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AN DEN LESER

Alle von Harun Yahya verfassten Bücher, behandeln lebenswichtige Tatsachen, die die
Weltansicht des Lesers vollkommen verändern können. In den Büchern über die Natur und
die Lebewesen werden klare Beweise vorgebracht, die die Behauptungen der materialistischen Philosophie völlig widerlegen. Die Bücher die Inhalte aus dem Quran behandeln,
beinhalten wichtige Darstellungen qur'anischer Verse von zeitloser Gültigkeit. Es wird über
die wahre, auf der Religion gegründete Moral und über den Verfall des Charakters von
Menschen berichtet, die sich von der Religion abgewandt haben.
Der Grund dafür, dass in all diesen Arbeiten die Widerlegung der Evolutionstheorie so
stark betont ist, liegt darin, dass diese Theorie eine Grundlage für jede, gegen die Religion
gerichtete Philosophie darstellt. Der Darwinismus, der die Schöpfung und damit die
Existenz Allahs ablehnt, hat seit 140 Jahren viele Menschen ihres Glaubens beraubt oder sie
in Zweifel gestürzt. Aus diesem Grund ist es eine wichtige Aufgabe, die Widerlegung der
Theorie zu veröffentlichen. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass dem Leser diese grundlegende Erkenntnis eröffnet wird. Da manche Leser vielleicht nur die Gelegenheit haben
eines der Bücher zu lesen, wurde beschlossen, in allen Büchern Harun Yahyas ein Kapitel
diesem Thema zu widmen, wenn auch nur als kurze Zusammenfassung.
Die Behandlung der Themen in diesen Büchern wurde niemals mit philosophischen
Ansichten oder persönlichen Meinungen vermengt. Sie basieren auf konkreten wissenschaftlichen und technischen Informationen oder den Aussagen des Qurans. Jedes Buch ist
das Resultat ernsthafter Nachforschung, Beobachtung und Analyse. Diese Bücher wurden
nicht mit der Absicht eines finanziellen Gewinns geschrieben oder verlegt. Es handelt sich
ausschließlich um einen Dienst an die Menschheit, und der Leser sollte sich dieser Tatsache
bei der Auswahl und Bewertung der Bücher Harun Yahyas bewusst sein.
In allen Büchern des Autors werden die Fragen, die sich auf den Glauben beziehen, auf der
Grundlage der qur'anischen Inhalte erklärt und die Menschen dazu ermutigt, Allahs Wort
zu lernen und ihm entsprechend zu leben. Alle Themen, die Allahs Offenbarung selbst
betreffen, werden in einer Weise erklärt, dass sie im Verständnis des Lesers keine Zweifel
oder unbeantworteten Fragen hinterlassen. Die aufrichtige, direkte und fließende
Darstellungsweise erleichtert das Verständnis der besprochenen Themen und ermöglicht es
damit, die Bücher in einem Zug zu lesen. Harun Yahyas Bücher sprechen Menschen jeden
Alters und jeder sozialen Zugehörigkeit an. Sie sind nicht auf bestimmte Sprachen,
Nationalitäten oder Rassen abgestimmt, sondern tragen vielmehr zur Überwindung der
Unterschiede verschiedener sozialer Gruppen bei. Selbst Personen, die Religion und
Glauben streng ablehnen, können die hier vorgebrachten Tatsachen nicht abstreiten und
deren Wahrheitsgehalt nicht leugnen. Jemand der diese Bücher mit Interesse und Hingabe
liest, kann in sehr kurzer Zeit ein tiefes Verständnis der existentiellen Realitäten gewinnen.
Die Bücher von Harun Yahya können individuell oder in Gruppen gelesen werden; es wird
empfohlen, sie in Gruppen zu lesen, da dies den Gedanken- und Erfahrungsaustausch fördert.
Sie erweisen anderen einen großen Dienst, wenn Sie die Bücher anderen zugänglich
machen und Lesetermine bekanntgeben. Alle Bücher des Schriftstellers zeichnen sich durch
ihre Überzeugungskraft aus. Wenn Sie anderen Menschen Ihre Religion vermitteln wollen,
finden Sie ein wirkungsvolles Hilfsmittel darin, sie zum Lesen dieser Bücher zu ermutigen.

DER

ISLAM
VERURTEILT
DEN

TERRORISMUS
Und Allah lädt zur Wohnstätte des Friedens ein und
leitet, wen Er will, zu einem geraden Weg.
(Sure 10:25 - Yunus)

HARUN YAHYA
Mai, 2002

DER AUTOR
Harun Yahya ist ein Pseudonym, das von Herrn Adnan Oktar verwendet wird.
Adnan Oktar wurde 1956 in Ankara geboren und ist ein bekannter türkischer Intellektueller. Oktar
begann seinen intellektuellen Kampf im Jahre 1979 während seiner Ausbildung an der Kunstakademie der
Universität Mimar Sinan. Dort begann er sich vollkommen moralischen und, ihm heiligen Werten zu widmen, an denen er bis heute festgehalten hat und die er auch anderen Menschen zu vermitteln versucht.
Während seiner Universitätsjahre erforschte er ausführlich die vorherrschenden materialistischen
Philosophien und Ideologien, und erwarb sich mehr Kenntnisse als ihre Verfechter. Auf der Grundlage dieses Wissens hat er verschiedene Bücher über den Irrtum der Evolutionstheorie geschrieben. Seine intellektuelle Bemühung gegen den Darwinismus und Materialismus wurde zu einem weltweiten Phänomen. In
ihrer Ausgabe vom 22. April 2000 bezeichnet die Zeitschrift New Scientist Herrn Oktar als "internationalen
Held", weil er den Irrtum der Evolutionstheorie aufgedeckt und die Schöpfungsrealität dargelegt hat. Der
Autor hat darüber hinaus verschiedene Arbeiten über den zionistischen Rassismus und die Freimaurerei
und ihre negativen Auswirkungen auf die Weltgeschichte und -politik veröffentlicht. Oktar hat inzwischen
mehr als Hundert Bücher geschrieben, die die Moral des Quran und Fragen des Glaubens behandeln.
Das Pseudonym des Autors besteht aus den Namen 'Harun (Aaron)' und 'Yahya (Johannes)' im
geschätzten Andenken der zwei Propheten, die gegen den Unglauben kämpften.
Seine Arbeiten umfassen; 'Die Lösung: Die Moral des Quran', 'Die "geheime Hand" in Bosnien', 'Hinter
den Kulissen des Terrorismus', 'Der Winter des Islams und Sein erwarteter Frühling', 'Der Kommunismus
liegt im Hinterhalt', 'Die blutige Ideologie des Darwinismus: Der Faschismus', 'Der Islam verflucht den
Terror', 'Das Unheil, das der Darwinismus der Menschheit gebracht hat', 'Der Evolutionsschwindel',
'Artikel 1-2-3', 'Man erkennt Allah mit dem Verstand', 'Eine Waffe des Satans: Die Romantik', 'Wahrheiten
1-2', 'Die westliche Welt wendet sich Allah zu', 'Untergegangene Völker', 'Der Prophet Moses', 'Der Prophet
Joseph', 'Der Prophet Salomo', 'Das goldene Zeitalter', 'Die letzte Zeit der Welt und das Vorzeichen Ad-dabbe', 'Anzeichen für das Ende der Welt in der Sure al-Kahf', 'Allahs farbenprächtiges Kunstwerk', 'Die Pracht
ist überall', 'Die Wahrheit über das irdische Leben', 'Die Geständnisse der Evolutionisten', 'Klare Antworten
an die Evolutionisten', 'Die dunkle Magie des Darwinismus', 'Die Religion des Darwinismus', 'Der
Niedergang der Evolutionstheorie in 20 Fragen', 'Materie - der andere Name für Illusion', 'Der Quran zeigt
der Wissenschaft den Weg', 'Der wahre Ursprung des Lebens', 'Der Quran widerlegt den Darwinismus',
'Die Schöpfung des Universums', 'Die Wunder des Quran', 'Das Bewusstsein in der Zelle', 'Die Kette der
Wunder', 'Das Design in der Natur', 'Selbstaufopferung und intelligente Verhaltensmuster bei Tieren', 'Die
Ewigkeit hat bereits begonnen', 'Das Ende des Darwinismus', 'Tiefes Nachsinnen', 'Der kleine Mann im
Turm', 'Zeitlosigkeit und die Tatsache des Schicksals', 'Die Wahrheit wissen', 'Verleugne dein Wissen nicht',
'Die Geheimnisse der DNS', 'Das Wunder des Atoms', 'Das Wunder der Zelle', 'Das Wunder des
Immunsystems', 'Das Wunder des Auges', 'Das Wunder der Schöpfung in den Pflanzen', 'Das Wunder der
Spinne', 'Das Wunder der Ameise', 'Das Wunder der Stechmücke', 'Das Wunder der Honigbiene', 'Das
Wunder des Samens', 'Das Wunder der Termite', 'Das grüne Wunder: Die Photosynthese', 'Das Wunder der
Hormone', 'Das Wunder des Menschen', 'Das Wunder der Schöpfung des Menschen', 'Das Wunder der
Proteine'.
Die Kinderbücher des Autors sind; 'Kinder: Darwin hat die Unwahrheit gesagt!', 'Die Welt der Tiere',
'Die Pracht am Himmel', 'Die Welt unserer kleinen Freunde: Die Ameisen', 'Die Honigbienen, die perfekte
Waben bauen', 'Geschickte Erbauer von Staudämmen: Die Biber', 'Das ist unsere Religion'.
Zu den von ihm veröffentlichten Broschüren gehören; 'Das Geheimnis des Atoms', 'Der Niedergang der
Evolutionstheorie: Die Realität der Schöpfung', 'Der Untergang des Materialismus', 'Das Ende des
Materialismus', 'Der Irrtum der Evolutionisten 1', 'Der Irrtum der Evolutionisten 2', 'Der mikrobiologische
Niedergang der Evolution', 'Die Realität der Schöpfung', 'Der größte Betrug in der Geschichte der
Wissenschaft: Der Darwinismus'.
Andere Arbeiten des Autors über Themen des Qurans umfassen: 'Die Namen Allahs', 'Gottesfurcht vor
Allah', 'Charakter der Menschen in der Dschahiliya-Gesellschaft', 'Die Dschahiliya-Gesellschaft verlassen',
'Die Religion der Ignoranten', 'Hingabe an Allah', 'Die wahre Heimat der Gläubigen: Das Paradies', 'Einige
Geheimnisse des Quran', 'Die Unvernunft der Gottlosigkeit', 'Der Alptraum des Unglaubens', 'Haben Sie
schon einmal über die Wahrheit nachgedacht?', 'Der Prophet Jesus wird kommen', 'Glaube leicht verständlich gemacht 1-2-3', 'Vergessene Verordnungen des Qurans', 'Der reife Glaube', 'Hidschrah – Auswanderung

