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TOTALITÄT DES WISSENS ODER TRANS-DIFFERENZEN VON PSYCHOANALYSE UND UNIVERSITÄT

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TOTALITÄT DES WISSENS ODER TRANS-DIFFERENZEN VON PSYCHOANALYSE UND UNIVERSITÄT
Ulrich Kobbe

ZUSAMMENFASSUNG: Dieser Essay untersucht das Verhältnis von Psychoanalyse und Universität, indem auf Modellvorstellungen der französischen Psychoanalyse bei Lacan Bezug genommen wird. Indem der universitäre Diskurs bzw. Diskurs der Wissenschaft mit dem Diskurs der Psychoanalyse rspkt. des Analytikers konfrontiert wird, lassen sich die jeweiligen Charakteristika und Differenzen herausarbeiten, können Wissenschaftspraxen, Diskurslogiken, Subjektmodelle, Kausalitätskonzepte und Wahrheitsansprüche verdeutlicht, müssen Subjektivitäts- und Objektivitätsaxiome miteinander konfrontiert werden. SCHLÜSSELWÖRTER: Kausalität, konjekturale Wissenschaft, Psychoanalyse, Subjektpsychologie, Unbewusstes, Universität, Wahrheit, Wissenschaftsdiskurs

Die Thematik des Verhältnisses von Psychoanalyse und Universität impliziert einige - scheinbar selbstverständliche - Voraussetzungen, nämlich 1. zu wissen, was Psychoanalyse >ist<, 2. Wissenschaft und Universität präzise definieren zu können, 3. erkenntnis- und methodentheoretische, forschungs- wie wissenschaftsinhärente Fragen umfassend diskutiert und geklärt zu haben usw. Aus diesem Spektrum werden hier nur einige Aspekte1 aufgegriffen und thesenartig erörtert werden.
1 Der Beitrag ist die ausgearbeitete Langfassung eines Thesenpapiers für das Podiumsgespräch >Psychoanalyse an der Uni-

So bleibt bereits der Titel dieses Essays zunächst vage: In ihm klingt an, es könne sich um >die< Psychoanalyse im Verhältnis zu >der< Universität handeln. Gerade diese Suggestion ist als ein Trugschluss zu skizzieren, wie ihn Pine (1990) in einem Aufsatz als jeweils unterschiedliche »Psychologie des Triebes, des Ichs, der Objektbeziehungen und des Selbst« offenlegt. In Überschreitung des traditionellen Rasters der Psychoanalyse ist als fünfte Psychologie zusätzlich zu den vier Psychologien
versität während der NGfP-Tagung forschen, Lernen und Lehren - Psychologie auf neuen Wegen?<, Bremen, 01.-03.07.05

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der Psychoanalyse (Triebpsychologie, Ich-Psychologie, Objekt-Beziehungstheorie, Selbstpsychologie) eine lacanianisch geprägte Lesweise Freuds zu ergänzen: Vereinfachend ausgedrückt, handelt es sich um ein existentialistisch und/oder strukturalistisch aufzufassendes >Zurück zu Freud<. Gerade von dieser Modellkonzeption aus werden in Abgrenzung zu jenen Anpassungsprozessen, die den Verlust des kritischen Potentials >der< Psychoanalyse trigger(te)n, die nachfolgenden Thesen entwickelt werden.

EINE BEZIEHUNG, DIE >KEINE IST<
Für das Verhältnis von Psychoanalyse und Universität ist festzustellen, dass sich beide bei differenzierter Betrachtung in einer Beziehung zueinander befinden, die »keine ist« (Badiou 2001, S. 23). Denn: Angesichts der »Frontstellung] und der Grenze der verschiedenen Modi des Wissens zwischen physis und psyche, zwischen den Wissenschaften von der Natur und der Wissenschaft von der Seele oder vom Menschen, zwischen einer physikalischen Theorie [...] auf der einen Seite und einer psychoanalytischen Wissenschaft auf der anderen Seite«2 (Derrida 2002, S. 33) handelt es sich um »Elemente, die einander inkommensurabel sind« (Badiou 2001, S. 30). Bezogen auf die Ausarbeitung der Diskursstrukturen bei Lacan wird deutlich, dass

>Psychoanalyse< und >Universität< unterschiedlichen Diskursen angehören, die als Diskurs der Universität (Diskurs der Wissenschaft) und als Diskurs der Psychoanalyse (Diskurs des Psychoanalytikers) gänzlich verschiedene Struktur und Dynamik haben, jedoch diskurslogisch miteinander zusammenhängen: > Der Diskurs der Psychoanalyse f:~*-f; erweist sich als ein Diskurs, bei dem das Objekt [klein] a an der Stelle des Agens, das Subjekt (S) an der Position des anderen und das Wissen (S,) am Platz der Wahrheit steht.3 Indem Lacan vor dem Hintergrund des Unbewussten und der Sprachbarriere die Frage stellt, ob und inwieweit diese Wahrheit als »mi-dire« überhaupt nur >halb (aus)gesagt< werden kann, stellt sich die Frage, ob Wissen und Wissenschaft überhaupt wahr sein können und nicht immer auch - >hinter< dem Symptom verborgen und/oder durch ein Phantasma maskiert - stets nur ein Versprechen bleiben müssen. > Der Diskurs der Universität 1^ hingegen setzt das Wissen (S2) :1 an die Stelle des Agens und das Ob-

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Kursivsetzungen in Zitaten folgen hier und im weiteren Text dem jeweiligen Original.

Die verwendeten Sonderzeichen entstammen der psychoanalytischen Theoriebildung bei Lacan, der diese Matheme zur wissenschaftlichen Formalisierung und Herstellung von Eindeutigkeit eingeführt hat. Die hier wiedergegebenen Diskursmatheme beziehen sich auf das gespaltene (»gebarrte«) Subjekt S, den kleinen anderen a, den großen Anderen A, den Signifikanten s, den Herren-Signifikanten S , die signifikante Kette /das Wissen S,.
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jekt (a) an den Platz des anderen. Entsprechend wird das Subjekt (S) »zu einer Restgröße«, d. h. »dieses verliert in diesem Diskurs jede Besonderheit, denn sein Ideal besteht in der Objektivität, in der das Subjektive austauschbar ist«. Aufgrund dieser Struktur vermag »das Subjekt der Wissenschaft die Dimension der Wahrheit nicht zu erreichen« (Widmer 1990, S. 142). So wird >Wahrheit< im universitären Diskurs durch Formen von >Richtigkeit< substituiert, die auf technischer Verfügbarkeit basiert und demzufolge Gefahr läuft, »zur Ideologie zu werden, zu suggerieren, die Erfüllung aller Wünsche wäre möglich [und] sei nur eine Frage des technischen Fortschritts« (Widmer 1990, S. 143).

