EDITORIAL

Liebe Israelfreunde
Zwischen jüdischen Kreisen und dem Vatikan ist es zu Spannungen gekommen. Es ging dabei um den Wortlaut des offiziellen Gebetes zum Karfreitag-Gottesdienst in der katholischen Kirche. Der Papst hatte sich verpflichtet, für Juden beleidigende Ausdrücke wie «Dunkelheit» und «Blindheit» aus dem Text zu entfernen. Diese Entscheidung erklärt sich aus dem Bemühen der katholischen Kirche, ihr Verhältnis zu Israel und den Juden zu verbessern. Dahinter steht natürlich auch ein gewisses «politisches» Interesse, zumal die katholische Kirche schon wegen ihrer Präsenz im Heiligen Land daran interessiert ist, ein gutes Einvernehmen mit Israel zu pflegen. In diesem Zusammenhang will man sich natürlich «politisch korrekt» verhalten. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit der Grundsatz der «politischen Korrektheit» die Wahrheiten der Heiligen Schrift beeinflussen darf. Es gab nämlich auch schon Forderungen aus jüdischen Kreisen, bestimmte Aussagen im Neuen Testament abzuändern, was niemals geschehen darf! Diese Reibungspunkte sind natürlich auch immer bei den sogenannten interreligiösen Dialogen unterschwellig vorhanden. Man kann sie zwar unter den Teppich kehren und nur über die Punkte reden, über die man sich einig ist, wie das heute bei solchen Gesprächen der allgemeine Trend ist. Aber dann handelt es sich nicht mehr um echte interreligiöse Diskussionen. Solche Gespräche sind nur dann sinnvoll, wenn jede Seite sämtliche ihrer Glaubensüberzeugungen aufrichtig und ohne Abstriche vertreten kann. Eine solche Praxis sollte in der heutigen Zeit eigentlich selbstverständlich sein. Doch gerade auf dem Gebiet der Religion scheint man alle demokratischen Werte wie zum Beispiel auch die Meinungsfreiheit zu vergessen. Bei Zusammenkünften der verschiedenen Religionen und Bekenntnisse wird immer häufiger gefordert, dass man nicht versuchen solle, die Mitglieder anderer religiöser Gruppierungen abzuwerben. Doch eine solche Haltung ist letzten Endes undemokratisch, weil der Einzelne dabei bevormundet und ihm das Recht abgesprochen wird, selbst zu entscheiden, was er für richtig hält. Bei echten interreligiösen Dialogen sollte jede Seite ihre Position nach ihrer Sichtweise kundtun können, ohne dabei bedroht oder diffamiert zu werden. Es ist verständlich, dass die Frage des Religionswechsels in Israel ein sehr sensibles Thema ist. Doch gerade hier soll jetzt eine von der Regierung geschaffene Institution für den Übertritt zum Judentum entstehen, weil etwa 300 000 Neueinwanderer keine Juden sind. Ausserdem treten jährlich einige hundert in Israel lebende Menschen zum Judentum über. Dagegen wird nichts eingewendet, zumal wir hier in einer demokratischen Gesellschaft leben. Allerdings sollte im umgekehrten Fall die gleiche Toleranz gelten, aber das geschieht leider nicht immer. Auf jeden Fall aber sind wir gerade in unserer heutigen Zeit dazu aufgefordert, für unsere Glaubensüberzeugung klar und deutlich einzustehen. Diesmal grüsse ich Sie herzlich mit «Shalom aleichem» oder «Friede mit euch», den Worten, mit denen der auferstandene Jesus Seine Jünger begrüsst hat, und wünsche Ihnen gleichzeitig ein reich gesegnetes Osterfest. Ihr Fredi Winkler
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Auf jeden Fall aber sind wir gerade in unserer heutigen Zeit dazu aufgefordert, für unsere Glaubensüberzeugung klar und deutlich einzustehen

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Nachrichten aus Israel®
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60 Jahre Israel – ein Rückblick. Im Jahr des 60. Jahrestages seiner Unabhängigkeit kann Israel auf viele Errungenschaften zurückblicken. Dazu gehört neben der Aufnahme und Integration von mehreren Millionen Neueinwanderern auch der Aufbau einer prosperierenden Wirtschaft. Seite 10

Psalm für jeden Raketenalarm in Sderot. Alleine in den ersten 14 Tagen des Jahres 2008 gingen in Sderot mehr als 200 KassamRaketen nieder. Nach einem Wochenende mit über 40 Raketen wurden zwei Jungen schwer verletzt. Die Menschen dort sind verzweifelt und am Ende ihrer Kräfte. Seite 14

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3 von Fredi Winkler

BIBLISCHE BOTSCHAFT
5 Als es Ostern wurde

YESHUA UND ISRAEL
9 Der Feigenbaum als Israelsymbol und Endzeitzeichen

H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N A U S I S R A E L
10 11 11 12 13 13 14 16 16 17 18 18 19 20 20 21 21 22 60 Jahre Israel – ein Rückblick Wo die Juden leben Britischer jüdischer Aussenminister hat Verwandte in Israel Georgiens Verteidigungsminister ist Jude Terroristen missbrauchten humanitäre Hilfe Flüchtlinge auch in Israel Psalm für jeden Raketenalarm in Sderot Antijüdische Willkür der Saudis Syrer bauen bombardierte Anlage wieder auf «Christliche Knesset-Verbündete» feiern Geburtstag Solarenergie auch an bewölkten Tagen Israelische Jungforscher ausgezeichnet Kommandant der israelischen Armee besuchte Sachsenhausen Südkorea kauft israelische Drohnen «Yahoo» setzt auf Israel Fundstück aus der Zeit des ersten Tempels Israel will Elektroautos forcieren Einer der meistgesuchten Terroristen der Welt ist tot

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT

«Jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.» Diese bedeutungsvollen Worte aus Johannes 12,31 sprach Jesus vor dem Passahfest in Jerusalem, wenige Tage vor Seinem Kreuzestod.
Fredi Winkler
Im 12. Kapitel des Johannesevangeliums spricht Jesus über Sein bevorstehendes Leiden und Sterben. Zur Erklärung bedient Er sich eines Vergleichs aus der Natur: «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht» (V 24). Kurz vorher wollten Pilger, die aus dem Ausland gekommen waren, Jesus sehen. Mit ihrem Anliegen wandten sie sich an Philippus, einen der Jünger, damit dieser ein Zusammentreffen vermitteln konnte. Jesus hätte sich geschmeichelt fühlen können, dass Er sogar bei Pilgern aus dem Ausland bekannt geworden war. Doch Er ging nicht auf ihren Wunsch ein, sondern begann über Sein Sterben zu sprechen. Menschlich gesehen haben für uns das Sterben und der Tod nichts Positives. Doch Jesus vergleicht Seinen Tod mit dem geheimnisvollen Absterben eines Samens, aus dem dann viel Frucht entsteht. Er wusste genau, was Ihm bevorstand und welche Bedeutung Sein Sterben haben würde. Häufig hört man diesbezüglich die Frage:

Ostern wurde
Nach diesem Bekenntnis Seiner Hingabe an den Vater lesen wir weiter: «Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen» (V 28). Dieses Geschehen ist nicht so bekannt wie das Ertönen von Gottes Stimme auf dem Berg der Verklärung oder bei Jesu Taufe am Jordan. Offenbar sollte Jesus durch diese Bekundung gestärkt werden, zumal die Volksmenge die Stimme zwar hörte, aber nicht verstand (V 29). Im Gegensatz dazu waren die Ereignisse zu Beginn Seines Auftretens bei der Taufe am Jordan und dann zum Abschluss Seines öffentlichen Wirkens auf dem Berg der Verklärung wohl für die Ihn umgebenden Augenzeugen bestimmt, weil diese von Seiner göttlichen Sendung überzeugt werden sollten. In Lukas 12,50 erwähnte Jesus ebenfalls, dass Ihm der vor Ihm liegende Weg nicht leicht fiel: «Ich habe eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollendet ist.» Vor allem musste Jesus diesen Weg ganz allein gehen, weil auch Seine engsten Vertrauten Ihn nicht verstanden.

Als es

Hatte Jesus Angst vor dem Sterben? Als Jesus von Seinem bevorstehenden Leiden und Tod sprach, sagte Er: «Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen» (Joh 12,27). Dieser Vers zeigt deutlich, dass Jesus zwar bereit war, diesen vom himmlischen Vater für Ihn bestimmten Weg zu gehen, es Ihm aber nicht leicht fiel, obwohl Er der Sohn Gottes war. Andererseits sollte Sein Vater durch Sein Sterben am Kreuz verherrlicht werden. Deshalb beantwortete Er Seine eigene Frage mit dem Ausruf: «Vater, verherrliche deinen Namen!» (V 28).

Als Jesus begann, von Seinem Leiden und Sterben zu sprechen, entgegnete Ihm Petrus: «Gott behüte dich, Herr! Dies wird dir keinesfalls widerfahren» (Mt 16,22). Jesus lehnte das Ansinnen des Petrus mit schroffen Worten ab: «Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist» (V 23). Er war fest entschlossen, den für uns Menschen kaum zu begreifenden Erlösungsplan Gottes zu erfüllen, auch wenn es Ihm schwer fallen würde. Deshalb sagte Er Seinen Jüngern auf dem Weg nach Gethsemane auch voraus, dass sie sich in jener Nacht alle an Ihm ärgern

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und wie eine führerlose Herde zerstreut würden (Mt 26,31). mich allezeit erhörst» (Joh 11,42). Demnach wurde auch Daraufhin gab Petrus wie alle anderen auch das voreilige Sein Gebet in Gethsemane erhört. Tatsächlich lesen wir in Versprechen, Ihn nicht im Stich lassen zu wollen. Der Herr Lukas 22,43: «Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, erklärte dem Petrus, der Hahn würde nicht krähen, bis er der ihn stärkte.» In der Folge sehen wir, wie Jesus neu Ihn dreimal verleugnet hätte (Mk 14,29-31). gestärkt und entschlossen auftrat, sprach Er doch zu den Dieses Wissen, dass Er diesen letzten Weg ganz allein zu Jüngern: «Es ist genug; die Stunde ist gekommen, siehe, gehen hatte, lag offenbar wie eine schwere Last auf Ihm. Als der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder sie in Gethsemane angekommen waren, forderte Jesus Seine überliefert. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich Jünger auf, mit Ihm gemeinsam wach zu bleiben, während überliefert, ist nahe» (Mk 14,41-42). Deshalb schreibt der Er sich zum Gebet zurückziehen würde. Dann nahm Er Verfasser des Hebräerbriefes: «Der hat in den Tagen seiSeine engsten Vertrauten (Petrus, Jakobus und Johannes) nes Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem mit «und fing an, sehr bestürzt und geängstigt zu werden. Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Und er spricht zu ihnen: Meine Seele Tod erretten kann, und ist um seiner ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier Gottesfurcht willen erhört worden und und wacht» (Mk 14,33-34). Wenn ich etwas wirklich lernte, obwohl er Sohn war, an dem, Als Jesus zu den Jüngern zurückkam, was er litt, den Gehorsam; und vollglaube, handle ich auch schliefen sie. Und so sprach Er zu Petrus: endet, ist er allen, die ihm gehorchen, dementsprechend. Des«Also nicht eine Stunde konntet ihr mit der Urheber ewigen Heils geworden» mir wachen? Wacht und betet, damit (Hebr 5,7-9). halb gehören Glauben ihr nicht in Versuchung kommt! Der Jesus hatte keineswegs darum geund Gehorsam immer zu- beten, dass Ihm der Weg ans Kreuz Geist zwar ist willig, das Fleisch aber sammen schwach» (Mt 26,40-41). Mit dieser erspart bleiben sollte, sondern darum, Schwachheit des Fleisches hatte Jesus dass Seine Angst und Bestürzung weiin Gethsemane offenbar zu kämpfen. chen sollten. Schliesslich war Er um Bezeichnenderweise hatte Er Seine Jünger nicht aufgeunsretwillen Mensch geworden und hatte Fleisch und Blut fordert, für Ihn zu beten, sondern nur, mit Ihm wach zu angenommen. Wiederholt betonte Er, es sei für Ihn das bleiben. Beten sollten sie für sich selbst, damit sie nicht in Höchste, den Willen des Vaters zu tun; dafür sei Er auf diese Versuchung fielen. Doch sie brachten es noch nicht einmal Erde gekommen. Deshalb wurde Sein Gehorsam gegenüber fertig, zusammen mit Ihm wach zu bleiben. dem Vater zur Ursache unseres ewigen Heils. Nach Markus 14,36 betete Jesus in Gethsemane: «Abba, Umgekehrt verlangt Er nun auch von uns, dass wir Ihm Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! gehorchen. Der blosse Glaube an die Erlösung rettet uns Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!» Hier stellt zwar, aber zur Nachfolge gehört noch etwas anderes: der sich natürlich die Frage: Gehorsam. Wenn ich etwas wirklich glaube, handle ich auch dementsprechend. Deshalb gehören Glauben und Hat Gott das Gebet Jesu Gehorsam immer zusammen. in Gethsemane erhört? Es ist ergreifend zu sehen, wie Jesus sogar in diesen Jesus sagte: «Ich aber erdrückenden Momenten an das Wohl Seiner Jünger wusste, dass du dachte. Als Seine Feinde kamen, um Ihn zu verhaften, ging Er selbst hinaus und fragte sie: «Wen sucht ihr?» Sie antworteten: «Jesus, den Nazoräer.» Er entgegnete ihnen: «Ich Jesus hat seine Jünger nicht aufgefordert, bin es.» Damit für Ihn zu beten, sondern nur, mit Ihm wach hatten sie nicht zu bleiben, aber selbst das haben sie nicht geschafft gerechnet, dass Jesus so entschlossen vor sie treten würde. Deshalb wichen sie verblüfft zurück und fielen zu Boden, sodass Er ihnen noch einmal die gleiche Frage stellen musste. Dann fügte Er hinzu: «Wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese gehen!» (vgl. Joh 18,3-9). Diese unerwartete Situation und die Entschlossenheit Jesu führten offenbar dazu, dass sie die Jünger nicht gefangen nahmen, sondern einfach laufen liessen. Neu gestärkt ging Jesus nun den Weg, der vor Ihm lag. Sein himmlischer Vater hatte Sein Gebet in Gethsemane tatsächlich erhört. Bei dem Kampf Jesu in Gethsemane ging es jedoch noch um weit mehr als nur um die Schwachheit des Fleisches. Schliesslich sollte dem Satan durch Jesu Tod und Auferstehen die Macht über den Tod und das Totenreich

