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1 2002

K 11661
Meinerzhagen
Nr. 97/Jg. 2002

Kontaktblatt
aktiver Christen

fest
und
treu
Mit Ausharren laufen
den vor uns liegenden Wettlauf
Hebräer 12.1
Impressum
fest Heft Nr. 97
und 1. Quartal
treu 2002 Zunächst eine wichtige Information: Auf der letzten Innenseite findet sich ein Coupon für den Bezug
von fest und treu. Wer diesen Rückmeldezettel NICHT abschickt, bei dem bleibt alles beim Alten!

In vergangener Zeit gab es einige Umstellungsschwierigkeiten in der fest+treu Adress-EDV. Zum Teil
wurden gelöschte Einträge aktiviert oder alte Adress-Datensätze versehentlich wieder übernommen. Es
Herausgeber gab einige genervte Reaktionen von Ex-Lesern, die sich durch eine erneute Zustellung belästigt fühlten.
CLV Wir bitten aufrichtig um Entschuldigung! Das war nicht unsere Absicht. Unsere Hoffnung ist, dass durch
Christliche Literatur- eine Rückmeldemöglichkeit spätestens ab der kommenden Ausgabe eine echte „Flurbereinigung“ statt-
Verbreitung e.V.
finden kann.
Postfach 110 135
33661 Bielefeld Doch bekanntlich beinhaltet ja jedes Problem zugleich eine Chance – deshalb wollen wir aus der Not
eine Tugend machen: Falls jemand in Zukunft das fest+treu-Heft in Form einer Sammelbestellung
Bankkonto (z.B. als Gemeinde oder WG) beziehen möchte, kann das auf dem Rückmeldeabschnitt vermerkt werden.
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dankbar – besonders wenn dabei folgender Rat von Max Frisch beachtet wird:
Sonderkonto für „Man sollte die Wahrheit wie einen Mantel hinhalten, in den man hineinschlüpfen kann,
Außenmission und sie nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen!“ *
Für Lateinamerika,
Russland, usw.: Oder wie es uns Gott durch Mose lehrt:
CLV-Auslandshilfe „Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurecht-
Volksbank weisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst.“ (3Mo 19,17)
Meinerzhagen
An dieser Stelle möchten wir auch herzlich für alle Gaben danken, die für die Ostarbeit und Latein-
Kt.-Nr.: 101 210 3300
amerika eingegangen sind (s. S. 12). Leider ist wegen unvollständiger Absender-Angaben nicht bei
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allen Spendern eine Rückmeldung möglich.
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achten. Danke sehr!

Erscheinungsweise
erscheint
fest
und vierteljährlich
treu und kann
kostenlos bezogen
werden.

Schriftleiter und
Inhalt dieser Ausgabe:
Versandstelle
Wolfgang Bühne A. W. Tozer Missverstehe nicht die wahre Bedeutung des Kreuzes ......................................3
Postfach 1126 W. MacDonald Alles außer gewöhnlich! - oder: Leuchten wie Himmelslichter ....................4
58527 Meinerzhagen A. Fett Von der Dreieinheit Gottes ............................................................................................ 6
Bestellungen, P. St.John „Großgezogene Pflanzen und geschnitzte Ecksäulen“ .......................................7
Abbestellungen sowie W. Bühne Begegnungen in Kasachstan ...........................................................................................8
Adressänderungen bitte A. Lindner Zu Besuch bei dem Zimmermann aus Nazareth ...................................................10
umgehend an folgende
W. Bühne Das Feld ist weiß zur Ernte ......................................................................................... 12
Adresse senden:
A. Fett, Schoppen 1 G. Alberts „Treu und doof“, „etwas Licht“ oder „einfach gut“? ......................................16
58540 Meinerzhagen; W. Bühne Ein „Ring“ und viele Missverständnisse ................................................................ 18
e-mail: B. Peters Fragenbeantwortung .......................................................................................................20
fest&treu@clv.de
Aktuelle Buchbesprechungen ......................................................................................21
A. W. T O Z E R

Missverstehe nicht die wahre


Bedeutung des Kreuzes
Mir aber sei es fern, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus
Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. (Galater 6,14)

Völlig unvermittelt und von den meisten ganz unbemerkt, taucht in unseren Tagen
in den allseits bekannten evangelikalen Kreisen ein neues Kreuz auf.
Es ist scheinbar wie das alte Kreuz – und doch ganz anders: Die Ähnlichkeiten sind
nur oberflächlich, die Unterschiede dagegen fundamental!
Von dem neuen Kreuz geht eine neue Philosophie des christ-
lichen Lebens aus, das zu einem neuen und völlig anderen
Wir bringen
evangelistischen Ansatz ermutigt. Der Evangelist versucht unser altes
deutlich zu machen, dass das Christentum keine unange-
nehmen Forderungen stellt, sondern die gleichen Dinge wie Leben nicht
die Welt anbietet, nur auf einem höheren Niveau. Nach der
neuen Betrachtungsweise bringt das Kreuz die Sünder
auf eine
nicht um, sondern leitet sie nur auf den richtigen Weg. höhere Ebene;
Die Philosophie, die dahinter steckt, mag aufrichtig ge-
meint sein; aber sie ist so falsch wie sie blind ist. Sie be-
wir verlieren
greift nichts von dem, was das Kreuz eigentlich bedeutet. es am Kreuz!
Das alte Kreuz ist das Symbol des Todes. Es steht für das abrupte, gewaltsame Ende
der menschlichen Existenz. Wenn in römischen Zeiten ein Mensch sein Kreuz auf
sich lud, ging er, um nie wiederzukehren. Er ging nicht hin, damit sein Leben neu
geregelt würde, er ging, um es zu beendigen! Das Kreuz versuchte nicht, mit seinem
Opfer im Guten auszukommen. Es schlug grausam und hart zu, und wenn es sein
Werk getan hatte, gab es den Menschen nicht mehr!
Adams Geschlecht steht unter dem Todesurteil. Gott kann keine Frucht der Sünde
anerkennen. Indem wir zu Christus kommen, bringen wir unser altes Leben nicht auf
eine höhere Ebene; wir verlieren es am Kreuz. Denn Gott rettet jeden Einzelnen,
indem Er ihn sterben lässt und ihn dann zu einem neuen Leben auferweckt!

Aus: A. W. Tozer; Verändert in sein Bild – Tägliche Andachten (S. 11), CLV
WILLIAM MACDONALD

Allesaußergewöhnlich!-oder:
Leuchten wieHimmelslichter
DAS LEBEN ÜBER DEM DURCHSCHNITT

„Was hast Du, das Dein Nachbar nicht hat? Nichts, wenn das Leben, das Du führst aus Dir erklärt
werden kann. Das Leben, das Dein Nachbar führt, kann aus ihm heraus erklärt werden. Aus seiner
Sicht ist der einzige Unterschied: Du bist religiös – aber er ist es eben nicht. Das Christsein mag Dein
Hobby sein, aber eben nicht seines, und die Art, wie Du lebst, rührt ihn überhaupt nicht. Nichts an
Dir läßt ihn aufhorchen, und es gibt nichts erstrebenswertes in Deinem Leben, wozu er sich nicht
auch befähigt fühlt – ohne die Unbequemlichkeit, Christ zu werden.“ Major Ian Thomas

Frage dich in allen Lebenslagen: Wie reagierst du auf diese


„Was würde Jesus tun?“ Anordnungen unseres Herrn?
Nach einer Gebetsnacht auf einem Berg wählte Sagst du: „Ja, das glaube ich. So leben wir Chris-
Jesus zwölf Jünger aus. Er nannte sie Apostel, ten.“ Wenn du meinst, dass wir so leben, dann
weil er sie aussenden wollte, damit sie das Evan- schlage ich vor, dass du den Abschnitt noch mal
gelium verkündigen sollten. Das Wort Apostel liest, und dich von dem Inhalt schockieren läßt.
bedeutet „Gesandter“.
Was der Herr hier lehrt, ist ein Leben aus einer
Als sie vom Berg herunter kamen, fing Jesus an, anderen Welt. Es ist keine natürliche Lebens-
sie für ihre Aufgabe auszubilden. Als erstes ging führung – sie ist außergewöhnlich. Es ist eine
es um ihren Lebensstil. Sie sollten opferbereit Haltung, die sich über Fleisch und Blut erhebt,
leben, ihre Berufung ernst nehmen und um sei- ein Leben auf einer höheren Ebene. Jesus be-
netwillen Ablehnung und Verfolgung erdulden. steht darauf, dass mein Leben sich von dem
meiner Nachbarn unterscheidet. Wenn ich nicht
Dann begann er mit einer Beschreibung, wie sie
konsequent bin, sage ich zu ihnen: „Nur keine
sich benehmen sollten.
Angst. Ich bin genau so wie du.“ Wenn da kein
Ich schlage „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch Unterschied besteht, warum sollten sie dir dann
hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, zuhören, wenn du versuchst, ihnen die Ansprü-
dir vor, dass welche euch beleidigen. Dem, der dich auf den che Christi zu erklären? Gerade der Unterschied
du diesen Ab- Backen schlägt, biete auch den anderen dar; ist wichtig. Es ist ein Leben, das über dem Durch-
und dem, der dir den Mantel nimmt, wehre auch schnitt liegt.
schnitt liest den Leibrock nicht. Gib jedem, der dich bittet;
Wenn sie andererseits einen großen Unterschied
und dich neu und von dem, der dir das deinige nimmt, forde-
in meinem Leben zu dem ihren bemerken, su-
schockieren re es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch
chen sie nach dem Grund und so wird die Tür
die Menschen tun sollen, tut auch ihr ihnen
lässt! aufgetan, dass ich ihnen das Evangelium erklä-
gleicherweise. Und wenn ihr liebt, die euch lie-
ren kann. Major Ian Thomas sagt dazu:
ben, was für Dank ist es euch? denn auch die
Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr de- „Nur wenn deine Lebensqualität die Nachbarn
nen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für Dank verblüfft, kannst du sie beeindrucken. Es muss
ist es euch? denn auch die Sünder tun dasselbe. anderen völlig klar sein, dass das Leben, das du
Und wenn ihr denen leiht, von welchen ihr führst, nicht nur empfehlenswert ist, sondern
wieder zu empfangen hofft, was für Dank ist es dass es alle menschlichen Erklärungen über-
euch? denn auch die Sünder leihen Sündern, auf steigt. Es liegt über dem, was ein Mensch aus
dass sie das gleiche wieder empfangen. Doch eigener Kraft nachmachen kann, und so wenig
liebt eure Feinde, und tut Gutes, und sie das verstehen, ist es doch deutlich die Folge
leiht, ohne etwas wieder zu hoffen, und davon, dass Gott sich in dir wiederspiegelt. Kurz
euer Lohn wird groß sein und ihr werdet gesagt bedeutet das, dass deine Nachbarn über-
Söhne des Höchsten sein ... Seid nun zeugt sein müssen, dass der Herr Jesus Christus,
barmherzig, wie auch euer Vater von dem du sprichst, in deinem Leben Mittel-
barmherzig ist“ (Lk 6,27-36). punkt ist.“ 1

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Nicht lediglich „Gutmenschen“, Der Freund Gottes in der Feuerprobe
sondern Abbilder Jesu Christi Eines Tages klopfte es an Susos Tür. Als er auf-
Ungläubige vollbringen oft heldenhafte Taten. machte, stand da eine Frau, die er noch nie ge-
Sie spenden Nieren für Nierenkranke. Sie be- sehen hatte. Sie hielt ein Baby im Arm. Ohne
mühen sich außergewöhnlich um ihre alt ge- Vorwarnung überreichte sie ihm das Baby und
wordenen Eltern. Sie spenden freigiebig an Hilfs- sagte: „Hier haben Sie die Frucht Ihrer Sünde.“
vereine. Aber wir sind berufen, weiterzugehen Dann verschwand sie.
als das, was für einen Ungläubigen normal ist.
Suso war verwirrt. Diese unbegründete Anklage
Nach all dem müssen wir hinzufügen: Wenn ein traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Da
Christ wirklich den Herrn vorlebt, ist es nicht stand er mit einem winzigen Wesen in seinen
immer eine Garantie dafür, dass die Verlorenen Armen. Ohne Zweifel war es die Frucht ihrer Sün-
für den Herrn gewonnen werden können. Wir de aber nicht der seinen. Heutzutage hätte man
haben die Verantwortung, so zu leben, wie es das Baby in eine Plastiktüte gesteckt und in den
der Herr getan hätte, aber Ungläubige haben Müll geworfen. Aber es schien der Frau besser,
die Verantwortung, ihr Vertrauen auf ihn zu set- die Schande auf jemand anderen abzuwälzen.
zen. Es werden sich immer welche abkehren.
Die Nachricht dieses Vorfalls verbreitete sich
Aber das ist noch nicht alles. Wenn du den schnell in der ganzen Stadt und Suso wurde als
Mantel Christi richtig trägst, werden manche religiöser Schwindler abgestempelt. Er konnte
meinen, dass du eine Schraube locker hast oder sich nur zurückziehen und zum Herrn schreien.
nicht ganz richtig tickst. Du kannst kaum er- „Was soll ich tun, Herr? Du weißt, dass ich un-
warten, dass man dich besser behandelt als ihn. schuldig bin!“ Er erhielt eine klare und deutliche
Antwort: „Tue, was ich getan habe; leide für die
Gott erlaubt
„Der Jünger ist nicht größer als sein Sünden anderer und sage nichts.“ Suso bekam der Sünde
Meister!“ (Matthäus 10,24; Lukas 6,40) eine neue Sicht des Kreuzes und sein Herz war
zwar auszu-
Der Russe Fjodor Dostojewski schrieb ein Buch, voller Frieden. Er zog das Kind auf, als wenn es
in dem er versuchte, den Prinz Mischkin als sein eigenes wäre und verteidigte sich nie gegen reifen, aber
einen perfekten Menschen zu beschreiben. Die die vielen herablassenden Anschuldigungen. er wird die
Menschen konnten den Prinzen nicht verstehen.
Nach etlichen Jahren kam die verleumderische Ankläger
Sie hielten ihn für verrückt. Der Titel des Buches
Frau wieder in die Stadt und gestand den Leu-
lautet „Der Idiot“. Je mehr wir in das Bild Christi
ten, das Suso unschuldig sei und sie ihn fälsch- entlarven
umgeformt werden, desto größer ist das Risiko,
als Idiot eingestuft zu werden.
licherweise angeklagt habe. Das Unrecht war und zu seiner
zwar geschehen, aber Gott benutzte es zum Gu-
Deshalb hatte der Apostel Paulus recht. Den ten. Suso war bei alledem Christi Bild ähnlicher
Zeit den Über-
einen sind wir ein Geruch des Todes zum Tode, geworden. Er hatte einen großen Sieg errungen. winder ehren.
den anderen aber ein Geruch des Lebens zum
„Nein, Danke!“ – oder: „Ja, Vater!“?
Leben. Entweder bewirken wir durch ein heiliges
Leben bei ihnen Erstaunen oder Verwirrung. In Erinnern wir uns, wie Josef die Ungerechtigkeit
beiden Fällen erweisen wir uns als Söhne des einer falschen Anklage zu tragen hatte. Die Ver-
Höchsten, indem wir ihn nachahmen. führerin bezichtigte ihn der Vergewaltigung und
bewies dies sogar mit seinem Umhang. Er legte
Ein Beispiel von einem echten die Sache dem Herrn hin und verließ sich auf
Nachahmer Christi ihn zu seiner Rechtfertigung.
Henrich Suso, ein deutscher Mystiker aus dem
Auch der Herr Jesus wurde zu Unrecht verklagt.
14. Jhdt., schrieb ein Buch darüber, wie man als
Seine Feinde behaupteten, er sei unehelich ge-
Christ das Leiden Christi nachahmen solle. Erst
zeugt. Sie meinten, er habe seine Wunder durch
nach und nach gelangte er zu der Überzeugung,
die Kraft Satans getan. Sie beschuldigten ihn des
dass nicht eine Selbstkasteiung sondern Selbst-
Hochverrats und der Lästerung. Und doch konn-
verleugnung dem Weg Jesu entspricht. Er und
te er in den schwierigsten Situationen sagen:
einige weitere ergebene Gläubige waren als „die
„Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.“
Freunde Gottes“ bekannt. Es waren Männer, die
„unter dem Schirm des Höchsten“ wohnten. Sie An seinem Beispiel lernen wir, dass wir uns nicht Auszug aus der
waren wie der Mann, der uns in Psalm 1 be- selbst rechtfertigen oder öffentlich um unser Neuerscheinung
von William
schrieben wird: Recht kämpfen müssen. Gott erlaubt der Sünde MacDonald:
zwar auszureifen, aber er wird die Ankläger ent- Leuchten wie
Sie hatten ihre Lust am Gesetz des Herrn und
larven und zu seiner Zeit den Überwinder ehren. Himmelslichter.
sannen über sein Gesetz Tag und Nacht nach. (Erscheint vor-
Ihr Bürgerrecht war im Himmel. Die Heiligkeit Laßt uns doch danach streben, wahrhaft geist- aussichtlich im
ihres Lebens war sprichwörtlich. liche Gläubige in unserer Generation zu sein! ■ Herbst 2002)

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Von der TAT E N D I E A L L E I N G O T T T U N K A N N !

