I.

Kapitel: Einführung in die Soteriologie

In der Christologie befaßten wir uns mit der Person und dem Werk Jesu Christi - d.h. mit dem Erlöser und der Erlösung. Jetzt geht es um die Aneignung des für uns vollbrachten Heils. Während wir in der Christologie die objektiven Heilstatsachen betrachteten, studieren wir nun die subjektive Seite des Heils. Diese beginnt mit der "Bekehrung". Sie ist das Schlüsselerlebnis für das Heil. Die Bekehrung beschreibt die Aneignung des Heils aus der Sicht des Menschen. Die Sicht Gottes betrachten wir im Kapitel über die Wiedergeburt. Folgende Begriffe werden in der Bibel gebraucht, um "Bekehrung" auszudrücken: "schub" (hebr.) = zum Ausgangspunkt zurückkehren "metanoia" (gr.) = Buße, wörtl. Umdenken oder Sinnesänderung (vgl Mt 3,2; 4,17) "epistrepho" (gr.) = sich bekehren "metamelomai" (gr.) = Reue Schon im AT finden wir den Ausdruck "bekehren" häufig (ca. 120x im theologischen Sinn). Durch "schub" wird der Gedanke der Umkehr oder Rückkehr zu Gott ausgedrückt. Jes 31,6 "Kehrt um, ihr Israeliten, zu dem, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!" Der vollständige Inhalt der Bekehrung wird deutlich in: 1.Thess 1,9 "Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu

dienen dem lebendigen und wahren Gott" Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich." Apg 14,15 "Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat." Bekehrung bedeutet: Abkehr und Hinkehr (Zukehr). Bekehrung setzt sich zusammen aus Buße und Glauben! Hebr 6,1 "Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott" Apg 26,20 "sondern verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und im ganzen jüdischen Land und dann auch den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun." Apg 11,21 "Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn." Das Hauptwort "Bekehrung" kommt im NT nur 1x vor. Apg 15,3 "Und sie wurden von der Gemeinde geleitet und zogen durch Phönizien und Samarien und erzählten von der Bekehrung der Heiden und machten damit allen

Brüdern große Freude." Es scheint ein so klarverstandener Begriff zu sein, daß er keines Zusatzes bedurfte. Bekehrung ist aber nicht der Verdienst des Menschen, denn er kann sich nicht bekehren, wann er will. Es ist das Angebot der Gnade Gottes, das angenommen werden muß. Joh 6,44 "Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage." Jer 31,18 "Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: 'Du hast mich hart erzogen, und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, Herr, bist mein Gott!" Hebr 3,7 "Darum, wie der heilige Geist spricht: 'Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet"

ANREGUNGEN: Mit der Bekehrung fängt das Leben mit dem Herrn an. In unserer christlichen Arbeit ist sie oft das Ziel - auch in unserem Gebet für Ungläubige. Oft besteht ein Mißverhältnis zwischen Aufwand und Zeit, Kraft und Geld im evangelistischen Einsatz und im Gemeindebau. Wie hat Paulus sich verhalten? "Ich bekehre mich jeden Tag" - was will ein Mensch mit diesem Satz aussagen? Was antworten wir?

II. Kapitel: Die Buße

Wenn das Stichwort "Buße" fällt, setzen sofort Assoziationen mit Straßenverkehrs- Vorschriften, Punktekartei, Polizei usw. ein. Es kann aber auch im religiösen Bereich der Gedanke von "büßen" aufkommen. Wir denken an das Ertragen verdienter Strafe ("Das sollst du büßen!") und das Tragen der Folgen unserer Verfehlungen. Dabei ist jede Art von Büßen oder Bezahlen für unsere Sünde eine Beleidigung von Golgatha. Was verstehen wir dann unter Buße?

1. Der Stellenwert der Buße

a) Buße als Befehl Gottes Buße zu tun, ist der Befehl Gottes an alle Menschen: Apg 17,30 "Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, daß alle an allen Enden Buße tun." 2.Petr 3,9"Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß jedermann zur Buße finde."

b) Buße in der Heiligen Schrift Es verwundert daher nicht, daß die Buße des Menschen ein zentrales Thema der Heiligen Schrift ist. schon die Propheten des AT verkündigen den Aufruf zur Buße (oft benutzen sie jedoch andere Ausdrücke). Jer 8,6 "Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was habe ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt." Die großen Bußprediger des AT sind: Jeremia (3+18), Amos (4+5) und Jona. Buße ist das Thema Johannes des Täufers Mt 3,2 "und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" und auch Jesus Christus predigte die Buße Mt 4,17 "Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" Er gab Seinen Jüngern den Auftrag, Buße zu predigen. Dies galt damals zur Erdenzeit des Herrn und sollte auch nachher gelten: Mk 6,12 "Und sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun." Lk 24,47 "und daß gepredigt wird in meinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem" In der Apostelgeschichte sehen wir den Gehorsam der Apostel: Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi

zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes." Apg 3,19 "So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden getilgt werden," Apg 20,21 "und habe Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den Glauben an unsern Herrn" c) Buße als Grund der Freude im Himmel Auch im Himmel spielt die Buße des Sünders eine große Rolle: sie ist Grund zur Freude der Engel! Lk 15,7+10 "Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. [...] So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut." 2. Die Mittel zur Buße Buße ist nie das selbständige Werk des Sünders. Gott, der Wollen und Vollbringen schenkt (Phil 2,13), bereitet den Sünder zur Buße vor.

a) Gabe von Gott Weil der Mensch nicht von sich aus Buße tun kann, ist sie immer auch eine Gabe Gottes! Er gibt uns die Möglichkeit der Buße! Apg 5,31 "Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht

zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben." Apg 11,18 "Als sie das hörten, schwiegen sie still und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt!" ANREGUNG: Buße kann nicht im Sinne eines Verdienstes oder eines Werkes (kathol. Kirche) vor Gott geltend gemacht werden. Daher ist auch jede Art von Bußübungen unbiblisch. b) Gewirkt durch Gottes Güte Aus der Sicht des Menschen ist die Buße gewirkt durch Gottes Güte. Röm 2,4 "Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?" 2.Petr 3,9"Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß jedermann zur Buße finde." c) Gewirkt durch Gottes Wort Gott bedient sich dabei Seines Wortes. Die Verkündigung des Wortes Gottes führt den Menschen zur Buße.

Mt 12,41 "Denn die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona." Apg 2,37 "Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?" Lk 16,30-31 "Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde." ANREGUNG: Beachten Sie daher den Stellenwert des Wortes Gottes in der Seelsorge und in der Evangelisation! - Etwa die Verkündigung des Gesetzes als Ausdruck des Willens Gottes! Röm 3,20"weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." Beurteilen Sie verschiedene "moderne" Evangelisationsmethoden anhand dieser Aussagen!

d) Gewirkt durch Gottes Züchtigung Hebr 12,6+10-11 "Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. [...] damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht

Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit." Offb 3,19 "Welche ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!"

