiert? Dabei hatte Osama bin Laden doch schon 1998 deklariert: «Die Feindschaft zwischen uns und den Juden hat langjährige und tiefe Wurzeln. Es steht ausser Zweifel, dass es zwischen uns zu einem Krieg kommen wird …» Ist es auch ein Zufall, dass dieser Aspekt ebenfalls nicht im 2004 vorgelegten Bericht der US-Untersuchungskommission zu den Anschlägen vom 11. September aufgegriffen wurde? Dabei hatte Osama bin Laden es doch in seinem «Brief an die amerikanische Nati-

on» im November 2002 noch einmal klar auf den Punkt gebracht: «Die Juden haben eure Medien übernommen und kontrollieren jetzt jeden Aspekt eures Lebens. Sie haben euch zu Dienern gemacht, die ihnen bei der Erlangung ihres Ziels helfen … Euer Recht ist das Recht der Reichen … hinter ihnen stehen die Juden, die die Politik, die Medien und die Wirtschaft kontrollieren.» Geht es noch deutlicher? Nein! Und dennoch ignoriert auch dieser Bericht die historische Verknüpfung der Periode vor 1945 mit der Entwicklung der radikal-islamischen Bewegung in verschiedenen arabischen Staaten. Persönliche Kontakte und geteilte ideologische Ansichten schufen eine Verbindung zwischen frühem Islamismus und spätem Nazismus, eine Verbindung zwischen Judenhass und Jihad, so schlussfolgert der Autor, der hier auf eine Kontinuität hinweist. Nachfolgend geht er im Detail auf die Entstehung und Entwicklung des radikalen Islam ein. Dabei zeigt er mehrere ideologische wie auch praktische Verquickungen zwischen Nazideutschland und radikalen Muslimen auf. Eines der bekanntesten Beispiele, die Küntzel anführt, bezieht sich auf Mohammed Amin al-Husseini. Der Mufti von Jerusalem war lange Zeit persönlicher Gast Hitlers in Berlin. Doch auch nach 1945 gab es Verquickungen, die von den Grossmächten schlichtweg ignoriert wurden und den radikalen Elementen des Islam halfen, die Komponente

des Judenhasses in ihrer Jihad-Ideologie immer fester zu verankern. Diese Komponente wurde zu einem derart integralen Bestandteil des ideologischen wie des inzwischen auch praktisch ausgetragenen Jihad, dass sie von der westlichen Welt nur noch bei genauem Hinschauen wahrgenommen werden kann. Der springende Punkt scheint zu sein, so Küntzel, dass sie wahrnehmbar ist, man sie jedoch – auch aufgrund der eigenen Verfehlungen und Unterlassungen im Hinblick auf die historischen Verquickungen – lieber stillschweigend ignoriert. AN

Mehr zum muslimischen Gast Hitlers unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_ al-Husseini www.zionismus.info/antizionismus/arabisch4.htm Kommentar: Diese Parallelen erstaunen nicht. Vielmehr bestätigen sie, dass derselbe teuflische Geist, der Hitler trieb, heute die moslemischen Terroristen treibt. Seit Jahrtausenden geht der Feind ähnlich vor; es gibt nichts Neues unter der Sonne. Denken wir nur an zwei der grössten Antisemiten der Geschichte: Haman und Hitler. Beide hatten dasselbe Ziel: die Auslöschung des jüdischen Volkes. Beide erlebten diese Machenschaften wie einen Bumerang: Einer wurde gehängt, der andere beging Selbstmord. Die Antisemiten waren tot, die Juden lebten weiter. CM 

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ELI DER NAZI SCHWOR HITLER TREUE BIS IN DEN TOD

Neonazis in Israel
Im Gerichtssaal verhüllten die israelischen Neonazis ihre kurzgeschorenen Köpfe nicht mehr. An ihren Armen waren deutlich bunte Tätowierungen zu erkennen. «Christliche Symbole» nannte blauäugig einer ihrer Pflichtverteidiger die tätowierten Hakenkreuze.
Die Anklageschrift gegen diese jungen Israelis darf nicht veröffentlicht werden, weil die meisten Mitglieder der achtköpfigen Neonazibande aus Petach Tikwa minderjährig sind. Seit über einem Jahr beobachtete die Polizei ein Phänomen, das viele Israelis für undenkbar hielten: Neonazis im jüdischen Staat. «Mein ganzes Leben lang fühlte ich mich ausgestossen», liess der Anführer der Gruppe, Eli der Neonazi alias Arik Elijahu Bonjatow, über seinen Anwalt mitteilen. «Alle betrachteten mich als fremden und stinkenden Neueinwanderer. In der neunten Klasse flog ich aus der Schule und auch das Militär wollte mich nicht.» Doch die lange Liste der bekannten Anschuldigungen leugnete er. Diese jungen Neonazis, Einwanderer aus Russland oder aus der Ukraine, hätten sich nachts mit Wodka betrunken und dann am Tel Aviver Busbahnhof asiatische Gastarbeiter, Drogensüchtige und Obdachlose verprügelt. Die Gewalttaten hätten sie gefilmt, wie die Polizei nach einer Durchsuchung mitteilte. Hasserfüllt seien sie auch gegen fromme Juden vorgegangen. Die Öffentlichkeit erfuhr erstmals vor einem Jahr von der Existenz der Neonazis, nachdem die grosse Synagoge von Petach Tikwa mit Hakenkreuzen beschmiert worden war. Auf dem Fussboden war das Wort «Ramstein» mit «SS» gesprüht worden. Die Thora-Rollen lagen zerrissen auf dem Boden. Auf ihren Internetseiten zeigten die Neonazis, wie sie Hitler und Hess Treue bis zum Tod geloben. Zudem liessen sie sich mit zum Hitlergruss erhobenem Arm fotografieren. Diese Neonazis scheinen ein Produkt Israels zu sein, auch wenn sie die Symbole und Ideen von «Freunden» in Russland erhalten haben wollen. Es scheint ein landesweites Problem zu sein, denn wenige Tage nach der Verhaftung dieser Gruppe wurden Hakenkreuze in einer Synagoge in Eilat und ähnliche Schmierereien in Haifa entdeckt. Eine Überprüfung des Innenministeriums ergab, dass keiner der acht Verdächtigen Jude ist. Im Rahmen des «Rückkehrgesetzes» dürfen
einwanderungsberechtigte Juden auch ihre nächsten Angehörigen mitbringen. Nach Angaben des Innenministeriums sind 54 Prozent der Einwanderer, die im Laufe des letzten Jahrzehnts aus der ehemaligen UdSSR nach Israel kamen, keine Juden. Seit Jahresbeginn seien es gar 60 Prozent. Als Jude gilt nur, wer eine jüdische Mutter hat oder zum Judentum konvertiert ist. Nazibegriffe wie «Halb- oder Vierteljude» kennt man in Israel nicht. Obwohl über 300 000 Bürger Israels in keine der traditionellen ethnischen oder religiösen Kategorien passen und vom statistischen Amt unter der Rubrik «andere» geführt werden, wollen sich die meisten nicht jüdischen Neueinwanderer in die Gesellschaft integrieren. Während des Militärdienstes absolvieren jährlich über 6 000 Soldaten einen Konversionskurs. Innenminister Meir Shitritt schlug nach dem «Schock» der Festnahme von Neonazis eine Gesetzesänderung vor. Einwanderer sollten erst einmal Hebräisch lernen und ihre Treue zu den Werten des jüdischen Staates beweisen. Doch bei dem delikaten Thema scheiden sich die Geister der weltlichen, religiösen, russischen und äthiopischen Juden, sodass vorerst eine Gesetzesänderung eher unwahrscheinlich ist. Vielmehr dürften die israelischen Abgeordneten dem Vorbild Deutschlands und Österreichs folgen und das Zeigen von Nazisymbolen und Holocaustleugnung unter Strafe stellen. Bisher galten solche Gesetze in Israel als überflüssig.

