EDITORIAL

Liebe Israelfreunde
Im kirchlichen Kalender ist der 1. Januar nicht nur der erste Tag des neuen Jahres, sondern in manchen Kirchen gedenkt man zu diesem Zeitpunkt auch der Beschneidung Jesu. Diese wird bei einem jüdischen Jungen acht Tage nach der Geburt vollzogen. Traditionell ist dieser Termin bei den Juden auch der Tag der Namensgebung. Als der Engel Gabriel Maria die Geburt eines Sohnes ankündigte, sagte er ihr, dass sie Ihn Jeschua nennen solle. Dasselbe geschah auch bei Josef, als er vorhatte, Maria heimlich zu verlassen. Ein Engel sprach zu ihm: «Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus (Jeschua) nennen; denn er wird sein Volk erretten von seinen Sünden» (Mt 1,20-21). Im Hebräischen enthalten die Worte des Engels ein bedeutungsvolles Wortspiel, das in den Übersetzungen in andere Sprachen leider nicht zum Ausdruck kommt. Der Engel sagte nämlich: «Du sollst seinen Namen Jeschua (Erlöser) nennen; denn er wird sein Volk erlösen (hebr.: yoshia) von seinen Sünden.» Weil der hebräische Name Jesu eine so tiefe Bedeutung hat, legen die an Jesus gläubigen Juden grossen Wert darauf, den Namen des Herrn in seiner ursprünglichen Form auszusprechen. Bezeichnenderweise verwenden jedoch diejenigen Juden, die nicht an Jesus glauben, im Allgemeinen nicht den Namen Jeschua, wenn sie von Jesus reden oder schreiben, sondern Jeschu. Diese Kurzform beinhaltet so etwas wie eine Verwünschung. Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass der Name Jeschua durch die Übertragung in andere Sprachen so viele Abwandlungen erfahren hat und die ursprüngliche, bedeutungsvolle Namensgebung nicht erhalten geblieben ist. In der Tradition, am ersten Tag des Jahres an die Beschneidung Jesu und damit auch an Seine Namensgebung zu denken, liegt eine besondere Bedeutung. Jeschua der Erlöser soll für uns am Jahresbeginn stehen, und Ihm sollen wir auch das ganze Jahr hindurch unser volles Vertrauen schenken. Er ist gekommen, um uns von unseren Sünden und der Macht der Sünde zu erlösen, die uns immer wieder zu schaffen macht. Am Anfang eines Jahres bezieht man sich oft auf die Worte aus 2. Mose 23,20: «Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, damit er dich behüte auf dem Weg …» Weniger bekannt ist jedoch der darauf folgende Vers 21: «Hüte dich vor ihm, höre auf seine Stimme und widersetze dich ihm nicht! Denn er wird euer Vergehen nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm.» Wie schon Sein Name besagt, ist Jesus zwar einerseits unser Erlöser vor dem Feind und Bedränger, der uns immer wieder Probleme bereitet, aber andererseits fordert Er von uns, dass wir auf Seine Stimme hören und Ihm gehorsam sind. Wenn wir das tun, wird Er uns durch das neue Jahr führen und auch bewahren. «Doch wenn du willig auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann werde ich Feind deiner Feinde sein und deine Bedränger bedrängen» (V 22). In Seinem wunderbaren Namen möchte ich mich bei dieser Gelegenheit bei allen unseren Freunden bedanken, die unsere Arbeit in Israel für den Herrn im vergangenen Jahr mit ihren Gebeten und Gaben unterstützt haben. Zum neuen Jahr grüsse ich Sie aus Haifa mit einem herzlichen «Shalom raw», dem Wunsch nach «viel Frieden». Ihr Fredi Winkler 3

Weil der hebräische Name Jesu eine so tiefe Bedeutung hat, legen die an Jesus gläubigen Juden grossen Wert darauf, den Namen des Herrn in seiner ursprünglichen Form auszusprechen

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Nachrichten aus Israel • 1/2009

Nachrichten aus Israel®
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Wer hat in Israels Wahlkampf die Nase vorn? Im Februar wird in Israel gewählt. Das Land ist mit Wahlplakaten übersät. Wie immer lächeln fast alle Kandidaten ihre potenziellen Wähler an. Doch den meisten israelischen Spitzenpolitikern ist eigentlich nicht zum Lachen zumute. Seite 11

Israels angebliche Pläne für den neuen Tempel. Dr. Ibrahim Al-Fani, Leiter der (palästinensischen) Jerusalem-Stiftung für Forschung und Dokumentation, will eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht haben: Es soll israelische Pläne zur Zerstörung der Al-Aqsa-Moschee und Errichtung eines neuen Tempels geben. Seite 14

EDITORIAL
3 von Fredi Winkler

BIBLISCHE BOTSCHAFT
5 Israel, ein Stolperstein für viele Christen

JESCHUA UND ISRAEL
9 «Messianisches» oder «Jeschua»-Judentum?

H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N A U S I S R A E L
10 11 12 12 13 14 14 15 16 16 17 17 18 19 20 21 21 22 Israel und die Anschläge in Mumbai Wer hat in Israels Wahlkampf die Nase vorn? Hightech-Millionär wird Jerusalems Bürgermeister Geheimtruppe der israelischen Armee Honecker unterstützte Syrien gegen Israel Palästinenser jüdischer Herkunft? Israels angebliche Pläne für den neuen Tempel Verstummte Klänge leben wieder auf Namensliste deutscher Juden für Yad Vashem Das Skandalvideo eines belgischen Parlamentariers Neuseelands neuer Ministerpräsident: konservativ und jüdisch Hatte Jemen einen jüdischen Präsidenten? Erfinder des USB-Sticks im Gespräch CNN und das spektakuläre Hologramm Prominente Juden, die hinter Obama standen Israelischer Grossaktionär bei Credit Suisse Amerikaner möchten in Israel Erdöl aus Ölschiefer gewinnen Amerikaner wirft Israel Spionage vor

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT

Israel, ein

Stolperstein für viele Christen
Sackgasse. Wenn wir bei der biblischen Prophetie bewusst Abstriche machen, könnte uns eines Tages Ähnliches passieren wie Israel und wir würden von unerwarteten Ereignissen überrollt werden. Deswegen müssen wir auf eine dritte Möglichkeit hinweisen, die sich förmlich aufdrängt: eine buchstäbliche, konkrete und noch zukünftige Erfüllung. In den drei Hesekiel-Kapiteln 37-39 werden wir mit der interessanten Beschreibung eines endzeitlichen Szenarios konfrontiert. Warum «endzeitliches» Szenario? «Nach langer Zeit sollst du aufgeboten werden; zur letzten Zeit (andere Übersetzungen: «am Ende der Jahre») wirst du in das Land kommen … Zur letzten Zeit (andere Übersetzungen: «am Ende der Tage») wird es geschehen, dass ich dich gegen mein Land heraufziehen lasse …» (Hes 38,8.16). Es handelt sich um einen prophetischen Blick in die letzten Tage und der damit verbundenen Geschichte Israels. Woher wissen wir, dass die feindliche Invasion Gogs (Hes 38,2) noch nicht stattgefunden hat? Wir erkennen das an vier «Nebenwirkungen», die in Kapitel 39, Verse 9 und 12 erwähnt werden: «Die Bewohner der Städte Israels werden hinausgehen, und werden Feuer machen und heizen mit Waffen und Tartschen und Schilden, mit Bogen und Pfeilen und mit Handstäben

«Gott hat Israel als kollektives, alttestamentliches und auserwähltes Volk abgeschrieben. Nun gilt im neuen Volk Gottes, der Gemeinde, ‹weder Jude noch Grieche, weder Mann noch Frau› (Gal 3,28; Kol 3,11). Überall auf der Welt reagieren Menschen auf die Verkündigung des Evangeliums und nehmen Jesus als Erretter in ihre Herzen auf und sind das ‹Israel Gottes›.» So lautet oft die allgemein akzeptierte Gemeindedoktrin, die Israel nicht mehr als Volk Gottes erkennt und anerkennt …
Reinhold Federolf An Israel scheiden sich die Geister … Was tun wir, wenn wir in der Bibel Prophetien entdecken, die sich in Bezug auf Israel als Volk noch nicht erfüllt haben? Behaupten wir dann kategorisch, dass sich das irgendwann schon erfüllt haben müsse? Oder dass man das alles nicht mehr so «wörtlich» nehmen dürfe, sondern mehr «symbolisch» sehen und die enthaltene «geistliche Wahrheit» auf die heutige Gemeinderealität uminterpretieren und anwenden solle? Aber hatte das nicht gerade Israel zur Zeit Jesu mit den messianischen Verheissungen gemacht? Die Prophezeiungen vom Lamm Gottes, das für die Sünden der Menschen geschlachtet werden sollte, wurden einfach übergangen oder nicht verstanden, obwohl dessen Todesursache (Jes 53) und -art bis in kleinste Die Prophezeiungen vom Lamm Gottes, das Details für die Sünden der Menschen geschlachtet beschriewerden sollte, wurden einfach übergangen ben wird (Ps 22). Der demütige, gerechte und rettende König, der auf einem Esel einziehen sollte (Sach 9,9), wurde durch den glorreichen und siegenden Messias ausgetauscht, der vor allem die sozialen Ungerechtigkeiten ausmerzen und Israel vom Joch der Römer befreien und den ersehnten Frieden bringen sollte – alles wurde auf das rein Diesseitige und Menschliche bezogen. Dadurch verrannte sich Israel, vor allem die religiöse Führerschaft, in eine tragisch endende

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT
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und Lanzen; und sie werden Feuer damit machen sieben Jahre lang.» Sieben Jahre lang wird Israel sich überhaupt nicht mit irgendwelchen Energieversorgungsproblemen herumschlagen müssen; so lange reicht der herantransportierte Vorrat der feindlichen Armeen Gogs. Vers 12: «Das Haus Israel wird an ihnen sieben Monate lang zu begraben haben, um das Land zu reinigen.» Über ein halbes Jahr wird die Beseitigung der Leichen in Anspruch nehmen. Und in den Versen 15 und 16 finden wir weitere Informationen, die sich auch noch nie in Israels Geschichte erfüllt haben. Das immense Massengrab wird einem dafür bestimmten Talabschnitt einen neuen Namen verleihen: «Tal des Heerhaufens von Gog» oder, wie es andere Bibelversionen weitergeben: «Hamon-Gog». Gleichzeitig wird es dort eine Stadt geben, die Hamona genannt werden wird. Es gibt heutzutage in Israel weder ein «Tal der Heerhaufen Gogs» noch eine Stadt «Hamona». Deshalb müssen wir zum logischen Schluss kommen, dass sich die Invasion Gogs aus Magog noch nicht ereignet hat!

Sinn, sondern ein Auslöschungslager (extermination camp), eine Todesfabrik. In der Vision Hesekiels vom Knochenfeld hören wir den Schrei der Juden bzw. Israels im Angesicht der Auslöschung: «Unsere Hoffnung ist dahin, wir werden ausgelöscht!» – wie lästige Insekten, vernichtet mit dem Zyklon B der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH. Die Offenbarung Gottes in dieser Vision Hesekiels versichert aber, dass die Juden trotz der schrecklichen Erfahrung dem «Schwert entrinnen», als Volk überleben und wieder in ihr Land zurückkommen würden. Können wir da angesichts der jüngsten Geschichte Israels noch an der brennend-aktuellen biblischen Prophetie zweifeln?
Wikipedia