Dreieinheit Der VATER offenbart Jesus


(Mt 16,17)
„Fleisch und Blut haben es dir
nicht geoffenbart, sondern mein
SOHN offenbart den Vater
(Mt 11,27)
„Noch erkennt jemand den Va-
ter als nur der SOHN, und der,
Der GEIST offenbart Gott
(1Kor 2,10f)
„Uns hat Gott es geoffenbart
durch den GEIST, (den wir haben),

Gottes!
TEIL 1
VATER, der im Himmel ist.“
GOTT ist der Schöpfer
(1Mo 1,1; Jes 40,28 )
„Im Anfang schuf GOTT die
Himmel und die Erde.“
„Hast du es nicht gehört? Ein
dem der SOHN ihn offenbart.“
SOHN ist der Schöpfer
(Kol 1,16; Joh 1,3.10)
„Durch ihn (JESUS) sind alle
Dinge geschaffen worden (...)
alle Dinge sind durch ihn und
damit wir die Dinge kennen.“
GEIST ist der Schöpfer
(1Mo 1,2; Ps 104,30)
„Die Erde war wüst und leer,
(...) und der GEIST GOTTES
schwebte über den Wassern.“
Wer Kenntnis über Gottes Wesen erhalten möchte, darf ewiger Gott ist JAHWE, der für ihn geschaffen.“ „Du sendest deinen GEIST aus:
sich nicht von eigenen Vernunftschlüssen leiten lassen. Schöpfer der Enden der Erde.“ „Die Welt wurde durch IHN.“ sie werden erschaffen ...“

Unsere Gottes-Vorstellungen dürfen sich nur an Gottes GOTT wirkt die Neugeburt JESUS wirkt die Neugeburt GEIST wirkt die Neugeburt
(Joh 1,13; 1Joh 3,9) (Hebr 11,12) (Joh 3,6.8)
Selbstoffenbarungen in seinem Wort orientieren. „die nicht (auf natürl. Weise), son- „von einem Gestorbenen (JESUS), „So ist auch jeder, der aus dem
dern aus GOTT geboren sind.“ sind so viele geboren worden“ GEIST geboren ist.“
Über die innere Beziehung der Personen der Gottheit
redet die Bibel nur sehr wenig. Deshalb sollten wir nicht GOTT bezieht Wohnung JESUS bezieht Wohnung GEIST bezieht Wohnung
(Joh 13,20) (Joh 14,23; Eph 3,17) (Joh 13,20, )
weiter gehen, als die Heilige Schrift geht: „So zerstören „wer aber mich aufnimmt, „Und wir (Vater u. Sohn) werden „Wer aber aufnimmt, wen ich
wir Vernünfteleien und jede Höhe, die sich gegen die nimmt den auf, der mich ge- zu ihm kommen und Woh- senden werde (den GEIST),
Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken sandt hat (den VATER).“ nung bei ihm machen.“ nimmt mich auf.“
gefangen unter den Gehorsam Christi.“ (2Kor 10,5) VATER weckte Jesus auf JESUS ist auferstanden Der GEIST weckte ihn auf
(Gal 1,1; Röm 6,4) (Joh 2,19; 10,18) (Röm 1,4; 8,11)
Als uns der Herr etwas zu dieser Frage lehrte, sagte er: „Durch Gott, den VATER, der „Brechet diesen Tempel ab, „Wenn aber der GEIST dessen,
ihn auferweckt hat aus den und in 3 Tagen werde ich ihn der Jesus aus den Toten auf-
„Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in Toten.“ „Gleichwie Christus aufrichten.“„Niemand nimmt erweckt hat, in euch wohnt,
mir ist – wenn aber nicht, so glaubt mir um der Werke aus den Toten auferweckt es von mir, sondern ich lasse so wird er, der Christus aus
worden ist durch die Herr- es von mir selbst. Ich habe den Toten auferweckt hat,
selbst willen.“ (Joh 14,11) lichkeit des VATERS“ Gewalt, es wiederzunehmen.“ auch euch lebendig machen.“
Zeigt dieses ‘wenn aber’ nicht, dass der Herr Verständnis VATER teilt Gaben aus JESUS teilt Gaben aus Der GEIST teilt Gaben aus
(Hebr 2,4) (Eph 4,8) (1Kor 12,11)
für alle unsere menschlichen Verständnisprobleme hat?
„wobei GOTT zugleich Zeugnis „Jedem ... ist die Gnade nach „Dies alles aber (Auswirkungen der
gab durch Zeichen... und Aus- dem Maß der Gabe CHRISTI Gnadengaben) wirkt ein und der-
teilungen des Heiligen Geistes gegeben worden ... hat er den selbe GEIST und teilt jedem
nach seinem Willen.“ Menschen Gaben gegeben. besonders aus, wie er will.“

DREI AUSSCHLIESSLICHKEITEN E I G E N S C H A F T E N D I E N U R G O T T H AT
Niemand kann zum Vater kommen, als nur durch Jesus Christus. Joh 14,6 Der VATER ist ewig Der SOHN ist ewig Der GEIST ist ewig
(Ps 90,2) (Heb 13,8; Jes 9,6) (Heb 9,14)
Niemand kann zu Jesus kommen, wenn nicht der Vater ihn zieht. Joh 6,44 „Ehe (...) du die Erde erschaf- „JESUS CHRISTUS derselbe „Christus, der durch den ewi-
fen hattest – ja, von Ewigkeit gestern, heute u. in Ewigkeit.“ gen GEIST sich selbst ohne
Niemand kann sagen: „Herr (ist) Jesus!“ außer im Heiligen Geist. 1Kor 12,3 zu Ewigkeit bist du GOTT.“ „VATER DER EWIGKEIT.“ Flecken Gott geopfert hat ...“
GOTT ist allmächtig JESUS ist allmächtig Der GEIST ist allmächtig
Durch Jesus haben wir durch einen Geist Zugang zum Vater. Eph 2,18
(Off 4,8; Ps 89,8) (Heb 1,3) (Sach 4,6)
„Herr, GOTT, Allmächtiger“ „Welcher der Abdruck seines „Nicht durch Macht und
„Jahwe, Gott der Heerscharen, Wesens ist u. alle Dinge durch nicht durch Kraft, sondern
Das Zeugnis über Gottes Wesen im ALTEN TESTAMENT: „Heilig, heilig, heilig
wer ist mächtig wie du, Jah?“ das Wort seiner Macht trägt.“ durch meinen GEIST.“
ist Jahwe der Heerscharen, die Erde ist voll seiner Herrlichkeit!“ Jesaja 6,3
GOTT ist allwissend JESUS ist allwissend Der GEIST ist allwissend
Ein Zeugnis über Gottes Wesen im NEUEN TESTAMENT: „Heilig, heilig, heilig, (Ps 13 9,4) (Joh 21,17) (Apg 10,19)
Herr, Gott, Allmächtiger, der da war, der da ist, der da kommt!“ Offenb. 4,8 „Das Wort ist noch nicht auf „Petrus ... sprach: HERR, du „Als Petrus nachsann, sprach
meiner Zunge, siehe, JAHWE, weißt alles; du erkennst, dass der GEIST zu ihm: Siehe,
du weißt es ganz.“ ich dich lieb habe.“ drei Männer suchen dich.“
GOTT ist allgegenwärtig JESUS ist allgegenwärtig GEIST ist allgegenwärtig
V E R H Ä LT N I S V O N V AT E R U . S O H N (Jer 23,24) (Mt 28,20) (Ps 139,7)
Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. „Kann sich jemand vor mir „Lehret sie, ... Und siehe, ich „Wohin sollte ich gehen vor
Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht. Joh 5,23 verbergen? Erfülle ich nicht bin bei euch alle Tage bis zur deinem GEIST, und fliehen
den Himmel und die Erde?“ Vollendung des Zeitalters.“ vor deinem Angesicht?“
Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich
gekannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben. Joh 8,19 VATER ist heilig (heiligt) JESUS ist heilig (heiligt) GEIST ist heilig (heiligt)
(Off 15,4; Joh 17,11.17) (Joh 17,19; 1Kor 1,30) (1Pet 1,2)
Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, „Wer sollte deinen Namen „Ich heilige mich selbst für „Auserwählt nach Vorkennt-
sondern an den, der mich gesandt hat. Joh 12,44 nicht verherrlichen? Denn du sie.“ „CHRISTUS JESUS, der nis Gottes, des Vaters, durch
Wer mich aufnehmen wird, nimmt nicht mich auf, allein bist heilig“ „Heiliger uns geworden ist Weisheit von Heiligung des GEISTES, zum
sondern nimmt den auf, der mich gesandt hat. Mk 9,37 VATER, heilige sie durch die Gott und Gerechtigkeit und Gehorsam und zur Blutbe-
Wahrheit.“ Heiligkeit und Erlösung.“ sprengung Jesu Christi.“
Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich!
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; GOTT ist die Wahrheit JESUS ist die Wahrheit GEIST der Wahrheit
jetzt erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Joh 14,7 (Ps 31,5) (Joh 14,6) (Joh 14,7)
„Du hast mich erlöst, Jahwe, „Ich bin der Weg, die Wahr- „Den GEIST d. Wahrheit, den
Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns. du GOTT der Wahrheit!“ heit und das Leben...“ die Welt n. empfangen kann.“
So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Pilippus?
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Joh 14,9 VATER der Herrlichkeit HERR der Herrlichkeit GEIST der Herrlichkeit
(Eph 1,17) (1Kor 2,8) (1Petr 4,14)
Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Joh 12,45 „Der VATER der Herrlich- „Denn wenn sie dieselbe er- „Wenn ihr geschmäht wer-
Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. Joh 15,23 keit, gebe euch den Geist der kannt hätten, so würden sie det, glückselig seid ihr! Denn
ICH Weisheit und Offenbarung in wohl den Herrn der Herrlich- der GEIST der Herrlichkeit
I C H U N D D E R V AT E R S I N D E I N S ! Joh 10,30 der Erkenntnis seiner selbst.“ keit nicht gekreuzigt haben.“ ... ruht auf euch.“

6
H A R O L D S T .J O H N

„GroßgezogenePflanzen und
geschnitzte Ecksäulen“
DIE H AR M O N IE G Ö TTLICEHI NER
E A UFGA BENVERT EIL UNG

Ihr jungen Männer, bereitet ihr euch für die In den ersten Tagen der Stiftshütte trugen die „Dass unsere
ungeheure Aufgabe vor, die in den kommenden Männer die schweren Bretter, und die Frauen
Jahren vor euch liegen wird? Ich weiß, dass das spannen und drehten die Seile fest zusammen, Söhne seien
bedeutet, dass wir alten Männer nicht mehr und wenn die Vorhänge und Teppiche nicht gut gleich Pflan-
alles allein erledigen dürfen. gearbeitet gewesen wären, hätte es keine Stifts- zen, die groß-
hütte gegeben (vgl. dazu 2Mo 35,25f).
Die Leviten legten ihr Amt mit fünfzig Jahren gezogen wur-
nieder und gaben es in die Hände jüngerer Die Arbeit der Frauen war es, „die Fäden zusam-
Männer. Wenn ein Mann älter wird, sollte er menzuhalten“ und die Dinge einheitlich und den in ihrer
viele Aufgaben den Jüngeren überlassen. passend zu bewahren; und als Mose die Schlau- Jugend, unsere
fen erwähnt, nennt er auch die ‘Schwestern’.
Ich möchte, dass die jungen Männer in unseren
Denn den Schwestern als Gruppe ist die Einheit
Töchter gleich
Gemeinden in ihrer Jugend hochgezogen werden: Ecksäulen, ge-
der Versammlung anvertraut.
„Dass unsere Söhne seien gleich Pflanzen, die schnitzt nach
großgezogen wurden in ihrer Jugend, unsere
Töchter gleich Ecksäulen, geschnitzt nach der der Bauart
Bauart eines Palastes“ (Psalm 144,12). eines Palastes“
Aber der größte Teil dieses Wachstums geschieht (Ps 144,12)
im Verborgenen. Junger Mann, vergiss das nicht!
Wenn eine Gemeinde Fortschritte macht, würde
Es ist nicht deine Anwesenheit bei der Gebets- ich am liebsten immer nach den Schwestern fra-
versammlung – so wichtig und bewundernswert gen. Denn Gott hat euch die Formung des Le-
sie auch sein mag. Noch nicht einmal deine An- bens eures Ehemannes, eurer Brüder und Söhne
wesenheit beim Mahl des Herrn oder in der Bi- in die Hände gegeben, die Formung ihres Cha-
belstunde sind der Beweis deines echten inneren rakters, ihrer Verhaltensweisen usw.
Lebens mit Christus. Alles hängt davon ab, wie
Deshalb denkt daran, dass ihr aufgerufen seid,
du im stillen Kämmerlein lebst, von deinem per-
in jeder Krise absolut zuverlässig zu sein, und
sönlichen Bibelstudium und Gebetsleben.
dass euer Charakter so schön wie die prächtig
Das zweite, was ich mir für uns alle wünsche, ist, gestaltete Säule eines Palastes wird. Die Kraft
dass 'unsere Töchter gleich Ecksäulen' sein mö- der Gemeinde liegt in den Händen der Brüder,
gen, 'geschnitzt nach der Bauart eines Palastes'. die Schönheit und Einheit aber in den Händen
Die Bedeutung dieser zwei Symbole ist als erstes der Schwestern. ■
Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit und
als zweites moralische und geistliche Schönheit. Aus: Patricia St.John: Harold St.John – Reisender in Sachen Gottes, CLV

Evangelistische Segelfreizeit für Erwachsene & Familien

Vom 16.-23. August 2002 Programm: Morgens u. abends Leitung: Horst und Ingrid Schmitz
evangelistische Veranstaltungen
Im Erholungs- und Wassersport- Segeln, Surfen, Schwimmen, Friedr.-Ebert-Str. 301, 47800 Krefeld,
zentrum De Kuilart, Koudom, NL. Wandern, Fahrrad fahren etc. 02151/591817, hui.schmitz@web.de

Auch für Teilnehmer ohne Surf- und Segelerfahrung! Die missionarische Urlaubsidee

7
û
WOLFGANG BÜHNE

Begegnungen in Kasachstan
Vor zwei Jahren lernte ich auf einer Konferenz in Kasachstan Nurlan Tulenov kennen. Während
einer Essenspause saßen wir zusammen und ich bat ihn, mir seine Bekehrungsgeschichte
zu erzählen. Um so etwas lassen sich Kasachen nicht zweimal bitten und so schilderte er mir
ausführlich und sehr farbig die ungewöhnliche Bekehrungs-Geschichte seiner Frau, dann die
seiner eigenen Umkehr und schließlich die abenteuerliche Geschichte der Entführung und
Befreiung seiner Frau, die nach ihrer Bekehrung wie eine Gefangene unter Hausarrest stand.

