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Grusswort

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden wir von immer schlimmeren Schreckens-
meldungen überrollt. Feuersbrünste richteten überall auf der Erde unvorstellbare Zerstörungen an.
Anhaltende Regenfälle machten aus Bächlein reissende Flüsse, die ganze Dörfer und Städte unter
Wasser setzten. Orkane höchster Stärke hinterliessen totale Verwüstung. Viele Existenzen wurden
vernichtet und fassungslos erlebten Menschen, wie ihnen alles genommen wurde, ja schlimmer
noch, dass es vor dem herannahenden Tod kein Entrinnen mehr gab.
Eine drastische Tragödie ereignete sich in Griechenland, wo wegen der grassierenden
Feuersbrünste viele Menschen bei lebendigem Leib verbrannten. Können Sie sich das vorstellen:
Eine Feuerwalze kommt unaufhaltsam auf Sie zu und der rückwärtige Fluchtweg ist bereits
abgeschnitten? Die Ihnen entgegenschlagende Hitze wird immer grösser. Ihnen bleibt nur ein
schreckliches Warten. Es ist nicht auszuschliessen, dass unter denen, die auf so tragische
Weise zu Tode gekommen sind, auch Christen waren. Denn es ist keineswegs so, dass wir als
Christen einen unantastbaren Schutzwall um uns haben, der uns vor allen Heimsuchungen
Inhalt bewahren würde. Nein, wir leben in dieser Welt und sind den Katastrophenszenarien genauso
ausgesetzt wie alle anderen. In Jesaja 43,2 steht die an das Volk Israel gerichtete Verheissung:
«Denn so du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht sollen
ersäufen; und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht
Biblische Botschaft versengen.» Als Gläubige des Neuen Bundes dürfen wir uns im Glauben daran festhalten,
4 «Dein Reich komme!» – Das Vaterunser sind doch alle Verheissungen in Jesus Christus auch für uns Ja und Amen (2.Kor 1,20); doch
16 Nur Gutes kommt vom Herrn während sie für Israel auf der irdischen Ebene liegen, sind sie für uns geistlicher Natur. Im Vers
zuvor sagt der Herr: «Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem
Namen gerufen; du bist mein» (Jes 43,1). Die Tatsache, dass wir als wiedergeborene Christen
Im Blickfeld erlöst und teuer erkauft sind durch das Opfer Jesu Christi, ist die Garantie, dass Gott, der Herr,
auch in Zeiten grösster Anfechtungen und Nöte bei uns ist. Es könnte durchaus sein, dass auch
10 Warum nicht umgekehrt? wir um Jesu willen den Tod erleiden müssen, aber dann wäre der Herr bei uns. Und wir würden
12 Wo liegt die Wurzel der Moral? mit Ihm durch dieses dunkle Tal hindurch zur ewigen Herrlichkeit schreiten. In 1. Korinther
10,13 lesen wir: «Gott ist getreu, der euch nicht lässt versuchen über euer Vermögen, sondern
macht, dass die Versuchung so ein Ende gewinne, dass ihr’s könnet ertragen.» Wunderbar
Mitternachtsruf ist diesbezüglich auch die Aussage Jesu: «Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden
15 Radio Neue Hoffnung nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reissen» (Joh 10,28). Nie
mehr umkommen bedeutet nicht, dass Kinder Gottes vor dem leiblichen Tod bewahrt werden.
Wenn wir nicht zuvor verwandelt und entrückt werden (vgl. 1.Kor 15,51-52; 1.Thess 4,16-18),
Fragen – Antworten müssen wir ausnahmslos alle durch die Schatten des Todes hindurch. Aber wir werden den
«zweiten Tod», von dem Offenbarung 20 spricht, nicht erleiden. Der «zweite» bzw. «andere»
20 Stigmata
Tod ist die ewige Verdammnis, die nie endende Verlorenheit und Qual in der Hölle. Diese
20 Warum fand Petrus Gnade und muss unbeschreiblich schrecklich sein! Die Situation der Menschen in Griechenland, die bei
Judas nicht? lebendigem Leib von der Feuersbrunst erfasst wurden, ist ein schwaches Abbild davon.
Wie muss diesen Menschen wohl zumute gewesen sein, als die teilweise bis zu 20 m hohe
Flammenwalze unaufhaltsam auf sie zukam und sie nicht entfliehen konnten? Hebräer 10 redet
in Bezug auf das ewige Feuer auch von solch einem «schrecklichen Warten»: «Denn wenn wir
3 Grusswort mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt
13 Aufgegriffen für die Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts
und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird» (Hebr 10,26-27). Im
21 Streiflicht
Hebräerbrief wird auch die Frage gestellt, auf die es keine Antwort
22 Dir kann nur Jesus helfen gibt: «Wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so grosse Errettung
22 Impressum missachten?» (Hebr 2,3).

In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis


Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

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Biblische Botschaft

«Dein Reich
komme!»
Das Vaterunser
Der Herr Jesus Christus spricht: «Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein
Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser
täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern verge-
ben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn Dein ist das
Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Denn so ihr den Menschen ihre Fehler
vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre
Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben» (Mt 6,9-15).
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Dr. theol. Lothar Gassmann «Herr» drückt Ehrfurcht und Demut wieder auf den richtigen Weg.» Nur
aus; «Vater» jedoch kennzeichnet die das Gotteskind kann «Vater» zu Gott
liebevolle Vertrauensbeziehung zum sagen, und das werden wir nur durch

I
m Vaterunser lehrt uns Jesus Vater im Himmel. die Wiedergeburt von oben, die wir
Christus ein Gebet, das wir ein- Wer kann und darf zu Gott «Vater» als Bekehrung erleben. Die Folgen
zeln für uns allein, aber auch in sagen? Nur das Kind, das zum Vater im der Wiedergeburt sind Vertrauen und
der Gemeinschaft beten können, Himmel gehört! Nun müssen wir uns Liebe zum himmlischen Vater. Durch
worauf schon die Anrede Gottes mit prüfend fragen, ob wir Kinder Gottes die Wiedergeburt wird der ferne Gott
«Unser Vater» hinweist. Dieses Gebet sind. Wie werden wir denn Kinder zum nahen, liebenden Vater, welchen
wurde sehr bekannt und leider auch Gottes? Jesus Christus spricht: «Ich sage wir sogar noch vertrauter mit «Abba»,
sehr missbraucht. In vielen Kreisen und dir, es sei denn, dass jemand geboren dem aramäischen Wort für «Papa», an-
Kirchen wird es heruntergeplappert wie werde aus Wasser und Geist, so kann er reden dürfen. Diese Anrede findet sich
ein magisches Ritual. Aber dieses Gebet nicht in das Reich Gottes kommen» (Joh nur im Neuen Testament, aus welchem
sollen wir bewusst, mit Ernsthaftigkeit 3,5). Nur das Kind Gottes kann zu Gott ich zwei Stellen zitieren möchte: Jesus
und von Herzen vor den Thron Gottes «Vater» sagen, und das werden wir nur Christus hat gerade in Seiner schwersten
bringen. So wollen wir nun dieses Gebet durch Bekehrung und Wiedergeburt. Stunde diese Anrede gebraucht, näm-
Vers für Vers betrachten. Das Wort Gottes muss uns so treffen, lich im Garten Gethsemane, als Seine
dass eine Wiedergeburt stattfindet, die Todesstunde, der Todeskelch, ganz nahe
Vater unser Leben um 180 Grad verändert, war: «Abba, mein Vater, es ist dir alles
sodass wir nicht mehr auf der Strasse der möglich. Nimm diesen Kelch von mir!
Das erste Nomen (= Hauptwort) Sünde, des Verderbens in Richtung Hölle Doch nicht was ich will, sondern was
dieses Gebetes lautet: Vater (gr.: pater). laufen, sondern auf dem schmalen Pfad du willst» (Mk 14,36). Jesus Christus
Welche Liebe, welche Vertrauensbe- des ewigen Lebens zur himmlischen schickt sich hier in den Willen des
ziehung zwischen dem Beter und sei- Herrlichkeit. Wir dürfen Jesus Christus Vaters, in Seinen Erlösungsplan für die
nem Gott kommt in diesem Wort zum anrufen, Ihm unsere Sünden bekennen Welt. Er kommt als Sohn ganz vertrau-
Ausdruck! Beim Gebet wird Gott ja auf und auf Sein stellvertretendes Opfer von ensvoll-kindlich mit Seiner Angst zum
verschiedene Art angeredet. In liberalen Golgatha vertrauen. Dann zieht der Hei- Vater und spricht Ihn mit «Papa» an.
Landeskirchen hört man oft die Anrede lige Geist bei uns ein und macht uns zu In Römer 8,14-16 beschreibt der
«Gott», zum Beispiel: «Gott, schaffe Kindern Gottes, die nun von Ihm be- Apostel Paulus den neuen Stand der
Gerechtigkeit!» «Gott, schaffe Frieden!» stimmt bzw. «getrieben» werden. Dann wiedergeborenen Christen, die nicht
Diese Anrede wirkt sehr distanziert. sind wir von Neuem geboren. mehr Knechte, sondern Kinder sind:
Auch wird in der heutigen multireligiö- Wenn wir dann wieder einmal in «Welche der Geist Gottes treibt, die
sen Kultur alles Mögliche und Unmögli- Sünde fallen, sollen wir gleich wie- sind Gottes Kinder! Denn ihr habt nicht
che als «Gott» bezeichnet. In liberalen, der aufstehen, das heisst Gott unsere einen knechtischen (sklavischen) Geist
von feministischer Sünde bekennen empfangen, dass ihr euch abermals
Theologie durch- und darüber Bus- fürchten müsstet, sondern ihr habt ei-
drungenen kirch- In vielen Kreisen und se tun: «Herr, ich nen kindlichen Geist empfangen, durch
lichen Kreisen
wird Gott sogar als
Kirchen wird das Vater- habe gesündigt.
Bitte vergib mir
welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!
Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm
«Mutter» bezeich- unser heruntergeplap- und bringe mich Geist, dass wir Gottes Kinder sind.»
net. Der Begriff
«Gott» muss des-
pert wie ein magisches
halb definiert und Ritual
gefüllt werden:
Meinen wir den
lebendigen Gott in Jesus Christus oder
irgendwelche heidnischen, feministi-
schen Muttergottheiten oder andere
heidnische Götter?
Aus diesem Grunde verwenden wir
Christen lieber die Anrede «Herr», die
im Gebet Ehrfurcht und Demut aus-
drückt. Sie meint den Herrn, der uns
regiert und vor dem wir uns in Ehrfurcht
im Gebet neigen.
Jesus Christus lehrt uns im Vaterun-
ser die vertrauensvolle Anrede Gottes
mit «Vater». So redet ein Kind Gottes
auf liebevolle Weise Gott als seinen Vater
im Himmel an.
Zusammenfassend gesagt ist die
Anrede «Gott» ziemlich distanziert
und nicht konkret genug; die Anrede

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erklärt werden kann. Überwältigend
Biblische Botschaft ist das Firmament bei klaren Nächten,
wenn man die unzähligen Sternbilder
sehen kann. Dieses Verständnis von
Nur Jesus Christus ist die Brücke zum Ein bekannter Begründer des Pietismus, Himmel gehört zur Schöpfung und hat
Vater, der eingeborene Sohn, unser Erlö- Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, nichts mit dem Himmel zu tun, in wel-
ser und Retter. Wenn wir zu Ihm gehö- hat den berühmten Satz geprägt: «Ich chem Gott wohnt.
ren, sind wir nicht mehr Knechte und statuiere kein Christentum ohne Ge- Über das Firmament hinaus gibt es
Sklaven, sondern Brüder und Freunde meinschaft.» Es gibt heute leider eine den Himmel als den Wohnort Gottes,
Jesu. In Johannes 15,15 spricht Jesus: ganze Reihe von Christen, die keine der für uns in seiner Herrlichkeit unvor-
«Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte Gemeinschaft haben. Es gibt Gegenden, stellbar ist. Der sichtbare Himmel und
seid, denn ein Knecht weiss nicht, was die geistlich wie räumlich sehr öde und die Erde sind ja die Schöpfung Gottes,
sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, leer sind – im Gegensatz beispielsweise von welcher der Herr durch den Pro-
dass ihr Freunde seid; denn alles, was zum Schwarzwald, wo vielerorts Gottes pheten Jesaja spricht: «Der Himmel
ich von meinem Vater gehört habe, habe Wort verkündigt wird, wenn auch nicht ist mein Thron und die Erde ist der
ich euch kundgetan.» überall ungekürzt und ungeschmälert. Schemel meiner Füsse» (Jes 66,1). In
diesem Vers ist der sichtbare Himmel,
das Firmament, gemeint. Dies zeigt uns,
wie unbegreiflich gross Gott in Seiner
Majestät ist und wie weit Er all unser
Begreifen und Erfassen übersteigt.
Gott ist majestätisch, heilig, macht-
voll und herrlich. Dies sollten wir in
unseren Gottesdiensten und Evangeli-
sationen immer vor Augen haben und
darum unsere Dienste mit Ehrfurcht
vor Gott tun und nicht mit falscher
Vertraulichkeit. Gott darf nicht auf eine
kumpelhaft-menschliche Ebene herabge-
zogen werden, was in manchen Verkün-
digungen durch lächerliche Pantomime
und Anspiele leider heute oft geschieht.
Diese Dinge sind
Gott ein Gräuel.
In liberalen Landes- Ein «Spassevange-
kirchen hört man oft lium» widerspricht
eindeutig der Hei-
die Anrede «Gott», zum ligkeit Gottes und
Diesem Ausspruch Jesu gehen Seine
bewegenden Worte voraus: «Niemand
Es ist wichtig, dass
man Gemeinschaft
Beispiel: «Gott, schaffe ihm liegt eine
Verniedlichung
hat grössere Liebe als der, der sein Leben sucht, und wenn Gerechtigkeit!» «Gott, Gottes zugrunde.
lässt für seine Freunde. Ihr seid meine
Freunde, wenn ihr tut, was ich euch ge-
es nur ein kleiner
Hauskreis ist. Ich
schaffe Frieden!» Wie anders lauten
die Schilderungen
biete» (Joh 15,13). Jesus Christus, unser rate vereinzelten der Gottesbegeg-
Freund, hat für uns, für Seine Freunde, Christen, sich zusammenzuschliessen. nungen der Propheten wie zum Beispiel
Sein Leben gegeben; und wir sind Seine Durch Mission, verbunden mit Haus- Jesajas Berufung. Als er den Herrn sehen
Freunde, wenn wir Ihm im Gehorsam kreisgründung, fängt Gemeinschaft vor durfte, rief er aus: «Weh mir, ich verge-
nachfolgen. Ort an. he! Denn ich bin unreiner Lippen und
wohne unter einem Volk von unreinen
Unser Im Himmel Lippen» (Jes 6,5). Müssen wir dies nicht
auch von uns sagen, wenn wir ehrlich
Nun kommen wir zu dem Pronomen An die Bezeichnung «Unser Vater» sind? Möge der Herr auch uns von un-
«unser». Die Anrede Gottes im Vaterun- schliesst sich der Begriff «in dem seren Sünden reinigen!
ser heisst ja «Unser Vater im Himmel». Himmel» bzw. «in den Himmeln» an.
Christsein heisst, Gemeinschaft mit dem Himmel wird auf Hebräisch mit dem Geheiligt werde Dein Name!
Vater im Himmel und auch untereinan- Plural schamajim und Griechisch mit
der zu haben. So ist das Vaterunser vor uranos bzw. der Mehrzahl uranoi wie- In diesen Zusammenhang wird die
allem ein Gemeinschaftsgebet. Im Käm- dergegeben. Der Begriff «Himmel» hat erste Bitte gestellt: «Dein Name werde
merlein verrichtet der Christ das stille, verschiedene Bedeutungen: Er kann das geheiligt.» Es gibt viele Namen in der
persönliche Gebet; in der Gemeinschaft, Firmament bezeichnen, das wir als blaue Welt. Gott selbst hat Adam beauftragt,
in der Gemeinde dürfen wir zusammen- atmosphärische Umhüllung wahrneh- den Tieren einen Namen zu geben. Aber
kommen und Anliegen vor den Herrn men. Das Blau am Tage entsteht durch es gibt einen Namen, den Adam nicht
bringen, die uns gemeinsam bewegen. eine Lichtbrechung, die physikalisch nennen konnte und welcher erst Mose