>ALLES WISSEN<(3x)VERSUS
>NlCHT ALLES WISSEN< (3x) ... KÖNNEN Indern Wissenschaft nicht das Monopol auf Wahrheit beanspruchen kann (Lacan 1936, S. 79), impliziert wissenschaftliche Wahrheit die Einführung eines »Maßstabs« in das Reale (Lacan 1953, S. 286) und die Entwicklung dieser Wahrheit als Fiktion. Dabei ist diese Fiktion nicht i. S. einer Unwahrheit, sondern als ein wissenschaftliches Konstrukt (Lacan 1959, S. 21-22) und als eine Konvention (Lacan 1964c, S. 183) zu verstehen, deren illusionäre Garantien ebenso erzeugt wie verdeckt und aufgedeckt werden können: »Die Wahrheit bohrt sich in das Reale dank der Dimension des Sprechens.

Vor dem Sprechen gibt es weder wahr noch falsch« (Lacan 19754, zitiert nach Evans 2002, S. 338). Für Lacan sind demzufolge »science« und »verite« keineswegs Bezeichnungen ein und desselben Begriffs, sondern Aspekte distinkter Diskurse, die eine »Teilung des Subjekts zwischen Wahrheit und Wissen« bedingen (Lacan 1965, S. 864). Für die Frage des Verhältnisses von Psychoanalyse und Universität bedeutet dies, dass dieses nicht als »Streit der Fakultäten« (Kant) zu definieren - mithin zu lösen bzw. zu entscheiden - ist. Denn für diesen Streit sich gegenseitig infrage stellender Lehren formuliert Kant (1798, S. 31), er könne und solle »nicht durch friedliche Übereinkunft (amicabilis compositio) beigelegt werden«, sondern er bedürfe »(als Prozess) einer Sentenz, d. i. des rechtskräftigen Spruches eines Richters (der Vernunft)«. Vielmehr müsste die Differenz der beiden Diskurse dahingehend zu nutzen versucht werden, dass beide im Idealfall voneinander >lernen< könnten: Indem der Diskurs der Psychoanalyse sich des Unberechenbaren und Verkannten annimmt, stellt sich die Frage, ob - und wie der Diskurs der Universität in der Lage ist, seinen auf Berechenbarkeit und Erkenntnis zielenden und ggf. totalisierenden Anspruch zu relativieren. Dass es zu einer Gefahr totalisierender Wissenschaftsansprüche kommen kann, ist in einer historischen Entwicklung begründet, bei der sich der traditionelle - autoritäre und mitunter undialektisch vereinseitigte 4

Zitat im Original nicht auffindbar.

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Herrendiskurs -f"*^ durch das Auftauchen des cartesianisch geprägten universitären Diskurses •f^~*-f subversiv verändert, da die Verschiebung des Wissens vom Platz des anderen auf den Platz des Agens einen so dominanten Diskurs der Universität ermöglicht hat, dass Foucault vom Macht-Wissen-Komplex spricht. Nun geht es nicht mehr darum, >von allem< zu wissen, sondern um den Anspruch, >a//es< zu wissen: »Die Tatsache, dass das Alles wissen an den Platz des Herren getreten ist, [...] das ist der Kern dessen, worum es in der neuen Tyrannei des Wissens geht«5 (Lacan 1970a). Diese Diskrepanz lässt sich mit der von Lacan (1971, S. 14-15) in die Psychoanalyse eingeführten Propositionenlogik als Differenz der Existenzquantoren 3x versus 3x formalisieren: Indem Lacan (1972, S. 10) unter Bezugnahme auf Aristoteles die Funktion 3x als »pastout« - als >Nicht-Alles< - übersetzt, macht er wortspielerisch deutlich, dass dieser Schritt oder Eintritt (»pas«) in das Ganze (»tout«) des Wissens nicht nur auch eine Schwelle zur Totalität darstellt, sondern zugleich ein Überhaupt-Nichts (»pas du tout«) als das Nichts des Ganzen beinhaltet: Wenn Lacan (1972, S. 10) dabei darauf hinweist, es sei andererseits aber >ungehörig<, mit dem Balken über

»Jacques Lacan: Seminar XVII >L'envers de la psychanalyse<, Sitzung vom 14. Januar 1970; diese Passage stammt aus einer Mitschrift und ist in der 1991 bei Seuil erschienen Buchausgabe nicht enthalten« (Lebrun 1994, S. 157 Fn 12).
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dem Quantor (3) die Existenz von x zu leugnen und psychoanalytischerkenntnistheoretisch ein Nichts bzw. ein Nicht-Alles / eine NichtTotalität (des Wissens) - zu konzeptualisieren, geht es um jenes wissenschaftliche Denkverbot, das die Infragestellung des universitär totalisierten Anspruchs, potentiell >alles< zu wissen, tabuisiert. Unter diesen Gesichtspunkten käme dem universitären Diskursmodell der Charakter eines ausschließenden Nicht-Konzepts (»non-concept«) zu, wogegen der psychoanalytische Diskurs lacanianischer Prägung parallel sowohl Konzept wie Nicht-Konzept verfolgt und beide als Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu denken, eröffnet (Althusser1963, S. 70). Wesentlich bleibt daher, »dass zwischen der Ordnung des konstativen Wissens und der symbolischen Ordnung der performativen Institution die Artikulation, so indirekt sie auch bleibt, nicht ohne einen absoluten Hiatus auskommen kann, den Hiatus einer Heterogenität, die immer offen bleiben muss« (Derrida 2002, S. 92). Diesbezüglich unterstreicht Althusser (1963, S. 57), eine solche Artikulation sei ohne Austausch von Konzepten nicht möglich. Im Sinne Freuds Verhältnis zu den naturwissenschaftlichen Disziplinen müsste es also darum gehen, die Diskurse der Psychoanalyse und der Universität »zu artikulieren, aufzugliedern und miteinander zu verbinden, ohne zusammenzuwerfen, ohne überstürzt zu homogenisieren, ohne die Instanzen, die Strukturen und die Gesetze einzuebnen« (Derrida 2002, S, 19). Dies je-

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doch ließe sich nur leisten, indem dem Aufgeschobenen der Differentialität (»differe de la differance«)6 als einem dynamischen Konzept von Struktur Rechnung getragen würde: Das heißt, für einen Veränderungsprozess des wissenschaftlichen durch den psychoanalytischen Diskurs wäre das Begehren der Wissenschaftler ein ausschlaggebender Faktor, so wie andererseits »die Position des Analytikers gegenüber der Institution [Universität], auf die er sich bezieht, [...] nicht ohne Einfluss auf die Wirkungen seiner Praxis bleiben« kann (Müller 1978, S. 74). In dieser Hinsicht versperrt sich Psychoanalyse einem sich allzu leicht »fetischisierenden« Wissen(schaft)sverständnis (Barthes 1977, S. 18): Zwar kann sie die Auswirkungen des Wissenschaftsdiskurses »nicht heilen, doch es ist zumindest ihre Aufgabe, ihnen etwas entgegenzustellen« (Lebrun 1994, S. 159). Dennoch bleibt sie vor dem Wissenschaftsanspruch auf Eindeutigkeit auf in der Kompatibilität enthaltene Komptabilität (Lacan 1970b, S. 11), sprich, Berechenbarkeit - eine problematische Diskursformation: Als sowohl Theoriesystem, Psychopathologielehre, Subjektmodell und/oder Behandlungspraxis ähnelt Psychoanalyse, wie Barthes (1977, S. 19-20) anmerkt, »ein wenig der Fledermaus bei La Fontaine«, die sich einmal als Vogel, ein anderes Mal als Maus
Der von der »difference« (= Differenz) zu unterscheidende derridasche Terminus »differance« (vgl. Clemenz 1998, S. 51-54) müsste diese Differentialität konsequenterweise analog mit >Differänz< wiedergeben.
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ausgibt7: »Ich bin eine Theorie, sagt sie, seht meine Metapsychologie; ich bin eine Praxis, mein Kranker lebe hoch. Die Theorie gestattet, alles zu behandeln; die Praxis erlaubt, unter sich zu bleiben«. Was an dieser quasi >selbstimmunisierenden< Persiflage deutlich wird, ist der Status der Psychoanalyse als »jene Psychologie [...], die unser Verständnis von den seelischen Vorgängen und den seelischen Inhalten nach zwei Seiten auszudehnen in der Lage ist: in die Physiologie und in die Sozialwissenschaften« (Lorenzer 1988, S. 437). Wenn man mithin »das Phantasma einer vereinheitlichten, reinen Psychoanalyse aufgeben« muss, dann macht dies »den Verfechtern einer wissenschaftlichen und mehr noch einer mathematischen Psychoanalyse einen Strich durch die Rechnung und lässt eine menschliche Praxis entstehen, die mehr in der Nähe der Kunst und vor allem der Poesie als der Wissenschaft anzusiedeln ist« (Israel 1994,5.224-225).

DAS ASUJETTIERTE SUBJEKT (IN) DER WISSENSCHAFT
Mit dem unberechenbarem Diskurs der Psychoanalyse wird zugleich die Figur des >sujet suppose savoir<, wird ein >Subjekt-dem-Wissen-unterstellt-ist< eingeführt (Lacan 1967). Als
Barthes bezieht sich auf das - an eine Erzählung Esops angelehnte - Lehrstück über die wechselnden Politiken der gegen die Hugenotten gerichteten katholischen heiligen üga< (1576-1595) mit dem Titel >Die Fledermaus und die beiden Wiesek als Fabel 5 im Zweiten Buch von La Fontaine.
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Herrendiskurs -^""T durch das Auftauchen des cartesianisch geprägten universitären Diskurses ^""f subversiv verändert, da die Verschiebung des Wissens vom Platz des anderen auf den Platz des Agens einen so dominanten Diskurs der Universität ermöglicht hat, dass Foucault vom Macht-Wissen-Komplex spricht. Nun geht es nicht mehr darum, >von allem< zu wissen, sondern um den Anspruch, >alles< zu wissen: »Die Tatsache, dass das Alles wissen an den Platz des Herren getreten ist, [...] das ist der Kern dessen, worum es in der neuen Tyrannei des Wissens geht«5 (Lacan 1970a). Diese Diskrepanz lässt sich mit der von Lacan (1971, S. 14-15) in die Psychoanalyse eingeführten Propositionenlogik als Differenz der Existenzquantoren 3x versus 3x formalisieren: Indem Lacan (1972, S. 10) unter Bezugnahme auf Aristoteles die Funktion 3x als »pastout« - als >Nicht-Alles< - übersetzt, macht er wortspielerisch deutlich, dass dieser Schritt oder Eintritt (»pas«) in das Ganze (»tout«) des Wissens nicht nur auch eine Schwelle zur Totalität darstellt, sondern zugleich ein Überhaupt-Nichts (»pas du tout«) als das Nichts des Ganzen beinhaltet: Wenn Lacan (1972, S. 10) dabei darauf hinweist, es sei andererseits aber >ungehörig<, mit dem Balken über

»Jacques Lacan: Seminar XVII >L'envers de la psychanalyse<, Sitzung vom 14. Januar 1970; diese Passage stammt aus einer Mitschrift und ist in der 1991 bei Seuil erschienen Buchausgabe nicht enthalten« (Lebrun 1994,3. 157 Fn 12).
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dem Quantor (3) die Existenz von x zu leugnen und psychoanalytischerkenntnistheoretisch ein Nichts bzw. ein Nicht-Alles / eine NichtTotalität (des Wissens) - zu konzeptualisieren, geht es um jenes wissenschaftliche Denkverbot, das die Infragestellung des universitär totalisierten Anspruchs, potentiell >alles< zu wissen, tabuisiert. Unter diesen Gesichtspunkten käme dem universitären Diskursmodell der Charakter eines ausschließenden Nicht-Konzepts (»non-concept«) zu, wogegen der psychoanalytische Diskurs lacanianischer Prägung parallel sowohl Konzept wie Nicht-Konzept verfolgt und beide als Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu denken, eröffnet (Althusser1963, S. 70). Wesentlich bleibt daher, »dass zwischen der Ordnung des konstativen Wissens und der symbolischen Ordnung der performativen Institution die Artikulation, so indirekt sie auch bleibt, nicht ohne einen absoluten Hiatus auskommen kann, den Hiatus einer Heterogenität, die immer offen bleiben muss« (Derrida 2002, S. 92). Diesbezüglich unterstreicht Althusser (1963, S. 57), eine solche Artikulation sei ohne Austausch von Konzepten nicht möglich. Im Sinne Freuds Verhältnis zu den naturwissenschaftlichen Disziplinen müsste es also darum gehen, die Diskurse der Psychoanalyse und der Universität »zu artikulieren, aufzugliedern und miteinander zu verbinden, ohne zusammenzuwerfen, ohne überstürzt zu homogenisieren, ohne die Instanzen, die Strukturen und die Gesetze einzuebnen« (Derrida 2002, S, 19). Dies je-

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>sujet suppose< wird jedoch nicht allein das Wissen unterstellt, sondern »in derselben Bewegung« auch das Subjekt selbst, sodass beide - Subjekt wie Wissen - im Kontext der Verhältnisse von Signifikant oberund Signifikat unterhalb der Barre »als Signifikat einer Unterstellungsbewegung« erscheinen (Haas 1986, S. 15). Indem sich das assujettierte Subjekt mithin dem in signifikanter Position befindlichen Wissen bzw. zwei Wissen, deren Verhältnis das einer Implikation (S—S') ist, unterstellt erweist, versteht sich dieses Subjekt der Psychoanalyse (f-) »als das Subjekt der modernen Wissenschan. Die moderne Wissenschaft konstituiert sich in einem Auseinandertreten, einer Spaltung [...] des Subjekts in Wissen und Wahrheit« (Haas 1986, S. 17). Mithin entsteht eine insofern angespannte Beziehung von Universität und/oder Psychoanalyse, als zwar »Wissen und Wahrheit aneinander leiden« (Haas 1986, S. 17), sich in dieser Beziehung dann zwar als kompatibel, angesichts der Unmöglichkeit eines (kompletten) Ganzen, eines immer zugleich unbewusst bleibenden Rests, sich jedoch nicht als komplementär beschreiben lassen (Lacan 1970c, S. 10). Diese Einschränkungen stellen in / die Frage, wie eine Lehre beschaffen sein kann (und muss), die »dieser Bezeichnung würdig ist« (Lacan 1957, S. 458). Eine Antwort gibt der »maTtre-penseur« in (s)einer Bemerkung zu Francois Perrier, dieser »halte« ihn offensichtlich »für eine Kleinsche Flasche« (Allouch 1998, S. 24 u. 146). Diese >unmögliche< Figur der

Mathematik des nicht-euklidischen, topologischen Raums8 ist ein geometrisches Objekt, bei dem Innen und Außen als so genannte >nichtorientierbare< Kleinsche Fläche (eigentliche Bezeichnung) gleichzeitig sind und nicht unterschieden werden können. Eine solche >Flasche< vermag keine Flüssigkeit aufzunehmen, sodass es Lacan mit dieser Metapher um nichts anderes geht, als dass der Lehrende einen Ort des Mangels repräsentiert, d. h. einen Ort, auf den sich das Begehren des Studierenden zentriert. In diesem Sinne richtet sich das Wissbegehren auf einen Ort der Wahrheit, der auf der Ebene des »als eine Sprache« strukturierten Unbewussten durch den [großen] Anderen (A) als Mangel im / des Realen erscheint. Dieser im Sprechen enthaltene An-Spruch nach Wahrheit erweist sich als »mit einer zweifelsohne grausamen Personifizierung dieses [großen] Anderen verbundene Förde-

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Kleinsche Flasche, parametrische Darstellung nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Klein sehe Flasche

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rung, die jedoch [...] deren Faltungen / Verkrümmungen nicht allzu schlecht ergründet« hat (Lacan 1957, S. 456). Wissenschaftlich-ergebnisorientiert geht es mithin darum, die Beziehung des Subjekts zum Signifikanten zu klären, sprich, sich über die Natur der Wahrheit (der Wissenschaft) als Fiktion klar zu werden bzw. diese Wahrheit in »ihrer fiktionalen Struktur sichtbar werden zu lassen« (Lacan 1957,3.451). Das heißt, »jedes Zurück zu Freud, das Stoff für eine diese Bezeichnung verdienende Lehre hergibt«, wird sich als verborgene Wahrheit nur in jener kultur(r)evolutionären Diskursformation (wieder-) herstellen lassen, »die wir denen, die nach uns kommen, weiterzugeben beanspruchen können. Diese nennt sich: eine Haltung« (Lacan 1957, S. 458). Diese psychoanalytisch-ethische Haltung macht letztlich - wenn sich denn sowohl das Subjekt des Wissenschaftlers wie das Wissen als unterstellt erweisen - das Wesen der psychoanalytischen Lehre aus. Indem es um eine ebenso selbstkritisch-bescheidene wie selbstreflexivselbstbewusste Haltung geht, muss psychoanalytische Lehre nicht nur eine Ethik des Begehrens verwirklichen, sondern zugleich eine Ethik des Subjekts (in) der Wissenschaft herstellen: »In der Wissenschaft erweist sich das Subjekt letztendlich nur auf der Ebene des Bewusstseins garantiert, da nun einmal im Grunde der Gelehrte das Subjekt x in der Wissenschaft ist. Er ist es, der das Wissenschaftssystem beherrscht, das die Dimension des Subjekts auf-

rechterhält. Er ist das Subjekt, insofern er das Abbild, der Spiegel, der Träger der objektalen Welt ist« (Lacan 1954, S. 302). Denn nicht das »Wissen über das Objekt a macht die Wissenschaft der Psychoanalyse aus«, sondern - indem das Objekt [klein] a »in die Spaltung des Subjekts eingeflochten« ist und zu dessen Struktur(ierung) beiträgt - »setzt ihre Praxis kein anderes Subjekt voraus als das der Wissenschaft« (Lacan 1965,3.863).

KONJEKTURALE UND EXAKTE WISSENSCHAFTEN
Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich darüber hinaus die Differenz zwischen den Naturwissenschaften als so genannten >exakten< Wissenschaften und den Geisteswissenschaften als von Lacan so genannten >konjekturalen< Wissenschaften oder Wissenschaften der Subjektivität - partiell überbrücken: »Der Gegensatz der exakten Wissenschaften zu den konjekturalen Wissenschaften kann von dem Augenblick an nicht mehr aufrechterhalten werden, in dem die Konjektur einer exakten Berechnung (Wahrscheinlichkeit) unterzogen werden kann und in dem diese Genauigkeit ausschließlich in einer formalen Logik begründet ist, die Axiome von Symbolordnungsgesetzen unterscheidet« (Lacan 1965, S. 863). Andererseits ist Genauigkeit als ein »Maßstab« definierbar, den die exakte Wissenschaft »in das Reale einführt« (Lacan 1953, S. 286) und der weder mit Wahrheit identisch ist

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noch sein kann: Wahrheit bezieht Wenn Irrtum nur noch als Abwesensich auf ein Begehren, das einen Er- heit oder als Negativ der Wahrheit, kenntnisgegenstand der konjektura- wenn Irrsinn ausschließlich >jenseits< len Wissenschaften darstellt, in die- von sinnstiftender Vernunft denkbar sem Bezug auf Subjekt und Subjekti- bleibt, ist dies ein konzeptionelles vität nur im Zusammenhang mit Nicht-Konzept mit mechanistischen Sprache sinnhaft wird, in seiner un- Annahmen einer unmittelbaren Umbewussten Logik wie Bedeutung nur kehrbarkeit (»convertibilite«) von Paim Sprechen erschlossen werden thologie in Normalität (Althusser kann und als Ethik des Begehrens 1964, S. 113). immer eine Ethik der Differenz darstellt. KAUSALITÄT VERSUS URSACHE Indem sich Psychoanalyse als eine rationale Wissenschaft des IrratiMit diesem Wissenschaftsveronalen und des Singulären versteht, treffen sich die Diskurse der Universi- ständnis der Psychoanalyse wird tät und der Psychoanalyse in einem deutlich, dass dieses zugleich die modernen Subjekt der Wissenschaft; kausalen, beweisführenden Konvendenn: Dessen wissenschaftliche Er- tionen des Universitätsdiskurses inkenntnis beruht selbst da ausschließ- frage stellt. Aus Sicht lacanianisch lich auf Prozessen eines vernünftigen geprägter Psychoanalyse wird anDialogs, wo die Vernunft im Wahn- hand der Begriffsbildungen bereits sinn an ihre Grenzen stößt. Ein- deutlich, als wie konstruiert und beschränkend bleibt allerdings festzu- grenzt die Kausalitätsmodelle beurstellen, dass sich an dieser Grenze teilt werden müssen: Der den Grund aufzeigen lässt, dass der wissen- oder die Ursache bezeichnende franschaftliche Diskurs der Universität zösische Begriff »raison« bedeutet zwar auf ein wahres Wissen zielt, je- zugleich >Vernunft / Verstand< und doch zugleich dadurch in einer Ver- verweist darauf, dass Kausalgründe werfung des Begriffs der Wahrheit rational konstruiert werden und nicht (Lacan 1965, 874) begründet ist: Wie objektiv gegeben sind. Der die KauLacan (1946, S. 153-154) aufzeigt, salität - die Ursache, den Grund, die »bedingt« der Wahrheitsbegriff in Veranlassung - bezeichnende franseinen essentiellen Eigenschaften zösische Begriff »cause« impliziert das Wesen - und das Verständnis - zugleich »causer«, einen Terminus, des Wahnsinns. Gerade dieses Irra- der sowohl >veranlassen< / werursationale jedoch wird von den akademi- chen< bedeutet als auch >sich unterschen Wissenschaften der Moderne halten< / >plaudern<, womit deutlich auf eine Weise ausgegrenzt, dass sie wird, dass diese Causa sprachlich den Wahnsinn nicht nur in seiner - bedeutet wird. Ergänzend macht Deleuze subjektiven - Wahrheit verkennt und ihm seine Bedeutung nimmt, sondern (1980a) anhand einer Diskussion der dabei auch sich selbst die eigenen Unterschiede von »cause« und »raiGrundlagen zu entziehen droht. son« darauf aufmerksam, dass die

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wissenschaftlichen Kausalitätskonzepte gewissermaßen >naiv< sind, als sie - insofern es eine Kette von immer weiter aufeinander verweisenden Kausalitätsbeweisen gibt - sowohl ins Unendliche (»infini«) als auch ins Unbestimmte (»indefini«) weisen. Gleichzeitig unterstreicht er, dass das rational-begründende Prinzip des hinreichenden Grundes diese Vorstellung einer - unbedingt - notwendigen Kausalität zwar überschreitet, jedoch auch nur auf eine Konzeptbildung, auf eine quasi konstruktivistische Gleichsetzung von Verstehen und Begründen eines Erkenntnisgegenstandes und Differenzierung von anderen Erkenntnisgegenständen hinausläuft (Deleuze 1980b). In diesem Sinne erweisen sich die gängigen Ursache-Wirkungs-Vorstellungen als einerseits wissenschaftlich naiv, andererseits ignorieren bzw. verkennen sie, dass gerade das Unbewusste nicht diese ununterbrochene Kausalität herstellt, indem es eine Strukturlücke überbrückt, sondern dass es »vielmehr die Kluft aufzeigt, von der aus sich die Neurose mit einem Realen verbindet - einem Realen, das selbst nicht determiniert sein muss« (Lacan 1964b, S. 30). In dieser Hinsicht bedarf es einer konsequenten Unterscheidung von Ursache und kausaler Gesetzlichkeit. Beide sind psychoanalytisch betrachtet - insofern gegensätzlich, als das Gesetz der Kausalität mit seiner deterministisch verketteten Logik von Aktion und Reaktion »nur in einem Zug«, sprich, ohne Unterbrechung, vorstellbar ist (Lacan 1964b, S. 30); die Ursache hingegen ist mit einer solchen rationalen Logik weder zu benennen

noch eindeutig zu bestimmen: Sie erweist sich als etwas - zunächst Unbegreifliches / Unbegriffliches (»anticonceptuel«), mithin Nicht-Kalkulierbares, als etwas »Unbestimmtes«, als eine »Lücke«, in deren »Zwischenraum etwas oszilliert« (Lacan 1964b, S. 30). Insofern stellt das Unbewusste keineswegs die Kontinuität kausaler Abläufe her, sondern es konfrontiert »mit den schockierenden Rück- und Nachwirkungen der traumatischen Unterbrechungen« wie sie als Kluft zwischen dem Intendierten und dem Realisierten, zum Beispiel beim Versprecher als »Kluft zwischen dem, was ich sagen will, und meinen tatsächlichen Worten«, alltäglich beobachtbar ist (Zizek 2001 b, S. 60). Dieses Sprechen verweist als immerwährende wie banale Rede (»cause toujours«9) zugleich darauf, dass nicht unter erkenntnistheoretischen Aspekten, sondern auch unter dem Gesichtspunkt des unablässigen Sprechens des Sprachwesens10 >Mensch< ein quasi unendlicher Begründungsdiskurs stattfindet. Für Psychologie und Psychiatrie impliziert dies, dass die wissenschaftlich zugrunde gelegten Begründungsdiskurse durch eine permanente Verwechslung von Ursache und Kausalität charakterisiert sind. Zu prüfen wäre, inwieweit sich Forschungsbereiche hiermit - gemessen an ihrem Anspruch - selbst ad absurdum füh»cause toujours« ist übersetzbar als >redet immer[-zu, -während]<, >rede nur!<, begründe fortwährend< 10 Neologismus »parletre« aus den Begriffen »parier« (Sprechen) und »etre« (Sein)

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ren. Andererseits folgen spezialisierte universitäre Fachdiskurse einer den beteiligten Vertretern der Psy-Professionen unbewussten Systemlogik: Indem das phantasmatische Forschungsobjekt der Ursache - als vergegenständlichtes Korrelat des Subjekts - als eine Art positivierter Mangel fungiert, füllt es die Leere aus, die das Subjekt als »Unmöglichkeit seiner signifikanten Repräsentation« (Zizek 2002, S. 109) selbst ist. Damit verfolgen bspw. Forschungsbemühungen um die Identifizierung valider statischer und/oder dynamischer Prognosekriterien eine Illusion: Löst sich die Illusion - zum Beispiel durch die Entwicklung komplexitätsreduzierender und hochdifferenzierender, strukturtreuer Prognosekriterien - auf, so bleibt der >leere Ort<, an dem sie als Illusion möglich war, dennoch bestehen: »Es gibt nichts jenseits der Erscheinung, außer diesem Nichts - und dies ist das Subjekt« (Zizek 2002, S. 123).

VOM DOPPELTEN DlSKURS< ZUR TRANSDIFFERENZ
Als Wissenschaft der Subjektivität impliziert der Diskurs der Psychoanalyse eine Subversion der akademischen Psychologie, indem er sich der Aufgabe stellt, »diesen enormen Flöz, diesen das Reale bedeckenden Grabstein hochzustemmen« (Matheron 1993, S. 17-18). Psychoanalyse nimmt deren Auftrag ernst, »sich mindestens auch dieses [zu] fragen: ob ihr homo psychologicus lebensfähig wäre, ob er Gesellschaft entwickeln könnte, ob er Psychologie her-

vorzubringen und anzuwenden imstande wäre« (Kaminski, 1970, S. 5). Dabei erweist sich insbesondere das psychoanalytische Paradigma Lacans als methodenbewusste Wissenschaft, die das Subjekt gegen objektivierende Verdinglichung, gegen eine >Entleerung< und >Verflüchtigung< des Subjektiven verteidigt (Herzog 1979, S. 298) und Subjektivität als einen »Kern« auffasst, der »im psychologischen Forschungsprozess nicht hintergehbar ist« (Herzog 1979, S. 300). Das so entwickelte Subjektmodell eines potentiell lebensfähigen >homo psychologicus< zielt auf eine Operationalisierung der Psychologik des Subjekts - des Diskurses - des Unbewussten (Kobbe 2005) und steht in dieser Objektivierung zugleich jeder Verobjektivierung des Subjekts als dessen Vergegenständlichung zum >toten< Objekt entgegen. Mit dieser Entwicklung »gibt es mit der Psychoanalyse und in ihr eine Psychologie bereits nicht mehr« (Derrida 1962, S. 73), indem der psychoanalytische Wissenschaftsdiskurs mit der »Maskierung« der Unvernunft und des Wahnsinns durch »die positivistische Psychologie« bricht und den Wissenschaftsdiskurs »der modernen Psychologie« unterläuft« (Derrida 1962, S. 75-76). Indem der psychologische Diskurs (an) der Universität Subjektdimensionen des Mangels, des Unbewussten, des Irrationalen, verhüllt und ausgrenzt, der Diskurs der Psychoanalyse diese jedoch (an-)erkennt und einbezieht, muss psychoanalytische Wissenschaftstheorie und -praxis zwangsläufig als subversiv erlebt werden. Andererseits vermag Psy-

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choanalyse gerade in diesem Sinne einen integrativen Beitrag zur Herstellung komplementärer Wissenschaftspraxis zu leisten, wenn dies i. S. eines Ansatzes der >Transdifferenz< (Allolio-Näcke et al. 2005) versucht wird: Als >work in progress< intendiert das transdifferentielle Wissenschaftskonzept lediglich eine Relativierung, nicht aber eine radikale Dekonstruktion von Differenz. Eine solche Wissenschaftsstrategie zielt somit darauf, der polarisierenden binären Ordnungslogik von Psychoanalyse oder Universität zu entkommen, sprich, die Univozität von Universität zugunsten eines dialektischen Verhältnisses von Psychoanalyse und Universität zu relativieren. In diesem Sinne bietet die Diskussion der Verschiedenheiten die Möglichkeit zu einer dualen, sprich, als >transdifferenzieller< Diskurs komplementär und parallel geführten Differenz(ierung) anstelle homogenunivoker, sich selbst isolierender und (ab-)geschlossener Diskurse. Eine solche >Koexistenz< innerhalb eines so genannten »doppelten Diskurses« (Devereux 1972) verhindert die Konfusion und Unbestimmtheit der häufig favorisierten inter-disziplinären oder inter-diskursiven (Auf-)Lösungen konfligierender Paradigmen »auf einem recht undifferenzierten praktischen Niveau« jener »>Bindestrich<- oder >Sowohl-als-auch<-Disziplin[en]«, wie sie als m(eth)odische Wissenschaftspragmatik »additiven, fusionierenden, synthetischen oder parallelen Typs« immer wieder eingefordert werden (Devereux 1972, S. 12); sie garantiert »differentielle Verhältnisse« und aktualisiert die Interde-

pendenz der jeweiligen Elemente »in einem vollkommen und vollständig bestimmten Ganzen« (Deleuze 1973, S. 28). Unter diesen Gesichtspunkt wird man gerade die Forderung nach einer Umsetzung der empirischen Forschungsstandards einer naturwissenschaftlich verfassten Psychologie innerhalb der Psychoanalyse kritisch verfolgen müssen und sich z. B. dem »zweidimensionalen Ansatz« Kutters aus einer Kombination von psychoanalytischer Interpretation mit empirischen Messmethoden (Kutter 2004) oder der Orientierung psychoanalytischer Konzeptforschung an >exakten< Nachbardisziplinen kritisch nähern müssen, da die hiermit verbundenen Adaptationspraxen, sprich, Kompromissbildungen, darauf zu untersuchen sind, inwieweit sie tatsächlich ein »aussichtsreiches Unterfangen« darstellen, »genuin psychoanalytische Inhalte wie Methoden zu bewahren und dennoch neues zu integrieren« (Dreher 1998, S. 199). Dabei genügt es sicherlich nicht, psychoanalytische Paradigmenbildung auf »Essentials« ihrer Theorie (Unbewusstes, Widerstand, Verdrängung, Sexualität etc.) zu reduzieren, auf die Übernahme von Teilen dieser wissenschaftsspezifischen Grundkonzepte durch andere psychologische >Schulen< zu verweisen (Dreher 1998, S. 196). Denn: Der universitären Psychologie ist in ihrer IchZentrierung eine Unterordnung der Subjektstruktur unter die imaginäre Struktur eines (selbst-)bewussten, reflexiven Ich /»moi« eigen (Althusser 1964, S. 104), wobei diese Spiegelung eine Verkennung in Gestalt von Erkenntnis enthält und das Unbe-

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wusste - mit ihm das Subjekt des Unbewussten (»je«) - zu einer ignorierten Restkategorie gerät. Das heißt, für die akademische Psychologie geht es um eine Arbeit im Bereich des Imaginären im Sinne der Illusionen, der Simulakren und/oder der Selbsttäuschung, wie dies nicht nur anhand des Anpassungsorgans >lch< und durch die vorgenannte Konzeptbildung und Wissenschaftspraxis, sondern auch in praxi durch m(eth)odische Effektivierung der Modularisierung und Manualisierung von Behandlungsprogrammen bestätigt wird. Wenn Lacans bitterböse Kritik bereits vor Jahren lautete, >Psychologie< sei in ihrer akademischen Spielart lediglich »das Vehikel von Idealen«, indem die Psyche »dabei nur Pate [stehe], wenn es darum geht, sie in den Rang einer akademischen Wissenschaft zu erheben« (Lacan 1964a, S. 832), so scheint ihm die aktuelle Entwicklung der >evidenzbasierten< therapeutischen Praxis(forschung) Recht zu geben: Denn solcherart Mainstream-Psychologie unterwerfe sich den Gesetzen des Marktes (Kobbe 2005b) und werde zur wissenschaftsideologischen Parteigängerin, indem sie sich »und mit sich Freud« den darin dominierenden gesellschaftlichen Interessen preisgäbe (Lacan 1964a, S. 833). Indem psychoanalytisches Forschen und Arbeiten neben seiner theoretischen bzw. theoriebildenden Funktion immer auch »zunächst eine Art Praxis ist«, kann seine gesellschaftliche Funktion sich »nicht auf die einer wissenschaftlichen Disziplin beschränken«, sondern müssen Me-

thoden angewendet respektive entwickelt werden, »die dem Verhalten und der Sprache näher sind« (Pontalis 1962, S. 100). Das heißt, Psychoanalyse arbeitet - im Unterschied zur akademischen Psychologie - immer auch, wenn nicht gar primär, im Bereich des Realen, dem Bereich also, der von der Sprache ausgegrenzt wird, sprich, dem Bereich des Unsagbaren, der Differenz, des logisch nicht Erschließbaren. Indem so immer auf einen unbewussten Determinationszusammenhang Bezug genommen wird, verweist psychoanalytische Forschung immer auf eine »nicht mehr rekonstruierbare >Leerstelle<« (Clemenz 1998, S. 63), auf ein Unbewusstes als »das eigentlich reale Psychische« (Freud 1900, S. 617), auf ein Reales, das »immer >unerkennbar< bleiben« muss (Freud 1938, S. 127).

EINE >BEDINGUNGSLOSE< UNIVERSITÄT >JENSEITS DER !LLUSIONEN<?
Hinsichtlich der Verwendung des existentialistisch-strukturalistischen Subjektmodells der lacanianischen Psychoanalyse (Gondek 1996, S. 203), das »den eher avantgardistischen Bereichen der Humanwissenschaften« zuzurechnen ist (Sass 1992, S. 53), bleibt festzustellen, dass sich dieses - wie alle auf das (begrifflich nicht exakt zu erfassende) Unbewusste und die (zwangsläufig nicht objektivierbare) Subjektivität bezogene Paradigmenbildungen »nicht für Thesen / Dissertationen, universitäre insbesondere«, eignet,

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wusste - mit ihm das Subjekt des Unbewussten (»je«) - zu einer ignorierten Restkategorie gerät. Das heißt, für die akademische Psychologie geht es um eine Arbeit im Bereich des Imaginären im Sinne der Illusionen, der Simulakren und/oder der Selbsttäuschung, wie dies nicht nur anhand des Anpassungsorgans >lch< und durch die vorgenannte Konzeptbildung und Wissenschaftspraxis, sondern auch in praxi durch m(eth)odische Effektivierung der Modularisierung und Manualisierung von Behandlungsprogrammen bestätigt wird. Wenn Lacans bitterböse Kritik bereits vor Jahren lautete, >Psychologie< sei in ihrer akademischen Spielart lediglich »das Vehikel von Idealen«, indem die Psyche »dabei nur Pate [stehe], wenn es darum geht, sie in den Rang einer akademischen Wissenschaft zu erheben« (Lacan 1964a, S. 832), so scheint ihm die aktuelle Entwicklung der >evidenzbasiertem therapeutischen Praxis(forschung) Recht zu geben: Denn solcherart Mainstream-Psychologie unterwerfe sich den Gesetzen des Marktes (Kobbe 2005b) und werde zur wissenschaftsideologischen Parteigängerin, indem sie sich »und mit sich Freud« den darin dominierenden gesellschaftlichen Interessen preisgäbe (Lacan 1964a, S. 833). Indem psychoanalytisches Forschen und Arbeiten neben seiner theoretischen bzw. theoriebildenden Funktion immer auch »zunächst eine Art Praxis ist«, kann seine gesellschaftliche Funktion sich »nicht auf die einer wissenschaftlichen Disziplin beschränken«, sondern müssen Me-

thoden angewendet respektive entwickelt werden, »die dem Verhalten und der Sprache näher sind« (Pontalis 1962, S. 100). Das heißt, Psychoanalyse arbeitet - im Unterschied zur akademischen Psychologie - immer auch, wenn nicht gar primär, im Bereich des Realen, dem Bereich also, der von der Sprache ausgegrenzt wird, sprich, dem Bereich des Unsagbaren, der Differenz, des logisch nicht Erschließbaren. Indem so immer auf einen unbewussten Determinationszusammenhang Bezug genommen wird, verweist psychoanalytische Forschung immer auf eine »nicht mehr rekonstruierbare >Leerstelle<« (Clemenz 1998, S. 63), auf ein Unbewusstes als »das eigentlich reale Psychische« (Freud 1900, S. 617), auf ein Reales, das »immer >unerkennbar< bleiben« muss (Freud 1938, S. 127).

EINE >BEDINGUNGSLOSE< UNIVERSITÄT >JENSEITS DER ILLUSIONEN?
Hinsichtlich der Verwendung des existentialistisch-strukturalistischen Subjektmodells der lacanianischen Psychoanalyse (Gondek 1996, S. 203), das »den eher avantgardistischen Bereichen der Humanwissenschaften« zuzurechnen ist (Sass 1992, S. 53), bleibt festzustellen, dass sich dieses - wie alle auf das (begrifflich nicht exakt zu erfassende) Unbewusste und die (zwangsläufig nicht objektivierbare) Subjektivität bezogene Paradigmenbildungen »nicht für Thesen / Dissertationen, universitäre insbesondere«, eignet,

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denn »aus der Natur dessen, was sie formuliert«, seien die diesbezüglichen Arbeiten »antithetisch« und »antidissertatorisch« (Lacan 1969, S. 10). Im Kontext eines wissenschaftlichen Diktums von These - Antithese Synthese muss für die Psychoanalyse konstatiert werden, dass dieser Ansatz »keine >Psychosynthese<« (Zizek 2001 a, S. 209) ist oder zu sein versucht, sondern vielmehr das »bearbeitet, was Realität genannt wird. Er häutet sie und setzt ihre Kriterien außer Kraft« (Lyotard 1984, 44), indem er einen unverstellten und konzessionslosen Blick auf das Banale von Täuschung und Irrtum zu richten, Simulakren, Ideologien, Abwehrformationen offen zu legen oder zu hintergehen sucht, dies mit dem Risiko, »dass man ertragen muss, nicht in (berechenbarer, scheinbarer Weise) voranzuschreiten, dass man wieder von vorn anfangen muss« (Lyotard 1984, S. 44) und im Ergebnis mitunter mit dem >leeren< Ort einer unerreichbaren und sprachlich verfehlten Wahrheit >jenseits der Illusionen konfrontiert wird. Hierzu gehört unweigerlich, sich »von der Illusion der Autonomie des Subjektes befreien [zu müssen], wenn wir eine Wissenschaft vom Subjekt konstituieren wollen« (Fischer 1999, S. 181). Um dieses Ziel zu erreichen, gilt für >die< Universität jedoch - analog zu den Eingangsbemerkungen über >die< Psychoanalyse - folgende Einschränkung: Eine diskursive, transdifferentielle Entwicklung der beschriebenen Art setzte voraus, dass sich die Institution >Universität< als »eine unbedingte« verstehen müsste, d. h. »dass sie bedingungslos, von jeder

einschränkenden Bedingung frei sein so//te« (Derrida 2001, S. 9). Als ein Ort der Wissenschaft, »an dem nichts außer Frage steht« (Derrida 2001, S. 14), müsste sie dementsprechend auch »eine unbedingte Unabhängigkeit behaupten« und »eine Art Souveränität für sich beanspruchen« (Derrida 2001, S. 17) und gleichzeitig »durch eine Art absoluter Immunität symbolisch geschützt werden« (Derrida 2001, S. 45). Einerseits ermöglichte dies einen »Professionsdiskurs« im eigentlichen Sinne, der zugleich diesen Ort unbedingter Wissenschaft erst mit erschafft, andererseits garantierte dies einen Schutz der mitunter drohenden Verbindung des Diskurses der Universität mit dem Diskurs des Herrn zu einem techno-wissenschaftlich strategisierten Diskurs, dessen Verwertungscharakter Lacan (Widmer 1990, S. 144 Fn 4) skizzenhaft als Diskurs des Kapitalisten -f -f- ausgearbeitet hat. Dieser Diskurstypus scheint strukturell bereits in der Tendenz zur Totalisierung des universitären Wissens auf und lässt sich als ökonomisches Verwertungsinteresse bereits konkret in der universitären Forderung finden, Lehrinhalte sollten unmittelbar praxisrelevant/ sein. In der angewandten Wissenschaft lässt sich dies an Formen der Beratung aufzeigen, bei denen es letztlich - in der Drogenberatung, der Ernährungsberatung, der Sexualberatung etc. - um Fragen des >richtigen< Konsums geht (Kobbe 2002). Charakteristisch für diesen Diskurs ist neben der Unterbrechung, der Entfremdung, der diskursiven Elemente die Umkehrung des linken Teils des universitären Diskurs-

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mathems (-§-), wobei sich nunmehr das Subjekt (S) am Platz des Agens befindet, dominanter Herr der Sprach(be)deutung - und - der Dinge (SJ ist und sich univok auf den instrumentellen Gebrauch des - wissenschaftlichen - Wissens (S2) stützt. Wenn es also darum gehen soll, den als so genannte konjekturale Wissenschaften »überlieferten Kanon« der »Humanities« in eine diskursive Struktur zu überführen, in der >Universität< und >Psychoanalyse< nicht nur eine konstruktive Verbindung eingehen, sondern auch dekonstruktive Elemente einschließen können müssten, wird man indessen weiterhin den Diskurs der Universität und den der Psychoanalyse unabhängig voneinander führen und halten, d. h. »sorgfältig unterscheiden müssen zwischen dem Prinzip der Freiheit, der Autonomie, des Widerstands, des Ungehorsams oder der Dissidenz einerseits - also einem Prinzip, das [idealiter] für den gesamten Bereich des akademischen Wissens [gelten sollte] -, und andererseits dem privilegierten Ort seiner Präsentation, seiner Bekundung und Darstellung, seiner Aus- und Umarbeitung, seiner thematischen Erörterung, jenem Ort also, der [...] eher in den Humanities, aber in verwandelten Humanities [einschließlich der Psychoanalyse], zu liegen scheint (Derrida 2001, S. 21). Dennoch wird sich insofern eine zweiseitige Problemsituation ergeben, als einerseits Psychoanalyse innerhalb der Verteilungskämpfe der Universität »kaum Platz« haben und so immer >außerhalb< des universitären Diskurses wahrgenommen werden dürfte,

sprich als eine Disziplin »ohne Grenzlinie mit diesem«, als quasi »einen leeren Ort besetzend«; andererseits wird sie einen Platz innerhalb des universitären Diskurses »nur unter der Bedingung« einnehmen können, dass dieses Feld - durch sein Auftauchen dort - »selbst vollständig restrukturiert, d. h. in seiner Topologie komplett verändert wird«, wovon Lacan ausgeht (Althusser 1964, S. 80-81).

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11 Es handelt sich um die von der »Graupe de Travail >Wunderblock<« (Redaktionskomitee F. Duportail / R. Leibliche / Ch. Miclot / Y. Sitbon / J.C. Thevenin) herausgegebene französische Zeitschrift >wunderblock<.

Die Referenz bezieht sich auf die von N. Haas / V. Haas / L. Mai herausgegebene deutschsprachige Zeitschrift >Der Wunderblock - Zeitschrift für Psychoanalyse<.
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sophie des deutschen Idealismus II. Wien, Berlin: Turia + Kant.

DR. ULRICH KOBBE UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN

FB BILDUNGSWISSENSCHAFTEN PROFESSUR FÜR KLINISCHE PSYCHOLOGIE D-45117ESSEN E-MAIL: ULRICH®, KOBBE.DE