I.

Kapitel: Einführung

1. Der Begriff "Anthropologie" Der Begriff "Anthropologie" setzt sich aus dem griechischen Wort für Mensch ("anthropos") und Lehre oder Rede ("logos") zusammen. Im nun folgenden Studium geht es um die Lehre vom Menschen. Während sich die "wissenschaftliche" Anthropologie als Lehre vom Menschen mit dessen psycho-physischen Organismus sowie dessen natur- und geisteswissenschaftlichen Entwicklung beschäftigt, sprechen wir in der Anthropologie als Disziplin der Dogmatik von dem Verhältnis Gott - Mensch. Wir fragen nach der Offenbarung Gottes über die Natur des Menschen und nach dem Standort des Menschen Gott gegenüber. Nun versuchen wir,als Menschen über den Menschen nachzudenken - wir denken über uns nach. Gerade im Studium dieses Gebietes ist es besonders notwendig und wichtig, eine göttlich inspirierte Bibel zu haben und sich völlig auf sie zu verlassen. Wir wollen nicht philosophische Gedankenschlösser bauen, sondern Gottes Offenbarung über uns Menschen studieren. Nur so finden wir Antwort auf unsere Fragen.

2. Die Notwendigkeit der Anthropologie Die Frage "Was ist der Mensch?" hat den Menschen zu

allen Zeiten beschäftigt. Die Wissenschaft hat versucht, darauf eine Antwort zu geben. Sie hat den Menschen untersucht, ihn in seine materiellen Bestandteile zerlegt, aber sie konnte das Geheimnis des Menschen nicht finden. Sie versuchte, die Entwicklung des Menschen zurückzuverfolgen, aber sie konnte seinen Anfang nicht finden. Seit Beginn der Weltgeschichte versuchen Philosophen und Denker, Antwort auf die Fragen des Menschen zu geben: woher komme ich? wozu lebe ich? wohin gehe ich? Es geht um die immer aktuellen Fragen - um die zwei wichtigsten Fragen des Menschen: die Frage nach dem Sinn des Lebens und die Frage nach der Zukunft. Doch alle Versuche scheiterten; selbst den klügsten und begabtesten Denkern der Geschichte blieb nichts anderes übrig, als zu raten. Ihre "Hypothesen", wie die Evolutionstheorie oder grundlegende Lehren der Psychologie, werden zu oft als die gesicherten Erkenntnisse moderner "Wissen"schaft weitergegeben. Dabei sind diese Hypothesen eben nur hypothetisch, und dies bedeutet nach dem Fremdwörterduden: "nur angenommen, auf einer unbewiesenen Vermutung beruhend, fraglich, zweifelhaft"! Wie fest gegründet dürfen wir sein! Die Bibel, Gottes Wort, gibt uns klare Antworten auf alle diese Fragen. Jes 40,6-8 "Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach:Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn

Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich." Die Antworten, die die Bibel auf unsere Fragen gibt, stehen in direktem Widerspruch zur heutigen Zeit. Sie ist anthropozentrisch geprägt, d.h. der Mensch steht im Mittelpunkt allen Überlegens und Tuns und hat so in allen Bereichen des Lebens Gott durch das "Selbst" ersetzt. Der Mensch - ich selbst - mit meinen Bedürfnissen werde zum Maßstab, an dem Recht und Unrecht, Richtig und Falsch, Gut und Schlecht gemessen werden. Der Mensch steht im Mittelpunkt, obwohl er vergänglich ist: Hiob 14,1-2 "Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht." Ps 8,4-9 "Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht." Ps 144,3-4 "Herr, was ist der Mensch, daß du dich seiner annimmst, und des Menschen Kind, daß du ihn so beachtest? Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten." Jak 4,14 "und wißt nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet." Der natürliche, nicht wiedergeborene Mensch kennt

seine Stellung Gott gegenüber nicht. Er kennt Gott nicht. Er kann Gott nicht erkennen, denn es fehlt ihm die Ehrfurcht vor Gott. Spr 1,7a "Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis." 1.Kor 2,14 "Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden." Der Mensch hat sich verirrt - lebt fern von Gott und dessen Heilsangebot. Wir müssen nicht erst in die Zeitung oder das Leben unserer Nachbarn schauen, um seine Not kennenzulernen. Die Bibel gibt uns einen zutreffenden Einblick: Prediger 2,1-11+15-23 3,1-11+16-22 5,9-17 6,7+12 7,15-18 12,7 Studieren wir das Buch Prediger, in dem der reiche und mächtige Salomo Rückschau über sein Leben hält, so stellen wir fest: ein von Gott losgelöstes Leben ist sinnlos! Nur ein Leben in Verbindung mit Gott ist "sinnvoll"!

Besonders junge Menschen fragen nach dem Sinn des Lebens. Die Religion des natürlichen Menschen, losgelöst von Gott, kann keinen Sinn geben. Sie führt in Lebenspessimismus (Stichwort: no future!), Resignation oder Revolution. Das Vakuum der nicht beantworteten Sinnfrage wird mit einem "Ersatz-Sinn" gefüllt, der kurzfristig befriedigt, am Ende aber den Menschen nur noch "leerer" zurückläßt. Genau hier setzen auch die Lehren von "New Age" an: sie wecken falsche Hoffnungen, indem sie scheinbar Antworten auf die drängenden Fragen des Lebens geben.

ANREGUNG: Betrachten Sie unter diesem Aspekt die Problematik des Nahrungsmittelmißbrauchs des Arzneimittelmißbrauchs der diversen Süchte (Spiel, Drogen, Alkohol, Fernsehen) des Sexismus der Gruppendynamik (die Gruppe wird zum "Gott") des politischen Fanatismus (z.B.: Terrorismus) des charismatischen Scheinglaubens der Okkultwelle gerade auch in Schulen und unter Jugendlichen. Diesem verirrten Menschen tritt ein suchender Gott gegenüber. Gott erschuf den Menschen zur Gemeinschaft mit Ihm (1.Mose 1,26). Er kann Sein Geschöpf nicht lassen. Es ist Seine Liebe, die Ihn ewig zum Menschen hin treibt. Gott offenbart sich als ein liebender, als ein suchender Gott:

1.Mose 3,9 2.Mose 3,7-8 Jer 3,1+12-14+22-23 und 7,22-28 Hes 18,23+31-32 Mt 9,36 Lk 15,4-7 und 19,10+41-42 Offb 22,17 Der wahre Sinn des Menschseins kann nur erkannt werden, wenn Gott erkannt wird! Joh 17,3 "Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." Gott hat den Menschen zum Leben geschaffen. Ein Mensch ohne Gotteserkenntnis kann nicht leben, nur vegetieren. Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden," ILLUSTRATION: Wertvolles technisches Gerät wird zu einem bestimmten Zweck hergestellt. Beim Verkauf dieses Gerätes wird eine Gebrauchsanweisung mitgeliefert. Bei Zweckentfremdung oder unsachgemäßer Behandlung ist mit der Beschädigung und Zerstörung zu rechnen. So auch beim Menschen! Gott hat ihn zu einem bestimmten Zweck geschaffen (Gemeinschaft mit Gott) und ihm eine Gebrauchsanweisung mitgegeben (Sein Wort, die Bibel). Doch setzt er sich meist über die göttliche Gebrauchsanweisung hinweg.

Humanwissenschaftler (wie z.B.: Pädagogen, Soziologen, Psychologen) experimentieren heute mit dem Menschen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Darum ist noch eine Warnung angebracht: Keine Vermischung verschiedener "Gebrauchsanweisungen" (der göttlichen und sogenannten "wissenschaftlichen")!

ANREGUNGEN: Nur der Hersteller eines Gerätes kann zuverlässige Angaben über Funktion und Handhabung machen. Welchen Stellenwert nimmt diesbezüglich Gottes Wort in unserem Dienst ein? Praktisch ausführen! Predigen wir das Wort oder über das Wort? 2.Tim 4,2 "Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre." Ist unsere Seelsorge "Lebensberatung" nach humanistischen Vorstellungen oder nach den Anweisungen des Wortes Gottes? 2.Tim 3,17 "daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt." Geht es um das Heil des Menschen oder nur um sein Wohl?

II. Kapitel: Der Ursprung des Menschen

1. Die Schöpfung des Menschen

a) eine geplante Schöpfung Gott offenbart uns in Seinem Wort nicht, warum Er die Erde schuf. Es ist daher müßig, sich hierüber Spekulationen hinzugeben. Aber wir erfahren, "wozu" Er sie geschaffen hat. Röm 11,36 "Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen." Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen." Die Schöpfung ist eine Selbstverherrlichung Gottes. Häufig gebraucht der Heilige Geist die Tatsache der Schöpfung, um die Herrlichkeit Gottes darzustellen. Jes 40,26+28 "Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt. [...] Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich." Jes 45, 18 "Denn so spricht der Herr, der den Himmel geschaffen hat - er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat - er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der Herr, und

sonst keiner mehr." Apg 17,24 "Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind." Wir könnten noch viele Stellen anführen wie zum Beispiel: Jes 40,12-28 Hiob 38,1-11+31-41 Hiob 40,1-14 Hiob 42,1-6 Ps 104

ANREGUNGEN: Die "äußeren" Eigenschaften Gottes (z.B. Allmacht) können im materiellen Schöpfungsbereich gesehen werden. Die "inneren" Eigenschaften (z.B. Heiligkeit) erfordern sittlich freie Persönlichkeiten - und das ist der Mensch! Bei unseren Überlegungen zum Thema Schöpfung wollen wir beachten: wir sprechen immer von dem Schöpfungsbericht, nie von der Schöpfungstheorie. Jedoch gebrauchen wir immer den Begriff "Evolutionstheorie"! Der Erschaffung des Menschen ging eine göttliche Erklärung voraus:

1. Mose 1,26a "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, ..." Wir Menschen - Du und ich - wir sind gottgeplant und gottgewollt! Als Gott den Menschen schuf, ging Er nicht planlos ans Werk. Der Mensch hat ein Gegenstück, ein Vorbild im Himmel. 1.Mose 1,26a "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, ..." 1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib." b) eine übernatürliche Schöpfung Gott schuf die Welt, das ganze Universum, ohne präexistente Materie zu benutzen! Er schuf aus "dem Nichts". Eine solche Schöpfung wird als Schöpfung ex nihilo bezeichnet. Alle Materie hat hier ihren Ursprung! Röm 4,17b "... vor Gott, dem er geglaubt hat, der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, daß es sei." Die organischen Substanzen (Pflanzen, Landtiere und der Mensch; von Vögeln und Wassertieren wird dies nicht ausdrücklich gesagt) wurden aus der bereits geschaffenen Materie gemacht. 1.Mose 1,24a "Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier..." 1.Mose 2,7a "Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker..."

Entgegen aller sogenannten "Wissenschaft" über Evolution halten wir an der Offenbarung Gottes fest, daß die Erschaffung der Welt ein plötzlicher Akt war und keineswegs ein sich höher entwickelnder Vorgang. Ps 33,9 "Denn wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da." Auch der Mensch entstand durch einen direkten Schöpferakt Gottes. Er ist ein Wunder, das aus Gottes Schöpferhand hervorging. Jede Theorie über einen andersartigen Ursprung des Menschen ist hiermit widerlegt! 1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen ..." 1.Mose 2,7 "Da machte Gott der Herr den Menschen ..." Noch an anderen Stellen legt die Bibel Zeugnis von der Erschaffung des Menschen ab: 1.Mose 5,1 "Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes" 5.Mose 4,32 "Denn frage nach den früheren Zeiten, die vor dir gewesen sind, von dem Tage an, da Gott den Menschen auf Erden geschaffen hat, ..." Mt 19,4 "Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau" 1.Kor 11,9 "Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen." 1.Mose 2,7 zeigt uns, wie Gott den Menschen schuf. Wie gewaltig ist doch die Hand Gottes! Aus Erde vom Acker macht Gott den Leib des Menschen!

1.Mose 2,7 "Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen." Noch wunderbarer ist der Hauch aus dem Munde Gottes, der diesem leblosen Leib Geist und Leben gibt. Durch den Geist unterscheidet sich der Mensch vom Tier. Kein Tier kann eine Beziehung zu Gott aufnehmen. Aber jeder Mensch hat ein Gottesbewußtsein (Röm 1,21). Der Mensch ist also nicht dem Grade, sondern dem Wesen nach vom Tier unterschieden. Es ist dieser "Odem", der dem Menschen das Leben gab. Hiob 33,4"..., und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben." Dieser Hauch aus Gottes Mund darf nicht gleichgesetzt werden mit dem ewigen Leben (z.B. Joh 3,16). "Ewiges Leben" ist "Anteilnahme an der göttlichen Natur" (2.Petr 1,4). "Odem" in 1.Mose2,7 ist nicht göttliches Leben, sondern gibt Leben. Der Mensch lebt ewig. Eine übernatürliche Schöpfung kann von einem natürlichen Menschen nicht begriffen werden. Wir können sie weder beweisen noch "wissenschaftlich" nachvollziehen. Wir können nur Gottes Offenbarung über den Ursprung des Menschen weitergeben. Hebr 11,3 "Durch Glauben erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so daß alles, was man sieht, aus nichts geworden ist." Der Schöpfungsbericht in 1.Mose 1+2 will uns nicht nur sagen, daß Gott die Welt erschaffen hat, sondern auch wie Er sie schuf. Wenn Gott gar nicht beabsichtigt hätte, uns zu sagen, wie Er die Welt schuf - wie viele Menschen meinen -, warum hat Er es dann getan?

Letztlich geht es auch hier um die Autorität des Wortes Gottes. Hiob 38,4"Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist!" ANREGUNGEN: Die Erlösung bringt den gefallenen Menschen nicht in den Zustand vor dem Fall zurück, sondern schenkt ihm "ewiges Leben"! Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." 2.Petr 1,4"durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt." Worin unterscheidet sich Adam vor dem Fall von einem Wiedergeborenen? Schon im Schöpfungsbericht werden drei verbreitete "ismen" widerlegt: - kein Atheismus => GOTT schuf... - kein Polytheismus => Elohim schuf (Singular!)... - kein Pantheismus => GOTT und die Welt sind getrennt Um der "Wissenschaft" entgegenzukommen, meint man, die übernatürliche Sechstageschöpfung umdeuten zu müssen. So werden die "Tage" aus dem Schöpfungsbericht zu "Perioden". Man erhält damit die langen Zeiträume, die für die Evolutionstheorie notwendig sind. Dies ist jedoch nur ein weiterer

Versuch, Gottes Offenbarung im Sinne der "Wissenschaft" umzudeuten . Der Text des Schöpfungsberichtes läßt einen solchen Versuch nicht zu. Der Ausdruck "aus Abend und Morgen" läßt keine Periodendeutung zu (dies gilt auch für die ersten drei Tage!). Es ist zwar zutreffend, daß "Tag" unter bestimmten Umständen eine Periode bezeichnen kann (z.B.: "Tag des Heils"), doch verbietet in 1.Mose 1 der Kontext eine solche Deutung. In 1.Mose 1,14-18 lesen wir von der Erschaffung der Gestirne, die Tag und Nacht scheiden und die Jahreszeiten bestimmen. Können wir uns eine "Nacht" über mehrere Millionen Jahre vorstellen? Was wäre die Folge (z.B. für die am Tag zuvor erschaffenen Pflanzen)? Am fünften Tag wurden die Tiere erschaffen. Nach der Periodentheorie müßten diese in Massen gestorben sein - doch wie ist der Tod vor dem Sündenfall möglich? Wären die Tage im Schöpfungsbericht Perioden, so würden sie als Vorbild für 2.Mose 20,11 sinnlos werden. c) eine umfassende Schöpfung Gott hat ein ganzes, voll ausgebildetes Universum geschaffen. Die Schöpfung trägt den Anschein eines gewissen Alters, d.h. Gott schuf Bäume "..., die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist." (1.Mose 1,12). Er schuf erwachsene Menschen, und Vögel, die nie aus einem Ei schlüpften. Selbst das Licht von Sternen, die Jahrmillionen von Lichtjahren entfernt sind, schien im Moment der Schöpfung bereits auf die Erde. Diese Schöpfung ist umfassend.

Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist." 10x findet sich in 1.Mose 1 der Ausdruck "... ein jedes nach seiner Art". Jede Tier- und Pflanzenart findet in der Schöpfung ihren Ursprung. Innerhalb einer Art können seitdem Veränderungen vorkommen (z.B. durch geographische Einflüsse, Degeneration, Züchtung, usw., aber auch durch den göttlichen Fluch, der dem Sündenfall folgte). Aber niemals entstand oder entsteht eine neue Art. Zusammenfassend läßt sich sagen: alles und jedes geht auf den direkten Schöpferakt Gottes zurück, so wie er uns in 1.Mose 1 berichtet ist. Dies gilt auch für die Menschheit. Die Bibel lehrt eindeutig, daß alle Menschen von den ersten beiden Menschen, Adam und Eva, abstammen. Apg 17,26 "Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschen-geschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen." Wir glauben nicht an die Existenz einer präadamitischen (vor Adam) oder einer paraadamitischen (neben Adam) Menschheit. Für die Einheit der Menschheit finden sich in der Bibel noch folgende Hinweise: Die Allgemeinheit der Sünde spricht für die Einheit der Menschheit. Röm 5,12"Deshalb wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil

sie alle gesündigt haben." 1.Kor 15,22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden." Die Erlösungsbedürftigkeit und -fähigkeit weist ferner auf die Einheit der Menschheit hin (vgl Röm 5,12-19). Das hebräische Wort "adam" bezeichnet die Gattung Mensch. Oftmals läßt sich diese Kollektivform am besten mit "Menschheit" übersetzen. Der Gebrauch dieses Begriffes als Name für den ersten Menschen und der Umstand, daß "adam" nur in der Singularform (Einzahl) vorkommt, weist auf die Einheit des Menschengeschlechts hin. ANREGUNG: Diese Lehre der Schrift wird auch zunehmend von verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnissen bestätigt: Die Geschichte weist auf einen gemeinsamen Ursprung der Menschheit in Zentralasien hin. Die Physiologie (Lehre von den Lebensvorgängen) zeigt, daß alle Menschenrassen miteinander kreuzungsfähig und fruchtbar sind. Die Körpertemperatur und der durchschnittliche Pulsschlag sind, wie andere Körperfunktionen auch, gleich. (Jeder Arzt, der in Europa Medizin studierte, kann mit diesen Kenntnissen in Asien oder Afrika praktizieren!). Das menschliche Blut kann von dem jedes Tieres unterschieden werden. Die Psychologie kann geistige Gesetze für die gesamte Menschheit aufstellen. Die universelle Anwendbarkeit einer Philosophie oder Religion erklärt sich am leichtesten aus dem gemeinsamen Ursprung der menschlichen Rasse.

d) eine vollkommene Schöpfung 1.Mose 1,31 "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag." Gottes Schöpfung war vollkommen. Bereits im Bericht von den einzelnen Schöpfungstagen finden wir 6x: "Und Gott sah, daß es gut war." (Vers 4,10,12,18,21 und 25). Der Tod (und mit ihm Krankheit, Gebrechen und Alter) kamen erst nach dem Sündenfall auf die Erde. Selbst die heutigen Raubtiere waren, wie natürlich auch der Mensch, reine Vegetarier: 1.Mose 1,30 "Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so." 2. Die Bestimmung des Menschen Für den heutigen ungläubigen Menschen liegt zwischen einer ungeklärten Herkunft und einer unsicheren Zukunft die kritische Frage nach dem Sinn im Leben. Diese unbeantwortete Frage macht den Menschen seelisch krank und verführt ihn, irgendeinen "Ersatzsinn" zu suchen. Oft wird er dann zum Sklaven irgendwelcher "Ziele". Zu oft kann selbst Freizeitgestaltung lediglich eine Verdrängung dieser Frage sein. Die vermehrte Suche nach einem Sinn im Leben bietet

uns einen Anknüpfungspunkt für die Verkündigung, der vor allem bei Jugendlichen auf große Offenheit stößt. Die Bibel gibt uns eine Antwort, ja, nur die Bibel kann uns Antwort geben. Weil der Mensch ein ewiges Wesen ist, kann sich der Sinn des Lebens nicht nur auf die irdische Existenz beziehen. Pred 3,11"Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur daß der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende." Das bedeutet, daß wir den eigentlichen Sinn im Leben nur aus Gottes Offenbarung erfahren können. Alle anderen Quellen und Versuche müssen in die Irre führen. Wir wollen aber das Studium der Bestimmung des Menschen nicht nur im Blick auf andere und unsere Verkündigung für andere vornehmen, sondern wir wollen beachten, daß auch unser Leben als Kinder Gottes herausgefordert wird.

a) zur Gemeinschaft

(1) zur Gemeinschaft mit Gott - Die Voraussetzung zur Gemeinschaft ist eine gewisse Ebenbürtigkeit - eine "Verwandtschaft". 1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als

Mann und Weib." Jes 43,6-7 "Ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe." Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen." - Der Wille zur Gemeinschaft ist die Liebe. Gemeinschaft heißt Hingabe an den anderen. Gott, der die Liebe ist, liebt uns Menschen. 1.Joh 4,16a "Gott ist die Liebe; ..." Die Erlösungstat Christi entspringt der Liebe Gottes zu uns, in Seinem Willen zur (erneuerten) Gemeinschaft mit Seinem Geschöpf: Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." 1.Joh 4,16 "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." Da Liebe der Wille zur Gemeinschaft ist, sehen wir leicht ein, warum die Liebe zu Gott das höchste und größte Gebot ist. Mt 22,37 "Jesus aber antwortete ihm: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von

ganzer Seele und von ganzem Gemüt.' Das ist das höchste und größte Gebot." - Die Form der Gemeinschaft mit Gott ist Anbetung. Die Anbetung richtet sich auf die Person Gottes aus. Die hebräische Sprache kennt kein Wort, mit dem wir den deutschen Begriff "Dank" übersetzen könnten. Für den Juden ist "Danksagung" immer Anbetung und Lobpreis. Anbetung ist Ausfluß der Liebe zu Gott. Für Adam bedeutete das Leben im Garten Eden (in der Gegenwart Gottes) die Erfüllung dieser Bestimmung. Für uns Gläubige ist es das Leben im Glauben. Der Glaube kommt aus dem Wort Gottes. Röm 10,14+17"Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? [...] So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi." Also sind unsere Bibellese, unser Predigtbesuch usw. eine Befriedigung der Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott. Ps 42,2-3 "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?" Der Ungläubige kennt diese Gemeinschaft mit Gott nicht. So kann er in seinem Leben gar keinen Sinn sehen, - in Wirklichkeit kennt er das Leben nicht. Joh 17,3 "Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich,

der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." Sein ganzes Leben verbringt er auf der Suche nach etwas, was ihm fehlt. Alle seine Versuche müssen fehlschlagen! Aber Gott will Gemeinschaft mit dem Menschen haben. Seit der durch die Sünde herbeigeführten Trennung zwischen Ihm und dem Menschen offenbart Er sich als ein suchender Gott. 1.Mose 3,9 "Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?" (2) zur Gemeinschaft mit Menschen Der Mensch ist primär zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen. Aber Gott schuf den Menschen als Sozialwesen, zur Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen. 1.Mose 1,27 "... und schuf sie als Mann und Weib." 1.Mose 2,18+24 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. [...] Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch." Heute wird die Vereinsamung des Menschen ein immer größeres Problem. Von Methoden der Gruppenpädagogik, Gruppendynamik oder ähnlichem erhofft(e) man sich Abhilfe, aber die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. Horst-Klaus Hofmann schreibt in seinem Büchlein "Psychonautik stop":

"Mit Besorgnis beobachten immer mehr Erzieher, Seelsorger und Gemeindeglieder, wie die sogenannte Gruppenerfahrung empfindlicher macht für eigene wachsende Bedürfnisse und Kränkungen, und wie zugleich die Empfindsamkeit für die Not anderer und ihr Verletztsein abnimmt." Erst wenn der Mensch in Gemeinschaft mit Gott (seiner primären Bestimmung gemäß) lebt, wird er durch den Heiligen Geist fähig, auch mit seinen Mitmenschen Gemeinschaft zu haben. 1.Joh 1,7 "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." Dann schenkt uns Gott das, was die Sozialwissenschaftler vergebens suchen, nämlich die Fähigkeit zur Gemeinschaft. Die darf (muß) dann eingeübt werden. Der Verlust der vertikalen Dimension (Gemeinschaft mit Gott) bringt eine falsche Betonung der horizontalen Dimension (Gemeinschaft unter Menschen) hervor. So begegnet uns, nach der Auffassung mancher moderner Theologen, Gott im Nächsten. Meinen Gottesdienst erfülle ich demnach in der sozialen Verantwortung am Nächsten. Das ist die traurige Verkürzung einer biblischen Theologie auf eine horizontale, humanistische Theologie. Daraus resultiert dann das soziale Evangelium, das sogar das Betreiben einer wirtschaftlichen Revolution noch als Missionsarbeit versteht!

ANREGUNGEN: Die Ehe ist die erste Form der Gemeinschaft, die Gott gab (1.Mose 2,18) Bedenken wir Gottes Plan für den Gläubiggewordenen in einem verbindlichen Gemeindeleben. (Vgl. 1.Kor 12; Eph 4,11-16; 1.Joh 4,20-21). Die Funktion der Gaben eines Gläubigen kommt erst in der Gemeinschaft zum Tragen. Wie erkennen wir die horizontale Verkürzung des Evangeliums in - unseren Gemeinden - in (ökumenischen) Missionswerken - in zeitgenössischen Strömungen (z.B. BefreiungsTheologie)

b) zur Herrschaft Gott vertraute dem Menschen Seine Schöpfung an: Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden," 1.Mose 1,28 "Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht." Dazu gehörten auch folgende Aufgaben: 1.Mose 2,15 "Und Gott der Herr nahm den Menschen

und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte." 1.Mose 2,20 "Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; ..." Wie schnell aber ist der Herrscher über die Erde durch den Sündenfall zum Beherrschten geworden! So hat er auch diese zweite Bestimmung in seinem Leben eingebüßt. Statt zu herrschen, wird nun er von Drogen, Alkohol, Nikotin, Mode, Fernsehen u.ä. beherrscht. Ein solcher Mensch kann kein erfülltes Leben führen. Wie gewaltig ist die Freiheit, die wir durch Christus neu geschenkt bekommen! Gal 5,13 "Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, daß ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern." ANREGUNGEN: Was sagen wir zu Themen wie z.B. Rohstoff-Raubbau oder Umweltverschmutzung? Herrschaft über die Natur, d.h. - über die Natur um uns (Garten, Umwelt, usw.) - über die Natur an uns (Haare, Körperpflege, usw..) - über die Natur in uns (Triebe) Die Gottesherrschaft im Tausendjährigen Reich führt den Menschen zu seiner Bestimmung, auf Erden zu herrschen. Vgl hierzu Offb 5,10; 20,4.

c) ewig zu leben Gottes Plan sah vor, daß der Mensch ewig (im Garten Eden) leben sollte. Durch den Sündenfall verlor der Mensch diese Möglichkeit und wurde unter den Fluch des Todes gestellt. Erst durch Jesus Christus kann er wieder zu dieser Bestimmung zurückkommen: Joh 10,10b "Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen." Joh 14,19b "Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben." In der Sehnsucht des Menschen nach Leben liegt einer der besten Anknüpfungspunkte für unsere Evangelisationsarbeit. Nicht nur Worte, sondern auch ein mit Christus erfülltes Leben ist als Zeugnis gefordert! 2.Kor 5,15 "Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist."

III. Kapitel: Die Natur des Menschen

Nachdem wir uns im letzten Kapitel mit dem "Wie" und "Wozu" der Erschaffung des Menschen beschäftigt haben, wollen wir nun nach der "Natur" des Menschen fragen. Welchen Bauplan legte Gott der Erschaffung des Menschen zugrunde?

ILLUSTRATION: Wir können unser Vorgehen mit dem eines Architekten vergleichen. Zunächst haben wir über die Gesamtansicht, die groben Umrisse des Baues nachgedacht. Natürlich kam die Zweckbestimmung des Baues zur Sprache (handelt es sich um eine Brücke, ein Wohnhaus oder ein Schwimmbad?). Doch nun werden die detaillierteren Pläne studiert. Was für eine Hausart soll entstehen (Reihenhaus, Einfamilienhaus, Hochhaus oder Chalet)? Und vor allem: Welche Baustoffe finden Verwendung (Stein, Beton, Stahl, Holz)? Im Schöpfungsbericht wird uns gesagt, daß Gott den Menschen "zu seinem Bilde schuf, zum Bilde Gottes schuf er ihn" (1.Mose 1,27). Der Mensch sollte kein "Phantasieprodukt" werden, sondern er hatte ein Vorbild: Gott selbst. 1.Mose 1,26 "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, ..." Was dies für den Menschen bedeutet, wollen wir im 1. Abschnitt dieses Kapitels betrachten. Im 2. und 3. Abschnitt werden wir die "Bestandteile", die "Bausteine" des Menschen genauer untersuchen. Wie wir gesehen haben, schuf Gott den Menschen aus Erde vom Acker und Odem aus Seinem Munde. Gemäß den zwei Welten, in denen der Mensch zu leben hat, besitzt er nun eine materielle und eine immaterielle Natur. Diese Verbindung von Erde und Geist machte den Menschen zu einer lebendigen Seele - oder wir können

auch sagen: zu einer Persönlichkeit.

Das Zusammentreffen von Erde und Geist ließ den Menschen zu einer lebendigen Seele werden. Die Seele ist die Verbindung von Geist und Leib - der Vermittler zwischen beiden. Der Mensch ist ein Individuum, d.h. etwas Unteilbares. Man kann ihn nicht "zerlegen", aufteilen in Geist, Seele und Leib. Die Trennung von Geist und Leib des Menschen bedeutet Tod. Mensch und Tier unterscheiden sich von dem Rest der Schöpfung durch das "Leben". Jedoch stehen Mensch und Tier nicht auf einer Stufe. Die Bibel lehrt nirgends die Unsterblichkeit der "Tierseele". Zwar werden Tiere in der hebräischen Sprache - wie der Mensch - mit dem Wort für"Seelen" bezeichnet (1.Mose 2,19b; vgl 1.Mose 2,7); aber es handelt sich beim Tier lediglich um beseelte Materie ohne Geist. Dieser Geist (und damit auch die Andersartigkeit der Seele) ist es, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Nicht dem Grade nach, wie uns die Evolutionstheorie klarmachen möchte, sondern dem Wesen nach unterscheiden sich Mensch und Tier! Das Tier hat sogar ein anderes Fleisch (1.Kor 15,39). Mensch und Engel unterscheiden sich darin, daß Engel Geister ohne Leib sind. Sie sind ohne Geschlecht und können auch nicht sterben. Nach Ps 8,5-9 ist der Mensch zunächst niedriger als die Engel. Aber als "Kind Gottes" - und damit teilhaftig der göttlichen Natur (2.Petr 1,4) - wird der wiedergeborene Mensch einst die Engel richten (1.Kor 6,3).

1. Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen Mit Erich Sauer ("Vom Adel des Menschen" S.165) unterscheiden wir zwischen zwei Arten der Gottesebenbildlichkeit: eine anerschaffene und eine zielmäßige. Wir könnten auch sagen: Anlage und Bestimmung. In den folgenden Versen ist von der geistigen und geistlichen Veranlagung die Rede. Diese erscheint vor allem im alttestamentlichen Schöpfungsbericht und den Versen, die darauf Bezug nehmen. 1.Mose 5,1 "Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes" 1.Mose 9,6 "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht." 1.Kor 11,7 "Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz." Jak 3,9 "Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind." Im Neuen Testament geht es mehr um das Bild Gottes als die Verwirklichung der menschlichen Bestimmung. Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern." 1.Kor 15,49 "Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des

himmlischen." 2.Kor 3,18 "Nun schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." Eph 4,24 "Und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." Kol 3,10 "und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat." In unserem Heiligungsleben geht es also darum, daß wir "gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes". Von Ihm heißt es: Kol 1,15 "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung." Hebr 1,3 "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von allen Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe" a) Wesen Was beinhaltet die Gottesebenbildlichkeit, in der der Mensch erschaffen wurde? Wir fragen nach der Bedeutung, nach dem Wesen der veranlagungsgemäßen Gottesebenbildlichkeit.

(1) Persönlichkeit

Das Ebenbild Gottes, das der Mensch trägt, bezieht sich auf die Persönlichkeit des Menschen. Um 1.Mose 1,26 "... ein Bild, das uns gleich sei ..." besser verstehen zu können, studieren wir die vorhergegangen Verse 1-25: "Gott sprach" V. 3 => daher muß Gott gedacht haben! "Gott segnete" V. 22 => daher muß Gott gefühlt haben! "Gott schuf" V. 1 => daher muß Gott gewollt haben! Die einfachste Definition für "Persönlichkeit" ist die Fähigkeit zu Denken - Fühlen - Wollen Gott ist eine Persönlichkeit, denn Er kann denken, fühlen und wollen (siehe auch Theologie-Notizen: Das Wesen Gottes). "Ein Bild, das uns gleich sei", bedeutet also, daß Gott den Menschen als Persönlichkeit schuf. Adam wurde mit der Fähigkeit geschaffen, zu denken und diese Gedanken in Worten auszudrücken: 1.Mose 2,19-20 "Und Gott der Herr machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre." Adam wurde mit der Fähigkeit geschaffen zu lieben - er fühlte. 1.Mose 2,18 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin

machen, die um ihn sei." 1.Mose 2,24 "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch." Adam wurde mit der Fähigkeit geschaffen zu wollen und seinen Willen durch die Tat auszudrücken. Durch Wahl gab er seinem Willen Ausdruck. 1.Mose 3,6b "Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß." Gott ist eine Persönlichkeit. Er schuf den Menschen nach Seinem Bilde als Persönlichkeit.

(2) Gewissen Das Ebenbild Gottes, in dem der Mensch geschaffen ist, zeigt sich auch in seinem Gewissen - in seinem moralischen Bewußtsein. Im AT finden wir das Wort "Gewissen" nicht. Gottes Gesetz im AT ist absolut und detailliert. Der Mensch brauchte keine Gewissensentscheidungen zu treffen. Gehorsam war notwendig. Vielleicht wurden darum Funktionen des Gewissens dem Herzen oder den "Nieren" als dem Inneren des Menschen zugeschrieben. 1.Sam 24,6 "Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte," Ps 26,2 "Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz." Jer 20,12 "Und nun, Herr Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Laß mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich habe dir meine

Sache befohlen." Beachten wir: 1.Joh 3,19-20 "Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen, daß wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge." Manchmal werden diese alttestamentlichen Begriffe anders übersetzt: so steht in Hiob 27,6 "Gewissen" für Herz und in Spr 23,16 "Seele" für Niere. Im NT finden wir das Wort "Gewissen" (syneidesis = Mitwisser) ca. 30x. Apg 23,1 "Paulus aber sah den Hohen Rat an und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, ich habe mein Leben mit gutem Gewissen vor Gott geführt, bis auf diesen Tag." Hebr 13,18 "Betet für uns. Unser Trost ist, daß wir ein gutes Gewissen haben, und wir wollen in allen Dingen ein ordentliches Leben führen." Welche Wertmaßstäbe dem Menschen als Gottesebenbildlichkeit bei der Schöpfung mitgegeben wurden, können wir heute nur noch indirekt erschließen. Ausgangsbasis ist die durch das Heil in Christus wiederermöglichte Norm. Eph 4,24 "und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." Der Mensch war vor dem Sündenfall nicht nur unschuldig (negativ), sondern heilig (positiv). Dabei war es nicht eine vollendete Heiligkeit, sondern eine heilige Veranlagung, die sich durch Versuchungen hätte

bewähren müssen (vgl. Hebr 5,8). Wie wir noch sehen werden, ist dem Menschen durch den Sündenfall die Möglichkeit das Gute zu tun, genommen worden. Sein moralisches Wissen und Wollen sind ihm jedoch geblieben. - Zwei Komponenten des Gewissens können unterschieden werden: eine verstandesmäßige und eine gefühlsmäßige Komponente. Die erste hat unterscheidenden Charakter, d.h. sie beurteilt gewisse Handlungen, ob sie recht oder unrecht sind. Das Urteil wird dem Verstand mitgeteilt. Die gefühlsmäßige Komponente ist impulsiv, d.h. ohne verstandesmäßige Argumentation werden die Gefühle des Menschen plötzlich bejahend (positiv) oder verneinend (negativ) beurteilt.