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am brennenden Dornbusch offenbart
wurde: der Name des allmächtigen Got-
tes in Form des Tetragramms «JHWH».
Die Vokale hat man im Hebräischen
weggelassen, und so ist die Aussprache
des Namens unklar (wahrscheinlich
«Jahweh», wobei die Aussprache «Je-
hova» vermutlich nicht richtig ist). Die
Bedeutung des Namens allerdings ist:
«Ich bin, der ich bin» oder «Ich werde
sein, der ich sein werde».
Gott steht über
Zeit und Raum.
Er umfasst alles Nur das Kind Gottes
und ist durch
Seinen Sohn Jesus
kann zu Gott «Vater»
Christus in Seine sagen, und das werden
Schöpfung hinein-
gegangen, um uns
wir nur durch Bekehrung
von Sünde und und Wiedergeburt
Schuld und ewiger
Trennung von Ihm
zu erlösen. Wir können Gott nicht mit
Worten fassen und Sein Name steht
über allen Namen. Gottes Name muss
geheiligt, das heisst abgesondert werden
von allen anderen Namen. Gottes Name haben das Reich Gottes verkündigt, die Menschen, die das Reich Gottes in
ist über allen Namen und Ihm allein ge- aber auch Johannes der Täufer als der frevelhafter Weise vorwegnehmen
bührt Ehrfurcht und Anbetung. So steht letzte und grösste der vormessianischen wollen.
auch in den Zehn Geboten, dass wir den Propheten, und auch der Herr und Got- Es gibt einen Satz, der zwar nicht aus
Namen Gottes heiligen sollen und Ihn tessohn Jesus selbst. «Tut Busse, denn der Bibel stammt, aber doch wahr ist:
nicht missbrauchen dürfen: «Der Herr das Reich Gottes ist nahe herbeige- «Wer auf Erden ohne Gott den Himmel
wird den nicht ungestraft lassen, der sei- kommen!», lautete der Zuruf Johannes errichten will, wird der Hölle den Weg
nen Namen missbraucht!» (2.Mo 20,7). des Täufers und auch des Herrn Jesus bereiten.» In Fremdworten ausgedrückt:
Wie viel Spott, Lästerung, Götzendienst, beim Beginn ihrer heilsgeschichtlichen «Humanität ohne Divinität wird zur Bes-
Religionsvermischung geschieht heute, Wirksamkeit. Der Bussruf ist auch der tialität.» Das heisst: Menschentum ohne
in welchen der Name Gottes verunehrt zentrale Punkt in der Pfingstpredigt des Gott wird zum bestialischen (tierischen)
und mit heidnischen Götzen vermischt Apostels Petrus: «Tut Busse, und lasse Dasein. Wir denken an die reissenden
wird! Ein Gräuel! Und in antichristlicher sich ein jeglicher taufen auf den Namen schrecklichen Tiere, die der Prophet
Zeit wird Gottes Name ganz besonders Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, Daniel geschaut hat (Dan 7). Es sind
mit Füssen getreten! In 2. Thessaloni- so werdet ihr empfangen die Gabe des Raubtiere – ein Symbol für die Gewalttä-
cher 2 hören wir, dass der Mensch der Heiligen Geistes» (Apg. 2,38). tigkeit und Grausamkeit der geschauten
Sünde, der Mensch der Gesetzlosigkeit Durch Jesu Geburt in Bethlehem, Reiche auf Erden. Am schlimmsten ist
auftreten, sich selbst in den Tempel Got- Sein Wirken und Seine Wundertaten das letzte unbezähmbare Tier mit den
tes setzen und vorgeben wird, Gott zu kam das Reich Gottes, zunächst einmal sieben Köpfen und zehn Hörnern. Diese
sein (V 3-4). Was für ein schrecklicher unsichtbar, aber keimhaft aufwachsend Tiere verkörpern den Antichristen und
Frevel! bis zur Gründung der Gemeinde an die teuflische Macht, die hinter ihrer Er-
Nein, der Name Gottes soll geheiligt Pfingsten. Erst wenn Jesus Christus scheinung die Fäden in der Hand hat.
werden, als Name über allen Namen wiederkommt in Macht und Herrlich- Dagegen steht, dass Gott allein Sein
ausgesondert, Er als der einzige Gott. keit, wird das Reich Gottes sichtbar für Reich errichten wird. Dies wird keine
Weil Gott rein und heilig ist, will Er die ganze Welt aufgerichtet. Diktatur, sondern das Friedensreich
auch die Reinigung unseres Lebens. Wenn wir die Bibel wörtlich nehmen, des Messias sein, dem schliesslich der
Im Neuen Testament heisst es: «Das ist etwa in Offenbarung 20, so erkennen neue Himmel und die neue Erde folgen
Gottes Wille, eure Heiligung!» (1.Thess wir: Zuerst kommt das Tausendjährige werden. Eine Bitte knüpft an die andere
4,3). Der Name des Herrn wird auch da- Friedensreich, in welchem der Teufel an. Die nächste Bitte lautet:
durch geheiligt, dass Seine Jüngerinnen gebunden ist. Der Mensch hat aber im-
und Jünger ein geheiligtes Leben führen mer noch die Möglichkeit abzufallen, Dein Wille geschehe wie im Himmel
und Ihm dadurch Ehre machen. denn es kommt zum letzen Aufstand
von Gog und Magog. Erst dann wird
so auf Erden
Dein Reich komme! Gott den neuen Himmel und die neue Der Wille Gottes wurde durch Rebel-
Erde schaffen. «Siehe, ich mache alles lion niedergedrückt. Luzifer, der schöns-
Die nächste Bitte lautet: «Dein Reich neu!», spricht Gott in Offenbarung 21,5. te Cherub, der in Hesekiel 28,11-19 im
komme!» Die Propheten im Alten Bund Gott wird alles neu machen – und nicht Bild des Königs von Tyrus symbolisch be-

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Im Blickfeld
schrieben ist, wollte selbst wie Gott sein,
wollte sich selbst aufschwingen über alle
Wesen und ist damit tief gefallen. So tief
wie ein Wesen nur fallen kann – er ist
durch und durch böse geworden.
Luzifer versucht nun, auch andere
Wesen, namentlich die Menschen, die
geschaffen wurden, in seine Rebellion,
in diesen Engel- und Sündenfall mit hi-
neinzuziehen. In 1. Mose 3 tritt er in
Gestalt der Schlange zuerst auf Eva zu.
Wir wissen, dass die Frau eher medial
durch Okkultismus, der Mann eher se-
xuell verführbar ist. So ist es kein Zufall,
dass die Schlange zuerst auf die Frau und
die Frau dann auf den Mann zugeht. Der «Abba, mein Vater.» Diese Anrede hat Jesus Christus in Seiner schwersten Stunde gebraucht, nämlich im
Teufel versucht immer, die Schwach- Garten Gethsemane, als Seine Todesstunde, der Todeskelch, ganz nahe war
punkte des jeweiligen Geschlechts aus-
zunutzen. Selbstverständlich sind Mann Heiligung: «Das ist Gottes Wille, eure passen. Die Bitte bedeutet auf jeden Fall:
und Frau beide schuldig geworden, aber Heiligung» (1.Thess. 4,3). Wenn wir von «Gib uns das notwendige Brot, das wir
die Kette der Versuchung geht von der Gott durch die Wiedergeburt gerettet täglich brauchen und das auch noch für
Schlange mit der medialen Erscheinung und ausgesondert sind, dann sollen wir morgen reicht, damit wir, wenn wir
einer teuflischen Inspiration über die Ihm durch unseren Herrn und Heiland heute arbeiten, auch für den morgigen
Frau zum Manne. Der Mann hört auf die Jesus Christus dienen, indem wir Ihm Tag schon das Nötige haben und uns
Stimme seiner bereits verführten Frau auf dem schmalen Weg nachfolgen. darum nicht mehr sorgen müssen.»
und wird durch die Frau als Vermittlerin Erlösung und Heiligung – das ist Gottes Im Kapitel 6 des Matthäusevangeliums
selbst verführt. Wille. Dies alles beinhaltet die Bitte: wird ja dann auch über das Fasten und
Beide wollen das gute Gebot Gottes «Dein Wille geschehe wie im Himmel das Sorgen gesprochen. Wir bitten um
übertreten und von der Frucht der so auf Erden.» Gottes Fürsorge, sodass wir uns um die
Erkenntnis des Guten und Bösen es- Soweit nun haben wir die Bitten des Zukunft nicht sorgen müssen.
sen, um selbst gottgleiches Wissen zu Vaterunsers betrachtet, die sich auf Gott Brot ist das Grundnahrungsmittel.
bekommen und dadurch nicht mehr und Seine Herrschaft beziehen – die drei Wir sollen nicht um Luxusgüter beten!
Gott über sich respektieren zu müssen. ersten Bitten. Nun kommen wir zu den Diese Bitte ist somit auch die Ablehnung
Selbst wie Gott zu sein – das ist die Bitten, die sich stärker auf den Men- eines luxuriösen Lebensstils in Schwel-
Wurzel der Versuchung. «Ihr werdet schen und sein Leben beziehen. gerei und Völlerei. Fressen und Saufen
sein wie Gott und wissen, was gut und bezeichnet die Bibel eindeutig als Sünde
böse ist; eure Augen werden aufgetan» Unser tägliches Brot gib uns heute (Gal 5,21). Es soll uns das genügen, was
(vgl. 1.Mo 3,5). Dies ist die Lockung, wir zum Überleben brauchen.
verbunden mit der Lüge: «Ihr werdet Die erste dieser Bitten klingt ganz Gleichzeitig ist diese Bitte eine Be-
nicht sterben» (vgl. V 4) – eine wahrhaft materiell: «Unser tägliches Brot gib sinnung gegen Schwärmerei und Über-
tödliche Dosis! uns heute.» Hierzu gibt es verschie- geistlichkeit. So gehören Mission und
Daher ist Gottes Wille, der gesche- dene Auslegungen, zumal ein Begriff Diakonie, Evangeliumsverkündigung
hen soll, folgender doppelter Wille: Ei- dieser Bitte schwer zu übersetzen ist: und Armenspeisung zusammen. Es wäre
nerseits will Gott «dass alle Menschen das griechische Wort epiousion. Luther grausam, den Menschen nur das Wort
gerettet werden und zur Erkenntnis der übersetzte es mit «täglich». Das Wort ist Gottes zu bringen und sie dabei leiblich
Wahrheit kommen» (1.Tim 2,4). Gott zusammengesetzt aus ousios (deutsch: hungern zu lassen. Ebenso grausam aber
möchte, dass wir umkehren, dass wir «seiend») und epi (deutsch: «darüber»); ist es (was heute häufig geschieht), sie
gerettet werden, indem das Evangelium also heisst es wörtlich übersetzt: «da- nur materiell zu versorgen und ihnen die
verkündigt wird und wir Busse tun über rüber seiend». Dies kann nun räumlich rettende Botschaft für ihre Seelen vor-
unser sündhaftes Leben. Dadurch wird oder zeitlich verstanden werden. Zeit- zuenthalten. Zusammenfassend gesagt:
die Gottesherrschaft in dieser Zeit schon lich verstanden würde es bedeuten: Gott ist gnädig und barmherzig. Er denkt
zeichenhaft aufgerichtet (nämlich da, «Das, was danach kommt», also das auch an unsere irdischen Bedürfnisse.
wo Jesus Christus in Menschenherzen «morgige» Brot, das Brot für morgen. Wir sind keine schwebenden Wesen
als König einziehen kann), um dann, Versteht man es räumlich, würde es be- in himmlischer Sphäre, sondern wir
wenn Gott alles neu schafft, vollendet deuten «das, was über dem Dasein ist», sind noch aus Fleisch und Blut hier auf
zu werden – nachdem die Welt durch das heisst was absolut notwendig ist, um der Erde. Wenn wir dem Herrn dienen
den Glaubensabfall und die grosse an- unsere Daseinsnot zu wenden; das Not- wollen, so brauchen wir auch unsere
tichristliche Trübsal hindurchgegangen wendige, um zu überleben. Nun denke tägliche Nahrung, allerdings einfach
ist. Andererseits ist Gottes Wille die ich, dass beide Bedeutungen zueinander und nicht luxuriös.