genommen werden. Deshalb war das, was in Gethsemane begann, auch ein Kampf in der unsichtbaren Welt. Der Kampf in der unsichtbaren Welt. Bevor Jesus mit Seinen Jüngern das Haus verliess (in dem das letzte Passahund anschliessend das Abendmahl stattgefunden hatte), um aus der Stadt hinaus nach Gethsemane zu gehen, sagte Er zu Seinen Jüngern: «Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden, denn der Fürst der Welt kommt; und in mir hat er gar nichts» (Joh 14,30). Jesus wusste genau, dass es im vor Ihm liegenden Geschehen um den entscheidenden Kampf gegen Satan als Beherrscher dieser Welt ging und der Teufel nichts unversucht lassen würde, um den göttlichen Erlösungsplan für diese Welt zu verhindern. Aber Er war auch zuversichtlich, denn der Teufel konnte nicht viel gegen Ihn unternehmen. Satans einzige Einfallspforte war der irdische Leib Jesu, aber Jesu Seele und Geist konnte er nichts anhaben. Doch das Fleisch und Blut, das Jesus um unsretwillen angenommen hatte, war anfällig für die Angriffe des Teufels, obwohl Jesus ohne Sünde war. Er konnte zu Recht fragen: «Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen?» (Joh 8,46). Jetzt, in dieser entscheidenden Stunde in Gethsemane, warf sich jedoch die ganze Macht der Finsternis auf Jesus, um Ihn über die Schwachheit des Leibes von dem für den Satan vernichtend endenden Weg zum Kreuz abzuhalten. Der Verfasser des Hebräerbriefes sieht in diesem Kampf Jesu gegen die Versuchung, schwach zu werden, ein Vorbild für den Kampf des Gläubigen gegen die Sünde. Deshalb schreibt er in Hebräer 12,4: «Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden.» Jesus dagegen widerstand in Gethsemane bis aufs Blut, als der Teufel versuchte, Ihn durch körperliche Schwäche vom Weg zum Kreuz abzuhalten. Das ist eine altbewährte Taktik des Feindes. Er versucht, den Menschen durch die Schwächen des Leibes zum Ungehorsam und somit zur Sünde zu verleiten, um dadurch Einfluss auf Seele und Geist ausüben zu können. Jesus widerstand dieser Versuchung mit einem Gebetskampf bis aufs Blut. Den Worten des Hebräerbriefes zufolge wurde Er erhört, weil für Ihn die Ehre und der Wille Seines himmlischen Vaters an erster Stelle standen. Jesus wusste genau, was in Gethsemane auf dem Spiel stand. Angenommen, es wäre dem Teufel gelungen, Jesus durch körperliche Schwäche zum Ungehorsam gegenüber Seinem Vater zu verleiten, dann wäre der Plan Gottes durchkreuzt worden. Gott hatte vor, den Teufel zu entmachten, der durch List die Macht über das Leben der Menschen und damit über den Tod sowie das Totenreich erlangt hatte, indem er Eva zum Ungehorsam verführt hatte. Nur der Gehorsam des sündlosen Sohnes Gottes gegenüber dem himmlischen Vater konnte diesen Ungehorsam der Menschen sühnen. Dieser Weg war der Weg des Todes, «um durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel» (Hebr 2,14). Diese Worte sind eine gute Überleitung zu der Frage, was durch den Tod Jesu in der unsichtbaren Welt geschah.

Jesus im Reich der Toten. Als Jesus alles erfüllt hatte, was von Ihm geschrieben steht, und am Kreuz triumphierend sprach: «Es ist vollbracht!», das Haupt neigte und den Geist übergab (Joh 19,30), gelangte Er an den Ort, von dem Er in einem Gleichnis gesprochen hatte. «Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des grossen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein» (Mt 12,40). Mit dem «Herzen der Erde» ist wohl nicht das Grab gemeint, sondern der Hades, das Totenreich oder der Aufenthaltsort aller Toten. Wäre Jesus ein Mensch wie alle anderen gewesen, wäre Er wie die Verstorbenen vor Ihm im Totenreich geblieben. Als Gerechter hätte Er lediglich das Vorrecht gehabt, dort im Schoss Abrahams geborgen zu sein (vgl. Lk 16,22-31). Doch weil Jesus zwar ein Mensch (von Maria geboren), aber auch der Sohn Gottes (durch den Heiligen Geist gezeugt) war, befand Er sich nicht unter dem Fluch, der durch den Ungehorsam Evas über alle Menschen gekommen war. Aus diesem Grund hatte der Teufel keine Macht über ihn und konnte Ihn auch nicht im Totenreich festhalten. Wegen Seiner Sündlosigkeit und der Tatsache, dass Er Gottes Sohn war, konnte Jesus dem Teufel die Macht über den Tod entreissen. Satan wusste von Anfang an, was für ihn auf dem Spiel stand. Darum versuchte er auch Jesus, als Er sich nach Seiner Das Fleisch und Blut, das Jesus um unsretTaufe am Jordan willen angenommen hatte, war anfällig für vierzig Tage in die Angriffe des Teufels, obwohl Jesus ohne Sünde war der Wüste aufhielt und fastete. Unter Aufbietung seiner ganzen List wollte Satan Jesus zum Ungehorsam gegen den himmlischen Vater verführen, um Ihn für Seine grosse Aufgabe untauglich zu machen. Doch Jesus widerstand allen Versuchungen Satans, weil Er einzig und allein den Willen Seines Vaters erfüllen wollte. Damit entwaffnete Er den Teufel, und dieser musste von Ihm weichen. Als Jesus nun im Totenreich dem gegenüberstand, der des Todes Gewalt hatte, musste Satan seine Machtposition an Jesus abtreten. Das war der grosse Sieg, der durch den Tod Jesu am Kreuz von Golgatha errungen wurde. Deshalb steht auch in der Schrift: «Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades» (Offb 1,17-18). Durch die Auferstehung Jesu hat Gott den sichtbaren Beweis erbracht, dass Jesus tatsächlich den Satan und dessen Macht über den Tod besiegt hat. Der Sieg Jesu über den Tod. Für die Jünger bedeutete Jesu Tod zunächst das Ende aller ihrer Hoffnungen. Diese Tatsache kommt besonders deutlich durch das Zeugnis der beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus zum Ausdruck. Sie waren wie am Boden zerstört. Als sie aber dann beim Brotbrechen erkannten, dass Derjenige, der sich zu ihnen

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT
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gesellt hatte, ihr auferstandener Herr war, gab es für sie kein Halten mehr. Ihre Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit waren wie weggeblasen, und sie nahmen noch am selben Abend den weiten Weg nach Jerusalem auf sich, um den anderen Jüngern möglichst schnell die wunderbare Nachricht von der Auferstehung Jesu zu bringen. Allein die Tatsache der Auferstehung Jesu ist die Grundlage des Evangeliums. Das Geheimnis Seines Als Petrus am Sieges über alle VersuPfingsttag in Jerusalem auftrat, um chungen Satans und der die Ausgiessung Sünde war Seine Gesindes Heiligen nung der Unterordnung Geistes zu erklären, bezeugte er unter den Willen Gottes mit Vollmacht die Auferstehung Jesu und die Tatsache, dass der Hades Ihn nicht festhalten konnte (vgl. Apg 2,27.31). Ähnliches geschah auch bei der Predigt des Petrus vor den Versammelten im Haus des Kornelius. Auch dort bezeugte er die Auferstehung Jesu als die gewaltige Tatsache der Heilsbotschaft. In Apostelgeschichte 10,42 und 43 sagte er dann: «Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.» Weil Jesus den Teufel überwunden und ihm die Macht über den Tod sowie die Toten genommen hat, gelangten die Verstorbenen nun unter die Herrschaft Jesu. Dadurch wurde Jesus auch zum Richter über die Lebendigen und die Toten, und Er kann diejenigen begnadigen, die an Ihn glauben. Die Grundlage des Evangeliums von Jesus Christus ist und bleibt der Sieg Jesu über den Teufel, den Er durch Seinen Tod am Kreuz von Golgatha errungen hat und der durch Seine Auferstehung von den Toten proklamiert worden ist. Was war das Geheimnis des Sieges Jesu? Das Geheimnis Seines Sieges über alle Versuchungen Satans und der Sünde war Seine Gesinnung der Unterordnung unter den Willen Gottes. Darum kann Paulus schreiben: «Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch Gerade im Dienen ist Jesus uns zum grossen befunden, erVorbild geworden niedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist» (Phil 2,5-9). Satan hatte bei Jesus nicht die geringste Chance,

zumal seine Versuchungen auf Hochmut angelegt waren, eine Eigenschaft, die dem Wesen Jesu zutiefst widersprach. Schliesslich sagte Jesus über sich: «Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als ein Lösegeld für viele» (Mt 20,28). Der Name über allen Namen. Im ersten Kapitel der Offenbarung wird Jesus mit dem Titel angesprochen, den Satan sich eigenmächtig aneignen wollte. «Gnade euch und Friede von … Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde!» (V 4-5). Satan machte sich zum Fürsten dieser Welt, indem er Jesus anbot, Ihm alle Reiche dieser Welt zu geben, wenn Er vor ihm niederfallen und ihn anbeten würde. Doch Jesus wies dieses Ansinnen zurück mit den Worten: «Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‹Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen›» (Mt 4,10). Diese Gesinnung bewahrte Ihn dann auch vor den verführerischen Angeboten des Teufels. Deshalb wird Er bei Seiner Wiederkunft in grosser Macht und Herrlichkeit nach Offenbarung 19,16 einen weitaus herrlicheren Namen tragen: «Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.» Dieses Erbe empfing Er, weil Er nicht gekommen war, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und um Sein Leben als Lösegeld für viele zu geben. Wahre Grösse vor Gott. Der Anlass zu der Aussage Jesu, Er sei nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen, war die Bitte von Jakobus und Johannes, Er solle ihnen einst in Seinem Reich einen Platz zu Seiner Rechten und zu Seiner Linken geben. Interessanterweise tadelte Jesus die beiden nicht wegen dieser ziemlich unverschämten Bitte, sondern Er zeigte ihnen den Weg zu wahrer Grösse in den Augen Gottes. «Ihr wisst, dass die Regenten der Nationen sie beherrschen und die Grossen Gewalt gegen sie üben. Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch gross werden will, wird er euer Diener sein» (Mt 20,25-26). Damit lenkte Jesus den «Ehrgeiz» der beiden Jünger in die richtige Richtung. Jesus freut sich, wenn wir für Ihn und Seine Sache eifern, aber dieses Eifern soll anders sein als der Ehrgeiz dieser Welt. Unser Dienst an der Sache Jesu wird auch nicht mit vergänglicher Anerkennung belohnt, sondern mit einer unvergänglichen Ehre im Himmel. Gerade im Dienen ist Jesus uns zum grossen Vorbild geworden. Nicht umsonst sagte Er: «Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ‹ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen›; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht» (Mt 11,29-30). Wünschen wir uns nicht alle, einmal Ehre und einen Namen zu empfangen, die ewigen Bestand haben? Darum wollen wir immer wieder von Ihm lernen, der gesagt hat: «… lernt von mir!» 

