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"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." § 1631 (2) BGB Sehr geehrte Damen und Herren, in verschiedenen Hamburger Schulen scheint dieses Grundrecht seine Gültigkeit verloren zu haben. Seit Herbst 2008 werden minderjährige Schülerinnen und Schüler bei einem auffälligem Verhalten, das mit Gewalt in Verbindung gebracht wird, auf einen sog. `Heißen Stuhl´ gesetzt. In der Mitte eines (engen) Stuhlkreises sitzend müssen sich Kinder den Vorwürfen und Konfrontationen der gesamten Gruppe und der Lehrkräfte stellen. Dieser `Heiße Stuhl´ ist zentraler Bestandteil der Behandlungsmaßnahme `Cool in School®´, die seit Herbst 2008 als Erziehungsmaßnahme an verschiedenen Hamburger Schulen durchgeführt wird. `Cool in School®´ selbst ist eine Ableitung aus den sog. Antiaggressivitäts- bzw. Coolnesstrainings, wie sie für USamerikanischen Strafvollzug entwickelt und durch Prof. Jens Weidner in Deutschland bekannt gemacht wurden.

„Auf dem heißen Stuhl sind Provokationen, Beleidigungen, lautes Reden oder gar Brüllen u.ä. explizit erlaubt. Hinsichtlich körperlicher Berührungen ist zu unterscheiden zwischen geringfügigem Körperkontakt, der von bloßen Berührungen bis hin zum oben bereits erwähnten `Rumtätscheln´ im Gesicht reichen kann, und massiven Formen wie Schubsen oder gar Schlagen." So beschreibt Knud-Christian Hein (2007) die Praxis des heißen Stuhls in `Rechtliche Grenzen von Anti-Aggressivitäts-Trainings´. Nach Beginn der Behandlungsmaßnahme musste das Konzept vor dem Hintergrund massiver Kritik von der Schulbehörde im Frühjahr 2009 überarbeitet werden. Doch noch immer werden minderjährige Schülerinnen und Schüler in sog. `Mr. Cool´ und `Lady Cool´ Sitzungen auf den `Heißen Stuhl´ gesetzt und durch „provokative, die Fehleinstellungen der Täter und Täterinnen hinterfragende Techniken“ sowie dem „Wecken von Schuld- und Schamgefühl durch Konfrontation“ in entwürdigender Weise vorgeführt und beschämt. Die Rechtswissenschaftlerin Dr. Dorothea Rzepka sieht in der Methode des `Heißen Stuhls´ eine entwürdigende Situation, in der sich eines - mit guten Gründen aufgegebenen - öffentlichen Prangers bedient wird. Die Initiative `Kein heißer Stuhl in Hamburger Schulen´ sieht in der Anwendung der Behandlungsmaßnahme `Cool in School®´ mit der Methode des `Heißen Stuhls´ als Erziehungsmaßnahme in Hamburger Schulen eine Verletzung des Grundrechts der „Unzulässigkeit von seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen“ und einen Verstoß gegen das Hamburgische Schulgesetz, das „die körperliche Züchtigung und andere entwürdigende Erziehungsmaßnahmen“ (§ 41, Abs1) verbietet. Die Einführung von `Cool in School´ hat zu einer Vielzahl kritischer Reaktionen geführt. Mit einer neuen Webseite www.kein-heißer-stuhl-in-hamburger-schulen.de wollen wir
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das Konzept der Behandlungsmaßnahme einer breiten Öffentlichkeit - insbesondere Eltern betroffener Schüler und Schülerinnen - zugänglich machen,

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über unsere fachliche Kritik an der Behandlungsmaßnahme informieren,

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einen Überblick über rechtliche Grenzen von AAT-und Coolness-Trainings und deren Effizienz geben,

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wissenschaftliche Beiträge zu Konfrontativer Pädagogik und AAT dokumentieren, sowie mit einer Chronologie über die bisherigen Aktivitäten der Initiative informieren.

Ziel unserer Initiative ist der STOPP der Durchführung der Behandlungsmaßnahme an Hamburger Schulen und eine öffentliche Diskussion über die rechtliche Zulässigkeit und pädagogischen Grundsätze der Behandlungsmaßnahme.

Wenn sie das Anliegen dieser Initiative unterstützen wollen, bitten wir Sie, die Forderung nach einem Stopp der Behandlungsmaßnahme und einer breiten öffentlichen Diskussion an die Schulsenatorin Frau Christa Goetsch unter webmaster@bsb.hamburg.de zu richten und die Informationen über die Initiative `Kein heißer Stuhl in Hamburger Schulen´ in Form eines Hinweises auf die Webseite an Interessierte weiterzugeben.

Mit dieser Mail bedanken wir uns zugleich bei allen bisherigen Unterstützern und Unterstützerinnen – für die direkte Ansprache oder durch die Übersendung einer persönlichen und/oder fachlichen Stellungnahme. Wir freuen uns, dass wir mit Ihrer Hilfe einen Vorgang öffentlich machen konnten, der unseres Erachtens dringend der weiteren kritischen Aufmerksamkeit bedarf!

Alexander Bentheim, männerwege verlag & agentur Hans-Jürgen Wielsch, Männer gegen MännerGewalt® Hamburg