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Und vergib uns unsere Schulden, die Boshaftigkeit, die mit dem Teufel und Wachstum unseres Glaubens bei und
wie auch wir vergeben unseren seinem Einfluss zusammenhängt. Wie wir kommen dem Herrn näher. Wichtig
wir auch übersetzen mögen, wir dür- ist, dass wir in den Anfechtungen, sei es
Schuldigern fen auf jeden Fall um Erlösung von dem durch Krankheit oder durch Kampf ge-
Diese Thematik wurde von mir schon Bösen bitten, ob wir nun den Teufel oder gen die Sünde, den Herrn suchen: «Herr,
ausführlich in der Auslegung der Selig- die Folgen seiner Wirksamkeit meinen, hilf Du mir! Ich selbst habe keine Kraft.
preisungen, bei der Versöhnung und wobei beides untrennbar miteinander Aber Du kannst mir beistehen und mich
der Feindesliebe behandelt. Folgendes zusammenhängt. Jesus Christus hat die- hindurchbringen.»
möchte ich hier ergänzen: Es heisst se Bitte bestimmt bewusst so formuliert, Gott führt zwar nicht in Versuchung,
in dieser Bitte wörtlich: «Und vergib dass beide Bedeutungen darin enthalten aber er kann sie zulassen. In Hiob haben
uns unsere Schulden (ein Bild aus der sind. So bitten wir den Herrn, uns von wir hierfür das beste Beispiel: die Probe,
Schuldknechtschaft), wie wir unseren dem Bösen zu retten und zu befreien, ob Hiob Gott «umsonst liebt», das heisst
Schuldigern vergeben haben.» Hier was mit dem Wort «erlösen» umfassend ohne Vorteile davon zu bekommen (Hiob
steht die Vergangenheitsform (Perfekt). ausgedrückt ist. 1,9). Gott hat dem Teufel Spielraum ge-
Diese zeigt, dass wenn wir Gott bitten, Was bedeutet nun «Führe uns nicht geben, allerdings mit der begrenzenden
uns unsere Schulden und Sünden zu in Versuchung»? Auf den ersten Blick Auflage, Hiobs Leben nicht anzutasten.
vergeben, bereits vorher vergebungs- scheint hier ein Widerspruch hin- Wir dürfen den Herrn bitten, uns nicht in
bereit gegenüber unserem Nächsten sichtlich Jakobus 1,2-4 zu bestehen: solche Versuchungen wie Hiob zu brin-
sein sollen. Noch deutlicher sagt Jesus «Ihr lieben Brüder, achtet es für lauter gen. Ist es aber soweit, dann sollen wir
im Anschluss an das Vaterunser, dass der Freude, wenn ihr in mancherlei An- Gott bitten, dass Er uns von dem Übel
Vater im Himmel uns nur dann vergibt, fechtung (hier steht für Anfechtung das erlöst, dass der Teufel weichen muss.
wenn wir auch unseren Mitmenschen griechische Wort peirasmos, das man Das ganze Buch Hiob ist ein Kommentar
vergeben bzw. bereits vergeben haben. auch mit «Versuchung» übersetzen zu diesem Bibelvers: «… erlöse uns von
Dies ist die einzige Bitte, die nach dem kann.) fallet, und wisst,
Vaterunser noch einmal bekräftigt wird: dass euer Glaube, wenn
«Denn so ihr den Menschen ihre Fehler er bewährt ist, Geduld
vergebet, so wird euch euer himmlischer wirkt, die Geduld aber
Vater auch vergeben. Wo ihr aber den soll ihr Werk tun bis ans
Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so Ende, damit ihr vollkom-
wird euch euer Vater eure Fehler auch men seid und ohne Tadel
nicht vergeben» (Mt 6,14-15). und kein Mangel an euch
Dies ist sehr dramatisch und sehr ist.» Weiter steht in Vers
ernst zu nehmen. Daher die wichtige 12: «Selig ist der Mann,
Frage an Sie und an mich: Haben Sie der die Anfechtung er-
Ihrem Nächsten schon vergeben oder duldet, denn nachdem
halten Sie noch eine Sache zurück? er bewährt ist, wird er
Wenn Letzteres zutrifft, vergibt uns die Krone des Lebens
der himmlische Vater dann auch nicht. empfangen, welche Gott
Frieden, Liebe und Versöhnung können verheissen hat denen,
nur reifen, wenn wir von Herzen sagen: die ihn lieb haben.»
«Herr, lass uns nicht so kleinlich gegen- Steht nun die Bitte,
einander sein und uns die Schuld, die uns nicht in Versuchung
zwischen uns steht, so hoch anrechnen; hineinzuführen, im Wi- Die Bitte «Unser tägliches Brot gib uns heute» ist auch die Ableh-
denn Du hast mir ja so viel vergeben!» derspruch zu der Aussa- nung eines luxuriösen Lebensstils in Schwelgerei und Völlerei
Der Herr Jesus hat sich selbst als das voll- ge, dass der selig ist, der
kommene Opfer für unsere Sünden am die Versuchung erduldet? Keinesfalls! dem Bösen.» Hiob hat bestimmt auch
Kreuz von Golgatha dargebracht. Aber Natürlich dürfen wir bitten, dass Gott um Bewahrung vor diesen Leidenstälern
wir lehnen im Grunde dieses Opfer ab, uns nicht in die Versuchung hineinführt, gebeten, aber als er sich darin befand,
wenn wir dem anderen nicht vergeben. da Versuchungen, Anfechtungen immer hat er ausrufen können: «Ich weiss, dass
Lassen Sie uns von dieser schrecklichen schwere Kämpfe sind. Wenn wir uns mein Erlöser lebt!» (Hiob 19,25).
Sünde der Unversöhnlichkeit umkehren aber in der Versuchung bzw. Anfechtung Auch unser Herr Jesus Christus wur-
und Busse darüber tun! befinden, dann werden wir selig, wenn de versucht. Lesen wir dazu Matthäus
wir sie erdulden, das heisst, wenn unser 4,1-11. Aber Er siegte in allen Versu-
Führe uns nicht in Versuchung, Glaube sich bewährt. Ist der Glaube be- chungen. Auch für uns gilt, gegen diese
währt, so wirkt er Geduld. Wir sollen ja Angriffe geistlich zu kämpfen.
sondern erlöse uns von dem Bösen dem Herrn Jesus immer ähnlicher wer- Diese Betrachtung beendige ich mit
Früher übersetzte man im Deutschen den, wobei unser Ziel die Vollkommen- dem Vers, der auch das Vaterunser als
statt «von dem Bösen» «von dem Übel». heit ist. Die Versuchung ist zwar schwer, Lobpreis an Gott mit Trost und Zuver-
Im Griechischen steht der Dativ pone- aber wenn wir geistlich damit umgehen sicht abschliesst: «Denn dein (o Vater im
ro, welchen man männlich oder sächlich wie ein Hiob, der Gott selbst in grössten Himmel) ist das Reich und die Kraft und
übersetzen kann, sodass der Böse oder Bedrängnissen nicht abgesagt hat, der die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen» (Mt
das Böse gemeint sein kann. Der Böse nicht von Gott abgefallen ist in seiner 6,13). 
ist der Teufel und das Böse ist das Übel, Not, dann trägt sie zum Reifen, zum

MNR > Oktober 2007 9


Im Blickfeld

Weshalb schlägt Tiny Muskens nicht vor, dass alle Muslims im christlichen Holland nicht mehr «Allah», sondern «Gott» sagen sollten?

Warum nicht umgekehrt? man, was Allah angeht, in deutscher


und jeder anderen Sprache beim Namen
«Allah» und nennt ihn nicht «Gott»,
wie in der jeweiligen Landessprache
Streit um den Namen Gottes gibt es zurzeit in einem holländischen Ort, eigentlich üblich? Allah müsste in
wo der katholische Bischof «Gott» in «Allah» umbenennen will. Worauf lässt Deutschland «Gott», in Spanien «Dios»
dieser Trend schliessen? und in Ungarn «Isten» genannt werden.
Aber man bleibt, egal in welchem Land,

I
n einer Tageszeitung war zu lesen: Wenn es Gott egal ist, wie man Ihn beim Namen «Allah».
«Der katholische Bischof im holländi- nennt, warum bleibt man dann nicht Das Problem liegt nicht bei der
schen Breda, Tiny Muskens, sorgt mit bei dem Namen «Gott»? Wieso ist der grammatischen, sondern vielmehr bei
einer provokativen Idee für Aufregung: Er Bischof so darauf bedacht, Gott in christ- der geistlichen Interpretation. Dadurch
will, dass seine Schäfchen künftig ‹Allah› lich geprägten Ländern und Nationen wird deutlich, dass Allah keine Ge-
statt ‹Gott› sagen. ‹Gott ist es egal, wie in «Allah» umzubenennen? Weshalb meinsamkeit mit dem Gott der Bibel
die Menschen ihn nennen›, so die Be- schlägt er nicht vor, dass alle Muslims im hat und mit Ihm eben nicht identisch
gründung des 71-Jährigen. Das Wort ‹Al- christlichen Holland nicht mehr «Allah», ist; es handelt sich tatsächlich um zwei
lah› bedeute ja Gott, und in Indonesien sondern «Gott» sagen sollten? verschiedene Götter.
werde Gott in der Eucharistiefeier ‹Allah› Ein Missionar im Spanisch sprechen- Ist es Gott wirklich egal, wie wir Ihn
genannt. Der Vorsitzende der Protestanti- den Teil Südamerikas wird Gott «Dios» nennen? Gott ist und bleibt der Ewige,
schen Kirchen der Niederlande, Gerrit de nennen. In Italien nennt man Ihn «Dio» der sich durch Jesus Christus offenbart
Fijter, hat für diese Argumentation kein und in Ungarn «Isten». In lateinischer und sich uns über Ihn zugänglich macht.
Verständnis: ‹Wir sind doch hier nicht in Sprache wird Gott mit dem Satz «Solo Über Jesus als den «Immanuel» ist Gott
Indonesien!›»1 Deo Gloria» geehrt. Warum aber bleibt mit uns (Mt 1,21-23). Wer im Namen

10 MNR > Oktober 2007


Jesu betet, wird von Gott erhört (Joh wird der Name Jesu verleugnet, indem zu machen bzw. zu verleugnen. Kirchen,
14,13-14; 15,16; 16,23) und wer die- man sich für heidnische Religionen, Namenschristenheit und die Gemeinde
sen Namen anruft, wird errettet (Röm ja den Agnostizismus und Atheismus Jesu werden geduldet, wenn bei ihnen
10,13). Ausser Jesus Christus gibt es ab- öffnet wie kaum jemals zuvor. Nicht der Name Jesu nicht im Zentrum steht.
solut niemanden, durch den ein Mensch umsonst schreibt der Herr in Seinem Nach der vorhin zitierten Aussage in
gerettet werden kann: «… es ist in kei- Sendschreiben an Pergamus lobend: Offenbarung 2,13 geht es darum, am
nem anderen das Heil; denn es ist kein «Ich kenne deine Werke und (weiss), Namen Jesu festzuhalten und den Glau-
anderer Name unter dem Himmel den wo du wohnst: da, wo der Thron des ben an Ihn nicht zu verleugnen, selbst
Menschen gegeben, in dem wir gerettet Satans ist, und dass du an meinem wenn es – wie bei Antipas – Martyrium
werden sollen!» (Apg 4,12). Namen festhältst und den Glauben bedeuten sollte. Warum? Weil das von
Der Name Jesu steht ausdrücklich an mich nicht verleugnet hast, auch Satan gesteuerte Weltsystem den Namen
über jedem anderen Namen, der genannt in den Tagen, in denen Antipas mein Jesu in den letzten Tagen besonders an-
und religiös gebraucht wird. Es gibt kei- treuer Zeuge war, der bei euch getötet greifen wird. Das ist allerdings nichts
nen höheren Namen, den wir anrufen wurde, da, wo der Satan wohnt» (Offb Sonderbares, denn der Teufel selbst will
könnten um an eine höhere Instanz zu 2,13; vgl. Kap 3,8). angebetet werden (vgl. z.B. 2.Thess 2,3-
gelangen, als Seinen Namen. In Bezug Die ganze Welt inklusive der Re- 4). Wer aber den Namen Jesu vor den
auf den Namen Jesu heisst es in Epheser gierungen in den Ländern dieser Erde Menschen bekennt, bringt Gott dadurch
1,21: «… hoch über jedes Fürstentum sind von Satan beherrscht. Je mehr also immer wieder ein Lobopfer: «Durch ihn
und jede Gewalt, Macht und Herrschaft die Welt Einfluss auf das Christentum lasst uns nun Gott beständig ein Opfer
und jeden Namen, der genannt wird, gewinnt und je mehr Kirchen verstaat- des Lobes darbringen, das ist die Frucht
nicht allein in dieser Weltzeit, sondern licht werden, desto mehr bekommt der Lippen, die seinen Namen beken-
auch in der zukünftigen.» Die göttliche Satan darin Einfluss; dafür gibt es nen!» (Hebr 13,15).
Erlösungskraft wird in und durch den viele Beispiele aus der Vergangenheit. Von diesem Hintergrund aus gesehen
Namen Jesu umgesetzt: «… solche sind Satans vorrangiges Ziel besteht darin, ist die Aufregung in Breda verständlich,
etliche von euch gewesen; aber ihr seid dass der Name Jesu verleugnet wird. und wohl denen, die sich darüber noch
abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid Deshalb setzt er alles daran, dass die aufregen können. N.L. 
gerechtfertigt worden in dem Namen Regierungen dieser Welt gottwidrige
1
des Herrn Jesus und in dem Geist un- Gesetze erlassen, um das Wort Gottes 20 Minuten (Schweizer Zeitung), 17.8.2007
seres Gottes!» (1.Kor 6,11). Das Gebot und damit den Namen Jesu lächerlich
des himmlischen Vaters besteht darin,
dass wir an den Namen Seines Sohnes
Jesus Christus glauben, denn nur über Satan setzt alles daran, dass die Regierungen dieser Welt gottwidrige Gesetze erlassen
Ihn gelangen wir zu Ihm: «… das ist sein
Gebot, dass wir glauben an den Namen
seines Sohnes Jesus Christus …» (1.Joh
3,23). «Dies habe ich euch geschrieben,
die ihr glaubt an den Namen des Sohnes
Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges
Leben habt, und damit ihr (auch weiter-
hin) an den Namen des Sohnes Gottes
glaubt» (1.Joh 5,13).
Es gibt wohl kaum etwas Schlimme-
res, als den Namen Jesu zu verleugnen,
aber gerade das ist für die Endzeit vor-
hergesagt. Petrus schreibt in seinem
sehr prophetisch gehaltenen zweiten
Brief: «Es gab aber auch falsche Pro-
pheten unter dem Volk, wie auch unter
euch falsche Lehrer sein werden, die
heimlich verderbliche Sekten einfüh-
ren, indem sie sogar den Herrn, der sie
erkauft hat, verleugnen; und sie werden
ein schnelles Verderben über sich selbst
bringen» (2.Petr 2,1). Schon zur alttesta-
mentlichen Zeit traten immer wieder fal-
sche Propheten auf, was sich im frühen
Christentum kaum änderte. Aber be-
sonders stark wird dieses Phänomen in
der Endzeit in Erscheinung treten, und
zwar durch «falsche Lehrer». Gerade in
christlich geprägten Ländern, in denen
über Jahrhunderte das Evangelium von
Jesus Christus besonders wirksam war,

MNR > Oktober 2007 11


Im Beitrag des «Spiegels» heisst es:
Im Blickfeld «Jetzt macht sich die Erkenntnis breit:
Der Mensch kommt mit einem mora-
lischen Kompass auf die Welt, einem

Wo liegt die Wurzel


angeborenen Sinn für Gut und Böse …
Nicht allein Religionen und Rechtssys-
teme, nicht allein Eltern und Erzieher

der Moral?
bringen einem Menschen demnach Sitte
und Anstand bei – er kommt schon mit
einem Gespür dafür aus dem Geburts-
kanal. … Überall auf dem Erdenrund
wohnt Menschen offenbar das gleiche
Wieso kann der Mensch zwischen Gut und Böse unterscheiden, Gespür für Fairness, Verantwortung oder
Dankbarkeit inne. Jemanden mit Absicht
auch ohne dass es ihm beigebracht wurde? Warum hat er ein zu verletzen, wird in allen Kulturen für
schlechtes Gewissen, wenn er unrecht tut? schlimmer erachtet, als wenn dies ohne
Vorsatz geschieht. Schon Kleinkinder
verfügen über

D
as Nachrichtenmagazin «Der weder ein Produkt diese moralischen
Spiegel» widmete diesem der Vernunft noch Es ist ein sträfliches Ver- Grundurteile. Die
Thema einen Hauptbeitrag 1. abhängig vom säumnis, dass man die Rechtssysteme der
Darin wird erwähnt, wie heute auch Umfeld, in dem Nationen fussen auf
Naturwissenschaftler versuchen, «den er aufwächst und
Bibel nicht in die Überle- ähnlichen Geboten
Ursprung jenes Gespürs für das sozial lebt. Vielmehr ist gungen der Wissenschaft und Verboten, de-
‹richtige› Handeln zu ergründen …» das Böse im Men-
schen vorhanden,
einbezieht. Denn so käme ren Ursprünge
nicht weiter dis-
und zwar ist es von man viel schneller zu ei- kutiert werden.
Anfang an einfach nem gültigen Resultat Woher diese tiefen
da. Gut bürgerlich Überzeugungen
aufgewachsene kommen, haben
Menschen können zu den grausamsten die heute gängigen Denkschulen der
Taten fähig sein, Reiche können zu Philosophie nicht befriedigend erklä-
Dieben werden und oft genug tut der ren können.»
Mensch – entgegen aller Vernunft – das Was Denkschulen und Philosophien
Unvernünftige. nicht befriedigend erklären können, was
Dadurch wird deutlich (und das man mit angeborenem «Kompass» oder
scheint mehr und mehr auch vom Moralinstinkt umschreibt, nennt die Bi-
Standpunkt der Wissenschaft erklärbar bel das Gewissen. Und dieses ist uns
zu werden), dass der Mensch von Na- von Gott ins Herz gelegt worden. Jeder
tur aus böse ist, obwohl er um das Gute Mensch hat ein Gewissen und weiss,
weiss, und dass er nicht wirklich frei was gut und böse ist. Selbst diejenigen,
ist, willentlich zu entscheiden. Die Bibel die weder das göttliche Gesetz kennen
erklärt das allerdings nicht mit «Illusion» noch eine Bibel besitzen, wissen durch
oder mit einem «biologischen Phäno- das Gewissen in ihrem Herzen um rich-
men», sondern mit dem Wort «Sünde» tig oder falsch. Die oben zitierten Sätze
und «tot in Sünden». Der Apostel Paulus aus dem «Spiegel»-Beitrag untermauern
schreibt: «Denn was ich vollbringe, bil- das, was Gott uns schon vor zwei Jahr-
lige ich nicht; denn ich tue nicht, was tausenden durch den Apostel Paulus
Sicher ist man sich darin, dass dieses ich will, sondern was ich hasse, das übe kundtat: «Wenn nämlich Heiden, die das
«Gespür» im Menschen vorhanden ist, ich aus» (Röm 7,15). Und die Christen in Gesetz nicht haben, doch von Natur aus
nicht aber, woher es kommt. Sitzt es in Ephesus liess er wissen: «… auch euch, tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie,
einem besonderen Teil des Gehirns? Ist die ihr tot wart durch Übertretungen die das Gesetz nicht haben, sich selbst
es ein Areal von Neuronen? Handelt es und Sünden, in denen ihr einst gelebt ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass
sich um ein Organ? Ist es lediglich ein habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäss das Werk des Gesetzes in ihre Herzen
Produkt der Evolution? dem Fürsten, der in der Luft herrscht, geschrieben ist, was auch ihr Gewissen
Die moderne Wissenschaft erklärt dem Geist, der jetzt in den Söhnen des bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die
– im Gegensatz zu manchen philosophi- Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten sich untereinander verklagen oder auch
schen Meinungen –, dass der Mensch auch wir alle einst unser Leben in den entschuldigen» (Röm 2,14-15).
überhaupt keine Wahl hat, moralisch Begierden unseres Fleisches, indem Es ist ein sträfliches Versäumnis, dass
gut oder böse zu handeln. Der freie wir den Willen des Fleisches und der man die Bibel nicht in die Überlegun-
Wille «sei bloss Illusion», «das Böse Gedanken taten; und wir waren von gen der Wissenschaft einbezieht. Denn
im Kopf ein biologisches Phänomen». Natur Kinder des Zorns, wie auch die so käme man viel schneller zu einem
Doch: Das Handeln des Menschen ist anderen» (Eph 2,1-3). gültigen Resultat. Die Bibel gibt uns be-

12 MNR > Oktober 2007


Aufgegriffen
Nach einem medizinischen Bericht aus
Frankreich ist Palästinenserführer Jassir Arafat
an Aids gestorben. Das sagte der Generalsek-
retär der Terrorgruppe «PFLP-Generalkomman-
do» im Fernsehsender der Hisbollah-Miliz, «Al-
Manar».

Zwei Röntgenteleskope in der Erdumlauf-


bahn haben einen der gewaltigsten Zusammen-
stösse im Kosmos beobachtet: Im Sternbild
Luchs kollidierten zwei riesige Galaxienhaufen
mit knapp zwölf Millionen Kilometern pro Stun-
de miteinander.

Wahre HSV-Fans (HSV = Hamburger Sport-


verein) können sich im Geiste ihrer Mannschaft
beerdigen lassen: in einer Urne mit dem Lo-
«Sitzt das Gespür für Gut und Böse in einem besonderen Teil des Gehirns?» go des HSV oder einem blauen Sarg. Bei der
Fussballbestattung kann sich der Fan auch von
friedigende Antworten. Ohne das Wort Bestrafung von Missetätern haben sich
Sargträgern im HSV-Trikot zur letzten Ruhe ge-
Gottes aber bleibt sowohl der Mensch auf die Dauer tief ins menschliche Hirn
als auch die Wissenschaft auf der Suche gepflanzt. … Nein, denn das Gespür für leiten lassen.
und gelangt nicht zu einem richtigen Richtig und Falsch wurzele sehr viel tie-
Ergebnis. fer in der Stammesgeschichte, meint de Israel muss sich laut Ministerpräsident
Weiter wird im «Spiegel»-Artikel un- Waal, als die Philosophen je zu denken Ehud Olmert im Rahmen des Nahost-Friedens-
ter anderem über sehr interessante neue wagten. … De Waal bekräftigt in seinem
prozesses aus vielen Gebieten des «besetzten»
Erkenntnisse berichtet: «Testpersonen jüngsten Buch, der Mensch habe die Mo-
Westjordanlands zurückziehen. «Wer glaubt, Is-
gaben entweder keine oder allenfalls ral keineswegs erfunden.»
konfuse Erklärungen ab – sie wussten All diese neuen Erkenntnisse wider- rael könne alle Gebiete behalten, lebt nicht in
selbst nicht, warum sie so gefühlt hatten. spiegeln die Wahrheit der Bibel. Doch der Wirklichkeit», sagte Olmert.
Dies sei ein Zeichen … dass die Moral obwohl man dieser Wahrheit so nahe
tief im Hirn verwurzelt sei – dem Be- kommt, zieht man doch die falschen In den Gefängnissen von Gaza wurde eine
wusstsein verborgen. Wären die Regeln Schlüsse, weil Gottes Wort von vorn- neue Reform eingeleitet, derzufolge das Aus-
nämlich im Laufe des Lebens von Eltern, herein ausgeklammert wird. So wird
wendiglernen von Koransuren eine Haftminde-
Lehrern und Umwelt als abstrakte Prin- beispielsweise auch gesagt: «Dieses
rung nach sich zieht. Laut dem zweiten Kanal
zipien in die Köpfe getrimmt worden, Netzwerk der Moral wurde durch die
könnte der Mensch mühelos darauf zu- Evolution in die Hirnanatomie des Men- des israelischen Fernsehens sollen die Häftlin-
rückgreifen. Doch so ist es eben nicht: schen eingewoben.» ge so viele Suren wie möglich lernen. Wer eine
Selbst Studenten von Eliteuniversitäten Die Erkenntnis von Gut und Böse ganze Sure auswendig kann, bekommt einen
liefern in Tests genauso wolkige Erklä- hat der Mensch seit dem Sündenfall. Monat gestrichen, wer fünf rezitieren kann, so-
rungen wie Kinder. ‹Moral ist etwas, Im ersten Buch Mose lesen wir: «Gott gar ein ganzes Jahr.
das jeder hat, und nicht etwas, das man der Herr pflanzte einen Garten in Eden,
durch Bücherlesen bekommt› … Dass im Osten, und setzte den Menschen
die Kinder viele Regeln erst lernen müs- dorthin, den er gemacht hatte. Und «Nur zu oft gleichen unsere Gebete eher ei-
sen, heisst ja nicht, dass sie dies ohne Gott der Herr liess allerlei Bäume aus ner Einkaufsliste als einem Gespräch.»
jedes moralische Fundament tun. Und der Erde hervorspriessen, lieblich anzu-
tatsächlich: Entwicklungspsychologen sehen und gut zur Nahrung, und auch Dreimal mehr Tote als 2006 – das ist die
zufolge verfügen schon Säuglinge über den Baum des Lebens mitten im Garten traurige Bilanz der aktuellen Dengue-Epidemie
ein rudimentäres Gespür für Gut und und den Baum der Erkenntnis des Guten
in Kambodscha. Seit Anfang des Jahres haben
Böse – in einem Alter, in dem sie laut und Bösen. …Und Gott der Herr nahm
sich mehr als 31 000 Menschen mit der Tro-
Kohlberg noch viel zu jung dafür wä- den Menschen und setzte ihn in den
ren. … Die Menschen seien ‹Juristen aus Garten Eden, damit er ihn bebaue und penkrankheit angesteckt. Das Dengue-Fieber
Intuition›, meint auch John Mikhail. … bewahre. Und Gott der Herr gebot dem hat auch in Singapur, Thailand, Malaysia, Vi-
‹Verbote von Mord, Vergewaltigung Menschen und sprach: Von jedem Baum etnam und Indonesien epidemische Ausmas-
und anderen Gewaltakten sind so gut des Gartens darfst du nach Belieben es- se angenommen. Laut WHO haben das frühe
wie allgemeingültig› … auch der Sinn sen; aber von dem Baum der Erkenntnis Einsetzen des Monsuns und eine anschlies-
für Fairness und die Notwendigkeit der des Guten und des Bösen sollst du nicht

MNR > Oktober 2007 13


sende Hitzewelle ideale Brutbedingungen für Im Blickfeld
die Aedes-Mücke (Träger des Dengue-Virus)
geschaffen.
essen; denn an dem Tag, da du davon
isst, musst du gewisslich sterben! …
Es ist möglich, gute Werke zu leisten, oh- Und die Frau sah, dass von dem Baum
ne eine lebendige Beziehung zu Gott zu haben; gut zu essen wäre, und dass er eine Lust
aber es ist nicht möglich, an Gott zu glauben, für die Augen und ein begehrenswerter
ohne gute Werke folgen zu lassen. Baum wäre, weil er weise macht; und sie
nahm von seiner Frucht und ass, und sie
gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr
In fünf Jahren sollen in den USA Reisen- war, und er ass. Da wurden ihnen beiden
de an allen Grenzübergängen auf verräterische die Augen geöffnet, und sie erkannten,
Emotionen hin überprüft werden: ein Frühwarn- dass sie nackt waren; und sie banden
system vor Verbrechern, die ihre Tat noch vor sich Feigenblätter um und machten
sich haben. Ein Roboter soll als vollautomati- sich Schurze» (1.Mo 2,8-9.15-17; 3,6-
scher Grenzübergangshelfer Blutdruck, Puls, 7). Zuvor lebte der Mensch unbefleckt,
Perspirationsrate, Bewegungen und Gesichts- in Unschuld und kannte deshalb keine
Scham: «… sie waren beide nackt, der
ausdruck eines jeden Reisenden erfassen. Was
verräterisch ist, wird gemeldet. Mensch und seine Frau, und sie schäm- «… und sie nahm von
ten sich nicht» (1.Mo 2,25). Infolge des
Ungehorsams der ersten Menschen
seiner Frucht und ass,
Am 21. Juni 2007 rief die grösste briti- gegenüber einem Gebot Gottes kam es und sie gab davon auch
sche Gewerkschaft, die «Unison» (die 1,3 Milli- zur befleckten Schuld und zur Fähigkeit,
Gutes und Böses zu erkennen. Dadurch
ihrem Mann, der bei ihr
onen öffentlich Beschäftigte vertritt), zu einem
«wirtschaftlichen, kulturellen, akademischen war der Mensch nun in der Lage, das war, und er ass»
und sportlichen Boykott» gegen Israel auf. Gute zu erwählen und das Böse zu ver-
werfen. Das Gewissen war ihm dabei fenbar gemacht hat; denn sein unsicht-
eine verlässliche Hilfe. Vorher wusste bares Wesen, nämlich seine ewige Kraft
Über 4 000 Israelis erhielten im letzten der Mensch zwar, was er tun und lassen und Gottheit, wird seit Erschaffung der
Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft, was ei- sollte, nicht aber um Gut und Böse. Wä- Welt an den Werken durch Nachdenken
nem Anstieg von über 50 Prozent gegenüber ren Adam und Eva Gott gehorsam gewe- wahrgenommen, sodass sie keine Ent-
2005 entspricht. sen, wären sie vor dem Bösen bewahrt schuldigung haben.»
geblieben und hätten ewig weitergelebt Die Bibel hält fest, dass der Mensch
(vgl. 1.Mo 3,22). Die sündigen «Erbfak- von Jugend an böse ist (vgl. 1.Mo 8,21)
«Amnesty International» hat einen neuen toren» der ersten Eltern übertrugen sie und darum auch Erziehung benötigt
Kurs in der Frage von Abtreibung und Frauen- auch auf ihre Kinder (der Erstgeborene (Spr 22,6); sein bereits vorhandenes
rechten beschlossen und gegen Kritik aus dem Kain erschlug seinen Bruder Abel, 1.Mo Gewissen muss geformt werden. – Das
Vatikan verteidigt. Nach zweijährigen internen 4,8). So wurden und werden die Sünde Gewissen ist so etwas wie «Gottes
Beratungen hatte sich Mitte August 2007 die und deren Lohn, der Tod (Röm 6,23), Staatsanwalt». Es zeigt uns die Sünde
internationale Ratstagung der Menschen- von Mensch zu Mensch weitergereicht, auf und verurteilt uns. Das Gewissen
ebenso aber auch das Gewissen und ist ein in uns hineingelegter Beweis für
rechtsorganisation in Mexiko-Stadt mit «über-
das tiefe Bewusstsein um die Existenz Gottes Existenz und Heiligkeit; es will
wältigender Mehrheit» dafür ausgesprochen,
Gottes. Es ist daher nicht verwunderlich, uns dahin drängen, unsere Schuld vor
Abtreibungen von jeder Strafe freizustellen. dass bereits Kleinkinder dieses Gewissen Ihm zu bekennen und Vergebung zu
verspüren. In Römer 1,19-20 lesen wir: erlangen. Wer seine Sünde vor Gott zu
Der Iran hat mit dem Einsatz einer neu «… weil das von Gott Erkennbare unter verheimlichen sucht, kann körperlich
entwickelten «intelligenten Bombe» gedroht. ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen of- krank werden wie der Psalmist David:
Der Iran werde die neue Bombe einsetzen, wo «Allerdings: solange ich es verschwieg,
wurde ich körperlich krank, innerlich
er wolle, und damit strategische Ziele des Geg-
schrie es unaufhörlich in mir; deine
ners treffen.
Hand lag Tag und Nacht schwer auf
Die Bibel hält fest, dass mir, ich dörrte geradezu aus, wie
Immer mehr deutsche Geschäfte führen der Mensch von man in der Glut des Sommers
ein neues Zahlungssystem ein. Ein Fingerab- Jugend an böse ist verdorren kann» (Ps 32,3-4).
druck reicht, um die Rechnung zu bezahlen. und darum auch Zu diesen Versen merkt der
Erziehung benö- Theologe Hans Bruns in seiner
«Fast jeder vierte Kunde zahlt bei uns schon
tigt; sein bereits Bibelübersetzung an: «Der
mit dem Finger», heisst es bei «Edeka Süd-
vorhandenes Sänger spricht mit ergrei-
west», die rund 70 ihrer Läden mit dem System Gewissen fender Offenheit von dem
ausgestattet hat. muss geformt schweren inneren Ringen,
werden das er durchgemacht hat: Viel-

14 MNR > Oktober 2007


fache Sünde war geschehen, er wusste
darum. Er wusste auch, dass nur
ein offenes Bekenntnis vor Gott
helfen konnte. Aber er wollte
(oder konnte) nicht. Wohl
Mitternachtsruf
war ein Seufzen in ihm, der
Schlaf floh ihn. Er wurde dar-
über krank, aber er wehrte

Radio Neue Hoffnung


sich gegen das Bekenntnis
seiner Schuld. Er gibt auch
den Grund dieser inneren

W
Unruhe und leiblichen Not as ist Radio Neue Hoffnung Januar 2008 gute arabische Programme
an: Gottes Hand – das Gefühl (RNH)? RNH ist ein Missi- ausstrahlen können. Auch stehen wir
des göttlichen Zorns liess ihm onswerk, das dem biblischen mit verschiedenen neuen Programm-
keine Ruhe, er musste unter den Auftrag entsprechend die christliche partnern in Kontakt, um in hebräischer
Qualen des bösen Gewissens leiden Botschaft über Radio verbreitet (7 x 24 und russischer Sprache Radioprogramme
(Tausende haben das immer wieder Stunden über Satellit und Internet). Als anbieten zu können.
durchlebt).» Weil David es nicht län- Teil des Missionswerks Mitternachtsruf Durch den Einsatz des Ehepaars Beitel
ger aushalten konnte, demütigte er ist RNH die technische Verkündigungs- in den vergangenen Wochen und Mona-
sich unter die gewaltige Hand Gottes: plattform für christliche Programm- ten konnten in den USA neue Kontakte
«Da bekannte ich dir meine Sünde und partner wie bibeltreue Gemeinden, geknüpft werden. Viele Gemeinden und
verbarg meine Schuld nicht länger. Ich Missionswerke, Bibelschulen und Programmpartner aus den USA wollen
sagte: ‹Ich will dem Herrn bekennen, wo Missionsgemeinschaften. die Sendeplattform von RNH nutzen, um
ich gefehlt habe.› Da hast du mir meine Im Jahr 1994 kamen Remsen und Radioprogramme auszustrahlen. Vor uns
Schuld abgenommen» (V 5). Ellen Beitel als Missionarsehepaar aus liegt ein weites Feld, denn die Möglich-
Jeder Mensch, der durch sein schlech- den USA nach Deutschland. Aus diesem keiten durch das Radio sind gewaltig.
tes Gewissen belastet ist, muss wissen, Missionseinsatz ist RNH entstanden. Wir wollen die noch verbleibende Zeit
dass ihm weder Psychologie noch andere Remsen Beitel, der Gründer von RNH, nutzen, sind wir doch mehr denn je
moderne Erkenntnisse helfen können. und seine Frau Ellen sind im Juli d.J. wie- davon überzeugt, dass Jesus Christus
Gleichzeitig darf er aber zur Erkennt- der in die USA zurückgekehrt. Von dort sehr bald wiederkommt. Helfen Sie uns
nis gelangen, dass das Blut Jesu Christi, aus werden sie RNH weiter mitbetreuen weiter mit, die Arbeit voranzutreiben!
das heisst die Vergebung in Christus, die und auch regelmässig bei uns in Europa Beten Sie für RNH und die Mitarbeiter,
Macht hat, vom bösen und belasteten sein. Remsen Beitel bleibt auch weiterhin die täglich Radioprogramme erstellen
Gewissen zu befreien, damit er fortan Vorstandsmitglied.
Gott dienen kann. Diesbezüglich steht Mit den biblischen
im Hebräerbrief: «… wie viel mehr Radioprogrammen wol-
wird das Blut des Christus, der sich len wir Menschen rund
selbst durch den ewigen Geist als ein um die Uhr erreichen
makelloses Opfer Gott dargebracht – über Satellit in Europa
hat, euer Gewissen reinigen von toten und über Internet welt-
Werken, damit ihr dem lebendigen weit. Wir senden vorwie-
Gott dienen könnt» (Hebr 9,14). Diese gend in Deutsch, bieten
Wahrheit befindet sich schon seit bald jedoch auch Programme
2 000 Jahren in der Bibel; wer sie aber in anderen Sprachen an.
nur intellektuell bejaht, ohne mit dem Die Programmausrich-
Herzen daran zu glauben, wird kein ge- tung ist vorrangig bib-
reinigtes Gewissen bekommen. Denn lisch-missionarisch und
«ohne Glauben … ist es unmöglich, soll bereits bestehende
ihm (Gott) wohlzugefallen» (Hebr 11,6). Angebote ergänzen.
– Die Bibel stellt uns nicht nur vor die Derzeit sendet RNH über
wunderbare Möglichkeit der Vergebung den Satelliten Astra.
durch den Glauben an Jesus Christus, Der Herr hat uns
sondern sie fordert uns auch direkt eine neue Tür aufgetan
auf, diese Vergebung ganz praktisch in und wir stehen mit RNH Remsen und Ellen Beitel
Anspruch zu nehmen: «… lasst uns hin- vor einer neuen, grossen
zutreten mit wahrhaftigem Herzen, in Herausforderung: die zusätzlichen Radio- und die Sendungen zusammenstellen.
völliger Gewissheit des Glaubens, durch sendungen (7 x 24 Stunden) über den Beten Sie auch gezielt für neue Pro-
Besprengung der Herzen los vom bösen Satelliten Hotbird, die ab kommendem gramme, dass Jesus Christus dadurch
Gewissen und am Leib gewaschen mit Jahr laufen sollen. Der Satellit Hotbird 6 verkündigt wird, wie wir es in Galater
reinem Wasser» (Hebr 10,22). N.L.  auf 13° Ost erreicht den gesamten Na- 3,1 vorfinden: «… denen Jesus Christus
hen Osten und grosse Teile Russlands. vor die Augen gemalt war als unter euch
1
Der Spiegel, 30.7.2007 Verschiedene Verhandlungen laufen gekreuzigt.» J.M. 
bereits und wir freuen uns, dass wir ab

MNR > Oktober 2007 15


Biblische Botschaft
uns an die herrlichen Gestade des Sees
Genezareth oder auf Tabors Höhen. Aber
gerade hier wird uns noch ein weiterer
Schauplatz vor Augen gestellt: die ewige
Heimat beim Herrn.
Obwohl David mit den Worten
«… ich werde bleiben im Hause des
Herrn immerdar» sicher auch an das
Heiligtum Gottes in Jerusalem, Davids
Stadt, dachte, wird uns hier ebenfalls
eine prophetische Botschaft vermittelt.
Denn diese Worte verbreiten einen
Hauch von Ewigkeit. Die Aussage «im
Hause des Herrn immerdar» lassen
Am See Genezareth das Herz eines jeden Gläubigen höher
schlagen, denn sie lenkt uns hin zu den

Nur Gutes kommt


Worten Jesu: «In meines Vaters Hause
sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so
wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich
gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?

vom Herrn
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte
zu bereiten, will ich wiederkommen und
euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo
ich bin» (Joh 14,2-3).
Vielleicht fragt sich jetzt jemand:
«Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Hatte David denn keine Ewigkeitshoff-
nung? Sicherlich, denn wir hören ihn
Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des in Psalm 17,15 sagen: «Ich aber will
schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit,
Herrn immerdar» (Ps 23,6). ich will satt werden, wenn ich erwache,
an deinem Bilde.» Oder spricht David
hier etwa über das normale morgendli-
Marcel Malgo wieder «Taborstunden», wo es einem so che Aufwachen? Nein, er redet über das
richtig wohl ist in dem Herrn. Aber das Aufwachen in der Ewigkeit! Überhaupt
allein macht das Leben eines Gläubigen finden wir die Hoffnung auf die Ewigkeit

A
ndere Übersetzungen sprechen nicht aus. Nein, wie für den Herrn selbst, nicht erst im Neuen, sondern in aller
anstelle von «Gutes und Barm- so gilt auch für uns, vom «Tabor» wieder Klarheit schon im Alten Testament.
herzigkeit» über «Güte und ins «finstere Tal» hinabzusteigen. Jedes Denken wir nur an die Worte Hiobs:
Gnade» oder «Güte und Huld». Kind Gottes hat diesbezüglich schon sei- «Doch ich weiss: Mein Erlöser lebt; und
Im Grossen und Ganzen wird damit der ne Erfahrungen gemacht oder macht sie als der Letzte wird er über dem Staub
Inhalt dieses Verses aber nicht verändert. vielleicht gerade in diesem Augenblick. stehen. Und nachdem man meine Haut
Deshalb bleiben wir bei den Ausdrücken, In Psalm 23,4-5 ist vom Tal des Elends so zerschunden hat, werde ich doch aus
wie Martin Luther sie gewählt hat; näm- und vom Wandern im «finstern Tal» die meinem Fleisch Gott schauen. Ja, ich
lich: «Gutes und Barmherzigkeit werden Rede. Darin kommen auch Ausdrücke werde ihn für mich sehen, und meine
mir folgen mein Leben lang …» wie «Unglück» und «Feinde» vor. Jedes Augen werden ihn sehen, aber nicht als
Während es in den Versen 4 und 5 um finstere Tal und jeder Tunnel hat aber Fremden. Meine Nieren verschmachten
das «finstere Tal» geht, befinden wir uns auch einen Ausgang, wo es wieder hell in meinem Innern» (Hiob 19,25-27).
im letzten Vers von Psalm 23, bildhaft wird; das ist die feste Zuversicht eines In Psalm 23,6 «Gutes und Barmher-
ausgedrückt, auf Tabors Höhen oder am jeden Kindes Gottes! zigkeit werden mir folgen mein Leben
herrlichen Strand von Tiberias. Hier er- lang, und ich werde bleiben im Hause
kennen wir ganz klar die Ruhe und den Der Ausgang aus dem «finsteren des Herrn immerdar» erkennen wir zwei
Frieden, die uns in Christus geschenkt Schauplätze: einen irdischen («… mein
sind. Und das dürfen wir als Christen ja
Tal» … Leben lang …») und einen himmli-
auch des Öfteren erleben. Der Herr gibt … von Psalm 23 wird im eingangs schen («… bleiben im Hause des Herrn
uns in Seiner Gnade und Liebe immer zitierten Vers 6 beschrieben. Er führt immerdar»). Wunderbar, dass Psalm 23

