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»Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in

Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt


es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte
sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen
gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er
erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum
Tode am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch erhöht und hat ihm den
Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen
Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf
Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen
sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des
Vaters.« (Philipper 2:5-11)

Jesus Christus starb für Dich!


Was bedeutet mir Jesus?

Würden wir heute mit dieser Frage eine Umfrage machen, dann
begegneten wir vermutlich einer Reihe von Menschen, die
schlicht und einfach antworten: Gar nichts! Aber es wird auch
eine gewisse Anzahl geben, die sagen: Jesus war ein guter
Mensch, er hatte hilfreiche moralische Vorstellungen, er kann
uns ein großes Vorbild sein. Von Ihm lernen wir:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Wenn sich die Menschen daran halten würden, wären unsere


Beziehungen untereinander in Ordnung. Weil man selbst nicht
bestohlen werden möchte, würde man auch niemand anderem
etwas wegnehmen. Weil man selbst nicht geärgert werden
möchte, würde man auch keinen anderen ärgern. Weil man
selbst nicht betrogen werden möchte, würde man auch keinem
anderen etwas vormachen.
Die Kriminalitätsrate würde gegen Null absinken, man bräuchte
keine Polizei mehr, die Gefängnisse würden leer stehen – was
könnte der Staat dann an Geld einsparen – die Steuern könnten
drastisch gesenkt werden – und jeder von uns hätte deutlich
mehr zur Verfügung. Das wären schon fast paradiesische
Zustände.
Und dann können wir von Jesus lernen:
Liebet eure Feinde
Wenn sich immer mehr Menschen daran halten würden, gäbe es
schließlich keine Feinde mehr. Die Kriege im Großen und im
Kleinen wären schnell zu Ende, viele Ehen würden in Ordnung
kommen, die Beziehungen untereinander würden sich positiv
verändern.
Denken wir an das Wort Jesu vom Splitter und vom Balken im
eigenen Auge. Hier fordert uns Jesus auf, selbstkritisch zu sein,
bevor wir einen anderen kritisieren. Vielleicht haben wir selbst
ein viel größeres Problem als jenes, das wir bei dem anderen
kritisieren.
Von Jesus können wir lernen, demütig zu sein, sanftmütig,
freundlich, liebevoll.
Trotz Vorbild wie ein Verbrecher hingerichtet

Wenn Jesus so ein großes Vorbild war, dann stellt sich natürlich
die Frage, warum Er auf eine so grausame Art hingerichtet
wurde. Seine guten Lehren haben ihm selbst scheinbar nichts
eingebracht. Und wenn man davon ausgeht, dass Jesus die
Gesellschaft verändern wollte, muss man fast meinen, dass ihm
das damals nicht gelungen ist. Selbst sein engster Jüngerkreis,
den Er jahrelang sehr intensiv gelehrt hatte, stand am Ende
seines Lebens nicht mehr hinter ihm. „Sie verließen ihn alle“,
heißt es in der Bibel, und Jesus war am Kreuz der einsamste
Mensch, den man sich überhaupt vorstellen kann.
Wenn Jesus mit seinem moralisch hochstehenden Leben nur
erreicht hat, dass man ihn, vielleicht gerade wegen dieses
einwandfreien Lebens, hingerichtet hat, müsste man dann nicht
den Kritikern recht geben, die sagen, die Lehren Jesu sind für
uns, für unsere Gesellschaft nicht geeignet. Sie bringen uns
persönlich nichts, eher nur Nachteile, und sie verändern erst
recht nicht die Gesellschaft? – Natürlich ist das nicht so. Die
Heilige Schrift bringt es gut auf den Punkt, woran es gelegen
hat, wenn sie in Johannes 1:12(a) sagt: »Er (Jesus Christus) kam
in sein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht an.«
Wenn man über die Bedeutung Jesu nachdenkt, muss man
unweigerlich darüber nachdenken, warum Jesus gestorben ist
und welchen tiefen Sinn Sein Leben und Sterben hatte.
Das Kreuz Jesu
Beobachtet man die letzten Tage im Leben Jesu, dann stellt man
fest, dass Jesus die drohende Hinrichtung nicht nur geahnt hat,
sondern dass Er ganz bewusst darauf zugegangen ist. Es fällt
auf, dass Jesus in den verschiedenen Gerichtsverfahren, denen
Er sich unterziehen musste, überhaupt keine Anstrengungen
unternahm, sich zu verteidigen. Er schwieg zu allen
Anschuldigungen, so falsch sie auch waren, ja, Er gab
schließlich selbst das Stichwort, das zu dem Todesurteil durch
die Juden führte, indem Er bestätigte, dass Er Gottes Sohn sei.
Wenn wir uns fragen: Was bedeutet Jesus mir?, dann müssen
wir uns vor allem fragen, was uns das Kreuz Jesu, was uns sein
Tod bedeutet.
Das Kreuz zeigt uns zunächst einmal ganz allgemein:
Es gibt keine Gerechtigkeit in unserer Welt

