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Grusswort

Im März d.J. berichtete ich an dieser Stelle über Radio Neue Hoffnung (RNH) und der damit verbundenen Absicht, diesen Sender zu übernehmen und in das Missionswerk Mitternachtsruf zu integrieren. Die Umsetzung verzögerte sich allerdings, weshalb die tatsächliche Verlegung des Sendebetriebes Ende Mai erfolgte. Am Freitagabend, 25. Mai, fanden wir uns als Mitarbeiter zu einem gemütlichen Grillabend ein, um diesen denkwürdigen Augenblick der Umschaltung live mitzuerleben. Da ein 24-Stunden-Programm ununterbrochen läuft, war kein Zeitfenster da, um die technischen Manipulationen vorzunehmen. Während der Sende-Server in Wendhausen (Deutschland) das Programm weiter abwickelte, wurde einige Tage vor dem Stichtag ein zweiter Server in der Schweiz in Betrieb genommen, auf dem parallel dasselbe Programm ablief. Die eigentliche Umschaltung besorgten die Techniker des Astra-Satelliten, indem das «Abholen» des Sendesignals adressenmässig von Wendhausen nach Dübendorf verlegt wurde. (Für Fachleute unter unseren Lesern: Die IP-Nummer wurde geändert.) Nun war die Antenne auf den Satelliten Astra ausgerichtet und wir sassen als Mitarbeiter da, um die Umschaltung mitzuerleben bzw. zu hören. Zum fraglichen Zeitpunkt wurde gerade ein ansprechendes musikalisches Programm ausgestrahlt. Dann, zur vollen Stunde, ertönte die Stimme des Moderators: «Sie hören Radio Neue Hoffnung …» Wir erwarteten irgendein Klicken, irgendetwas akustisch Wahrnehmbares, doch der Vorgang ging – wenn auch, wie wir nachher vernahmen, nicht ganz pünktlich – völlig unbemerkt über die Bühne. Das ganze Programm lief nahtlos weiter. Nun läuft Radio Neue Hoffnung unter unserer Verantwortung von Dübendorf aus weiter. Es erfüllt unser Herz mit grosser Dankbarkeit, ein solches Mittel in der Hand zu haben, einen Radiosender mit einem 24-Stunden-Programm, das auch über Internet empfangen werden kann. Welche Möglichkeit, Gottes Wort in solcher Fülle zu verbreiten! Zugleich ist uns damit aber auch eine grosse Verantwortung auferlegt, die Sendezeit richtig zu nutzen. Deshalb ist uns auch der Kontakt mit unseren Programmpartnern, denen wir Sendezeit zur Verfügung stellen, sehr wichtig. Besonders freuen wir uns natürlich über den Kontakt mit unseren Hörern. Jeder Brief, der uns erreicht, jede E-Mail, die uns übermittelt wird, ist uns eine Ermutigung und zeigt uns, dass unsere Sendungen gehört werden. Wir haben ja die Verheissung, dass Gottes Wort nicht leer zurückkehrt. Jesaja 55,11 sagt ausdrücklich: «Also soll das Wort, so aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, was mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich’s sende.» Ist es nicht bemerkenswert, dass die Bibel hier den Ausdruck «senden» verwendet? Wiewohl an dieser Stelle sicherlich die Verkündigung durch Boten gemeint ist, so dürfen wir es gewiss auch mit unseren Radiosendungen in Beziehung bringen, wo das Wort des Herrn über einen Satelliten «gesendet» wird. Treffend sagt Psalm 147,15: «Er sendet seine Rede auf Erden; sein Wort läuft schnell.» An jenem 25. Mai, als der Sender von Deutschland nach Dübendorf umgeschaltet, die Verbindung von uns zum Astra-Satelliten hergestellt wurde, konnten wir und alle anderen Hörer keine Veränderung wahrnehmen. Aber es war Tatsache geworden; die Verbindung stand. Genauso erging es uns Christen bei unserer Wiedergeburt, jenem Moment, wo eine Verbindung zwischen uns und dem lebendigen Gott hergestellt wurde. Es war der Heilige Geist, der gleichsam den Schalter betätigte, um die Verbindung zur Welt abzubrechen und eine neue Verbindung zu Jesus Christus, unserem Herrn, aufzubauen. Wir bemerkten zunächst kaum, dass nun eine neue Verbindung bestand, doch wir wussten, dass es so war. Denn von jenem Augenblick an bezeugte der Heilige Geist in unserem Herzen, dass wir Gottes Kind geworden waren (vgl. Röm 8,16). Nicht wenige Kinder Gottes tun sich jedoch schwer mit diesem Wissen, sie sind unsicher, haben keine Heilsgewissheit, obwohl Gottes Wort sie uns zuspricht. Allerdings gilt es zu prüfen, ob die Verbindung vielleicht durch Sünde oder Nachlässigkeit beeinträchtigt ist. Durch die Bibel redet der Herr zu uns und durch das Gebet reden wir mit Ihm. Vielleicht ist es höchste Zeit, die Verbindung zu Gott wieder neu aufzubauen. In herzlicher Verbundenheit

Inhalt
Biblische Botschaft
4 Die Entrückung des Henoch 16 Bewahrt im finstern Tal

Im Blickfeld
8 Was ist ein Fischer, der nicht fischt? 9 Warum nur immer wieder Israel? 13 Dispensationalismus

Fragen – Antworten
20 «Zungenreden» – ein heisses Eisen

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Grusswort Aufgegriffen Streiflicht Dir kann nur Jesus helfen Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.
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Biblische Botschaft

Die Entrückung des Henoch
«Durch Glauben wurde Henoch entrückt, sodass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung wurde ihm das Zeugnis gegeben, dass er Gott wohlgefallen hatte» (Hebr 11,5).
Norbert Lieth

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on diesen hat aber auch Henoch, der Siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: ‹Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben›» (Jud 14-15). «Und Henoch lebte 65 Jahre, da zeugte er den Methusalah; und Henoch wandelte mit Gott 300 Jahre lang, nachdem er den Methusalah gezeugt hatte, und zeugte Söhne und Töchter; und die ganze Lebenszeit Henochs betrug 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen» (1.Mo 5,21-24).

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Henoch im Blick auf die Gemeinde
Henoch bedeutet «Weihe/ Einweihung». Das trifft auch genau auf das Leben Henochs zu; er war ein Mensch, der sich Gott weihte. Und genauso soll die Gemeinde Jesu als Braut ihrem himmlischen Bräutigam geweiht bzw. hingegeben sein. Paulus schreibt der Gemeinde: «Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!» (Röm 12,1). Henoch wirft ein hoffnungsvolles Licht auf die Gemeinde. Er ist der Einzige neben Noah, der im «Todeskapitel» (1. Mose 5) als Mann des Lebens hervorgehoben wird: «Und die ganze Lebenszeit Adams betrug 930 Jahre, und er starb» (V 5). «Und die ganze Lebenszeit Seths betrug 912 Jahre, und er starb» (V 8). «Und die ganze Lebenszeit Enoschs betrug 905 Jahre, und er starb» (V 11). «Und die ganze Lebenszeit Kenans betrug 910 Jahre, und er starb» (V 14). «Und die ganze Lebenszeit Mahalaleels betrug 895 Jahre, und er starb» (V 17). «Und die ganze Lebenszeit Jareds betrug 962 Jahre, und er starb» (V 20). «Und die ganze Lebenszeit Methusalahs betrug 969 Jahre, und er starb» (V 27). «Und die ganze Lebenszeit Lamechs betrug 777 Jahre, und er starb» (V 31). «Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen» (V 24). Die Entrückung Henochs versinnbildlicht die Gemeinde, die vom Tod zum Leben hindurchgedrungen ist und die Verheissung der Entrückung hat. Noah hingegen – der letzte Mann, der in 1. Mose 5 erwähnt wird – ist der Überrest einer vorsintflutlichen Welt. «Und Noah war 500 Jahre alt, da zeugte Noah den Sem, den Ham und den Japhet» (1.Mo 5,32). Noah ist ein Bild für Israel. Er überlebte den Untergang der alten Welt und wurde auf eine neue

Henoch bedeutet «Weihe/Einweihung». Das trifft auch genau auf das Leben Henochs zu; er war ein Mensch, der sich Gott weihte

geführt; die Erde nach der Sintflut war nicht mehr dieselbe wie vorher (vgl. 2.Petr 2,5; 3,6). So wird der Überrest Israels einmal durch die Flut der grossen Trübsal geführt und auf die «neue Erde» des messianischen Reichs gebracht werden. Henoch hatte eine Botschaft: «… ‹Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden …›» (Jud 14). Bereits im fünften Kapitel der Bibel wird über die Rückkehr Jesu in Herrlichkeit mit Seiner zuvor entrückten Gemeinde gesprochen (vgl. auch 1.Thess 3,13; 2.Thess 1,10). Halten wir als Gemeinde Jesu diese Botschaft hoch genug? Einmal hörte ich einen bekannten Schweizer Verkündiger sagen: «Es gibt zwei Dinge, die innerhalb der Gemeinde kaum noch erwähnt werden: Israel und die Entrückung.» Henoch kündigte aber auch Gottes Gericht an: «‹… um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben›» (Jud 15). Eines Tages wird der Herr auf alle Schmähungen Ihm und Seinem Volk gegenüber antworten. Denken wir an die Hohnreden gegen Israel, die Holocaustleugnungen, die spöttischen Karikaturen, an all die Schuldzuweisungen der Medien und der UNO gegen Israel (vgl. Hiob 19,1-2.7). Übrigens schrieb im Februar 2006 eine iranische Tageszeitung einen Wettbewerb für Holocaustkarikaturen aus; der Sieger erhielt 12 000 US-Dollar.1 Und in einer Zeitschrift war Folgendes zu lesen: «SS-Olmert-Karikaturist kriegt Ritterorden – Der norwegische König Harald V., der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, verlieh dem norwegischen Politkarikaturisten Finn Graf eine der höchsten Auszeichnungen Norwegens, den Ritterorden des Heiligen Olav. Karikaturist Graf hatte letzten Sommer in der Osloer Tageszeitung Dagbladet den israelischen Premier Ehud Olmert dargestellt, wie dieser als SS-Kommandeur Amon Goeth wie in der Filmszene aus ‹Schindlers Liste› wahllos vom Balkon auf Menschen schiesst. Die Karikatur

verlegt das Geschehen vom KZ im polnischen Plaszow, wo Juden die Opfer waren, nach Israel und zeigt Olmert, wie er auf Palästinenser schiesst. In der Laudatio war die Rede von der ‹Professionalität, die er in seinen Zeichnungen entwickelte›. Sein Werk sei ein ‹wertvoller Beitrag zum kulturellen Leben in Norwegen›, hiess es in der Begründung aus dem norwegischen Königspalast. Die israelische Botschaft hatte vor dem Ethik-Komitee des norwegischen Pressevereins zwar Beschwerde gegen Antisemitismus eingelegt, diese wurde aber einstimmig unter Berufung auf die ‹freie Meinungsäusserung› in Norwegen zurückgewiesen …»2 Diese Lästerungen richten sich gegen den Gott Israels und werden nicht ungestraft bleiben. Schon über Edom wurde geweissagt: «Du aber sollst erkennen, dass ich, der Herr, alle deine Lästerungen gehört habe, die du gegen die Berge Israels ausgestossen hast, indem du sprachst: ‹Sie sind verwüstet, uns sind sie zur Speise gegeben!› So habt ihr mit eurem Maul gegen mich grossgetan und viele Worte gegen mich geredet – ich