auf der Suche nach Allahs Wohlgefallen', 'Kenntnis des Qurans', 'Allgemeine Informationen aus dem
Quran', 'Die Verkündigung und Diskussion im Quran', 'Die Barmherzigkeit der Gläubigen', 'Die Ethik des
Quran', 'Der Islam: Die Religion der Erleichterungen', 'Das Gebet im Quran', 'Bist du ein Opfer des
Selbstbetrugs?', 'Das Quran-Verzeichnis', 'Der Charakter der Heuchelei im Quran', 'Ein Bouquet der
Schönheiten Allahs 1-2-3-4', 'Die Grundbegriffe des Quran', 'Die Wichtigkeit des Gewissens im Quran',
'Antworten aus dem Quran', 'Die Geheimnisse des Heuchlers', 'Die Auferstehung', 'Die Wichtigkeit der
Geduld im Quran', 'Die Schönheiten des Lebens, die der Quran bietet', Tod - Auferstehung - Hölle', 'Der
Kampf der Gesandten Gottes', 'Niemals vergessen', 'Die Arroganz Satans', 'Der Reue vorbauen', 'Die Worte
der Gesandten Gottes', 'Der Erzfeind des Menschen: Satan', 'Die größte Verleumdung: Götzendienst', 'Das
Geheimnis der Prüfung', 'Wahrer Intellekt im Sinne des Qurans', 'Im Kampf gegen den von Gottlosigkeit
hervorgerufenen Sittenverfall: Die Allianz der Tugendhaften', 'Der Kampf gegen die "Religion" der
Religionslosigkeit', 'Die Schulung Yusufs', 'Wie interpretiert der Unkluge den Quran?', 'Der Mut der
Gläubigen', 'Enthusiasmus und Emotion im Quran', 'Die Wichtigkeit einem guten Rat zu folgen', 'Die
Geschichte der Verleumdung gegen die Muslime', 'Gerechtigkeit und Toleranz im Quran', 'Die
Verderblichkeit des Spottens', 'Guten Muts sein im Quran', 'Die, die nicht auf den Quran hören',
'Gedankenlosigkeit eine heimtückische Gefahr', 'Loyalität im Quran', 'Die Glaubensprinzipien des Islam'.
So werden denn auch die Werke Harun Yahyas in vielen Ländern der Welt, von Indien bis Amerika, von
England bis Indonesien, von Polen bis Bosnien und von Spanien bis Brasilien gelesen. Die Bücher, die in
viele Sprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Urdu, Arabisch,
Albanisch, Russisch, Bosnisch, Uigurisch, Indonesisch, Malayalam, Malaiisch, Aserbaidschanisch und
Kasachisch übersetzt wurden, werden im Ausland von einer großen Anzahl von Lesern gelesen.
Der zentrale Punkt aller Werke des Verfassers ist ihre Übereinstimmung mit dem Quran und ihre
Bestätigung durch die innere Logik des Quran. Selbst wissenschaftliche Themen, die von den meisten als
schwierig und verwirrend angesehen werden, werden in den Büchern von Harun Yahya sehr klar und ausführlich dargestellt. Aus diesem Grund finden die Bücher allgemeine Ansprache bei Lesern jedes Alters
und jeder sozialen Schicht.
Bücher von Harun Yahya die sich mit Glaubensthemen befassen, behandeln stets auch die Existenz und
Einheit Allahs und wurden in der Hauptsache zu dem Zweck geschrieben, den Islam all denen nahezubringen, die der Religion fremd sind, um ihnen zu helfen innere Konflikte, die sie mit der Wahrheit verspüren mögen aufzuklären. Für Muslime enthalten diese Bücher sowohl Ratschläge als auch
Ermahnungen. Der Verfasser hat Arbeiten über alle grundlegenden Themen veröffentlicht, auf die im
Quran hingewiesen wird. Sie helfen den Muslimen ihre Kenntnisse über ihre Religion und ihr Bewusstsein
derselben zu erweitern.
Jedes der Bücher des Autors zu wissenschaftlichen Themen betont die Allmacht, Erhabenheit, und
Majestät Allahs. Diese Bücher zeigen den Nicht-Muslimen die Zeichen der Existenz Allahs und die
Vorzüglichkeit Seiner Schöpfung auf sehr eindrucksvolle und präzise Weise. Andererseits stärken sie die
Gläubigen in Ergebenheit und Glauben und eignen sich vorzüglich dazu den Menschen den Islam dort
näherzubringen, wo die Religion nicht in ihrem wahren Sinn gelebt wird. Eine Untergruppe innerhalb dieser Serie sind die Bücher, die die Lüge der Evolution bloßstellen. Der Hauptzweck dieser Bücher besteht
darin, die materialistische und atheistische Philosophie zu widerlegen, die als eine Alternative und
Ersatzreligion erstellt wurde und der ganzen Welt seit dem 19. Jahrhundert aufgezwungen wird. Die gute
Aufnahme, die die Bücher bei den Lesern fand, bezeugt, dass dieser Zweck zu einem großen Ausmaß
erfüllt wird. Diese Bücher zerstören die Denkweise, Logik und Ideologie des Systems des Unglaubens in
der Weise wie es im Quran erwähnt wird: "...Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie..." (Sure 21:18 – Al Anbia'); und sie helfen, dass Allahs Licht vollends ausgebreitet wird (Sure
61:8 – Al Saff). Aus diesen Gründen spielen diese Bücher eine bedeutende Rolle im intellektuellen Kampf
gegen den Unglauben.
Die symbolische Bedeutung des Siegels des Propheten, das auf dem Umschlag aller Bücher von Harun
Yahya abgebildet ist, hängt mit dem Inhalt der Bücher zusammen. Dieses Siegel symbolisiert, dass der
Quran das letzte Buch Allahs ist und dass unser Prophet der letzte der Propheten ist. Der Autor hat in all
seinen Arbeiten den Quran und die Sunnah (Überlieferungen) des Propheten Muhammad als seine
Führung benutzt. Aus diesem Grund zielt er darauf ab, die Unhaltbarkeit aller grundlegenden
Behauptungen der ungläubigen Systeme einzeln darzulegen und eine endgültige Antwort darauf zu geben,
um die Widersprüche gegen die Religion vollkommen zu beseitigen. Die Benützung des prophetischen
Siegels möge als ein Gebet gelten, das letzte Wort haben zu dürfen.

Alle Zitate aus dem Quran sind eine sinngemäße und so weit wie möglich
wortgetreue Übersetzung aus dem arabischen Original
von Muhammad Harun Riedinger

Copyright © Harun Yahya / 2001 CE
Erste deutsche Auflage veröffentlicht im Mai 2002

Herausgegeben von

KÜLTÜR
YAYINCILIK
Çatalçeflme sk. Üretmen Han No: 29/7
Ca¤alo¤lu - ‹stanbul - Türkei
Tel : (0049 212) 511 44 03

Druck und Bindearbeit: fian Ofset
Cendere Yolu No: 23 Ayaza¤a - ‹stanbul - Türkei
Tel: (0049 212) 289 24 24 (pbx)

Von Harun Yahya
Übersetzt aus dem Englischen von:
Muhammad Harun Riedinger

Eintrag im Katalog [des/der > Bibliothek] unter
ISBN:.....

information@harunyahya.org
w w w. h a r u n y a h y a . c o m / d e
w w w. i s l a m v e r f l u c h t t e r r o r. c o m

INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung

9

Islamische Ethik: Eine Quelle
des Friedens und der Sicherheit
15
'Krieg' im Quran

41

Das wahre Gesicht derer, die im Namen
der Religion Terrorakte begehen
61
Die Einstellung des Islams gegenüber
den Menschen der Schrift
85
Der Islam hat dem Mittleren Osten
stets Frieden und Harmonie gebracht
107
Die eigentlichen Wurzeln des Terrorismus:
Darwinismus und Materialismus
123
Schlussfolgerung: Ratschläge an die
Westliche Welt und die Muslime
147
Der Evolutionsschwindel

153

Denen, die glauben und Gutes tun,
wird der Barmherzige sicherlich Liebe
zuteil werden lassen. (Sure 19:96 - Maryam)

EINLEITUNG

A

ls Muslime verurteilen wir nachdrücklich den

Terroristenangriff auf die zwei Großstädte der Vereinigten Staaten am 11. September
2001, der Tod und Verletzung Tausender unschuldiger Menschen verursachte, und
sprechen der amerikanischen Nation unser Beileid aus. Diese Angriffe rückten die sehr
wichtige Frage nach der tatsächlichen Quelle des Terrorismus an die Spitze der
Tagesordnung des Weltgeschehens. Auf diese Weise wurde der gesamten Welt bekannt
gemacht, dass der Islam eine Religion des Friedens und der Toleranz ist, die die
Menschen

zum

Mitleid

und

Gerechtigkeit

aufruft.