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YESHUA
EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

UND

ISRAEL

Der Feigenbaum als Israelsymbol und Endzeitzeichen
DR. GERSHON NEREL – TEIL 20 «Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis», sagte Yeshua zu Seinen Jüngern. Dann fügte Er hinzu: «Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.» Er erklärte diese Worte näher: «So sollt auch ihr, wenn ihr dies alles seht, erkennen, dass es nahe an der Tür ist.» Unser Herr und Erlöser ergänzte Seine Belehrung mit diesem Hinweis: «Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist» (Mt 24,32-34). Der Kontext dieser Worte ist die sogenannte Ölbergrede, als der Herr über die letzten Ereignisse der Geschichte sprach. Über eine ähnliche Endzeitrede berichtet auch das Markusevangelium im 13. Kapitel. Angesichts der in diesen Reden enthaltenen Informationen stellt sich eine grundlegende Frage: Welche Bedeutung hat der Feigenbaum in den geschilderten Geschehnissen? Er ist an dieser Stelle als Sinnbild für Israel zu verstehen, und zwar sowohl für das Volk als auch das Land. Bereits für den Propheten Jeremia war die Frucht des Feigenbaums ein Symbol für Israel. Er sah zwei Körbe Feigen «vor dem Tempel des HERRN aufgestellt» (Jer 24,1). Der eine Korb enthielt sehr süsse, reife Feigen, der andere aber schlechte, ungeniessbare Früchte. Demnach gibt es in Israel gute und schlechte Menschen, und Gott wird beiden Gruppen ihren gerechten Lohn geben, so wie Er es bei jedem anderen Volk tut. Allerdings geht aus den Worten des Propheten Jeremia auch deutlich hervor, dass sich das Gleichnis von den Feigenkörben in Jerusalem speziell auf Israel bezieht. In Seiner Rede in Matthäus 24 und Markus 13 spricht Yeshua über einen Zeitabschnitt von etwa zwei Jahrtausenden, und zwar von Seinem ersten Kommen in Schwachheit bis zu Seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit. Ein Schlüsselwort in diesen beiden Kapiteln ist «Ende» (hebr.: ketz), wie im Ausdruck «Ende der Weltzeit» (Ketz Ha’Olam). Dieser Begriff erscheint in vier Versen, in denen die Rede vom sicheren Ende der Menschheitsgeschichte ist, gefolgt von einer neuen, vom Messias und Sohn Gottes beherrschten Weltordnung. Aber zurück zum Gleichnis vom Feigenbaum, der vor dem Beginn des Sommers blüht. Bezeichnend ist hier, dass «Sommer» auf Hebräisch «kaitz» heisst. Die phonetische Ähnlichkeit der beiden hebräischen Ausdrücke «ketz» und «kaitz» ist auffallend. In diesem Sinne ist der «Sommer» (kaitz) auch ein Sinnbild für das «Ende» (ketz). Solche Wortspiele sind in der hebräischen Bibel nicht selten, wie man auch an der Symbolik des Mandelbaums erkennen kann. Das hebräische Wort «shaked» heisst «Mandel», während «shoked» mit «wachen» oder «gewissenhaft sein» übersetzt werden kann (vgl. Jer 1,11-12). Der blühende Feigenbaum mit den ersten Blättern (vgl. Mt 24) stellt eine neue Phase in der Geschichte Israels dar, nämlich die heutige Wiederherstellung des jüdischen Volkes im Land seiner Vorväter. Diese Rückkehr findet nicht in einem beliebigen Territorium statt, sondern im Land Zions und der Apostel. Das einzigartige, in dieser Form noch nie da gewesene Phänomen der Wiederbelebung Israels hat nur deshalb einen weltumspannenden Einfluss, weil Gott es bewirkt hat. Die heutige Sammlung der Juden im vorexilischen Land der Verheissung ist tatsächlich eine Ära des Aufblühens oder eine Blütezeit, nachdem das jüdische Volk in zweitausend Jahren der Zerstreuung viel Leid erfahren hat. Langsam, aber sicher wird jedoch die wieder aufblühende nationale Souveränität Israels zu einem schweren Laststein für die ganze Welt. Gott selbst wird Jerusalem, die Hauptstadt Israels, zu einem giftigen Taumelkelch für alle umliegenden Völker machen und für die Nationen, die sich zum Kampf rüsten. Er wird Jerusalem zu einem schweren Stemmstein für alle Völker machen, und schliesslich werden alle Nationen der Erde sich zum

Krieg gegen die Stadt sammeln (vgl. Sach 12,2-3). Natürlich wird dieses Geschehen apokalyptische Ausmasse annehmen und das Ende herbeiführen. Heute scheint immer deutlicher zu werden, dass in dieser in Israel beginnenden, weltweiten Schlacht von Harmagedon (vgl. Offb 16,14-16) auch Atomwaffen eingesetzt werden könnten. Wie verhält es sich aber mit der Generation, die diese schwierigen Zeiten miterleben wird, vor allem den Zeitraum vor der Rückkehr Yeshuas, zuerst für Seine Braut und dann für die Welt? Wenn wir versuchen, die Worte Yeshuas («Dieses Geschlecht wird nicht vergehen …») in ihrem Zusammenhang zu sehen, so stellt sich folgende Frage: Bezieht sich «dieses Geschlecht» auf die Lebenszeit derselben Generation, welche die physische Wiederherstellung Israels miterlebt und ihre geistliche Bedeutung erkannt hat? Heutzutage beträgt die Lebenserwartung einer Generation etwa achtzig Jahre. So gesehen könnte sich die «Generation» (oder das «Geschlecht») im Gleichnis Yeshuas durchaus

Bereits für den Propheten Jeremia war die Frucht des Feigenbaums ein Symbol für Israel

auf Menschen beziehen, die bereits heute leben. An dieser Stelle sei noch eine letzte Frage erlaubt: Ist «Ende» bzw. «ketz» einfach nur das Ende des Lebens, ohne jede Hoffnung und ohne ewigen Lohn? Nein. In Wirklichkeit ist «Ende» ein Übergang von der jetzigen Phase in der Geschichte zu einer neuen Ära, in der Yeshua zurückkehren, die Welt richten und tausend Jahre lang herrschen wird. Erst nach diesem Tausendjährigen Reich wird die Geschichte endgültig aufhören, und dann wird es eine neue Erde und einen neuen Himmel geben (vgl. Offb 21,1-2). Auch aus diesem Grund sind wir heute dazu berufen, wachsam und täglich bereit zu sein (vgl. Mt 25,13), aber auch nach der Heiligung zu streben, ohne die niemand den Herrn schauen wird (vgl. Hebr 12,14). 

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DIE WIRTSCHAFT, DER STOLZ DES LANDES

60 Jahre Israel – ein Rückblick
Im Jahr des 60. Jahrestages seiner Unabhängigkeit kann Israel auf viele Errungenschaften zurückblicken. Dazu gehört neben der Aufnahme und Integration von mehreren Millionen Neueinwanderern auch der Aufbau einer prosperierenden Wirtschaft.
Fast die gesamte Infrastruktur Israels – Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, Behörden und auch das Verkehrsnetz – musste mühsam innert kurzer Zeit errichtet werden. Zudem war Israel in den sechs Jahrzehnten seines Bestehens immer wieder gezwungen, seine Existenz zu verteidigen. Doch trotz enormer Ressourcen, die in diese Bereiche flossen, wurde eine prosperierende Wirtschaft aufgebaut. Das Wirtschaftswachstum seit der Staatsgründung mutet wie ein Wunder an. Das Nationalprodukt (Summe aller zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, mit der kein anderer Wirtschaftsmarkt der Welt mitziehen kann. Zwar gibt es durchaus Staaten, die ihr BNE im Verlauf eines vergleichbaren Zeitraums ebenfalls ähnlich gesteigert haben, doch keiner davon hatte eine Verzehnfachung seiner Bevölkerung zu bewältigen. Zumeist gelten Staaten mit einer rapiden Bevölkerungszunahme als ärmere Länder. Die Entwicklung der israelischen Wirtschaft wäre keine wirkliche Erfolgsgeschichte, wenn es nicht auch Heute gilt die Inflationsrate des Staates Israel als eine der niedrigsten weltweit. Ähnlich verhält es sich mit dem Staatshaushalt. Noch bis vor Kurzem verschlang das Budget 65 Prozent des BNE. Dank umfangreicher Bemühungen konnte dieser Prozentsatz gesenkt werden und er scheint sich inzwischen auf eine Höhe einzupendeln, die dem Niveau gegen Ende der 1960er-Jahre entspricht. Eine weitere Erfolgsbilanz bezieht sich auf den Ausgleich der staatlichen Verschuldung. In den letzten drei Jahren hat sich dieses Blatt gewendet, denn das Land exportiert mehr, als es importieren muss. Dabei besitzt Israel grundsätzlich wenig natürliche Rohstoffquellen, sodass sich die Exporte grundlegend auf Computersoftware, militärische Ausrüstung, Chemikalien und landwirtschaftliche Erzeugnisse beschränken. Daher ist es eine enorme Leistung, dass das Defizit zurückgeschraubt werden konnte. Das alles deutet auf eine stabil bleibende Wirtschaft hin. ZL

Zusätzliche Informationen zur israelischen Wirtschaft unter: www.asien-auf-einen-blick.de/ israel/wirtschaft.php
Kommentar: Israel ist das Wunder Gottes in unseren Tagen. Wie sagte es der erste Ministerpräsident Israels, David Ben Gurion: «Wer in Israel nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.» Die wirtschaftliche Entwicklung Israels in den letzten 60 Jahren kann man nur mit dem direkten Eingreifen und Handeln Gottes erklären. Er hatte und hat die Lage in und um Israel immer unter Kontrolle. Das gilt auch für unser persönliches Leben. Wie bei Israel lässt der Herr auch in unserem Leben Rückschläge und Krisen zu, damit wir fester gewurzelt werden in Christus. Und wie mit Israel erreicht der Herr auch mit uns Sein Ziel. Er ist der Anfang und das Ende unseres Glaubens. Und Er ist auch der Bewahrer Israels und wird Sein Volk zur Bekehrung führen. Der Herr löst Seine Verheissungen ein! CM 

Fast die gesamte Infrastruktur Israels – Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, Behörden, Verkehrsnetz – musste innert kurzer Zeit mühsam errichtet werden

produzierten Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft) wuchs in 60 Jahren um das 60-Fache! Das bedeutet ein jährliches Wachstum um sieben Prozent. Im selben Zeitraum hat sich die Bevölkerung etwa verzehnfacht, das heisst, dass die israelische Bevölkerung pro Jahr durchschnittlich um vier Prozent zugenommen hat. Zugleich ist das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf um das Sechsfache gestiegen und beläuft sich auf einen Jahreszuwachs von drei Prozent. Das Zusammenspiel dieser Komponenten macht die israelische Wirtschaft

Flauten und Krisen gegeben hätte. Wirtschaftskrisen erlebte das Land nach dem Yom-Kippur-Krieg von 1973 sowie nach dem ersten Libanonkrieg 1985. Damals kam es zu katastrophalen Inflationen und der staatliche Schuldenberg wuchs ins Unermessliche. Nach 1985 durchlief die israelische Wirtschaft jedoch eine Art Gesundungsprozess einschliesslich der Aufgabe staatlicher Monopole, was einen stetigen Aufschwung zur Folge hatte. Wirtschaftliche Krisen sind nicht mehr an der Tagesordnung, und Flauten wie nach dem zweiten Libanonkrieg sind schnell vergessen.