Israel findet fast keine Erwähnung mehr in der Gemeinde
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Biblische Botschaft
habe es gehört!» (Hes 35,12-13; vgl. Ps 83). Wenn der Herr wiederkommt und das Gericht über die Nationen hält, wendet Er folgendes Kriterium an: «Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Gott mit uns vorhat, oder streben wir nach unseren eigenen Zielen? Können wir anstelle des Namens Henoch auch unseren Namen einsetzen oder müssen wir beschämt schweigen? Vorsicht, die Bibel sagt nicht: «Und Gott wandelte mit Henoch.» Sicherlich traf das auch zu, denn wer mit Gott geht, mit dem geht Gott. Aber manchmal beten wir vielleicht: «Herr, komm mit mir mit!»; dabei gehen wir gar nicht wirklich mit Ihm. Wir haben unsere eigenen Pläne und Ziele und bitten den Herrn ganz selbstverständlich, mitzukommen. Es mag zum Beispiel junge Menschen geben, die an Jesus gläubig sind. Sie lernen einen ungläubigen Partner kennen und wollen

Thron seiner Herrlichkeit sitzen … Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan! … Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan!» (Mt 25,31.40.45). Saulus, der die Christen verfolgte, bekam ebenfalls die Allmacht Gottes zu spüren: «Er (Saulus) aber sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen!» (Apg 9,5). Die Bibel bezeugt uns, dass Henoch mit ungeteiltem Herzen dem Herrn nachfolgte. Dabei werden vier Dinge besonders herausgestellt:

Führen wir aus, was Gott mit uns vorhat, oder streben wir nach unseren eigenen Zielen?
diesen unbedingt heiraten – sie sind ja so verliebt. Die entsprechenden Warnungen der Bibel schlagen sie einfach in den Wind. Aber später kommt das bittere Erwachen. Henoch war bereit, mit Gott zu gehen. Er war ganz auf Ihn ausgerichtet. So fordert auch Jesus uns auf: «Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wenn jemand mir dient, so wird ihn mein Vater ehren» (Joh 12,26). Die erste Frage des Paulus nach seiner Bekehrung war: «Herr, was willst du, dass ich tun soll?» (Apg 9,6). Und am Ende seines Lebens konnte er sagen: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt» (2.Tim 4,7). Henri Nouwen sagt in seinem Buch «Du schenkst mir Flügel»: «Wir sollten nicht versuchen, uns einen sicheren Platz zu reservieren, auf dem wir ausruhen können, nicht versuchen, unser eigenes Leben zu choreographieren, sondern uns dem Gott überlassen, den

1. Henoch wandelte mit Gott
«Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen» (1.Mo 5,24). Mehr wissen wir von Henoch nicht, weder etwas über seinen Beruf noch über seinen Besitz. Was wird wohl am Ende unseres Lebens stehen? Führen wir aus, was

wir lieben und dem wir folgen möchten …»3 Was heisst eigentlich «mit Gott wandeln»? Es bedeutet, mit Gott zu leben. Das Wort «Wandel» steht auch für ein bestimmtes Lebensmuster. Regelmässiges und inständiges Gebet sollte zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden, ebenso Gottesdienstbesuche, Bibelstudium, Familienandachten. Über Jesus steht geschrieben: «Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen» (Lk 4,16; vgl. Apg 17,1-2). Auch Hiob hatte seine Gewohnheiten (Gebet, morgendliche Brandopfer, Heiligung seiner Kinder): «… So machte es Hiob allezeit» (Hiob 1,5). Was heisst «mit Gott leben»? Gott war Henochs erster Gedanke, wenn er morgens erwachte und sein letzter, wenn er abends einschlief. Er arbeitete mit Gott und in seiner Familie lebte er mit Gott. Wenn er Freunde oder Nachbarn traf, liess er sich von Gott begleiten. Bei seinen Gesprächen war er von Gott geprägt und wenn er einmal versagte, hielt er an Gott fest. Jeder wusste, woran er bei Henoch war. Mit Gott zu wandeln, war Henochs Lebensaufgabe. Er tat das nicht nur hin und wieder, sondern beständig. Er lebte mit Gott am helllichten Tag und in der dunkelsten Nacht; ob er dabei allein oder in Gesellschaft war, spielte keine Rolle. Gott war jederzeit der Mittelpunkt in Henochs Leben. Nun, wie steht es mit uns selbst? Trifft der folgende Vers auch auf uns zu: «Die Schlingen der Gottlosen umgeben mich, aber ich vergesse dein Gesetz nicht. Mitten in der Nacht stehe ich auf, um dir zu danken für die Ordnungen deiner Gerechtigkeit» (Ps 119,61-62)? Henoch hatte 300 Jahre lang eine ununterbrochene Beziehung zu Seinem Herrn: «… blieb er in einem göttlichen Leben dreihundert Jahre …» (1.Mo 5,22). Während dieser Zeit fiel er kein einziges Mal ins alte Leben zurück. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass er keine Schwächen hatte. Aber sein Leben war in allen Lagen auf Gott ausgerichtet. Henoch bekehrte sich im Alter von 65 Jahren – im Geburtsjahr seines Sohnes Methusalah: «Und Henoch lebte 65 Jahre, da zeugte er den Methusalah; und Henoch wandelte mit Gott 300 Jahre lang, nachdem er den Methusalah gezeugt hatte, und zeugte Söhne und Töchter; und die ganze Lebenszeit Henochs betrug 365 Jahre» (1.Mo 5,21-

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23). Warum bekehrte er sich kurz nach der Geburt seines Sohnes? Methusalah hat zwei Bedeutungen: «Wurfspiess» und «Ist er tot, so wird er senden». Die zweite Bedeutung ist doch sehr eigenartig. Methusalah starb und noch im selben Jahr kam die Sintflut. Hatte Henoch eine Offenbarung? «Ist er tot, so wird er senden.» Was wird er senden? Die Sintflut? Wusste Henoch um die sich anbahnende Katastrophe und gab er deshalb seinem Sohn diesen Namen? Und war das der Grund für seine Bekehrung und seinen hingegebenen Wandel? Henoch war sich bewusst, dass es nicht allezeit so weitergehen würde; er ahnte oder wusste, dass das Ende kommen würde. Und darum wollte er nicht so weiterleben wie bis anhin. Er wollte die Zeit seines Lebens nutzen und fortan für Gott leben. Wenn das wirklich so war, sollten auch wir ernsthaft über unser Leben nachdenken. Das Wissen um das kommende Gericht will uns zur Bekehrung und Hingabe führen. Sollte Henoch tatsächlich prophetische Kenntnis über das Gericht der Flut gehabt haben – und er war Prophet –, dann bedeutet das: Die Prophetie will uns zu Dem treiben, der wiederkommt. Wir haben doch die biblische Offenbarung, dass Gott eines Tages die gefallene Menschheit richten wird. Und die Wolken der Apokalypse sind bereits sichtbar. Das will uns zu Dem drängen, bei dem unser Leben ewigen Bestand hat. «Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht …» (2.Petr 3,10; vgl. 1.Thess 5,3).

rückt …» (Hebr 11,5). Es klingt, als ob Gott Seinen Finger auf einen wunden Punkt bei uns legen wollte. Kurz vor der Entrückung werden nämlich nicht mehr viele an die Entrückung glauben. Lothar Velten (Evangelist der Deutschen Zeltmission) trifft mit seinen Anmerkungen denn auch den Nerv der Zeit: «Amen, ja, komm, Herr Jesus! Rechnen wir noch mit der Wiederkunft Christi? Manfred Siebald singt in einem Lied: ‹Wir beten laut: Herr, komm doch wieder. Und denken leise: Jetzt noch nicht.› Vielleicht hat es Zeiten gegeben, in denen die christliche Gemeinde laut gebetet hat: ‹Komm bald, Herr Jesus!› Ich habe allerdings dieses Gebet in den

tig geworden. Lassen wir uns deshalb ermahnen: «Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten …» (Lk 12,35-36).

4. Henochs Hinwegnahme
«Er wurde nicht mehr gefunden …» (Hebr 11,5). Das heisst also, dass man Henoch suchte. Und so könnte es sich zugetragen haben: Die Ehefrau wartete auf Henochs Rückkehr; das Essen stand auf dem Tisch. Die Kinder fragten: «Wo ist denn Papa?» Zwei Stunden vergingen – Henoch war noch immer nicht zu Hause. Seine Familie sorgte sich um ihn und fing an, ihn zu suchen. Auch die Nachbarn und die Enkel halfen mit – erfolglos. Schliesslich wurde ein grosser Suchtrupp losgeschickt, doch auch der gab nach einigen Tagen auf. Henoch blieb für immer verschwunden. So schön die Entrückung für die Hinweggenommenen ist, so erschreckend

Der Tag wird kommen, an dem unzählige Menschen ihre Angehörigen suchen! Möchten Sie dann zu den Suchenden gehören oder zu den Gesuchten? Jesus kommt bald!
letzten Jahren so gut wie überhaupt nicht mehr gehört. Dafür ist der leise Gedanke ‹jetzt noch nicht› immer lauter geworden. Unsere kurzfristigen Ziele in der Gemeinde sind so bestimmend geworden, dass eine Wiederkunft Jesu zum jetzigen Zeitpunkt fast undenkbar erscheint. Viele haben das Thema ‹Wiederkunft Christi› völlig abgehakt. Vielleicht machen wir uns zu wenig bewusst, dass Jesus Christus auf jeden Fall wiederkommen wird … Wir reden zu wenig von der Wiederkunft Jesu … Unsere heutige Gesellschaft aber erwartet ein klares Bekenntnis zu den grossen Zielen des christlichen Glaubens …»4 Tatsächlich scheint unter anderem der Glaube an die Entrückung mehr und mehr zu verschwinden – vergleichen Sie bitte Hesekiel 12,21-28 mit 2. Petrus 3,3-4! Man weiss theoretisch darum, aber man rechnet nicht mehr damit. Viele Menschen sind gleichgül-

2. Henochs Zeugnis
Henoch, den Gott zu sich entrückte, stand in Gottes Gunst: «Durch Glauben wurde Henoch entrückt, sodass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung wurde ihm das Zeugnis gegeben, dass er Gott wohlgefallen hatte» (Hebr 11,5). Der Herr verriet ihm sozusagen: «Hör mal, Henoch, du gefällst mir!» Welches Zeugnis haben wir? Sagt der Heilige Geist in unserem Herzen ebenfalls «Du gefällst mir; ich habe Freude an dir»? Oder sind wir uns dessen nicht so sicher und haben ein schlechtes Gewissen?

ist sie für die Zurückbleibenden: «Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben» (1.Thess 4,13). Seien Sie gewiss: Der Tag wird kommen, an dem unzählige Menschen ihre Angehörigen suchen! Möchten Sie dann zu den Suchenden gehören oder zu den Gesuchten? Jesus kommt bald!  www.israelnetz.de, 02.11.2006 israel heute, 05/2007 3 factum, 1/2007 4 ideaSpektrum, 6/2007
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3. Henochs Glaube
Henoch glaubte an die Entrückung: «Durch Glauben wurde Henoch ent-

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Im Blickfeld

Was ist ein Fischer, der nicht fischt?
Die folgende Geschichte ist ein Gleichnis. Aber Achtung: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht zufällig.