Wo befindet sich Israel? Grosse Teile der sogenannten «Christenheit» haben heute Probleme mit der Existenz des Staates Israel und hegen Zweifel, ob er ein legitimes Anrecht auf das Land hat. Andere bestreiten das offen und lautstark oder rufen sogar zum Boykott gegen Israel auf. Aber: Wenn sich Menschen noch irgendwie als Christen bezeichnen Wie wird das Volk oder verstehen, muss es daAuschwitz war kein Konzentrationslager im Israel beschrieben? In für eine Basis geben und die eigentlichen Sinn, sondern ein AuslöHesekiel 37 sehen wir, wie gründet sich auf die Bibel. schungslager eine ganze Ebene voll mit Sonst sind wir vielleicht menschlichen Skelettteilen Freidenker, Atheisten, Budplötzlich zum Schauplatz göttlichen Eingreifens wird. dhisten, Hindus oder Moslems, aber keine Christen. Schrittweise, fast wie in einem Anatomieunterricht, fügen Nun wollen wir die in den drei Kapiteln des Propheten sich alle wild verstreuten Teile richtig aneinander und eine Hesekiel niedergeschriebenen Hinweise auf das Land bewiederbelebte, grosse Volksmenge stellt sich auf die Füsse. trachten. Anhand der Auflistung erkennen wir, dass über die Damit wir das nicht etwa nur rein evangelistisch auslegen Hälfte der Verse, die Israel erwähnen, das Land, die Berge und anwenden, wird dem Propheten Hesekiel in Vers 11 und Städte Israels klar einschliessen: erklärt: «Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.» Und die Gräber (V 12-13), aus denen das Hesekiel 37 Volk herauskommt und zusammengeführt wird, sind die V 12: «Euch, mein Volk … wieder in das Land Israel bringen.» verschiedensten Völker dieser Welt, denn in Vers 21 finden V 14: «Ich werde euch wieder in euer Land bringen.» wir ein weiteres Teil unseres Puzzles: «Siehe, ich werde die V 21: «In ihr Land führen.» Kinder Israels aus den Heidenvölkern zurückholen, unter die V 22: «Im Land, auf den Bergen Israels.» sie gekommen sind, und sie von ringsumher sammeln und V 23: «Ich werde sie retten aus allen ihren Wohnsitzen, in sie in ihr Land führen.» Da die erwähnten drei Kapitel von welchen sie gesündigt haben, und werde sie reinigen … und Hesekiel zusammengehören, fällt diese Rückführung Israels sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein.» auch in die Endzeit. Leicht erkennbar ist dies an der Aussage V 25: «Sie werden wieder in dem Land wohnen, das ich von Hesekiel 38,8, wo die Motivation Gogs beleuchtet wird: meinem Knecht Jakob gegeben habe … Ja, darin sollen sie «Nach langer Zeit sollst du aufgeboten werden; zur letzten in Ewigkeit wohnen … und mein Knecht David soll ihr Fürst Zeit sollst du in das Land kommen, das dem Schwert entsein auf ewig.» kommen und aus vielen Völkern wieder gesammelt worden V 26: «Ewigen Bund … und werde mein Heiligtum in ihre ist, auf die Berge Israels … es wurde aber aus den Völkern Mitte setzen ewiglich.» herausgeführt …» Es handelt sich um ein Volk, das dem V 27: «Meine Wohnung wird über ihnen sein.» Schwert entkam und noch kurz vorher in grösster VerzweifV 28: «Die Heidenvölker werden erkennen, dass ich der lung ausrief: «Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Herr bin, der Israel heiligt.» Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns!» (37,11). Andere Bibelübersetzungen drücken dieses Versende noch dramaHesekiel 38 tischer aus: «… und wir sind total ausgelöscht.» Aus der V 8: «Berge Israels.» lateinischen Sprachfamilie taucht das Wort «exterminiert» V 12: «Aus den Nationen gesammelt.» auf, was im Englischen als «extermination» bezeichnet wird. V 12: «Welches den Mittelpunkt der Erde bewohnt.» Auschwitz war kein Konzentrationslager im eigentlichen V 14: «Mein Volk Israel.»

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V 16: «Gegen mein Volk Israel … gegen mein Land.» V 18: «Das Land Israel.» V 19: «Im Land Israel.» V 21: «Meinen Bergen.» Hesekiel 39 V 2: «Auf die Berge Israels.» V 4: «Auf den Bergen Israels.» V 7: «Inmitten meines Volkes Israels.» V 9: «Bewohner der Städte Israels.» V 11: «Grabstätte … in Israel.» V 12: «Das Haus Israel.» V 13: «Das ganze Volk des Landes.» V 14: «Auf der Fläche des Landes.» V 17: «Auf den Bergen Israels.» V 22: «Wird das Haus Israel wissen» (= Volk Israel). V 23: «Das Haus Israel.» V 25: «Werde … mich des ganzen Hauses Israel erbarmen.» V 26: «Sicher in ihrem Land wohnen.» V 28: «Wieder in ihr Land sammle.» V 29: «Meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe.» Es ist also Gottes Land, es sind Gottes Berge und der Herr hat dieses Land der Väter (Hes 37,25) dem Volk Israel «in Ewigkeit» gegeben. Es ist das Land auf dem «Mittelpunkt der Erde» (Hes 38,12). Mehrmals nennt Gott Israel «mein Volk», obwohl es in den verschiedenen Etappen des Wirkens Gottes noch gar nicht wirklich gläubig ist! In Hesekiel 38,16 spricht Gott zu Gog: «Ja, du wirst wider mein Volk Israel heraufziehen, um wie eine Wolke das Land zu bedecken. Solches wird am Ende der Tage geschehen, dass ich dich wider mein Land heraufkommen lasse, damit mich die Heiden erkennen sollen, wenn ich mich an dir, o Gog, vor ihren Augen als den Heiligen erweisen werde!» In einem Vers sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass Gott Israel als «mein Volk» und das Land als «mein Land» bezeichnet. Und dazu noch der zeitliche Rahmen: «am Ende der Tage.» Das sollte uns Christen sehr zu denken geben, damit wir Israel nicht, wie es die Welt tut, leichtfertig, vorschnell und ungläubig verdammen! Die aufgelisteten Bibelstellen belehren uns eines Besseren! Aber Israel ist doch (noch) gar nicht gläubig? Durch die verschiedenen Ereignisse wie Holocaust, Staatsgründung Israels, Zusammenführung aus mittlerweile mehr als 100 Nationen und die noch bevorstehende schreckliche Invasion Gogs aus Magog wird Israel schrittweise für die letzte und wichtigste Etappe vorbereitet: seine geistliche Wiederherstellung. Gott greift für Israel und gegen Gog ein, während das Volk Israel geistlich noch nicht wiederhergestellt ist. Es wird vielmehr durch Gottes Eingreifen verändert, und das lesen wir fünfmal in diesen Hesekiel-Kapiteln: Hesekiel 37, Verse 6, 13 und 14 sowie Hesekiel 39, Verse 22 und 28. «Ich will euch Sehnen geben und Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit Haut überziehen und einen Geist in euch geben, dass ihr lebendig werden und erfahren sollt, dass ich der Herr bin!» (Hes 37,6). Andere Übersetzungen gebrauchen die Worte: «Dass ihr wissen sollt; dass ihr erkennen sollt; dass ihr sehen sollt.»

Israel ist wieder im Land, und Gott wird es aus der Invasion Gogs retten. «Meinen heiligen Namen will ich unter meinem Volke Israel kundtun und meinen heiligen Namen hinfort nicht mehr entweihen lassen; sondern die Heiden sollen erfahren, dass ich, der Herr, der Heilige in Israel bin!» (Hes 39,7). Gott greift ein, um Israel zu verändern und geistlich wiederherzustellen: «Gemäss ihren Unreinigkeiten und Übertretungen habe ich an ihnen (an Israel) getan und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen. Darum spricht Gott, der Herr, also: Jetzt will ich die Gefangenschaft Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und für meinen heiligen Namen eifern» (V 24-25). Dann wird der Herr sich selbst offenbaren: «Ich will fortan mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, weil ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht Gott, der Herr» (V 29). Die letzte Etappe der vollkommenen Wiederherstellung Israels als Volk des Herrn ist dann der Empfang des Heiligen Geistes. Ja, Israel ist noch nicht gläubig, aber es kommt die Zeit, in der sich auch diese Prophetie wortwörtlich erfüllen wird. Wer sind die «Gräber»? Durch das Lesen dieser hochaktuellen Hesekiel-Kapitel erkennen wir, wie Gott über die Völker dieser Welt denkt. Er nennt sie «Gräber» (Hes 37,12.21). Ist das nicht schockierend und schrecklich? Merken wir nicht, dass sich gerade Europa, früher die «Hochburg des Christentums», immer mehr auf Kollisionskurs gegen Gott, die Bibel und die Christen einfährt? Die Christen werden als Hassprediger, Fundamentalisten, Feinde der Demokratie und der Menschenrechte gebrandmarkt. Es wird nicht mehr lange dauern, und die Bibel wird als «diskriminierende und gefährliche» Lektüre eingestuft und verboten werden. Jesus hat gesagt: «Wenn euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt» (Joh 15,18-19). Die Evangelische Kirche in Deutschland hat am 1. April 2008 eine «Orientierungshilfe» mit dem Titel veröffentlicht: «Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule». Darin wird die Überzeugung, dass die Welt genauso entstanden ist, wie es die Bibel berichtet, nicht nur aus wissenschaftlichen, sondern auch aus theologischen Gründen abgelehnt. Wir wissen, dass es sich bei dieser «Orientierungshilfe» in Wirklichkeit nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Denn wenn man die ersten Seiten der Bibel infrage stellt, wie sieht es dann mit den Wundern Jesu aus? Und mit der Jungfrauengeburt, der Auferstehung aus den Toten oder dem Wiederkommen Jesu? Oder eben – im Zusammenhang mit dem Thema «Israel, ein Stolperstein für viele Christen» – mit den vielen Verheissungen Gottes und Prophetien betreffs der Wiederherstellung Israels? Als Christen muss es uns klar sein, dass «die Welt in ihrer Weisheit Gott in Seiner Weisheit nicht erkannt hat» (1.Kor 1,21)! Dies, obwohl Paulus in Römer 1,20 unmissverständlich schreibt: «Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.» Hiob 12,7-9 erklärt: «Aber frage doch das Vieh, und es wird’s dich lehren; und das Gevögel des Himmels, und es wird’s dir kundtun; oder rede zu der

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Erde, und sie wird’s dich lehren; und die Fische des Meeres finden oder stösst uns das sauer auf? Dann sollten wir uns werden es dir erzählen. Wer erkennte nicht an diesen allen, ernsthaft fragen, wie echt unser Verhältnis zum Wort Gottes dass die Hand des Herrn solches gemacht hat …?» und zu unserem Herrn Jesus ist, der im Neuen Testament Die offizielle kirchliche «Orientierung» und Distanzie(Röm 11,26) selber der Erretter Zions genannt wird! rung vom klaren biblischen Text und Sinn erinnert an den Konflikt der Sadduzäer: «Denn die Sadduzäer sagen, es Zusammenfassend haben wir Folgendes gelernt: Am gebe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist; Ende der Tage kommt Bewegung in die trockenen und lange die Pharisäer aber bekennen sich zu beidem» (Apg 23,8). Aus verstreuten Knochen: fast 2 000 Jahre lebten die Juden in den Überlieferungen wissen wir, dass die Hohepriester zur der Diaspora. Der Beginn der Bewegung wird mit einem Zeit Jesu aus der einflussreichen Gruppe dieser Sadduzäer «Geräusch» (Hes 37,7) und dann mit einem «Getöse» (ankamen. Stellen wir uns das einmal vor: Der Hohepriester dere Übersetzungen: «Bewegung») eingeleitet. Es begann vermittelte zwischen Gott und Menschen und glaubte selber mit dem ersten Zionistenkongress 1897 mit Theodor Herzl nicht an die Auferstehung der Toten (und vieles andere auch in Basel. Dann ging das «Geräusch» in eine Bewegung nicht!). Biblische Schöpfung, über: Ab 1947 ging es in Entrückung der Gemeinde, Richtung Staatsgründung Tausendjähriges FriedensIsraels; zuerst durch den reich, die Wiederherstellung UNO-Teilungsplan im NoIsraels, ewige Errettung oder vember 1947 und dann mit ewige Verlorenheit werden der Proklamation des frisch zu schwammigen Begriffen geborenen Staates Israel am oder direkt als Irrlehre 14. Mai 1948 durch David bezeichnet. Warum? Weil Ben Gurion. Seit nunmehr man die «Schmach Christi» 60 Jahren kommt das pronicht tragen will und die phezeite «mächtige» Volk Konfrontation mit der Welt zusammen (Hes 37,10), das vermeiden möchte. Doch fast täglich in den Medien Israel ist wieder in seinem Land, und Gott unser Herr selbst versichert: präsent ist und an dem sich wird es aus der Invasion Gogs retten «Gedenkt an das Wort, das die arabische Welt schon zigich zu euch gesagt habe: mal die Zähne ausgebissen Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr. Haben sie mich hat. Aber in den letzten Tagen wird Gog aus Magog zum verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf Katalysator des überschäumenden Hasses der Welt gegen mein Wort argwöhnisch achtgehabt, so werden sie auch auf Gott und gegen Israel. Dann wird der Herr höchstpersönlich das eure argwöhnisch achthaben» (Joh 15,20). eingreifen und Israel retten und Israel wird seinen Gott Die Rückkehr Israels sollte uns alle wie ein grell blinerkennen: «Ich werde meinen heiligen Namen offenbar kendes Warnlicht alarmieren: denn wenn sich die «Gräber» machen unter meinem Volk Israel, und ich werde meinen öffnen, bedeutet das, dass die Welt gerichtsreif ist. heiligen Namen künftig nicht mehr entweihen lassen; sondern die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich, der Herr, Prophetischer Ausblick: Gottes direkte Gegenwart der Heilige in Israel bin!» (Hes 39,7). Fünfmal wird erwähnt, auf unserer Erde. In Hesekiel 37,27-28 lesen wir: «Meine dass die Völker (aller Welt) «kennen, erkennen und wissen» Wohnung wird bei ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und werden, was da vor sich geht, wenn Gog mitsamt seiner Alsie sollen mein Volk sein. Und die Heiden werden erfahren, lianz vernichtet wird: «Die Nationen werden erkennen, dass dass ich der Herr bin, welcher Israel heiligt, wenn mein ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für Heiligtum in Ewigkeit unter ihnen sein wird.» Studienbibeln ewig in ihrer Mitte ist» (Hes 37,28; vgl. 38,16.23; 39,7.23). verweisen auf die Parallelstelle in Offenbarung 21,3-4: «Ich Die Nationen werden diese Wahrheit durch schreckliche hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, Gerichte erkennen und einsehen müssen. Doch für sehr die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen viele Menschen wird es dann zu spät sein. wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst Die Aussagen und prophetischen Offenbarungen in Hewird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle sekiel 37-39 sollten uns dazu bringen, Israel so zu sehen, Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, wie Gott es sieht. Er führt, gebraucht und macht Israel noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; zum Zentrum, nicht der letzten Tage, sondern der zukünfdenn das Erste ist vergangen.» tigen Tage: Von Zion wird Sein wunderbares Friedensreich So wie wir glauben, dass Gott einmal «inmitten Seines ausgehen. Deshalb sollten wir uns ausdrücklich von jeder Volkes» wohnen wird, so erkennen wir mithilfe der Heseantisemitischen Tendenz distanzieren und zu Israel stehen, kiel-Kapitel, dass sich das konkret in Israel erfüllen wird. Da für Israel beten und Projekte unterstützen, die die Liebe zu gibt es nichts zu «vergeistigen» und es ist besser, dass wir Israel zum Ausdruck bringen. Unsere Unterstützung ist ein uns schon heute darauf einstellen. Und vergessen wir nicht: eindrückliches Zeugnis, weil wir durch den Gott Israels, Wenn das neue Jerusalem vom Himmel herabkommt (Offb durch den Messias Israels und die Schriften Israels gerettet 21,10), werden an den zwölf Perlentoren die Namen der wurden und gesegnet werden. Wenn wir uns an die Bibel zwölf Stämme Israels angeschrieben sein. Israels Zukunft ist halten, erkennen wir an und durch Israel Gottes grosse Gnaalso eng mit der Zukunft der Gemeinde verknüpft. Werden de, Erbarmen und Liebe: die sichtbare Erfüllung göttlicher wir uns freuen, dort die Namen der zwölf Stämme vorzuVoraussagen, anstatt eines Stolpersteins. 

