I. Kapitel: Einführung Gott schuf den Menschen zur Gemeinschaft mit Ihm.

Durch den Sündenfall wurde diese Gemeinschaft zerstört. Der sündige Mensch kann in der Gegenwart Gottes nicht bestehen. Gottes Gerechtigkeit fordert Strafe für die Sünde. Gleichzeitig ist Gott aber auch Liebe (1.Joh 4,16). Seine Liebe verlangt nach der Rettung des Sünders. Das Studium der Soteriologie beschäftigt sich mit der biblischen Lehre vom Heil. Unter "Heil" verstehen wir alles, was Gott unternommen hat, um die gefallene Welt zu erlösen. Im Heil ist alles eingeschlossen, was Gott tat, um das Ziel, das Er vor Grundlegung der Welt mit der Schöpfung hatte, zu erreichen. Das Heil muß von Gott annehmbar sein (damit die Gemeinschaft mit Gott wieder hergestellt ist) die Sünde und ihre Folgen (das "Unheil") beseitigen (sie trennt den Menschen von Gott!) das Todesurteil am Sünder vollstrecken (Gottes Gerichtsurteil muß vollstreckt werden!) Satan, den Urheber der Sünde, entmachten. Aus dem Studium der Anthropologie wissen wir, daß die Natur des Menschen völlig verderbt ist. Jede Reformbestrebung, diese alte, sündige Natur zu verbessern, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Jer 13,23 "Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken? So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid." Und trotzdem hat Satan, der Gründer jeder Religion,

dem Menschen immer wieder einen eigenen Weg zur "Erlösung" vorgegaukelt. Für jeden Menschen, ob reich oder arm, gebildet oder ungebildet, hält er eine passende Religion bereit (1.Mose 3,7). Sie ist aber immer eine Lüge! Joh 8,44 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm.Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge." Im Menschen, oder irgendwie vom Menschen ausgehend, findet sich kein Heil. Er ist vollkommen auf eine Erlösung von außen, ohne sein Zutun, angewiesen. Am Kreuz auf Golgatha hat Jesus Christus der Gerechtigkeit und der Liebe Gottes Genüge getan. Hier und nur hier! - findet sich das einzigartige Heil der Welt! Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden." Untrennbar ist die Verbindung zwischen dem "Heil" und dem "Heiland", der dieses Heil erwirkt hat. Sein Wesen und Werk sind die Fundamente unseres Heils. Es ist daher nicht möglich, das Heil (= Soteriologie) ohne die Person und das Werk Jesu Christi (= Christologie) zu betrachten; gleiches gilt auch für das Studium der Christologie, welche nicht von der Soteriologie zu trennen ist. Im Verlauf unserer Betrachtung der Christologie werden wir den "nahtlosen" Übergang in die Soteriologie bemerken können.

Wenden wir uns der Christologie zu! Was lehrt die Bibel über die Person und das Werk Jesu Christi? In unserer Umgebung lassen sich viele verschiedene Christusbilder finden. Für die einen ist Er ein großer Lehrer, Mystiker oder das Vorbild menschlicher Ideale schlechthin, für andere ist Er Sozialrevolutionär, politischer Parteiführer oder auch eine gescheiterte, tragische Gestalt. Doch diese Vielfalt der möglichen (falschen) Antworten ist nicht neu: Mk 8, 27b-28 "Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei? Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten." Von Anfang an war es die Taktik Satans, Jesus Christus, wie Ihn uns die Heilige Schrift offenbart, durch einen anderen, verfälschten Christus zu verdrängen. 2.Kor 11,4 "Denn wenn einer zu euch kommt und einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern!" Es bleibt das Ziel Satans, eines Tages den Antichristen (nicht einen "Gegenchristus", sondern einen "Ersatzchristus"!) an die Stelle Jesu Christi zu setzen (2.Thess 2,4; Gal 1,6-9). Diese Entwicklung schreitet fort. So veröffentlichte die Konferenz bekennender Gemeinschaften im "Informationsbrief" der Evangelischen Allianz (03.09.75) folgende Aufstellung (heute teilweise überholt):

"Wir begegnen einem anderen Jesus im Religionsunterricht der ersten Schuljahre, wenn Jesus nicht anders als jeder gläubige Christ nur aufgrund seines Glaubens als "Kind Gottes" bezeichnet wird, in vielen Predigten, wenn dort Jesus lediglich als Anwalt des Menschen oder als Parteigänger der Entrechteten gepriesen wird, in der ökumenischen Missionstheologie, wenn sie von Christus als dem redet, der 'in der Nacht der Religionen schläft', auf Kirchentagen, wenn dort das altkirchliche Christusbekenntnis lächerlich gemacht werden darf mit Worten wie: 'Die Kirche jubelte ihren Christus empor', in gruppendynamischen Sitzungen, wenn in ihnen die Gruppe die Rolle Christi als Erlöser zu spielen versucht und an die Stelle seiner Vergebung die soziale Annahme durch die Gemeinschaft tritt, in dem sich heute rasch verbreitenden 'Christomarxismus' (d.h. einer Mischung biblischer und atheistisch-marxistischer Gedanken), wenn Führer des ökumenischen Rates der Kirchen Revolutionen und Befreiungsbewegungen als Ausdruck des Erlösungswerkes Christi heute begrüßen, in religiösen Filmen, Schauspielen und Opern, wenn in ihnen Jesus als Harlekin oder Superstar maskiert wird, um mit Seiner Person Geschäfte zu machen." ANREGUNG: Die List Satans macht auch vor unserem Leben nicht halt. Beachten wir die Predigten unserer Gemeinde, die (modernen) Lieder der Sonntagsschule und

Jugendgruppe, unsere eigene Vorstellung von Jesus Christus. Werden hier nicht einseitig uns besonders bequeme Charakteristika Jesu Christi (über-)betont? (z.B.: Freund <=> Herr!) Wie wichtig ist es für uns, die wir als Gläubige und Seine Nachfolger "Christen" heißen, daß wir hier klare und biblisch begründete Aussagen über die Person und das Werk Jesu Christi geben können! Doch wollen wir uns immer vor Augen halten, daß wir auf Erden Ihn niemals in Seiner Herrlichkeit (Kol 2,2-3) völlig begreifen können. 1.Kor 13,12 "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin." II. Kapitel: Die Präexistenz Jesu Christi Wollen wir die Person unseres Herrn studieren, so schlagen wir unwillkürlich das NT auf. Die ersten Kapitel der Evangelien berichten von Seiner Geburt. Doch wer wurde geboren? Ist Seine Geburt der Anfang Seiner Geschichte oder nur ein weiteres Kapitel Seiner Biographie? Unter der Präexistenz Jesu Christi verstehen wir Seine personenhafte Existenz vor der Fleischwerdung (Geburt). Wir beginnen hier unser Studium der biblischen Aussagen über Christus, da diese Lehre heilsentscheidende Wichtigkeit besitzt. Gibt es keine Präexistenz Jesu Christi, so gibt es keine Trinität. Dann

wäre Jesus nicht Gott, sondern ein Lügner. Das gesamte Heilsgeschehen am Kreuz und Ostermorgen, unsere Errettung, beruht auf der Tatsache der ewigen Existenz Jesu Christi.

1. Die Person Jesu Christi vor Seiner Fleischwerdung a) Seine ewige Präexistenz Als unser Herr auf dieser Erde lebte, gab Er selbst immer wieder Zeugnis davon, daß Er bereits vor Seiner Geburt existierte. Joh 3,17+31 "Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. [...] Der von oben her kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über allen" Joh 6,38 "Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat." Es verwundert uns nicht, daß besonders viele dieser Verse im Johannesevangelium zu finden sind (z.B.: Joh 3,13+16; 6,33+42+50-51+58+62; 7,29; 8,23+42). Gerade das Johannesevangelium hat zum Ziel, die Gottheit unseres Herrn in besonderem Maße darzustellen. So schreibt Johannes gegen Ende seines Buches: Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen."

Doch wieweit läßt sich die Präexistenz Jesu Christi in die Vergangenheit zurückverfolgen? Joh 1,15 "Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich." Zum Zeitpunkt der Geburt Jesu war Johannes bereits 6 Monate alt (Lk 1,26)! Jesus nennt in einem Gespräch mit den Juden einen noch viel früheren Zeitpunkt: Joh 8,58 "Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich." Er sagt nicht: "war ich", sondern benutzt das präsentische "bin ich", was den schon immer anhaltenden Aspekt unterstreicht. Die Juden verstanden, daß Er sich mit dieser Aussage Gott gleichstellte (2.Mose 3,14) - in ihren Augen eine Gotteslästerung, die die sofortige Steinigung rechtfertigte (Joh 8,59). Wir finden die Existenz unseres Herrn vor der Erschaffung der Welt: Joh 17,5+24 "Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. [...] Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war." Eph 1,4 "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten;" Nur ein ewiger Gott ist Gott! Nur wenn die Präexistenz Jesu bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten zurückreicht, ist Er wirklich Gott.

Kol 1,16-17 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm." In diesen Versen lesen wir, daß alles durch Ihn geschaffen ist. Also kann Er selbst nicht erschaffen sein. Er ist ewig - ohne Anfang und Ende (Hebr 7,3). Diese wunderbare Tatsache wurde im AT verkündigt, im NT bestätigt und von unserem Herrn Jesus bezeugt: Mi 5,1 "Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist." Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." ANREGUNG: Das "Christkind in der Krippe", dem wir vor allem in der Weihnachtszeit überall begegnen, erscheint so in einem völlig neuen Licht! Der ewige Gott wird Mensch, auch und gerade in aller Schwachheit und Abhängigkeit. b) Seine Gottessohnschaft Hier stellt sich die Frage nach dem Verhältnis Jesu Christi zur ersten Person der göttlichen Trinität. Joh 3,16-17 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß

er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde." Gal 4,4 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan" Zur Zeit des Alten Testaments konnte die Bezeichnung "Sohn Gottes" auch für Menschen (2.Mose 4,22; Hosea 11,1) und für Engelwesen (Hiob 1,6) gebraucht werden. Im NT hingegen ist "Sohn Gottes" oder einfach auch "Sohn" ausschließlich der Titel unseren Herrn Jesus Christus. Gott selbst nennt Ihn so und bekennt sich öffentlich zu Ihm anläßlich Seiner Taufe (Mt 3,17) und Seiner Verklärung (Mt 17,5 und Lk 9,35).

(1) der eingeborene Sohn Die Einzigartigkeit des Offenbarungsverhältnisses Sohn - Vater wird durch den Gebrauch des Adjektives "eingeboren" betont. Joh 3,16a "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab," Noch an vier weiteren Stellen finden wir diese Aussage: Joh 1,14+18; 3,18; 1.Joh 4,9. Das Verhältnis des Herrn zu Seinem Vater ist einzigartig. Obwohl Er die Jünger beten läßt... Mt 6,9a "Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel!" ...spricht Er nie von "unserem Vater", sondern von

"meinem Vater" und "eurem Vater": Joh 20,17b "Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott!" Röm 8,16"Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Gottes Kinder sind." Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus." Er nennt uns "Brüder", wir nennen Ihn stets "Herr"! Dieses Vater-Sohn Verhältnis im Rahmen der göttlichen Trinität ist einzigartig (einzig in seiner Art). Es bezeichnet nicht ein Naturverhältnis, sondern ein dem Naturverhältnis nachgezeichnetes Offenbarungsverhältnis.

Immer wieder wurde versucht, den Beginn des Offenbarungsverhältnisses festzulegen. Doch wir halten fest: Jesus Christus wurde nicht Sohn Gottes, sondern war, ist und bleibt es immer.

ANREGUNGEN: Immer wieder werden die Geburt Jesu Christi oder Seine Taufe als Zeitpunkte für den Beginn der "Gottessohnschaft Christi" genannt. Doch Christus kam nicht, um Sohn Gottes zu werden, sondern weil Er es schon war. Und warum sollte gerade die Taufe durch Johannes Anlaß einer solchen Veränderung sein? Auch hierfür gibt es keinen Schriftbeleg!

Was bedeutet "heute" in Ps 2,7? (Vgl. Hebr 1,5; Apg 13,33; Röm 1,4) (2) der Erstgeborene Der "Erstgeborene" nahm im AT eine ganz besondere Stellung ein. So erhielt der Erstgeborene einen doppelten Anteil am väterlichen Erbe (5.Mose 21,17), auch den besonderen Erstgeburtssegen (1.Mose 27-28). Er nahm den 1. Platz ein, ihm war besondere Würde und Vorrangstellung verliehen (1.Mose 43,33; 2.Mose 4,22). So verwundert es nicht, daß auch das NT von Christus als dem Erstgeborenen spricht. Lk 2,7a "Und sie gebar ihren ersten Sohn..." Doch bezieht sich Sein Erstgeburtsrecht nicht auf Seine leibliche Geburt. der Erstgeborene der Schöpfung Kol 1,15 "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung." Hier wird das Verhältnis Jesu Christi zur Schöpfung angesprochen. Er ist derjenige, nach dem sich alles andere zu richten hat (der Erste in einer Reihe!). der Erstgeborene der Neuschöpfung Aufgrund der Auferstehung Christi finden wir: Kol 1,18b"Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei." Auch in bezug auf unser geistliches Leben ist Er der Erstgeborene: Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch

vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern." ANREGUNGEN: Es gab im AT und NT auch vor der Auferstehung Jesu Totenauferweckungen: Sohn der Witwe zu Zarpat 1.Kön 17,17-24 Sohn der Schunemiterin 2.Kön 4,18-37 unbekannter Mann 2.Kön 13,20-21 Tochter des Jairus Mt 9,18-26 Lazarus Joh 11,32-45 Doch in all diesen Fällen handelt es sich um die Wiederherstellung der sterblichen Person. Jesus Christus ist der Erste, der in einem neuen Leib, dem "Auferstehungsleib" auferstand und nicht mehr stirbt! 1.Kor 15,23 "Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören;" Studieren Sie Kol 1,16-19. Jesus Christus ist das Ziel, auf das sich alles ausrichtet - ausrichten soll. Wie wird dies in meinem Alltag deutlich? Was, wer oder wo ist mein Maßstab, der meine Lebensausrichtung bestimmt?? 2. Das Werk Jesu Christi vor Seiner Fleischwerdung Nachdem wir die Präexistenz unseres Herrn gesehen haben, fragen wir nun nach Seinen Taten, Seinem Werk in der Zeit vor Seiner Fleischwerdung.

Christus, als die 2. Person der göttlichen Trinität, hat Anteil an allen Handlungen der Gottheit. Die "Zusammenarbeit" des dreieinigen Gottes ist vollkommen: Der Wille des Vaters wird durch das Wort, den Sohn, ausgeführt und erhält sein Wesen durch den Heiligen Geist. Wir beschränken unsere Betrachtung auf diejenigen Werke, die ausdrücklich Christus zugeschriebenwerden. Christus ist Mittelpunkt des ewigen Ratschlusses Gottes Eph 1,4 "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe." "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe." Dieser Ratschluß umfaßt Erwählung, Schöpfung, Erlösung, Gericht über alle Menschen - kurz: den gesamten souveränen Willen Gottes (Eph 1,9).

a) Schöpfung Gott hat durch Jesus Christus die Welt erschaffen. 1.Kor 8,6 "so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn." Hebr 1,2 "hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat." In Hebr 1,10 wird das Psalmwort aus Ps 102,26 unmittelbar auf Christus bezogen:

Ps 102,26 "Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk." Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist." Kol 1,16-17 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm." Jesus Christus wird selbst als Schöpfer bezeichnet!