Jesus hatte ein einwandfreies Leben geführt, Er hatte


niemandem etwas zuleide getan, und Er hatte erst recht kein
Kapitalverbrechen begangen, für das ein solcher Tod
angemessen gewesen wäre. Trotzdem wurde Er behandelt wie
ein Schwerverbrecher.
Es gibt keine Gerechtigkeit in unserer Welt – das ist auch heute
durchaus unsere Erfahrung, sei es in der Politik, am Arbeitsplatz
und nicht selten auch in unseren familiären Beziehungen. Immer
wieder stellen wir fest: Es gibt so viel Ungerechtigkeit in der
Welt. Das Kreuz ist der eindrucksvolle Nachweis für diese
Tatsache.
Bei dieser grausamen Hinrichtungsmethode wird uns gezeigt,
dass der Mensch brutal und sadistisch ist. Und das erleben wir
auch in unseren Tagen.
Das Kreuz zeigt uns die ganze Hilf losigkeit des Menschen, seine
Verzweiflung, Not, Einsamkeit und Elend – aber das Kreuz zeigt
uns auch vor allem, dass Gott selbst in Jesus Christus zu uns
hilflosen Menschen gekommen ist, dass Er selbst sich uns
gleichgemacht hat, dass Er es nicht mit ansehen konnte, wie wir
Menschen uns immer tiefer ins Unglück stürzen.
Gott hat sich am Kreuz in Jesus offenbart

Seine Liebe und seine Barmherzigkeit haben hier den wohl


deutlichsten Ausdruck gefunden. Weil das Kreuz Jesu uns die
Liebe Gottes zeigt, deshalb hat Jesus für uns heute eine
Bedeutung. Wie ist das zu verstehen? Was wurde am Kreuz von
Golgatha bewirkt?
Der Tod Jesu hat einen juristischen Aspekt