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AUF ALLEN KONTINENTEN

Wo die Juden leben
In aller Welt leben heute etwas mehr als 13 Millionen Juden. Das ergab eine neue Erhebung des «Jewish People Policy Planning Institute» (JPPPI) der Hebräischen Universität Jerusalem.
Im Rahmen dieser Erhebung wurde unter anderem bekannt gegeben, dass 41 Prozent aller Juden im Staat Israel leben. In der Diaspora schrumpfte das Judentum um 100 000 Menschen, während die Zahl der Juden in Israel um 300 000 anstieg. Der für die Zusammenstellung dieses Jahresreports verantwortliche Avinoam Bar Yosef sagte auf Anfrage, dass sich das Institut der offiziellen Zahlen der Staaten bedient habe, in denen Juden leben. Nicht mitgezählt wurden 300 000 Menschen, die im Rahmen des Rückkehrgesetzes für Juden nach Israel eingewandert sind, in den offiziellen Statistiken aber als «andere» geführt werden, da man sie als religionslos ansieht. Weiter sagte Bar Yosef, dass es noch mindestens fünf Jahre dauern werde, bis im jüdischen Staat mehr Juden leben als in den USA. Insgesamt leben heute 13,155 Millionen Juden in aller Welt. Im Vergleich zu 2006 sei die jüdische Bevölkerung im Jahr 2007 um 60 000 Personen angewachsen. Aus dem Report geht hervor, dass in Israel 5,393 Millionen Juden leben. In Nordamerika sind es etwa 200 000 mehr. In Lateinamerika leben zirka 393 000 Juden und in Europa (ohne die Staaten der ehemaligen UdSSR) 1,155 Millionen. In Frankreich besteht die grösste jüdische Gemeinschaft Europas mit 490 000 Mitgliedern, gefolgt von England mit 295 000 und Deutschland mit 120 000. Seit 1970 stieg die Zahl der Juden in Europa um mehr als 200 000 Personen an; der Hauptgrund dafür ist die Einwanderung von russischen Juden nach Deutschland. Im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion leben heute 357 000 Juden (1970 waren es noch über zwei Millionen). In Asien gibt es nur 20 000
INTERESSANTE FAMILIENGESCHICHTE

Juden und in Afrika 149 000. Vor 30 Jahren waren es noch doppelt so viele. In Ozeanien und Australien leben jeweils über 100 000 Juden. Das sind rund doppelt so viele wie 1970. In dem Bericht wird auch ein Ausblick auf die weitere Entwicklung des jüdischen Volkes gegeben. So sieht man ein Anwachsen der jüdischen Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2020 auf 13,568 Millionen voraus (plus eine halbe Million). Die jüdische Bevölkerung in Israel werde sich um fast eine Million Menschen vermehren, während sie in Nordamerika vermutlich um einige Zehntausend zurückgehen werde. In Europa werde die Zahl der Juden voraussichtlich um 120 000 Menschen sinken. Für Deutschland erwarten die Forscher einen Rückgang auf 108 000 Juden. In Russland werde sich die Zahl sogar halbieren. US  Website des JPPPI: www.jpppi.org.il

Britischer jüdischer Aussenminister hat Verwandte in Israel
Der amtierende Aussenminister Englands, David Miliband, ist Jude und hat Angehörige in Israel. Einige wohnen in jüdischen Siedlungen, die Miliband eigentlich geräumt sehen möchte.
Die Informationen über die Verwandtschaft des britischen Aussenministers drangen an die Öffentlichkeit, nachdem ein Angehöriger während Milibands Besuchs in Israel einem Radiosender ein Interview gegeben hatte. Milibands Mutter, Marion Kozak, ist Holocaust-Überlebende. Sie wuchs in Polen auf und gelangte mit einem der sogenannten Kindertransporte noch rechtzeitig ins sichere England. Dort lernte sie später den aus Belgien stammenden Politologen Ralph Miliband kennen, den
Der amtierende Aussenminister Englands ist Jude und hat Verwandte in Israel

sie einmal als «sehr beeindruckenden Mann» beschrieb. Beide waren Kom-

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JUGENDJAHRE IN ISRAEL

munisten und lebten «ausgesprochen bescheiden». Unter den in Israel lebenden Angehörigen sind mehrere Kibbuzniks, aber auch sehr fromme Juden. Einige bekennen sich als religiöse Zionisten und leben in jüdischen Siedlungen. Erst vor wenigen Monaten veranstaltete man ein grosses Familienfest mit allen nahen und fernen Verwandten. Miliband selber konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen, schickte aber eine Videobotschaft. Darin stellt er seiner Familie seine Ehefrau und seinen kleinen Sohn vor. Miliband wurde im vergangenen Sommer zum Aussenminister ernannt. Er hatte an der Universität Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft studiert. Weiterführende Studien erfolgten am «Massachusetts Institute of Technology». Von 1989 bis 1994 war Miliband als Forschungsstipendiat am «Institute for Policy Research» und von 1992 bis 1994

Georgiens Verteidigungsminister ist Jude
David Keseraschwili amtiert seit November 2006 als Verteidigungsminister Georgiens. Seine Jugend verbrachte der Politiker, der Hebräisch spricht, teilweise in Israel.
David Keseraschwili wurde am 22. September 1978 in Georgien geboren. Der 29-jährige Verteidigungsminister verbrachte seine Jugend zum Teil in Israel. Er wanderte ohne seine Eltern ins Land ein und lebte, bis schliesslich auch seine Eltern nachkamen, bei seiner Grossmutter in Holon. Nach zwei Jahren ging er wieder nach Georgien zurück, wo er sich in der Hauptstadt Tiflis niederliess. Seine Eltern taten es ihm gleich und kehrten seinetwegen vor drei Jahren wieder nach Georgien zurück. Keseraschwilis politische Karriere begann 1999, nachdem er ein vierjähriges Studium am Fachbereich für internationale Beziehungen der Universität Tiflis abgeschlossen hatte. Ab 2001 arbeitete er für das Justizministerium. Er diente damals unter Michail Saakaschwili, dem heutigen Präsidenten Georgiens. Schnell stieg der junge Keseraschwili zum persönlichen Assistenten des damaligen Justizministers auf, der 2003 für seine «RosenrevoKeseraschwilis Vater Shabtai ist stolz auf seinen Sohn. «Er war schon immer ein schlaues Kerlchen. Wir haben alles für unsere Kinder getan. Das Ergebnis lässt sich sehen. Er hat schon mit sechs Jahren Hebräisch und Englisch gelernt.» Er fügte hinzu: «Er hat auch heute noch Freunde in Israel, mit denen er weiterhin in Kontakt steht.» Diese Anbindung kommt auch in handfester Form zum Ausdruck, denn gerade in Georgien sind einige israelische Unternehmen tätig, die auf Sicherheitsberatung, Sicherheitsanlagen und Alarmsysteme spezialisiert sind. Darunter ist auch eine Firma, welche die georgischen Kampfjets des Typs «Suchoi-25» aufrüsten soll. In israelischen Betrieben, die in solchen Bereichen tätig sind, arbeiten viele ehemalige Offiziere der israelischen Armee. Zu ihnen gehört auch Brigadegeneral Gal Hirsch. Er hatte nach dem zweiten Libanonkrieg im Sommer 2006 seinen Dienst bei der Armee quittiert, da Kritik an seinen Führungsqualitäten laut geworden war. Der 43-jährige Hirsch traf erst kürzlich mit einer Reihe hochrangiger georgischer Regierungsmitglieder und mit Personen des SicherheitsbeBrigadegeneral Gal Hirsch in der zweiten Reihe in der Mitte

Die Welt wird diese «Zeugen Gottes» einfach nicht los. Denn der Jude schlechthin ist ein Hinweis auf den Gott Israels
als Sekretär der Kommission für soziale Gerechtigkeit tätig. Er gilt als einer der vielversprechendsten Politiker Grossbritanniens. Viele glauben, dass er einmal den Vorsitz der Labour-Partei übernehmen und eines Tages sogar als Premierminister amtieren wird. ZL Kommentar: Das jüdische Element ist fast überall in der Welt zu finden. Auch dieser englische Aussenminister ist, ob er es will oder nicht, ein Hinweis auf den Gott Israels. Die Welt wird diese «Zeugen Gottes» einfach nicht los. Denn der Jude schlechthin ist ein Hinweis auf den Gott Israels. Wenn der Herr das jüdische Volk nicht bewahrt und durch die letzten zwei Jahrtausende getragen hätte, wäre es schon längst untergegangen in der Völkerwelt. Viele andere Völker sind verschwunden, man weiss nichts mehr über sie. Israel aber lebt. Auch die Nationalsozialisten wollten das jüdische Volk für immer eliminieren, es ist ihnen nicht gelungen. Die Nazis gingen unter, Israel lebt. Auch der folgende Beitrag passt in diesen Zusammenhang. CM 

lution» berühmt wurde. Inzwischen trat Saakaschwili seine zweite Amtszeit als georgischer Präsident an. Da sich zwischen Keseraschwili und Saakaschwili eine Freundschaft und politische Union entspann, dauerte es nicht lange, bis der junge Jude in wichtige Ämter Georgiens aufstieg.

reichs zusammen, die von seinem Wissen und seinen Erfahrungen als Soldat und Kommandant schwer beeindruckt waren. Momentan macht sich Hirsch mit wichtigen Details der georgischen Armee vertraut. Deshalb wurden bereits Vermutungen geäussert, dass er für sie eine neue Strategie ausarbeite, die auch ein mögliches Konfrontationsszenario mit Russland berücksichtigt. ZL 