ANREGUNG: Jesus Christus- mein Erschaffer und Erlöser! Er hat wahrlich ein doppeltes Anrecht auf mein Leben (Jes 43,1)! b) Erhaltung Auch nach dem Sündenfall wurde die Schöpfung nicht sich selbst überlassen. Kein "Zufall" bestimmt ihr Schicksal, sondern Christus selbst erhält sie. Kol 1,17 "Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm." Hebr 1,3a "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort"

ANREGUNGEN: In einer Zeit wachsender Unsicherheit dürfen wir gewiß sein. Der Herr, der uns so liebt, daß er Sein Leben für uns gab - Er selbst hält alles in Seiner Hand! Jesus Christus ist auch der "Schöpfer" und "Erhalter" meines geistlichen Lebens (Phil 1,6; Hebr 12,2). c) Offenbarung Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt." Jede Offenbarung Gottes dem Menschen gegenüber geschieht durch Jesus Christus. So ist das Wort des AT Beleg für das Wirken des präexistenten Christus. 1.Petr 1,11 "und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach." Joh 1,14 "Und das Wort ward Fleisch..." Dann könnten wir viel Zeit darauf verwenden, auf die verschiedenen Theophanien (Christophanien) einzugehen. Wir wollen jedoch lediglich auf die "Eigentliche Theologie" verweisen, wo wir sahen, daß wohl fast alle Erwähnungen Yahwes mit der 2. Person der Trinität zu identifizieren sind. Nun gibt es noch eine Reihe weiterer Theophanien: dem Abraham erscheint Gott wie ein Mann (1.Mose 18,1-33), Jakob ringt mit Gott (1.Mose 32,24-32) und auch die Ältesten Israels sehen Gott (2.Mose 24,9-11). Wir haben Grund zur Annahme, daß auch der "Fürst über die Engelheere" (Jos 5,13-15) eine Christophanie ist. Prinzipiell gilt: jede sichtbare

Manifestation Gottes ist eine Christophanie. Eine besondere Rolle spielt der "Engel des Herrn" (ca. 70x im AT). Darüber, daß der "Engel des Herrn" (identisch mit "mein Engel" und "Engel Gottes") Gott ist, besteht kein Zweifel. 2.Mose 3,2+6 "Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. [...] Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen." In 1.Mose 31,11+13 sagt der Engel Gottes: "Ich bin der Gott, der..." und als solcher wird Er auch erkannt (1.Mose 16,7+13; Ri 13,21-22). Abschließend sei noch Sach 3,3-5 erwähnt, wo der Engel des Herrn Sünden vergibt (vgl Mk 2,7). Nach dem oben Gesagten steht fest: bei dem Engel des Herrn handelt es sich um eine Erscheinung Jesu Christi. Wenn wir die Handlungen des Engels des Herrn betrachten, haben wir es direkt mit Werken Jesu Christi zur Zeit des AT zu tun. Zur Zeit des Auszuges aus Ägypten stellt Er sich zwischen Ägypter und Israel (2.Mose 14,19) und geht Israel bei der Landeinnahme Kanaans voraus (2.Mose 23,20+23; 32,34; 33,2). Immer wieder in der Geschichte Israels wird deutlich: Er rettet und hilft den Gottesfürchtigen (Ps 34,8). Dies wird besonders deutlich, wenn wir Sein Handeln an Einzelpersonen betrachten. So beschützt Er Hagar und ihren Sohn (1.Mose 16,7-14; 21,17), hält Abraham von der Opferung

Isaaks zurück (1.Mose 22,9-19), beruft Mose und Gideon (2.Mose 3,1-15; Ri 6,11-24), kündigt die Geburt Simsons an (Ri 13,1-15), versorgt den erschöpften Elia (1.Kön 19,5-8), gibt Elia Anweisungen (2.Kön 1,3-15) und bewahrt die Treuen im Feuerofen sowie Daniel in der Löwengrube (Dan 3,28; 6,23). Doch auch die andere Seite muß erwähnt werden: Aufgrund der Sünde predigt Er dem Volk Gericht (Ri 2,15). Er verflucht die Einwohner Meros (Ri 5,23) und vollstreckt das Gericht an Assyrern und Israel (2.Kön 19,35; 1.Chr 21,1-30).

3. Die Sinnbilder für Jesus Christus im AT Jesus Christus ist die Erfüllung alttestamentlicher Heilsgeschichte, Verheißung und Prophetie. Lesen wir das AT nicht nur geschichtlich, sondern von der Erfüllung im NT her, so finden wir eine Vielzahl von Sinnbildern, sogenannte Typen auf Christus hin. Typologie bedeutet: "Lehre von der Vorbildlichkeit alttestamentlicher Personen und Ereignisse für das Neue Testament". Das AT bietet eine Fülle solcher Typen, die wie ein Schatten einen Körper Person und Werk Jesu Christi vorzeichnen (Kol 2,17). Gottes Plan zur Erlösung der Welt war längst vor der Fleischwerdung Christi fertig! Aus der möglichen Fülle alttestamentlicher Sinnbilder wollen wir nur einige im NT belegte erwähnen.

a) Seine Person Die Person Jesu Christi ist u.a. durch folgende Personen des AT vorgeschattet: Adam: Röm 5,14"Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte." 1.Kor 15,45+47 "Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, 'wurde zu einem lebendigen Wesen' und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. [...] Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel." Melchisedek: Hebr 7,3 "Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit." Mose: 5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen." (vgl. Apg 3,22) Joh 1,17 "Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." David: 2.Sam 7,12-13 "Und der Herr verkündigt dir, daß der Herr dir ein Haus bauen will. Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir

einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen." Lk 1,32-33 "Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben." b) Sein Werk Folgende Typen deuten auf das Werk Jesu Christi hin: Lamm: 2.Mose 12,3 "Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus." Joh 1,29 "Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!" 1.Petr 1,18-19 "denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." Opfer: Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!" Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden."

Schlange: 4.Mose 21,8 "Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben." Joh 3,14 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden." ANREGUNG: Durch die Jahrhunderte hindurch wurde die erste Verheißung des Messias (1.Mose 3,15) mehr und mehr erweitert. Wie eine sich entfaltende Knospe entsteht ein gewaltiges Bild des Messias. Jedes Buch des AT liefert dazu seinen Beitrag. 1.Mose: 2.Mose: 3.Mose: 4.Mose: 5.Mose: Könige: Sprüche: Jesaja: der Same des Weibes das Lamm

der Hohepriester der Stern aus Jakob (König) der Prophet König aller Könige Weisheit Gottes der leidende und verherrlichte Gottesknecht Versuchen Sie, diese Liste zu vervollständigen. III. Kapitel: Der Glaube

In der Buße wendet sich der Sünder von der Sünde ab im Glauben wendet er sich Gott zu. Echte Bekehrung geschieht nur dort, wo beide Elemente (Buße und Glaube) vorkommen. Ausschließlich die Antwort auf die Frage, ob der Sünder an Christus glaubt oder nicht, entscheidet über sein Heil. Hebr 11,6 "Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." Nur durch den Glauben ist es möglich, ein positives (= bejahendes) Verhältnis zu Gott zu haben.

1. Die Definition des Glaubens In Hebr 11 finden wir die Definition des Glaubens: Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." ANREGUNGEN: Studieren sie die diesem Vers folgenden Beispiele der Glaubenshelden aus dem AT. Sie illustrieren deutlich das Wesen des Glaubens. Auch in den Evangelien finden wir Vorbilder des Glaubens: Mt 8,11 "Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Mt 15,28 "Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde." Der hebräische Begriff, den wir mit "glauben" übersetzen, sowie die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes pisteuo (=> glauben) enthält die Bedeutung "vertrauen" oder auch "sich verlassen auf". Abraham, der Vater der Gläubigen, "glaubte" - und dies wird im NT an drei entscheidenden Stellen angeführt: 1.Mose 15,6 "Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." (1.mal "glauben"!)

Röm 4,3-5 "Denn was sagt die Schrift? 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden.' Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit." Gal 3,6-7 "So war es mit Abraham: 'Er hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden'. Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder." Jak 2,21-23 "Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht: 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden', und er wurde 'ein Freund Gottes' genannt." Das Wort des Herrn, auf das sich der AT-Gläubige verließ, wurde in Bethlehem Fleisch. So heißt "glauben" im NT: "sich auf die Person Jesu Christi und Sein vollendetes Werk verlassen". Daher ist Glaube kein abstrakter Begriff im Rahmen religionsphilosophischer Überlegungen, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus. Der Glaube ist somit nicht ein blindes Annehmen von vagen Angeboten. Er baut auf das sicherste Fundament, nämlich auf die Person, das Werk und das Wort Jesu Christi. Damit vertraut der Glaube dem allmächtigen Sohn Gottes. 2.Tim 1,12 "Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an

wen ich glaube, und bin gewiß, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag." Umfassend könnte man Glaube wie folgt definieren: Glaube ist die von Gott durch Sein Wort gewirkte Überzeugung und das gehorsame Vertrauen auf das in der Person und dem Werk Jesu Christi geschehene, gnädige Heilshandeln Gottes. Der Glaube legt die Hand auf das vollendete Werk Jesu Christi und eignet es sich persönlich an. Diesen Akt finden wir mit verschiedenen Bildern beschrieben - besonders im Johannes-Evangelium: Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben," Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Joh 6,54 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken." Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und

ausgehen und Weide finden." Offb 3,20 "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." ANREGUNG: Der Glaube "macht" nichts - er nimmt "Gemachtes" an (Frau Dr. Wasserzug). Der Glaube nimmt das Heil - von Jesus Christus vollbracht - an. 2. Der Ursprung des Glaubens Die völlige Verderbtheit des gefallenen Menschen schließt jede aktive Beteiligung des Menschen an seinem Heil aus. So wie die Buße von Gott gewirkt ist, ist auch der Glaube ein Werk des dreieinigen Gottes. Eph 2,8-9"Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme." a) gewirkt von Gott Joh 6,29 "Jesus antwortete ihnen und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat." Röm 12,3"Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, daß niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern daß er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des

Glaubens ausgeteilt hat." Kol 2,12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten." b) gewirkt von Jesus Christus Hebr 12,2 "und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes." c) gewirkt vom Heiligen Geist Es ist der Heilige Geist, der uns vom Unglauben überführt. Wer an seinem Unglauben festhält, widersteht dem Wirken des Heiligen Geistes - und verharrt so in der Sünde. Joh 16,8-9 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben;" d) positive Antwort des Menschen an den dreieinigen Gott Glaube ist die positive Reaktion des Menschen der Aktion Gottes gegenüber. Der Glaube muß also aus dem Willen des Menschen kommen. Denken oder Fühlen

allein kann nie Glaube sein! Wohl geht dem Glauben ein Kennen, Wissen, z.T. auch eine gewisse Erkenntnis voraus. Nur Erkanntes kann ich wollen. Wenn das aber alles ist, sprechen wir von einem "Kopfglauben". Solchen Glauben finden wir auch bei den Dämonen: Jak 2,19 "Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern." aber: Röm 10,10 "Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet." Auch ein bloßer "Bejahungsglaube" genügt nicht! Dem Wissen und Bejahen muß ein echter "Herzensglaube" folgen. Ich muß mit der ganzen Persönlichkeit glauben glauben wollen. Jak 2,17 "So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber." Es gibt für den Glauben eine göttliche Seite und ein menschliche Seite:

ANREGUNG: Unglaube kommt nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Herzen, aus dem Willen des Menschen. Ps 14,1 "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 'Es ist kein Gott'"

3. Die Wirkung des Glaubens

a) Glaube führt in den Besitz der geistlichen Güter Hebr 6,12 "damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld die Verheißungen ererben." Apg 15,9 "und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben." Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben." Röm 5,2 "durch ihn haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird." Gal 3,2 "Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?" Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus." Gal 5,6 "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist." Eph 3,17 "daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid." Eph 6,16 "Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen,"

Phil 3,9 "und in ihm gefunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott durch den Glauben zugerechnet wird." 1.Petr 1,5"die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit." 1.Joh 5,4 "Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." Hebr 11,33-34 "Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen," "Wer glaubt, der hat!" Auch hier können wir wieder das Johannes-Evangelium mit seinen vielfältigen Beschreibungen heranziehen: Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben," Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Joh 3,18 "Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes." Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das

ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." Joh 7,38 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen." Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden." ANREGUNG: Das Buch Josua illustriert Glauben. Zwei Prinzipien aus Josua. Prüfen sie: die "Fußsohlenregel" (1,3) Wort - Glaube - Erfahrung (6,2+11+20) (Reihenfolge!) b) Glaube führt zur Gewißheit Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Röm 4,21"und wußte aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun." Der Glaube kann gewisse, sichere Tritte tun. Ps 40,2-3 "Er zog mich aus der grausigen Grube, aus

lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann." ILLUSTRATION: Luther wurde vom Teufel gefragt, ob er fühle, daß ihm seine Sünden vergeben seien. Er antwortete: "Nein, ich fühle es nicht, ich weiss es aber, daß sie vergeben sind, denn Gott sagt es in Seinem Wort." c) Glaube führt zu guten Werken Eph 2,10 "Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen." Jak 2,14-26 Glaube ohne Werke ist tot! ANREGUNG: Bedenken wir abschließend das Zeugnis des Apostel Paulus: Gal 2,20 "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben." 2.Tim 4,7 "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten;" IV.Kapitel: Die zwei Naturen Jesu Christi

Über der Inkarnation Jesu Christi liegt ein gewaltiges Geheimnis. 1.Tim 3,16 "Und groß ist, wie jedermann bekennen muß, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch," Jesus Christus wurde Mensch, ist aber Gott geblieben! Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch dieses Geheimnis bleibt dem menschlichen Verstand unerklärlich, der wissenschaftlichen Forschung unzugänglich, aber dem Glauben kostbare Erkenntnis! Wenn wir die Evangelien aufmerksam durchlesen, finden wir "Gottes Sohn" Mt 9x (1x von Jesus gebraucht) Mk 4x (nie von Jesus gebraucht) Lk 6x (nie von Jesus gebraucht) Joh 11x (5x von Jesus gebraucht) "Menschensohn" Mt 32x (nur von Jesus gebraucht) Mk 15x (nur von Jesus gebraucht) Lk 26x (nur von Jesus gebraucht) Joh 12x (10x von Jesus gebraucht) Daraus schließen wir, daß sich Jesus Christus einerseits bewußt als Menschensohn, andererseits im Johannesevangelium bewußt als Gottessohn offenbarte. Wir können Jesus Christus als den Gott-Mensch nicht beweisen, nur aufgrund der Schrift bezeugen. Oft haben Menschen versucht, Antwort auf die zentrale Frage des

Glaubens zu geben, die der Herr Jesus schon den Pharisäern stellte: Mt 22,42a "Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er?" Petrus beantwortet sie in seinem Bekenntnis: Mt 16,16 "Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!" Der Herr Jesus versichert ihm dann, daß ihm dieses Geheimnis nur durch Gottesoffenbarung zuteil wurde und daß dieses Bekenntnis das Fundament ist, auf dem Seine Gemeinde ruht. In der Versuchung Jesu (Mt 4) versuchte der Teufel, Jesus Christus zum Beweis Seiner Gottessohnschaft herauszufordern - ohne Erfolg. Jesus gab nur einen Erweis: bei der Ankündigung Seiner Auferstehung: Mt 12,40 "Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein." Joh 2,19 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten." Die Auferstehung ist das Zeichen der Gottessohnschaft Jesu Christi. Röm 1,4 "und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten."

Die Frage nach dem Christus ist aber "heilsentscheidend". Von ihrer Antwort hängt unsere ewige Errettung ab. Nur wenn Christus gleichzeitig Gott und Mensch ist und als solcher am Kreuz auf Golgatha starb, hat Sein Tod für uns Bedeutung. Es ist daher nicht verwunderlich, daß diese Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift Schlüssel zum Prüfen von Geistern ist (1.Joh 4,1-3), aber Satan immer wieder versucht, sie in Zweifel zu ziehen.