Das klingt vielleicht etwas theoretisch, aber es wird doch ganz


praktisch, wenn wir uns überlegen, was dies eigentlich aussagt.
Es geht dabei um die Frage: Wie werde ich Schuld los? Vor Gott
und Menschen.
Hier ein kleines praktisches Beispiel. Jeder von uns kennt die
Erfahrung von Schuld. Wenn ich an einer Autobahnbaustelle
plötzlich einen sogenannten Starenkasten entdecke, und das
war für mich leider recht überraschend, weil ich diese
Radarkästen bisher meistens nur aus dem Stadtgebiet kenne,
und wenn ich dabei tatsächlich etwas zu schnell in diese
Baustelle hineingefahren bin, dann wird mir kurze Zeit darauf in
einem Bußgeldbescheid bescheinigt, dass ich schuldig
geworden bin.
Wie kann ich diese Schuld beseitigen? Es würde mir nicht
helfen, wenn ich irgendwelche Ausflüchte angebe, auch nicht,
wenn ich gar nicht darauf reagiere – vermutlich würde die Sache
dann nur noch teurer werden. Ich muss meine Schuld
anerkennen, und dann muss ich bezahlen.
Wenn jemand schuldig geworden ist, wird er verurteilt und muss
die Strafe bezahlen. Danach ist die Schuld beseitigt.
In diesem Beispiel wird auch deutlich, dass Schuld nie nur mich
persönlich betrifft. Durch die Fahrweise habe ich keinem
Menschen etwas zuleide getan und niemand behindert. Aber ich
habe gegen staatliche Gesetze verstoßen.
Auch wenn wir einem anderen Menschen gegenüber schuldig
geworden sind, ist das nie nur eine Sache zwischen uns und
dem unmittelbar Beteiligten; unsere Schuld betrifft auch immer
eine übergeordnete Ordnung. Wenn jemand einen Bankraub
ausführt, könnte der Täter sich theoretisch vielleicht mit der
Bank irgendwie gütlich einigen, aber der Staat würde den Täter
trotzdem bestrafen. Die Schuld richtet sich also nicht nur gegen
die Bank, sondern auch gegen die Ordnung des Staates.
Deshalb darf man ja auch bei Gerichtsverhandlungen als
Zuschauer dabei sein. Nicht um seine Neugierde zu befriedigen,
oder aus Schadenfreude. Nein, der Staat will uns dadurch
bewusst machen, dass ein Vergehen nie nur eine
Privatangelegenheit ist, sondern immer auch einen
Öffentlichkeitscharakter hat.
Genau so ist es auch im Verhältnis zu Gott. Wenn wir an einem
anderen Menschen schuldig geworden sind, dann haben wir
gleichzeitig auch immer gegen die Ordnungen Gottes verstoßen.
Es reicht nicht aus, wenn wir uns mit dem betroffenen Menschen
irgendwie im Nachhinein wieder einigen; unsere Schuld vor Gott
ist damit nicht beseitigt.
Wie bei einem Gerichtsverfahren muss Gott ein Urteil sprechen.
Er muss uns verurteilen, und wir müssen die Strafe bezahlen,
die Gott verhängt. – Nur, wie könnten wir eine von Gott
verhängte Strafe bezahlen? Die Bibel sagt, dass der Tod die
Strafe für unsere Sünde ist (vgl. Römer 6:23). Das Gerichtsurteil
Gottes lautet für jeden von uns: Ewige Trennung von Gott. Wir
können diese Strafe nicht durch irgendetwas anderes
ausgleichen.
Nun sehen wir Jesus am Kreuz, wie Er das Urteil Gottes über
uns auf sich zieht, wie Er die Strafe, die Gott über uns verhängt
hat, auf sich nimmt, wie Er unsere Schuld beseitigt, indem Er die
Strafe dafür bezahlt. Die Strafe für die Sünde, dieser
schreckliche Kreuzestod zeigt uns auch, wie schrecklich Sünde
in Gottes Augen ist.
Was bedeutet mir Jesus? – Habe ich die Verurteilung Gottes für
mich akzeptiert? Habe ich gesehen, dass ich die Strafe für diese
Schuld nie zahlen könnte? Und habe ich mich vertrauensvoll an
Jesus gewandt und ihm dafür gedankt, dass Er die Bezahlung
dieser Strafe für mich übernommen hat?
Hier ist eine persönliche Beziehung zu Jesus nötig, eine
Beziehung, die von uns gepflegt sein will, jeden Tag neu, und
ich glaube, wir haben jeden Tag Grund, auch neue Schuld in
unserem Leben zu Jesus zu bringen, unsere Verurteilung auch
für diese neue Schuld anzuerkennen – und Jesus persönlich zu
danken, dass Er die Strafe auch dafür bezahlt hat.
Der Tod Jesu hat auch einen Beziehungsaspekt