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nd er (Jesus) spricht zu ihnen: Kommt, mir nach! Und ich werde euch zu Menschenfischern machen» (Mt 4,19). Es begab sich, dass sich eine Gruppe von tatkräftigen Männern zusammenfand und einen Fischereiverein gründete. Das Meer ringsum war voll von Fischen, und auch im Landesinnern hatte es fischreiche Flüsse und Seen. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr hielten diese Fischer Sitzungen ab. Sie sprachen über ihre Aufgabe zu fischen, den Fischreichtum der Gewässer und über die Methoden des Fischfangs. Jahrein, jahraus definierten sie gründlich, was Fischen bedeutet, verteidigten den Beruf des Fischers und stellten fest, dass Fischen immer die Hauptaufgabe des Fischers sein müsse. Unablässig suchten sie nach neuen, besseren Methoden und nach klareren Definitionen des Fischens. Sie verkündeten Slogans wie «Die Fischindustrie lebt vom Fischen wie das Feuer vom Brennen», «Fischen ist die Aufgabe eines jeden Fischers». Sie hatten auch besondere Veranstaltungen unter dem Motto «Fischereieinsätze» und «Jahr des Fischens». Sie organisierten aufwendige Kongresse, um über das Fischen zu diskutieren, es zu fördern und neueste Informationen über die Ausrüstung sowie über die Erforschung der Fischsprache und die besten Köder auszutauschen. Die Fischer bauten schöne Versammlungsstätten mit der Begründung, dass jedermann ein Fischer sein solle und

jeder Fischer Anleitung zum Fischfang brauche. Eines aber taten sie nicht: fischen! Neben ihren

regelmässigen Treffen stellten sie ein Komitee auf, dessen Aufgabe es war, Fischer in andere Fischgründe zu entsenden. Sie waren sich alle einig, dass sie ein Komitee benötigten, das Fischer zur Treue im Fischfang herausfordern sollte. In das Komitee beriefen sie diejenigen, denen das Fischen wirklich am Herzen lag und die imstande waren, mit Mut und Zuversicht darüber zu sprechen. Das Komitee stellte auch weitere Mitglieder an, setzte Ausschüsse ein und hielt Konferenzen ab, um das Fischen zu rechtfertigen und festzulegen, über welche neuen Fischgründe man nachdenken könne. Nur, weder die Komiteemitglieder noch deren Mitarbeiter taten das eine: fischen!

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Grosse, moderne und teure Ausbildungszentren wurden gebaut, deren ursprünglicher und hauptsächlicher Zweck es sein sollte, den Fischern das Fischen beizubringen. Im Laufe der Jahre wurden auch Kurse angeboten über die Bedürfnisse von Fischen (ihre Natur, ihre Lebensgewohnheiten, ihre Psychologie), über die richtige Annäherung an die Fische und die Fischfütterung. Darüber hinaus gründeten die Fischer grosse Verlage, um die entsprechenden Handbücher herauszugeben. Andere erklärten, ihr Beitrag zum grossen Fischfang sei, Fischereiausrüstungen herzustellen. Wieder andere waren der Ansicht, es sei ihre Aufgabe, gute Beziehungen zu Fischen aufzubauen, damit die Fische erkennen können, worin der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Fisch besteht. Wieder andere glaubten, es sei genug, die Fische ihre nette und freundliche Art spüren zu lassen. Nach einem bewegenden Abend zum Thema «Die Notwendigkeit des Fischens» verliess ein junger Mann das Treffen und ging fischen. Am nächsten Tag berichtete er, dass er zwei ausserordentlich grosse Fische gefangen habe. Daraufhin wurde er für seinen hervorragenden Fang geehrt und zu allen grösseren Treffen eingeladen, um zu berichten, wie er die Fische gefangen habe. Auch er musste daher das Fischen aufgeben, um

genügend Zeit zu haben, anderen seine Erfahrungen mitzuteilen. Es ist wahr: Viele Fischer brachten Opfer und nahmen alle möglichen Schwierigkeiten auf sich. Einige lebten nahe am Wasser und mussten jeden Tag den Gestank toter Fische ertragen. Sie machten sich Sorgen um diejenigen, die die wöchentlichen Diskussionen über den Fischfang für wenig sinnvoll hielten.

Man kann sich vorstellen, wie verletzt einige reagierten, als eines Tages jemand äusserte, dass einer, der nie einen Fisch gefangen hatte, kein echter Fischer sei, auch wenn er das noch so sehr von sich behaupte. Aber irgendwie klang es einleuchtend: Ist jemand, der nicht fischt, überhaupt ein Fischer? JOHN M. DRESCHER 

Warum nur immer wieder Israel?
«Wenn der israelische Botschafter noch ein einziges Mal kommt und über die Sicherheit Israels spricht, schwöre ich, dass ich ihn einfach erwürgen werde.» Diese Worte stammen nicht von einem Terroristen der Hamas oder der Hisbollah, sondern von der belgischen EU-Parlamentsabgeordneten Veronique de Keyser.

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m Hintergrund standen dabei die zahllosen Auseinandersetzungen linker Abgeordneter mit dem Botschafter des Staates Israel bei der Europäischen Union, Oded Eran, der in Kürze seinen Dienst beenden wird. Die Äusserungen fielen im Rahmen einer Debatte um die Freilassung der palästinensischen Gefangenen, die kürzlich

stattfand und an deren Ende die Initiierung einer Kampagne für die Freilassung Marwan Barghoutis beschlossen wurde. De Keyser, eine vor allem für ihre Unterstützung der Palästinenser bekannte sozialistische Abgeordnete, bemerkte in diesem Zusammenhang ausserdem: «Ich bedauere die Passivität des europäischen Parlaments bei der Hilfe für die paläsMNR > Juli 2007

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Im Blickfeld
tinensischen Gefangenen. Ich möchte das massvolle und reife Verhalten der Palästinenser loben.»1 Daraufhin sandte der in Jerusalem wohnhafte Israeli Meir Brom der EUAbgeordneten Veronique de Keyser folgende E-Mail: «Sie loben also das massvolle Verhalten der Palästinenser. Vermutlich meinen Sie damit die: ungerechten, bösartigen und auch dummen Aussprüchen?2 Wieso nur kommt es zu solch unausgeglichenen Urteilen? Aus Schwarz wird Weiss und aus Weiss wird Schwarz gemacht. Brutalster Terror derer, die das Existenzrecht Israels bestreiten, wird zu einem verständnisvollen Verteidigungskampf einer nationalen Minderheit herabgemildert, die Verteidigung der Israelis hingegen zu einem nationalen Terror einer Apartheid-Regierung hochgespielt. Erklären lässt sich das nur mit der Macht der Finsternis, über die es heisst: «… bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat …» (2.Kor 4,4). Oder anders übersetzt (Mng.): «… weil in ihnen der EU-Parlamentsabgeordnete Veronique de Keyser: • über 20 durch Palästinenser ermordeten Juden im Jahre 1919 in Jerusalem • 68 durch Palästinenser abgeschlachteten Juden im August 1929 in Hebron • fast 500 im Heiligen Land durch Palästinenser ermordeten Juden während der Jahre 1936-1939 • annähernd 7 000 jüdischen Toten in dem von den Arabern angezettelten Krieg im Jahre 1948 • ca. 2 000 von palästinensischen Terroristen ermordeten Juden in Israel seit dem durch die Araber angezettelten Krieg im Jahre 1967 Mit dem massvollen Verhalten der Palästinenser meinen Sie wahrscheinlich auch die am Osterabend (Pessach) im Jahre 2000 im Hotelpark während der Festmahlzeit 29 ermordeten Juden. Und Sie meinen wahrscheinlich auch die vielen, vielen Juden im Heiligen Land, welche in Cafés, Autobussen und anderswo durch Selbstmörderbomben zerfetzt wurden. Was motiviert Sie eigentlich zu Ihren so unchristlichen, unmenschlichen,

Vätern verheissenen Ziel entgegenführt. Die Hölle will Israels Existenzrecht und Zukunft auslöschen und bedient sich dabei einer falschen Theologie (Ersatztheologie), antisemitischer Propaganda, politischer Feldzüge und terroristischen Hasses mit Gewalt und Krieg. Der Feind Gottes gebraucht dazu an Jesus ungläubige Menschen, egal aus welcher Schicht sie kommen. Sieben Schritte in die Zukunft Israels Gott wird sich Seinen Triumph nicht rauben lassen. In Hesekiel 34,23-31 offenbart uns der Herr sieben Punkte, welche sich mit der Zukunft Israels befassen und die alle noch zur Erfüllung kommen müssen. Das Ganze wird eingeleitet mit der Aussage: «Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen! Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Und ich werde sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern zusammenbringen und werde sie in ihr Land führen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und allen bewohnten Gegenden des Landes» (Hes 34,11-13). Dieses «… ich selbst …» des Herrn ist so trostvoll und beruhigend. Er wird die Zukunft Israels selbst übernehmen, den Faden wieder aufgreifen und die Heilsgeschichte zu Ende führen. Was die UNO nicht zustande bringt, worin alle Verhandlungen, alle Friedensbemühungen und politischen Programme scheitern, wird der Herr erfüllen, wenn Er selbst eingreift. Dann benötigt es keine Camp Davids, Road Maps oder Vollversammlungen mehr; dann wird das Streiten und Gezeter endlich ein Ende haben. Jesus, der sich bei Seinem ersten Kommen als guter Hirte vorstellte, wird wiederkommen, um Sein Volk Israel zu weiden. Dass der Herr bereits begonnen hat, Seinen göttlichen Ratschluss mit Israel zu Ende zu bringen, wird daran ersichtlich, dass Er in unseren Tagen dabei ist, Sein Volk aus den Völkern der Nationen in seine Heimat zu führen. Die Suche Gottes nach Seinem Volk beginnt mit der Wiedersammlung der Juden aus den Nationen (V 11-12). Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir durch die Rückführung der Juden in ihre Heimat wis-

«Wenn der israelische Botschafter noch ein einziges Mal kommt und über die Sicherheit Israels spricht, schwöre ich, dass ich ihn einfach erwürgen werde»
Gott dieser Weltzeit das Denkvermögen der Ungläubigen verdunkelt hat …» Die sich unabhängig dünkenden Parteien und Politiker sind letztlich doch nur Spielball geistlicher Mächte. Und die geistliche Macht der Finsternis richtet sich nun einmal gegen das jüdische Volk, weil es Zukunft hat in Dem und durch Den, der wiederkommt. Die Hölle faucht gegen Den, der sie besiegt hat und welcher den sichtbaren Triumph hervorleuchten lassen wird, wenn Er zurückkehrt. Zurückkehren aber wird der Herr in Israel. Israel ist der Beweis göttlicher Treue und Zuverlässigkeit, und der Triumph des Allmächtigen besteht unter anderem darin, dass Er Israel dem den

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Aufgegriffen
«Im Mittelalter predigte die Kirche, was richtig sei. Dann lehrte die Aufklärung, nur das Vernünftige sei richtig. Naturwissenschaft und Technik brachten uns den Glauben an die Machbarkeit. Schliesslich kam die Ökonomie und überzeugte uns, richtig sei das, was rentiere.» Zukunftsforscher Dr. Andreas M. Walker. «Die New-Economy-Euphorie endete mit einem Börsencrash. Es kamen Katastrophen, die wir nicht erwartet hatten: Tsunami, Sars oder Vogelgrippe. Wer hätte in den 1990er-Jahren gedacht, dass wir heute plötzlich wieder Angst vor weltweiten Seuchen haben würden?» Zukunftsforscher Dr. Andreas M. Walker. «Die Terroranschläge in New York spielten eine wichtige Rolle – vor allem in den USA erschütterten sie den Glauben an das Machbare massiv.» Zukunftsforscher Dr. Andreas M. Walker. «Ich habe erfahren, dass misslungen ist, was ich aus eigenem Vermögen zu schaffen wähnte. Aber was betend begonnen wurde, das gelang.» Evang. Altbischof Werner Leich. Ein Computer-Übersetzungsprogramm sollte getestet werden. Man gab ihm auf Latein das bekannte Bibelzitat ein: «Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.» Sofort spuckte der Drucker die Übersetzung aus: «Der Whisky ist gut, aber das Essen ist schlecht.» Zum Nachdenken: Ob manche «Bibelübersetzer» heutzutage sich auf ihren Computer verlassen? In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind 147 Palästinenser bei internen Kämpfen ums Leben gekommen. Das sind dreimal so viele Tote wie jeweils insgesamt in den Jahren 2004 und 2005. Das Europäische Parlament ist dabei, die bisher geltenden Kriterien für die Hilfszahlungen der Union an die Palästinensergebiete aufzugeben. Seit dem Wahlsieg und der Regierungsbeteiligung der terroris-