1. Die göttliche Natur Wir sahen bereits im II. Kapitel unseres Studiums die Präexistenz Jesu Christi. Sie ist Beweis Seiner göttlichen Natur. Doch finden wir noch weitere Belege in Seinem Anspruch, Seinen Namen und Titel, den Eigenschaften und Werken, die Ihm zugeschrieben werden, und nicht zuletzt darin, daß Er Anbetung annimmt.

a) Sein Anspruch Jesus Christus bezeugt Seine Gottheit. Die wohl deutlichste Stelle ist: Joh 10,30 "Ich und der Vater sind eins." Er ist der Natur nach vollkommen dem Vater gleich. Die Juden verstanden diesen Anspruch Jesu und wollten Ihn wegen vermeintlicher Gotteslästerung steinigen (V. 33).

Doch auch bei anderen Gelegenheiten begegnet uns der Anspruch des Herrn: Joh 5,18 "Darum trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich." Joh 14,9 "Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?" Joh 17,11b "erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, daß sie eins seien wie wir." ANREGUNG: Jesus Christus beansprucht eine dreifache Gleichheit mit Gott: Gleichheit des Ortes: Joh 17,5+11 Gleichheit der Natur: Joh 5,18; 10,30 Gleichheit der Existenz: Joh 8,58 b) Namen und Titel

(1) Sohn Gottes Obwohl der Herr Jesus "Sohn Gottes" selten von sich selbst gebraucht, ist dies ein weiterer Beleg Seiner Gottheit.

Joh 10,36 "wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott -, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn" Mt 26,63-64a "Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. Jesus spricht zu ihm: Du sagst es." Die Juden verstanden die Selbstbezeichnung Christi als "Sohn Gottes" richtigerweise als Anspruch, Gott zu sein.

(2) Gott 1.Joh 5,20 "Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, daß wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben." An vielen Stellen der Heiligen Schrift wird Jesus Christus eindeutig als Gott bezeichnet. Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." Röm 9,5 "denen auch die Väter gehören, und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen." Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt." Joh 20,28 "Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!"

Tit 2,10b+13 "damit sie der Lehre Gottes, unseres Heilands, Ehre machen in allen Stücken. [...] und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesus Christus" (3) Jahwe Die Gottheit Jesu Christi wird auch da deutlich, wo das Neue Testament alttestamentliche Stellen über Jahwe auf Ihn bezieht. Wir müssen jedoch bedenken, daß die griechische Übersetzung (LXX) überall Jahwe durch "Herr" ersetzt hatte. Dies folgte der Sitte der Juden und sollte einen Mißbrauch des Namens Gottes ausschließen. Hebr 1,8a+10 "aber von dem Sohn: 'Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, [...]' Und: 'Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk." Einige dieser Belege werden deutlicher, wenn wir die NT-Verse mit den angesprochenen AT-Versen vergleichen: Lk 1,76b "Denn du wirst dem Herrn vorangehen, daß du seinen Weg bereitest." Mal 3,1 "Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. [...] spricht der Herr Zebaoth." Mt 3,3 "Denn dieser ist's, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat: 'Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!" Jes 40,3 "Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet

dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserem Gott!" Joh 12,41 "Das hat Jesaja gesagt, weil er seine Herrlichkeit sah und redete von ihm." Jes 6,1+5"In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel. [...] Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen." Röm 10,13 "Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden." Joel 3,5 "Und es soll geschehen: wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll gerettet werden." Der Jahwe des AT ist der Christus des NT! Diese Botschaft verkündigten bereits die Engel den Hirten: Lk 2,11 "denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." Sie ist bis heute Zentrum unseres Glaubens: Röm 10,9"Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet." (4) Christus "Christus" ist der Herrlichkeitstitel Jesu. Der Begriff "Christus" ist die griechische Entsprechung zum hebräischen maschiach und dem aramäischen meschicha (in das Griechische übernommen als Messias).

Joh 4,25 "Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen." Christus bedeutet, genau wie Messias, "der Gesalbte": Joh 1,41b "Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte." Er ist das Urbild und die Erfüllung jeder Salbung zur Amtseinsetzung im AT. Gesalbt wurden Priester, Propheten und Könige. Nennen wir unseren Heiland, Jesus Christus, so bekennen wir, daß Jesus von Nazareth der "Christus" ist - Gottes Sohn.

(5) Andere Jesus Christus wird auch noch mit anderen Namen benannt, die jedoch nur für Gott passend sind - ein weiterer Beleg für die göttliche Natur Jesu Christi. Wenden wir einen solchen Namen auf einen Menschen an, so wird sich dieser als unwürdig erweisen. Beispielhaft seien erwähnt: Offb 19,16 "und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren." Apg 3,14 "Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, daß man euch den Mörder schenke," ANREGUNG:

Versuchen Sie, weitere Namen Jesu Christi zu finden. Jemand zählte einmal 250 verschiedene Titel und Bezeichnungen! c) Eigenschaften Jesus Christus besitzt die Eigenschaften Gottes: Allmacht Mt 28,18 "Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden." Offb 1,8 "Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige." Allgegenwart Mt 28,20b "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Allwissenheit Mt 9,4 "Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?" Joh 2,24-25 "Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle und bedurfte nicht, daß ihm jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn er wußte, was im Menschen war." Kol 2,3 "in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis." Ewigkeit Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." Joh 8,58 "Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,

ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich." Heiligkeit Hebr 7,26 "Denn einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel." Lk 1,35 "darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden." Wahrheit Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Unveränderlichkeit Hebr 13,8 "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." Leben Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Joh 1,4 "In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Liebe als Eigenschaft Gottes wird bei Jesus Christus ganz besonders deutlich. Er liebt den Vater und lebt daher in vollkommener Hingabe und Gehorsam. Liebe und Gehorsam gehören untrennbar zusammen (vgl. auch Joh 14,23). Joh 14,31 "aber die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat." Jesus Christus liebt auch uns Menschen!

Eph 5,2 "und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch." 1.Joh 3,16 "Daran haben wir die Liebe erkannt, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen." Joh 15,12-13 "Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde." Diese Liebe ist bedingungslos. Er liebte uns schon in unserem sündigen, verlorenen Zustand. Röm 5,8+10b "Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. [...] als wir noch Feinde waren," ANREGUNG: Das "Jammern" Jesu ist ein besonderer Ausdruck Seiner Liebe. Um wen jammerte Ihn? Wie wurde es deutlich? Was bewirkte es? Schlagen Sie dabei nach: Mt 9,35-38 (vgl. Kap.10); 14,14; 20,34; Mk 1,41; 6,34; 8,2; 9,22+36; Lk 7,13; 10,33; 15,20. d) Werke Werke, die nur Gott tun kann, werden unserem Herrn Jesus zugeschrieben: Schöpfung Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und

ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist." Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen." Erhaltung Kol 1,17 "Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm." Hebr 1,3 "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe" Gericht Joh 5,22+27-29 "Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, [...] und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts." Vergebung Mk 2,5+7+10 "Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. [...] Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? [...] Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten:"

e) Anbetung Anbetung gebührt nur Gott! Daher widersteht der Herr Jesus auch der Versuchung des Satans: Mt 4,9-10 "und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir Satan! denn es steht geschrieben: 'Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen." Es wäre undenkbar, daß Christus Anbetung annehmen würde, stünde sie Ihm nicht zu (vgl. Offb 19,10; 22,9). Doch um eine solche Anbetung handelt es sich nach der Stillung des Sturmes: Mt 14,33 "Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!" Selbst die Engel Gottes werden aufgefordert, Ihn anzubeten: Hebr 1,6 "Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er: 'Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten." Für uns ist die Anbetung des Sohnes selbstverständlich: Joh 5,23 "damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat." Eines Tages werden alle Ihn anbeten: Phil 2,10-11 "daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und

unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters." ANREGUNGEN: Finden Sie noch weitere Belege für die Gottheit Christi! Rüsten Sie sich mit Gottes Wort, bevor Sie Rechenschaft über Ihren Glauben ablegen müssen (z.B. im Gespräch mit Zeugen Jehovas, die die Gottheit Jesu leugnen!)! Der Name unseres Heilandes wird auf einer Stufe mit dem Namen des Vaters genannt: Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes." 2.Kor 13,13 "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!" 2. Die menschliche Natur Die Heilige Schrift lehrt die menschliche Natur Jesu Christi. Er war kein göttliches Scheinwesen, sondern "richtiger" Mensch. Er mußte Mensch sein, um sterben zu können. Ohne Seine menschliche Natur hätte Sein Kommen in diese Welt nichts verändert. Hebr 2,17 "Daher mußte er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes."

a) Name In der Ankündigung der Geburt erhält Joseph den Auftrag, das Kind "Jesus" zu nennen. Mt 1,21a "dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden." Jesus ist der Name des menschgewordenen Sohnes Gottes im NT. In ihm wird alles zusammengefaßt: Phil 2,9-10 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind." Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden." ANREGUNG: Der Name "Jesus" wird vor allem in den Evangelien gebraucht, auch noch in der Apostelgeschichte in Zusammenhang mit Seinem Tod und Seiner Auferstehung. In den Briefen wird "Jesus" nur dort verwandt, wo Seine Niedrigkeit betont werden soll. Hebr 2,9 "den aber, der 'eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel', Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes 'gekrönt mit Preis und Ehre'; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken." Daher wollen wir unseren erhöhten Herrn auch als "Herr Jesus" oder "Jesus Christus" ansprechen. Nicht der Zimmermann steht vor uns - sondern der erhöhte

Menschensohn, unser Erlöser und Heiland (2.Kor 5,16).

b) Geburt Jesus Christus wurde von einer Frau geboren. Gal 4,4 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan," Die von der Bibel bezeugte Jungfrauengeburt Christi haben wir bereits betrachtet. Er hatte einen menschlichen Stammbaum: Röm 1,3 "von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch," c) Entwicklung Der Herr Jesus konnte als Sohn Gottes sagen: "Ich bin!". Als Mensch war Er jedoch dem Wachstum und der Entwicklung unterworfen. Lk 2,40+52 "Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. [...] Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen." Er mußte auch lernen, jedoch tat Er dies nicht durch Fehler und Strafe, sondern von Gehorsam zu Gehorsam: Hebr 5,8 "Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im

Himmel!" d) Wesen Aus dem Studium der Offenbarung Gottes über den Menschen (Anthropologie) kennen wir die drei Funktionselemente des Menschen: Geist, Seele und Leib. Wir lesen vom Geist Jesu Christi: Mk 8,12a "Und er seufzte in seinem Geist und sprach: Was fordert doch dieses Geschlecht ein Zeichen?" Lk 23,46a "Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!" Joh 13,21 "Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten." Die Seele Jesu Christi wird erwähnt in Joh 12,27a "Jetzt ist meine Seele betrübt." Mt 26,38 "Da sprach Jesus: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!" Auch der Leib Jesu Christi wird ausdrücklich erwähnt. Joh 2,21 "Er aber redete von dem Tempel seines Leibes." Hebr 2,14 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel," Hebr 10,5+10 "Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: 'Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen

Leib aber hast du mir geschaffen. [...] Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi." Das Wesen der menschlichen Natur Jesu Christi ist auch nach Seiner Auferstehung noch vorhanden. Lk 24,39 "Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Faßt mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, daß ich sie habe." e) "Schwachheiten" In Seinem Leben auf dieser Erde hatte der Herr Jesus die gleichen menschlichen Bedürfnisse und Einschränkungen wie wir. Müdigkeit Joh 4,6 "Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde." Hunger Mt 4,2 "Und da er vierzig Tage und Nächte gefastet hatte, hungerte ihn." Durst Joh 19,28 "Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet." Trauer Joh 11,35 Schlaf "Und Jesus gingen die Augen über."

Mt 8,24 "Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so daß auch das Boot von Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief." Versuchung Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde." Ein typisch menschliches Bedürfnis ist das Beten. Es ist Ausdruck der Abhängigkeit und Hilfsbedürftigkeit. An 25 verschiedenen Stellen berichtet das NT vom Gebet Jesu Christi. Hebr 5,7 "Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt." Jesus Christus betete nicht nur, um ein Vorbild zu sein, sondern weil Er zu den Menschen gehörte, von denen Gott Gebet erwartet. Sein Gebet war keine Schau, kein äußerliches Getue, sondern Er betete, weil Er es nötig hatte. Hier schöpfte Er Kraft und Mut für die schweren Prüfungen, vor denen Er stand.

f) Leiden und Sterben Als Mensch war Er fähig, zu leiden und zu sterben. Lk 22,44 "Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die

Erde fallen." Hebr 5,8 "So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt." Joh 19,30 "Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied." Dieses Sterben Jesu Christi war eine freiwillige Dahingabe Seines Lebens. Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich selbst lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater." Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat," g) Bezeichnung als Mensch Jesus Christus hat sich selbst Mensch genannt und wurde auch von anderen so bezeichnet. Joh 8,40 "Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan." Apg 2,22 "diesen Mann, der durch Gottes Ratschluß und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht." 1.Kor 15,21 "Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten." 1.Tim 2,5 "Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus."

3. Die Einheit der Person Das Zu- und Miteinander der göttlichen und menschlichen Natur Jesu Christi gehört wohl zu den schwierigsten theologischen Aussagen für den menschlichen Verstand. Wir sind allein auf die göttliche Offenbarung in der Bibel angewiesen. Nirgends lehrt die Bibel eine abstrakte Vereinigung der göttlichen Natur mit der menschlichen. Röm 1,3-4 "von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten." Röm 8,3 "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch," 1.Joh 4,2 "Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott." Jesus Christus ist so Gott, als ob Er einzig und allein nur Gott wäre; Er wurde aber auch so Mensch, als ob Er einzig und allein nur Mensch wäre. Das Wesen jeder Natur blieb bei der Vereinigung beider Naturen unverändert, d.h. die beiden Naturen sind nicht miteinander verschmolzen. Die Natur Christi war eine göttliche und eine menschliche. Er war der GottMensch, hatte aber keine gottmenschliche

(theanthropische) Natur. Trotz Seiner zwei Naturen ist die Persönlichkeit Jesu Christi unteilbar. Auch heute vereinigt Jesus Christus diese beiden Naturen in sich. Wir müssen erkennen, daß nur in der Vereinigung der göttlichen und der menschlichen Natur in der Person Jesu Christi die Erlösung möglich war. Wir wollen im Glauben daran festhalten, auch wenn wir mit unserem (begrenzten) Verstand vieles nicht begreifen können. Ps 49,8-9+16a "Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muß davon abstehen ewiglich - [...] Aber Gott wird mich erlösen" Die Einheit der Person Jesu Christi (oder auch: die hypostatische Union, d.h. hier: personale Einheit) wird darin sichtbar, daß die Heilige Schrift von Ihm immer nur in der Einzahl spricht, die Befähigung Christi durch die beiden Naturen aufzeigt und die Eigenschaften der einen Natur Seiner Person unter Benennung der anderen zugeschrieben wird.

a) in der Bezeichnung Die Heilige Schrift spricht von Christus in der Einzahl. Wann immer Er sprach, war es nicht eine der beiden Naturen, sondern die Person, in der beide Naturen vereinigt sind. Joh 17,23 "ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst."

b) in der Befähigung Die Person Jesus Christus wurde durch die beiden Naturen befähigt. Zum einen befähigte die göttliche Natur die Person Jesu so, daß der Mensch Jesus fähig wurde zu wissen und zu tun, was göttlich ist. Mt 17,2 "Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht." Mk 5,41 "und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!" Auf der anderen Seite befähigte die menschliche Natur die Person Jesu so, daß der "Gottessohn" sterben konnte. Er starb - aber nicht die göttliche Natur! Mk 15,39 "Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, daß er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!" c) in den Eigenschaften Jede Natur Jesu Christi besitzt eigene Eigenschaften. Der Person Jesu werden die Eigenschaften der einen Natur, obwohl die andere Natur genannt wird, zugeschrieben - ein klarer Beleg für die Einheit der Person Jesu Christi. 1.Kor 2,8 "die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt." Joh 3,13 "Und niemand ist gen Himmel aufgefahren

außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn." Joh 6,62 "Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war?" Röm 9,5 "denen auch die Väter gehören, und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen." Hebr 1,3 "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe" ANREGUNG: Während des Erdenlebens unseres H errn blieb die göttliche Natur Seiner Person meistens verhüllt. Diese Erniedrigung Jesu Christi ist in Phil 2,5-8 beschrieben. Daß sich Christus selbst "entäußerte", bedeutet jedoch nicht, daß Er in irgendeiner Weise aufgehört hätte, Gott zu sein. Keine Seiner göttlichen Eigenschaften hat Er während Seines Erdenlebens aufgegeben. Er verzichtete nur auf den unabhängigen Gebrauch dieser Eigenschaften. Er blieb Gott, auch als Er Mensch wurde. Diese Erniedrigung darf aber nicht verkürzt gesehen werden - etwa, daß man sie begrenzt auf das Verlassen der Herrlichkeit beim Vater -, sondern muß auf die gesamte Menschwerdung angewandt werden. Zusammengefaßt beinhaltet die Erniedrigung Jesu Christi:

Verhüllung der präexistenten Herrlichkeit: Joh 17,5 "Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war." Mt 13,55 "Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?" Fleischwerdung: Phil 2,6-7 "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt." Weitgehender Verzicht in Seinem Erdenleben, Gottheit in Anspruch zu nehmen: Mt 26,53 "Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, daß er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?" Das bedeutet: Jesus Christus verzichtete auf den unabhängigen Gebrauch der göttlichen Natur Seiner Person. Mt 26,39 "Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!" Joh 4,34 "Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk."