- Urteile des Gewissens sind kategorisch, d.h. sie werden nur verkündet, nicht begründet individuell, d.h. Gewissensentscheide gelten nicht für andere unwiderruflich, d.h. es gibt keine Berufungsmöglichkeit. Dabei ist das Gewissen keine in sich geschlossene Fähigkeit wie Denken, Fühlen oder Wollen, sondern es ist mehr die Art und Weise, in welcher diese Fähigkeiten handeln. Das Gewissen wirkt sich auf jede von ihnen aus.

Das Gewissen ist der moralische Richter der Seele: Röm 2,15"Sie beweisen damit, daß in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen" Ein "gutes Gewissen" ist das Bewußtsein, daß unser Handeln der eingegebenen Norm entspricht. Ein "schlechtes Gewissen" haben wir, wenn ein Widerspruch zwischen dem moralischen Wissen und unserem Handeln besteht.

- Der Maßstab des Gewissens, die Gesetze, nach denen es unser Handeln richtet, sind nicht angeboren! Es gibt kein angeborenes absolutes Gewissen. In verschiedenen Kulturen verbreitete Grundregeln, wie z.B. "Du sollst nicht töten", sind nicht angeboren. Das Gewissen wird durch die je nach Kultur, Religion, Weltanschauung u.ä. teilweise sehr unterschiedlichen Normen- und Werteordnungen in der Umgebung des einzelnen geprägt und programmiert. Gemäß diesem Programm wird es seine Funktion wahrnehmen. So muß jeder, der sich auf sein Gewissen beruft, erklären, was für ein Gewissen er hat: ob ein christliches, islamisches, hinduistisches, konservatives, revolutionäres oder ein sonstiges Gewissen sein Handeln bestimmt. Auf diesem Hintergrund wird uns die Wichtigkeit einer biblischen Verkündigung, aber auch der an der Bibel orientierten Erziehung deutlich. Wo sie

nicht stattfindet, füllt sich das Gewissen mit Prinzipien aus dem herrschenden Zeitgeist (Humanismus, Situationsethik, Emanzipation).

- Durch die Sünde ist das Gewissen verdunkelt. Der Maßstab (s.o.) ist nicht mehr richtig. Jes 5,20 "Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!" - Das Gewissen des Gläubigen ist durch das Blut Christi gereinigt. Nun gewinnt es für den wiedergeborenen Menschen wieder eine große Bedeutung Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!" Hebr 10,22 "so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser." - Der Heilige Geist weckt das Gewissen, und fordert es zur Mitarbeit auf: Röm 9,1 "Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen

Geist," Der Heilige Geist bedient sich dabei des Wortes Gottes. Unser Gewissen muß mit dem Wort Gottes neu programmiert werden: Röm 12,2"Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene." Die Eingebungen des Gewissens dürfen nie das Wort Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes ersetzen: 1.Kor 4,4 "Ich bin mir zwar nichts bewußt, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet." - Ermessensfragen Auf viele Ermessensfragen finden Christen unterschiedliche Antworten. Man spricht hier von den Mitteldingen (Adiaphora) des Glaubens (so in Röm 14; 1.Kor 8+10). Neben anderen Kriterien erwähnt Paulus auch die Rücksicht auf die Gewissen anderer. Gewissensentscheide sind individuell, d.h. Streit über unterschiedliche Auffassungen und Entscheidungen ist fehl am Platz.

- Das Gewissen appelliert direkt an unseren Willen. Wenn sich nun der Wille der Gewissensentscheidung widersetzt, so wird es geschwächt. Erfolgt dies mehrmals, so kann das Gewissen die Fähigkeit, Befehle

zu erteilen verlieren, - es stumpft ab. Zurück bleibt jedoch das leise Gefühl eines schlechten Gewissens. Da dies auf Dauer unerträglich ist, wird es betäubt (z.B. durch Rauschmittel aller Art, Arbeitswut oder sonstige Ablenkung, aber auch durch Selbstbetrug: Verstandesargumente sollen unsere Wünsche und Triebe rechtfertigen.)

- Das krankhaft zarte Gewissen meldet sich bei jeder noch so unbedeutenden Situation. Das Leben eines solchen Menschen ist geprägt von Gewissensbissen, die sich auf die ganze Persönlichkeit auswirken können (Ängstlichkeit, Verunsicherung bis hin zu Depressionen und Todessehnsucht). Diesen Menschen kann geholfen werden, wenn wir ihnen den Maßstab Gottes klarmachen und aufzeigen, daß ihre Gewissensnot durch ihren eigenen oder von anderen aufgezwungenen Maßstab hervorgerufen wird.

- Das Gewissen ist nicht eine ursprüngliche Autorität; es weist auf etwas Höheres, als es selbst ist, hin. Es ist das "Echo der Stimme Gottes". In seiner beständigen Aufforderung, das Rechte zu tun, liefert es dem Menschen einen inneren Beweis von der Existenz und Heiligkeit eines persönlichen Gottes.

b) Folgen

Gott schuf den Menschen zu Seinem Bilde. Welche Folgen hat diese Tatsache für den Menschen?

(1) ein geschütztes Leben Tiere dürfen und sollen getötet werden, 1.Mose 9,3 "Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben." aber nicht der Mensch, der nach dem Bilde Gottes geschaffen ist: 1.Mose 9,6 "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bild gemacht." Das Leben des Menschen ist unantastbar, sowohl von ihm selbst als auch von einem anderen.

ANREGUNG: Hier liegen riesige, kontroverse Diskussionsthemen. Zum Beispiel: Todesstrafe Wehrdienstverweigerung § 218 (in D täglich über 1000 Kinder abgetrieben!) Sterbehilfe Tötung "unwerten" Lebens

(2) eine unzerstörbare Persönlichkeit Auch der Tod kann die menschliche Persönlichkeit nicht vernichten, sie bleibt über den Tod hinaus bestehen. Zwar ist der Körper des Menschen dem Tode unterworfen, aber seine Persönlichkeit, sein Ichbewußtsein bleibt ewig. Sie lebt entweder zu Gottes Ehre oder zu ihrer eigenen Schande weiter. Gott achtet Sein Ebenbild sogar in dem sündigen und verlorenen Menschen, daher lebt auch er ewig! (vgl. zu diesem Abschnitt Lk 16,19-31.)

(3) ein Herrschaftsauftrag Der "Herrscherberuf" des Menschen ist nicht etwa ein Teil der Gottesebenbildlichkeit, sondern eine Folge davon. Ps 8,7 "Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan" 1.Mose 1,28b "... und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht." (4) eine Anlage zur Gemeinschaft mit Gott und Menschen Die Gottesebenbildlichkeit ist bestimmend für die Frage, mit wem wir Gemeinschaft haben (vgl. 3.Mose 18,23). Gemeinschaft setzt immer eine Gemeinsamkeit, eine Art

Verwandtschaft voraus. 1.Mose 3,8a "Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war." So durfte und darf der Mensch mit Gott Gemeinschaft haben. Aber auch Gemeinschaft unter den Menschen war Gottes Plan und Ziel. 1.Mose 2,18 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei." Einerseits war Eva als Ebenbild Gottes geschaffen, 1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib." andererseits aber war sie "Abglanz des Mannes": 1.Kor 11,7 "Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz." Zum Schluß dieses Abschnittes über die Gottesebenbildlichkeit des Menschen wollen wir uns in Erinnerung rufen, daß das Ziel unseres Heiligungslebens die Umgestaltung in das Bild unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus ist. Darum sind wir aufgefordert, dem Heiligen Geist Raum und Freiheit zu geben, uns umzugestalten. 2.Kor 3,18 "Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie

in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." ILLUSTRATION: Diamanten strahlen nur, wenn sie richtig beschliffen sind. Hierzu wird eine "Vorlage" benutzt. Der Preis des Brillianten hängt zu einem großen Teil von dessen Schliff ab. Gottes "Vorlage" für unsere Heiligung ist Jesus Christus. 1.Petr 1,15 "sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzem Wandel." 1.Joh 2,6 "Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat." Mt 5,48 "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Lk 6,36 "Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist." In der Vollendung werden wir Ihm gleich sein: 1.Joh 3,2-3 "Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber; wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist." 2. Die immaterielle Natur des Menschen

a) Vorbemerkung Wenn wir 1.Mose 2,7 genau lesen, stellt sich uns die Frage nach der Beziehung zwischen Geist und Seele. Entstand im Zusammentreffen von Geist und Leib ein Drittes - die Seele? Oder wird die Einheit von Geist und Leib als Seele bezeichnet (die 84er Luther Übersetzung sagt "Wesen")? Wir könnten es anders ausdrücken und fragen: besteht der Mensch aus zwei (Geist-Seele und Leib) oder aus drei (Geist und Seele und Leib) Teilen? - Wenn wir sagen, der Mensch besteht nur aus zwei Teilen (Dichotomie = Zweiteilung), meinen wir, daß Geist und Seele nicht zwei getrennte Bestandteile des Menschen sind. Sie sind dann dasselbe Prinzip, von zwei verschiedenen Standpunkten aus gesehen. Geist und Seele sind dann zwei verschiedene Gesichtspunkte desselben Elements.

ILLUSTRATION: Vergleichen wir den Menschen mit einem Gebäude, so würde im Rahmen der Dichotomie ein zweistöckiges Gebäude vor uns stehen. Das Erdgeschoß steht für den Leib. Das Obergeschoß heißt, wenn ich nach unten zum Leib hin blicke "Seele", wenn ich nach oben blicke "Geist". (Achtung: Wir wollen durch die bildliche Überbzw. Unterordnung von menschlichen Bestandteilen keinerlei Wertung abgeben!)

Unterstützung findet diese Lehre scheinbar durch die Tatsache, daß "Geist" und "Seele" oftmals austauschbar gebraucht werden, so z.B. in Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten." Offb 6,9 "Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen." An anderen Stellen werden der Seele geistliche Fähigkeiten zugeschrieben: Mk 12,30 "und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften." Schließlich hat Gott selbst eine Seele. Jes 42,1a"Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat." Hebr 10,38 "Mein Gerechter wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm." - Wenn wir sagen, daß der Mensch aus drei Teilen besteht (Trichotomie = Dreiteilung), dann meinen wir, daß Geist, Seele und Leib drei verschiedene Bestandteile der menschlichen Natur sind.

ILLUSTRATION: Das Gebäude, mit dem wir den Menschen oben verglichen haben, wäre im Rahmen der Trichotomie also dreistöckig: je ein Stockwerk für Geist, Seele und Leib!

Unterstützt wird die Trichotomie des Menschen scheinbar von Stellen, die Geist und Seele voneinander unterscheiden, wie z.B.: 1.Thess 5,23 "Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus." Hebr 4,12 "Und das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens." Außer in den oben zitierten Stellen wird im NT "seelisch" 6x im niedrigeren Gegensatz zu "geistlich" gebraucht. So z.B. in 1.Kor 2,14, wo es wörtlich heißt: "Der seelische Mensch vernimmt nichts...". (vgl. auch 1.Kor 15,44+46; Jud 19; Jak 3,15 Luther '84 übersetzt jeweils mit "natürlich" oder "niedrig".)

ANREGUNGEN: In unserem praktischen Leben als Christen spielt das Thema "seelisch - geistlich" eine gewaltige Rolle: zwei entgegengesetzte Quellen unseres Lebens, entweder

unser Ich oder der Geist Gottes. (vgl. 1.Kor 3,1) Es gibt ein Mißverständnis, das darin besteht, daß wir leicht ein gefühlvolles Leben als "seelisch" und ein rational geführtes Leben als "geistlich" bezeichnen. Rational zu leben, ist genauso "seelisch", wie gefühlvoll zu leben. Es gibt Gläubige, die wenig Kenntnis von der Unterscheidung zwischen Geist und Seele haben, aber in ihrem geistlichen Leben, getrieben durch den Heiligen Geist, diesen Unterschied ausleben. Andererseits gibt es Gläubige, die den Unterschied theoretisch sehr gut kennen, aber ihn praktisch nicht ausleben. Beachten wir die Rolle des Wortes Gottes: Hebr 4,12 "... dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist,..." Wir erfassen die biblische Offenbarung über die Natur des Menschen wohl am besten, wenn wir weder an der Dichotomie noch an der Trichotomie des Menschen dogmatisch festhalten. Wir geben (nach 1.Mose 2,7) zu, daß der Mensch aus zwei Bestandteilen erschaffen wurde (Dichotomie der Substanz), halten aber gleichzeitig an einem Unterschied der drei Funktionen von Geist - Seele - Leib fest (Trichotomie der Funktion).

b) Ursprung Bevor wir die einzelnen Begriffe der immateriellen Natur des Menschen untersuchen, wollen wir kurz nach ihrem Ursprung fragen. Woher hat der heutige Mensch seine immaterielle Natur, die wir in diesem Abschnitt der Einfachheit halber mit "Seele" bezeichnen (wir passen uns somit der allgemein gebräuchlichen Wortwahl an)?

(1) biblischer Traduzianismus Die Bibel lehrt, daß die menschliche Rasse in Adam geschaffen ist und sich, was Leib und Seele betrifft, durch natürliche Fortpflanzung vermehrt. Das bedeutet, daß die Seelen seit Adam nur mittelbar von Gott geschaffen wurden. In 1.Mose 1+2 stellen wir fest, daß die Schöpfung abgeschlossen ist. Gott ist heute der Erhalter - auch der Fortpflanzung. Kol 1,17 "Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm." Hebr 1,3a "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort ..." Eine Reihe von Argumenten unterstützt diese Aussage: - Die Schrift spricht von Nachkommen, die noch in den Lenden sind: Hebr 7,9-10 "und sozusagen ist durch Abraham auch von Levi, der die Zehnten empfängt, der Zehnte erhoben worden, denn er war noch in der Lende des Vaters, als Melchisedek ihm entgegen ging." (rev. Elberfeld) - Die Frage nach der sündigen Natur eines Neugeborenen ist somit geklärt. Röm 5,12"Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben."

Ps 51,7 "Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen." - Wir lesen nur von einem einmaligen Einblasen des Odems Gottes in den Leib des Menschen. - Die Analogie mit Pflanzen und Tieren zeigt nicht Neuschöpfung, sondern Abstammung. - Die Vererbung auch geistig - seelischer Merkmale innerhalb von Familien oder Rassen ist somit geklärt. An dieser Stelle wollen wir auf das Wunder der Menschwerdung Christi hinweisen: Lk 1,35 "Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden." ANREGUNG: In der Diskussion um die Abtreibung und deren gesetzliche Regelung ging es um die Frage: "Wann beginnt der Mensch, Mensch zu sein?" Ps 139,.13-16 "Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war."

Bereits der Embryo ist eine Persönlichkeit. Vers 16 sagt aus, daß Gott bei der Zeugung (Befruchtung der Eizelle!) zugegen ist und die heranwachsende Persönlichkeit sieht. Bedenken wir von diesem Standpunkt aus die Problematik der Abtreibung und bestimmter Familienplanung, bzw. der Verhütungsmaßnahmen mit abtreibender Wirkung. (2) Irrlehren Über den Ursprung der menschlichen Seele entstanden im Laufe der Geschichte falsche Theorien. Ihnen gemeinsam ist, daß sie Gottes Offenbarung in Seinem Wort nicht beachten. Wir wollen zwei kurz ansprechen, die uns in der einen oder anderen Form heute häufig begegnen. - Die Schöpfungstheorie sagt aus, daß jede Menschenseele direkt von Gott geschaffen wird. Diese tritt dann bei der Zeugung oder bei der Geburt oder irgendwann zwischenzeitlich in den menschlichen Körper. Wir halten dagegen: Warum sündigt diese Seele? Schafft Gott sündige Seelen? Warum stimmen oftmals Kinder und deren Eltern nicht nur körperlich, sondern auch in ihren geistigen Fähigkeiten überein? Die Schöpfungstheorie stellt den Menschen in bezug auf die Fortpflanzung auf eine niedrigere Stufe als das Tier;

denn dieses zeugt Wesen seiner Art!