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JESCHUA
EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

UND

ISRAEL

«Messianisches» oder «Jeschua»-Judentum?
«Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen» (Joh 8,31-32).
DR. GERSHON NEREL – TEIL 30

Heute verwenden jüdische Gläubige an Jeschua für ihre moderne Bewegung in der Regel das Etikett «messianisches Judentum». Auch von Aussenstehenden werden sie im Allgemeinen als «messianische Juden» bezeichnet. Dennoch sollte man auch bei solchen Bezeichnungen präzise bleiben und sich einmal die Frage stellen: Was bedeutet eigentlich der Begriff «messianischer Jude»?

dass der Messias noch nicht gekommen ist» (…) In unserer heutigen Realität ist das Judentum kein monolithischer Block, sondern es zeigt sich dem Betrachter in verschiedenen Ausprägungen, ähnlich wie zur Zeit des zweiten Tempels, als es die Pharisäer, die Sadduzäer, die Essener oder die Jünger Jeschuas gab. Wie sieht es im heutigen Judentum aus? Neben dem

und Omega ist Er allein das Fundament des wahren Judentums. Die Bezeichnung «Jeschua-Judentum» dreht sich auch um Jeschuas mitzvoth, die klaren Gebote unseres Herrn. Es ist absurd, wenn nach einer weit verbreiteten Lehrauffassung wiederholt behauptet wird, es gebe im Neuen Testament keine praktischen Gebote. Dabei sind die Lehren Jeschuas angefüllt

Wir sollten uns bewusst machen, dass «messianisches Judentum» im weitesten Sinne jeden Glauben an einen jüdischen Messias beinhaltet. Das kann zum Die Synagoge der Chabad-Sekte in Brooklyn Beispiel der «Lubaan der 770 Eastern Parkway witscher Messias» der Chabad-Bewegung sein, jener Rabbi, der vor vierzehn Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn starb. Seine Anhänger warten noch heute auf seine Auferstehung aus den Toten. Es könnte sich auch um den «Messias» der Breslawer Chassidim handeln, einer anderen jüdischen Gruppierung, deren verstorbener Rabbi im ukrainischen Ouman begraben ist. Man kann unter orthodoxen gibt es das konservative, das diesem Begriff aber auch die politische säkulare, das Reform-, das karäische Messiashoffnung der Bewegung Gush Judentum und … das Jeschua-Judentum, Emunim («Block der Treuen») verstehen. also den Glauben der jüdischen Jünger Ihre Anhänger glauben, dass der Bau von Jeschuas. Der Name «Jeschua-Judentum» Siedlungen in Judäa und Samaria das Kom- verweist direkt auf die zentrale Figur der men des Messias beschleunigt. Sogar einige jüdischen Gläubigen an Jeschua. Bei einer Figuren der nationalen Geschichte Israels solchen Bezeichnung besteht kein weiterer werden als «säkulare Messiasgestalten» an- Erklärungsbedarf, mit welchem «Messias» gesehen, wie zum Beispiel Theodor Herzl man sich identifiziert. und David Ben-Gurion. Darüber hinaus dient der Begriff «JeWir können deshalb davon ausgehen, schua-Judentum» dazu, die einzigartigen dass der Begriff «messianisches Judentum» Worte Jeschuas und Seine Person als nicht ausschliesslich für jüdische Jünger wichtigste Autorität im Glauben und Leben Jeschuas verwendet wird. Heute enthält Seiner Jünger hervorzuheben. Durch Seine diese Bezeichnung keine eindeutige und Reden, Gleichnisse, Ermahnungen und Verangemessene Erklärung, wer und was heissungen liefert Jeschua den Beweis, dass moderne jüdische Jünger Jeschuas sind. nur Er unser Rabbi und Lehrer, aber auch So erschien in der christlichen Ausgabe unser «lebendiges Wasser» ist (vgl. Mt 23,8; der Jerusalem Post (August 2008, S. 7) Joh 4,14). Unser Erlöser und Herr vermittelt ein anti-messianisches Poster. Um einen die absolute Richtschnur des Glaubens für Davidstern herum war dieser Text zu alle Seine Jünger – für die Juden zuerst und lesen: «Echte messianische Juden wissen, auch für alle anderen Völker. Als das Alpha

mit Geboten; zum Beispiel die Aufforderung, einen «Balken» aus dem eigenen Auge zu entfernen, bevor man einen «Splitter» aus dem Auge seines Nächsten holt oder «gute Frucht» zu bringen und sein Haus auf den Felsen zu bauen (vgl. Lk 6,41-49). Mit «Jeschua-Judentum», vor allem im hebräischen Sprachgebrauch (Yahadut Yeshua), verbindet man automatisch den Gedanken der Erlösung (hebr.: Yeshu’a). «Du sollst seinen Namen Jeschua (Jesus) heissen; denn er wird sein Volk erlösen (hebr.: yoshia) von seinen Sünden» (Mt 1,21). Heute kann die Bezeichnung «Jeschua-Judentum» die Identität und das Zeugnis jüdischer Gläubiger an Jeschua neu beleben und aussagekräftiger machen. Obwohl der Name «messianisches Judentum» wohl nicht aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwinden wird, gibt uns der Begriff «Jeschua-Judentum» die Möglichkeit, den Schwerpunkt auf die Person und Botschaft unseres Erlösers zu legen. 

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TERROR IN INDIEN

Israel und die Anschläge in Mumbai
In unserer Ausgabe von November 2008 berichteten wir über eine «weltweite Terrorwarnung an Israelis». Wie berechtigt diese war, wurde nur wenige Wochen später durch die Terroranschläge im indischen Mumbai vor aller Welt sichtbar.
Zu den jüdischen Feiertagen im Herbst 2008 wies der Staat Israel seine Bürger an, Vorsichtsmassnahmen beim Aufenthalt in jüdischen Einrichtungen im Ausland zu ergreifen. Allerdings lagen keine konkreten Warnungen vor, sodass nur an jeden einzelnen Israeli appelliert werden konnte. Jede jüdische bzw. israelische Institution angesichts einer solchen Gefahr noch umfassender zu schützen, ist kaum möglich. Wie die Terroranschläge im indischen Mumbai Ende November stellte unter Beweis, dass sie bestens vorbereitet war, was die Kontrolle mehrerer Terrorzellen, auch über die Grenzen Indiens hinaus, angeht. Sie agierte treu ihrer Ideologie, die alles Westliche verdammt. Dabei waren die Terroristen leider sehr erfolgreich, denn viele der Opfer sind westliche Touristen und Geschäftsleute. Dass sie bei der Umsetzung ihrer «Attacke auf den grossen Satan», sprich den Westen, auch ein jüdisch-israelisches Ziel ins Visier nehmen konnten, war zwar zweitrangig, Eines der wohl am schwersten zu begreifenden Schicksale traf den zweijährigen Mosche Holtzberg. Die Terroristen stürmten auch ein Gebäude der Chabad-Bewegung. Dort wurden seine Eltern, Leiter des Chabad-Zentrums, brutal ermordet. Der Junge wurde durch die Geistesgegenwart seines indischen Kindermädchens im letzten Moment gerettet. Mosches Grosseltern reisten in aller Eile nach Indien. In ihren Armen schrie der zum Vollwaisen gewordene Junge noch Tage danach immer wieder das einzige Wort, das er bisher gelernt hatte: «Ima», Mama. Das junge Ehepaar Gavriel und Rivki Holtzberg gründete vor fünf Jahren das Chabad-Zentrum in Mumbai. Der ultraorthodoxe Rabbi Holtzberg folgte damit einem Aufruf seiner Chabad-Bewegung, in der ganzen Welt Anlaufpunkte für jüdische und israelische Touristen Einige Stunden vor der Beerdigung von Gavund zeitweise im riel und Rivki Holtzberg warten schon die Ausland lebende ersten Juden am Grab Juden zu gründen. Das Chabad-Zentrum in Mumbai umfasste eine Synagoge mit Ritualbad, ein Studierzentrum, einen Speisesaal, Büros und Wohnungen. Täglich wurden hier rund 30 Gäste empfangen, an den Wochenenden durchschnittlich sogar 80 Besucher, um die sich die Holtzbergs persönlich kümmerten. Doch das gehört nun der Vergangenheit an. AN Kommentar: Letztendlich sind die Juden nur in Israel wirklich sicher. Millionen von ihnen mussten das schon schmerzlich erleben. Das kann auch eine Lehre für uns sein: Sobald wir uns vom Zentrum des Willens Gottes entfernen, begeben wir uns in Gefahr. Dann sind wir erreichbar für die Anschläge des Feindes. Wir sehen an diesem Beispiel einmal mehr, dass der Feind nichts unversucht lässt. Gerade in dieser Endzeit, in der wir leben, können wir nicht genug wachen und beten. Nur der Herr kann Sein Volk und uns sicher ans Ziel bringen. CM 

zeigten, hatten die israelischen Behörden leider recht, als sie ihre Bürger zur Umsicht anhielten. Für israelische Experten steht fest: Es besteht eine Verbindung zu der internationalen Terrororganisation Al-Qaida. Die Terroristen haben erreicht, was sie mit ihren Anschlägen bezwecken wollten. Sie hielten die indische Finanzmetropole mit 13,6 Millionen Einwohnern mehrere Tage lang in Schach. Sie verbreiteten Angst und Schrecken – auch über die Stadtgrenzen hinaus – und zeigten zugleich Schwachstellen der indischen Behörden auf. Al-Qaida

aber durchaus nicht ohne Bedeutung. Abgesehen von der Ermordung von Juden und Israelis, versetzten sie dadurch auch der guten israelisch-indischen Kooperation im Bereich von Militär und Sicherheit einen Seitenhieb. Doch wie immer hat die Geschichte solcher Anschläge nicht nur eine politischmilitärische Dimension, sondern auch eine menschliche Seite. Jeder einzelne Tote hat eine Familie. Jeder Verletzte bedarf nicht nur der medizinischen Versorgung. Unter den unzähligen Opfern in Mumbai sind auch neun israelische Tote zu beklagen.

