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Ulrich Robbe Diplom-Psychologe PROGNOSTIX -

München, den 26. Oktober 1990

wie von Murach (1989) über 'Würfeln oder Wissenschaft' in der Prognosestellung Anlaß zum Aufgreifen dieser Metapher des Magiers/ Sehers/Druiden:

EIN BLIND WÜRFELNDER SEHER, WISSENSCHAFTLICH WAHRSAGENDER DRUIDE IM MASSREGELVOLLZOG ? Zur Entscheidungsmatrix bei Vollzugslockerungen.* "Bei diesem Spiel riskiert man, alles zu verlieren und nichts, aber auch gar nichts anderes statt dessen zu finden! Man riskiert, in einem Meer von Spekulationen unterzugehen, die dem westlichen Geist fremd sind, oder unter einer Kasse von Informationen begraben zu werden, die man in ihrer wirklichen Bedeutung und Tiefe nur schwer fassen kann. " (Markale 1988, 267)

Abbildung l

Sag eine Zahl zwischen I und XII!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte diesen Vortrag mit einem Zitat von Nietzsche l einleiten: "Diese wollen Würfel spielen und jene wollen Rechnen und Zählen und jene wieder wollen immer Wellen und Tänze der Wellen sehen sie nennen' s Wissenschaft und schwitzen dabei. Aber es sind Kinder, die ihr Spiel wollen. Und wahrlich, ec ist eine schöne Kinderei, und etwas Lachen würde dem Spiel nicht schaden. " (Duerr 1985, 30) Sie sehen, das Thema des Würfeins in der Wissenschaft kommt nicht von ungefähr. Zudem gaben der Artikel von Steadman (1983) über 'Art, magic and science', Kunst, Magie und Wissenschaft also, scDarüber hinaus bot die (kritische? verballhornende?) Verarbeitung des Maßregelvollzugs in einem Comic der Lucky-Luke-Reihe (Goscinny und Morris 1988; s.a. Schafer-Eikermann 1989) vorbildlich Möglichkeiten der wissenschaftlich-ernsthaften wie spielerisch-kreativen 2 Behandlung eines solchen Arbeits- und Forschungsfeldes an . Zu dieser Untersuchung selbst: Prognosestellungen im Maßregel Vollzug wurden von-Rasch (1985; 1986) der Kriterienreduktion geziehen, wobei er ein Überprüfen anhand einer "Checkliste" vorschlug und die Mehrdimensionalität der zu berücksichtigenden Kriterien forderte. Dies sähe dann wie folgt aus (s. Abbildung 2):

* Vortrag auf der 5. Forensischen Herbsttagung der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für .-Methoden und Dokumentation in der Forensischen Psychiatrie AGFP München, .26. ÜB .27. Oktober 1990.

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Abbildung 2 Basierend auf diesen Vorgaben wurde im Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt unter Mitwirkung von Herrn Rasch ein sogenannter Beurteiiungsbogen erarbeitet, anhand dessen seit 1985 anläßlich definierter Lockerungsschritte eine prognostische Einschätzung durch das Behandlungsteam auf der Grundlage deliktdynamischer, diagnostischer, problembezogener, persönlichkeitsstruktureller, therapeutischer und alltagsorientierter Kriterien vorgenommen wird. Der Beurteiiungsbogen selbst enthält neben den Basisdaten des Patienten 45 Einzelfragen meist in Form einer Ratingskala, die sich auf die obengenarmten Dimensionen beziehen. Eine revidierte Form des Beurteilungsbogens wurde durch den Westfälischen Arbeitskreis 'Maßregelvollzug', bestehend aus Mitarbeitern des Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt und der Universität Bielefeld, einer Evalulation unterzogen. Ich berichtete hierüber an dieser Stelle auf der Herbsttagung des letzten Jahres (Kobbe 1989b; s. a. Kobbe 1989a und Pollähne 1989). Einbezogen wurden die Beurteiiungsbogen von n = 202 gemäß § 63 StGB im Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie untergebrachten Patienten, wobei ich Ihnen zunächst die Ergebnisse bezüglich der Entscheidungsstruktur im Rahmen der Vollzugslockerungen berichten will. Dies erscheint insofern bedeutsam, als ja auch bei mehrdimensional erhobenen Daten bzw. in Ratings eingeschätzten Patienteneigenschaften keinerlei Gewähr dafür gegeben ist, daß nicht - unwissentlich - dennoch eine Kriterienreduktion im Rahmen der Lockerungsentscheidung

stattfindet. Denn Unauffälligkeit des Patienten, formale Anpassungsleistung im Verhalten und Bereitschaft zur Zusammenarbeit lassen ja keineswegs ohne weiteres den Rückschluß auf eine Abnahme der Gefährlichkeit zu, ebensowenig wie der unbegueme, gegen die Zwangs Unterbringung opponierende, die Behandlung in Frage stellende Patient per se als gefährlich betrachtet werden darf . Die statistische Untersuchung ergab in der multiplen Regression (SPSS ) mit der Zielvariable ' Lockerung' folgende Matrix: Tabelle l Multiple Regression: .. Zielvariable Lockerung in 3 Abstufungen (n BETA . 549300 . 300487 .252411 .174875
-. 121887

159)

SIG T . 0000 . 0000 .0001 .0055
. 0331

VARIABLE Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen Therapeutische Beziehung Keine medikamentöse Behandlung Nichtorganische Psychose (derzeit. Diagnose)
Sexualdelikt mit Gewalt (Deliktart)

-. 121818 -. 114516

. 0361 .0422

Teilnahme Einzelgespräche Straftaten bei Entweichungen

Signifikanzniveau (Abbruchkriterium) PIN = 0.05 Bestimmtheitsmaß für erklärte Streuung: r = 0 . 5467 BETA: standardisierter Regressionskoeffizient (Einflußstärke) Aus der Tabelle läßt sich ersehen, daß erwartungsgemäß das Erreichen bzw. erfolgreiche Durchlaufen einer Lockerungsstufe im sogenannten Stufenmodell der Institution mit Abstand am stärksten bei der Entscheidung über (eine) weitere Lockerung(en) berücksichtigt werden. Darüber hinaus jedoch wird die Entscheidung - wie ersichtlich - durch persönlichkeitsspezifieehe bzw. theorapie(fortschritt Jbezogene Kriterien bestimmt, nämlich positiv durch die therapeutische Beziehung, den Ausschluß medikamentöser Behandlung, die Diagnose einer nicht organischen Psychose und negati-v durch die Beachtung sexueller Gewaltdelikte, die Teilnahme an Einzeige-