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KALIUMNITRAT STATT ZUCKER

Terroristen missbrauchten humanitäre Hilfe
Terroristen verfolgen ihre Ziele skrupellos. Dabei nehmen sie auch Geiseln und benutzen Menschen als lebende Schutzschilde. Ein Zwischenfall in den palästinensischen Autonomiegebieten setzte diesen Machenschaften kürzlich die Krone auf.
Die palästinensischen Terroristen missbrauchen in ihrem Kampf gegen Israel immer wieder auch bedürftige Kranke. Sie nutzen die Tatsache aus, dass jährlich Tausende von palästinensischen Patienten in israelischen Krankenhäusern behandelt werden. Diesbezüglich zählte der «Shabak», der israelische Inlandsgeheimdienst, in seinem Jahresbericht für 2007 drei zentrale Praktiken auf: Die Substanz ist sowohl im Westjordanland als auch im Gazastreifen verboten. Kaliumnitrat wird für gewöhnlich als Düngemittel eingesetzt, doch Terroristen benutzen diesen Stoff zur Herstellung von Sprengstoff (diverse Bombenarten und Kassam-Raketen). Soldaten der israelischen Armee entdeckten in Zusammenarbeit mit dem «Shabak» den Lastwagen, mit dem die getarnte Substanz (insgesamt 6,5 Tonnen) 1. Rekrutierung von Palästinensern, transportiert wurde. die tatsächlich auf medizinische Hilfe Bei der EU herrschte zunächst Erkläangewiesen sind rungsnotstand. Dann gab die Kommissi2. Fälschung von ärztlichen Beschei- onssprecherin Alex de-Mauny in Jerusalem nigungen oder Erlangung authentischer knapp bekannt, dass die EU «diesen krimiBescheinigungen durch Betrug oder Be- nellen Akt verurteile». Unmittelbar darauf stechung meinte sie ergän3. Missbrauch zend: «Der Fall Die palästinensischen von Besuchsbesollte aber nicht Terroristen missbrauchen von EU-Anstrenscheinigungen für in ihrem Kampf gegen Familienangehörigungen ablenken, ge von Patienten, Israel immer wieder auch Palästinensern in die in israelischen Not zu helfen.» AN bedürftige Kranke. Sie Krankenhäusern nutzen die Tatsache aus, behandelt werden Kommentar: Dass palästinendass jährlich Tausende In dem Bericht sische Terroristen von palästinensischen wird darauf verdie Bereitschaft Patienten in israelischen Israels, Patienten wiesen, dass diese Vorgehensweisen gesund zu pflegen, Krankenhäusern behanim letzten Jahr aufs Schlimmste delt werden stark zugenommen missbrauchen, ist hätten. Insbesonschockierend und dere das Phänomen weiblicher Selbst- widerspiegelt das düstere Menschenbild mordattentäter, die aus vorgetäuschten dieser Leute. Überdies täte die EU gut daran, medizinischen Gründen nach Israel einzu- den Fall mit dem Kaliumnitrat schonungslos dringen versuchten, sei immer augenfäl- aufzuklären. Aber das wird wahrscheinlich liger. Zudem komme es zum Missbrauch nicht geschehen, weil die Wahrheit für einivon medizinischen Einrichtungen und ge EU-Mitarbeiter höchst unangenehm sein Krankenwagen. könnte. Man ist bekanntlich gern geneigt, Ende 2007 flog dann ein weiterer Skan- bestimmte Angelegenheiten, die für die dal auf. Dieses Mal war die humanitäre Palästinenser alles andere als schmeichelHilfe der Europäischen Union für terroris- haft sind, unter den Tisch zu wischen. Die tische Machenschaften ausgenutzt worden: Wahrheit wird auf Kosten Israels geopfert. Kaliumnitrat sollte geschmuggelt werden. Das geschieht weltweit immer mehr, weil Die Lieferung war in Zuckersäcken der EU Israel als Gottes Volk so etwas wie das getarnt. Gewissen der Welt ist. CM 

ENTSCHÄDIGUNGSFORDERUNGEN JÜDISCHER FLÜCHTLINGE

Flüchtlinge auch in Israel
Die Forderung der Palästinenser bezüglich einer finanziellen Entschädigung der Flüchtlinge brachte ein in Vergessenheit geratenes Thema wieder zur Sprache.

Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern kamen meistens mittellos in Israel an

Dabei geht es um die Entschädigungsforderung jüdischer Flüchtlinge, die nach der Gründung des Staates Israel gezwungen waren, die arabischen Länder zu verlassen, in denen sie damals lebten. Es sollen mindestens 850 000 Personen sein. Andere Schätzungen gehen von einer Million aus. Die Ausrufung des jüdischen Staates führte in vielen arabischen Ländern zu einer Welle des Protests, der sich schnell gegen die in diesen Ländern lebenden Juden richtete. In vielen arabischen Staaten kam es damals zu Übergriffen auf Juden und

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AUS ISRAEL
Im Weiteren plant man mehrere gerichtliche Klagen, damit die jüdischen Flüchtlinge entschädigt werden. Im Namen der aus dem Iran und dem Irak sowie aus Marokko stammenden Juden wurden bereits Entschädigungsklagen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar eingereicht. «Es ist an der Zeit, dass wir unsere Interessen endlich geltend machen», sagte kürzlich der Leiter einer Vereinigung von Juden, die aus arabischen Ländern fliehen mussten. «Wir haben zu lange geschwiegen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir von uns hören lassen.» ZL

deren Einrichtungen. Es begann eine Zeit Staat Israel die Integration der Flüchtlinder Unterdrückung und Enteignungen. Erst ge bewerkstelligen. Andererseits haben kürzlich stellte sich heraus, dass es sich diese Juden niemals eine Entschädigung dabei nicht um spontane und vereinzelte erhalten, weder für den Besitz, den sie Aktionen handelte, sondern um eine offi- zurücklassen mussten, noch für das ihnen zielle Richtlinie der Arabischen Liga. Man zugefügte Leid. strebte Gesetze an, die die Unterdrückung Daher entschlossen sich vor einiger von Juden maniZeit mehrere festieren sollten. jüdische OrganiDiese historische sationen dazu, in Daher entschlossen sich Tatsache deckte dieser Sache aktiv vor einiger Zeit mehrere im letzten Monat zu werden. Anjüdische Organisationen fang Januar 2008 Prof. Irwin Cotler auf, der zwischen dazu, in dieser Sache ak- wurden sowohl im 2003 und 2006 als amerikanischen tiv zu werden kanadischer JustizSenat als auch im minister amtierte Kongress Petitiund sich unermüdlich für die Einhaltung der onen vorgelegt. Man möchte auf diese internationalen Menschenrechte einsetzt. Weise die Verabschiedung von Erlassen Die damalige Judenverfolgung hatte erwirken, die den US-Präsidenten und schwerwiegende Folgen. So wurden Juden seine in die Nahost-Verhandlungen involeinseitig zu Feinden erklärt und aus ihren vierten Regierungsbeamten dazu verpflichGeburtsländern vertrieben. Israel erreich- ten, dieses Thema im Zuge der Diskussion ten sie als mittellose Flüchtlinge. Sie um die palästinensischen Flüchtlinge zur lebten zeitweise in Auffangcamps, hatten Sprache zu bringen. Die Eingaben wurden einen schwierigen wirtschaftlichen Start in von der Organisation «Justice for Jews from einem jungen Land, das selbst noch nicht Arab Countries» (Gerechtigkeit für Juden auf festen Beinen stand, und verfügten aus arabischen Ländern) vorgelegt, zu über keinerlei Ressourcen. Doch dank der der sich mehrere jüdische Vereinigungen Hilfe von Juden in aller Welt konnte der zusammengeschlossen hatten. SOLIDARITÄT

Ein lesenswerter Beitrag zum Thema: www.zionismus.info/antizionismus/arabisch-7.htm
Kommentar: Die Welt bzw. die UNO debattiert gerne über die palästinensischen Flüchtlinge, aber kaum über die jüdischen. Dazu kommt, dass die jüdischen Flüchtlinge gewaltsam vertrieben wurden, nicht aber die palästinensischen. Diese wurden nicht vertrieben, sondern zuvor von den arabischen Führern aufgefordert, das Land Israel zu verlassen, um mit den arabischen Heeren siegreich zurückzukehren. Bekanntlich gab es keine Rückkehr, weil Israel in allen Kriegen siegte. CM 

Psalm für jeden Raketenalarm in Sderot
Alleine in den ersten 14 Tagen des Jahres 2008 gingen in Sderot mehr als 200 Kassam-Raketen nieder. An einem Wochenende mit über 40 Raketen wurden zwei Jungen schwer verletzt. Die Menschen dort sind verzweifelt und am Ende ihrer Kräfte.
Wer es sich wirtschaftlich leisten kann, zieht aus Sderot weg. Bis heute sind dies rund 6 000 Einwohner. Doch viele Menschen bleiben an diese Stadt gebunden, denn ihre Häuser und Wohnungen sind nur schwer zu verkaufen. Somit wäre ein Neustart für sie unmöglich. Noch immer harren 18 000 Sderoter aus. Beinahe täglich ertönt in dieser Stadt der RaketenDie 5-fährige Lior Ben Shimmel wurde alarm «Farbe Rot», ernsthaft verletzt, als sie draussen am oft sogar mehrmals Spielen war am Tag. Den Menschen bleiben nur wenige Sekunden, um irgendwo Deckung zu suchen. Mitte Februar wurden bei einem solchen Angriff zwei Brüder verletzt, die für ihren Vater ein Geburtstagsgeschenk besorgen wollten. Der Jüngere (acht Jahre) verlor dabei das linke Bein.

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Während immer wieder Lösungen des Problems diskutiert werden – Militäraktionen im Gazastreifen, verbesserte Alarm- und Raketenabwehrsysteme, mobile Luftschutzräume oder gepanzerte Hausdächer –, haben sich andere für Solidaritätsbekundungen entschieden. Dadurch möchte man die junge Sderoter Generation, die neben alten und kranken Menschen am meisten unter dieser Situation zu leiden hat, trösten und moralisch unterstützen. Ausserdem möchte man die Öffentlichkeit wachrütteln und verdeutlichen, dass dieser Zustand untragbar ist. Das israelische Netzwerk für religiöse Schulen, «Amit», will künftig einen Moment der Stille und des Gebets einlegen, sobald das Alarmsystem in Sderot den Anflug einer Kassam-Rakete ankündigt. Die 20 000 Schüler der «Amit»-Schulen sollen dann an die Menschen in Sderot und an deren Not denken. Zudem sind die Schüler angehalten, während dieser Schweigeminute einen Psalm zu sprechen und für das Wohlergehen der Menschen dieser Stadt zu beten. In einem Interview mit der «Jerusalem Post» führte der Generaldirektor des «Amit»-Netzwerks, Amnon Eldar, aus: «Wir denken immer an die Schüler in Sderot, ihre Familien und ihre Lehrer. Als Zeichen der Solidarität mit den Kindern von Sderot, deren Schulalltag teilweise mehrmals am Tag gestört wird, haben wir beschlossen, den Unterricht in unseren Partnerschulen jedes Mal zu unterbrechen, wenn in Sderot

ein Raketenalarm ausgelöst wird. Wir werden unsere Arbeit zeitweise niederlegen, nachdenken und versuchen, uns in die Lage der Bewohner von Sderot zu versetzen. Mehr noch, wir wollen gemeinsam Psalmen lesen und für sie beten.» «Amit» ist ein Schulnetzwerk, das in Israel rund 70 Einrichtungen unterhält. Dazu gehören Grund- und Mittelschulen ebenso wie Gymnasien, aber auch berufsbildende Schulen und sogar Kinderheime. Der pädagogische Grundsatz ist nach «religiösen Werten und zionistischen Idealen» ausgerichtet. Dieses Schulnetz wurde 1925 von Bessie Gotsfeld gegründet und pflegt seither eine enge Anbindung an die religiöse Mizrachi-Bewegung. Die Schüler der «Amit»-Bildungseinrichtungen stammen vielfach aus sozial schwachen oder zerrütteten Familien. Viele Eltern dieser Kinder, die mehrheitlich Lernschwierigkeiten haben, sind vor nicht allzu langer Zeit nach Israel eingewandert. Sie stammen vorwiegend aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und aus Äthiopien. 1981 wurden die «Amit»-Bildungseinrichtungen von der israelischen Regierung offiziell als Netzwerk für Schulen in religiöser Trägerschaft anerkannt. AN Kommentar: Nun scheint Israel den richtigen Weg zu gehen; denn letzten Endes kann nur der Gott Israels hier entscheidend eingreifen und Erlösung für die Bewohner von Sderot bringen. Israels

Die Beine des 8-jährigen Osher Twito wurden am 9. Februar von Splittern einer KassamRakete zerfetzt. Ein Bein musste amputiert werden, das andere ist in einem kritischen Zustand

Armee war dazu bis heute nicht imstande. Dass Israelis bei jedem Alarm beginnen, Psalmen zu sprechen und zu beten, ist ermutigend. Auch die Bekehrung Israels wird aus grosser Not heraus geschehen: Wenn es von allen Völkern umgeben und bedroht ist, wird es zu Gott rufen und zu Ihm umkehren. Und dann wird Er sich von Seinem Volk finden lassen und auf dem Ölberg wiederkommen, um es zu erlösen. Auch wir als Christen wollen besonders für die Menschen in Sderot beten. CM 