Wir erleben es ja zur Genüge, dass Beziehungen untereinander


sehr zerbrechlich sind. Wie schnell gehen ursprünglich gute
Beziehungen in die Brüche. Ein falsches Wort, ein
Missverständnis, eine Vermutung – und schon leiden
Beziehungen. In manchen Familien sieht man das zwischen den
Ehepartnern. Oder es gibt Eltern, die kritisieren ihre Kinder von
morgens bis abends, nichts können sie richtig machen. Und es
soll ja auch Kinder geben, denen die Eltern nichts recht machen
können. Wie brüchig sind doch unsere Beziehungen
untereinander.
Umso mehr leuchtet es uns ein, dass unsere Beziehung zu Gott
in die Brüche gegangen ist. In allen Religionen empfindet man
diese Sehnsucht, die Beziehung zu Gott wieder in Ordnung zu
bringen – und man macht sich oft sehr viel Mühe damit. Aber
von uns Menschen aus gibt es keine Möglichkeit, diese
Beziehung zu Gott wieder herzustellen.
Und da sehen wir Jesus am Kreuz – Er hat durch Seinen Tod
von Gott aus die Beziehung zu den Menschen wieder hergestellt.
„Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich
selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter
uns aufgerichtet das Wort der Versöhnung“ (2. Korinther 5:19).
Gott war es, der die Welt mit sich selbst versöhnt hat. Zwischen
Gott und uns Menschen ist nun Versöhnung möglich.
Das Kreuz zeigt uns, dass wir in den Augen Gottes so viel Wert
sind, dass Er durch den Tod Jesu die Beziehung zu uns wieder
herstellen wollte. Welche Mühe hat sich Gott damit gemacht!
Ist das nicht auch eine starke Herausforderung für uns, unsere
Beziehungen untereinander in Ordnung zu bringen und in
Ordnung zu halten? Wie schnell geben wir doch oft auf und
sagen: Da kann man nichts mehr machen. Wie viel wert ist uns
der andere? Wie viel wert ist uns eine intakte Beziehung in
unseren Familien, in unseren Gemeinden?
Das Kreuz zeigt uns, dass Versöhnung möglich ist. Wenn Gott
schon einen Weg gefunden hat, die Welt mit sich selbst zu
versöhnen, wie sehr müsste es uns am Herzen liegen,
Versöhnung im zwischenmenschlichen Bereich, in unserer
kleinen Welt, zu erreichen.
Versöhnung ist möglich, wenn wir unsere Schuld eingestehen,
wenn wir um Vergebung bitten, und wenn wir jede Wurzel der
Bitterkeit aus unserem Herzen ausrotten. Mit Gottes Hilfe ist dies
möglich – und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns hilft,
wenn wir wirklich Versöhnung wollen.
Kaputte Beziehungen sind ein Zeichen für eine innere Krankheit.
Wenn man krank wird, vergleicht man ja den vorherigen Zustand
damit, wie man sich augenblicklich fühlt. Man merkt, es stimmt
etwas nicht, es ist etwas anders geworden.
Manchmal merkt man das sehr schnell. Wenn man über Nacht
hohes Fieber bekommt, weiß man sofort, da stimmt etwas nicht,
man ist krank. Bei anderen Krankheiten, die sich nicht so
offensichtlich zeigen, benötigt man vielleicht Wochen, bis man
schließlich zum Arzt geht, in der Hoffnung, dass er die Ursache
dafür findet, dass man sich nicht gut fühlt.
Manchmal wünscht man ja auch, der Arzt würde nichts finden –
aber das ist eigentlich recht töricht. Es ist besser, der Arzt stellt
eine treffende Diagnose, und man kann dann gezielt gegen diese
Krankheit vorgehen, als sich über eine Krankheit
hinwegtäuschen zu wollen.
Auch in unseren Beziehungen ist es besser, wir lassen uns eine
treffende Diagnose stellen – und die Bibel gibt viele Hinweise,
die uns weiterhelfen können, als sich darüber
hinwegzutäuschen, dass etwas nicht stimmt. Die Bibel sagt z.B.
auch, dass unsere Beziehung zu Gott nicht in Ordnung ist, wenn
wir unsere Glaubensgeschwister nicht lieben. Ein ziemlich klarer
Hinweis darauf, wenn etwas nicht stimmt. Denn auch hier gilt,
dass unser Verhalten zu unseren Mitmenschen nie nur
Privatangelegenheit ist, sondern immer auch mit unserem
Verhältnis zu Gott zu tun hat.
Noch einmal zusammengefasst:
Was bedeutet mir Jesus?

Sein Vorbildcharakter motiviert uns, ebenfalls ein vorbildliches


und gutes Leben zu führen.
Aber erst sein Tod gibt uns die Möglichkeit dazu, weil Jesus am
Kreuz die Macht der Sünde, die auch uns beherrscht hat,
gebrochen hat. Wenn wir Jesus am Kreuz sehen, sehen wir die
überwältigende Liebe Gottes zu uns. Er hat sich selbst in
Christus für uns geopfert und ist in die tiefsten Tiefen für uns
gestiegen. Er hat uns aus seinem Gericht herausgenommen,
weil Jesus, der unschuldige Sohn Gottes, die schreckliche
Strafe für unsere Sünde bezahlt hat. Aber Er hat uns nun auch
die Möglichkeit der Vergebung, der Versöhnung auch
untereinander gegeben – und Er hat uns die Möglichkeit
gegeben, mit Seiner Hilfe nicht mehr immer wieder neue Schuld
auf uns laden zu müssen.
Wir fragten: Was bedeutet mir Jesus? Jetzt stellt sich die Frage
ganz anders. Wir lesen dazu in Römer 6:13: »Dient vielmehr Gott
mit allem, was ihr seid und habt. Weil ihr mit Christus gestorben
seid und er euch neues Leben schenkte, sollt ihr jetzt
Werkzeuge in Gottes Hand sein, damit er euch für seine Ziele
einsetzen kann. Die Sünde hat ihre Macht über euch verloren.
Denn ihr seid nicht länger an das Gesetz gebunden, sondern ihr
lebt von der Barmherzigkeit Gottes.« (aus Hoffnung für alle)
Was bedeutet mir Jesus? Weil Er mich aus dem Gericht Gottes
errettet hat, weil Er die Strafe für mich bezahlt hat, deshalb soll
Er jetzt mein Herr sein, und ich möchte alles tun, damit Er mit
mir zu Seinem Ziel kommt. Amen!
Klaus Loh (gekürzt aus einer Predigt)