Verzeichnis der Chabad-Zentren in aller Welt: www.chabad.org/centers

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KNESSET-WAHLEN 2009

Wer hat in Israels Wahlkampf die Nase vorn?
Im Februar wird in Israel gewählt. Das Land ist mit Wahlplakaten übersät. Wie immer lächeln fast alle Kandidaten ihre potenziellen Wähler an. Doch den meisten israelischen Spitzenpolitikern ist eigentlich nicht zum Lachen zumute.
Auf den Plakaten lächelt Tzipi Livni wie Mona Lisa. Doch gerade sie hat in der politischen Realität Israels vor den Knesset-Wahlen 2009 nichts zu lachen. Ihre Partei wankt und bröckelt. Ganz im Gegensatz dazu tritt Benjamin Netanjahu überall als strahlender Sieger auf. Schon im Vorfeld wusste er Pluspunkte zu sammeln. Er konnte einige wichtige Männer für den Likud gewinnen. Anfang November 2008 erklärten Benny Begin, der Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin, und Dan Meridor, ein erfahrener und angesehener Politiker, ihre Rückkehr in die Politik und schlossen sich dem Likud an. Die beiden Männer geniessen in der Öffentlichkeit das Ansehen von Saubermännern. Vor einigen Jahren hatten sie heftige Kritik gegen Likud-Spitzenmann Netanjahu vorgebracht. Sie waren damals derart uneinig mit ihm, dass sie der Politik ganz und gar den Rücken zukehrten. Ihre Rückkehr ist zweifelsfrei ein grosser Wahlkampfsieg, den sich Netanjahu persönlich zugute schreiben kann. Auch der Parteibeitritt des ehemaligen Generalstabschefs Mosche «Bogie» Jaalon gilt als Pluspunkt. Diese Tendenz möchte Netanjahu offenbar weiter ausbauen. Er hat sich die Hilfe zweier neuer politischer Berater aus den USA gesichert. Die beiden arbeiteten bis vor kurzem noch für Barack Obama. Bei den letzten Wahlen verlor der Likud 28 Mandate und musste sich mit bloss zwölf Mitgliedern in der Knesset begnügen. Meinungsumfragen im November 2008 verhiessen dem Likud schon um die 40 Mandate. Im Gegensatz zum strahlenden Netanjahu wirkt Tzipi Livni abgespannt Hamas-Terror, die Hisbollah-Drohungen, die Verhandlungen mit den Palästinensern sowie die Konsequenzen des iranischen Atomforschungsprogramms. Wer in jedem Fall keine Rolle in diesem «Ballspiel» übernehmen wird, ist Verteidigungsminister Ehud Barak. Die unter seiner Leitung stehende Arbeiterpartei steckt in einem Tief. Das Image unter den Wählern ist nicht gut. In den eigenen Reihen herrschen Missstimmung und Abwanderungswille. Der Schriftsteller Amos Oz, der früher einmal der Arbeiterpartei nahestand, erklärte der Presse: «Die Arbeiterpartei steht am Ende ihres historischen Weges.» Das deuten auch die Meinungsumfragen an. Anscheinend wird es diese Traditionspartei – wenn überhaupt – gerade einmal auf zehn Knesset-Abgeordnete bringen können. ZL

Kommentar: Ist es Zufall, dass sich der Likud in den Umfragen weit vorne befindet? Nein, denn es ist die einzige Partei, die am ganzen Land Israel festhält. Die anderen sind bereit, grosse Teile des Landes preiszugeben, damit eine sogenannte «Friedensübereinkunft» erreicht Benjamin Netanjahu tritt überall als strahlenwerden kann. der Sieger auf. Er weiss Pluspunkte zu samDie Leiter des meln Volkes Israel tragen besondere Verantwortung. Deshalb brauchen sie auch in besonderer Weise unsere Gebete. In der Bibel wird die Leiterschaft Israels oft an den Pranger und müde. Wegen ihres Amtes hat sie gestellt bzw. aufs Härteste ermahnt. eine enorme politische Verantwortung zu Ich möchte hier an die Strafrede Jesu in tragen. Hinzu kommt das Erbe des ange- Matthäus 23 gegen die geistlichen Leiter schlagenen Images von Ministerpräsident Israels erinnern. Paulus sagt, wir sollen Olmert. Gegen ihn laufen die Ermittlungen für alle beten, die in leitender Funktion weiterhin auf Hochtouren. sind. Wir wissen aus der Bibel, dass das Doch in der Politik ist es wie beim jüdische Volk den richtigen Weg ging, Sport: Bis zum tatsächlichen Wahltermin wenn gläubige Könige oder Richter kann noch viel passieren – vor allem im regierten. Obgleich die Regierenden in schnelllebigen Israel. Es stehen noch ei- Israel heute fast durchwegs ungläubig nige «Spielrunden» an, und der Ball kann sind, können wir für sie beten, und so noch überall hinrollen. Der Wahlkampf den Herrn bitten, doch Einfluss auf wird interessant werden. Die Spitzenkan- ihre Entscheidungen zu nehmen. CM  didaten müssen sich mit mehreren wichtigen Themen befassen: Die wirtschaftliche Die englische Homepage der Knesset: Rezession und die zunehmende Armut, der www.knesset.gov.il/main/eng

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BÜRGERMEISTER-WAHLEN IN ISRAEL

Hightech-Millionär wird Jerusalems Bürgermeister
Im November 2008 fanden in ganz Israel Wahlen zu den Stadtparlamenten statt. Am meisten Interesse erregte der Wahlkampf um das Jerusalemer Bürgermeisteramt. Bis zuletzt blieb offen, wer die kommenden fünf Jahre die heilige Stadt vertreten würde.
In Jerusalem leben Juden, Christen und Muslime. Der Anteil der ultraorthodoxen Juden ist hoch, auch wenn die säkularen Juden noch immer die Mehrheit der Jerusalemer stellen. Und diese hofften im Hinblick auf den Wahlausgang darauf, dass nun endlich neue Zeiten in der Stadt anbrechen würden. Bis in die späten Abendstunden des Nir Barkat – Jerusalems neuer BürgerWahltags wagte meister niemand zu sagen, wer die kommenden fünf Jahre Bürgermeister sein würde. Meinungsumfragen hatten dem säkularen Kandidaten Nir Barkat zwar einen Vorsprung bescheinigt, doch niemand wusste, wie das Kollektiv der Ultraorthodoxen tatsächlich gewählt hatte. Unter keinen Umständen wollten die säkularen Jerusalemer erneut einen «Bart an der Spitze der Stadtverwaltung» sehen. Sie meinten Meir Porusch, den ultraorthodoxen Kandidaten der Agudat Israel. Porusch, der wesentlich strenger gläubig als der aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Uri Lupolianski ist, hatte viele einflussreiche Rabbiner um sich geschart.
MILITÄRISCHER NACHRICHTENDIENST

Doch letztlich machte der in Jerusalem bestens bekannte Nir Barkat mit gutem Vorsprung das Rennen. Der 49 Jahre alte Hightech-Millionär ist gebürtiger Jerusalemer. Er gehört zu den namhaften Persönlichkeiten der Hightech-Firma Check Point. Im Gegensatz zu den meisten seiner Branchenkollegen hatte er sich dafür entschieden, Jerusalem nicht den Rücken zu kehren. Er führt seine geschäftlichen Unternehmungen nach wie vor von Jerusalem aus. Barkat ist dafür bekannt, sich auch im sozialen Sektor zu engagieren. Er war vor fünf Jahren schon einmal bei den Wahlen zum Jerusalemer Bürgermeisteramt angetreten. Damals war er weitestgehend unbekannt gewesen und hatte – auch aufgrund des kollektiven Wahlverhaltens der streng religiösen Juden – gegen den orthodoxen Kandidaten Lupolianski verloren. Barkat liess sich durch seine Wahlniederlage nicht entmutigen. Er führte die Opposition im Stadtrat an und steuerte den ultraorthodoxen Interessen entgegen. In allen politischen Angelegenheiten gilt Barkat als dem rechten Spektrum angehörend. Er spricht sich nicht nur strikt gegen die Teilung Jerusalems aus, sondern befürwortet auch den Ausbau von jüdischen Wohnquartieren in arabischen Nachbarschaften. Trotz dieser Ansichten wurde Barkat auch von solchen gewählt, die politisch wesentlich weiter links stehen. Ausschlaggebend war das wichtigste Wahlkampfthema: Ist Jerusalem nun endgültig eine religiöse Stadt oder soll es auch ein weltliches Leben an der Seite der Orthodoxen geben? Nach seinem Wahlsieg muss Barkat jedoch erst einmal unter Beweis stellen, ob er hält, was er immer wieder betont und versprochen hat: Er wolle der Bürgermeister aller Einwohner Jerusalems sein. ZL 

Geheimtruppe der israelischen Armee
Nach dem Sechstagekrieg setzte sich die Meinung durch, dass sich das Land keine Sorgen wegen eines neuen Kriegs zu machen brauche. Das hatte fatale Folgen. Nach dem späteren Jom-Kippur-Krieg wurde deshalb eine Spezialistentruppe gegründet, deren Existenz bis vor kurzem noch geheim war.
Nach dem Sechstagekrieg von 1967 herrschte in den Reihen der israelischen Armee eine Ansicht vor, die als «das Konzept» bezeichnet wurde. Dieses «Konzept» besagte, dass sich das Land keine Sorgen wegen eines neuen Kriegs zu machen brauche, da die geschlagenen arabischen Staaten Israel nicht noch einmal angreifen würden. Aufgrund dieser Annahme lehnten sich alle beruhigt zurück. Das hatte fatale Folgen, denn so verschlief Israel im wahrsten Sinne des Wortes alle Vorzeichen, die auf den Überraschungsangriff von Ägypten und Syrien im Jom-Kippur-Krieg von 1973 hindeuteten. Darum wurden die Reservisten zu spät mobilisiert. Der Preis, den das israelische Volk damals zu zahlen hatte, war sehr hoch: mehr als 2 500 gefallene Soldaten, fast 8 000 Verwundete und ein zutiefst ins Wanken geratenes Sicherheitsgefühl. Die Lehre, die aus diesem Szenario gezogen wurde, führte zur Gründung einer Spezialistentruppe, deren Existenz bis vor kurzem der höchsten Geheimhaltungsstufe unterlag. Es handelt sich um eine Einheit, die dem militärischen Nachrichtendienst untersteht. Die «Kontrollabteilung», wie diese Einheit genannt wird, wurde 1974 ins Leben gerufen. Ihr liegt ein Denkansatz zugrunde, den man als «umgedrehte Denkrichtung» bezeichnen könnte, das heisst: grundsätzlich vom Gegenteil dessen ausgehen, was die allgemeine Haltung besagt. «Unsere kleine Abteilung», so sagte der Befehlshaber dieser «quer denkenden Einheit», «bereitet vielen Agenten und Militärs ziemlich grosse Kopfschmerzen. Doch genau das ist unsere eigentliche

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Aufgabe. Jeder, der Grundannahmen in die mit genauen Komponenten kalkulieren den Raum stellt und zudem auch noch kann. Hier geht es um Informationen, ihre ein Entscheidungsträger ist, muss sich Auslegung und Interpretation. Solche gefallen lassen, dass wir seine Position Informationen müssen genau überprüft auseinandernehmen und alles auf den werden, wobei man auch in alle mögliKopf stellen. Auf chen alternativen diese Weise kann Richtungen denken man einen Standmuss.» Folglich ist Die Soldaten der Kontrollabpunkt, der für Isdiese Einheit dateilung sind darauf trainiert, rael lebenswichtig mit beschäftigt, immer und grundsätzlich «al- jedes Bruchstück werden könnte, schon im Vorfeld Information, das les für möglich zu halten» gründlich überden hohen Entprüfen. Menschen scheidungsträgern denken gerne in geordneten Bahnen, des Staates Israel vorgelegt wird, zuvor wobei sie sich selbst oftmals am allerbes- zu hinterfragen. Sie spielen alle mögten davon überzeugen und dann andere lichen Interpretationen und die daraus mitreissen … das können wir uns ohne resultierenden Szenarien durch. Die eine genaue Überprüfung schlichtweg Angehörigen der Einheit gehören zu den nicht leisten.» am besten geschützten Geheimnisträgern Die Soldaten der Kontrollabteilung des Landes. sind darauf trainiert, immer und grundAus den Kreisen der Armeeleitung war sätzlich «alles für möglich zu halten». zu vernehmen, dass die Vorgehensweise Dazu meinte der Befehlshaber: «Der Nach- der Einheit schon oft zur Abwendung von richtendienst ist keine Naturwissenschaft, Katastrophen geführt habe. Dazu hiess es, JOM-KIPPUR-KRIEG

dass dies sowohl auf Zeiten des Krieges als auch des Friedens zutreffe. Nähere Angaben wurden diesbezüglich nicht gemacht. Dazu meinte ein Angehöriger der Einheit: «Die Geschichte wird über uns richten. Und ich verspreche», fügte er lächelnd hinzu, «es wird ein positives Urteil sein.» ZL Kommentar: Eine der grössten Gefahren sowohl für Israel als auch für uns Christen ist der Hochmut. Dass Israel nach dem Sechstagekrieg selbstsicher wurde, hat sich, wie die Geschichte 1973 gezeigt hat, bitter gerächt. Auch heute ist Israel in dieser Gefahr, weil es eine der schlagkräftigsten Armeen der Welt hat und sich dessen auch bewusst ist. Aber der Herr sagt: «Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen» (Sach 4,6). Immer wieder sollten wir uns unter die gewaltige Hand Gottes demütigen, damit Er uns segnen kann. Möge sich Israel viel mehr dessen bewusst werden, dass es letztendlich allein von Gott abhängig ist. CM 

Honecker unterstützte Syrien gegen Israel
Der Jom-Kippur-Krieg von 1973 kam für Israel überraschend. Lediglich 28 Jahre nach dem Holocaust war es ein Kampf um die Existenz des Landes. Kürzlich wurde in diesem Zusammenhang bekannt, dass den Syrern damals Soldaten der DDR zu Hilfe kamen.
Die deutsche Rundfunkanstalt ARD berichtete von aufsehenerregenden historischen Fakten: 28 Jahre nach dem Ende des Dritten Reichs und des Holocausts wurden Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR von Erich Honecker abkommandiert, um – wie er es in einem Brief an den syrischen Diktator Assad formulierte – «Syriens Kampf gegen die imperialistisch-zionistische Aggression wirksam zu unterstützen». Der Krieg war am 6. Oktober 1973 ausgebrochen. Zunächst hatten die Syrer absolute Oberhand auf den Golanhöhen. Als Eirch Honecker wollte Syrien im Jom-Kippursich dann das Blatt Krieg gegen Israel unterstützen zu wenden begann, beschloss Erich Honecker, erster Sekretär des Zentralkomitees der SED, einzuschreiten. Am 14. Oktober 1973 gab Honecker den Befehl, zwölf MiG-21-Jagdflugzeuge zu zerlegen und mitsamt NVA-Soldaten nach Syrien zu schaffen. Zu dem Zeitpunkt hatte unabhängig davon die Regierung der BRD entschieden, dass amerikanische Flugzeuge mit Kriegsmittelnachschub für Israel nicht auf bundesdeutschem Boden zwischenlanden dürften. Honecker befahl, dass sich Angehörige des Jagdfliegergeschwaders 8 bereit machen sollten. Aus Interviews, die inzwischen mit einigen der Soldaten geführt wurden, geht hervor, dass zunächst Gefechtsalarm ausgelöst wurde. Dann kam der Befehl, die Flugzeuge zu zerlegen und transportbereit zu machen. Über die Gründe wurden die Soldaten nicht informiert. Bevor sie mit den zerlegten MiGs in russischen Transportflugzeugen abflogen, mussten die Soldaten Uniformen der zivilen Handelsmarine der DDR anziehen. Erst als sie im syrischen Aleppo angekommen waren, begriffen die rund 30 Soldaten – Piloten und Techniker –, worum es überhaupt ging. Auf dem Fliegerhorst einer syrischen Kaserne in der Nähe von Aleppo wurden die Flugzeuge wieder zusammengebaut. Dabei wurden die Kennzeichen der ostdeutschen Armee durch Symbole der syrischen Streitkräfte ersetzt. Doch damit nicht genug; die deutschen Piloten mussten auch die ersten Testflüge durchführen. Dazu meinte der israelische Historiker Prof. Shlomo Shpiro, der an der BarIlan-Universität tätig ist: «Deutsche Piloten und deutsche Kampfflugzeuge gegen Israel, Anfang der 1970er Jahren, als noch so viele Israelis Holocaust-Überlebende waren! Das hätte zu einem unglaublichen Druck auf die israelische Regierung führen können, etwas gegen die DDR zu unternehmen.» Doch es kam glücklicherweise nicht zu irgendwelchen Gefechten, denn die Flugzeuge nahmen letzten Endes nicht mehr am Krieg teil. Die Kämpfe wurden am 24. Oktober 1973 durch eine Waffenruhe eingestellt. Erstaunlich ist, dass «Honeckers Krieg gegen Israel» bis zu dieser Reportage geheim geblieben ist. ZL 

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VERWIRRENDE ABSTAMMUNG

Palästinenser jüdischer Herkunft?
In den letzten Wochen geisterte eine merkwürdig anmutende Meldung durch die israelische Presse. Vier Palästinenser wandten sich an israelische Rabbiner mit der Bitte um Hilfe, da sie von jüdischen Vorfahren abstammen würden, die man zum Übertritt zum Islam gezwungen habe.
Laut Meldungen in der israelischen Presse wurden im Herbst 2008 vier Palästinenser aus der Region um Hebron bei israelischen Rabbinern vorstellig. Die vier Männer sind der Überzeugung, jüdische Vorfahren zu haben, die zum Übertritt zum Islam gezwungen wurden. Dazu führten sie im Detail an, dass ihre Familien früher einmal Mesusot an ihren Häuserpfosten hatten. Diese Kapseln mit dem Schma-Israel-Gebet hätten sie jedoch aus Angst vor Verfolgung abgenommen. Ein anderer dieser vier Palästinenser berichtete, dass in seiner Familie früher heimlich am Sabbat und anlässlich des Channukka-Festes Kerzen angezündet wurden. Ein anderer erzählte den israelischen Rabbinern, dass er von seinem Onkel väterlicherseits Gebetsriemen erhalten habe. In den Meldungen wird nicht weiter auf die Behauptungen bezüglich einer erzwungenen Konversion zum Islam eingegangen. Auch zum Zeitpunkt wurden keine Angaben gemacht. Hingegen wurde bekannt, dass diese Palästinenser von einem Mann namens Zvi Mesini begleitet wurden. Er beschäftigt sich schon
PALÄSTINENSISCHE BEHAUPTUNGEN

seit Jahren mit diesem Phänomen. Dazu hat Mesini bereits ein Buch geschrieben. Er ist der Ansicht, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelt. Dieser Personenkreis ist für ihn zudem der Beweis, dass der israelisch-palästinensische Konflikt «gegenstandslos und überflüssig» ist und «Judäa und Samaria sowohl den anerkannten als auch den nicht anerkannten Juden» gehört. Wissenswert ist in dem Zusammenhang auch, dass die Palästinenser bei Rabbinern vorstellig wurden, die der Organisation New Sanhedrin angehören. Die Rabbiner der extrem rechtsgerichteten Organisation betrachten sich als die rechtmässigen Erben jener Rabbiner, die in der Antike dem jüdischen Obergericht angehörten. Sie möchten einen jüdischen Staat errichten, der auf den Grundfesten der jüdischen Religionsgesetze aufbaut und der den modernen Staat Israel ersetzen soll. Deswegen riefen sie 2004 einen neuen Sanhedrin ins Leben. AN  Die Homepage des New Sanhedrin: www.thesanhedrin.org/en

Israels angebliche Pläne für den neuen Tempel
Dr. Ibrahim Al-Fani, Leiter der (palästinensischen) Jerusalem-Stiftung für Forschung und Dokumentation, will eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht haben: Es soll israelische Pläne zur Zerstörung der Al-AqsaMoschee und Errichtung eines neuen Tempels geben.
Die unabhängige palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete Merkwürdiges: Ausgerechnet die Antikenbehörde Israels soll zwei alternative «Strategien» für den Neubau des Tempels entwickelt haben. Dabei ist diese für archäologische Ausgrabungen zuständig, nicht für Neubauten. Die Al-Aqsa-Moschee und die sogenannten Salomonischen Ställe im Süden des Tempelbergs sollten gemäss der vermeintlichen israelischen Pläne zerstört werden. Die Krypta der Al-Aqsa-Moschee, von den Arabern Fatimi-Hallen genannt, solle den künftigen jüdischen Tempel beherbergen Der Tempel mitsamt dem Allerheiligsten, bis und im Lauf der Zeit heute die heiligste Stätte des Judentums, auf das oberirdische stand an der Stelle des jetzigen Felsendoms Gebäude erweitert werden. Plan B sehe die Errichtung eines «Königspalastes» an der Stelle vor, von der der Prophet Mohammed in den Himmel aufgestiegen sein soll, also an der Stelle des Felsendoms. Dr. Al-Fani erklärte der Journalistin von Maan, dass der Felsendom «für die Juden keine heilige Stätte» sei. Der blosse Felsen, über den der Felsendom aufragt, auf Hebräisch «Even Hashtijah» genannt, bedeute laut Dr. Al-Fani «Trinkstein». Weiter erklärte er, dass das Judentum lehre, dass von dort die ganze Erde «spirituell getränkt» werde und Juden diesen Stein als «Mittelpunkt der Erde» betrachteten. Dem Artikel fügte die Agentur sogar die Abbildung eines dieser «israelischen Zukunftspläne» bei. Auf Nachfragen gab die Maan-Korrespondentin an, in Erfahrung gebracht zu haben, dass die Pläne bis 2020 «verwirklicht» werden sollten. Bei genauem Hinschauen entpuppt sich dieser «Plan» allerdings als eine vor über 30 Jahren von Archäologen gefertigte Zeichnung des Tempelbergs. Die israelischen Archäologen hatten darzustellen versucht, wie dieses Areal wohl vor 2 000 Jahren ausgesehen haben mag. Laut Bibel und Forschungen befand sich am Ort der heutigen Al-Aqsa-Moschee das Hohe

Gericht des Sanhedrins. Der Tempel mitsamt des Allerheiligsten, bis heute die heiligste Stätte des Judentums, stand an der Stelle des jetzigen Felsendoms. Und der von Dr. Al-Fani als «Trinkstein» bezeichnete Felsen bedeutet in Wirklichkeit «Grundstein». Es gibt tatsächlich einige jüdische Aktivisten, die einen Wiederaufbau des 70 n.Chr. von den Römern zerstörten Tempels anstreben. Aber allgemein gilt im Judentum die Regel, dass der Tempelberg nicht betreten werden darf, weil die genaue Stelle des Allerheiligsten unbekannt ist. Früher durfte das Allerheiligste nur einmal im Jahr nach rituellen Reinigungen vom Hohepriester anlässlich des JomKippur-Fastentags betreten werden. Allen anderen Personen war unter Androhung der Todesstrafe der Zutritt verboten. So steht es auf einer griechischsprachigen TEMPELMUSIK

Inschrift aus dem Tempel, die heute im Istanbuler Sultanpalast Topkapi aufbewahrt wird. Noch heute warnen grosse Schilder des Oberrabbinats an den Eingängen zum Tempelberg: Juden ist der Zutritt aus religiösen Gründen verboten. Die muslimische Behörde in Jerusalem und andere prominente Muslime (ebenso wie seinerzeit Jassir Arafat) behaupten, dass es «niemals» einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben habe. Doch Behauptungen, wie sie jetzt Dr. Al-Fani bei Maan verbreitete, lösten schon seit den 1920er Jahren immer wieder blutige Pogrome und Aufstände aus, die Tausenden von Menschen das Leben gekostet haben. Auch die sogenannte Al-Aqsa-Intifada im Herbst 2000 war begleitet von Gerüchten über vermeintliche israelische Pläne, die Al-Aqsa-Moschee zerstören zu wollen. US

Kommentar: Es ist bezeichnend, dass der Bau eines zukünftigen Tempels immer wieder erwähnt wird, auch auf arabischer Seite. Mehrere Stellen in der Bibel deuten auf die Existenz eines Tempels in der Endzeit hin. Der Bau eines dritten jüdischen Tempels ist für die islamische Welt natürlich eine Horrorvorstellung. Wenn es aber im Ratschluss des Willens Gottes ist, wird dieser eines Tages gebaut werden. Namhafte Ausleger der Schrift wie Dr. theol. Roger Liebi sind davon überzeugt, dass das geschehen wird. Über dieses Thema hat er auch ein umfangreiches und aufschlussreiches Buch verfasst, das beim Verlag Mitternachtsruf erhältlich ist: Der Messias im Tempel. Der folgende Bericht ist in diesem Zusammenhang auch interessant. CM 

Verstummte Klänge leben wieder auf
Jeder gläubige Jude betet gegen Ende des Morgengebets das «Lied des Tages». Damit zitiert er die Worte, die einst die Priester am Morgen sangen, wenn sie ihren Dienst im Tempel versahen. In Israel wird nun eine alte Tradition neu belebt.
Der Gesang des jüdischen Morgengebets ist nur ein kleiner Teil des musikalischen Priesterdienstes. Dessen Klänge erfüllten einst das Areal um den jüdischen Tempel in Jerusalem. Jede rituelle Handlung und jedes Gebet war von Gesängen und Musik begleitet. Wie wichtig die Musik für den heiligen Dienst war, zeigt auch eine der zahlreichen antiken Vorschriften für die Einhaltung des Sabbats. Während an diesem jüdischen Ruhetag nichts Neues geschaffen und nichts Defektes repariert werden darf, war es damals dennoch erlaubt, die gerissene Saite eines Streichinstruments zu ersetzen. Heute, da der Tempel seit Jahrhunderten zerstört ist, darf ein Jude am Sabbat nicht einmal mehr musizieren. Es ist bekannt, dass es zur Zeit von König David viele Musikinstrumente gab. In der Bibel, in der Mischna – einem der Bestandteile des Talmuds – sowie in anderen jüdischreligiösen Schriften werden insgesamt 30 verschiedene Instrumente erwähnt. Einige dieser Musikinstrumente, wie beispielsweise die Harfe, Trompete und Laute, sind uns auch heute noch bekannt. Allerdings behaupten einige Wissenschaftler, dass die Harfe, auf der König David spielte, ganz anders als das uns heute bekannte Instrument ausgesehen haben soll. Viele der erwähnten Instrumente sind inzwischen nicht mehr bekannt, wie zum Beispiel ein Instrument namens «Shmenit». Da darin das hebräische Wort Acht steckt, vermutet man, dass es ein Instrument mit acht Saiten war. In Israel gibt es Kreise, die in Vorbereitung auf den dritten Tempel nicht nur antike Werkzeuge rekonstruieren, sondern auch solche Musikinstrumente nachbauen. Doch wie steht es um die Musik? Die Texte sind oftmals erhalten, aber wir wissen nichts über die Melodien, auch wenn in den jüdischen Traditionen viele Weisen erhalten geblieben sein mögen. Nun erweckte kürzlich ein junger Jerusalemer Künstler die «verlorene Musik des Tempels» bei einem Konzert zum Leben. Ilan Green lebt in der näheren Umgebung von Jerusalem. In seinem Zuhause baut er Musikinstrumente und veranstaltet dazu auch Workshops. Ausserdem leitet er die Musikabteilung der MusraraKunstschule in Jerusalem. Etwa zwei Jahre lang hatte er sich mit intensiven Recherchen auf dieses Konzert vorbereitet. Dazu gehörte auch, dass er 16 der insgesamt 30 Musikinstrumente, auf die er in antiken jüdischen Texten gestossen war, eigenhändig zu rekonstruieren versuchte. Dabei reflektieren diese Instrumente allerdings auch eine gute Portion Fantasie des Künstlers. Er sagte gegenüber der Tageszeitung Haaretz, dass er sein Projekt nicht als ein historisches Unterfangen verstehe und sich deshalb viel künstlerische Freiheit zugestanden habe. «Ich behaupte nicht, dass dies tatsächlich jene antiken Instrumente sind. Ich habe mich dem Thema künstlerisch genähert und meine persönliche Interpretation eingebracht.» ZL 