Ausgerechnet 1947 wurden die Qumranrollen in den Höhlen am Toten Meer wiedergefunden, und zwar mit dem fast vollständigen Text des Alten Testaments sen, dass Gott offiziell begonnen hat, Sein Volk wieder zu suchen, es ist also Endzeit im absoluten Sinn. Nicht zuletzt darum wütet der Feind dermassen gegen Israel. Ausgerechnet 1947 wurden die Qumranrollen in den Höhlen am Toten Meer wiedergefunden, und zwar mit dem fast vollständigen Text des Alten Testaments und vielen Kommentaren. Dass diese Wiederentdeckung der Schriftrollen zur Zeit der Staatsgründung Israels stattfand, ist sicher nicht ohne Bedeutung. Es ist, als ob Gott dadurch ein Zeichen hätte, Seine Verheissungen an Israel wieder aufzugreifen und zum Ziel zu bringen. Dass sich die Aussagen Hesekiels über die Rückführung Israels aus den Völkern nicht auf die bereits erfüllte Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft beschränken lässt, machen die folgenden sieben Punkte deutlich. Da Israel bis heute nicht in den Besitz dieser Segnungen gelangt ist, stehen diese Erfüllungen noch aus. 1. Messianische Herrschaft. Im Buch des Propheten Hesekiel ist verheissen: «Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David; der soll sie weiden, und der soll ihr Hirte sein. Und ich, der Herr, will ihr Gott sein, und mein Knecht David soll Fürst sein in ihrer Mitte; ich, der Herr, habe es gesagt!» (Hes 34,23-24). Dem Fleische nach ist Jesus Christus der Sohn Davids, der höchste und letztendliche König Israels. Er wird in der Zukunft gleichsam als König und Hirte über Israel wachen und Sein Volk weiden. Dieser grösste Sohn Davids ist aus den Toten auferweckt worden. Er lebt in Ewigkeit und wird als Fürst über alle Könige der Erde regieren. In Offenbarung 1,5 lesen wir über Ihn: «… und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde. Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut.» Es ist darüber hinaus durchaus möglich, dass auch David selbst eine zukünftige fürstliche Rolle im messianischen Reich zufällt, wobei der Herr als der wahre Gott über allem stehen wird. 2. Dauernder Friede. Weiter verheisst der Herr: «Ich will einen Friedensbund mit ihnen schliessen und alle bösen Tiere im Land ausrotten, dass sie in der Steppe sicher wohnen und in den Wäldern schlafen können» (Hes 34,25). Der neue Bund, der in Jeremia 31,31-34 genauer beschrieben und in Hesekiel 37,25-26 nochmals bestätigt wird, kommt dann zum Tragen. Es wird der Bund sein, den Gott mit dem Herzen Israels schliesst, indem Er Sein Gesetz darin verankert. Die Folge dieses Bundes ist Frieden (Friedensbund). Wie viel hört man doch von Friedensbündnissen, die alle gescheitert sind oder noch scheitern werden, weil sie allein auf Menschen beruhen, die nicht nach Gott fragen. Der in der Bibel verheissene Friedensbund aber wird vom Herrn ausgehen, auf Ihn gegründet sein und darum Bestand haben. Es wird Frieden sein mit

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tischen und das Existenzrecht Israels bestreitenden Hamas war die völlige Auszahlung der EU-Finanzmittel an Ramallah von drei Kriterien abhängig gemacht worden: Die Hamas müsse das Existenzrecht Israels anerkennen, Gewalt und Terror unterlassen und die Friedensgespräche für den Nahen Osten fortsetzen. Obwohl diese Kriterien keineswegs erfüllt sind, wächst in Brüssel die Neigung, zur früheren finanziellen Unterstützung der Palästinenser durch die EU zurückzukehren. Von Seiten der CSU-Gruppe im EU-Parlament kam es zu kritischen Äusserungen dieser Neigung gegenüber. Es wäre ein falsches Signal, das Europa aussenden würde, hiess es. Der Bibelweg entlang dem Glattufer in Dübendorf bei Zürich (Schweiz) wird möglicherweise geschlossen. Unbekannte haben einen grossen Teil der 34 Schilder massiv beschädigt. Der Weg wurde erst Ende Juni 2006 eröffnet. Australiens Ureinwohner können erstmals eine Bibelausgabe in ihrer Sprache Kriol lesen. Nach 30-jährigen Arbeiten wurde die «Holi Baibul» vorgestellt. Aborigine-Vertreter begrüssten die Übersetzung als Beitrag, die Aborigine-Kultur mit christlicher Tradition zu verbinden. Jesus Christus bewies Seine Liebe zu uns darin, dass Er für uns starb, als wir noch Seine Feinde waren. Worin beweisen andere religiöse Führer ihre Liebe? Das Gebet ersetzt keine Tat. Aber das Gebet ist eine Tat, die durch keine andere Tat ersetzt werden kann. Die Schauspielerin Jutta Speidel unterstützt die Arbeit der Aktion Weltbibelhilfe. Wie es im Newsletter der Deutschen Bibelgesellschaft heisst, sei der Schauspielerin bei der Beschäftigung mit biblischen Texten für die CD-Produktion «Das Hohe Lied der Liebe» neu bewusst geworden, wie aktuell und kraftvoll diese Jahrtausende alten Worte seien: «Deshalb bin ich sehr froh, dass sich die Deutsche Bibelgesellschaft dafür einsetzt, jedem Menschen den Zugang zur Bibel in seiner Sprache zu ermöglichen. Ich unterstütze dieses Anliegen von ganzem Herzen.»

Im Blickfeld

Tag und Nacht ist der jüdische Staat von Feinden bedroht Gott, Frieden für Israel, Frieden mit den Völkern und sogar Frieden in der Natur, die Tierwelt eingeschlossen (vgl. Röm 8,19). Die Worte über die «bösen Tiere» dürfen wir auch auf Menschen oder Völker legen, die sich Israel gegenüber wie wilde Tiere benehmen. Die Feindschaft und der terroristische Hass wird ein Ende haben. 3. Ewiger Segen. Auch das verheisst der Herr: «Ich will sie und die Umgebung meines Hügels zum Segen setzen und will ihnen den Regen zu seiner Zeit herabsenden; das sollen Regengüsse des Segens sein!» (Hes 34,26). Von Jerusalem bzw. dem Berg Zion wird der Segen ausgehen und dieser wird sich über das ganze Reich ergiessen. Dieser Segen, der schon Abraham verheissen wurde (1.Mo 12,3) und der sich durch Jesus Christus vor 2 000 Jahren das erste Mal ergoss, wird dann zum sichtbaren und vollumfänglichen Segen für Israel und die Völker werden. 4. Geistliche Frucht. Was die erfüllten Zusagen des Segens bewirken werden, wird uns in Hesekiel 34,27 gesagt: «Und die Bäume des Feldes sollen ihre Früchte bringen und das Erdreich seinen Ertrag …» Wo der Herr regiert und die Herzen durch Seinen Friedensbund beherrscht werden, da bleibt die Frucht nicht aus. Israel wird buchstäblich fruchtbar sein (vgl. Hes 47; Offb 22,1-5). Aber auch geistlich wird das Volk Israel zu einem Segen werden und damit geistliche Früchte tragen. Die Völker werden kommen, um Den zu sehen und anzubeten, der in Jerusalem auf dem Thron sitzt. 5. Zuverlässige Sicherheit. «… und sie sollen sicher in ihrem Land wohnen; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich die Balken ihres Joches zerbreche und sie aus der Hand derer errette, die sie knechteten» (Hes 34,27). Endlich Sicherheit! Seit der Eroberung durch die Babylonier und der Zeit der Nationen hat das Volk keine Sicherheit mehr gehabt und war ständig unterjocht. Sogar als Jesus das erste Mal in diese Welt kam, lebte Israel unter dem Joch der Römer und war damit ständig bedroht. Auch seitdem die Juden aus der Zerstreuung in ihre Heimat zurückgekehrt sind, kennen sie nur Unsicherheit. Tag und Nacht ist der jüdische Staat von Feinden bedroht und die Nationen unterjochen ihn mit andauernden Forderungen, Eingeständnissen und Resolutionen. Doch all das wird ein Ende haben, wenn der Messias zurückkehrt und Seine Herrschaft aufrichtet. Dann wird Israel zum Haupt der Völker erhoben werden (Jer 31,7). Die kommende Sicherheit aber fällt mit der Erkenntnis des Herrn zusammen. Wenn die Juden Den erkennen, der ihr Messias ist, und sich zu Ihm bekehren, werden sie gleichsam geborgen werden. Dann müssen sie sich nicht mehr auf die Nationen stützen, sondern dürfen sich völlig auf Den verlassen, der ihr Gott ist und der sie wie eine feurige Mauer umgibt.

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6. Beständige Geborgenheit. Von erhabener Ruhe und Geborgenheit spricht auch Hesekiel 34,28: «Sie sollen künftig nicht mehr eine Beute der Heiden werden, noch sollen die wilden Tiere des Landes sie fressen, sondern sie sollen sicher wohnen, und niemand wird sie erschrecken.» Es wird dann keine terroristischen Übergriffe, keine Selbstmordattentate auf unschuldige Zivilisten, keine Entführungen, keinen Raketenbeschuss und auch keine unbegründeten Beschuldigungen mehr geben. Die Israelis werden keine Beute der Heiden mehr sein, weil sie Der umlagert, der ihr Schutzherr und der Friedensstifter unter den Völkern ist und mit Israel auch die anderen Nationen zur Ruhe bringen wird. 7. Keine Schmähungen mehr. Auch Hungersnot wird Israel dann nicht mehr bedrohen, die dieses Volk der Schmähung der Heiden preisgeben würde: «Ich will ihnen auch eine Pflanzung erwecken zum Ruhm, dass sie nicht mehr durch Hunger im Land weggerafft werden und die Schmähung der Heiden nicht mehr tragen müssen» (Hes 34,29). Heute wird Israel noch verunglimpft; denken wir nur an die eingangs erwähnten Worte der EU-Abgeordneten Veronique de Keyser: «Wenn der israelische Botschafter noch ein einziges Mal kommt und über die Sicherheit Israels spricht, schwöre ich, dass ich ihn einfach erwürgen werde.» Solche und andere Schmähungen wird Israel dann nicht mehr ertragen müssen. Wie viele Flüche, Schandworte und Beleidigungen hat Israel (bzw. die Juden) doch in den letzten 2 000 Jahren ertragen müssen. Auch das wird ein Ende haben, wenn der Herr Jesus als König und Messias der Juden zurückkehrt. Wurden diese sieben Punkte durch den guten Hirten eingeleitet, der Sein Volk aufsucht, um es aus allen Völkern der Nationen zu sammeln, so endet dieses Kapitel gleichsam mit dem guten Hirten, der da spricht: «So werden sie erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott, bei ihnen bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht Gott, der Herr. Und ihr seid meine Herde, die Schafe meiner Weide; ihr seid Menschen, und ich bin euer Gott, spricht Gott, der Herr» (Hes 34,30-31). Darum ist es unser Gebet: Maranatha, komme bald, Herr Jesus! N.L. 
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Dispensationalismus
Das Wort «Dispensation» stammt vom lateinischen «dispensatio» und bedeutet «Einteilung».