›Er ist wahrhaftig auferstanden!‹

Grund jeder Hoffnung ist der Glaube an die Auferstehung

»Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus


Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren
und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung
gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden
ist.«
(1. Petrus 1:3)

Es wird von Petrus gesagt: Rau, eigenwillig und impulsiv war er;
er nahm kein Blatt vor den Mund und tat nichts halbherzig. Aber
was Freundschaft betraf, war Verlass auf ihn; er war die Treue in
Person, besaß einen geradezu blinden Mut und ein
überdimensionales Selbstvertrauen. Letzteres führte zuweilen
dazu, dass er in seinem Feuereifer voreilige Zusagen machte. Es
machte ihm nichts aus, mit seiner Meinung mutterseelenallein
dazustehen, wenn es sein musste, und er machte
Versprechungen mit dem Mund, die seine Hände später nicht
halten konnten.
Petrus war nicht nur einer von den zwölf Jüngern, sondern
zugleich auch ihr Wortführer. Als er einmal den Entschluss
gefasst hatte, Jesus nachzufolgen, gab es für ihn kein Zurück
mehr. In der Zeit danach wurde seine Treue zu seinem Herrn nur
noch größer. Er war ein von Hingabe und Unbeirrtheit
gekennzeichneter Jünger, dessen Loyalität keine Grenzen
kannte.
Doch seine Treue sollte auf die Zerreißprobe gestellt werden.
Jesus hatte ihn gewarnt, dass Satan ihm auf den Fersen sei und
alles daransetzte, ihn zu Fall zu bringen. Petrus blieb unbesorgt.
Seine Antwort? »Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu
gehen, ja mit dir zu sterben!« (Lukas 22:33). Jesus kannte ihn
besser als er sich selbst. Er prophezeite ihm: »Ich sage dir,
Petrus, noch ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal
verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst« (Lukas
22:34). Obwohl diese Ankündigung ein Stich ins Herz gewesen
sein muss, winkte Petrus ab, in vollstem Vertrauen darauf, dass
ihm so etwas nie passieren würde.
Irrtum. Noch in derselben Nacht erfüllte sich das, was Jesus
angekündigt hatte. Der treue, beherzte, mutige Petrus
verleugnete seinen Herrn. Entrüstet stritt er ab, zu den zwölf
Jüngern zu gehören. Nicht nur einmal, auch nicht zweimal,
sondern dreimal hintereinander leugnete er seine Bekanntschaft
mit dem Mann, der ihn genug geliebt hatte, um ihn zu warnen.
Das Ergebnis? Lassen Sie diese Worte auf sich wirken:
»Der Herr drehte sich um und sah Petrus an. Da fiel Petrus ein,
was er zu ihm gesagt hatte: Bevor heute ein Hahn kräht, wirst du
mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht
kennst. Und er ging hinaus und begann, bitter zu weinen«
(Lukas 22:61+62).
Von dem einst so treuen und starken, beherzten und ergebenen
Petrus war nur noch ein schluchzendes Häufchen Elend übrig.
Welch eine Schuld er da auf sich geladen hatte! Wie er sich
schämte! Seine Gebrochenheit lässt sich nicht mit Worten
beschreiben. Psychisch war er am Ende, und Hoffnungslosigkeit
erstickte ihn. Die Auswirkungen waren sicher niederschmetternd
für Petrus.
Als der Heiland dann gekreuzigt wurde, muss Petrus das Gefühl
gehabt haben, jeden einzelnen Nagel mitten ins Herz geschlagen
zu bekommen.
Die Kraftquelle Hoffnung, die ihm jetzt weitergeholfen hätte,
fehlte ihm; für immer, wie er meinte. Bis zu dem siegreichen
Auferstehungstag, dem ersten Ostermorgen, wo wir nicht nur
von dem Wunder der körperlichen Auferstehung Jesu von den
Toten lesen, sondern auch jene bewegenden Gnadenworte:
»Und nun geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus ... «