ANREGUNGEN: Gottes Züchtigungen sind oft Seine beste Vorarbeit für unseren Dienst. Wir unterscheiden zwischen Strafe und Züchtigung! Strafe führt nicht zur Buße (Offb 9,20-21; 16,9+11) e) Gewirkt durch brüderliche Ermahnung Gott bedient sich der zwischenmenschlichen Seelsorge, um Sünder zur Buße zu führen. Diese Ermahnung, die durch einzelne Glaubensgeschwister oder aber auch durch die Gemeinde erfolgen kann, ist Teil der Erziehung Gottes. Mt 7,5 "Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst." 2.Tim 2,25 "und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist, ob ihnen Gott vielleicht Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen." Die brüderliche Ermahnung kann einmünden in offizielle Gemeindezucht. Mt 18,15-17 "Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh

hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner." 2.Kor 2,6-8 "Es ist aber genug, daß derselbe von den meisten gestraft ist, so daß ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, damit er nicht in allzu großer Traurigkeit versinkt. Darum ermahne ich euch, daß ihr ihm Liebe erweist." Diese Ermahnung kann eine harte und angefochtene Arbeit sein. So groß wie der Kampf ist aber auch der verheißene Segen: Jak 5,20 "der soll wissen: wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden." ANREGUNGEN: Zum Thema der Seelsorge in der Gemeinde (Gemeindezucht) s.a. die Ausführungen in der Ekklesiologie. Gemeindezucht soll einem Krankenhaus, nicht aber einem Gerichtssaal vergleichbar sein. Wie oft könnte durch eine ambulante Behandlung eine stationäre Aufnahme mit großer Operation (und Schmerzen) vermieden werden. f) Gewirkt durch eine besondere Begegnung mit dem Herrn

Gott kann sich auch einer besonderen Begegnung mit dem Sünder bedienen, um ihn zur Buße zu führen. Ein besonders deutliches Beispiel ist die Bekehrung des Saulus (Apg 9). Oder: Hiob 42,5-6 "Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche." Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen." 3. Das Wesen der Buße Ein Mensch, der Buße tun will, tut mit seiner ganzen Persönlichkeit Buße. In der Buße sind Verstand, Gefühl und Wille beteiligt.

a) Verstand Der Sünder erkennt seine Schuld vor Gott und Menschen (Sündenerkenntnis) seine Verlorenheit (die Folge seiner Schuld) die Notwendigkeit der Wiedergeburt (das Angebot der

Gnade Gottes) Lk 15,17-19 "Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!" ANREGUNG: Wir kennen verschiedene Arten von "Sünden"erkenntnis: Selbstanalyse Diese Methode wird heute viel gefordert und angewandt. Sie ist jedoch unzulänglich, weil sich Sünde nicht logisch als solche erkennen läßt. Pharisäische Methode Der Vergleich mit anderen soll mir meine Sünde aufzeigen. Warum ist sie untauglich? Überführung durch den Heiligen Geist. Joh 16,8 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht." Das komplizierte System der Selbstverteidigung und Selbstrechtfertigung wird nur durch den Heiligen Geist überwunden. Letztlich kann echte Buße nur aufgrund des Wirkens des Heiligen Geistes erfolgen.

b) Gefühl

Der Mensch, der seine Sünde erkannt hat, empfindet Reue. Mt 21,29 "Er antwortete aber und sprach: Nein ich will nicht. Danach reute es ihn, und er ging hin." 2.Kor 7,9 "so freue ich mich doch jetzt nicht darüber, daß ihr betrübt worden seid, sondern darüber, daß ihr betrübt worden seid zur Reue. Denn ihr seid betrübt worden nach Gottes Willen, so daß ihr von uns keinen Schaden erlitten habt." Wenn Verstand und Gefühl von Sündenerkenntnis und Reuegefühl durchdrungen sind, kann sogar der Körper etwas davon verspüren. Ps 32,3+4 "Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird." Ps 51,10 "Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast." Aber: Buße nur auf Verstandesebene (noch so klare Sündenerkenntnis) oder nur auf Gefühlsebene (ein Meer von Tränen) genügt nicht, um eine Umwandlung zu bewirken.

ANREGUNG: Das Buch der Richter gibt uns lebendiges Anschauungsmaterial, wie oberflächlich und bald vergessen eine solche "Bekehrung" sein kann, die nur vom Verstand und Gefühl getragen wird.

c) Wille Wirkliche Buße geht vom Willen aus. Die Buße, die vom Willen aus erfolgt, kann als Höhepunkt, Durchbruch der Buße bezeichnet werden. Ohne sie gibt es kein Abwenden von der Sünde, keine Trennung vom alten Menschen. Nur über den Willen ist ein völliges SichGott-Hingeben möglich. Diese Buße zeigt sich durch das Sündenbekenntnis, die Abkehr von der Sünde und die Hinkehr zu Gott.

(1) Sündenbekenntnis Ps 32,5 "Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde." Ps 38,19 "So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde." Lk 15,21 "Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße." 1.Joh 1,9 "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." ANREGUNG: In der Seelsorge stellt sich hier die Frage nach der Beichte. Die Lehre, daß nur durch die Beichte Buße echt

und heilswirkend (zur Vergebung führend) sei, ist unbiblisch. Zur Beichte s.a. Seelsorge- Unterricht. (2) Abkehr von der Sünde: Jes 55,7 "Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung." Spr 28,13"Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen." (3) Hinkehr zu Gott Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." Offb 2,5 "So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust." Mit der Buße ist oft eine Wiedergutmachung vor Menschen verbunden. Sie ist ein Gehorsamsakt zur Ehre Gottes! Als äußere Zeichen der Buße zeigt die Schrift: 1.Kön 21,27 "Als aber Ahab diese Worte hörte, zerriß er seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seinen Leib und fastete und schlief darin und ging bedrückt einher."

Jona 3,5 "Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack der Buße an." Mt 26,75 "Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich." Lk 7,38 "und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küßte seine Füße und salbte sie mit Salböl." Dabei liegt die Betonung nicht auf dem äußerem Zeichen, sondern auf der Aufrichtigkeit des Herzens. Joel 2,12-13 "Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe." ANREGUNG: Charles Finney definiert Buße: "Buße bedeutet, daß man alle intellektuellen und Herzenswidersprüche gegen Gott aufgibt und überzeugt ist, daß Gott völlig recht hat und der Sünder völlig im Unrecht ist und daß man allen Entschuldigungen und Ausreden für die Sünde absagt!"

4. Die verschiedenen Arten von Buße

Wir finden in der Heiligen Schrift folgende Arten von Buße:

a) Buße des Ungläubigen Für ihn ist die Buße der erste, notwendige Schritt auf dem Weg des Heils. Apg 17,30b "... nun aber gebietet er den Menschen, daß alle an allen Enden Buße tun." b) Buße des Gläubigen Beim Gläubigen ist Buße nicht nur Handlung, sondern Haltung. Wenn der Gläubige sündigt, kann er durch Buße und Vergebung wieder in das rechte Verhältnis zum Herrn kommen. 1.Joh 1,9 "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." c) Buße der Gemeinde Paulus fordert die Gemeinde zu Korinth auf, Buße für die Sünde in ihrer Mitte zu tun. 1.Kor 5,2+6 "Und ihr seid aufgeblasen und seid nicht vielmehr traurig geworden, so daß ihr den aus eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen hat? [...]

Euer Rühmen ist nicht gut. Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?" 1.Kor 5,9-13 "Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen. Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müßtet ihr ja die Welt räumen. Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen läßt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen. Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind? Gott aber wird, die draußen sind, richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!" Die Sendschreiben in Offb 2-3 zeigen die Aufforderung des Herrn an die Gemeinden, Buße zu tun. Dieser Ruf ist auch heute dringend, denn Buße ist Voraussetzung für Erweckung.

d) Buße Israels Heute, in der Gnadenzeit, ist zwischen der Buße eines Juden und eines Heiden kein Unterschied. Röm 3,23"sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten," Aber zur Zeit der Wiederkunft Christi zum 1000jährigen Reich wird Israel als ganzes Volk an einem Tag Buße tun und selig werden. Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die

Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen." Röm 11,26 "und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: 'Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob." e) falsche Buße Es gibt auch eine falsche Buße, die nicht zum Ziel führt. Zunächst scheint alles richtig zu sein: Hos 6,1-2"'Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tag aufrichten, daß wir vor ihm leben werden." aber: Hos 7,16 "Sie bekehren sich, aber nicht recht, sondern sind wie ein schlaffer Bogen. Darum werden ihre Oberen durchs Schwert fallen wegen der Frechheit ihrer Zungen. Das soll ihnen in Ägyptenland zum Spott werden." Motivation kann Trauer um meiner selbst willen sein (gekränkter Stolz): 1.Sam 15,30 "Saul aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, daß ich den Herrn,

deinen Gott, anbete." Es kann auch Trauer um der Folgen der Sünde willen sein: Mt 27,3 "Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück." Solche Buße führt nicht zu Gott, sondern zum moralischen Ich. Deshalb: Ps 51,6 "An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan," ANREGUNG: Geben Sie Hilfe für falsche Bußverständnisse: büßen, selbst-zugefügtes Leiden, Askese Selbstverurteilen (Joh 8,9) Gewissensbisse (Mt 27,3-4) nur Beichte (2.Mose 9,27) 5. Die Folgen der Buße

a) Glaube Wahre Buße hat immer Glauben zur Folge. Der nächste Schritt nach der Buße ist die Hinkehr zur Gott. Buße ist nie Endstation, sondern immer Anfang:

Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." Eph 4,25+28 "Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. [...] Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann." b) Werke Wahre Buße hat neben Glauben auch Werke zur Folge: Ri 10,16 "Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten dem Herrn. Da jammerte es ihn, daß Israel so geplagt wurde." Offb 2,5 "So denke nun daran, wovon du abgefallen bist,und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust." c) Wiedergutmachung Mit der Buße ist daher oft eine Wiedergutmachung vor Menschen verbunden. Dies ist ein einseitiger Gehorsamsakt zur Ehre Gottes! Lk 3,8 "Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken."

Lk 19,8 "Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück." 3.Mose 5,23-24 "wenn es so geschieht, daß er sündigt und sich verschuldet, so soll er wiedergeben, was er mit Gewalt genommen oder mit Unrecht an sich gebracht oder was ihm anvertraut war oder was er gefunden hatte oder worüber er den falschen Eid geschworen hat; das soll er alles ganz wiedergeben und darüber hinaus den fünften Teil. Dem soll er's geben, dem es gehört, an dem Tag, wenn er sein Schuldopfer darbringt." 4.Mose 5,6-8 "Sage den Israeliten: Wenn ein Mann oder eine Frau irgendeine Sünde gegen einen Menschen tut und sich damit an dem Herrn versündigt, so liegt eine Schuld auf ihnen. Und sie sollen ihre Sünde bekennen, die sie getan haben, und sollen ihre Schuld voll erstatten und darüber hinaus den fünften Teil dazutun und dem geben, an dem sie sich verschuldet haben. Ist aber niemand da, dem man's erstatten kann, so soll man's dem Herrn geben für den Priester zusammen mit dem Widder der Versöhnung, mit dem der Priester für ihn die Sühnung vollzieht." ANREGUNGEN: Wahre Buße erstreckt sich nicht nur auf unsere Sünden, sondern auch auf unser Sündigsein. Ps 51,7 "Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen." Wahre Buße ist in erster Linie eine Haltung und nicht nur eine (gelegentliche) Handlung. Wahre Buße ist immer ein Sieg des Herrn in einem

Menschenleben und macht Seine Ehre groß. Wahre Buße ist Gehorsam einem Befehl Gottes gegenüber. Ein Bekenntnis meiner Sünde macht mich nie schlechter als ich bin. III. Kapitel: Der Glaube

In der Buße wendet sich der Sünder von der Sünde ab im Glauben wendet er sich Gott zu. Echte Bekehrung geschieht nur dort, wo beide Elemente (Buße und Glaube) vorkommen. Ausschließlich die Antwort auf die Frage, ob der Sünder an Christus glaubt oder nicht, entscheidet über sein Heil. Hebr 11,6 "Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." Nur durch den Glauben ist es möglich, ein positives (= bejahendes) Verhältnis zu Gott zu haben.

1. Die Definition des Glaubens In Hebr 11 finden wir die Definition des Glaubens: Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."

ANREGUNGEN: Studieren sie die diesem Vers folgenden Beispiele der Glaubenshelden aus dem AT. Sie illustrieren deutlich das Wesen des Glaubens. Auch in den Evangelien finden wir Vorbilder des Glaubens: Mt 8,11 "Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Mt 15,28 "Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde." Der hebräische Begriff, den wir mit "glauben" übersetzen, sowie die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes pisteuo (=> glauben) enthält die Bedeutung "vertrauen" oder auch "sich verlassen auf". Abraham, der Vater der Gläubigen, "glaubte" - und dies wird im NT an drei entscheidenden Stellen angeführt: 1.Mose 15,6 "Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." (1.mal "glauben"!) Röm 4,3-5 "Denn was sagt die Schrift? 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden.' Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit." Gal 3,6-7 "So war es mit Abraham: 'Er hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden'.

Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder." Jak 2,21-23 "Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht: 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden', und er wurde 'ein Freund Gottes' genannt." Das Wort des Herrn, auf das sich der AT-Gläubige verließ, wurde in Bethlehem Fleisch. So heißt "glauben" im NT: "sich auf die Person Jesu Christi und Sein vollendetes Werk verlassen". Daher ist Glaube kein abstrakter Begriff im Rahmen religionsphilosophischer Überlegungen, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus. Der Glaube ist somit nicht ein blindes Annehmen von vagen Angeboten. Er baut auf das sicherste Fundament, nämlich auf die Person, das Werk und das Wort Jesu Christi. Damit vertraut der Glaube dem allmächtigen Sohn Gottes. 2.Tim 1,12 "Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiß, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag." Umfassend könnte man Glaube wie folgt definieren: Glaube ist die von Gott durch Sein Wort gewirkte Überzeugung und das gehorsame Vertrauen auf das in der Person und dem Werk Jesu Christi geschehene, gnädige Heilshandeln Gottes.

Der Glaube legt die Hand auf das vollendete Werk Jesu Christi und eignet es sich persönlich an. Diesen Akt finden wir mit verschiedenen Bildern beschrieben - besonders im Johannes-Evangelium: Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben," Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Joh 6,54 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken." Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden." Offb 3,20 "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." ANREGUNG:

Der Glaube "macht" nichts - er nimmt "Gemachtes" an (Frau Dr. Wasserzug). Der Glaube nimmt das Heil - von Jesus Christus vollbracht - an. 2. Der Ursprung des Glaubens Die völlige Verderbtheit des gefallenen Menschen schließt jede aktive Beteiligung des Menschen an seinem Heil aus. So wie die Buße von Gott gewirkt ist, ist auch der Glaube ein Werk des dreieinigen Gottes. Eph 2,8-9"Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme." a) gewirkt von Gott Joh 6,29 "Jesus antwortete ihnen und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat." Röm 12,3"Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, daß niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern daß er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat." Kol 2,12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten." b) gewirkt von Jesus Christus

Hebr 12,2 "und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes." c) gewirkt vom Heiligen Geist Es ist der Heilige Geist, der uns vom Unglauben überführt. Wer an seinem Unglauben festhält, widersteht dem Wirken des Heiligen Geistes - und verharrt so in der Sünde. Joh 16,8-9 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben;" d) positive Antwort des Menschen an den dreieinigen Gott Glaube ist die positive Reaktion des Menschen der Aktion Gottes gegenüber. Der Glaube muß also aus dem Willen des Menschen kommen. Denken oder Fühlen allein kann nie Glaube sein! Wohl geht dem Glauben ein Kennen, Wissen, z.T. auch eine gewisse Erkenntnis voraus. Nur Erkanntes kann ich wollen. Wenn das aber alles ist, sprechen wir von einem "Kopfglauben". Solchen Glauben finden wir auch bei den Dämonen: Jak 2,19 "Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust

recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern." aber: Röm 10,10 "Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet." Auch ein bloßer "Bejahungsglaube" genügt nicht! Dem Wissen und Bejahen muß ein echter "Herzensglaube" folgen. Ich muß mit der ganzen Persönlichkeit glauben glauben wollen. Jak 2,17 "So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber." Es gibt für den Glauben eine göttliche Seite und ein menschliche Seite:

ANREGUNG: Unglaube kommt nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Herzen, aus dem Willen des Menschen. Ps 14,1 "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 'Es ist kein Gott'" 3. Die Wirkung des Glaubens

a) Glaube führt in den Besitz der geistlichen Güter Hebr 6,12 "damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld die Verheißungen ererben."

Apg 15,9 "und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben." Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben." Röm 5,2 "durch ihn haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird." Gal 3,2 "Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?" Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus." Gal 5,6 "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist." Eph 3,17 "daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid." Eph 6,16 "Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen," Phil 3,9 "und in ihm gefunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott durch den Glauben zugerechnet wird." 1.Petr 1,5"die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit." 1.Joh 5,4 "Denn alles, was von Gott geboren ist,

überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." Hebr 11,33-34 "Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen," "Wer glaubt, der hat!" Auch hier können wir wieder das Johannes-Evangelium mit seinen vielfältigen Beschreibungen heranziehen: Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben," Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Joh 3,18 "Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes." Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." Joh 7,38 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen." Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,

der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden." ANREGUNG: Das Buch Josua illustriert Glauben. Zwei Prinzipien aus Josua. Prüfen sie: die "Fußsohlenregel" (1,3) Wort - Glaube - Erfahrung (6,2+11+20) (Reihenfolge!) b) Glaube führt zur Gewißheit Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Röm 4,21"und wußte aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun." Der Glaube kann gewisse, sichere Tritte tun. Ps 40,2-3 "Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann." ILLUSTRATION: Luther wurde vom Teufel gefragt, ob er fühle, daß ihm seine Sünden vergeben seien. Er antwortete: "Nein, ich fühle es nicht, ich weiss es aber, daß sie vergeben sind,

denn Gott sagt es in Seinem Wort." c) Glaube führt zu guten Werken Eph 2,10 "Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen." Jak 2,14-26 Glaube ohne Werke ist tot! ANREGUNG: Bedenken wir abschließend das Zeugnis des Apostel Paulus: Gal 2,20 "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben." 2.Tim 4,7 "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten;" IV. Kapitel: Die Wiedergeburt "Wenn eine Lehre unseres Christentums nötig ist, so ist es gewiß die von der Wiedergeburt. Sie ist der Brunnen, aus dem alles, was in unserem Leben Gutes ist, herfließen muß." (P.J. Spener, der "Vater des Pietismus") In einer Zeit, in der durch die Einflüsse moderner Theologie die Wiedergeburt nicht mehr Gegenstand allgemeiner Verkündigung in unseren Kirchen ist, gewinnt das obige Zitat erneut an Aktualität. Was

meinen wir, wenn wir von der Wiedergeburt als zentrales Geschehen in unserem Leben sprechen?

1. Die Definition der Wiedergeburt In der Heiligen Schrift wird die Wiedergeburt mit dem griechischen Wort palingenesia (=> Wiederentstehung, auch Wiedergeburt bzw. -zeugung) bezeichnet. Von den zwei Stellen im Neuen Testament ist nur einmal die Wiedergeburt des Menschen gemeint (vgl. Mt 19,28): Tit 3,5 "machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist," Noch deutlicher wird der Gedanke der Wiedergeburt im Verb anagennan (= von neuem zeugen oder wieder zeugen / gebären), das Petrus in seinem ersten Brief gebraucht: 1.Petr 1,3+23 "Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, [...] Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt." Die wohl bekanntesten Verse über Wiedergeburt finden wir in Joh 3,3-16. Johannes spricht oft von einem "von oben geboren", oder auch einfach von einem "aus Gott geboren werden" (vgl. Joh 1,13;3,5+6+7+8; 1.Joh 2,29; 3,9; 4,7; 5,1+4+18). Auffällig sind dabei vor allem die

Verse, die im gleichen Zusammenhang vom "KindGottes-sein / bzw. - werden" sprechen. So beispielsweise im ersten Johannesbrief: 1.Joh 2,29-3,1 "Wenn ihr wißt, daß er gerecht ist, so erkennt ihr auch, daß, wer recht tut, der ist von ihm geboren. Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht." 1.Joh 3,9 "Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren." 1.Joh 5,1-2 "Wer glaubt, daß Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten." Tragen wir die Fülle an Aussagen über die Wiedergeburt im NT zusammen, so läßt sich die Wiedergeburt definieren, als den einseitigen Schöpferakt des dreieinigen Gottes, in dem Er dem glaubenden Menschen ein neues, ewiges und heiliges Leben schenkt. Der Sünde gestorben, lebt dieser nun teilhaftig der göttlichen Natur. Die Betonung der Wiedergeburt liegt (wie schon im Wort enthalten) in der völligen Passivität des Menschen. Gott schenkt im Augenblick der Bekehrung des Menschen (hier ist der Mensch aktiv) die Wiedergeburt.

2. Die Notwendigkeit der Wiedergeburt Die Heilige Schrift zeigt die unbedingte Notwendigkeit der Wiedergeburt. Joh 3,3+7 "Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. [...] Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden." Gal 6,15 "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur." a) Die Heiligkeit Gottes Die Heiligkeit Gottes verlangt die Wiedergeburt des sündigen Menschen. Dies ist ein göttliches "Muß", denn ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen. Hebr 12,14 "Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird," Heiligung setzt aber ein neues Leben, eine neue Natur, voraus. Um ein göttliches Leben führen zu können, müssen wir göttlicher Natur sein. Diese bekommen wir durch die Wiedergeburt. Die Wiedergeburt ist ein göttliches "Muß" in unserem Leben: Joh 3,7 "Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden."

Durch die natürliche Geburt wurde ich in diese Welt hineingeboren - ich wurde Bürger dieser Welt ("Erdenbürger"). Nur durch die Wiedergeburt komme ich in das Reich Gottes hinein - werde ich Himmelsbürger. Joh 3,3+5 "Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. [...] Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen." Es gibt keine Entwicklung (Evolution): vom Mineral zur Pflanze von der Pflanze zum Tier vom Tier zum Menschen vom Menschen zu Gott. ANREGUNG: Ein göttliches "Muß" finden wir auch in: Lk 24,26 "Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?" 2.Kor 5,10 "Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse." b) Die Sündhaftigkeit des Menschen Durch die Sündhaftigkeit der menschlichen Natur wird die Wiedergeburt zwingend notwendig.

Die Schrift bezeichnet den natürlichen Menschen als Eph 2,2+3 "in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern." Lk 16,8 "Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts." Joh 8,44 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge." "Fleisch" ist vom Fleisch geboren. Joh 3,6 "Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist." Dabei mag es gottloses, religiöses oder sogar "frommes" Fleisch geben - aber immer noch Fleisch!

kein guter Kern oder göttlicher Funke ist vorhanden. Röm 7,18"Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht." keine Reformation des Fleisches ist gut genug. Beispiel: eine Brunnenröhre zu putzen hilft nichts, wenn

die Quelle vergiftet ist. Jer 2,22 "Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der Herr." keine guten Werke genügen. Jer 13,23 "Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken? So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid." Röm 3,9-12 "Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, daß alle Juden wie Griechen unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: 'Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." Röm 3,19+23 "Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, [...] sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten," keine Institution (Kirche) vermag, meine Sündhaftigkeit zu beseitigen. Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." Deshalb helfen auch die sogenannten Sakramente nicht.

Alle Religionen (und "Psychologien") umgehen die Tatsache der völligen Verderbtheit und Sündhaftigkeit des Menschen.

Nur die Wiedergeburt befreit uns von der Knechtschaft der Sünde. Röm 6,6-7+11 "Wir wissen ja, daß unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. [...] So auch ihr, haltet dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus." 3. Die Mittel zur Wiedergeburt Joh 3,4+9 "Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? [...] Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen?" Hier finden wir den Hürdenlauf eines frommen Intellektuellen. Wie geschieht Wiedergeburt? Der Herr Jesus beantwortet seine Frage mit "so ... wie": Joh 3,14-16 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Die Wiedergeburt ist das Werk des dreieinigen Gottes. Tit 3,4-6 "Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschliebe Gottes, unseres Heilandes, machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit -

durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland," a) Der Wille Gottes 1.Petr 1,2"die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi:" Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern." Jak 1,18 "Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien." Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." Unsere Wiedergeburt ist ein Schöpferakt Gottes nicht Vererbung, nicht eigene Anstrengung, nicht Anstrengung eines anderen. Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." b) Der Tod und die Auferstehung Christi Nikodemus fragt in V.9: "Wie mag solches zugehen?" Darauf gibt der Herr ihm in den Versen 14-16 eine Antwort. Durch Christi Tod und Auferstehung ist es

möglich, ein von Gott gewirktes Leben zu bekommen. Joh 3,14-16 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." c) Das Wirken des Heiligen Geistes Joh 3,5 "Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen." Tit 3,5 "machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist," d) Das Wort Gottes Jak 1,18 "Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien." 1.Petr 1,23 "Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt." e) Der Glaube des Menschen

Wenn der Wille Gottes das Mittel zur Wiedergeburt ist, so muß sich der Mensch diesem Willen unterziehen. Wenn der Tod und die Auferstehung Jesu Christi das Mittel zur Wiedergeburt sind, so muß der Mensch dieses annehmen. Wenn das Wirken des Heiligen Geistes das Mittel zur Wiedergeburt ist, so muß der Mensch ihm gehorchen. Wenn das Wort Gottes das Mittel zur Wiedergeburt ist, so muß der Mensch das Wort hören und bejahen. Dies alles kann unter dem Wort "glauben" zusammengefaßt werden. Es ist die positive Reaktion des Mensch auf die Aktion Gottes. Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus." 1.Joh 5,1 "Wer glaubt, daß Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist." 4. Die Folgen der Wiedergeburt Die Folgen der Wiedergeburt sind gleichzeitig auch die Kennzeichen des Wiedergeborenen. Sie können bedingt als Prüfstein dienen. 1.Sam 16,7b "Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an." Bei aller gebotenen Vorsicht in der Beurteilung anderer echtes neues Leben von Gott wird auf die Dauer sichtbar.

a) Ein neues, ewiges, heiliges Leben Der natürliche, alte Mensch (vor der Wiedergeburt) ist durch und durch sündig Röm 7,13+18 "Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot. [...] Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht." Der neue Mensch dagegen ist: Joh 3,3+6 "Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. [...] Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist." Joh 10,28 "und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen." Eph 4,24 "und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." Jeder, der die Wiedergeburt erlebt hat, darf in der Gewißheit dieses neuen, ewigen Lebens leben. Er hat nun eine lebendige Hoffnung!

b) Eine göttliche Natur

Der alte Mensch ist teuflischer Natur: Joh 8,44 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge." Der neue Mensch ist: Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." 2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt." Der wiedergeborene Mensch wird im Verlangen nach Gemeinschaft mit Gott (und Seinem Wort) leben.

c) Die Fähigkeit, heilig zu leben Der alte Mensch kann nie dem Gesetz Gottes untertan sein, er ist unfähig dazu. Röm 8,7 "Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht." Der neue Mensch lebt ein heiliges Leben - er ist fähig dazu. Hes 36,26-27 "Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne

Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun." Der Wiedergeborene hat jetzt zwei Naturen: FLEISCH (alter Mensch) sündig teuflisch unfähig Tod, Verdammnis ICH CHRISTUS (neuer Mensch) heilig göttlich fähig ewiges Leben Wie gewaltig sind unsere Möglichkeiten - wie groß ist unsere Verantwortung! Röm 6,16+19 "Wißt ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müßt ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? [...] Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden." GEIST

Der Wiedergeborene lebt ein neues, heiliges Leben in der Abkehr von der Sünde! In seinem Leben werden gute Werke sichtbar. Eph 2,10 "Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen." d) Ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und anderen Gotteskindern So wie der Mensch durch die Wiedergeburt ein Kind Gottes wird, so lebt er nun in seinem neuen Leben in der Gemeinschaft mit Gott und mit seinen Brüdern und Schwestern. 1.Joh 5,1-2 "Wer glaubt, daß Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten." V. Kapitel: Die Heilsgewißheit

Wir sprechen von einer: Heilstatsache (geschichtliche Tatsache des Heils) Heilsverkündigung (durch die Predigt wird das Heil angeboten) Heilserfahrung (das Aneignen und Besitzen des Heils) Heilsgewißheit (die Gewißheit des Heils)

1. Die Grundlage der Heilsgewißheit Die Grundlage der wahren Heilsgewißheit ist Gottes Wort. Die Heilsgewißheit steht oder fällt mit dem Glauben an die volle Inspiration der Bibel durch den Heiligen Geist. Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen." 1.Joh 5,13 "Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wißt, daß ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes." Das Wort redet von der Heilstatsache, nämlich von Jesus Christus und Seinem Werk. Und aus dem Wort kommt die Heilsverkündigung. Röm 10,17 "So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi." Aus dem Wort kommt auch der Glaube an das Heil, also die Heilserfahrung. Die Grundlage unserer Heilsgewißheit ist folglich nur das Wort. Wahre Heilsgewißheit liegt völlig außerhalb des Menschen und ist unabhängig vom Menschen und seinem Tun.

ILLUSTRATION: Die Heilsgewißheit ist mit dem Anker eines Schiffes zu vergleichen. Er muß außerhalb des Schiffes liegen. Vgl. Hebr 6,19.

Falsche "Heilsgewißheit" hat ihre Grundlage im Menschen: im Denken (z.B. religiöse Exerzitien) im Gefühl (z.B. Meditation) in den Werken (z.B. Erfolg im Dienst) in einem besonderen Erlebnis (z.B. Traum, Vision) in der Tradition (z.B. Taufe) Deshalb ist sie schwankend wie alles im Menschen.

2. Die Entstehung der Heilsgewißheit

a) durch den Glauben Das Wort Gottes kann nur durch den Glauben vom Menschen empfangen werden. Die Heilstatsache wird durch den Glauben zur Erfahrung und zur Gewißheit. Bei Johannes finden wir immer wieder den Satz: "Wer glaubt, der hat". So gründet sich auch die Heilsgewißheit auf den Glauben. Joh 3,36a "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben." Vorsicht: Es geht nicht nur um einen Kopfglauben, auch nicht um einen bloßen Bejahungsglauben (Orthodoxie), sondern um den lebendigen Glauben (s.d.).

b) durch den heiligen Geist Es ist die Aufgabe des Heiligen Geistes im Heilsplan

Gottes, uns darzureichen, was Jesus Christus vollbracht hat. Röm 8,14+16 "Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. [...] Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind." Dies geschieht vor allem durch das von Ihm gegebene und erleuchtete Wort wie z.B.: Jes 43,1 "Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!" Joh 5,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." Röm 8,38-39 "Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." Die wahre Heilsgewißheit ist das Werk des Heiligen Geistes in uns. Falsche "Heilsgewißheit" entsteht durch eigene menschliche oder kirchliche Anstrengung. Sie ist Eigenproduktion und kann zum Fanatismus (Festhaltenwollen an unbegründeten und unerreichbaren Zielen) werden.

3. Der Inhalt der Heilsgewißheit

Das erfahrene Heil muß dem von Christus erworbenen Heil entsprechen. Wir unterscheiden zwischen: der Heilserfahrung, die jetzt geschieht, und der Heilserfahrung, die einst geschehen wird. Jesus hat ein vollkommenes Heil erworben, das den ganzen Menschen - die ganze Schöpfung umfaßt. Es gibt nur das eine Heil für jetzt und einst. Was wir jetzt haben, können wir den Heilsbesitz des Glaubens nennen (Heilserfahrung): Eph 2,8 "Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es" Was wir einst haben werden, nennen wir den Heilsbesitz der Hoffnung (Heilsverheißung): Röm 8,24-26 "Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen." Die wahre Heilsgewißheit hat das Heil, das ich jetzt und einst erfahre, zum Inhalt. Ihr Inhalt umfaßt alles, was Jesus Christus getan hat. 1.Joh 3,14 "Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod." Joh 5,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein

Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." Der Inhalt der falschen "Heilsgewißheit" sind eigene Werke, religiöses Tun, menschliche Tradition und vor allem auch persönliche Erfahrungen. 1.Joh 5,10 "Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn." 4. Die Wirkung der Heilsgewißheit Die Wirkung der Heilsgewißheit ist ein frohes, erlöstes Glaubensleben. Ein Mensch ohne Heilsgewißheit ist entmutigt und niedergeschlagen.

ANREGUNG: Heilsgewißheit führt niemals zu Gleichgültigkeit oder Oberflächlichkeit im Blick auf die Sünde. a) ein neues Verhältnis zu Gott Wir erleben ein neues Verhältnis zu Gott - ein völlig neues Leben: Hebr 10,19 "Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das

Heiligtum," Weil wir mit Gott in einem neuen, bereinigten Verhältnis stehen, erleben wir Freudigkeit in unserem Gebetsleben.

ANREGUNG: Der hohe Preis (das Blut Jesu Christi) und das Wesen Gottes und Seiner Versöhnung verhindern einen kumpelhaften Umgang mit Gott. Stattdessen leben wir in Ehrfurcht, Anbetung und Dank vor unserem Erlöser (Ps 103,1-5+8-13). b) ein neues Verhältnis zu den Menschen Durch die Heilsgewißheit wird auch unser Verhältnis zu den anderen Menschen neu. Es entsteht ein neuer Dienst: Apg 4,20 "Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben." Aus der Heilsgewißheit kommt Mut zum Zeugnis und Dienst. Was wir erfahren haben, treibt uns zu den anderen, damit auch sie es erleben. Die Wirkung der falschen "Heilsgewißheit" ist Selbstsicherheit. Diese wird leicht erschüttert und schlägt dann schnell um in Verzagtheit und Verzweiflung (an sich selbst und anderen).

ANREGUNG:

"Kann der Wiedergeborene wieder verloren gehen?" Diese Frage hat zu allen Zeiten die Gemeinde Jesu Christi stark beschäftigt. Wir wollen in einem Exkurs auf diese Frage eingehen.

ZUSAMMENFASSUNG: Hiob 19,25 "Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben." Röm 8,38-39 "Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." Wir wollen unser Thema beschließen, indem wir eine Reihe Bibeltexte auf uns einwirken lassen: Hiob 19,25-26 Ps 31,6 Jes 43,1-2 Jes 51,6 Jes 54,10 Joh 1,12-13 Joh 3,36

Joh 5,24 Joh 10,28 Röm 5,1+9-10 Röm 8,11+38-39 1.Kor 1,8-9 1.Kor 6,11 Phil 1,6 1.Thess 5,23-24 2.Thess 3,3 2.Tim 1,12 2.Tim 2,13 1.Joh 5,12-13 Jud 24

Exkurs: Die Zeitalter im Heilsplan Gottes

1. Die Lehre von den verschiedenen Zeitaltern (Dispensationalismus) Die Lehre von den verschiedenen Zeitaltern in der Offenbarung Gottes ist von entscheidender Wichtigkeit.

Sie bestimmt nicht nur die Art und Weise, wie wir die Heilige Schrift lesen und auslegen, sondern sie bestimmt auch unseren Alltag. Von Spurgeon stammt das Zitat: "Werde dir über die Heilszeiten in der Schrift im klaren und du verstehst die Schrift".

a) Biblische Grundlage Das NT benutzt den griechischen Begriff "oikonomia", der mit "Haushaltung", "Verwaltung", "Dispensation" oder "Zeitalter" wiedergegeben werden kann. Eph 3,2+9 "ihr habt doch wohl von der Verwaltung der Gnade Gottes gehört, die mir im Hinblick auf euch gegeben ist. [...] und ans Licht zu bringen, was die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her in Gott, der alle Dinge geschaffen hat, verborgen war." (EÜ) Paulus beschreibt das neue "Zeitalter" (die neue "Verwaltung"), das durch die Eingliederung der Heiden in den Leib Christi und als Miterben der Verheißung gekennzeichnet ist. Neben diesen zwei verschiedenen Zeitaltern kennt er im Epheserbrief noch ein drittes, zukünftiges Zeitalter: Eph 1,9-10 "Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens kundgetan nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in sich selbst für die Verwaltung bei der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist, - in ihm." (EÜ) Auch andere Verse, in denen der Begriff "oikonomia" nicht direkt vorkommt, beschreiben verschiedene

Zeitalter. Joh 1,17 "Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." Röm 6,14"Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade." Gal 3,25 "Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister." ANREGUNG: Gleich mehrmals wird der Begriff "oikonomia" im Gleichnis "vom unehrlichen Verwalter" (Lk 16,1-9) gebraucht. Im Studium dieses Abschnittes erkennen wir vier Merkmale einer "Verwaltung" Es sind zwei Parteien vorhanden. Eine Partei ist der anderen übergeordnet und verteilt die Pflichten, die andere trägt die Verantwortung, entsprechend zu handeln. Die Verantwortung der zweiten Partei ist klar geregelt. Im Gleichnis versagt der Haushalter und ist untreu. Es muß Rechenschaft abgelegt werden. Gemäß der abgelegten Rechenschaft kann der Hausherr den Verwalter aus dessen Stellung und Verantwortung entlassen und neue Vereinbarungen (mit anderen) treffen. b) Definition Allgemein läßt sich formulieren, daß eine Dispensation

(Verwaltung, Haushaltung, Zeitalter) ein Zeitabschnitt der Geschichte ist, in dem Gott mit dem Menschen auf eine bestimmte Weise handelt. Gott offenbarte sich zu verschiedenen Zeiten auf verschiedene Weise (=fortlaufende Offenbarung). Ein Dispensationalist ist also eine Person, die anerkennt, daß Gott durch die verschiedenen Zeitalter unterschiedlich mit dem Menschen gehandelt hat.

ANREGUNGEN: Wir unterscheiden alle zwischen AT und NT Jeder Christ, der keine Opfer bringt oder den Sabbat (Samstag) nicht heiligt, ist ein Dispensationalist. Wir finden verschiedene Beispiele in der Heiligen Schrift. Studieren Sie die Frage nach dem Sabbat in 2.Mose 20 und Kol 2,16; nach der Beschneidung in 1.Mose 17,10 und 2.Mose 4,24-25 sowie in Gal 5,2; Lesen Sie aufmerksam die Bergpredigt und den Galaterbrief! Vielleicht wußten Sie gar nicht, daß sie schon immer Dispensationalist gewesen sind. 2. Die verschiedenen Zeitalter im Überblick In wie viele Zeitalter man die (Heils-)Geschichte Gottes mit der Menschheit einteilen will, ist weniger wichtig als die Tatsache, daß es verschiedene Zeitalter gibt. Diese Zeitalter müssen sich natürlich nicht immer gänzlich voneinander unterscheiden. So ist z.B. durch alle Zeitalter hindurch der "Glaube" (Hebr 11,6) zur Gerechtigkeit des Menschen gerechnet worden. Einige Dispensationen bauen auch direkt auf den

vorhergegangen auf. So bilden sie nicht völlig in sich abgeschlossene Zeitalter, die isoliert für sich stehen, sondern im Rahmen der fortlaufenden Offenbarung werden vorhergegangene Zeitalter erweitert und verändert.

ANREGUNGEN: Aus diesem Grunde gilt auch heute der Gemeinde das ganze Wort Gottes. Es muß der Kontext der einzelnen Verse genau studiert werden. Die ganze Heilige Schrift ist die Offenbarung des Willens und Maßstabes Gottes an den Menschen. Daher lehnen wir die extreme Betonung eines falschverstandenen Dispensationalismus ab. Dieser führt zum Verlust großer Teile der Heiligen Schrift, die angeblich für unser Zeitalter nichts mehr zu sagen haben. Wir halten jedoch fest: auch Offenbarungen für vergangene Zeitalter beinhalten göttliche Prinzipien, die durch alle Zeitalter hindurch Gültigkeit behalten. Im Mittelpunkt der gesamten Geschichte stehen der Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Auf dieses Ereignis zielt alles Handeln Gottes hin, von diesem Ereignis ist Sein Handeln in der Folgezeit zu verstehen. So soll durch alle Zeitalter, die dem Sündenfall folgten, der Mensch erkennen: die wahre Natur der Sünde (oder: die Tiefe des Falles!) die Unfähigkeit, sich selbst zu erlösen das stellvertretende Opfer Jesu Christi Das "Bibel-Panorama" (Hänssler-Verlag, TELOS) ist eine gute Hilfe, die Entfaltung des Heilsplanes Gottes zu studieren. Außer zum persönlichen Studium eignet es sich auch zum Studium in den verschiedenen

Gemeindegruppen (entsprechende Dias sind erhältlich). a) Zeitalter der Unschuld Das Zeitalter der Unschuld umfaßt die Zeit von der Erschaffung des Menschen bis zum Sündenfall Adams (1.Mose 1,28 - 3,6). In diesem Zeitalter im Garten Eden handelt Gott mit der gesamten Menschheit, die in einer vollkommenen Umgebung lebt. Das Zeitalter der Unschuld endet im Ungehorsam des Menschen - und in der dafür verheißenen Katastrophe!

ANREGUNG: Mit dem Sündenfall beginnt die Verwirklichung des Heilsplanes Gottes. Nachdem der Mensch gefallen war, gibt Gott Seine Heilsverheißung in 1.Mose 3,15. Die folgenden Zeitalter zeigen dem Menschen, daß er auf diese Verheißungen Gottes angewiesen ist und sich selbst niemals erlösen kann. b) Zeitalter des Gewissens Wieder handelt Gott mit der gesamten Menschheit. Er überläßt sie der Tätigkeit ihres Gewissens. 1.Mose 3,22a "Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist." 1.Mose 4,7 "Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so

kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie." Das Gewissen reicht nicht aus, den Menschen zu veranlassen, bei Gott Erlösung zu suchen. Es ist nicht die letzte Instanz, sondern weist lediglich auf Gott hin. Wieder versagt der Mensch in der Verantwortung Gott gegenüber. 1.Mose 6,5-6 "Als aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen." So findet auch das zweite Zeitalter im Gericht - der Sintflut - ein katastrophales Ende. Doch Gott hält Seine Verheißung und rettet Noah und seine Familie durch die Flut hindurch.

c) Zeitalter der Herrschaft Zum dritten Mal gibt Gott der gesamten Menschheit einen Auftrag. Als Noah die Arche verläßt und Gott Seinen Bund mit ihm aufrichtet, befiehlt ihm Gott, eine menschliche Regierung einzurichten und die Erde zu bevölkern (1.Mose 9,1-7). Noah und seine Nachkommen waren verantwortlich, in Gerechtigkeit zu regieren. Doch einmal mehr sind die Menschen Gott ungehorsam. 1.Mose 11,4 "und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder."

So endet auch das Zeitalter der Herrschaft im Gericht Gottes - in der Katastrophe der Sprachenverwirrung. 1.Mose 11,7-8 "Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, daß sie aufhören mußten, die Stadt zu bauen!" d) Zeitalter der Verheißung Bisher handelte Gott immer mit der gesamten Menschheit. Dreimal hatten die Menschen gegen Gott gesündigt, dreimal hatte Gott Gericht gehalten, und dreimal gab Er der Menschheit nach dem Gericht eine Verheißung. Hatte Gott bisher immer mit der gesamten Menschheit gehandelt, so trifft Er jetzt zu Beginn der vierten Heilszeit eine Auswahl. Gott beruft Abram (Apg 7,2-3; 1.Mose 12,1; Jos 24,2). Ihm werden gewaltige Verheißungen zuteil: 1.Mose 12,2-3+7 "Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. [...] Da erschien der Herr dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem Herrn, der ihm erschienen war." Wurde auch die Landverheißung an die Nachkommen

Abrahams - Volk Israel - zum Teil erfüllt, so verwirklicht Gott die volle Verheißung erst in der Zukunft. Allerdings erlebt die Gemeinde eine Vorerfüllung. Daher konnte das Zeitalter der Verheißung nicht durch eine Katastrophe zu Ende gehen. Gal 3,19 "Was soll denn das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers." e) Zeitalter des Gesetzes Auch im Zeitalter des Gesetzes handelt Gott nur mit einer Auswahl aus den Menschen. Das Volk Israel wird auserwählt zum Bündnis mit Gott. Nachdem Gott das gefangene Volk aus Ägypten befreit hat, gibt Er ihm am Sinai Sein Gesetz. Dieser Bund zwischen Gott und dem Volk Israel war an Werke gebunden. Doch Israel hielt ihn nicht. Jer 31,32 "nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr;" Im Zeitalter des Gesetzes zeigt Gott dem Menschen seinen sündigen Zustand. Röm 3,20"weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." Röm 7,7-8 "Was sollen wir denn nun sagen? Ist das

Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren!' Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot." Röm 7,17"So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt." Das Urteil über dem Gesetzesbruch war der Tod: Gal 3,10 "Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: 'Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue!'" Röm 8,7 "Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht." Röm 7,10"ich aber starb. Und so fand sich's, daß das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war." So wurde die Menschheit auf das Kommen des Sohnes Gottes vorbereitet. In die ausweglose Situation unter dem Gesetz kommt Jesus Christus - ein Jude unter dem Gesetz. Gal 4,4 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan," Röm 8,3 "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch," Jesus Christus erfüllte das Gesetz.

Mt 5,17 "Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, daß Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen." Röm 10,4"Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an ihn glaubt, der ist gerecht." Das Zeitalter des Gesetzes endet mit der größten Katastrophe - der Kreuzigung Jesu Christi. Hier entlädt sich der Zorn Gottes über Seinen Sohn, der die Sünde der Welt auf sich nimmt. Er muß sterben, denn so fordert es Gottes Gesetz. Das Gesetz genügte nicht, den Menschen zu erlösen.

ANREGUNGEN: Wiederholen Sie die Aufgaben des Gesetzes in Bezug auf den Menschen anhand der Anthropologie-Notizen Das Gesetz hat auch für uns, die wir im nächsten Zeitalter (der Gnade) leben, seine Gültigkeit nicht verloren. Doch brauchen wir es nicht mehr aus eigener Kraft zu erfüllen, da Jesus Christus das Gesetz erfüllt hat. Studieren Sie hierzu Röm 8,4! Was für eine Befreiung! Im Gesetz offenbart Gott Seinen Maßstab für uns Menschen. Ein Studium des Gesetzes zeigt uns die Grundlinien des Willens Gottes in Bezug auf unser Leben sowie die Ernsthaftigkeit der Sünde und unsere natürliche Unfähigkeit, gottgefällig zu leben. f) Zeitalter der Gnade Nachdem im Zeitalter des Gesetzes der Mensch

erkennen mußte, daß er nichts tun kann, offenbart Gott im Zeitalter der Gnade, daß der Mensch nichts tun muß Gott hat ja bereits alles Notwendige in Christus erfüllt. Das Zeitalter der Gnade (oder auch das "Zeitalter der Gemeinde" genannt) ist die Fortsetzung des Zeitalters der Verheißung (s. Gal 3,7-19). Daher beschränkt sich Gottes Handeln auch nicht auf eine Auswahl von Menschen. Das Angebot der Gnade gilt allen Menschen. Tit 2,11 "Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen." Gott hat dem Menschen genügend bewiesen, daß das Gewissen die menschliche Herrschaft und das Gesetz (die Werke des Menschen) nicht genügen, um sich zu erlösen. Die Erlösung des Menschen kann nicht von ihm kommen, sie muß von außen kommen. Sie muß geschenkt werden - sie muß aus Gnaden sein. Eph 2,8 "Denn aus Gnaden seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es," Röm 3,24"und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist." Tit 3,4-5 "Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilandes, machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist."

ANREGUNG: Wie schwer begreift der Mensch diese Jahrtausende umfassenden Lektionen Gottes. Immer noch sucht er andere Wege, um sich selbst zu erlösen. Doch welch herrliche Botschaft für denjenigen, der bereit ist, die geschenkte Versöhnung in Anspruch zu nehmen. Das Zeitalter der Gnade kann nicht mit einer Katastrophe zu Ende gehen für die, die in diesen Gnadenbund durch den Glauben eingetreten sind. So finden wir eine Vollendung dieses Zeitalters in der ersten Auferstehung bzw. Entrückung der Gemeinde. Für diejenigen allerdings, die nicht glauben, d.h. diesen von Gott bereitgestellten, bedingungslosen Bund nicht annehmen, endet das Zeitalter der Gnade in der gewaltigen Katastrophe der großen Trübsal. Offb 6,17 "Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen?" Nun geht die Geschichte Gottes mit Seinem Volk Israel weiter. Jer 30,7 "Wehe, es ist ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden." Röm 11,25 "Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;"

g) Zeitalter des Tausendjährigen Reiches Im Zeitalter des Tausendjährigen Reiches erfüllen sich die Heilsprophetien für Israel. Als König auf dem Thron Davids regiert Christus von Jerusalem aus die Welt mit eisernem Zepter. Offb 12,5 "Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron." Nun wird die bekehrte Nation Israel die Völker der Erde missionieren. Jes 66,19"und ich will ein Zeichen unter ihnen aufrichten und einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, nach Tarsis, nach Put und Lud, nach Meschech und Rosch, nach Tubal und Jawan und zu den fernen Inseln, wo man nichts von mir gehört hat und die meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen." Während dieser 1000 Jahre ist Satan gebunden. Offb 20,2 "Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre," Doch nach seiner Freilassung verführt er noch einmal die Nationen. Offb 20,8 "und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer." Auch die sichtbare Herrschaft Jesu Christi wird nicht

genügen, um die Menschen zu verändern. So wird das Zeitalter des Tausendjährigen Reiches im Gericht über Satan und dem Untergang der Welt zu Ende gehen. Gleichzeitig wird die ewige Herrlichkeit - der neue Himmel und die neue Erde - beginnen.

ZUSAMMENFASSUNG: Im Heilsplan Gottes ist das Handeln des Menschen völlig ausgeschlossen - nur Gott tut etwas. So ist auch die Rettung der Menschen, die nicht im Zeitalter der Gnade leben, nur möglich durch den Tod Jesu Christi. Röm 3,25-26 "Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, daß er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus." Hebr 9,15 "Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen." Damit gipfelt der Heilsplan Gottes in der Person Jesus Christus und Seinem Werk: dem Kreuz und der Auferstehung. Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist

kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden." Hebr 13,8 "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."