I.

Kapitel: Einführung

In der Ekklesiologie (der biblischen Lehre von der Gemeinde) beschäftigen wir uns mit der göttlichen Schau Seiner Gemeinde - für uns ein Idealbild. Gebaut wird sie mit wiedergeborenen Menschen, die aber noch ihre sündige Natur behalten haben. Es scheint fast unmöglich, aus diesem unbefriedigenden "Material" jemals eine Gemeinde zu bauen, die den biblischen Maßstäben entspricht. Das Idealbild ist uns jedoch nicht vorgegeben, um uns beim Bauen zu entmutigen, sondern zu ermutigen! Wir brauchen Pläne, nach denen wir uns richten können. So leben wir im Gemeindebau in einer Spannung: einerseits das hohe, von der Bibel vorgegebene Ziel und andererseits die oft kläglichen Resultate. "Fehlentwicklungen", die es zu korrigieren galt, finden wir schon im NT (z. B.: Korinth, die Gemeinden der Sendschreiben). Gott nimmt falsche Entwicklungen ernst. Doch sollen sie uns nicht in die Resignation führen, sondern uns zu vermehrtem Einsatz motivieren (Ärmel hochkrempeln!). Im Unterricht wollen wir die Pläne für die biblische Gemeinde studieren (ohne die kein Bau errichtet werden kann) und im Dienst Gemeinde praktisch bauen, egal ob wir an der Kellersohle, am Dach oder am Einrichten der Innenräume sind. Überall braucht es Arbeiter, die Gott für die speziellen Aufgaben begabt hat. Noch ist Gemeindebau Arbeit auf dem Bauplatz. Noch gibt es "Unordnung", "Durcheinander" und Sünde -

auch in der Gemeinde Gottes. Und dennoch gilt: Apg 10,14-15 "Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Verbotenes und Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten." Eph 5,26-27 "Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei." Offb 21,9-11 "Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall" ILLUSTRATIONEN: Ein Pferd kann nicht zugleich ziehen und ausschlagen! Auf den Zuschauerrängen eines Fußballstadions weiß man genau, wie man Tore schießt; die werden aber nur auf dem Rasen geschossen. "Instant" ist in! (Kaffee, Sauce, Pudding). Das "Sofort"Prinzip kann aber niemals auf den Gemeindebau übertragen werden! 1. Die Gemeinde in der Heilsgeschichte

zu 1.: Gott offenbarte sich zu Beginn der Menschheitsgeschichte allen Menschen. Nach dem erneuten Ungehorsam beim Turmbau zu Babel ging Gott jedoch andere Wege.

zu 2: In 1.Mose 12 ruft Gott einen Menschen, Abram, aus der Masse heraus und beschränkt Seine besondere Offenbarung auf ihn und seine Nachkommen - das Volk Israel. Gott ist in ein besonderes Verhältnis zum Menschen getreten. Dabei steht der "Reichsgedanke" - das Königreich Gottes (die Theokratie) - fortan im Vordergrund. 2.Mose 19,4-6 "Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein." Als später Gott nicht mehr König über Sein Volk sein soll (vgl. 1.Sam 8), verschafft Er Sich durch die Propheten Gehör. Sie warnen Priester und Könige Israels und verheißen den wahren König in der Gestalt

des Messias. Joh 1,45 "Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth." 5.Mose 18,18 "Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde." Jes 7,14 "Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel." Jes 53,2 "Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte." Jer 23,5 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Land üben wird." Hes 34,23 "Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein." Zur Zeit des Alten Bundes war die Gegenwart Gottes sichtbar. Das Heiligtum, die Wohnung Gottes unter den Menschen, war sichtbar.

zu 3.: Mit dem Kommen Jesu Christi beginnt Gott eine ganz besondere und endgültige Offenbarung Seiner selbst und Seines Willens. Sie gilt nicht nur Israel, auch nicht

nur den Heiden, sondern allen Menschen - der Gemeinde. Luk 2,10-14 "Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens." Joh 1,11 "Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf." Lk 19,14 "Seine Bürger aber waren ihm feind und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche." Joh 19,15 "Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser!" Mit der Verwerfung des Königs kommt auch die Verwerfung des Volkes Israel. Röm 11,11+15"So frage ich nun: Sind sie gestrauchelt, damit sie fallen? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall ist den Heiden das Heil widerfahren, damit Israel ihnen nacheifern sollte. [...] Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!" Die Königreichslinie Israels wird unterbrochen. (Sie wird im Tausendjährigen Reich fortgesetzt). Diese

Zwischenzeit ist den Propheten im AT unbekannt. Eph 3,5 "Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist." Diese Zwischenzeit ist die Zeit der Gemeinde. Sie ist der Brennpunkt des göttlichen Heilsgeschehens in der jetzigen Heilszeit. Göttliche Weisheit offenbart sich in der Gemeinde (Eph 3,10). Jesus Christus liebt nichts mehr als Seine Gemeinde (Eph 5,25). Es ist Seine Gemeinde (Mt 16,18). Die geistliche Dimension der Gemeinde liegt nicht im Begriff "ecclesia" (dieser besagt nichts Sakrales), sondern an der Zuordnung: "Seine" Gemeinde. Kol 1,27 "denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Die Offenbarung Gottes an die Menschen vollzieht sich in diesem Zeitalter auf der unsichtbaren Ebene. Versuche der Sichtbarmachung der Gemeinde müssen darum scheitern. Wohl gibt es sichtbare Faktoren, z.B. eine Anzahl von Gläubigen an einem Ort oder ihr Zeugnis vor der Welt. Seitdem unterscheiden wir nach der Schrift Juden, Heiden und die Gemeinde Gottes. 1.Kor 10,32 "Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes" In der Soteriologie beschäftigten wir uns mit dem vollbrachten Werk Jesu Christi. Die von Ihm gewirkte Erlösung muß von jedem einzelnen Menschen

persönlich angenommen werden. Christus starb aber nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die Gemeinde: Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben," Daraus ersehen wir, daß es nicht nur um die Errettung des einzelnen Menschen geht, sondern auch um sein Hinzugefügtwerden zu der Gemeinde. Das Ziel dieses Zeitalters der Gnade ist die Gemeinde. So spricht auch Christus: Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Die Gemeinde ist die von Gott gewollte Lebensordnung für die Erlösten. Die Erlösung durch Jesus Christus bringt uns in Seine Gemeinde hinein. Darum sieht Paulus seine größte Sünde in der Verfolgung der Gemeinde. 1.Kor 15,9 "Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe." Gal 1,13 "Denn ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum, wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte" Der Hauptzweck des Gemeindezeitalters ist: das Sammeln von Menschen in die Gemeinde! das Wachstum der Gemeinde! der Dienst der Gemeinde!

2. Die Gemeinde in der Heiligen Schrift

a) AT: Sinnbilder Auch das AT hat etwas zum Thema "Gemeinde" zu sagen. Wir verstehen seine Sprache aber erst, seit die Gemeinde im NT entstanden ist. Jetzt sehen wir, daß die Gemeinde im Plan Gottes schon von Ewigkeit her vorhanden war und ihre Schatten im AT warf. Diese Schatten sind Sinnbilder und Gleichnisse, die auf das Eigentliche schließen lassen. Wenn eine alttestamentliche Persönlichkeit ein Sinnbild auf Christus ist, kann z.B. die Braut an der Seite dieser Persönlichkeit als Sinnbild auf die Gemeinde gesehen werden. z.B.: Adam - Christus Eva - Gemeinde (vgl. 1.Mose 2,23 mit Eph 5,30) In 2. und 3.Mose sehen wir das königliche Priestertum des AT und finden in 1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;" Vom NT her gesehen ist das Volk Israel ein Vorbild für die Gemeinde. Die Stiftshütte und später der Tempel waren im AT die

Wohnstätten des lebendigen Gottes - so auch die Gemeinde im NT. Eph 2,21+22 "auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist." 1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." b) Evangelien: Grundlage Die Person und das Werk Jesu Christi werden uns in den Evangelien ausführlich gezeigt. Er selbst sagte: Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." c) Apostelgeschichte: Entstehung und Ausbreitung Pfingsten, das Kommen des Heiligen Geistes auf diese Erde, ist der Gründungstag der "Gemeinde". Wir sehen in der Apostelgeschichte aber auch die Ausbreitung der frühen Gemeinde. Es ist aber nicht richtig, nur auf dem Boden der Apostelgeschichte eine ganze Ekklesiologie aufbauen zu wollen. Um ein richtig umfassendes Bild zu erhalten, muß man in den geschichtlichen Ablauf der Apostelgeschichte die neutestamentlichen Briefe

miteinbeziehen. Natürlich steht die Apostelgeschichte nicht im Widerspruch zu den Briefen. Die Briefe sind Korrekturen an die Gemeinden, deren Entstehung uns die Apostelgeschichte zum Teil schildert.

d) Briefe: Modell Die Briefe enthalten die tiefste Offenbarung über die Gemeinde. Sie sind das eigentliche Schrifttum für die Gemeinde. Besonders in den paulinischen Briefen finden wir das göttliche Modell der Gemeinde. Mit dem Bild des Tempels - des Gebäudes - gesprochen, könnten wir die Briefe des Paulus etwa folgendermaßen einordnen: Römer Kor / Gal Thess Eph / Phil / Kol Tim / Tit -

Grundlage Außenwände Dach des Hauses Innenleben Pflege

e) Offenbarung: Vollendung In diesem prophetischen Buch redet der erhöhte Herr zu Seiner Gemeinde und stellt ihr die gesamte Zukunft, einschließlich ihre Vollendung, vor Augen. II. Kapitel: Die Entstehung der Gemeinde

Aus Eph 3,3-12 entnehmen wir, daß die Offenbarung des Geheimnisses der Gemeinde spät in der Heilsgeschichte erfolgte. Viele Voraussetzungen mußten erst erfüllt sein, bevor die Gemeinde entstehen konnte.

1. Der Zeitpunkt der Entstehung

a) Planung

Die Gemeinde ist von Ewigkeit her im Herzen Gottes als ein Geheimnis verborgen gewesen. Eph 3,9 "und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott seinen geheimen Ratschluß ausführt, der von Ewigkeit her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat;" Die Gemeinde ist eine "Erfindung" der Liebe Gottes. Eph 1,4-5"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens," Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern." Die Gemeinde war schon vor Grundlegung der Welt im Heilsplan Gottes vorhanden. Nur so können die ATStellen Schatten der Gemeinde sein. So kann sogar die Erschaffung Evas ein Vorbild auf die Gemeinde sein (Eph 5,31-32). Die Gemeinde wirft ihre Schatten in das AT, so wie das Kreuz Jesu seine Schatten in das AT wirft. Der Heilsplan Gottes für die Gemeinde muß nun allerdings Geschichte werden. Dieses Geschichtewerden bezeichen wir als die eigentliche Entstehung der Gemeinde an Pfingsten (Apg 2). Gott hatte Israel als Entstehungsort erwählt. 1.Mose 12,3 "Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." Joh 4,22 "Ihr wißt nicht, was ihr anbetet; wir wissen

aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden." Gal 3,14 "damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben." b) Verwirklichung Die Schöpfung der Gemeinde, ihre Geburtstunde, kann genau bestimmt werden:

(1) erst nach Ostern Der neue Bund konnte vor dem Tod Jesu Christi nicht in Kraft treten, denn Hebr 9,16-17 "wo ein Testament ist, da muß der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat." Darum sagte Jesus Christus: Mt 26,28 "das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden." Vor dem Tod Jesu Christi konnte also Gemeinde nicht entstehen. Nur im Todesschlaf des "letzten Adams" entstand die neutestamentliche "Eva". Eph 5,32 "Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde." 1.Mose 2,21 "Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf

fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit Fleisch." Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein." Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus," (2) erst nach der Himmelfahrt Durch die Himmelfahrt bzw. Erhöhung wurde Jesus Christus das Haupt der Gemeinde. Eph 1,22 "Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles," Die Gemeinde kann erst zum Leib werden, wenn ein Haupt vorhanden ist. Zur vollen Erlösung der Glieder dieses Leibes gehört auch: Eph 2,6 "und hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus," (3) erst an Pfingsten Schon im AT wurden der neue Bund und die Erneuerung des Herzens im Zusammenhang mit dem Wirken des Heiligen Geistes gesehen. Jer 31,31-34 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem

Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: 'Erkenne den Herrn', sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken." Hes 11,19-20 "Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein." Hes 18,31 "Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israel?" Hes 36,26-27 "Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun." Ohne den Heiligen Geist gibt es keine Gemeinde, und der Geist konnte nicht kommen, solange Jesus nicht verherrlicht war.

Joh 7,38-39 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht." Joh 15,26-27 "Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir. Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen." Joh 16,7 "Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden." Joh 16,5-15 s.d. Nachdem der Herr Jesus Seinen Jüngern den Auftrag zur weltweiten Mission gegeben hatte, prägte Er ihnen ein, daß sie erst damit anfangen können, wenn der Heilige Geist gekommen ist und sie Ihn persönlich empfangen haben. Lk 24,49 "Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe." Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." Dann - 40 Tage später - geschah es: Apg 2,1-47 Das "Gliedwerden" an dem Leibe Jesu geschieht durch die "Geistestaufe". Über diesen Begriff herrscht viel

Verwirrung, deshalb wollen wir darauf etwas näher eingehen. 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." Nur die Taufe durch den Heiligen Geist macht den Gläubigen zu einem Glied der geistlichen Gemeinde.

ANREGUNG: Definieren Sie biblisch: Taufe des Geistes Gaben des Geistes Frucht des Geistes Fülle des Geistes Empfang des Geistes Wiedergeburt durch den Geist In manchen Kreisen ist der Begriff "Geistestaufe" mit unbiblischen Inhalten gefüllt. Deshalb existiert viel Verwirrung - bis hin zur Irrlehre. Wenn wir versuchen, das unbiblische Verständnis von Geistestaufe mit den biblischen Aussagen zu harmonisieren, kommen wir zu ganz falschen Schlußfolgerungen. (Dabei wollen wir nicht das Kind mit dem Bad ausschütten. Da, wo unter Geistestaufe Geistesfülle verstanden wird, wollen wir von Herzen Geistesfülle bejahen, weil sie biblisch ist aber eben unter dem Begriff Geistesfülle.)

Die Taufe durch den Heiligen Geist wird im NT siebenmal erwähnt: Mt 3,11 "Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen." Die gleiche Aussage findet sich auch noch in Mk 1,8; Lk 3,16 und Joh 1,33. Alle vier Stellen zeigen, daß diese Taufe noch kommen wird. Apg 1,5 "denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen." Der Herr Jesus wiederholt hier kurz vor Seiner Himmelfahrt die Verheißung und sagt, daß sie in einigen Tagen erfüllt sein wird. Nach dem Pfingsten der Heiden in Apg 10 muß sich Petrus in Jerusalem vor den Juden verantworten. Er zitiert dort das Wort des Herrn und bezieht es auf das Geschehen sowohl in Apg 2 als auch in Apg 10 Apg 11,16 "Da dachte ich an das Wort des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden." Wir sehen also die Verheißung an Pfingsten erfüllt. Paulus schaut auf ein zurückliegendes Ereignis, wenn er sagt: 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt."

Wenn Geistestaufe "Erfüllung" mit dem Heiligen Geist bedeutete, hätte Paulus allen Grund gehabt, gerade den Korinthern die Notwendigkeit einer Geistestaufe zu predigen (und nicht, wie er es tat, von einer geschehenen Tatsache zu sprechen). Am Pfingstfest entstand die Gemeinde, obwohl wir beachten müssen, daß die weltumfassende Weite (die Nationen einschließend) zu Pfingsten nur ansatzweise vorhanden war und erst durch die Ereignisse in Apg 8 und Apg 10 vollendet wurde. Indem Gott Seine Gemeinde (eine weltweite Gesamtgemeinde) schuf, entstand gleichzeitig die erste örtliche Gemeinde in Jerusalem. Sehr bald wurden durch das Wirken der Jünger des Herrn noch andere örtliche (lokale) Gemeinden gegründet.

2. Der Ort der Entstehung Die universale Gemeinde hat auf Erden immer lokale Standorte - bis zur Entrückung. Apg 2,2+46 "Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. [...] Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen" Die Gründung der Gemeinde fand in Jerusalem statt. Damit wurde in Jerusalem zugleich die erste lokale Gemeinde gegründet. Es folgten rasch Neugründungen an anderen Orten.

Apg 8,4-5+25 "Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort. Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus. [...] Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter." (vgl. auch Röm 1,6-7; 1.Kor 1,2; Gal 1,2; Phil 1,1; Offb 1,11; usw) Es scheint keine "Regional"-Gemeinde gegeben zu haben. Wenn mehrere Gruppen von Gläubigen an verschiedenen Orten angesprochen werden, so wird das Wort "Ekklesia" in der Mehrzahl gebraucht. 1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!" 1.Thess 2,14 "Denn, liebe Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben." Offb 1,11 "die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea." (Als eventuelle Ausnahme wird Apg 9,31 angeführt.) Wahrscheinlich ist, daß es schon zur Zeit des NT mehrere Gruppen an einem Ort gegeben hat, die jede für sich Gemeinde genannt wurden. Wenn die Gemeinde im Hause des Aquila und der Priska

die Korinther grüßen läßt, so sind damit wahrscheinlich nicht alle Christen in Ephesus eingeschlossen. 1.Kor 16,19 "Es grüßen euch die Gemeinden in der Provinz Asien. Es grüßen euch vielmals in dem Herrn Aquila und Priska samt der Gemeinde in ihrem Hause." Paulus schreibt später: Röm 1,7 "An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!" Röm 16,3-5 "Grüßt die Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mein Leben ihren Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden. Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßt Epänetus, meinen Lieben, der aus der Provinz Asien der Erstling für Christus ist." Hier wird ein kleiner Kreis Gläubiger mit dem Begriff "Gemeinde" bezeichnet. Kol 4,15 "Grüßt die Brüder in Laodizea und die Nympha und die Gemeinde in ihrem Hause." Philemon 2 "und an Aphia, die Schwester, und Archippus, unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem Hause:" ANREGUNGEN: Wie steht es mit der Neugründung einer Gemeinde an einem Ort, an dem es schon eine Gemeinde gibt? Gibt es nur eine "Ortsgemeinde"?

3. Die Grundlage der Gemeinde

a) Erlösungswerk Jesu Christi Mt 16,18 "Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Das ganze Erlösungswerk Jesu Christi (der Hohepriesterdienst) ist das Fundament der Gemeinde. Was immer über diesen Vers gesagt wurde und wird: wir sehen Gottes Gnade manifestiert in einem Menschenleben, und sie ist das Fundament der Gemeinde. Deshalb schreibt Petrus: 1.Petr 2,4-8 "Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift: 'Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.' Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist 'der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses'; sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind." Andere Schriftstellen weisen ebenfalls auf Christus hin: Röm 9,32-33 "Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus dem Glauben sucht, sondern als komme sie

aus den Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht: 'Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.''` 1.Kor 3,11 "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." 1.Kor 10,4 "und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus." Wenn wir 1.Tim 3,14-16 lesen, merken wir, daß das Haus Christi, die Gemeinde, auf das vollbrachte Erlösungswerk Christi gegründet ist (V. 16). Auch in den lokalen Gemeinden sollte Christus die Grundlage sein. Leider sind sie oft auf Menschen oder denominationelle Tradition gebaut. Der persönliche Glaube an Jesus Christus ist Bedingung für die Zugehörigkeit zur Gemeinde. So sollte auch die Mitgliedschaft zur lokalen Gemeinde nur aufgrund des persönlichen Heilserlebnisses möglich sein. Das Stehen des einzelnen Gemeindegliedes auf dem Felsen Christus hat automatisch zur Folge, daß die ganze Gemeinde biblisch gebaut werden kann.

b) Innewohnen des Heiligen Geistes Joh 14,22-24 "Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu

ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. wir Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat." Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christ, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." Der persönliche Glaube und die Innewohnung des Geistes gehen immer zusammen, denn das Erste bedingt das Zweite. Der Glaube an Jesus öffnet dem Geist die Tür. Der persönliche Glaube an Jesus Christus ist die Bedingung für die Zugehörigkeit zur Gemeinde. Das gilt nicht nur für die Gesamtgemeinde. Auch die Mitgliedschaft in der örtlichen Gemeinde kann nur aufgrund des persönlichen Heilserlebnisses möglich sein. Die geistliche Gemeinde ist nicht ein Produkt menschlicher Anstrengung, sondern göttlicher Geburt durch den Heiligen Geist. Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten" Joh 3,3-7 "Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?

Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden." ANREGUNG: Eph 4,4-6 gibt in bezug auf Grundlage und Einheit der Gemeinde in kürzester Form umfassend Auskunft. Siehe Epheser-Studium. ZUSAMMENFASSUNG: Gemeinde ist nicht da, wo Gläubige zusammenkommen, um sich als Gemeinde zu bezeichnen. Gemeinde ist da, wo sich Gläubige unter die Herrschaft Christi und unter die Leitung und Autorität des Heiligen Geistes stellen. Er bringt die Glieder zu einem Leib zusammen (1.Kor 12,13). Er läßt den Leib funktionieren - vom Haupt her (Eph 4,15-16). Glieder bestimmen nicht über Glieder. Deshalb kann nie ein Mensch Grundlage einer Gemeinde sein (1.Kor 3,4-8). Wenn wir von der Gründung der Gemeinde gesprochen haben, wollen wir noch einen Blick auf ihre Vollendung werfen. Es kommt die Zeit, da der Bau fertig sein wird.