V. Kapitel: Der Tod Jesu Christi und seine Bedeutung

In den folgenden Kapiteln behandeln wir den Tod, die Auferstehung und die Erhöhung Jesu Christi. In diesen drei Abschnitten wird besonders deutlich, daß die Lehre vom Heiland (Christologie) nicht von der Lehre vom Heil (Soteriologie) zu trennen ist. Studieren wir den Tod Christi, so müssen wir gleichzeitig nach seiner Bedeutung für uns fragen.

1. Allgemeines zum Tod Jesu Christi

a) Biblisches Verständnis Der Tod Jesu Christi ist gemeinsam mit der Auferstehung die Heilstatsache, auf der unser Glaube ruht. Er steht im Mittelpunkt des Heilsplanes Gottes. Dieser zentrale Stellenwert wird in mancherlei Hinsicht deutlich: Der Tod Jesu Christi ist im AT vorgezeichnet. Wie ein roter Faden zieht er sich durch die gesamte Offenbarung des AT. 1.Mose 3,15 "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." Das Passa (2.Mose 12), alle Opfer und viele Prophetien sprechen vom Tod Jesu Christi.

Luk 24,25-27 "Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war." Der Tod Jesu Christi ist das Hauptthema des NT. Er ist Höhepunkt der Evangelienberichte und nimmt in ihnen auch den größten Raum ein (ca. 20%). Die Apostelgeschichte und die Briefe nehmen häufig Bezug auf das Kreuz Christi. Mehr als 175x ist der Tod Jesu Christi im NT erwähnt. Der Tod Jesu Christi ist der Hauptzweck Seiner Fleischwerdung. Hebr 9,26b "..., ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben." Hebr 2,14-15 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mußten." Mk 10,45 "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." Der Tod Jesu Christi ist die Grundlage des Evangeliums. Die "Frohe Botschaft" lautet: Jesus Christus starb für mich, damit ich leben kann. 1.Kor 15,1+3b "Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, [...] Daß Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift;" Der Tod Jesu Christi ist notwendig für unsere Erlösung.

Joh 3,14-15 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." Joh 12,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht." Es gibt keine Erlösten - keine Frucht - ohne den Tod Jesu Christi! Vergebung für den Sünder ist nur möglich, weil Christus durch Seinen Tod die Schuld bezahlte (Röm 3,25-26). Der Tod Jesu Christi ist Gegenstand des Interesses im Himmel. jetzt: Lk 9,30-31 "Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm; das waren Mose und Elia. Sie erschienen verklärt und redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte." einst: Offb 5,8-9 "Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" ANREGUNG: Der Tod Jesu Christi ist die wesentliche Grundlage des

Christentums. Andere Religionen basieren auf dem Leben ihrer Gründer, das Christentum auf dem Tod des Sohnes Gottes. In der modernen Theologie verlagert sich die Betonung vom Tod auf das Leben Jesu (Leben wie Er! Glauben wie Er!). b) Verschiedene menschliche Heilsverständnisse Zu allen Zeiten haben sich Menschen verschiedene Vorstellungen gemacht, wie ihr Heil auszusehen hat. Wir nennen nur einige: Schon die Pharisäer lehnten das Heil in Jesus Christus ab - ihrer Meinung nach brauchten sie Ihn nicht. Sie glaubten sich durch das Halten der Gebote (einschließlich der eigenen Zusätze) gerecht vor Gott. Lk 18,11-12 "Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie die Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme." Die Sadduzäer waren anderer Meinung als die Pharisäer. Apg 23,8 "Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine Auferstehung noch Engel und Geister; die Pharisäer aber lehren beides." Aber auch sie konnten mit einem Heiland, wie er sich in Jesus Christus offenbarte, nichts anfangen. Da für sie kein Jenseits existiert (vgl. auch Mt 22,23), wollten sie einen ausschließlich religiös-politischen Messias. Ähnliches wollten auch die Zeloten, die ihr Heil in der Befreiung aus römischer Fremdherrschaft sahen. Die Entwicklung der römischen Staatskirche (der katholischen Kirche) führte zum Werden einer

Heilsanstalt. Nun verwaltete die Kirche das Heil (die Gnade). Die unerschöpflichen Gnadenschätze der Kirche setzen sich aus den Verdiensten Christi, Marias und aller Heiligen zusammen. Weil nur die katholische Kirche diese Schätze verwaltet und sie im Vollzug des Sakramentes vermittelt, kann es außerhalb dieser Kirche kein Heil geben. Wir wissen jedoch, daß das Heil keine Substanz, sondern eine Person, Jesus Christus, ist. Leider hat sich auch in der Kirche der Reformation ein gewisser Sakramentalismus gehalten. Luther übernahm die Kindertaufe der katholischen Kirche. Und noch heute spiegelt der häufige Satz "Aber ich bin doch getauft..." ein völlig falsches Heilsverständnis wieder. In der der Reformation folgenden Zeit (der Orthodoxie) finden wir einen bloßen Bejahungsglauben. Das reine Fürwahrhalten rechtgläubiger Lehre sollte zum Heil führen. Für K. Barth und seine Schüler (Neoorthodoxie) galt: "Christus ist der allein Verworfene". Glaubenshingabe könne nicht retten, denn in Christi universalem Erlösungswerk sei grundsätzlich allen Menschen Gnade gewährt. Für die weitgestreute Schülerschaft Bultmanns (Neoliberalismus) ist Jesus nur ein Mensch - nicht der Sohn Gottes. Er starb für Seine Idee. Dieses Opfer ist aber ohne Bedeutung für uns, da Gott ein solches Opfer gar nicht gefordert hat. Gott ist kein Tyrann, der ein Versöhnungsopfer fordert. Bultmann forderte die restlose Entmythologisierung für unsere Verkündigung. In der modernistischen Verkündigung gibt es das Rettungswerk Christi nicht mehr. Die Notwendigkeit der Errettung, die ewige Verdammnis oder das ewige Heil werden nicht mehr gepredigt. Nun geht die ganze Energie in den Einsatz für das Diesseitige. Humanismus, soziales Engagement und Umweltschutz stehen im

Vordergrund. Nun wird ein horizontales Evangelium gepredigt. Aus der christlichen Diakonie (die dem Menschen letztlich das Heil in Jesus Christus zeigen will) wird eine rein gesellschaftliche Diakonie. In diesem Zusammenhang ist auch das ökumenische Heilsverständnis zu nennen. Aus biblischer Evangelisation wurde Dialog und Einsatz für den Minderprivilegierten. Heil wird in vielen Ländern (vor allem in Latein- und Südamerika) in der Überwindung ungerechter Herrschafts- und Besitzstrukturen gesehen ("Befreiungstheologie"). Die modernistische Auffassung schlägt in vielen Richtungen zu Buche - so gehört auch die feministische Theologie in diese Kategorie. Als letztes wollen wir noch die Selbsterlösung als Heilsverständnis von New Age nennen. Aus einer Mischung evolutionärer Gedanken und den Selbsterlösungsreligionen des fernen Ostens entsteht das "neue Bewußtsein". Wir verurteilen alle angesprochenen Heilsverständnisse. Sie alle trennen das Heil (soteria) vom Heiland (soter) Jesus Christus. Wenden wir uns nun dem biblischen Verständnis unseres Heils zu.

ANREGUNG: Oft wird "Heil" - als zu statisch empfunden - mit "Rettung" übersetzt. Rettung ist ein dynamischer Begriff. Hier werden Kräfte mobilisiert (Martinshorn usw.). Wir wollen uns aber im klaren darüber sein, daß Heil umfassender ist als Rettung. Im Heil ist "Heilung" als Wiederherstellung eingeschlossen, was Rettung vermissen läßt.

2. Der Tod Jesu Christi: Stellvertretung

a) Sündlosigkeit Jesu Christi In verschiedenen Zusammenhängen haben wir bereits die Sündlosigkeit Jesu Christi erwähnt. Sie ist für unser Heil notwendig. Hätte Christus gesündigt, so hätte Sein Tod keinerlei Bedeutung für uns. Unter Seiner Sündlosigkeit verstehen wir die Tatsache, daß Christus niemals etwas tat, was gegen die Heiligkeit Gottes verstoßen hätte. Dies umfaßt natürlich auch das genaue Einhalten des mosaischen Gesetzes, unter welchem Er lebte. Im Studium der menschlichen Natur Jesu Christi sahen wir bereits, daß Er auch den Einschränkungen des Menschen, wie etwa Hunger und Müdigkeit, Durst und Schmerzen unterworfen war. Doch war Er vor Gott gerecht - durch die Erfüllung des Gesetzes. Nachdem Er schon vor Seiner Geburt als "heilig" angekündigt worden war (Lk 1,35), lebte Er heilig. Niemand konnte Ihm eine Sünde nachweisen. Joh 8,29+46 "Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er läßt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. [...] Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?" Joh 15,10 "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe." Mt 26, 59-60a "Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, daß

sie ihn töteten. Und obwohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch nichts." Unmittelbar vor Seinem Tod wird Seine Schuldlosigkeit 11x bestätigt (von Judas, mehrmals von Pilatus, seiner Frau, Herodes, dem römischen Hauptmann und dem Verbrecher am Kreuz). Auch haben wir keinen Bericht, daß Jesus Christus auch nur einmal ein Sündopfer dargebracht hat, obwohl wir häufig lesen, daß Er im Tempel war. Er brauchte nicht zu opfern, denn Er war ohne Schuld vor Gott. Auch in den Briefen der inspirierten Schreiber des NT finden wir klare Aussagen über Christi Sündlosigkeit: 2.Kor 5,21 "Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt." 1.Petr 2,22 "er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;" 1.Joh 3,5 "Und ihr wißt, daß er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde." Hebr 7,26-27a "Denn einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. Er hat es nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen" Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde." Jesus Christus ist in allem versucht worden, was auch uns heute begegnet. Sicherlich stand Er nicht vor der Versuchung, z.B. das Fernsehgerät zu mißbrauchen doch waren die Grundmuster der Versuchung die

gleichen. Die Formen der einzelnen Versuchungen waren sicherlich verschieden, doch war ihr Prinzip gleich. Hebr 4,16 "Darum laßt uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben." Doch ist es nicht nur das Vorbild und der Trost, den wir im sündlosen Leben Jesu Christi finden. Nur ein unbeflecktes Opfer konnte zu unserem Schuldopfer werden: 1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." b) Stellvertretung Stellvertretender Tod ist Tod, der von jemand für jemand ertragen wird. Stellvertretung erfordert daher die Befreiung dessen, an dessen Statt der Tod erduldet wird. Stellvertretender Tod ist uns aus dem AT gut bekannt. In 2.Mose 12 stirbt entweder der Erstgeborene oder ein Lamm. In 3.Mose 1-5 finden wir die Identifikation mit dem Opfertier, das an des Menschen Statt getötet wird. Am großen Versöhnungstag (3.Mose 16) findet sich das gleiche Grundmuster der Stellvertretung. Jesus Christus ist unser Stellvertreter: Jes 53,4-5 "Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den,

der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." 2.Kor 5,21 "Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt." Beachten wir, daß die deutsche Übersetzung "für" die verwandte griechische Präposition nur teilweise wiedergibt. Deutlicher wird es mit der Übersetzung "anstelle von". Gal 3,13 "Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, da am Holze hängt.'" 1.Petr 3,18 "Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist." Nur wenn meine Schuld Christus zugerechnet wird, kann auch Seine Gerechtigkeit mir angerechnet werden. Die Bedeutung der Stellvertretung geht aber noch weiter: wir haben kein Recht mehr an unser eigenes Leben. 2.Kor 5,14-15 "Denn die Liebe Gottes drängt uns, zumal wir überzeugt sind, daß, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist." 1.Petr 2,24 "der unsre Sünde selbst hinaufgetragen

hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden." 3. Der Tod Jesu Christi: Versöhnung Versöhnen ist das Zusammenbringen zweier Parteien, die uneins sind. Ihr Verhältnis wechselt von Feindschaft zu Frieden und Harmonie. Seit dem Sündenfall steht die Menschheit unter dem Zorn Gottes. Unsere Lage könnte gar nicht ernster sein. Wir sind von Natur aus Feinde Gottes! Joh 3,36 "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm." Die Sünde steht zwischen dem Menschen und Gott. Jes 59,2 "sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet." In Christus ist uns die Sünde vergeben. Wir dürfen uns ohne Angst vor Seinem gerechten Zorn Gott nahen. In Christi Tod sind wir mit Gott versöhnt: Röm 5,9-10 "Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind."

Nicht der Mensch hat sich mit Gott versöhnt, sondern die alleinige Initiative ging von Gott aus. Wir haben lediglich die Versöhnung empfangen. Der Grundgedanke jeder heidnischen Religion ist: Der Mensch versöhnt sich mit Gott. Die biblische Botschaft lautet: "Gott versöhnt den Menschen mit sich selbst." Nur Gott versöhnt - nicht der Mensch (der wird versöhnt). "Versöhnen" wird nur in Bezug auf Gott aktiv gebraucht, im Bezug auf den Menschen nur passiv! Röm 5,11"Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben." 2.Kor 5,19 "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung." Die durch Christi Tod geschaffene Versöhnung genügt, um alles und jeden mit Gott zu versöhnen. Jeder kann Frieden mit Gott erhalten. Kol 1,20 "und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz." Dies bedeutet jedoch nicht, daß automatisch jeder versöhnt ist. Zur objektiven Tatsache des Versöhnungswerkes Christi muß noch die subjektive Annahme dieser Versöhnung durch den Menschen kommen. Alles ist mit Gott versöhnt - aber nicht "alles" nimmt diese Versöhnung an: 2.Kor 5,20 "So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!"