Viele

prominente

Persönlichkeiten der Weltpolitik, führende Medienorganisationen,
Fernsehen- und Radiostationen erklärten, dass der wahre Islam die
Gewalttätigkeit verbietet, und den Frieden zwischen den
Menschen und Nationen erstrebt. Informierte Kreise
der

westlichen

Welt,

die

ein

gutes

Verständnis der Religion des

Sicherlich gebietet Allah Gerechtigkeit und vorzügliches Handeln und Gaben an Nahestehende, und Er
verbietet Sittenlosigkeit und verpönte Handlungen
und Unrecht. Er ermahnt euch, um euch zum
Nachsinnen anzuregen. (Sure 16:90 – an-Nahl)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 10

Islams erwarben und den Islam kennen, wie Allah ihn im Quran befohlen hat,
haben klar erkannt, dass die Begriffe "Islam" und "Terror" nicht nebeneinander
bestehen können und dass keine göttlich offenbarte Religion Gewalttätigkeit
erlaubt.
Dieses Buch besteht darauf, dass die Quelle des Terrors, den wir verurteilen, unmöglich einer göttlichen Religion entspringt, und dass es im Islam keinen Platz für Terrorismus gibt. Dies wird eindeutig im Quran, der Hauptquelle
des Islams, klar gestellt, sowie in den Traditionen aller muslimischen
Herrscher, mit dem Propheten Muhammad an erster Stelle. Im Licht von
Zitaten aus dem Quran, und unterstützt durch geschichtliche Beispiele stellt
dieses Buch die Tatsache heraus, dass der Islam den Terrorismus verbietet und
auf die Errichtung von Frieden und Sicherheit in der Welt ausgerichtet ist.
Es ist allgemein bekannt, dass seit Jahrhunderten verschiedene Terrorakte
in den verschiedensten Teilen der Welt von den unterschiedlichsten Gruppen
mit einer Vielfalt von Motivationen durchgeführt wurden. Manchmal ist es
eine kommunistische Organisation, manchmal eine faschistische Gruppe und
manchmal sind es radikale und separatistische Splittergruppen, die
Verantwortung für solche Anschläge übernehmen. Während Länder wie
Amerika

häufig

das

Ziel

der

Angriffe

von

rassistischen

-

und

Randgruppenterroristen wurden, standen die europäischen Länder im
Angriffsfeld von Gewalttaten, die von terroristischen Organisationen durchgeführt wurden. 17. November in Griechenland, RAF und Neonazis in
Deutschland, ETA in Spanien, IRA in Britannien, Rote Brigaden in Italien und
viele andere Organisationen versuchen, sich durch Terror und Gewalttätigkeit
Gehör zu verschaffen, indem sie unschuldige und wehrlose Menschen ermorden. Die Natur des Terrorismus hat sich, mit der sich wandelnden Weltsituation
geändert und seine Auswirkungen und Ausmaße steigern sich mit den neuen
Mitteln, welche die fortschreitende Technologie ermöglicht. Insbesondere erweitern die Kommunikationsmittel, wie das Internet, den Operations- und
Einflussbereich für die Aktivitäten der Terroristen beträchtlich.
Außer

den

westlichen

Organisationen

gibt

es

auch

andere

Terroristenorganisationen, die aus dem Mittleren Osten stammen. Diese
Gruppen verüben Ihre Anschläge in allen Teilen der Welt. Dass die Täter solcher Gewaltakte christliche, islamische oder jüdische Namen haben, veranlasst
einige von ihnen, Behauptungen aufzustellen, die nicht mit den entsprechenden göttlichen Offenbarungen in Einklang stehen. Die Wahrheit ist, dass, selbst
wenn die Terroristen muslimische Namen haben, der Terror, den sie verüben,
nicht als "islamischer Terror" bezeichnet werden kann, genauso wenig wie er

EINLEITUNG ● 11

Wenn man nach dem Ursprung eines Terroraktes sucht,
muss man nach seiner Quelle in den antireligiösen
Ideologien suchen. Religion gebietet Liebe, Mitgefühl,
Nachsicht, Friedfertigkeit und eine Lebensführung entsprechend hoher moralischer Normen. Terrorismus dagegen vertritt die Seite der Grausamkeit und Gewalttätigkeit, begeht Mord und Blutvergießen und verursacht Leid.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 12

"jüdischer Terror" oder "christlicher Terror" genannt
werden könnte, wenn die Täter Juden oder Christen
wären. Dem ist so, weil es absolut nicht akzeptabel
ist, unschuldige Leute im Namen der Religion zu
ermorden, wie in den folgenden Seiten eingehend
untersucht werden wird. Wir müssen uns bewusst
sein, dass unter denen, die in Washington oder New
York getötet wurden, Menschen waren, die den
Propheten Jesus (Christen), den Propheten Moses
(Juden) und den Propheten Muhammad (Muslime) liebten. Unschuldige
Menschen zu töten ist eine große Sünde, die, es sei denn, dass Gottes
Vergebung eingreift, eine qualvolle Strafe in der Hölle nach sich zieht.
Niemand, der gläubig ist und Gottesfurcht hat, würde solch eine Tat begehen.
Die Aggressoren, die solche Gewalttätigkeit begehen, können dies nur
mit dem Vorsatz tun, die Religion selbst anzugreifen. Es ist durchaus möglich, dass diejenigen, die diese Gewalttätigkeit verübten, es taten, um die
Religion in den Augen der Menschen als Übel erscheinen zu lassen, um die
Menschen der Religion völlig zu entfremden und Hass und Reaktion gegen
fromme Menschen zu verursachen. Infolgedessen ist jeder Anschlag, der eine
"religiöse" Fassade hat, während er sich gegen amerikanische Bürger oder
andere unschuldige Menschen richtet, wirklich ein Angriff, der gegen die
Religion verübt wird.
Religion gebietet Liebe, Gnade und Frieden. Dem gegenüber ist Terror das
Gegenteil der Religion; er ist grausam, gnadenlos und es verlangt
Blutvergießen und Elend. Folglich sollte der Ursprung einer terroristischen
Handlung eher im Unglauben, als in der Religion gesucht werden. Menschen
mit faschistischer, kommunistischer, rassistischer oder materialistischer
Lebensauffassung sollten als mögliche Täter vermutet werden. Der Name oder
die Identität dessen, der den Schuss oder die Explosion auslöst ist nicht wichtig. Wenn er, ohne mit der Wimper zu zucken, unschuldige Menschen ermorden kann, dann ist er ein Ungläubiger, nicht ein Gläubiger. Er ist ein Mörder,
der keine Gottesfurcht hat und dem es hauptsächlich darum geht, Blut zu vergießen und Schaden anzurichten. Aus diesem Grund ist "islamischer Terror"
ein durchaus falsches Konzept, das der Botschaft des Islams widerspricht. Die
Religion Islam kann Terrorismus auf keinen Fall tolerieren. Ganz im Gegenteil,
Terror (d.h. Mord von unschuldigen Menschen) gilt als eine große Sünde im
Islam, und Muslime sind dafür verantwortlich, solche Taten zu verhindern
und der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen.

EINLEITUNG ● 13

... Esst und trinkt von dem womit Allah
euch versorgt hat und stiftet nicht Unheil und
Korruption in der Welt. (Sure 2:60 – al-Baqara)

ISLAMISCHE
ETHIK: EINE QUELLE
DES FRIEDENS UND
DER SICHERHEIT

M

anche, die behaupten, etwas sei im Namen der

Religion getan worden, mögen in der Tat ein falsches Verständnis jener Religion haben
und sie daher falsch ausüben. Aus diesem Grund wäre es falsch, sich eine Meinung über
jene Religion zu bilden, indem man sich an dem Beispiel solcher Menschen orientiert.
Der beste Weg, eine Religion zu verstehen, ist ihre göttlich offenbarte Quelle zu studieren. Die göttliche Quelle des Islams ist der Quran, der auf den Idealen der Sittlichkeit,
der Liebe, des Mitgefühls, der Demut, der Opferbereitschaft, der Toleranz und
der Friedfertigkeit begründet ist. Ein Muslim, der im wahren Sinn diesen
Grundsätzen entsprechend lebt, wird äußerst höflich, bedacht,
bescheiden, gerecht, vertrauenswürdig und zuvorkommend
sein. Er wird Liebe, Respekt, Harmonie und
Lebensfreude auf seine Umgebung ausstrahlen.