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«BERICHTE ÜBER ISRAEL UNERWÜNSCHT»

Antijüdische Willkür der Saudis
Die saudi-arabische Regierung verweigerte dem französischen Reporter Gideon Kouts das Einreisevisum, weil er «über Israel berichtet». Kouts wollte den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy bei dessen Saudi-Arabien-Visite begleiten. Der Reporter ist Jude und spricht Hebräisch.
«Das ist ein gefährlicher Präzedenzfall, der jeden jüdischen Journalisten treffen könnte, der über Israel berichtet», sagte Kouts gegenüber der «Europäischen jüdischen Presse», einem OnlineInformationsdienst. Schon in der Vergangenheit gab es einen ähnlichen Fall. Damals wurde dem jüdischen Chefredakteur der französischen Tageszeitung «Le Monde» die Einreise nach Saudi-Arabien verweigert. Er sollte mit einer Journalistendelegation den damaligen Präsidenten Frankreichs, François Mitterand, begleiten. Mitterand sagte in der Folge den Staatsbesuch kurzerhand ab. Auf dem Antragsformular für ein saudisches Visum muss die Religionszugehörigkeit angegeben werden. Zudem werden Reisende vor einem israelischen Stempel im Pass gewarnt. Fast zeitgleich erlaubten die Saudis der amerikanisch-israelischen
ZWEIFELHAFTE AKTIVITÄTEN

Journalistin Orly Azulay die Einreise. Sie begleitete den amerikanischen Präsidenten George W. Bush nach Riad. Vor einigen Monaten war allerdings auch ihr schon einmal unter Bezugnahme auf ihre jüdische Abstammung das Visum verweigert worden. Damals hatte sie den UNO-Generalsekretär nach Saudi-Arabien begleiten wollen. Azulay konnte von ihrem Hotel aus, das sie «aus Sicherheitsgründen» nur in einer gepanzerten Limousine und gemäss den saudischen Gesetzen ausschliesslich in Begleitung eines Mannes verlassen durfte, zwar nicht nach Israel telefonieren, aber von Israel aus angerufen werden. In einem Rundfunkinterview erzählte sie, dass die Saudis ihr im Pressezentrum sogar einen eigenen Tisch mit einem Schild bereitgestellt hätten, auf dem in grossen Lettern der Name ihrer israelischen Tageszeitung stand. US 

Syrer bauen bombardierte Anlage wieder auf
Am 6. September 2007 drangen israelische Kampfflugzeuge in syrisches Territorium ein. Es blieb eine rätselhafte Aktion, bis sich abzeichnete, dass die Israelis eine syrische Atomforschungsstätte zerstört hatten. Mittlerweile mehren sich die Aktivitäten an der bombardierten Stätte wieder.
A n f a n g s glaubten viele, die israelischen Luftstreitkräfte hätten grundlos provoziert. Es dauerte Wochen, bis die ersten konkreteren Berichte an die Öffentlichkeit drangen. Nachfolgend kamen immer mehr
Die Anlage stand 11 Kilometer nördlich von at-Tibnah im Euphrat-Tal. Auf «Google Earth» noch deutlich zu sehen

Das untere Satellitenbild der ISIS (Institute for Science and International Security) zeigt die zerstörte Anlage. Oben: vor dem israelischen Angriff

Informationen zutage. So handelte es sich bei der bombardierten

Anlage um eine Atomforschungsstation, welche die Syrer anscheinend mithilfe von Nordkorea betrieben hatten. Und nur wenige Tage zuvor war eine weitere Lieferung mit mysteriösem Material aus Nordkorea in Syrien eingetroffen (wir berichteten in unserer NAI-Ausgabe vom November 2007). Syrien sprach zunächst nur von einem «widerrechtlichen Überflug der Israelis» und verschwieg das Bombardement. Später sagte der syrische Präsident Bashar

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al-Assad, dass Israel ein «ungenutztes militärisches Gebäude» bombardiert habe. Die Nordkoreaner ihrerseits dementieren bis heute, eine nukleare Kooperation mit Syrien zu unterhalten. Allerdings wagten sie mit ihrem Atomwaffentest vom November 2006 einen weiteren Vorstoss auf ihrem Weg hin zu einer Atommacht. Während man das Augenmerk auf die atomaren Bestrebungen des Iran richtete, gerieten die diesbezüglichen syrischen Unterfangen wieder in Vergessenheit. Dass Syrien seinem Atomforschungsprogramm in keiner Weise abgeschworen hat, beweisen nunmehr neuere Satellitenaufnahmen. Die von israelischen Kampfjets zerstörte Anlage liegt nicht mehr brach. Es wurde

wieder ein Gebäudekomplex errichtet. Die Informationen dringen bisher nur spärlich an die Öffentlichkeit. Mehrere Tage nach den ersten Veröffentlichungen wurde dann zudem bekannt, dass die Syrer mit diesen Baumassnahmen anscheinend nicht nur die Überreste der zerstörten Anlage vor dem Einblick von Satelliten schützen wollen, sondern auch bauliche Veränderungen vornehmen. In den israelischen Medien wurde beispielsweise über ein Wasserkanalsystem berichtet, das Experten als Indikator für eine mögliche Anreicherung von Plutonium werteten. Die Satellitenaufnahmen wurden unter anderem von David Albright, Präsident des Washingtoner Instituts für Wissenschaften

und internationale Sicherheit, analysiert. Er ist der Ansicht, dass es sich bei dem neuen Bauwerk nicht um einen Reaktor handelt. «Das Gebäude, das die Syrer neu errichtet haben», so Albright, «soll schlichtweg die zerstörte Stätte verdecken, sodass man nicht mehr erkennen kann, was sich dort am Boden tut.» Obwohl die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bekannt gegeben hat, dass keine weiteren Erkenntnisse zu den nuklearen Plänen Syriens vorliegen, scheint dennoch irgendetwas im Gange zu sein. Zu bezweifeln bleibt auch, dass die IAEA-Mitarbeiter bei ihrem geplanten Besuch in Syrien tatsächlich mehr in Erfahrung bringen werden. AN 

VIERJÄHRIGE KOOPERATION ZELEBRIERT

«Christliche Knesset-Verbündete» feiern Geburtstag
Die Vereinigung «Knesset Christian Allies Caucus» (Fraktion der christlichen Verbündeten der Knesset, KCAC) engagiert sich für die christliche Kooperation mit dem jüdischen Staat. Im Januar 2008 feierte die Organisation ihr vierjähriges Bestehen.
Die KCAC wurde im Januar 2004 gegründet. Initiator war der inzwischen verstorbene Knesset-Abgeordnete Yuri Stern, welcher der Partei «Israel Betenu» (Israel ist unser Zuhause) angehörte. Der Vereinigung sind 13 der 120 Mitglieder des israelischen Parlaments angeschlossen. Den KCAC-Vorsitz übt gegenwärtig Benny Elon von der National-Religiösen Partei (NRP) aus. Die Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Abgeordneten der Knesset und christlichen Führungspersönlichkeiten in aller Welt zu verstärken, mehr Unterstützung für Israel zu erwirken sowie jüdische und christliche Wertvorstellungen zu fördern. Elon führte aus: «Die christliche Welt ist Israels strategisch bedeutsamster Partner sowohl im Hinblick auf die nackte Existenz des Landes als auch in spiritueller Hinsicht. Unsere Alliierten stellen sich gegen den radikalen Islam, der danach strebt, den Staat Israel zu zerstören. In spiritueller Hinsicht sind die Christen unsere Partner, wenn es um die Kollision der Werte unserer Kultur mit denen des Islam geht.» Die KCAC hat Schwesterorganisationen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Uruguay, Brasilien, Korea, auf den Philippinen, in Malawi, Südafrika, England und Norwegen. Anlässlich des 60. Jahrestages der israelischen Unabhängigkeit findet im Mai 2008 in der US-Hauptstadt Washington eine offizielle Feier dieser zehn Schwesterorganisationen statt. Zudem soll in Israel ein öffentlicher Park eingerichtet
Die Knesset

werden, der den Namen «Dr.-YuriStern-Park für christliche Verbündete» tragen soll. Ausserdem sind internationale Zusammenkünfte in verschiedenen Städten geplant. In Israel beschäftigten sich die engagierten Parlamentarier im Verlauf des letzten Jahres beispielsweise mit der Einrichtung des «Martin-Luther-King-Preises», der Organisierung internationaler Zusammenkünfte, der Ausrichtung von Israelreisen für Freunde und der Ausschreibung von Studienstipendien. «KCAC ist in den letzten Jahren gewachsen», sagte Josh Reinstein, der

Direktor dieser Vereinigung. «Das 60-jährige Unabhängigkeitsjubiläum des Staates Israel veranlasste bereits weitere Gremien in unterschiedlichen Ländern, sich für die Gründung von Schwesterorganisationen in ihren Parlamenten zu interessieren. Ich bin mir sicher, dass wir Ende 2008 auf eine noch stärkere Allianz zwischen dem Staat Israel und seinen christlichen Bündnispartnern zurückblicken können.» AN 

Website der KCAC: www.cac.org.il/initiatives.htm

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Nachrichten aus Israel • 3/2008

AUS ISRAEL

KOMBINIERTE SONNENENERGIE ALS LÖSUNG

Solarenergie auch an bewölkten Tagen
Solarenergie ist umweltfreundlich und wird zunehmend genutzt. Dennoch hat diese Energiequelle einen Nachteil: Sie ist wetterabhängig und somit unzuverlässig. Eine israelische Firma versucht, das Problem zu überbrücken.
Die Firma «EDIG Solar» wurde 1971 gegründet und ist auf elektromechanische Produkte spezialisiert. Inzwischen konzentriert sie sich auf Solarenergie. Sie strebt an, diese Energiequelle trotz ihrer wetterbedingten Unzuverlässigkeit umfangreicher zu nutzen. So arbeitet man bei «EDIG Solar» nun an kombinierten Lösungen. Das bedeutet zwar immer noch die Nutzung herkömmlicher Energiequellen, aber der Anteil der Solarenergie würde maximal ausgenutzt. Solche Hybridsysteme sollen so konzipiert sein, dass sie an einem bewölkten Tag automatisch von Sonnenenergie auf eine andere Energiequelle umgeschaltet werden. Noch befindet sich die Entwicklung am Anfang. Dazu meinte Dr. Pinchas Doron, Direktor der Forschungsund Entwicklungsabteilung von «EDIG Solar»: «Unser System hat einen modularen Aufbau. Es kann bezüglich des Umfangs der Stromnutzung erweitert werden und ist zudem flexibel im Hinblick auf die Nutzung unterschiedlicher Energiequellen. Falls keine Solarenergie gespeichert werden kann, können andere Energiequellen genutzt werden, wobei es sich auch um Biodiesel, Biogas oder um Strom handeln kann, der aus herkömmlichen Brennstoffen gewonnen wird.» Die Idee beruht auf den Studien von Prof. Jacob Karni, Direktor des Zentrums für Energieforschung am Weizmann-Institut in Rehovot. Er ist ebenso wie «EDIG Solar» der Ansicht, dass alternative Energiequellen noch umfassender genutzt werden können, wenn man unterschiedliche Lösungen kombiniert. Wenn ein Verbraucher weiss, dass er an rund 90 von 365 Tagen wegen der Wetterbedingungen keine Solarenergie nutzen kann, dann wird er sich erst gar kein teures Solarsystem zulegen. Profitiert der Verbraucher jedoch von einem kombinierten System, das kostengünstig ist und zuverlässig arbeitet, werden nach Ansicht der Experten vollkommen neue Horizonte eröffnet. Dennoch meinte Dr. Doron, dass sich solche Systeme nicht überall auf der Welt rentieren würden, weshalb die Firma «EDIG Solar» einen Vertrieb vor allem in den südlichen Staaten der USA, im südlichen Spanien
VIELVERSPRECHENDE TALENTE

und Italien und in einigen Regionen Ostasiens plane. Einstweilen betreibt die Firma im chinesischen Nanjing eine Forschungsstation, die einen Energiequellenkonverter (Solarzellenspeicher kombiniert mit Gasturbinen) und andere Installationen umfasst. Weiter ist der Bau einer ähnlichen Forschungsstation in der Arava-Wüste geplant, die schon im Laufe des kommenden Jahres in Betrieb genommen werden soll. Auch Avraham Israeli unterstützt diesen Ansatz, durch den die Umweltverschmutzung zwar nicht ganz ausgeschaltet, aber zumindest entscheidend reduziert werden kann. Israeli war früher als Experte für umweltfreundliche Energie am Exportinstitut des Staates Israel tätig und arbeitet inzwischen als freiberuflicher Berater für Firmen wie «EDIG Solar». Er hält diese israelische Firma für eine der vielversprechendsten Solarenergiefirmen. AN  Website von «EDIG Solar»: www.edig.co.il/archive/en/s_about