Diese dramatische Geschichte allein könnte schon Es war für mich eine unerwartete und überwäl-
Stoff für einen Roman liefern, aber dafür reicht tigende Erfahrung. Ich sah dort freundliche Ge-
hier nicht der Platz. Damals schrieb ich mir seine sichter und wurde von dem Gesang der Christen
Geschichte auf – Nurlan war zu diesem Zeit- so bewegt, dass ich plötzlich anfing zu weinen
punkt erst drei Jahre bekehrt, aber danach lag und nicht mehr aufhören konnte.
seine Geschichte über ein Jahr lang auf meinem
Kurze Zeit später musste ich ins Krankenhaus.
Schreibtisch.
Dort hing ich mit einem Arm am Tropf und hielt
Im August letzten Jahres trafen wir Nurlan in in der anderen Hand ein Evangelium. Ich er-
Almaty unerwartet wieder. Wir waren zu einer kannte, dass ich ein Sünder war und Vergebung
Konferenz eingeladen worden, an der zum Glau- brauchte. Der Drang, mich zu Gott zu bekehren,
ben gekommene Kasachen teilnahmen, die alle wurde so groß, dass ich aus dem Bett stieg, um
vor ihrer Bekehrung Moslems waren. Dort stell- mich zum Gebet niederzuknien. Dabei rissen alle
te er mir auch seine Frau vor und ich registrier- Schläuche ab, aber das war mir egal. Doch dort
Der Drang, te im Laufe der Konferenz, dass dieser schlichte, auf den Knien brachte ich es nicht fertig, im Ge-
mich zu Gott etwas unbeholfen wirkende aber doch originel- bet Jesus als Herrn anzusprechen und fiel in
le Bruder mit seiner Frau das Vertrauen seiner Ohnmacht.
zu bekehren, kasachischen Geschwister besaß. Und das mach-
wurde so groß, Kurz darauf fand man mich auf dem Boden und
te mir Mut, seine Bekehrungsgeschichte stark ge-
hob mich ins Bett. Als ich wieder zu mir kam
dass ich aus kürzt wiederzugeben und vor allem von seinem
hatte ich große Angst, sterben zu müssen. Ich
dem Bett stieg, ersten evangelistischen Einsatz zu berichten.
dachte an meine Frau und meine beiden Kinder
um nieder zu Am besten lasse ich Nurlan selbst erzählen... und schrie zu Gott: „Rette mich!“ Gott erhörte
knien. Dabei mein Gebet und schenkte mir den Glauben an
den Herrn Jesus Christus.
rissen alle Geschichte einer Umkehr
Infusions- Ausgestoßen
Ich heiße Nurlan Tulenov und wohne in Atba-
Schläuche ab, sar- Kasachstan. Meine Eltern sind Moslems und Als ich entlassen wurde und meine Eltern von
aber das war in diesem Glauben bin ich aufgewachsen. Vor meiner Bekehrung erfuhren, wurden sie sehr
mir egal. Doch sieben Jahren habe ich zum ersten Mal einen wütend und sagten: „Du bist nicht mehr unser
ich brachte Christen kennengelernt. Es war ein Kasachke, der
durch Gebet von einer schweren Krankheit ge-
Sohn!“ Sie jagten mich aus dem Haus, hielten
aber meine Frau zurück und sperrten sie ein.
es nicht fertig, heilt wurde und sich zu Christus bekehrt hatte. Auch mein Geld und meine Habseligkeiten be-
Jesus als Herrn Er konnte mir nicht viel vom Evangelium erzäh- schlagnahmten sie.
anzusprechen len, er wußte nur, dass Gott einen Sohn hat und Sechs Wochen lebte meine Frau dort wie im Ge-
das dieser auf Golgatha für unsere Sünden ge-
und fiel in storben ist. Damals spottete ich: „Wenn Gott fängnis. Sie wurde von Wächtern bewacht und
Ohnmacht. einen Sohn hat, dann zeige ihn mir!“ meine ersten Versuche, sie zu befreien, scheiter-
ten. „Wenn Du mit Mohammed kommen wür-
Die Jahre vergingen und bald hatte ich diese Be- dest, dann würden wir Dir helfen“, spotteten sie.
gegnung vergessen. Doch dann kam meine Frau
Doch am 1. Januar 1998 gelang mir ihre Be-
durch ihre eigene Schwester zum Glauben an
freiung. Aber das wäre eine Geschichte für sich.
den Herrn Jesus und begann eine Gemeinde von
Christen zu besuchen. Weil ich besorgt und neu- Wir waren dankbar, wieder als Familie vereint zu
gierig zugleich war, wollte ich wissen, mit wel- sein und nun gemeinsam dem Herrn dienen zu
chen Leuten sie dort Kontakt hatte und so ging können. Natürlich schlossen wir uns der Ge-
ich eines Tages mit in die Versammlung. meinde an und ließen uns taufen.

8
û
Eine neue Leidenschaft Gemeinschaftshaus versammelt. Während die Ka-
sachen neugierig auf eine Rede von uns warte-
Unser Eifer, Kasachen für den Herrn zu gewin- ten, standen wir verlegen da und wussten nicht,
nen, war so groß, dass wir Christen in Kasach- wie wir beginnen und was wir sagen sollten.
stan uns vornahmen, bis Ende des Jahres 2000
jedes kasachische Dorf zu evangelisieren. Unsere Kniee schlotterten und das Herz schlug
uns bis zum Hals. Wir hatten keine Erfahrung
Viele kleine Teams von Geschwistern zogen an mit Predigen und hatten auch keine Musiker bei
den Wochenenden und in den Ferien los, um in uns, die uns den Einstieg erleichtert hätten. Ich
irgendeinem kleinen Dorf das Evangelium zu flüsterte dem Bruder neben mir zu: „Fang du an!“
verkündigen. Wir waren alle jung im Glauben,
hatten wenig Bibelkenntnis und noch keine Er- „Ich kann nicht“, stöhnte er, „meine Bibel zittert
fahrungen mit Evangelisation. Aber wir liebten so. Mach du den Anfang!“
den Herrn und unser Herz brannte, Menschen So versuchten wir einer dem anderen Mut zu
für Ihn zu gewinnen. machen, aber keiner wollte den Anfang wagen.
So zogen auch wir als kleine Gruppe junger Schweren Herzens gab ich mir einen Ruck, räus-
Christen los, um in einem abgelegenen Dorf das perte mich und sagte: „Wir wollen aufstehen
Evangelium zu predigen. Es war eine lange An- und zu dem Gott des Himmels beten!“
reise mit dem Auto und als wir dort ankamen, Alle standen gehorsam auf, ich sprach ein Gebet
fragten wir nach dem Dorfältesten. Diese alten
Unsere Kniee
und hielt danach eine kurze, einfache Anspra-
Männer haben eine große Autorität unter den che. Darauf versuchten wir ein Lied zu singen, schlotterten.
Bewohnern und wir wussten, dass von seiner was kläglich genug war. Wir erwarteten, dass die Wir hatten
Gunst und Laune unser Evangelisationsversuch Leute nun aufstehen und den Saal verlassen
abhing. würden. Aber keiner tat uns den Gefallen. Alle keinerlei
blieben sitzen und sagten: „Wir wollen noch Erfahrung
Es kam gleich knüppeldick... mehr hören!“ „Noch ein Lied!“
mit Predigen.
Wir wurden zu einem alten, würdigen und star- Zwei Stunden lang waren wir schließlich mit die-
ken Mann geführt. Er hatte einen dicken Knüp- Ich flüsterte
sen Leuten zusammen, bis unser Vorrat an Lie-
pel in der Hand und mir fiel schon bei seinem dern und Worten völlig erschöpft war und wir dem Bruder
Anblick das Herz in die Hose. alle ihre Fragen so gut wie wir es vermochten neben mir zu:
beantwortet hatten. Und dann geschah das Un-
„Was wollt ihr hier?“ fragte er mich. „Fang du an!“
glaubliche und Unerwartete: Zwei Frauen traten
„Wir wollen das Evangelium sagen.“ vor, um sich in dieser Versammlung zu bekehren!
„Wo habt ihr das Auto her?“ „Ich kann
Spät in der Nacht machten wir uns auf die Heim-
„Das Auto gehört mir.“
fahrt. Müde und erschöpft, aber mit glücklichen nicht“, stöhnte
„Wer zahlt euch das Benzin?“ und dankbaren Herzen über die offenen Türen
„Das zahlen wir selbst.“ und die freundliche Führung unseres Herrn.
er, „meine Bibel
„Und was bekommt ihr für diesen Einsatz?“ zittert so. Mach
Das waren unsere ersten Erfahrungen in der Evan-
„Nichts!“ gelisation! (Betet mit für Nurlan Tulenov) ■ du den Anfang!“
Nach dieser Antwort stampfte er erstaunt mit
dem Knüppel auf die Erde und sagte: Kiew Moskau
„Wir hatten im Dorf einen Sterbefall. Ich hatte RUSSLAND
den Mullah gerufen und gebeten, die Beerdigung
zu machen. Als Preis verlangte er ein Schaf und Karaganda
KASACHSTAN
auch noch Geld dazu. Er hat beides bekommen, MONGOLEI
aber zur Beerdigung ist dieser Kerl nicht erschie- Ulan-B.
nen. Was wollt ihr von mir?“
Peking
„Wir bitten um einen Raum und die Erlaub- IRAN JAPAN
Kabul
nis, dort das Evangelium von Jesus zu sagen.“ CHINA
„Beides sollt ihr bekommen und ich werde dabei PAKISTAN
sein und euch zuhören!“ Pazifik
INDIEN
Prediger mit schlotternden Knien Indischer Ozean

Wenige Stunden später waren fast alle Dorfbe-


wohner unter der Führung des Dorfältesten im Kasachstan – 7,5 Mal so groß wie Deutschland – hat nur ca. 15 Mill. Einwohner.

9
ANDREAS LINDNER

ZuBesuch bei dem


Zimmermann ausNazareth EIN E REISE DURCH ISRA EL UND JORDA NIEN

„Heute möchte ich über einen Mann sprechen, die evangelistischen Bibelstunden ein Höhe-
der wie ihr verfolgt wurde. Seine Eltern flüch- punkt. Eine davon fand im Haus eines Zahn-
teten um ihr Leben, als er zwei Jahre alt war. arztes statt. Unser Gastgeber meinte:
Später wollten sie in die Heimat zurück, aber es
„Vor zehn Jahren saß der Zahnarzt bei uns im
war zu gefährlich...“ So begann meine evange-
Wohnzimmer, als Teilnehmer unserer Bibelrun-
listische Predigt vor Flüchtlingen aus dem Irak.
de. Jetzt ist er bekehrt und hat eine eigene.
Würden sie sich vom Herrn Jesus verstanden
Wollt ihr mitkommen?“ Und ob wir wollten! Der
fühlen – und Sehnsucht nach Ihm bekommen?
Zahnarzt hatte gerade neu gebaut. Im Neubau
Ein Bruder Wahrscheinlich verbreitet sich das Evangelium war ein Raum für die Bibelrunde eingeplant. Der
stellte in sein in Jordanien zur Zeit am stärksten unter Flücht- Raum – so groß wie unsere ganze Wohnung –
lingen (z. B. aus dem Irak) oder unter Gastarbei- war mit bequemen Polstersesseln vollgestellt. Da-
Schaufenster tern (z. B. aus Ägypten). Das ist natürlich mit viel rauf hatte schon ein Teil der Oberschicht von
ein Schild mit Arbeit verbunden, aber der Herr hat die Bemü- Amman Platz genommen und wartete auf Got-
hungen der Geschwister gesegnet. Die Veranstal- tes Wort. Pasquale gab Zeugnis. Nach der Bibel-
Matth. 11,28: tung war im gemieteten Haus einer Gemeinde runde wurden die Geschwister mit Fragen über-
„Kommt her zu in Amman, Jordanien. Als Übersetzer fungierte schüttet. Ich sprach mit einer Dame namens Rim,
George Khali, ein Zimmermann aus Nazareth. die wirklich suchend war. Drei Wochen zuvor
mir... Ich will
hatte dieser Zahnarzt auch mit Sonntags-
euch Ruhe ge- George hatte Pasquale Koukos aus München und
gottesdiensten begonnen.
mich mit den Brüdergemeinden in Jordanien und
ben!“ Darauf- Israel bekannt gemacht. Wir begleiteten ihn ei- Einige Geschwister sind sehr geschickt im Um-
hin kam ein ne Woche in Jordanien und eine Woche in Israel. gang mit ihren moslemischen Arbeitskollegen
und Nachbarn. Sie leben den Herrn Jesus vor und
Moslem in den Unser Gastgeber (Ältester einer Brüdergemeinde
bringen die Leute durch wohlüberlegte Aussa-
in Amman) vermittelte uns einen Überblick über
Laden gestürzt: die Situation der Christen in Jordanien. Immer
gen oder Fragen zum Nachdenken. Andere ver-
wickeln sich nur in unfruchtbare Streitereien,
„Ist der noch wieder ermutigte er uns zur Verbreitung des
wieder andere haben es aufgegeben, aktiv zu
Wortes Gottes unter Moslems:
da, der die evangelisieren. Schade, dabei will der Herr sie
„Ein Bruder stellte ein Schild mit Mt 11,28 in doch zu Menschenfischern machen!
Ruhe gibt?“...
sein Schaufenster: Kommt her zu mir alle, die
Nach Jordanien kommen jeden Sommer unzäh-
ihr mühselig und beladen seid ... Ich will euch
lige Touristen aus vielen arabischen Ländern, die
Ruhe geben. Ein bärtiger Moslem (d. h. ein sehr
hier mit dem Wort Gottes erreicht werden kön-
überzeugter) kam in den Laden gestürzt: ‘Ist der
nen. Dazu haben die Geschwister sich viele
noch da, der die Ruhe gibt?’ – ‘Ja, er ist noch da’.
Möglichkeiten einfallen lassen. George hat ei-
Ein gutes Gespräch entwickelte sich. Ein andrer
nige Geschwister motiviert, eine Filiale für die
Bruder traf beim Einkaufen seinen moslemi-
Fernkurse einzurichten. In Jordanien würden
schen Nachbarn (mit Bart – ihr wisst schon, was
George und Ros Khalil
Araber aus aller Welt Kurse bestellen, in Israel
das bedeutet) und entschuldigte sich, dass es am
aus Nazareth mit nicht. Mit viel Geschick hat George das Team
Nadin, Markus
Abend und am Sonntag immer so laut sei. ‘Ich
geformt und motiviert. Sobald er sicher ist, dass
und Matthew hoffe, wir stören Sie nicht?’ – ‘Nein’, sagte der
der Herr in eine Richtung leitet, geht er vor-
Nachbar, ‘im Gegenteil. Wir freuen uns
wärts. Das war natürlich für die anderen neu.
schon auf die Lieder, die Sie singen und
am Sonntag bei der Predigt machen wir „Woher sollen für den Druck und Versand der
die Fenster auf. Es ist sehr interessant.’“ Kurse und für Büroräume die Finanzen kommen?“
Täglich besuchten wir mehrere Tref- „Fangt mal zu Hause in eurem Wohnzimmer an.
fen in Amman: Frauenstunde, Ältes- Wenn der Herr will, dass es weitergeht, wird er
tentreffen, Jugendkreis, Bibelstun- sich schon um die Finanzen kümmern. Das habe
den, Verkündigung. Für mich waren ich in den letzten Jahren erlebt...“