Der Islam ist die Religion des Friedens
Im weitesten Sinn ist Terror Gewalttätigkeit, die gegen nicht-militärische
Ziele zum Zweck politischer Ziele ausgeübt wird. In anderen Worten, die
Angriffsziele des Terrors sind völlig unschuldige Zivilisten, deren einziges
Verbrechen es ist, dass sie – in den Augen der Terroristen – 'die andere Seite'
vertreten. Aus diesem Grund bedeutet Terror, unschuldige Menschen
Gewalttätigkeit auszusetzen, was eine Verhaltensweise ist, die jeglicher moralischen Rechtfertigung mangelt. Dies ist, in gleicher Weise, wie die Morde, die
durch Hitler oder Stalin begangen wurden, ein 'Verbrechen gegen die
Menschheit'.

Terroristen zielen darauf ab, eine Welt der
Gewalttätigkeit, des Konflikts, des Chaos
und der Furcht zu schaffen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 16

Eine Gesellschaft, in der die islamischen moralischen Werte in hohem Ansehen
gehalten werden, ist eine Gesellschaft, die sich durch Frieden, Nachsicht,
Liebe, Mitgefühl, gegenseitige Unterstützung und Freude auszeichnet.

Der Quran ist ein Buch, das den Menschen als Führung zum Weg der
Wahrheit offenbart wurde, und in diesem Buch gebietet Gott den Menschen,
eine gute, moralische Lebensweise anzunehmen. Diese Moral gründet sich auf
Tugenden wie Liebe, Mitleid, Toleranz und Barmherzigkeit. Das Wort 'Islam' ist
von dem arabischen Wort für 'Frieden' abgeleitet. Der Islam ist eine Religion,
die der Menschheit mit dem Ziel geoffenbart wurde, ein Leben des Friedens zu
ermöglichen, in dem die unendliche Barmherzigkeit und Gnade Gottes auf der
Welt zum Ausdruck kommen können. Allah ruft alle Menschen zu dieser islamischen Ethik auf, durch welche Barmherzigkeit, Gnade, Frieden und Toleranz
auf der ganzen Erde erfahren werden können. In einem Vers der 2. Sure des
Qurans spricht Allah die Gläubigen in folgender Weise an:
O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt in den Zustand der Befriedung (Islam)
ein und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; er ist euch zweifellos ein
offenbarer Feind. (Sure 2:208 – al-Baqara)

Wie der Vers klar macht, kann Sicherheit nur durch 'Eintritt in den
Zustand des Islam' gewährleistet werden, d.h., indem man entsprechend den
Werten des Quran lebt. Ein Muslim der die Werte des Quran in seinem Leben
verwirklicht, fühlt sich dafür verantwortlich, alle Menschen, egal ob Muslime
oder Nicht-Muslime, freundlich und gerecht zu behandeln, die Bedürftigen

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 17

und Unschuldigen zu schützen und die 'Verbreitung von Unheil' zu verhindern. Unheil beinhaltet alle Formen der Anarchie und des Terrors, welche
Sicherheit, Wohlsein und Frieden zerstören. Wie in einem Vers erklärt:
Gewiss liebt Allah die Unheilstifter nicht. (Sure 28:77 – al-Qasas)

Einen Menschen grundlos zu töten ist eines der offensichtlichsten
Beispiele des Unheils. Allah verweist im Quran auf ein Gebot, das Er zuvor den
Juden im Alten Testament auferlegt hatte:
... dass dem, der einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Korruption im Lande gestiftet hat, es angerechnet werden soll , als
hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der ein Leben erhält, soll
es angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten... (Sure 5:32 – al-Maida)

Wie der Vers darlegt, begeht ein Mensch, der selbst nur einen einzigen
Mitmenschen tötet, es sei denn in Vergeltung für einen begangenen Mord oder
Korruption im Lande, ein Verbrechen, das dem gleichkommt, als hätte er die
gesamte Menschheit getötet.
In Anbetracht dessen wird es offenbar, welch eine große Sünde die Morde,
Massaker und Anschläge sind, die von Terroristen ausgeführt werden, einschließlich der, die als 'Selbstmordanschläge' bekannt sind. Allah teilt uns im folgenden Vers mit, wie diese grausame Form des Terrorismus im Jenseits bestraft
wird:

Im 32. Vers der Sure al-Ma'ida erklärt Allah, dass,
wenn jemand einen Menschen ungerechtfertigt tötet,
es so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet.
Jeder Mord ist eine völlige Missachtung der moralischen Lehre des Quran.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 18

Die Anklage richtet sich nur gegen die, welche den Menschen Unrecht tun
und Ausschreitungen auf der Erde begehen, zu denen sie kein Recht haben.
Ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil. (Sure 42:42 - asch-Schura)

All dies zeigt deutlich, dass es dem Islam völlig entgegen steht, Terrorakte
gegen unschuldige Menschen zu organisieren, und dass kein Muslim solch ein
Verbrechen verüben könnte. Im Gegenteil sind Muslime dafür verantwortlich,
diesen Leuten das Handwerk zu legen, 'Ausschreitungen auf der Erde' abzuschaffen und allen Menschen überall auf der Welt Frieden und Sicherheit zu
bringen. Islam kann nicht mit Terrorismus in Einklang gebracht werden; ganz
im Gegenteil, er bietet die Lösung zu dem Problem des Terrorismus und den
Weg zu seiner Verhinderung an.

Allah hat das Böse verdammt
Allah hat dem Menschen befohlen, kein Übel zu begehen: Unterdrückung,
Grausamkeit, Mord und Blutvergießen sind allesamt verboten. Die, die dieses
Gebot Allahs nicht befolgen, werden als 'den Fußstapfen des Satans folgend'
beschrieben, und haben eine Haltung angenommen, die im Quran als offenbar
sündig erklärt wurde. Folgende Verse sind einige der vielen, die sich auf dieses
Thema beziehen:
Und diejenigen, die ihr Bündnis mit Allah brechen, nachdem sie es eingegangen waren, und trennen, was Allah zu verbinden gebot, und Unheil auf
Erden anrichten, auf ihnen lastet ein Fluch und eine üble Wohnstatt erwartet sie. (Sure 13:25 - ar-Ra'd)
... Esst und trink von dem womit Allah euch versorgt hat und verderbt nicht
die Erde, indem ihr Unheil anrichtet. (Sure 2:60 – al-Baqara)
Und richtet kein Verderben auf der Erde an, nachdem sie mangellos gestaltet worden war, und betet zu Ihm in Gottesfurcht und Vertrauen! Gewiss ist
Allahs Barmherzigkeit denen nahe, die Gutes tun. (Sure 7:56 – al-A'raf)

Diejenigen, die denken, dass sie irgend einen Erfolg erzielen können,
indem sie Übel, Aufruhr und Unterdrückung verursachen und unschuldige
Menschen töten, verfallen einen großen Irrtum. Gott hat alle üblen Taten,
einschließlich Terrorismus und Gewalt verboten, und diejenigen, die derartige
Handlungen begehen verurteilt, wie aus dem folgenden Vers hervorgeht:
...Allah gibt dem Handeln der Unheilstifter sicherlich kein Gelingen. (Sure
10:81 - Junus)

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 19

Es gibt offensichtlich vielerlei Gründe für die Terrorakte, die bis heute
Hunderttausende von Menschen das Leben gekostet haben. Diejenigen,
die solche Handlungen begehen, haben keine Gottesfurcht; sie sind der
Moral, die die Religion befiehlt vollständig entfremdet.

Heute jedoch geschehen Terrorakte, Völkermord und Massaker überall auf
der Welt. Unschuldige Menschen werden auf brutale Weise getötet, und Länder,
in denen Gemeinschaften zum Hass gegeneinander angestachelt werden,
schwimmen im Blut. Diese Grauen in Ländern mit unterschiedlicher
Geschichte, Kultur und Sozialstruktur mögen spezifische Ursachen und Gründe
haben, es ist jedoch offensichtlich, dass die grundlegende Ursache eine
Distanzierung von der Moralität ist, die auf Liebe, Respekt und Toleranz basiert,
welche die Religion mit sich bringt. Infolge von Religionslosigkeit entwickeln
sich Gesellschaften, in denen die Menschen keine Gottesfurcht haben und nicht
glauben, dass sie im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden. Da sie sich dünken, niemandem Rechenschaft über ihre Handlungen schuldig zu sein, können
sie ohne weiteres Mitgefühl, Moral oder Gewissen außer Acht lassen.
Das Aufkommen von Heuchlern, die den Namen Gottes und der Religion
benützen, aber sich tatsächlich organisieren, um Übel anzurichten, das von
Allah verdammt wurde, wird im Quran erwähnt. Ein Vers berichtet von neun
einflussreichen Männern in einer Stadt, die ihren Plan, den Propheten zu
ermorden, mit einem Schwur im Namen Allahs besiegelten:
Und es waren neun Mächtige in der Stadt, welche Unheil im Lande anrichteten, anstatt Wohlergehen anzustreben. Sie vereinbarten: 'Lasst uns vor
Allah schwören, dass wir an ihm und seiner Familie in der Nacht ein

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 20

Attentat verüben, und dann seinem Sippenältesten sagen, dass wir die
Vernichtung seiner Familie nicht bezeugten und dass wir gewiss die
Wahrheit sagen!' Uns so machten sie ein Komplott, doch sie ahnten nicht,
dass auch Wir einen Plan hatten. (Sure 27:48-50 – an-Naml)