US Kommentar: Auch wenn diese Neonazis keine Juden sind, zeigt uns diese Begebenheit, dass der Antisemitismus auch innerhalb des jüdischen Staates nicht haltmacht. Diese Unverschämtheit lässt uns ahnen, wie sich der weltweite Hass auf Israel einst manifestieren wird. Noch kann sich das Böse gegen Israel nicht voll entfalten, denn noch ist die Gemeinde Jesu auf Erden – ein Bollwerk gegen das Reich der Finsternis. Christus Selber hat gesagt: Die Pforten der Hölle sollen sie (= die Gemeinde Jesu) nicht überwältigen. CM 
IRAN ERBITTET ISRAELISCHE HILFE

Israeli rettet Passagiere
Es war ein einzigartiger Schritt, der auch noch filmisch dokumentiert wurde. «Ein hochgewachsener junger Mann wandte sich an die israelische Delegation und bat darum, bei der Identifizierung der Leichen zu helfen.» Das berichtete ein israelischer Korrespondent aus Phuket, Thailand.
Das verunfallte Flugzeug in Phuket

Es stellte sich heraus, dass es sich
bei dem jungen Mann um den iranischen

Konsul in Bangkok handelte. «Bei humanitären Problemen haben wir keine Hemmungen, mit Israel zu kooperieren», beantwortete der Iraner eine Frage des israelischen Reporters. Bei dem Flugzeugabsturz im September kamen acht Israelis ums Leben. Zwei Israelis überlebten das Inferno verletzt. Einer

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AUS ISRAEL
gerettet hat? Und spricht es nicht für sich, dass der Iran im Notfall sogar den verhassten jüdischen Staat um Hilfe bittet? Es ist doch heute mit umgekehrten Vorzeichen auch so: Alle möchten nach dem Tod in den Himmel kommen. Aber nur wenige sind bereit, Christus während dieses Lebens in ihr Herz aufzunehmen. Das aber ist die Grundbedingung für das ewige Leben: «Wer den Sohn hat, der hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht» (1.Joh 5,12). CM 

von ihnen, Wladimir Freilichmann, habe mit Fusstritten den Notausgang des Flugzeugs unmittelbar vor der Explosion geöffnet und so mehreren Passagieren das Leben gerettet. In der Maschine kamen 18 iranische Staatsbürger ums Leben. Eine grosse Delegation von israelischen Pathologen, Polizeibeamten und weiteren Experten traf schon wenige Stunden nach dem Absturz in Phuket ein. Ihre Aufgabe: Leichenidentifikation und Abwicklung der Formalitäten. Jehuda His, Leiter des pathologischen Instituts Abu Kabir ISRAELISCHE FIRMA IN KABUL

in Tel Aviv, erfüllte sofort und unbürokratisch den Wunsch des iranischen Konsuls. So half das israelische Expertenteam auch bei der Identifizierung der iranischen Opfer. «Vielleicht ist das ein Hoffnungsschimmer, der sich auch auf die Politik überträgt», fasste der israelische Reporter diese einzigartige Kooperation zusammen. US

Kommentar: Ist es nicht bewegend, dass wieder ein Israeli durch sein beherztes Eingreifen einigen Passagieren das Leben

Israelische Produkte in Afghanistan
Die drei Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Afghanistans ist noch immer schwer von den Jahrzehnte währenden Kriegshandlungen gezeichnet. Dennoch hat hier längst ein Aufbau begonnen, an dem eine israelische Firma massgeblich beteiligt sein wird.
Noch immer sind die USA auch in Afghanistan präsent. Kabul ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum dieses krisengeschüttelten, islamisch geprägten Landes. Doch auch wenn es langsam aufwärtszugehen scheint, so brechen immer wieder Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen aus. Deshalb bemüht sich jetzt die US-Armee darum, den internationalen Flughafen der afghanischen Hauptstadt, der sowohl für den zivilen als auch den militärischen Luftverkehr genutzt wird, sicherer zu machen. Dabei geht es zum einen um einen besseren Schutz gegen Terroranschläge und zum anderen um besondere Vorkehrungen gegen den Abschuss von startenden und landenden Flugzeugen. Die israelische Firma «TeraPro» bewarb sich kürzlich auf eine entsprechende Ausschreibung