Israelische Jungforscher ausgezeichnet
Der Standard der in Israel durchgeführten wissenschaftlichen Studien erfuhr kürzlich erneut eine grosse Ehrung. Unter den vom Europäischen Wissenschaftsrat (ERC) mit Forschungsgeldern ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftlern sind auch 24 Israelis.
Der ERC schrieb Exzellentenförderungen für junge Nachwuchswissenschaftler im Post-Doktorat-Status aus. Darunter sind auch 24 Israelis, die zusammen Forschungsmittel in Höhe von 25 Millionen Euro zugesprochen bekamen. Auf die Ausschreibung bewarben sich 9 600 Personen. Unter diesen jungen Forschern wurden 200 ausgewählt, die mit besonderen Fördermitteln der EU bedacht werden. Die Gewinner stammen aus 30 Staaten und repräsentieren 170 Forschungseinrichtungen in 21 Ländern. Aus Israel gingen 191 Bewerbungen ein. Es handelte sich ausschliesslich um Nachwuchswissenschaftler mit besten Aussichten auf eine bedeutende akademische Karriere. Von ihnen wurden 24 mit Fördermitteln bedacht. Damit wurden im Verhältnis zu den Eingaben aus anderen Ländern überdurchschnittlich viele Israelis berücksichtigt. Sie schlugen wissenschaftliche Studien vor, die man durchweg als bahnbrechend bezeichnen kann.

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Prof. Shlomo Grossman, Vorsitzender israelische Wissenschaftler bei dieser des Ausschusses für Planung und Finan- Ausschreibung erfolgreich abgeschnitten zen des Rates für hätten, «wären die höhere Bildung Forschungsmittel in Israel, meinte in den letzten JahDer Erfolg der israelidazu: «Der Erfolg ren nicht derart schen Nachwuchswisder israelischen stark zusammengeNachwuchswisstrichen worden.» senschaftler im Rahmen senschaftler im nämlich dieser Ausschreibung ist Das habe vielverRahmen dieser etliche beeindruckend, vor allem sprechende TalenAusschreibung ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass te dazu veranlasst, vor allem wenn überall Forschungsgelder der akademischen man bedenkt, Forschung den Rügestrichen werden dass überall Forcken zuzukehren. schungsgelder geDr. Debbie strichen werden. Lindell vom FachSo auch in Israel, wo die Fördermittel für bereich für Biologie der Technischen wissenschaftliche Studien in den letzten Hochschule Haifa (Technion) erhielt von Jahren um 20 Prozent gekürzt wurden.» allen erfolgreichen israelischen BewerFerner ist er der Ansicht, dass noch mehr bern mit 1,5 Millionen Euro das höchste

Forschungsbudget zugesprochen. Sie hingehen sieht in der Streichung von Forschungsmitteln eher einen Ansporn: «Wegen der finanziellen Situation der israelischen Hochschulen kommen ausgerechnet Israelis auf extrem originelle Ideen für Forschungsvorhaben», meinte sie. ZL

Mehr zum ERC unter: http://erc.europa.eu
Kommentar: Das kleine Israel mit sieben Millionen Einwohnern stellt über 10 Prozent der Wissenschaftler. Wenn man bedenkt, dass allein die EU ca. 492 Millionen Einwohner hat, so unterstreicht dies die absolute Spitzenstellung Israels punkto wissenschaftlicher Errungenschaften. Nicht umsonst profitieren immer mehr Firmen welweit vom israelischen Knowhow. CM 

«WIR KENNEN DIE ZAHLEN, KÖNNEN IHRE BEDEUTUNG ABER NICHT ERFASSEN»

Kommandant der israelischen Armee besuchte Sachsenhausen
Eliezer Shkedy ist Kommandant der israelischen Luftstreitkräfte. Er wurde 1957 in Israel geboren und trat 1975 in den Dienst der israelischen Armee. Kürzlich besuchte er die KZ-Gedenkstätte in Sachsenhausen bei Berlin.
Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 eingerichtet. Als Modell- und Schulungslager der SS in unmittelbarer Nähe der Reichshauptstadt nahm Sachsenhausen eine Sonderstellung im KZ-System ein. Hierher wurden ab 1936 Häftlinge aus den EmslandLagern verschleppt. Zwischen 1936 und 1945 waren in Sachsenhausen insgesamt ca. 200 000 Menschen inhaftiert. Als die Nazis dieses KZ am 21. April 1945 evakuierten, wurden rund 38 000 Häftlinge auf Todesmärsche geschickt. Im KZ Sachsenhausen Mitte Januar 2008 besuchte der Kommandant der israelischen Luftstreitkräfte, Generalmajor Eliezer Shkedy, die Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen. Begleitet wurde er von dem neuen israelischen Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Ze’ev, und dem Militärattaché der israelischen Botschaft, Kapitän zur See Eyal Ben-Zion. Ungewöhnlich war, dass bei diesem Besuch auch der Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz, zugegen war. Weniger ungewöhnlich war, dass der israelische Kommandant seine Ansprache auf Deutsch hielt. Wie sich herausstellte, ist Deutsch seine Muttersprache. Er führte unter anderem aus: «Mein Vater Moshe sprang auf dem Weg ins Inferno vom Zug. Er war der einzige Überlebende des Holocaust in seiner Familie. Seine Eltern, meine Grosseltern Sharluta und Layosh, und seine Schwestern Ella, Ana, Adel und Edith wurden in Auschwitz ermordet, nur weil sie Juden waren.» Zudem wies Generalmajor Shkedy darauf hin, dass Israel seit 60 Jahren um seine Existenz kämpfen muss: «Es ist ein langer, andauernder und oft blutiger Kampf, bei dem wir nur auf uns selbst zählen

können.» Wenige Tage nach dem Besuch reflektierte der israelische Botschafter Ben-Ze’ev in einem Interview: «Vor einigen Tagen fuhr ich zum Konzentrationslager Sachsenhausen, zusammen mit dem Chef der israelischen Luftwaffe, der gerade Deutschland besuchte. Dort stand dann der Oberbefehlshaber einer der besten Luftstreitkräfte der Welt mit Tränen in den Augen. Und ich dachte, Gott sei Dank, wir haben ihn und seine Leute, wir verfügen heute über Macht und Stärke. Aber darüber hinaus war ich ebenfalls zu Tränen gerührt, weil neben mir der deutsche Luftwaffenchef stand. Er war nicht gedrängt worden, dabei zu sein. Wir hatten ihn nicht einmal gefragt. Und das wärmte mein Herz, sodass ich meine Gefühle nur schwer kontrollieren konnte.» AN  Shkedys Werdegang: http://dover.idf.il/IDF/English/about/staff/Eliezer_ Shkedy.htm

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Nachrichten aus Israel • 3/2008

AUS ISRAEL

«SKYLARK II» WEITER AUF VORMARSCH

Südkorea kauft israelische Drohnen
Das unbemannte Flugzeug «Skylark II» wurde 2006 als beste Innovation dieses Bereiches ausgezeichnet. Nunmehr wird dieses Produkt auch an Südkorea verkauft.
Mitte Januar 2008 wurde bekannt, dass die israelische Firma «Elbit Systems Ltd.» ein weiteres Handelsgeschäft in Ostasien abschliessen konnte. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung von elektronischen Verteidigungsmitteln spezialisiert. «Elbit Systems» ist einer der grössten israelischen Kriegsmittelhersteller und geniesst vor allem wegen seiner Drohnen weltweit grosses Ansehen. Insgesamt vertreibt «Elbit Systems» sechs Typen unbemannter Flugzeuge, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Die Drohnen des Typs «Skylark» sind vor allem für Aufklärungs- und SpionagezweISRAELISCHE INTELLIGENZ cke einsetzbar. Der «Skylark II» hat einen Aktionsradius von 50 Kilometern und eine Flügelspannweite von fünf Metern bei zirka 40 Kilogramm Eigengewicht. Diese Drohne, die mit Ortungsund Peilungssystemen sowie Kameras ausgestattet ist, kann mit weiteren zehn Kilogramm Gewicht beladen werden und verfügt über eine Einsatzzeit von maximal sechs Stunden. Selbst bei Nacht und unter schwierigsten Wetterbedingungen kann sie Aufklärungsflüge absolvieren. «Skylark II» wird mit einem innovativen 4-KilowattElektromotor angetrieben. Man braucht

lediglich zwei Personen, um diese Drohne startklar zu machen. «Elbit Systems» bewarb sich auf eine internationale Ausschreibung der Südkoreaner und erhielt den Zuschlag. Der Wert dieses Geschäfts ist allerdings unbekannt. Experten gehen davon aus, dass es sich um mehrere Millionen US-Dollar handelt. AN 

Website von «Elbit Systems Ltd.»: www.elbitsystems.com

«Yahoo» setzt auf Israel
Der Internetriese «Yahoo» will im israelischen Haifa ein Zentrum für Forschung und Entwicklung bauen. Dabei beabsichtigt man, die israelische Intelligenz der Computerwissenschaften anzuheuern.
Israel ist im Hinblick auf die Computerwissenschaften ein zweites Silicon Valley. Hier sitzen teilweise die «schlauesten Köpfe», wenn es um Problemlösungen und die Erschliessung neuer Gebiete geht. Das möchte sich «Yahoo» durch den Aufbau eines Zentrums für Forschung und Entwicklung in Haifa zunutze machen. Zudem möchte «Yahoo» in Kooperation mit dem israelischen Internetportal «Walla» den israelischen Internetmarkt erobern. Damit folgt «Yahoo» zwei anderen namhaften Firmen dieses Bereiches, denn «Google» und «Microsoft», mit denen «Yahoo» konkurriert, unterhalten bereits solche Einrichtungen in Israel. «Google» gab Anfang 2006 seine diesbezüglichen Absichten bekannt und richtete im zweiten Halbjahr 2006 – trotz des zweiten Libanonkrieges – in Haifa ein Forschungs- und Entwicklungszentrum ein. Dies war die erste derartige «Google»-Institution im Nahen Osten bzw. die vierte ausserhalb der USA. Parallel dazu eröffnete «Google» ebenfalls eine Marketingniederlassung in Tel Aviv. Auch «Microsoft» betreibt ähnliche Einrichtungen in Israel. Sein erstes Zentrum für Forschung und Entwicklung baute der Computerkonzern 1991 in Haifa auf. Im April 2006 wurde ein zweites Zentrum in Herzlija eingeweiht. Als Standort für sein Marketingzentrum wählte «Microsoft» die Stadt Ra’anana im Grossraum von Tel Aviv. «Yahoo» trat in Israel bisher nur im Jahr 2004 in Erscheinung. Damals kaufte «Yahoo» die israelische Firmenneugründung «FareChase», die eine Reise- sowie Mietauto-Suchmaschine entwickelt hatte. Zu dem neuesten Schritt scheint «Yahoo» aufgrund des erbitterten Kampfes um die globalen Internetsurfer veranlasst worden zu sein. Um konkurrenzfähig zu bleiben, braucht es vor allem eines: brillante Denker. «Yahoo» scheint allerdings recht spät begriffen zu haben, was «Microsoft» und «Google» schon vor Jahren erkannten: Neben den weltweit führenden Computerwissenschaftlern im amerikanischen Silicon Valley findet man solche Experten nur noch in Israel, vor allem an den Hochschulen, unter denen gerade das Technion in Haifa einen prominenten Platz einnimmt. «Microsoft» beschäftigt in seinem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Haifa rund 200 Mitarbeiter, die sich vor allem mit sicherheitstechnischen Fragen befassen. In Herzlija sind es 150 Angestellte. Im Vergleich dazu ist das von «Google» eingerichtete Zentrum mit 70 Angestellten wesentlich kleiner. «Google» gab erst kürzlich durch einen seiner Gründer, Sergej Brin, bekannt, dass man weitere Investitionen in Israel prüfe und den Kauf von innovativen Firmen erwäge. Brin, ein in den USA lebender Russe und Jude, wird im Mai an einer Konferenz in Israel teilnehmen (organisiert vom israelischen Staatspräsidenten Peres; Thema: «Was kann die jüdische Intelligenz der Welt geben?»). ZL 