Wie dieses, im Quran beschriebene Ereignis zeigt, bedeutet die Tatsache,
dass Menschen 'im Namen von Allah' Dinge tun, oder sogar in Seinem Namen
schwören - in anderen Worten, eine 'religiöse' Sprachform verwenden - nicht,
dass ihre Handlungen der Religion entsprechen. Ganz im Gegenteil kann das,
was sie tun, dem Willen Gottes und der Ethik der Religion völlig entgegengesetzt sein. Die Wahrheit zeigt sich in ihrem Handeln. Wenn ihre Taten darauf
abzielen, dass sie 'Unheil anrichteten, anstatt Wohlergehen' wie der Vers darlegt, dann steht fest, dass diese Menschen nicht wahrhaft religiös sein können,
und dass ihr Ziel nicht ist, der Religion zu dienen.
Jemand, der Allah fürchtet und die wahre Ethik des Islams verstanden hat,
kann unmöglich Gewalttätigkeit oder Verbrechen unterstützen, oder an dahingehenden Aktivitäten teilnehmen. Aus diesem Grund ist der Islam die realistische Antwort auf den Terrorismus. Wenn die hohen moralischen Prinzipien des
Quran erklärt werden, wird es undenkbar für die Menschen, den echten Islam
mit denjenigen in Verbindung zu bringen, die Gruppen unterstützen, deren
Zielsetzung Hass, Krieg und Chaos ist, oder diesen angehören, weil Allah es
verboten hat, Unheil zu stiften:
Und sobald er sich von dir abwendet, sucht er, im Lande Unheil zu stiften
und die Zivilisation der Menschheit zu zerstören, doch Allah verabscheut
Korruption. Und wenn er zur Gottesfurcht ermahnt wird überkommt ihn
frevelhafte Arroganz. Die Hölle ist angemessen für ihn – welch eine üble
Lagerstatt! (Sure 2:205, 206 – al-Baqara)

Wie aus den obenerwähnten Versen ersichtlich ist, kann jemand der
Gottesfurcht hat, unmöglich auch nur der geringsten Tätigkeit, die der
Menschheit Schaden zufügen könnte, ein blindes Auge zuwenden. Jemand, der
jedoch nicht an Allah und ans Jenseits glaubt, kann sehr wohl jedes Übel begehen, da er sich niemandem gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet dünkt.
Was als erstes getan werden muss, um die Welt von der gegenwärtigen
Geißel des Terrorismus zu befreien, ist, durch Aufklärung die entarteten, irreligiösen Konzepte, die im Namen der Religion vorgebracht werden, zu beseitigen und die Menschen in der wahren Ethik des Quran und der Furcht Gottes
zu unterweisen.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 21

Die
Verantwortlichkeit
der Gläubigen
iejenigen, die kein Interesse für Ereignisse haben, sofern
diese sie nicht direkt betreffen, sind der Einsicht beraubt, welche Selbstlosigkeit, Bruderschaft, Freundschaft, Ehrlichkeit und
Dienstbereitschaft begleitet, und welche die Religion dem Menschen verleiht.
Zeitlebens sind solche Menschen bestrebt, nur ihre eigene Selbstsucht zu befriedigen, worauf sie all ihre Mittel vergeuden, und sich dabei der Gefahren, welche
die Menschlichkeit bedrohen, total unbewusst sind. Im Quran jedoch lobt Allah die
Moralität derer, die sich bemühen, ihre Umwelt und die Lebensqualität zu verbessern; die sich um die Ereignisse kümmern, die in ihrem Einflussbereich stattfinden, und
die den Menschen den rechten Weg weisen. In einem Vers des Qurans werden in einem
Gleichnis diejenigen, die anderen niemals Gutes bieten, mit denen, die immer auf dem
Weg der Güte wandeln verglichen:

D

Und Allah prägt ein Gleichnis von zwei Männern, von denen der eine stumm ist,
nichts auszurichten vermag und eine Last für seinen Herrn ist; womit er ihn auch
beauftragt, er bringt kein gutes Ergebnis. Gleicht er etwa dem, der
Gerechtigkeit gebietet und auf einem geraden Weg ist? (Sure 16:76 – an-Nahl)
Wie der Vers darauf hinweist, sind offensichtlich die, die sich 'auf dem rechten Weg'
befinden, diejenigen, welche ihre Religion ernst nehmen, in bewusster Gottesfurcht
leben, geistlichen Werten Bedeutung beimessen und eifrig bestrebt sind, der
Menschheit von Nutzen zu sein. Allgemein gesprochen sind solche Leute dazu da, der
Menschheit zu dienen, und die Menschheit bezieht großen Nutzen von ihnen. Aus
diesem Grund ist es sehr wichtig für Menschen, über die wahre Religion zu erfahren
und entsprechend der moralischen Grundsätze zu leben, die im Quran, der letzten
Offenbarung Allahs, dargelegt wurden. Im Quran stellt Allah die Verhaltensweisen jener Menschen heraus, die dieser hohen Ethik entsprechend leben:
... und sicherlich hilft Allah dem, der für Ihn eintritt; Allah verfügt über absolute Stärke und Macht. Denen, die, wenn Wir ihnen eine Stellung auf
Erden geben, den Gottesdienst einrichten und die
Wohlfahrtsabgaben entrichten und das Erstrebenswerte
gebieten und das Verabscheuungswürdige verbieten.
Doch Allah bestimmt den Ausgang aller Dinge.
(Sure 22:40, 41 – al-Hadsch)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 22

Allah befiehlt uns, Gutes zu tun
Ein Muslim ist jemand, der die Gebote Allahs einhält und gewissenhaft
versucht, sein Leben entsprechend der Ethik, des Friedens und der Harmonie
zu gestalten, die der Quran propagiert, welche die Welt zu einem schöneren
Platz machen und zu wahrem Fortschritt führen. Sein Ziel ist es, die Menschen
zum Schönen, zur Güte und zum Wohlsein zu führen. Im Quran heißt es:
... tue Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat, und trachte nicht nach
Korruption auf der Erde; sicherlich liebt Allah die Unheilstifter nicht! (Sure
28:77 – al-Qasas)

Jemand, der den islamischen Glauben annimmt, wünscht Allahs
Wohlgefallen und Barmherzigkeit zu gewinnen und Zugang zum Paradies zu

Diejenigen, die das Leben von Zivilisten und ins besondere von Kindern bedrohen, sollten sich die Frage
stellen: Welches Verbrechen verübten diese Kinder? Glauben sie etwa, dass sie für eine, gegen unschuldige Menschen begangene Grausamkeit in der Gegenwart Gottes keine Rechenschaft ablegen müssen?

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 23

finden. Darum muss er sich ernsthaft bemühen und während er in dieser Welt
lebt sich eine Moral zueigen machen, die vor Allah vertretbar ist. Die deutlichsten Erscheinungen solch einer Moral sind Barmherzigkeit und Anteilnahme,
Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, die Bereitschaft zu vergeben, Demut, Geduld und
Opferbereitschaft. Der Gläubige zeigt sich seinen Mitmenschen gegenüber
zuvorkommend, versucht, Gutes zu tun und Güte zu verbreiten. In Seinem heiligen Wort befiehlt Allah:
Und Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist
nicht anders als in Realität, und die Stunde wird sicherlich kommen! Sei
daher bereit, mit großmütiger Nachsicht zu vergeben. (Sure 15:85 – alHidschr)
... und erweist den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den
Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem
Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah
den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 – an-Nisa)
... Unterstützt euch gegenseitig in Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und
ermutigt einander nicht zur Sünde und Feindschaft und fürchtet Allah;
Allah ist gewiss streng im Vergelten. (Sure 5:2 – al-Ma'ida)

In der moralischen Lehre des Islams sind die wichtigsten Eigenschaften Liebe,
Mitgefühl, gegenseitige Unterstützung, Opferbereitschaft, Toleranz und
Nachsicht. In einer Gesellschaft, in der diese Ethik in Wahrheit realisiert wird,
können Gewalttätigkeit und Konflikt nicht Fuß fassen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 24

Wie aus diesen Versen klar hervorgeht, möchte Allah, dass diejenigen, die
an Ihn glauben, sich ihren Mitmenschen gegenüber zuvorkommend verhalten
und miteinander zusammenarbeiten, wo es darum geht, das Gute zu fördern
und das Üble zu vermeiden. In einem anderen Vers erklärt Allah: 'Wer etwas
Gutes vollbracht hat, dem wird es zehnfach vergolten und wer sich Übles zu
Lasten kommen ließ, dem wird es nur im gleichen Maß vergolten. Und es
geschieht ihnen kein Unrecht.' (Sure 5:2 – al-Mai'da)
In Seinem Buch beschreibt Allah Sich Selbst als den, Der weiß, was 'im
Innersten der Brust' verborgen ist, und warnt die Menschen, 'alles Übel zu
vermeiden'. Ein Muslim, was soviel bedeutet als 'jemand der sich Allah ergeben hat', muss daher offensichtlich ein Mensch sein, der sein bestes tun wird,
den Terrorismus zu bekämpfen.
Ein Muslim verhält sich gegenüber den Ereignissen, die um ihn herum
geschehen, nicht unbeteiligt, und wird niemals die Einstellung haben, dass
nichts von Bedeutung ist, solange es ihm nicht schadet, und zwar deshalb, weil
er sich Allah ergeben hat. Er ist Sein 'Stellvertreter' und ein Botschafter des
Guten, und kann somit in der Gegenwart von Grausamkeiten und Terrorismus
nicht unbeteiligt zusehen. In der Tat, der Muslim ist der größte Feind des
Terrorismus, durch den Menschen getötet werden, die kein Unrecht getan
haben. Der Islam ist gegen alle Erscheinungsformen des Terrorismus und ist
bestrebt, ihn von vornherein, d.h. schon auf der Ebene der Idee zu verhindern. Er
fordert, dass zwischen den Menschen Frieden und Gerechtigkeit vorherrschen
und gebietet dem Menschen Zwietracht, Konflikt und Böses zu vermeiden.