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ie Bibel hat eine in sich strukturierte Einteilung, die es beim Lesen und beim Auslegen des Wortes Gottes zu beachten gilt. Sie ist nicht nur in Altes und Neues Testament unterteilt, sondern unterscheidet zum Beispiel auch: • die Zeit Adams und Evas • die Zeit vor der Sintflut • die Zeit Abrahams und der Patriarchen • die Zeit Moses und des Gesetzes • die Zeit des Kommens Christi und der Evangelien • die Zeit der Gnade und der Gemeinde nach Pfingsten • die Zeit der Trübsal, des Tages des Herrn • die Zeit der Wiederkunft Jesu und Seines Königreichs • und die Zeit des neuen Himmels und einer neuen Erde Die Bibel nennt die Zeit vor der Sintflut die «alte Welt» (2.Petr 2,5) oder auch die «damalige Erde» (2.Petr 3,6). Die Zeit nach der Sintflut wird «die jetzigen Himmel … und die Erde» genannt (2.Petr 3,7). Eine Zeit ging jeweils aus der anderen hervor, aber man kann sie kaum miteinander vergleichen. Jede Heilszeit hat ihre eigenen Regeln bzw. Grundlagen. So ist beispielsweise die Zeit des Gesetzes nicht mit der Zeit vor dem Gesetz und auch nicht mit der Zeit des derzei-

tigen Gnadenzeitalters zu vergleichen. Deshalb müssen unsere Kinder heute nicht mehr beschnitten werden, wir müssen nicht mehr den Sabbat halten und auch nicht auf Schweinefleisch verzichten. Der Dispensationalismus gründet sich auf die biblische Tatsache, dass das Wort Gottes selbst eindeutig unterschiedliche Zeitepochen lehrt. Sie ist also keine menschliche Erfindung. Die nachfolgenden Bibelstellen belegen dies: «Lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters» (Mt 28,20). «Keiner von den Fürsten dieses Zeitalters hat sie erkannt – denn wenn sie sie erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben» (1.Kor 2,8). «Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist» (1.Kor 10,11). «… über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen» (Eph 1,21). «Damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus» (Eph 2,7).

Die Jüdische, 7.5.2007 vdekeyser@europarl.eu.int (9.5.2007)

Jede Heilszeit hat ihre eigenen Regeln. Heute müssen wir nicht mehr den Sabbat halten und auch nicht auf Schweinefleisch verzichten
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Im Blickfeld
«Dem Könige der Zeitalter aber, dem unverweslichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen» (1.Tim 1,17). «Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn» (Hebr 1,1-2). Es gibt also: • «vor den Zeitaltern» (Mehrzahl) • «dieses Zeitalter» • «Ende der Zeitalter» (das betrifft unsere Zeit bzw. das Gemeindezeitalter) • «kommende Zeitalter» (das messianische Reich) • «von den Zeitaltern her» Überdies ist es wichtig, die verschiedenen Bücher der Bibel zu unterscheiden. Alles ist Wort Gottes und durch Seinen Geist inspiriert. Die Bibel ist jedoch auch ein Lehrbuch, bei dem es Regeln zu beachten gilt: • Das Alte Testament dient zur Vorbereitung der Erlösung • Die Evangelien sind die Ausführung der Erlösung • Die Apostelgeschichte ist die Verkündigung der Erlösung • Die apostolischen Briefe dienen zur Erklärung der Erlösung. (Die apostolische Lehre in den Briefen löst die zeitbegrenzte Gegenwart der Apostel ab und ist für die Gemeinde verbindlich.) • Die Offenbarung ist die Vollendung der Erlösung Wir sollten auch nicht ignorieren, dass es im Neuen Testament zwei Übergangsbücher gibt: 1. die Apostelgeschichte, in der das Evangelium von den Juden auf die Gemeinde übergeht, die aus Juden und Heiden besteht. 2. die Offenbarung, in der das Heilshandeln Gottes von der Gemeinde wieder auf das Judentum übergeht. Die Bibel legt nicht umsonst so viel Gewicht auf die rechte Teilung der Schrift: «Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt (oder: in gerader Richtung schneidet)» (2.Tim 2,15-18). Paulus vergleicht den Umgang mit dem Wort Gottes mit einem Facharbeiter. Ein Maurer zum Beispiel muss darauf achten, dass seine Arbeit den Regeln der Architektur entspricht. Er darf nicht einfach nach Lust und Laune mauern, sonst müsste er sich am Ende seiner Arbeit schämen. Das Nichtbeachten der Heilszeiten kann fatale Folgen haben. • Weil man zwischen Israel, der Gemeinde und den Nationen keinen biblischen Unterschied mehr machte (1.Kor 10,32; Apg 15,14-17), konnte die Ersatztheologie aufkommen. Die Gemeinde wurde an Israels Stelle gesetzt. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Juden ausgerechnet in christlichen Ländern arg bedrängt und verfolgt wurden. • Durch das Nichtbeachten der Tatsache, dass die apostolische Zeit und Vollmacht einzigartig ist, entstanden manche Irrlehren. Demnach müssten heute noch die gleichen Zeichen und Wunder geschehen wie damals (Hebr 2,3-4). Und nur aus diesem Irrtum heraus konnte auch die Lehre entstehen, dass es heute noch Apostel gebe. Die Apostel waren jedoch nur für die Grundlage der Gemeinde eingesetzt worden (Eph 2,20). • Durch das Nichtbeachten des Unterschieds zwischen Altem und Neuem Bund kam es in der Kirche so weit, zwischen «Geistlichen» und «Laien», zwischen Priestern und Mitgliedern zu unterscheiden. Man lehnte sich an die Priesterschaft des Alten Testaments an und übersah, dass nach neutestamentlicher Lehre alle wiedergeborenen Christen Priester sind (Offb 1,5-6; 5,10). Kirchen wurden wie Tempel gebaut, Priester kleideten sich wie die aaronitischen Hohepriester des Alten Bundes. Man räucherte und besprengte dieses und jenes mit Weihwasser, ähnlich wie man es im Alten Testament mit Blut tat. Dies alles hinderte die Gemeinde Jesu letztlich nur daran, geistlich vorwärtszukommen, und sorgte für Trennungen innerhalb der Gemeinde. Es gab keine Bruderschaft mehr, wo sich jeder persönlich dem Wort Gottes verpflichtet wusste, und keine biblische Leitung durch Ältestenschaft. • Durch das Nichtberücksichtigen der verschiedenen Heilszeitalter sind manche Christen und Gemeinschaften einer falschen Gesetzlichkeit verfallen. Sie beachteten nicht, dass das Gesetz

zeitlich begrenzt war (2.Kor 3,11; Eph 2,15-16; Hebr 8,13). Das bedeutet nicht, dass die Gemeinde Jesu gesetzlos ist, denn sie steht unter einem neuen Gebot (vgl. z.B. Joh 13,34; 15,12). • Das Nichtbeachten der biblischen Unterschiede führte dazu, dass man die Entrückung und die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit durcheinanderbringt. Und weil man den Blick für Israels Zukunft verlor, wurde die Wiederkunft Jesu ans Ende des Tausendjährigen Reiches auf den Jüngsten Tag verschoben. • Durch das Nichtbeachten der Heilszeiten wird vieles vergeistlicht, obwohl die Bibel etwas anderes lehrt. So glaubt man nicht mehr an ein buchstäbliches zukünftiges Königreich Jesu auf Erden. Die Offenbarung wird demzufolge rein symbolisch ausgelegt.

Paulus vergleicht den Umgang mit dem Wort Gottes mit einem Facharbeiter. Ein Maurer zum Beispiel muss darauf achten, dass seine Arbeit den Regeln der Architektur entspricht • Auch das sogenannte «Wohlstandsevangelium» entspringt einem falschen Verständnis des Wortes Gottes, weil man die Unterscheidung der Lehre nicht beachtet. • Aber auch für das persönliche Glaubensleben ist die Unterscheidung sehr wichtig. Viel Not ist nur deshalb entstanden, weil man gewisse Bibelverse verkehrt anwendet. So ist beispiels-

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weise zu beachten, dass die für Israel bestimmten Segnungen in erster Linie irdisch ausgerichtet sind (5.Mo 28,2), die Verheissungen an die Gemeinde hingegen sind geistlich-himmlischer Natur (Eph 1,3). Einem Kind Gottes, das dem Herrn gehorsam ist, ist nicht unbedingt Reichtum oder ein langes, gesundes Leben verheissen, wohl aber geistliche Segnungen. Der Bibelvers «Denn so viele Verheissungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns» (2.Kor 1,20) bedeutet nicht unbedingt, dass wir beliebig alle Verheissungen auf uns anwenden können. Vielmehr besagt er, dass alle Verheissungen in Jesus ihre Erfüllung finden, sowohl die Verheissungen für Israel als auch diejenigen für die Zukunft der Nationen und für die Gemeinde. Selbstverständlich wendet der Heilige Geist auch Bibelverse des Alten Testaments, zum Beispiel der Psalmen oder anderer biblischer Bücher auf uns persönlich an, um uns dadurch zu trösten, zu ermahnen oder zu ermutigen. Manchmal kann ein Wort Gottes perfekt auf unsere Lebenssituation zugeschnitten sein, aber das darf nicht verallgemeinert werden. Nicht alles in der Bibel spricht von uns, wohl aber alles zu uns! Nehmen wir als Beispiel das Hohepriesterliche Gebet Jesu in Johannes 17. Im ersten Teil betet Jesus für sich persönlich (V 1-5). Im zweiten Teil spricht Er über die Apostel (V 6-19) und im dritten Teil über die Gemeinde (V 20-25). Der bekannte Bibelausleger J.F. Walvoord sagte: «Bei der Betrachtung des ganzen Zeugnisses der Bibel ist es fast genauso wichtig für den Gläubigen, der den Willen Gottes tun will, das zu erkennen, was nicht auf ihn zutrifft, wie das zu erkennen, was für ihn gilt.» (Grundlagen biblischer Lehre). Und der Reformator Martin Luther schrieb in seiner Schrift «Unterweisung, wie sich Christen in Mosen sollen schicken»: «Es ist alles Gottes Wort, wahr ist es. Aber Gottes Wort hin, Gottes Wort her, ich muss wissen und Acht haben, zu wem das Wort Gottes geredet ist. … Man muss mit der Schrift säuberlich handeln und fahren. … Man muss nicht allein ansehen, ob es Gottes Wort sei …, sondern vielmehr, zu wem es geredet sei, ob es dich treffe oder einen anderen …» Darum, weil wir allem glauben, was geschrieben steht, glauben wir auch an die Unterscheidung der verschiedenen Heilszeiten (Haushalte), die uns innerhalb der Bibel offenbart werden. N.L. 