ANREGUNG: In der Allversöhnungslehre (= Universalismus) spielt die subjektive Annahme der durch Christus erwirkten Versöhnung keine Rolle mehr. Nach dieser Irrlehre wird jeder Mensch früher oder später mit Gott versöhnt. Dies widerspricht dem Zeugnis der Heiligen Schrift! 2.Thess 1,8-9 "in Feuerflammen, Vergeltung zu üben an denen, die Gott nicht kennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesus. Die werden Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom Angesicht des Herrn her und von seiner herrlichen Macht." 4. Der Tod Jesu Christi: Erlösung Erlösung ist die Befreiung durch Los- und Ankauf. Erlösung hat folglich zwei Seiten: den "Loskauf" und den "Ankauf", die Befreiung von etwas und die Befreiung zu etwas. Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken." 1.Thess 1,9 "Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott." Dieser Herrschaftswechsel wurde erkauft. Das Lösegeld war das Blut unseres Herrn. 1.Petr 1,18-19 "denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem

nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." Offb 5,9 "und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel, denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" Mk 10,45 "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." Eph 1,7 "In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade." Die Erlösung in Jesus Christus ist vollkommen. Sie umfaßt alle Gebiete unseres Lebens, auch das des Leibes. Röm 8,23"Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes." Die vollkommene Erlösung wird erst in der Zukunft offenbar werden. Sie ist da, aber solange wir im Fleisch leben, noch nicht sichtbar. Als Pfand haben wir den Heiligen Geist: Eph 1,14 "welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit." Durch das Blut Jesu Christi sind wir erlöst vom Fluch des Gesetzes

Gal 3,13 "Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, der am Holze hängt.'" von den Forderungen des Gesetzes Gal 4,5 "damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen." von der Macht der Sünde 1.Kor 15,56 "Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz." Röm 7,14"Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft." Röm 6,14"Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade." von der Macht Satans Hebr 2,14-15 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mußten." Kol 1,13 "Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes." Durch die Erlösung sind wir befreit von allen Bindungen! Zusammenfassend können wir sagen, daß wir erlöst sind von der Schuld der Sünde (durch das Gesetz entstanden) von der Macht der Sünde aber noch nicht von der Gegenwart der Sünde. Satan ist besiegt - aber noch am Werk.

ANREGUNGEN: Mehr als 450 Stellen sprechen vom Blut Jesu Christi also ein wichtiges Thema der Heiligen Schrift (vgl. 1.Petr 1,19). Zeugnis Gottes auf Erden 1.Joh 5,7+8 "Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein." Blut des neuen Bundes Mt 26,28 "das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden." Hebr 13,20 "Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes," Grundlage der Erlösung Eph 1,7 "In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade." Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben." Mittel zur Sündenvergebung Hebr 9,14+22 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! [...] Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung." 1.Joh 1,7 "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im

Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." Rechtfertigung Röm 5,9 "Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind!" Gott nahe gebracht Eph 2,13 "Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst ferne wart, nahe geworden durch das Blut Christi." Hebr 10,19 "Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum," Grundlage des Friedens Kol 1,20 "und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz." erkauft zum Eigentum Gottes Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Offb 5,9b "... und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" Grundlage der Gemeinschaft mit Gott und Gläubigen Joh 6,56 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." 1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" wir sind geheiligt Hebr 13,12 "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor

dem Tor." bringt Sieg über Satan Offb 12,11 "Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod." ewiges Thema der Anbetung der Erlösten im Himmel Offb 5,9b+10 "und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden."

VI.Kapitel: Die Auferstehung Jesu Christi und ihre Bedeutung

Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist ein so wichtiges Ereignis in der Heilsgeschichte, daß das NT über 100 mal darauf Bezug nimmt. Um diese Wichtigkeit der Auferstehung weiß auch Satan. So versuchte er von Anfang an, die Verbreitung der Botschaft von der Auferstehung zu unterdrücken. Mt 28,13-14 "Und sie kamen mit den Ältesten zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel Geld und sprachen: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen." 1. Die Notwendigkeit der Auferstehung Jesu Christi

a) Erfüllung der Schrift Jesus Christus mußte von den Toten auferstehen, denn Gott hält Seine Verheißungen. Jesus selbst hat immer wieder nicht nur Seinen Tod, sondern auch Seine Auferstehung angekündigt. Joh 2,19 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten." Erst nach der Auferstehung haben die Jünger dies verstanden. Joh 2,22 "Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte." Jesus Christus wies auf die Prophetien im AT hin. Schon früher hatte Gott die Auferstehung des Messias verheißen: Lk 24,44-46 "Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, daß Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage;" Petrus bezieht sich auf eine solche Stelle aus dem AT:

Ps 16,10 "Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Grube sehe." Apg 2,31 "hat er 's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen." Paulus erwähnt diese Notwendigkeit der Auferstehung zu Beginn seines Auferstehungskapitels: 1.Kor 15,4 "und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;" b) Hauptbestandteil des Evangeliums Die Auferstehung Jesu Christi ist der wichtigste Bestandteil der apostolischen Lehre. Was würde die Lehre vom Tod Jesu Christi bedeuten, wenn Er nicht auferstanden wäre? Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt." So durchzieht der Triumph der Auferstehung die Kapitel der Apostelgeschichte. Apg 2,24 "Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß er vom Tode festgehalten werden konnte." Apg 2,32 "Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen." Apg 3,15 "aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen."

Apg 3,26 "Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht Jesus erweckt und hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeder sich bekehre von seiner Bosheit." Apg 4,10 "so sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch." usw. z.B.: 5,30; 10,40; 13,30+33+34+37; 17,31 Wir könnten auch sagen, daß die Auferstehungsbotschaft die andere Hälfte des Evangeliums ist. 1.Kor 15,3-4 "Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Daß Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;" Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein." ANREGUNGEN: Wir predigen nur das halbe Evangelium, reden wir nur vom Tod Jesu Christi, ohne dessen Auferstehung zu erwähnen! Kreuz und Auferstehung gehören untrennbar zusammen! Beachten wir den Unterschied in der Kreuzesdarstellung zwischen Protestanten und Katholiken. Letztere kennen das Kruzifix nur mit Corpus! c) Grundlage unseres Glaubens

Der Glaube kommt aus der Predigt (Röm 10,17). Weil nun die Auferstehung Jesu Christi der wichtigste Punkt der apostolischen Predigt ist, muß sie auch der wichtigste Punkt unseres Glaubens sein. Röm 10,9"Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet." Mit der Auferstehung Jesu Christi steht oder fällt unser Glaube. Beachten wir die Aussagen in: 1.Kor 15,14 "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." 1.Kor 15,15 "Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen." 1.Kor 15,17 "Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden." 1.Kor 15,18 "so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren." Wer die Auferstehung Jesu Christi leugnet, verliert das Fundament seines Glaubens. Wer die Auferstehung in ihrer Bedeutung schmälert, verschiebt die Glaubensinhalte. Wir stehen auf festem Fundament und bekennen: 1.Kor 15,20a "Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten"

2. Die Art und Weise der Auferstehung Jesu Christi Wir sprechen von der "Auferstehung" Jesu Christi. Er ist auferstanden. Joh 11,25a "Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben." Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater." Joh 2,19+21 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. [...] Er aber redete von dem Tempel seines Leibes." Gleichzeitig müssen wir jedoch von einer "Auferweckung" Jesu Christi sprechen, denn die Schrift bezeugt: Apg 2,24 "Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß er vom Tode festgehalten werden konnte." Und wir lesen von der Beteiligung des Heiligen Geistes: Röm 8,11"Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt." Die Auferweckung / Auferstehung Jesu Christi ist das Werk des dreieinigen Gottes!

a) eine tatsächliche Auferstehung Jesus Christus ist tatsächlich auferstanden. Dies bedeutet, daß Er wirklich tot war. Der Versuch, die Auferstehung zu schmälern durch die Behauptung, Jesus Christus sei in der Kühle des Grabes aus einer tiefen Ohnmacht aufgewacht, widerspricht der Heiligen Schrift. Sie bezeugt: Jesus Christus war tot! Mk 15,44-45 "Pilatus aber wunderte sich, daß er schon tot sei, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. Und als er's erkundet hatte von dem Hauptmann, gab er Josef den Leichnam." Joh 19,33-34 "Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus." Es waren gerade die Feinde Jesu Christi, die Seinen tatsächlichen Tod bestätigen, und die Seine Auferstehung glaubhaft bezeugen (vgl. Wächter und versiegeltes Grab!). Auch aus dem Mund des wiedererstandenen Herrn haben wir ein direktes Zeugnis: Offb 1,18 "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." b) eine leibliche Auferstehung Die Auferstehung Jesu Christi war eine leibliche Auferstehung. Apg 2,31 "hat er's vorausgesehen und von der

Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen." Als der Herr Jesus Seinen Jüngern erschien, zeigte sich der Auferstandene mit einem Leib (Lk 24,36-43; Joh 20,25-28): ein Geist hat nicht Fleisch und Bein durchbohrte Hände durchbohrte Füße (Mt 28,9) offene Seite Jesus Christus aß Jesu eigenes Zeugnis über Seinen Zustand Sein Leib war nach der Auferstehung nicht mehr im Grab: Lk 24,2-3 "Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesu nicht." Derselbe Leib, der ins Grab gelegt wurde, auferstand! Die leibliche Auferstehung dokumentiert den völligen Sieg über den Tod (=> Trennung). Die Auferstehung (=> Wiedervereinigung) ist der Triumph des Gekreuzigten!

ANREGUNGEN: Paulus führt in 1.Kor 15 eine ganze Zeugenliste derer auf, die den auferstandenen Herrn Jesus Christus mit eigenen Augen gesehen haben. 1.Kor 15,5-8 "und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf

einmal, von denen die meisten heute noch leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden." Es ist heute modern, zwar von der Auferstehung Jesu Christi zu sprechen und sie als solche zu "bekennen", doch spielt für die moderne Theologie das tatsächliche Geschehen am Ostermorgen keine Rolle. Es ist daher (vor allem bei Theologen) manchmal notwendig nachzufragen, ob denn Christus leiblich auferstanden sei, was dann meist ausweichend oder verneinend beantwortet wird. c) eine erstmalige Auferstehung Die Auferstehung Jesu Christi war die erste ihrer Art. Alle bisherigen Auferweckungen waren eine Wiederherstellung der gleichen vergänglichen Natur wie vor dem Tod des einzelnen. Sie waren begrenzt auf das irdische, zeitliche Leben. Im Gegensatz dazu steht die Auferstehung Christi im Herrlichkeitsleib. Er lebt in Ewigkeit und wird den Tod nicht mehr sehen. Offb 1,18 "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." Röm 6,9 "und wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen." Seinem Auferstehungsleib werden unsere Auferstehungsleiber nachgebildet sein (vgl. S. 11-12).

3. Die Folgen der Auferstehung Jesu Christi

a) für Jesus Christus Röm 1,4 "und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten." Jesus Christus beweist mit Seiner Auferstehung Seine Lehrautorität und die Berechtigung Seines Anspruchs, Gottes Sohn zu sein. Nur in der Auferstehung gibt Er das eindeutige Zeichen Seiner Göttlichkeit, das die Pharisäer von Ihm verlangt hatten (Mt 12,38-42; Joh 2,13-22). Jesus Christus wurde nicht Gottes Sohn bei der Auferstehung, sondern Er erwies sich durch die Auferstehung als Sohn Gottes! Die Auferstehung Christi zu leugnen würde bedeuten, Seine Gottheit zu verneinen!

ANREGUNG: Von Anfang an versuchte Satan, Christus dazu zu verleiten, Seine Gottessohnschaft vor der Zeit zu offenbaren (Mt 4). Auch unsere völlige Erlösung wird erst nach unserem Tod sichtbar. Wird es uns manchmal zu lang? b) für die Gläubigen

(1) Rechtfertigung Röm 4,25"welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt." Gott erweist durch die Auferweckung Seines Sohnes, daß Er das Opfer auf Golgatha angenommen hat. Jesus Christus ist unser Stellvertreter sowohl im Sterben als auch in der Auferstehung. Eph 2,5-6"auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden -; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus." Damit zeigt Gott gleichzeitig, daß wir gerechtfertigt sind. Nachdem unsere Schuld Christus zugerechnet wurde, wird nun Seine Gerechtigkeit uns angerechnet.

ANREGUNG: Der Christus für uns ist zum Christus in uns geworden. der Gerechtmacher ist meine Gerechtigkeit der Erlöser ist meine Erlösung der Versöhner ist meine Versöhnung (2) lebendige Hoffnung 1.Petr 1,3"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen

Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten." Hiob 19,25 "Und ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben." Die Auferstehung Jesu Christi ist die endlose Fortsetzung Seiner Menschwerdung. Wir haben eine lebendige Hoffnung, d.h. ein solides Fundament für unsere Zukunft. 1.Tim 1,1 "Paulus, ein Apostel Christi Jesu nach dem Befehl Gottes, unseres Heilands, und Christi Jesu, der unsre Hoffnung ist," Die Schrift zeigt deutlich die Hoffnungslosigkeit der Ungläubigen: Hiob 8,13"So geht es jedem, der Gott vergißt, und die Hoffnung des Ruchlosen wird verloren sein. Denn seine Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist ein Spinnweb" Hiob 11,20 "Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten, und sie werden nicht entrinnen können, und als ihre Hoffnung bleibt, die Seele auszuhauchen." Spr 10,28"Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein." Eph 2,12 "daß ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt." ANREGUNG: Alle Religionsstifter der Menschheitsgeschichte sind tot

- Jesus Christus, der Sohn Gottes, lebt! (3) neues Leben Wir wandeln in einem neuen Leben. Dabei handelt es sich nicht um ein reformiertes altes Leben, sondern um etwas völlig Neues! 2.Kor 5,17 "Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden!" Der Wandel in einem neuen Leben ist eine Folge der Auferstehung Jesu Christi. Röm 6,4 "So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln." Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus," An der Auferstehung Jesu Christi erkennen wir die Größe der an uns wirkenden Kraft. Eph 1,19-20 "und wie überschwenglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel" Phil 3,10 "Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten." Daher können wir anstelle von "Heiligungsleben" auch

"Siegesleben" sagen. Die Tatsache, daß wir im Sieg leben können, ist eine Folge der Auferstehung! Am Ende des Auferstehungskapitels 1.Kor 15 finden sich folgende gewaltige Aussagen: 1.Kor 15,55-57 "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!" ILLUSTRATION: Wir vergleichen unser altes und neues Leben mit einer Raupe und einem Schmetterling. Die Raupe (altes Leben) müht sich ab, zerstört mit ihrem Egoismus und ist im übrigen völlig unfruchtbar. Beim Schmetterling handelt es sich um das gleiche Tier, das jedoch eine grundlegende Wandlung durchmachte. Der Schmetterling tanzt durch die Luft, erweckt keine Ekelgefühle und ist nützlich. Nur er kann sich vermehren! Können wir uns Schmetterlinge vorstellen, die sich wie Raupen verhalten? (Studieren Sie Eph 4,2224 mit den dann folgenden 5 Beispielen der Verse 2532!).

ANREGUNG: "Die Kraft der Auferstehung" kann in unserem Leben sichtbar werden. Es geht folglich nicht mehr um krampfhafte Selbstbemühung (Schlagwort: "Heiligungsstreß"), sondern um Christus in uns!

Studieren Sie unter diesem Aspekt die Aussagen der Heiligen Schrift in Gal 5,22 und Phil 4,13. (4) Fürsprecher Durch die Auferstehung haben wir einen lebendigen Fürsprecher vor Gott im Himmel. Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt." Hebr 7, 25 "Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie." Wir brauchen diesen hohenpriesterlichen Dienst Jesu Christi, der nur durch Seine Auferstehung möglich ist, täglich.

ANREGUNG: In den Dienst Jesu Christi als Fürsprecher erhalten wir Einblick in Joh 17,15+17+20 (das "hohepriesterliche Gebet"); Lk 22,31-33; und vor allem Hebr 9,24; 1.Joh 2,1; Offb 12,10! (5) Auferstehungshoffnung Unsere Auferstehung (oder Verwandlung bei der Entrückung) ist eine Folge der Auferstehung Jesu Christi.

2.Kor 4,14 "denn wir wissen, daß der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch." 1.Thess 4,14 "Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen." Die Auferstehung Jesu Christi ist das Vorbild unserer Auferstehung. Phil 3,21 "der unseren nichtigen Leib verwandeln wird, daß er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann." 1.Kor 15,47+49 "Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. [...] Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen." Und die Auferstehung Jesu Christi ist die Garantie für unsere Auferstehung. Jesus Christus spielte bereits zu Seiner Erdenzeit auf Seine Auferstehung an, als Er zu Seinen Jüngern sagte: Joh 14,19 "Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben." Der Heilige Geist, der Jesus auferweckte, garantiert auch unsere Auferweckung: Röm 8,10-11 "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig

machen durch seinen Geist, der in euch wohnt." c) für die Ungläubigen Auch für die Ungläubigen ist die Auferstehung Jesu Christi die Ursache und Garantie ihrer zukünftigen Auferstehung. 1.Kor 15,22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden." Joh 5,28-29 "Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts." Darüber hinaus ist die Auferstehung das unfehlbare Zeugnis für das Weltgericht, nachdem Gott der ganzen Menschheit die Erlösung angeboten hat. Apg 17,31 "Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat."

VII. Kapitel: Die Himmelfahrt und Erhöhung Jesu Christi und ihre Bedeutung

Die Himmelfahrt und Erhöhung Jesu Christi können

nicht voneinander getrennt werden. Sie sind Beschreibungen eines Geschehens, das von unterschiedlicher Perspektive aus berichtet wird. Die Himmelfahrt beschreibt das vom Menschen auf der Erde beobachtete Geschehen, während die Erhöhung Jesu Christi für den Menschen unsichtbar beim himmlischen Vater stattfand. Wir müssen also Himmelfahrt und Erhöhung, auch wenn wir sie getrennt behandeln, immer als Einheit betrachten.

1. Die Himmelfahrt Jesu Christi

a) Definition Unter "Himmelfahrt" verstehen wir die Rückkehr des inkarnierten, gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus in den Himmel. Dies geschah in Gestalt Seines Auferstehungsleibes und für die Jünger sichtbar. Die Himmelfahrt ist also der vom Menschen zu beobachtende Teil des Geschehens Himmelfahrt / Erhöhung. Sie markiert den Übergang Christi von der sichtbaren in die unsichtbare Welt! Lk 24,51 "Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel." Apg 1,9-10 "Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern."

ANREGUNG: "Himmelfahrt" und "Raumfahrt" können nicht in Verbindung gebracht werden! (Vgl. Apg 1,11) Apg 1,11 "Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen." b) Zweck der Himmelfahrt Jesu Christi In den Abschiedsreden Jesu (Joh 14-16) und dem Hebräerbrief finden wir Aussagen über den Zweck der Himmelfahrt.

(1) ein Heim zu bereiten Joh 14,2-3 "In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin." Er ging zum Vater, um unseren ewigen Aufenthalt vorzubereiten, der aber schon vorbereitet ist. Dieses Wissen erfüllt unsere Herzen mit Erwartung und Vorfreude. Phil 3,20 "Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus

Christus," (2) den Heiligen Geist zu senden Jesus Christus "fuhr gen Himmel", um uns den Heiligen Geist zu senden. Joh 16,7 "Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden." (3) unser Vorläufer zu werden Hebr 6,19-20 "Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang. Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks." Der Herr Jesus hat uns den Weg gebahnt und uns die Stätte bereitet!

(4) uns vor Gott zu vertreten Als auferstandener und aufgefahrener Herr tritt Jesus Christus im Himmel Seinen Dienst als Hoherpriester an. Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und

Opfer darbringe für die Sünden." Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen;" Wir werden den Dienst unseres Hohenpriesters später noch genauer studieren.

2. Die Erhöhung Jesu Christi

a) Definition Die Erhöhung ist jener Teil des Gesamtgeschehens Himmelfahrt / Erhöhung, der dem menschlichen Auge verborgen blieb. Unter der Erhöhung Christi verstehen wir den Akt des Vaters, durch den Er Seinen Sohn zu Seiner Rechten setzte. Diese Erhöhung fand im Himmel statt. Apg 2,33 "Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört." Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist," Eph 1,20 "mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel."

b) Bedeutung der Erhöhung Jesu Christi

(1) eingesetzt zum Haupt der Gemeinde Eph 1,22-23 "Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt." Ein Leib kann notfalls auf Glieder verzichten - nicht aber auf das Haupt. Wird der Leib von diesem getrennt, so ist er tot. Wahre Gemeinde findet sich also nur dort, wo der erhöhte Jesus Christus das Haupt ist. Im Leib kann aber nur ein Wille regieren - der Wille des Hauptes! Wir sehen auch, wie das Haupt - Christus - Seinem Leib dient. Eph 5,29 "Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehaßt; sondern er nährt und pflegt es, wie auch Christus die Gemeinde." Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken." Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes kann Christus in den Gläubigen wohnen. Außerdem sind so der Gemeinde die Gaben gegeben (vgl. 1.Kor 12,4-11): Eph 4,8+10-11"Darum heißt es: 'Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben. [...] Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die

Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden." (2) erhöht über alles Eph 1,20b-22a"... und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan ..." Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist," Eine wunderbare (für die Seinen) und zugleich schreckliche (für die Gottlosen) Folge dieses "über alles" ist, Phil 2,10-11 "daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters." ANREGUNG: Mit der Erhöhung Jesu Christi dokumentiert Gott gleichzeitig die Größe Seiner Kraft an uns: Eph 1,19-20 "und wie überschwenglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel"

(3) gekrönt mit Preis und Ehre Hebr 2,9 "Den aber, der 'eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel', Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes 'gekrönt mit Preis und Ehre'; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken." Nach ca. 33 Erdenjahren kehrt Jesus Christus als Sieger von Golgatha zum Vater in den Himmel zurück. Gezeichnet mit den Wundmalen besteigt Er dort den Thron. Welcher Unterschied zur Erniedrigung in Seiner Erdenzeit! Wie war es damals? Joh 1,11 "Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf." Lk 2,7 "Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge." Mt 8,20 "Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege." Hebr 13,12-13 "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So laßt uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen." Die Menschen krönten Ihn mit der Dornenkrone (Mt 27,28-30) - nun ist Er gekrönt mit "Preis und Ehre". Der himmlische Vater gab Ihm die Stellung, die Ihm gebührt. Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist," Ps 110,1 "Der Herr sprach zu meinem Herrn: 'Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.'"

Wir lesen über 10x vom "Sitzen zur Rechten Gottes". Bis zur endgültigen Offenbarung Seines Sieges erfüllt Er dort Sein dreifaches Amt.

ANREGUNG: Wie der Tod Jesu Christi zu einer praktischen Erfahrung in unserem Leben wurde, so können auch Seine Auferstehung und Seine Erhöhung zu einer wunderbaren, praktischen Erfahrung werden. Phil 3,10 "Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden," Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,"

VIII. Kapitel: Das Amt Jesu Christi

Jesus Christus ist der Messias, der Gesalbte Gottes. Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen." Apg 10,38 "wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm." In Ihm ist jede Salbung des AT erfüllt. Im AT wurde der

Prophet, Priester und König gesalbt und so in seinen Dienst eingesetzt und für ihn ausgerüstet. 1.Kön 19,15-16 "Aber der Herr sprach zu ihm: Geh wieder deines Weges durch die Wüste nach Damaskus und geh hinein und salbe Hasael zum König über Aram und Jehu, den Sohn Nimschis, zum König über Israel und Elisa , den Sohn Schafats, von Abel-Mehola zum Propheten an deiner Statt." 3.Mose 8,12 "Und er goß von dem Salböl auf Aarons Haupt und salbte ihn, daß er geweiht würde," 1.Sam 16,13 "Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von dem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama." Jes 61,1-2 "Der Geist Gottes ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, daß sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden," Die Salbung Jesu Christi geschah bei Seiner Taufe im Jordan (Apg 10,37-38). Hier wurden die alttestamentlichen Vorbilder auf Christus hin erfüllt. In Ihm erkennen wir nun die Erfüllung des Propheten, Hohenpriesters und Königs. Als der Prophet offenbart Er Gott bei den Menschen. Als der Hohepriester versöhnt Er den Menschen mit Gott. Als der König stellt Er die Autoritätsbeziehung zwischen Gott und den Menschen wieder her. Gott Gott Gott Gott

Sünde Prophet Hoherpriester König Mensch Mensch Mensch Mensch Die drei Ämter Christi sind eng miteinander verbunden. Sein prophetisches Wirken bereitete Seinen hohenpriesterlichen Dienst vor, der wiederum Voraussetzung zur Aufrichtung Seiner Königsherrschaft war. Joh 15,22 "Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde zu entschuldigen." 1.Petr 2,24 "der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden." 1.Kor 12,3 "Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den heiligen Geist." ANREGUNGEN: Auch wir Gläubige sind gesalbt. 2.Kor 1,21 "Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsere Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat." 1.Joh 2,27-28 "Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern, wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm." Das dreifache Amt des Gesalbten ist im Heidelberger

Katechismus eindrücklich zusammengestellt (Frage 31): "Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt? Weil er von Gott dem Vater verordnet und mit dem Heiligen Geist gesalbt ist zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen Rat und Willen Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich geoffenbart; und zu unserm einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einzigen Opfer seines Leibes erlöst hat und immerdar mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt; und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei der erworbenen Erlösung schützt und erhält."

1. Das prophetische Amt Jesu Christi

a) Definition Der Begriff "Prophet" kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet soviel wie "Verkündiger" und "Sprecher", dann in einem engeren Sinne auch "Vorhersager". Die LXX benutzt "Prophet" als Übersetzung des hebräischen nabi, einem Wort, dessen Herkunft nicht zweifelsfrei zu klären ist. Neben nabi (=Prophet) gebraucht das AT auch die Begriffe "Mann Gottes" und "Seher / Schauer", die jedoch nicht eindeutig von einander abgegrenzt werden können. In 1.Sam 9,9 finden wir einen Hinweis: 1.Sam 9,9 "Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Gott zu befragen: Kommt, laßt uns zu dem Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten nennt, die nannte

man vorzeiten Seher." 1.Chr 29,29 stellt dann gleich drei Begriffe nebeneinander: 1.Chr 29,29 "Die Geschichte aber des Königs David, die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben in der Geschichte des Samuels, des Sehers [roäh], und in der Geschichte des Propheten [nabi] Nathan und in der Geschichte Gads, des Sehers [chozäh]," Der Gebrauch des hebräischen nabi wird durch folgenden Vers besonders deutlich: 2.Mose 7,1-2 "Der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zum Gott gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein. Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein Bruder, soll es vor dem Pharao reden, damit er die Israeliten aus seinem Lande ziehen lasse." Mose nimmt hier die Stellung des Herrschenden ein, Aaron die des Propheten, der die empfangene Botschaft weitergibt. 2.Mose 4,16 "Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn Gott sein." Das prophetische Amt umfaßt also zwei wichtige Aufgaben: die Aufnahme des Wortes und die Weitergabe des empfangenen Wortes! Der Prophet ist folglich eine berufene Person, die im Auftrag Gottes das empfangene göttliche Wort an seine Zeitgenossen weitergibt. 5.Mose 18,18 "Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in

seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde." Jer 1,9 "Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund." ANREGUNGEN: Studieren Sie den Begriff "Prophet" in verschiedenen Lexika. Schlagen Sie dabei auch die Begriffe "Seher", "Schauer" und "Verkündiger" auf. Wiederholen Sie bei dieser Gelegenheit aus der Bibliologie das Kapitel: "Der Vorgang der Inspiration" b) Verheißen im AT Jesus Christus, der Prophet, war im AT verheißen. 5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen." Jedoch wurde Christus nicht erst in Seiner inkarnierten Gestalt zum Propheten. Er war es bereits zur Zeit des AT, ja schon von Ewigkeit her. 1.Petr. 1,11 "und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach." Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." So erstreckt sich Sein Prophetenamt von Anfang an bis in alle Ewigkeit.

Offb 19,13 "Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes." c) Geoffenbart im NT Die Verheißung des AT wird in Jesus Christus erfüllt. Von Seinem Dienst als Prophet lesen wir im NT. Apg 3,22 "Mose hat gesagt: 'Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; den sollt ihr hören in allem, was er euch sagen wird.'" Hebr 1,2 "hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat." Jesus Christus erfüllt Sein prophetisches Amt, indem Er den Vater offenbart (Joh 14,9). Joh 16,25 "Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, daß ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater." Er tut dies auch durch die Weitergabe des empfangenen Wortes (s. Definition) Joh 8,26 "Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich." Joh 12,49-50 "Denn ich habe nichts aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.

Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat." Joh 17,8 "Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, daß du mich gesandt hast." So finden sich Zeugnis, Lehre und Predigt im Dienst Jesu Christi: Joh 18,37 "Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme." Mt 4,23 "Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk." Die Reden Jesu Christi nehmen weiten Raum in den Evangelienberichten ein. Ein Teil dieser Reden ist auch im engeren Sinne "prophetisch", z.B. Mt 24-25. Die Prophetien Jesu Christi waren nicht immer Endzeitprophetien. Ein Teil Seiner Vorhersagen wurde auch unmittelbar erfüllt, z.B.: Mt 21,2 "und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!" Mt 17,27 "Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück

finden; das nimm und gib's ihnen für mich und dich." Falsche Propheten sollten nach dem Gesetz gesteinigt werden (5.Mose 13,5+10). Christus erwies sich jedoch als der wahre Prophet. Er selbst bezeichnet sich als Prophet: Mk 6,4 "Jesus aber sprach zu ihnen: ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause." Lk 13,33 "Doch muß ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an, daß ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem." Ein großer Teil der Evangelien besteht aus der Verkündigung Jesu Christi und der Seinen Prophetendienst unterstützenden und beglaubigenden Zeichen und Wunder. Mt 4,23 "Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk." d) Besonderheit des prophetischen Amtes Jesu Christi Jesus Christus offenbarte Gott nicht nur durch Worte, sondern auch durch Werke und durch Sein Wesen. Er offenbarte Gott in sich und durch sich selbst! Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt." Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." In Ihm ist alle Prophetie erfüllt. Während alle anderen

Propheten nur auf Ihn hinwiesen, ist Er das inkarnierte Wort: Lk 24,44 "Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen." Joh 1,14 "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." 2. Das hohepriesterliche Amt Jesu Christi

a) Definition und Erfüllung in Jesus Christus

Gott überbrückt vermittelst des Opfers die Trennung zwischen Gott und Menschen. 3.Mose 17,11 "Denn des Leibes Leben ist im Blut, und ich habe es euch für den Altar gegeben, daß ihr damit entsühnt werdet. Denn das Blut ist die Entsühnung, weil das Leben in ihm ist." Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Der Priester bringt den Menschen Gott nahe. Auf göttlichen Befehl hin ist er der Mittler zwischen Gott und

Mensch und vertritt den Menschen vor Gott.

(1) Nahebringer Das deutlichste Bild für das Nahebringen des Menschen zu Gott finden wir im Handeln des Hohenpriesters am großen Versöhnungstag (3.Mose 16). 3.Mose 16,15+17 "Danach soll er den Bock, das Sündopfer des Volks, schlachten und sein Blut hineinbringen hinter den Vorhang und soll mit seinem Blut tun, wie er mit dem Blut des Stieres getan hat, und etwas davon auch sprengen gegen den Gnadenthron und vor den Gnadenthron [...] Kein Mensch soll in der Stiftshütte sein, wenn er hineingeht, Sühne zu schaffen im Heiligtum, bis er herauskommt. So soll er Sühne schaffen für sich und sein Haus und die ganze Gemeinde Israel." Diesen Dienst tat Jesus Christus für uns! Er ist unser Nahebringer! Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben." Eph 2,13 "Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst ferne wart, nahe geworden durch das Blut Christi." (2) Mittler Der Hohepriester ist auch "Mittler". Er geht vom Menschen zu Gott hin - und dann wiederum von Gott

zum Menschen zurück. 3.Mose 16,24 "und er soll sich mit Wasser abwaschen an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider anziehen und wieder hinausgehen und sein Brandopfer und des Volkes Brandopfer darbringen und sich und das Volk entsühnen" Zu den Mittleraufgaben gehören Segen, Lehre und die Befragung Gottes durch das Los. 4.Mose 6,23 "Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:" Mal 2,7 "Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde Weisung suche; denn er ist ein Bote des Herrn Zebaoth." 2.Mose 28,30 "Und du sollst in die Brusttasche tun die Lose 'Licht und Recht', so daß sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er hineingeht vor den Herrn, daß er die Entscheidungen für die Israeliten auf seinem Herzen trage vor dem Herrn allezeit." 4.Mose 27,21 "Und er soll treten vor Eleasar, den Priester, der soll für ihn mit den heiligen Losen den Herrn befragen. Nach dessen Befehl sollen aus- und einziehen er und alle Israeliten mit ihm und die ganze Gemeinde." Das NT offenbart uns Jesus Christus als unseren Mittler! 1.Tim 2,5 "Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus," Durch diesen vollkommenen Mittler können wir "zu Gott kommen".

Hebr 7,25 "Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie." Jesus Christus ist der Mittler des neuen Bundes - im Gegensatz zu Mose, dem Mittler des alten. Joh 1,17 "Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." Hebr 9,15 "Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen." (3) Vertreter Aus Gottes Sicht ist der Priester der Vertreter des Menschen vor Gott. Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden." 2.Mose 28,12+29 "Und du sollst sie auf die Schulterteile des Schurzes heften, daß es Steine seien zum gnädigen Gedenken an die Israeliten, so daß Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem Herrn, damit der Herr ihrer gedenke. [...] So soll Aaron die Namen der Söhne Israels in der Brusttasche auf seinem Herzen tragen, wenn er in das Heiligtum geht, zum gnädigen Gedenken vor dem Herrn allezeit." Der alttestamentliche Hohepriester trug die Namen der 12 Stämme Israels in Edelsteine graviert ständig in die

Gegenwart Gottes. Unser Hoherpriester, Christus, kennt uns mit Namen. Joh 10,3+14 "Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. [...] Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich." Wir sind in Ihm in die Gegenwart Gottes versetzt! Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus," Unser Herr vertritt uns vor Seinem Vater. In Ihm haben wir den Fürsprecher vor dem Thron Gottes. Joh 17,9+20 "Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. [...] Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden." 1.Joh 2,1 "Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist." Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen;" Hebr 7,25 "Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt für immer und bittet für sie." ANREGUNGEN:

Ohne den Tod Jesu Christi kann kein Sünder selig werden. Aber wo wären wir ohne Seine hohepriesterliche Fürbitte? Röm 8,33-34 "Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt." Studieren Sie das "Hohepriesterliche Gebet" Jesu Christi in Joh 17! b) Bedingungen und deren Erfüllung in Jesus Christus Für den Hohenpriester hatte Gott eindeutige Kriterien aufgestellt. Betrachten wir nun einige dieser Bedingungen, und wie sie in Jesus Christus erfüllt werden.

(1) der Hohepriester muß Mensch sein Nur ein Hoherpriester, der Mensch ist, kann die Menschen vor Gott vertreten. Nur er kann mitfühlen. Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er die Gaben und Opfer darbringe für die Sünden." Dies gilt auch für Christus: Hebr 2,14a "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen," Hebr 2,17 "Daher mußte er in allem seinen Brüdern

gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes." Phil 2,7 "sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt." (2) der Hohepriester muß von Gott berufen sein Hebr 5,4 "Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron." Über dem Priestertum liegt kein Verdienst, sondern eine göttliche Berufung. Nur ein solch "Gerufener" kann vor Gott treten. Auch Christus ist von Gott berufen: Hebr 5,5-6 "So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: 'Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.' Wie er auch an anderer Stelle spricht: 'Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.'" (3) der Hohepriester muß heilig sein Mehrmals finden wir die Betonung der Heiligkeit des Priesters. Er mußte für Gott abgesondert sein (= heilig!). 2.Mose 28,36 "Du sollst auch ein Stirnblatt machen aus feinem Golde und darauf eingraben, wie man Siegel eingräbt: 'Heilig dem Herrn'" 3.Mose 21,6 "Sie sollen ihrem Gott heilig sein und nicht entheiligen den Namen ihres Gottes, denn sie

opfern die Feueropfer des Herrn, die Speise ihres Gottes; darum sollen sie heilig sein." 3.Mose 21,18 "Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten Gesicht, mit irgendeiner Mißbildung" Christus mußte heilig, ohne irgendein Fehl sein. 1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde." Hebr 7,26-28 "Denn einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. Er hat nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich opferte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die Schwachheit an sich haben, dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist." (4) der Hohepriester muß ein Opfer haben Der Hohepriester muß ein Opfer haben - er kann nicht ohne das Blut eines Opfers vor Gott treten. Hebr 5,3 "Darum muß er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden." Jesus Christus hat nicht irgendetwas, sondern sich selbst als Opfer dargebracht.

Hebr 7,27 "Er hat nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich opferte." Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben." Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!" Hebr 9,26 "sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben." Hebr 10,10 "Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi." Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden." Der Wert des Opfers liegt im Blut. Daher mußte Christus sterben. 3.Mose 17,11 "des Leibes Leben ist im Blut, und ich habe es euch für den Altar gegeben, daß ihr damit entsühnt werdet. Denn das Blut ist die Entsühnung, weil das Leben in ihm ist." So gipfelt das hohepriesterliche Amt Jesu Christi genau wie das AT-Priesteramt - im Opfer und in der Fürbitte.

ANREGUNGEN: Siehe das spezielle Studium der Opfer (3.Mose 1-7). Studieren Sie ausführlich den großen Versöhnungstag (3.Mose 16). Er ist eine gewaltige Anschauungspredigt für das Versöhnungswerk Jesu Christi! 3.Mose 16,4 Hebr 9,26 Phil 2,7 3.Mose 16,15+21 Hebr 9,24 1.Joh 1,9 3.Mose 16,24 Hebr 9,18 Mt 24,30 Wie muß der alttestamentliche Hohepriester innerlich bewegt gewesen sein, wenn er am Brandopferaltar stehend das Opfertier schlachtete und dann mit dem Blut ins Allerheiligste ging, um das Volk zu versöhnen. Welch heilige Augenblicke am Kreuz von Golgatha, in denen Gott Seinen sterbenden Sohn den Blicken der Menschen durch eine Finsternis entzog! c) Das melchisedek'sche Hohepriestertum Jesu Christi Das Hohepriestertum Jesu Christi geht weit über das des aaronitischen Hohenpriesters hinaus. Jesus Christus ist Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks (vgl. zu Melchisedek 1.Mose14,18-20 und Hebr 7,1-3).

Hebr 7,17 "Denn es wird bezeugt: 'Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.'" Die Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks unterscheidet sich von der aaronitischen Priesterschaft und ist dieser überlegen. Durch Jesus Christus ist das aaronitische Priestertum beendet. In allen Bereichen des Priestertums fand eine radikale Veränderung statt. Hierüber gibt der Hebräerbrief Auskunft: das ewige, neue Priestertum (Hebr 7,11-28) Hebr 7,24 "dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum" der ewige, neue Bund (Hebr 8,6-7+13) Hebr 13,20 "Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes." das ewige, neue Heiligtum (Hebr 9,1-28) Hebr 9,11-12 "Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist." das ewige, neue Opfer (Hebr 10,11-18) Hebr 10,12 "Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes." (1) Wesen Höhepunkt des Dienstes eines aaronitischen Hohenpriesters war der große Versöhnungstag. Dieser wurde jedes Jahr wiederholt und galt lediglich dem Volk Israel, also national beschränkt.

3.Mose 16,34a"Das soll euch eine ewige Ordnung sein, daß ihr Israel einmal im Jahr entsühnt wegen aller seiner Sünden." Hebr 9,7 "In den andern Teil aber ging nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, und das nicht ohne Blut, das er opferte für die unwissentlich begangenen Sünden, die eigenen und die des Volkes." Jesus Christus, der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen. Auch ist Sein Dienst nicht auf ein Volk beschränkt - also universal. Hebr 9,26 "sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben." 1.Joh 2,2 "Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt." Hebr 8,1 "Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel" Vor dem Thron Gottes vertritt Er Seine Auserwählten: Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt." Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Heiligtum Gottes zu erscheinen;" 1.Joh 2,1 "Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben

wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist." (2) Dauer Der aaronitische Hohepriester verließ die Gegenwart Gottes im Allerheiligsten wieder. Jesus Christus wirkt dort ununterbrochen weiter. Sein melchisedek'scher Dienst ist ewig. Hebr 7,24-25 "dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er bleibt für immer und bittet für sie." SCHLUSSBEMERKUNG: Im Zusammenhang mit dem priesterlichen Dienst unseres Herrn Jesus Christus kommt immer wieder die Frage nach dem Geltungsbereich Seines Opfers auf. Gilt Sein Tod nur den Auserwählten, oder starb Er für die ganze Welt? 1.Tim 4,10 "Denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen." Einige Verse könnten darauf hindeuten, daß Jesus Christus nur für eine Schar Auserwählter gestorben ist (z.B.: Mt 26,28; Mk 10,45; Joh 17,9; Eph 5,25). Wir lesen aber: Joh 1,29 "Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus

zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!" 1.Joh 2,2 "Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt." Tit 2,11 "Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen." 1.Tim 2,6 "der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß dies zu seiner Zeit gepredigt werde." Jesus Christus ist für alle Menschen gestorben. Sein Tod ist die Grundlage, aus der Gott dem Sünder vergeben und ihn erneuern kann. Das Heil ist für alle bereitgestellt, aber es wird nicht von allen angenommen (vgl. 2.Kor 5,19-20).

3. Das königliche Amt Jesu Christi

a) Definition In Seinem königlichen Amt stellt Jesus Christus die Autoritätsbeziehung zwischen Gott und den Menschen wieder her. Als König gehört Ihm alle Herrlichkeit und Macht, wie z.B. die der Gesetzgebung (Legislative), Regierung (Exekutive), und des Richteramtes (Jurisdiktion).

b) Jesus Christus, der König Jesus Christus ist im AT als König verheißen:

1.Mose 49,10 "Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen." 2.Sam 7,12-13 "Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich." Im NT wird Jesus Christus als der König geoffenbart. Vor allem das Matthäusevangelium zeigt uns den verheißenen König und Sein Königreich. Aber auch die anderen Evangelien sprechen von Seiner Königsherrschaft. Dies beginnt schon bei der Geburt Jesu Christi und zieht sich bis zu Seiner Kreuzigung: Lk 1,33 "und er wird ein König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben." Lk 2,11 "denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." Mt 21,4-5 "Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: 'Sag der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers." Joh 18,36-37 "Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König."

Doch obwohl der König in Sein Eigentum kam, wurde Er nicht (an-)erkannt (Joh 1,11). Sein eigener Herold zweifelte an Ihm (Mt 11,3), und das Volk lehnte Ihn ab. Joh 19,14-15 "Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Seht, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser." ANREGUNG: Bedenken Sie die gewaltige Anschauungslektion der alttestamentlichen Theokratie (Sam / 1.+2. Kön / 1.+2. Chr / Propheten) (1) im Reich der Gnade Die Inthronisation Jesu Christi ist die Hauptbedeutung Seiner Erhöhung. Zur Rechten Gottes wartet Er auf die sichtbare Verwirklichung Seiner Königsherrschaft. Hebr 8,1 "Das ist die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel." Ps 110,1 "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." Schon heute ist die Gemeinde Teil des Königreiches Gottes. Joh 18,36-37 "Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht

von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt." Nur durch den Heiligen Geist, der an Pfingsten ausgegossen wurde, kann Jesus Christus als König anerkannt werden. 1.Kor 12,3 "Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den heiligen Geist." Das Reich Christi ist heute ein Reich der Gnade. Hebr 4,16 "Darum laßt uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben." ANREGUNGEN: Die Königsherrschaft Christi muß auch in unserem Leben praktisch werden. Wie kommt diese Herrschaft zustande? Wie weit konnte Er Seine Herrschaft in unserem Leben aufrichten (konstitutionelle oder absolute Monarchie)? Wie wirkt sie sich praktisch aus? Zur Person Jesu Christi gehört auch immer Sein Herrschaftsanspruch - Er ist König! In Verkündigung und Liedgut unserer Gemeinden ist diese Wahrheit oft vernachlässigt. Wie könnte sie z.B. in der Evangelisation berücksichtigt werden? (2) im Reich des Friedens

Nachdem Jesus Christus bei Seinem ersten Kommen von Israel abgelehnt wurde, wird er bei Seinem zweiten Kommen erkannt und angenommen werden. Auf dem Thron Davids wird Er die Verheißungen an David und Israel als königlicher Messias erfüllen. Dies geschieht im Tausendjährigen Reich. Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen." Hos 3,5 "Danach werden sich die Israeliten bekehren und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen und werden mit Zittern zu dem Herrn und seiner Gnade kommen in letzter Zeit." Hes 37,24 "Und mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun." Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes werden auch diese Untertanen Jesu Christi wiedergeborene Menschen sein. Röm 11,26 "und so wird ganz Israel gerettet, wie geschrieben steht: 'Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob." Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn

klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen." Joel 3,1 "Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen." Dieses Reich wird ein Reich des Friedens sein. Jes 9,5-6 "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, EwigVater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth." ANREGUNG: Das Friedensreich Christi (Millenium) ist noch nicht verwirklicht. Die "Friedensbewegung" mißbraucht Prophezeiungen auf dieses Reich, um politischen Frieden bereits heute anzustreben. Die Gemeinde Jesu Christi verkündigt lediglich den Frieden zwischen Gott und dem Menschen durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi - nicht einen politischen Frieden, der erst nach dem zweiten Kommen Christi unter dessen Herrschaft errichtet wird. (3) im Reich der Herrlichkeit In der neuen Schöpfung wird das ewige und

allumfassende Reich des Sohnes dem Vater untertan sein. 1.Kor 15,28 "Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem." Jesus Christus regiert vom Thron Gottes und des Lammes: Offb 22,1+3 "Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; [...] Und es wird nichts Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm dienen" Dieses ewige Reich Gottes wird das Reich der Herrlichkeit sein. Offb 21,23 "Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm." Exkurs: Die Konzile von Nicäa und Chalcedon Die Frage nach dem Zu- und Miteinander der göttlichen und menschlichen Natur der Person Jesu Christi hat schon immer viele Theologen beschäftigt. Vor allem im 4. und 5. Jahrhundert stand sie im Mittelpunkt theologischer Streitigkeiten. Freilich stand nicht die ganze Kirchengeschichte dieser Jahre nur im Zeichen dieser Auseinandersetzungen: das Leben der Gemeinden ging in vollem Umfang weiter. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand jedoch

die Frage nach dem Verhältnis Jesu Christi zum himmlischen Vater. Die Theologen versuchten, mit den Begriffen "wesenseins" und "wesensähnlich" dieses innertrinitarische Verhältnis zu beschreiben. Beide Begriffe unterscheiden sich im Griechischen nur durch den einen Buchstaben "Jota" (i). Dabei handeltete es sich nicht nur um ein abstraktes Theologengezänk. Hinter diesen so ähnlichen Begriffen verbergen sich zwei einander entgegengesetzte Grundauffassungen des Christentums. Es ging um nichts weniger als um die Sicherheit der durch Christus gewirkten Erlösung. Deshalb können wir Dauer, Heftigkeit und allgemeine Ausdehnung der Kämpfe verstehen. Wie meistens in der Kirchengeschichte spielten nicht nur theologische Überlegungen eine Rolle. Der Streit war vielschichtig. Persönliche Mißgunst und Streben nach Macht spielten die gleiche Rolle wie kulturelle und soziale Unterschiede. Völlig trennen ließen sich diese Schichten nie ganz; oftmals können wir sie nur erahnen. Wir wollen die Entwicklung der Christologie in der Frühen Kirche nur in groben Linien aufzeigen. So behandeln wir zunächst den arianischen Streit, der zum Konzil von Nicäa führte. Es ging um die Gottheit Christi. Die christologischen Streitigkeiten in der Zeit zwischen Nicäa und Chalcedon betrafen die Menschheit Jesu Christi und vor allem das Zueinander der zwei Naturen.