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Nachrichten aus Israel • 1/2009

AUS ISRAEL

HOLOCAUST

Namensliste deutscher Juden für Yad Vashem
Im Spätherbst 2008 besuchte der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, um ein Dokument zu übergeben, das dazu beitragen soll, die vergessenen Namen der HolocaustOpfer zu vervollständigen.
Günter Saathof vom Vorstand der Stiftung überreichte die Liste bereits am 17. September dem Bundeskanzleramt. Sie wurde in Kooperation mit dem Bundesarchiv und
In der Gedenkstätte in Yad Vashem

dem in Deutschland tätigen Centrum Judaicum beschäftigt sind.» In Yad Vashem wird das Dokument zur Vervollständigung der Namensliste aller während des Holocausts ermordeten Juden genutzt. Dieses Projekt von Yad Vashem läuft bereits seit einigen Jahren. Es ist unter der Bezeichnung «Jeder Mensch hat einen Namen» bekannt. Das Projekt ist von grosser Bedeutung, weil ganze Familien ausgelöscht wurden, sodass heute keiner mehr Zeugnis über sie ablegen kann. Diese Lücke möchte Yad Vashem sowohl zugunsten der Forschung als auch des Gedenkens schliessen. US Kommentar: Erinnert uns dieser Bericht nicht daran, dass vor Gott dem Allmächtigen keine einzige Person vergessen geht? Menschen übersehen oder vergessen, aber Gott nie. Das wird in der Bibel immer wieder bezeugt (vgl. z.B. Ps 139,16; Lk 12,6; Hebr 4,13). Alle Toten werden auferstehen, die einen zum ewigen Leben, die andern zum ewigen Gericht. So viele Menschen denken, dass nach dem Tod alles aus ist. Welch ein fataler Irrtum! Auch die Kremation lässt niemanden verschwinden, denn jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele. Im Diesseits müssen wir unser Leben vor Gott in Ordnung bringen, damit wir im Jenseits vor Ihm bestehen können. CM 

Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, überreichte in Israel eine «Liste der jüdischen Einwohner Deutschlands von 1933 bis 1945». Diese wurde von der Stiftung «Erinnerung, Verantwortung und Zukunft» sowie dem Bundesarchiv zusammengestellt und erfasst 600 000 jüdische Einwohner mitsamt weiterführender persönlicher Angaben. Die Stiftung wurde per Gesetz im August 2000 geschaffen, um individuelle und humanitäre Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere Opfer des Nationalsozialismus zu regeln. Das Stiftungsvermögen in Höhe von über zehn Milliarden Euro wurde jeweils zur Hälfte von der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung gespendet. ANTISEMITISMUS

dank der finanziellen Unterstützung der Bundesregierung zusammengestellt. Bei der Übergabe im Bundeskanzleramt sagte Saathof, dass diese Aufgabe von delikaten Fragen begleitet war, etwa ob das Unterfangen in der jüdischen Welt nicht missverstanden werde, nach dem Motto: «Stiftung erstellt Judenliste.» Zudem habe man sicherstellen müssen, dass der rassistisch-ideologische Judenbegriff der Nazis mit Termini wie «Halb- und Vierteljude» oder gar «Gesinnungsjude» nicht zur Befleckung einer solchen Liste und zu einer erneuten Entwürdigung der Opfer führe. Saathof sagte weiter: «Die Klärung der komplizierten Fragen, etwa zum verwendeten Judenbegriff, war nur im Dialog mit jüdischen Organisationen und Fachleuten möglich, die in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und in

Die deutschsprachige Homepage von Yad Vashem: www.yad-vashem.de

Das Skandalvideo eines belgischen Parlamentariers
In Belgien sorgte das Video eines Parlamentariers für einen Antisemitismusskandal. Michel Delacroix trat vom Vorsitz seiner Partei zurück. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen ihn ein.
Michel Delacroix war der einzige seiner Nationalfront-Partei, der es bei den letzten Wahlen ins belgische Parlament schaffte, welches insgesamt 71 Abgeordnete zählt. Gegen ihn laufen nun Ermittlungen der belgischen Staatsanwaltschaft, weil ein Video aufgetaucht ist, in dem er ein den Holocaust verspottendes Lied singt. Das Video ging mit entsprechend kritischen Kommentaren auch über die Kanäle des belgischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Der Senat des Parlaments hatte sofort zu Massnahmen aufgerufen und die Inhalte der Videoaufzeichnung als «abscheulich» bezeichnet. Delacroix singt darin ein Lied, das sich über ein jüdisches Mädchen lustig macht, das im Konzentrationslager Dachau um sein Leben kämpft, diesen Kampf schlussendlich jedoch verliert. Noch bevor die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleitete, trat Delacroix vom Vorsitz seiner Partei zurück. Zu den Ermittlungen gehört auch die Frage, ob man dem rechtsgerichteten Abgeordneten die parlamentarische Immunität entziehen kann. In Belgien sind volksverhetzende Äusserungen eine Straftat, die mit hohen Geldbussen und sogar mit Gefängnisstrafen geahndet werden. AN 

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«KOSCHERE KIWI»

Neuseelands neuer Ministerpräsident: konservativ und jüdisch
In Europa hört man nur wenig über Neuseeland. In Israel hingegen machte die Wahl von John Key zum neuen Ministerpräsidenten des fernen Inselstaates Schlagzeilen. Ein Titel lautete: «Koschere Kiwi», denn Key ist jüdisch.
Es war ein klarer Sieg gegen die Israelische Medien hielten fest, dass nach vier Amtsperioden aus dem Amt ge- sich der 47-jährige Key bisher kaum in der schiedene Helen Clark. Ihr konservativer Öffentlichkeit zu Israel geäussert habe. In Kontrahent John Key überzeugte die Wähler mit einem Wahlkampf im Obama-Stil. Der Wahlsieg bestätigte seinen zentralen Slogan: «Es ist Zeit für Veränderungen.» Hilfreich war dabei sicherlich auch, dass viele Neuseeländer bereits seit Beginn des Jahres 2008 unter einer wirtschaftlichen Rezession leiden. Zudem scheinen sie Clarks ökologische Bestrebungen, die beinahe fanatisch wirken, langsam satt zu haben. Wenn Key von Veränderungen redet, meint er keineswegs alle Bereiche der neuseeländischen Politik. Experten gehen davon aus, dass er weder aussen- noch handelspolitisch eine andere Richtung John Key, Neuseelands neuer jüdischer Mieinschlagen wird. nisterpräsident Neuseeland wird zum Ärger der Amerikaner vermutlich weiterhin eine Zone bleiben, die für atomgetriebene Schiffe gesperrt ist. Man kann ebenfalls davon ausgehen, dass der neue Interviews liesse er aber immer wieder Premier die kleine neuseeländische Truppe durchblicken, dass er «ein Freund Israels» in Afghanistan, die dort mit Wiederaufbau- sei und gerne Jerusalem besuchen würarbeiten beschäftigt ist, nicht zurückziehen de. Mitglieder der kleinen jüdischen Gewird. Im Land wurden allerdings Stimmen meinschaft Neuseelands, die rund 5 000 laut, dass Key allzu erzkonservativ sei, Mitglieder zählt, wiesen darauf hin, dass weshalb Bedenken wegen einer rechts- Keys Mutter Ruth Lazar aktiv am jüdilastigen Agenda geäussert wurden. schen Gemeindeleben teilnehme. Zudem AUSSERGEWÖHNLICHE GESCHICHTE sei Key auf allen Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung des Staates Israel zugegen gewesen. Bekannt ist auch, dass er regelmässig für das Jerusalemer Hadassah-Klinikum spendet. Keys Familie war nicht immer in der Lage, für wohltätige Zwecke zu spenden. 1961 in Auckland geboren, wuchs John Key in einer Sozialbauwohnung auf. Sein Vater starb an einem Herzinfarkt, als John gerade erst sechs Jahre alt war. Seine Mutter war eine 1939 aus Österreich geflohene Jüdin. Sie schaffte es durch harte Arbeit als Putzfrau, Key und seine beiden Schwestern auf gute Schulen zu schicken. John Key absolvierte in der Stadt Christchurch ein Wirtschaftsstudium und ging später nach Harvard. Heute ist er Multimillionär, der sein Vermögen im Devisenhandel gemacht hat. AN 

Hatte Jemen einen jüdischen Präsidenten?
Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte. Der zweite Präsident der islamischen Präsidialrepublik Jemen soll ein Jude gewesen sein, der in jungen Jahren entführt und gezwungen wurde, zum Islam überzutreten. Angehörige seiner Familie sollen in Israel leben.
Der 1910 in Ibb (Jemen) geborene Abdurrahman Al-Iryani hatte sich in den 1960er Jahren gegen den jemenitischen König gestellt. Als das Land endlich zur Republik geworden war, bekleidete er zunächst verschiedene Regierungsämter und war schliesslich zwischen 1963 und 1964 Ministerpräsident des Jemen. Dann war er in der Zeit des Bürgerkriegs gezwungen, ins ägyptische Exil zu gehen. Als er in den Jemen zurückkehrte, wurde er zum zweiten Präsidenten des afrikanischen Staates. Er bekleidete dieses Amt zwischen 1967 und 1974. Danach musste er erneut ins Exil gehen. Dieses Mal verschlug es ihn nach Syrien, wo er 1998 im Alter von 88 Jahren starb. Sein Leichnam wurde zur Bestattung in den Jemen überführt. Dieser Teil der Biografie ist unumstritten. Im Herbst 2008 griff dann jedoch Yossi Melman, Journalist der israelischen Tages-

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AUS ISRAEL

zeitung Haaretz einen Bericht auf, der in einer ultraorthodoxen Zeitung des Landes veröffentlicht worden war. In Mishpacha (Familie) behauptete die Reporterin Dorit Mizrahi nämlich, dass Abdurrahman Al-Iryani früher einmal Zekharia Hadad hiess und aus einer jüdischen Familie stamme. Sein Vater habe ein religiöses Amt in der jüdischen Gemeinde der Stadt Ibb innegehabt und seinen Sohn schon früh zum Studium der jüdisch-religiösen Schriften angehalten. Als 1918 eine Hungersnot und Seuchenepidemie in der Region ausbrach, starben seine Eltern. Damals war der Junge acht Jahre alt. Er hatte noch zwei Schwestern, von denen die ältere bereits verheiratet war. Aufgrund eines Erlasses des jemenitischen Königs mussten damals alle jüdischen Waisenkinder unter zwölf Jahren in die Pflege muslimischer Adoptiveltern übergeben werden. So sei aus Zekharia schliesslich Abdurrahman geworden. Seine ältere Schwester Levana sei nicht mehr unter diesen Erlass gefallen. Sie habe weiterhin im Jemen gelebt, auch als sie schon verwitwet war. Mit ihrem zweiten Mann sei sie dann 1934 in das britische Mandatsgebiet Palästina gekommen, wo INTERVIEW

sie bis zu ihrem Tod in Jerusalem gelebt habe. Weiter hiess es in dem Bericht, dass damals Familienangehörige versucht hät-

