Frage der Ehre?

Ein Werkstattbericht über die „Ursachen“ des 1. Weltkrieges
Armin Heinen

Inhalt
1 Einleitung
1.1 Zeitgeschichtsforschung als Versuch, Distanz herzustellen
1.1.1 Geschichte, die nicht vergeht
1.1.1.1 Der Beginn des Ersten Weltkrieges, der Legitimationsbedarf zwischenstaatlicher
Gewalt und die Anfänge der modernen Zeitgeschichtsschreibung - Eine Flut von
Publikationen
1.1.1.2 Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts
1.1.1.3 Kriegsschulddebatte
1.1.1.4 Ein im August 1914 unerwarteter Krieg
1.1.1.5 Zahlreiche Quellen in vielen Sprachen und das Fehlen wichtiger Dokumente
1.1.1.6 Vergangenheit als beunruhigender Spiegel der Gegenwart
1.1.1.7 Größe, Ehre, Nation – fremde Gefühle
1.1.1.8 Kampf um angemessene geschichtswissenschaftliche Herangehensweisen
1.1.2 Hoffen auf die Experten
1.2 Geschichtsarbeit
1.2.1 Die doppelte Bedrohung innovativer Forschung durch Geschichtspolitik und
Expertenkultur
1.2.2 Methode als Chance niedrigschwelliger geschichtswissenschaftlicher Forschung
1.2.2.1 Schrittweises Vorgehen
1.2.2.2 Der Zwang zur narrativen Kohärenz als häufige Ursache für den Verzicht auf neue
Leseweisen und Interpretationsangebote
1.2.2.3 Herstellung von Distanz durch kritische Kenntnis der Forschung und systematische
Befragung der Quellen
1.2.2.4 Einlesen, Monographien auswerten, Forschungsüberblick gewinnen, die Quellen zum
Sprechen bringen – Die richtige Reihenfolge, die angemessenen Verfahren der
Auswertung und das Betreten neuer Pfade
1.2.3 Das „heimische Arbeitszimmer“ und die „öffentliche Diskussion unter Fachleuten“ als
„Orte“ des „geschichtswissenschaftlichen Labors“: die Folgen
1.3 Selbstbeobachtung
1.3.1 Vom Ungenügen klassischer Einführungen in die Geschichtswissenschaft und der Chance,
das eigene forschende Tun zu beschreiben
1.3.2 Die „Ursachen des Ersten Weltkrieges“ als Testfall für das ertragreiche Einarbeiten in ein
Forschungsthema – Selbstversuch
1.3.3 Drei Stadien der wissenschaftlichen Arbeit, die Verschränkung der Arbeitsphasen und die
Notwendigkeit eines aufgeklärten Pragmatismus
1.3.4 Ich-Leser – Selbstaufklärung durch Selbstkritik
1.4 Fazit: Der Aufbau des Selbstlernversuchs und dessen narrativen Brüche
1.4.1 Arbeitsschritte – Vom Einlesen bis zur geschichtstheoretischen Einordnung
1.4.2 Textsorten: Interpretationsangebote, Analysen, Begründungen
1

4 Additives und strukturiertes Schreiben: Die Stärken und Schwächen der englischsprachigen und französischsprachigen Wikipediabeiträge 2.3.3 Geschichtswissenschaft als Beweisführung 2.1.1.5 Lesen als Aneignung 2.1.1.4.1. um den eigenen Gedankengang zu präzisieren 3.3.1 Was einen guten Artikel auszeichnet 2.1.3. Ein Gegenmodell 2.1 Fritz Fischers „Krieg der Illusionen“ (1969) 2.1.2 Die Herausforderungen einer narrativ angelegten Darstellung für den Leser 2. Kriegspolitik der Falken und die Fehlkalkulation der Reichsleitung 2.4 Jürgen Angelows "Der Weg in die Urkatastrophe" (2010).3 Handeln im Wahn.1.3.1 Ein langer Essay 2.4 Geschichtswissenschaft als Erzählung 2.1 Argumente 2 . Handbücher 2.3.3. Gesellschaftsgeschichte. Kulturgeschichte – Zugänge zur Geschichte und deren Vermischung 2.1.1 Ein Angebot der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung: Kritischer Blick auf Deutschland 2.2 Erste Übersicht 3.1.2.4 Fazit: Der Nutzen systematischen Einlesens 3 Forschungsüberblick gewinnen 3.3.4.1 Präzise Thesen und Überschriften 2.3.3.4.1.1 Der Nutzen von Tabellen 2. einordnen.2.1 Vorbereitung 3.2 Historismus.1. das Ringen um Weltmachtstellung.1. Über das falsche Lernen aus der Geschichte 2.3.3. gliedern.2 Die Wikipedia – ein Blick auf die Forschungsdiskussion nach dem Gedenkjahr 2.1 Richtig klicken 2. umformulieren.1.Über die verschiedenen Arten.3 Immer noch deutschsprachige Literatur.2.2.3.1 Neue „Fischer-Kontroverse“? 2.1 Exzerpte erstellen als Mittel der Aneignung und Distanzierung gegenüber den Ursprungstexten 3.2 Ein europäischer Blick auf die Ursachen des Ersten Weltkrieges 2.3.2 Überschriften formulieren.1.2. Geschichte zu schreiben 2.3 Geschichtswissenschaft als komplexe Strukturanalyse 2.2.3.3.2.2 Ergebnisse und Lücken 4 Die Deutungsansätze überblicken 4.3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 2.2.2 Verspätete Großmacht.3 Zu Papier bringen.1 Zahlreiche Forschungsberichte und deren Fragestellungen 3. korrigieren – Schreiben als Prozess 3.1.2.2 Christopher Clark – Die Schlafwandler (2012). neuschreiben.3.3 Deutschsprachige Literatur 2.2.2 Texte inspizieren: Fachenzyklopädien.1.3.1 Ein (von Deutschland) absichtsvoll herbeigeführter sozialimperialistischer Krieg 4. aber nützliche Hilfsmittel 2.2.1.2 Einlesen: Sachverhalte klären und ein Gespür für Argumente entwickeln 2.3.1 Das Internet nutzen 2. Strukturanalyse 2.2 Ein geplanter Hegemonialkrieg 2.2 Der Krieg als Folge gesellschaftlicher und kultureller Ungleichzeitigkeit 2.3 Monographien .1.

2.2.3 Zeitnot 4.3.2.2.3.2.2 Krieg als Entscheidung von Menschen 4.2. das Lernen von Disziplin und ein aufregendes Leben 4.2 Verhinderte Autokraten.2.4 Überlagerung von Tradition und Moderne.3.2.4.3.1 Schicke Uniformen.4.4.3.2 Der August 1914 als Resultat fundamentaler Ungleichzeitigkeiten des internationalen Systems 4.1.3.2.2.3.2 „Verfassungskrise“ der außenpolitischen Entscheidungsverfahren 4.2.1.2.2 Globalisierung und das Bemühen um Entspannung als Ursache von Zweifeln 4.1 Krieg als Lawine? 4.3 Systemische Irrationalität als Folge von gesellschaftlichen Konflikten und Modernisierungsbrüchen in den beteiligten Staaten 4.4.3 Deutungskraft und offene Fragen 4.3.2.2.1.2.2.2.3 Einengung der Handlungsmöglichkeiten durch nationalisierte Öffentlichkeiten? 4.3.1.2.2.2.4 Offene Kulturen.2 Außenpolitische Gründe für Ängste und Zukunftspessimismus 4.2.1 Unsichere Allianzen 4.2.2.1.3 Rüstungswettlauf 4.2.1.4.5 Europa im sozialen Umbruch und die Folgen für Diplomatie.2.1 Überlagerung diskreditierter und unerprobter Handlungsebenen 4.4.3. Die Ursachen der aggressiv-imperialen Diplomatie um 1900 4.2.1 Selbstorganisierte Kritikalität 4.ein Hauptgrund für den Ersten Weltkrieg? 4.2. Machtdenken und pathogene Lernprozesse 4. schwache Kaiser und militärische Zwänge 4.3.4 Gewalt als Ausweg 4.2.2.2.1 „Generationenbruch“ – Von den Diplomaten des europäischen Großmachtsystems zu heroisch denkenden nationalistischen Akteuren der Außenpolitik 4. mentale Verhärtungen und die Erfahrung der „Schicksalsgemeinschaft“.2.4.2.3 Politisch aufgeputschte Öffentlichkeiten als Katalysatoren der Krise in 3 .2.1 Ungeordneter Kampf zwischen „Falken“ und „Tauben“ 4.4.2.2.1 Yellow Press 4.1 Statt Mächtegleichgewicht Hochimperialismus und sich verhärtende Bündnisstrukturen 4.2.2 Gegenpositionen und Bilanz 4. Staat und Gesellschaft.2 Ungelöste gesellschaftliche Modernisierungskonflikte als Grund für eine verhärtete Außenpolitik 4.4.2.2 Systemwandel.2.4.2.7 Drei verschiedene Blankoschecks für eine „harte Serbienpolitik“ 4.4.2.2.2.2 West-östliche Barbarenbilder 4.3 Fehlen kritischer Diskursstrukturen zur Rationalisierung der Diskussion 4. Die kulturellen Ursachen des Ersten Weltkrieges 4.3.2 Widersprüchliche Vorstellungen vom Krieg und zeitliche Fenster für den Krieg 4.4 Überforderung durch geopolitischen Strukturbruch und veränderte außenpolitische Gepflogenheiten 4.2. Stärken und Schwächen des gesellschaftsgeschichtlichen Ansatzes 4.2.3 Negative Lernprozesse 4.2.2.3 Der deutsche Nationalmythos .1 Nur Ausschnitte aus einem bunten Dasein 4.1 Zunehmende Unsicherheit 4.2.6 Balkanisierung der Großmächtepolitik 4.2 Vertrauensverlust 4.2 Schattierungen des Militarismus in Europa und die Narrativen des Krieges 4.4.1.5 Serbien – ein „unberechenbares Glied“ im internationalen System 4.

2 Ein ungeplanter Krieg 5 Die Quellen – Die Vielfalt möglicher Bedeutungen erschließen 5.2 Schritte zur Interpretation der Quellen 5.1.5. Jahrhundert 6.3.1 Quellenkritik . Untergangsbereitschaft und die Auslösung des Ersten Weltkrieges 6.4 Krise der Ehrvorstellungen 4 .4.4.3 Die Bedrohungsgefühle der männlichen Nationsvertreter und die konfliktverschärfende Sprache der Diplomaten 4.6 Die verhärtete Kultur der Wenigen. sondern unterschiedliche hermeneutische Zugangsweisen 5.4 Zeitalter der Nervosität 4.5 Julikrise: Zufälle.2.3 Die Praxis der Quellenauswertung und einige theoretische Überlegungen 5. Dezember 1912 als Beispiel für eine „multi-hermeneutische“ Quelleninterpretation 5.3 Verhängnisvolle Verzahnung rational nachvollziehbarer Fehlperzeptionen und falscher Entscheidungen 4.1.4. mehrschichtige Repräsentationen 5. Fehlkalkulationen.“ 6. aber wenn der Kampf sich bietet.2 Das Handwerk der Quellenauswertung 5.Ostmitteleuropa 4.2 These: „Ehre“ als Handlungsmotiv in der Julikrise 1914 6. Juli 1914 6.1 Pragmatismus und notwendige Genauigkeit 5.3 Die Ehre der Nation 6.4 Überforderung durch die Offenheit der Situation und unterschiedliche Zeitlogiken 4.2 Zu viele Optionen im Juli 1914 4.4 Fazit: Historisches Urteilen als Resultat methodischen Herangehens und Fragens 6 Eine Frage der Ehre? Die „archaischen“ Wurzeln des Ersten Weltkrieges 6.5.1 1913: Konkreter Aufbruch und diffuse Angst 4.1 Definition: Quellen als gebrochene.1.3.1 Die Julikrise als Folge ungesteuerter sozialer Prozesse 4.3.3.die Suche nach der „wahren“ Überlieferung 5.3 Nicht eine Hermeneutik.4.3.4.2 Die Topoi des nationalen Ehrdiskurses 6. Der Wandel der Ehrvorstellungen von der frühen Neuzeit zum bürgerlichen Zeitalter 6.1 Quellenanalyse 6.3.4.5.3. dürfen wir nicht kneifen.1 „Ich will keinen Präventivkrieg.1 Verkettung von Zufällen 4.1.1 Innere und äußere Ehre. Überforderung und Zeitnot 4.4.1.4.1.2.2 Die Sprache der Ehre 6.4. die Lebenswelt der Vielen und die Angst als Bindeglied dazwischen 4.3 Die Herausforderung der nationalen Ehre als Legitimation für Gewaltandrohung.2 Forschungen zum Ehrbegriff im 19.5.2 Verhärtete Gendervorstellungen und die Bewunderung für den Tatmenschen 4.3.4 Der „Kriegsrat“ vom 8.5 Augustängste 4.2.5.3 Sprachverwirrung – Überforderung der Akteure im komplizierten Spiel der Ehre 6.2.5.2.2 Mehrdimensionalität als wichtiges Kriterium für die Erfassung des Quellenmaterials 5.1 Sprechen über nationale Ehre.

3 Identitäsbehauptung und Ehrverteidigung als zentrale Motive für die Auslösung des Ersten Weltkrieges – Versuch eines integrierenden Erklärungsansatzes 5 .2.2.4 Fazit: Der Erste Weltkrieg und die Erfahrung der Unehrenhaftigkeit der Ehre 7 Sprachhandeln im „sozialen Mehrebenensystem“ – Warum so viele verschiedene Deutungen zu den Ursachen des Ersten Weltkrieges möglich sind 7.2.2 Grenzen des Erklärens sozialen Verhaltens 7.2.2 Deutungsangebote 7.1 Der Weg der Argumentation bisher . Ehre und die Überlagerung der Handlungsmotive 7.2 Sozialwissenschaftliche Zugriffe: Identitätsverteidigung.6.2. viele sich ergänzende Perspektiven 7.2.1 Über das Leben in mehreren sozialen Welten gleichzeitig und die Folgen 1914 7.1 Sprachwissenschaft: Die Bündelung der Diskurse und die Herstellung von deren Kohärenz 7.Wenige Widersprüche.