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Was ist denn großartig passiert am Freitag, könnte man provokativ Fragen.

Es sind 12
0+ Menschen gestorben 300+ teils lebensgefährlich verletzt worden. Und das wars. W
as zur Hölle wie das wars? Ja das wars. Aber lasst mich erklären warum ich zu so ein
er provokativen Äußerung fähig bin (bin mal gespannt wieviele Leute bis hierhin bzw. w
eiter lesen und nicht schon das flamen angefangen haben): Was ist eigentlich Ter
rorismus? (ganz wichtig: es gibt einen Unterschied zwischen Terror - der von obe
n, also von Staaten verübt wird - und Terrorismus, der von unten, also NICHT staat
lichen organisationen verübt wird) Das Ziel einer jeder terroristischen Vereinigun
g ist es, das bestehende System zu stürzen und durch ihr eigenes zu ersetzten. Dab
ei greift diese organisation auf Gewalt zurück, sei sie nun psychisch oder pysisch
und versucht im Zuge dieser Gewaltanwendung Angst und Panik zu verbreiten. Nehm
en wir jetzt die Ereignisse vom Freitag: es sind Menschen gewaltsam zu tode geko
mmen, es herrscht Angst in ganz Europa. Aber wovor haben wir/ihr denn eigentlich
Angst? Habt ihr Angst auf ein Konzert zu gehen weil ihr Opfer eines Attentats w
erden könntet? Ich kann euch beruhigen, die Chance im Lotto zu gewinnen ist um ein
vielfaches höher als die chance Opfer eines terroristischen Angriffes zu werden.
Und doch sind am Freitag Menschen getötet worden. Wankt deshalb die Demokratie in
Frankreich? In Deutschland? Nur durch die Angriffe selbst? Nein. So tragisch der
Tod dieser Menschen ist, so wenig verändert er. Markus Söder schmettert: "Paris änder
t alles". Dabei sollte es viel mehr heißen: Paris ändert gar nichts! Leute die nach
den Angriffen nach mehr Polizei, nach mehr "Sicherheit", nach mehr Überwachung sch
reien, spielen den Terroristen nur in die Hände, denn genau das ist es was sie wol
len. Terrorismus funktoniert nach der sogenannten Aggressions-Repressions-Spiral
e, ein Prinzip das aus der anarchistischen Theorie entliehen ist. Was besagt die
se Spirale? Am Anfangt steht die Aggression, ausgehend von den Terroristen. Dies
e Aggression ist z.b. Paris am Freitag Abend. In der Ideologie der Terroristen i
st die französische bzw. die westliche Welt (was auch immer diese westliche Welt i
st) eine Ansammlung von Sündern und Ungläubigen die die wahren Gläubigen unterdrückt. Na
ch den einem Attentat erfolgt die Reaktion/Repression Seitens der Betroffenen, i
n unserem Falle der französischen Regierung bzw. der europäischen Gemeinschaft. Und
wie hat Frankreich reagiert? Es hat einen Krieg ausgerufen, es hat mit Luftschläge
n in Syrien reagiert. (Ob bei diesen Luftschlägen Zivilisten getroffen wurden inte
ressiert niemanden.) Und damit verhängt es Repressionen gegen den IS und die Terro
risten und spielt diesen damit in die Hände, denn auf einmal wird es deutlich das
die französische/europäische Regierung tatsächlich diese repressive, unterdrückende, aug
enscheinlich "moslemfeindliche" Regierung ist. Damit legen die Terroristen den G
rundstein um noch mehr junge Männer anzuwerden und zu potentiellen Attentätern zu ma
chen. Was also wäre die angemessene Reaktion auf das Attentat in Paris? ZDF Neo ha
t es schön in Worte gefasst: Das Leben weiter leben, lieben, feiern, dem Terror(is
mus) den Mittelfinger zeigen (und Arschloch denken - Fuck them! wie John Oliver
so treffend sagte.) Aber wie soll man das verkaufen - das nicht reagieren? Hätte n
iemand über das Attentatberichtet, wäre es die größte Schmach für die Terroristen gewesen,
die man sich vorstellen kann. Stell dir vor es passiert ein Attentat und keiner
schaut hin. Das wäre die ideale, unmittelbare Reaktion: Wir müssen ihnen zeigen das
wir uns nicht unterkriegen lassen! Das wir immer noch frei sind! Geht weiter fe
iern, geht weiter ins Kino, geht weiter auf Konzerte! Zeigt ihnen euren Mittelfi
nger und sagt ihnen: FUCK YOU! Aber schmeißt nicht Bomben auf Syrien. Das gießt nur Öl
ins Feuer. Ich selber, ich habe keine Angst.Nicht einmal so ein bisschen. Und w
ir quartieren demnächst Asylbewerber bei uns ein. Ich werde sie Willkommen heißen un
d ihnen zeigen, das sie hier sicher sind, das sie keine Angst zu haben brauchen,
nachts von einer Drohne getötet zu werden. Genau jetzt ist es umso wichtiger eine
offene, und freundliche Willkommenskultur aufrecht zu halten und den Menschen z
u zeigen, das wir sie (Muslime oder Asylbewerber im Allgemeinen) nicht verantwor
tlich machen für das was passiert ist. Denn wenn jmd. für Paris verantwortlich ist,
dann sind das unsere Politiker die junge Männer in Banlieus und Vorstadtghettos si
ch selbst überlassen haben.