- Die Reinkarnationstheorie geht von der Prä-Existenz der Seele aus. Die Seele existiert schon vor der Zeugung eines Menschen und tritt dem Körper lediglich bei. Stirbt ein Mensch, so wird dessen Seele in einem neuen Körper, in einem neuen Leben wiedergeboren. Im Zeitalter von New Age findet diese aus den fernöstlichen Religionen stammende Vorstellung vermehrt Anhänger. Durch bekannte Persönlichkeiten und deren Bücher neugierig geworden, macht sich mancher auf die (okkulte) Entdeckungsreise in seine vermeintliche Vergangenheit. Wir halten dagegen: Der Reinkarnationsgedanke widerspricht den eindeutigen Aussagen der Heiligen Schrift: Hebr 9,27 "Und wie dem Menschen bestimmt ist einmal zu sterben, danach aber das Gericht" Warum ist das Wissen um angeblich frühere Leben nicht in allen Kulturen der Erde verbreitet Woher kommen die Seelen? Wo ist ihr Ursprung? Wie kamen sie unter die Sünde? ANREGUNG: Achten wir bei unserer Verkündigung, in unserem Zeugnis auf unsere Wortwahl! Eine große Zahl unserer (jüngeren) Zuhörer versteht unter der Aussage "Ich bin wiedergeboren" etwas völlig anderes als wir. Das Angebot einer "Wiedergeburt" kann mißverstanden und

muß daher näher erläutert werden! c) Geist Sowohl der griechische Begriff "pneuma" als auch das hebräische Wort "ruach" werden mit "Hauch, Windhauch, Wind" oder im übertragenen Sinne mit "Geist" übersetzt. Der Begriff "Geist" kommt in verschiedenen Bedeutungen vor:

(1) der Heilige Geist Wohl am häufigsten begegnen wir dem Begriff in bezug auf die dritte Person der göttlichen Dreieinigkeit - der Heilige Geist. Apg 2,4 "und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen." (2) die Geistwesen Geistwesen (Engel, Dämonen und Verstorbene) werden mit dem Plural ("Geister") bezeichnet. Sie sind ohne materielle Natur, also mit unseren Sinnen nicht wahrnehmbar. Hebr 1,14 "Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das

Heil ererben sollen?" Mt 8,16 "Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund," Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten" Ebenfalls nicht an einen Körper gebunden ist Gott. Von Ihm wird gesagt: Joh 4,24a "Gott ist Geist, ..."

(3) der Geist des Menschen Der Geist des Menschen ist ein Wesensbestandteil der menschlichen Natur. Der Mensch ist nicht Geist - er hat Geist! Lk 23,46 "Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er." Apg 7,59 "und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!" Der Geist steuert das Verhalten des Menschen. Er ist die innerste Instanz der menschlichen Persönlichkeit. Hier finden wir die Motivation des Menschen - seine Beweggründe. Ps 51,14 "Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus." Jes 29,24"Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, ..."

Ps 77,7 "Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muß forschen." Zudem ist unser Geist Sitz der Gemeinschaft mit Gott: Röm 1,9 "Denn Gott ist mein Zeuge, dem ich in meinem Geist diene am Evangelium von seinem Sohn, daß ich ohne Unterlaß euer gedenke" Röm 8,15-16 "Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind." ZUSAMMENFASSUNG: Der Geist ist die Quelle und der Sitz des menschlichen "Innenlebens". Er ist das belebende und bewegende Prinzip der menschlichen Persönlichkeit. ANREGUNGEN: Nach Watchman Nee ist es möglich, daß der Geist drei Funktionen hat: - Sitz des Gewissens (Ps 51,12; Röm 8,16) - Sitz der Intuition (Röm 1,19-21) - Sitz der Gemeinschaft mit Gott (Röm 1,9; Röm 8,15) In der Umgangssprache ist Geist auch Sitz der schöpferischen Intelligenz eines Menschen. Davon abgeleitet ist der Begriff "geistreich". Ebenfalls mit

"Geist" bezeichnet man die Ausrichtung, die Stimmung, das innere Wesen eines Buches, Manifestes, Gesetzes usw... d) Seele Das Studium des Begriffes "Seele" wird dadurch erschwert, daß in der Luther-Übersetzung die hebräischen und griechischen Wörter für Seele (nephesch, psyche) auch ihrem jeweiligen Verständnis nach mit "Herz" oder "Leben" übersetzt wurden. Durch das Einblasen des Odems Gottes in den Leib des ersten Menschen wurde ein lebendiges Wesen (wörtlich: "Seele") geschaffen (1.Mose 2,7). Der Begriff "Seele" wird in der Heiligen Schrift unterschiedlich gebraucht (s.u.). Im Blick auf die immaterielle Natur des Menschen ist sie die Vermittlerin, die Verbindung zwischen Geist und Leib. Was der Geist anregt, übermittelt sie dem Leib zur Ausführung. Andererseits gibt sie Eindrücke, die der Leib aufnimmt, an den Geist weiter. Als Verbindung von Geist und Leib besitzt die Seele eine zweifache Lebenssphäre. Einmal kann sie auf das irdische Leben ("Leben im Fleisch") ausgerichtet sein, zum andern aber auch auf Gott hin ("Leben im Geist"). 5.Mose 6,5 "Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Kraft." (1) allgemein: das Leben

Seele wird vielfach mit "Leben" wiedergegeben. 3.Mose 17,11 "Denn des Leibes Leben ist im Blut, und ich habe es euch für den Altar gegeben, daß ihr damit entsühnt werdet. Denn das Blut ist die Entsühnung, weil das Leben in ihm ist." Mk 10,45 "Denn auch des Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." (2) der ganze Mensch Mit "Seele" wird der ganze lebendige Mensch (als Einheit von Geist und Leib) bezeichnet (im folgenden werden die deutschen Begriffe, die das jeweilige Wort für "Seele" wiedergeben hervorgehoben): 1.Mose 2,7 "Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen." 2.Mose 1,5 "Und alle leiblichen Nachkommen Jakobs zusammen waren siebzig an Zahl. Josef aber war schon vorher in Ägypten." Apg 2,41 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen." Seele kann aber auch einen Toten bezeichnen, so den Leichnam oder die immaterielle Natur des Verstorbenen. 4.Mose 6,6 "Während der ganzen Zeit, für die er sich dem Herrn geweiht hat, soll er zu keinem Toten gehen." Offb 6,9 "Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden

waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen." (3) der Sitz menschlicher Persönlichkeit In der Seele ist das Zentrum aller "geistigen" Aktivitäten. Sie kann denken, fühlen und wollen. Ps 103,2 "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat." Mt 26,38 "Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!" 5.Mose 14,26a"und gib das Geld für alles, woran dein Herz Lust hat, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk oder für alles, was dein Herz wünscht, ..." Deshalb ist die Seele mein "ICH". Sie ist damit Subjekt des Sündigens ("ich sündige") und Objekt der Erlösung ("Christus erlöste mich"). Hes 18,4 "Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie allein soll sterben." (rev. Elberfelder) Mt 16,26 "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?" ZUSAMMENFASSUNG: Seele meint ganz allgemein das einzelne Leben. Sie ist daher die Bezeichnung für die individuelle Persönlichkeit des Menschen. Ihre Funktion als

Verbindung zwischen Geist und Leib erfüllt sie als Sitz des "Ichbewußtseins" mit den Fähigkeiten zu denken, zu fühlen und zu wollen. e) Herz Nicht nur in der Arbeit mit Kindern, sondern auch in unserer Verkündigung oder persönlichen Evangelisation gebrauchen wir selten die Begriffe "Geist" und "Seele". An ihrer Stelle reden wir häufig von dem "Herz" des Menschen. Es ist darum erforderlich, diesen Begriff biblisch zu definieren.

(1) das Organ Nur in einigen Stellen meint der Begriff "Herz" das Organ. 2.Sam 18,14 "Joab sprach: Ich kann nicht so lange bei dir verweilen. Da nahm Joab drei Stäbe in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, als er noch lebend an der Eiche hing." (2) die Mitte Oft wird "Herz" im übertragenen Sinne gebraucht. So auch um die Mitte, den Mittelpunkt, das Innerste einer Sache zu beschreiben. Folgende Verse zitieren wir aus der revidierten Elberfelder Übersetzung: 5.Mose 4,11 "da tratet ihr hinzu und standet unten am

Berg. Der Berg aber brannte im Feuer bis ins Herz des Himmels, und da war Finsternis, Gewölk und Dunkel." Mt 12,40 "Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein." 2.Mose 15,8 "Beim Schnauben deiner Nase türmten sich die Wasser, die Strömungen standen wie ein Damm, die Fluten gerannen im Herzen des Meeres." (3) die immaterielle Natur des Menschen "Herz" kann das ganze Innere des Menschen, seine immaterielle Natur bezeichnen. 1.Petr 3,4"sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes; das ist köstlich vor Gott." 1.Sam 16,7 "Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an." - An einigen Stellen wird "Herz" als Synonym für "Geist" gebraucht. Das ist z.B. der Fall, wenn "Herz" und "Seele" klar voneinander unterschieden werden. Wir stellen fest, daß "Herz" (=Geist) immer zuerst genannt wird, weil es dann die Quelle, den Ursprung für die Seele meint. 5.Mose 6,5 "Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit

all deiner Kraft." Spr 2,10 "Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein." Mt 15,18-19 "Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung." Spr 4,23 "Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben." "Herz" kann deshalb auch Sitz des religiösen Lebens sein. Hebr 3,12 "Seht zu, liebe Brüder, daß keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott." 2.Mose 7,13 "Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der Herr gesagt hatte." Apg 16,14 "Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so daß sie darauf achtete, was von Paulus geredet wurde." Röm 10,9"Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet." Im AT gibt es, wie wir bereits gesehen haben, kein eigenes Wort für "Gewissen" - die Gewissensfunktion wird dem Herzen zugeschrieben. 1.Sam 24,6 "Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte," Sogar im NT findet sich diese Bedeutung. 1.Joh 3,19-20 "Daran erkennen wir, daß wir aus der

Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen, daß wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge." - "Herz" kann auch als Synonym für "Seele" gebraucht werden. So gebraucht, sehen wir das Herz tätig, handelnd. Wir entdecken die seelischen Funktionen Denken, Fühlen und Wollen. Spr 16,9 "Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt." Lk 2,19 "Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen." Joh 14,1 "Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!" Eph 6,22 "den ich eben dazu gesandt habe zu euch, daß ihr erfahrt, wie es um uns steht, und daß er eure Herzen tröste." Ps 20,5 "Er gebe dir alles, was dein Herz begehrt, und erfülle alles, was du vorhast!" Ps 21,3 "Du erfüllst ihm seines Herzens Wunsch und verweigerst nicht, was sein Mund bittet." ZUSAMMENFASSUNG: "Herz" bedeutet den Kern einer Sache, den Mittelpunkt, das Wesentliche. Im Blick auf die Natur des Menschen kann "Herz" den Geist, die Seele, oder beides zusammen (die gesamte immaterielle Natur des Menschen) bezeichnen.

IV. Kapitel: Der Fall des Menschen

Das Thema dieses Kapitels beeinhaltet die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Wir wollen auf das Wort Gottes hören, wie es zum "Sündenfall" kommen konnte.

1. Die Möglichkeit des Falles Adam und Eva hatten die Möglichkeit, gegen Gott zu sündigen. Aber worin bestand diese?

a) der geschlossene Bund Gott hatte mit Seinem Geschöpf, dem Menschen, einen Bund geschlossen. Dieser regelte das (Gemeinschafts-)Verhältnis zwischen Gott auf der einen und Adam und Eva auf der anderen Seite. Die Verheißung des Bundes war ewig zu leben! Gottes Ziel war ungestörte, ewige Gemeinschaft mit den Menschen. 1.Mose 2,17 "aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben." Die Bedingung des Bundes war deutlich: Völliger Gehorsam! 1.Mose 2,16-17 "Und Gott der Herr gebot dem

Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben." Die Strafandrohung für den Fall des Bundesbruchs durch den Menschen war der Tod! Wie wir später sehen werden, ist damit ein Tod in mehrfacher Hinsicht gemeint. 1.Mose 2,17b "denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben." Die einzige Möglichkeit zu sündigen, lag im Bruch dieses Bundes - im Ungehorsam dem Gebot Gottes gegenüber! Der Mensch hatte die Möglichkeit, dieses Gebot zu übertreten. Die Möglichkeit des Menschen, sich gegen Gott zu versündigen, lag im Verbot, im Gesetz Gottes, begründet. Röm 4,15b "...; wo aber das Gesetz nicht ist, da ist auch keine Übertretung." ANREGUNG: Wie gerne möchte sich der Mensch einreden, es gäbe kein Gesetz - und damit auch keine Schuld! Psychotherapeuten sehen sich oftmals vor die Aufgabe gestellt, Menschen mit angeblichen "Schuldkomplexen" zu "behandeln". In Pädagogik und Ethik wird deshalb oft ein "Gesetz" abgelehnt (vgl. "permissive Erziehung" und Situationsethik). Wie können wir in dieser Umwelt den absoluten Anspruch Gottes auf Gehorsam verkündigen? b) Hilfen, nicht zu fallen

Gottes Liebe zu Seinem Geschöpf trieb Ihn dazu, Adam zu ermutigen, Gottes Gebot nicht zu übertreten: Gemeinschaft mit Gott war die stärkste Bindung dieses Bundes - und damit die beste Voraussetzung, ihn zu erfüllen (1.Mose 2,15-16+19+21). Indem Gott Adam eine Gehilfin gab, ließ Er den Menschen nicht allein. Er sorgte für eine dem Menschen würdige und angemessene Gemeinschaft (1.Mose 2,1820). Außerdem gab Gott dem Menschen eine deutliche Warnung. Adam konnte wissen, wo die schwache Stelle in seinem Leben lag. Selbst im Verbot wollte Gott dem Menschen mehr geben als nehmen. (1.Mose 2,16-17) Der Mensch war ein vollkommenes Geschöpf (1.Mose 1,31)! Er lebte in einer vollkommenen Umwelt (1.Mose 1,31; 2,15). Und schließlich hatte der Mensch eine sinnvolle Beschäftigung und Aufgabe (1.Mose 2,15). 2. Die Versuchbarkeit des Menschen Die Fragen drängen sich auf: Warum hat Gott dem Menschen ein Gesetz gegeben, wenn er doch ohne dieses Gesetz nicht zu einem Übertreter hätte werden können? Warum hat Gott den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen überhaupt in den Garten Eden gepflanzt? Warum? Warum? Warum? Diese Fragen finden letztendlich ihre Antwort in dem von Gott geschaffenen Wesen des Menschen, in der ihm verliehenen Aufgabe und seiner Bestimmung.

a) Wesen des Menschen Gott hat den Menschen nach Seinem Ebenbild geschaffen. Deshalb besitzt der Mensch die Freiheit zur Selbstbestimmung (er ist ein sittliches Wesen). Nur wenn der freie Wille des Menschen einer beständigen Prüfung unterliegt, sich also immer wieder bewähren muß, kann aus der heiligen Veranlagung des Menschen ein heiliger Charakter werden. Ein moralisch bewährter Charakter wird gebildet, indem der Mensch fortgesetzt das Gute statt des Bösen wählt. Das Böse muß aber eine echte Wahlmöglichkeit sein, d.h. es muß auch tatsächlich gewählt werden können.

b) Aufgabe des Menschen Der Mensch erhielt von seinem Schöpfer den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. Er soll über die gesamte Schöpfung herrschen. Die moralische Vorbedingung des Herrschens ist aber Gehorsam. Autorität existiert nur unter Autorität.

c) Bestimmung des Menschen Die vornehmste Bestimmung des Menschen liegt in der Gemeinschaft mit Gott. Doch Gott wollte sich diese Gemeinschaft nicht "erzwingen". Er wollte eine Gemeinschaft der Liebe. Liebe ist jedoch nur auf

freiwilliger Basis echt. Deshalb mußte der Mensch die Möglichkeit haben, sich der Gemeinschaft mit Gott zu entziehen.

3. Der Versucher In der Geschichte von der Versuchung der ersten Menschen lesen wir zum ersten Mal in der Bibel von Satan. Als Erklärung dazu: Offb 12,9 "Und es wurde hinausgeworfen der große Drachen, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen." In Satan - damals Luzifer (Lichtträger) - dem Fürsten der Finsternis, ist die Sünde entstanden (vgl. Hes 28 und Jes 14). Seine Sünde war, ist und bleibt das "Ich will!". Die Loslösung, Auflehnung und Selbstherrschaft (kurz: die Emanzipation) ist das tiefste Wesen der Sünde. Nach Jes 14 kam Luzifer aber nicht zur Ausführung seines Wunsches, zu sein wie Gott. So trägt er ihn in den Menschen (1.Mose 3,5) hinein. So war und bleibt es in der ganzen Geschichte der Menschheit. Am Ende der Zeit wird diese Sünde im "Menschen der Bosheit" (2.Thess 2,3), in der Person des Antichristen offenbar:. 2.Thess 2,4 "Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott."

Jede vollbrachte Sünde hat ihren Ursprung in der Versuchung. Der Versucher macht sich möglichst unkenntlich. In der Gestalt der Schlange - vielleicht das schönste und klügste Tier, an dem der Mensch am meisten Gefallen hatte - tritt er an Eva heran. Bis heute wendet er die gleiche Taktik an. Er kommt in einer Gestalt, in der wir ihn am wenigsten vermuten. 2.Kor 11,14 "Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts." Mt 16,23 "Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist." Und Satan kennt genau die verwundbaren Stellen. Bei Adam und Eva war es das Gebot Gottes an Sein Geschöpf.

4. Die Versuchung In schlichten Worten beschreibt die Bibel in 1.Mose 3 das geschichtliche Ereignis. Wir betonen die Historizität dieser Verse, die nicht symbolhaft ausgelegt werden dürfen. Der Heilige Geist bestätigt den AT-Bericht vom Sündenfall auch im NT: 2.Kor 11,3 "Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus." 1.Tim 2,14 "Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen."