Streiflicht Die geschenkte Gerechtigkeit
Robert Ley war Leiter der Deutschen Arbeitsfront und einer der führenden Politiker des Nationalsozialismus. Er sagte im Blick auf Jesus Christus, der die «Sünde der Welt hinweggenommen hat» (vgl. Joh 1,29): «Diesen brauche ich nicht. Ich brauche kein Lamm Gottes, vor dem ich auf den Knien rutsche und das ich um Gnade anwinsle. Das mögen die Christen tun, dieses feige, unmännliche Volk. Ich stehe gerade vor meinem Herrgott, und wenn ich einmal was verkehrt gemacht habe, nun, das fress ich dann selber aus vor dem Herrgott. Aber ich brauch kein Lamm Gottes, das mich kleidet mit seiner Gerechtigkeit!» Bei dem Nürnberger Prozess jedoch, als von ihm Gerechtigkeit eingefordert wurde, erhängte er sich in seiner Zelle (aus «Des Meisters Ruf» von Arno Pagel). Robert Ley war einer der führenden NS-Leute. Er wusste um die Möglichkeit der geschenkten Gerechtigkeit in Jesus Christus. Leider hat er diese jedoch nie in Anspruch genommen! Wir haben wahrscheinlich nicht die gleichen Verbrechen begangen, sondern leben vielmehr nach dem Grundsatz «Tue recht und scheue niemand». Doch lassen wir uns nicht täuschen! Gottes Massstab, die Bibel, sagt uns Folgendes: «Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid» (Jes 64,5). Und so kommt Gott in seinem Schiedsspruch zu folgendem Urteil: «Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer» (Röm 3,10). Dass wir dennoch Luft zum Atmen haben, es auf unsere Felder regnet, der Wind die Weizenfelder befruchtet, ist nichts anderes als die Gnade Gottes. Ja, Gott geht in Seiner Gnade noch weiter, heisst es doch in Matthäus 5,45: «Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.» Und Jeremia sagt in Klagelieder 3,22, dass es die Güte Gottes ist, «dass wir nicht gar aus sind». Diese Güte Gottes trägt das ganze Universum und hält es mit ihrem kräftigen Wort zusammen (Hebr 1,3). Durch diese Seine Güte möchte Gott, dass wir umkehren, Busse tun und Ihm recht geben: «Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?» (Röm 2,4). Umkehren und Busse tun! Leider gibt es Menschen, unter ihnen auch viele, die sich Christen nennen, welche sich die Richtlinien des Wortes Gottes zu eigen gemacht haben. Sie leben mehr oder weniger nach dessen Vorgaben und werden entsprechend auch gesegnet, sagt doch die Bibel: «Gerechtigkeit erhöht ein Volk» (Spr 14,34). Doch wenn wir damit auf unsere eigene Gerechtigkeit bauen, sind wir auf dem Holzweg, denn für die Ewigkeit reicht diese bei weitem nicht. Dazu braucht es mehr, nämlich eine bessere und zudem geschenkte Gerechtigkeit. Es ist dies die Gerechtigkeit Jesu Christi! Unsere eigene menschliche Gerechtigkeit mag zwar sehr gut sein und ansprechend aussehen. Doch in Gottes Augen ist sie nicht mehr wert als ein altes, stinkendes, zerrissenes Kleid, wie es in Jesaja 64,5 heisst. Jesus Christus bietet uns ein neues Kleid an: Seine Gerechtigkeit. In Jesaja 61,10 heisst es: «Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.» Diesen «Mantel der Gerechtigkeit» hat Jesus Christus am Kreuz von Golgatha mit Seinem Blut erworben. Jeder nun, der sich dieses Kleid anziehen lässt, von dem sagt die Bibel: «So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. … Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt» (Röm 8,1.33-34). Bei diesem geschenkten «Mantel der Gerechtigkeit» spielt die Vergangenheit keine Rolle: Jeder darf ihn sich überziehen. Jeder findet darin Platz. Er ist genug gross geschnitten. Er passt selbst dem schlimmsten Sünder und macht ihn gerecht. Entsprechend dürfen wir mit dem Liederdichter sprechen: «Jesu Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, mit dem will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd’ eingehn!» Bergen wir uns darum täglich in dieser Bekleidung der Gnade, von der wir lesen: «Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen» (Offb 19,8).
S.R. 
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Biblische Botschaft

Bewahrt im finstern Tal

Wenn der gute Hirte, der Herr Jesus, bei den Seinen ist, haben sie alles – ob sie nun auf «Tabors Höhen» wandeln oder sich im «finstern Tal» befinden.

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Marcel Malgo

U

nd ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir …» (Ps 23,4). Warum müssen Menschen, die durch die Wiedergeburt ein Eigentum des Herrn Jesus geworden sind, selbst wenn sie durch das finstere Tal wandern, kein Unglück fürchten? Weil der gute Hirte bei ihnen ist und Seine Gegenwart ihnen Trost vermittelt.

Nein, wir sollten vielmehr Sein Handeln in unserem Leben bejahen, auch wenn wir es nicht verstehen: Er macht keinen Fehler! Sie mögen sich momentan auf einem für Sie sehr schweren Weg befinden, doch wenn Sie zu diesem Leiden ein Ja haben, es aus Gottes Hand nehmen, wird es ihnen leichter fallen, es zu tragen.

Trost mitten im Leid
Wiedergeborene Christen müssen nicht nur viel leiden, sondern sie erfahren darin auch immer wieder die wunderbar helfende Hand des Allmächtigen. Ja, im Leiden um Gottes willen sind grosse Segnungen verborgen, wie es auch schon die Gläubigen des Alten Bundes erfahren und bezeugt haben: «Der Gerechte muss viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus dem allem» (Ps 34,20). «Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergötzten (a.Übers.: erquickten) meine Seele» (Ps 94,19). Auch das Neue Testament spricht klar davon, zum Beispiel in 2. Korinther 1,5: «Denn gleichwie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum.» In Römer 8,17 wird gelehrt, dass wiedergeborene Christen zum Leiden, danach aber auch zur Herrlichkeit berufen sind: «Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.» Gerade in diesem Bibelvers steht das Leiden um Christi willen inmitten von Worten grosser geistlicher Segnungen. Und hier sehen wir einmal mehr das wunderbare Prinzip, dass sich die Bibel am besten mit der Bibel selbst auslegt. Denn alle, die sich durch den guten Hirten führen lassen, brauchen kein Unglück zu fürchten, selbst wenn sie im finstern Tal wandern müssen (Ps 23,4). Wenn Sie als Kind Gottes durch das finstere Tal gehen, müssen Sie nicht in panischer Angst die Gegenwart des Herrn herbeibeten – denn Er ist auch im Leid und in den Leiden bei Ihnen: «Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du

Was ist mit dem «finstern Tal» gemeint?
Es ist eine Tatsache, dass Kinder Gottes bisweilen im «finstern Tal» wandern müssen. Der Psalmist sagt: «Der Gerechte muss viel leiden …» (Ps 34,20), und er bekennt: «Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen …» (Ps 94,19). Neutestamentliche Gläubige waren sich der Tatsache, dass Kinder Gottes leiden müssen, durchaus bewusst: «Und sie (Paulus und Barnabas) predigten dieser Stadt das Evangelium und machten viele zu Jüngern. Dann kehrten sie zurück nach Lystra und Ikonion und Antiochia, stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen» (Apg 14,21-22). Im Auftrag des Paulus musste Timotheus die Christen in Thessalonich sogar ermahnen, in den Bedrängnissen nicht etwa wankend zu werden, weil sie wussten, dass es ihnen auferlegt war, durch das «finstere Tal» zu wandern: «Denn ihr wisst selbst, dass uns das bestimmt ist» (1.Thess 3,3). Es ist also nicht nur so, dass über Kinder Gottes von Zeit zu Zeit Leiden hereinbrechen. Nein, dahinter steckt der Plan des Ewigen, der Seine Kinder dazu bestimmt hat. Weshalb das so ist, wird uns im Römerbrief erklärt, wobei das gewiss nicht der letztendliche Grund ist: «Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden …» (Röm 8,17). Die Leiden des Christen haben mit seinem Erbe zu tun: Weil wir «Gottes Erben und Miterben Christi» sind, werden uns Leiden nicht erspart bleiben. Dieses tiefe Geheimnis können wir mit unserem menschlichen Verstand nicht befriedigend erklären. Aber wir dürfen auch nicht meinen, alles, was mit unserem grossen Gott zu tun hat, unbedingt erklären zu müssen.

Die Leiden des Christen haben mit seinem Erbe zu tun: Weil wir «Gottes Erben und Miterben Christi» sind, werden uns Leiden nicht erspart bleiben

bist bei mir …» (Ps 23,4). Es heisst nicht «… dann wirst du zu mir kommen», sondern «du bist bei mir». Wo Kinder Gottes sich auch immer befinden, auf Tabors Höhen oder in geistlicher Wüste – der Herr Jesus ist stets bei ihnen. Der Psalmist sagt es so: «Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war» (Ps 139,1516). Wenn wir das «finstere Tal» durchwandern müssen, geht es darum, dass wir uns der Gegenwart des guten Hirten völlig bewusst sind; in Seiner Nähe müssen wir kein Unglück fürchten! Noch einmal: Wir brauchen in einer solchen Lage nicht darum zu beten, dass Er zu uns kommen möge. Vielmehr liegt es an uns, darum zu beten und zu ringen, dass wir uns Seiner Gegenwart ganz bewusst sind und uns Seiner freuen. Denn aufgrund von Johannes 10,28-29 kann uns niemand aus Jesu Hand noch aus des himmlischen Vaters Hand reissen. Durch ein solches Verhalten, das sich – mitten im finstern Tal – im Glauben auf die sicheren Zusagen Gottes stützt, wird Er geehrt. Das so Tröstliche und Wunderbare ist, dass der Herr Jesus nicht nur eine gewisse Weile bei den Seinen bleibt und dann wieder weggeht, sondern dass Er konstant bei ihnen bleibt, wie Er gesagt hat: «Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt» (Mt 28,20). Die Worte «bis an das Ende der Welt» haben laut einer Studienbibel folgende Bedeutung: «Vollendung, Aufhebung, Beendigung, endgültiges Ende; alles zusammen zu Ende bringen». Deshalb hat Franz Eugen Schlachter übersetzt: «bis ans Ende der Weltzeit», und die Elberfelderbibel sagt es so: «bis zur Vollendung des Zeitalters.» Der gute Hirte ist also stets und in jeder Lage bei denen, die Er mit Seinem am Kreuz von Golgatha vergossenen Blut teuer erkauft hat. Halten auch Sie an dieser unverbrüchlichen Tatsache fest; denn das wird Ihnen helfen, wenn Sie im finstern Tal wandern, damit zu rechnen, dass der Herr Jesus stets bei Ihnen ist.
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Biblische Botschaft
«Wenn ich auch gar nichts fühle, von Deiner Macht …
… Du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht.» Viele singen diesen Liedvers in christlichen Versammlungen, wo andere Gläubige gegenwärtig sind, mit andächtiger Ergriffenheit. Stehen sie dann aber im Alltag vor Problemen und im «finstern Tal», denken sie gar nicht mehr an die Gegenwart des Herrn und dass Er sie selbst dann führt, wenn sie nichts davon verspüren. Sicher kennen Sie das Gefühl, wo man meint, von Gott und Menschen verlassen zu sein. Auch der Psalmist war davon nicht unberührt und betete flehentlich: «Wache auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoss uns nicht für immer!» (Ps 44,24). Schläft der Herr bisweilen? Keineswegs! Vielmehr steht geschrieben: «Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht» (Ps 121,4). Der gute Hirte ist immer gegenwärtig und schaut nach uns, auch wenn wir nichts davon merken oder verspüren. Was der Herr zu Josua gesagt hat, gilt auch jedem Kind Gottes: «Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen» (Jos 1,5). Als Nathanael dem Herrn Jesus, seinem Meister, das erste Mal begegnete, begrüsste der gute Hirte ihn mit den Worten: «Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist!» (Joh 1,47). Darüber war Nathanael sehr erstaunt und fragte: «Woher kennst du mich?» Jesus antwortete: «Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!» (V 48). Nathanael hatte keine Ahnung davon, dass die Augen des Heilandes schon lange auf ihm ruhten und ihn beobachteten. Es mag sein, dass Sie – wie einst Elia – unter einem «Strauch in der Wüste» liegen und nicht mehr ein noch aus wissen oder wie Jona missmutig unter einer «Rizinus-Staude» sitzen. Wo und wie Sie sich auch immer befinden mögen, was Sie auch tun: Die Augen des guten Hirten ruhen auf Ihnen. Er sieht Sie, auch wenn Sie davon keine Ahnung haben! Nathanael sass, wie er meinte, unbeobachtet unter dem Feigenbaum. Aber da war Einer, der Heiland, der ihn, ja selbst seine Gedanken, schon längst gesehen hatte. Der Psalmist wusste um die Allgegenwart des Herrn und drückte es so aus: «Ich sitze oder stehe auf, so weisst du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege» (Ps 139,2-3). Wenn Sie durchs finstere Tal gehen und denken, dass selbst Gott sie allein gelassen hat, dann sprechen Sie vertrauensvoll dieses kurze Gebet: «Herr, ich sehe Dich im Moment nicht; aber Du siehst mich. Herr, ich spüre Deine Hand im Moment nicht; aber Du spürst die meine. Herr, ich empfinde Deine Nähe nicht; aber dennoch stehst Du neben mir.» Wenn Sie durch den Glauben Jesu Eigentum geworden sind (Joh 1,12; 3,16), dann dürfen Sie voller Zuversicht mit dem Psalmisten sprechen: «Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir» (Ps 23,4).

Von der wunderbaren Allwissenheit und Hilfe Gottes
Wenn wir selbst noch gar nicht wissen, wann und wo bei uns die Wanderschaft durch das «finstere Tal» beginnt, der Herr weiss es schon längst. Er ist es, der Ihr und mein Leben plant. Deshalb ist Er mit jeder Einzelheit, die uns im finstern Tal begegnen wird, schon längst vertraut, wenn wir noch nicht einmal auf dem Wege dorthin sind. Ist das nicht ein gewaltiger Trost? Ganz gewiss, denn das bedeutet, dass kein Mensch seinem sogenannten Schicksal überlassen, sondern für einen jeden alles genauestens abgemessen ist. Die folgende Begebenheit möge diese Wahrheit unterstreichen: Die Jünger Jesu befanden sich einmal in einem Schiff auf dem sturmgepeitschten See Genezareth und wollten schon am Leben verzagen. Wo befand sich der Herr Jesus? Er war es, der damals als Erster in das Schiff stieg und sich damit dieser Seenot auslieferte: «Und er (Jesus) trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein grosser Sturm im Meer, sodass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde …» (Mt 8,23-24). Der gute Hirte selbst kam als Erster mit dieser Seenot in Berührung, als Seine Jünger noch keine Ahnung davon hatten. Wie steht es bei Ihnen? Müssen Sie sich vielleicht bald einer Operation unterziehen? Der gute Hirte kennt bereits alle Einzelheiten. Oder stehen Sie vor einem schwierigen Gespräch, vor dessen Verlauf Sie sich jetzt schon fürchten? Haben Sie keine Angst; denn Er ist bei Ihnen und kennt bereits jedes Wort, das dann gesprochen werden wird. Selbst wenn Sie, weil Sie Christ sind, vor Gericht gezogen werden und nicht wissen, was sie dann sagen sollen – der Herr Jesus wird Ihnen durch Seinen Heiligen Geist helfen, hat Er es doch so verheissen: «Wenn sie euch aber führen werden in ihre Schulen und vor die Obrigkeit und vor die Gewaltigen, so sorget nicht, wie oder was ihr antworten oder was ihr sagen sollt; denn der heilige Geist wird euch zu derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt» (Lk 12,11-12). Oder wissen Sie nicht, wie es in Ihrer Familie weitergehen soll? Fürchten Sie sich nicht; denn Er, der gute Hirte, sieht bereits jeden Tag, jede Stunde und jede Minute, die sich in Ihrem Leben noch ereignen werden! Die Hilfe des Herrn kommt nie zu spät, sondern immer genau zum rich-

«Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir …»

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Stehen Sie vor einem schwierigen Gespräch, vor dessen Verlauf Sie sich jetzt schon fürchten? Der gute Hirte ist bei Ihnen und kennt bereits jedes Wort, das dann gesprochen werden wird! tigen Zeitpunkt! Das sehen wir zum Beispiel in Lukas 7: «Und es begab sich danach, dass er (Jesus) in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seine Jünger gingen mit ihm und eine grosse Menge. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe; und eine grosse Menge aus der Stadt ging mit ihr. Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht!» (V 11-13). Warum ging Jesus damals die weite Strecke von Kapernaum nach Nain zu Fuss (Luftlinie ca. 35 km)? Die Antwort ist ganz einfach: Weil dort zu Nain ein Mensch in ein sehr finsteres Tal geraten war. Diese alleinstehende Witwe benötigte dringend Seine Hilfe. Sie muss wohl sehr beliebt gewesen sein, denn «eine grosse Menge aus der Stadt ging mit ihr». Aber was nützten ihr all diese Menschen, die es zwar gut mit ihr meinten, aber ihren einzigen Sohn, der gestorben war, nicht wieder lebendig machen konnten? Das konnte nur der Sohn Gottes, dessen Herz beim Anblick dieser trauernden Witwe aus Barmherzigkeit zerfloss: «Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht!» Das geschah nahe beim Stadttor von Nain. Wenn Jesus nicht gekommen wäre, hätte man den einzigen Sohn dieser Witwe draussen vor der Stadt begraben. Aber der gute Hirte war auf die Minute zur Stelle, «berührte den Sarg … Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter» (V 14-15). Das Tal, durch das Sie momentan wandern, mag sehr finster sein. Aber eines ist ganz gewiss: Der gute Hirte ist nicht nur ganz nahe bei Ihnen, sondern Er wird auch dafür sorgen, dass die Hilfe rechtzeitig eintrifft. Nehmen Sie die folgende Verheissung ganz kindlich in Anspruch: «Gott ist getreu, der euch nicht lässt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende gewinne, dass ihr’s könnet ertragen» (1.Kor 10,13). Das Wort Jesu «… siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende» (Mt 28,20) ist nicht nur eine Zeitangabe, wie lange der Herr bei den Seinen bleiben wird. Vielmehr beinhaltet Seine Zusage auch, dass Er selbst dann bei uns ist, wenn Himmel und Erde untergingen. Der Psalmist hat die Macht der bewahrenden Hand des guten Hirten einmal so beschrieben: «Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen» (Ps 91,7). Genauso ist Er jetzt bei

Ihnen im finsteren Tal; so steht Er jetzt neben Ihnen und hält Ihre Hand fest! Deswegen brauchen Sie kein Unglück zu fürchten: «Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir …» (Ps 23,4). Wenn Sie das glauben – denn «ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen» (Hebr 11,6) –, wird Ihnen das finstere Tal, das Sie jetzt durchwandern, wie schlimm es auch scheinen mag, zu einem Ort des Segens werden. Psalm 84,6-8 sagt es so: «Wohl den Menschen, deren Stärke in dir liegt, in deren Herzen gebahnte Wege sind. Wenn solche durch das Jammertal gehen, machen sie es zu lauter Brunnen, und der Frühregen bedeckt es mit Segen. Sie schreiten von Kraft zu Kraft, erscheinen vor Gott in Zion.» Das klingt ganz unwahrscheinlich – ein finsteres Tal, ein Jammertal, das zu einem Quellort des Segens wird –, aber so etwas ist möglich, wenn Sie an die unmittelbare Gegenwart des guten Hirten und an Seine Stärke glauben! – Und zwar deshalb, weil der gute Hirte auch im finsteren Tal bei Ihnen ist! Sie sind dann zwar noch im finstern Tal, aber die Gegenwart des guten Hirten ist stärker als die tiefste Finsternis, die in diesem Tal herrschen mag. Kurz zusammengefasst: Wenn der Herr Ihr Hirte ist, dann ist Er auch im finsteren Tal bei Ihnen. Ob Sie sich im Moment auf Tabors Höhen oder in einem finstern Tal befinden, der Herr war schon immer gegenwärtig und Er wird bei Ihnen bleiben bis an das Ende der Welt. Auch wenn Sie denken, Er sei abwesend, so umgibt Er Sie trotzdem. Es war Ihm schon lange zuvor bekannt, dass Sie durch dieses finstere Tal wandern müssen und was Ihnen dort alles begegnen wird, als Sie davon noch keine Ahnung hatten. Und seien Sie gewiss: Wenn Sie an Seine Gegenwart und an Seine rechtzeitige Hilfe glauben, dann wird Seine Hilfe niemals zu spät kommen, auch wenn Sie das nach Ihrem Gefühl meinen. Das Beängstigende im finstern Tal ist ja, dass wir zwar an die Gegenwart des guten Hirten glauben. Aber wir fragen uns oft mit bangem Herzen: Wann endlich kommt die Hilfe? Ich möchte Sie ermutigen, nicht an Ihrem Herrn zu zweifeln oder zu denken, Ihr Problem berühre Ihn etwa gar nicht. Nein, glauben Sie vielmehr daran, dass Seine Hilfe nie zu spät kommt, obgleich sie oft anders aussieht, als wir es uns wünschen. Aber Er greift bestimmt ein, und zwar stets zur rechten Zeit! 

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Fragen – Antworten
«Zungenreden» – ein heisses Eisen
In der Gemeinde Jesu wird über das Reden in Zungen oft sehr hitzig diskutiert. In der März-Ausgabe hat unser Mitarbeiter Samuel Rindlisbacher in der Fragen-/Antwort-Rubrik dazu Stellung genommen. Im Folgenden holt er noch ein wenig weiter aus, um eine vertiefte Antwort zu geben.
70 n.Chr., als die Römer Jerusalem dem Erdboden gleich machten, sondern schon am Pfingstfest! Als der Heilige Geist kam – und zwar auf alles Fleisch –, da wurde das Volk Israel als Heilsorgan Gottes zur Seite gestellt, um damit einem neuen Heilsorgan Platz zu machen: der Gemeinde Jesu. Dieses Zur-Seite-Stellen Israels sollte nach der Schrift so lange dauern, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen sein würde (vgl. Röm 11,1-12.25). Als die Jünger nun an Pfingsten in Zungen (das heisst in ihnen nicht geläufigen Sprachen) redeten, war das für Israel ein Gerichtszeichen! Israel musste erkennen, dass Gott nun nicht mehr nur Hebräisch sprach (wie heute noch in den Synagogen üblich), sondern in den Sprachen der ganzen Welt. Denn nachdem Israel das Heil abgelehnt hatte, ging dieses über an die Heiden. Entsprechend sollte nun das Evangelium allen Völkern gepredigt werden. Das erste Mal geschah das an Pfingsten: «Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien, in Judäa und Kappadocien, in Pontus und Asien; in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den Gegenden Lybiens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Zungen die grossen Taten Gottes verkünden! Sie erstaunten aber alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum andern: Was soll das sein?» (Apg 2,6-12). Für die Juden war dieses Ereignis etwas völlig Befremdliches! Was sollte das bedeuten? Die Antwort des Petrus – auch wenn er damals die ganze Tragweite dieses Ereignisses noch nicht verstand – ist äusserst aufschlussreich: «Da trat Petrus mit den Elfen auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; denn es ist erst die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: ‹Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgiessen von meinem Geist über alles Fleisch. Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgiessen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben» (V 14-17). Nicht mehr nur Juden sollten die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, sondern von nun an alle, die Jesus Christus im Glauben annehmen. Selbst für die Jünger bzw. Apostel war dies etwas völlig Neues. Doch wie Petrus es vorausgesagt hatte, wurde dieses Neue durch Zeichen, Wunder und Visionen bestätigt! Vergleichen Sie dazu bitte auch die Ereignisse aus Apostelgeschichte 10,10-16. Wir sehen dort, wie Gott ein spezielles Zeichen benützte, um der Gemeinde (Petrus) Seinen Ratschluss zu bestätigen. Zu diesen Zeichen und Wundern gehört auch das Zungenreden. Ist es nicht interessant, dass das Zungenreden in der Apostelgeschichte immer nur dort vorkam, wo Gott eine neue Tür Seiner Heilsgeschichte aufstiess? Es passierte dabei genau das, was Jesus in Apostelgeschichte 1,8 voraussagte: «Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.» Genau diese Reihenfolge können wir in der Ausbreitung des Evangeliums erkennen. Ein Zweites ist ebenfalls festzustellen: Immer dort, wo das Zungenreden auftrat, waren auch Juden zugegen. Gott betonte dadurch, dass niemand von der Gnade ausgeschlossen ist. Gleichzeitig zeigte es aber auch, dass Israel als Heilsorgan Gottes momentan auf die Seite gestellt ist. Dies so lange, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist. Betrachten wir nun kurz das dreimalige Auftreten des Zungenredens in der Apostelgeschichte:

I

n 1. Korinther 14,22 lesen wir: «Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden.» Achten Sie auf das Wörtchen «Zeichen». Es ist ein Hinweis, ähnlich einem Verkehrsschild, das die Aufmerksamkeit auf sich lenken will. In unserem Fall ist es das «Zungenreden». Laut den Aussagen des Apostels Paulus ist es ein Hinweis für die Ungläubigen. Da taucht natürlich die Frage auf, welche Ungläubigen damit gemeint sind: die Heiden oder die ungläubigen Juden? Meines Erachtens kann uns hier Jesaja 28,11-12 weiterhelfen. In diesem Kapitel droht Gott dem Volk Israel, insbesondere seinen geistlichen Führern, das Gericht an. Denn obwohl Er über Jahrhunderte hinweg versucht hatte, Israel zur Umkehr zu bewegen, wurde es immer gottloser! So warnte Gott Israel, dass eine Zeit kommen würde, in der Er zu ihnen reden werde – nicht mehr durch Propheten, sondern «durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache» (Jes 28,11). Doch Gott wusste im Voraus, dass auch dieses Reden kein positives Resultat zeitigen würde, weshalb Er durch Jesaja prophezeite: «Aber sie wollten nicht hören» (V 12). Aus Hebräer 1,1-2 geht klar hervor, dass Jesus Christus das letzte, ultimative Reden Gottes zu Israel war. Selbst Jesus betont dies. Vergleichen Sie dazu zum Beispiel Lukas 20,1-15. Nachdem alles Reden Gottes – selbst im Sohn – nichts gebracht hatte, blieb nur noch das eine übrig: Gericht! Dieses Gericht begann (nach der Verwerfung Jesu) nicht erst

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Zu Pfingsten in Jerusalem (Apg 2). Bei diesem erstmaligen Auftreten des Zungenredens waren nur Juden zugegen. Dieses Zungenreden war der Beginn von etwas völlig Neuem – der Gemeinde Jesu. Gott redete nun alle Sprachen. Für Israel war das ein Zeichen des Gerichts. Beim zweiten Auftreten des Zungenredens kamen Heiden zur Gemeinde Jesu hinzu. Anwesende Zeugen dieses Ereignisses waren Juden! In Apostelgeschichte 10,44-47 lesen wir diesbezüglich: «Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, erstaunten, dass die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen. Da antwortete Petrus: Kann auch jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie wir?» Das Erstaunen der Judenchristen war ausserordentlich gross! Es war etwas völlig Neues für sie, etwas Unvorstellbares und völlig Ungewohntes. Die Heiden (die Unreinen, die im «Heiden»-Vorhof einen speziellen Platz hatten und nicht näher treten durften) sollten nun plötzlich angenommen sein? Und nun sollten Juden und Heiden sogar etwas Gemeinsames bilden, die Gemeinde Jesu? Um das den Juden erneut zu bestätigen, geschah wiederum ein Zeichen: das Zeichen des Zungenredens. Die dritte und letzte Erwähnung des Zungenredens finden wir in Apostelgeschichte 19,1-6: «Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei! Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sprachen: Auf die Taufe des Johannes. Da sprach Paulus: Johannes hat mit der Taufe der Busse getauft und dem Volke gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das heisst an Christus Jesus. Als sie das hörten, liessen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.» Diese «Gläubigen» waren keine Christen, sondern Gläubige des Alten Bundes:

Juden! Sie glaubten von ganzem Herzen an den Gott ihrer Väter, waren jedoch nicht bekehrt und hatten daher den Heiligen Geist nicht empfangen. (Nach Epheser 1,13 macht der Heilige Geist in jedem Menschen Wohnung, wenn er sich bekehrt und wiedergeboren wird, und nach Johannes 14,16 verlässt Er ihn dann nie mehr!) Die oben erwähnten Menschen werden vom Evangelium angesprochen und gehen auf das Reden Gottes ein. Sie entschliessen sich für die Jesusnachfolge und nehmen Jesus Christus als ihren persönlichen Herrn an. Dementsprechend empfangen sie den Heiligen Geist. Um den anwesenden Juden zu zeigen, dass Gott nicht durch

Gott hat sich nicht geändert. Er ist gestern und heute derselbe! Dennoch hat Gott in verschiedenen Zeiten auf verschiedene Weise geredet, wie wir das in der Kindererziehung auch machen. Die Eltern bleiben gleich. Das Älter-und-Reifer-Werden der Kinder erfordert jedoch unterschiedliche Erziehungsmassnahmen. Würde Gott heute noch so strafen wie bei Ananias und Saphira – also in der ersten Gemeinde –, dann wäre die Gemeinde Jesu zu einem grossen Teil entvölkert. Das Zungenreden war ein göttliches Zeichen der Beglaubigung, ein Zeichen des Gerichts für Israel und ein Zeichen des Übergangs in eine neue Heilszeit: die Zeit der Gnade, der Gemeinde. Entsprechend schreibt Paulus an die Korinther: «Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird» (1.Kor 13,8). Das heisst: Das Zeichen des Redens in Zungen wird aufhören, wenn dessen Die Eltern bleiben gleich. Das Älter-und-Reifer-Werden der Kinder erfordert zeitweilige Aufgabe jedoch unterschiedliche Erziehungsmassnahmen erfüllt ist. Heute nun haben das Gesetz errettet, sondern vielmehr wir das vollständig abgeschlossene Wort durch den Glauben an Jesus Christus, Gottes. Dieses Wort sollen wir verkündifangen sie an, in Zungen zu reden. Noch gen! Paulus schreibt das kurz vor seinem einmal – dies sollte die anwesenden Ju- Tod an seinen geistlichen Sohn Timoden daran erinnern, dass Gott über Israel theus: «So ermahne ich dich inständig vor als Nation das Gericht beschlossen hat, Gott und Christus Jesus, der da kommen dass aber für jeden, der an Jesus glaubt, wird zu richten die Lebenden und die der Himmel aus Gnaden offensteht! Toten, und bei seiner Erscheinung und Wir dürfen nie ausser Acht lassen, seinem Reich: Predige das Wort, steh dass Gott in Zeiten des Übergangs im- dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; mer Zeichen und Wunder geschehen weise zurecht, drohe, ermahne mit aller liess, um das Neue einzuläuten und zu Geduld und Lehre. Denn es wird eine legitimieren! Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre Einige Beispiele: nicht ertragen werden; sondern nach • Kain war der erste Mörder. Zu sei- ihren eigenen Gelüsten werden sie sich nem eigenen Schutz gab Gott ihm ein selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen spezielles Zeichen. die Ohren jucken, und werden die Ohren • Bei der Gesetzgebung am Sinai von der Wahrheit abwenden und sich den offenbarte sich Gott in Donner, Blitz Fabeln zukehren» (2.Tim 4,1-4). Bleiben und Rauch. Dem Volk Israel war es bei wir in der Verkündigung dieses Wortes! Todesstrafe verboten, sich dem Berg zu Denn dieses Wort «ist nütze zur Lehre, nähern. Selbst das Vieh wurde mit dem zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Tod bestraft! Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der • Als die Gemeinde Jesu ins Leben Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem gerufen wurde, starben Ananias und guten Werk geschickt» (2.Tim 3,16). Saphira einen sofortigen Tod, weil sie S.R.  Gottes Geist belogen hatten.
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Vorschau
Die nächste Ausgabe erscheint am 31.07.2007, mit u.a. diesem Thema*:

Dir kann nur Jesus helfen Von Bürgschaften, mündlichen Versprechen und dem Bürgen Jesus
Wer seinem Kind etwas verspricht, es aber nicht hält, macht sich unglaubwürdig. Und wer aus sogenanntem Goodwill seinem Nächsten zusagt, für seine Schulden aufzukommen bzw. für ihn zu bürgen, der ist unvernünftig. Für die Sündenschuld aber kann nur einer bürgen: Jesus Christus! In den «Berliner Privat-Infos», Nr. 1081, war zu lesen: «Achtung: Besser Geld leihen als bürgen! Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt davor, für Kredit von Verwandten oder Freunden zu bürgen. Begründung: Bürgen haften bis zur vollständigen Höhe des Kredites zuzüglich der Zinsen, falls der Darlehensnehmer den Kredit platzen lässt. Besser als eine Bürgschaft sei deshalb ein privater Darlehensvertrag, in dem Darlehenshöhe und Rückzahlung genau festgelegt seien. Das Risiko sei so im Gegensatz zur Bürgschaft besser kalkulierbar.» Der Volksmund sagt: «Bürgen heisst würgen.» Und die Bibel, das Wort Gottes, hat schon vor Tausenden von Jahren in Bezug auf eine Bürgschaft von Unvernunft gesprochen: «Ein unvernünftiger Mensch ist, wer sich durch Handschlag verpflichtet und gegenüber seinem Nächsten Bürgschaft leistet» (Spr 17,18). Durch Sein Wort warnt Gott ernsthaft vor Bürgschaften, liefert aber gleich auch das «Rezept», anhand dessen einem Menschen die Möglichkeit gegeben wird, eine bereits eingegangene Bürgschaft wieder rückgängig zu machen: «Mein Sohn, hast du dich für deinen Nächsten verbürgt, für einen Fremden dich durch Handschlag verpflichtet, bist du durch ein mündliches Versprechen gebunden, gefangen durch die Worte deines Mundes, so tu doch das, mein Sohn: Rette dich, denn du bist in die Hand deines Nächsten geraten! Darum geh hin, wirf dich vor ihm nieder und bestürme deinen Nächsten. Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keinen Schlummer! Rette dich aus seiner Hand wie eine Gazelle und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers!» (Spr 6,1-5). Weil es für den heiligen, gerechten und ewigen Gott keinen anderen Weg gab, um als Bürge für die in Sünde gefallene Menschheit einzutreten, wurde Er in Jesus Christus Mensch und machte den Sohn Seines Wohlgefallens für uns zur Sünde (2.Kor 5,21). Als Lamm Gottes (Joh 1,29) liess sich Jesus mit unseren Sünden beladen und bezahlte durch Sein Blutvergiessen und Seinen Tod am Kreuz stellvertretend den Lohn der Sünde, den wir verdient hätten (Röm 6,23): «Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden» (1.Petr 2,24). Weil Jesus selbst ohne Sünde war (Joh 8,46; 1.Petr 2,22), vermag allein Sein am Kreuz vergossenes Blut uns von Sünden zu reinigen: «… das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde» (1.Joh 1,7). Das geschieht jedoch nicht automatisch, sondern kann nur auf dem Weg der Sündenerkenntnis und des Sündenbekenntnisses erlangt werden: «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit» (V 9). Das Wunderbare ist nun aber, dass Jesus weder am Kreuz noch im Grab blieb, sondern auferstand, wie Er es zuvor gesagt hatte: «Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen» (Joh 10,17-18). Weshalb hatte Jesus diese Macht? Weil Er gleichzeitig Mensch und auch Gott ist. Diesbezüglich schreibt Johannes an wiedergeborene Christen: «… wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben» (1.Joh 5,20). Deshalb tut es Not, Jesus Christus in Herz und Leben aufzunehmen: «Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben» (Joh 1,12). Nehmen auch Sie den Herrn Jesus in Ihr Herz und Leben auf! Nur so erlangen Sie ewiges Leben: «Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht» (1.Joh 5,12). W.H. 

«Die Nacht ist vorgerückt»
*Änderungen vorbehalten

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INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE W.H. = Werner Huber; N.L. = Norbert Lieth; S.R. = Samuel Rindlisbacher

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