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pflichtlektüre
032010 www.pflichtlektuere.com

Studierendenmagazin der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen

Dieses Semester wird alles besser
So kommst du erfolgreich und stressfrei durch den Sommer.

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zur Wahl r +++ Spezial n im Kreuzverhö

S 02 VOR-SPIEL

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WAs geht

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enn die ersten Blumen blühen und die Vögel zwitschern, ist es wieder soweit: Gut 25.000 Raver starten auf der Mayday durch. Wer gerne ausgelassen feiert und die Liebe zur elektronischen Musik teilt, ist hier genau richtig. Unter dem Motto: „You make my day“ tanzen sie dieses Jahr die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen in den Dortmunder Westfalenhallen. Schon zum 19. Mal werden bei den mitreisenden Beats die verschiedensten Menschen zu einem Kollektiv verschmelzen. Auf vier Areas könnt ihr das Tanzbein schwingen. Über 60 Acts heizen euch ein, Headliner sind dieses Jahr unter anderem Carl Cox, Sven Väth und Armin van Buuren. Auch das sonstige

Line-Up hat es in sich: Zwei Drittel der DJs sind zum ersten Mal dabei. Darunter Markus Schulz und Gareth Emery. Eine Weltpremiere steht auch an: Extra aus Chicago kommt „Bad Boy Bill“. Die Party geht von 18 Uhr bis neun Uhr morgens. Karten gibt es im Vorverkauf für 51 Euro zum Beispiel im Kultur Info Shop bei Karstadt in Dortmund oder im Tabackwarenladen Brunnert in Essen. Wer sich in letzter Minute entscheidet hinzugehen, bekommt aber ab 59 Euro auch noch Tickets an der Abendkasse. Ihr habt keine Zeit zum Feiern oder seid dieses Jahr schon auf einer anderen Erster-Mai-Party? Auf www. pflichtlektuere.com erfahrt ihr, wie‘s war und was ihr leider verpasst habt. text:brin/sr/sk/foto:lars Behrendt

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Neulich iN schWedeN
schlossen. Ein neuer Hilferuf. Am Ende machten sich vier Techniker an der Tür zu schaffen. Das durch die Kälte vollkommen verzogene Schloss musste ausgetauscht werden. Aber der schwedische Winter war kein Grund für Frust. Denn aus dem weißen Baumaterial von oben ließ sich einiges machen. Man nehme einen Kochtopfdeckel und zwei Stunden Zeit und siehe da: anstatt der meterhohen Schneedecke auf meinem Balkon stand ein Iglu da – so groß, dass man drin sitzen, schwedische Kanelbullar (Zimtschnecken) essen und heiße Schokolade trinken konnte. So kann der nordische Schnee richtig Spaß machen. text/foto:jf Johanna Fritz ist derzeit in Schweden und studiert Journalistik in Dortmund.

a fasst man sich ein Herz und geht als ERASMUS-Student in den hohen Norden und prompt hat man den verschneitesten Winter seit 40 Jahren an der Backe! Den Höhepunkt erreichte mein persönliches Winterchaos in Göteborg als ich eines Morgens das Haus verlassen wollte ... und die Tür nicht aufbekam. Nachdem ich mit der Rohrzange das Schloss zwar nicht geöffnet aber ziemlich demoliert hatte, rief ich – mittlerweile leicht in Panik geraten – die Wohnheimverwaltung an. Der Techniker bekam das vereiste Schloss von außen auf. Doch konnte man die Tür danach auch von innen wieder öffnen ? Konnte man nicht. Der Techniker hatte sich mit mir in der Wohnung einge-

WisseNs-Wert

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er Eine kann’s, der Andere nicht: Lernen bei lauter Musik – und trotzdem gute Noten schreiben. „Multitaskingfähig“ nennt das der staunende Betrachter, der sich zum Pauken in die totenstille Bibliothek zurückzieht. „Ganz normal“ nennt das Professor Günther Rötter von der TU Dortmund. Eine von dem Musikwissenschaftler durchgeführte Studie konnte die weit verbreitete Meinung, Musik störe beim Lernen, nicht bestätigen. Grund dafür ist, was der Musikpsychologe Professor Klaus-Ernst Behne als „Hornhaut auf den Ohren“ bezeichnet. Weil Musik heute ein ständiger Begleiter im Alltag ist, hat sich unser Gehirn

so sehr daran gewöhnt, dass wir sie fast nicht mehr wahrnehmen. Am Ende ihrer Testreihe mit Schülern, die bei laufender Musik Aufgaben lösen mussten, kamen die Dortmunder Forscher daher zu einem klaren Fazit: „Das Ergebnis ist: Es gibt kein Ergebnis!“, sagt Professor Rötter. Die Leistungen der Teilnehmer blieben völlig gleich, egal ob sie ihre Lieblingslieder hören durften oder nicht. Musik nimmt also weder positiv noch negativ Einfluss auf das Lernen. Ihr wisst, was das für die nächste Klausurenphase bedeutet: Bücher raus und Mucke an! Schaden kann es jedenfalls nicht. text:eli/foto:fh

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START-BLOCK S 03

HERZ-STÜCK

diesmal
Gewusst wie! Wer sich seine Zeit richtig einteilt, behält den Überblick.

Zur Ausgabe

S 08

Z

u Beginn jedes Semesters ist mein wichtigster Job: Namen merken. Die pflichtlektüre und pflichtlektuere.com sind ja studentische Projekte. Mehrere Lehrveranstaltungen an allen Ruhr-Unis arbeiten mit. Unter anderem die Lehrredaktionen Print und Online des Instituts für Journalistik an der TU Dortmund. Als Redaktionsleiterin Print bedeutet das für mich jeden April: Die Namen der 30 neuen Studenten in der Print- und Onlineredaktion lernen. Möglichst schnell. Denn als Chefin die Namen der Mitarbeiter nicht zu kennen, geht gar nicht. Bei manchen Namen ist es leicht: Max ist der mit dem Zopf. Alexa hat lange Haare, Mats ein Piercing in der Lippe. Anders bei Ellie und Ella, Ann-Kathrin, Anne-Kathrin und Anna Carina. So sitze ich am ersten Tag während der Gruppenarbeiten da, schaue die Leute an und suche ihre Namen auf unserer Mitarbeiterliste. Bange „Was glotzt die denn so?“-Blicke kommen zurück. Nein, ich habe niemanden auf dem Kieker. Ich krame nur in meinem Hirn. Abends auf dem Sofa dann Lernstandskontrolle: Ich gehe die Mitarbeiterliste durch und versuche, die Gesichter zu erinnern - was verdammt viel schwieriger ist. Aber: Jetzt klappt‘s. Es kann losgehen! Neues Semester, neue Ausgaben. Was noch fehlt, ist nur mein Hinweis: Mehr pflichtlektüre gibt‘s online bei www.pflichtlektuere.com und gezwitschert unter .com/pflichtlektuere

NRW-WAHL S 04 S 06 … Eure Stimme zählt: Die Spitzenkandidaten der fünf großen Parteien im Interview. … Politikwissenschaftler Jörg Bogumil erklärt, warum Studiengebühren wichtig sind.

HERZ-STÜCK S 08 S 10 S 11 … Unmotiviert, überambitioniert, gestresst vom Job? Tipps für jeden Studententyp. … Früher lernen und locker bleiben: Eure Vorsätze für dieses Semester. … Mutmacher: Motivationstrainer Stefan Frädrich im Interview.

RUHR-BLICK S 12 S 13 … Sommer, Sonne, Chillen: Wir haben eure Lieblingsplätze am Campus besucht. … Lange her: Armin Maiwald („Sendung mit der Maus“) über Uni und Pommes bis 5.30 Uhr.

DIENST-BAR S 14 … Für jeden etwas: Lesben-Sex, Schrebergärten und was zum Rocken.

SPEZIAL ZUR

Landtagswahl

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150 Stellen im Ruhrgebiet
Rund 36.000 Erstklässler starten mit Schuljahresbeginn 2010/2011 in 43 Ruhrgebietsstädten ihre Entdeckungsreise in die Welt der Musik. Im zweiten Schuljahr erhalten die Kinder ihr Lieblingsinstrument, auf dem sie bis zum vierten Schuljahr unterrichtet werden. Langfristig sollen alle Grundschüler des Reviers mitmachen können – das ist das Ziel des Programms „Jedem Kind ein Instrument“. Bei der Verwirklichung dieses zukunftsorientierten Bildungskonzepts benötigen die Musikschulen des Ruhrgebiets die Kompetenz von rund 150 examinierten MusikpädagogInnen, in zahlreichen Fachrichtungen. • Weitere Informationen zum Programm, zu den beteiligten Musikschulen und die JeKi-Stellenbörse finden Sie unter www.jedemkind.de. • Die ZAV-Künstlervermittlung Köln, Bundesagentur für Arbeit, steht Ihnen für Anfragen zur Vermittlung von Musikschullehrkräften für das Programm zur Verfügung. (Tel.: 0221 55403-102, Mail: zav-koeln-kuenstlervermittlung@arbeitsagentur.de)

Sie oder er? Oder beide? Rüttgers, Kraft und Co. zur Hochschulpolitik.

S 04

S 04

SPEZIAL: NRW-WAHL

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Eure Stimme, Eure Wahl!
Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und den Linken im pflichtlektüre-Interview.
m 9. Mai wird im bevölkerungsstärksten Bundesland ein neuer Landtag gewählt – und erstmals haben die 13,5 Millionen wahlberechtigten Bürger NRWs zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird ein Abgeordneter direkt in den Landtag gewählt, die Zweitstimme ist für die Parteiliste. Die Wahl wird spannender als vor der Bundestagswahl gedacht, noch ist vieles offen. Wir haben bei den Spitzenkandidaten der Parteien nachgefragt, warum Ihr Eure Stimme für sie abgeben sollt.

A

Studiengebühren: Ja oder Nein?
CDU / Jürgen Rüttgers: Ja! Studierende wie Hochschulen profitieren von
der Einführung der Studienbeiträge. Ein Wegfall der Einnahmen durch Studienbeiträge ließe sich nicht seriös gegenfinanzieren.

SPD / Hannelore Kraft: Studiengebühren sind unsozial und ungerecht. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Die SPD wird die Studiengebühren abschaffen. Grüne / Sylvia Löhrmann: Nein! Die Gebühren treffen vor allem junge
Menschen aus Familien, in denen das Geld knapp ist. Diese Hürde muss weg. Als Ersatz für die Gebühren wollen wir den Hochschulen mehr Geld aus Landesmitteln geben.

FDP / Andreas Pinkwart: Neben mehr staatlichen Mitteln für Lehre und Forschung leisten die Studienbeträge von maximal 500 Euro pro Semester einen wichtigen Beitrag, um den Studienerfolg deutlich zu verbessern. Die Linke / Bärbel Beuermann, Wolfgang Zimmermann: Nein! Bildung ist ein Menschenrecht und darf nicht vom eigenen Geldbeutel beziehungsweise vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Die Linke NRW fordert Bildung gebührenfrei, um die soziale Selektion im derzeitigen Bildungssystem zu stoppen.

Ihre geplante Hochschulpolitik?
CDU: Wir wollen den erfolgreichen Weg zu mehr Qualität in NordrheinWestfalens Wissenschaft und Forschung fortsetzen: Schaffung der besten Studienbedingungen deutschlandweit, eine maßvolle Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses, Ausbau des Stipendien-Systems, Ausbau des Fachholschulwesens, weitere Anreize zur Erhöhung der nicht-staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. SPD: Neben der Abschaffung der Studiengebühren werden wir die Bachelorstudiengänge gemeinsam mit den Hochschulen wieder studierbar machen, Strukturen flexibilisieren und Prüfungsbelastungen reduzieren. Wir wollen, dass gute Lehre als Profilierungsmerkmal für die Hochschulen das gleiche Gewicht gewinnt wie gute Forschung.
Die Wahlparolen der großen Parteien sind klar formuliert. Doch was steckt bei CDU, SPD, FDP, den Grünen und der Linken wirklich dahinter?

Grüne: Wir wollen die Freiheit von Forschung und Lehre an unseren Hochschulen wieder herstellen und diese wieder zu Orten des Diskurses, zur Keimzelle für gesellschaftliche, soziale und technische Innovationen machen. Deshalb wollen wir den Bologna-Prozess korrigieren sowie Mitbestimmung an unseren Hochschulen herstellen.

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SPEZIAL: NRW-WAHL

S 05

FDP: Wir wollen NRW zum Land mit den besten Hochschulen in Europa
machen. Dafür müssen wir noch mehr in Lehre und Forschung investieren und den Hochschulen nicht erneut wegnehmen. In den kommenden Jahren werden insgesamt acht Milliarden Euro für die grundlegende Modernisierung der Hochschulen bereit stehen.

SPD: Videoüberwachung an Kriminalitätsbrennpunkten durch die Polizei hat sich bewährt. Eine Erweiterung der gesetzlichen Möglichkeiten ist nicht notwendig. Wir wollen keine flächendeckende Videoüberwachung. Grüne: Wir lehnen die polizeiliche Videoüberwachung ab. Das Sicherheitsempfinden der Menschen wird durch eine stärkere Polizeipräsenz und andere Sicherheitsmaßnahmen weitaus mehr gestärkt. FDP: Videoüberwachung greift massiv in die Freiheit jedes Einzelnen ein und beschäftigt Polizeibeamte hinter Monitoren statt auf der Straße. Deshalb lehnen wir eine flächendeckende Videoüberwachung ab. Die Linke: Abschaffen! Denn öffentliche Sicherheit entsteht durch
Rechtssicherheit, soziale Sicherheit, gleiche politische und soziale Rechte für Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur und nicht durch Überwachung.

Die Linke: Wir wollen eine Hochschulbildung unabhängig von der sozialen Herkunft in NRW ermöglichen. Wir wollen das BaföG bedarfsdeckend, repressionsfrei und elternunabhängig ausbauen und die Demokratisierung der Hochschulen vorantreiben. Wir wollen die individuellen Auswahlverfahren abschaffen, und die Zugangsbeschränkungen beim Übergang von Bachelor zum Master ausschließen.

Und was soll in den Schulen passieren?
CDU: Wir sind davon überzeugt, dass die ständige Debatte über Fragen der Schulstruktur nicht weiter hilft. Die Qualität des Unterrichts hängt davon ab, wie viele Lehrkräfte es gibt und wie gut sie qualifiziert sind. SPD: Um mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem zu erreichen, brauchen wir ein längeres gemeinsames Lernen an den Schulen. Unsere Schule ist die Gemeinschaftsschule von Klasse 5 bis 10. Grüne: In den Schulen haben Kopfnoten, Turbo-Abi und das Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem den Druck auf die Kinder massiv erhöht. Wir Grünen wollen jede Form des Aussortierens beenden – durch längeres gemeinsames Lernen. FDP: Wir dürfen in NRW nie mehr den Fehler machen, an der Bildung zu sparen, um uns eine überbordende Bürokratie und eine schädliche Subventionierung zu leisten. Die Linke: Wir wollen mit „Einer Schule für alle“ längeres gemeinsames
Lernen bis zur zehnten Klasse, das Recht auf Ausbildung in der Landesverfassung und im Grundgesetz gewährleisten, sodass jeder unabhängig vom Geldbeutel der Eltern studieren kann.

Überwachung von Telefon und Internet?
CDU: An die Zulässigkeit einer derartigen Maßnahme sind besonders strenge Maßstäbe anzulegen. Dennoch ist der verdeckte Zugriff auf informationstechnische Systeme im digitalen Zeitalter ein unverzichtbares Instrument der modernen Verbrechensbekämpfung. Deshalb wollen wir auch eine entsprechende Ermächtigungsgrundlage in das Polizeigesetz des Landes Nordrhein-Westfalen aufnehmen. SPD: Mit uns wird es keinen Weg in den Überwachungsstaat geben. Die totale Erfassung und Überwachung von Bürgerinnen und Bürgern schafft nicht mehr Sicherheit, sondern sorgt für mehr Unsicherheit und Misstrauen gegenüber dem demokratischen Staat. Grüne: Wir lehnen die Einführung von Online-Durchsuchungen, sowie die präventive Telekommunikationsüberwachung und die Vorratsdatenspeicherung ab. Wir wollen verhindern, dass Deutschland sich zu einem Überwachungsstaat entwickelt. FDP: Auf Maßnahmen wie Schleierfahndung, Online-Durchsuchungen
und präventive Telefonüberwachung durch die Polizei können wir verzichten. Wer dem Bürger mehr Sicherheit bieten will, der schafft das nur, wenn er mehr Polizeibeamte in den operativen Dienst bringt. sere Daten gehören uns, die Tendenz zur umfassenden informationellen Aufrüstung der Sicherheitsbehörden muss gestoppt werden.

Auf welche Energiequelle bauen Sie?
CDU: Unseren Energiebedarf werden wir zukünftig nur durch einen breiten Energiemix decken können. Der Anteil erneuerbarer Energien soll dabei kontinuierlich wachsen. Neben dem Ausbau der Erneurbaren ist für die zukünftige Versorgungssicherheit der Neubau von Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen befeuert werden, unentbehrlich. SPD: Wir halten in NRW am Atomausstieg fest und werden die erneuerbaren Energien wie Windkraft, Solarenergie oder Biomasse in NRW zu Zukunftsenergien machen. Darüber hinaus darf der Energiemarkt nicht von den vier großen Energieversorgern beherrscht werden, deshalb wird die SPD die Stadtwerke stärken.

Die Linke: Wir wollen den Datenschutz endlich wirksam umsetzen. Un-

Mindestlohn: Ja oder Nein?
CDU: Die Tarifautonomie tragenden Verbände sind in der Lage, Herausforderungen wie beispielsweise die Lohnfindung zu meistern. Einen gesetzlichen Mindestlohn lehnen wir daher ab.

Grüne: Mit einer massiven energetischen Gebäudesanierung können wir das Klima schonen, das Handwerk stärken, Arbeitsplätze schaffen, und durch den geringeren Energieverbrauch den Geldbeutel von Menschen und öffentlichen Haushalten schonen. Wir wollen, dass 2020 mindestens 22 Prozent unseres Stroms basierend auf Sonne, Wind, Wasser und Biomasse erzeugt wird. Auch bei der Wärmeerzeugung setzen wir auf Erneuerbare wie Erdwärme, Sonne und Biomasse. FDP: Deutschland ist als rohstoffarmes Land dringend darauf angewiesen, seine Energieversorgung durch möglichst viele Energieträger, Quellen und Lieferanten zu sichern. Deshalb setzt die FDP auf einen möglichst breiten Energiemix auf dem Weg in das regenerative Zeitalter.
100 Prozent erneuerbaren Energien. Technisch ist dies innerhalb von 10 Jahren umsetzbar.

SPD: Ja, wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. Denn der Niedriglohnsektor ist in Deutschland stetig angestiegen. Ein gesetzlicher Mindestlohn schützt Erwerbstätige vor Lohndumping. Grüne: Wir setzen uns dafür ein, dass die Arbeitswelt wieder soziale Leitplanken erhält. Ein zentraler Punkt ist dabei ein gesetzlicher Mindestlohn. Wer arbeitet, muss von dem Geld leben können, das er verdient. FDP: Einen gesetzlichen Mindestlohn lehnen wir ab, weil er einen unverhältnismässigen Eingriff die Tarifautonmie darstellen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen gefährden würde. Die Linke: Ja, wir fordern einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro, damit jeder von seiner Arbeit leben kann.

Die Linke: Erneuerbare Energien. Wir fordern eine radikale Wende hin zu

Videobeobachtung: ausbauen oder abschaffen?
CDU: Wir wollen die Möglichkeiten zum Einsatz der Videoüberwachung
ausbauen. Sie soll nicht nur an Kriminalitätsschwerpunkten zulässig sein, sondern bereits dann, wenn so genannte kriminalitätsbegünstigende Faktoren vorliegen, z.B. in Unterführungen oder Einkaufspassagen.

Eine ausgiebige Analyse der Parteiprogramme könnt ihr auf www.pflichtlektuere.com nachlesen.
text Jonas Knoop, Katrin Schmidt, Fabian Schwane, Natascha Tschernoster montage/fotos Florian Hückelheim, Alexa Kasparek

S06

SPEZIAL: NRW-WAHL

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„Die Linke entscheidet die Wahl“
Warum es für ein Regierungsbündnis von SPD, Grünen und Linken derzeit noch nicht reicht, welche Probleme die anderen Parteien haben und warum Studiengebühren wichtig sind, erklärt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil von der RUB.

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as passiert nach den Landtagswahlen? Wird die SPD wieder in NRW punkten? Wie wichtig sind Studiengebühren? Die pflichtlektüre sprach mit Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik an der Ruhr-Universität Bochum über die bevorstehenden Landtagswahlen. Herr Bogumil, wird die SPD sich in ihrem Stammland NRW regenerieren? Der momentane Erholungstrend der SPD in den Wahlumfragen ist vor allem auf die Schwäche und erheblichen Startschwierigkeiten der schwarz-gelben Bundesregierung zurückzuführen und weniger ein Ergebnis eigener neuer Stärke. Denn nachwievor sind zentrale programmatische Zukunftsfragen der SPD ungeklärt. Würden Sie die CDU/FDP-Regierung in NRW nach fünf Jahren als erfolgreich bezeichnen? Für wie wahrscheinlich halten Sie eine Wiederwahl? Ob es für eine Wiederwahl reicht, ist zurzeit völlig unklar. Sollten die Linken in den Landtag einziehen, spricht wenig dafür, dass es für Schwarz-Gelb nochmal reicht, aber Ähnliches gilt dann für ein rot-grünes Bündnis. Warum ist vor allem die FDP seit der Bundestagswahl so in der Wählergunst gesunken? Die FDP leidet unter der Bundespolitik – und hier vor allem unter den katastrophalen Umfragewerten ihres Vorsitzenden Guido Westerwelle. Ihm will anscheinend die Umstellung vom Fraktionsvorsitzenden einer Oppositonspartei auf die Funktion eines Außenministers nicht gelingen. Zudem ist ein wichtiger Inhalt der FDP nicht Problem-angemessen, nämlich die Warnung von zu viel Staatstätigkeit – angesichts der für alle sichtbaren, notwendigen Ordnungsfunktionen des Staates in der Folge der Finanzkrise. Mit dem Hochschulfreiheitsgesetz gab es einige Veränderungen an den Unis in NRW. Wie bewerten Sie diese Neuerungen? Ich kann aus meiner Funktion als Dekan nur sagen, dass sich in der Hochschulpolitik deutlich positivere Veränderungen ergeben haben, bei aller Kritik in Einzelfragen. Sowohl die Einführung von Studiengebühren als auch die größere Autonomie der Hochschulen zeigen erhebliche positive Effekte für die Studiensituation. Wir können zum Beispiel durch Studiengebühren alleine in unserer Fakultät pro Semester fast 50 zusätzli-

Politikwissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil

che Lehrveranstaltungen und fast 50 zusätzliche studentische Tutorien anbieten, so dass sich die Seminargrößen dramatisch verbessert haben. Einige Parteien fordern die Abschaffung der Studiengebühren. Wie stehen Sie dazu? Ich halte eine Abschaffung für einen großen Fehler. Studiengebühren müssen keine negativen sozialen Auswirkungen mit sich bringen. Die Betroffenen müssten sich nur angemessen über die sozial ausgewogenen Bedingungen der Studienkreditaufnahme informieren. Zudem gibt es kaum keinen Bereich in der Hochschule, bei dem die Studierenden über derart gute Mitbestimmungsmöglichkeiten verfügen. Sollte eine neue Landesregierung die Studiengebühren abschaffen und den Hochschulen die Gelder aus dem Landeshaushalt erstatten, sollte man zwingend darauf achten, dass dies zusätzliche Gelder sind. Hannelore Kraft zeigt den Linken die rote Karte, während Sigmar Gabriel Rot-Rot-Grün immer wieder ins Gespräch bringt. Sollte sich NRW für eine Regierung mit der Linkspartei öffnen? Die Linken in NRW erscheinen mir bei Betrachtung ihrer Programmatik und ihres Führungspersonals kaum koalitionsfähig. Hier finden sich zudem zahlreiche ehemalige SPD-Mitglieder, die vor

allem die SPD aus alter Enttäuschung bekämpfen, keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. Bundespolitisch wird es irgendwann zu einem rot-rot-grünen Bündnis in einem der Länder kommen, aber für NRW ist es noch zu früh. Wie realistisch schätzen Sie Schwarz-Grün ein? Ist das in NRW eine Option? Schwarz-Grün könnte neben einer großen Koalition die einzig realistische Machtoption sein, wenn die Linken in den Landtag kommen. SchwarzGrün wäre denkbar, aber schwierig, da es erheblich unterschiedliche Auffassungen vor allem in der Schulpolitik und der Energiepolitik gibt. Schwarz-Gelb, Rot-Grün, Schwarz-Rot, SchwarzGrün, Rot-Rot-Grün – wieso ist nie von Rot-Gelb die Rede? SPD-FDP reicht rechnerisch auf keinen Fall. Zudem ist die FDP zu stark auf die CDU fixiert und blockiert sich damit ungewollt langfristig selbst.

Ein weiteres Interview zur Landtagswahl mit Prof. Dr. Karl Rudolf Korte lest ihr auf www.pflichtlektuere.com
text/foto Katrin Schmidt

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Bochum: mitten im LeBen S 07

neues aus Bochum
Pilgerweg nach Spanien
Seit Ende März weisen 200 Kilometer lang Schilder den Weg von Höxter über Paderborn, Soest und Dortmund nach Bochum. Sie wurden für Jakobspilger aufgestellt. Die Tradition der Pilgerreise nach Santiago de Compostela (Spanien) zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren ist mehr als Tausend Jahre alt. Die Trasse, die mit der charakteristischen Jakobsmuschel (gelb auf blauem Grund) ausgeschildert ist, folgt dem historischen Weg der Pilger. Es wird geplant, die Pilgerroute über Essen, Düsseldorf und Neuss nach Aachen weiterzuführen. rja

Still-Leben A40: Helfer gesucht

60 Kilometer gesperrte Autobahn, rund 20.000 Tische und mindestens eine Million Besucher verspricht die Internetseite der RUHR.2010 für das Still-Leben am 18. Juli. Doch um die Gäste muss sich gekümmert werden und daran hapert es wohl noch. Die Veranstalter des Projekts suchen noch freiwillige Helfer als Ansprechpartner und Wegweiser für die Besucher. Mehr als 1.000 Volunteers sollen während der Aktion im Einsatz sein, wie viele es schon gibt, ist nicht bekannt. Interessierte können sich bis zum 31. Mai über die RUHR.2010-Internetseite (www.ruhr2010. de/volunteers) registrieren. manu

RuhRStADt momente
Ein Börner-Einfall
Neulich im Zug. Das alkoholisierte Duo steigt hinzu: Dennis und Börner. Dennis, voller als die S1 an einem Dienstagmorgen, hält sich nur mit Mühe wach. Börner, Fastfood-gestählter als sein Kumpel, lallt in die Pendlerrunde. Es geht um seinen Charme, seine Aura. Langeweile. Dann die Idee: „Börner, ich wette, du schaffst es nicht, die Treppe runterzugehen: mit beiden Händen in der Luft und rückwärts.“ Top, die Wette gilt! Pünktlich zum Anbremsen hat Börner auf der obersten Stufe des Doppelstockwagens beide Arme und einen Fuß in der Luft. Die Augen geschlossen – gehört zwar nicht zur Wette, aber: no risk, no fun. Kaum zwei Minuten und einen dumpfen Aufschlag später steigen beide in Dortmund aus. Bahnfahren – die Leichtigkeit des Seins auf der Schiene. fh

Do it yourself

In der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Bochum kann jetzt jeder seine Bücher mit Hilfe der neu installierten Selbstverbuchungstechnik selbstständig ausleihen und zurückgeben. Mit dem neuen System kann man Zeit sparen und bequemer verbuchen, denn anstatt der bisherigen drei Plätze im Erdgeschoss findet man jetzt an jeder Etage mindestens eine der vier Ausleihstationen, wo gleichzeitig sogar mehrere Bücher verbucht werden können. Die Rückgabestation, die sich neben dem Eingang befindet, wird im Mai mit zwei Kassenautomaten ergänzt, damit in Zukunft auch die Entgelte selbstständig bezahlt werden können. rja

Chinesischen Garten besichtigen

Die Ruhr-Universität bietet wieder kostenlose öffentliche Führungen durch ihren Chinesischen Garten an. „Qian Yuan“ ist ein Juwel fernöstlicher Baukunst und Kleinod im Botanischen Garten der RUB im Ruhrtal. Die Führungen finden bis August jeweils am dritten Samstag des Monats um 15 Uhr statt. Die Führung dauert ca. 45 Minuten, Treffpunkt ist am Eingang des Chinesischen Gartens. Die Führungen übernehmen am 15. Mai Dr. Klaus Fröhlich und Eberhard Koch, am 19. Juni Ursula Closset und Gordon Wassermann, am 17. Juli Klaus Fröhlich und Gordon Wassermann und am 21. August Ursula Closset und Eberhard Koch. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht erforderlich. ks

pflichtlektuere com
Der Wahl-o-mat im test Politiker im Web 2.0
Wahlkampf auf Plakaten am Straßenrand – das ist vielen Politikern nicht mehr genug. Sie gehen im Internet per StudiVZ, Facebook und Co. auf Wählerfang. pflichtlektüre hat für euch die Profile der Spitzenkandidaten unter die Lupe genommen.

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Piraten in Sicht
Bei der Landtagswahl am 9. Mai in NRW habt Ihr die Qual der Wahl. Insgesamt 25 Parteien stellen sich zur Wahl. Für alle Unentschlossenen bietet der „Wahl-O-Mat“ eine Erste Hilfe im Netz. Ob das Online-Tool bei der Entscheidung hilft, hat die pflichtlektüre für euch getestet. Die Piratenpatei tritt zur Landtagswahl in NRW erstmals mit einem umfassenden Programm an. Damit wollen die Mitglieder Plätze im Düsseldorfer-Landtag entern. pflichtlektüre verrät euch alles Wichtige über die Piraten.

S 08 HERZ-STÜCK

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Erfolgreich durchs Semester
Jedesmal das Gleiche: Du startest mit den besten Vorsätzen, und ziehst sie dann doch nicht durch. Aber diesen Sommer wird alles besser: Die vier häufigsten Fehler – und wie du sie vermeiden kannst.

Erst gepennt, dann gestresst?
Du bist Weltmeister darin, unangenehme Aufgaben aufzuschieben. Dahinter kann stecken, dass du schlechte Gefühle vermeiden willst. Vielleicht hast du sogar Angst, nicht gut genug zu sein. „Konkurrierenden Handlungsalternativen, also Dingen, die mehr Spaß machen, wird dann leicht nachgegeben, wodurch sich die Studierenden kurzzeitig befriedigt fühlen“, erklärt Bozena Fitzek-Toepsch von der Psychologischen Studienberatung der TU Dortmund. Du solltest dir konkrete Ziele setzen und diese aufschreiben.
Die Studierleine: Die Studierleine ist eine Wäscheleine, an der Zettel mit allen Studienzielen hängen. Am besten platzierst du sie mitten in deinem Zimmer. Verschönern kannst du das Ganze mit bunten Wäscheklammern und Fotos von Freunden. „Das Gehirn hat ein Bewertungssystem: Alles, was Spaß macht, wird auch verinnerlicht“, erklärt Werner Heister, Professor für Betriebswirtschaftslehre im sozialen Sektor an der Hochschule Niederrhein und Autor des Buches „Studieren mit Erfolg“

(Schäffer-Poeschel-Verlag, 12,95 Euro). Die Studierleine zu gestalten und ins Zimmer einzubinden macht Spaß und das Gehirn verinnerlicht so die entsprechenden Ziele. Außerdem bleiben deine Aufgaben so lange präsent, bis du sie erfüllt hast und sie von der Leine nehmen kannst.
Die Sündenliste:

Gleichzeitig empfiehlt Heister, eine Sündenliste zu führen. Auf dieser notierst du Ziele, die du nicht verwirklicht hast. Jedesmal, wenn du eine Aufgabe vor dir hergeschoben hast, machst du einen Strich hinter dieses nicht erfüllte Ziel. „Allein, indem der Student sich immer wieder vergegenwärtigt, was er nicht geschafft hat, verinnerlicht er dieses Ziel“, betont Heister.
Der Wochenplan:

Ungewohnt, aber hilfreich: Wer sich seine Ziele mitten ins Zimmer hängt, verliert sie nicht aus den Augen.

Erstelle dir zu Wochenbeginn eine konkrete Arbeitsplanung mit Beginn und Ende der einzelnen Uni- und Lerneinheiten. Dabei solltest du dein Arbeitsverhalten protokollieren. „Am besten ist ein täglicher Abgleich des Wochenarbeitsplans und des Protokolls davon, was man tatsächlich gemacht hat“, erklärt Psychologin Fitzek-Toepsch. „So erkennt der Student noch am selben Tag die Abweichung und kann sie kurzfristig korrigieren.“ Eine Wochenplanvorlage findest du zum Bei-

spiel auf www.studienstrategie.de/nutzliches/ndownloads.
Soziale Kontrolle:

Berichte möglichst vielen Leuten von deinen Plänen und Aufgaben. „So entsteht zumindest ein Gefühl von Peinlichkeit und Scham, wenn man es nicht geschafft hat und sich rechtfertigen muss“, erklärt Expertin Fitzek-Toepsch. Beim nächsten Mal willst du dir bestimmt nicht nochmal die Blöße geben.
Der Zehn-Minuten-Trick:

HILFE VOR ORT
TU Dortmund
• Prüfungscoaching. Freitags 9.30 bis 11 Uhr. Infos und Anmeldung: schmalt@verwaltung. uni-dortmund.de Anfangen statt Aufgeben. Infos: ellen.wiese@tu-dortmund.de Hilfe beim Schreiben von Studien-/Abschlussarbeiten. Infos: ellen.wiese@tu-dortmund.de Anti-Stress-Kurs. 10. Juni, 17. Juni, 24. Juni, 1. Juli, je von 18 bis 19 Uhr in der Katholischen Hochschulgemeinde. Anmeldung: anna.mielniczuk-pastoors@bistum-essen.de Lernen lernen. 8. und 9. Mai, 9 bis 17 Uhr in der Oase. Anmeldung: oase@rub.de • Effektive Prüfungsvorbereitung. 29. Mai und 30. Mai, 10 bis 17 Uhr in der Oase. Anmeldung: oase@rub.de Studienabschlusscoaching. Infos und Anmeldung: thomas.interbieten@uni-due.de Stressbewältigung, 5. Juni, 10 bis 18 Uhr, Campus Duisburg. Infos und Anmeldung: elke.muddemann-pulla@uni-due.de Mündliche Prüfung – So geht’s! Workshop I: 7. Mai, 15 bis 18 Uhr, und 8. Mai, 11 bis 17 Uhr, Campus Duisburg. Workshop II: 16. Juli, 15 bis 18 Uhr und 17. Juli, 11 bis 17 Uhr, Campus Duisburg. Anmeldung bis 30. April beziehungsweise 9. Juli bei: elke.muddemann-pulla@uni-due.de

Universität Duisburg-Essen
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Wenn du abends keine Lust auf Unikram hast, hilft der Zehn-Minuten-Trick. „Der Student vereinbart mit seinem inneren Schweinehund, nur zehn Minuten an der Aufgabe zu arbeiten, die er heute hätte erfüllen müssen“, erklärt Martin Krengel, Autor des „Studi Survival Guide“ (UniEdition-Verlag, 12,90 Euro). Diese zehn Minuten reichen meist aus, um dich zu disziplinieren und doch länger an der Aufgabe sitzen zu bleiben.

Ruhr-Uni Bochum

Zu viel gewollt und unzufrieden?
Auf den ersten Blick hast du kein Problem: Du bist motiviert und möchtest so viele Veranstaltungen wie möglich besuchen. Doch die Frage ist, welchen Preis du dafür zahlst. Denn zu hohe Ansprüche an dich selbst schaden auf Dauer. „Oftmals wird mit diesem Übereifer im Grunde nicht das eigentliche Studienziel verfolgt, zum

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HERZ-STÜCK S 09

Die sind dringend aber nicht so kompliziert (zum Beispiel duschen). In Kategorie C landet, was kompliziert, aber nicht so dringend ist (zum Beispiel Diplom-Arbeit schreiben). Ganz hinten auf deiner To-do-Liste sollten die Aufgaben aus Kategorie D stehen. Die sind weder kompliziert noch dringlich (zum Beispiel Wohnung umräumen).

Zu viel gejobbt, zu wenig gelernt?
Du bist immer sehr beschäftigt, aber leider zu wenig mit der Uni. Du arbeitest viel nebenbei und überhäufst dich mit Praktika. Dahinter steckt oft die Sorge vor der Schuldenfalle. Oder du meinst, dein Lebenslauf sei noch nicht perfekt. „Ein anderer Grund kann aber auch die Begeisterung für die Praxis sein“, weiß Psychologin Fitzek-Toepsch.
Prioritäten setzen:

„Wichtig ist, jeden Tag mit den wichtigsten Dingen zu beginnen“, erklärt Martin Krengel. „Doch dazu muss natürlich klar sein, was einem wichtig ist.“ Wie viel Geld brauchst du wirklich zum Leben? Reicht auch ein Praktikum weniger?
Feste Uni-Tage: Wann und wie du die Arbeit in deinem Wochenplan platziert, kann entscheidend sein. „Es sollten Tage in der Woche frei gehalten werden, die ausschließlich der Uni gewidmet werden“, rät Expertin Fitzek-Toepsch. Wichtig ist auch, dass du dich innerlich nicht zu sehr in den Job stürzt. „Hauptberuflich sollte man auf jeden Fall Student sein“, sagt Fitzek-Toepsch. Keine Angst vor Verschuldung:

Beispiel, ein guter Ingenieur zu werden, sondern der eigene Selbstwert aufgewertet“, sagt Psychologin Fitzek-Toepsch. Mancher will zum Beispiel vor allem seinen Eltern beweisen, dass er gut ist. „Diese Studierenden haben oft kein Erfolgskriterium und kein Limit nach oben.“ Das Problem: Erfolgserlebnisse stellen sich nicht ein, weil du ja theoretisch immer noch besser sein könntest.
Hilfe von Experten:

Das Aufgaben-Portfolio:

Werde dir bewusst, warum du so hohe Anforderungen an dich stellst. Experten in der Studienfachberatung an deiner Uni können dich dabei unterstützen. Gemeinsam errechnet ihr, wie viele Veranstaltungen machbar sind. „Grundsätzlich ist es empfehlenswert, von einer 40-Stunden-Woche auszugehen – Lehrveranstaltungen, Vor- und Nachbereitung, Lernen und Praktika inbegriffen“, erklärt Fitzek-Toepsch. Die Psychologin gibt aber zu: „In manchen Studiengängen würde man damit kläglich scheitern.“
Blick über den Tellerrand:

Damit lassen sich die Punkte herausfiltern, die Priorität haben. Male dir einen Graphen, wie du ihn aus dem Matheunterricht kennst. Auf der einen Achse steht die Wichtigkeit einer Aufgabe, auf der anderen die Komplexität. Jetzt trage deine Aufgaben ein (siehe Grafik). Was sowohl sehr komplex als auch sehr dringend ist, landet in Kategorie A. (zum Beispiel Bafög-Antrag stellen). Diese Aufgaben haben höchste Priorität. Als nächstes solltest du die Aufgaben aus Kategorie B angehen.

„Viele Studenten sollten deutlicher bereit sein, sich zu verschulden“, findet BWL-Professor Werner Heister. Wer das nicht wolle, könne versuchen, Jobs und Praktika in die vorlesungsfreie Zeit zu verlegen. Auch Fitzek-Toepsch betont: „Es ist oftmals sinnvoller, sich im Studium zu verschulden, um es zügiger durchziehen und schneller auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.“ Einen Studienkredit gibt es zum Beispiel bei der NRW.Bank und der KFW Bank.

Viel gelernt, aber alles verhauen?
Du bereitest dich gut auf deine Aufgaben vor, stetzt aber regelmäßig Klausuren in den Sand. Das kann daran liegen, dass du mit zu wenig Selbstbewusstsein an die Sachen heran gehst. „Zu viel Aufregung und Unsicherheit kann zum Beispiel daher kommen, dass die Eltern etwas gesagt haben wie ‚Das schaffst du sowieso nicht’. Oder der Studierende hat sich vielleicht schon bei ersten Erfahrungen mit Referaten in der Schule schlecht bewertet“, erklärt Bozena Fitzek-Toepsch. „Mit dieser negativen Sicht von sich selbst ist er dann ins Studium gegangen.“ Vielleicht fehlen dir auch grundlegende Studiertechniken – also zum Beispiel die Fähigkeit, eine riesige Stoffmenge vor der Klausur einzugrenzen.

Womöglich plagt dich ständig das Gefühl, nicht zu genügen. „Wer sich nur anhand seiner Leistungen bewertet, ist am Ende des Tages oft unzufrieden“, erklärt Buchautor Martin Krengel. „Auf die To-Do-Liste gehören aber auch die anderen Bereiche Körper, Kontakt, Ausgleich und Support.“ Konzentriere dich auch auf die angenehmen Dinge im Leben. „Meine Faustregel ist der ZwölfStunden-Tag, wobei die Studierenden diese zwölf Stunden für alle Lebensbereiche nutzen sollten“, betont Krengel. Denn auch die Entspannung sollte nicht zu kurz kommen, sei es in Form von Schwimmen, Musikhören oder Spazierengehen.

Sortieren hilft: Was ist eilig, was schwierig? Wer Bafög beantragt hat, darf und sollte seine körperlichen Bedürfnisse befriedigen. Dann wartet wieder die Diplomarbeit...

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S 10 HERZ-STÜCK

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Sei dein Freund:

Grundstein jedes Erfolgs ist die Liebe zu dir selbst. „Der Studierende darf sich zwar nicht selbst in die Tasche lügen, sollte aber auch fair mit sich umgehen“, erklärt Friedrich Rost, Erziehungswissenschaftler an der FU Berlin und Autor des Buches „Lern- und Arbeitstechniken für das Studium“ (VS-Verlag, 22,90 Euro). „Man muss mit sich selbst befreundet sein, denn das hilft, Dinge zu ändern.“
Mit gutem Gewissen ins Bett:

Ausgleich zum Uni-Alltag:

Die Entspannung vom stressigen Uni-Alltag darf auch bei dir nicht zu kurz kommen. Bei zu viel Aufregung und Nervosität ist es sinnvoll, eine Entspannungstechnik zu beherrschen, die man in verschiedenen Kursen erlernen kann. Zu aktiven Entspannungstechniken zählen zum Beispiel die progressive Muskelentspannung und autogenes Training. Frage dazu deine Krankenkasse, welche Kurse von ihr (mit)finanziert werden. Eine effiziente Vorbereitung auf Referate und Prüfungen kannst du lernen: Wer zum Beispiel auf seine innere Uhr hört und den Stoff sinnvoll kategorisiert, wird mehr Erfolg haben. Die besten Tipps dazu findest du auf unserem Internetportal www.pflichtlektuere.com. Das A und O bei jeder Prüfungsvorbereitung: Den Stoff von der ersten Vorlesung an kontinuierlich mitlernen. „Denn so geht das Gelernte eher ins Langzeitgedächtnis über und der Druck in den letzten Wochen vor den Prüfungen sinkt“, erklärt Psychlogin FitzekToepsch.
text Stefanie Müller fotos Florian Hückelheim grafik Tobias Jochheim

Womöglich geht es dir besser, wenn du abends bereits die Aufgaben für den nächsten Tag durchgehst: „Dann arbeitet das Unterbewusstsein in der Nacht an den Dingen, die anstehen, und sammelt Informationen. Das hilft, das Bevorstehende so organisiert und ruhig wie möglich zu bewältigen“, erklärt Buchautor Heister.
Das Karrierejournal:

Das Lernen lernen:

Um nicht immer wieder die gleichen Fehler zu machen, empfiehlt Martin Krengel, ein „Karrierejournal“ zu führen. Das ist eine Art Tagebuch. „Nach jeder großen Aufgabe hält der Student darin seine Erfahrungen fest. Was war gut? Was nicht? Was soll beim nächsten Mal besser laufen?“ Dieses Fazit schreibst du nochmal auf ein separates Blatt und legst es zum Beispiel in den Kalender an die Stelle, an der die nächste große Aufgabe ansteht.

Ausgleich muss sein, ganz egal wie viel Unikram ansteht: Denn wer richtig entspannt, sammelt Kraft für die nächsten Aufgaben.

Voll durchgeplant oder ganz relaxt?

pflichtlektüre-Autor Jens Jüttner hat sich...

UMGEHÖRT

Thomas Rathje, 29, Informatik und Technik, UDE

Sina Goundi, 24. Deutsch und Sport, RUB

Dominik Wulf, 27, Rehabilitationspädagogik, TU Dortmund

Was willst du dieses Semester besser machen?
Ganz klar: Früher mit dem Lernen anfangen und nicht wie so häufig alles auf den letzten Drücker machen. Im vergangenen Semester bin ich durch eine Prüfung gefallen, die ich jetzt im Wintersemester nachholen muss. Ich muss mich besser organisieren. Ich habe im vergangenen Semester alles geschafft, was ich wollte. Also möchte ich nicht viel verändern. Ich hoffe, ich bleibe mit dem gleichen Erfolg und Ehrgeiz bei der Sache. Im Prinzip gilt doch immer die gleiche Devise: Hauptsache, alles irgendwie bestehen. Die Ziele bleiben die gleichen wie im vergangenen Semester: Ich werde mich blind für alle Kurse anmelden und dann schauen, was rauskommt. Alles zu schaffen, ist nahezu unmöglich. Allein der Umstand, am Semesterende innerhalb von zwei Wochen sieben Klausuren schreiben zu müssen, ist schizophren.

Wie organisierst du dich am besten? Was motiviert dich?
Ich setze mir Wochenziele: Bis zum Tag X möchte ich mit einem Thema fertig sein. Ich arbeite mit kleinen Belohnungen: Wenn ich in einer Tageshälfte etwas geschafft habe, nehme ich den Rest des Tages frei, spiele Basketball oder schaue fern. Dann kann ich am nächsten Tag wieder frisch motiviert durchstarten. Ich lerne mit Karteikarten und frage mich selbst ab. Termine notiere ich direkt. In meinem persönlichen Zeitplan verlege ich Abgabetermine um ein, zwei Tage nach vorne, damit ich auf jeden Fall pünktlich fertig werde. Ich ziehe viel Kraft aus den Erfolgen der vergangenen Semester. Sie motivieren und geben Selbstvertrauen. Mein Tipp an Erstsemester: Meldet euch erstmal für alles an, sucht euch schnell nette Kommilitonen und checkt die Termine gemeinsam. So behält man den Überblick. Ich persönlich strenge mich an, weil ich weiß, dass mein Studium Geld kostet. Das Wissen, dass ich mich jedes Semester mehr verschulde, treibt mich an.

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„Keine Angst vor Fehlern“
Ein Einser-Abi ist noch lange keine Erfolgsgarantie, sagt Stefan Frädrich. Der Motivationstrainer ist überzeugt: Wer in Studium und Job durchstarten will, muss sich Nischen suchen.
Sie haben Medizin in Ulm studiert. Was hat Sie damals motiviert? Es hat mich schon immer interessiert, wie ein Körper funktioniert. Außerdem war es ein Stück weit ein Kindheitstraum. Ich wollte immer entweder Psychiater oder Gerichtsmediziner werden. By the way hat der Job auch ein gewisses Sozialprestige. Gab es in Ihrem Studienverlauf Probleme, denen Sie sich stellen mussten? Na klar. Ich drohte bei einem wichtigen Schein durchzufallen, der die Voraussetzung für den Präparationskurs war. Zum ersten Mal in meinem Studium wurde es ernst und der Arsch ging mir auf Grundeis. Was passierte? Das Seminar wurde nur im Jahresturnus angeboten und so wäre ich automatisch um ein Jahr in meinem ganzen Studienverlauf zurückgeworfen worden. Darauf hatte ich natürlich keine Lust. Ich habe mich einfach an die Arbeit gemacht. Heißt das, es gibt kein Patentrezept, wie man sich motivieren kann? Man muss sich einfach nur an die Arbeit machen? Nicht ganz. Die Grundmotivation muss schon aus einem Selbst kommen. Denn: Wenn ich mich jetzt nicht motivieren kann, eine Hausarbeit zu schreiben, wie will ich mich dann später im Beruf motivieren? Die Frage muss lauten: Warum habe ich Probleme, mich für die Hausarbeit aufzuraffen? Meist ist es gar nicht die Hausarbeit selbst. Sondern? Vielleicht studiere ich das falsche Fach. Wenn ich ein Ziel verfolge, an dem ich Freude habe, habe ich weniger Motivationsprobleme. Ich muss also reflektieren: „Will ich das wirklich?“ Angenommen, ich studiere das richtige Fach. Aber ich muss eine Hausarbeit abgeben und kann mich nicht motivieren. Was tun? Wichtig ist, sich die Prioritäten des Studiums klarzumachen und alles dann zu erledigen, wenn es anfällt. Wenn ich positiv an die Sache rangehe, spart das Ärger. Eine Hausarbeit kann ich als Herausforderung begreifen statt als Nervkram. Nicht von vorneherein sagen: „Darauf habe ich keine Lust!“ Eher: „Jetzt teste ich mal, was ich drauf habe.“ Wenn ich mich an die Arbeit gemacht habe, kommt die Motivation meist von allein. Das ist wie joggen. Am Anfang ist es oft Stefan Frädrich ist Mediziner, schwer, aber mit der Betriebswirt, Bestsellerautor und Motivationstrainer. Zeit macht es Spaß. stellen kann: „Was kannst du den ganzen Tag spielen, ohne dass es langweilig wird?“ Ich muss mir Nischen suchen. Meine Stärken müssen mir bewusst sein und ich muss an ihnen arbeiten. Schwächen kann ich dann zum Teil vernachlässigen. Ein Verkäufer, der sehr gut mit Menschen umgehen kann, aber eine Rechtschreibschwäche hat, ist trotzdem erfolgreich. Nischen suchen und sich spezialisieren klingt ein Stück weit nach Sozialdarwinismus. Nein, es ist einfach die Realität. Dass wir das oft nicht sehen wollen, ist auch ein gesellschaftliches Problem: In der Schule kriegen wir beigebracht, dass wir alle alles können müssen. Der Notendurchschnitt soll eine Art Startvoraussetzung fürs Leben widerspiegeln. Was für ein Quatsch! Lebenserfolg hat kaum mit Schulerfolg zu tun. Sondern? Im Leben wird erfolgreich, wer seine Stärken und Interessen kennt, sie konsequent verfolgt und dabei etwas leistet, was anderen Menschen Nutzen bringt! Dabei sind Fähigkeiten gefragt wie Mut, Kommunikationsfreude, Kreativität, praktisches Denken, Kooperationswille, Durchhaltevermögen, Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und zu Perspektivwechseln. Wer das versteht, kommt weit. Wer damit ein Problem hat, stolpert trotz Einser-Abi. Es geht darum, mutig sein Ding zu machen, statt sich ängstlich in Systeme einzufügen, die in die falsche Richtung dampfen.
interview Jens Jüttner fotos Florian Hückelheim, privat Ohne Fleiß kein Preis – das ist klar. Aber wer seine Stärken ausbaut, muss sich über seine Schwächen keinen Kopf machen.

EXPERTEN-TIPP
Stefan Frädrich rät, sich vier Fragen immer wieder zu stellen: 1. Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du auf jeden Fall Erfolg haben wirst? Man sagt viel zu schnell: „Das klappt eh nicht.“ 2. Was würdest du tun, wenn es dir leicht fiele? Man will immer schnellen, leichten Erfolg. Aber man muss erst lernen, damit etwas leicht wird. 3. Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Man würde viel größer denken. Viele Leute wollen heute nur Sicherheit. Dabei ist die einzige Sicherheit die, die man sich selbst geben kann. 4. Wenn du von außen auf dein Leben schaust: Was würden dir andere Menschen raten? Oft ist einem selbst nicht bewusst, was einem leicht fällt. Andere können das besser beantworten. Frädrich hat zahlreiche Bücher über Motivation geschrieben. Zuletzt erschien: „Günter, der innere Schweinehund, hält eine Rede“ (Gabal, 9,90 Euro).

Was mache ich bei Rückschlägen? Wie komme ich aus einem Leistungsloch raus? Das ist auch eine Einstellungssache. Für mich ist eine Niederlage Feedback. Das heißt: Nicht ich als Mensch oder meine Leistungen sind schlecht, sondern ich habe die Aufgabe noch nicht zufriedenstellend gelöst. Also muss die Erkenntnis lauten, die ich zum Beispiel aus einer nicht bestandenen Klausur ziehe: „Was kann ich tun, damit es beim nächsten Mal besser wird?“ In der heutigen Leistungsgesellschaft habe ich allerdings oft das Gefühl, mir Niederlagen gar nicht mehr leisten zu können. Wie gehe ich mit diesem Druck um, ohne daran zu zerbrechen? Es stimmt nicht, dass man sich heute keine Niederlagen mehr leisten kann. Gerade in der Leistungsgesellschaft ist es wichtig, sich etwas zuzutrauen und auch Fehler zu riskieren. Alles Feedback, das einen besser machen kann. Ich kenne keinen wirklich Erfolgreichen, der nicht mal auf dem Allerwertesten gelandet ist. Und was die langfristige Leistungsfähigkeit betrifft, gibt es eine recht einfache Frage, die sich jeder

S 12 RUHR-BLICK: AUF DEM CAMPUS

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Dein Platz an der Sonne
Endlich kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch die dicke Wolkendecke. Sie wecken nicht nur Blumen aus dem Winterschlaf, sondern locken auch Studenten aus den Hörsälen und Bibliotheken. pflichtlektüre auf der Suche nach euren Lieblingsplätzen.

Campus Essen: Nickerchen im Innenhof
Auf dem Campus der UDE in Essen tummeln sich die meisten Studenten auf der großen Liegewiese im Innenhof. Für den 23-jährigen Wolfgang Pfeifer ist dieser Ort „ein Traum“. Der größte Pluspunkt dieser grünen Oase ist für den Waterscience-Studenten die Aussicht, dort auch mal schnell ein kleines Nickerchen machen zu können. Zur Mittagszeit, wenn die Sonne die Wiese in einem satten Grün erstrahlen lässt, nutzen viele Essener Studenten ihre Pause dort für ein kurzes Sonnenbad. Doch auch ein ruhiges Plätzchen zum Lesen oder Lernen lässt sich auf der weitläufigen Fläche oder im Schatten eines Baumes immer finden. Wolfgang hat noch einen Tipp parat: Von hier aus sind es nur ein paar Schritte zur „Cafete“, wo man sich für die nächste Vorlesung mit einem Kaffee wieder fit machen kann.

Duisburg: Mark Lehmbrink und Chris Tokple (beide 24).

Campus Duisburg: Treffpunkt an der Bib
Bei schönem Wetter laden die Bierzeltgarnituren vor dem U-Café viele Duisburger Studenten zu einem Frühstück unter freiem Himmel ein. Mark Lehmbrink und Chris Tokple, Studenten im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen, ziehen morgens jedoch die Bänke vor der Uni-Bibliothek vor. „Hier trifft man die ganzen Leute vor den Vorlesungen und kann noch mal einen kleinen Plausch halten“, sagt der 24-jährige Chris.
texte und fotos Anna Hückelheim und Mareike Maack

Grüne Oase im Innenhof des Campus‘ Essen: Wolfgang Pfeifer (23) genießt die ersten Sonnenstrahlen.

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RUHR-BLICK: AUF DEM CAMPUS S 13

Strand-Feeling: Am Campus Dortmund lässt Ina Stolz (21) im Liegestuhl Stress hinter sich.

Campus Dortmund: Liegestuhl frei?
Auch die Studenten der TU Dortmund nutzen die freie Zeit zwischen den Veranstaltungen, um ihrem blassen Winterteint ein wenig Farbe zu verpassen. Für die Lehramtsstudentin Ina Stolz ist dafür der geeignetste Fleck auf dem Campus der Mini-Strand vor dem Café „Sonnendeck“. Wenn die 21-Jährige das Glück hat, einen der begehrten orangefarbenen Liegestühle zu ergattern, relaxed sie dort am liebsten, um sich vom stressigen Uni-Alltag zu erholen.

Verena Jenter und Ayse Yildirir (beide 21) in Bochum

MEHR IM NETZ
Wir haben bei unserem großen Rundgang auf den vier Campus noch mehr tolle Sommerplätze gefunden. Lust auf ein Sonnenbad? Eine Auswahl findet ihr ab heute auf unserem Internetportal www.pflichtlektuere.com

Campus Bochum: Sonnenbad auf der Treppe
Der beliebteste Platz für längere Pausen an der RuhrUniversität Bochum ist der Botanische Garten. Der liegt jedoch ziemlich abseits, oft ist die Zeit zwischen den Vorlesungen zu knapp bemessen und der Weg zu weit. Wer auf die Schnelle ein paar Sonnenstrahlen genießen möchte, dem empfiehlt die 21-jährige Verena Jenter die Treppen vor den Gebäuden der Geisteswissenschaften. „Wenn die Sonne scheint, ist es hier schön warm und man kann sich gut unterhalten“, sagt die Studentin der Sozialwissenschaften und Russischen Kultur.

Das Beste: Fritten nachts um halb eins
Neue pflichtlektüre-Serie „Vom Studenten zum Prominenten“: Armin Maiwald von der „Sendung mit der Maus“ hat jeden Morgen Professoren verflucht.

D

u studierst, willst vielleicht Karriere machen. Für Armin Maiwald (70) ist der Plan aufgegangen. Er studierte an der Uni Köln Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie und arbeitete danach für den WDR. Er hat die „Sendung mit der Maus“ mit erfunden. Seit 1971 erzählt er in den Sachgeschichten, wie was warum funktioniert. Aus Erfahrung weiß er: Studieren klappt auch mit wenig Geld. Welche ist Ihre beste Erinnerung an die Studentenzeit? Weil ich ja Theaterwissenschaft im Hauptfach studiert habe, gehörte es zu unseren Aufgaben, dass wir jedes Semester eine komplette abendfüllende Theateraufführung an den Start bringen mussten. Und wir Studenten mussten alles selber machen: ein Stück aussuchen, Dramaturgie, geeignete Darsteller unter uns suchen, Rollen lernen, spielen, Regie führen, Inspizienz, Regieassistenz, Kulissenbau, Auf- und Abbau, Umbau, Requisiten, Beleuchtung, eben alles, was zu einer professionellen Aufführung gehört. Und das Beste war, wenn dann die Premiere geklappt hatte, und es (allermeist) donnernden Applaus gab.

Und welche ist Ihre schlimmste Erinnerung?

Weil wir alles in einem „normalen“ Hörsaal machen Was haben Sie an Ihrer Uni-Zeit am mussten, der ab morgens meisten genossen? um 8 Uhr für Vorlesungen der WISO-Fakultät genutzt Fritten mit Mayo nachts um halb eins wurde, mussten wir nach jeund ein kühles Bier nach den Proben in der Probe alles, was wir aufeiner Kneipe, die noch so spät auf hatgebaut hatten, komplett abte – oder schon so früh. bauen. Wenn wir also bis um 3 Uhr nachts geprobt hatten, Welche Tipps geben Sie uns heutigen brauchten wir immer noch Studenten? eine bis zwei Stunden für Maus-„Vater“ den Abbau, waren dann so Armin Maiwald. Keine Ahnung, heute ist alles anders. gegen halb 6 im Bett, und unsere erste Vorlesung war dann schon wieder um 9. Das war jedes Mal ziemlich heftig, und wir Online geht‘s weiter: Ab jetzt lest ihr jeden Montag auf pflichtlektuere.com Interviews mit weiteren bekannten haben die WISO-Professoren verflucht. Ex-Studenten. Nächsten Montag erklärt KinderliederSänger Rolf Zuckowski, warum wir alle während des Wie waren Sie als Student? Studiums ein Baby bekommen sollten. Außerdem dabei: Es blieb mir gar nichts anderes übrig, als emsig der „schöne Geiger“ David Garrett und Guildo Horn. zu sein, denn ich musste für jedes Semester Studiengebühren bezahlen, vom normalen Leben, text Miriam Sahli wie Miete, Essen und Trinken ganz abgesehen. foto privat Eltern hatte ich keine mehr, Bafög war noch nicht

erfunden, ich musste das alles selbst finanzieren, irgendwie. Hab‘ halt gejobbt und konnte mir nicht leisten, ein Semester zu verbummeln.

S 14 DIENST-BAR

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Chloe
Ein erotisches Verwirrspiel, das aus dem Ruder läuft.

TERMINE
28.04.2010 Poetry Slam Zum ersten Mal wird im Chill’R in der Brückstraße 32 geslamt. Jeder Künstler bekommt die üblichen fünf Minuten. Um 20 Uhr geht’s los und für vier Euro Eintritt könnt ihr mitvoten. 29.04.2010 „Lachboden“ Einen außergewöhnlichen Abend garantiert die Artistenshow im GOP Varieté Essen, heute oder in den nächsten Tagen. Karten ab 21,18 Euro. 01.05.2010 - 30.06.2010 Ruhrfestspiele Unter dem Motto „Kontinent Kleist im romantischen Meer“ gibt es in und um Recklinghausen Stücke von Shakespeare, Comedy und natürlich jede Menge Musik. Tickets und mehr Infos findet ihr unter www.ruhrfestspiele.de 08.05.2010 Alexander Marcus Der Internet-Star („Papaya“) mit rosa Hemd und öligem Haar bringt seinen wilden Musik-Mix in die Bochumer Zeche. Ab 20.30 Uhr und ca 25 Euro.

Die erfolgreiche Gynäkologin Cathe-

rine (Julianne Moore) und der beliebte Musikprofessor David (Liam Neeson) führen eine gut funktionierende Ehe. Sie arbeiten viel und leisten sich einen hohen Lebensstandard. Erst eine verräterische SMS stört die Idylle. Catherine will herausfinden, ob David treu ist und engagiert das Luxus-Callgirl Chloe (Amanda Seyfield). Die aufregende junge

Frau soll David testen. Schon bald berichtet Chloe ihrer Auftraggeberin erotische Details. Catherine ist schockiert und will das Geschäftsverhältnis beenden, aber sie verstrickt sich noch tiefer in ein faszinierendes, gefährliches Verwirrspiel. Immer mehr verliert sie die Kontrolle im Dreieck zwischen sich selbst, ihrem Ehemann und der verruchten Chloe… Ein Film zwischen Drama und

Thriller, irgendwie eindringlich und doch nicht begeisternd. Die Personen wirken merkwürdig kalt und die Auflösung lässt sich zu früh erahnen. Psychologisch ist der Film aber sehr interessant und auch die Schauspieler überzeugen. Trotzdem ein sehr spezieller Film – wenig berührend. lik Chloe. Seit 22. April im Kino. foto: Kinowelt Filmverleih GmbH

pflichtlektüre rockt...
Tanz in den Mai
Von Freitag auf Samstag sind Rockfreunde an der Hohensyburg gut aufgehoben. Neun Bands rocken in den Ruinen. Headliner des Abends sind die „Donots“. Auch in Bochum wird getanzt. Charts, Dance, Rock und Pop, aber auch Discohits der 70er und 80er Jahre stehen auf dem Programm des Bahnhof Langendreer.

Durchgeblättert
Grubengold
Warum grüßten sich Bergleute mit „Glück auf“? Und woher stammen die unzähligen Schrebergärten? Anhand von knapp 30 Stichworten erklärt Journalistin Delia Bösch in „Grubengold: Mythos Ruhrgebiet“ verschiedenste Phänomene, Orte und Gewohnheiten der früher größten Industrieregion Europas. Ob die A40 oder Ruhrpottdeutsch – kaum ein Thema bleibt dabei auf der Strecke. Spannende Hintergrundtexte wechseln sich ab mit seitenfüllenden Farbfotos und passenden touristischen Tipps. Mal sind das Hinweise im Rahmen von Ruhr2010, ein anderes Mal interessantes Insiderwissen, zum Beispiel, wo der spannendste Schrebergarten im Pott zu finden ist. Tolles Design, eine Übersicht sämtlicher Zechen und ein Zeitstrahl, mit allem, was man über das Ruhrgebiet ab 1000 n. Chr. wissen sollte, machen das Buch komplett. Und spätestens wenn Delia Bösch die Orientierungslosigkeit der 60er Jahre beschreibt, als das große Sterben der Zechen beginnt, wird klar, dass es sich hier um weit mehr als einen Reiseführer handelt, der bloß Termine und Museen aneinanderreiht. Vielmehr erklärt dieses Buch das Lebensgefühl einer ganzen Region, ihre einzigartige Geschichte und was sie heute noch besonders macht. Ein brandaktueller Reiseführer durch die Metropole Ruhr, der auch nach 2010 noch einen Blick wert sein wird. Delia Bösch Grubengold: Mythos Ruhrgebiet 13.95 Euro 293 Seiten foto/text: jp

Superstars sind auch nur Menschen
Superstars gibt es nicht nur im Fernsehen, manchmal sind sie ganz nah: Zum Beispiel auf der Bühne des Schauspielhauses Bochum. Regisseur Frank Abt hat den Theaterabend kreiert. Die Schauspieler zeigen, was es heißt Superstar zu sein und an Grenzen zu gehen, um Träume zu verwirklichen. Termine: 29.04., 21.05., 27.05. - immer um 19.30 Uhr. brin fotos: pixelio-Isinor/Birgit Hupfeld

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Die kommenden Top Highlights:
Zu scharf um wahr zu sein

Knobeln mit Sudoku
Für Fortgeschrittene: Pro Spalte, pro Reihe und pro drei mal drei Kästchen großem Quadrat dürfen die Zahlen 1 bis 9 nur jeweils einmal vorkommen.

Urkomische Komödie über einen schüchternen Durchschnittstyp, der sein Glück kaum fassen kann, als sich die erfolgreiche und überaus attraktive Molly in ihn verliebt. Ab 29.4.2010 in deiner UCI KINOWELT!

Das Leuchten der Stille
Bewegende Liebesgeschichte nach dem Bestseller von Nicholas Sparks über die folgenschwere Entscheidung eines Soldaten für den Militärdienst und gegen die Liebe. Am 28.4.2010 um 20 Uhr als women‘s night in deiner UCI KINOWELT!

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Iron Man 2
Fortsetzung der sensationell erfolgreichen Adaption der Marvel-Comics-Figur, in der Iron Man sich mit den Bösewichten Whiplash und Black Widow messen muss. Ab 6.5.2010 in deiner UCI KINOWELT!
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Dortmund Tel: 0231/755-7473, Fax: 0231/755-7481 Briefanschrift: pflichtlektüre, c/o Institut für Journalistik, TU Dortmund, 44221 Dortmund E-Mail: post@pflichtlektuere.com Produktion: Tobias Jochheim (tjo), Daniel Klager (tni) und Mats Schönauer Bild: Florian Hückelheim (fh), Elvira Neuendank und Pascal Amos Rest Titelbild: Florian Hückelheim (fh) An dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Tamás Bogdan, Brinja Bormann (brin), Jennifer Bühsing, Johanna Fritz (jf), Agnes Heitmann (ah), Anna Carina Hückelheim (ach), Florian Hückelheim (fh), Jens Jüttner (jj), Sarah Keller (sk), Linda Klimmek (lik), Jonas Knoop (jk), Maria Latos, Mareike Maack (mm), Stefanie Müller, Malina Opitz (mao), Julian Pfahl (jp), Katrin Schmidt (ks), Judit Revész (rja), Miriam Sahli, Fabian Schwane (fas), Alina Schwermer, Manuel Solde (MANU), Kathrin Strehle (kas), Natascha Tschernoster (nt), Barbara Wege (bw), Julian Weimer (Juwe), Sophia Weimer (sow), AnjaKristin Willner (awi), Sarah Zoche (sz) Verantwortlich für Anzeigen: Oliver Nothelfer, Anschrift wie Verlag, Kontakt: 0201/804-8944 Objektleiter: Wolfgang Ibel Verlag: Westdeutsche Allgemeine Zeitungsverlagsgesellschaft , E.Brost & J. Funke GmbH u. Co.KG, Friedrichstr. 34-38, 45128 Essen Druck: Druckhaus WAZ GmbH & Co. Betriebs-KG, Anschrift wie Verlag. Kontakt: druckhaus@waz.de Erscheinungstermine: Sommersemester 2010: 27. April, 11. Mai, 25. Mai, 8. Juni, 22. Juni, 6. Juli.
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Herausgeber: Institut für Journalistik, TU Dortmund Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Meier Redaktionsleitung: Vanessa Giese (vg), ViSdP Redaktion: Uni-Center, Vogelpothsweg 74, Campus Nord, 44227

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