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sprächen sowie die Frage nach Straftaten bei Entweichungen. Hierbei verwundert zunächst, daß die Teilnahme an Einzelgesprächen eine negative Einflußgröße ist. Zur Erklärung folgende Vermutungen: - Erfahrungsgemäß erhalten Patienten, die als gefährlich und/oder schwer gestört eingeschätzt werden, ein höherfreguentes/regelmäßiges Gesprächsangebot als andere, was zur zweiten Erklärung führt, - nämlich daß durch den intensiveren Gesprächskontakt ein größeres bzw. detaillierteres Wissen über den Patienten und eventuell problematische ("deliktrelevante") Persönlichkeitsanteile existiert und diese Patienten folglich kritischer beurteilt werden (können) als andere; andererseits kann es hierdurch u.U. - wie beispielsweise von1 Rasch berichtet (Rasch 1985, 311) - zu einer Oberschätzung der Gefährlichkeit kommen; - bei Patienten, die beurlaubt oder entlassen werden sollen, sind regelmäßige Einzelgespräche u. U. nicht mehr indiziert, sondern werden nur noch bei Bedarf geführt. Der Westfälische Arbeitskreis ' MaßregelVollzug' stellte so in seinem Abschlußpapier (1991a; s.a. 1991b) fest, daß "im ganzen (...) jedoch nicht von einer Kriterienreduktion im obengenannten Sinne gesprochen werden (kann): innerhalb der relevanten Dimensionen Tat, Krankheit/Persönlichkeit, Verhalten im Vollzug (...) - erscheint die Lockerungspraxis durchaus mehrdimensional begründet. Jenseits des formalen Stufenmodells stehen dabei Persönlichkeitsund Therapiekriterien im Vordergrund" (S. 20); vgl. auch Pollähne (1990) und Kobbe (1990). Dennoch bleibt die Frage nach dem, was sich hinter der Variable 'Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen' verbirgt, bestehen. Was also bedeutet .der, was beeinflußt den Erfolg einer vorhergehenden Lockerung? Im Rahmen einer explorativen und theoretischen Arbeit (Kobbe 1991) mit partiell sozialpsychiatrischer Fragestellung (vgl. Wulff 1970b) bot sich mir an die obengenannte Untersuchung anschließend und über'die Fragestellung des Evaluationsporoj ekts

hinausgehend eine statistische inhaltliche Klärung an . Die multiple Regression (SPSS ) mit der Zielvariablen 'Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen' ergab folgendes Resultat: Tabelle 2 Multiple Regression: Zielvariable Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen (n = 159) BETA .273445 -.222043 . 209636 . 205305 .189042 . 183752 .165385 . 149121 . 148700 SIG T .0007 .0060 .0076 .0034 .0094 . 0200 .0189 . 0412 . 0299 VARIABLE Bearbeitung der zentralen Problematik Kommunikationsfähigkeit Relevanz der Symptomatik für Delinquenz Aggressionen (zentrale Problematik) Wiederholungstat Impulskontrolle Körperliche Beschwerden Angsttoleranz Zeit seit letzter Entweichung: bis 0, 5 Jahre

Signifikanzniveau (Abbruchkriterium) PIN = 0.05 Bestimmtheitsmaß für erklärte Streuung: r = 0 . 3645 BETA: standardisierter Regressionskoeffizient (Einflußstärke) Wie aus der Tabelle ersichtlich stehen hinter dieser Zielvariable andere Variablen , die sich einmal auf die Bearbeitung und Art der zentralen Problematik des Patienten beziehen, des weiteren auf Ich-Funktionen im Kernbergschen Sinne (Impulskontrolle, Angsttoleranz und Kommunikationsfähigkeit), auf rückfallrelevante Informationen (Relevanz der Symptomatik für zukünftige Delinguenz, Wiederholungstat) sowie auf die Tatsache, daß (mindestens) ein halbes Jahr seit der letzten Entweichung verstrichen ist und keine körperlichen Beschwerden vorliegen. Der zuvor gehegt Verdacht, hier schleiche sich über ein formales Kriterium (erfolgreiche Lockerung im "Stufenmodell") dennoch maßgeblich die Anpassungsleistung des Patienten an die Struktur und die Verhaltenserwartungen der Institution ein, läßt sich so also für die-erklärten 36 & der Ziel variable weitgehend ausrä-umen!

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Vielmehr beziehen sich die obengenannten Variablen auf Parameter der Beurteilung der Persönlichkeit und ihrer Diagnostik, wie sie u. a. von Schorsch und Mitarbeitern (1982, 40) exemplarisch für die prognostische Diagnose bei Sexualstraftätern dargelegt wurden. In einem weiteren Rechenschritt war nun von Interesse, wie differenziert die Lockerungsentscheidung denn in ihrer Mehrdimensionalität getroffen wird. Die vier konventionellen Anlässe zur Erstellung eines Beurteilungsbogens sind im Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt: a) erste Verlegung von der Aufnahme- auf eine Therapiestation b) erster Ausgang in Pflegerbegleitung c) erster Ausgang ohne Begleitung
d) erste Beurlaubung gemäß § 16 Absatz 3 MRVG-NRW.

eine unzulässige Vereinfachung von Wahrsagepraktiken. Ich unterstreiche diese Einschränkungen, weil es zwar um ein Bemühen um die größtmögliche Annäherung an eine statistische ' Wahrheit' unter den gegebenen Umständen geht, weil jedoch die Forderung nach vollkommener Exaktheit in der Untersuchung menschlichen Verhaltens jeden psychologischen Wissenschaftler zur -"quantophrenen"- Sterilität verurteilen würde (vgl. Andreski 1977, 130 ff. , sowie Devereux 1967, 117)7. Auf die Darstellung der zahlreichen Variablen möchte ich auch aus Zeitgründen verzichten ; Sie können bei Interesse das Datenmaterial (s. Anhang) aber in der schriftlichen Ausarbeitung dieses 9 Vertrags einsehen . Abbildung 3

Alle 4 Maßnahmen, von denen die Verlegung nur bedingt eine Lockerung bedeutet, zielen auf unterschiedliche Freiräume/ Freiheitsgrade des Aufenthaltes in der Unterbringung ab. Sie erfordern so zumindest theoretisch - unterschiedliche Fähigkeiten, Leistungen, Eigenverantwortlichkeiten auf Seiten des Patienten, beinhalten sie doch eine Abnahme der Fremdkontrolle durch die Einrichtung und reziprok Zunahme der Eigenverantwortung/Selbstkontrolle durch den Patienter.. Dies wiederum sollte sich in einer unterschiedlichen Gewichtung der vorliegenden Beurteilungskriterien niederschlagen. Statistisch wurden experimentell als multivariate Verfahren Diskriminanzanalysen (SPSS ) mit den einzelnen beantragten Lockerungsmaßnahmen als Zielvariablen durchgeführt. Da die Aussagekraft bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von PIN = 0. 05 (Abburuchkriterium) lediglich für die Zielvariable 'Verlegung' statistisch gesichert war, wurde für die anderen drei Zielvariablen als statistische Kontrollparameter der schrittweisen Diskriminanzanalyse ein F-Wert von FIN = 1 . 0 mit einem Signifikanzniveau von PIN = 0.05 gewählt (vgl. Backhaus u.a. 1989, 210-212). So haben die folgenden Angaben deskriptiv-erklärenden und experimentellen Stellenwert, d. h. die Variablen dürfen, können und sollen nicht zukünftig als Entscheidungskriterien zur 'richtigen' Befürwortung oder Ablehnung der Lockerungsmaßnahme verwendet werden: es wäre sozusagen

Im Ergebnis läßt sich feststellen, daß differenzierte Kriteriengerüste zu erkennen sind, die sich in der ntultivariaten Analyse wie folgt zusammenfassen lassen:

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Vielmehr beziehen sich die obengenannten Variablen auf Parameter der Beurteilung der Persönlichkeit und ihrer Diagnostik, wie sie u. a. von Schorsch und Mitarbeitern (1982, 40) exemplarisch für die prognostische Diagnose bei Sexualstraftätern dargelegt wurden. In einem weiteren Rechenschritt war nun von Interesse, wie differenziert die Lockerungsentscheidung denn in ihrer Mehrdimensionalität getroffen wird. Die vier konventionellen Anlässe zur Erstellung eines Beurteilungsbogens sind im Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt: a) erste Verlegung von der Aufnahme- auf eine Therapiestation b) erster Ausgang in Pflegerbegleitung c) erster Ausgang ohne Begleitung
d) erste Beurlaubung gemäß § 16 Absatz 3 MRVG-NRW.

eine unzulässige Vereinfachung von Wahrsagepraktiken. Ich unterstreiche diese Einschränkungen, weil es zwar um ein Bemühen um die größtmögliche Annäherung an eine statistische ' Wahrheit' unter den gegebenen Umständen geht, weil jedoch die Forderung nach vollkommener Exaktheit in der Untersuchung menschlichen Verhaltens jeden psychologischen Wissenschaftler zur -"quantophrenen"- Sterilität verurteilen würde (vgl. Andreski 1977, 130 ff. , sowie Devereux 1967, 117)7. Auf die Darstellung der zahlreichen Variablen möchte ich auch aus Zeitgründen verzichten ; Sie können bei Interesse das Datenmaterial (s. Anhang) aber in der schriftlichen Ausarbeitung dieses 9 Vortrage einsehen . Abbildung 3

Alle 4 Maßnahmen, von denen die Verlegung nur bedingt eine Lockerung bedeutet, zielen auf unterschiedliche Freiräume/ Freiheitsgrade des Aufenthaltes in der Unterbringung ab. Sie erfordern so zumindest theoretisch - unterschiedliche Fähigkeiten, Leistungen, Eigenverantwortlichkeiten auf Seiten des Patienten, beinhalten sie doch eine Abnahme der Fremdkontrolle durch die Einrichtung und reziprok Zunahme der Eigenverantwortung/Selbstkontrolle durch den Patienter.. Dies wiederum sollte sich in einer unterschiedlichen Gewichtung der vorliegenden Beurteilungskriterien niederschlagen. Statistisch wurden experimentell als multivariate Verfahren Diskriminanzanalysen (SPSSX) mit den einzelnen beantragten Lockerungsmaßnahmen als Zielvariablen durchgeführt. Da die Aussagekraft bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von PIN = 0. 05 (Abburuchkriterium) lediglich für die Zielvariable 'Verlegung' statistisch gesichert war, wurde für die anderen drei Zielvariablen als statistische Kontrollparameter der schrittweisen Diskriminanzanalyse ein F-Wert von FIN = 1 . 0 mit einem Eignifikanzniveau von PIK = 0.05 gewählt (vgl. Backhaus u.a. 1989, 210-212). So haben die folgenden Angaben deskriptiv-erklärenden und experimentellen Stellenwert, d. h. die Variablen dürfen, können und sollen nicht zukünftig als Entscheidungskriterien zur 'richtigen' Befürwortung oder Ablehnung der Lockerungsmaßnahme verwendet werden: es wäre sozusagen

Im Ergebnis läßt sich feststellen, daß differenzierte Kriteriengerüste zu erkennen sind, die sich in der aultivariaten Analyse wie folgt zusammenfassen lassen:

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Die Variable 'Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen' hat bei allen Entscheidungen ein erhebliches Gewicht - dies war aufgrund der Ergebnisse in der multiplen Regression (s. Tabelle 1) bereits zu erwarten. Bei der Entscheidung über Verlegungen (n = 25 Pat. ) wird vor» Prognostix offensichtlich einmal ein Akzent auf deliktrelevante Symptomatik des Patienten gelegt, weiterhin auf seine Fähigkeiten zur Selbststeuerung in Verbindung mit Ich-Leistungen sowie auf Art. und Bearbeitung der zentralen Problematik. Die Entscheidung über den beantragten Ausgang mit Begleitung (n = 70 Pat.) setzt die Akzente ähnlich: die Art der zentralen Problematik und der für zukünftige Delinquenz relevanten Symptomatik wird detailliert berücksichtigt, ebenso die Frage krankheitsbedingter Beeinträchtigungen oder Behinderungen, hieraus resultierender Dekompensationsneigung in Verbindung mit den obengenannten Ich-Stärke-Variablen, darüber hinaus erstmals die Berücksichtigung der Straftatbedingungen und Deliktart; zuletzt wird die Frage nach der Integration in Therapie und Institution erweitert gestellt und berücksichtigt. In die Entscheidung über einen Antrag auf Ausgang ohne Begleitung (n = 43 Pat.) gehen in hohem Maße Fragen nach Deliktart und Straftatbedingungen ein; die beim Ausgang mit Begleitung berücksichtigten Fragen nach der formalen Integration in das Setting dsr Therapie und der Institution werden bezüglich der Neigung zur Entweichung oder anderen sogenannten Zwischenfällen etwas akzentuiert, wobei die Frage nach hirnorganisch, bzw. psychotisch bedingten Störungen ähnlich wie zuvor gestellt wi rd. Bei der Entscheidung über die Frage einer Beurlaubung (n = 44 Pat. ) spielt für Prognostix wieder die Frage nach der therapeutischen Beziehung eine Rolle, weiterhin die nach der Verläßlichkeit des Patienten bezüglich gravierender Reaktionen oder Straftaten bei Entweichungen; berücksichtigt werden weiterhin wie zuvor krankheitsbedingte Einschränkungen oder Einbußen, ebenso Fragen nach Deliktart oder Straftatbedingungen; Ich'Funktionen werden hur noch indirekt über die Frage nach Beziehungs- oder Selbstwertproblematik -oder verringerter Impulskontroll e als deliktrelevanter Symptomatik .berücksichtigt.

Ich habe mich bewußt auf eine explorative Untersuchung der institutionsinternen Entscheidungsmatrix beschränkt und auf eine Untersuchung der ' (ün-)Richtigkeit' der Entscheidung oder des ' (Miß-) Erfolgs' der Lockerungsmaßnahme verzichtet. Zum einen beherrschen "die in den Institutionen verkörperten Denkweisen (...) das wirkliche Verhalten" (Winch 1966, 162) derjenigen, die Ratings vornehmen und Entscheidungen über Vollzugslockerungen treffen . Zum anderen verfügen wir über keinerlei temporale Logik, so daß die Prognose als "Satz im Futur" (Ziminerle 1990) im Sinne des Altdruiden Aristoteles zu begreifen ist und formallogisch erst bei Eintreffen des Ereignisses retrospektiv und somit nicht zum Zeitpunkt der Prognosestellung falsifiziert bzw. verifiziert werden kann (vgl. Ryan 1973, 252 ff.). Ein weiterer Einwand ist, daß menschliches Verhalten schlichtweg nicht vorhersagbar ist, daß zwar die Regeln bestimmt werden können, denen das Verhalten unterliegt, wir aber nie voraussagen können, ob sich ein Individuum diesen Regeln • entsprechend verhalten wird bzw. will (s. Winch 1966, 42 f. ; Andreski 1977, 21 ff. l . Was bestimmbar ist, sind die Voraussetzungen für situationsadäguate, freie Entscheidungen des einzelnen, sprich: Ich-Stärke-Faktoren, Freiheit von störungs- oder krankheitsbedingten Beeinträchtigungen bzw. Behinderungen, Freiheit von anderen (psychosozialen, suchtmittelbedingten) Abhängigkeiten. Dieses Ergebnis widerlegt übrigens in gewisser Weise Kühl und Schumann (1989), die die Grundbegriffe -der Tiefenpsychologie für "weder in der Beobachtungssprache definierbar" noch "über sogenannte Reduktionssätze" übersetzbar halten (S. 139) - eine gewisse Operationalisierung der psychoanalytischen Konstrukte scheint mittels des Beobachtungsbogens ausreichend gelungen zu sein. Auch der von ihnen angezweifelte "empirische Gehalt klinischer Dispositionsaussagen" ist m. E. zumindest besser fundiert worden. Da Kühl und .Schumann den klinischen Prognosen auf der Basis von Fersönlichkeitseigenschaften zudem den Preis "überflüssigen Freiheitsentzugs" .zuschreiben (S.140), werde ich hierauf später noch zurückkommen.

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Im Fazit ist festzustellen, daß Hellsehen und Würfein einem differenzierten Denkansatz Platz gemacht haben, der den wissenschaftlichen Forderungen nach Mehrdimensionalität und statistischer Bestimmung der Entscheidungsregeln standhält, der also mit Magie und Willkürlichkeit in der Entscheidung nichts gemein hat, sich andererseits ebensowenig den Vorwurf "wissenschaftlichen Schamanentums" (Andreski) gefallen lassen muß. Da immer wieder von intuitiven, statistischen und klinischen Prognosen die Rede ist (vgl. Kühl und Schumann 1989; Hinz 1986; 1987), andererseits aber 'Prognosen' oder 'Voraussagen' (Vor-Aussagen) als "prinzipiell unsicher" und wissenschaftstheoretisch als mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden getroffene nicht-wissenschaftliche Aussagen von praktischem Wert (Seiffert 1970, 175-184) bezeichnet werden, möchte ich statt dessen die von Park (1974) in Anlehnung an Halliday (1969) entwickelten Kategorien der Wahrsagerei im antiken Griechenland zugrundelegen . So handelt es sich weder um eine "natürliche oder ' intuitive' " Wahrsagung ("mantike" ) noch um eine "künstliche oder 'induktive' " Vorhersage ("technike") - vielmehr liegt hier eine intermediäre "interpretative" Kategorie vor, die sich durch "die Kombination eines korrekt durchgeführten Verfahrens mit einer besonderen Sehergabe" auszeichnet und einerseits nach Tedlock (1981) "dem Verlauf von Entdeckungen in der westlichen Naturwissenschaft entspricht" (S. 163), zugleich aber auch der Geisteshaltung keltischer Druiden gleicht, die die Kunst der Metamorphose beherrschten und imstande waren, "die logozentrische Polarisation zwischen dem Logos der wissenschaftlichen Vernunft und dem Mythos des poetischen Diskurses zu vermeiden" (Kearney 1988, 40). Rasch (1986) hat dies so beschrieben, daß das Risiko eben "nicht blind und zufällig eingegangen" werde, "sondern kalkuliert" (S. 106). Dieses moderne ' Druidentum' aber entspricht dem (bei Her/m 1990 bes chri ebenen) - des keltischen Moralphilosophen, der sittliche Maßstäbe setzte und vertrat (S. 94), - des Rechtswirkers und Rechtsvollstreckers (S.230), "xlex "Vergangenheit ,und .Zukunft verwaltet". (S. .23.1,

des Repräsentanten eines "ruhenden Pols in einer wirren Welt" (S. 230), der zudem "die Lehre von der 'Unzerstörbarkeit der menschlichen Seele'" (S. 94) vertritt und als ärztlicher "Naturphilosoph" magisch anmutende "Praktiken auch mit höchst nüchternen und präzisen Berechnungen zu kombinieren" weiß (S. 225). Darüber hinaus jedoch werden Druiden auch Menschenopfer nachgejagt (vgl. Plinius d.Ä. 1987, 100, 258-259; Rutherfurd 1990, 71-81; Steiner 1988, 67-68), d.h. es geht um die Lockerungsentscheidungen, die man als 'falsch-positiv' bezeichnet und die sich nicht überprüfen lassen: die fälschlicherweise abgelehnten Vollzugslockerungen also. Mit dieser Problematik, die ja zunächst eigentlich eine statistische ist , haben sich bezüglich der Prognose im MaßregelVollzug zuletzt insbesondere Hinz (1986; 1987) und wie bereits erwähnt Kühl und Schumann (1989) auseinandergesetzt. Diesen sogenannten Beta-Fehler zu quantifizieren und. so einen Anhaltspunkt für die Güte der 'interpretativ' getroffenen oder 'klinisch' gewonnenen Entscheidung (s.o. ) zu erhalten, ließe sich auf der Basis der für die jeweiligen Beurteilungsanlässe diskrimiiianzanalytisch erstellten Rechenmoäelle (s. Tabellen 5-8) versuchen. In die Analyse der 202 Beurteilungsbogen gingen jedoch lediglich n = 11 abgelehnte Anträge auf Lockerungen ein, wobei zu berücksichtigen ist, daß n = 41 Patienten der Gesamtstichprobe keinen Beurteilungsbogen besaßen und hier bereits eine Vorauswahl von selten der Institution vorgenommen vmrde, die nicht anhand statistischer Modelle betrachtet werden kann. Wendet man die Rechenmodelle der Diskriminanzanalysen auf die Lockerungen Aus gang mit/ohne Begleitung sowie Beurlaubung (n = 9) an, so ergibt sich folgende Matrix:

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Tabelle 3 nach Rechenmodell befürwortet Ausgang mit Begleitung befürwortet abgelehnt Ausgang ohne Begleitung befürwortet abgelehnt
38 43

Tabelle 4 richtige Klassifikation Zeilensumme Befürwortungen
13 70 14

nach Rechenmodell

abgelehnt

Befürwortungen plus Ablehnungen

Ausgang mit Begleitung Aus gang ohne Begleitung Beurlaubung

81, 4 %

79, 5 %

81,4%

->

89, l %

90, 9 %

89, 4

Beurlaubung abgelehnt

40

44

In 3 von 9 Ablehnungen würde die Entscheidung auf der Grundlage der Rechenmodelle also anders getroffen werden. Inwieweit dies als Hinweis auf den Anteil falsch-positiver Lockerungsentscheidungen zu werten ist, bleibt m. E. sehr fraglich; vielmehr belegt das Ergebnis, daS sratistische Prognosen und Entscheidungen insofern schlechter sind als 25 von 135 Befürwortungen ebenfalls anders klassifiziert, nämlich abgelehnt würden. Ein solcher Prozentsatz des Alpha-Fehlers ist unverhältnismäßig hoch und angesichts des Rechtsanspruchs des Patienten auf Lockerungen, des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und insbesondere der geringer. Delinquenz von Patienten während Lockerungen (n = 5) unverantwortlich. Darüber hinaus erhält man u. U. auf diesem Wege eine paradoxe nachträgliche Veränderung der Prävalenz, eine 'retrospektive Voraussagewahrscheinlichkeit' (Retrovalenz). Die Korrektur geschieht folgendermaßen:

Zu derartigen Wahrscheinlichkeits' korrekturen' durch die Summe beider Variablen (Prävalenz plus/minus Retrovalenz) merkt Praetorius (1990) an, dies sei "im gegenwärtigen Milieu der medizinischen Wissenschaft sicherlich ein unangenehmer Gedanke. Doch er könnte dabei helfen, die notwendigen Lücken unseres Vorwissens nicht als individuelles Versagen, sondern als kreative Chance zu interpretieren" (S. 66).

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Anhang Die Tabellen 5 bis 8 geben die Resultate der zuvor genannten Diskriminanzanalysen (SPSSX) wieder. Neben den statistischen Größen Wilks' Lambda und des standardisierten Diskriminanzkoeffizienten wurden die errechneten Entscheidungsvariablen von Prognostix in eine Rangreihe von 1-9 gebracht, um einerseits die Einflußstärke der einzelnen Variablen übersichtlicher zu kennzeichnen, andererseits die Variablen auch auf den Umfang zu begrenzen, von dem angenommen werden kann, daß Prognostix sie von der Kapazität her noch gleichzeitig interpretativ und bewertend zueinander in Beziehung setzen kann Tabelle 5 Di s kri mi nanz anal ys e Zielvariable Verlegung (n = 25)
WILKS' LAMBDA VARIABLE STANDARD. DIS- RANGKRIMI KANZKOEFF. REIHE

Tabelle 6 Di s kri minanzanalyse Zielvariable Ausgang mit Begleitung (n = 70)
WILKS' LAMBDA .82362 . 78004 . 75376 . 73248 . 71728 . 68951 . 68020 . 67254 . 66473 . 65667 . 64869 . 64145 . 63269 . 62619 . 61282 . 60589 . 60017 . 59316 . 58733 . 58054 . 57918 . 57285 .56425 .55926 .55398

VARlABUä

S TAND ARD. DI S - RANG KRIMINANZKOEFF. REIHE

*Vorausgeg. erfolgreiche Lockerungen *keine medikamentöse Behandlung *Angsttoleranz *Hierarchische Absicherung der Beurt. Impulskontrolle (deliktrelev.Sympt. ) Sexualproblematik (deliktrel. Sympt. ) Impulskontrolle Aggressionen (deliktrelev.Sympt.) Therapeutische Beziehung

0.80014 0. 27066 0.51712 0.21384 -0.24265 0. 20090 0.18621 0. 24999 0.34818

.85437 *Vorausgeg. erfolgreiche Lockerungen 0. 37698 4 . 77211 *Aggressionen (deliktrelev. Sympt. ) 5 -0. 37156 . 73737 'Bearbeitung der zentralen Problematik 0. 38539 3 .70104 *Auf enthaltsdauer bei Beurteilung 0. 29452 9 1 . 66812 *Impulskontrolle -0. 46744 . 64499 *Teilnahme Einzel gespräche 6 -0. 32043 2 . 62440 *Schwere der Störung/Krankheit 0. 39773 . 50296 *Neigung zu Entweichung 0. 30999 8 . 58272 *Angsttoleranz -0. 31671 7 . 56527 "Hierarchische Absicherung der Beurt. -0. 28039 . 54834 »Aggressionen (zentrale Problematik) -0. 24011 . 53463 *Wahnthematik (zentrale Problematik) 0. 25084 . 52111 * Selbstwertprobl. (deliktrelev. Sympt. ) 0. 23584 Da die Untersuchung auch experimentellen Charakter hat, wurde diese Diskriminanzanalyse trotz der geringen Anzahl von n = 25 Beurteilungsbögen durchgeführt. Die mit * gekennzeichneten Variablen wurden bei PIN =0. 05 (Abbruchkriterium) errechnet, wobei das Modell 96,15 % der Fälle richtig klassifiziert. Die Verwendung des alternativen Parameters FIN = 1. 0 (Signifikanzniveau PIN = 0.05) ergab trotz Erweiterung des Rechenmodells um weitere 15 Variablen keine Verbesserung der Klassifizierung: 96, 15 % der .Fälle wurden -richtig gruppiert. Kanonis ehe Korrelatitanskoef fizienten: Residuelles -WliKS' iAMBDA = 0.5211067 2ahl der Ereiheitsgrade = 13 D. F, Chi-Quadra-t -Signifikanz 112Ä44 0,0000

Suchtproblematik (deliktrelev. Sympt..) 0.21168 Beziehungsstörung (zentrale Probl. ) -0. 27227 Situationsbedingte Straftat -0. 13792 Bezugspersonen: Bekannte -0.28816 Hirnorg. Störungen (derz. Diagnose) -0.31273 Psychot./hirnorgan. Symptome -0. 26756 Zahl der Entweichungen -0.27585 Regelmäßige medikamentöse Behandl. -0. 35946 Psychot. Dekompensation zu erwarten -0. 20336 Aggressionen (zentrale Problematik) 0. 21558 Kommunikationsfähigkeit -0.27961 Sexualproblematik (zentrale Probl.) 0.26611 Sexualstraftat mit Gewalt (Del.Art) -0.23577 Teilnahme Gruppengespräche 0.22920 Teilnahme Arbeits-/Besch. Therapie -0. 17951 Selbstwertprobl. (zentrale Probl.) 0.17388

Die mit * gekennzeichneten Variablen ergeben sich bei PIN = 0.05 (Abbruchkriterium), klassifizieren jedoch nur 72,53 % der Fälle richtig. Die .nachfolgenden "Variablen wurden bei FIN = 1. 0 (Signifüanzniveau .PIH = .O..D5) errechnet, wobei das Modell mit -25 "Variablen nunmehr -81,'87, ^'"der "Fäll-e richtig klassifiziert. SRoxrelatiionskoeffizienten: kesi-duell*ß •3HI3XS' LAMBDA = 0. 5539838 Zahl -äer ^Freihexts grade = 25 D. F. Cni-Quadrat = .98^ 338 Signifikanz = 0 . 0 0 0 0

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Tabelle 7 Di s kri mi nanz analys e Zielvariable Ausgang ohne Begleitung (n = 43) WILKS' LAMBDA . 90782 . 87708 . 86231 . 84462 . 82649 . 81207 . 79873 . 78938 . 77975 . 77217 . 76467 . 75762 . 74970 . 74284 . 73604 . 73024 . 72260 . 71420 . 70819 . 70297 . 69692 . 69079 . 67581 : 66971 . 66388 . 65886 . 65235 . 64657 VARIABLE STANDARD. DIS- RANGKRIMINANZKOEFF. REIHE

Tabelle 8 Di s kri mi nanz anal ys e Zielvariable Beurlaubung (n WILKS' LAMBDA . 77219 .73183 .70995 . 68980 . 66709
. 65131

44)
STANDARD. DISKRIMINANZKOEFF.
0. 58704 0. 43459

VARIABLE

RANGREIHE
" 1 3 4 2

*Vorausgeg. erfolgreiche Lockerungen *Selbstwertprobl. (deliktrelev. Sympt. ) Raub (Deliktart) Tötung (Deliktart) Bekannte Bezugspersonen.1

0. 44613 0. 32819 0. 52606 0. 66462
-0. 19444 0. 37032 -0. 16778 0. 17664 -0. 23113

*Vorausgeg. erfolgreiche Lockerungen therapeutische Beziehung *Beziehungsstörung (zentrale Probl. ) "Keine medikamentöse Behandlung "Teilnahme Einzelgespräche **Relevanz der Sympt. für Delinquenz Wiederholungstat Hierarch. Absicherung der Beurteilung Psychot. /hirnorgan. Symptome Sexualstraftat mit Gewalt (Del.Art) Fremdaggres s i onen

-0. 25126
0. 34322

-0. 45562 0. 31025
0. 19956

Keine medikamentöse Behandlung Hierarchische Absicherung der Beurt. Neigung zu Entweichungen Sexualproblematik Freiheitsstrafe • Sexualstraftat mit Gewalt (Del. Art) Teilnahme Einzelgespräch« Fremdaggressionen Gesamtverhalter, im Beobacht. Zeitraum Suchtproblem sonstiges Diebstahl Sexualdelikt (Deliktart) (Deliktart) sonstiges Gewaltdelikt (Deliktart) krankheitsbeding'te Straftat Organische Psychose (derz. Diagnose)

. 63786 . 62552 . 61469 . 60533 . 59633 . 58917 . 57837 . 57173 . 56470 . 55959 . 55446 54993 . 54853 . 54506 .54107

Zeit seit letzter Entweich. : 0, 5-1 Jahr 0. 26932 (deliktrelev. Sympt. ) 0. 25363

5
8 9

-0. 26514
-0. 26533 -0. 27565

-0. 44042
0. 56323 0. 21233 0. 35678 0. 24735 -0. 30581

7
6

Zeit seit letzter Entweich. : bis 0, 5 J 0. 30564 Straftaten (Vorkommnis bei Entweich.) -0.24490 Impulskontrolle (deliktrelev. Sympt. ) Selbstwertprobl. (zentrale Probl. ) Neigung zu gravierenden Reaktionen Schwere der Störung/Krankheit Körperliche Beschwerden Freiheitsstrafe Minderbegabung (derzeitige Dignose) Situationsbedingte Straftat -0.21359 -0.20295 -0.14390 0.23070 0. 18996 0. 16740 -0.15504
-0. 14013

0. 45523
0. 27063 0. 32257 -0. 26175 -0. 58909 -0. 49342

Wiederhol ungstat
Einzeltat Selbstwertprobl. Hirnorg. Angst t oleranz Psychot. Dekompensation zu erwarten (zentrale Probl. ) (derz. Diagnose)

Zeit seit letzter Entweich. : bis 0, 5 J.-0. 24484
0. 24489 -0. 18835

Störungen

0. 20598
-0. 18439

Die mit * gekennzeichneten Variablen ergeben sich bei PIN = 0 . 0 5 (Abbruchkriterium), -klassifizieren jedoch nur 7 8 , 0 2 % der Fälle richtig. Die nachfolgenden Variablen wurden bei FIN = 1. 0 (Signifikanznivea-u PIN = O.'OS) errechnet, wobei <das Modell mit 28 Variablen nunmehr nur noch 76, 92 % der Fälle richtig klassifiziert! Kanonische Korrelationskoeffizienten: Residuelles WILKS'LAMBDA = 0 . 6 4 6 5 6 6 5 Zahl der Freiheitsgrade = 28 D. F. Chi-Quadrat = 71. 953 Signifikanz = 0. 0000

Die mit * und ** gekennzeichneten Variablen ergeben s i c h bei PIN = 0 . 0 5 (Abbruchkriterium), klassifizieren jedoch nur 8 2 , 4 2 % der Fälle richtig. Die nach folgenden Variablen wurden bei FIN = 1. 0 ( S i g n i f i k a n z niveau PIN = 0 . 0 5 ) errechnet, wobei das Modell mit 18 Variablen nunmehr 8 4 , 0 7 % der Fälle richtig klassifiziert. Bei diesem Rechenschritt wird die mit * * gekennzeichnete Variable ' Relevanz der Symptomatik für zukünftige Delinquenz' unterdrückt; sie hatte zuvor einen positiven standardisierten Diskriminarizkoeffizienten und fungierte als positive' Einflußgröße. Kanonische Korrelationskoeffizienten: Residuelles WILKS' .LAMBDA = 0.5410750 Zahl der ."Freiheitsgrade = 20 D. F. Chi-Quadrat = 103.SO Signifikanz = 0 . 0 0 0 0

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Zusammenfassung Die Arbeit greift einen interdisziplinären Forschungsansatz des Westf. Arbeitskreises ' MaßregelVollzug' auf, der sich auf eine Gesamterhebung bei 263 gemäß § 53 StGB untergebrachten Patienten im Westf. Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt stützt und insgesamt 202 ausgefüllte Beurteilungsbögen einbezieht, die anläßlich definierter Lockerungsschritte zwischen 1985 und 1987 erstellt wurden. Über das Evaluationsprojekt wurde 1989 während-der 4. Forensischen Herbsttagung in München bereits erstmalig im Überblick referiert. In einer quasi-ethnomethodologischen Untersuchung wird anhand der Figur des Prognostix die Problematik von impliziten (Vor-)Urteilsstrukturen aufgezeigt und mittels strukturen-prüfender multivariater Verfahren des Statistical Package for Social Sciences (SPSSX) experimentell auszuleuchten versucht. In der multiplen Regression lassen sich die Entscheidungsparameter für abgestufte Lockerungsentscheidungen errechnen und in ihrer Mehrdimensionalität bestätigen. Darüber hinaus kann das einflußreiche Prognosekriterium einer bereits vorausgegangenen erfolgreichen Lockerung als Zielvariable in der multiplen Regression inhaltlich z.T. transparent gemacht und auf Problem- bzw. persönlichkeitsbezogene sowie rückfallrelevante Faktoren zurückgeführt werden. Die Entscheidung über sich sukzessiv vergrößernde Freiräume, d.h. unterschiedliche Lockerungsmaßnah&men, wird von Prognostix nach den diskriminanzanalytischen Prüfungen differenziert in unterschiedlichen Akzentuierungen bzw. Gewichtungen der Beurteilungskriterien vorgenommen. über die sich hieraus ergebenden Rechenmodelle läßt sich weiterhin versuchsweise ein quantitativer Anhaltspunkt für die ' false positives', die fälschlich für ' gefährlich' gehaltenen und somit irrtümlich nicht gelockerten Patienten, ableiten und die Unbrauchbarkeit statistischer Prognosenmethoden aufzeigen. Zusammenfassend ist es gelungen, die mehrdimensionale Entscheidungsmatrix der ' kognitiven Landkarte' von Prognostix explizit offenzulegen: er stützt sich in seinen Entscheidungen ganz wesentlich auf die klinischen (Urteils-)Fähigkeiten seines Kollegen Therapeutix und nutzt diese für sein Kalkül reflektiert als aufgefächerten Wissensschatz (s.o. ). So kommen dem blind bzw. zufällig würfelnden Seher wie dem alteingesessenen Kustodialix in PrognosePraxis und Entscheidungsprozessen nur noch marginale Rollen zu.

Fußnoten 1 Andreski merkt in seinen kritischen Betrachtungen zur Methodologie in den SozialWissenschaften an, man "sollte besser Nietzsche lesen als die laufenden Zeitschriften für Psychologie" (S. 146). Die Wahl der Seher- und Druiden-Figur lag angesichts des würfelnden Sehers und des weisen Druiden im Dorf des Asterix und Obelix (Goscinny und Dderzo 1975) nahe. Sie entsprang neben methodologisch fundierter Vorsicht (s. hierzu Fußnote 16) sicherlich auch zunächst nicht bewußten Motiven des Verfassers hinsichtlich der skeptischen Distanz zu einer weitgehend (angloamerikanischen) empiricostatistisch beherrschten Psychologie - insofern ist die analoge 'Erfindung' des Prognosrix als in seinen kognitiven Strukturen und Prozessen zu erforschende und zugleich illustrative Figur auch Ausdruck des (gallischeuropäischen) Widerstandes gegen wissenschaftskulturelle Assimilation/Kolonisierung wie wissenschaftsideologische Disziplinierung und Verarmung (vgl. De Kerckhove 1982). Wie hier mittels des Beurteilungsbogens vorgenommene intensive Gesamteinschätzungen der Persönlichkeit schließen "das Sammeln zahlreicher Daten mit ein, die sich auf die konstituionellen Eigenschaften des Probanden, sein physiologisches Funktionieren, seine Lebensgeschichte, seinen beruflichen Werdegang, seinen sozialer. Hintergrund u.a. beziehen. Da die für jedes Individuum zusammengetragene Information enorm umfangreich ist, entstehen schwerwiegende Probleme hinsichtlich der Synthese und der Interpretation solcher Daten" (Krech und Crutchfield 1973, 438-439); s.a. Fußnote 15. Siehe hierzu u.a. die kritischen Anmerkungen von Rasch (1990, 105) zu Ewald '(1959) als Protagonisten unreflektierter Pathologisierungstradition sog. guerulatorischer Persönlichkeiten. Im Fazit werden Ergebnisse eine Feldstudie vorgelegt, die als Gesamterhebung unter sogenannten natürlichen Bedingungen stattgefunden hat. Zwar griffen die Untersucher nicht in die Beurteilungs- und Entscheidungspraxis ein, indem sie bestimmte Variablen manipulierten, doch ist die Stichprobe insofern nur bedingt unausgelesen, da für n = 41 Patienten kein Beurteilungsbögen vorlag und hier von der Institution eine Vorauswahl getroffen wurde. Methodisch besteht eine hohe Repräsentativität der Ergebnisse durch Praxisnähe, da eine natürliche Variation bestimmter Merkmale stattgefunden hat. Statistisch wurde die Kovariation zwischen diesen Merkmalen untersucht, doch war aufgrund des Designs die Kontrolle von Störfaktoren 1. Art, von Faktoren also, die interne Validität gefährden, nicht möglich. Interpretationen und Verallgemeinerungen werden insofern nur vorsichtig vorgenommen. Zugleich ist jedoch der Verfasser mit Gadenne der Auffassung, die Theorie der internen und externen Validität sei im Gegensatz zu .den Behauptungen in vielen Lehrbüchern keine adäquate Theorie psychologischer Methoden; "sie ist den Möglichkeiten, die in der empirischen Forschung,bestehen, unangemessen .und steht mit Ergebnissen .der Wissenschaftslehre in Widerspruch" (Gadenne 1976, 9).

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Bei der multiplen Regression mit der Zielvariablen ' Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen' wurde die Variable ' Lockerungsentscheidung' (s. Tabelle 1) aus dem Datenbestand entfernt, da sich beide Variablen sonst tautologisch gegenseitig erklärt hätten. Diese Einschränkung bewirkt u. a. die He,rabsetzung des erklärten Variablenanteils von ca. 54 % (r = 0. 54623) der multiplen Regression mit der Variable ' Vorausgegangene erfolgreiche Lockerungen' auf nunmehr ca. 36 % (r = 6. 3545). "Die meisten Anwendungen der Mathematik auf die SozialWissenschaften (außer der Ökonomie) haben den Charakter ritueller Anrufungen, die ihre eigenen Sorte von Magiern hervorgebracht hat" (Andreski 1977, 137). Feyerabend (1976) zieht einen Vergleich zwischen den methodologischen Prämissen und Problemen von Wissenschaft mit der Anwendung verschiedener zeremonieller Regentänze bei den Hopi-Indianern (S. 78). Bedauerlicherweise trifft auch auf diese Tagung wie für viele ähnliche Quensels Feststellung zu, "daß deren vollgestopfter Tagungskalender nur geringen Raum für grundsätzlich kritische Auseinandersetzungen übrigläßt" (Quensel 1990, 248). Die Vorsicht bezüglich der Auflistung der errechneten Variablen ist darin begründet, "daß selbst in dem Bereich, der von anderen Sozialwissenschaften unerreichte Möglichkeiten zur Messung hat, eine Verblendung mit Zahlen und Formeln zu empirischer Irrelevanz und betrügerischer Expertenhaltung führen kann" (Andreski 1977, 151). Denn daß die gemessenen Faktoren nun als Entscheidungsbasis dienen könnten, dafür ist der Untersuchungsansatz ungeeignet: es handelt sich ausschließlich um eine auf die Erhellung der (Vor-)Urteilsstruktur angelegte Analyse, die nicht für "Checklisten" o.a., folglich speziell nicht als Kriterien oder "Hegativmerkmale" i. S. der -früher- gebräuchlichen Prognosetafeln (vgl. Spiess 1985) mißbraucht werden dürfen!

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11 "Nur weil menschliche Handlungen Regeln exemplifizieren, können wir sagen, die Erfahrung der Vergangenheit sei für unser gegenwärtiges Verhalten von Belang" (Winch 1974, 81). "Es folgt daraus, daß nur dann mein gegenwärtiges Handeln eine Verbindlichkeit für die Zukunft herstellen kann, wenn es die Anwendung einer Regel ist" (Winch 1974, 67). "Worin besteht der Unterschied zwischen jemandem, der tatsächlich eine Regel anwendet, und jemandem, der das nicht tut? Eine Schwierigkeit liegt hier darin, daß jede beliebige Reihe von Handlungen eines Menschen durch die eine oder andere Formel erfaßt werden kann, wenn wir uns nur darauf einrichten, eine hinreichend komplizierte zu wählen. Daß die Handlungen eines Menschen als Anwendungen einer bestimmten Formel interpretiert werden können, ist aber noch keine Garantie dafür, daß er diese Formel tatsächlich anwendet" (Winch 1974, 42). 12 S. hierzu auch Poppers Abgrenzung der langfristig unbegrenzten "Prophetie" von der bedingten "Prognose" (Popper 1949). 13 S. beispielsweise Baumann (1974) 96-98 sowie 101-103. 14 Die Abweichung der Prozentangaben von denen der Tabellen 5 bis 8 ist darin begründet, daß sich die Zahlen dort auch auf die richtige Klassifikation der anderen Gruppen "bezieht, da die Modelle der Diskriminanzanalysen zwischen den einzelnen Lockerungsalternativen diskriminieren. 15 In seinen klassischen Untersuchungen führte Miller (1956) für die Kapazität der Informationsverarbeitung und -sythese den Begriff des 'Klumpens' ("chunk") ein, der eine von Prognostix selbst geschaffene kognitive Einheit ist; die Kapazität des unmittelbaren Gedächtnisses gibt Miller mit 7 ± 2 solcher ' Klumpen' an. 16 Vgl. Fengler und Fengler (1980, insb. 17-18 und 368-371) sowie Devereux (1967, 124 ff.). - Die Verfremdung ist als operationale Differenzierung zwischen Dntersucher und Objekt wissenschaftstheoretisch darin'begründet, daß Untersuchungsgegenstand und Untersucher als Angehörige derselben Profession, derselben Klinik usw. miteinander konvergieren. Der einzige logische Unterschied zwischen dem Verfasser und dem Druiden besteht somit darin, daß letzterer Aussagen macht, während ersterer auch Aussagen über Aussagen trifft (vgl. Devereux 1967, 309-311; Welzer 1990). 17 S. hierzu Heisser (1979) 89-103. Anmerkungen Die Abbildungen -sind den Asterix-Bänden VII und XIX (Goscinny und Uderzo 1968; 1975) entnommen.

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10 Der diesen Jcognitiven Entscheidungsstrukturen gegebene Stellenwert ist darin begründet, daß "die Vorstellungen, die sich ein Mensch von der Wirklichkeit macht, (...) die gesellschaftlichen Beziehungen zu seinen Mitmenschen (durchwalten). 'Durchwalten' ist sogar ein zu schwacher Ausdruck: gesellschaftliche Beziehungen sind Manifestationen von Realitätsvorstellungen" (Winch 1974, 34). "Denn psychiatrische Institutionen sind keine bloßen Verwaltungseinheiten. Sie bringen eine bestimmte psychiatrische Perspektive hervor, die eine eigene, für sie charakteristische Begriffssprache gebiert" (Wulff 1970a, 167). Im .konkreten Fall haben diese zunächst nicht ohne weiteres transparenten Kriterien ausschlaggebenden Stellenwert für die Zustimmung oder Ablehnung einer beantragten Lockerung; d.h. es gibt eine Form eines 'versteckten' ("hidden") Curriculums, das als oben beschriebene institutionelle (Vor-)UrteilsStruktur maßgeblich Einfluß auf Entscheidungen über .die Erweiterung der -:F_reio:äuine -ernes .-zwangsuntergebrachten Patienten hat.

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