Allah befiehlt uns, gerecht zu sein
Die wahre Gerechtigkeit, die im Quran beschrieben wird, befiehlt dem
Menschen, gerecht zu sein, nicht unter Menschen zu diskriminieren, die Rechte
der Menschen zu schützen, unter keinen Umständen Gewalttätigkeit zu billigen, dem Unterdrückten gegen den Unterdrücker beizustehen und dem
Bedürftigen zu helfen. In der Entscheidung eines Streits erfordert es diese
Gerechtigkeit, dass die Rechte beider Parteien gewahrt werden, dass alle
Gesichtspunkte des Konflikts beurteilt werden, dass keinerlei Vorurteile einen
Einfluss ausüben, und dass Objektivität, Ehrlichkeit, Toleranz, Barmherzigkeit
und Anteilnahme geübt werden. Jemand z.B., der Ereignisse nicht in gemäßigter Weise beurteilen kann und zwischen seinen Gefühle und Emotionen
schwankt, wird nicht in der Lage sein, vernünftige Entscheidungen zu treffen

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 25

und unter dem Einfluss solcher Gefühle bleiben. Jedoch jemand, der mit
Gerechtigkeit vorgeht, muss all seine persönlichen Gefühle und Ansichten beiseite legen. Er muss alle Parteien mit Gerechtigkeit behandeln, wenn sie um
Hilfe bitten, um unter allen Umständen die Seite des Rechts zu vertreten und
nicht vom Weg der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit abzuweichen. Man sollte
die Werte des Qurans in solcher Weise verinnerlichen, dass man in der Lage ist,
die Interessen anderer Menschen vor den eigenen zu berücksichtigen, und
Gerechtigkeit zu verfechten, selbst wenn dies nachteilig für die eigenen
Interessen ist.
Im 42. Vers der 5. Sure (al-Ma'ida) befiehlt Allah: '... wenn du Recht
sprichst, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit.' An anderer Stelle befiehlt
Allah den Gläubigen gerecht zu handeln, selbst wenn es sich gegen sie selbst
richtet:
O ihr, die ihr glaubt, errichtet die Gerechtigkeit (als ein Leitprinzip)! Seid
Zeugen für Allah, selbst wenn es sich gegen euch selbst oder euere Eltern
und Verwandten richtet, ob arm oder reich, Allah ist beiden näher. Und
folgt nicht den Begierden, die euch vom Recht abwenden. Wenn ihr die
Wahrheit verdreht oder euch davon abwendet, so ist es Allah sicherlich
bekannt, was ihr tut. (Sure 4:135 – an-Nisa)

Allah gibt im Quran eine ausführliche Darstellung der Gerechtigkeit und
weist die Gläubigen an, welche Haltung sie angesichts der Ereignisse, die ihnen
begegnen, einnehmen müssen, und auf welche Weise die Gerechtigkeit auszuüben ist. Solch eine Anleitung ist eine Gnade Allahs und eine große
Erleichterung für die Gläubigen. Aus diesem Grund sind die, die glauben,
dafür verantwortlich, kompromisslose Gerechtigkeit walten zu lassen, sowohl
um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, als auch um ihr Leben in Frieden und
Sicherheit zu führen.
Die Gerechtigkeit, die Allah im Quran befiehlt, ist die Gerechtigkeit, die
einheitlich auf alle Menschen, ohne Anbetracht der Sprache, Rasse oder Kultur
anzuwenden ist. Die Gerechtigkeit im Sinn des Qurans ändert sich nicht je nach
dem Ort, der Zeit und den Menschen. Auch in unserer Zeit gibt es Menschen
in allen Teilen der Welt, die grausamer und ungerechter Behandlung aufgrund
ihrer Hautfarbe oder Rasse ausgesetzt sind.
Allah informiert uns jedoch im Quran, dass der Zweck in der Schöpfung
unterschiedlicher Stämme und Völker ist, 'dass sie einander kennenlernen'.
Unterschiedliche Nationen oder Völker, die alle Allahs Untertanen sind, sollten
sich kennenlernen, d.h. ihre unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Traditionen

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 26

und Fähigkeiten erforschen. Kurz gesagt, der Zweck der Schöpfung der verschiedenen Rassen und Nationen ist nicht Konflikt und Krieg, sondern kulturelle Bereicherung. Solche Abwechslungen sind eine Gabe der Schöpfung
Gottes. Die Tatsache, dass einer größer als ein anderer ist, oder dass seine Haut
gelb oder weiß ist, gibt ihm weder eine höhere Stellung über andere, noch
einen Grund sich zu schämen. Jeder Charakterzug einer Person ist ein Ergebnis
der zweckmäßigen Schöpfung Gottes, doch in Allahs Sicht haben diese
Variationen keine wertbestimmende Bedeutung. Der Gläubige weiß, dass
Vorrang nur in der Furcht Gottes und durch Standfestigkeit im Glauben an
Allah erreichbar ist. Auf diese Tatsache wird im folgenden Vers hingewiesen:
O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem männlichen und einem
weiblichen Wesen und machten euch zu Gemeinschaften und Stämmen
damit ihr euch gegenseitig erkennen mögt. Der Vortrefflichste unter euch
vor Allah ist der Gottesfürchtigste. Allahs Wissen ist wahrlich absolut; es
ist Ihm alles bekannt . (Sure 49:13 – al-Hudschurat)

Wie Allah uns in dem Vers zu verstehen gibt, erfordert das von Ihm empfohlene Verständnis der Gerechtigkeit, eine einheitliche, tolerante und wohlwollende Behandlung aller, ohne jegliche Diskriminierung.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 27

Abneigung gegen eine Gruppe hindert die Gläubigen nicht
daran, Gerechtigkeit walten zu lassen
Hass und Zorn sind die Hauptquellen des Übels, und werden sehr leicht
zum Hindernis daran, gerechte Entscheidungen zu treffen, klare Gedanken zu
fassen und sich vernünftig zu verhalten. Der Mensch neigt dazu, anderen,
denen er feindselig gesinnt ist, alle Arten des Unrechts zuzufügen. Er mag
jenen Taten vorwerfen, die sie nie begangen haben, oder falsche Aussagen
gegen sie machen, obgleich ihm deren Unschuld bekannt ist. Aufgrund solcher
Feindschaften können Menschen zum Opfer unerträglicher Unterdrückung
werden.

Einige

Menschen

verweigern

anderen,

mit

denen

sie

Meinungsverschiedenheiten haben, entlastende Zeugenaussagen, obwohl sie
wissen, dass jene unschuldig sind, oder halten Beweise zurück, welche jene
entlasten würden. Zudem genießen sie Schadenfreude an dem Elend, Unrecht
oder Leiden, dem jene Menschen dann ausgesetzt sind, und andererseits ist
ihre größte Beunruhigung, dass sich die Unschuld jener Menschen erweisen
könnte und ihnen Gerechtigkeit widerfahren möge.
Aus diesen Gründen ist es für Menschen in korrupten Gesellschaften sehr
schwierig einander zu vertrauen. Die Menschen fürchten sich davor, dass sie
irgendwann von irgend jemandem zu Fall gebracht werden. Da sie gegenseitiges Vertrauen verloren haben, verlieren sie auch menschlichen Regungen, wie
Toleranz, Mitgefühl, Brüderlichkeit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit,
und beginnen, Abneigung gegeneinander zu entwickeln.
Die Gefühle jedoch, die jemand in seinem Herzen gegenüber einer Person
oder einer Gemeinschaft hegt, sollten nie die Entscheidungen eines Gläubigen
beeinflussen. Ungeachtet dessen, wie unmoralisch oder feindseelig die Person,
deren Angelegenheit er betrachtet, sein mag, legt der Gläubige alle persönlichen Gefühle beiseite, und handelt und entscheidet gerecht und empfiehlt das,
was gerecht ist. Seine Gefühle gegenüber jener Person werfen keinen Schatten
auf seine Weisheit und Gewissenhaftigkeit. Sein Gewissen inspiriert ihn stets,
Allahs Geboten und Ermahnungen zu entsprechen, und niemals Anstand und
Höflichkeit ausser Acht zu lassen, weil Gott das im Quran befohlen hat.
Folgender Vers bestätigt das:
O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft für Allah als Zeugen in Gerechtigkeit,
und lasst eure Abneigung gegen gewisse Leute euch nicht dazu hinreißen
Ungerechtigkeit zu begehen. Seid gerecht - es entspricht mehr der Furcht
Gottes. Seid euch Allahs Gegenwart bewusst. Allah ist es sicherlich
bekannt, was ihr tut. (Sure 5:8 – al-Ma'ida)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 28

Und hätte dein Herr es gewollt, so
würden insgesamt alle, die auf Erden
leben, glauben. Willst du dann die
Menschen unter Zwang zu Gläubigen
machen? (Sure 10:99 – Junus)

Wie in dem Vers dargelegt, entspricht es am ehesten der Furcht Gottes,
eine gerechte Haltung einzunehmen. Ein gläubiger Mensch weiß, dass er
Allahs Wohlgefallen nur erreichen wird, wenn er gerecht handelt. Jeder, der
Zeuge seines guten Charakters wird, vertraut diesem Menschen, fühlt sich
wohl in seiner Gegenwart und betraut ihn mit jeder Verantwortlichkeit und
Aufgabe. Solche Menschen werden selbst von ihren Feinden mit dem Respekt
behandelt. Ihre Einstellung mag sogar manche Menschen zum Glauben an Gott
führen.