1948 nahm der Richter dann an einem Revolutionsversuch teil, der fehlschlug. Er wurde hingerichtet. Damals sei Zekharia, der inzwischen den Namen Abdurrahman führte, in seine Heimatstadt Ibb geflüchtet, um sich bei den dort lebenden Juden zu verstecken. Man habe ihn jedoch entdeckt und zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Während der Haft sei aus ihm der zukünftige politische Anführer des Jemen geworden. Als später Fotos dieses Mannes um die Welt gingen, sollen auch seine ältere Schwester in Jerusalem sowie andere Verwandten in dem jemenitischen Präsidenten Abdurrahman Al-Iryani den jüdischen Jungen Zekharia Hadad erkannt haben. Während jemenitische Quellen diese Geschichte als «pure Fantasie» oder als «eine Verwechselungsgeschichte» zurückweisen, wurde in Israel darauf hingewiesen, dass eine israelische Zeitung bereits 1967 eine ähnliche Geschichte veröffentlichte. Zudem kam in Israel die Frage auf, ob die politischen Entwicklungen während des jemenitischen Bürgerkriegs nicht doch darauf hindeuten, dass damals gute Jemens Ex-Präsident Abdurrahman Al-Iryani Beziehungen zwihatte jüdische Wurzeln schen Israel und dem Jemen bestanden haben. Israel hatte damals die Absicht, die ägyptische Armee lahmzulegen. Das war auch Abdurrahman ten, den Jungen und seine kleine Schwes- Al-Iryanis Interesse. Fest steht zudem, ter vor der Weggabe in eine muslimische dass der israelische AuslandsgeheimFamilie zu schützen. Sie hätten Juwelen dienst Mossad mehrere Jahre lang im Jeund Geld geboten, doch ihre Bemühungen men tätig war. Es fanden auch israelische seien erfolglos gewesen. Zekharia und Aufklärungsflüge über dem Land statt, bei seine Schwester seien in die Familie des denen Waffen für die Rebellen abgeworfen angesehenen und einflussreichen Rich- wurden, die für die jemenitische Repubters Al-Iryani gekommen. Der Junge habe lik kämpften. Da sich jedoch keine der zwar zu fliehen versucht, die Versuche damals involvierten Personen, die heute jedoch aufgegeben, als man drohte, seine noch leben, dazu äussert, bleibt der wahre Schwester umzubringen, falls er nochmals Hintergrund dieser Lebensgeschichte wohl weglaufen würde. Spekulation. ZL 

Erfinder des USB-Sticks im Gespräch
Für den Transport oder die Sicherung grosser Datenmengen ist der USB-Stick aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Im November 2008 führte Ulrich Sahm ein Interview mit dem Erfinder des Sticks. Es ist das interessante Psychogramm eines Mannes und einer Gesellschaft.
«Ich bin kein Genie», erklärt Dov Moran. Er sitzt in einem schmucklosen Büro im vierten Stock eines Glaspalastes, mitten auf einer Wiese bei Kfar Saba, nordöstlich von Tel Aviv. Der 53 Jahre alte Israeli nippt an einem Pappbecher mit Kaffee. Auf seinem kleinen Schreibtisch liegen elektronische Geräte unter dem LCD-Bildschirm. Sein «Modu» soll die Handykultur in der Welt revolutionieren. Noch ist es nicht auf dem Markt. «Gibt es ein israelisches Genie?» Der unauffällige Mann mit der leisen Stimme und dem schüchternen Lächeln weiss, dass wir Journalisten nicht nur technische Daten über sein Zukunftshandy hören wollen. In israelischen Hightech-Kreisen wird voller Bewunderung über Moran gesprochen. Der USB-Stick wurde millionenfach verkauft. Seine 1989 gegründete Firma M-Systems verkaufte er vor

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zwei Jahren für 1,6 Milliarden Dollar an die SanDisk Corporation. Es gebe viele «Genies», meint Moran. Jeder kenne den Intelligenzquotienten IQ. Es gebe EQ, den Emotionalquotienten für schnellen Zugang zu Menschen und DQ, den Durchhaltequotienten. Das sei die Fähigkeit, in schweren Situationen zu bestehen und nach Krisen wieder auf die Beine zu kommen. «Intelligenz allein reicht nicht aus.» «Wir Israelis haben wegen der Tradition des Talmudstudiums ein hohes IQ-Potenzial», sagt Moran. «Studieren gilt als höchster Wert.» Doch Moran, Vater von vier Kindern, ist nicht fromm. Der Lebenstraum seiner Moran in seinem schmucklosen Büro Mutter war, dass ihr Sohn Ingenieur werde. Reichtum war zweitrangig. «Ich sollte etwas lernen, um im Leben Vernünftiges zu tun.» Typisch für die Israelis sei DQ, die Überlebenskraft. «Die Juden waren in den letzten 2 000 Jahren Verfolgungen ausgesetzt, eine Minderheit und klug genug, Fluchtwege zu finden. Wer dazu unfähig war, überlebte nicht.» Für Moran ist das die Geschichte seiner Familie. Seine Eltern flohen von Polen nach Russland. Die Russen verschleppten sie nach Sibirien. «Nur jene überlebten, die sich mit Tricks durchschlugen.» Moran wurde nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 eingezogen. Ein Jahr lang war er Panzerfahrer, unterbrach den Militärdienst und studierte am Technion in Haifa. «Reservisten werden von der Armee freigestellt, studieren auf eigene Kosten, verpflichten sich für drei Jahre und dienen als Profis.» Moran wurde bei der Marine der «Aufklärung» zugewiesen, entwickelte Verschlüsselungsgeräte und wurde Chef der Computerabteilung. Die Erfindung des USB-Sticks geschah nicht aufgrund einer genialen Inspiration. «Ich bin kein Einstein, der eine neue Theorie aus dem Nichts erfand. 1998 reiste ich nach New York. Während des Flugs habe ich an meiner Präsentation gearbeitet. Ich verschloss den Laptop nicht
TECHNOLOGIE AUS ISRAEL

richtig. Die Batterie entlud sich. Danach wollte der Laptop nicht mehr anspringen.» Jemand bot ihm seinen Laptop an, aber die Präsentation steckte unerreichbar im einsatzunfähigen Computer. «Ich kam zum Schluss, dass ich meine Präsentation an einem sicheren Ort haben muss, um auf jedem Computer arbeiten zu können. Ich wusste, dass jedes Notebook einen USB-Zugang hat. Ich wollte Speicherkarten ebenso wie Digitalkameras damit verknüpfen. Das war meine Idee. Keine Erleuchtung, sondern das Bedürfnis, ein akutes Problem zu lösen.» Moran tüftelte, bis der USBStick geschaffen war, und wurde zum Millionär. Die Idee für das «Modu»-Handy entsprang ebenfalls einem Bedürfnis. Moran liest seine E-Mails auf dem Weg vom Auto ins Büro. Das Handy muss immer dabei sein, «falls mal was passiert». Doch beim Joggen zieht ihm das schwere Handy die Turnhose aus. «Ich will ein Gerät mit grossem Display tagsüber und mit Federgewicht fürs Joggen.» Moran erklärte sein «Geheimnis» mit der Fähigkeit, ein Bedürfnis zu definieren und die Antwort auszutüfteln. Hätte er den USB-Stick nicht erfunden, wären andere auf die Idee gekommen. «Wichtig ist, sofort ein Patent anzumelden.» Doch wieso steht ausgerechnet Israel an der Weltspitze patentierter Erfindungen? «Mein Land ist von Feinden umgeben und wird ständig angegriffen. Du wächst mit Eltern auf, die Verfolgungen überlebten. Du wirst erzogen, ans Überleben zu denken.» Der Militärdienst spiele dabei eine entscheidende Rolle. «Mit 19 befehligst du eine Soldatentruppe. Du führst sie in den Tod oder in den Erfolg. Die Araber kämpfen nicht um das blanke Überleben. Für 80 Millionen Einwohner Ägyptens ist Krieg gegen Israel keine Überlebensfrage.» Menschen mit Initiativen seien Individualisten. «Als Gemeinschaft sind wir Israelis eine Katastrophe, weil jeder in eine andere Richtung zerrt», sagt Moran. «Wenn man alle Israelis in einen Bienenstock packen würde, käme kein Honig heraus.» US 

CNN und das spektakuläre Hologramm
Während der amerikanischen Präsidentschaftswahl trauten die CNN-Zuschauer ihren Augen nicht. Es war eines der spektakulärsten Medienereignisse der Wahlnacht. Möglich wurde es dank einer israelischen Innovation.
Der amerikanische Nachrichtensender CNN schoss mit einem Übertragungselement im Laufe der amerikanischen Präsidentschaftswahlnacht sozusagen den Vogel ab. Viele rieben sich verwundert die Augen. CNN konnte sich vor Anfragen nicht retten. Und so wurde die Welt gewahr, dass dahinter eine israelische Innovation steckte. Was war die Sensation? Eine neuartige Technologie gestattete es CNN, einen Interviewpartner, der sich mehrere Tausend Kilometer entfernt vom Studio aufhielt, als Hologramm live ins Studio zu holen. Es machte während der Ankündigung plötzlich «Schwups», und der Interviewpartner stand dreidimensional direkt vor dem Studiomoderator. Während des Gesprächs tauschten sie Informationen aus, als seien beide live im Studio anwesend. Tatsächlich stand die berichterstattende, gestikulierende Reporterin jedoch Tausende von Kilometern entfernt in Chicago, wo sich grosse Menschenmengen zur Siegeskundgebung des frisch gewählten Präsidenten Obama versammelt hatten. Im Studio wurde von «beamen» geredet, was Science-Fiction-Fans längst als Begriff für Teleportation bekannt ist. Nicht nur CNN war daraufhin in aller Munde, sondern auch eine kleine Firmenneugründung im israelischen Kfar Saba namens SportVu. SportVu wurde vor rund drei Jahren von Dr. Miky Tamir gegründet. Mit ihren Entwicklungen ging die Firma erstmals im Januar 2008 auf den Markt. Das aus gerade einmal zehn Mitarbeitern bestehende Team entwickelte ein Übertragungsverfahren,

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ständlich unter strikter Geheimhaltung. Und tatsächlich hat es sich gelohnt, denn gemeinsam mit CNN kassierte man den «Scoop» der Wahlnacht. Zur Übertragung des Hologramms einer Person in ein TVStudio sind 40 Kameras erforderlich. Ansonsten würde kein 360-Grad-Rundumblick gewährleistet sein. Alle Mitarbeiter der Firma reisten zu den letzten Vorbereitungen in die USA. Während der Premiere sassen sie im Kontrollraum, um sicherzustellen, dass die Übertragung wie gewünscht verläuft. Der Erfolg bescherte der Firma eine Flut von Anfragen. Viele grosse TV-Sender aus aller Welt haben sich in Kfar Saba gemeldet, um diese neue Technologie auch bei sich einzuführen. ZL 

durch das ein sportliches Spielgeschehen de David Bohrman, einer der leitenden im Rundumblickwinkel von 360 Grad er- CNN-Produzenten, auf die israelische Infasst wird. Obwohl novation aufmerkdie Firma ihr Prosam. Bohrman dukt bereits seit eiwar sofort klar, niger Zeit anbietet, dass diese Techzeigt die CNN-Übernologie nicht nur tragung, dass zum im Bereich der Erfolg einer solSportübertrachen Entwicklung gungen enormes sowohl der richtige Potenzial hat. Es Zeitpunkt als auch wurde entschieden, Kfar Saba: Viele grosse TV-Sender aus aller eine Portion Glück SportVu damit zu Welt haben sich gemeldet, um diese neue sowie das passende beauftragen, ihre Technologie auch bei sich einzuführen Forum gehören. Erfindung im kurZwei Monate zen Zeitraum bis vor den Wahlen in den USA stellten zu den amerikanischen Wahlen so zu Repräsentanten der Firma ihre Über- verfeinern, dass sie sich auch für eine tragungstechnologie auf einer recht Übertragung im Rahmen einer Nachrichüberschaubaren Technologiemesse im tensendung eignet. Bei SportVu wurde holländischen Amsterdam aus. Dort wur- rund um die Uhr gearbeitet – selbstverWAHLSIEG IN DEN USA