ISRAELIS AM BAU DES NEUEN BERLINER FLUGHAFENS BETEILIGT

Berlin und Israels Bauwesen
Die israelische Firma «Baran Group» ist einer der führenden Konzerne des Landes im Ingenieur- und Bauwesen. Nunmehr wird die «Baran Group» am Bau des neuen Berliner Flughafens beteiligt sein.
Die Firma «Baran Group» unterhält mehrere Tochterfirmen in verschiedenen Ländern, so auch in Deutschland. «Westmontage» wird am Bau des neuen Berliner Flughafens beteiligt sein. Die Firma wird für die Errichtung des Elektro- und Kommunikationssystems verantwortlich sein. Der Auftragswert beläuft sich auf 70 Millionen US-Dollar. Die «Baran Group» besitzt 69 Prozent der Firmenanteile von «Westmontage». Der direkte Anteil der israelischen Firma an diesem Projekt beläuft sich auf 20 Millionen US-Dollar. Die «Baran Group» führt vor allem Grossprojekte des Ingenieur- und Bauwesens im In- und Ausland durch. Die Tochterfirma «Westmontage» ihrerseits ist im Bereich der
Umsetzung der Kommunikationsinfrastruktur im Rahmen von Grossbauprojekten führend in Europa. Der neue internationale Flughafen Berlin-Brandenburg soll Mitte 2010 fertiggestellt sein. «Baran Group» erwarb die Firma «Westmontage» vor rund sechs Jahren für drei Millionen US-Dollar. Laut eigenen Angaben konnte «Baran Group» im Jahr 2006 durch «Westmontage» einen Reingewinn von 1,7 Millionen US-Dollar erzielen. Der Marktwert dieser Firma wird an der Tel Aviver Börse mit 169 Millionen US-Dollar angegeben. AN 

Homepage von Baran Group: www.barangroup.com

Kabul

der US-Streitkräfte und erhielt den Zuschlag. Sie wird das gesamte Gelände des Kabuler Flughafens umrüsten, sodass sowohl für Zivilisten als auch Soldaten eine grössere Sicherheit gewährt ist. Die Erfüllung dieses Vertrages wird der israelischen Firma rund eine Million US-Dollar einbringen. Bei den umzusetzenden Massnahmen wird unter anderem ein spezieller, Explosionen standhaltender Beton verarbeitet werden. Zudem ist der Bau eines neuen Terminals geplant. Obwohl sich «TeraPro» über diesen Auftrag freute, ist man sich auch gewisser Probleme bewusst. Die Firma handelte inzwischen mit den Auftraggebern aus, dass keine israelischen Angestellten die Arbeiten vor Ort überwachen müssen; damit wird eine nicht israelische Firma beauftragt. Somit werden zur Durchführung der

Installationen keine Israelis nach Kabul reisen. Zudem werden die Produkte der Firma, die üblicherweise mit hebräischsprachigen Etiketten ausgezeichnet sind, in einem neutralen Zustand in Kabul eintreffen. Alle Merkmale, die auf eine israelische Herkunft verweisen könnten, werden vorher sorgfältig entfernt. Ein «TeraPro»-Mitarbeiter sagte dazu: «Wir werden nicht nach Afghanistan reisen. Dennoch müssen wir sicherstellen, dass bei der Durchführung der Bauarbeiten der Standard der US-Armee und auch unser eigener Standard eingehalten werden. Wir haben einstweilen vereinbart, alle baulichen Stadien mittels modernster Kommunikationstechnik aus der Ferne zu überwachen.» Darüber hinaus wurde in der israelischen Presse bekannt, dass die Firma auch US-Aufträge im Irak ausführt und sich für einen neuen Geschäftsabschluss im Jemen beworben hat. AN 

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ISRAELISCH-AMERIKANISCHE FIRMA EXPANDIERT NACH FERNOST

«Iscar» jetzt auch in China
Die Firma «Iscar» der israelischen Familie Wertheimer machte im letzten Jahr aufgrund des Verkaufs von Firmenanteilen an den US-Milliardär Warren Buffett Schlagzeilen. Es war die grösste Summe, die ein israelischer Industrieller bisher durch einen solchen Verkauf erzielte. Jetzt expandiert man gemeinsam weiter in Fernost.
Im Mai 2006 erwarb der Amerikaner Warren Buffett rund 80 Prozent der Anteile von «Iscar», einer Firma für Hartmetallwerkzeuge, die der aus Deutschland stammenden Familie Wertheimer gehört. Buffett bezahlte dafür vier Milliarden US-Dollar. Jetzt geht das Buffett-Wertheimer-Unternehmen nach China. Dort hat man in den letzten Monaten eine neue Grossproduktionsstätte aufgebaut. Der Bau der Fabrik in China, die vor einigen Wochen eingeweiht wurde, kostete rund 40 Millionen US-Dollar. Bereits 1998 wurde die Tochterfirma «Iscar China» gegründet. Bisher bestehen acht «Iscar»-Produktionsstätten – von denen die neue auch die grösste ist – in unterschiedlichen Regionen Chinas. «Iscar» wurde von Steff Wertheimer gegründet und wird heute von dessen Sohn Eitan geleitet. Nach dem Verkauf an Buffett verfügt die Familie noch über 20 ProWarren Buffet zent der Aktien an diesem Konzern, der im globalen Handel eine wichtige Rolle spielt. «Iscar» unterhält in elf Ländern Geschäftszentralen und produziert in über 40 Staaten der Welt. In Israel beschäftigt «Iscar» gegenwärtig rund 2 000 Arbeitnehmer. Weitere 1 000 Israelis befinden sich im Aussendienst, davon mehrere Hundert in der Geschäftszentrale in China. ZL 

Mehr zu diesem israelischen Konzern unter: www.iscar.com
DEUTSCH-ISRAELISCHE WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN

«INTERESSANTESTE ISRAELISCHE FIRMA»

