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Iran in der frühen Neuzeit (1501-1779

)
Türkische Rückwanderungswellen
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ab 15. Jh.  Umbruchphase  Herausbildung neuer Machtblöcke:
Safawiden im Iran
Osmanisches Reich
Usbekenchanat
indisches Mogulreich (später)

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Gegenbewegung  drei große Rückwanderungswellen türkischer
Nomadenstämme
1. Kara Koyunlu (1380 – 1494) (Iran + Aserbaidschan)
2. Aq Koyunlu (1396 – 1508) (lösten Kara Koyunlu ab)

 beides turkmenische Stammeskonförderationen, aus Ostananatolien
kommend
3. Kizilbasch (Rotköpfe)
 fanatische Safawidenanhänger
 brachen Macht d. Aq Koyunlu  Herrscher im Iran
 Name durch Ordensmeister Heydar (Ali im Traum mit roter Kappe mit 12
Ausstülpungen erschienen (12 Imame))
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Anfänge safawidischer Dynastie: Zeit der Il-Khane Nordwestiran
 benannt nach Safi ad-Din  gründete Derwischgemeinschaft
(sunnitisch) in Ardabil
 Safawiyeh genannt
 Anhänger vorwiegend Turkmenen
 Safawiyeh schnell von mystischer Bewegung zu bewaffneter
Gemeinschaft turkmenischer Glaubenskrieger entwickelt

Safi ad-Din
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wahrscheinlich kurdisch
typische Gestalt des Volksislam
als Heiliger verehrt
er und Nachfolger Anhänger systematisch militärisch organisiert

Turkmenen
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Nomaden
extrem religiöse Ansichten
Bindung an Sufitum
Enthusiasmus für bewaffneten Glaubenskampf
Verweigerten sultanische Forderung der Steuerzahlung und Soldaten für
Armee zu stellen
 wachsende Loyalität gegenüber safawidischen Ordensführern

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Usbeken dauerhafte militärische Barriere  Anzahl der Nomaden in Iran
stieg (wurde ständige Heimat)
Konflikte unter Stämmen durch resultierenden Streit um begrenztes
Weideland

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Safawidenschah .Beginn Auseindersetzungen mit Osmanen und Usbeken Grund: religiöser Gegensatz – Iran schiitisch.) zum Rücktritt gezwungen - . in Harem eingesperrt Ausnahme: Abbas II. Wandel von ökonomischen zu militärischen Gruppen  militärische Vormacht der Nomaden  erst zu Beginn des 20.) Ende des Jh.binnen 9 Jahren Iran. Westafghanistan unterworfen . starken Staat errichtet (nach 8 Jh. da statt Möglichkeit Regierungserfahrungen zu sammeln. Jh. Mesopotamien.: Höhepunkt seiner Macht  provozierten militärische Entscheidung  Sultan der Osmanen: Selim I. Reich innere ökonomische Probleme + religiös motivierte Aufstände  Krise  afghanischer Stamm Ghalzay 1722 in Iran eingefallen Letzter Safawidenschah Hoseyn (1694 – 1722 reg.Rivalität mit Usbeken um Provinz Chorasan (von Safawiden dauerhaft gesichert) . Jh.Osmanisches Reich im 16. Verdrängt Die Safawiden - Epoche von 1501 – 1722 Ausgangssituation: Iran in regionale Herrschaften zerfallen Safawiden dauerhaften.)  Reich erreichte größte Ausdehnung  Zentralisierung der Verwaltung  wirtschaftlicher Aufschwung  Förderung Architektur und Kunst  territorial Verluste der Vorgänger wieder wett gemacht  nach seinem Tod viele wiedereroberte Gebiete abermals zurück an Osmanen - Frieden von Zuhab 1639  Grenzen zwischen Osmanen und Usbeken festgelegt (bis zur Gegenwart Bestand)  aber endgültiger Verlust des Iraks und dessen heiligen Stätten - Nachfolger Abbas’ unfähige Herrscher. Osmanen + Usbeken sunnitisch .  brachte Safawiden Niederlage bei Tschaldiran (1514)  Osmanen bereits moderne Artillerie besessen  Ende der Expansion des Safawidenreiches (Schah Isma’il bis zum Ende an keinen Feldzügen mehr beteiligt) - Nachfolger: Tahmasp Ostanatolien an Osmanisches Reich verloren Aber: dennoch diplomatische Kontakte geknüpft (um schiitische Pilger sicher zu heiligen Stätten pilgern zu lassen) Höhepunkt der safawidischen Herrschaft: Herrschaft von Schah Abbas (1588 – 1629 reg. (1642 – 1666 reg. Fremdherrschaft) 12er Schia als Staatsreligion  Beginn der religiösen Prägung Irans  neues Zusammengehörigkeitsgefühl - auf Kizilbaschstämme gestützt Ordensmeister Isma’il 1501 Tabriz erobert  Titel shahanshah verliehen (König der Könige)  1.

: Zentralisierung der Staatsverwaltung  Beseitigung Vormachtstellung Kizilbasch Abstieg der turkmenischen Stämme (politischer und militärischer Verfall) Abbas schuf Heer mit Kavallerie-. auch politisch. da Transportwege auf Osmanischem Territorium. versuchte er selbst. Oberkommandierender.- - außenpolitisches Schwergewicht auf Handel und Wirtschaft verlagert europäische Gesellschaften und Handelsexpeditionen.Artillerieeinheiten Neue Armee aus Königsknappen (kaukasische Christen. in Kriegszeiten nicht begehbar Portugiesen Insel Hormuz unterworfen (Einfahrt zum Persischen Golf)  Seehandel dadurch portugiesisches Monopol  1623 von Schah Abbas durch Flotte der East India Company gebrochen Bander Abbas (Hafen Abbas) wurde bedeutender Ort für Asienhandel Freie Bahn für Handelsaktivitäten von Großbritannien und Holland (Rivalität untereinander.Infanterie-. obwohl Safawiden durch Kizilbasch an der Macht Zerfall des Safawidenreiches 1722 Militärische Ämter + Position Provinzgouverneur mit Turkmenen besetzt Safawidisches Reich kein Zentralstaat – beruhte auf Herrschaft nomadischer Stämme Mobiles Hoflager Safawiden militärisch von Kizilbasch abhängig Zivilverwaltung mit iranischen Beamten besetzt (Entgegenwirken der Instabilität) Unter Schah Abbas I. Imam Musa al-Kazim) (nicht zweifelsfrei) Quellen behaupten – Angehörige der alidischen Familie  hohes religiöses Prestige  in safawidischem Schah höchste religiöse und weltliche Autorität vereint (Universaler Herrschaftsanspruch) Safawiden zugleich Ordensmeister der Safawiyeh Sufische Organisation nicht in Staatsverwaltung integriert  Bedeutungsverlust Sufitum. europäische Kaufleute ins Land zu ziehen  große Staatliche Handelskompanien (Vorteil einer breiten Kapitalbasis) Konkurrenz East India Company und Oost Indische Compagnie ) Hochschätzung iranischer Exportwaren in Europa Aber: hohe Transitzölle. GB stärker) durch Schah Abbas tausende armenische Familien nach Isfahan umgesiedelt (Stadtviertel Dscholfa bis heute existend) Handelstätigkeiten in Bandar Abbas und Basra (East India Company) Handelsbeziehungen zu Russland Der Staat der Safawiden - - - beanspruchten in direkter Linie von Mohammad abzustammen (durch 7. Büchsenschütze) mit Kaukasiern besetzt Königsknappen 17. Stammesbildung) .Jh. Reiseberichte von Forschungsreisenden schon zu Zeiten Schah Abbas I.B. . auch durch Zurückdrängung der Kizilbasch durch Schah Abbas I. 1/5 aller hohen Staatsämter systematische Umsiedlung von Kizilbasch-Gruppen (Untergrabung d. zum Islam bekehrt)  Unterstützung gegen Kizilbasch Schaffung neuer militärischer Ämter (z.

bäuerlichen Bevölkerung des Staates Steuerdruck  Hauptursachen f. Entscheidung auf lange Sicht zum Niedergang des Safawidenreiches beigetragen - übermäßige Versteuerung Verarmung d. nach kurzer Zeit verzehnfacht Die Schia unter den Safawiden - - - nach Einnahme von Tabriz: Isma’il hat 12er Schia als Staatsreligion verkündet Safawiyeh-Orden religiös grundlegend verändert Kein Chronist je einen Vorfahrne Isma’ils als Schiiten bezeichnet Isma’il Gedichte geschrieben – darin sich selbst als Reinkarnation göttlicher Substanz bezeichnet bzw.000 Einwohner. Aufstände wegen Verfolgung v. Institutionen und Stiftungswesen)  Sadr verbreitete und verteidigte 12er-schiitische Lehren  Gegengewicht zu unorthodoxem Fanatismus d. Imam. ausgedehnte Gärten) kosmopolitisch anfangs 60. Als wiedergekehrten 12. Verfall - zusätzlich ökonomische Probleme. von Gelehrten verwaltet Wachsende Macht der Mudschtahids  Gefahr für Safawidenschah Macht wuchs durch zu schwache Nachfolger Schah Abbas’ In Opposition zu späteren Königsdynastien  Sammelpunkt für alle Gegner der Monarchie . gefundene Ergebnisse der Gelehrten nur vorläufig) Autorität des Mudschtahid  Voraussetzung für politischen Einfluss der imamitischen Gelehrten Umfangreiche Stiftungen für schiitische heilige Stätten. Sunniten - 1722 Rücktritt Schah Hoseyn  Ende Safawidenstaat Isfahan - kulturelles Erbe der Safawiden um 1600 von Schah Abbas zu Hauptstadt gewählt glanzvolle Residenz (prächtiges Residenzviertel. Imam (Mahdi) Er beginnt neue Polarisierung zwischen Sunna und Schia Forderte öffentliche Verfluchung der ersten drei Kalifen  Ideologisierung Schia konnte nur durch Zwangsmaßnahmen verbreitet warden Unterwerfungswidrige Gelehrte umgebracht Imamitische Gelehrte erstmals ohne Staatliche Repression eigenständige gesellschaftliche Gruppe Hierarchische Organisation schiitischer Geistlichkeit  Amt des Sadr eingeführt (Überwachung relig. Königsplatz als Zentrum. Gelehrten. religiöse Unruhen. allerdings fehlbar (Unfehlbarkeit nur 12. Kizilbasch idschtihad: eigenständige Rechtsfindung d.

- 1639 endgültiger militärischer Verlust Irans begünstigte Unabhängigkeit der Geistlichkeit konnten sich Macht des Schahs entziehen aus Oppositionsrolle erst 1979 herausgetreten (stürzten Königsherrschaft)  übernahmen selbst politische Macht! Iran im 18. Förderung 12er-Schia Schiras Blüte als Zentrum des Handels. kulturelles Leben 1779 Tod Karim Chan bis 1789 fast alle männlichen Nachkommen verstorben  Land fiel an türkische Dynastie der Kadscharen .und Nordostiran in Chaos gestürzt Südiran unter Zand (iranischer Nomadenstamm) Periode des Friedens erlebt Einer der Führer: Mohammed Karim Beg (später Karim Chan. Jahrhundert - 1722 Invasion der Afghanen nach Irak  Ende Safawidendynastie Afschar (Teil der Kizilbasch) Norden v. Imam) Versuch Wiedereinführung der Sunna scheiterte 1747 ermordet Tod Nord. Nader Schah genannt Hauptstadt von Isfahan nach Maschhad verlegt Stellte Grenzen gemäß Zuhab-Vertrag wieder her (1746) Ressourcen des Landes verschwendet Hohe Steuern eingeführt dadurch verhasst Versuch. Schiras zu Beginn der 1760er Jahre zu seiner Hauptstadt geworden Seinen Titel in wakil ar-ra’aya umgewandelt (Treuhändler d. Zwölferschia zu fünfter orthodoxer Rechtsschule zu machen (Name Dschafariya. Prinzen Isma’il III. Förderung Wohlstand. bedeutendster Herrscher d. Untertanen) Zand nach 700 Jahren türkischer und mongolischer Oberhoheit erste Dynastie iranischer Herkunft Staat nur von 1751 – 1794 andauernd Brachte binnen dieser Zeit Ruhe und wirtschaftlichen Aufschwung Moderate Steuern. Dynastie) Karim Chan zunächst Stellvertreter des safawid. nach 6. dann 1736 selbst krönen lassen. Belebung des Handels. Chorasan nomadisiert Nader - erst militärischer Befehlshaber.