Das Menschen-Hologramm im CNN-Studio: www.youtube.com/watch?v=0SIS2ZwkWDg

Prominente Juden, die hinter Obama standen
Obamas letztjähriger Wahlkampf gilt als vorbildhaft und findet weltweit Nachahmer. Dazu gehörten nicht nur das nötige Kleingeld, eine ausgeklügelte Strategie und gute Medienkontakte, sondern auch viele namhafte Helfer.
Die wichtigsten Personen, die im Wahlkampf des neu gewählten 44. Präsidenten der USA eine Rolle spielten, sind längst öffentlich bekannt. Dennoch griff die Haaretz in Israel nach den Wahlen nochmals die wichtigsten Namen auf, wobei sie sich ausschliesslich auf die Wahlkampfmitarbeiter und -unterstützer jüdischer Herkunft beschränkte. Einige Leser meinten daraufhin, dass dies wieder einmal «typisch israelisch» sei und in anderen Ländern durchaus negativ aufgefasst werden könne. Die Liste, die die Journalisten Bradley Burston und J. J. Goldberg zusammenstellten, benennt «36 Juden, die die US-Wahlen 2008 geformt haben». Die Journalisten betonen, dass es keine umfassende Liste sei, sondern lediglich ein bruchstückhafter Einblick. In der Liste taucht zum Beispiel auch der verstorbene Henry Lehman auf, der 1844 Bayern den Rücken kehrte und sich im Alter von 23 Jahren in Alabama niederliess. 1850 gründete er mit seinen Brüdern die Investmentbank Lehman Brothers Inc. Deren Zusammenbruch im September 2008 trug nach Meinung von Experten massiv zum Wahlsieg von Obama bei. Als noch lebende Personen von Einfluss benannte die Haaretz unter anderem: David Axelrod. Er führte als Chefstratege und Medienberater Obamas Wahlkampagnenteam an. Er sorgte dafür, dass Obama immer wieder betonte, Veränderungen bringen zu wollen. Steven Bod und Sam Gordon. Die beiden Chicagoer Reformrabbiner riefen die Bewegung «Rabbiner für Obama» ins Leben, der sich Rabbiner in allen Staaten der USA anschlossen. Laurie David. Die Umweltaktivistin stand Al Gore in seinem Kampf gegen die globale Erwärmung zur Seite. Sie gehört zu den erfolgreichsten Fundraisern – auch für Obama. Ira Forman. Der geschäftsführende Direktor des National Jewish Democratic Council war in der Öffentlichkeit immer einer der Ersten, der sich zu Anliegen der jüdischen Gemeinschaft äusserte. Barney Frank. Der demokratische Kongressmann ist für sein soziales Engagement zugunsten gesellschaftlicher Randgruppen bekannt. Er spielte eine Schlüsselrolle in der Aushandlung des Regierungshilfspakets für die kriselnden US-Banken. Ed Koch. Der ehemalige Bürgermeister von New York stand einst Bush nahe. Dann wechselte er zu Hillary Clinton. Nach ihrem Ausscheiden unterstützte er schliesslich Obama. Mik Moore und Ari Wallach. Sie riefen das Internetportal Jewsvote.org ins Leben und nutzten die modernen Medien für ihre Obama-Werbetrommel unter Juden. Penny Pritzker. Die Multimillionärin gilt als langjährige Förderin Obamas. Sie ist Angehörige einer der prominentesten jüdischen Familien, die für wohltätige Zwecke spenden. Ed Rendell. Er machte als Pressesprecher der Obama-Kampagne von sich reden. Robert Rubin. Er gilt als Obamas wichtigster Wirtschaftsberater und arbeitete schon unter Clinton im Finanzministerium. Dan Shapiro. Er war in Obamas Kampagne für den Wahlkampf in jüdischen Kreisen verantwortlich. Shapiro schrieb bedeutsame Reden, die Obama vor jüdischen Organisationen hielt. Barbara Streisand. Die berühmte Sängerin und Schauspielerin ist eine der namhaftesten Fundraiser der Obama-Kampagne. Sie richtete im September 2008 in Hollywood eine Spendengala für den Obama-Wahlkampf aus. Ein Abendessen kostete sage und schreibe 20 800 Euro! Ihr zur Seite stand der Sänger Bruce Springsteen. AN 

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FINANZWELT

Israelischer Grossaktionär bei Credit Suisse
Nochi Dankner ist einer der herausragendsten Geschäftsleute Israels. Er machte von sich reden, als er sich in eine der fünf grössten Banken der Welt einkaufte. Nun ist Dankner drittgrösster Aktionär bei Credit Suisse.
Dankner zahlte 1,2 Milliarden Schweizer Franken für drei Prozent der Aktienanteile an Credit Suisse. Er tätigte den Kauf zu einem Zeitpunkt, als die Aktien besonders günstig waren. Er kaufte für die Firma Koor, der Investmentabteilung des Konzerns IDB, bei dem Dankner tonangebender Hauptaktionär ist. Er erwarb für Koor 34 Millionen Aktien. Jede Aktie kostete ihn 35 Franken. Dies tat Dankner im Alleingang. Er informierte die anderen Teilhaber erst, als schon alle Konditionen ausgehandelt waren. So wurde Dankner zum drittgrössten Aktionär der schweizerischen Credit Suisse. Der grösste Aktionär ist der Alliance Investment Fund mit 7,3 Prozent der Aktien. Zweitgrösster Aktionär mit 3,7 Prozent Anteilen ist ein Investmentfonds der saudischen Familie Olyan. Bei dem von Dankner getätigten Kauf handelt es sich nicht um Aktien, die an der Börse erworben werden können. Dieses Geschäft wurde sozusagen intern Nochi Dankner auf der Chefetage geregelt, nachdem das Direktorium der Credit Suisse innerhalb von nur wenigen Stunden eine Sondergenehmigung erteilt hatte. Sein Ankauf wurde über ein Wochenende ausgehandelt und war fünf Minuten vor Öffnung der europäischen Börsen perfekt. Unmittelbar danach schossen sowohl in Zürich als auch später in New York die Aktien der Credit Suisse um mehr als 28 Prozent in die Höhe. Dazu hielt Haaretz
ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN

fest: «Innerhalb eines Tages machte Dankner auf dem Papier einen Profit von 242 Millionen Euro. Das ist wohl der höchste Tagesprofit, den ein Israeli jemals erwirtschaftet hat.» Der 1954 geborene Dankner ist einer der einflussreichsten israelischen Milliardäre. Der von ihm kontrollierte IDB-Konzern verfügt über Besitz im Wert von rund 80 Milliarden Schekel (16,3 Milliarden Euro). Abgesehen von der Investition in die Credit Suisse investiert IDB vorwiegend in Immobilien im amerikanischen Los Angeles. Zudem werden viele Geschäfte in Indien getätigt, wo Dankner sich jedes Jahr mehrmals aufhält. Dankner ist nicht nur eine schillernde Persönlichkeit des israelischen Investmentmarkts, sondern auch ein Geschäftsmann, der wegen seines sozialen Engagements hohes Ansehen geniesst. 2007 wurde er zum Ehrenbürger Galiläas erklärt. Der Philanthrop hatte gerade dieser Region zur Behebung der Schäden infolge des zweiten Libanonkriegs von 2006 umfassend unter die Arme gegriffen. ZL 

Amerikaner möchten in Israel Erdöl aus Ölschiefer gewinnen
Eine amerikanische Firma plant, in Israel aus Ölschiefer Erdöl zu gewinnen. Das israelische Ministerium für Infrastruktur gab die Zustimmung. Obwohl in vielen Ländern derartige Pläne längst ad acta gelegt sind, wurde in diesem Fall wegen eines neuen Gewinnungsverfahrens zugestimmt.
Das israelische Ministerium für Infrastruktur genehmigte einen Antrag der amerikanischen Firma IDT Corporation. Sie möchte in Israel Erdöl aus den vorhandenen Ölschieferbeständen gewinnen. Dafür wurde der Firma die Nutzung eines Gebiets von 238 000 Quadratmetern in der Region zwischen Kiryat Gat und Beit Shemesh zugesprochen. Hier befindet sich eine der grössten Konzentrationen von Ölschiefer in Israel. Ölschiefer ist eine Gesteinsform, die Bitumen oder schwerflüchtige Öle enthält. Diese Gesteinsform ist überall auf der Welt in unterschiedlicher Zusammensetzung und somit von variierender Qualität zu finden, enthält aber immer einen gewissen Anteil Erdöl in den Poren. Wegen des hohen Anteils organischer Stoffe wird Ölschiefer als mögliche Alternative zur Treibstoffgewinnung betrachtet. Grundsätzlich ist das nicht neu, doch es gibt inzwischen modernere Gewinnungsverfahren, die wesentlich effektiver sind. Bisher wird Ölschiefer als Energiequelle genutzt, indem er direkt verbrannt und die so entstehende Energie unmittelbar

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AUS ISRAEL
vor einem Jahrzehnt legten israelische Experten fest, dass sich die Nutzung der Ölschiefervorkommen in Israel nur dann lohnt, wenn der Preis für ein Fass Erdöl über 30 Dollar liegt. Inzwischen liegt er – trotz massivem Einbruch – noch immer gut über der festgelegten Grenze. Schon 2006 bemühte sich eine israelische Firma um die Nutzung des Rohstoffvorkommens. Doch wirklich attraktiv wurde die Treibstoffgewinnung aus Ölschiefer anscheinend erst durch das neuartige Verfahren der amerikanischen Firma. Israels Infrastrukturminister Benjamin Ben Eliezer meinte dazu gegenüber der Presse: «Wenn die Schätzungen tatsächlich stimmen und dieses neue Verfahren hält, was es verspricht, dann haben wir hier in Israel einen bisher ungeahnten Schatz sozusagen direkt vor der Nase.» ZL 

genutzt wird. In Estland gibt es beispielsweise ein Kraftwerk, das mit Ölschiefer befeuert wird. Diese Nutzung verursacht allerdings hohe Emissionswerte. Eine ökonomischere Nutzung ist die Extraktion der organischen Substanzen mittels Abdestillation. Auf diese Weise können aus einer Tonne Ölschiefer rund 50 Liter Öl gewonnen werden. Das neuartige Verfahren, das IDT Corporation in Israel anwenden möchte, basiert Ölschiefer auf einer Erhitzung des Gesteins ohne Abbau, also einer Erhitzung im Boden. Geologische Schätzungen besagen, dass Israel über ein Vorkommen von rund 300 Milliarden Tonnen Ölschiefer verfügt. In Anbetracht der Verringerung der Rohstoffreserven birgt das ein enor«THE SHADOW FACTORY»

mes Potenzial. Israel könnte so seinen Erdölbedarf über 40 Jahre lang decken. Das Potenzial ist schon länger bekannt. Doch die Nutzung wurde bislang nicht
Wikipedia

ernsthaft in Erwägung gezogen, weil die Gewinnung ein kompliziertes und kostenaufwendiges Verfahren ist. Angesichts der hohen Erdölpreise wurde dieses Potenzial allerdings wieder interessant. Schon

Amerikaner wirft Israel Spionage vor
In den USA erschien ein Buch, in dem die Behauptung aufgestellt wird, dass der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad israelische Hightech-Firmen, die in den USA tätig sind, für Spionagezwecke in den Vereinigten Staaten nutzt.
Zahlreiche israelische Hightech-Firmen beschäftigen sich mit Sicherheitsfragen für Computersysteme, Verschlüsselungen und dem Schutz gespeicherter Daten. Die meisten dieser Firmen sind auch in den USA zu finden (z.B. Check Point, Comverse Technologies, NiceCom, Verint usw.). Sie beschäftigen sich allerdings nicht nur mit dem Schutz virtueller Daten, sondern erwirken auch Möglichkeiten, diese unbemerkt auszuspionieren. Damit beschäfJames Bamford tigt sich das neue Buch The Shadow Factory (Die Schattenindustrie) des Journalisten James Bamford. Gründlich ging er den amerikanischen Abhöraktivitäten rund um den 11. September 2001 auf den Grund. In seinem Buch behauptet er, dass die Errungenschaften israelischer Firmen dabei eine zentrale Rolle spielten. Und gerade diese Firmen seien der Zugang für den israelischen Geheimdienst, um in den USA zu spionieren. Bamford nennt mehrere israelische Firmen, die die NSA (National Security Agency, Nationale Sicherheitsbehörde) mit modernster Technologie und Software belieferten. Die NSA ist vor allem für Wikipedia das Abhören von Telefonaten im Festnetz und mit dem Handy, das Entschlüsseln von Faxinhalten und das Durchforschen elektronischer Daten zuständig. Es ist dabei einerlei, ob diese Daten sich im virtuellen Netz oder auf privaten Festplatten befinden. Ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit ist die Entschlüsselung von Verschlüsselungen. Bamford schreibt unter anderem, dass israelische Technologie mitgeholfen habe, Telefongespräche und Internetdaten der Al-Qaida auszuspionieren. Er betont, dass die USA schon vor den Anschlägen vom 11. September 2001 auf diesem Gebiet Erfolge verbucht hätten. Bamford führt zudem aus, dass die israelische Technologie für die amerikanischen Spionageaktivitäten sehr hilfreich sei, zugleich jedoch dem Mossad Tür und Tor öffne. Dieser könne sich in den USA wegen der israelischen Technologie Zugang zu besonders heiklen Daten verschaffen. Der Autor legt für diese Behauptung keine Beweise vor. Vielmehr beruft er sich auf kausale Verbindungen. Er führt an, dass viele Gründer israelischer Hightech-Firmen früher einmal in nachrichtendienstlichen Einheiten der israelischen Armee gedient hätten. Daher kommt er zur Schlussfolgerung, dass viele israelische Hightech-Firmen mit dem Mossad in Verbindung stünden. Bamford erklärt, dass dies Grund genug gewesen wäre, warum die Amerikaner niemals auf israelische Technologie für die Arbeit der NSA hätten zurückgreifen dürfen. Israelische Spionageexperten weisen Bamfords Behauptungen strikt zurück. Sie glauben, er komme zu seinen Schlussfolgerungen, weil er Israel gegenüber äusserst negativ eingestellt sei. Ferner weisen sie darauf hin, dass Bamford vollkommen ausser Acht lasse, dass zwischen Israel und den USA eine enge nachrichtendienstliche Kooperation bestehe, insbesondere wenn es um die Bekämpfung des islamisch motivierten Terrorismus gehe. ZL 

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