Israelische Luftfahrtindustrie
In jedem Wirtschaftssektor steigt die weltweite Konkurrenz, was unter anderem auch zu höheren Standards beiträgt. Dennoch schaffen es israelische Firmen immer wieder, sich vom Gros anderer Firmen und Konzerne abzuheben.
Das gelang auch der israelischen Luftfahrtindustrie (IAI): In einer Studie zum Charakter des weltweiten Geschäftsfeldes, die von der Firma «Dun and Bradstreet» durchgeführt wurde, wurde dieser israelische Konzern als «interessanteste israelische Firma» eingestuft. Zugleich wurden der IAI ein hoher Standard und Weltniveau bescheinigt. «Dun and Bradstreet» untersuchte das internationale Potenzial von Firmen, die in unterschiedlichen Bereichen wirken. Unter den israelischen Firmen erregt die IAI weltweit das grösste Interesse. Durch umfangreiche ausländische Geschäftsabschlüsse in den vergangenen Jahren habe das internationale Interesse an diesem israelischen Konzern noch mehr zugenommen. Auf den zweiten Platz der «interessantesten israelischen Firmen» schaffte es der Pharmakonzern «Teva Pharmaceuticals». Laut Angaben von «Dun and Bradstreet» ist das jedoch keine Überraschung. Schon seit Jahren zieht «Teva» grosses internationales Interesse auf sich. Genauso wenig überrascht die Belegung des vierten Platzes durch die Hightech-Firma «Elbit Systems Ltd.». Der dritte Platz hingegen stellt eine weitere Sensation dar: «Toam Import and Export». Bei dieser Firma handelt es sich um den Import-Export-Dachverband von 190 Kibbuz-Industriebetrieben. In dem Bericht ist zudem angemerkt, dass die meisten ausländischen Geschäfte, die israelische Firmen im Laufe des letzten Jahres tätigten, in den USA abgeschlossen wurden. Grossbritannien und vor allem Deutschland seien wichtigste Geschäfts- und Handelspartner jener israelischen Firmen, die international aktiv sind. AN 

Stetiger Aufschwung
Die Bundesrepublik Deutschland und den Staat Israel verbinden enge wirtschaftliche Beziehungen. Seit einiger Zeit sind noch intensivere Kontakte zwischen Firmen beider Länder zu beobachten. Der Handel zwischen beiden Staaten steigt beständig.
Im Juni 2006 wurde der Deutsch-Israelische Wirtschaftsrat (German Israeli Business Council, GIBC) gegründet. Das geschah nach einem Israelbesuch des deutschen Wirtschaftsministers Michael Glos mit einer Delegation von 30 Wirtschaftsgrössen Deutschlands und auf Anregung des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Seither intensivieren sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, die schon seit Jahren die Israelisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer unterhalten. Deutschland ist gegenwärtig der zweitwichtigste Aussenhandelspartner des Staates Israel. Das Land konnte 2006 einen Import-

Homepage von «Toam»: www.toam.co.il

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H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N
Nachrichten aus Israel • 11/2007

AUS ISRAEL
Israelische Firmen sind oft zu klein, um diesen Schritt alleine zu gehen.» In Zahlen ausgedrückt lässt sich dies folgendermassen zusammenfassen: Das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten belief sich im Jahr 2006 auf 4,165 Milliarden Euro, was gegenüber 2005 einen Anstieg um zwölf Prozent bedeutet. Der deutsche Anteil macht 2,717 Milliarden Euro aus, während der israelische Anteil sich auf 1,448 Milliarden Euro beläuft. Zu den israelischen Exportgütern, die nach Deutschland geliefert werden, gehören beispielsweise Elektrotechnik, Lebensmittel, Medikamente und Chemikalien. Deutschland exportierte unter anderem Autos und Autoersatzteile, Elektrogeräte, Chemikalien, synthetische Materialien sowie Papier und Karton nach Israel. AN 

zuwachs aus Israel um 16 Prozent verzeichnen, während die deutschen Exporte nach Israel um rund zehn Prozent anstiegen. Das Handelsjahr 2007 hat mit weiteren Zuwächsen angefangen, sodass man Ende 2007 wohl auf ein Rekordjahr des deutsch-israelischen Handels wird zurückblicken können. Der deutsche Vorsitzende des GIBC, Anton Börner, meinte dazu in einem Interview, dass die Beziehungen vor allem im Hochtechnologiesektor besonders intensiv seien. Doch auch traditionelle Bereiche wie landwirtschaftliche Produkte und Textilien würden eine wichtige Rolle im Handel zwischen den beiden Staaten spielen. Weiter führte Börner aus: «Aber unsere Beziehungen stehen gerade deshalb auf einer derart soliden Basis, weil es vor allem um

Zukunftsprodukte geht. Israel ist zum Beispiel sehr interessiert an den innovativen deutschen Technologien im Feld der erneuerbaren Energien. Deutsche Unternehmen schätzen umgekehrt genauso den Austausch im Hochtechnologiebereich mit israelischen Firmen und Wissenschaftsinstitutionen – das haben wir so mit keinem anderen der südlichen Mittelmeerländer. Es gibt zudem zahlreiche Forschungsund Hochschulpartnerschaften, aus denen sich wiederum Wirtschaftskooperationen ergeben können. Auch der deutsche Finanzsektor zeigt ein zunehmendes Interesse an Israel. Ein wichtiger Punkt ist umgekehrt das Bestreben israelischer Unternehmen, mit deutschen Firmen zusammen auf die weltweiten Wachstumsmärkte wie China oder Südostasien vorzudringen. AUF MUSIKALISCHEN SPUREN

«TEVA» MACHT IN DEUTSCHLAND SCHLAGZEILEN

Lieferungen für die AOK
Der israelische Pharmakonzern «Teva Pharmaceuticals» gewann in Deutschland eine Ausschreibung. Dadurch wird «Teva» für die deutschen Versicherten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) zahlreiche Medikamente liefern.
Es handelt sich um ein Grossgeschäft in Millionenhöhe, denn «Teva» wird aufgrund der zweiten gewonnenen AOK-Ausschreibung in diesem Jahr fast zwei Dutzend Medikamente nach Deutschland liefern. Die Ausschreibung umfasste insgesamt 82 Arzneimittel. Da «Teva» für 21 dieser Medikamente das kostengünstigste Angebot machte, wird der israelische Pharmakonzern zukünftig seine Lieferungen nach Deutschland stark ausbauen. Experten sind der Ansicht, dass sich dadurch das Geschäftsvolumen von «Teva» auf dem deutschen Markt von gegenwärtig rund 65 Millionen auf mehrere Hundert Millionen US-Dollar steigern wird. Für «Teva» handelt es sich um einen bahnbrechenden Erfolg, da Deutschland weltweit der drittgrösste Markt für Medikamente ist. Allein bei der AOK sind 25 Millionen Personen versichert, das heisst fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung. Die AOK unterhält in Deutschland 1 700 Geschäftsstellen mit über 60 000 Angestellten. ZL 