(Markus 16:7). Vor allem Petrus! Die Bedeutung dieser drei
Worte kann gar nicht überschätzt werden.
Sie brachten Petrus Hoffnung, den einen Faktor, ohne den er
sich nie wieder gefangen hätte. Als er hörte, dass sein Heiland
auferstanden war und dass Er ihn ganz besonders und
persönlich davon benachrichtigen lassen hatte, gewann Petrus
eine Hoffnung, die über sein Versagen hinausreichte. Nun
konnte er endlich weiterleben.
Es überrascht daher nicht, dass ausgerechnet er es war, der das
Manifest der Hoffnung für jene schrieb, die sie am dringendsten
brauchten, für jene nämlich, die »als Fremde in dieser Welt (...)
mitten unter den Ungläubigen« in den Weiten des Römischen
Reiches verstreut lebten (1. Petrus 1:1).
»Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus
Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren
und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung
gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden
ist« (1. Petrus 1:3).
»Wem kann die Wegstrecke zu beschwerlich werden,« fragte der
inzwischen verstorbene große Bibelausleger James M. Gray,
»wenn die Reise doch nach Hause führt?«
Wie können wir ein großes Aufhebens um das machen, was auf
diesem vergänglichen Planeten geschieht, obwohl wir doch
genau wissen, dass wir auf dem Weg zu unserem Endziel in die
Ewigkeit sind? Petrus nennt dies unsere »lebendige Hoffnung«,
und er erinnert uns daran, dass sie auf der Auferstehung Jesu
beruht. Wenn Gott seinen Sohn durch das schrecklichste Leid
hindurch begleitet und ihn vom Tod auferweckt hat, dann kann
er auch uns durch alles Elend dieser Welt hindurch begleiten.
Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, wie wenig
Hoffnung ein Mensch ohne Christus hat? Ein Zyniker des frühen
zwanzigsten Jahrhunderts, der amerikanische Journalist H.L.
Mencken, bezeichnete Hoffnung als »pathologisches Rechnen
mit dem Eintreten des Unmöglichen«.
Für einen Nichtchristen ist Hoffnung lediglich eine Phantasie,
eine Illusion, eine Art Zeichentrickfilm-Hoffnung: »Ich hoffe, ich
gewinne im Lotto.« »Ich hoffe, dass mein Sohn eines Tages
wieder nach Hause kommt.« »Ich hoffe, dass alles klappt.« Das
ist keine lebendige Hoffnung. Das ist bloß Wunschdenken.
Wer aber durch Jesus »neu geboren« ist, der hat die Zusage
einer lebendigen Hoffnung durch Seine Auferstehung von den
Toten.
Wenn Sie also gern trotz der Tränen in Ihren Augen lächeln
können möchten, wenn Sie in schweren Zeiten Freude erleben
möchten, dann denken Sie daran, dass Sie als Christ nicht beim
Schlusskapitel Ihrer Lebensgeschichte angekommen sind,
sondern dass Sie sich lediglich auf der beschwerlichen Reise zu
dem richtigen Ziel befinden.
»Hoffnung ist wie ein Anker«, hat jemand einmal gesagt.
»Unsere Hoffnung auf Jesus gibt uns in den Stürmen des
Lebens Halt – aber der Unterschied zum Anker liegt daran, dass
sie nicht am Vorankommen hindert.«

Ch. R. Swindoll

Kleine Weisheiten

»Der ist weise, der da gibt, was er nicht behalten kann, um das
zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.«
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»Wir stehen in der Gefahr, als moralische Feiglinge in unserer


Bequemlichkeit zu versinken. „Die Liebe deckt der Sünde
Menge.“ Heißt das etwa, dass sie die Sünde toleriert? Wer
spricht noch von Schuld, Reue, Buße, Vergebung, Umkehr,
Neubeginn?«
(ein Missionar aus Indien)
---

»Die Toleranz ist derart tolerant geworden, dass sie Böses


toleriert.«