ANREGUNG: In 1.Mose 3 finden wir den Anfang... Vers der Versuchung 1 der Allversöhnung 4 der Sünde 6 der Selbstgerechtigkeit 7 des schlechten Gewissens 8+10 der Selbstrechtfertigung 12-13 des Fluches über die Kreatur 14+17 der mühseligen Arbeit 17-19 des Verlorenseins 23 aber auch den Anfang... der Heilsgeschichte 15 der Rettung 9 der Erlösung 21 der Hoffnung 20 Satan kennt nur eine Taktik. Sie wiederholt sich bei jeder Versuchung. Immer ist der ganze Mensch dem Angriff der Finsternis ausgesetzt - nach Geist, Seele und Leib! Satan macht den Menschen verlangend zu sein, was Gott nicht wollte, daß er sei zu wissen, was Gott ihm nicht geoffenbart hat zu haben, was Gott ihm verboten hat a) Zweifel am Wort Gottes

1.Mose 3,1 "Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?" Solange der Mensch in Gemeinschaft mit Gott lebt, kann er nicht fallen. Ps 125,1 "Die auf den Herrn hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion." Wie anders der Zweifler! Über ihn sagt der Heilige Geist: Jak 1,6b+8 "denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. [...] Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen." Der erste Schritt Satans in einer Versuchung ist daher die Trübung des Verhältnisses Gott - Mensch. Nun kann er das Mißtrauen gegen Gott in das Herz des Menschen hineinsäen. Satan hinterfragt das Wort Gottes. Statt die Versuchung zurückzuweisen oder ihr zu entfliehen, läßt Eva sich auf sie ein.

ANREGUNGEN: Warum nimmt Eva die Möglichkeit der Gemeinschaft mit Adam oder aber auch die Möglichkeit des Gesprächs mit Gott selbst nicht wahr? Wie sehen Zweifel an "Gottes Wort" (und damit Zweifel an Gott) bei uns aus? Wie erreicht der Feind bei uns die Trennung vom Worte Gottes?

b) "Nein" zum Wort Gottes 1.Mose 3,4 "Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben." Hat der Versucher es geschafft, Gottes Wort in Frage zu stellen, so sät er die Lüge in das Herz des Menschen. Ist das Bollwerk des Wortes Gottes eingerissen, kann die Lüge Satans die Wahrheit Gottes ersetzen. Joh 8,44-45 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüsten wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater der Lüge. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht." ANREGUNGEN: Satan ist der erste Allversöhner! Die Wahrheit der Worte Gottes wird relativiert und verneint. Die Bibel ist der am wenigsten gelesene Bestseller aller Zeiten. Ein "Nein" zu Gottes Wort offenbart sich in unserem Leben dadurch, - daß wir bewußt in Sünde leben! - daß wir bibelkritisch denken und handeln! - daß wir nicht glauben! c) ein Wort Satans 1.Mose 3,5 "sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr

davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist." Im Verlauf der Versuchung ist es jetzt soweit, daß Satan nicht nur das Wort Gottes anzweifelt und es verneint, sondern es ersetzt durch ein eigenes. Der Mensch ist zur Abhängigkeit - zur Hörigkeit - geschaffen. Entweder gehorcht er Gott oder dem Satan. Gehorcht der Mensch nun den Worten Satans, ist er von Gott gelöst und ein Sklave Satans geworden. Er ist gefallen. Es ist auch heute dem Menschen nicht möglich, neutral zu sein. Entweder er gehorcht Gott - oder (vielleicht unwissend) dem Teufel!

ANREGUNGEN: Gottes Wort schuf Ordnung und Leben - Satans Wort schuf Chaos und Tod! Satans Worte begegnen uns heute unter dem Deckmantel - der "neuen Moral" (besser wäre: "auferstandene Unmoral") - der Situationsethik - des "Zeitgeistes" (= Geist dieser Zeit = Fürst dieser Welt: Joh 12,31) Wie oft leben wir nach Satans Anweisungen, wenn wir sagen: - "das tun doch alle anderen auch" - aber man muß doch" - usw. ZUSAMMENFASSUNG:

Auch heute versucht der Teufel, den Halt des Menschen, Gottes Wort, anzuzweifeln zu nehmen und zu ersetzen. Wir müssen dieser Versuchung nicht erliegen. Unser Herr Jesus Christus wurde in der Zeit Seines Erdenlebens auch vom Satan versucht (Mt 4,1-11), und Er hat gesiegt! Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde." Er ließ sich auf keine Diskussion (Gedankenspiele) ein, kannte das Wort Gottes und gebrauchte es! Darum lehnen wir ein Eingehen auf die Versuchung ab, lernen das Wort Gottes auswendig und wollen es gebrauchen!

5. Der Fall 1.Mose 3,6 "Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß." In dem wohl dramatischsten Vers der Heiligen Schrift lesen wir von der Loslösung des Menschen von Gott und der damit verbundenen Versklavung des Menschen an Satan.

a) Zeitpunkt des Falles Die Frage ist: Wann ist der eigentliche Anfang bewußter Sünde? Für Eva: Wann ist Eva gefallen? War es der Augenblick, als sie die Frucht aß, oder fand der eigentliche Fall früher statt? Im Brief des Jakobus wird uns der Werdegang des Sündigens beschrieben. Jak 1,14-15 "Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod." Zuerst besteht die Lust (Begierde), die uns reizt. Wenn diese Lust empfangen, d.h. unsere Zustimmung, unser "Ja" erhalten hat, kommt es zwangsläufig zur Geburt der Sünde. Die Sünde führt zum Tod. Dies bedeutet, daß der Mensch schon vor dem Verzehr der verbotenen Frucht gefallen war.

b) Wesen des Falles Die Emanzipation (=Loslösung) von Gott war der eigentliche Fall! Die Selbstbefreiung von der Autorität Gottes führte den Menschen in neue Abhängigkeiten. Das Sich-zum-Gott-Erheben des Menschen war sein Fall. (Das Sich-zum-Menschen-Erniedrigen Gottes führte zu des Menschen Erhöhung!). Schon vor dem Verzehr der verbotenen Frucht hatten sich Adam und Eva von

Gott gelöst - sie stimmten der Lust zu. Zwangsläufig kam es dann zur Vollendung der Sünde. Die Tat (das Essen der verbotenen Frucht) war die offenbare Loslösung von Gott und der praktische Versuch des Menschen, eigene Wege zu gehen. Der Mensch wollte die Unabhängigkeit seines ICHs behaupten. In dem Bestreben, sein eigener Herr zu sein, wird er wider Willen zu einem Sklaven der Sünde und des Todes. Luther sagte zum Thema der Versuchung: "Wir können nicht verhindern, daß die Dohlen über unserem Kopf hinwegfliegen, aber wir können es wohl verhindern, daß sie auf unserem Kopf Nester bauen". Mit dem Fall ist der Mensch: getrennt von Gott! gebunden an Satan! tot! ANREGUNGEN: Warum nimmt Adam seine Rolle als Herr nicht wahr? Warum "gehorcht" er seiner Frau? Versuchen Sie, den Fall des Menschen aktuell darzustellen: etwa als Vorprogramm für eine Stunde entsprechender Thematik (Anspiel, Interview mit Herr und Frau Adam, Sonderblatt einer Zeitung, aktuelle Rundfunkmeldung) Untersuchen Sie einmal (nach 1.Mose 3) die Reaktion Gottes auf den Fall des Menschen. Der Mensch ist "nackt" - schutzlos, ungeborgen. Daraus

folgen Angst und Selbsthilfe - kurzfristige Problemlösung. Die Vorstellung von Gott ist verkümmert, Gott wird manipulierbar (man kann sich vor Ihm verstecken!)

V. Kapitel: Die Folgen des Falles

Seit dem Fall Satans stand der Mensch zwischen zwei geistlichen Mächten: Gott und Satan. Der Mensch lebte als Herrscher unter einem Herrscher, frei innerhalb des Willens Gottes. Mit Gott verband ihn die Gemeinschaft der Liebe und des Vertrauens zwischen Schöpfer und Geschöpf. Aus diesem Verhältnis sollte auch der Gehorsam seinem Schöpfer gegenüber hervorgehen. In seinem von der Sünde unberührten Zustand war der Mensch "sehr gut" (1.Mose 1,31). Er mußte sich nicht für das Gute entscheiden, solange er sich nicht für das Böse entschieden hatte. Doch Satan überlistete Eva (2.Kor 11,3) - Adam sündigte. Die menschliche Vernunft ist versucht zu fragen, weshalb eine so "leichte Sünde" eine so "schwere" Strafe nach sich zog. Doch an diesem "kleinen Ungehorsam" wurde die Herzenseinstellung des Menschen offenbar. Adam sagte ein Nein zum Willen Gottes, und dieser Ungehorsam mußte bestraft werden. Schließlich hatte Gott gesagt:

1.Mose 2,17b "...; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben!" Der Mensch wußte um die Folge dieser "kleinen Sünde". Gott hatte ihn gewarnt.

1. Die Folgen für Adam Adam ist ein Sünder geworden. Er erleidet nun eine dreifache Folge des Falles:

a) Trennung von Gott 1.Mose 3,8 "Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten." 1.Mose 3,24 "Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens." Durch die Emanzipation hat sich der Mensch von Gott getrennt. Diese Trennung erfolgte sofort, denn der heilige Gott kann keine Gemeinschaft mit der Sünde haben. Die Trennung von Gott bedeutet Trennung vom Leben. Wo vorher Gemeinschaft in Liebe war, ist jetzt Furcht. 1.Joh 4,18 "sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe."

b) Bindung an Satan Der Mensch kann nicht ohne Beziehung existieren. Trennt er sich von Gott, so bindet er sich an Satan. Freiwillig hat er sich unter die Kontrolle Satans begeben, nun wird er rechtmäßig von ihm gehalten und beherrscht. Joh 8,34 "Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht." Röm 6,16"Wißt ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müßt ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?" 2.Petr 2,19 "und versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden." Joh 8,44 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüsten wollt ihr tun." c) Tod Tod ist nicht ein Ereignis, sondern ein Zustand des "Getrenntseins" (das Ereignis "Sterben" führt zur Trennung der materiellen und immateriellen Natur des Menschen: er ist "tot"). Indem Tod ein Zustand ist, ist er das Gegenteil von Leben. Durch die Sünde wurde der Mensch in seinem innersten Wesen verändert. Sünde führt zwangsläufig zum Tod:

Röm 6,23a "Denn der Sünde Sold ist der Tod; ..." Jak 1,15 "Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod." Der Zustand des gefallenen Menschen ist ein dreifacher Tod:

(1) der geistliche Tod Der geistliche (oder auch "innere") Tod bezeichnet die Trennung des Menschen von Gott, der allein das Leben ist (Joh 11,25). Dieser geistliche Tod trat bei Adam sofort ein. Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden," 1.Kor 2,14 "Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden." (2) der leibliche Tod Von Adam heißt es, 1.Mose 5,5 "daß sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb." Mit dem Fall wurde das Leben zu einem allmählichen Sterben, an dessen Ende der leibliche (oder auch "äußere") Tod steht. Geburt bedeutet nichts anderes als der Beginn des Sterbens. Krankheit, Schmerzen und Schwäche sind als Vorstufe des Todes eine direkte

Folge des Falles (vgl. Jes 53,4-5). Hebr. 9,27 "Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht" 1.Kor 15,22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, ..." Röm 8,10-11 "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt." (3) der andere Tod Der andere Tod wird nach dem großen weißen Thron einsetzen. Offb 20,14 "Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl." Auch hier ist der Tod ein Zustand - ein Zustand ewiger Trennung von Gott! 2.Thess 1,9 "Die werden Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom Angesicht des Herrn her und von seiner herrlichen Macht," 2. Die Folgen für die Menschheit In diesem Abschnitt wollen wir die Folgen des Sündenfalles für die ganze Menschheit, d.h. auch für jeden einzelnen Menschen heute, betrachten.

Röm 5,12"Deshalb wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist, und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben." Der letzte Teil des Verses "weil sie alle gesündigt haben" bezieht sich auf die Sünde Adams. Folgende Argumente machen diese Auslegung deutlich: auch Säuglinge (oder Embryonen) ohne die Erfahrung persönlicher Sünde sterben! in Röm 5,15-19 wird Urteil und Tod fünfmal auf die Sünde Adams zurückgeführt und nicht auf die verschiedenen Sünden einzelner Personen! der aktive Aspekt des Verbes ("gesündigt haben") läßt keine andere Erklärung zu! Wir sprechen in diesem Zusammenhang von der Lehre der Zurechnung. "Zurechnen" bedeutet "etwas einer Person zuzuschreiben oder anzurechnen, das ihr ursprünglich nicht eigen war". (Beispiele hierfür sehen wir in 3.Mose 7,18; 17,4; 1.Sam 22,15; 2.Sam 19,20; Ps 32,2; Phlm 17-18!). Wir meinen die Zurechnung der Sünde Adams jedem Glied der menschlichen Rasse gegenüber. Adams Sünde ist jedes Menschen eigene Sünde. Die göttliche Strafe, der Tod, liegt also über der gesamten menschlichen Rasse, weil sie mitexistierend in Adam sündigte. Wir sind für unseren sündigen Zustand voll verantwortlich.

ANREGUNG: Wir kennen drei grundlegende "Zurechnungen":

die Zurechnung von Adams Sünde der Menschheit gegenüber (Röm 5,12-21) die Zurechnung unserer Sünde Christum gegenüber (2.Kor 5,19; 1.Petr 2,24) die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi den Gläubigen gegenüber (2.Kor 5,21) Aus dem Gesagten ergibt sich, daß wir die Folgen des Falles für Adam zwangsläufig mitzutragen haben. Jeder Mensch ist von Natur aus in einem Zustand des Getrenntseins von Gott! des Gebundenseins an Satan! des Todes! Eph 2,1-3"Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern." Die Folgen dieses Zustandes sind deutlich zu bemerken:

a) für den Geist Der Geist des Menschen ist getrennt von Gott (tot). Er kann Ihn weder sehen noch hören. Daher reagiert er nicht mehr auf die Herrschaft und Führung Gottes. So wurde der Geist im Menschen vom Herrscher zum Sklaven erniedrigt.

1.Kor 2,14 "Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden." Eph 4,18 "Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens." In Röm 1,21ff wird uns die Tätigkeit dieses toten Geistes beschrieben, der sich an die Stelle Gottes eigene Götzen setzt!

b) für die Seele Da der tote Geist die Herrschaft unter Gott nicht mehr ausüben kann, ist die Seele des Menschen dem "Fleisch" überlassen.

(1) Verstand 2.Kor 4,3-4 "Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes." Eph 4,18 "Ihr Verstand ist verfinstert,..." 1.Kor 1,20-21 "Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?

Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben." Seit dem Fall ist der Verstand des Menschen verblendet. Sein Denken bewegt sich getrennt von Gott und ist gegen Ihn gerichtet. Die religiösen Anstrengungen des Verstandes führen zur Philosophie. Kol 2,8 "Seht zu, daß euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus." ILLUSTRATION: Wir können die Verbindung zwischen Gott und dem Menschen mit einem Gartenschlauch vergleichen. Durch die Sünde wurde diese Verbindung getrennt. Nun liegt der Schlauch wirr am Boden, und der Mensch ist von Gott abgeschnitten. Die Seele versucht nun, den Schlauch wieder aufzurichten, um ihn bei Gott anzuschließen. Wir wissen aber, daß sich jeder Schlauch früher oder später nach "unten" biegt, eine Verbindung mit Gott kann nicht zustande kommen. Jeder vermeindlich so erreichte Anschluß wird aus "unteren" Quellen gespeist. Jede Religion gleicht einem solchen Versuch.

(2) Gefühl

Auch das Gefühlsleben des Menschen hat sich völlig verirrt. Die Lust des "Fleisches" oder die "Selbst"liebe peitscht es auf. Es ist wie ein steuerloses Schiff diesen Wogen ausgeliefert. Röm 1,26a "Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften..." Die religiösen Anstrengungen des Gefühls führen in die falsche Mystik.

(3) Wille Der Wille ist immer auf ein Ziel ausgerichtet. Seit dem Fall des Menschen ist Gott nicht mehr das Ziel des menschlichen Willens. Er wurde Knecht des "Fleisches", schlußendlich Knecht des Teufels! 2.Tim 2,26 "und wieder nüchtern zu werden aus der Verstrickung des Teufels, von dem sie gefangen sind, zu tun seinen Willen." Eph 2,3 "Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern." Die religiösen Anstrengungen des Willens führen zur leeren Moral. Kol 2,22b-23 "Es sind Gebote und Lehren von Menschen, die zwar den Schein von Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, daß sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch."

c) für das Gewissen Das Gewissen des gefallenen Menschen ist mit gottlosen Gesetzen programmiert. Tit 1,15 "Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen." Durch diese falsche Programmierung reagiert es völlig falsch. Jes 5,20 "Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!" ANREGUNG: Beachten Sie, daß der völligen Verderbtheit des Menschen eine völlige Erlösung in Christus gegenübersteht! 2.Kor 5,17 "Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden."

3. Die Folgen für die Natur Die Natur wurde um der Sünde des Menschen willen verflucht.

1.Mose 3,14 "Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang." 1.Mose 3,17b-19 "verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden." Die Auswirkungen, die Tragweite dieses Fluches können wir uns kaum richtig bewußt machen. Die gesamte Schöpfung wurde verändert. Nicht nur die Schlange wurde in ihrem Körperbau verändert; auch manch anderer Pflanzenfresser bekam Reißzähne und einen neuen Verdauungsapparat; Viren und Bakterien wurden bösartig; nie dagewesene Krankheiten entstanden. Die Erde ist nicht mehr gesegnet, die Fülle hervorzubringen, sondern unter viel Not und Arbeit muß der Mensch ihr das zum Überleben Notwendige abtrotzen. Kurz: der Tod hielt Einzug in Gottes vollkommene Schöpfung. Kein Wunder also, daß auch die Natur unter ihrem Zustand leidet und sich nach Erlösung sehnt! Röm 8,20-22 "Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet."