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nicht endet, ohne auf die Ewigkeit uns» (vgl. Jer 29,11). Denn Er wirkt al- Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er
hinzuweisen. Denn die Botschaft über les nach dem Ratschluss Seines Willens zusagt, das hält er gewiss.» Den Seinen
das ewige Leben ist doch die zentralste (vgl. Eph 1,11). Und wenn wir das auch Gutes zu tun, hat Er in Psalm 23,6 ver-
Botschaft der ganzen Bibel! Und es ge- als unbarmherzig empfinden mögen, so sprochen, wie auch an vielen anderen
hört zum Fundament unseres Glaubens, dürfen wir doch wissen, dass Gott nie Stellen der Bibel. Und auf diese Zusagen
dass wir absolut sicher wissen dürfen: einen Fehler macht. In diesem Wissen dürfen wir uns in unseren Gebeten beru-
Nach diesem Leben kommt das ewige hat auch der Sohn Gottes in Gethsemane fen; sie sind absolut zuverlässig!
Leben in Herrlichkeit bei Jesus Christus, zum himmlischen Vater gefleht: «… nicht David bat den Herrn einmal flehent-
unserem Herrn. Nicht zuletzt deshalb mein, sondern dein Wille geschehe!» (Lk lich um ewigen Segen für sein Haus bzw.
schreibt Paulus den Korinthern: «Hoffen 22,42). Was Gott wirkt und tut, ist gut für seine Nachkommenschaft. Dabei stützte
wir allein in diesem Leben auf Christus, uns, ob wir das nun verstehen (wollen) er sich auf ein Versprechen, das der Herr
so sind wir die elendesten unter allen oder nicht. ihm zuvor gegeben hatte: «Nun, Herr, das
Menschen» (1.Kor 15,19). Damit will ich aber nicht sagen, dass Wort, das du über deinen Knecht und über
wir jubeln und jauchzen sollen, wenn sein Haus geredet hast, werde wahr in
Alle Gaben von Gott sind wir krank sind oder mit irgendeiner an- Ewigkeit, und tu, wie du geredet hast! …
deren Not konfrontiert werden, weil wir
grundsätzlich gut etwas «Gutes» vom Herrn empfangen
Davon ist im ersten Teil von Psalm haben. Nein, wir sollten es in einem
23,6 die Rede: «Gutes und Barmherzig- solchen Fall wie Hiob halten, der in
keit werden mir folgen mein Leben lang.» seinem grössten Leiden zu seiner Frau
Ist alles gut, was uns vom guten Hirten sagte: «Haben wir Gutes empfangen von
unser Leben lang zuteil wird? Jakobus Gott und sollten das Böse nicht auch
sagt in seinem Brief: «Irrt euch nicht, annehmen?» (Hiob 2,10).
meine lieben Brüder. Alle gute Gabe und
alle vollkommene Gabe kommt von oben Den Seinen Gutes zu tun, bereitet
herab, von dem Vater des Lichts, bei dem Jedes finstere Tal und jeder Tunnel hat auch einen
keine Veränderung ist noch Wechsel des
dem Herrn Freude Ausgang, wo es wieder hell wird
Lichts und der Finsternis» (Jak 1,16-17). Durch den Propheten Jeremia sagt
In der Mengebibel werden diese Verse Gott in Bezug auf Israel: «Es soll meine Nun, Herr, du bist Gott und hast deinem
so übersetzt: «Irret euch nicht, meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun» (Jer Knecht dies Gute zugesagt. So fange nun
geliebten Brüder: Lauter gute Gabe und 32,41). In erster Linie ist das für Sein an zu segnen das Haus deines Knechtes,
lauter vollkommenes Geschenk kommt Volk Israel bestimmt. Aber in Jesus dass es ewiglich vor dir sei; denn was du,
von oben herab, vom Vater der Himmels- Christus gilt diese Zusage auch Seinen Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich»
lichter, bei dem keine Veränderung und Bluterkauften, steht doch geschrieben: (1.Chr 17,23.26-27). David betete nie
keine zeitweilige Verdunkelung stattfin- «Denn alle Gottesverheissungen sind Ja einfach so «ins Blaue», sondern berief
det.» Und in der Neuen evangelistischen in ihm und sind Amen in ihm, Gott zu sich stets auf Gottes Wort, so auch in
Übertragung (NeÜ) heisst es: «Täuscht Lobe durch uns» (2.Kor 1,20). Psalm 119,65: «Du tust Gutes deinem
euch nicht, liebe Geschwister! Vom Wenn wir Menschen einander et- Knecht, Herr, nach deinem Wort.» Er will
Vater der Himmelslichter kommen nur was Gutes tun, dann bereitet uns das auch Ihnen, der Sie aus lauter Gnade ein
gute und vollkommene Gaben. Bei ihm nicht immer eine wirkliche Freude. Kind Gottes werden durften, Gutes tun:
gibt es keine Veränderung und auch keine Oft helfen wir unserem Nächsten nur «Gutes und Barmherzigkeit werden mir
zeitweilige Verfinsterung.» Diese Aussage zähneknirschend, weil wir als Christen folgen mein Leben lang …» Treten Sie
ist also eindeutig so zu verstehen, dass dazu verpflichtet sind. Deshalb ermahnt vor den Herrn und halten Sie Ihm dieses
alles, was von Gott kommt, grundsätzlich uns die Schrift: «… alles, was ihr tut, das Sein Wort vor!
gut ist. Ob wir nun alles gut finden, was tut von Herzen als dem Herrn und nicht
von Gott kommt, ist eine andere Frage. den Menschen» (Kol 3,23). Wer kann Gutes vom Herrn
Aber es bleibt bestehen: Was uns von Aber unser Herr, der gute Hirte («Ich
Gott zukommt, was Er uns verordnet, bin gekommen, dass sie das Leben und
erwarten?
ist immer gut; jedem Seiner Kinder volle Genüge haben sollen. … Der gute Der Herr tut den Seinen nicht einfach
muss es zum Besten wirken. Nicht um- Hirte lässt sein Leben für die Schafe», generell «Gutes», sondern knüpft es an
sonst schreibt Paulus: «Wir wissen aber, Joh 10,10-11) schenkt uns, solange wir eine Bedingung. So ist es auch mit dem
dass denen, die Gott lieben, alle Dinge leben, «nach seinem Ratschluss» gerne Ein-Freund-Jesu-Sein. In Johannes 15,15
zum Besten dienen …» (Röm 8,28). Für und mit Freuden nur Gutes. Aus wel- lesen wir folgende Worte des Sohnes Got-
uns mögen bestimmte Dinge nicht gut, chem Grund? tes, die Er an Seine Jünger richtete: «Ich
sondern negativ, ja schlecht sein. Aber sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid;
wir dürfen nicht nur annehmen, sondern Weil Gott nicht nur redet, sondern denn ein Knecht weiss nicht, was sein
gewiss sein: Wenn Gott irgendetwas an Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass
uns herankommen lässt, tut Er dies nur
auch handelt! ihr Freunde seid; denn alles, was ich von
in der besten Absicht! Mag es uns auch Gott ist kein Kandidat für eine politi- meinem Vater gehört habe, habe ich euch
schlecht erscheinen, sodass wir sogar ver- sche Laufbahn, der schöne Versprechen kundgetan.» Aber gerade vorher gibt er
sucht sind, Ihn der Unbarmherzigkeit zu macht, um Wählerstimmen zu gewinnen, den Tarif durch und sagt ihnen klipp und
bezichtigen, so hat Er doch «Gedanken sie dann aber nicht einhält. Nein, viel- klar, dass nicht jedes Kind Gottes automa-
des Friedens und nicht des Leides über mehr lesen wir in Psalm 33,4: «… des tisch Sein Freund sei, sondern: «Ihr seid

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längerer oder kürzerer Wartezeit) erhört
Biblische Botschaft wird, steht in Sprüche 18,22 geschrie-
ben: «Wer eine Ehefrau findet, der fin-
det etwas Gutes und kann guter Dinge
meine Freunde, wenn ihr tut, was ich nen «Gutes» tun, und zwar denen, die sein im Herrn.» Von einer verständigen
euch gebiete» (V 14). Seinem Bundesvolk Israel Gutes tun. Der (andere übersetzen: einsichtsvollen)
Zweifellos will der gute Hirte den Herr sagte damals zu Abram: «Ich will seg- Ehefrau heisst es: «Haus und Habe ver-
Seinen Gutes tun, wie wir es vorhin nen, die dich segnen» (1.Mo 12,3). Und erben die Eltern; aber eine verständige
gelesen haben. Aber auch von unserer über vierhundert Jahre später erfüllte Er Ehefrau kommt vom Herrn.» Und ist
Seite her muss etwas geschehen: Wir diese Verheissung wortwörtlich: Der Pha- diese Ehefrau gar noch tüchtig (andere
müssen den Herrn – rein menschlich rao von Ägypten befahl den Hebammen übersetzen: tugendsam), dann spricht
ausgedrückt – motivieren, uns Gutes Schifra und Pua: «Wenn ihr den hebräi- die Bibel sogar von einer Krönung: «Eine
zu tun. Anders gesagt: Wir müssen Ihn schen Frauen helft und bei der Geburt tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone»
veranlassen, dass Er uns «Gutes und seht, dass es ein Sohn ist, so tötet ihn; (Spr 12,4). Einem solchen gläubigen
Barmherzigkeit» zuwendet, und zwar ist’s aber eine Tochter, so lasst sie leben» Mann folgt das «Gute» auch in dieser
1) durch Gebet und 2) durch Hingabe. (2.Mo 1,16). Aber diese beiden mutigen Form «sein Leben lang» bzw. so lange,
1) In Matthäus 7,11 hören wir Jesus Frauen gehorchten ihm nicht, sondern wie seine Frau lebt.
sagen: «Wenn nun ihr, die ihr doch böse liessen die neugeborenen Knäblein am Wie ist das aber bei gläubigen Frau-
seid, dennoch euren Kindern gute Gaben Leben. Das sollte ihnen nicht unbelohnt en, wenn diese einen treuen Ehemann
geben könnt, wie viel mehr wird euer bleiben, lesen wir doch: «Darum tat Gott finden? Folgt ihnen dann auch «Gutes»
Vater im Himmel Gutes geben denen, den Hebammen Gutes. Und das Volk ihr Leben lang? Eigentlich schon, aber
die ihn bitten!» Der Herr erwartet, dass mehrte sich und wurde sehr stark. Und die Bibel schreibt nichts darüber. Beim
wir den Vater in Jesu Namen bitten (Joh weil die Hebammen Gott fürchteten, seg- durchaus guten Ehemann Elkana, der
16,23), uns Gutes zu tun. Wer aber nicht nete er ihre Häuser» (V 20-21). Es ist eine seine weinende, kinderlose Frau Hanna
bittet, wird erfahren müssen, was in Ja- erwiesene Tatsache, dass Gott der Herr trösten wollte mit den Worten: «Bin ich
kobus 4,2 geschrieben steht: «Ihr … habt auch in unserer Zeit zu Seiner Aussage an dir nicht mehr wert als zehn Söhne?»
nicht, weil ihr nicht bittet.» Es liegt also Abram, den Erzvater Israels, steht. Aber (1.Sam 1,8), lesen wir nicht, dass seine
an jedem von uns, den Herrn zu bitten, ich rede darüber deshalb mit Vorsicht, Frau darauf eingegangen wäre. Vielmehr
dass Er uns Gutes tut. Dabei gilt es, Ihm weil die Gefahr besteht, dass man daraus heisst es nur zwei Verse weiter: «… sie
nicht nur zu sagen, Er habe versprochen, eine Religion macht, die in etwa so lautet: war von Herzen betrübt und betete zum
den Seinen Gutes zu tun, sondern Ihn «Wenn Du Israel Gutes tust, dann wird Herrn und weinte sehr» (V 10).
auch zu bitten, Sein Wort zu erfüllen. Dir der Herr auch Gutes tun» bzw. «dann In Sprüche 31,10 lesen wir: «Wem
2) Wer dem Herrn hingegeben lebt, wird es Dir nach Leib, Seele und Geist eine tüchtige Frau beschert ist, die ist
darf von Ihm Gutes erwarten, wie es ge- gut gehen». Wird dann aber jemand sehr viel edler als die köstlichsten Perlen.»
schrieben steht: «Denn Gott der Herr ist krank, obwohl der Herr den Betreffenden Man kann sich fragen, weshalb in der
Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade dadurch besonders segnen und näher zu Bibel über Ehemänner nicht so etwas
und Ehre: Er wird kein Gutes mangeln sich ziehen will, bekommt Er nicht selten Wunderbares geschrieben steht, wie
lassen den Frommen» (Ps 84,12). In der zu hören: «Jetzt habe ich Israel doch viel zum Beispiel: «Welcher Frau ein tüch-
Schlachterbibel lautet der zweite Teil die- gespendet, für Dein Bundesvolk gebetet tiger Mann beschert ist, die kann sich
ses Verses so: «Wer in Unschuld wandelt, und diesem Volk Gutes getan … Wo ist glücklich preisen!» Nun, meines Erach-
dem versagt er nichts Gutes.» Und die nun Dein Segen?» tens sehen wir hierin die ausgleichende
Elberfelderbibel übersetzt (V 11): «Der Unser Heil liegt allein in Jesus Chris- Gerechtigkeit Gottes. Weil die Männer in
Herr … wird … kein Gutes vorenthalten tus und Seinem vollbrachten Werk am der Bibel als «Haupt» der Frau bezeich-
denen, die in Lauterkeit wandeln.» Die Kreuz von Golgatha begründet (vgl. net werden (1.Kor 11,3; Eph 5,23) und
drei Ausdrücke «… den Frommen», «Wer z.B. 1.Kor 3,11; Apg 4,12). Wer an Ihn dass eine Ehefrau sich ihrem Ehemann
in Unschuld wandelt …» und «… die in glaubt, hat den Heiligen Geist empfan- «unterordnen soll» (Eph 5,22) hat leider
Lauterkeit wandeln» weisen auf die Her- gen (Eph 1,13). Und dieser selbe Geist, bewirkt, dass sich gläubige Ehemänner
zenshingabe des Gläubigen an den Herrn der bewirkt hat, dass der Staat Israel nur gegenüber ihren Ehefrauen nicht sel-
hin. Und solchen hingegebenen Christen drei Jahre nach dem Ende des schreck- ten diktatorisch und mit Paschaallüren
will der Herr «kein Gutes mangeln las- lichen Holocausts gegründet wurde, aufspielen. Solche Männer haben wahr-
sen». Wer ein treues Gebetsleben führt schenkt den Kindern Gottes die Liebe scheinlich noch nie gelesen und in die
und dem Herrn hingegeben lebt, dem will zu Israel durch Gebete und auch durch Tat umgesetzt, was im gleichen Kapitel
der gute Hirte Gutes und Barmherzigkeit Gaben, mit denen wir den Juden die Lie- des Epheserbriefes zu ihnen gesagt ist:
folgen lassen sein Leben lang. Manchmal be Jesu durch die Tat beweisen, damit «Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch
sieht es für uns allerdings nicht gut und auch sie zum Glauben an ihren Messias Christus die Gemeinde geliebt hat und
barmherzig aus. In den Augen Gottes je- kommen können. hat sich selbst für sie dahingegeben, um
doch, der in die Ewigkeit der Ewigkeiten sie zu heiligen» (Eph 5,25). Wer das als
sieht, ist es lauter Güte und Barmherzig- Von der ausgleichenden gläubiger Mann weder zu Herzen nimmt
keit. Denn Er will ja, dass denen, die Ihn noch in seiner Ehe verwirklicht, dem
lieben, alle Dinge «zum Besten dienen»
Gerechtigkeit Gottes sollten zumindest die lobenden Worte
(vgl. Röm 8,28). In Bezug auf Glaubensbrüder, die Gott über eine gute Ehefrau in den Sprüchen
In diesem Sinn will der Herr auch um eine Ehefrau nach Seinem Willen zu denken geben, wie das bereits zitier-
noch einer dritten Gruppe von den Sei- bitten und deren Herzenswunsch (nach te: «Wer eine Ehefrau findet, der findet