1. Die Vorgeschichte In vielen Kirchengeschichtsbüchern fängt der arianische Streit im 4. Jahrhundert an. Dies ist nur bedingt richtig. Eigentlich nahm er bereits im 2. Jahrhundert seinen

Ausgang. In der Auseinandersetzung mit heidnischen Religionen und Philosophien versuchte man, den Monotheismus des AT, Aussagen über Jesus Christus im NT und die griechischen Vorstellungen über das Wesen eines Gottes in Einklang zu bringen. Für die griechische Philosophie war ein dreieiniger Gott, zumal einer, der sich in Raum und Zeit offenbart, undenkbar. So stand man vor der Schwierigkeit, den Glauben an einen Gott mit der christlichen Lehre von Vater, Sohn und Heiliger Geist in Einklang zu bringen. Dabei entstanden zwei Strömungen, die eigentlich einander entgegengesetzt waren, jedoch gemeinsam haben, daß sie jeden Dreifaltigkeits-gedanken ablehnen. Diese Strömungen nennt man zusammenfassend Monarchianismus. Die erste monarchianistische Strömung ging davon aus, daß Christus nur ein vergöttlichter Mensch war. Man dachte Ihn sich als einen Propheten, der zu einer gewissen Zeit zwar mit göttlichen Kräften ausgestattet, jedoch dadurch kein Gott geworden war. Jesus war ein normaler Mensch, auf den der Christus wie eine Kraft gekommen war (meist wird hier die Taufe Jesu als Zeitpunkt genannt). Daher erhält diese Meinung den Namen dynamistischer Monarchianismus. Die zweite Richtung nahm ihren Anfang in Kleinasien. Für sie war Christus kein vergöttlichter Mensch, sondern eine Erscheinungsweise des einen Gottes. Seine Menschheit (menschliche Natur) wurde ganz abgelehnt. Für diese Gruppe gab es nur die eine Person Gott, die sich auf drei verschiedene Offenbarungsweisen (modi) zeigt. Daher erhält diese Strömung die Bezeichnung modalistischer

Monarchianismus. Wir erkennen in der Irrlehre des Monarchianismus den menschlichen Versuch, das Wesen Jesu Christi verstandesmäßig zu begreifen und auszudrücken. Beide Strömungen verloren dabei eine Seite Seiner Person. Der Monarchianismus wurde als Häresie verdammt.

2. Das Nicänum Die Probleme des Monarchianismus kehren im 4. Jahrhundert zurück. Hier mußte der Arianismus (so genannt nach seinem Vertreter Arius) bekämpft und die kirchliche Trinitätslehre bestätigt werden. Dies geschah durch die ökumenischen Konzile von Nicäa (325) und Konstantinopel (381).

a) Arius Wie die Monarchianer ging auch Arius von einem philosophischen Gottesbegriff aus. Da Gott unteilbar und unveränderlich ist, kann Er auch keinem anderen Seine Gottheit mitteilen. Für Arius bedeutete diese Voraussetzung, daß Christus ein Geschöpf Gottes sein muß. Christus ist also nicht ewig, nicht präexistent, sondern vor der Schöpfung als Mittelwesen zwischen Gott und Mensch geschaffen worden. Ihn hat dann angeblich Gott zur Schöpfung Himmels und der Erde benutzt. Auch für Arius war Jesus nicht Gott - nur wesensähnlich mit Gott.

b) Alexander von Alexandria Alexander von Alexandria war Arius' eigener Bischof. Er exkommunizierte Arius aufgrund seiner Irrlehre im Jahre 320. Doch konnte auch dies nicht verhindern, daß sich der Streit über den ganzen Orient ausbreitete. Auch zukünftig war Alexander, unterstützt von seinem Diakon Athanasius, einer der Hauptgegner des Arius. Arius hielt Christus für etwas Geschaffenes. Da er Ihm trotzdem göttliche Verehrung zubilligte, konnte man ihm Götzendienst (Anbetung des Erschaffenen, Gleichstellung von Geschöpf und Schöpfer) vorwerfen. Hinzu kam, daß Christus zwar etwas anderes als Gott, dennoch aber Gott sein sollte, was natürlich bedeutete, daß man zwei Götter verehrte. (Übrigens gab es für Arius noch weitere Mittelwesen). Der wichtigste Einwand gegen Arius war jedoch, daß seine Lehre von Christus das Heilswerk Christi ausschloß. Er, der angeblich selbst geschaffen war, konnte nicht die vollkommene Gotteserkenntnis besitzen und vermitteln. Auch konnte Sein Tod und Seine Auferstehung nicht Tod und Verdammnis besiegen.

c) Das Konzil von Nicäa Die Streitigkeiten um Arius gefährdeten die Einheit der Kirche. Da dies auch die innere Stärke des römischen Reiches gefährden mußte, berief Kaiser Konstantin nach

einem gescheiterten Schlichtungsversuch ein allgemeines Konzil von Bischöfen aus dem gesamten Kaiserreich nach Nicäa ein. Dies geschah im Jahr 325. Hier behielten die Gegner des Arius die Oberhand. Die Kirche bekennt: "Wir glauben an einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, und an einen Herrn, Jesus Christus, den Sohn Gottes, geboren vom Vater, eingeboren, das heißt von des Vaters Wesen, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen., durch den alles geschaffen ist, was im Himmel und auf Erden ist, der um unser, der Menschen, und um unsrer Seligkeit willen herabgekommen und Fleisch, Mensch geworden ist, der gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist, aufgefahren in den Himmel, von dannen er kommen wird zu richten Lebendige und Tote. Und an den Heiligen Geist [...] Die da sagen: es gab eine Zeit, da er nicht war, und ehe er geboren ward, war er nicht, und daß er aus dem ward, was nicht ist, oder die ihn für eine andere Hypostase oder Wesen halten oder sagen, Gottes Sohn sei geschaffen oder veränderlich, die verdammt die allgemeine Kirche." Das Konzil legte auch noch weitere Dinge fest, die Grundlage des kanonischen Rechts der katholischen Kirche wurden (z.B. Aufgabe der Diakone, Abendmahl an Sterbende außerhalb der Kirche, Aufteilung der Kirche in Provinzen, usw.)

3. Zwischen Nicäa und Chalcedon Auch das sorgfältigst formulierte Bekenntnis kann den Glauben an die Offenbarung der Heiligen Schrift nicht ersetzen. Keinem Bekenntnis ist es möglich, den menschlichen Verstand von der Wahrheit der Offenbarung zu überzeugen. Sie fassen das Ergebnis theologischer Arbeit zusammen, umschreiben einen Tatbestand, können aber die Person, um die es geht, nicht erklären. Zwar versuchten Theologen zu jeder Zeit, in das Geheimnis Gottes einzudringen, waren aber damals - wie auch heute - zum Scheitern verurteilt. Es kann uns also nicht verwundern, daß der arianische Streit mit dem Beschluß von Nicäa nicht zu Ende ging. Auch in den Jahrzehnten danach wogte er hin und her. Häufig wurden mal die Gegner, mal die Befürworter verbannt und ihres Amtes enthoben, nur um sie in einer weiteren Phase wieder zurückzuholen und neu einzusetzen. Der bereits erwähnte Athanasius, ein brillanter Theologe und Alexanders Nachfolger als Patriarch von Alexandrien, mußte wegen seines Festhaltens am Nicänum fünfmal seinen Bischofssitz verlassen und verbrachte fast zwanzig Jahre im Exil. Er starb 373, hatte aber den endgültigen Sieg über den Arianismus auf dem Konzil von Konstantinopel 381 entscheidend vorbereitet. Das Konzil von Konstantinopel (381) erneuerte den Beschluß von Nicäa und verurteilte den Arianismus endgültig. Nun war die Frage nach der Natur Jesu Christi annähernd geklärt. Doch es blieb die Frage: Wie verhalten sich die menschliche und göttliche Natur Jesu zueinander? Diese Frage wurde im folgenden, dem christologischen Streit diskutiert.

a) Antiochien und Alexandrien Apollinaris von Laodicea betonte im Kampf gegen die Arianer die Gottheit Christi dermaßen, daß er dessen Menschheit "opferte". Er glaubte, daß das Fleisch Jesu nicht von der Jungfrau Maria stammte, sondern göttliches Fleisch war, welches Jesus vom Himmel mitgebracht hatte. Er wurde also nicht von Maria geboren, sondern ist lediglich durch sie hindurchgegangen. Gegen Apollinaris wendet sich vor allem die antiochenische Schule. Sie war streng wissenschaftlich eingestellt und arbeitete im Gegensatz zur alexandrinischen nicht allegorisch, sondern historischgrammatisch. Sie versuchte, die Heilige Schrift nach ihrem ursprünglichen Sinn auszulegen. Die Christologie Antiochiens betonte im Gegensatz zu Apollinaris die Menschheit Jesu Christi. Gleichzeitig hielt sie jedoch an Seiner Gottheit fest. Beide Naturen bestanden nebeneinander, ohne daß die eine in der anderen aufgegangen ist. Apollinaris hingegen zählte zu den Vertretern der alexandrinischen Theologie. Sie war stark vom griechisch-philosophischen Einfluß geprägt und ganz auf das Übernatürliche ausgerichtet. Sie geht von der prinzipiellen Unvereinbarkeit des Göttlichen mit dem Menschlichen aus.

b) Nestorius und Cyrill Die Unterschiede der beiden oben dargestellten Richtungen bilden den Hintergrund für die Auseinandersetzungen zwischen Nestorius und Cyrill. Nestorius, 428 Patriarch von Konstantinopel, gehört zu den umstrittensten Gestalten der Kirchengeschichte. Seine Verurteilung als Ketzer wird bis heute diskutiert. Es gilt jedoch als sicher, daß der Kampf gegen ihn nicht nur sachlich theologisch motiviert war. Besonders in der Auseinandersetzung zwischen Nestorius und Cyrill wird Theologie mit Machtstreben und persönlichen Gründen vermischt. Ursprünglich entzündete sich der Streit, als Nestorius sich gegen die immer stärker werdende Marienverehrung aussprach. Er wandte sich eindeutig dagegen, Maria als "Gottesgebärerin" zu bezeichnen. Kein Mensch konnte Gott gebären, so könnte Maria höchstens als "Christusgebärerin" bezeichnet werden. Nestorius unterschied deutlich zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur Christi. Daher wurde es ihm zum Vorwurf gemacht, er lehre zwei Söhne und vernachlässige die Einheit der Person. Obwohl Cyrill, Patriarch von Alexandrien, und damit Nestorius' Mitbewerber um die kirchliche Macht im Orient, sich deutlich von der einseitigen Meinung Apollinaris distanzierte, vertrat er doch die alexandrinische Theologie. Er versuchte, beide theologischen Strömungen, die antiochenische und alexandrinische, zu vereinen. Gleichzeitig bekämpfte er Nestorius außergewöhnlich hart. Hier betonte er besonders die Einheit der Person Christi. Das Paradoxon der zwei Naturen und der einen Person löste auch er nicht.

c) Das Konzil von Chalcedon Der Konflikt um Nestorius und das Zueinander der Naturen Jesu Christi nahm an Schärfe zu. Im Verlauf dieses Streites wurde auch vor Androhung körperlicher Gewalt und deren Ausführung nicht zurückgeschreckt (s. Räubersynode von Ephesus 449). Den Abschluß fand die Diskussion erst in Chalcedon. Das Konzil von Chalcedon (451) hat außerordentlich große Bedeutung. Nestorius wurde zwar verdammt, nicht jedoch die übrigen Antiochener. Hier wurde die antiochenische mit der alexandrinischen Theologie vereinigt. Abendland und Morgenland vereinigten sich in einer orthodoxen Lehrformulierung. Wie alle Bekenntnisse der Christenheit, so ist auch der Konzilbeschluß von Chalcedon aus einer ganz bestimmten geschichtlichen Situation hervorgegangen. Niemals kann solch einem Bekenntnis der gleiche Stellenwert eingeräumt werden wie der ewigen Offenbarung Gottes in Seinem Wort. Zur Verdeutlichung fügen wir einige Klammerbemerkungen in den Text ein: "Wir bekennen ein und denselben Sohn (gegen Nestorius, der angeblich zwei Söhne lehrte), unseren Herrn Jesus Christus. Er ist vollkommen in der göttlichen Natur (gegen den dynamistischen Monarchianismus, Arius und Nestorius) und vollkommen in der menschlichen Natur, wahrhafter Gott und wahrhafter Mensch mit vernünftiger Seele und Leib (gegen Apollinaris), mit dem Vater in einerlei Wesen der göttlichen Natur nach (vgl. Nicänum) und von gleichem

Wesen wie wir nach der menschlichen Natur, in allem uns gleich, doch ohne Sünde; der göttlichen Natur nach ist er geboren vom Vater vor der Zeit, nach der menschlichen Natur in der jüngsten Zeit um unsert- und unserer Erlösung willen geboren von der Jungfrau Maria, der Gottesgebärerin (Cyrill gegen Nestorius); ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, eingeboren, offenbart in zwei Naturen (die abendländische Theologie) ohne Vermischung, ohne Verwandlung (z.B. gegen Apollinaris), unauflöslich, untrennbar (gegen Nestorius), wobei der Unterschied der Naturen keineswegs um der Einheit willen aufgehoben wird. Vielmehr wird die Eigenart jeder der Naturen gewahrt, und beide gehen zusammen zu einer Person und einer Hypostase, nicht gesondert oder geteilt in zwei Personen, sondern zu ein und demselben Sohn und eingeborenen Gott, Logos, dem Herrn Jesus Christus." Durch die Beschlüsse von Nicäa und Chalcedon besaß die Kirche nun autoritative Zusammen-fassungen der Lehre von Christus. Trotz dieser großen und für die Kirchengeschichte wichtigen Leistung halten wir daran fest, daß diese Texte niemals auf gleicher Stufe mit dem inspirierten Wort Gottes stehen dürfen!

4. Weitere Entwicklungen Wie schon nach Nicäa, so folgten auch auf Chalcedon langanhaltende Streitigkeiten.Teils politisch motiviert, teils von Gruppen entfacht, gegen die sich Chalcedon aussprach, kam es zu weiteren Diskussionen. Wiederum kann ein allgemein anerkanntes Bekenntnis den Glauben an das Wort Gottes nicht ersetzen.

Der menschliche Verstand kann die Tatsache zweier Naturen in einer Person nicht begreifen. So wehren sich in den folgenden Jahren die Monophysiten gegen die menschliche Natur Christi. So stellten sich einige von ihnen, ganz wie Apollinaris, das Fleisch Christi vergöttlicht vor. Auch wenn der Einfluß der Monophysiten langsam schwand, blieb das Problem für den menschlichen Verstand ungeklärt. Auf den monophysitischen Streit folgte der monotheletische Streit, in dem es um die Frage ging, ob sich in Christus ein einziger oder zwei Willen vorfinden. Erst Jahrhunderte später - im Mittelalter - wurden die christologischen Streitigkeiten vorübergehend abgeschlossen. Nicht etwa, weil sie gelöst wurden, sondern weil andere Fragen in den Vordergrund traten und alte Diskussionen verdrängten. Die Frage nach der Person Jesu Christi ist bis heute für den menschlichen Verstand unbegreiflich. Wir begegnen dieser Frage etwa im Gespräch mit Zeugen Jehovas, die arianische Standpunkte vertreten. Oder wir sprechen mit Menschen, die beeinflußt von moderner Theologie, zwischen dem historischen Jesus und dem verkündigten Christus unterscheiden. Wie wichtig ist es für uns, allein bei den Aussagen des Wortes Gottes zu bleiben, auch wenn wir vieles mit unserem Verstand nicht erfassen können.