Harfe König Davids wird rekonstruiert
In einem kleinen Moshaw bei Jerusalem konstruiert der in den USA geborene und seit vielen Jahren in Israel lebende Micha Harari die Harfe des Königs David.
Die Harfe ist für den dritten Tempel bestimmt. Harari ist einer der wenigen Fachleute weltweit – in Israel sogar der Einzige –, die noch Harfen nach den biblischen Vorgaben bauen. Der Harfenbau ist eine Auftragsarbeit des Tempelinstituts in Jerusalem. Schon seit 20 Jahren bemüht sich dieses Institut darum, jene antiken Werkzeuge nachzubauen, mit denen der Jerusalemer Tempel einst geschaffen wurde. Doch dies bezieht sich keineswegs nur auf Werkzeuge, sondern auch auf alle anderen Instrumente und Gegenstände, die mit dem religiösen Leben zusammenhingen. Die Priester des Stammes Levi beispielsweise sangen bei ihrer heiligen Arbeit und spielten Harfe. In der Halacha – dem jüdischen Religionskodex – finden sich genaue Angaben, wie die legendäre Harfe von König David konstruiert war. Denkt man an König David und seine Regierungszeit in Jerusalem, so fällt vielen nicht nur die Anweisung zum Bau des Tempels, sondern auch seine Harfe und die Psalmen ein. Den Bauplan dieser Harfe legte das Tempelinstitut nach eingehenden Studien aller dazu überlieferten Schriften vor. Es gab beispielsweise auch vor, aus welchem Holz die Harfe zu bestehen
hat. Auf Hebräisch wird König Davids Instrument als Geige bezeichnet, doch die Konstruktionspläne deuten eher auf eine Harfe hin. Es handelt sich um ein Saiteninstrument mit Holzrahmen. Laut der Vorgaben des Tempelinstituts soll es 1,7 Meter hoch und ca. 1 Meter breit sein. Die zehn Saiten sollen durch Zupfen einen «göttlichen Ton» erzeugen, der dem Klang einer modernen Harfe sehr nahekommen soll. Die Harfe ist weltweit verbreitet. Frühe dokumentierte Referenzen stammen aus der Zeit um 4 000 v.Chr. (Ägypten) und 3 000 v.Chr. (Mesopotamien). Die ersten Harfenabbildungen erschienen in Mesopotamien und Ägypten ca. 2 400 v.Chr. Die Harfe ist eines von 93 Instrumenten, die in der Thora – den fünf Büchern Mose – erwähnt werden und als Bestandteil der heiligen Arbeit auf dem Tempelgelände gelten. Die meisten davon wurden der Beschreibung nach aus Gold, Silber oder Kupfer gebaut. Bisher hat das Tempelinstitut rund 70 dieser Instrumente, bei denen es sich keineswegs nur um Musikinstrumente handelte, nachbauen lassen (z.B. die Menora, den «Tisch aus Akazienholz» [2.Mo 25,23], den Opferaltar, Kleidungsstücke und Musikinstrumente). Zudem bildet das Institut Angehörige des Stammes Levi auf den entsprechenden Musikinstrumenten aus. Man möchte in jeder Hinsicht vorbereitet sein, wenn die Zeit kommt und der dritte Tempel erbaut wird. ZL 

Zur Geschichte der Harfe: www.dendlon.de/ Harfe.html

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ISRAELI ENTDECKT VIRUS, DER BIENENSTERBEN VERURSACHT

Rettung für Biene und Mensch
Schon seit Monaten wird über das mysteriöse Sterben ganzer Bienenvölker berichtet. In den USA starb im Herbst 2006 praktisch über Nacht ein Viertel der 2,4 Millionen Honigbienenvölker. Ein Israeli gab jetzt den entscheidenden Hinweis auf die Ursache.
Das Rätsel um das Massensterben von Honigbienen vor allem in den USA ist weitgehend gelöst: Massgeblich verantwortlich dafür ist das sogenannte «Israeli-Acute-Paralysis Virus» (IAP-Virus). In manchen Regionen waren bis zu 90 Prozent der kommerziell genutzten Bienenvölker dem Erreger zum Opfer gefallen. Das ergab eine Studie der New Yorker Columbia-Universität. Die Grundlagenforschung betrieb der israelische Wissenschaftler Ian Lipkin. Im Herbst 2006 starb ein knappes Viertel der 2,4 Millionen Bienenvölker in den USA quasi über Nacht. Auch europäische Imker verzeichneten ein plötzliches Bienensterben. Die ausgewachsenen Bienen verschwanden spurlos und liessen den Bienenstock samt Königin, jungen Bienen und Brut zurück, die ebenfalls starben. Experten bezeichnen dieses Phänomen als «Colony Collapse Disorder» (CCD), also einen völligen Zusammenbruch ganzer Bienenkolonien. Bereits 2004 entdeckte der israelische Epidemiologe Dr. Ian Lipkin im Zuge seiner Forschungen an der Hebräischen Universität dieses Virus. Der inzwischen in den USA arbeitende Dr. Lipkin gab seinen US-Kollegen den entscheidenden Hinweis. Gemeinsam vermuten sie allerdings, dass noch weitere Faktoren bei diesem Bienensterben eine Rolle spielen, zum Beispiel Milben, Pestizide oder ein Nahrungsmittelmangel. Zudem stellten sie laut der Fachzeitschrift «Science» die These auf, dass das Virus das Immunsystem der Bienen so stark angreife, dass sie sich nicht mehr gegen andere Schädlinge wehren könnten.
ÄLTESTER BIENENSTOCK DER WELT GEFUNDEN Bei der Auswertung von Genproben stellten die Wissenschaftler bei allen sterbenden Bienenvölkern einen IAP-Virus-Befall fest. Bei gesunden Völkern konnte das Virus nicht nachgewiesen werden. Somit steht fest, dass das Virus am Bienensterben zwar beteiligt, aber nicht mit Sicherheit die Ursache dafür ist. Als Dr. Lipkin das Virus entdeckte, diagnostizierte er folgende Symptome: zitternde Flügel und eine immer weiter fortschreitende Lähmung, die schliesslich zum Tod führt. Die Symptome in den USA stimmten nicht genau mit den von Dr. Lipkin beschriebenen Symptomen überein. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass diese Unterschiede auf einen anderen Virusstamm zurückzuführen sind. Das Bienensterben ist in den USA nicht nur eine ökologische Bedrohung, sondern auch ein wirtschaftliches Problem, denn die Insekten werden fast industriell zur Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen genutzt. Ohne diese «Dienstleistung» der Biene würde innerhalb nur weniger Jahre eine weltweite Hungersnot ausbrechen. Der Wert dieser landwirtschaftlichen Produkte wird allein in den USA auf rund 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. ZL 

Mehr zum Bienensterben unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Colony_Collapse_Disorder

Antiker Wirtschaftszweig
Bei Ausgrabungen im Tal von Beit Shean entdeckten Archäologen den ältesten Bienenstock der Welt: Er stammt aus dem 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus und gibt aufschlussreiche Informationen über die Honigwirtschaft des Heiligen Landes zu biblischen Zeiten.
Die Ausgrabungen in Tel Rachov standen unter der Leitung von Prof. Amichai Mazor vom Fachbereich für Archäologie der Hebräischen Universität Jerusalem. Er und seine Helfer entdeckten rund 100 Bienenstöcke, die fein säuberlich nebeneinander aufgereiht waren. Die rundlichen Bienenstöcke wurden aus Schlamm und Stroh hergestellt und haben einen Durchmesser von rund 80 Zentimetern. Jeder Bienenstock wurde mit einer winzigen Öffnung versehen, die den Bienen als Schlupfloch diente. Auf der anderen Seite befindet sich jeweils eine Art Deckel,
durch den die Bienenzüchter anscheinend an den Honig herankamen. Darüber hinaus stiessen die Archäologen auf konservierte Überreste von Bienen und Blütenstaub. Die nachfolgenden Untersuchungen im Labor werden vermutlich Aufschluss darüber geben, welche Blütenarten von diesen Bienen bestäubt wurden. Israelische Imker zeigten sich beeindruckt. Sie schätzen, dass ihre in der Antike lebenden Kollegen dieser Anlage jährlich rund eine halbe Tonne Honig entnahmen. Laut Prof. Mazor handelt es sich um eine weltweit präzedenzlose Entdeckung. Dazu führte er aus: «Bisher wurde im gesamten Nahen Osten noch kein einziger Bienenstock entdeckt, der aus dieser Periode stammt. Zudem ist ziemlich erstaunlich, dass die Anlage auf eine beinahe industrielle Gewinnung von Honig hindeutet. Diesbezüglich hatten wir bisher keinerlei Erkenntnisse.» Lächelnd fügte er hinzu: «Ausserdem erhalten wir jetzt einen ganz anderen Eindruck von der biblischen Redewendung ‹das Land, in dem Milch und Honig fliesst›.» ZL 

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Nachrichten aus Israel • 11/2007

AUS ISRAEL

EINFACHERE BEHANDLUNG DES GRÜNEN STARS

Eine israelische Innovation
In Fachkreisen wird der grüne Star Glaukom genannt. Diese häufige Erkrankung des Sehnervs führt ohne Behandlung letztlich zur Erblindung. Eine israelische Firma trug jetzt dazu bei, die Behandlung zu vereinfachen.
Die meisten Patienten entwickeln eine Glaukom-Erkrankung erst nach dem 40. Lebensjahr. Sie kann übrigens die Folgeerscheinung von Diabetes sein.
Zudem mangelt es an ausreichend qualifizierten Ärzten. Im Jahr 2000 waren weltweit 67 Millionen Glaukom-Patienten registriert, was vermutlich nicht die enorm hohe Dunkelziffer in Afrika umfasst. Diesem Problem widmete sich die israelische Firma «IOPtima» und entwickelte ein neues Laser-Operationsverfahren. Es handelt sich dabei um den Laser «OT134». Er basiert auf der Karbon-Dioxid-Laser-Technologie und funktioniert ähnlich wie Laser, die zu Hautbehandlungen eingesetzt werden. Da das neue Verfahren denkbar einfach ist, kann laut der Herstellerf irma Die meisten Patienten erkranken erst nach sogar ein relativ undem 40. Lebensjahr am grünen Star erfahrener Arzt eine Glaukom-Operation durchführen. Physische Abnormalitäten werden in der Augenheilkunde bisher nicht mit Laser behandelt. Beim grünen Star ist es äusserst wichtig, «Die Revolutionierung dieses Aspektes macht rechtzeitig zu operieren. Erfolgt der Eingriff zu unseren Laser so aussergewöhnlich», meinte spät, ist der Schaden irreversibel und führt zur dazu Joshua Degani, Geschäftsführer von «IOPtiErblindung. Die moderne Medizin hat mehrere ma». Weiter erläuterte er, dass die Idee zu einem komplizierte Operationsverfahren entwickelt, derartigen Einsatz des Lasers auf Prof. Ehud Asdie ausgerechnet in den am meisten betroffenen sia (Vorsteher der Klinik für Augenheilkunde am Entwicklungsländern kaum durchzuführen sind. Meir-Krankenhaus) zurückgehe. GUTE NACHRICHTEN FÜR ALZHEIMER-PATIENTEN Ein Glaukom wird durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht. Die klare Augenflüssigkeit kann nicht mehr abfliessen. Der Druck steigt weiter, sodass im Laufe der Zeit der Sehnerv beschädigt wird. Nur wenige Augenärzte können diesen Zustand beseitigen. Denn schon der kleinste Fehler bei der Operation reicht aus, um den Schaden zu verschlimmern. Durch die Lasertechnologie von «IOPtima» werden solche Fehlerquellen ausgeschaltet. Das Verfahren erregte in Fachkreisen grosses Aufsehen. Die ersten klinischen Testreihen erfolgten bereits. Demnächst laufen klinische Tests auch in den USA, in Kanada und in Europa an. Man ist sich sicher, dass dieses – auch kostengünstigere – Verfahren die Augenheilkunde revolutionieren wird. Man wird wesentlich risikofreier und vor allem umfangreicher in den armen Ländern der Welt operieren und Millionen Menschen vor dem Erblinden bewahren können. AN 

Mehr zu dieser Firma unter: www.bio-light.co.il/portfolio/?page=4 Mehr zum Glaukom unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Glaukom#Medikame nt.C3.B6se_Therapie

Zukünftige Behandlungsmöglichkeiten
Prof. Beka Solomon von der Universität Tel Aviv ist Mikrobiologin und kennt sich auch mit der Biotechnologie aus. Sie kam auf eine Idee, die in einigen Jahren die Behandlung von Alzheimer-Patienten revolutionieren könnte.
Vor Alzheimer
haben viele ältere Menschen Angst. Diese Krankheit, die erstmals 1906 von dem deutschen Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer diagnostiziert wurde, ist weitverbreitet. Man schätzt, dass
Links das Gehirn eines Alzheimer-Patienten, rechts ein gesundes Gehirn

von den 65-Jährigen etwa 2 % betroffen

sind. Bei den 70-Jährigen sind es 3 %, bei den 75-Jährigen 6 % und bei den 85-Jährigen etwa 20 %. Die Erforschung dieser Krankheit hat in den letzten Jahren zwar enorme Fortschritte gemacht, aber der genaue Mechanismus ist noch immer nicht bekannt. Fest steht, dass das Nervensystem angegriffen und das Gedächtnis eines Patienten so sehr geschädigt wird, dass er irgendwann seine kognitiven Fähigkeiten vollkommen verliert. Auch Prof. Solomon beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dieser Erkrankung. Die Mediziner diskutieren zwar noch immer unterschiedliche Theorien im Hinblick auf den Auslöser und Krankheitsverlauf. Mit Sicherheit weiss man lediglich, dass die Gehirnmasse im Verlauf der Krankheit abnimmt, weshalb die Mediziner von Gehirnatrophie sprechen.

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Wichtige Neurotransmitter werden nicht mehr in ausreichenden Mengen produziert, was zu einer allgemeinen Leistungsschwächung des Gehirns führt. Als Auslöser des Zellverlustes werden zurzeit vor allem intrazelluläre Ablagerungen eines Fragments von APP (Amyloid Precursor Protein) diskutiert, das von Medizinern als Plaquebelag bezeichnet wird. Im Laufe ihrer Forschungen entdeckte Prof. Solomon, dass eine bestimmte Gruppe von Bakteriophagen, das heisst eine einfache Gruppe von Viren, die auf Bakterien als Wirtszellen angewiesen sind, diesen Plaquebelag zersetzen kann. Man findet sie sowohl in den

Tiefen des Ozeans als auch an der Mageninnenwand. «Zudem haben unsere Versuche im Labor gezeigt, dass diese Bakteriophagen direkt in das Gehirn der Tiere gelangen, wenn sie über die Nase verabreicht werden», führte Prof. Solomon dazu aus. Prof. Solomons Erkenntnisse nach diesen Labortests lösten in der Fachwelt ein enormes Echo aus. Die medizinischen Fachzeitschriften vor allem in den USA berichteten ausführlich über die bahnbrechenden Erkenntnisse der israelischen Wissenschaftlerin. Dennoch wies Prof. Solomon in einem Interview darauf hin, dass man noch etliche Jahre

forschen müsse, um eine auf diesen Erkenntnissen aufbauende Therapie für Alzheimer-Patienten zu entwickeln. Einstweilen liess die Firma «Ramot», die für die kommerzielle Nutzung der Entdeckungen verantwortlich ist, die Innovation patentieren. Gegenwärtig werden die Vorbereitungen für erste klinische Testreihen getroffen. Erst nach Abschluss dieser Tests, die sich über mehrere Jahre hinziehen werden, wird man sich der Entwicklung eines entsprechenden Behandlungsverfahrens widmen können. ZL 

Nähere Infos über Bakteriophagen unter: http: //de.wikipedia.org/wiki/Bakteriophage

FRAGE AN DIE REDAKTION

Wo liegt Golgatha?
Jeden Monat lese ich mit grosser Freude und Spannung Eure neue Ausgabe der «Nachrichten aus Israel», die mich immer wieder ein Stück weiter in das Land Israel und zu den dortigen Menschen bringt und auch meine Sehnsucht, nach Israel zu gehen, neu entfacht. Doch diesmal bin ich hinsichtlich einer Aussage fragend geworden, denn Sie schreiben unter dem Thema «Warum gerade Israel?, Teil 1»: «Denn auf dem Berg Morija, wo Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte, lag das spätere Golgatha, wo Jesus für uns starb.» Kann es sein, dass sich da ein Fehler eingeschlichen hat oder ist das eine für mich neue Erkenntnis über die Lokalisation von Golgatha? Zum einen gibt es die Aussage, dass Golgatha in oder an der Grabeskirche sei, zum andern, es liege im arabischen Viertel Jerusalems in der Nähe des Gartengrabes, das vom englischen General Gorden entdeckt wurde. Und nun als dritte Variante der Berg Morija? Stand dort nicht der Tempel und jetzt der Felsendom? Ich bin aber grundsätzlich mit Ihnen der Meinung, dass es nicht so wichtig ist, wo Golgatha und das leere Grab waren, sondern dass auf Golgatha die Erlösung geschah und das Grab wieder leer und Jesus in die Herrlichkeit aufgefahren ist. Antwort: Als Der Tempel wurde dort errichtet, wo heute Gott Abraham der Felsendom steht dazu aufrief, seinen Sohn Isaak zu opfern, sprach Er vom «Land Morija» und von «einem der Berge»: «Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!» (1.Mo 22,2). Der Herr gab also zunächst keinen genauen Ort an. Deshalb geht man davon aus, dass die Stelle, wo Isaak geopfert werden sollte, mit Golgatha identisch ist, denn Golgatha liegt auf einem der Berge des Landes Morija. Auch 1. Mose 22,14 könnte auf Golgatha hindeuten: «Abraham nannte den Ort: ‹Der Herr wird dafür sorgen›, sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der Herr dafür sorgen!» Es könnte sich bei dieser Stelle durchaus um den Ort handeln, wo Gott der Vater für unsere Sündenvergebung sorgte, indem Jesus als Sohn Gottes für uns starb. Hingegen befand sich der Tempel auf einem ganz konkret genannten Ort des Berges Morija im Land Morija, nämlich der Tenne Ornans: «So gab David dem Ornan für den Platz Gold im Gewicht von 600 Schekel. Und David baute dem Herrn dort einen Altar und opferte Brandopfer und Friedensopfer. Und als er den Herrn anrief, antwortete er ihm mit Feuer vom Himmel, das er auf den Brandopferaltar fallen liess» (1.Chr 21,25-26). Und David sprach: «Hier soll das Haus Gottes, des Herrn, sein und dies der Altar zum Brandopfer für Israel!» (1.Chr 22,1). «Salomo fing

an, das Haus des Herrn zu bauen in Jerusalem, auf dem Berg Morija, wo der Herr seinem Vater David erschienen war, an dem Ort, den David bestimmt hatte, auf der Tenne Ornans, des Jebusiters» (2.Chr 3,1). Zusammenfassend: Golgatha liegt auf dem Gebirge Morijas, wahrscheinlich an dem Ort, wo Abraham den Isaak opfern sollte. Dies geschah als ein prophetisches Vorbild auf Jesu Tod. Der Tempel hingegen wurde auf dem Berg Morija auf der Tenne Ornans errichtet, dort wo heute der Felsendom steht. NL 

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SOFORTHILFE
Nachrichten aus Israel • 11/2007

FÜR ISRAEL

PERSÖNLICHES SCHREIBEN VON DR. MORDECHAI WARON

An alle Israelfreunde
Liebe Beth-Shalom-Freunde Shalom und herzliche Grüsse aus Israel! Wir fühlen uns sehr mit Ihnen – unseren wenigen treuen und wahren Freunden – verbunden, haben Sie doch mitgeholfen, Tausende von kranken und Not leidenden Menschen zu trösten und zu heilen. Seit nunmehr 30 Jahren gehört die Mitternachtsruf-/Beth-Shalom-Gemeinschaft zu unseren grössten Unterstützern. Aus tiefstem Herzen danken wir Ihnen für alles, was Sie für uns getan haben und tun. Wir schätzen Ihre Hilfe wirklich enorm! Zu meinem Bedauern ist Israel immer noch weit davon entfernt, eine friedliche Lösung mit seinen Nachbarn zu finden. Trotz beträchtlicher Konzessionen seitens Israels (Wirtschaftshilfe, Aufgabe von Siedlungen, Landübergaben, Strom- und Wasserversorgung, Bereitschaft, einen unabhängigen palästinensischen Staat zu schaffen, usw.) wurden keinerlei Fortschritte erzielt. Ganz im Gegenteil: Jedes Entgegenkommen, jede Geste des guten Willens wurde sofort als Schwäche gedeutet und zog neue Terroranschläge und Intifada-Attacken mit Tausenden von Opfern nach sich. In letzter Zeit droht Irans Präsident Ahmadinedschad ständig damit, uns total zu vernichten; zu diesem Zweck will er ja auch
Mit den jetzigen Röntgengeräten werden jeden Tag über 500 Aufnahmen gemacht. Die Apparate sind stark abgenutzt und es müssen dringend neue Geräte gekauft werden

Atomwaffen entwickeln. Syrien beteiligt sich ebenfalls an diesen feindseligen Aktivitäten und erzeugt damit eine angespannte Atmosphäre an unserer Nordgrenze. Um es mit Prediger 1,9 zu sagen: «Es gibt nichts Neues unter der Sonne» im Nahen Osten. Wir sind also gezwungen, uns fortwährend auf einen Krieg vorzubereiten. Demzufolge müssen wir Räume und Einrichtungen – die selbst vor unkonventionellen Massenvernichtungswaffen geschützt sind – für die Behandlung einer grossen Zahl von Kriegsopfern schaffen. Darüber hinaus müssen wir mehr und mehr Mittel in unsere Verteidigung investieren, da den Arabern dank ihres Reichtums immer intelligentere Waffen mit Massenvernichtungspotenzial zur Verfügung stehen. Dadurch werden wir zunehmend von wohlgesinnten Freunden abhängig. So tut es mir sehr leid, Sie wiederum um Ihre Hilfe bitten zu müssen. Unsere BethShalom-Notfallstation benötigt dringend neue Röntgengeräte. Das Zentrum behandelt jährlich etwa 140 000 Patienten (400 pro Tag). Die meisten müssen sich einer Röntgenuntersuchung unterziehen. Die jetzigen Röntgenapparate sind veraltet und durch die intensive Beanspruchung (durchschnittlich 514 Aufnahmen pro Tag) stark abgenutzt. Sie müssen unbedingt durch

zwei digitale Systeme ersetzt werden, wobei eines ca. 260 000 Euro kostet. Jede finanzielle Hilfe – und sei sie noch so klein – würde einen wichtigen Beitrag leisten, dieses akute Problem zu lösen. Wir danken Ihnen nochmals für Ihre unschätzbare Freundschaft und Unterstützung. Gott segne Sie! Mit einem warmen Shalom Dr. Mordechai Waron Assaf Harofeh Medical Center Wer dieses wichtige Projekt von Dr. M. Waron vom Assaf-Harofeh-Krankenhaus unterstützen will, kann dies mittels des beiliegenden Zahlscheins tun – bitte mit Vermerk «Röntgengerät». Israel braucht die tatkräftige Unterstützung von Gliedern der Gemeinde Jesu. Helfen Sie uns mit, Israel zu helfen! Jeder Euro und jeder Franken geht ohne den geringsten Abzug nach Israel weiter. Mit Gaben für Israel zeigen wir aktiv die Liebe Jesu zu Israel. Möchten Sie dieses Jahr eine Weihnachtsspende für ein dringend nötiges Röntgengerät in Israel geben? Der Herr möge Sie tief und reich segnen! CM 

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