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etwas Gutes und kann guter Dinge sein priester, der nicht mitleiden könnte Wenn wir als wiedergeborene Christen
im Herrn» (Spr 18,22). Petrus, der seiner mit unsern Schwachheiten, sondern nicht über alles, was wir in Gedanken,
Frau gewiss ein vorbildlicher Ehemann der versucht worden ist in allem gleich- Worten, Blicken, Gesten, Taten und Un-
war, fordert die verheirateten Männer wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst terlassungen gesündigt haben, Busse tun
auf, ihren Frauen liebevoll zu begeg- uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem könnten und durch Jesu Blut gereinigt
nen, weil sonst sogar ihre Gebete keine Thron der Gnade, auf dass wir Barmher- würden (1.Joh 1,7), wie sähe unser Le-
Erhörung finden würden: «Ihr Männer zigkeit empfangen und Gnade finden zu ben dann wohl aus?
sollt … einsichtig mit eurer Frau als der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben» Doch auch hier muss der Vollstän-
dem schwächeren Gefäss zusammenle- (Hebr 4,15-16). Worum geht es hier? digkeit halber noch etwas Wichtiges
ben und ihr Ehre erweisen, weil ihr ja Um das Aufsuchen des Gnadenthrones, gesagt werden: So wie wir als Kinder
gemeinsam Erben der Gnade des Lebens damit für begangene Sünden wieder Gottes nicht generell Gutes vom Herrn
seid, damit eure Gebete nicht verhindert neu Vergebung erlangt werden kann. empfangen, so verhält es sich auch mit
werden» (1.Petr 3,7). Und das wird hier «Barmherzigkeit» der Barmherzigkeit. Welcher bussfertige
In schwierigen Lebenslagen, in welche und «Gnade» genannt. Der «Vater der Gläubige wird also tatsächlich die Barm-
der gute Hirte uns führt, damit wir Ihn Barmherzigkeit» gibt uns ein Leben herzigkeit der Vergebung erlangen? Nur
und Sein Wort wieder ganz neu aufsu- lang die Möglichkeit (auch wenn es derjenige, der die Verfehlungen seines
chen, beginnen wir oft zu murren und mehrmals am Tag ist), Ihm begangene Nächsten auch vergibt (vgl. Mt 6,14-15)
vergessen das Gute, das wir bereits emp- Sünden zu bekennen, die Er dann gerne und nach dem Wort handelt: «Wer seine
fangen durften. Darum werden wir in vergibt (vgl. 1.Joh 1,9). Ein wiedergebo-
Psalm 103,2 ermahnt: «Lobe den Herrn, rener Christ darf Busse tun – sein Leben
meine Seele, und vergiss nicht, was er dir lang! Er muss nicht, aber er darf, denn
Gutes getan hat.» Hat Er uns nicht alle es ist ein Gnadenmittel, ein Geschenk
unsere Sünden vergeben (V 3) und macht des Himmels, Gottes wunderbare Barm-
uns Sein Blut nicht von allen Sünden rein herzigkeit!
(1.Joh 1,7)? Das allein wäre eigentlich Jakobus, ein gerechter Mann und wie-
Grund genug, den Herrn immer wieder dergeborener Christ, schreibt in seinem
neu dafür zu loben und Ihm zu danken! Brief: «Denn wir fehlen alle viel …» (Jak
Darüber hinaus hat Er aber jedem Seiner 3,2). Nicht umsonst steht in 1. Johannes
Bluterkauften in vielfacher Weise Seine 2,1 geschrieben: «… wenn jemand sün-
Güte erwiesen, wofür wir stets aufs Neue digt, so haben wir einen Fürsprecher bei
des Lobes voll sein sollten! dem Vater, Jesus Christus, der gerecht
ist.» Eben deshalb ist uns das Gnaden-
Vater der Barmherzigkeit mittel der Busse geschenkt, und wohl
uns, wenn wir es ausgiebig benützen.
Der gute Hirte will den Seinen nicht Busse ist ein Geschenk der Barmher-
nur Gutes, sondern auch Barmherzigkeit zigkeit unseres grossen Gottes an uns
folgen lassen, und zwar so lange sie le- schwache, sündige Menschen.
ben: «Gutes und Barmherzigkeit werden David betete bussfertig: «Gott, sei mir
mir folgen mein Leben lang» (Ps 23,6). gnädig nach deiner Güte und tilge meine
Dass Gott tatsächlich voller Barmher- Sünden nach deiner grossen Barmher-
zigkeit ist, geht aus vielen Bibelstellen zigkeit» (Ps 51,3). Und Daniel spricht «Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes
hervor. So hören wir zum Beispiel die in seinem Bussgebet die bewegenden und kann guter Dinge sein im Herrn»
Kinder Asaphs singen: «Denn er ist Worte aus: «Neige dein Ohr, mein Gott,
gütig, und seine Barmherzigkeit währt und höre, tu deine Augen auf und sieh Missetat leugnet, dem wird es nicht ge-
ewiglich über Israel» (Esra 3,11). Weiter an unsere Trümmer und die Stadt, die lingen; wer sie aber bekennt und lässt,
heisst es in Psalm 103,4: «… der dich nach deinem Namen genannt ist. Denn der wird Barmherzigkeit erlangen» (Spr
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.» wir liegen vor dir mit unserm Gebet und 28,13). Busse ist zwar ein Geschenk
Durch den Propheten Jesaja lässt Gott vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit. Aber lassen Sie
dem Volk Israel sagen: «… mit grosser sondern auf deine grosse Barmherzig- uns dabei nicht vergessen, dass echte
Barmherzigkeit will ich dich sammeln» keit» (Dan 9,18). Selbst Jeremia, der Busse nicht aus einem, sondern immer
(Jes 54,7). Maria singt in ihrem Lobge- «weinende Prophet», hat in seinem aus zwei Schritten besteht, wie es der
sang: «… seine Barmherzigkeit währt Leben die Güte und Barmherzigkeit Text in Sprüche 28,13 sagt: 1) Bekennen
von Geschlecht zu Geschlecht bei de- Gottes auf wunderbare Weise erfahren der Sünde und 2) Lassen bzw. Ablegen
nen, die ihn fürchten» (Lk 1,50). Paulus dürfen und rühmt: «Die Güte des Herrn der Sünde (vgl. auch Röm 13,12; Eph
nennt den Allmächtigen den «Vater der ist’s, dass wir nicht gar aus sind; seine 4,25; Kol 3,8; 1.Petr 2,1; Hebr 12,1; Jak
Barmherzigkeit und Gott allen Trostes» Barmherzigkeit hat noch kein Ende» 1,21). Es war immer schon ein Prinzip
(2.Kor 1,3). Zu den Christen in Ephesus (Klgl 3,22). Und der Apostel Paulus, der Gottes, dass nur derjenige Sündenver-
spricht er über Ihn als «Gott, der da reich wohl angefochtenste Gläubige, schreibt gebung erlangt, der auch diese zwei
ist an Barmherzigkeit» (Eph 2,4). in seinem Brief an die Christen in Rom: Schritte unternimmt. Deshalb sagte
Was ist nun mit dieser Barmherzigkeit «Weisst du nicht, dass dich Gottes Güte Johannes der Täufer den Menschen,
des guten Hirten gemeint? Im Hebräer- zur Busse leitet?» (Röm 2,4). Ja, diese die sich von ihm taufen lassen wollten:
brief stossen wir auf etwas Herrliches: Güte des Herrn ist eine Barmherzigkeit, «So bringt nun Früchte, die der Busse
«Denn wir haben nicht einen Hohen- die uns ein ganzes Leben lang begleitet. würdig sind!» (Lk 3,8). 

MNR > Oktober 2007 19


Fragen – Antworten
Stigmata Es ist bezeichnend, dass solche Stig-
mata vorwiegend in der katholischen
aber falsche Christusse und falsche Pro-
pheten aufstehen und werden Zeichen
Kirche vorkommen, jener Kirche, die und Wunder tun, um, wenn möglich,
Im österreichischen Fernsehen kam in ihrem Gedanken- und Glaubensgut die Auserwählten zu verführen» (Mk
heute ein Beitrag über Männer und sehr mystisch, ja okkult ist. So tragen 13,22). Interessant ist auch Lukas
Frauen aus der Vergangenheit, an de- zum Beispiel viele Katholiken immer 16,19-30. Dort steht die Geschichte
nen die Wundmale Jesu aufgetreten noch Skapulare und Medaillen um den vom reichen Mann und dem armen La-
sein sollen. Gibt es Erklärungen zu die- Hals, um damit die Himmelspforten zu zarus. Als der reiche Mann Pein leidet,
sen Phänomenen? öffnen. Und sie erwarten von der Mutter bittet er Abraham, doch Lazarus auf die
Kirche, dass sie nach ihrem Tode Mes- Erde zu senden, um seine Familienan-

I n der Bibel findet sich kein Hinweis


auf sogenannte Stigmata (= Zeichen,
Brandmale; in der katholischen Kirche
sen liest, um sie vom «Fegefeuer» zu
erlösen. Oder sie beten zu «Heiligen»,
wie beispielsweise Pater Pio, der angeb-
gehörigen zu warnen. Doch er bekommt
die Antwort: «Hören sie Mose und die
Propheten nicht, würden sie auch nicht
Wundmale). In gewissen Kreisen wer- lich litt, um für die Sünden anderer zu glauben, wenn jemand aus den Toten
den Paulus und seine Leiden als ent- bezahlen, und durch die Stigmata, die auferstehen würde.» Damit sagt die
sprechender Hinweis genommen, denn er 40 Jahre lang trug, angeblich eine Bibel deutlich genug, dass wir keine
Paulus schreibt an die Galater: «… ich Vielzahl von Menschen erlöste. Am 2. Wunder und Zeichen brauchen (auch
trage die Malzeichen des Herrn Jesus an Mai 1999 füllten Hunderttausende den keine Stigmata), sondern uns genügen
meinem Leib» (Gal 6,17). Doch damit Petersplatz, als Johannes Paul II. Pio lassen sollen an dem, was die Bibel sagt.
verweist Paulus auf die ihm um des selig sprach … Das reicht! S.R. 

Dr. Kurt Koch schreibt be- 1


www.horst-koch.de
züglich Stigmata und Yoga:

Die zweite Stufe des


Yoga umfasst die Beherr-
schung des Unbewussten.
Der Meister der zweiten Warum fand
Stufe kontrolliert und
lenkt z.B. das viscerale Petrus Gnade
Nervensystem. Ich traf
Meister der zweiten Yoga- und Judas nicht?
Stufe, die erstaunliche
Experimente zeigten. Sie Wo liegt der Unterschied zwischen
konnten durch einfache Petrus und Judas? Warum betete Je-
Konzentration ihren Blut- sus Christus im Voraus für Petrus und
kreislauf intensivieren oder schaute ihn gnädig an, nachdem er
In der katholischen Kirche wird Pater Pio als «Heiliger» verehrt verlangsamen. Sie konnten Ihn verleugnet hatte? Judas dagegen
z.B. das eine Ohrläppchen suchte nach seinem Verrat Vergebung,
Evangeliums willen zugefügten Leiden, rot und das andere blass werden lassen. fand sie aber nicht. War das so vorher-
vergleichen Sie bitte 2. Korinther 11. Einer konnte sich auch die Stigmata auf bestimmt?
Die freie Enzyklopädie Wikipedia sagt die Handfläche suggerieren. Diese
bezüglich der Stigmata Folgendes: Nachahmung der Wundmale Jesu sind
also durchaus kein religiöses Wunder.
Stigmatisation (das griechische Wort Einen Yogi beobachtete ich, der sich
D er Unterschied zwischen Petrus und
Judas ist unseres Erachtens der, dass
Petrus aufrichtig war und Judas nicht.
bedeutet «Stich») bezeichnet das Auf- Messer durch den Arm oder durch die Gottes Wort sagt nämlich, dass Er es den
treten der Wundmale Christi am Körper Wangen steckte, ohne dass die Wunden Aufrichtigen gelingen lässt (Spr 2,7). Es
eines lebenden Menschen. Die entspre- bluteten. Nach dem Herausziehen des gibt zwei Gründe, die die Unaufrichtig-
chenden Wundmale werden als Stigmata Messers schlossen sich die Wunden sehr keit des Judas beweisen:
(Einzahl Stigma) und Menschen, bei de- rasch und heilten innerhalb von zwei Als Maria ein Pfund echtes, köstliches
nen Stigmatisation auftritt, werden als Stunden.1 Nardensalböl nahm, um die Füsse Jesu
Stigmatisierte bezeichnet. In der Antike zu salben, war das scheinbar gegen das
bezeichnete man damit das Malzeichen, Als biblisch orientierte Christen müs- soziale Gerechtigkeitsgefühl des Judas,
das auf die Stirn oder die Hand einge- sen wir die Stigmata ablehnen. Denn die denn er sagte: «Warum hat man dieses
brannt wurde. Bibel warnt ausdrücklich: «Es werden Salböl nicht für 300 Denare verkauft

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und es den Armen gegeben?» Doch er
wird sogleich entlarvt: «Das sagte er aber Streiflicht
nicht, weil er sich um die Armen küm-
merte, sondern weil er ein Dieb war und
den Beutel hatte und trug, was eingelegt
wurde» (Joh 12,5-6). Demut
Der zweite Grund liegt in der Tatsa- Der Begriff «Demut» wird abgeleitet vom Eigenschaftswort «dienstwillig». Demut ist die Ge-
che, dass Judas den Herrn ausgerechnet sinnung eines Dienenden. Dazu folgende Geschichte: «Im Sommer 1999 besuchte der Botschaf-
mit einem Kuss – dem Ausdruck von
ter der USA Jim Rosapepe mit seinem Anhang und vielen Reportern das christliche Waisenhaus
Verbundenheit und Liebe – verriet. Dass
er nicht etwa spontan und unüberlegt in Beius (Rumänien). Er wurde von einer fröhlichen Kinderschar empfangen, die rumänische und
handelte, beweist Matthäus 26,14-15: amerikanische Flaggen in den Händen hatte. Etwas abseits stand ein 3- bis 4-jähriges Zigeu-
«Da ging einer der Zwölf namens Judas nermädchen ganz allein. Sie war ein Neuling im Heim und noch etwas scheu. Von den Eltern
Ischariot hin zu den obersten Priestern verlassen, wurde sie im städtischen Krankenhaus in einem Eisenbett in einer Ecke angebunden
und sprach: Was wollt ihr mir geben, gehalten; in der anderen Ecke lag ein anderes Kind, ebenfalls angebunden. Bei den Klängen ei-
wenn ich ihn euch verrate? Und sie nes amerikanischen Liedes stieg der Botschafter … aus seiner Limousine und ging nicht auf die
setzten ihm 30 Silberlinge fest. Und von
Gruppe, sondern auf das abseits stehende Zigeunermädchen zu. Um das kleine Wesen richtig an-
da an suchte er eine gute Gelegenheit,
ihn zu verraten.» Bis heute kennen wir sehen zu können, kniete er vor dem Kind nieder, lächelte es an und streichelte es.»1 Ein solches
in der deutschen Sprache den Ausdruck Verhalten zeigt die Gesinnung eines Dienenden. Diese finden wir in Vollendung bei Jesus Christus,
«Judaskuss». Er ist der Inbegriff von hin- heisst es doch von Ihm: «Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich dienen zu lassen, sondern
terhältiger, heuchlerischer Zuneigung. zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben» (Mt 20,28).
Judas war sicherlich nicht zur Ver- Demut ist die Bereitschaft, seinen eigenen Willen zurückzustellen und sich Gottes Willen un-
dammnis bestimmt, sondern Gott sah terzuordnen! Die Bibel sagt uns in Bezug auf Jesus Christus: «Siehe, ich komme, um deinen Willen
von Ewigkeit her, wie er sich verhalten
zu tun» (Hebr 10,9). Als Jesus im Garten Gethsemane in Seine schwerste Stunde geführt und vom
und entscheiden würde. Denn dass Gott
niemanden zur Verdammnis vorherbe- Teufel an den Rand des Todes gedrängt wird, ordnet Jesus Seinen Willen dem des Vaters unter:
stimmt, sagt Hesekiel 18,23: «Meinest «Vater … nicht mein, sondern dein Wille geschehe!» (Lk 22,42).
du, dass ich Gefallen habe am Tode des Demut unterstellt sich dem Wort Gottes! Von Jesus Christus lesen wir: «Danach, da Jesus
Gottlosen, spricht der Herr, und nicht wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, auf dass die Schrift erfüllt würde: Mich dürs-
vielmehr, dass er sich bekehre von sei- tet!» (Joh 19,28). Jesus tat alles, damit «die Schrift erfüllt würde». Für Ihn hatte das Wort Gottes
den absoluten Vorrang. Der Apostel Paulus schreibt: «Wir zerstören damit Gedanken und alles
Der Unterschied zwi- Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den
Gehorsam gegen Christus» (2.Kor 10,5). So ist Demut der Mut, sich in allen Fragen des Lebens
schen Petrus und Judas und der Vernunft Gottes Wort zu unterstellen.
ist, dass Petrus aufrich- Ein demütiger Mensch handelt nach Philipper 2,3: «Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler
tig war und Judas nicht. Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst!» Obwohl Jesus Gott
ist, identifizierte Er sich während Seiner Erdenzeit mit Randständigen und Ausgestossenen der
Gottes Wort sagt näm- Gesellschaft. Somit beweist sich wahre Demut in der Wertschätzung des Mitmenschen.
lich, dass Er es den Auf- Demut ordnet sich – Gottes Weisung zufolge – menschlichen Obrigkeiten unter. Als Jesus we-
richtigen gelingen lässt gen der Bezahlung der Steuern gefragt wurde, antwortete Er: «… gebt dem Kaiser, was des Kai-
sers ist, und Gott, was Gottes ist!» (Mk 12,17). Paulus schreibt an die Christen in Rom, welche
arg verfolgt wurden: «Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist
nem Wesen und lebe?» Und ebenso in keine Obrigkeit ausser von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun
Hesekiel 33,11: «So sprich zu ihnen: So der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen
wahr als ich lebe, spricht der Herr Herr, sich selbst das Urteil zu» (Röm 13,1-2).
ich habe keinen Gefallen am Tode des
Nicht zuletzt ist Demut die Bereitschaft zu freudigem Dienen: «Dienet dem Herrn mit Freuden»
Gottlosen, sondern dass sich der Gottlo-
se bekehre von seinem Wesen und lebe. (Ps 100,2). Während des letzten Passahfestes, kurz vor Golgatha, zeigte Jesus Seinen Jüngern
So bekehret euch doch nun von eurem noch einmal auf eindrückliche Weise, was Er unter Demut versteht. Er band sich eine Schürze um
bösen Wesen …» Das wird durch Aussa- und wusch jedem Seiner Jünger, auch Judas, die Füsse. Damit verrichtete Er die Arbeit des rang-
gen im Neuen Testament unterstrichen: untersten Sklaven. Dies tat Er im Bewusstsein, dass das Kreuz vor Ihm lag, Seine Jünger Ihn ver-
«Der Herr verzögert nicht die Verheis- lassen, verleugnen und verraten würden (vgl. Joh 13,1ff.). Das ist wahre Demut und bestätigt die
sung, wie es einige für eine Verzögerung Worte aus Philipper 2,6-8: «Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott
halten; sondern er hat Geduld mit euch
gleich zu sein, sondern entäusserte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen
und will nicht, dass jemand verloren wer-
de, sondern dass jedermann zur Busse gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehor-
finde» (2.Petr 3,9). Und: Gott «will, dass sam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.» S.R. 
allen Menschen geholfen werde und sie
zur Erkenntnis der Wahrheit kommen» 1
aus «Beispielsammlung», Verlag CV
(1.Tim 2,4). E.V. 

MNR > Oktober 2007 21


Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am 30.10.2007,
mit u.a. diesem Thema*:
«Harre auf Gott!» Vom Tod zum Leben
*Änderungen vorbehalten Fast endlos schlängelt sich die Strasse immer weiter die Wüste hinab. Irgendwo trifft man
auf die Hinweistafel: «Hier befindet sich der tiefste Punkt der Erdoberfläche, fast 400 Meter
unter dem Meeresspiegel!» In dieser Vertiefung endet der biblische Fluss Jordan und das ein-
Impressum mündende Wasser kann nur noch per Verdunstung aus dieser «Sackgasse» entweichen. Des-
halb der Name Totes Meer, denn die Salzkonzentration erreicht Rekordwerte.
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf Der tiefste Punkt der Erde: das Tal des Toten Meeres. Das war nicht immer so. In der Bi-
www.mitternachtsruf.ch bel begegnen wir dem Bericht eines Augenzeugen, dem sich vor rund 4 000 Jahren ein ganz
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992)
anderes Bild bot: «Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Jordanaue; denn sie war
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo,
Jonathan Malgo allenthalben bewässert, wie ein Garten des Herrn, wie Ägyptenland, bis nach Zoar hinab, ehe
SCHWEIZ Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstrasse 12a, der Herr Sodom und Gomorra verderbte» (1.Mo 13,10).
8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
Diese ganze Gegend ist heute eine einzige grosse Salzwüste. Zufall? In Psalm 107,33-34
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 entdecken wir äusserst interessante Zusammenhänge: «Er (Gott) machte Ströme zur Wüste
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausserdem
in englischer, französischer, holländischer, italienischer, portugie- und liess Wasserquellen vertrocknen; fruchtbares Land wurde zur Salzwüste wegen der Bos-
sischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und ungarischer
Sprache erhältlich.
heit derer, die es bewohnten.»
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, Lots Name ist untrennbar mit dem Untergang von Sodom und Gomorra verbunden. Dort wur-
Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch,
Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Werner Huber, Elke Lieth, Norbert Lieth, de Gottes Heiligkeit bis ins Unerträgliche strapaziert: Sodomie, Götzendienst und Kinderopfer
Conno Malgo (Ltg.), Markus Senn, Elsbeth Vetsch waren buchstäblich «himmelschreiend». Deshalb wurde den Vertretern, Verfechtern und allen
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch,
Mitarbeiter: Daniel Malgo, Gabriel Malgo, Jonathan Malgo Sympathisanten «alternativen Lebens- und Liebesstils» dort ein Exempel gesetzt. Eine Warnung
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 für die Welt von heute. Mit fester Adresse, sichtbar und am tiefsten Punkt der Erde! «Denn der
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber,
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch, Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, un-
ADMINISTRATION, VERLAG UND ABONNEMENTE (Adressen Schweiz serem Herrn» (Röm 6,23).
und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14 15,
Fax Schweiz: 044 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, An vielen Stellen hinterlässt das extrem mit Salz und Chemikalien gesättigte Wasser des
Fax Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 44
952 14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 44 952 14 11, E-Mail: Toten Meeres die bizarrsten Skulpturen: die berühmten Salzsäulen. 2 000 Jahre nach dem
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina
Lang, Thomas Lieth, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter Malgo, verheerenden Untergang erinnerte Jesus selbst seine Zeitgenossen an diesen geschichts- und
Stephan Nabulon, Fredy Peter, Susanne Peter, Beatrice Rindlis-
bacher, Esther Roos, Rebeca Winkler gerichtsträchtigen Ort: «Gedenkt an Lots Frau!» (Lk 17,32). Bei der apokalyptisch anmutenden
TECHNISCHER DIENST Markus Hollenweger, Stephan Rindlisbacher, Flucht aus Sodom missachtete Lots Frau Gottes klare Anweisungen zur Rettung und schaute
Nathanael Winkler
dennoch zurück, denn ihr Herz war an diese Welt gefesselt. Äusserlich schien alles in Ordnung.
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 044 952 14 18, Fax:
(0041) 044 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch, Mitarbeiter: Auch sie machte sich zur Flucht bereit. Aber «wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein»
Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel)
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch,
(Mt 6,21). Tragisch und gleichzeitig ein Wink für alle frommen Mitläufer und Namenschristen
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon unserer Tage!
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter:
Andreas Klinner, Govert Roos, Marc Stolp Jesus verband den Untergang Sodoms und Gomorras mit der Zeit vor der Sintlfut und pro-
SENIORENZENTRUM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 Dübendorf, phezeite: «… gleichwie es in den Tagen Noahs geschah, also wird es auch sein in den Tagen
Tel: (0041) 044 802 18 18, Fax: (0041) 044 802 18 19, E-Mail:
post@seniorenzentrum-zion.ch, Mitarbeiter: Silvia Bättig, Ursula des Sohnes des Menschen: Sie assen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet, bis
Dürr, Walter Dürr, Astrid El Khouri, Walid El Khouri
zu dem Tage, da Noah in die Arche ging, und die (Sint-) Flut kam und alle umbrachte. Gleicher-
BEGEGNUNGSZENTRUM E-Mail: begegnungszentrum@mnr.ch,
Tel: (0041) 044 952 14 67, Fax: (0041) 044 952 14 11, Mitarbeiter: weise auch, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie assen, sie tranken, sie kauften, sie verkauf-
Andreas Klinner, Traude Klinner
ten, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feu-
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel,
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail: er und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. Desgleichen wird es an dem Tage sein, da
beth-shalom-israel@mnr.ch, Leitung: Fredi Winkler, Beate Winkler
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der Sohn des Menschen geoffenbart wird» (Lk 17,26-30). Das bedeutet: Von den Ereignissen
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152- überrascht und überrollt! Taub geworden für Gottes Reden und absolut unwissend in Bezug auf
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Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90, die immer stärker blinkenden Warnlichter und Alarmsirenen: die Zeichen der Zeit. Ohne Zweifel,
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weisen Sie Den nicht leichtsinnig ab, der für Sie gestorben ist: Jesus Christus. Er hat gesagt:
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ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit
übergegangen» (Joh 5,24).
Gott wünscht niemanden in der Hölle zu sehen. Mit Geduld und Liebe wartet Er immer noch
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE
R.F. = Reinhold Federolf; N.L. = Norbert Lieth; J.M. = Jonathan ab und streckt uns, wie hilflosen Gefangenen, Seine Hand entgegen. R.F. 
Malgo; S.R. = Samuel Rindlisbacher; E.V. = Elsbeth Vetsch

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