Der Islam verteidigt geistige Freiheit
Der Islam ist eine Religion, welche die Freiheit der Ideen, des Gedankens
und des Lebens gewährt. Im Islam bestehen Gebote zur Verhinderung und
Unterbindung von Spannungen, Streitigkeiten, übler Nachrede und selbst
negativen Gedanken unter den Menschen. Im gleichen Maß wie der Islam
Terror und jegliche Form der Gewalttätigkeit ablehnt, untersagt er, selbst die
geringfügigste Anwendung von jeglichem ideologischen Zwang.
Es besteht kein Zwang in der Religion! Korrektes Verhalten wurde nunmehr klar gegen Verirrung abgegrenzt... (Sure 2:256 – al-Baqara)
So ermahne! Deine Aufgabe ist es nur zu ermahnen. Du kannst sie nicht
zwingen. (Sure 88:21 f – al-Ghaschija)

Jemanden zu zwingen, an eine Religion zu glauben oder ihre
Glaubensformen und Praktiken anzunehmen, widerspricht völlig dem Geist
und Wesen des Islams, dem gemäß wahrer Glaube nur aus freiem Willen und
unter absoluter Gewissensfreiheit möglich ist. Natürlich können Muslime sich
gegenseitig dazu anhalten und ermutigen, die moralischen Grundsätze des

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 29

Ungeachtet dessen, welcher Religion oder Glaubensrichtung ein anderer Mensch
angehören mag, sei er ein Jude, Christ, Buddhist oder Hindu, die Muslime werden im
Quran dazu angehalten, ihm gegenüber tolerant und nachsichtig zu sein, und ihn
gerecht und menschlich zu behandeln.

Qurans zu verwirklichen; alle Gläubigen sind damit betraut, den Menschen
den ethischen Reichtum des Qurans in unaufdringlicher, ansprechender Weise
zu eröffnen. In Einklang mit dem folgenden Vers sind sie dazu aufgefordert,
die Schönheiten der Religion zu erläutern: 'Lade zum Weg deines Herrn mit
Weisheit und schöner Ermahnung ein...' (Sure 16:125 – an-Nahl). Gleichzeitig
jedoch müssen sie sich auch dieses Verses bewusst sein: 'Du bist nicht dafür
verantwortlich, dass sie der Führung folgen, sondern Allah leitet recht, wen
Er will...' (Sure 2:272 – al-Baqara). Sie werden nie zu Zwangsmitteln greifen
oder irgendeinen äußerlichen oder psychologischen Druck ausüben, noch werden sie versuchen, jemanden mit weltlichen Privilegien zur Religion zu locken.
Wenn sie eine negative Erwiderung auf ihr Einladen erfahren, werden die
Muslime im Sinn der Sure al-Kafirun reagieren, die mit diesen Worten schließt:
'Euch sei eure Religion und mir die meine' (Sure 109:6 - Al Kafirun).
Die Welt, in der wir leben, enthält Gesellschaften aller Religionen und
Überzeugungen: Christliche, jüdische, buddhistische, hinduistische, atheistische, deistische und selbst heidnische Naturreligionen. Muslime, die in solch
einer Welt leben, müssen tolerant gegenüber allen Glaubensrichtungen sein,
auf die sie treffen mögen und eine nachsichtige, gerechte und humanitäre
Verhaltensweise an den Tag legen. Es ist eine Verantwortlichkeit der Gläubigen,
die Menschen zur Schönheit der Religion Allahs einzuladen, indem sie Frieden
und Toleranz fördern. Die Entscheidung, diese Qualitäten anzunehmen oder
abzulehnen – zu glauben oder sich abzuwenden – liegt bei den anderen. Jene
zum Glauben zu zwingen oder zu versuchen, ihnen etwas aufzudrängen, ist
eine Verletzung der quranischen Ethik. In der Tat, Allah weist die Gläubigen im
Quran darauf hin:

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 30

Und hätte dein Herr es gewollt, so würden insgesamt alle, die auf Erden
leben, glauben. Willst du dann die Menschen unter Zwang zu Gläubigen
machen? (Sure 10:99 - Yunus)
Wir wissen bestens, was sie sagen, doch du hast keine Zwangsgewalt über
sie. So ermahne den, der Meine Verheißung fürchtet mit dem Quran. (Sure
50:45 - Qaf)

Ein Gesellschaftsmodell, in dem die Menschen gezwungen werden religiösen Verpflichtungen nachzukommen, ist dem Islam völlig konträr. Glaube
und Gottesdienst können nur dann einen Wert haben, wenn sie Gott aus
freier individueller Willensentscheidung heraus dargebracht werden. Wenn
ein System die Menschen zum Glauben und zur Verrichtung religiöser
Pflichten zwingt, sind die Menschen nur aus Furcht vor diesem System
'fromm'. Religion kann aus ihrer eigenen Sicht heraus nur dann Gültigkeit
haben, wenn sie in einer Umgebung der Gewissensfreiheit gelebt wird und
Gottes Wohlgefallen zum Ziel hat.
Die Geschichte des Islams ist voll von Beispielen toleranter muslimischer
Herrscher, die alle Religionen respektierten und persönlich für die Errichtung
religiöser Freiheit eintraten. Thomas Arnold, ein im Dienst der indischen
Regierung tätiger britischer Missionar, beschrieb die liberale Einstellung des
Islams in diesen Worten:
... Es sind jedoch keinerlei organisierten Versuche, einer Konvertierung der
nicht- muslimischen Bevölkerung zum Islam, oder einer systematischen
Verfolgung, um die christliche Religion zu vertilgen, bekannt. Hätten die

Im Jahr 1492 n. CH. wurden die Juden, die ablehnten, zum Christentum überzutreten, von König Ferdinand
und Königin Isabella aus Spanien verbannt (oben). Die Juden wurden im Osmanischen Reich aufgenommen, das ihnen zu einem Zufluchtsort islamischer Gerechtigkeit und Toleranz wurde.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 31

Kalifen beschlossen, eine dieser Verfahrensweisen anzuwenden, so hätte das
Christentum ebenso einfach verfolgt werden können, wie Ferdinand und
Isabella den Islam aus Spanien vertrieben haben, oder wie Louis XIV den
Protestantismus in Frankreich strafbar machte, oder wie die Juden 350 Jahre
lang von England gebannt worden waren. Die östlichen Kirchen in Asien
waren von der Gemeinschaft mit dem Rest des Christentums völlig abgeschnitten, und niemand hat je in Bezug auf sie einen Finger erhoben, um sie
als häretische Gemeinschaften anzuprangern. Das tatsächliche Überleben dieser Kirchen bis in die heutige Zeit ist ein starker Beweis der allgemein toleranten Haltung der mohammedanischen Regierungen ihnen gegenüber.1

Allah verbietet die Tötung unschuldiger Menschen
Einen Mensch ohne gerechtfertigten Grund zu töten, ist eine der größten
Sünden, die der Quran beschreibt:
... dem, der einen Menschen, ohne dass dieser einen Mord begangen oder
Korruption im Lande gestiftet hat, tötet, es angerechnet werden soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der ein Leben erhält, soll es
angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.
Und unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Beweisen, doch
selbst dann ergingen sich viele von ihnen daraufhin in Maßlosigkeiten auf
Erden. (Sure 5:32 – al-Ma'ida)
Und die, die keine anderen Götter neben Allah anrufen und kein
Menschenleben töten, das Allah unantastbar gemacht hat, es sei denn entsprechend des Rechts, und die keine Unzucht betreiben. Wer dies jedoch
tut, begegnet einer schmerzliche Strafe. (Sure 25:68 – al-Furqan)

Wie aus den obigen Versen ersichtlich, droht denjenigen, die unschuldige
Menschen ohne Grund töten, eine drastische Strafe. Allah teilt uns mit, dass vor
Ihm die Tötung einer einzigen Person ebenso verwerflich ist, wie die Tötung
der ganzen Menschheit. Niemand, der die von Allah gesetzten Grenzen respektiert, kann auch nur einem Mensch Schaden zufügen, geschweige denn
Tausende unschuldige Menschen massakrieren. Diejenigen, die annehmen, sie
könnten dem Gericht und der Bestrafung in dieser Welt entgehen, werden
letztlich nie erfolgreich sein, denn sie werden in der Gegenwart Allahs
Rechenschaft für ihre Taten ablegen müssen. Aus diesem Grund sind die
Gläubigen, die wissen, dass sie nach ihrem Tode Rechenschaft für ihre Taten
ablegen müssen, sehr bedacht, die Grenzen Allahs nicht zu überschreiten.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 32

Allah befiehlt den Gläubigen, mitleidsvoll und
barmherzig zu sein
Im folgenden Vers wird die islamische Ethik erklärt:
Dann wird er zu denen gehören, die glauben und einander zu Geduld und
Barmherzigkeit anhalten: Das sind die Gefährten der Rechten. (Sure 90:1718 – al-Balad)

Wie aus diesem Vers ersichtlich, ist eine der wichtigsten Eigenschaften der
Moralität, die den Gläubigen am Tag des Gerichts zur Errettung und zum
Eingang ins Paradies verhelfen wird, 'denen zuzugehören, die einander zu
Geduld und Barmherzigkeit anhalten'.
Die wahre Quelle der Barmherzigkeit ist die Liebe zu Allah. Die Liebe
eines Menschen zu Allah führt ihn dazu, dass er auch für die Geschöpfe, die Er

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 33

Die Ethik des Islams stellt allen Menschen ein friedvolles Leben,
Wohlsein, Liebe und Freude in Aussicht...