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ARCHÄOLOGISCHE RARITÄT

Fundstück aus der Zeit des ersten Tempels
König Salomo begann mit dem Bau des ersten Tempels 957 v.Chr. Eingeweiht wurde er 951 v.Chr., die Zerstörung ereignete sich 586 v.Chr. Trotz des jahrhundertelangen Bestehens haben Archäologen nur wenige Fundstücke aus dieser Periode vorzuweisen.
Der Fund eines Steinsiegels durch die israelische Archäologin Dr. Eilat Mazar bedeutet eine Sensation. Das Siegel wurde bei Ausgrabungen der israelischen Antikenbehörde in der Jerusalemer Davidstadt entdeckt. Darauf ist der Name einer Familie zu entziffern, die Dienst im ersten Tempel tat und unter den jüdischen Exilanten in Babylonien war. Dieser Familie wurde dann vom Perserkönig Kyros II. 539 v.Chr. erlaubt, nach Zion zurückzukehren. Das besagte Siegel stammt aus der Zeit zwischen 538 und 445 v.Chr. Zum einen ist der Name «Temech» (in lateinischen Buchstaben oftmals auch «Tamach» oder «Tamech» geschrieben) zu lesen. Im Buch Nehemia heisst es beispielsweise, dass die Familie Temech zu den Tempeldienern gehörte und ins babylonische Exil gehen musste. Die Bibel erwähnt auch, dass diese Familie nach Jerusalem zurückkehrte (Neh 7,46.55 und Esra 2,43.53). Zudem zeigt das Siegel eine Kultszene: Es sind zwei bärtige Priester zu erkennen, die an den Seiten eines Räucheraltars stehen und die Hände in andächtiger Pose zum Gebet gen Himmel strecken. Darunter stehen die drei hebräischen Buchstaben des Namens der Familie Temech. Fakt ist, dass die Familie Temech dieses Steinsiegel auch noch nach ihrer Rückkehr nach Jerusalem benutzte, denn es wurde nur in unmittelbarer
ZUKUNFTSVISION

Umgebung des Ophel gefunden, das heisst in jenem Wohnviertel, in dem einst die Tempeldiener zur Zeit Nehemias residierten. «Das schwarze Steinsiegel der Familie Temech ist ein archäologisch einzigartiges Fundstück, das zudem die Erzählungen der Bibel belegt. Es ist der handfeste Beweis, dass diese Familie, die in den Büchern Esra und Nehemia erwähnt wird, tatsächlich existiert hat. Ausserdem ist es das erste alttestamentliche Tempelsiegel, das wir in Jerusalem entdeckt haben», sagte Dr. Mazar. Darüber hinaus meinte sie, dass sie immer wieder in Begeisterung gerate angesichts solcher Entdeckungen, vor allem wenn sie die Berichte der Bibel bestätigen. AN Kommentar: In Israel wird die Wahrheit der ganzen Bibel bestätigt! Bisher wurden zahlreiche Überreste aus der Zeit des zweiten Tempels gefunden, jetzt aber sogar aus der Zeit des ersten Tempels. Heute kann man in Israel «beweisen», dass die ganze Bibel, Altes und Neues Testament, wahr ist. In welch gewaltiger Zeit leben wir doch. Wer angesichts dieser erdrückenden Fakten nicht an die Bibel glaubt, muss wohl beide Augen vor der Wahrheit verschliessen. Wie lebendig werden in diesem Licht Worte wie: «Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht» (1.Joh 5,12). CM 

Israel will Elektroautos forcieren
Der französisch-japanische Autohersteller «Renault Nissan» wird in Israel in die Entwicklung eines Elektroautos investieren. Die ersten Fahrzeuge sollen 2011 angeboten werden, für die 500 000 Ladestationen geplant sind.
Ende Januar 2008 besuchte der Präsident von «Renault Nissan», Carlos Ghosn, Israel. Mit seinem Besuch fiel der Startschuss zum israelischen Elektroauto-Unterfangen. Ghosn kündigte eine enge Zusammenarbeit mit dem israelischen Softwareunternehmer Shai Agassi und den Aufbau eines Entwicklungszentrums im Land an. Agassi setzt auf die Zukunft des Elektroautos, das zwar immer noch mit Energie gespeist werden muss, die durch die Verbrennung fossiler Stoffe gewonnen wird, aber dennoch bezüglich Schadstoffausstoss wesentlich umweltfreundlicher ist. Zudem sind Elektroautos viel leiser. «Renault Nissan» ist weltweit Shai Agassi (l.), Ehud Olmert (m.) und Carlos der viertgrösste Ghosn (r.) posieren Autohersteller. Es

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Nachrichten aus Israel • 3/2008

AUS ISRAEL
der Pkws sind in Tel Aviv zugelassen. Mit batteriebetriebenen Fahrzeugen liesse sich der Transportbedarf dieses Landes daher optimal abdecken. Aufgrund der langen Sonnenscheindauer lassen sich mit Solarzellen pro Jahr durchschnittlich 2 000 Kilowattstunden Energie je Quadratmeter Panelfläche erzeugen. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 25 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern würden 15 Quadratmeter Panelfläche ausreichen, um den jährlichen Energiebedarf eines Elektroautos umweltfreundlich zu erzeugen.» AN 

ist die erste ausländische Firma, die in ein israelisches Elektroauto-Entwicklungszentrum investieren wird (mehrere Millionen US-Dollar). Die Fahrzeuge, die auf «Renault»-Modellen basieren werden, sollen ihre Energie aus Lithium-Ionen-Batterien beziehen, die zusammen mit dem Partner «Nissan» und dem japanischen Batteriehersteller «NEC Group» entwickelt werden. Derartige Batterien gewähren eine grössere Reichweite und längere Lebensdauer. Die Fahrzeuge sollen die gleichen Fahrleistungen erreichen wie ein Wagen mit herkömmlichem 1,6-Liter-Benzinmotor. WER STECKT DAHINTER?

Das Projekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen «Renault Nissan» und dem amerikanischen Unternehmen «Project Better Place», dessen Vorstandsvorsitzender Agassi ist. Nachfolgend ein Auszug aus einer Presseinformation von «Renault»: «Für die Einführung des Elektroautos in den Serieneinsatz bietet das flächenmässig kleine Land Israel die idealen Voraussetzungen: Rund 90 Prozent der Fahrzeughalter legen täglich weniger als 70 Kilometer zurück. Die grösseren urbanen Zentren liegen kaum 150 Kilometer voneinander entfernt, 55 Prozent

Einer der meistgesuchten Terroristen der Welt ist tot
Imad Mughniyeh, 45, einer der weltweit meistgesuchten Terroristen, wurde Mitte Februar in Damaskus durch eine Bombe in seinem Jeep getötet. Das ist ein grosser Geheimdiensterfolg.
Seit 1982 trieb dieser geheimnisvolle Mann sein Unwesen. Zuletzt war er in Damaskus Verbindungsmann zwischen dem Iran und der Hisbollah. Einige seiner perfekt ausgeführten Anschläge haben die Welt nicht nur erschüttert, sondern bleibend verändert. In der libanesischen Stadt Tayr Dibba geboren, stellte Mughniyeh seine Dienste seit 1982 Terrororganisationen verschiedenster Couleur zur Verfügung. 1983 erfand er die Methode der Selbstmordattentäter, indem er einen mit Sprengstoff gefüllten Lastwagen in das US-Marines-Hauptquartier in Beirut jagte. Über 240 Amerikaner starben damals. Kurz darauf sprengte er die USBotschaft in der libanesischen Hauptstadt. Seine Handschrift tragen auch die Entführung des Fluges TWA 847, die Ermordung amerikanischer Diplomaten und Geheimdienstoffiziere, Bombenanschläge auf die israelische Botschaft und das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires (1993 und 1994) sowie die Attacke gegen die Khobar Towers in Saudi Arabien (1996). Mughniyeh unterhielt angeblich beste Beziehungen zu dem von den Amerikanern getöteten Terrorchef im Irak, Abu Musab al-Zarkawi. Osama Bin Laden lernte von Mughniyeh, wie man Bomben bastelt und ein internationales Agentensystem aufbaut. Mughniyeh soll der Militärführer der Hisbollah gewesen sein und deren Taktik gegen Israel nicht nur während des Libanonkrieges von 2006 geprägt haben. Mit Gewissheit, so die israelischen Quellen, sei er für die Entführung von drei israelischen Soldaten auf den Golanhöhen 2003 verantwortlich. Ebenso habe er die am 12. Juli 2006 erfolgte Entführung der beiden bis heute im Libanon festgehaltenen Soldaten befehligt. Mughniyeh war ein vorsichtiger Mann. Es existieren kaum Bilder von ihm. Das amerikanische FBI hatte eine Kopfgeldprämie von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt. Der Mossad jagte ihn schon seit den 1980er-Jahren. Deshalb veränderte er immer wieder operativ sein Äusseres, legte sich neue Namen und Pässe zu. Aus dem Iran vernahm man: «Seine Vorsichtsmassnahmen waren unvorstellbar. Wenn er ein Haus durch die Tür betrat, verliess er es durch das Fenster.» Er hatte beste Beziehungen zum iranischen Regime. Zu seinen engsten Kontaktpersonen in Teheran gehörte Verteidigungsminister Mohammad-Najjar. Die beiden waren 20 Jahre lang befreundet und in den 1980er-Jahren gemeinsam an der Entführung von Ausländern im Libanon beteiligt. Als es Mughniyeh im Libanon zu heiss wurde, setzte er sich in den Iran ab. Der Terrorist machte rasch Karriere. Im Herbst 2000 ernannte der Iran Mughniyeh gar zum Chefkoordinator internationaler Operationen. Der ehemalige Leibwächter Yassir Arafats sollte auf Geheiss der Ajatollahs ab Herbst 2000 den Palästinenseraufstand anheizen, indem er der Hamas und dem Islamischen Jihad beistand. Mughniyeh könnte auch bei einem der schlimmsten Terroranschläge in Israel die Hand im Spiel gehabt haben: bei der Attacke gegen das Park Hotel in Netanya am 27. März 2002, bei der 30 Menschen getötet wurden. «Das war der grösste Schlag für den islamischen Widerstand im Libanon gegen die israelischen Besatzer», so «Press-TV», ein englischsprachiger Propagandasender in Pakistan. «Das war der Carlos des Libanon, ein Erzterrorist. Ich kenne keinen gefährlicheren Mann», kommentiert der ehemalige israelische Geheimdienstchef Gideon Esra. «Wem ist nun einer der grossartigsten Geheimdiensterfolge gelungen?», fragt der israelische Terrorexperte Boaz Ganor. Viele zeigen mit dem Finger auf Israel. Jerusalem hüllt sich in Schweigen. US Kommentar: Gut möglich, dass der israelische Geheimdienst, der zu den allerbesten der Welt gehört, hier seine Hände im Spiel hatte. Niemand kann sich dem langen Arm Israels entziehen, auch nicht im «sicheren» Damaskus. Wie heisst es in der Schrift: «Israel aber wird Sieg haben» (4.Mo 24,18). CM 

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