Eph 2,20-22 "erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn." Es kommt die Zeit, da wird auch der Letzte der Vollzahl hinzugezählt sein Röm 11,25 "Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren so lange, bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;" Es kommt die Zeit, da wird die Gemeinde unsträflich in der Liebe vor ihrem Herrn stehen 1.Thess 5,23 "Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus." Es kommt die Zeit, da wird die Gemeinde wie eine Braut fleckenlos und schön ihrem Herrn entgegengehen. Eph 5,25-27 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei." Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet." ANREGUNG:

Apg 10,9-16 zeigt uns die Entstehung der Gemeinde und Offb 21,10-11 ihre Vollendung. Dazwischen liegt die spannende Geschichte von nun bald 2000 Jahren Gemeindezeit. Wo komme ich her und wo darf ich hin? Was bin ich heute und was darf ich morgen sein? (Eph 3,20-21) III. Kapitel: Das Wesen der Gemeinde

Viele betrachten die Gemeinde als Hörsaal, in dem sich die Gläubigen Bibelauslegung vortragen lassen. (Konferenzchristen und Konsumenten) Theater, in dem sich die Christen versammeln, um sich das Drama der "Sakramente" anzusehen (Taufe, Konfirmation, Trauung, Beerdigung) Aktiengesellschaft, die mit einem Team von hauptamtlichen Theologen gründliche und planorientierte Arbeit leistet und sich mit der Weitergabe der Religion an die Massen beschäftigt. sozialen Club, dem sich verschiedene Leute anschließen, damit ihre Probleme gelöst werden; genauso wie man sich irgendeiner anderen Organisation anschließt, um daraus Nutzen zu ziehen. (Strickverein, Fotosafarie) Die Lehre der Bibel über die Gemeinde ist genauso klar und bestimmt wie jede andere Lehre. Aber die Kenntnis dieser göttlichen Offenbarung ist selbst bei bibeltreuen Christen oft sehr mangelhaft. Viele christliche Gemeinden wissen nicht genau, wer sie eigentlich sind

und was sie wollen. Deshalb ist die Frage nach der "Gemeinde" sehr aktuell geworden. Überall werden sogenannte "GemeindeSeminare" durchgeführt. Selbst in der Volkskirche ist die Frage nach echter Gemeinde aufgebrochen. Die landeskirchlichen Gemeinschaften müssen sich mehr und mehr die Frage nach biblischer Gemeinde stellen lassen. Sogar in der Katholischen Kirche ist seit dem Vaticanum II das Thema "Gemeinde" aktuell. Es wurde dort in den letzten Jahrzehnten mehr über Gemeinde nachgedacht als in den vergangenen Jahrhunderten. Was ist Gemeinde?

1. Definition der Gemeinde Die Gemeinde ist nach dem NT ein "Geheimnis", das zur Zeit des AT "verborgen" gewesen ist, nun aber "offenbar" Röm 16,25-26 "Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden" Eph 3,2-6s.d. Die Gemeinde ist die Ekklesia (= "Gemeinde") Gottes; sie ist das Volk Gottes.

a) Ekklesia Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Dieses Wort, das Luther mit "Gemeinde" übersetzt, kommt im NT 114 mal vor. Das Wort stammt aus dem politischen Bereich. Die wahlberechtigte und wählbare Bürgerschaft einer Stadt (Freie, nicht Sklaven) hieß bei den Griechen, wenn sie zusammenkam, Ekklesia (= "Gemeinde"). Im NT finden wir 5 mal das Wort Ekklesia im Sinne einer politischen Gruppe oder für das Volk Israel! Apg 19,39-40 "Wollt ihr aber darüber hinaus noch etwas, so kann man es in einer ordentlichen Versammlung entscheiden. Denn wir stehen in Gefahr, wegen der heutigen Empörung verklagt zu werden, ohne daß ein Grund vorhanden ist, mit dem wir diesen Aufruhr entschuldigen könnten. Und als er dies gesagt hatte, ließ er die Versammlung gehen." Apg 7,38 "Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Dieser empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben." Hebr 2,12 "und spricht: 'Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.''" In der griechischen Umgangssprache des ersten Jahrhunderts nach Christus bedeutete das Wort Ekklesia ganz einfach Versammlung, Treffen, Zusammenkunft. Etymologisch bedeutet das Wort Ekklesia "die

Herausgerufene". So verstanden sich auch die ersten Christen als Herausgerufene: aus der Welt, aus der Sünde, aus dem Verderben, - zu Gott, zur Befreiung, zum ewigen Leben. Mt 11,28 "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Mt 4,19 "Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!" Mit Ekklesia übersetzt die Septuaginta (LXX) das hebräische Wort "quahal", mit dem im AT das auserwählte Volk Israel bezeichnet wird. Die Ekklesia Gottes war der "quahal Jahwe", die Versammlung, die von Gott zusammengerufen wurde. 5.Mose 9,10 "und mir der Herr die zwei steinernen Tafeln gab, mit dem Finger Gottes beschrieben, und darauf alle Worte, die der Herr mit euch aus dem Feuer auf dem Berge geredet hatte am Tage der Versammlung." Das heute geläufige, aber sehr mißverständliche Wort "Kirche" leitete Luther von dem griechischen Wort "Kyriakos" (= dem Herrn gehörig) ab. Es hätte im Grunde genommen eine sehr treffende Bedeutung. Die Gemeinde ist nämlich eine Gruppe von Menschen, die dem Herrn gehört. Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." 1.Petr 5,2"Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen

ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund;" Von den Ausdrücken "Gemeinde", "Kirche", "Versammlung" allein können wir heute nicht mehr feststellen, was Jesus im Sinn hatte, als Er sagte: "Ich werde meine Gemeinde bauen". Dazu müssen wir die Bedeutung von der Ekklesia im NT studieren.

b) Volk Der Begriff "Volk Gottes" hat im AT wie im NT fundamentale Bedeutung. Der Jude gehörte nur zu Jahwe, indem er zum Volk Israel gehörte. Auch im NT geht es nicht nur um die Errettung des einzelnen, sondern auch um das Hinzugefügtwerden zur Gemeinde, zum Volk Gottes des Neuen Bundes! 1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;" Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken." Hier wird 2. Mose 19,5-6 und 5.Mose 7,6 zitiert. Damit werden Aussagen, die sich ursprünglich allein auf Israel bezogen, auf das neue Volk Gottes, die Gemeinde, angewandt.

c) verschiedene Bilder Etwas vom Wesen der Gemeinde, besonders die Einheit, wird auch in anderen Bildern und Begriffen unterstrichen: 1.Kor 3,9 "Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau." 1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken." Eph 5,32 "Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde." Zu einigen Bildern werden wir später noch etwas sagen. (Kapitel IV)

2. Universale und lokale Gemeinde Das Wort Gemeinde wird in der Schrift mit zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht: Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Mt 18,17 "Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner."

Dieses sind die einzigen Stellen in den Evangelien, in denen "Gemeinde" vorkommt. Geht es um die universale Gemeinde (Mt 16,18), dann wird von Gemeinde immer in der Einzahl gesprochen. In Mt 18 haben wir eine Stelle für Gemeindezucht. Hier ist die lokale Gemeinde gemeint. Wir müssen also deutlich zwischen Gemeinde und Gemeinden unterscheiden:

a) universale Gemeinde Wir könnten sie auch "weltweite Gemeinde" nennen. In der Schrift finden wir sie als die Gemeinde Gottes oder auch die Gemeinde Christi: 1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Die universale Gemeinde umfaßt alle Gläubigen von Pfingsten bis zur Entrückung. Zu ihr gehören sowohl die bereits Verstorbenen, deren Geister schon beim Herrn sind, als auch die noch Lebenden. Sie wird uns als eine Einheit vorgestelllt (z.B. unter dem Bild des Leibes). Wir finden in der Schrift diese eine alle Gläubigen umfassende Gemeinde sehr oft. (Beachten Sie die Singularform!)

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben," Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei." Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten" Wir betonen, daß die Gemeinde von Menschen gebildet wird, die durch den Heiligen Geist wiedergeboren sind. Er hat sie auch in die Gemeinde hineingetauft, und sie sind so Glieder derselben geworden. 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." b) lokale Gemeinde Das NT gebraucht das gleiche Wort für eine örtliche Gruppe von Gläubigen wie für die Gesamtheit aller Christen, nämlich Ekklesia. Diese begrenzte Bedeutung des Begriffes sehen wir zum Beispiel an folgenden Stellen: Röm 16,16 "Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi." 1.Kor 1,2 "an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die

Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen des Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns:" 2.Kor 11,28 "und außer all dem noch das, was täglich auf mich einstürmt, und die Sorge für alle Gemeinden." Offb 1,4 "Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt," ANREGUNG: Watchman Nee meint, daß es an einem bestimmten Ort immer nur eine Gemeinde geben darf. Bestimmt ist das zum Teil in der Missionssituation so gewesen. Es gibt Vorteile, wenn alle Christus- Gläubigen an einem Ort sich zu einer Gemeinde zusammenschlössen. "Megagemeinden" haben großen geistlichen und kulturellen Einfluß. Kleine Gemeinden an einem Ort intensivieren allerdings das allgemeine Priestertum (1.Kor 16,19; Kol 4,15; Philemon 2). (1) Unabhängigkeit Vom NT her lassen sich keine Zusammenschlüsse einzelner lokaler Gemeinden, weder nach regionalen noch lehrmäßigen Gesichtspunkten, ableiten. Am ehesten könnten wir das bei den Gemeinden in Kleinasien erwarten. Aber davon finden wir keine Spur. Offb 1,4 "Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind,"

1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!" Keine Gemeinde ist der anderen unterstellt. Es gibt keine gemeinsame Regierung oder Verwaltung - schon gar nicht in einer Person. Jede Gemeinde hatte ihre Ältesten, die Verwaltungs- und Entscheidungsfreiheit hatten. Aber die beschränkte sich eben auf eine örtliche Gemeinde. Die Apostel, die in der Regel nicht Gemeindeälteste waren, hatten bestimmte übergemeindliche Vollmachten, aber die beschränkten sich in der Regel auf lehrmäßige Aussagen. In den ethischen und praktischen Dingen haben sie die Gläubigen gelehrt und herausgefordert. Die Durchführung lag dann in den Händen der örtlichen Gemeinde. Die Selbständigkeit läßt sich auf mehreren Ebenen feststellen: selbstverwaltend (- wird heute gerne übernommen!) selbstunterstützend (- wird heute gerne übertragen!) selbstausbreitend (- wird heute von anderen erwartet!) Die "Weltkirchen"-Theorie der Römisch-Katholischen Kirche mit dem Papst als Stellvertreter Christi an der Spitze ist also ganz unbiblisch! Genau so unbiblisch ist aber auch die "Volkskirchen"Theorie der Evangelischen Landeskirchen. Wie schnell bewegen sich auch "Freikirchen" im Fahrwasser dieser Theorie? Das Prinzip der "Repräsentanz durch Leitung" bedeutet Verlust der eigenen Selbständigkeit. Aus den Bemühungen dieser beiden großen

Institutionen mit ihren Hunderten von Absplitterungen soll nun die "Einheitskirche" entstehen. Weil ihre Grundlage - ihr Ansatz - unbiblisch ist, wird auch ihr Aufbau unbiblisch sein.

(2) Anerkennung und Verantwortung Findet sich im NT zwar keine gegenseitige Unterordnung oder gemeinsame Verwaltung, so wird doch die gegenseitige Anerkennung und Verantwortung der Gemeinden deutlich. So wird uns sogar von der Anerkennung der "heidnischen" Gemeinde in Cäsarea durch die "jüdische" Gemeinde in Jerusalem berichtet und von ihrer gegenseitigen Hilfestellung. Apg 11,18+22 "Als sie das hörten, schwiegen sie still und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt! [...] Es kam aber die Kunde davon der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren; und sie sandten Barnabas, daß er nach Antiochia ginge." Als die Christen in Antiochien von der materiellen Not in Jerusalem erfuhren, halfen sie der Jerusalemer Gemeinde spontan: Apg 11,29 "Aber unter den Jüngern beschloß ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden." Dieses gegenseitige Helfen war auch eine Gepflogenheit des Paulus: 1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien

angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!" Die Gemeinden dienten einander auch, indem sie Arbeitskräfte austauschten: Apg 11,25 "Barnabas aber zog aus nach Tarsus, Saulus zu suchen. Und als er ihn fand, brachte er ihn nach Antiochia. Und sie blieben ein ganzes Jahr bei der Gemeinde und lehrten viele. In Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt." Apg 15,22-41 s.d. So haben sich die Gläubigen gegenseitig ermahnt und ermutigt (Gal 2,1-14). Ging es um Glaubensfragen, so wurden Konferenzen einberufen (Apg 15), die solche Fragen regelten. Die Gemeinde in Antiochia war unabhängig von der Gemeinde in Jerusalem. Sie hätte die aufkommenden Fragen selbst lösen können (zumal mit Männern wie Paulus). Sie wendet sich aber dennoch an die Apostel und Ältesten der Gemeinde in Jerusalem. Deren Beschluß ist wegweisend - nicht nur für Antiochia, sondern auch für andere Gemeinden. Nicht eine Organisation verband die nt'lichen Gemeinden, sondern der Heilige Geist, der Seinen Ausdruck in der Liebe fand. Diese Liebe bewirkte die Fürsorge für die Gemeinden. Als bleibende Lehre für spätere Gemeinden entnehmen wir dem NT: Soweit wie möglich handeln die örtlichen Gemeinden selbständig, und soweit wie möglich arbeiten sie übergemeindlich zusammen. Diese Zusammenarbeit geschieht aufgrund eines freiwilligen Entschlusses der örtlichen Gemeinden.

c) Verhältnis zwischen universaler und lokaler Gemeinde Wir können und dürfen diese zwei Größen zwar unterscheiden, aber nicht trennen. Die Unterscheidungsmerkmale werden gelegentlich wie folgt angeführt: Gemeinde universal unsichtbar nicht erfaßbar nicht organisiert Gemeinden lokal sichtbar erfaßbar organisiert

Jedes angegebene Stichwort ist eine Teilwahrheit, aber es darf nicht als absolut verstanden werden. Die örtliche Gemeinde existiert nicht unabhängig von der Gesamtgemeinde, denn sie ist Bestandteil von ihr. Von daher kennt das NT auch keine "gemeindelosen" Christen. Wer zur universalen Gemeinde gehört, muß seinen verbindlichen Platz an einem bestimmten Ort finden, wo er Hilfe und Korrektur bekommt. Auch ist es nicht richtig, nur von einer unsichtbaren Gemeinde zu sprechen. Die Gemeinde Gottes besteht aus Menschen mit Fleisch und Blut. Solche Menschen sind immer sichtbar. In ihrer Zielsetzung gelten dieselben Normen für die Gemeinde weltweit wie auch für die lokalen Gemeinden. Eine lokale Gemeinde ist eine Gruppe Gläubiger, die eine Verpflichtung miteinander eingeht, die Herrlichkeit der universalen Gemeinde an einem Ort vor der Welt zu veranschaulichen. Jesus sagte von Seiner Gemeinde - der Gesamtzahl der an Ihn Gläubigen -, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Welch eine Zusage! Dieses Versprechen gilt nicht bedingungslos der lokalen Gemeinde, die oft im NT in Verbindung mit dem Ortsnamen genannt wird, denn die Bewahrung einer örtlichen Gemeinde hängt von deren Treue zu ihrer Berufung ab. Ein Beispiel für untergegangene Gemeinden sind die Christengruppen in Kleinasien (Offb 2-3). Die örtlichen Gemeinden brauchen beständig Anund Zurechtweisung, wie wir sie in den nt'lichen Briefen finden. Sie bedürfen der Erneuerung und Buße, wie der Heilige Geist sie schenken kann.

3. Irrtümer über die Gemeinde

a) Gemeinde ist nicht das Volk Israel Die Gemeinde ist kein zu neuem Leben erstandenes Judentum. Die Gemeinde ist neuer Wein in neuen Schläuchen. Mt 9,17 "Man füllt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben. Sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben beide miteinander erhalten." Jesus bezeichnet die Gemeinde als etwas Zukünftiges: Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Durch Paulus zeigt uns der Heilige Geist, daß das Geheimnis der Gemeinde in den Zeiten des AT nicht bekannt war. Eph 3,5 "Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offebart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist." Aus dem Mißverständnis heraus ist z.B. in der Katholischen Kirche das levitische "Priester"tum zu finden. Die Messe ist eine Art Opferung (vom Opfer Christi heißt es "ein- für allemal" Hebr 9,25f). Der einfache Versammlungsraum der ersten Christen ist zum pompösen Altarraum, mit Gold verziert, geworden.

Das Ritual wurde an Stelle der freien Geistesleitung eingesetzt. Leider sind von der Evangelischen Kirche viele Riten übernommen worden (z.B. gewisse Liturgien, Sakramente usw.) Auch wenn wir an das Thema "gute Werke" denken, stellen wir eine Art Gesetzeserfüllung aus dem AT fest. (Vgl. dazu auch den Galaterbrief, der jede Verbindung zwischen Judentum und Gemeinde abgebrochen wissen will.) Wäre das Christentum eine Fortsetzung des Judentums, so würde dies auch bedeuten, daß Israel keine Zukunft mehr hat! - Dann hätte die Gemeinde Israel abgelöst. Israel Gemeinde Berufung ist irdisch Berufung ist himmlisch Erbe auf Erden (1.Mose 12,1-2; 24,35) Erbe im Himmel (Eph 1,3; 1.Petr 1,4) Anbetung im Tempel (3.Mose 17,8-9) Anbetung im Geist (Joh 4,24) Zukunft: (5.Mose 30,4-5) Wiederherstellung im verheißenen Land Zukunft: beim Herrn sein allezeit (1.Thess 4,17) Trotzdem müssen wir eine Beziehung zwischen dem ATBundesvolk und der NT-Gemeinde sehen. Die Gemeinde wirft ihre Schatten ins AT - im Volk Israel. Vgl.: 2.Mose 19,5-6 "Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern, denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst."

1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;" Hebr 8,6-13; Jer 31,31-34; Röm 11 So gehören auch aus Israel viele zur Gemeinde (Röm 11,1-5) Die Gemeinde besteht aus Juden und Heiden. Röm 10,12 "Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen." Sie ist erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten. Eph 2,18-22 "Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist." b) Gemeinde ist keine Denomination oder: keine Denomination ist mit Gemeinde gleichzusetzen! Die vielfältigen Gliederungen in Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften ist in der Lehre des NT von der Gemeinde nicht zu sehen. Im Gegenteil: Wir hören den Apostel Paulus die Gemeinde in Korinth tadeln, weil sie

solche Splittergruppen und Spaltungen betont: 1.Kor 1,10-13 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle mit einer Stimme redet und laßt keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet einander fest in einem Sinn und einer Meinung. Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloe, daß Streit unter euch ist. Ich meine aber dies, daß unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der dritte: Ich zu Kephas, der vierte: Ich zu Christus. Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?" Denominationen sind Schalen, Formen, die bei der Entrückung der Gemeinde zurückbleiben. In diesen verschiedenen Schalen mögen nun einzelne Gläubige sein - in der einen mehr, in der anderen weniger -, die zur wahren Gemeinde Jesu gehören.

c) Gemeinde ist keine Bruder- bzw. Schwesternschaft In vielen gläubigen Menschen der beiden großen Volkskirchen ist zu allen Zeiten ein Sehnen nach echter Gemeinde aufgebrochen. Ist eine Bruderschaft schon Gemeinde oder gar Modell für Gemeinde? Um zu einer Bruderschaft zu gehören, muß man "Bruder" sein. Paulus wurde nach seiner Wiedergeburt von Ananias mit "lieber Bruder" angeredet (Apg 9,17). Wir glauben an eine echte Bruderschaft nach dem NT. Diese kann sich auf eine lokale Gemeinde beschränken. Sie kann aber auch überörtlich zustandekommen mit

dem Ziel eines bestimmten Dienstes, z.B. Herrnhuter Brüdergemeine (Graf Zinzendorf). Wir sprechen aber hier von speziellen Bruderschaften. Manchmal können sie mit "Orden" oder "Kommunitäten" bezeichnet werden. Wir wollen nicht grundsätzlich eine negative Haltung ihnen gegenüber einnehmen. Sie können aber nicht als Modell für Gemeinde dienen. Dazu sei hier auf das Buch von Walter Schulz "Geistlicher Aufbau" (Hänssler-Verlag) hingewiesen. Er zeigt u.a. auf, daß Bruderschaften auf organisatorischem Wege herbeigeführt werden. Menschen mit gleichen Interessen werden zusammengefaßt, um ein bestimmtes Sonderziel zu erreichen. Es gibt Bruderschaften mit mehr ökumenischer Ausrichtung, andere mit mehr katholisierender Ausrichtung (z.B. Evang. Franziskaner, Evang. Oekum. Johannesbruderschaft, Bruderschaft von Taizé). Oftmals verstehen sich diese Bruderschaften als pneumatische Bruderschaft in neutestamentlichem Sinn. Die offensichtlichen Gefahren sind, daß an die Stelle des biblischen Heilsgeschehens das Leben in der Bruderschaft tritt; des Heilandes der Gründer der Bruderschaft tritt; der Heiligen Schrift die Regel tritt; der Mission das bruderschaftliche Werk tritt. Dazu kann dann eine Überbetonung der Liturgie, der äußeren Formen, der Gewänder usw. kommen. Menschen innerhalb solcher Lebensgemeinschaften können sich geistlich überschätzen, manchmal neigen sie zu Bindungen an Menschen, die sogar durch die

Seelsorge verursacht werden.

ANREGUNGEN: Ein wichtiges Studium ist der Begriff "Himmelreich" oder "Reich Gottes" in den Evangelien im Blick auf Gemeinde des NT. Die Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, die sich 1888 zum sog. "Gnadauer Verband" zusammengeschlossen hat, lebt in einem Dilemma in Bezug auf ihr Gemeindeverständnis. Ihr Motto: "In der Kirche, wenn möglich mit der Kirche, aber nicht unter der Kirche" bringt ein ungeklärtes Gemeindeverständnis mit sich. Man meint, Gemeinde zu sein, und ist doch nicht Gemeinde. (Die Chrischonagemeinden in der Schweiz sind eine Ausnahme). Deshalb brechen bei den "Gemeinschaftsleuten" so viele Fragen auf im Blick auf Gemeinde. Die Gemeinde ist in dieser Zeit die Wohnstätte Gottes. Angefangen bei der Stiftshütte können wir sehen, daß Gott genaustens die Maße für Seine Wohnung angegeben hat. Sollte Er dann für die Gemeinde keine "Maße" angegeben haben? Wenn wir im AT lesen, können wir sehen, daß die Menschen alles genau so taten, wie der Herr es ihnen gezeigt hatte. 2.Mose 25,9+40 "Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr's machen. [...] Und sieh zu, daß du alles machest nach dem Bild, daß dir auf dem Berge gezeigt ist." 2.Mose 26,30 "Und die Riegel sollst du mit Gold überziehen. So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast." 2.Mose 27,8 "Als einen Kasten von Brettern sollst du

ihn machen, daß er inwendig hohl sei, wie er dir auf dem Berge gezeigt wurde." Hebr 8,5 "Sie dienen aber nur dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er die Stiftshütte errichten sollte: 'Sieh zu', sprach er, 'daß du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.'" So macht auch das NT klare Aussagen über das Wesen der Gemeinde. 1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." IV. Kapitel: Die Stellung der Gemeinde

In diesem Kapitel sprechen wir von der Stellung (dem Verhältnis, der Beziehung) der universalen Gemeinde zu dem dreieinigen Gott. Wenn ein Lichtstrahl durch ein Prisma fällt, wird er in ein Strahlenbündel verschiedenster Farben zerlegt. So wird uns die eine Wahrheit von der Gemeinde durch das Wort in die verschiedensten Bilder zerlegt. So soll uns die herrliche Stellung der Gemeinde gezeigt werden. Im ganzen Heilsplan Gottes gibt es keine so erhabene Schöpfung wie die Gemeinde. 2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr

entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt." Eph 3,8+10 "Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi [...] damit jetzt kund werde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde." In Ehrfurcht und Anbetung wollen wir auf einigen Seiten der mannigfaltigen Weisheit Gottes blättern, um nur um so überzeugter von der Unausforschlichkeit dieses Reichtums zu sein. Die Gemeinde steht zu jeder Person der göttlichen Trinität in einer besonderen Verbindung. (Nachfolgend einige Gedanken teilweise nach E. Sauer: "Triumph des Gekreuzigten".)

1. Die Stellung der Gemeinde zu Gott 1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." Dieser Vers spricht von der Gemeinde als Haus Gottes. Wenn wir verschiedene Stellen zu diesem Thema heranziehen, erkennen wir zwei unterschiedliche Stellungen der Gemeinde zu Gott.

a) Haushalt Gottes Eph 2,19 "So seid ihr nun nicht mehr Gäste und

Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen," Die Gemeinde Gottes ist nicht nur losgekauft oder freigekauft, sondern zugleich angekauft oder erkauft. Offb 5,9 "und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" 1.Kor 6,19-20 "Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." Der Kaufpreis oder das Lösegeld ist das Blut Christi: 1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Deshalb sind wir Gottes Eigentum: 1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;" Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken." Wir sind Sklaven Gottes!

Röm 6,19+22 "Ich rede menschlich wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder als Sklaven der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit zur Verfügung gestellt habt, so stellt jetzt eure Glieder zur Verfügung als Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit. [...] Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben." (Elberfelder Ü.) Ein Sklave hat kein Recht an sich selbst; er ist gekauft, gehört seinem Herrn und bekommt keinen Lohn. Ein Tagelöhner oder Knecht verkauft dagegen nur seine Arbeitskraft, gehört sich selbst und bekommt Lohn. Luk 17,7-10 "Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken? Dankt er etwa dem Knecht, daß er getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren." Aristoteles: "Ein Sklave ist ein beseeltes Werkzeug - ein Werkzeug ist ein unbeseelter Sklave." Gott hat Sein Eigentum, Seine Sklaven, mit einem Siegel - dem Heiligen Geist - gekennzeichnet. 2.Kor 1,22 "und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat." Gottes Ratschluß geht aber noch viel weiter. Die

Gemeinde Gottes soll nicht nur Haushalt Gottes Sklavenhaushalt - sein, sondern

b) Familie Gottes Gott ist der Vater! Röm 8,15"Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!" Die Gläubigen sind nicht durch Adoption - von außen her - zu Kindern (besser "Söhnen") Gottes erklärt worden, sondern sie sind als solche von innnen her geboren und damit der göttlichen Natur teilhaftig. 2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt." 1.Joh 3,1 "Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht." Wir haben den Weg einer normalen Geburt - der Wiedergeburt - hinter uns. Jak 1,18 "Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien." Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind."

1.Petr 1,3"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten," Nun heißt es schon im AT vom Volk Israel, daß es Sohn Gottes war. 5.Mose 14,1 "Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes. Ihr sollt euch um eines Toten willen nicht wund ritzen noch kahl scheren über den Augen." Nur sagt uns der Apostel Paulus in Gal 4,1 "Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter;" Israel war unmündig und damit in nichts von einem Sklaven zu unterscheiden. Deshalb war auch ein "Zuchtmeister", das Gesetz, nötig. Gal 3,24 "so ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden." Nach Gal 4,1-7 finden wir, daß die Gläubigen des NT mündig sind. Daher sind sie Erben. Gal 4,7 "So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott." Röm 8,17"Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden." Als ob das noch nicht genug wäre, erhebt Gott Seine Gemeinde, die Gläubigen des jetzigen Zeitalters, in den Stand von Erstgeborenen.

Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten" Mit der Erstgeburt sind aber besondere Vorrechte verbunden: eine priesterliche Stellung 4.Mose 8,16-18 "denn sie sind mir als Gabe übergeben aus der Mitte der Israeliten, und ich habe sie mir genommen statt allem, was zuerst den Mutterschoß durchbricht, nämlich statt der Erstgeburt aller Israeliten. Denn alle Erstgeburt unter den Israeliten gehört mir, von Menschen und Vieh. An dem Tage, da ich alle Erstgeburt in Ägyptenland schlug, heiligte ich sie mir und nahm die Leviten statt aller Erstgeburt unter den Israeliten" eine königliche Würde 1.Chr 5,1-2 "Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels - denn er war zwar der Erstgeborene, aber weil er seines Vaters Bett entweihte, wurde sein Erstgeburtsrecht gegeben den Söhnen Josefs, des Sohnes Israels, doch wurde er nicht in das Geschlechtsregister als Erstgeborener aufgezeichnet; denn Juda war mächtig unter seinen Brüdern, und einem aus seinem Stamm wurde das Fürstentum gegeben, Josef aber erhielt das Erstgeburtsrecht" ein doppeltes Erbe 5.Mose 21,15-17 "Wenn jemand zwei Frauen hat, eine,

die er liebhat, und eine, die er nicht liebhat, und beide ihm Kinder gebären, die Frau, die er liebhat, und die ungeliebte, und der Erstgeborene ist von der ungeliebten Frau, und die Zeit kommt, daß er seinen Söhnen das Erbe austeile, so kann er nicht den Sohn der Frau, die er liebhat, zum erstgeborenen Sohn machen vor dem erstgeborenen Sohn der ungeliebten; sondern er soll den Sohn der ungeliebten Frau als den ersten Sohn anerkennen und ihm zwei Teile geben von allem, was vorhanden ist; denn dieser ist der Erstling seiner Kraft, und sein ist das Recht der Erstgeburt." Wir können, wenn das unsere persönliche Gewißheit ist (ist es Ihre?) nur ausrufen: "Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest (Ps 40,6) Wir dürfen sagen: Gal 4,6 "Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!" Wir wollen aber nicht nur die Vorrechte unserer Stellung erkennen, sondern auch die Verantwortungen, die Pflichten, die mit unserer Stellung verbunden sind. Zwischen den Vorrechten und den Verantwortungen muß ein Gleichgewicht herrschen. Wenn wir nur das eine betonen, werden wir gleichgültig, wenn wir nur das andere sehen, werden wir niedergeschlagen und leben aus eigener Kraft. Genauso muß zwischen dem Sklavenund Sohnesverhältnis ein Gleichgewicht da sein. Wir sind Sklave und Sohn zugleich. Nur ein ungestörtes Gleichgewicht führt zu einem

normalen geistlichen Leben.

2. Die Stellung der Gemeinde zu Jesus Christus Wir finden viele Bilder, die die Stellung der Gemeinde zu Jesus Christus aufzeigen (Weinstock - Reben; Eckstein Steine; Meister - Jünger usw.) Nur einige können wir hier kurz betrachten.

a) Hirte - Herde 1.Petr 5,2"Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund;" Diese Herde stammt aus zwei verschiedenen Ställen. Joh 10.1-5+16 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber. Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern

fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. [...] Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden." Christus ist der "Hirte". Das ist nicht nur eine Bezeichnung Seiner Tätigkeit, sondern Sein Name. Ps 23,1 "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Sein Hirtenverhältnis offenbart sich in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

zu 1.: In der Vergangenheit ist Er der "gute" Hirte. Als guter Hirte gab Er Sein Leben für die Schafe. Joh 10,11-12 "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -," Er geht dem verlorenen Schaf nach. Luk 15,4+6 "Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet? [...] Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war." Diese Erfahrungen des guten Hirten sind in Psalm 22

aufgezeichnet. Sein Weg zur Erlösung Seiner Schafe führte Ihn in die Gottesferne. Wie groß ist die Liebe des Hirten zu uns!

zu 2.: Heute - in der Gegenwart - ist Jesus Christus unser "großer" Hirte. Hebr 13,20-21 "Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen." Wir haben nicht einen toten Hirten, sondern einen, der glorreich auferstanden ist. Als großer Hirte führt Er uns heute und wacht über uns. Joh 10,9+27-28 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. [...] Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen." Unsere Anbetung für unseren großen Hirten finden wir in Ps 23.

zu 3.:

Einmal - in der Zukunft - wird Jesus Christus wiederkommen als der "Erz"hirte. 1.Petr 5,4"So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen." Als Erzhirte wird Er mit königlicher Macht erscheinen und die Unterhirten krönen. Dieses Ereignis ist in Ps 24 vorherbeschrieben. In Joh 10 wird uns aber auch das Verhältnis der Schafe zum Hirten gezeigt. Joh 10,4+14 "Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. [...] Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich." Joh 10,27 "Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;" Dieser Glaubensgehorsam ist nicht so sehr eine Forderung als vielmehr eine Gabe und ein Kennzeichen Seiner Schafe.

b) Bräutigam - Braut Schon im AT wird uns die Stellung Israels zu Jahwe im Bild der Ehe gezeigt. Damit nimmt der Geist Gottes die innigste Beziehung, die das menschliche Dasein kennt Vgl. Ps 45; Hohelied; Hes 16 und 23; Hos 2 Im NT ist die Gemeinde die Braut Jesu Christi:

Joh 3,28-30 "Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen." 2.Kor 11,2-3 "Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte. Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus." Eph 5,25-33 s.d. Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet." Offb 21,9-10 "Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott," Bedenken wir dabei: So wie Adam ein Schatten auf Christus ist, ist Eva ein Vorbild auf die Gemeinde. Eph 5,31-32 "'Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein'. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde." Wir wollen nun die Stellung der Braut zum Bräutigam noch näher betrachten.

(1) Erwählung der Braut Der Vater im Himmel hatte für Seinen geliebten Sohn eine Braut vorgesehen. Mt 22,2 "Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtet." So heißt es bei Adam: 1.Mose 2,18 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei." Die für Christus vorgesehene Braut war schon vor Grundlegung der Welt erwählt. Eph 1,4-5"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens," Das treibende Motiv der Erwählung war Liebe. Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben," Jahwe hatte Seine Frau, das alttestamentliche Bundesvolk, aus Ägypten erkauft (2.Mose 12 und 13) Das Motiv dieser Wahl und Tat war auch nur Liebe. 5.Mose 7,7-8a "Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat."

Aber diese Ehe bestand aus zwei ganz "ungleichen Partnern". Röm 8,3 "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch," Es gab noch keine innere Erneuerung. Sie wurde jedoch verheißen und wird sich in Zukunft auch noch erfüllen. Jer 31,31 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen." Röm 11,26-27 "und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: 'Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob'. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde." Die "Braut des Lammes" hingegen ist durch die Wiedergeburt göttlicher Natur teilhaftig geworden. Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." 2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt." Eph 5,30 "Denn wir sind Glieder seines Leibes." Wie Eva aus Adams Seite stammte, als dieser von Gott in einen tiefen Schlaf versenkt worden war, so kommt die Gemeinde von Christi Seite her (aus Seinem Herzen! - Liebe!), nachdem Er als der Auferstandene den Todesschlaf überwand. Deswegen mußte Jesus das

Vaterhaus verlassen. 1.Mose 2,21-22 "Da ließ der Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm." Eph 5,31-32 "'Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein'. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde." Joh 19,34 "sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus." Die Braut wird aber nicht an die Seite Jesu gezwungen, sondern nimmt diesen Platz (ihren heiligen Herkunftsort) freiwillig ein. Bereits in der Erwählung ist die Braut ihrer Stellung nach vollkommen - in ihrem Bräutigam. Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden." Kol 2,10 "und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist." (2) Vorbereitung der Braut Die Zeit zwischen der Erwählung und der Hochzeit (=Verlobungszeit) dient der Vorbereitung. Der Bräutigam reinigt die Braut. Eph 5,26-27 "um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt

durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei." Er schmückt sie auch (vgl Hes 16,9-14).

Er bereitet sie vor, daß sie eines Tages herrlich sei Eph 5,27 "sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei." Offb 21,2 "Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann." Der Bräutigam sorgt für die gemeinsame Wohnstätte, in die Er Seine geliebte Braut heimholen will. Joh 14,3 "Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin." Die Braut soll nur noch für den Bräutigam da sein. Sie soll sich auf Ihn einstellen. Joh 3,30 "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen." Alle anderen "Interessenten" weist sie zurück. Wo sie das nicht tut, ist sie eine Ehebrecherin. Jak 4,4 "Ihr Abtrünnigen, wißt ihr nicht, daß Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein." Das ist die große Sünde Israels gewesen - Hurerei! Jes 16,15. Die Braut soll ihr Vaterhaus verlassen.

Ps 45,11 "Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr: Vergiß dein Volk und dein Vaterhaus!" (Man könnte auch sagen, daß der Bräutigam mit dem "Schwiegervater" (Joh 8,44) nichts zu tun haben will!)

So warten die Braut und der Bräutigam auf den Tag der Vereinigung, der Hochzeit. 1.Thess 1,10 "und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet." Offb 22,17a "Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!" Dieses Warten ist wohl am gewaltigsten im Hohenlied dargestellt. Die Liebe zwischen den beiden brennt. Hohelied 8,6-7 "Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so daß auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen." Es kommt der Augenblick, wo es heißt: Mt 25,6 "Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!" (3) Hochzeit

Es ist der Augenblick der größten Freude. Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet." Eine vorbereitete Braut darf den für sie vorbereiteten Platz einnehmen. Das Ziel der Hochzeit ist ewige Gemeinschaft mit dem Herrn. 1.Thess 4,17 "Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit." Braut und Bräutigam werden eins in der Ehe. Eph 5,31b "und die zwei werden ein Fleisch sein'" Welch spannende Geschichte darf sich doch in unserem Leben abspielen, wenn wir in der ersten Liebe bleiben. Offb 2,4 "Aber ich habe gegen dich, daß du die erste Liebe verläßt." Im ersten Bild - Hirte und Herde - sahen wir Christus und die vielen Schafe Seiner Herde. Im zweiten - Bräutigam und Braut - sehen wir zwei, die eins werden. Im dritten Bild - Haupt und Leib - haben wir eine organische Einheit vor uns. Diese organische Einheit wird uns allerdings auch noch in anderen Bildern gezeigt, z. Bsp.: Weinstock - Rebe (Joh 15). Kol 2,7 "und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar." Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm

gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein." c) Haupt - Leib Dieses Bild, das nur von Paulus gebraucht wird, offenbart die tiefste Einheit des Lebens. Der Leib setzt sich aus vielen Gliedern zu einem organischen Ganzen zusammen. (Zu dem Begriff "Leib" siehe Anthropologie.)

(1) Beziehung der Glieder zum Haupt Die Beziehung der Glieder zum Haupt wird gekennzeichnet durch Abhängigkeit, Gemeinschaft und Aufgabe.

Abhängigkeit Haupt und Leib sind voneinander abhängig. Keines kann ohne das andere bestehen. Der Leib kann notfalls auf ein Glied verzichten, aber nicht auf das Haupt. Ohne Haupt ist der Leib tot. Wahre Gemeinde ist nur dort, wo Jesus Christus das Haupt, der Herr, ist. Für sich allein ist kein Glied lebensfähig. 1.Kor 12,21 "Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht." Eph 1,23 "welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt."

Der Herr hat im Parallelbild gesagt: Joh 15,5 "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." Der Leib ist auf das Haupt angewiesen - das fällt uns nicht schwer einzusehen, aber auch das Haupt ist auf den Leib angewiesen - das können wir nur anbetend betrachten. Die Gemeinde ist "Sein Leib" Eph 1,22-23 "Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt." Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei." In einem Leib - wenn er normal funktioniert - regiert nur ein Wille, und zwar der Wille des Hauptes. Wie viele "Zusammenstöße" unter den Gliedern könnten vermieden werden, wenn wir alle diesen einen Willen, den Willen des Hauptes, respektierten. Wie gewaltig wird die Zusammenarbeit unter den Gliedern, wenn sie sich dem einen Willen freudig fügen.

Gemeinschaft Jedes einzelne Glied steht in direkter Beziehung zum Haupt. Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und

zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken." Eph 4,15 "Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus," Wie wichtig Wachstum und Übung sind, können wir beim Baby sehen. Die Bewegungen der Glieder sind ungeschickt und ungenau. (Betrachten Sie ein Baby, wenn es etwas ergreifen möchte). Wie ungeschickt stellen wir uns oft an im Dienst des Herrn. Das Haupt hat auch die Pflege des Leibes übernommen. Eph 5,23+29 "Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. [...] Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehaßt; sondern er nährt und pflegt es, wie auch Christus die Gemeinde." Welche Herrlichkeit liegt in dieser direkten Gemeinschaft mit dem Haupt!

Aufgabe Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer," Das Haupt "arbeitet" nicht - dafür ist der Leib da. Das Haupt denkt und plant und trifft die Entscheidungen. Der Leib führt diese dann aus. Der Leib ist Offenbarungsmittel des Geistes, d.h. des Hauptes, welches Christus ist. Eph 3,10 "damit jetzt kund werde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel

durch die Gemeinde." Der Leib Christi hat einen Daseinszweck. Jedes Glied wird gebraucht, um den Auftrag des Hauptes auszuführen. Darum leiden alle Glieder, wenn eines krank ist. 1.Kor 12,26 "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit." Das erhöhte Haupt setzt durch Seinen Leib Sein heiliges Leben hier unten fort.

(2) Beziehung der Glieder untereinander

Einheit Durch die Wiedergeburt bzw. durch den Heiligen Geist werden wir alle - aus allen Völkern und Zeiten! - Glieder an einem Leib. 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." Erst das Zusammenwirken der einzelnen Glieder verleiht dem einzelnen Glied seinen Sinn - seine Funktionsfähigkeit. Ein vom Leib gelöstes Glied hat keinen Sinn! 1.Kor 12,12 "Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus."

Röm 12,5"so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des anderen Glied," Der Leib ist keine Organisation, sondern ein Organismus. Die Einheitsbande der Glieder am Leibe Jesu sind viel enger als Blutsbande je sein könnten. Die Grundlage für diese Einheit wird uns gegeben in: Eph 4,4-6"ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen." Wenn sich Gotteskinder irgendwo auf dieser Erde treffen, fühlen sie sich miteinander bekannt, obwohl sie einander unbekannt sind. 2.Kor 6,9 "als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden und siehe, wir leben; als die Gezüchtigen, und doch nicht getötet;" Das macht die Einheit der Glieder am Leibe Jesu.

Mannigfaltigkeit Obwohl wir Glieder eines Leibes sind, sind wir ganz verschieden. So wie der Leib keine zwei gleichen Glieder hat, gibt es keine zwei gleichen Gotteskinder in der Gemeinde Jesu. Jeder hat seine Gabe und auch Aufgabe. Der Hohepriester im AT trug auf dem Brustschild die 12 Namen der Stämme Israels. Jeder war in einen anderen Edelstein eingegraben. So ist auch jeder von uns ein vom anderen unterschiedener "Edelstein" (2.Mose 28,15-29).

1.Kor 12,14-20 s.d. Röm 12,4-8 s.d. Jedes Glied am Leib hat seine Aufgabe. Sie kann nur von ihm selber erfüllt werden. Der Herr hat jedem seinen Platz zugewiesen. 1.Kor 12,18 "Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat." Wie tröstlich ist diese Wahrheit! Wie adelt gerade diese Tatsache mein Leben und meinen Platz!

Abhängigkeit Gerade das Bild des Leibes zeigt, wie die Glieder voneinander abhängig sind. Wie schnell wird diese Schau getrübt durch Neid. Die Schrift sagt dazu: 1.Kor 12,14-20 s.d. Die Befreiung und Bewahrung liegt in der von Gott veranlaßten Verschiedenheit und Platzanweisung.

ILLUSTRATION Einst empörten sich sich die Hände, die Füße, der Kopf und die übrigen Körperteile über den Bauch. Der Kopf sagte: "Wie lange schon dienen wir und arbeiten schwer für den Bauch. Wir tragen die Speisen herbei und reichen sie ihm dar, und er selbst läßt es sich gut gehen und schläft in der Mitte des Körpers. Würde er nicht von uns ernährt werden, er wäre schon längst vor Hunger gestorben. Laßt euch das nicht mehr gefallen! Von jetzt an werden wir diesem Faulpelz nicht mehr zu Diensten

sein. Soll er doch merken, was er ohne uns wert ist!" Und so stellten sie ihre Arbeit ein. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Dieses törichte Verhalten wirkte sich für alle sehr schlecht aus. Weil der Bauch der Speise beraubt war, konnte er die übrigen Körperteile nicht mehr mit den lebensnotwendigen Säften versorgen, und der ganze Körper welkte allmählich dahin. Erst als sie immer schwächer wurden, erkannten die Glieder, wie nötig es ist, daß jedes von ihnen seine Aufgabe erfüllt und daß sie alle zusammenarbeiten müssen, um zu überleben und die gemeinsame Bestimmung zu erfüllen. Sie bereuten ihren Irrtum und nahmen ihre Aufgaben wieder wahr wie zuvor. Hierauf erholte sich der Körper und gewann seine alte Kraft zurück. Seit dieser Zeit haben sich die Glieder nicht mehr übereinander empört, und falls es jemals wieder zu Unstimmigkeiten kommen sollte, waren sie sich einig geworden, diese friedlich zu lösen." (Nach einer römischen Fabel)

Es kann aber auch Stolz die Gemeinschaft untereinander trüben. Dazu sagt die Schrift: 1.Kor 12,21-26 s.d. Die Befreiung und Bewahrung liegt in der von Gott veranlaßten Verschiedenheit und Platzanweisung. Ein Glied ist nur so lange lebendig, wie es sich an einem lebendigen Leib befindet. - Für sich allein ist kein Glied lebensfähig. Wie sehr wir voneinander abhängig sind, zeigen uns:

Röm 12,5"so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied," 1.Kor 12,25 "damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen." Eph 4,16 "von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe." Wir sind sowohl im Leid als auch in der Freude voneinander abhängig. 1.Kor 12,26 "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit." In dieser gegenseitigen Abhängigkeit dürfen wir als Leib Christi wachsen. Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi," ANREGUNGEN: Lesen sie Röm 12,4-8 und 1.Kor 12,3-31. Zeigen Sie anhand von wenigstens 3 verschiedenen Stellen mit einem persönlichen Zeugnis, was Gott Ihnen klargemacht hat oder klarmachen konnte - gerade in diesen Augenblicken - im Blick auf die Gliedschaft am Leib Jesu Christi. Halten Sie an diesen Wahrheiten fest und beten Sie oft darüber. Nehmen Sie einige Augenblicke Zeit und lassen Ihre Geschwister im Herrn, mit denen Sie zusammenleben,

namentlich an Ihrem geistigen Auge vorüberziehen. Danken Sie für den Beitrag, den Sie durch sie erhalten, um Ihre Funktion als Glied auszuüben. Wir brauchen einander! 3. Die Stellung der Gemeinde zum Heiligen Geist Die Gemeinde ist als Ganzes eine "Behausung Gottes im Geist" (Eph 2,22). Wir finden in der Schrift, daß auch der Einzelchrist ein Gotteshaus, ein Tempel, ist. 1.Kor 6,19 "Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört?" Eventuell bezieht sich 1.Kor 3,16 auf die lokale Gemeinde, so daß wir dieses Bild dann in dreifacher Weise angewandt finden. Gottes Verlangen war immer, unter den Menschen zu wohnen: 2.Mose 25,8 "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne." Ein kurzer Überblick über die verschiedenen "Wohnungen" Gottes bestätigt Sein Verlangen. Diese Wohnungen mußte Gott meistens räumen um des Gerichtes willen, das Er wegen der Sünde vollziehen mußte. Wohnung Gottes zu Ende: Garten Eden

Sündenfall Stiftshütte Ikabod (1.Sam 4,21) Tempel Salomos Nebukadnezar (Hes 9,3; 10,18) Leib Christi Joh 2,19; Kol 2,9 Kreuzigung Jesu Christi (Himmelfahrt) Gemeinde Entrückung (1.Thess 4,17) Tempel Hesekiels Weltuntergang neues Jerusalem Offb 21,3 nie! Jedes Haus hat ein Fundament (Stiftshütte Hebr 3,1-6). 1.Kor 3,11 "Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus," 1.Petr 2,6"Darum steht in der Schrift: 'Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.'" Das Haus ist aus Steinen gebaut. Wir werden genannt: 1.Petr 2,4-5a "Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause" Eph 2,22 "Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist." Wir werden, wenn wir überwinden, sogar als "Säulen" im Tempel Gottes bezeichnet. Offb 3,12 "Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen

Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen." Wir haben das Bild des Tempels vor uns. Dazu gehört der Gottesdienst. So sind wir als Steine zugleich die Priester dieses Tempels, und Jesus Christus ist unser großer Hoherpriester. Aufgabe der Priester ist: 4.Mose 18,7 "Du aber und deine Söhne mit dir, ihr sollt auf euer Priesteramt achthaben, daß ihr dienet in allen Verrichtungen am Altar und drinnen hinter dem Vorhang; denn euer Priesteramt gebe ich euch zum Geschenk. Wenn ein Fremder sich naht, so soll er sterben." Hebr 8,3 "Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muß auch dieser etwas haben, was er opfern kann." Mal 2,7 "Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde Weisung suche; denn er ist ein Bote des Herrn Zebaoth." 4.Mose 6,24 "Der Herr segne dich und behüte dich;" In diesen wenigen Bildern (die Schrift kennt noch mehr) tritt uns die Herrlichkeit entgegen, die die Gemeinde dem dreieinigen Gott gegenüber einnimmt. Diese Stellung haben wir durch und in Christus. Der Hebräerbrief ist eine gewaltige Abhandlung über dieses Thema und kommt bei jedem Vergleich zwischen AT und NT immer zu dem Schluß: "viel besser!" - "viel höher!"

V. Kapitel: Die Organisation der Gemeinde

Wir sprechen in diesem Kapitel von der Organisation der einzelnen örtlichen Gemeinden. Es ist falsch zu behaupten, die ersten Christengemeinden hätten keine Organisation gekannt. Die Schrift zeigt uns sogar eine reich entfaltete Organisation, deren Entstehung allerdings nicht immer genau zu verfolgen ist. Eine Gruppe von Christen mag ohne jegliche Organisation auskommen; aber das, was das NT "Gemeinde" nennt, ist ein Organismus mit einer bestimmten Organisation. Das nun folgende Studium hilft uns einzusehen, daß sich eine lokale Gemeinde nicht nach Belieben organisieren kann. Für das Gemeindeleben finden sich Vorbild und Maßstab im NT. Leider begegnen wir gerade auf diesem Gebiet mancher willkürlichen (lies: "denominationellen") Auslegung. So sagte schon Paulus: Röm 15,20 "Dabei habe ich meine Ehre darein gesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen fremden Grund baute," 1. Die äußeren Faktoren

a) Namen der Gemeinde Im NT nennt sich eine Gemeinde mit dem Namen der

Stadt oder des Ortes, an dem sie zusammen-kommt. Manchmal trägt sie auch den Namen eines Hauses: 1.Kor 1,2 "an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unsres Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns:" Röm 16,5"Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßt Epänetus, meinen Lieben, der aus der Provinz Asien der Erstling für Christus ist." b) Versammlungsort Apg 1,13a "Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten:" Apg 2,46 "Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen" Apg 3,11 "Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und sie wunderten sich sehr." Apg 12,12 "Und als er sich besonnen hatte, ging er zum Haus Marias, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele beieinander waren und beteten." Apg 19,9 "Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus." Aus dem AT wissen wir, daß es festgelegte Anbetungsstätten gab. Sie waren verbunden mit dem Altar.

Joh 4,20-21 "Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet." Hier wird diese Tatsache durch die Frage der Samariterin in ein neues Licht gestellt. Es gibt nach dem NT keine festgelegten Gottesdienststätten. Der Opferaltar des AT ist erfüllt und abgelöst durch den Herrn. Offb 19,13 "..., und sein Name ist: Das Wort Gottes." Mt 18,20 "Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Gemeinde ist nicht da, wo ein sogenannter "sakraler" Raum ist, sondern da, wo Jesus mitten unter ihnen sein kann. Apg 7,48 "Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht:" Apg 17,24 "Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind." ANREGUNGEN: Beim Bau eines Gemeinderaumes erhebt sich immer wieder die Frage nach der Bauausführung und -ausstattung. Welcher Maßstab soll gelten? Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch über Besitz (von Land und Bauten) von Gemeinden und

Missionsstationen. c) Versammlungszeit Apg 20,7 "Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht." 1.Kor 16,2 "An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme." Warum kamen die Jünger nicht mehr vorrangig am Sabbat zusammen? Wahrscheinlich weil ihr Heiland und Meister am ersten Tag der Woche auferstanden ist. Mt 28,1 "Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen." Lk 24,1 "Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten." Joh 20,19+26 "Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! [...] Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!" Durch Sein zweimaliges Erscheinen im Jüngerkreis hat Jesus, der Herr, - wie es scheint - den ersten Tag eingesetzt. Damit war der Sabbat abgelöst, und die

Gemeinde feierte den 1. Tag der Woche (Achtung: heute neue Zählung!). Allerdings läßt es sich nicht beweisen, daß der Sabbat verboten noch daß der Sonntag geboten ist. Kol 2,16 "So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats." Zu einem gesetzlichen Feiertag wurde der Sonntag erst im 4. Jahrhundert erklärt (Endgültiger Beschluß erst auf dem Konzil zu Nicäa).

2. Die Formen der Gemeinschaft Vorbemerkung: "Gottesdienst" wird als Bezeichnung für eine besondere Versammlung in der Bibel nicht gefunden. Es bleiben zwei Möglichkeiten der biblischen Bezeichnung von "Gottesdienst": Versammlung Mt 18,20 "Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Joh 20,19 "Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!" Vgl. Apg 1,4; 2,1; 4,31 Zusammenkunft 1.Kor 11,18+20 "Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der

Gemeinde zusammenkommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's. [...] Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn." 1.Kor 14,26 "Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammen-kommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles geschehen zur Erbauung!" Die Pflege der Gemeinschaft (griech.: koinonia. Die Griechen verstanden unter koinon jede Art von politischer Gemeinschaft - bis hin zu StadtstaatenBündnissen) spielte in den ersten Gemeinden eine große Rolle. Die ersten Gemeinden hatten keine vorgegebenen oder festgelegten Formen. Sie ließen sich vom Heiligen Geist leiten. Daher sehen wir eine Vielfalt von Formen. Die Gemeinschaft spielte sich auf der Ebene des ganzen Menschen (Geist, Seele, Leib) ab. Je nach Verantwortlichkeit der zu entscheidenden Punkte traf man sich mit der ganzen Gemeinde oder nur mit einem Teil. die ganze Gemeinde Apg 2,44 "Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam." Apg 6,2 "Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, daß wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen." Apg 14,27 "Als sie aber dort ankamen, versammelten sie die Gemeinde und verkündeten, wieviel Gott durch sie getan und wie er den Heiden die Tür des Glaubens

aufgetan hätte." s.a. Apg 15,22+30-31; 20,7; 1.Thess 5,27 die Ältesten Apg 20,17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen." die Apostel und Ältesten Apg 15,6 "Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, über diese Sache zu beraten." Apg 21,18 "Am nächsten Tag aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und es kamen die Ältesten dorthin." die Propheten und Lehrer Apg 13,1-2 "Es waren aber in Antiochia in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manaen, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." auch Ungläubige waren dabei 1.Kor 14,23 "Wenn nun die ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen?" a) Ausdrucksformen Wir betonen, daß dem Verkündigen des Wortes Gottes eine überragende Rolle zukam. Kol 3,16 "Laßt das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern

singt Gott dankbar in euren Herzen." Heute finden wir leider in vielen Zusammenkünften einen Substanzschwund. Statt das Wort zu vernachlässigen, müssen wir es wieder betonen! Nur so kann gewährleistet werden, daß bei aller Vielfalt der Gemeinschaftsformen Gott im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. Er selbst muß zu Wort kommen!

(1) Apostel Lehre Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." Die von Gott bevollmächtigten Lehrer erfüllen ihren Auftrag. Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer" Vgl. Apg 11,26; 15,35+41; 18,11; 2.Tim 4,2; Tit 1,9; 2,15

(2) Gemeinschaft Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." In der Gemeinschaft werden die Gaben des Geistes eingesetzt (s. 1.Kor 12). 1.Kor 14,26 "Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er

hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles geschehen zu Erbauung!" Vgl. Apg 20,11; 20,17-36; 21,17ff

(3) Brotbrechen Apg 2,42+46 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. [...] Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen" Apg 20,7 "Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht." 1.Kor 11,20 "Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn." (4) Gebet Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." Im Gebet herrscht der Lobpreis Gottes vor. Beachtenswert ist auch das gemeinsam gesprochene Amen in der Gemeinde. 1.Kor 14,16 "Wenn du Gott lobst im Geist, wie soll der, der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf dein Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst?"

Vgl. Apg 1,14; 2,47; 4,24; 12,12; 21,5 1.Tim 2,8 "So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel." (5) Taufe Apg 2,41 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen." (6) "Geschäfts"versammlung Apg 6,3 "Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst." (7) Klärung von Lehrfragen Apg 11,2 "Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die gläubig gewordenen Juden mit ihm" Apg 15,6 "Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, über diese Sache zu beraten." (8) Gemeindezucht Mt 18,17 "Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner."

1.Kor 5,4-5 "wenn ihr in dem Namen unseres Herrn Jesus versammelt seid und mein Geist samt der Kraft unseres Herrn Jesus bei euch ist, soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn." (9) Missionsversammlung Apg 13,1-4 "Es waren aber in Antiochia in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manaen, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen. Nachdem sie nun ausgesandt waren vom heiligen Geist," Apg 14,27 "Als sie aber dort ankamen, versammelten sie die Gemeinde und verkündeten, wieviel Gott durch sie getan und wie er den Heiden die Tür des Glaubens aufgetan hätte." b) Prinzipien Im NT lesen wir nie, daß eine Schablone aufgestellt wurde, nach der die Zusammenkünfte ablaufen sollten. Trotzdem waren es keine ungeordneten Versammlungen. Die Briefe machen deutlich, daß der Schwerpunkt auf dem Wort Gottes und den Gebeten liegen sollte.

In jeder Zusammenkunft soll die Freiheit des Heiligen Geistes herrschen.

(1) Voll des Geistes Eph 5,18-19 "Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern laßt euch vom Geist erfüllen. Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen." 1.Kor 12,3-13 s.d. Die Leitung durch den Heiligen Geist ist das grundlegende Prinzip neutestamentlichen Gottesdienstes. Wo Er leitet und regiert, werden die anderen Prinzipien als Folge Seiner Herrschaft sichtbar werden.

(2) Frieden 1.Kor 14,33 "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens." Der Gegensatz zu Unordnung heißt Frieden!

(3) Ordnung 1.Kor 14,40 "Laßt aber alles ehrbar und ordentlich zugehen." 1.Kor 1,10 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle mit

einer Stimme redet und laßt keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn und in einer Meinung." 2.Tim 2,14 "Daran erinnere sie und ermahne sie inständig vor Gott, daß sie nicht um Worte streiten, was zu nichts nütze ist, als die zu verwirren, die zuhören." Es geht nicht um bestimmte Ordnungen, sondern um ein ordentliches Zugehen.

(4) Geben statt nehmen 1.Kor 14,26 "Wie ist es nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles geschehen zur Erbauung!" Die Gemeindezusammenkunft lebt von der Beteiligung aller, die gemäß ihrer Gaben am gottesdienstlichen Leben teilnehmen. Gemeinde ist kein SB-Supermarkt! 1.Petr 4,10 "Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes;" (5) Unterordnung Eph 5,21 "Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi." 1.Petr 5,5"Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter."

Die Form in den Zusammenkünften der Urgemeinde wechselte ständig. Der Geist Gottes herrschte, und es war Freiheit sichtbar. Die Umstände oder Verhältnisse gaben den Inhalt für eine bestimmte Zusammenkunft, und beide gaben der Versammlung eine natürliche, nicht "kanalisierte" Form. Die Umstände oder Verhältnisse dürfen nicht verändert oder ignoriert werden, um eine Form beizubehalten, sondern die Form muß den Umständen oder Verhältnissen angepaßt werden. Beispiele: Apg 12,5 "So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott." Apg 15,30 "Als man sie hatte gehen lassen, kamen sie nach Antiochia und versammelten die Gemeinde und übergaben den Brief." Leben schafft Formen (es gibt kein formloses Leben) aber Formen schaffen kein Leben! Die Gemeinde Jesu im Westen hat im großen und ganzen das Feingefühl für Umstände oder Verhältnisse verloren, die die Form ändern sollten, wird aber gezwungen sein, die Form in schwierigen Verhältnissen zu ändern (Verfolgung, Krieg, usw.). Immer, wenn Gott Erweckung schenkt, "platzen" Formen. (Die Erweckung bricht meist in vorhandenen, aber erstarrten Formen aus.)

c) Zweck und Ziel

Das Ziel des einzelnen Gläubigen beeinflußt die Form der Zusammenkunft in der Gemeinde. Lebt der Einzelne aus der Gemeinschaft mit Gott, dann wird sein Ziel richtig und die Form echt sein. In 1.Kor 11,17-22 finden wir ein Beispiel für eine falsche Form durch ein falsches Ziel: Etliche Korinther, die Hunger hatten, kamen in der Gemeinde zusammen, um zu essen. Dabei übervorteilten sie die anderen. Ähnliches auch in 1.Kor 14. Hier prägte das Ziel (die Zungenrede) die Form. Die Heilige Schrift nennt als Ziele der Zusammenkünfte: Erbauung 1.Kor 14,26 "Wie ist es nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles geschehen zur Erbauung!" Wachstum in der Liebe Jud 20-21 "Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben, und betet im heiligen Geist, und erhaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben." Zubereitung zum Dienst Eph 4,12-16 "damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von

jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe." Über Fragen und Probleme, die in der Gemeinschaft entstehen können, wollen wir später unter "Seelsorge" mehr sagen. VI. Kapitel: Leitung der Gemeinde

Die im christlichen Abendland vorherrschende Vorstellung über Gemeindeleitung ist weitgehend vom volkskirchlichen System geprägt. Danach gibt es eine kleine Gruppe von "Spezialisten", die leitende Aufgaben wahrnimmt. Nach der Vorstellung der Katholiken ist dabei die kirchliche Autorisierung (Ordination) eine wichtige Voraussetzung - nach der der Evangelischen mehr die theologische Ausbildung. In der katholischen Kirche setzte sich von Anfang an das episkopale Modell von Gemeindeleitung durch, das dann auch (trotz Luthers Betonung des allgemeinen Priestertums) von der Kirche der Reformation übernommen wurde. Es gibt einen hierarchischen Apparat mit dem Bischof an der Spitze. Dabei wird übersehen, daß "Bischof" und "Ältester" im NT austauschbar verwendet wird. Damit war aber auch die

Verkirchlichung (Institutionalisierung) der großen Volkskirchen vorprogrammiert. Das andere Extrem ist das kongregationalistische Modell der Gemeindeleitung. Die Gemeinde versteht sich als Demokratie. Älteste sind eher Vollzugsorgane der Gemeindebeschlüsse. Es geht um Mehrheitsbeschlüsse. Hier findet die moderne "Mitbestimmung" - gewerkschaftliches Denken ihre Verwirklichung. Die biblische Vorstellung über Gemeindeleitung sieht anders aus. Grundvoraussetzung ist die Gabe, die der Heilige Geist einem Gläubigen gegeben hat. Nun hat jeder Gläubige eine Gabe. Daher ist jeder Gläubige zu einem Dienst in der Gemeinde berufen. Nicht jeder aber hat die Gabe der Leitung - und um diese geht es in unserem Abschnitt. In der Kirchengeschichte wird diese Form der Gemeindeleitung das presbyteriale Modell genannt. Geistliche, qualifizierte - eingesetzte - Älteste leiten die Gemeinde. Hebr 13,7 "Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach." 1.Tim 3,1-7 s.d. Man beachte, daß "Älteste" im NT nur in der Mehrzahl vorkommen.

1. Die Verantwortlichen für die Gemeinde

a) Der dreieinige Gott Die Gemeinde ist Gottes Eigentum. Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Christus ist das Haupt der Gemeinde. Eph 1,22 "Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles," Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei." Die Gemeinde ist Tempel des Heiligen Geistes. Eph 2,22 "Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist." Das "Organ", durch das die göttliche Dreieinigkeit die Gemeinde leitet., ist die Bibel. Die Heilige Schrift ist nicht durch die Gemeinde hervorgebracht worden, sondern sie hat die Gemeinde hervorgebracht. Deshalb hat das Wort Gottes auch in allen Gemeindefragen die höchste Autorität. Was die menschliche Leitung der Gemeinde anbetrifft, gibt uns Eph 4,11 Auskunft: Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden

zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden," b) Apostel Das Amt des Apostels hat seinen Ursprung in Jesus Christus selbst. Hebr 3,1 "Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus," Joh 20,21 "Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Der Apostel ist ein Gesandter, ein Bote, ein Botschafter (vgl. Joh 13,16; Apg 14,14; 2.Kor 8,23; Gal 1,19). Über die zwölf Apostel hinaus, die einmalige Apostel Jesu Christi auf Erden waren, ernannte der Heilige Geist ständige Apostel aus der Versammlung in Antiochien (Apg 13,1-4; 14,14; 1.Thess 2,7). Apg 14,14 "Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk und schrien:" Eph 4,11 "Und einige hat er als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer," Diese in Eph 4,11 genannte Kategorie von Aposteln ist neutestamentlich und gibt es heute noch. einmaliger Apostelständiger Apostel echte Bedeutung übertragene Bedeutung

Augenzeuge des Lebens Jesu Christi Apg 1,21-22 mittelbarer Zeuge Grundlage der Gemeinde Eph 2,20 Aus Lk 9,1-5, wo Jesus den Auftrag des Apostels kurz umreißt, und aus der Ausführung dieses Auftrages in der Apostelgeschichte wissen wir, daß ein Apostel Jesu Christi übergemeindlich und ungebunden arbeitet.

Der Apostel... ist berufen und ausgesandt durch den Heiligen Geist: Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." bleibt dem Heiligen Geist unterstellt: Apg 13,4 "Nachdem sie nun ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen sie nach Seleuzia und von da zu Schiff nach Zypern." Apg 16,1-10 s.d. wird von Gemeinden materiell unterstützt und geistlich durch Gebete getragen: Phil 4,15 "Denn ihr Philipper wißt, daß am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein." Röm 15,30 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mir kämpfen helft durch eure Gebete für mich zu Gott," ist immer zuerst zu Orten unterwegs, an denen es am

Wort vom Kreuz mangelt: Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" Röm 15,20 "Dabei habe ich meine Ehre darein gesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Namen noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen fremden Grund baute," Die Apostel sahen ihre vordringlichste Aufgabe in der Gründung neuer Gemeinden. Dann kümmerten sie sich obwohl meistens abwesend, weil zu neuen Gründungen unterwegs - um Aufbau, Organisation und vor allem um das geistliche Fundament sowie um eine gesunde Struktur der neugegründeten Gemeinden (siehe Briefe). Heute verstehen wir unter "Apostel" etwa jene Pioniermissionare, die unterwegs sind, um immer wieder neue Gebiete mit der frohen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen. Sie behalten die Gründung und nachher die Versorgung und Stärkung neuer Gemeinden im Auge.

c) Prophet Prophet bedeutet Wortempfänger und Wortverkündiger. Jesus ist der Prophet: 5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen." Wir unterscheiden - wie beim Apostel - zwischen dem einmaligen Propheten und dem ständigen Propheten (s. "Apostel").

Der einmalige Prophet ist in Verbindung mit der Inspiration zu sehen Eph 2,20 "erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist," wohingegen der ständige Prophet mit Erleuchtung zu tun hat. Die heutigen Propheten sind gebunden an die Schrift. Deshalb müssen ihre Aussagen an der Heiligen Schrift geprüft werden. 1.Kor 14,29 "Auch von den Propheten laßt zwei oder drei reden, und die andern laßt darüber urteilen." Die Aufgabe der Propheten: 1.Kor 14,25 "was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig unter euch ist." Apg 15,32 "Judas aber und Silas, die selbst Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Reden und stärkten sie." 1.Kor 14,3 "Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung." Apg 11,27-30 "In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia. Und einer von ihnen mit Namen Agabus trat auf und sagte durch den Geist eine große Hungersnot voraus, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; dies geschah unter dem Kaiser Klaudius. Aber unter den Jüngern beschloß ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und Saulus."

aber: Apg 21,10-14 s.d. ANREGUNGEN: Zu erwähnen wäre hier noch der "falsche" Prophet, dessen Geist geprüft und entlarvt werden muß. 1.Joh 4,1-4 "Ihr Lieben, glaubt nicht einem jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. Kinder, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist." Es gibt auch "falsche" Apostel: Offb 2,2 "Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, daß du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner befunden," d) Evangelist Der Dienst des Evangelisten ist auch eine Dienstgabe für die Gemeinde. Eph 4,11-12 "Und einige hat er als Apostel eingesetzt,

einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden," Der Dienst des Evangelisten Philippus (Apg 21,8) wird in Apg 8 beschrieben. Der Evangelist hat die Gabe, das Heil für den Nichtchristen zu interpretieren und die Gemeinde zur Evangelisation zu motivieren.

e) Diakon Am besten übersetzen wir ins Deutsche mit "Diener". Das Leben Jesu Christi und auch unser Leben wird in der Bibel als Diakonie (= Dienst) verstanden. Wer "dient" heute noch? Der Dienst eines "Dieners" scheint im Rahmen der Gemeindearbeit unbegrenzt zu sein. Die hohen Anforderungen in 1. Tim 3,8-12 und die Aussagen in V. 13 lassen die Vermutung zu, daß aus den Diakonen wahrscheinlich auch Älteste oder Bischöfe werden konnten (s. Apg. 6,2-6). 1.Tim 3,8-12 "Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Und man soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. Desgleichen sollen ihre Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. Die Diakone sollen ein jeder der Mann

einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenem Haus gut vorstehen." f) Gemeindeglied Letztlich ist jedes Gemeindeglied verantwortlich für das, was in der Gemeinde geschieht: Phil 2,1-5 "Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht" 1.Kor 5, 2+9-12 "Und ihr seid aufgeblasen und seid nicht vielmehr traurig geworden, so daß ihr den aus eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen hat? [...] Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen. Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müßtet ihr ja die Welt räumen. Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen läßt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen. Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen

sind?" 1.Kor 14,29 "Auch von den Propheten laßt zwei oder drei reden, und die andern laßt darüber urteilen." Hebr 12,15 "und seht darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden;" Diese - und noch mehr - Verantwortungen gehören zum "königlichen Priestertum". 1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;" 2. Das Amt der Ältesten In der Praxis der neutestamentlichen Gemeinde scheinen vier verschiedene "Dienst"bezeichnungen (Luther: "Ämter") auf die gleiche Leitungsfunktion in der Gemeinde hinzuweisen - wir nennen sie: "Älteste".

a) Definition Apg 20,17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen." Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." In diesen Versen werden die griechischen Begriffe

presbyteros und episkopos austauschbar verwendet. Auch in Tit 1,5+7 sind Älteste und Bischöfe identisch. Tit 1,5+7 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe: [...] Denn ein Bischof soll untadelig sein als ein Haushalter Gottes, nicht eigensinnig, nicht jähzornig, kein Säufer, nicht streitsüchtig, nicht schändlichen Gewinn suchen;" Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer," Als Hirten und Lehrer sehen wir die Ältesten in: 1.Petr 5,1-4 "Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen." 1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre." Wir wollen in den verschiedenen Bezeichnungen durchaus verschiedene Betonungen, Aspekte des Ältestendienstes sehen. Sie gehen ja bereits aus den Bezeichnungen hervor. Wir stellen fest, daß nie eine Frau in Verbindung mit den

verschiedenen Ausdrücken für Älteste erwähnt wird. Auch scheint es, daß in den NT-Gemeinden immer mehrere Älteste waren. Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Phil 1,1 "Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi samt den Bischöfen und Diakonen:" b) Entstehung Nicht die Apostel haben die Arbeitsteilung in der Gemeinde eingeführt, sondern der Herr - der dreieinige Gott. 1.Kor 12,28 "Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede." Eph 4,11 "Und er (Christus) hat einige als Apostel eingesetzt,einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer," Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Die Ämter entstanden also nicht durch langsame Weiterentwicklung oder menschliche Anstrengung, sondern waren von Anfang an Gottes Gabe. Die Gemeinde war sofort funktionsfähig.

Das Wort "Älteste" finden wir zum ersten Mal in 1.Mose 50,7. 1.Mose 50,7 "Da zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Großen des Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten." Es ist anzunehmen, daß es sich hier um "Älteste" im wörtlichen Sinne gehandelt hat. Seit Mose ist der Dienst der Ältesten eine ständige Einrichtung. Der Begriff war also unter den Juden sehr geläufig. Der Erstgeborene hatte in den Familien die natürliche Autorität und Führerschaft. Aus den Sippen-Ältesten erwählte sich Mose siebzig Männer zur Mithilfe bei der Führung des Volkes. Als später der Hohe Rat entstand (nach der babylonischen Gefangenschaft), waren auch Abgeordnete des Volkes dabei, die man Älteste nannte. Diese waren auch die erklärten Feinde unseres Herrn Jesu Christi. Einen konkreten Übergang vom AT- zum NT-Ältesten können wir nicht mit Sicherheit feststellen. Vermutlich waren die 12 Apostel auch die ersten Ältesten. Keine anderen Personen als die Apostel hätten diesen Dienst am Anfang der Gemeinde erfüllen können. Bei der ersten Erwähnung von Ältesten in Verbindung mit der christlichen Gemeinde, sind diese schon in ihrem Amt. Apg 11,30 "Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und Saulus." ANREGUNG:

Gelten Älteste nur in der jeweiligen lokalen Gemeinde als Älteste? 3. Die Qualifikationen der Ältesten 1.Tim 3,1-7 "Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels." Tit 1,5-9 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe: wenn einer untadelig ist, Mann einer einzigen Frau, der gläubige Kinder hat, die nicht im Ruf stehen, liederlich oder ungehorsam zu sein. Denn ein Bischof soll untadelig sein als Haushalter Gottes, nicht eigensinnig, nicht jähzornig, kein Säufer, nicht streitsüchtig, nicht schändlichen Gewinn suchen; sondern gastfrei, gütig, besonnen, gerecht, fromm, enthaltsam; er halte sich an das Wort der Lehre, das gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die

widersprechen." Die geistlichen Anforderungen an die Ältesten sind sehr hoch. Das Bischofsamt ist ein "köstliches Werk". Aus den gelesenen Versen geht eindeutig hervor, daß nur bewährte Christen für dieses Amt in Frage kommen. Wir schauen an dieser Stelle hinein in eine schreckliche Not unsrer Zeit. Wo sind Bischöfe, Älteste, die diesen geistlichen Anforderungen genügen? Darum ist so wenig klare Leitung in unseren Gemeinden vorhanden.

a) Gutes Charakterzeugnis Es fällt auf, daß die Anforderungen nicht in erster Linie Wissen und Gelehrsamkeit oder fachmännisches Können sind, sondern vielmehr die praktische Liebe zum Herrn und den "Brüdern", die Demut, die Bereitschaft zum Verzicht auf eigenen Vorteil, der vorbildliche Wandel. Zusammengetragen könnten die Stichworte wie folgt aussehen: unantastbar untadelig nüchtern besonnen vernünftig milde liebreich weise leidenschaftslos maßhaltend würdig anständig enthaltsam

anspruchslos gastfrei ordentlich züchtig b) Gutes Familienzeugnis 1.Tim 3,5 "Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?" Folgende Aussagen gehen aus dem Text hervor: eine männliche Person verheiratet gehorsame Kinder gläubige Kinder klares Eheverhältnis c) Gutes Zeugnis vor der Welt 1.Tim 3,7 "Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels." d) Gutes Zeugnis in der Gemeinde Es geht nicht in erster Linie um "Fachleute" (Lehrer, Rechtsanwälte, hohe Beamte usw.), sondern um geistlich bevollmächtigte Männer: voll des Geistes ausgerüstet und bewährt in der Geistesgabe der Leitung

nicht ein Jungbekehrter Die geistlichen Anforderungen für den Dienst in der Gemeinde des Herrn sind hoch. Es ist ja Arbeit im und am Hause Gottes. Es ist gemeinsames Wirken mit dem Auftraggeber, Jesus Christus. Wer ist überhaupt zu einem solchen Dienst tüchtig? 2.Kor 3,5-6 "Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." 1.Petr 5,3"nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde." Eine Gemeinde muß ihren Ältesten auch Wachstum zubilligen.

ILLUSTRATION: Vergleichen Sie sogenannte "Charakterzeugnisse" von Bibelschulen oder Missionsgesellschaften mit dem obigen Abschnitt.

ANREGUNGEN: Man stelle sich Pioniermissionare vor. Neubekehrte scharen sich zusammen. Es müssen Älteste eingesetzt werden (vielleicht Analphabeten, mit mehreren Frauen, usw.). Wie gut, dann zu wissen: "Ich will bauen meine

Gemeinde!" - "Der Herr hat gesetzt...!" Die Ältesten waren nicht immer die nach Lebensjahren Älteren. Timotheus z.B. war relativ jung und doch Ältester (1.Tim 4,11-12). Sicher aber waren die Ältesten die Erfahrenen, Reifsten und zuerst Bekehrten (1.Kor 16,15-16). 4. Die Berufung der Ältesten Sofort nach der Entstehung der Gemeinden - noch auf der ersten Missionsreise des Paulus - wurden ihnen Älteste verordnet. Auf der Insel Kreta, wo Paulus das nicht hatte tun können, wurde Titus damit beauftragt. Apg 14, 21-23 "und sie predigten dieser Stadt das Evangelium und machten viele zu Jüngern. Dann kehrten sie zurück nach Lystra und Ikonion und Antiochia, stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren." Apg 20,17+28 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen. [...] So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Phil 1,1 "Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi samt den Bischöfen und Diakonen:" Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß duvollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und

überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe:" a) Eingesetzt von Gott 1.Kor 12,28 "Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede." Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." Apg 26,15-16 "Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch zeigen will." b) Eingesetzt von Menschen Im NT finden wir die Einsetzung von Ältesten durch einen oder mehrere Brüder, die geistliche Autorität besitzen. Apg 14,23 "Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren." Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du

vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe" Wie tat der Heilige Geist sich der Gemeinde kund? durch Propheten 1.Tim 1,18 "Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft einen guten Kampf kämpfst" 1.Tim 4,14 "Laß nicht außer acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung der Ältesten." durch die Apostel Apg 14,23 "Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren." Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe:" durch die betende Gemeinde Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilig Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." Die ganze Gemeinde hat anscheinend solche Winke des Heiligen Geistes bestätigt. (Hier allerdings in einem anderen Zusammenhang:) Apg 15,28 "Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese

notwendigen Dinge:" Auch die ganze Gemeinde kann an der Wahl von Dienern beteiligt werden. Apg 6,2-3 "Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, daß wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Wahrheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst." Natürlich besaß Paulus als Apostel eine besondere Autorität, so daß die Gemeinden in seiner Meinung des Herrn Willen erkannten. Bedeutsam aber bleibt, daß die Gemeinden bei der wichtigen Frage der Ältestenberufung die Sprache des Heiligen Geistes vernahmen. Wie das ganz praktisch ausgesehen hat, können wir nicht feststellen. Es war ein Zusammenwirken der schon leitenden Männer mit der gesamten Gemeinde. Die Gemeindeleitung war ein Geschenk des Herrn. Die leitenden Brüder wußten sich persönlich vom Herrn berufen, aber sie stellten sich nicht selbst der Gemeinde vor, sondern wurden von der Gemeinde erkannt, gewollt und bestätigt. Wir stellen fest, daß es keine starre Form der Berufung gibt. Es soll der Führung des Heiligen Geistes überlassen werden, welchen Weg Er benutzen möchte. Wichtig ist, daß die Berufenen geistliche Autorität besitzen und vom Herrn bestätigt sind.

c) Art und Weise der Einsetzung Die Amtseinsetzung oder der Amtsantritt kann durch Handauflegung erfolgen: Apg 6,6 "Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie." Apg 13,3 "Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen." 1.Tim 4,14 "Laß nicht außer acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagnung mit Handauflegung der Ältesten." 2.Tim 1,6 "Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände." 1.Tim 5,22 "Die Hände lege niemandem zu bald auf; habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!" Wir finden nur 4mal Handauflegung in Verbindung mit der Einsetzung von Mitarbeitern in der Gemeinde. Es gibt darüberhinaus noch 14mal Handauflegung bei Krankenheilungen, Kindersegnung und Taufe. Für dieses Handauflegen gibt es aber keine "privilegierte Klasse". Die höchste menschliche Autorität der lokalen Gemeinden auf Erden ist die lokale Gemeinde selbst. Möge der Herr Seiner Gemeinde wieder bevollmächtigte Diener erwecken! Mögen wir selbst im Bewußtsein unserer hohen Berufung wahre Diener sein!

ANREGUNGEN: Wie haben wir in diesem Zusammenhang den Begriff "Ordination" zu verstehen? Ist "Vollmachtsposition" ("Ordination") - durch Handauflegung - Voraussetzung für kirchliche Handlungen, z.B.: Taufe, Abendmahlsausteilung? Hat Einsetzung durch Handauflegung lebenslängliche Gültigkeit? 5. Der Dienst der Ältesten Unter den Ältesten gibt es keine Hierarchie. Allerdings spricht die Schrift von einem sogenannten "Gemeindeleiter". 1.Petr 5,1"Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:" 3.Joh 1 "Der Älteste an Gajus, den Lieben, den ich lieb habe in der Wahrheit." Offb 2 - 3 s. d. Es gibt eine Aufgabenaufteilung nach Verantwortung und Gaben. Jemand wird bestimmt, der die Gemeinde nach außen vertritt. (Verwaltung, Verein, usw.) Ältestendienst bezeichnet die Schrift in 1.Tim 3,1 als "köstliches Werk" (Luther), "schönes Werk" (Elberfelder) und "edles Werk" (Zürcher). Nennen wir verschiedene Bereiche dieses Werkes:

a) Leiten

1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre." Hebr 13,17 "Gehorcht euren Lehrern [wörtlich: Leiter] und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen - und dafür müssen sie Rechenschaft geben -, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch." Es gibt Älteste, die vorstehen, verwalten, organisieren, leiten usw. Apg 11,29-30 "Aber unter den Jüngern beschloß ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und Saulus." Apg 20, 17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen." b) Lehren Tit 1,9 "er halte sich an das Wort der Lehre, das gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen." Die Schrift meint wahrscheinlich nicht, daß jeder der Ältesten die Gabe des Lehrens haben muß, jedoch sollten Männer mit dieser Gabe unter ihnen sein. 1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."

c) Hirtendienst 1.Petr 5,1-4 "Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen." Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." Älteste sollen in der Liebe Gottes Seelsorger sein und als Hirten achthaben auf die Herde. Hebr 12,15 "und seht darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden;" Weiden bedeutet hegen, hüten, warten, führen und lenken, wobei die innere Haltung aufgezeigt wird: nicht gezwungen, sondern willig nicht um Gewinnes willen, sondern von Herzensgrund nicht herrschen, sondern Vorbilder Vorbild für alles Dienen ist Jesus Christus - der gute Hirte (Joh 10). Mk 10,45 "Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein

Leben gebe als Lösegeld für viele." d) Gebet über Kranken Jak 5,14 "Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daß sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn." Diesen Vorgang unterscheiden wir von: Mk 16,18 "Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden." und auch von: 1.Kor 12,9 "einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist;" Bei der Gabe der Krankenheilung ist der Glaube dessen, der die Gabe trägt, Voraussetzung. In Jak 5,14 liegt die Probe des Glaubens beim Kranken. Im Ruf der Ältesten an sein Bett kann ein korrigiertes Verhältnis zur Gemeinde und zu den Ältesten wachsen. Es kann sogar eine Demütigung des Kranken mit der Bitte um das Gebet der Ältesten verbunden sein. Die Ältesten ihrerseits sind auf das Gerufenwerden durch den Kranken angewiesen. Für sie ist nicht entscheidend, ob sie die Gabe der Krankenheilung haben. Auch auf diese Weise baut der Herr Seine Gemeinde.

ANREGUNGEN:

Wie heißen die einzelnen Handlungsschritte in Jak 5,1415 Wozu kann Krankheit dienen? e) Gemeindezucht In Offb 2 und 3 wird der Älteste der Gemeinde vom Herrn angesprochen und ermahnt, Zucht auszuüben. Doch auch Älteste müssen in Zucht genommen werden. 1.Tim 5,19-20 "Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen. Die da sündigen, die weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern fürchten." Tit 1,9 "er halte sich an das Wort der Lehre, das gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die wiedersprechen." Die Ältesten sind keine vollkommenen Personen. Das Ziel ihrer öffentlichen Zurechtweisung ist, daß die Gemeindeglieder Gott mehr fürchten und dabei die Sünde mehr hassen.

6. Das Verhältnis der Gemeinde zu den Ältesten

a) Würde 1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."

1.Thess 5,12-13 "Wir bitten euch aber, liebe Brüder, erkennt an, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen; habt sie um so lieber um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander." b) Schutz Dieser Schutz gegen Verleumdung und Intrigen ist von Gott gegeben: 1.Tim 5,19 "Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen." c) Versorgung 1.Tim 5,17-18 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre. Denn die Schrift sagt: 'Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden'; und 'Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert'" Gal 6,6 "Wer aber unterrichtet wird am Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten." Es ist Aufgabe der Gemeinde, die Ältesten finanziell und materiell zu unterstützen.

d) Gehorsam Hebr 13,17 "Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen - und dafür müssen sie Rechenschaft geben -, damit sie das mit Freuden tun

und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch." VII. Kapitel: Die symbolischen Handlungen der Gemeinde

Wir verstehen unter "symbolischer Handlung": Ein äußerer Ritus - von Christus eingesetzt - durch den das Erlösungswerk Christi und dessen Annahme im Glauben symbolisch dargestelllt wird. Ein Zeichen, durch das dem Gläubigen die geistliche Wahrheit lebendig vorgestellt und neu bestätigt wird. "Symbolische Handlungen" werden sowohl von der evangelischen als auch von der katholischen Kirche als "Sakramente" bezeichnet, wobei erstere zwei Sakramente (Taufe und Abendmahl), letztere sieben (Ordination, Firmung, Ehe, letzte Ölung, Beichte, Taufe und Abendmahl) kennt. Die evangelische Kirche versteht unter "Sakrament": "Von Christus eingesetzte heilige Handlungen, in denen uns vermittelst irdischer Zeichen himmlische Gaben gereicht werden." Die katholische Kirche geht noch etwas weiter und sieht in den Sakramenten selbst - dank ihrer göttlichen Einsetzung - eine gnadenübermittelnde Kraft. Wir wollen den Ausdruck "Sakrament" vermeiden, um nicht einem unbiblischen Sakramentalismus Vorschub

zu leisten. Dieser Sakramentalismus ist wohl die größte Irrlehre aller Zeiten. Durch ihn sind Millionen von Menschen verführt worden und werden noch immer verführt. Mögen wir nicht nur einen klaren Blick, sondern auch eine klare Verkündigung für die biblische Wahrheit in bezug auf Taufe und Abendmahl haben.

1. Die Taufe "Wie du die Taufe ansiehst, das bestimmt deine Auffassung von fast allen anderen biblischen Wahrheiten." (Spurgeon).

a) Die Taufe in der Bibel

(1) Die Waschungen im AT Das AT kennt keine "Taufe" in unserem Sinne. Jedoch bestimmte das Gesetz "Waschungen", z.B. von Priestern: 2.Mose 29,4 "Und du sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Stiftshütte treten lassen und sie mit Wasser waschen" Für gewisse Unreine und Kranke gebot das Gesetz ebenfalls Waschungen. 3.Mose 14,8-9 "Der aber, der sich reinigt, soll seine Kleider waschen und alle seine Haare abscheren und

sich mit Wasser abwaschen, so ist er rein. Danach gehe er ins Lager; doch soll er sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben. Und am siebenten Tage soll er alle seine Haare abscheren auf dem Kopf, am Bart, an den Augenbrauen, daß alle Haare abgeschoren seien, und soll seine Kleider waschen und seinen Leib mit Wasser abwaschen, so ist er rein." Siehe auch 2.Kön 5,14: der aussätzige Naemann "taucht unter" im Jordan.

(2) Die Taufe des Johannes Eine richtige Taufe begegnet uns erst bei Johannes dem Täufer. Er taufte die Bußfertigen mit der Taufe der Buße. Mt 3,6-8+11 "und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden. Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiß gemacht, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffende Frucht der Buße! [...] Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen." Dieser Taufe der Buße hat sich auch der Herr Jesus zu Beginn Seines Dienstes unterzogen. Mt 3,13 "Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe." Die Taufe Jesu war ein Sündenbekenntnis, aber nicht der eigenen Schuld, sondern der Sünde der ganzen Menschheit. So erklärt sich Jesus solidarisch mit allen

Menschen. Durch die Taufe "erfüllt Er alle Gerechtigkeit" (Mt 3,15) Durch sie zeigt Er aber auch erstmals Seinen weiteren Weg an: sterben, begraben werden und auferstehen. Die Taufe des Johannes mag sich an die Waschungen im AT anlehnen. Zu seiner Zeit kam auch die Proselytentaufe bei den Juden auf - vollzogen an Heiden, die zum Judentum übertraten. Wahrscheinlicher ist ein göttlicher und damit prophetischer Auftrag: Mt 21,25-26 "Woher war die Taufe des Johannes? War sie vom Himmel oder von den Menschen? Da bedachten sie's bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sagen wir aber, sie war von Menschen, so müssen wir uns vor dem Volk fürchten, denn sie halten alle Johannes für einen Propheten." s.a. Joh 1,33.

(3) Die Taufe der Jünger Jesu Bald nach dem öffentlichen Auftreten des Herrn ließ auch Er taufen. Joh 4,1-2 "Als nun Jesus erfuhr, daß den Pharisäern zu Ohren gekommen war, daß er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes - obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger -" Diese Taufe kann verglichen werden mit der Taufe des Johannes. Auch bei Jesu Botschaft galt es, Buße zu tun und sich taufen zu lassen.

Johannes: Mt 3,2 "und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" Jesus: Mt 4,17 "Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" (4) Die Geistestaufe Wie wir schon früher gesehen haben, hat die Geistestaufe mit der Wassertaufe nichts zu tun. Durch die Geistestaufe wird der Gläubiggewordene in den Leib Christi hineingetauft. 1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt." Beachte dazu auch Apg 10,44-48: vor der Wassertaufe die Geistestaufe - und Apg 8,12-17: nach der Wassertaufe die Geistestaufe. Wir wollen uns nun mit der christlichen oder neutestamentlichen Wassertaufe (= Glaubenstaufe) beschäftigen.

b) Die Einsetzung der Glaubenstaufe Ehe Jesus gen Himmel fuhr, gab Er Seinen Jüngern den

Taufbefehl. Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" In der Tauflehre der Apostel finden wir allerdings nur eine Bezugnahme auf Christus. Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." Apg 10,48 "Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben." Röm 6,3 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?" Gal 3,27 "Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen." Die Taufe wurde also vom Herrn Jesus selbst befohlen und eingesetzt.

c) Die Art und Weise der Glaubenstaufe

(1) Taufe durch Untertauchen Das NT kennt nur die Taufe durch Untertauchen. das griechische Wort "baptizo" heißt untertauchen (baptoo = eintauchen).

Lk 16,24 "Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen." Joh 13,26 "Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot." die Umstände der berichteten Taufen zeigen, daß die Täuflinge untergetaucht wurden. Joh 3,23 "Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen." Mk 1,10 "Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn." Apg 8,39 "Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, er zog aber seine Straße fröhlich." Auch die nachfolgenden Jahrhunderte zeigen eine Taufpraxis durch Untertauchen (auch bei Säuglingen). Es ist nicht nur das Vorbild der Taufpraxis der ersten Gemeinde, das uns nur eine Taufe durch Untertauchen erkennen läßt, sondern auch der Inhalt, auf den durch die symbolische Handlung der Taufe hingewiesen wird. Nur das Bild des Untertauchens kann das "Abwaschen" in Apg 22,16 verständlich machen. Apg 22,16 "Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst." (EÜ) (2) Taufe aufgrund von Glauben

Jesus lehrte Seine Jünger: Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" Mk 16,16 "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." Die Apostel befolgten den Auftrag ihres Herrn: Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." Apg 8,35-37 "Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist." Apg 18,8 "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen." Die Neubekehrten wurden sofort nach ihrer Bekehrung getauft. Sich zu bekehren, ohne sich taufen zu lassen, schien unbekannt zu sein. Deshalb sind folgende Stellen als Gleichsetzung von Glaube und Taufe zu verstehen: Röm 6,3 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod

getauft?" Gal 3,26-27 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen." Kol 2,11-12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden!" Wer glaubte, wurde (und war) getauft! Der Glaube findet in der Taufe seinen Ausdruck. Das ging so weit, daß der Glaube sogar mit der Taufe angesprochen werden konnte. Die sofortige Taufe nach dem Gläubigwerden sehen wir auch in: Apg 2,38-41 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Laßt euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen." Apg 8,35-38 "Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich

mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Wenn du von ganzen Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn." Apg 10,44-48 "Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen wurde; denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben." Apg 16, 31-33 "Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen" Die Taufe ist an die Bekehrung gebunden. Nur ein Bekehrter darf getauft werden. Dabei haben wir in der Schrift keine Aussage über: das Alter des Täuflings die Bewährung oder Heiligung des Täuflings Wir verlassen uns beim Taufen auf das Zeugnis des Täuflings und taufen ihn aufgrund seines Bekenntnisses.

ANREGUNGEN: Das erste Zeugnis für Säuglingstaufe stammt von Irenäus aus dem Jahre 175. Diesen aufkommenden Mißbrauch der Taufe bekämpft Tertullian (160-220). Weil Augustin (354-430) in der Taufe die Tilgung der Erbsünde und die Wiedergeburt sieht, schreibt er von der Säuglingstaufe: "Obgleich sie (Kinder) noch nicht zur Gerechtigkeit mit dem Herzen glauben und mit dem Munde bekennen können, ja sogar wimmernd gegen das Sakrament sich sträuben, behauptet doch niemand, daß sie vergeblich getauft wurden." Dabei ist aber zu vermerken, daß in vielen Fällen - im Gegensatz zu heute - die Kleinkinder auch untergetaucht wurden. 1129 entschied das Konzil von Nancy für die Kindertaufe. Zu der Zeit waren 6 verschiedene Taufen üblich (Erwachsene, Kinder und Ungläubige sowohl durch Besprengung als auch Untertauchen). Jede andere Form wurde verflucht. Damit begann die Verfolgung der Täufer. Z.Zt. Luthers ca. 2 Millionen gläubiggetaufte Täufer. d) Die Bedeutung der Glaubenstaufe

(1) Gehorsamsakt Die Taufe ist ein Befehl Jesu Christi. Joh 14,15 "Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten." So sind Taufe und Liebe zu Jesus eng miteinander

verbunden. Denn die Taufe ist ein Gehorsamsakt. Der Taufbefehl gehört zum Missionsbefehl: Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes." Sogar Jesus ließ sich taufen, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen (Mt 3,15). Die Aussagen des Apostel Paulus stehen nicht im Widerspruch zum Taufbefehl unseres Herrn. 1.Kor 1,14-17 "Ich danke Gott, daß ich niemanden unter euch getauft habe außer Krispus und Gajus, damit nicht jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen getauft. Ich habe aber auch Stephanus und sein Haus getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand getauft habe. Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen - nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde." Wer diese Verse als Argument, daß die Glaubenstaufe nicht notwendig sei, gebrauchen möchte, übersieht den Zusammenhang: "... auf daß niemand sage, daß ich auf meinen Namen getauft habe". Es handelt sich um eine Äußerung gegen den Mißbrauch der Autorität des Täufers. Um diesen Mißbrauch zu vermeiden, lehrte zwar Paulus die Taufe, überließ aber das Taufen anderen. Wie wichtig für ihn die Taufe war, zeigt sein eigenes Verlangen, sich nach der Bekehrung taufen zu lassen.

Apg 9,18 "Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen" Diese Wichtigkeit der Taufe bringt Paulus im Epheserbrief zum Ausdruck: Eph 4,5 "ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;" Wir lesen auch in: Hebr 6,1-2 "Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott, mit der Lehre vom Taufen, vom Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht." ANREGUNGEN: Manche wenden ein, daß sie schon getauft sind, und zwar als Säuglinge. Sie verstehen die Taufe ihrem Wesen nach als unwiederholbar. Wir haben schon gesehen, daß der eigene, persönliche Glaube untrennbar mit der Taufe verbunden ist. Insofern ist eine Säuglingstaufe keine Taufe im biblischen Sinne. Damit hat sie auch keine biblische Gültigkeit. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, kann man von der "Glaubenstaufe" - die nach längerer Zeit der Säuglingstaufe folgt - auch nicht von einer "Wiedertaufe" sprechen; und selbst wenn man es täte, würde man sich auf biblische Aussagen berufen können. Die Bibel zeigt "Wiedertaufe" Apg 19,1-6. Wir müssen unterscheiden zwischen einem kirchlichen

Ritual und der biblischen Bedeutung der Taufe. Durch den Gehorsam dem Taufbefehl gegenüber haben wir ein gutes Gewissen Gott gegenüber (1.Petr 3,21). Was antworten wir, wenn die Säuglingstaufe durch eine Kindersegnung ersetzt werden soll? Wie steht es mit einer Kindersegnung generell? (2) Bekenntnis Eine weitere Bedeutung der Taufe liegt in ihrem Zeugnis- oder Bekenntnischarakter. Apg 2,38-41 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen." Apg 8,37-38 "Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn." Sie offenbart nach außen eine am inwendigen Menschen geschehene Tat. Durch die Taufe wird in einer äußerlichen Handlung bezeugt, was innerlich durch den Glauben geschehen ist. Daher nennen wir die Taufe auch Glaubenstaufe. Hier wird eine unsichtbare Wahrheit durch die sichtbare Taufe bezeugt. Deshalb sollte sie auch in der Öffentlichkeit stattfinden - am besten im Rahmen der Heimatgemeinde. Der Gemeinderahmen ist aber nicht Vorschrift (man bedenke die Missionssituation) oder:

Apg 8,38 "Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn." (3) Symbolhandlung Die symbolische Handlung der Taufe sagt aus, daß der Gläubiggewordene mit Christus gestorben mit Christus begraben und mit Christus auferstanden ist Röm 6,3-4 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln." Das Ziel des Sterbens ist Leben. Sterben ist die notwendige Voraussetzung für die Auferstehung zu einem neuen Leben in Christus. 1.Petr 3,21 "Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euchrettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib gewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen durch die Auferstehung Jesu Christi," Gal 3,26-27 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen." Das Taufbecken oder der Fluß, in dem man sich taufen läßt, stellt ein offenes Grab dar, worin der Täufling sinnbildlich begraben wird. Das Wasser deckt ihn zu. Das neue Leben in Christus wird durch das

Hervorkommen des Täuflings versinnbildlicht. Erst nach dem Sterben ist Auferstehung möglich. Nun wird uns auch deutlich, warum Taufen durch "Unter-tauchen" vollzogen wird. Wenn schon die Taufe ein Symbol der Identifikation des Gläubigen mit Christus in Seinem Begrabenwerden und Auferstehen ist, dann sollte auch die Art und Weise des Taufens so weit wie möglich damit übereinstimmen.

(4) Identifikation Der Taufe kommt auch eine mystische Bedeutung zu. Sie zeugt von der Identifikation mit Christus, und zwar in Seinem Tod, Seinem Begräbnis und in Seiner Auferstehung. Die Taufe bezeugt die Tatsache, daß der Gläubige in Christus war, als Er für die Sünde gerichtet wurde als Er begraben wurde als Er auferstanden ist. Es geht um das "In-Christus-Sein". 1x bei Lk (Apg 4,2) 3x bei Petr (1.Petr 3,16; 5,10+14) 10x bei Johannes 160x bei Paulus Deshalb sollte eine Tauffeier nicht nur Züge einer guten Organisation durch die Gemeinde oder eines bloßen Gehorsams durch die Täuflinge offenbaren, sondern eine Botschaft des Erlösungswerkes Christi weitergeben.

(5) Verpflichtung Die Taufe bedeutet eine moralische Verpflichtung des Täuflings. Röm 6,1-4 zeigt durch Frage und Antwort diesen Zusammenhang auf. Der Täufling übernimmt in der Taufe die Verpflichtung zu einem heiligen Leben in Christus. Röm 6,4 "So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln." In der Taufe bezeugen wir unser neues, vom alten völlig getrenntes Leben als Nachfolger (= Nachahmer) Christi.

ANREGUNGEN: Besteht ein Zusammenhang zwischen der ATBeschneidung und der NT-Taufe? Kol 2,11-12 "In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ablegtet in der Beschneidung durch Christus. Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten." Wie könnten wir einen Taufgottesdienst programmäßig gestalten?

Vorgespräch - Taufhandlung - Tauffeier Aufnahme in die Gemeinde und Abendmahl (6) Mißverständnisse Apollos kannte nur die Taufe des Johannes, obwohl er mit Einsatz und brennendem Herzen von Jesus redete. Apg 18,25 "Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wußte aber nur von der Taufe des Johannes." Demnach kann man von Jesus reden und doch in bezug auf die Tauffrage eine mangelnde Erkenntnis haben. Man kann den Weg zu Jesus lehren, ohne Verständnis für die neutestamentliche Glaubenstaufe zu haben. Allerdings zeigt sich diese mangelnde Erkenntnis dann auch in der "Frucht": Apg 19,2-5 "Zu denen sprach Paulus: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, daß es einen heiligen Geist gibt. Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus." Schwerwiegender ist die falschverstandene Bedeutung der Taufe. Die Taufe ist:

nicht heilsnotwendig Der Schächer am Kreuz konnte nicht mehr getauft werden. Für das Heil ist der Glaube und nicht die Taufe maßgebend: Mk 16,16 "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." Die Taufhandlung bringt mich nicht näher zu Jesus, wohl aber mein Gehorsam, mich taufen zu lassen. nicht heilswirkend Der Glaube kann jederzeit vollzogen werden - nicht aber die Taufe. Die Taufe ist in keiner Weise heilbringend oder heilswirkend. Durch ein falsches Verständnis der Bedeutung der Taufe erhoffen sich immer wieder Gläubige eine Hilfe beim Sieg über den alten Menschen. Von ihm werde ich nicht im Wasser befreit, sondern am Kreuz. Weder mein alter Mensch noch Dämonen noch irgendwelche Sünden werden vom Wasser abgewaschen. 1.Petr 3,21 "Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib gewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen durch die Auferstehung Jesu Christi," Auch für den Ungläubigen erhofft man sich bei der Taufe (dann meist durch Besprengung) irgendeine Heilswirkung. Man behauptet, daß Gott dem Kind in der Taufe Sein Jawort gibt. Manchmal wird die Säuglingstaufe mit dem Bild eines unterschriebenen Schecks verglichen, der nur noch eingelöst werden müsse. Diese Gedanken entbehren jeder biblischen Grundlage. Im Gegenteil, die Auswirkungen dieser Praxis zeigen, wie unbiblisch eine solche Auffassung

sein muß. Die Taufe ist nicht heilbringend, aber segenbringend. nicht die Aufnahme in die Gemeinde Es gibt keine Kirche, in der man Glied sein kann ohne Taufe. Taufe ist die Tür zur Gemeinde. Die Art der Taufe bestimmt die Art der Gemeinde. Die Taufe bedeutet aber nicht die Aufnahme in die Gemeinde, weder in die geistliche Gemeinde (das ist die "Geistestaufe"), noch in die lokale. Sie stellt also nicht den Schnittpunkt zwischen Welt und Gemeinde dar. Im biblischen Normalfall fand die Taufe am Tag der Bekehrung statt und war mit der Aufnahme in die Gemeinde verbunden. Eine lokale Gemeinde mag in ihren Satzungen die Aufnahme in die Gemeinde mit der Taufe verbinden, aber sie kann nicht der Taufe diese Bedeutung zulegen.

2. Das Abendmahl Diese Ordnung ist durch Jesus Christus eingesetzt worden in der Nacht, da Er verraten wurde. Die Synoptiker berichten darüber in Mt 26,26-30; Mk 14,2226; Lk 22,19-20. Johannes erwähnt das Mahl nicht. Manche meinen zwar, in Joh 6 einen Hinweis auf das Abendmahl zu finden. Dieser Abschnitt hat aber keine Beziehung zum Abendmahl. (Wir hätten es sonst mit der Transsubstantiationslehre - s. S. 130 - zu tun.) Die Symbole, auch Elemente oder Zeichen genannt, sind Brot und Wein. Beide werden von allen Teilnehmern genommen (nicht wie früher in der katholischen Kirche, als der Priester nur das Brot (Oblate) austeilte und den

Kelch für sich behielt). Interessant sind dabei die Worte Jesu. Beim Brot sagt er nur: "Nehmet, esset!" - aber beim Kelch: "Trinket alle daraus!" Mt 26,27 "Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;" Mk 14,23 "Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus." a) Die Bedeutung des Abendmahls Der Sakramentalismus zeigt sich auch in der Abendmahlslehre auf verschiedene Weise. Ehe wir darauf eingehen, wollen wir die Schrift nach der Bedeutung befragen.

(1) Symbolisches Mahl Das Abendmahl ist eine Verkündigung des Todes Jesu Christi durch Wort und Zeichen. 1.Kor 11,26 "Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt." Diese Zeichen symbolisieren den Leib und das Blut Jesu Christi. Lk 22,19-20 "Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!"

Die symbolische Bedeutung wird noch unterstrichen durch die Handlung des Essens und Trinkens. Diese weist auf unsere innige Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus hin. 1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" Ferner sehen wir in dem einen Brot die Gemeinschaft der Gläubigen dargestelllt. 1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben." (2) Gedächtnismahl 1.Kor 11,24-25 "dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis." Lk 22,19 "Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis." Zweck des Abendmahls ist es, sich an das stellvertretende Leiden Jesu Christi zu erinnern. Wir "gedenken" (schauen zurück) der Heilstat auf Golgatha. Wir wollen aber nicht nur dessen gedenken, was Er uns gegeben hat, sondern auch, was Er uns bedeutet. Jedes Geschenk erinnert an den Geber, jede Stiftung an den Stifter. Beachten wir, daß es sich um ein Gedächtnismahl handelt, also nicht um eine Gnadenvermittlung (etwa Sündenvergebung).

Wie das Passafest auf den Kreuzestod Jesu vorausschauend hinwies, so schaut das Abendmahl auf ihn zurück. Das eine ist eine AT-Stiftung, das andere eine NT-Stiftung. Lk 22,7-20 s.d. letztes Passa - erstes Abendmahl

(3) Herrenmahl - Tisch des Herrn 1.Kor 11,20 "Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn." 1.Kor 10,21 "Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister." Das Abendmahl wurde vom Herrn selbst eingesetzt. Es ist Seine Stiftung und Seine Einladung. Wie viele Schwierigkeiten hat es schon gegeben, weil Gemeinden das Abendmahl zum Gemeindemahl machten und den Tisch des Herrn zum Tisch der Gemeinde!

(4) Gemeinschaftsmahl Hier meinen wir zunächst die Gemeinschaft mit Jesus Christus. 1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" Darum ist es so wichtig, daß wir keine Gemeinschaft mit dem Teufel haben.

1.Kor 10,21 "Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister." Neben der Gemeinschaft mit unserem Herrn wird auch die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander im Abendmahl zum Ausdruck gebracht. Sooft vom Abendmahl die Rede ist, sehen wir eine Mehrzahl von Teilnehmern. 1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben." Im Symbol des Brotes wird nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch die Einheit der Gläubigen betont.

(5) Verkündigungsmahl 1.Kor 11,26 "Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt." In der Abendmahlsfeier verkündigen die Zeichen (Brot und Wein) sowie die gesprochenen Worte den Tod Jesu Christi.

(6) Selbstprüfungsmahl 1.Kor 11,28 "Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke ausdiesem Kelch." Es handelt sich hier um eine Selbstprüfung. Wieviel Nöte sind beseitigt, wenn wir bei der Selbstprüfung stehenbleiben, anstatt die Prüfung des Bruders oder der

Schwester vorzunehmen. Was kommt aber bei einer solchen Prüfung heraus? Je tiefer diese Selbstprüfung ist, desto bedürftiger werden wir des Erlösungswerkes Jesu Christi. Aber eben dies wird durch das Abendmahl symbolisiert. So sind wir gerade durch das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit würdig geworden, am Mahl teilzunehmen. Mit einem dankbaren Herzen werden wir dann die Zeichen Seiner Liebe genießen.

(7) Dankesmahl 1.Kor 11,24 "dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis." Der Herr dankte für die Symbole und damit für Seinen eigenen Leib. Er brach ihn selbst: Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe die Macht, es zu lassen und habe Macht, es wieder-zunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater." Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!" Wir danken für den Opfertod Jesu Christi. Das erste Abendmahl schloß mit einem Lobgesang (Ps 113 - 118). Mt 26,30 "Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg."

So sollte auch heute die Abendmahlsfeier eine Lob - und Dankfeier sein.

ANREGUNG: Bedenken Sie in diesem Zusammenhang die schwarze Kleidung, die Molltöne der Orgel und die "heilige" Abendmahlsscheu. Der in Angstschweiß gebadete Luther mußte bei seiner 1. Messe mit Gewalt aus der Sakristei hinausgetrieben werden. (8) Gerichtsmahl 1.Kor 11,29 "Denn wer so ißt und trinkt, daß er den Leib des Herrn nicht achtet, der ißt und trinkt sich selber zum Gericht." Was heißt unwürdig? Wir werden aufgefordert, uns selbst zu prüfen. Wenn sich unser Herz dem göttlichen Licht verschließt oder aber der Buße keinen Raum gibt, lehnen wir damit das Blut Jesu zur Vergebung ab ( - wir brauchen es nicht). Dann sollten wir auch das Abendmahl nicht genießen, weil es ja auf das Blut des Herrn hinweist. Zum Gerichtsmahl wird es also dann, wenn es seine symbolische Bedeutung durch Verstockung meines Herzens verloren hat.

(9) Mahl der Liebe

Was für das letzte Passamahl unseres Herrn galt, kann auch für das Abendmahl gelten: Lk 22,15 "Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide." Der Herr, auf den das Mahl hinweist, freut sich und sehnt sich, mit uns Tischgemeinschaft zu haben.

(10) Hoffnungsmahl Mt 26,29 "Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich." Offb 19,9 "Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes." Jede Abendmahlsfeier ist ein Hinweis auf das große kommende Abendmahl in der Herrlichkeit. Wie muß der Herr sich danach sehnen. Lk 12,37 "Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen." Mögen doch auch unsere Abendmahlsfeiern wieder neu durchdrungen werden von dieser biblischen Bedeutung.

b) Die Bedingungen zur Teilnahme am Abendmahl

Wer ist zur Teilnahme am Abendmahl berechtigt? Welche Rolle spielen Glaube, Alter, Heiligung oder Taufe? Die Schrift zeigt drei Bedingungen:

(1) Wiedergeburt Schon aus der Bedeutung des Abendmahls wird ersichtlich, daß nur Kinder Gottes, die durch den Kreuzestod Jesu Christi Vergebung ihrer Schuld erlangt haben, am Mahl teilnehmen können. Nur auf sie trifft die symbolische Bedeutung des Mahles zu: 1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben." 1.Kor 11,24-25 "dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis." (2) Heiligung In 1.Kor 10 und 11 weist Paulus auf verschiedene Mißstände warnend hin. 1.Kor 10,14 "Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst." 1.Kor 10,20-21 "Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun

will ich nicht, daß ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister." 1.Kor 11,18+22+27 "Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der Gemeinde zusammen- kommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's. [...] Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht. [...] Wer nun unwürdig von dem Brot ißt oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn." Bedingung zur Teilnahme am Abendmahl ist nicht die Vollkommenheit, sondern die Bereitschaft, in der Heiligung zu leben. Die Richtung, unser Bestreben muß stimmen!

(3) Selbstprüfung 1.Kor 11,28+31 "Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. [...] Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet." Vor dem Genuß des Abendmahls werden wir aufgefordert, uns selber zu prüfen und zu richten. Dies geschieht nicht mit dem Ziel, nicht am Abendmahl teilzunehmen, sondern vielmehr, würdig daran teilzunehmen.

ANREGUNGEN: Wann nimmt der Gläubige zum ersten Mal am Mahl teil? Wir haben gesehen, daß die Heilige Schrift nur die Wiedergeburt, Heiligung und Selbstprüfung als Bedingungen nennt. Da Gläubiggewordene in der Regel sofort getauft wurden, kennen wir kein Beispiel für einen Gläubigen, der ungetauft am Abendmahl teilnahm. Diese Fragestellung tauchte erst später im Verlauf der Kirchengeschichte auf. Diese Fragestellung bezieht sich nicht auf Abendmahlsfeiern während Konferenzen oder anderer besonderer Anlässe, sondern auf die Handhabung in der lokalen Gemeinde, wo am regelmäßigen Feiern unverbindlich lebende Christen teilnehmen. In einer Gemeinde entsteht eine Diskussion, ob Neubekehrte, die noch nicht getauft sind, am Abendmahl teilnehmen dürfen. Was sagen Sie dazu? Sie leiten eine (Jugend-)Freizeit und werden angefragt eine Abendmahlsfeier durchzuführen. Wie verhalten Sie sich? c) Falsche Verständnisse des Abendmahls

(1) Transsubstantiationslehre Diese Lehre, vertreten durch die katholische Kirche, besagt, daß Brot und Wein unter der segnenden Hand des Priesters in Fleisch und Blut Christi verwandelt werden. Das Konzil von Trient verkündigte ein "anathema" über alle, die nicht glauben, daß das Abendmahl heilswirkend sei.

Diese Lehre verleugnet die Einmaligkeit und Vollkommenheit des Opfers Jesu. Hebr 9,24-26 "Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht; sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben." (2) Konsubstantiationslehre Diese Lehre, vertreten durch die lutherische Kirche (auch High Church), besagt, daß in, mit und unter dem Brot und Wein der Leib und das Blut des Herrn eingenommen werden. Die Elemente werden nicht verwandelt, sondern bleiben, was sie sind. Die Allgegenwart ("Allenthalbenheit") Christi macht es möglich, daß wir Christus in uns aufnehmen. Wer daran glaubt, empfängt für die Seele Gerechtigkeit und für den Leib Unsterblichkeit. Wenn wir die Allgegenwart des Herrn so auslegen, dann "essen" wir den Herrn bei jeder Mahlzeit. (Vgl. dazu Calvins Bedenken, der im übrigen mit Luther übereinstimmte.) Ferner widerspricht diese Lehre der Rechtfertigung allein durch den Glauben, denn damit würde das Abendmahl zu einem Mittel des Heils.

Das Abendmahl ist also weder heilsbringend noch heilswirkend noch heilsnotwendig. Es ist aber ein wunderbares Zeichen der Liebe Jesu, der uns zwar glauben heißt, uns jedoch zur Verdeutlichung und Unterstützunmg der Glaubenswahrheiten das Abendmahl hinterlassen hat. Kapitel VIII: Die Berufung der Gemeinde

Die Gemeinde Jesu Christi steht unter einer irdischen und einer himmlischen Berufung - die irdische ist zeitlich begrenzt, die himmlische ewig. Der Herr könnte sich viel Mühe mit uns sparen, wenn Er uns nach unserer Errettung sofort zu sich nähme. Wir könnten dann unmittelbar die himmlische Berufung antreten. Aber Er tut es nicht. Schon daran wird deutlich, wie wichtig Ihm unsere irdische Berufung ist. Der Herr betete zu Seinem himmlischen Vater: Joh 17,15+18 "Ich bitte dich nicht, daß du sie a us der Welt nimmst, sondern daß du sie bewahrst vor dem Bösen. [...] Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt." In der Bergpredigt sagte der Herr: Mt 5,13-14 "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein."

Wie schon bei früheren Betrachtungen (etwa "Stellung der Gemeinde") stellen wir hier wieder fest, daß die Berufung der Gemeinde zugleich die Berufung jedes einzelnen Gliedes der Gemeinde ist. Aber so wie die Funktion eines Gliedes erst in der Gemeinschaft des Leibes zum Tragen kommt, so ist es auch mit der Berufung des einzelnen Christen. Er ist in die Gemeinde hineingestellt, um dort und von dort aus seine Berufung auszuleben. Dazu hat der Herr jedes Glied begabt - mit den Gaben des Heiligen Geistes. 1.Kor 12,11 "Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will." Jeder von uns hat eine Gabe, die zur Erfüllung unserer Aufgabe gegeben wurde - und das in der Gemeinschaft der Gläubigen, in der Gemeinde. 1.Kor 12,7 "In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller," Längst muß uns klar geworden sein, daß wir mit diesem letzten Abschnitt ein sehr aktuelles Thema angeschnitten haben - geht es doch um die biblische Darstellung von: Mission - Gemeindebau - Gaben Ein Überblick über die Kirchen- und Missionsgeschichte und vor allem über die verschiedenen Strategien läßt uns ahnen, wie viele Mißverständnisse und Verirrungen in bezug auf die göttliche Berufung der Gemeinde möglich sind. Auch wir wollen uns unserer subjektiven Überzeugung, der Beeinflussung durch Tradition und der Gefahr der Vermischung mit weltlichen Prinzipien bewußt sein und uns in Demut dem Geist Gottes und dem Wort Gottes zur ständigen Korrektur und

Orientierung unterstellen.

1. Der Auftrag an die Gemeinde Die göttliche Berufung der Gemeinde für heute ist, in der Welt zu leben. Dabei orientieren wir uns in drei Richtungen. Unser Auftrag richtet sich: nach oben - Gott zu verherrlichen nach außen - die Welt zu evangelisieren nach innen - die Gemeinde zu bauen Sobald obige Reihenfolge vertauscht wird, gerät der Auftrag aus dem Gleichgewicht. Es kommen dann Überbetonungen, ja Extreme vor, die geistlich ungesund sind. Wir finden sie als Durchgangsstadien in einzelnen Gemeinden, als Kennzeichen bestimmter Denominationen und Missionsgesellschaften oder als Merkmal bestimmter Epochen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Deutschland der soteriologische Aspekt stark in den Vordergrund gestellt. Alles drehte sich um Evangelisation. Dabei ging es oft nur um die Rettung einzelner Menschen. Dadurch wurde aber der Gemeindebau vernachlässigt. 20-30 Jahre später scheinen wir, dem anderen Extrem verfallen zu sein und betonen den ekklesiologischen Auftrag zu stark. Alles scheint sich bis heute um das Thema "Gemeinde" zu drehen. Hätten wir die jungen dynamischen Kirchen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas nicht, würde die Zahl der Christen in der

Welt zurückgehen. Wir wollen deshalb den theozentrischen Auftrag der Gemeinde betonen. Es geht um Gott und Seinen Auftrag an die Gemeinde - und damit um Sein Wort an die Gemeinde, die Bibel.

a) Gott verherrlichen Gott ver-"herr"-lichen können wir auch so formulieren: Gott als Herrn anerkennen, Ihn anbeten und Ihm dienen. Dies ist die vornehmste Berufung der Gemeinde. Bereits jetzt sollen wir Gott anbeten: aufgrund Seines ewigen Liebesplanes (Eph 1,3-5) Eph 1,6 "zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten." aufgrund der Erlösung (V. 7), der Einsicht in Seinen Willen (V.9) und des Erbes (V. 11) Eph 1,12 "damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben." aufgrund der Ausrüstung mit dem Heiligen Geist Eph 1,14 "welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit." Diese Anbetung Gottes wird in alle Ewigkeit stattfinden: Eph 3,21 "Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde

und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen." Auch die Gaben und Aufgaben in der Gemeinde haben als Ziel die Verherrlichung Gottes: 1.Petr 4,9-11 "Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes; wenn jemand predigt, daß er's rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, daß er's tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen." Joh 15,8 "Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger." Unser geistliches Leben bedarf an dieser Stelle immer wieder einer Korrektur. Die Verherrlichung Gottes wird oft durch Aktivismus mit horizontalen und Materialismus mit egoistischen Zielen verdrängt. Wir betonen deshalb noch einmal: wir wollen unsere Berufung theozentrisch verstehen und ausleben, d.h. wir unterstellen uns Gott, wir stellen uns Ihm zur Verfügung, wir beschäftigen uns mit Ihm. Gott sucht wahre Anbeter! Joh 4,23 "Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben." Mission und Gemeindebau enden mit dem irdischen Auftrag der Gemeinde - nicht aber die Anbetung Gottes: Offb 4,10 "fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da

lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen:" Offb 5,14 "Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an." Offb 7,11 "Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an" Gottes Verlangen ist befriedigt, wenn wir Ihn anbeten allerdings gilt: Joh 4,24 "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." Durch die ganze Bibel können wir diesen Auftrag Gottes an Sein Volk (Israel und die Gemeinde) verfolgen. Nach den Aussagen des NT nun auch einige Belege des AT als Beispiele: 2.Mose 4,31 "Und das Volk glaubte. Und als sie hörten, daß der Herr sich der Israeliten angenommen und ihr Elend angesehen habe, neigten sie sich und beteten an." 2.Mose 34,8 "Und Mose neigte sich eilends zur Erde und betete an" Josua 5,14 "Er sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des Herrn und bin jetzt gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach zu ihm: Was sagt mein Herr seinem Knecht?" 2.Chr 7,3 "Und alle Israeliten sahen das Feuer herabfallen und die Herrlichkeit des Herrn über dem Hause, und sie fielen auf ihre Knie mit dem Antlitz zur Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem Herrn, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit ewiglich währt."

Wahre Anbetung hat Folgen: Hiob und Jesaja erkannten angesichts der Größe und Herrlichkeit Gottes ihre eigene Sündhaftigkeit. Hiob 42,5-6 "Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche." Jes 6,5 "Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen, denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen." Anbetung - Betrachtung Gottes - ist der biblische Weg zur Umgestaltung unseres Lebens in das Ebenbild Christi: 2.Kor 3,17-18 "Der Herr ist Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." Reinigung von Sünde und Umgestaltung in das Bild Jesu Christi sind aber nach Joh 15 Voraussetzungen zum Fruchtbringen. Joh 15,8 "Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger." Frucht ist Gottes Absicht in der Schöpfung. Pflanzen, Tiere und Menschen sind zur Fruchtbarkeit bestimmt: 1.Mose 1,11-12 "Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es

geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war." 1.Mose 1,22+28 "Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. [...] Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht." Fruchtbarkeit hat mit Vermehrung zu tun - deshalb die enge Verbindung zu unserem nächsten Abschnitt: Die Welt evangelisieren!

ANREGUNG: Wie können wir Anbetung lernen? Wir brauchen eine biblische Schau, eine Entscheidung, es zu tun, und Zeit dafür - sowohl im persönlichen Leben als auch in Familie und Gemeinde. Eine grundsätzliche Hilfe ist, Psalmen zu beten. Beim Lesen der Bibel stellen wir uns die Frage: Was sagt der Text über Gott? (Häufig lesen wir rein anthropozentrisch:Was hat der Text mir zu sagen?). b) Die Welt evangelisieren Wir verweisen hier auf die großen Gebiete der Missionstheologie und der Missionsstrategie, die im

Missionsunterricht ausführlich behandelt werden. Jesus Christus als das erhöhte Haupt der Gemeinde setzt Seinen Dienst durch Seinen Leib fort. Lk 19,10 "Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Warum treiben wir Mission? Weil Jesus der einzige Retter der Welt ist! Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden." Unser Herr hat die Evangelisation ausdrücklich befohlen: Röm 16,26 "nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden." Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Dabei haben wir die Welt nicht zu bekehren, sondern zu evangelisieren.

(1) Evangelisation

Eigentlich ist die Gemeinde Träger der Evangelisation durch die in ihr vom Geist Gottes begabten Evangelisten. Apg 21,8 "Am nächsten Tag zogen wir weiter und kamen nach Cäsarea und gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm." Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer," 2.Tim 4,5 "Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus." Deshalb stellt sich eine Gemeinde durch Vernachlässigung der Evangelisation gegen die "Missio Dei". Das besondere Charisma des Evangelisten könnten wir wie folgt definieren: das Heil für Nichtglaubende zeitgemäß interpretieren die Gemeinde zum missionarischen Leben und Handeln motivieren. ANREGUNG: An dieser Stelle lohnt es sich, Artikel 4 und 6 der Lausanner Verpflichtung (1974) zu überdenken. Sie wurde fortgeführt in Manila (1991) - Lausanne II. "4. Wesen der Evangelisation Evangelisieren heißt, die gute Nachricht zu verbreiten, daß Jesus Christus für unsere Sünden starb und von den Toten auferstand nach der Schrift und daß Er jetzt

die Vergebung der Sünden und die befreiende Gabe des Geistes allen denen anbietet, die Buße tun und glauben. Für Evangelisation ist unsere Präsenz als Christen in der Welt unerläßlich; ebenso eine Form des Dialogs, die durch einfühlsames Hören zum Verstehen des anderen führt. Evangelisation ist ihrem Wesen nach die Verkündigung des historischen, biblischen Christus als Heiland und Herrn. Ziel ist es, Menschen zu bewegen, zu Ihm persönlich zu kommen und so mit Gott versöhnt zu werden. Wer die Einladung des Evangeliums ausspricht, darf nicht verschweigen, daß Nachfolge etwas kostet. Jesus ruft alle, die Ihm nachfolgen möchten, auf, sich selbst zu verleugnen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und sich mit Seiner neuen Gemeinschaft zu identifizieren. Das Ergebnis der Evangelisation schließt Gehorsam gegenüber Jesus Christus, Eingliederung in Seine Gemeinde und verantwortlichen Dienst in der Welt ein. (1.Kor 15,3-4; Apg 2,38; Joh 20,21; 2.Kor 4,5; 5,11+20; Apg 2,47; Mk 10,43-45) 6. Gemeinde und Evangelisation Wir bekräftigen, daß Jesus Christus Seine erlöste Gemeinde in die Welt sendet, wie der Vater Ihn gesandt hat. Das erfordert, daß wir ebenso tief und aufopfernd die Welt durchdringen. Wir müssen aus unseren kirchlichen Ghettos ausbrechen und in eine nichtchristliche Gesellschaft eindringen. Bei der Sendung der Gemeinde zum hingebungsvollen Dienst steht Evangelisation an erster Stelle. Die Evangelisation der Welt verlangt, daß die ganze Gemeinde der ganzen Welt das ganze Evangelium bringt. Die Gemeinde bildet die Mitte des weltumfassenden Planes Gottes und ist Sein auserwähltes Werkzeug zur Verbreitung des Evangeliums. Eine Gemeinde, die das Kreuz predigt,

muß selber durch das Kreuz geprägt sein. Eine Gemeinde wird zum ernsthaften Hindernis der Evangelisation, wenn sie das Evangelium preisgibt, in keinem wirklich lebendigen Verhältnis zu Gott steht, die Menschen zu wenig liebhat und ihr auch in jeder Hinsicht, einschließlich Werbung und Finanzangelegenheiten, Lauterkeit fehlt. Die Gemeinde ist nicht so sehr Institution als vielmehr die Gemeinschaft des Volkes Gottes und darf mit keiner bestimmten Kultur, keinem sozialen und politischen System, keiner von Menschen gemachten Ideologie gleichgesetzt werden. (Joh 17,18; 20,21; Mt 20,19-20; Apg 1,8; 20,27; Eph 1,9-10; 3,9-11; Gal 6,14+17; 2.Kor 6,3-4; 2. Tim 2,19-21; Phil 1,27)"

Das Ziel jeder Evangelisation sollte die Bildung neuer oder die Vergrößerung bereits bestehender Gemeinden sein. Das Ziel jedes Gemeindebaues sollte Mission sein. Der Herr sagt: Mt 5,13-14 "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein." Salz und Licht wirken nur, indem sie sich auflösen. Selbsterhaltung führt automatisch zur Unfruchtbarkeit. Mt 16,25 "Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden." Joh 12,24 "Wahrlich, wahrlich: ich sage euch: Wenn

das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht." Selbsterhaltung ist bei vielen Gemeinden der "Tod im Topf" - auch im Leben einzelner Christen. Unsere Verantwortung ist groß. Der Herr hat uns nicht weniger als die Evangelisation der ganzen Welt anvertraut. Er wird einst nicht weniger von uns fordern. Wenn wir die ersten Gemeinden studieren, dann wird etwas von dem Missionsfeuer offenbar, obwohl auch dort schon der Heilige Geist mahnend eingreifen mußte.

(2) Mission Evangelisation und Mission sind zwei Aspekte des einen Geschehens. Während der Begriff "Evangelisation" den Schwerpunkt auf den Inhalt (das Evangelium) legt, bezeichnet "Mission" eher die Art und Weise: gesandt in die Welt. Auch wenn in manchen Kreisen heute Evangelisation und Mission getrennt werden, stellen wir fest, daß die erste Gemeinde keinen Unterschied kannte. So wollen auch wir Mission nicht in Innen- und Außenmission aufspalten. Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." Das gesamte Missionsprogramm einer Gemeinde ist schon im NT zu finden. Missionare: Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes

empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." Apg 13,2-3 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen." Apg 14,26 "Und von da fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo sie der Gnade Gottes befohlen worden waren zu dem Werk, das sie nun ausgerichtet hatten." Missionsunterstützung und -bericht: Phil 4,15-16 "Denn ihr Philipper wißt, daß am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein. Denn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt für meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal." Missionsgebet: Röm 15,30 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mir kämpfen helft durch alle Gebete für mich zu Gott," Kol 4,3 "Betet zugleich auch für uns, daß Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin," Missionsschüler: Apg 16,1-3 "Er kam auch nach Derbe und Lystra und siehe, dort war ein Jünger mit Namen Timotheus, der Sohn einer jüdischen Frau, die gläubig war, und eines griechischen Vaters. Der hatte einen guten Ruf bei den Brüdern in Lystra und Ikonion. Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen, und er nahm ihn und beschnitt ihn

wegen der Juden, die in jener Gegend waren; denn sie wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war." Selbst "modernste" Missionsmethoden, wie etwa Teamarbeit oder Mannschaftsevangelisation waren zur Zeit des Paulus üblich. So arbeitete er mit mind. zehn Mitarbeitern in Ephesus und Umgebung.

Wir betonen folgende Aussagen zur Mission: Eine missionierende Gemeinde ist eine lebendige Gemeinde -eine lebendige Gemeinde ist ein missionierende Gemeinde. Mission ist der Auftrag Gottes an die Gesamtgemeinde (Leib Jesu Christi). Deshalb kann sie nicht an einzelne Personen delegiert werden. Mission ist Lebensfunktion der Gemeinde. Mission ist Haltung und nicht nur gelegentliche Handlung. Wir sind nicht Missionare, weil wir missionieren, sondern wir missionieren, weil wir Missionare sind. ANREGUNGEN: Zusammenwirken von Missionar und Gemeinde: Apg 11,25-26+30; 13,1-4; 14,26-27; 15,13+40; 18,22. Der Missionar beherrscht nicht die Gemeinde. Die Gemeinde bestimmt nicht den Missionar. Die Sendung des Missionars erfolgt durch den Heiligen Geist: Apg 13,1-4. Die Gemeinde wählte nicht die Missionare, sie sandte sie auch nicht. Sie gab ihnen auch keinerlei Auftrag oder Anleitung (Apg 14,27). Die Initiative ging von den Missionaren aus in einer

"Missions"versammlung: Apg 15,36. So trifft Paulus der Missionar - die Entscheidung, wieder "auszureisen". Andere Beispiele: Philippus (Apg 8,29), Petrus (Apg 11,12), Paulus (Apg 16,7+10). Die Trennung zwischen Missionsgesellschaften und Gemeinden hat bedenkliche Folgen gehabt: gemeindelose Missionsgesellschaften missionslose Gemeinden Die interdenominationellen Missionen leiden mehr darunter. Dieses Problem überträgt sich auch auf die "Missionsgemeinden". Mission darf nicht aufgespalten werden in "Heimatbasis" und "Feld". Die beiden müssen immer ineinander fließen. Eine Aufteilung in Heimat Muttergemeinde - und Feld - Tochtergemeinde - ist biblisch nicht nachvollziehbar. Missionsgemeinden werden automatisch wieder missionierende Gemeinden. Finanzen und Mitarbeiter kamen auch aus den Missionsgemeinden (Phil 2,25; Phil 4,15; Röm 15,24; vgl. alle Mitarbeiter des Paulus). Paulus spricht offen über finanzielle Bedürfnisse (1.Kor 9,1-18). Paulus verlor sich nie nur in Gemeindearbeit und löste sich nie von Gemeindearbeit zu nur Missionsarbeit (Apg 19,10). Paulus glaubte, daß Gemeindebau von innen heraus wächst und nicht von außen importiert wird. Deshalb war er so erfolgreich im Gründen selbständiger Gemeinden. Zu dem mit vielen Spannungen befrachteten Thema: Evangelisation - soziale Aktion nur so viel: in der Schrift finden wir keinen Gegensatz, keine Spannung. Lehre und Leben fließen ineinander. Es gibt aber Prioritäten: Mt 6,33; Mt 16,26; 1.Tim 2,1.

Artikel 5 der Lausanner Verpflichtung läßt eine Deutung auf ein soziales Übergewicht zu, obwohl man um Ausgewogenheit bemüht ist: "5. Soziale Verantwortung der Christen Wir bekräftigen, daß Gott zugleich Schöpfer und Richter aller Menschen ist. Wir müssen deshalb Seine Sorge um Gerechtigkeit und Versöhnung in der ganzen menschlichen Gesellschaft teilen. Sie zielt auf die Befreiung der Menschen von jeder Art von Unterdrückung. Da die Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, besitzt jedermann, ungeachtet seiner Rasse, Religion, Farbe, Kultur, Klasse seines Geschlechts oder Alters, eine angeborene Würde. Darum soll er nicht ausgebeutet, sondern anerkannt und gefördert werden. Wir tun Buße für dieses unser Versäumnis und dafür, daß wir manchmal Evangelisation und soziale Verantwortung als sich gegenseitig ausschließend angesehen haben. Versöhnung zwischen Menschen ist nicht gleichzeitig Versöhnung mit Gott, soziale Aktion ist nicht Evangelisation, politische Befreiung ist nicht Heil. Dennoch bekräftigen wir, daß Evangelisation und soziale wie politische Betätigung gleichermaßen zu unserer Pflicht als Christen gehören. Denn beide sind notwendige Ausdrucksformen unserer Lehre von Gott und dem Menschen, unserer Liebe zum Nächsten und unserem Gehorsam gegenüber Jesus Christus. Die Botschaft des Heils schließt eine Botschaft des Gerichts über jede Form der Entfremdung, Unterdrückung und Diskrimierung ein. Wir sollen uns nicht scheuen, Bosheit und Unrecht anzuprangern, wo immer sie existieren. Wenn Menschen Christus annehmen, kommen sie durch Wiedergeburt in Sein Reich. Sie

müssen versuchen, Seine Gerechtigkeit nicht nur darzustellen, sondern sie inmitten einer ungerechten Welt auch auszubreiten. Das Heil, das wir für uns beanspruchen, soll uns in unserer gesamten persönlichen und sozialen Verantwortung verändern. Glaube ohne Werke ist tot. (Apg 17, 26+31; 1.Mose 18,25; Jes 1,17; Ps 45,7; 1.Mose 1,26-27; Jak 3,9; 3.Mose 19,18; Lk 6,27+35; Jak 2,14-26; Joh 3,3+5; Mt 5,20; 6,33; 2.Kor 3,18; Jak 2,20)".

c) Die Gemeinde bauen Jesus Christus sagt, daß Er Seine Gemeinde bauen will. Er tut es durch Seinen Geist und Seinen Leib. Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Jud 20 "Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben, und betet im heiligen Geist," Gott gab der Gemeinde: Eph 4,11-12 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden," Sein Ziel ist: Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi," Seine Methode, das Ziel zu erreichen, ist:

Eph 4,16 "von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe." (1) Verbindliche Zugehörigkeit Alle Gläubigen sollen in der Gemeinde ein geistliches Zuhause finden. Apg 2,44+46 "Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. [...] Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen" Apg 4,32 "Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam." Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi," Vgl. auch: Gal 3,27-29 "weder - noch" Jak 2,1-6 alle Sozialschichten Tit 2,1-10 alle Altersgruppen Wir haben in Deutschland viele Gläubiggewordene, die nicht in eine Gemeinde integriert wurden - manche wollen es auch nicht. Dadurch entziehen sie sich und der Gemeinde Segen. Die Funktion, die durch das Gliedsein am Leibe Jesu ausgeübt werden könnte,

kommt nicht zum Tragen. Für das Sich-nicht-Integrieren in eine biblische Gemeinde gibt es viele Gründe: es gibt keine biblische Gemeinde in der Umgebung oder zumindest keine, die gefällt es gibt nur eine "Gemeinschaft" (= nicht biblische Gemeinde) - vielleicht noch mit völlig unverbindlicher "Mitgliedschaft" es gibt Spannungen und sogar unbereinigte Sünde in der vorhandenen Gemeinde kirchliche Tradition hindert den Eintritt in eine biblische Gemeinde (die oft freikirchlicher Prägung ist) man ist durch eine nicht gemeindeintegrierte Organisation gläubig geworden und hat dort auch Weiterführung erfahren. Eine landauf und landab beobachtete Not ist die Spannung zwischen Jungen und Alten. (Wie viele nicht gemeindeintegrierte Jugendarbeiten, Jugendkreise, Teestuben usw. gibt es!): das Generationsproblem überträgt sich auch auf die Gemeinde (bis zu drei Generationen leben nebeneinander), der technische Fortschritt, das so ganz andere Bildungssystem, die Hektik im Terminkalender usw. lassen das Verständnis der Alten für die Jungen oft zu kurz kommen, die Tradition (oft unbegründbar), die eingefahrene Form, die Absolutheit der eigenen Erfahrung bis hin zur Ichbezogenheit verhindern das Miteinander von Jung und Alt. Alte müssen wissen, daß nur graues Haar noch keinen Ältesten macht - Junge müssen wissen, daß ein Auto

mit nur Gaspedal ins Unglück rast (eine Bremse zur richtigen Zeit betätigt, rettet und bewahrt). Mal 3,24 "Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage." Die Gemeinde soll Ort der Geborgenheit sein für Arme, für gesellschaftlich Verachtete, für Schwache usw. Nach 1.Kor 1,26-27 und der Erfahrung in Kirchen- und Missionsgeschichte wächst Gemeinde unter diesen Menschen zahlenmäßig am schnellsten. 1.Kor 1,26-27 "Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist." Lk 4,18 "Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, daß sie frei sein sollen, und den Blinden, daß sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen," Gemeindebau besteht darin, daß die sogenannten "Randsiedler" hineingenommen werden in den Schoß oder Kern der Gemeinde. Jede Gemeinde kennt solche Randsiedler. Am Rande lebt man gefährlich. Röm 14,1"Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen." Röm 15,1"Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben."

Gal 6,1 "Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest." 1.Thess 5,14 "Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann." ANREGUNG: Wie kann obengenanntes Ziel erreicht werden? Bewährt haben sich Hauskreise, wobei Hauskreisleiter verantwortlich sind für die sogenannten Randsiedler oder für die "Schwachen". (2) Persönliche Heiligung Das geistliche Leben des einzelnen Gemeindegliedes soll gefördert werden. Bedenken wir, daß die meisten Briefe des NT, die die Gläubigen zur Heiligung und zum Dienst anspornen, an Gemeinden geschrieben sind. Es gehört zur Weisheit Gottes, daß Er für unsere Heiligung (=geistliches Wachstum) den Gemeinderahmen gewählt hat. Beachten wir die Kapitel über Seelsorge und Gemeindezucht. Der Einzelne in der Gemeinde soll seinem Zustand nach werden, was er seiner Stellung nach schon ist.

1.Kor 6,11 "Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes." Hebr 12,14 "Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird." Alles, was wir sind, müssen wir erst werden - und alles, was wir werden, sind wir schon. Der Gläubige versteht sich zwar als vollkommen in Christus, aber er ist noch nicht vollendet. Deshalb muß, will und kann er geistlich wachsen. Wenn das einzelne Mitglied wächst, wächst auch die Gemeinde. Was aufhört zu wachsen, fängt an zu verwesen! Joh 3,30 "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen." 1.Kor 15,58 "Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." Eph 4,15 "Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus." 2.Thess 1,3 "Wir müssen Gott allezeit für euch danken, liebe Brüder, wie sich's gebührt. Denn euer Glaube wächst sehr, und eure gegenseitige Liebe nimmt zu bei euch allen." 1.Tim 4,15 "Dies laß deine Sorge sein, damit gehe um, damit dein Fortschreiten allen offenbar werde." 2.Petr 3,18 "Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten! Amen." Die Verkündigung des Wortes Gottes in der Gemeinde

muß in die Wirklichkeit des modernen Lebens hinein erfolgen. Dabei wollen wir deutlich zwei Gefahren sehen: wir predigen Wort Gottes ohne Bezug zum Alltag und bauen ein Ghetto für Gläubige in dieser Welt. wir nehmen unsere Maßstäbe aus Welt und Gesellschaft, predigen Situationsethik und verweltlichen damit. Gemeindebau bedarf der prophetischen Verkündigung des Wortes Gottes an den Menschen unserer Zeit. Die Gemeinde soll in bezug auf die Qualität des geistlichen Lebens wachsen.

(3) Zahlenmäßiges Wachstum Die Gemeinde soll nicht nur in bezug auf ihre geistliche Qualität, sondern auch in bezug auf die Quantität wachsen. Anders formuliert: Die Gemeinde soll zahlenmäßig wachsen. So verschweigen die Schreiber des NT nicht das Wachstum der Gemeinde aus Furcht vor Stolz oder Größenwahn. Apg 2,41+47 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. [...] und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden." Apg 6,7 "Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam." Die Apostelgeschichte spricht von einem zahlenmäßigen Wachstum sowohl der Gemeindeglieder

als auch der Anzahl der örtlichen Gemeinden: Apg 1,15 120 2,41 3000 hinzugefügt 4,4 5000 Männer 5,14 "Desto mehr aber wuchs die Zahl derer, die an den Herrn glaubten - eine Menge Männer und Frauen -," 6,7 "... Zahl der Jünger wurde sehr groß..." 9,31 "So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des heiligen Geistes." 16,5 "Da wurden die Gemeinden im Glauben gefestigt und nahmen täglich zu an Zahl." 21,20 "Als sie aber das hörten, lobten sie Gott und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, wieviel tausend Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz." Die Qualität des evangelistischen Einsatzes mißt sich auch an der Quantität. Geistliches Wachstum in der Apostelgeschichte wird u.a. mit Zahlen gemessen. Zahlen allein sind natürlich nicht maßgebend. Aber im Zusammenhang sind Zahlen geistlich zu werten, denn "Gott will, daß allen Menschen geholfen wird.". Normales Wachstum geschieht durch Zellteilung, nicht durch unbegrenztes Wachstum schon vorhandener Zellen. Das Wachstum der einzelnen Zelle über einen bestimmten Punkt hinaus ist ohne Teilung krankhaft.

ANREGUNGEN: Ist Apg 8,1ff ein Eingreifen Gottes, um eine Zerstreuung

der "Megagemeinde" Jerusalem zu bewirken? Kann auch eine "Megagemeinde" eine Art Zellteilung durchführen? - "Untergemeinden", Hauskreise usw. Betrachten Sie verschiedene Gemeindeteilungsmodelle mit dem Ziel von Gemeindegründungen Daß die Gemeinden wuchsen, war einerseits Gottes Wirken durch Seinen Geist, aber andererseits geschah es durch den Gehorsam der Gläubigen. Das Wachstum war bedingt durch bestimmte Grundsätze: Apg 2,41-42 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." Apg 2,46-47 "Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauteren Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden." ANREGUNGEN: Studieren Sie die Apostelgeschichte und die Briefe, um festzustellen, ob das Beispiel der Gemeinde in Jerusalem (s.o.) sich auf andere nt'liche Gemeinden anwenden läßt. Wenn wir von Wachstum sprechen, müssen wir in der lokalen Gemeinde unterscheiden zwischen:

"biologischem Wachstum" (die Kinder der Gemeindeglieder wachsen in die Gemeinde hinein.) "Wachstum durch Zuzug" Wohnortwechsel oder Gemeindewechsel - also schon Gläubige werden in die Gemeinde integriert "Wachstum durch Evangelisation" 2. Die Ausrüstung für die Gemeinde Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Heilige Geist und die Gaben des Geistes. Hier verweise ich auf die Pneumatologie, spezielle Themenstudien oder eigene Ausarbeitung (je nach Semester-Aufgabe) .

3. Die Verheißung an die Gemeinde Die Gemeinde wird nicht die Welt bekehren. Sie wird auch nicht die Welt erobern noch irgendeine einflußreiche, geachtete Stellung in der Endzeit einnehmen. Im Gegenteil, sie wird verfolgt, es wird keinen Raum mehr für sie geben. Sie wird aber siegreich entrückt werden. Für die Erdenzeit gilt die Verheißung unseres Herrn: Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforte der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Dieses Kapitel wird in der Eschatologie ausführlich behandelt. Wir erwähnen es hier nur der Vollständigkeit halber.

Die Feindschaft zwischen der Welt und der Gemeinde (angesagt in 1.Mose 3,15) wird eines Tages zu Ende sein. Christus, das Haupt der Gemeinde, wird wiederkommen und Seine Gemeinde zu sich holen. Wir nennen das "Entrückung und 1. Auferstehung": 1.Thess 4,16-18 "Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit." Der Dienst der Gemeinde in dieser Welt wird belohnt und wir werden über unserem Auftrag zur Rechenschaft gezogen werden. Das ist das Preisgericht. 2.Kor 5,10 "Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse." Anschließend findet die Hochzeit des Lammes statt: Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet." Gekrönt werden wir mit dem Herrn auf diese Erde zurückkehren, um das Friedenrsreich für 1000 Jahre aufzurichten. Wir werden mit dem Herrn herrschen: Offb 20,4-6 "Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um desZeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die seinZeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und

regierten mit Christus tausend Jahre. Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre." In alle Ewigkeit wird die Gemeinde ein Zeugnis zur Ehre des Herrn sein: Eph 3,21 "dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen." Wir dürfen unseren Blick aufrichten zum Herrn und uns freuen über unsere gewaltige Berufung. Er sagt uns zu: Lk 12,32 "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben."

Exkurs: Die Rolle der Frau in der Gemeinde

Wegen der Aktualität dieses Themas - nicht zuletzt, weil die Hälfte unserer Bibelschüler weiblichen Geschlechts sind - sei mir (meine persönliche Überzeugung) ein etwas ausführlicher Exkurs erlaubt.

1. Die Frau im AT Im AT ist der Mann der Verantwortliche

in der Familie in der Öffentlichkeit im Gottesdienst Die Frau ist abhängig vom Vater vom Mann vom Sohn So lesen wir beispielsweise: 4.Mose 30,4-6 "Wenn eine Frau dem Herrn ein Gelübde tut und sich zu etwas verpflichtet, solange sie im Hause ihres Vaters und ledig ist, und ihr Vater hört von ihrem Gelübde und ihrer Verpflichtung, die sie sich auferlegt hat, und er schweigt dazu, so gelten alle ihre Gelübde, und jede Verpflichtung, die sie sich auferlegt hat, soll auch gelten. Wenn aber ihr Vater ihr's verwehrt an dem Tage, da er's hört, so gilt das Gelübde und die Verpflichtung nicht, die sie sich auferlegt hat, und der Herr wir ihr gnädig sein, weil ihr Vater es ihr verwehrt hat." Gleiches gilt im Verhältnis Ehemann - Ehefrau (4.Mose 30,7-16). Dabei war sie geliebt 1.Sam 1,5+8 "Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb, obgleich der Herr ihren Leib verschlossen hatte. [...] Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?" geachtet Spr 23,22"Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat,

und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird." gelobt Spr 12,4 "Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone; aber eine schandbare ist wie Eiter in seinem Gebein." Spr 18,22"Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt im Herrn." Ihre Verantwortung war, Mutter und Hausfrau zu sein. Spr 31,10-31 s.d. Ihr oblag die Beaufsichtigung des Gesindes und der Sklaven. Oft wird gesagt, daß das AT frauenfeindlich sei. Ein großer Irrtum! ("Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt!") Der Schutz, den das alttestamentliche Gesetz der Frau bot, war in der damaligen Zeit einmalig (z.B. in Blick auf Vergewaltigung, Ehescheidung, usw...). Erst nach der babylonischen Gefangenschaft schlug das pharisäische Judentum einen frauendiskriminierenden Weg ein. So finden wir später folgende Aussagen: "Die Frau ist in jeder Hinsicht geringer als der Mann" (Josephus: c.Ap. 2,24); "Die Zeugenaussage einer Frau soll wegen der Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit ihres Geschlechtes nicht anerkannt werden!" (Josephus: Antiq. IV.8,15) und Rabbi Jehuda lehrte (t.Berakh. 7,18): "Drei Lobsprüche muß man an jedem Tag sprechen: Gepriesen sei Gott, daß er mich nicht als Heiden geschaffen hat! Gepriesen, daß er mich nicht als Frau geschaffen hat! Gepriesen, daß er mich nicht als Unwissenden geschaffen hat!" Wie anders ist doch die hohe Wertschätzung der Frau im AT und NT!

Auch am Gottesdienst des AT nahmen die Frauen teil: Opfer bringen 3.Mose 12,6 "Und wenn die Tage ihrer Reinigung für den Sohn oder für die Tochter um sind, soll sie dem Priester ein einjähriges Schaf bringen zum Brandopfer und eine Taube oder Turteltaube zum Sündopfer vor die Tür der Stiftshütte." Teilnahme an Opfermahlzeiten 1.Sam 1,4-5 "Wenn nun der Tag kam, daß Elkana opferte, gab er seiner Frau Peninna und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch. Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb, obgleich der Herr ihren Leib verschlossen hatte." vom Heiligen essen 3.Mose 22,11-13 "Wenn aber der Priester einen Sklaven für Geld kauft, so darf der davon essen. Und der Sklave, der ihm in seinem Hause geboren wird, der darf auch von seiner Speise essen. Wenn aber des Priesters Tochter die Frau eines Mannes wird, der nicht aus einer priesterlichen Sippe ist, so soll sie nicht von der heiligen Opfergabe essen. Wird sie aber eine Witwe und kehrt zurück in ihres Vaters Haus, so darf sie essen von ihres Vaters Speise wie in ihrer Jugend. Aber kein Fremder soll davon essen." Dienst vor der Stiftshütte 2.Mose 38,8 "Und er machte das Becken aus Kupfer und sein Gestell auch aus Kupfer von den Spiegeln der Frauen, die vor der Tür der Stiftshütte Dienst taten." Gebet im Tempelvorhof 1.Sam 1+2 Die Trennung in einen Männer- und einen Frauenvorhof gab es erst nach der babylonischen Gefangenschaft.

Gott offenbarte sich auch zuerst Frauen und erst dann ihren Männern: Ri 13,4-5 "So hüte dich nun, Wein oder starkes Getränk zu trinken und Unreines zu essen; denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister." So überrascht es nicht, von Frauen zu lesen, die in besonderer Weise von Gott gebraucht wurden: 2.Mose 15,20 "Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken und Reigen." Mirjam war eine Prophetin; außerdem leitete sie die Frauen im Gesang und Reigen zum Lobpreis des Herrn. Deborah war Richterin und Führerin. Barak lehnte die von Debora angebotene Führerposition ab und wurde dafür bestraft. Ri 4,14ff "Debora aber sprach zu Barak: Auf! Das ist der Tag, an dem dir der Herr den Sisera in deine Hand gegeben hat, denn der Herr ist ausgezogen vor dir her. So zog Barak von dem Berge Tabor hinab und die zehntausend Mann ihm nach..." 2.Kön 22,14-20 die Prophetin Hulda Es gab allerdings auch falsche Prophetinnen: Hes 13,17 "Und du, Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Töchter deines Volks, die aus eigenem Antrieb als Prophetinnen auftreten, und

weissage gegen sie" ANREGUNG: Obwohl Frauen im AT aktiv im Gottesdienst des Volkes mitwirken (2.Mose 15,20f; Ps 68,26), finden sich keine Priesterinnen in Gottes Tempel. Der Priesterdienst ist den Männern vorbehalten, obwohl in den Israel umgebenden Ländern und Religionen Priesterinnen üblich waren. 2. Die Frau im NT In Jesu Dienst finden wir keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Sein Ruf gilt allen: Mt 11,28 "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Die Frauen gehören auch zu der Nachfolgeschar unseres Herrn und nehmen natürlich auch an Seiner Unterweisung teil. Lk 8,2-3 "dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben böse Geister ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe." Lk 10,39+42 "Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. [...] Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden." Der Herr Jesus hatte keinen Anteil an der

frauenfeindlichen Haltung der Pharisäer und Schriftgelehrten. Er unterwies auch Frauen und sogar die Samariterin (Joh 4). Rabbi Elieser hingegen lehrte: "Wer seine Tochter die Torah lehrt, ist wie einer, der sie Ausschweifung lehrt!" (b.Sot. 3,4). Ganz bewußt setzte sich der Herr Jesus über diese Schranken Seiner Zeit hinweg. Umso auffallender ist daher, daß Er nur männliche Apostel in den Kreis der Zwölf rief! Im übrigen NT wird dem erlösten Menschen die Schöpfungsordnung wieder gezeigt. Der Mann ist das Haupt der Frau, sie ist dem Mann untergeordnet. 1.Kor 11,3 "Ich lasse euch aber wissen, daß Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi." Eph 5,23 "Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat." Eph 5,22 "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn." Die Frau ist aber vor jeglichem Mißbrauch der Autorität des Mannes geschützt. Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben," 1.Petr 3,7"Desgleichen, ihr Männer, wohnt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren die Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden." Die innere Haltung der Frau bestimmt ihr äußeres Auftreten. Die Schönheit der Frau ist das innere Wesen, nicht die Äußerlichkeiten.

1.Petr 3,3-4 "Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes: das ist köstlich vor Gott." Spr 11,22"Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase." 3. Die Frau in der Gemeinde Beachten wir, daß heute leider meist nur darüber gesprochen wird, was eine Frau nicht darf. Sie darf alles außer leiten!!

a) gleichwertig Gal 3,26+28 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. [...] Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus." Röm 16,1"Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist," 1.Kor 7,15 "Wenn aber der Ungläubige sich scheiden will, so laß ihn sich scheiden. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gebunden in solchen Fällen. Zum Frieden hat euch Gott berufen." 1.Kor 9,5 "Haben wir nicht auch das Recht, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen wie die andern Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?" Philem 2 "und an Aphia, die Schwester, und Archippus,

unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem Hause:" b) erfüllt mit dem Heiligen Geist Apg 2, 16-18 "sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 'Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen." Apg 8,12 "Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen." Apg 8,15-16 "Die kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist." c) Anteil an den Gaben 1.Kor 12,11 "Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will." 1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren." Apg 21,9 "Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen

und weissagten." d) beten und weissagen 1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren." e) diakonische Dienste Röm 16,1-2 "Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist, daß ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht; denn auch sie hat vielen beigestanden, auch mir selbst." f) Zeugen der Auferstehung auf Jesu Befehl Joh 20, 17-18 "Spricht Jesus zu ihr: Rühre micht nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt." Mt 28, 7-8 "und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, daß er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und

großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen." g) Verbot des Lehrens 1.Tim 2,12 "Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still." aber: Tit 2,3-5 "desgleichen den alten Frauen, daß sie sich verhalten, wie es sich für Heilige ziemt, nicht verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben. Sie sollen aber Gutes lehren und die jungen Frauen anhalten, daß sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, besonnen seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verlästert werde." Apg 18,26 "Er fing an, frei und offen zu predigen in der Synagoge. Als ihn Aquila und Priszilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus." 2.Tim 1,5 "Denn ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiß, auch in dir." 2.Tim 3,15 "und daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus." h) Schweigegebot in der Gemeinde 1.Kor 14,34-35 "Wie in allen Gemeinden der Heiligen

sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden." aber: 1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren." Die Frau soll keine Stellung einnehmen, die Leitung oder Aufsicht über Männer einschließt. 1.Petr 3,1-8 s.d.

ANREGUNGEN: Wir beziehen Stellung dagegen, daß ein in der Gesellschaft verändertes Rollenverständnis zu einer Uminterpretierung der biblischen Aussagen führen soll. In Röm 16,1 wird eine Diakonisse, Phöbe, genannt. Ob der Diakonissendienst eine ständige Einrichtung war, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Wenn ja, dann gibt es dafür keine Anhaltspunkte, daß sie ledige Schwestern sein mußten, die ein Versprechen abzulegen hatten, daß sie nicht heiraten würden. In 1.Tim 3,11 sehen Ausleger entweder ebenfalls Diakonissen oder aber die Frau des Diakons. Gleichwertigkeit bedeutet nicht gleiche Aufgabenstellung! Eine Gabe des Heiligen Geistes bedeutet nicht die Berufung zu einem bestimmten Amt. Gaben können an

unterschiedlichsten Orten eingesetzt werden. 4. Die 5 Gruppen von Frauen im NT a) Alte Witwen 1.Tim 5,5 "Das ist aber eine rechte Witwe, die allein steht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und beharrlich fleht und betet Tag und Nacht." b) Junge Witwen 1.Tim 5,14 "So will ich nun, daß die jüngeren Witwen heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen, dem Widersacher keinen Anlaß geben zu lästern." c) Alte Frauen Tit 2,3 "desgleichen den alten Frauen, daß sie sich verhalten, wie es sich für Heilige ziemt, nicht verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben. Sie sollen aber Gutes lehren" d) Junge Frauen Tit 2,4-5 "und die jungen Frauen anhalten, daß sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, besonnen seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verlästert werde."

e) Ledige 1.Kor 7,34 "Und die Frau, die keinen Mann hat, und die Jungfrauen sorgen sich um die Sache des Herrn, daß sie heilig seien am Leib und auch am Geist; aber die verheiratete Frau sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefalle."