Leitfaden zur Bauproduktenverordnung

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Einleitung

Ein wesentliches Ziel der Europäischen Union ist es, den freien Warenverkehr innerhalb
Europas zu gewährleisten und technische Handelshemmnisse abzubauen. Die
Bauproduktenverordnung regelt, unter welchen Voraussetzungen Bauprodukte in der
Europäischen Union im Verkehr gebracht werden dürfen. Hierzu legt die Verordnung
bestimmte Grundanforderungen an Bauprodukte fest, die bei normaler Instandhaltung
über einen wirtschaftlich angemessenen Zeitraum erfüllt werden müssen.
Bauprodukte, für die derartige harmonisierte technische Spezifikationen existieren, dürfen
nur in Verkehr gebracht werden, wenn der Hersteller eine Leistungserklärung für das
Produkt erstellt und auf dieser Grundlage die CE-Kennzeichnung vorgenommen hat.

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Die Bauproduktenverordnung und deren Umsetzung

2.1
Die Bauproduktenverordnung
Die Bauproduktenverordnung löst seit dem 01.07.2013 die bis dorthin gültige
Bauproduktenrichtlinie ab. Die Bauproduktenverordnung regelt die Vorgaben zur
Kennzeichnung von Bauprodukten durch deren Hersteller. Erst nach Umsetzung dieser
Vorgaben darf ein Bauprodukt in Verkehr gebracht werden.
2.1.1 Wesentliche Anforderungen
Gemäß den Vorschriften der europäischen Mitgliedsstaaten müssen Bauwerke so
entworfen und ausgeführt werden, dass sie weder die Sicherheit von Menschen,
Haustieren oder Gütern gefährden noch die Umwelt schädigen. Bauwerke müssen diese
Grundanforderungen bei normaler Instandhaltung über einen wirtschaftlich
angemessenen Zeitraum erfüllen.
Diese Anforderungen ergeben sich aus dem Anhang I zur Bauproduktenverordnung wie
folgt:
• Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
• Brandschutz
• Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
• Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung
• Schallschutz
• Energieeinsparung und Wärmeschutz
• Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Stand: 12.01.2015

Leitfaden zur Bauproduktenverordnung

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2. Normen. Hierbei werden folgende Punkte festgelegt: 1.1 Der Weg zur Leistungserklärung Gemäß Artikel 4 – Absatz 1 der Bauproduktenverordnung erstellt ein Hersteller für sein Bauprodukt eine Leistungserklärung sobald dieses von einer harmonisierten Norm erfasst ist oder einer Europäisch Technischen Bewertung entspricht. 3 Die Leistungserklärung 3. 574/2014 vom 21. werden als „harmonisierte Normen“ bezeichnet.1 Das Bauproduktengesetz (BauPG) Die Bauproduktenrichtlinie wurde in Deutschland durch das Bauproduktengesetz (BauPG) umgesetzt. Ein Bauprodukt gilt (unter anderem) als brauchbar. die in den jeweiligen Mitgliedsstaaten keiner Umsetzung in nationales Recht bedürfen. System(e) zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit Stand: 12. 3.1). wenn es einer bekannt gemachten harmonisierten Norm entspricht. Diese werden auf der Grundlage von Mandaten (Normungsaufträge) der Europäischen Kommission tätig.2015 Leitfaden zur Bauproduktenverordnung Seite 2 von 5 . Bevollmächtigter 5. wenn es brauchbar ist. Verwendungszweck(e) 3. 2.2 Harmonisierte Normen Die technischen Details zur Konkretisierung der vorstehend genannten Anforderungen werden von den europäischen Normungsinstitutionen erarbeitet. die als technische Regeln von den europäischen Normenorganisationen auf der Grundlage eines Mandates erarbeitet worden und im EU-Amtsblatt bekannt gemacht worden sind.2 Inhalte der Leistungserklärung Die Inhalte der Leistungserklärung sind in der Bauproduktenverordnung 2013 – Anhang III dargestellt und wurden durch die Delegierte Verordnung (EU) Nr.2.2014 überarbeitet.01. 2. Hiernach darf ein Bauprodukt nur in den Verkehr gebracht werden.02. 4. Um dies nachzuweisen. Eindeutiger Kenncode des Produkttyps 2. Hersteller 4. muss der Hersteller eines Produktes ein Konformitätsverfahren durchführen (vgl.1.2 Die rechtliche Umsetzung der Bauproduktenverordnung in Deutschland EU-Verordnungen sind unmittelbar gültige Rechtsakte.

vermieden werden.01. wenn es bekannt gemachten harmonisierten Normen entspricht. müssen somit auch in der Leistungserklärung des entsprechenden Bauprodukts ausgewiesen werden.1 erläutert. Hiermit sollen übertriebene. Ein Bauprodukt gilt (u.2.3 Bedeutung der Leistungserklärung Laut Artikel 6 Absatz 1 der Bauproduktenverordnung gibt die Leistungserklärung die Leistung von Bauprodukten in Bezug auf die Wesentlichen Merkmale dieser Produkte gemäß den einschlägigen harmonisierten technischen Spezifikationen an. Das hierdurch verfolgte Ziel ist eine transparente. Internetseiten. Erklärte Leistung(en) 8. Unterschrift 3. nicht nachweisbare Werbeaussagen über ein Bauprodukt unterbunden bzw.2015 Leitfaden zur Bauproduktenverordnung Seite 3 von 5 .) als brauchbar. § 8 Abs. Als Nachweis dafür. dass ein Bauprodukt einer bekannt gemachten harmonisierten Norm entspricht.6.1 Konformitätsverfahren Wie unter 2. wenn es brauchbar ist. darf ein Bauprodukt nur in den Verkehr gebracht und frei gehandelt werden.a)Harmonisierte Norm (falls zutreffend) +Notifizierte Stelle(n) 6. LV’s. einheitliche und unmittelbare Übermittlung der Leistungseigenschaften eines Bauprodukts an den Abnehmer. 4 Das CE-Kennzeichen 4. 2 Satz 1 BauPG): • Erstprüfung des Bauproduktes durch den Hersteller/durch eine Prüfstelle • Prüfungen von im Werk entnommenen Proben nach festgelegtem Prüfplan durch den Hersteller oder eine Prüfstelle Stand: 12. Angaben von Leistungseigenschaften in Prospekten . bedarf es der Durchführung eines Konformitätsnachweisverfahrens.b)Europäisches Bewertungsdokument (falls zutreffend) +Europäische Technische Bewertung +Technische Bewertungsstelle +Notifizierte Stelle(n) 7. Dieses Verfahren kann aus folgenden Komponenten bestehen (vgl. usw. Ort. Angemessene Technische Dokumentation und/oder Spezifische Technische Dokumentation Name.a.

Insgesamt werden 5 Konformitätssysteme unterschieden. Hier finden sich Einzelheiten zur CE-Kennzeichnung von Fenstern und Außentüren. Der Tabelle ZA. welche Angaben es enthalten muss und an welcher Stelle es angebracht werden muss/kann. ergeben sich unterschiedliche Konformitätsnachweisverfahren.01.2 Vorschriften zur CE-Kennzeichnung Die Bauproduktenverordnung nennt genaue Vorschriften. für welchen Verwendungszweck welches System Anwendung findet.2 ist zu entnehmen. im freien Verkehr oder auf der Baustelle entnommenen Proben durch den Hersteller oder eine Prüfstelle • Prüfung von Proben aus einem zur Lieferung anstehenden oder gelieferten Los durch den Hersteller oder eine Prüfstelle • Ständige Eigenüberwachung der Produktion durch den Hersteller (Werkseigene Produktionskontrolle) • Erstinspektion des Werkes und der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) durch eine Überwachungsstelle Werden die vorstehenden Elemente kombiniert. Stand: 12. dass im Rahmen des Systems 3 eine Erstprüfung durch eine notifizierte Stelle sowie eine werkseigene Produktionskontrolle erforderlich sind. In der Regel wird hiernach das Verfahren 3 durchzuführen sein. insbesondere im Anhang ZA. 5 CE-Kennzeichnung von Fenster und Außentüren gemäß EN 14351-1 Bei der EN 14351-1 handelt es sich um eine harmonisierte Norm. welche Aufgaben von wem für das jeweilige Verfahren erfüllt werden müssen: System Aufgabe des Herstellers WPK 1+ 1 2+ 3 4 x x x x x Erstprüfung x Aufgabe der notifizierten Stelle weitere Prüfun gen Erstinspektion der WPK Erstprüfung Erstinspektion des Werkes Laufende Fremdüberwachung x x x x x x x x x x x x x x Stichproben Prüfung X x x So ergibt sich aus der vorstehenden Tabelle beispielsweise.• Stichprobenprüfung von im Werk. In den harmonisierten Normen wird das jeweils anzuwendende System angegeben.2015 Leitfaden zur Bauproduktenverordnung Seite 4 von 5 . wie das CE-Kennzeichen auszusehen hat. In der folgenden Tabelle ist erläutert. 4.

Durch verschiedene. eine Überprüfung der Rechtslage im Einzelfall ist regelmäßig erforderlich.) die dokumentierte.“ Stand: 12. Bauproduktenverordnung und CE-Kennzeichnung. Hiernach bedeutet WPK (. Damit erspart die VBH den Herstellern Zeit und Kosten! 5. Die Ergebnisse unserer Recherche sind daher rechtlich nicht verbindlich. wird empfohlen. die in der Produktnorm beschrieben sind.) „(. Cascading-Verfahren)..1 ITT Eine Erstprüfung ist die Ermittlung der Produkteigenschaften nach einer harmonisierten europäischen Produktnorm an repräsentativen Prüfkörpern durch Messung.. Berechnung oder andere Verfahren.07.07. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin. nach dem 01. Um die Hersteller von Fenstern und Außentüren zu unterstützen. im einzelnen Tabelle ZA. dass von Seiten verschiedener Mitgliedsstaaten solche Rechtsakte beantragt werden und es hierdurch zu Veränderungen in der Bauproduktenverordnung kommen kann.2 Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) Eine allgemeine Definition der WPK findet sich in Artikel 2 Absatz Bauproduktenverordnung.. Die Darstellungen wurden sorgfältig und gewissenhaft recherchiert.01.3 der EN 14351-1. Erläuterungen: „Unser Leitfaden gibt einen Überblick über gewisse Zusammenhänge bzgl.1. die unsere Auffassung der derzeitigen Situation wiedergibt.2013 beantragte Rechtsakte wurden in der Zwischenzeit auch schon Ergänzungen/Erweiterungen umgesetzt.Dieses besteht grundsätzlich aus den folgenden Komponenten (vgl.“ 26 Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Ziffer 7. sich in regelmäßigen Abständen über die aktuelle Situation zu informieren. ständige und interne Kontrolle der Produktion in einem Werk im Einklang mit den einschlägigen harmonisierten technischen Spezifikationen.2015 Leitfaden zur Bauproduktenverordnung Seite 5 von 5 . hat die VBH (als Systemgeber) bereits zahlreiche Erstprüfungen durchführen lassen! Die Ergebnisse stellt die VBH den Herstellern im Rahmen der Systemplattform CE-fix in Form von Produktpässen zur Verfügung (sog. 6 Ausblick Die aktuelle Bauproduktenverordnung ist seit dem 01.3b der EN 14351-1): • Erstprüfung (InitialTypeTest) des Produktes durch eine notifizierte Stelle • Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) 5.2013 in Kraft und somit in allen europäischen Mitgliedsstaaten umzusetzen. dass es sich hierbei lediglich um eine Orientierungshilfe handeln soll. Die VBH schließt daher eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit des Leitfadens im gesetzlich zulässigen Rahmen aus.1.. Da auch in Zukunft davon auszugehen ist.