Im Tausendjährigen Reich wird auch die Erde "aufatmen" und wieder die Fülle des Segens hervorbringen. Amos 9,13 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein." Jes 35,6-7 "Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnenquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen." Jes 11,6-7 "Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, daß ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder." 4. Die Folgen für Gott Der Mensch ist durch die Sünde ein anderer geworden, Gott aber blieb derselbe. Wohl mußte Gottes Zorn über die Sünde offenbar werden, aber er ist nicht etwa eine neue Eigenschaft in Ihm - sondern Äußerung Seiner ewigen, unveränderlichen Heiligkeit. Hatte sich Gott bisher als Schöpfer und Erhalter geoffenbart, so offenbarte Er sich jetzt als Richter und aus Liebe zu Seinen Geschöpfen auch als Erlöser.

Sofort nach dem Fall steht die Ankündigung von unserem Heiland Jesus Christus. Es handelt sich um die erste Evangeliumsverkündigung in der Heiligen Schrift. 1.Mose 3,15 "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." ANREGUNG: Denken Sie über weitere Folgen des Sündenfalles nach: z.B. über die Folgen für Eva spätere Sünden und deren (weitreichende) Folgen (Sprachenverwirrung in Babel, Zerstreuung des Volkes Israel) Spaltung der Menschheit in Gotteskinder und Teufelskinder unser persönliches Leben (Heiligung) VI. Kapitel: Die Sünde

In diesem Kapitel wollen wir uns mit der Offenbarung Gottes über die "Sünde" befassen, der sogenannten Hamartiologie (das griechische Wort "hamartia" ist der meistgebrauchte biblische Begriff für Sünde). Wenn wir uns mit diesem Thema beschäftigen, muß uns bewußt bleiben, daß der heilige Gott Sünde haßt - aber Sünder liebt. Gott nimmt Sünde ernst. Sein Sohn kam in

diese Welt, lebte in sündiger Umgebung und starb schließlich für unsere Schuld am Kreuz. Kein anderes Opfer war groß genug, um unsere Schuld zu tilgen.

1. Die Tatsache der Sünde Es geht in unserem Dienst nicht darum, Sünde im Leben anderer nachzuweisen. (Dies ist eine Aufgabe des Heiligen Geistes: Joh 16,8-9) Gerade in der persönlichen Evangelisation verrennen wir uns so in sinnlose Diskussionen. Die Sünde im Leben eines jeden Menschen ist eine Tatsache. Wenn wir das Wort Gottes, Seine Person und Seinen Maßstab verkündigen, wird eine Folge davon sein, daß die Menschen ihre Sünde und Sündhaftigkeit erkennen.

a) sie wird von Gott festgestellt Gott sagt in Seinem Wort eindeutig, daß jeder Mensch ein Sünder ist. Hiob 14,4"Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer!" Ps 14,3 "Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." Röm 3,22b-23 "Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten," Gott bedient sich vielfach einer Bildersprache, um dem Menschen seine Sünde und deren Auswirkung

aufzuzeigen. Jes 1,5b-6 "Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt. Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an euch, sondern Beulen und Striemen und frische Wunden, die nicht gereinigt noch verbunden noch mit Öl gelindert sind." Ein besonders deutliches Bild für die Sünde ist der Aussatz. Ansteckend und todbringend führte er den Befallenen in Absonderung und Trennung. 3.Mose 13,45f "Wer nun aussätzig ist, soll zerrissene Kleider tragen und das Haar lose und den Bart verhüllt und soll rufen: Unrein, unrein! Und solange die Stelle an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen, und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein." Jes 59,2 "sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet." Eine Rückkehr in die Gemeinschaft der Gesunden war nur nach einem Opfer und der Begutachtung durch einen Priester möglich! (Studieren Sie 3.Mose 13-14) Welch ein passendes Bild für den "Aussatz" in unserem Leben. Doch noch mit anderen Bildern wird uns die Sünde klar vor Augen geführt. Z.B.: Spr 5,22 "Den Gottlosen werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden." Jer 5,25 "Aber eure Verschuldungen verhindern das, und eure Sünden halten das Gute von euch fern." Jes 1,18 "So kommt denn und laßt uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot

ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden." b) sie wird offenbar in Gottes Gegenwart In der Gegenwart Gottes kann keine Sünde verborgen bleiben. Wann immer Er sich in Seiner Heiligkeit offenbart, tritt der unheilige Zustand des Menschen ins Licht. Wer Ihm begegnet, wird von seiner eigenen Sündhaftigkeit überführt. Wir führen nur einige Stellen an: Jakob Hiob David Jesaja Petrus Samariterin Pharisäer 1.Mose 32,11 Hiob 40,4-5; 42, 4-5 Ps 32,5 Jes 6,5 Lk 5,8

Joh 4,16-18+29 Joh 8,7-9

ANREGUNG: Bis heute beschreiben wir in unseren Bekehrungszeugnissen unser Leben vor der Begegnung mit Gott, die Begegnung mit Gott (Bekehrung und Wiedergeburt) und schließlich das neue Leben in Ihm. c) sie wird offenbar durch das Gesetz Das Gesetz ist wie ein Spiegel, in dem der Mensch seine wahre Natur erkennen kann. Röm 3,20"Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." Röm 7,7-8 "Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren!' Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot." Gott gebrauchte das Gesetz, dem Menschen seinen verlorenen Zustand und seine Unfähigkeit, aus eigener Kraft recht zu leben, deutlich zu machen. Röm 5,20"Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die

Gnade noch viel mächtiger geworden," Röm 7,13"Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot." Vgl. auch Gal 3,19. Das Gesetz beweist dem Menschen seine völlige Verderbtheit. Röm 7,13"Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot." Außerdem fordert es seine Verurteilung, ja, es verurteilt ihn zum Tode. Gal 3,10 "Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: 'Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue!'" Röm 7,10"ich aber starb. Und so fand sich's, daß das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war." d) sie wird vom Gläubigen bekannt Der Gläubige weiß um die Realität der Sünde in seinem Leben. Röm 7,18-20 "Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in

meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt." Luther sagte: "Ich bin mehr über mein eigenes Herz erschrocken als über den Papst mit allen seinen Kardinälen"! Wer viel von Gott weiß - weiß auch viel über sich selbst. Wahre Gotteserkenntnis führt immer zu wahrer Selbsterkenntnis. Doch hat gerade der Gläubige ein großes Vorrecht. Jederzeit hat er die Gelegenheit, seine Schuld zu bekennen und das Geschenk der Vergebung zu erfahren. 1.Joh 1,9 "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns alle Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." Merken wir uns: Ein Bekenntnis meiner Sünde macht mich nie schlechter als ich bin!

e) sie wird von der Natur bestätigt Schon ein oberflächlicher Blick in die Natur belehrt uns, daß sie von Tod und Vergänglichkeit beherrscht wird. Die Sünde des Menschen ist die Ursache, daß die gesamte Schöpfung verflucht wurde. 1.Mose 3,17b "verflucht sei der Acker um deinetwillen!"

Röm 8,20"Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung;" ZUSAMMENFASSUNG: Die Bibel ist voll von der Tatsache der Sünde. Wie eine schwarze Linie kann sie von 1.Mose bis Offenbarung gezogen werden. So finden wir in vielen Biographien der Heiligen Schrift das Bekenntnis: "Ich habe gesündigt!". der verstockte Pharao der ungehorsame Achan der verworfene Saul der bußfertige David der geprüfte Hiob der Verräter Judas der verlorene Sohn der Apostel Paulus 2.Mose 9,27 Jos 7,20 1.Sam 15,30 2.Sam 12,13 Hiob 42,6

Mt 27,4 Lk 15,21 1.Tim 1,15 Nur einer konnte sagen: Joh 8,46a "Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen?" Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde." So konnte Jesus Christus zu unserem Stellvertreter werden.

2. Die Sünde ("Erbsünde") Wir müssen zwischen Sünde und Sünden unterscheiden! Sünde ist Charakter Sünde ist Mittelpunkt Sünde ist Wurzel Sünde ist Quelle Sünde ist Ursache Sünde ist, was wir sind

Sünden sind Betragen Sünden sind Umkreis Sünden sind Früchte Sünden sind Ausfluß Sünden sind Wirkung Sünden sind, was wir tun (aus Ruth Paxson: Leben im Geist, S. 71)

a) Definition Unter der Sünde ("Erbsünde" oder auch "sündige Natur" genannt) verstehen wir unseren Zustand, nicht unser sündiges Tun. Es handelt sich um die sündige Natur, die wir von unseren Eltern geerbt haben, darum auch der Begriff "Erbsünde". Eph 2,3 "Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern." Durch Adam kam die Sünde in die Welt (Röm 5,12). Seinen Sohn zeugte er "nach seinem Bilde" (1.Mose 5,3; 1.Kor 15,49). Da Adam der Stammvater aller Menschen ist (Apg 17,26; Röm 5,12), bin auch ich "als Sünder geboren" (Ps 51,7). Die Folge (Strafe) unseres sündigen Zustands ist die

Trennung von Gott (der "geistliche" Tod) schon zu unseren Lebzeiten (Eph 2,1-3). Hält dieser Zustand unser ganzes Leben an, so folgt der "zweite" Tod (Offb 20,11-15).

b) Wesen Was ist "Sünde"? Wir wollen anhand dreier Schriftaussagen, die alle einen wichtigen Aspekt enthüllen, das Wesen der Sünde definieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begriffe: "Los", "Gegen" und "Ich"! Wir sprechen über die Gesetzlosigkeit, die Auflehnung gegen Gott und die Ichhaftigkeit.

(1) Gesetz"los"igkeit 1.Joh 3,4 "Jeder, der Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit." (EÜ) Sünde ist "Gesetzlosigkeit". Das Gesetz ist Ausdruck des Willens Gottes - Sünde ist demnach ein Mangel an Übereinstimmung mit dem Willen Gottes (=Gesetz Gottes). 2.Thess 2,8 "dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft;" (EÜ) Tit 2,14 "Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosgkeit und sich selbst

ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken."(EÜ) Der Herr Jesus, der ohne Sünde war, sagte: Ps 40,9 "Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen." Wie anders jedoch der sündige Mensch! Bei ihm sehen wir, wie das "Ich", losgelöst (=emanzipiert) von Gott (=Gesetzlosigkeit), seinen eigenen Weg geht. Jes 53,6a"Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg." ANREGUNG: Wie populär ist die Sünde gemacht worden. Bedenken wir moderne Schlagwörter und deren Konzepte wie z.B.: "wertfreies Denken" (!!) "Emanzipation von aller Autorität" "völlige Freiheit" (2) Auflehnung "gegen" Gott Sünde ist nicht nur fehlende Übereinstimmung mit dem heiligen Wesen Gottes, sondern Auflehnung gegen Gott. Schon bei der Entstehung der Sünde in Satan haben wir die Rebellion gegen Gott gesehen (Jes 14, 13-14). Sie entsteht, wenn Autorität verachtet wird. Vom "Antichristen" heißt es: 2.Thess 2,4 "Er ist der Widersacher, der sich erhebt

über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott!" Diese Sünde hat Satan in den Menschen hineingetragen (vgl. 1.Mose 3). Darum heißt es jetzt auch vom Menschen: Röm 5,10"Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind." Röm 8,7 "Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht." Sünde ist also eine bewußte oder auch unbewußte Haltung des Menschen gegen Gott. Hören wir wieder den sündlosen Sohn Gottes: Joh 5,30 "Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat." Mt 26,39 "Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!" ANREGUNG: Wir stellen fest, daß Auflehnung und Rebellion in unserer Gesellschaft immer wieder als positives Erziehungsziel (Ideal) dargestellt wird. "Kritisches Hinterfragen" aller Autorität und eine Erziehung zu "mündigen Zeitgenossen" manipulieren bereits unsere

Kinder in diese Richtung! - Frankfurter Schule! (3) "Ich"haftigkeit Sünde ist "Ichhaftigkeit", d.h. die Wahl meines "Ichs" an die Stelle Gottes. Statt Gott im Zentrum seines Lebens zu haben, hat der sündige Mensch sich selbst zum Zentrum. Anstatt sich um Gott zu drehen - dreht er sich um sich selbst. Alle Aspekte des Wesens der Sünde (Gesetzlosigkeit, Auflehnung gegen Gott und Ichhaftigkeit) sind einzelne Facetten; sie gehören alle zwangsläufig zusammen. Nach der Loslösung von Gott, der Feindschaft gegen Gott sehen wir nun den innersten Kern der Sünde. Das Ziel: das "Ich" des Menschen wird zu seinem neuen "Gott". Nicht das "Ich" ist die Sünde - sondern dessen Loslösung von Gott. Dieses "Ich" zum "Gott" (besser "Götzen"!) setzen, ist die Sünde Satans und des Menschen. Sie hat sich bis heute nicht verändert. Jes 14,13-14 "Du aber gedachtest in deinem Herzen: 'Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten." 1.Mose 3,5 "sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist." 2.Tim 3,2 "Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos," Wörtlich übersetzen wir den ersten Teil von 2.Tim 3,2

mit: "sich selbst Liebende"! Für den Gläubigen gilt ein anderer Maßstab. Er lebt nicht mehr für sich, sondern für seinen Herrn. Das ist wahre Heiligung. 1.Kor 6,19-20 "Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." 2.Kor 5,15 "Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist." Röm 14.7"Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber." Ziel unseres Heiligungsleben ist, Ihm ähnlich zu werden: 1.Joh 2,6 "Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat." Von Ihm, dem sündlosen Sohn Gottes heißt es: Joh 7,18 "Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm." Röm 15,3"Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: 'Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.'" So kennt der Gläubige nur ein Ziel: Joh 3,30 "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen."

ANREGUNGEN: In unserer Gesellschaft wird das "Recht auf Selbstentfaltung" propagiert. Bis in unsere evangelikalen Kreise hinein reichen diese Einflüsse. Nur die Vokabeln ändern sich. So spricht man von dem "Doppelgebot"; oder auch davon, daß man, bevor man andere lieben kann, erst sich selbst lieben lernen muß. Überprüfen wir unser Leben / unsere Einstellung im Lichte der Bibel: - zu Autorität (Hinterfragen, eigener Maßstab/Urteil) - zum Anspruchsdenken (Erwartungen an die Gemeinschaft, Verantwortungs-losigkeit) - zum Dienst (Profilierungschance, gegen lebenslangen Verzicht) - zur Selbstverwirklichung (Selbstbeobachtung, sich selbst für wichtig nehmen [Kult der Betroffenheit]) - zu Reizbegriffen wie z.B.: Qualifikation und Leistung, Unterordnung und Gehorsam Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wer sich hinter dem allseits beschworenen "Zeitgeist" verbirgt? (Eph 2,2) Beliebte Schlagwörter unserer Zeit könnten wir im Lichte der Offenbarung Gottes auch anders ausdrücken, z.B. so: Selbstverwirklichung = Götzendienst Emanzipatorische Erziehung = Anstachelung zur Sünde wertfreies Denken = Gesetz"los"igkeit antiautoritäre Erziehung = Erziehung gegen Gott (Autoritätsquelle) c) Sitz

Röm 7,18"Ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt." Mt 15,18-19 "Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung." Die Sünde wohnt in meinem "Fleisch" (= meine gesamte gefallene Natur). Auch der wiedergeborene Mensch hat sein "Fleisch" noch in sich, daher hat auch er die Sünde noch in sich. 1.Joh 1,8 "Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns." Im Gegensatz zu dem Ungläubigen muß der wiedergeborene Mensch kein Sklave der Sünde mehr sein. Durch den Geist Gottes, den wir bei der Wiedergeburt empfangen haben, können wir ein neues Leben leben. Wenn der Gläubige sündigt, sündigt er freiwillig! Röm 8,13"Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben." d) Auswirkung Die Auswirkung der Sünde ist die totale Verderbtheit der menschlichen Natur. Geist, Seele und Leib sind von der Sünde und ihrer Folge, dem Tod, ergriffen. Es ist kein "guter Kern", kein "göttlicher Funke" im Menschen vorhanden. Das Zeugnis des Wortes Gottes über die

totale Verderbtheit des Menschen lautet: 1.Mose 8,21 "Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe." Jes 1,5b-6 "Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt. Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an euch, sondern Beulen und Striemen und frische Wunden, die nicht gereinigt noch verbunden noch mit Öl gelindert sind." Röm 7,18"Ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt." Jedes Pädagogikkonzept, jede Ideologie oder Religion der Menschen - wenn von einem guten Kern im Menschen ausgegangen wird - irrt sich! Sie sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wegen dieser völligen sündigen Verderbtheit sind wir "Kinder des Zorns" (Eph 2,3), d.h. Objekte des Zornes Gottes.

Die innewohnende Sünde: - macht den Menschen nicht nur unfähig, das Gute zu tun, Mt 7,18 "Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen." Röm 8,7-8 "Denn fleischlich gesinnt sein ist

Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen." Vgl. auch Röm 7,17-20. - sondern beherrscht den Menschen und treibt ihn dazu, das Böse zu tun! Röm 5,21"damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unserm Herrn." Röm 6,12"So laßt nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam." Röm 7,20"Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt." Nun werden wir immer wieder mit ungläubigen Menschen konfrontiert, die doch offensichtlich "Gutes" vollbringen. "Gutes tun" muß aber immer am Maßstab der Heiligkeit Gottes gemessen werden. "Relativ gut", d.h. im Vergleich zu anderen Menschen, ist zu wenig. Niemand kann sich durch relativ gute Taten das Heil verdienen!

ILLUSTRATION Folgende Illustration stammt aus Charles C. Ryrie: Basic Theology, Victor Books, S. 219 "Schnittblumen illustrieren gut Menschen, die zwar Gutes tun, aber nichtsdestoweniger geistlich tot sind. Ist die Blüte, wenn sie von der Pflanze abgeschnitten

wurde, lebendig oder tot? Zunächst ist sie hübsch und duftet gut und in Verbindung mit anderen Schnittblumen kann sie das schönste Haus, eine Kirche oder einen gesellschaftlichen Anlaß schmücken. Sie scheint lebendig zu sein, sie ist nützlich - aber sie ist in Wirklichkeit tot, da sie vom Leben der Pflanze, die sie hervorbrachte, getrennt wurde."

e) Erkenntnis

(1) bewirkt durch den Heiligen Geist Wie schon früher bemerkt, wollen wir nicht Sünde im Leben anderer nachweisen. Wir verkündigen das Wort Gottes und damit den unfehlbaren, heiligen Maßstab, mit dem Gott uns Menschen mißt. Sünde(n)erkenntnis wird vom Heiligen Geist bewirkt: Joh 16,8 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht;" (2) verdeutlicht durch das Gesetz Da die Sünde in mir ein Zustand ist, muß es etwas geben, was sie sichtbar macht. Diese Rolle fällt dem Gesetz zu. Röm 7,7 "Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte

ich nicht außer durchs Gesetz." Vgl. Röm 3,20. Das Gesetz bringt die Sünde nicht hervor, sondern deckt sie nur als schon vorhanden auf.

f) Aktivierung Durch was oder wann wird die Sünde, die in meinem Fleisch wohnt, aktiv?

(1) durch das Gesetz Röm 7,7-9 "Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren!' Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig," ILLUSTRATION: Ein Lichtstrahl, der in die dunkle Höhle eines Raubtieres fällt, schafft nicht das Raubtier. Das war schon vorher da. Der Lichtstrahl macht es lediglich sichtbar! Jedoch dient dieser Lichtstrahl auch dazu, das Raubtier aufzuwecken... Je mehr göttliches Licht (Gottes Wort =

Sein Maßstab) in mein Leben hineinleuchtet, desto mehr erkenne ich die Sünde.

(2) in der Versuchung In der Versuchung wird unser sündiger Zustand deutlich. Wir werden nie versucht, "sündig" zu werden, denn wir sind Sünder. Aber wir werden versucht zu "sündigen". Nicht der ursprüngliche, sündige Zustand soll in der Versuchung herbeigeführt werden, sondern eine sündige Handlung.

3. Die Sünden Die Sünden werden von der Sünde begangen. Röm 7,17"So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt." Das, was die Sünde in mir tut, wird in der Schrift unter verschiedenen Bildern verdeutlicht. Die hebräische und griechische Sprache verwendet verschiedene Wörter, um die Mannigfaltigkeit der Sünden zu zeigen.

a) Begriffe

(1) Zielverfehlung

Zielverfehlung ist der zuerst vorkommende Begriff für "Sünde" in der Bibel (hebr. Formen der Wurzel "chata"). 522x begegnen wir diesem Begriff im AT. Die griechische Entsprechung im NT ist "hamartia", welche 227x Erwähnung findet. Die LXX übersetzt chata mit hamartia. Dies sind die häufigsten Begriffe für Sünde in der Bibel. Die Bedeutung erstreckt sich nicht nur in dem Gedanken, daß ein von Gott gestecktes Ziel verfehlt wurde, sondern auch, daß ein falsches Ziel getroffen wurde! 1.Mose 4,7 "Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie." Mt 1,21 "Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden." (2) Bosheit, Schlechtigkeit Der hebräische Begriff "raa" und die griechischen Entsprechungen "poneros" und "kakos" bezeichnen vor allem die moralischen Verfehlungen der Menschen. 1.Mose 6,5 "Als aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar," Tit 3,3 "Denn auch wir waren früher unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, waren mancherlei Begierden und Gelüsten dienstbar und lebten in Bosheit und Neid, waren verhaßt und haßten uns

untereinander." (3) Übertretung Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden," Paulus gebraucht das Wort "paraptoma" 6x in Röm 5,1520. Gottes Wille kann mit einer Grenze verglichen werden. Sünde ist, diese Grenze zu überschreiten, sie zu übertreten. Röm 4,15b "wo aber das Gesetz nicht ist, da ist auch keine Übertretung." (4) Unglaube Joh 16,9 "über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben;" Unglaube ist die Sünde, um derentwillen ein Mensch verlorengeht. Unglaube hängt eng zusammen mit dem Ungehorsam. Unglaube ist eine Beleidigung Gottes. 1.Joh 5,10 "Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn." "Unglaube ist die Verweigerung des Angebotes himmlischen Reichtums durch einen Bettler!" (Quelle unbekannt)

(5) andere Begriffe

Zu diesen oben angeführten Begriffen kommt noch eine Vielzahl einzeln aufgezählter Sünden in allen Formen und Schattierungen (vgl. Mk 7,20-22; Gal 5,19-20). Wohl die am meisten genannte Sünde in der Bibel ist der Ehebruch und die Hurerei - sowohl in bezug auf das geistliche als auch auf das moralische Leben.

ANREGUNGEN: Der Satz "Wer schläft, sündigt nicht!" ist nicht biblisch. Sünde ist auch das Nichterfüllen des Willens Gottes. Jak 4,17 "Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde." Mt 25,42 "Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben." Lk 19,23 "warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich zurückgekommen wäre, hätte ich's mit Zinsen eingefordert." Joh 15,2a "Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen;" Jak 1,22 "Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst." Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden," Hier kann auch über sogenannte "okkulte" Sünden gesprochen werden. Siehe dazu das Fach "Seelsorge". b) Unterschiede Wir unterscheiden im Alltag häufig zwischen einzelnen

Sünden. Gibt es diese Unterschiede? Was sagt Gottes Wort dazu?

(1) Sünden von verschiedenen Personen begangen Da ist zunächst der Ungläubige. Er kann aufgrund seiner sündigen Natur nur sündigen. Er lebt getrennt von Gott und unter der Herrschaft Satans. Der Gläubige, der sündigt, muß seine Sünde bekennen. 1.Joh 1,9 "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." Die Bibel kennt auch "Kollektivsünden": das Volk Israel 1.Kön 8,34 und Jes 1,4 die Gemeinde Offb 2+3 (2) Sünden an verschiedenen Personen begangen Die Sünden werden verschiedenen Objekten gegenüber begangen. Eine unbiblische Auffassung ist, daß Sünde nur in bezug auf das Verhältnis der Menschen untereinander geschieht - also nur auf der horizontalen Ebene. Gott offenbart uns, daß alle Sünden, auch die zwischen Menschen begangenen, immer eine Beleidigung Gottes und damit Sünden Gott gegenüber sind. 4.Mose 5,6 "Sage den Israeliten: Wenn ein Mann oder eine Frau irgendeine Sünde gegen einen Menschen tut

und sich damit an dem Herrn versündigt, so liegt eine Schuld auf ihnen." 3.Mose 5,21 "Wenn jemand sündigte und sich damit an dem Herrn vergriffe, daß er seinem Nächsten ableugnete, was ihm dieser anvertraut hat oder was ihm zu treuer Hand gegeben ist oder was er mit Gewalt genommen oder mit Unrecht an sich gebracht hat," 1.Mose 39,9 "er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?" Natürlich sündigen wir auch an Menschen (s.o.: 4.Mose 5,6). Darum hat auch unsere Bitte um Vergebung immer zwei Adressaten: Gott im Himmel und der Mensch, an dem wir uns versündigten. Schließlich ist da noch die Sünde an uns selbst. 1.Kor 6,18 "Flieht der Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe." Auch hier gilt natürlich das oben Gesagte. Auch Hurerei ist Sünde gegen Gott.

(3) Sünden auf verschiedene Weisen begangen Wir unterscheiden Sünden als Gedankensünden Wortsünden Tatsünden Diese Unterscheidung ist eher theoretischer Natur, erfahren wir doch in der Bergpredigt, daß in ihrem

Wesen vor Gott kein Unterschied besteht (vgl Mt 5,22). Mt 5,28 "Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen." 1.Joh 3,15a "Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Totschläger" Sünde ist und bleibt Sünde. Sie wird von Gott ernst genommen, ja, so ernst, daß Sein Sohn Sein Leben gab, um uns mit Gott zu versöhnen.

(4) Sünden, graduell unterschieden Zwischen einzelnen Sünden gibt es zwar keine Wesensunterschiede, wohl aber Gradunterschiede. Diese finden sich je nach ihrem Anlaß oder Beweggrund. So unterscheidet die Heilige Schrift zwischen Versehens- und Absichtssünden. 4.Mose 15,22 "Und wenn ihr aus Versehen eines dieser Gebote nicht tut, die der Herr dem Mose gesagt hat," 4.Mose 15,30 "Wenn aber ein Einzelner aus Vorsatz frevelt, es sei ein Einheimischer oder Fremdling, so hat der den Herrn geschmäht. Er soll ausgerottet werden aus seinem Volk;" Gradunterschiede ergeben sich auch durch das Maß an Licht, das jemand über eine Wahrheit empfangen hat. Lk 12,47-48 "Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen. Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden. Denn

wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern." 1.Tim 1,13 "mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben." vgl. auch Mt 11,21-24 und Mt 12,41-42!

ANREGUNG: Die römisch-katholische Kirche unterscheidet (unbiblisch!) zwischen "Todsünden" (bewußt und absichtlich wird ein wichtiges Gebot überschritten - der Betreffende fällt aus der Gnade und ist zur ewigen Höllenstrafe verurteilt) und "läßlichen Sünden" (entweder eine "kleinere Sache" oder unwissentlich, unabsichtlich ein größeres Gebot übertreten. Die Folge ist eine zeitliche Strafe auf Erden oder im Fegefeuer.). Auf der einen Seite werden Sünden bagatellisiert (gegen Röm 3,23); auf der anderen Seite wird das voll genügsame Opfer Christi "verkleinert" und als "unwirksam" erklärt (gegen 1.Joh 1,9)!

Exkurs: Die Evolutionstheorie Obwohl die Evolutionstheorie nicht eigentlich in das Gebiet der Systematischen Theologie gehört, wollen wir uns kurz mit ihr beschäftigen. Auf keinen Fall kann unser kleiner Exkurs eine tiefere Beschäftigung mit diesem schwierigen Thema ersetzen. Er soll lediglich

dazu dienen, sich einen Überblick über die Grundzüge dieser Problematik zu verschaffen. Für ein weiterführendes, gründliches Studium sind am Ende dieses Exkurses die Literaturhinweise gedacht. So werden wir uns nicht mit einzelnen Argumenten für oder gegen die Evolutionstheorie befassen, sondern wir betrachten kurz die "Säulen", auf denen die Theorie zu stehen meint, und geben dazu eine kurze Antwort. Wir stoßen auf die alte Taktik des Versuchers, der mit der Frage: "Sollte Gott gesagt haben?" seit Beginn der Menschheit Zweifel an der Zuverlässigkeit des Wortes Gottes, und damit Zweifel an Gott, in das Herz der Menschen trägt. Wenn wir uns mit einer Lehre des "Vaters der Lüge" beschäftigen, so wollen wir das unter Gebet und im Aufblick zu unserem Gott und Herrn tun, der allein die Wahrheit ist!

1. Die Geschichte der Evolutionstheorie Schon der griechische Philosoph Thales von Milet (ca. 640 - 545 v.Chr.) lehrte: "Alles Leben kommt aus dem Wasser." Doch es war Charles Robert Darwin (1809 - 1882), der nicht nur die einzelnen Arten in der Tier- und Pflanzenwelt beschrieb, sondern auch die Frage ihrer Entstehung stellte. Nach 2 Semestern Medizinstudium studierte er Theologie. In den Jahren 1831-36 umsegelte er mit einem bibelgläubigen Kapitän die Welt und sammelte viele Beobachtungen und Präparate. 1859 veröffentlichte er sein Hauptwerk: "Die Entstehung der Arten". Sein erklärtes Ziel war es, die Entstehung der

Arten unter der Voraussetzung, daß "es keinen Schöpfer-Gott gibt", darzulegen. Sein Buch enthält ca. 800 bedeutungsgleiche Sätze wie: "Wir können wohl annehmen" oder auch: "Es kann wohl angenommen werden". Als die Alternative zur Lehre der Bibel trat der Darwinismus den Siegeszug durch die Welt der Wissenschaft an. Ungelöste Fragen wurden totgeschwiegen oder mit Hypothesen (!) beantwortet. Unzählige Male wurden als gesicherte "Forschungsergebnisse" getarnte Theorien berichtigt oder ganz verworfen. Die Hauptfragen nach der Entstehung des Lebens sind auch heute noch ungelöst. Die heutige Wissenschaft betrachtet den Darwinismus als endgültig überholt. Da aber Schulbücher und Schullehrer der wissenschaftlichen Welt zeitlich immer hinterherhinken, ist die Evolutionstheorie nach wie vor der "intellektuelle Stolperstein" vieler Menschen.

2. Die Säulen der Evolutionstheorie Jemand hat den Prozeß der Evolutionstheorie in folgender Formel dargestellt: Evolution = Mutation + Selektion + viel Zeit Wir wollen nun diese drei wesentlichen Merkmale der Evolutionstheorie betrachten:

a) Veränderung durch Mutation Mit "Mutation" bezeichnet man plötzlich auftretende Veränderungen im Erbgefüge eines Organismus. Diese Veränderung in den Genen wird an die Nachkommen vererbt. In der Evolutionstheorie geht man davon aus, daß eine Vielzahl dieser kleinsten Veränderungen den betreffenden Organismus so verändern, daß er komplexer, also höher entwickelt wird. Die Rolle der Mutation in der Evolutionstheorie kann nicht genügend betont werden, denn allein auf diese Art und Weise sollen sich aus einer einzelnen Zelle komplexe Lebewesen wie der Mensch entwickelt haben. Dazu kommt, daß die Mutation der einzig aktive Faktor innerhalb der Evolutionstheorie ist.

b) Auswahl durch natürliche Selektion Die durch die Mutation hervorgebrachten Veränderungen werden durch die natürliche Selektion (Auslese, Auswahl) erhalten. Dabei gilt das Prinzip, daß alle "nützlichen" Veränderungen erhalten bleiben, die unbrauchbaren aber verschwinden. Schädliche Mutationen können nicht überleben, denn sie sterben im Rahmen dieser Selektion aus. Nützliche Mutationen, d.h. Mutationen, die die Komplexität eines Organismus erhöhen, verdrängen dann nach und nach die weniger entwickelten Organismen nach dem Motto: der Stärkere überlebt! Der Begriff natürliche Selektion soll darauf hinweisen,

daß diese Selektion nicht im Labor, sondern ungelenkt, ohne Eingriff von außen, in der Natur stattfindet. Es handelt sich also nicht um einen Eingriff - etwa eines Züchters.

c) Möglichkeit durch lange Zeiträume So verändert sich angeblich ein Organismus allmählich durch Mutation und Selektion von einem niedrigen zu einem höheren Organismus. Da ist es nur einleuchtend, daß dazu extrem große Zeiträume erforderlich sind. So werden heute, je nach wissenschaftlicher Schule, Zeiträume um die 10 Milliarden (10 000 000 000) Jahre angenommen.

3. Die Unmöglichkeit der Evolutionstheorie

a) der falsche Ansatz Hiob 38,4a "Wo warst du, als ich die Erde gründete?" Die Frage Gottes bleibt aktuell. Die Evolutionstheorie ist falsch und unmöglich, weil sie dem uns geoffenbarten Wort Gottes widerspricht. Wann und auf welche Weise auch immer der menschliche Verstand in der Trennung von Gott über den Ursprung der Welt nachdenkt, er muß irren. Der erklärte Versuch, eine Alternative zum Wort Gottes zu finden, endet zwangsläufig im Hören auf den "Vater der

Lüge" (Joh 8,44), Satan. Wahre Wissenschaft kann nur im ehrfürchtigen Aufblick auf Gott geschehen. Ps 111,10 " Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich." b) die zerstörende Mutation Mutationsvorgänge sind äußerst selten - und eher zerstörend als konstruktiv. Auch Anhänger der Evolutionstheorie fürchten eine Veränderung der Gene. Durch Radioaktivität verursachte Veränderungen in den menschlichen Keimzellen werden niemals als Chance gesehen, höher entwickelte Kinder zur Welt zu bringen. Die Angst vor Unfällen im Betrieb nuklearer Anlagen, oder auch die Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Röntgengeräten offenbart uns die Schizophrenie ihres Denkens. Was in der Entwicklung der Menschheit so viel "Gutes" hervorgebracht haben soll, muß jetzt unter allen Umständen vermieden werden. Wo Mutationen und Genveränderungen auftreten, z.B. bei mongoloiden Kindern, da sind die Folgen erschütternd. Einen weiteren Aspekt wollen wir noch erwähnen: Mutation kann zwar Bestehendes verändern, aber niemals eine neue Art, Gruppe oder auch nur ein neues Organ hervorbringen. Hierzu sind völlig neue Gene notwendig. Diese neuartigen Gene können jedoch nicht durch Veränderung eventuell vorhandener Gene entstehen.

c) die ungeeignete Selektion Nicht nur die Mutation, sondern auch die Selektion ist völlig ungeeignet, die ihr zugeschriebene Funktion zu erfüllen. Unser Körper besteht aus einer Vielzahl von Organen. Jedes Organ wiederum arbeitet nur im Zusammentreffen vieler Faktoren. Wenn durch Mutation in einem augenlosen Lebewesen z.B. Linsen entstünden, so sind sie ohne die anderen Bestandteile eines Auges (Tränendrüse, Tränenpunkte, Tränensack, Netzhaut, Augenlid, Bindehaut, Glaskörper, Augenmuskulatur, Sehnerven, Hornhaut, Regenbogenhaut, Gefäßhaut, Lederhaut, usw.) zunächst völlig nutzlos. Sie würden aber im Rahmen einer natürlichen Selektion wieder ausgesondert. Denn woher sollte die "Natur" auch wissen, daß im Zusammenspiel mit den anderen Bestandteilen eines Auges ein äußerst nützliches Organ entstehen könnte? Übertragen wir dieses Beispiel auf die ungleich komplizierteren chemischen Vorgänge, wie z. B. auf die Wechselbeziehungen der Hormone, so erkennen wir, daß die natürliche Selektion vollkommen ungeeignet ist, eine Höherentwicklung zu fördern oder auch nur zuzulassen. In der natürlichen Selektion wird der Tod (in milliardenfacher Form) zum Prinzip, aus dem Leben entstehen soll. Das kann nicht zutreffen. Gott hat uns geoffenbart, daß der Tod in eine intakte, bis dahin vollkommene Schöpfung eintrat. Der Tod schuf nicht das Leben, sondern er zerstörte es.

d) die Ausrede mit der Zeit Mathematisch gesehen ist die Möglichkeit, daß auch nur ein Eiweißmolekül durch Zufall entstehen kann 1 zu 10243 (dies entspricht einer 1, gefolgt von 243 Nullen!!). Der Mathematiker spricht bei solchen Wahrscheinlichkeiten davon, daß die Wahrscheinlichkeit gleich 0 ist. Das alles ist natürlich auch den im Bereich der Evolutionstheorie arbeitenden Wissenschaftlern bekannt. Sie versuchen nun, durch möglichst große Zeiträume die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen. Das hat jedoch kaum einen Einfluß, denn könnten auch einige Nullen der oben erwähnten Zahl gestrichen werden, bleibt doch die Tatsache bestehen, daß eine Theorie mit einer solch hohen Unwahrscheinlichkeit kaum "wissenschaftlich" zu nennen ist.

e) der zweite thermodynamische Hauptsatz Der zweite thermodynamische Hauptsatz besagt, daß, obwohl die im Universum befindliche Energie konstant bleibt, die nutzbare, zur Verfügung stehende Energie immer abnimmt. Das bedeutet, daß die Bewegung immer von dem Geordneten zum Ungeordneten, zum Chaos hin, stattfindet. Das Gesetz des 2. thermodynamischen Hauptsatzes widerlegt die Möglichkeit einer Evolution zum Höheren hin.

f) der Fossilienbefund Obwohl Vertreter der Evolutionstheorie uns immer wieder glauben machen wollen, daß gerade die Fossilien (lt. Fremdwörter-Duden: als Versteinerung, Abdruck o.ä. erhaltener Überrest von Tieren oder Pflanzen aus früheren Epochen der Erdgeschichte) für die Evolutionstheorie sprechen, ist das Gegenteil der Fall. Die allermeisten Fossilien können nicht im Rahmen einer allmählichen Ablagerung versteinert worden sein. Nur ein plötzliches Verschütten, ein sofortiges hermetisches Abriegeln kann ihre Entstehung erklären. Die Sintflut und ihre Folgen bietet sich dem gläubigen Wissenschaftler als Lösungsvorschlag an. Fossilien müssen in vielen Fällen interpretiert werden. Je nachdem, ob ein Wissenschaftler an die göttliche Schöpfung glaubt oder nicht, kann er zu zwei völlig gegensätzlichen, jedoch begründbaren Urteilen gelangen. Mit den Fossilien eng verbunden ist die Frage nach deren zeitlichen Einordnung. Wir wollen hier lediglich festhalten, daß nur geeichte Meßverfahren wissenschaftlich exakt sind. Eichbar sind jedoch Meßverfahren innerhalb unserer "historischen" Zeit. Alle Zeitangaben darüber hinaus sind mutmaßlicher Natur. Gerade zu diesem Bereich der Fossilien bietet die unten angeführte Literatur reiches Material. Wir wollen noch festhalten: pflanzliche Fossilien können auch im Rahmen des scheinbaren Alters der Schöpfung vorkommen. tierische Fossilien hingegen können nach dem Wort

Gottes erst nach dem Sündenfall entstanden sein! g) die ungelösten Fragen In all den Jahren intensiven Forschens über Ursprung und Entwicklung des Lebens ist es den Wissenschaftlern nicht gelungen, folgende Fragen im Rahmen der Evolutionstheorie zu beantworten: wie entstand genetische Information? wie konnte sich diese Information verändern? wie entstand "das Leben"? wo ist das Übergangsglied vom Tier zum Menschen? woher bekam der Mensch sein moralisches Bewußtsein? woher hat der Mensch sein Wissen um die Existenz eines Gottes? Diese Fragen stellt sich der Evolutionist selbst immer wieder. Aber nur Gottes Wort kann sie beantworten.

4. Die Harmonisierungsversuche mit der Evolutionstheorie Nach allem, was wir bisher über die Evolutionstheorie gesagt haben, müßte sich dieser Abschnitt über Harmonisierungsversuche eigentlich erübrigen. Doch leider versuchen auch Gläubige, den Bericht der Bibel mit den scheinbaren Erkenntnissen der Wissenschaft zu verbinden. Sprachen wir bisher über die Reinform der Evolutionstheorie, die atheistische Evolution, so wenden wir uns nun den theistischen Evolutionstheorien zu, in deren Systemen scheinbar

auch Platz für Gott ist. Es gibt in der Hauptsache zwei Harmonisierungsversuche. Die Vertreter des einen spalten die Heilige Schrift in einen zuverlässigen Teil der Heilsaussagen und einen unzuverlässigen Teil mit Aussagen im Bereich der Naturwissenschaften. Ihnen treten wir mit dem Anspruch und Zeugnis der Bibel entgegen, in jedem Wort Gottes unfehlbare und autoritative Offenbarung zu haben (s. Theologie-Notizen Bibliologie!). Die zweite Gruppe bezeichnet Gott als den Wächter über die Evolution. Er wachte über den Evolutionsvorgängen, gebrauchte gleichsam die Evolution als Mittel in Seiner Schöpfung. Der Schöpfungsbericht wird dann umgedeutet. Doch die theistische Evolution widerspricht der göttlichen Offenbarung von der Schöpfung. Gott haßt jegliche Form von Vermischung. Der Heilige Geist ermahnt uns durch Paulus, daß Licht keine Gemeinschaft mit Finsternis haben kann (2.Kor 6,14-15). Deshalb lehnen wir jeden Versuch eines Kompromisses zwischen Bibel und Evolutionstheorie ab. Zusammenfassung: Alle Versuche der Anhänger einer theistischen Evolution, den biblischen Schöpfungsbericht durch exegetische Mittel anzupassen, müssen scheitern! Gott schuf nicht durch Evolution!

ANREGUNGEN: Viele Anhänger der Evolutionstheorie bezeichnen sich als Humanisten. Dabei ist doch die Evolutionstheorie mit ihrem Prinzip der Selektion zutiefst "inhuman". Die Evolutionstheorie hinterließ nicht nur in der Naturwissenschaft ihre Spuren. Auch in den "Geisteswissenschaften" ist sie grundlegend, vor allem in den Sozialwissenschaften und der Psychologie. Die Nichtbeweisbarkeit der Schöpfung kann kein Grund sein, die Evolutionstheorie anzunehmen. Offene Fragen bleiben offen, bis man die Antwort findet.

Exkurs: Die Versuchung

1. Die Definition der Versuchung

a) positive Bedeutung Die wörtliche Bedeutung des griechischen Begriffs "peirazo" kann einmal so wiedergegeben werden: "streben, sich bemühen, etwas oder jemand auf seinen Wert hin prüfen". Offb 2,2 "Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, daß du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner

befunden," Hebr 11,17 "Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißung empfangen hatte" 1.Petr 1,6-7 "Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbar wird Jesus Christus." ANREGUNG: Luther übersetzt an ca. 10 Stellen statt mit "Versuchung" mit "Anfechtung", obwohl es im griechischen nur ein Wort dafür gibt. (Vgl. Mt 26,41 mit Mk 14,38!). Eine inhaltliche Unterscheidung zwischen Anfechtung und Versuchung ist somit nicht biblisch begründet. b) negative Bedeutung In Versuchung führen heißt aber auch: "anreizen, vom gegebenen Maßstab abzuweichen, das Ziel verfehlen". Jak 1,13 "Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand." Nun wird deutlich, warum die Heilige Schrift den Teufel "Versucher" nennt. Mt 4,1+3 "Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. [...]

Und der Versucher trat zu ihm und sprach: bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden." 1..Thess 3,5 "Darum habe ich's auch nicht länger ertragen und habe ihn gesandt, um zu erfahren, wie es mit eurem Glauben steht, ob der Versucher euch etwa versucht hätte und unsre Arbeit vergeblich würde." ANREGUNG: Eine besondere Bedeutung des Wortes Versuchung finden wir in Apg 20,19; 1.Petr 4,12-13 (vgl. auch Mt 13, 21 mit Lk 8,13): Verfolgung um des Evangeliums willen. 2. Die Zielrichtungen der Versuchung Wir erleben "Versuchungen" mit zwei unterschiedlichen Zielrichtungen:

a) positiv Da ist zum einen die Probe (Prüfung), auf die Gott einen Menschen stellt. Ihr Ziel ist die Bewährung. Jak 1,2-3 "Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wißt, daß euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld bewirkt." Hier kann man Abraham und die befohlene Opferung Isaaks als Beispiel anführen. (1.Mose 22,1) oder Hiskia (2.Chr 32,31).

b) negativ Zum anderen gibt es die Versuchung zum Bösen, mit der der Teufel versucht, Menschen zu Fall zu bringen. Ihr Ziel ist der Fall, die Sünde. Jak 1,13 "Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand." Neben der Versuchung im Garten Eden (1.Mose 3) dient die Versuchung unseres Herrn (Mt 4) als geeignetes Beispiel. Satan bedient sich verschiedener Methoden: Er setzt dem Menschen ein anderes, falsches Ziel vor Augen ("Ablenkungsmanöver") wie in 1.Kön 12,28 "Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zuviel für euch, daß ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat." Mt 4,8-9 "Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest." 1.Tim 6,9 "Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis." Er stellt den Menschen vor Schwierigkeiten und Probleme ("Knüppel zwischen die Beine"). So z.B. "Zweifel" und "Entmutigung" / "Verleumdung" in

1.Mose 3,1b "Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?" Neh 6,9 "Denn sie alle wollten uns furchtsam machen und dachten: Sie sollen die Hand abtun vom Werk, damit es nicht fertig werde. Da stärkte ich um so mehr meine Hände." Durch die Versuchung soll die Sünde in mir, meine sündige Natur aktiviert werden und tun, was sie ist. Durch die Versuchung sollen wir vom Herrn weggezogen werden. ("Los"!) 1.Mose 3,1b "Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?" zur Rebellion gegen den Herrn aufgestachelt werden. ("Gegen"!) Jak 4,4 "Ihr Abtrünnigen, wißt ihr nicht, daß Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein." zur Selbsthilfe ermutigt werden. ("Ich"!) Mk 15,30+32 "hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! [...] Ist er der Christus, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch." 3. Der Ursprung der Versuchung Neben Satan, dem Verursacher, hat die Versuchung in unserer sündigen Natur ihren Ursprung. Jak 1,14-15 "Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie

die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollbracht ist, gebiert den Tod." Die Lust fordert die Sünde heraus. Sie ist Hinweis auf die sündige Natur des Menschen: Röm 7,8 "Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot." 4. Der Sieg über die Versuchung Der natürliche Mensch (bedingt auch der fleischliche Christ) ist der Lust schutzlos preisgegeben. Röm 7,14"Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft." Der Wiedergeborene ist mit Christus gekreuzigt - das ist eine Tatsache, ob er es durch den Glauben praktisch erlebt und auslebt oder nicht! Röm 6,6 "Wir wissen ja, daß unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so daß wir hinfort der Sünde nicht dienen" Gal 5,24 "Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden." Daraus folgt die Tatsache: Röm 6,14"Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade." Im Unterschied zum Ungläubigen wird der Gläubige vor eine Wahl gestellt. Wenn ihn die Lust reizt, kann er "ja" oder "nein" sagen.

Röm 6,16"Wißt ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müßt ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit." Deshalb ruft uns Gottes Wort zu: Röm 6,19"Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden." TIP: Wie begegne ich der Versuchung praktisch? erwartend (Jak 1,2) vertrauend (Hebr 2,18; 4,15; Lk 22,31-32; 1.Kor 10,13; 15,57) glaubend (Jak 1,12): Wort (Mt 4) Blut (Offb 12,11) Herrlichkeit (Röm 8,18) Es lohnt sich, diese Verse auswendig zu lernen. So hat man sie für sich selbst, aber auch für die Seelsorge am Nächsten immer "zur Hand"!

Exkurs: Wiedergutmachung & Vergebung

1. Die Wiedergutmachung Sünde kann Sünde gegen einen Mitmenschen beinhalten. Deshalb muß die Frage der Wiedergutmachung angesprochen werden. 3.Mose 5,23 "wenn es geschieht, daß er sündigt und sich verschuldet, so soll er wiedergeben, was er mit Gewalt genommen oder mit Unrecht an sich gebracht oder was ihm anvertraut war oder was er gefunden hatte" 4.Mose 5,7-8 "Und sie sollen ihre Sünde bekennen, die sie getan haben, und sollen ihre Schuld voll erstatten und darüber hinaus den fünften Teil dazutun und dem geben, an dem sie sich verschuldet haben. Ist aber niemand da, dem man's erstatten kann, so soll man's dem Herrn geben für die Priester zusammen mit den Widder der Versöhnung, mit dem der Priester für ihn die Sühnung vollzieht." Lk 19,8 "Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück." Hes 33,14-16 "Und wenn ich zum Gottlosen spreche: Du sollst sterben! und er bekehrt sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist, - so daß der Gottlose das Pfand zurückgibt und erstattet, was er geraubt hat, und nach den Satzungen des Lebens wandelt und nichts Böses tut -, so soll er am Leben bleiben und nicht sterben, und all seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht mehr gedacht werden, denn er hat nun getan, was recht und gut ist; darum soll er am Leben bleiben."

Zur Wiedergutmachung gehört auch die Bitte um Vergebung, das klärende Gespräch mit dem Mitmenschen, an dem man schuldig geworden ist. Dies ist auch dann notwendig, wenn kein materieller Schaden entstanden ist. Aus der Zeitschrift Herold Seines Kommens (Februar 1982) entnehmen wir folgende Gedanken: Wiedergutmachung ist ein Gehorsamsakt. Wiedergutmachung erst, nachdem Gott den Weg bereitet hat. Manche Situationen erfordern fraglos sofortiges Handeln. Andere erfordern zuvor die Initiative Gottes. Überlasse Deine Sache Gott und bete! Er kann dann Umstände und Zeitpunkt fügen. Wiedergutmachung beginnt immer einseitig. Beziehe den anderen nie in die Schuld ein, weder ganz noch teilweise. Wiedergutmachung handelt von meinem Unrecht, meiner Schuld und meinem Verhalten. Es geht nicht um eine Verhandlung - sondern um ein Schuldbekenntnis. Wiedergutmachung heißt nicht "Wenn". Sie beginnt nie mit dem Satz: "Wenn ich dich beleidigt habe" o.ä.. Es heißt: "Bitte, vergib mir. Es tut mir leid, und ich bitte um Vergebung." Wiedergutmachung garantiert keine "passende" Erwiderung noch schließt sie sie aus. Du bist für die Antwort des anderen nicht verantwortlich - überlasse sie Gott. Setze niemanden unter Druck, dir die Vergebung zu gewähren. Wiedergutmachung muß sich immer mit dem Ausmaß des Vergehens decken, aber nie darüber hinausgehen. Deine privaten Sünden trage vor Gott allein. Persönliche Sünden zwischen dir und einem anderen Menschen müssen auch allein auf dieser Ebene bereinigt werden.

Öffentliche Sünden, die eine große oder eine ganze Gruppe betreffen, müssen unter Einbeziehung der Betroffenen bereinigt werden. Die Wiedergutmachung soll auch hier das Ausmaß des Vergehens decken, aber nicht darüber hinausgehen! Wiedergutmachung geschieht zur Ehre Gottes. Es geht nicht um ein "öffentliches Waschen schmutziger Wäsche", sondern um ein Zeugnis zu Gottes Ehre. TIP: In manchen Fällen ist es ratsam, erst mit einem geistlichen Seelsorger gesprochen zu haben. Besonders in Zweifelsfällen oder moralisch-sittlichen Belangen. 2. Die Vergebung Wir wollen dieses Kapitel über die Sünde beschließen, indem wir auf das Kreuz unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus blicken, 1.Petr 2,24 "der unsere Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden." Hebr 9,26 "Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben." Es folgt noch eine Zusammenstellung einiger Bibelverse über Sündenvergebung:

3.Mose 16, 7-10+20-22; 17,11 Ps 32,5; 51; 103,3-4+12 Spr 28,13 Jes 1,18; 38,17; 43,24-25; 44,22; 53,5-6 Hos 14,5 Mi 7, 18-19 Sach 3,1-7 Mt 26.28 Joh 1,29 Apg 10,43 Röm 3,25; 5,20 2.Kor 5,21 Eph 1,7 Kol 2,13-14 1.Petr 2,24 1.Joh 1,7+9; 2,1-2+12 Hebr 9,22 Offb 1,5 Ps 107,1-2 "Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich. So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat"