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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Allgemeine Beeinträchtigungen durch BPS

Denkmuster:
- „Schwarz-Weiß-Denken“
- Ausgeprägte projektive Identifikation (eigene Gedanken und Gefühle
werden auf Mitmenschen projiziert)
- Denkmuster treten vorwiegend bei starker Emotionalisierung auf

Psychotische Symptome:

- Magisches Denken
- Sinnestäuschungen (pseudopsychotisch)

Dissoziative Symptome:

- Derealisierung bzw. –personalisation


- Teilamnesien
- Zwangsgedanken

Komorbiditäten
Depressionen:

- 80% der Betroffenen


- Uni- und bipolare Störungen vorhanden

ADS:

- 50% der Betroffenen


- Häufige Verwechslung mit BPS
- Oft Vorstadium von BPS
Weiterhin leiden Betroffene oft unter Suchterkrankungen und Essstörungen (hauptsächlich
Bulimie).

Ausprägungen

Hohe Komorbiditätenrate und häufige Änderung der Symptome.

Deswegen Einführung verschiedener Symptomniveaus durch Dulz, differenziert in passive


(autoaggressive) und offensive (fremdaggressive) Faktoren.

Beispiele:

Angsthaftes Symptomniveau

Narzisstisches Symptomniveau

Psychotisches Symptomniveau

Sozialverhalten und Emotionalität


Bindungstypen
In der Bindungstheorie werden verschiedene Bindungstypen diskutiert, die häufig bei Borderline-
Patienten gefunden wurden:
Unsicher-ambivalente Bindung
unsicher-vermeidendend : werten nahe emotionale Beziehungen
unsicher-ambivalent: Klammern UND Hassen der Bezugsperson
Unsicher-desorganisierte Bindung
feindselig bestrafend &tröstend-fürsorglich: Verzweifelte Kontrollversuche
Beziehungen
sehr individuell, negativen Impulse oft verheerend, Partner evtl. geschädigt aus Beziehungen
Emotionalität
Wird an Umwelt weitergegeben, schwankt häufig, daher Umgang so schwierig
Impulskontrolle
Geringe Impulskontrolle, Versuch der Unterdrückung negativer Impulse, jedoch oft selbst-
Bzw. fremdverletzendes Verhalten
Emotionale Dynamik
Dynamik von Macht und Ohnmacht. Ohnmacht entspricht Hilflosigkeit und ist mit Verzweiflung
assoziiert, Macht ist das Gegenteil und bedeutet Kontrolle. Angst und Wut dazwischen.
Herstellung der Affektlosigkeit
Zeitweilige Gefühlsleere, oft als entspannend empfunden
Spezifische Ängste der BPS
Angst vor Nähe ,Angst vor dem Alleinsein ,Angst vor Selbstverlust, Angst vor sich selbst
Selbstverletzendes Verhalten & Suizid
Ablenkung und Flucht in Schmerz, bzw. „Letzter Ausweg“

Klassifizierung nach DSM-IV

Ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in den zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild


und in den Affekten sowie deutliche Impulsivität. Der Beginn liegt oftmals im frühen
Erwachsenenalter bzw. in der Pubertät und manifestiert sich in verschiedenen Lebensbereichen.

Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein, wenn von einer solchen Störung
gesprochen wird:

1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte:


Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in
Kriterium 5 enthalten sind.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen
Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der
Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B.
Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, zuviel oder zu
wenig essen). Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen
berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder
Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B.
hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen
gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige
Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere
dissoziative Symptome.
Verbreitung

0,2-2% der Bevölkerung soll an BPS leiden. Diese Zahlen gehen auf die variierenden
Ausprägungen der Persönlichkeitsstörung zurück. Allgemein heißt es, dass der Großteil Frauen
sind, aber worauf das zurückzuführen ist, ist unklar. Hierbei schwanken die Zahlen von etwas über
50% bis 70%.
Oft leben die an BPS erkrankten Personen in Städten, haben (hatten) eine schlechte
(Ehe-)Beziehung, leben überdurchschnittlich häufig getrennt oder geschieden, haben Alkohol-,
Drogen- o.ä. Probleme und haben Schwierigkeiten am Arbeitsplatz.
Die Suizidrate bei Menschen mit BPS liegt bei 5-10%.

Ursachen

Genetische Faktoren

Die folgenden Kritik können zu einer BPS beitragen, aber sind nicht direkt für eine BPS
verantwortlich:
• grössere emotionale Sensibilität
• höhere Impulsivität
• stärkere Neigung zu Dissoziationen
• Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen.

Biografische Faktoren

Traumatische Erlebnisse, emotionale Vernachlässigung und Entwicklungsstörungen in den ersten 3


Lebensjahren führen v.a zu BPS.
Hierzu gehört auch:
• sexueller Missbrauch
• Gewalt
• Erniedrigung
• Demütigung
• deutlich fehlende Wertschätzung als Kind
• Reaktionen, Gefühle und Gedanken wurden sehr oft missachtet, zurückgewiesen, kritisiert,
abgewertet oder bestraft

Bei 2 Familientypen gibt es besonders oft eine BPS-Erkrankung:

Chaotisch-instablie Familien:
gekennzeichnet durch häufigen Streit, ständige Ehekrisen, Alkohol oder Sucht und Kinder als
Sündenbock
Vernachlässigend und emotional missbrauchende Familien:
geprägt durch Gefühlskälte gegenüber dem Kind, Vernachlässigung, frühe Trennung der Eltern,
lange Phasen des Alleinseins und die depressive Erkrankung der Eltern

Therapie

Behandlung von BPS fast unmöglich und oft rückfällig. Medikamente helfen nur die Symptome bei
dem Erkrankten einzudämmen, bringen an sich aber keine Heilung.
Je nach Ursache für BPS kann auch eine Trauma- oder Familientherapie helfen, aber nur dann,
wenn sich der Therapeut und der Patient gut verstehen.
Die einzige andere erfolgversprechende Behandlung ist die dialektisch-behaviorale Therapie
(DBT), die Wiedersprüche im menschlichen Funktionieren aufgreift und versucht mit geeigneten
Methoden zu arbeiten. Sie beruht auf einer intensiven Einzeltherapie und einem Fertigkeitentraining
in der Gruppe und setzt sich aus den folgenden 4 Modulen zusammen:
• Achtsamkeitstraining
• Stresstoleranfertigkeiten
• Fertigkeiten im Umgang mit Gefühlen
• Zwischenmenschliche Fertigkeiten und Problemlösetechnicken

Der Patient muss bestimmte Regeln über einen längeren Zeitraum einhalten, was v.a.
Schwererkrankten oft schwerfällt, um Erfolg bei dieser Therapie zu haben. Dies macht eine
Behandlung für Borderline im Allgemein fast unmöglich.

Quellen:
wikipedia.de
http://www.careum-explorer.ch/careum/pub/borderline_mit_logo_1296_1.pdf

von Philipp Zimmerer, Oliver Danner und Benedikt Huber