10
û
George, der Zimmermann, ist ein in Nazareth trum erfährt man einiges über die Geschichte
geborener Araber. Mit seinem Herrn hat er nicht Nazareths. Eine steinerne Brücke führt zu Äck-
nur Beruf und Wohnort gemeinsam, sondern ern und Terrassengärten mit Ölbäumen und
auch das Anliegen der Mission. Wo wir auch Weinreben. Die Gleichnisse Jesu werden hier
hinkamen: George hatte immer Ideen, was man plastisch: man sieht, wie die Erfahrungen der
machen könne, um das Evangelium zu verbreit- Menschen in seinen Lehren anklingt.
en oder die Geschwister zu ermutigen.
Der Pfad führt weiter zu Wohnhäusern und der
Das Erstaunliche dabei ist: George hat viele von Synagoge des Dorfes. Die Dorfbewohner leben
diesen Ideen in der Vergangenheit umgesetzt, und arbeiten wie im ersten Jahrhundert, und
und dabei viele Geschwister einbezogen. Ich bewirten ihre Gäste auch entsprechend. George
kenne George seit elf Jahren. Er hat – wie ich – hat auch die Idee, an das Freilichtmuseum eine
das Trainingsprogramm von Bill MacDonald und Bibelausstellung anzuschließen. Das würde die
Jean Gibson in Kalifornien besucht. Seit 1981 hat Präsentation prima ergänzen und wäre für die
er seinen Beruf aufgegeben, um mehr Zeit für vielen Schüler eine missionarische Möglichkeit.
den direkten Dienst im Reich Gottes zu haben.
Die Geschwister, die im Westjordanland
Wenn es finanziell mal nicht reicht,
leben, sind von der Umwelt ziem-
nimmt er eine Arbeit an.
lich abgeschnitten. Seit un-
In Israel ist die Evange- gefähr eineinhalb Jahren
lisation von Arabern sind viele der Städte ab-
(Moslems+Namens- geriegelt. Nur ab und zu
christen) gut möglich. gelingt es George, et-
George arbeitet mit was Geld zum Lebens-
Fernbibelkursen und unterhalt zu senden. Es
N AZARETH V ILLAGE
geht jeden Donners- muss hart sein, wenn
tag mit einem kleinen man monatelang in der P.O. Box 2066
Nazareth 16100 - Israel
Team von Geschwistern in eigenen Stadt eingesperrt
Tel.: 972-4-645-6042
Nazareth von Haus zu Haus, ist und nicht zur Arbeit kann.
Fax: 972-4-655-9295
knüpft Freundschaften, pflegt Be- Es gibt zwar Lebensmittel in den
info@nazarethvillage.com
ziehungen. Manchmal sind auch Praktikanten Läden, aber nur wenig Geld, um sie zu kaufen. www.nazarethvillage.com
da, die ihn unterstützen. Durch ihn lernten wir Da die Postwege seit längerem behindert sind,
Geschwister aus verschiedenen Gemeinden in suchte George nach jemand, der im Palästinen- Email zur Rückmeldung
Israel kennen. sergebiet wohnt und die Kurse und den Versand auf den Missionsartikel:
von dort aus machen kann. Nach längerem Ge- AndreasLindner@gmx.net
Zwei kulturelle Höhepunkte unserer Reise waren
bet hat sich nun ein Mann gefunden.
die Besichtigung vom GARTENGRAB in Jerusalem
(s. Abb.) und das NAZARETH VILLAGE in Nazareth. Es besteht evtl. die Möglichkeit, dass ein Team
Das sollte man sich nicht entgehen lassen! An von hier mal hinfährt und mithilft, Literatur zu
beiden Orten wurde auf das Geschäft verzichtet verbreiten. Man kann in den moslemi-
und ein sehr realer und geschichtlicher Eindruck schen Dörfern und Städten in Israel von
vermittelt. Dabei wurde die Botschaft der Bibel Haus zu Haus gehen, Traktate und Bücher
eingeflochten. Für uns beide war es packend, den verschenken und auf die Emmauskurse hin-
Hügel Golgatha zu sehen: Er sieht tatsächlich weisen. In der Vergangenheit ergaben sich
wie ein Totenschädel aus. Etwa hier wurde Isaak viele Kontakte durch so eine Aktion. Betet
auf den Altar gelegt und viel später unser Herr mit uns um konkrete Führung für dieses
gekreuzigt. Nicht weit davon befindet sich das Vorhaben.
Grab eines reichen Mannes in einem großen
Wir sind sehr ermutigt durch die Reise. Das
Garten. In diesem oder einem ähnlichen Grab
wichtigste Anliegen für George ist meiner
lag unser Herr! Die Ereignisse auf diesem Berg
Einsicht nach, dass er einen einheimischen
haben die Welt verändert – und unser Leben.
Mitarbeiter bekommt, mit dem er „auf
Das NAZARETH VILLAGE ist eine Art Freilichtmuseum gleicher Wellenlänge“ liegt und mit
in Nazareth. Hier kann man miterleben, wie der dem er sich austauschen kann.
Alltag zur Zeit Jesu aussah. Nach telefonischer Gegenseitige Unterstützung und
Absprache kann man eine Führung in Deutsch Anregung ist für uns so selbst-
erhalten. Im Moment sind kaum Touristen da, verständlich. Nicht so bei Ge-
aber dafür nehmen viele Schulklassen eine Füh- orge – er braucht sie drin-
rung in Anspruch. Auf diese Weise lernen die gend. Außerdem beten wir
moslemischen Kinder etwas über den Herrn und natürlich für die Verbrei-
Vorurteile werden abgebaut. Im Besucherzen- tung des Evangeliums dort. ■

11
WOLFGANG BÜHNE

Das Feld ist weiß zur Ernte! GOTTES WIRKEN IN HONDURAS UND NICARAGUA

Im Februar dieses Jahres durften wir wieder ein- den Herrn leben sie - teilweise in beschämender
mal in Richtung Lateinamerika starten. Unser Bescheidenheit oder sogar Armut – ohne zu kla-
erstes Ziel war Honduras – fast schon so etwas gen.
wie eine zweite Heimat für uns
Auch die Jüngerschaftsschule in Tela – ein mehr-
Houston USA monatiger Kurs für junge Geschwister – und das
Trainingsprogramm „Módulos Bíblicos“ in der
A T L A N T I K
Hauptstadt Tegucigalpa, zu dem gezielt etwa 16
G o l f v o n
MEXIKO M e x i k o treue und begabte Brüder aus den Versamm-
lungen über einen Zeitraum von zwei Jahren je-
KUBA weils vier Mal im Jahr für eine Woche zum in-
tensiven Bibelstudium eingeladen werden, ha-
HAITI
ben Segensspuren hinterlassen.
HONDURAS
GUATEMALA
Vermehrung durch Teilung
Tegucigalpa
K A R I B I K
EL SALVADOR
NICARAGUA
Unsere erste Station war Choloma. Die Gemein-
PANAMA
KOLUMBIEN
de dort ist in den letzten Jahren so gewachsen,
P A Z I F I K COSTA RICA
dass sie sich inzwischen vier mal geteilt hat, um
VENEZUELA
in den verschiedenen Stadtteilen ein Zeugnis zu
sein. Dadurch wurden viele junge Brüder heraus-
gefordert, ihre Gaben und Aufgaben zu erkennen,
Es war eine Seit 1994 konnten wir jedes Jahr dieses arme,
was für ihr geistliches Wachstum sehr gesund
große Freude aber uns lieb gewordene Land besuchen, um dort
war. Eine dieser Gemeinden hat inzwischen eine
Gemeinden und Freunde zu ermutigen und Kon-
für uns, die ferenzen und Seminare abzuhalten.
Sonntagschularbeit mit 400 Kindern.
positiven Ver- Es war eine große Freude für uns, die positiven
Tagsüber führten wir in der „Muttergemeinde“
änderungen in eine Konferenz durch, an der etwa 100 bis 150
Veränderungen in den Gemeinden zu sehen. Das
engagierte Geschwister der Gemeinden teilnah-
den Gemein- Wort Gottes und auch die gute Literatur, die in
men. Abends besuchten wir reihum die verschie-
den vergangenen Jahren ins Land gebracht und
den zu sehen. verbreitet werden konnte, haben deutliche Spu-
denen Versammlungen der Stadt, wo jeweils zwi-
schen 150 und 300 Geschwister dankbare Zu-
ren hinterlassen. Besonders die vielen jungen Ge-
hörer waren.
schwister zeigen ein starkes Interesse am Bibel-
studium und geistlichen Wachstum.
Sehr ermutigend ist auch die Tatsache, dass
manche Gemeinden die Notwendigkeit der Evan-
gelisation und Mission erkannt haben und für
diese Aufgabe junge Geschwister schulen und
betreuen, um sie für die großen Aufgaben im
eigenen Land und in den umliegenden Ländern
zuzurüsten.

Auch wenn die ältere Generation – teilweise


durch Lebenssorgen und Traditionen stark ge-
prägt - den geistlichen Aufbruch jüngerer Ge- Gemeindezusammenkunft in Honduras
schwister zwar nicht bremst, aber auch nicht
fördert, gibt es doch inzwischen eine Anzahl rei- Eine geistliche Frucht dieser Gemeinden ist Juan
fer und geistlicher Brüder in den Versammlun- Carlos Amaya mit seiner Frau, den wir eine Wo-
gen, die ein Herz für Gottes Anliegen und Pläne che später im „Módulos Bíblicos“ trafen und der
mit seiner Gemeinde haben und die dafür ihre uns auf unseren Wunsch seine bewegende Ge-
Juan Carlos Amaya Zeit und Energie einsetzen. Im Vertrauen auf schichte erzählte:

12
û
„Meine Kindheit und Jugend waren sehr traurig. das Evangelium zu verkündigen. Der Herr
Ich habe sieben Geschwister und als ich 5 Jahre schenkte es, dass einige Leute zum Glauben ka-
alt war, ging meine Mutter fremd und verließ men und wir im Februar 2000 zum ersten Mal
schließlich unsere Familie. So wurden wir allein als Gemeinde zusammenkommen konnten. In-
von unserem Vater erzogen, der sich dabei viel zwischen gehören 11 Geschwister verbindlich
Mühe gab und dafür sorgte, dass ich eine Schul- zur Gemeinde, weitere 12 Personen sind zum
bildung bekam und später eine Kaufmannslehre Glauben gekommen, aber noch nicht getauft.
machen konnte.
Eine schöne Gebetserhörung habe ich letzten
Im Alter von 18 Jahren kam ich zum Glauben an Samstag erlebt. Ich wollte sehr gerne an dem
den Herrn Jesus und ich bin sehr dankbar, dass Bibelseminar in Tegucigalpa teilnehmen, zu dem
Santos und David – zwei der Ältesten der Ge- Alois Wagner und Wolfgang aus Deutschland
meinde in Choloma – mir sehr geholfen haben, kommen wollten. Doch ich hatte kein Geld für
den Herrn und sein Wort liebzugewinnen. Mein die Busreise und legte meine Not und Bitte dem
Wunsch war, dem Herrn zu dienen, der mich Herrn dar.
gerettet und mein Leben verändert hat.
An diesem Tag erlebte ich etwas, was mir in den
Wir fanden
1998 konnte ich für ein Jahr die Jüngerschafts- vergangenen Jahren noch nie passiert war: am
schule in Tela besuchen und im Jahr 1999 durf- Samstag kamen 20 Männer zu mir zum Haare- eine verfallene,
te ich eine Schwester heiraten, die ich dort ken- schneiden und ich konnte dadurch 300 Lempi- ehemalige Ka-
nengelernt hatte und die meinen Wunsch teilte, ras (ca 20 Euro) einnehmen und damit die Reise
zur Ehre des Herrn zu leben. bezahlen.
pelle, in der es
weder Toilette
In der folgenden Zeit haben wir dann mit einer Wenn wir sehen, wie unsere Heimatgemeinde in
Gruppe junger Geschwister Einsätze in San Ped- Choloma wächst und dort neue Gemeinden ent- noch fließend
ro de Copán durchgeführt. In diesem größeren stehen, sind wir manchmal entmutigt, dass un- Wasser gab,
Dorf leben etwa 5.000 Einwohner, alles strenge sere Gemeinde so langsam wächst. Betet für uns,
Katholiken. Es gibt dort keine evangelikale Ge- dass wir den Mut und die Freude nicht verlieren
aber Fleder-
meinde. und wir weitere Mitarbeiter bekommen.“ mäuse ihr Zu-
Der Herr legte es mir und meiner Frau aufs Herz hause hatten.
an diesen Ort zu ziehen, um dort zu wohnen und Als wir ein-
das Evangelium zu verkündigen, damit durch
Gottes Hilfe hier eine Gemeinde entstehen würde.
zogen, konnten
wir zuerst nur
Wir wurden von unserer Gemeinde in Choloma
zu diesem Dienst entlassen, allerdings machte weinen...
man uns deutlich, dass wir auf eigenes Risiko Hier wurde
diesen Weg gehen müssten und nicht mit fi-
nanzieller Unterstützung rechnen könnten.
kurz darauf
unser erster
Es war schwer eine Wohnung zu finden. Wir be-
saßen kein Geld und so mussten wir in den ers- Sohn geboren.
ten sechs Monaten vier Mal umziehen. Schließ- Alois Wagner bei einer Straßenpredigt in León
lich konnten wir eine armselige „Wohnung“ aus
Lehm beziehen. Es war eine verfallene, ehemali-
Erste Früchte in Nicaragua
ge katholische Kapelle, in der es keine Toilette
und kein fließend Wasser gab, in der kein Nagel Im Anschluss an das Bibelseminar in Tegucigalpa
in der Wand hielt und Fledermäuse ihr Zuhause machten wir uns auf den Weg, um zum ersten
hatten. Als wir in diese Wohnung zogen, konn- Mal Nicaragua zu besuchen - das Land, welches
ten wir nur weinen... in den vergangenen Jahrzehnten unter Bürger-
kriegen und Naturkatastrophen gelitten hat.
Hier wurde wenige Wochen später unser erster
Sohn geboren. Vor einigen Jahren hatten einige honduranische
Brüder unter der Leitung unseres Freundes Omar
Um unseren Lebensunterhalt bestreiten zu kön-
Ortíz Einsätze in Nicaragua begonnen. Darauf-
nen, habe ich zunächst auf dem Land als Hilfs-
hin kamen in Estelí einige Leute zum Glauben
arbeiter gearbeitet. Später trennte ich einen Teil
und Oscar Cubas mit seine Frau Nolvia waren
unserer Wohnung ab, um dort als Friseur etwas
bereit, im Vertrauen auf den Herrn Honduras zu
Geld zu verdienen und Kontakt mit den Män-
verlassen und nach Estelí zu ziehen. Dort ent-
nern des Ortes zu bekommen.
stand bald eine kleine Gemeinde und Oscar zog
Inzwischen sind wir in unserem Ort neunmal weiter nach Tauquil und Jalapa, wo im Lauf der
von Haus zu Haus gegangen, um den Menschen letzten 2 Jahre weitere Gemeinden entstanden.

13
Carlos hatte Israel auch die Jüngerschaftsschule
N I C A R AG U A (Stand 2000)
45 Jahre autoritär herrschte wurde 1979 von
Sandinistischer Befreiungsfront gestürzt, besucht, anschließend geheiratet und mit seiner
Landesfläche: ca. 130 000 km2 anschließend Bürgerkrieg (US-unterstütze Frau den Herrn gefragt, wo sie ihm dienen könn-
Einwohner: 5,2 Mio. „Contras“ gegen kommunist. Sandinisten). ten. Da sie viel für Nicaragua gebetet hatten
Hauptstadt: Managua (1 Mio.) Die Wahlen von 1990 gewann überraschend und bekannt war, dass Omar Ortíz dort Einsätze
Große Städte: León (160.000), die gemäßigt liberale Politikerin Violeta
Matagalpa, Estelí Barrios de Chamorro. 1996 setzte sich ein
machte, besuchte er eines Tages Omar, um ihn
Granada, (zwischen 50.000 rechtsliberales Parteienbündnis unter Arnol- zu fragen, ob er ihn nach Nicaragua begleiten
und 100.000 Einwohner). do A. Lecayo durch (2001 wiedergewählt), könne. Als er an Omars Tür klopfte, lag dieser
Bevölkerung: meist Mestizen, aber die sandinistische Linke hat nach wie gerade auf seinen Knien und betete um ein
daneben Indiander, vor großen Einfluß auf Armee, Polizei und Ehepaar für Nicaragua!
Schwarze und Weiße. Gewerkschaften. Das Land erholt sich sehr
Sprachen: Spanisch 90%, Englisch langsam und leidvoll von Jahrzehnten der Nachdem Israel vier Einsätze mitgemacht hatte,
10% (Afrikaner und Afro- Rechts- und Linksdiktatur, Bürgerkrieg und bekam er den Eindruck, dass der Herr ihn und
Indianer an der Küste). Naturkatastrophen (1972 Zerstörung Mana-
Bruttosoz.prod.: ca. 2.600 $ US guas durch Erdbeben, 1998 Hurrikan Mitch).
seine Frau nach Nicaragua rief. Sie legten ihr
Anliegen den Ältesten der Gemeinde vor und
Zur Geschichte: 1522-24 von Spaniern er- Konfessionen: Mehrheitl. Röm. Katholisch,
fanden kein Verständnis. „Wovon wollt ihr
obert, 1821 von ihrer Herrschaft befreit, seit evangelikale Christen (im weitesten Sinn) ca.
1839 selbst. Republik, häufige Bürgerkriege; 15% der Bevölkerung, davon über zwei leben? Wenn ihr unbedingt gehen wollt, dann
Präs. A. Somoza, der mit seiner Familie über Drittel (11%) pfingstkirchlich/charismatisch. geht, aber auf Eure Rechnung!“
Darauf verkauften sie alles, was sie besaßen und
Wir waren nun unterwegs, um Oscar und seine zogen nach Estelí, um dort in der kleinen Ge-
Familie zu besuchen und die jungen Versamm- meinde in der Evangelisation, Weiterführung und
lungen kennenzulernen, die eine Frucht der Ar- Gefängnisarbeit mitzuhelfen.
beit unserer honduranischen Freunde sind.
Die Reise nach Jalapa übertraf alle Befürch-
tungen: Stundenlanges Fahren auf ungeteerten
Buckelpisten, Staubwolken, die durch alle Ritzen
Oscar Cubas drangen und das Atmen erschwerten...
Als Israel an Aber immerhin kamen wir nach fünf Stunden in
Jalapa an, wo Oscar und seine Familie in beschä-
Omars Tür
mend bescheidenen Verhältnissen wohnen, um
klopfte, lag dort das Evangelium zu verbreiten. Leider haben
dieser gerade die honduranischen Gemeinden bisher noch nicht
gelernt, für ihre Missionare zu sorgen, weder fi-
auf seinen Pick-up-Tour: Wir machen uns (nichts) aus dem Staub!
nanziell noch durch ermunternde Besuche. Nur
Knien und ein einziges Mal haben sie in den vergangenen
„Kann ich auch ein Traktat haben?“
betete um ein Jahren den Kurzbesuch eines Bruders ihrer Hei-
matgemeinde erlebt. Sie lernen dort, in jeder Be- Einen Tag vor unserer Abreise machten wir ei-
Ehepaar für
ziehung allein auf den Herrn zu vertrauen. nen evangelistischen Einsatz in León. León ist
Nicaragua! die zweitgrößte Stadt Nicaraguas mit vielen
Aber die Frucht ihres Dienstes ist überaus ermu-
Universitäten und der größten Kathedrale Mit-
tigend: Als wir abends zur Gemeinde nach Tau-
telamerikas. Omar Ortíz und seine Freunde be-
quil fuhren – auf der Ladefläche des mit ca. 20
ten viel für diese Stadt und reisen von Honduras
Leuten beladenen Pick-up brauchten wir für die
aus jeden Monat nach León, um mit Menschen
etwa 15 km Slalomfahrt ca. 45 Minuten – erleb-
zu reden, Kontakte zu knüpfen und das Evan-
ten wir dort die Gemeinschaft mit etwa 50 – 60
gelium zu verkündigen. Die Reise von Tela (Hon-
schlichten Geschwistern, die alle jung im Glau-
duras) nach León dauert mit dem Bus fast zwei
ben waren, aber trotz aller materiellen Armut
Tage. Wir waren sehr beschämt, als wir den
fröhlich und freudig den Herrn lobten.
Einsatz dieser Brüder sahen, die diese enormen
Hinter dem selbstgebauten Versammlungsraum Strapazen auf sich nehmen, um die wenigen
befand sich eine kleine Hühnerfarm, wo einige Kontakte in dieser Stadt zu pflegen mit dem
Dutzend Hühner die Geschwister mit Eier ver- Ziel, dass dort eine Gemeinde entsteht.
sorgen. Bei der großen Arbeitslosigkeit in der
Zunächst suchten wir die Kontaktpersonen auf,
Gegend immerhin eine kleine Überlebenshilfe.
um Bibelkurse, Bibeln usw. weiterzugeben und
Zwei Tage später fuhren wir nach Estelí, wo in- dann starteten wir eine etwa zweistündige Frei-
zwischen der amerikanische Missionar David Ree- versammlung vor der Kathedrale. Alois, David
ve und seine Frau Betsy und ein weiteres junges und Israel hielten abwechselnd Kurzpredigten,
Ehepaar aus Honduras, Israel und Florinda Ra- worauf sich eine große Anzahl Menschen ein-
Omar bei Hausbesuchen mos, als Missionare arbeiten. Ähnlich wie Juan fanden, die aufmerksam zuhörten. Wenn nach

14
û
Falls du dich für einen missionarischen Dienst
interessierst oder vorbereiten möchtest, empfeh-
len wir dir ganz besonders folgendes Angebot:

Missions-Freizeit
im Freizeithaus Schoppen
• vom 27. Okt. bis 2. Nov. 2002
Für Missionsinteressierte und Älteste,
die missionsmotivierend arbeiten wollen.
der Predigt einige Traktate hochgehalten und Mit Herbert Martin und Mark Schibli
angeboten wurden, kamen viele nach vorne, um von der Zentral-Afrika-Mision (ZAM)
sich ein Traktat zu holen. Für uns Mitteleuro-
Mit folgenden Bibel- u. Seminar-Themen:
päer, die wir uns freuen, wenn überhaupt einmal
jemand bereit ist, ein Traktat anzunehmen, war ● Mission zur Zeit der Apostelgeschichte
das eine ungewohnte Erfahrung. ● Was ist zur Missionsvorbereitung nötig?
● Wissenswertes zur Völkerkunde
Ein junger Student neben mir schrieb sich alles ● Wie erreichen wir unerreichte Völker?
auf, was gesagt wurde, war sichtlich bewegt und
las nach einem kurzen Gespräch mit einem der Anmeldungen: Freizeithaus Schoppen
Brüder in der Bibel. Viele baten darum, dass man Schoppen 1, 58540 Meinerzhagen
bald wiederkommen möchte und so wurde der oder per Email: Schoppen-Post@gmx.de
nächste Einsatz am 5. März angekündigt.
Diese Stadt mit den vielen Straßenkindern, Ar-
beitslosen und Bettlern scheint „reif zur Ernte“
zu sein. Man sagt, dass etwa 70 % aller Mütter Die Ernte
in Nicaragua alleinerziehend sind und man kann zwar ist
sich das soziale und geistliche Elend vorstellen, groß, die
das sich aus dieser Tatsache ergibt. Bisher gibt es
nur wenige bibeltreue Gemeinden in diesem ka- Arbeiter
tholischen Land. Die pfingstlich und charisma- aber sind
tisch geprägten Gemeinden fallen meist dadurch wenige.
auf, das man schon von weitem das durch Laut-
sprecher verstärkte Geschrei der Prediger und (Mt 9,37)
Gemeindeglieder hört. Aber diese Gemeinden ha-
ben wegen der häufigen Unmoral der Prediger Und Du?
in der Bevölkerung keinen guten Ruf.
Wir sind dankbar zu wissen, dass in Honduras Friesen-Sommer-Freizeiten
weitere junge Ehepaare bereit sind, nach Nica-
ragua zu ziehen, wenn der Herr sie ruft und die
im Freizeithaus Schoppen
Wege ebnet. Bitte betet für sie und für die Mis-
• vom 7. bis 13. Juli 2002
sionare, die bereits in diesem Land arbeiten und
für die Heimatgemeinden, dass Gott sie bereit Für KINDER zwischen 8 und 12 Jahren!
macht, ihre Verantwortung für ihre Missionare Leitung: Helmut Hieronimus
zu erkennen und zu praktizieren. ■ Holunderweg 7, 26736 Loquard
Telefon: 04927/210
Helmut.Hieronimus@t-online.de

• vom 14. bis 20. Juli 2002


Für JUNGS zwischen 7 und 15 Jahren!
Leitung: Frank + Ingeborg Kalms,
Marschweg 1, 26736 Loquard,
Telefon: 04927/912910
Ingeborg.Kalms@emsnet.de Bitte beachten: Alle weiteren
Kinderfreizeiten für 2002
Anmeldungen nur an die jeweiligen Leiter!
sind leider schon voll belegt!

15
GERRIT ALBERTS

„Treu und doof“,


„etwas Licht“ oder „einfach gut“?
Der in der letzten Ausgabe von Anregendes. Das ist aber beileibe Gerade die Passagen der Heiligen
f+t abgedruckte Leserbrief von kein Grund, Ihre freundliche Be- Schrift, die sich mit der Endzeit
Daniel Bien hat zahlreiche Re- reitschaft zur Korrektur zu weit beschäftigen, sind zu einem gro-
aktionen hervorgerufen. zu treiben! In einer polit-kirch- ßen Teil apologetische Texte: Sie
lichen Landschaft Jepsen'scher grenzen die biblische Glaubens-
Dabei geht es weniger um einzelne
und Kock'scher Prägung einer- lehre gegen falsche Lehren ab und
Artikel, sondern mehr um eine Art
seits und neo-evangelikaler Auf- warnen die Gläubigen vor Ver-
Generaldebatte um die Ausrich-
motzung „freier“ Kirchen (Spaß- führung. Dazu einige Beispiele:
tung des Blattes. Die Stellungnah-
Gottesdienste u. andere Scherze!)
Für „Doofheit“ men reichen von starker Ableh- Unser Herr Jesus stellt seine
andererseits bringt f+t mir vier-
nung von f+t bis hin zu der Sicht, Endzeitrede unter das Thema:
kann man dass die Zeitschrift eine ziemlich
mal im Jahr etwas Licht in die
„Seht zu, dass euch niemand
Trübnis. DANKE!
bekanntlich herausragende Position im christ- verführe!“ (Mt 24,4). Petrus,
lichen Blätterwald inne hat. Ver- Ein weiteres Nordlicht aus Kiel, der in seinem zweiten Brief eine
nichts ... und ständlicherweise befinden sich Herr Ecker, meint: Charakteristik der letzten Tage
wenn Gott uns Stellungnahmen, die die kritische
OK, also auf den Punkt gebracht:
gibt (2Petr 3,3), benutzt etwa
eines Tages Sicht von Daniel teilen, in der zwei Drittel dieses Briefes, um
Ich finde die f+t einfach gut!
Minderheit: Wer abonniert und vor falschen Propheten, falschen
sagen könnte, liest schon eine Zeitschrift, über Frau Lutzius aus Möckmühl be- Lehrern und ihrer Verführung zu
wir wären treu die man sich wegen übertriebe- kennt: warnen. Johannes spricht von
ner und einseitiger Hetze gegen der letzten Stunde und fordert
gewesen, dann Andersdenkende laufend ärgert?
F+t ist die einzige Zeitschrift, die
die Gläubigen auf: „Geliebte,
ich noch lese, dies sage ich nicht
ständen wir Allerdings gibt es tatsächlich auch
Euch zum Trost, den habt Ihr von
glaubet nicht jedem Geist, son-
Menschen, die sich das antun, dern prüfet die Geister, ob sie
gar nicht so wie der Auszug aus einem Leser-
mir nicht nötig. Ich bin dankbar
aus Gott sind“ (1Joh 2,18; 4,1).
für die gute Zusammenstellung
schlecht da. brief von Ehepaar Schmidt zeigt:
der erbaulichen Artikel, für die
Paulus schreibt, dass in den letz-
ten Tagen schwere Zeiten sein
Seit Jahren bekomme ich ja nun Informationen über „neue Kuriosi-
werden, in denen böse Menschen
schon Euer „Hetzblättchen“ und täten“, die sich christlich nennen.
im Bösen fortschreiten, indem sie
ich schaue es immer noch, jedes
Aus Platzgründen ist es uns nicht verführen und verführt werden.
Mal, wenigstens durch. Wir ha-
möglich, alle diesbezüglichen Le- (2Tim 3,1.13). Die Gemeinde Got-
ben das Blättchen familiär schon
serbriefe zu veröffentlichen. Der tes, die gesund sein will im Glau-
umbenannt in "treu und doof".
interessierte Leser mit Internetzu- ben, wird diesen apologetischen
Aber bitte nicht böse sein, das
gang findet sie unter www.clv.de Dienst auf ihre Zeit und Situa-
ist eher sarkastisch gemeint.
tion anwenden müssen.
Die Ursache dieses „Kosetitels“
Kern der Auseinandersetzung
ist natürlich Eure theologisch „Habet acht auf euch selbst und
verbrämte und einseitige Die meisten Äußerungen in den auf die ganze Herde“ (Apg 20,28).
„Hetzerei“ gegen immer wieder Leserbriefen beziehen sich auf
In seiner Abschiedsrede an die
die gleichen Themen ... die Frage der kritischen Ausein-
Ältesten von Ephesus spricht
andersetzung mit Zeitströmun-
Keine Angst, liebes Ehepaar Paulus über die Zeit nach seinem
gen in der christlichen Welt. Ist
Schmidt, diesen Kosetitel neh- Abschied. Er warnt vor den ver-
es „gesund“, wenn Christen sich
men wir Euch nicht übel. Für derblichen Wölfen, die die Herde
mit negativen, aus ihrer Sicht
„Doofheit“ kann man schließlich nicht schonen und vor den Män-
gefährlichen Tendenzen ausein-
nichts. Und wenn Gott uns eines nern, die aus ihnen selbst aufste-
andersetzen, vor allem, wenn sie
Tages sagen könnte, wir wären hen und verkehrte Dinge reden
dadurch Mitchristen auf's Korn
dem Licht, das er uns anvertraut würden. Merkwürdigerweise er-
nehmen? In welchem Ausmaß
hat, treu gewesen, dann ständen mahnt er sie, zunächst auf sich
sollte dies geschehen? Welche
wir gar nicht so schlecht da. selbst acht zu haben. Warum wa-
Gefahren sind dabei zu beachten?
ren sie durch die verderblichen
Eher sind wir schon beschämt Dazu möchte ich einige kurze
Wölfe und durch die falschen
über das kräftige Lob, das viele Überlegungen anstellen.
Lehrer zu allererst selbst gefähr-
Leser zum Ausdruck gebracht
Die Verteidigung der rechten det? Nun, für die Herde wäre es
haben. Ein ostfriesischer Lands-
christlichen Glaubenslehre und natürlich verheerend, wenn die
mann von mir, Herr Rose, schreibt:
die Warnung vor Verführung Ältesten von den verderblichen
Ganz schön witzig, dieser Daniel nehmen in der Heiligen Schrift Wölfen überwältigt oder durch
Bien. Unterm Strich ist etwa 10% einen breiten Raum ein! die verkehrten Dinge verführt

16
würden. Noch schlimmer für die Sollte man nicht lieber über das bewegungen des 19. Jhdts. nur
ihnen anvertrauten Gläubigen gemeinsame Heil schreiben, als noch, um uns „zum Spaß später
wäre es, wenn sie selbst zu ver- über manches Unheilvolle? über das Gelesene noch einmal
derblichen Wölfen würden oder richtig aufzuregen“ oder um uns
Ähnlich wie in den bereits ange-
zu Männern, die verkehrte Dinge ziemlich erhaben über so viel
führten Beispielen aus der Bibel
reden. Paulus deutet diese Gefahr kleinkarierte Rechthaberei zu
schreibt auch Judas von Spöttern
an, indem er sagt, dass solche fühlen? Warum es ist überflüssig,
und der Verführung am Ende der
Männer aus ihrer eigenen Mitte die Prophetien von christlichen
Zeit (Jud 18). Fast den gesamten
kommen werden. Führern wie Bill Bright („Der
Brief füllt er mit der Beschreibung
Heilige Geist hat mir gesagt ...“),
Eine andere Gefahr, auf die Ver- von Gefahren und Warnungen.
an der Realität zu überprüfen?
teidiger der rechten christlichen Aber beachten wir, mit welcher
Glaubenslehre besonders achten inneren Haltung er dies tut: Er Die Heilige Schrift fordert uns
sollten, verdeutlicht uns der Herr tut dies nur notgedrungen und deutlich dazu auf (5Mo 19,22)!
Jesus in seiner Endzeitrede. muss sich sehr dazu überwinden. Wenn dies bereits gegen die „po-
Auch er spricht von den falschen litical correctness“ in der christ-
„Geliebte, indem ich allen Fleiß
Propheten, die viele verführen lichen Szene verstößt, dann wird
anwandte, euch über unser ge-
(Mt 24,11). Dann fährt er fort: mir angesichts der angekündig-
meinsames Heil zu schreiben,
„Wegen des Überhandnehmens ten vielen falschen Propheten
war ich genötigt, euch zu schrei-
der Gesetzlosigkeit wird die Liebe angst und bange.
ben und zu ermahnen, für den
der Vielen erkalten.“
einmal den Heiligen überlieferten Kelle und Schwert
In einer Zeit, in der Verführung Glauben zu kämpfen.“
Ein merkwürdiges Bild müssen die Defensive
auf vielen Ebenen droht, stehen
Ein großer Teil der Unterhaltungs- Bauarbeiter abgegeben haben,
wir in der Gefahr, lieblos zu sein.
branche und der politischen die unter Nehemia das zerstörte und Offensive –
Hinter jedem Busch der christli- Streitkultur lebt davon, andere Jerusalem mühsam wieder auf- Abwehr des
chen Landschaft kann man die mit Spott und Häme zu überzie- bauten: „Die Lastträger trugen
Gesetzlosigkeit wittern und in hen und negative Informationen mit der einen Hand das Bauma- Negativen
dem Pulverdampf der scharfen breit zu treten. Auch in unseren terial, in der anderen hielten sie und Aufbau
Geschütze, die aufgefahren wer- Äußerungen können solche The- eine Waffe“ (Neh 4,11). Ein Fach-
den, kann man nicht mehr Freund men Gewicht bekommen. mann für effizientes Arbeiten
des Positiven,
und Feind unterscheiden und wird den Kopf geschüttelt haben Apologetik und
Das Beispiel von Judas zeigt uns:
feuert lieblos auf alles, was sich über so viel Verschwendung von Gemeindebau
Wenn wir eine klammheimliche
außerhalb der eigenen engen Arbeitskraft. Gab es nicht genug
Festung bewegt. Manche Mitar-
Freude daran empfinden, die
Konstruktives zu tun? Sollte man müssen im
negativen Dinge anderer wieder
beiter aus den Anfängen von f+t
zu käuen, sollte dies ein deutli-
nicht besser mit beiden Händen Gleichgewicht
und der Freizeitarbeit in Schoppen Aufbauarbeit leisten? Und doch
sind für diese Arbeit heftig von
ches Warnsignal für uns sein.
wussten sie, dass ihre Arbeit auf sein. Das eine
Mitchristen kritisiert worden. Wir Der Kampf um die rechte längere Sicht nur Erfolg haben darf nicht ge-
sollten nie vergessen, wie wir uns Glaubenslehre kann Ausdruck konnte, wenn Defensive und Of-
dabei gefühlt haben. der Liebe zur Wahrheit sein! fensive, Abwehr des Negativen
gen das andere
und Aufbau des Positiven, Apolo- ausgespielt
Es liegt immer eine große Gefahr Wir leben in einer Zeit, in der es
getik und Gemeindebau im Gleich- werden.
darin, andere mit Bibelversen zu keine allgemein akzeptierten
gewicht waren und nicht das ei-
attackieren. Nur zu leicht redet übergeordneten Wahrheiten
ne gegen das andere ausgespielt
man sich ein, damit einen guten mehr gibt. Die Zeit der Meta-
wurde.
Dienst zu tun. Man hat ja eine erzählungen ist vorbei. Es lohnt
„biblische“ Rechtfertigung. sich nicht, über letzte Wahr- Spurgeon war von dieser alttesta-
Ein verstorbener bayrischer CSU- heiten zu streiten, denn es gibt mentlichen Szene so beeindruckt,
Ministerpräsident bezeichnete sie im Verständnis der Postmo- dass er die von ihm herausgege-
einmal einige seiner politischen derne nicht. Auch in der christ- bene Zeitschrift „Sword and Trowel“
Kritiker als „Ratten und Schmeiß- lichen Welt ist das Interesse an (Schwert und Kelle) nannte. Ob
fliegen“. Als seine Frau gefragt biblischen Dogmen spürbar zu- wir in f+t ein ausgewogenes Ver-
wurde, ob diese Ausdrucksweise rückgegangen. „Dogmen trennen, hältnis zwischen diesen beiden As-
für den Vorsitzenden einer Liebe eint!“ pekten des christlichen Dienstes
christlichen Partei passend wäre, gefunden haben, wird der Herr
Ist dies einer der Gründe, warum
meinte sie: „Warum nicht? Auch Jesus beurteilen. Wir sollten auf
Judas uns auffordert, für den
Jesus hat doch schließlich die jeden Fall in einer demütigen und
einmal überlieferten Glauben
Schriftgelehrten und Pharisäer umsichtigen Weise darum ringen.
(gemeint ist vor allem die Glau-
als Schlangen und Ottern-
benslehre) zu kämpfen? Lesen Daniel und viele andere Geschwis-
gezücht bezeichnet.“
wir, wenn überhaupt, bald auch ter haben uns in ihren Leserbrie-
So weit kann’s kommen, wenn wir die leidenschaftlichen Streit- fen neu auf die Wichtigkeit dieser
meinen, die Wahrheit für uns ge- schriften der Reformatoren und Frage aufmerksam gemacht. Da-
pachtet zu haben. der Christen aus den Erweckungs- für sind wir ihnen dankbar. ■

17
WOLFGANG BÜHNE

Ein „Ring“
und vieleMissverständnisse
Selten ist eine Ausgabe von f+t auf solch ein breites und gegensätzliches Leser-Echo ge-
stoßen wie die letzte Nummer: Ein kritischer Leserbrief, den wir veröffentlicht haben und
eine Buchbesprechung zu dem Buch „Der Ring und sein Geheimnis“ waren die Auslöser.

Während die Reaktionen auf den Leserbrief zu Urteile dieser Brüder und schrieben entsetzt:
90% ermutigend und Ausdruck von Dankbarkeit „Was ist denn mit der Christenheit los?“
waren, zeigten die Reaktionen auf die Buch-
Tatsächlich gehen in der Beurteilung von Tol-
besprechung die umgekehrte Relation: Etwa
kien und C. S. Lewis auch die Meinungen von
90% der Leser fragten entsetzt, wie CLV ein sol-
ansonsten recht einmütigen, bibeltreuen Brü-
ches Buch über Tolkiens „Herr der Ringe“ her-
dern extrem auseinander.
ausgeben und in f+t empfehlen konnte.
Dass die Beurteilung so unterschiedlich ausfällt,
Zur Zeit vergeht kein Tag, wo nicht Briefe, An-
hat sicher manche Gründe. Ein auffälliger
„Prüft aber rufe oder Besuche eintreffen, in denen die Sorge
Grund scheint mir aber der, dass die Kritiker bis-
ausgedrückt wird, dass wir mit diesem Buch
alles, das großen Schaden anrichten. Manche gehen so
her fast ausnahmslos das heftig kritisierte Buch
„Der Herr der Ringe“ selbst nicht gelesen haben,
Gute haltet weit, dass sie glauben, nun öffentlich vor uns
sondern Argumente aus 2. und 3. Hand vorbrin-
fest! Von warnen zu müssen. Andere bitten um Klarstel-
gen. Natürlich muss man nicht alles selbst gele-
lung oder darum, die Verbreitung dieses Buches
aller Art sofort einzustellen.
sen haben, um sich eine Meinung zu bilden,
aber dann sollte man auch vorsichtiger im Urteil
des Bösen Da ich unmöglich alle Briefe schriftlich beant- sein. Die Personen, auf deren Urteil man sich
haltet euch worten kann, versuche ich mit dieser Stellung- verlässt, sollten absolut vertrauenswürdig sein,
fern! 1Thess nahme eine Antwort oder Erklärung abzugeben, gründlich, korrekt und sachlich arbeiten und
warum wir dieses Buch herausgegeben haben. argumentieren – und wenigstens sie sollten die
5,21.22
Gleichzeitig möchte ich auf einige immer wie- Texte, die sie kritisieren, aus erster Hand kennen.
der vorgebrachte Argumente kurz eingehen.
War Tolkien Christ?
Wir haben aufmerksame Leser! Viele Leser haben sich an folgender Aussage ge-
Das ist ein erfreuliches Zeichen! Wir leben in ei- stoßen:
ner Zeit, wo wir keinem Verlag oder Autor mehr "Nur wenige Leser wissen allerdings, das Tolkien
blind vertrauen können und es ist gut und nötig, überzeugter Christ war..."
aufmerksam und prüfend zu lesen. Nicht um
Diese Aussage muss ich zurücknehmen. Ich
„Haare in der Suppe“ zu suchen, sondern um
kenne Tolkiens Leben und Bekenntnis zu wenig,
„alles zu prüfen und das Gute festzuhalten“
um das beurteilen zu können. Ich habe das aus
(1 Thess 5,21).
einer Bemerkung in der Autobiographie von
Daher kann ich den Vorsatz eines Lesers nur be- C. S. Lewis geschlossen, aber das ist natürlich
grüßen, der folgendes schrieb: nicht ausreichend.
„Habe „fest und treu“ abonniert, aber jetzt
Allerdings kann ich mich dem pauschalen Urteil
werde ich das superkritisch lesen und es erst
vieler Leser nicht anschließen, dass Tolkien als
recht am Wort prüfen!“ – Gut so!
überzeugter Katholik wohl kein Christ sein könne:
Manche geraten ins Schleudern „Tolkien war überzeugter Katholik! Sind über-
zeugte Katholiken Christen?“
Das ist nicht verwunderlich, denn in einigen christ-
lichen Zeitschriften und Informationsblättern Ich glaube je länger je mehr, dass die Römisch
haben wertgeschätzte und freundschaftlich mit Katholische Kirche die größte existierende Sekte
uns verbundene Brüder vor der okkulten Welle mit gefährlichen Irrlehren ist und ich zögere
gewarnt, die angeblich mit dem Buch und Film nicht, den Papst als einen Verführer der Chris-
„Der Herr der Ringe“ auf uns zukommt. Die meis- tenheit zu bezeichnen, als einen „Antichrist“
ten Leserbriefe bezogen sich dann auch auf die („an Stelle von Christus“).

18
Trotzdem ändert dieses Urteil nichts an der Tat- „Brauchen wir Fantasy-Geschichten
sache, dass es Katholiken gibt, die eine bewusste und Mythen, um das Evangelium zu
Bekehrung zu dem Herrn Jesus erlebt haben und verkündigen?“
ihn als ihren Herrn lieben. Inwieweit sie „über- Nein, das brauchen wir wirklich nicht und ich
zeugte“ Katholiken sind – das kann ich nicht be- glaube, dass es wesentlich bessere und zentrale-
urteilen und ich neige auch zu der Annahme, re evangelistische Bücher gibt als das umstritte-
dass man wohl als Katholik wiedergeboren sein ne Buch „Der Ring und sein Geheimnis“, in dem
kann – aber nur schwerlich als Wiedergeborener es Passagen gibt, die auf manche wie humanis-
römisch-katholisch bleiben wird. tisches Gedankengut wirken. Aber für Tolkien-
Fans halte ich dieses Buch – bei allen Mängeln,
Aber Tolkien das Christsein allein aus dem Grund
die ich nicht entschuldigen möchte – für sehr
abzusprechen, weil er Katholik war, ist ebenso
gut geeignet, um mit ihnen ins Gespräch über „In nichts
vermessen, als wenn man Männern wie John
Wesley, Matthias Claudius, N. L. von Zinzendorf
unseren Herrn Jesus zu kommen, der sein Leben zeigt ja des
hingegeben hat, um mit seinem Tod als unser Dunklen
usw. das Christsein absprechen würde, weil sie
Stellvertreter unsere Sünde zu sühnen und den
(leider!) Freimaurer waren. Herrschers
Bösen zu besiegen.
Tolkien selbst hat sich als Christ bekannt und
Nach wie vor halte ich die Tier-Fabeln von
Macht sich
hat seine Bücher aus einer christlichen Grund-
haltung heraus geschrieben. Seine von der Bibel
Dschungeldoktor Paul White – „Unter dem Buyu- deutlicher
baum“ - für genial, weil man mit diesen Fabeln als darin,
geprägte Ethik ist in seinen Werken deutlich zu
das Evangelium ausgezeichnet illustrieren kann.
erkennen. Nur wenige Schriftsteller haben das
Oder darf man John Bunyans „Pilgerreise“ auch wie alle
Böse als so schrecklich und verabscheuenswür-
dig und das Gute als so anziehend und erstre-
nicht mehr empfehlen, weil sie eine Fantasy- einander
Geschichte ist? fremd wer-
benswert dargestellt wie Tolkien.
„In nichts zeigt ja des Dunklen Herrschers Don Richardson zeigt in seinen bekannten Bü- den, die
Macht sich deutlicher als darin, wie alle ein- chern „Friedenskind“ und „Ewigkeit in ihren Her-
zen“, wie er und andere Missionare an Mythen
ihm noch
ander fremd werden, die ihm noch trotzen..."
(Haldir zu Legolas in „Der Herr der Ringe“, 2. Buch, Kap. 6) der heidnischen Volksstämme angeknüpft haben, trotzen...“
um das Evangelium zu erklären.
Ist „Der Ring“ okkult-magisch?
Auch in der Bibel werden „Fabeln“ benutzt – wie
Nachdem ich die ersten Teile des Werkes gelesen
z.B. in Richter 9 – die etwas sehr anschaulich er-
habe, kann ich dieses Urteil nicht teilen. Ich ver-
klären und unser Herr erzählte „Gleichnisse“, um
stehe gut, dass manche Leser mit dieser Literatur-
ewige Wahrheiten deutlich zu machen.
gattung grundsätzlich Probleme haben, aber ich
habe bisher keine Stelle des Werkes gefunden, Selbst der Apostel Paulus hatte keine Mühe, sich
von der ein negativer, okkult-magischer Einfluss auf das Niveau seiner Zuhörer zu begeben, um
ausgehen könnte. Natürlich ist mein Eindruck bei dem ihnen Bekannten anzuknüpfen und
subjektiv. Aber allein die Tatsache, dass dieses ihnen dann das Evangelium zu erklären.
Drama in „Mittelerde“, einer Märchenwelt spielt,
mit Zwergen, Orks, Hobbits, Elfen usw. macht es Was ist die Zielgruppe des Buches? „Wir
nicht automatisch zu einem okkulten Buch! Ich betone noch einmal, dass es absolut nicht
unser Interesse ist, Christen auf Tolkien auf-
sind nicht
An dieser Stelle verweise ich aus Platzgründen
auf die Untersuchung von Klaus R. Berger in
merksam zu machen, noch sie zum Lesen von künstlich
„Der Herr der Ringe“ zu bewegen und schon gar
„Factum“ 1/2002 „Von guten und bösen Mäch- erdichteten
nicht, ihnen den Film zu empfehlen, sondern un-
ten“, in dem der Inhalt von „Herr der Ringe“ sehr
gläubige Tolkien-Leser und Besucher des Filmes Fabeln
gut dargestellt und sachkundig beurteilt wird.
auf Jesus Christus hinzuweisen. Christen sollten (Mythen)
Es gibt für Christen sicher bessere und wertvol-
nur dann dieses Buch lesen, wenn es ihnen ein
lere Literatur als "Der Herr der Ringe", aber mei- gefolgt“
Anliegen ist, die gegenwärtige „Tolkien-Welle“
ner Meinung nach geht von diesem Buch ein
für evangelistische Gespräche zu nutzen. (2Petr 1,16)
besserer Einfluss aus, als von manchen seichten
"christlichen" Romanen und Liebesgeschichten. Ansonsten sollten sie lieber, statt sich über
evangelistische Bücher zu ereifern, die Bibel le-
Tolkien - Vater der Fantasy-Literaur? sen und studieren, die unvergleichlich spannen-
Meine Informationen reichen nicht aus, um das der und anregender ist und die vor allem „weise
beurteilen zu können. Wenn er das wirklich war, macht zur Seligkeit“ (2Tim 3,15), was von keinem
dann haben sich seine „Kinder“ meilenweit von anderen Buch der Weltliteratur gesagt werden
ihm entfernt. Man kann heute Gutenberg auch kann. Tolkiens Werke werden vielleicht schon
nicht dafür verantwortlich machen, dass Por- bald in Vergessenheit geraten, aber „Gottes Wort
nographie gedruckt und verbreitet wird. bleibt in Ewigkeit“ (1Petr 1,25). ■

19
BENEDIKT PETERS

Fragenbeantwortung
Frage: Was bedeuten die Schwerter in Lukas 22,38?
Aber jetzt, wer eine Börse hat, der nehme sie und gleicherweise eine Tasche, und wer keine hat,
verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert; denn ich sage euch, das noch dieses, was geschrieben steht, an mir erfüllt
werden muss: Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden; denn auch das, was mich betrifft, hat eine Vollendung.
Sie aber sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug (Lukas 22,36-38)

Antwort: sentieren, wie das der Papst der Rö-


misch Katholischen Kirche für sich in
Der Herr zeigt mit seiner Antwort,
dass sie ihn nicht verstanden hatten:
Anspruch nimmt.
Wir fragen uns, wie Jesus seine Jünger „Es ist genug“ bedeutet nicht, die zwei
dazu auffordern konnte, sich ein Schwert Beachten wir nun nach dem biblischen Schwerter seien hinlänglich, sondern:
zu beschaffen, wo Ofb 13,10 doch sagt: Gesamtzusammenhang auch den un- „Reden wir nicht mehr davon.“
„Wer mit dem Schwert tötet, muss mit mittelbaren Textzusammenhang: „Ihr könnt es noch nicht verstehen.“
dem Schwert getötet werden.“ Wenige Stunden später griff einer der
Der Herr gab den Jüngern die genannte
Jünger zum Schwert, aber der Herr ver-
Wir dürfen hier wie überall nicht den Anweisung kurz vor seiner Gefangen-
urteilte das sofort: „Einer von denen,
biblischen Gesamtzusammenhang aus nahme. Als erstes erinnert er sie daran,
die mit Jesu waren, streckte die Hand
den Augen verlieren. Das Neue Testa- dass sie nie Mangel oder Gefahr gelit-
aus, zog sein Schwert und schlug den
ment lehrt überaus deutlich, dass wir ten hatten, so lange er unter ihnen ge-
Knecht des Hohenpriesters und hieb
die Sache des Herrn nie mit politischen wesen war, obwohl sie damals ohne
ihm das Ohr ab. Da spricht Jesus zu
Mitteln treiben dürfen, d. h. militäri- Tasche, Geldbörse und Schwert durchs
ihm: Stecke dein Schwert wieder an
sche und politische Waffen sind nicht Land gezogen waren. Warum hatten
seinen Ort; denn alle, die das Schwert
die Waffen des Christen. Das Reich des sie all das nicht gebraucht? Weil der
nehmen, werden durchs Schwert
Herrn ist nicht von dieser Welt, und Herr selbst mit ihnen gewesen war.
umkommen“ (Mt 26,5152).
das hat wichtige Konsequenzen. Er hatte immer für sie gesorgt. Er war
im Volk so anerkannt, dass niemand Erst nach Pfingsten begriffen die
Der Herr bekennt vor Pilatus:
gewagt hätte, einen seiner Jünger Jünger, was der Herr gemeint hatte:
„Mein Reich ist nicht von dieser Welt;
anzutasten. Ihr Meister war nicht mehr auf der
wenn mein Reich von dieser Welt wä-
Erde; er war nicht mehr unter ihnen,
re, so hätten meine Diener gekämpft, Das sollte sich aber nach seiner Gefan-
aber sie hatten einen großen Auftrag
damit ich den Juden nicht überliefert gennahme und Kreuzigung gründlich
zu erfüllen. Aber die Predigt des Evan-
würde; jetzt aber ist mein Reich nicht ändern. Darum sagt der Herr jetzt, die
geliums stieß überall auf Widerstand.
von hier“ (Joh 18,36). In Matthäus 10 Jünger sollten sich im Gegensatz zu
Die Christen wurden angefeindet; bald
sagt der König dieses Reiches, wie sein früher eine Geldbörse, eine Tasche und
hatten sie ihren ersten Blutzeugen,
Reich sich ausbreitet: Durch die Predigt ein Schwert besorgen.
Stephanus, und kurz danach entbrann-
des Wortes. Das ist absolut einmalig. Das
Er begründet die Anweisung mit einem te gegen die ganze Gemeinde eine so
hat es in der Geschichte der Mensch-
denn: „Denn ich sage euch, dass dies, heftige Verfolgung, dass die Christen
heit nie gegeben, dass ein Reich sich
was geschrieben steht, an mir erfüllt aus Jerusalem ausziehen mussten.
nicht durch das Schwert ausbreitete.
werden muss...“ Er sollte unter die Kri- Aber die Apostelgeschichte zeigt,
Paulus lehrt unmissverständlich: minellen gerechnet und zusammen mit dass die Jünger lernten zu kämpfen.
„Die Waffen unseres Kampfes sind ihnen öffentlich hingerichtet werden. Sie gebrauchten das Schwert, von
nicht fleischlich, sondern geistlich“ Hatte man aber den Meister so behan- dem der Herr gesprochen hatte:
(2Kor 10,4). Diese geistlichen Waffen delt, müsste der Jünger damit rechnen,
• das Schwert des Wortes Gottes
sind folgende drei Dinge: dass es ihm nicht anders gehen würde:
• die Waffe des Gebets
„Ein Knecht ist nicht größer als sein
• Das Wort Gottes (Eph 6,17) • das unerschrockene Bekenntnis
Herr. Wenn sie mich verfolgt haben,
• das Gebet (Rö 15,30) und gute Werke.
werden sie auch euch verfolgen“
• der gute Wandel des Christen.
(Joh 15,20). Dieses Wort hatte der Das waren ihre Waffen der Gerechtig-
Das alles ist so eindeutig, dass wir Lu- Herr den Jüngern kurz davor gesagt. keit zur Rechten und zu Linken (2Kor
kas 22,36-38 schwerlich wörtlich ver- Dennoch verstehen die Jünger ihren 6,7), die Waffen des Lichts, mit denen
stehen können. Die beiden Schwerter, Meister falsch. Sie fassen die Sache sie den Mächten der Finsternis erfolg-
welche die Jünger sich beschafft hat- mit den Schwertern wörtlich auf und reich widerstehen konnten. ■
ten, können unmöglich die weltliche zeigen dem Herrn die beiden Schwer- Diese Rubrik wird fortgesetzt. Echte Fragen bitte an die
Macht und die kirchliche Macht reprä- ter, die sie sich schon besorgt hatten. f+t-Redaktion einsenden. B. Peters versucht zu antworten.

20
Aktuelle Buchbesprechungen
Arthur W. Pink der Stadt und die Vernichtung der zum Krieg versammelten
Was ist rettender Glaube? Nationen und die dann anbrechende Segenszeit im Tausend-
jährigen Reich.
Bethanien, Pb., 190 S., € 8,50
Doch geht es dem Autor nicht nur um das Aufzeigen der pro-
Wenn der Autor dieses aufwühlenden Buches phetischen Linien, sondern – besonders in den ersten Kapiteln
recht hat – und ich fürchte, seine Diagnose – auch um viele praktische Lektionen, die wir aus diesem etwas
stimmt - dann befinden wir „bibeltreuen Evan- vernachlässigten Buch der Bibel lernen können.
gelikalen“ uns aufgrund unserer oberflächlichen Wolfgang Bühne
Evangelisations-Praxis und Verkündigung in einer katastropha-
len Selbsttäuschung. Don Batten/Ken Ham u.a.:
„Wer die Botschaft annimmt, die heute von den meisten evan- Fragen an den Anfang
gelikalen Kanzeln verkündigt wird, erliegt einer fatalen Täu- Die Logik der Schöpfung
schung ... Zigtausende, die voller Zuversicht meinen, sie seien CLV, Pb., 282 S., € 7,50
auf dem Weg zum Himmel, werden eine schreckliche Ernüch-
terung erleben, wenn sie ihre Augen in der Hölle aufschlagen.“ Immer wieder wenn man mit Ungläubigen
(S. 12) diskutiert und die Glaubwürdigkeit der Bibel
anspricht, kommt es fast automatisch zu einer
„Meinen Sie etwa, das Evangelium werde geehrt oder Gott ver- Diskussion über Schöpfung und Evolution und
herrlicht, wenn man zu Weltmenschen sagt, sie können ‘auf verwandte Themen. Deshalb ist es gut, sich auf diesem Gebiet
der Stelle errettet werden, wenn sie einfach Christus als ihren zumindest ein bisschen auszukennen. Auf sehr viele Fragen
persönlichen Erretter annehmen’, während sie noch in ihre gibt es nämlich inzwischen gute Antworten.
Götzen verliebt sind und ihre Herzen an der Sünde hängen?“
(S. 13) „Fragen an den Anfang“ ist von vier Wissenschaftlern heraus-
gegeben, die sich mit der wissenschaftlichen Seite der
„Die Heilsbotschaft Jesu wird von heutigen Evangelisten ver- Schöpfungslehre beschäftigen. Sie tragen in 20 Kapiteln zu
hängnisvoll dargestellt. Sie verkündigen einen Retter vor der vielen Themen die typischen Fragen, die biblischen Grundlagen,
Hölle anstatt eines Retters von der Sünde.“ (S. 15) die wissenschaftlichen Befunde und die momentan gültigen
Diese wenigen „Kostproben“ zeigen, dass es in diesem Buch um Erklärungsmodelle zusammen. „Waren es wirklich 6 Schöp-
äußerst wichtige Fragen geht, denen man nicht ausweichen fungstage?“ „Wo kommen die Millionen Jahre in Datierungen
kann. Mit einer bewußten Einseitigkeit rüttelt der Autor an her?“ „Warum können wir in einem jungen Universum Sterne
unserer Selbstsicherheit um zu prüfen, ob wirklich der retten- in Millionen von Lichtjahren Entfernung sehen?“ „Woher
de, vom Heiligen Geist geschenkte Glaube an den Herrn Jesus kamen die Wassermengen bei der Sintflut?“ „Wie konnten seit
vorhanden ist, der die Früchte des neuen Lebens hervorbringt. Noahs Zeit so unterschiedliche Menschenrassen entstehen?“
Allerdings endet dieses Buch auferbauend und tröstend für „Was hat es mit Kontinentaldrift und Eiszeiten auf sich?“ „Was
diejenigen, die kleingläubig, unsicher und verzagt sind. passierte mit den Dinosauriern?“ – und viele weitere Fragen
mehr zu Evolution, Schöpfung, Sintflut und Turmbau zu Babel
Wenn man daran denkt, dass dieses Buch vor vielen Jahr- mit ihren verschiedenen Unteraspekten.
zehnten geschrieben worden ist, fragt man sich besorgt, wie
Gott wohl die Inhalte und Praktiken der heutigen Evangeli- Das Buch ist eine wertvolle Fundgrube aktueller Ergebnisse der
sation beurteilen wird. wissenschaftlichen Schöpfungsforschung. Einige Argumente
kennt man schon, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt
Auch wenn dieses Buch provoziert, viele Fragen aufwirft und hat, andere sind neu, manche ganz neue Modelle sind gerade
manche Fragen offen lässt, wäre es gut, wenn jeder verant- erst in der Erprobungsphase. Alles wird gut und ansprechend
wortungsbewußte Christ – und vor allem solche, die evangelis- zusammengestellt, mit vielen Fußnoten und vor allem vielen
tisch tätig sind – sich diesen Fragen stellen und den eigenen Quellenverweisen. Außerdem wird stark betont, welche Aus-
Standpunkt im Licht der Heiligen Schrift überprüfen würden. wirkungen manche Vorstellungen wie z. B. die theistische Evo-
Wolfgang Bühne lution auf wesentliche Bibelinhalte und auf das Evangelium
Leslie M. Grant selbst haben. (Dieser letzte Aspekt kommt immer wieder in ver-
schiedenen Kapiteln vor. Für den Leser wäre es vermutlich an-
Die Befreiung Jerusalems genehmer, wenn die Thematik nur einmal in einem eigenen
Der Prophet Sacharja Kapitel behandelt worden wäre.)
Daniel, Pb., 104 S., € 8,-
Das Buch ist für Christen, die oft mit kritischen Ungläubigen zu
Da es nur wenige Betrachtungen zu dem Pro- tun haben, sehr zu empfehlen. Auch für Menschen, die der Bi-
pheten Sacharja gibt, kann man nur dankbar bel glauben wollen, aber es nicht mit den herkömmlichen Vor-
für diese leicht verständliche Auslegung sein, stellungen vereinbaren können, ist es geeignet. Wie gut es zur
die angesichts der politischen Situation im Nahen Osten von Weitergabe an bibelkritische Menschen brauchbar ist, muss
besonderer Aktualität ist. sich erst noch zeigen; für sie ist evtl. die starke Betonung der
Unfehlbarkeit der Bibel und der Bedeutung der Schöpfung für
So weissagt Sacharja z. B. über den kommenden Messias, pro- das Evangelium zu massiv.
phezeit das Gericht über Jerusalem, aber auch die Befreiung Michael Bühne
Erich Brüning/Harry Graf In diesem Buch wird eine biblische Methode vorgestellt, die
Freimaurerei – Wolf im Schafspelz geistliche, verantwortungsbewusste und weitsichtige Gemein-
Die unterschätzte Subkultur deglieder voraussetzt. Solche Geschwister sollten dieses Thema
unbedingt ernst nehmen und dazu gibt dieses wichtige Buch
Schwengeler, Pb., 492 S., € 18,90 viele Anregungen und praktische Ratschläge. W. Bühne
Die Autoren informieren in diesem umfangrei-
chen und sehr aktuellen Buch über Herkunft, Alfred Otto Schwede
Prinzipien, Ziele, Verbreitung und Einfluss der
Das Haus in der Münstergasse
Freimaurerei in der Gesellschaft.
Ambrosius Blaurer –
Es wird deutlich belegt, dass das Selbstverständnis der Frei- ein Mönch ging nach Hause
maurer humanistisch geprägt ist, verbunden mit einer religiö- Brockhaus, Tb., 232 S., € 5,-
sen Toleranz und religiösen Riten, wobei auch Begriffe der Bi-
bel übernommen, aber anders gefüllt werden. A. O. Schwede hat in zahlreichen historischen
Erzählungen das Leben und Wirken von Män-
Die Autoren zeigen, dass auch viele namhafte und einflussrei-
nern beschrieben, die im Schatten der großen
che Christen und Evangelikale Freimaurer waren, oder aber be-
Reformatoren Luther, Calvin und Zwingli standen, deren Leben
kannten Freimaurern unkritisch oder sogar positiv gegenüber-
aber außerordentlich interessant und gesegnet war.
standen bzw. gegenüberstehen.
In dieser sehr gut und spannend erzählten Lebensgeschichte
Es fällt wohltuend auf, dass die Autoren sich bemühen zu dif-
geht es um den Konstanzer Reformator Ambrosius Blaurer
ferenzieren und nicht vorschnell zu urteilen, auch wenn be-
(1492-1564), der als Sohn eines reichen Patriziergeschlechts
kannte Männer wie Zinzendorf, Matthias Claudius, Klopstock,
Mönch wurde, im Kloster heimlich die Schriften Luthers las und
Jung-Stilling usw. Verbindungen zu Freimaurern hatten, oder
schließlich aus dem Kloster floh um später - von Gott zuberei-
sogar ihre eigene Mitgliedschaft nachgewiesen wird.
tet - als Reformator im süddeutschen Raum zu wirken.
Ein mögliches Missverständnis sollte man in einer 2. Auflage
Blaurer war ein Reformator mit einer milden, friedliebenden und
korrigieren: Zinzendorf ist nicht Gründer der „Brüderbewegung
demütigen Gesinnung, dem es nicht nur um die reine Lehre
in Deutschland allgemein“ (S. 367). Diese Bewegung entstand
sondern auch um das gelebte Evangelium ging.
erst etwa 100 Jahr später. Wohl aber ist Zinzendorf Gründer der
„Herrnhuter Brüdergemeine“. Die verschiedenen Strömungen der Reformation, die Begeg-
nung und Auseinandersetzung mit den Täufern und deren
Hilfreich wäre in einer weiteren Auflage auch ein Personen-
schwarmgeistigem Flügel wird sehr interessant geschildert und
register mit Seitenangaben, damit man dieses Buch noch bes-
so wird dem Leser die Geschichte der Reformation einmal von
ser als Nachschlagewerk benutzen kann.
einer anderen Perspektive gezeigt und lebendig gemacht.
Es ist eine erschreckende Tatsache, dass freimaurerische Ziele
Bücher solcher Art können auch bei Jüngeren neues Interesse
und Ideale auch Einfluss auf die Evangelikalen genommen
an der Kirchengeschichte und an guten Biographien wecken.
haben und einige ihrer Führer bewusst oder unbewusst das
Anliegen der Freimaurer unterstützen und an einer globalen Wolfgang Bühne
Bruderschaft aller Menschen mitarbeiten. Daher erfüllt dieses T. Davis Bunn:
Buch einen wichtigen und wertvollen Aufklärungsdienst.
Wolfgang Bühne
Der Himmel über Avonfield
Brunnen, gb., 224 S., € 14,95
Guido Wolff
Ein junges Mädchen wird durch eine schwer-
Dynamik biblischer Jüngerschaft wiegende Krankheit gehindert, mit der Familie
Nachfolge wächst an Beziehungen in Weihnachts-Urlaub zu fliegen. Stattdessen
Hänssler, Tb., 176 S., € 7,95 muss es die Zeit bei der Oma verbringen, wo es
voller Groll und Bitterkeit mit dem Schicksal
„Dies ist ein Buch für reifere Gläubige, das sie
hadert. Durch diese Situation herausgefordert
dazu anspornen und anleiten soll, Jüngerschafts-
erzählt die Oma ihre Lebensgeschichte:
beziehungen zu jungen Gläubigen einzugehen,
die der Herr ihnen aufs Herz legt“. (S. 166) Am Ende des 2. Weltkrieges verlobte sie sich mit
einem charmanten Frauenheld, um dessentwillen sie Amerika
„Denn Gott gebraucht und wirkt nicht durch Methodik, son-
Hals über Kopf verließ um nach England zu ziehen. Dort ange-
dern er wirkt durch Charaktere“. (S. 140)
kommen musste sie feststellen, dass ihr Verlobter sie sitzen ge-
Diese Zitate beschreiben treffend das wichtige und leider sehr lassen hatte. Doch dann wurde sie in die herausfordernde Ar-
vernachlässigte Anliegen dieser Neuerscheinung. Es geht um beit eingebunden, im Krieg verschleppte Waisenkinder in einem
Jüngerschaftsbeziehungen zwischen erfahrenen, reifen Chris- Haus unterzubringen und zu versorgen. In dieser mühevollen
ten und jungen Gläubigen, wie der Herr Jesus uns das als voll- Nachkriegszeit mit den vielen Nöten und Schwierigkeiten lern-
kommenes Vorbild vorgelebt hat. te sie einige wichtige Lektionen.
Nicht Nachfolge ist das primäre Anliegen – dieses Thema wird Das Buch ist interessant geschrieben und vermittelt auf an-
in den ersten beiden Kapiteln kurz behandelt – sondern die schauliche Weise die Folgen von Trotz, Egoismus und Verbitte-
Möglichkeit, wie junge Christen im Rahmen einer biblischen rung – aber auch den Wert von Liebe und Hingabe.
Gemeinde zu Jüngern erzogen oder geprägt und dadurch zu Michael Bühne
Multiplikatoren gemacht werden können.
#
An dieser Stelle richten wir eine wichtige Bitte an alle Leser!

Bitte füllt den folgenden Abschnitt aus, falls eine der Zeilen zutreffend ist!
Ein Kammerdiener
Den Rückmeldezettel in einem Briefumschlag an folgende Adresse schicken:
am französischen
ANDREAS FETT, SCHOPPEN 1, 58540 MEINERZHAGEN Hof betrat zufällig
die Hofkirche. Da
Meine Anregungen, Vorschläge, Bemerkungen: Ich möchte fest und treu nicht mehr beziehen! sah er mit großem
Löscht bitte die umstehende Adresse. Erstaunen den Frei-
geist Molière in der
Die Anschrift hat sich geändert / ist fehlerhaft! Kirchenbank knien.
Bitte übernehmt folgende geänderte Daten: „Pardon. Was sehe
ich da?“ fragte der
Anrede:
Diener höflich.
„Sie kommen hier-
Mit wem wäre eine Sammelbestellung möglich? Name: her und beten?
Wir waren alle der
Straße: Ansicht, dass Sie
gar nicht an Gott
PLZ, Ort: glauben ...“
Land: „Natürlich nicht“,
erwiderte der
Sendet mein f+t in Zukunft an die obige Anschrift. Stückzahl: Dichter, „aber wer
Daraufhin könnt ihr mich aus der Abodatei löschen.
beweist mir, dass
ich Recht habe?“

Benedikt Peters Francine Rivers


Geöffnete Siegel – Leitlinien der Rahab
Zukunft im Buch der Offenbarung Eine Frau des Glaubens
Betanien, Paperback, 192 Seiten, € 9,50 Johannis, Paperback, 176 Seiten, € 11,95
Eine überschaubare Auslegung und ein allge- Mit diesem Buch ist die zweite biblische
meinverständlicher Einstieg in die Apokalypse. Frauen-Biographie der bekannten Autorin
B. Peters schrieb einen erbaulichen Kommentar, erschienen. Auch diesesmal gelingt es F. Rivers,
der Kopf und Herz anspricht und sich für junge mit „diszipliniert“ eingesetzter Phantasie und
Gläubige als Einstieg ins Thema Prophetie ebenso gut eignet einem Bewußtsein für die damalige Geschichte und Kultur
wie für reifere Christen zur Stärkung und Erfrischung. Mit der einen Bericht der Bibel lebendig und verständlich werden zu
abschnittsweisen Betrachtung kann man dieses Buch auch zur lassen, der doch bei dem einen oder anderen Bibelleser ein
täglichen Bibellese benutzen. gewisses Unbehagen bewirkt.
In dieser wertvollen Neuauflage läßt B. Peters seine gereifte Durch das Schicksal der Rahab wird ein Eindruck davon ver-
Sicht der Souveränität Gottes mit in die Auslegung einfließen. mittelt, wie Ehrfurcht gebietend und beeindruckend Gottes
Da Gott im Buch der Offenbarung die Vollendung seines Rat- Darstellung der Güte gegen sein Volk – und der Macht gegen
schlusses erklärt, prägt sich der Eindruck von dieser Souverä- seine Feinde – auf Menschen gewirkt haben muss, „die Augen
nität Gottes in der Errettung und dem Walten über die Welt hatten zu sehen und Ohren zu hören“.
dem Leser besonders tief ein. Hans-Werner Deppe Ein empfehlenswertes Buch, dass Gottes Souveränität und sei-
ne erwählende Gnade groß macht. Ulla Bühne

R. Bennett/M. Buckingham (Hrsg.)


Von Rom zu Christus
Katholische Priester finden die Wahrheit
(Band 1)
Zu guter Letzt
EINE LESERZUSCHRIFT
Hiska/Infoka, Tb., 192 S., € 4.-
25 ehemalige römisch-katholische Priester aus
aller Welt berichten in diesem Buch, warum sie Da der Computer mittlerweile überall Einzug gehalten
die Priesterlaufbahn wählten und in welche in- hat, und eure Zeitschrift ja auch nicht mehr auf der
neren Kämpfe sie gerieten, als sie auf der Suche nach Wahrheit Schreibmaschine erstellt wird, frage ich mich, ob es wohl
die Dogmen der Kirche mit den Lehren der Bibel verglichen. möglich wäre, f+t auf elektronischem Weg zu erhalten?
Es sind bewegende Zeugnisse von Männern, die mittlerweile
Das würde eine Menge Kosten sparen und außerdem
alle Verkündiger des biblischen Evangeliums sind. Sie bezeugen, wesentlich schneller gehen.
dass eine ökumenische Zusammenarbeit mit Rom nur möglich Anm. d. Red.: f+t ist von folgender Homepage stets
ist, wenn man die Wahrheit der Bibel verleugnet. aktuell als PDF-Dokument herunterzuladen: www.clv.de
Wolfgang Bühne
Wolfgang Bühne • Postfach 11 26 • D-58540 Meinerzhagen
PVSt. • Deutsche Post AG • Entgelt bezahlt! • VKZ K 11661

Am Anfang war das Christentum


eine Gemeinschaft, die sich um Christus versammelte.
Dann gelangte es nach Griechenland,
wo es zu einer Philosophie wurde.

Danach kam es nach Rom, wo es sich


zu einer Institution entwickelte.

Schließlich, in Europa, wurde es im Laufe


der Jahrhunderte zu einer Kultur.

Zuletzt, in Amerika, machte man daraus


ein Geschäftsunternehmen.

Halverson