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 34

erschaffen hat, Liebe empfindet. Jemand, der Allah liebt, empfindet eine direkte Verbundenheit und Nähe zu den Dingen, die Er erschaffen hat. Diese starke
Liebe und Nähe, die er für seinen Herrn empfindet, der ihn und die gesamte
Menschheit erschaffen hat, leitet ihn an, moralische Vorzüge aufzuzeigen, wie
sie im Quran befohlen werden. Wahre Barmherzigkeit tritt zutage, indem er
diese Moral lebt. Dieses Modell der Moralität, das eine Fülle der Liebe,
Barmherzigkeit und Opferbereitschaft beinhaltet, wird in diesen Versen
beschrieben:
Und die unter euch, die gut gestellt und vermögend sind, sollen nicht
schwören, Verwandten, Bedürftigen und denen, die um Allahs Willen ausgewandert sind, nichts zu geben, sondern sie sollen nachsichtig sein und
vergeben. Wäre es euch nicht lieb, dass Allah euch vergibt? Und Allah ist
stets zur Vergebung bereit und überaus barmherzig. (Sure 24:22 – an-Nur)

... während der Terrorismus eine Gesellschaft anstrebt, in der
Gewalttätigkeit, Furcht, Besorgnis und Chaos vorherrschen.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 35

Und die, die bereits in der Stätte (Medina) ansässig und im Glauben gefestigt waren, lieben die, welche auswanderten und bei ihnen Zuflucht nahmen, und fühlen in ihren Herzen kein Verlangen nach dem, was jenen
zuteil wurde und geben ihnen den Vorzug über sich selbst, auch wenn sie
dadurch selbst Mangel erleiden. Wer jedoch von seiner eigenen Habsucht
erlöst ist, der hat wahren Erfolg erzielt. (Sure 59:9 – al-Haschr)
... die, die Zuflucht und Hilfe gewährten, sie sind die wahrhaft Gläubigen.
Ihnen wird Vergebung und eine großzügige Versorgung zuteil. (Sure 8:74 –
al-Anfal)
Und dient ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist
den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den Waisen, den
Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten,
dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 - An-Nisa)
Die Wohlfahrtsabgaben sind bestimmt für die Armen und Bedürftigen
sowie für die, die in der Verwaltung derselben beschäftigt sind, und für die,
deren Herzen gewonnen werden sollen, zum Freikauf von Leibeigenen und
zur Tilgung von Schulden, für Allahs Zwecke und für mittellose Reisende.
Dies ist Allahs Gebot und Allah besitzt Wissen und Weisheit. (Sure 9:60 at-Tauba)

Diese hohe Stufe der Moral, die, wie im Quran beschrieben, von den
Gläubigen verlangt wird, rührt von ihrer tiefen Liebe zu Allah. Aufgrund ihrer
Hingabe an Ihn halten sie sich gewissenhaft an die moralischen Maßstäbe, die
Allah im Quran niedergelegt hat. Die Gläubigen versuchen nie, den Menschen
das Gefühl zu vermitteln, etwas schuldig zu sein, aufgrund der Anteilnahme
die sie ihnen erweisen und der Hilfe, die sie ihnen anbieten - sie erwarten nicht
einmal, dass ihnen gedankt wird. Ihr eigentliches Ziel ist, Allahs Wohlgefallen
durch ihr moralisches Verhalten zu erlangen, da sie wissen, dass sie am
Jüngsten Tag über die Befolgung dieser moralischen Gebote Rechenschaft ablegen müssen. Allah hat im Quran ausdrücklich offenbart, dass die Hölle der
Lohn derer sein wird, die es bewusst ablehnen, durch ihre Lebensweise die
Ethik des Quran zu verwirklichen:
'Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?' Sie werden antworten: 'Wir
waren nicht unter denen die ihre Gebete verrichteten, und denen, die die
Armen speisten. (Sure 74:42-44 – al-Muddaththir)
'Ergreift ihn und fesselt ihn! Dann lasst ihn das Feuer spüren! Dann legt ihn

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 36

Islamische Moralität gebietet den Muslimen, die
Rechte der Waisen und der Armen und
Notleidenden zu schützen, sich gegenseitig zu
unterstützen und einander wohlgesinnt zu sein.

in eine Kette von siebzig Gliedern und führt ihn hinein! Er war es, der nicht
an Allah, den Erhabenen glaubte, noch sich um die Speisung der
Notdürftigen bemühte. (Sure 69:30-34 – al-Haqqa)
Hast du den gesehen, der die Vergeltung leugnet? Es ist nämlich derjenige,
der den Waisen abweist und die Speisung der Notdürftigen nicht fördert.
(Sure 107:1-3 - Al Ma'un)
Noch ermahnt ihr einander, die Notdürftigen zu Speisen. (Sure 89:18 - Al
Fadschr)

Wie aus den obigen Versen hervorgeht, besitzt der Muslim, der im Quran
beschrieben wird, eine liebevolle und mitfühlende Natur. Niemand, der diese
moralischen Qualitäten besitzt, kann Terrorismus oder Gewalttaten, die gegen
unschuldige Menschen gerichtet sind, billigen. Die Charakterzüge der
Terroristen sind genau das Gegenteil der quranischen Moralität. Ein Terrorist
ist ein rücksichtsloser Mensch, der die Welt mit Hass betrachtet und morden,
zerstören und Blut vergießen will.
Ein Muslim, der in der Ethik, wie sie im Quran offenbart wurde, erzogen
wird, nähert sich jedem mit der im Islam geforderten Liebe, er respektiert alle
möglichen Ideen und ist stets bemüht Harmonie zu stiften, wo Zwietracht
herrscht, Spannungen zu verringern, alle Seiten zu berücksichtigen und sich
gemäßigt zu verhalten. In Gesellschaften, die sich aus derartigen Menschen
zusammensetzen, herrscht eine höher entwickelte Kultur, die Menschen erfreuen sich eines höheren Niveaus an sozialer Ethik, Harmonie, Gerechtigkeit und
Wohlstand als selbst in den modernsten Staaten der heutigen Welt beobachtet
werden können.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 37

Allah hat Nachsicht und Toleranz befohlen
Das Konzept der Nachsicht und Toleranz, das in den Worten 'Übe
Nachsicht' (Sure 7:199 – al-A'raf) beschrieben ist, gehört zu den grundsätzlichsten Lehren des Islams.
Wenn man die islamische Geschichte betrachtet, kann man sehr klar erkennen, wie Muslime dieses wichtige Element der quranischen Ethik in die Praxis
des sozialen Lebens übersetzt haben. Wie wir in später folgenden Teilen dieses
Buchs im Einzelnen betrachten werden, haben die Muslime überall dort, wohin
sie gelangten eine Atmosphäre der Freiheit und Toleranz mit sich gebracht. Sie
ermöglichten es Menschen mit völlig unterschiedlichen Religionen, Sprachen
und Kulturen, in Frieden und Harmonie unter einem Dach zusammen zu
leben, wobei Sicherheit und Freiheit für jedes Mitglied der Gesellschaft
gewährleistet waren. Damit boten sie denen, die von ihnen abhängig waren,
die Vorteile des Wissens, des Wohlstands und einer gleichen und sozialen
Position. Einer der wichtigsten Gründe für das jahrhundertelange Bestehen des
Osmanischen Reichs, das sich über weite Gebiete erstreckte, war die
Atmosphäre der Toleranz und des Verständnisses, die dem Islam zueigen ist.
Die Muslime, die sich jahrhundertelang durch ihre Toleranz und zuvorkom-

In Gesellschaften, in denen die islamische Ethik realisiert wird, können Kirchen, Moscheen und Synagogen voll funktionsfähig friedlich
nebeneinander bestehen. Diese Ansicht von drei Andachtsstätten in
einem Asyl für Obdachlose zeigt, wie das Streben nach Frieden
durch die, in der moralischen Lehre des Islams geforderte Toleranz
und Gerechtigkeit verwirklicht wird.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 38

mende Natur auszeichneten, waren stets die gerechtesten und barmherzigsten
Herrscher. Innerhalb dieses multinationalen Gefüges konnten alle ethnischen
Gruppen frei entsprechend ihrer eigenen Religionen und Traditionen leben.
Toleranz im wahren Sinn kann der Welt nur Frieden und Wohl bringen,
wenn sie entsprechend der Richtlinien realisiert wird, wie sie im Quran dargelegt sind. Auf diese Tatsache weist der folgende Vers hin: 'Eine gute Handlung
und eine üble gleichen sich bestimmt nicht. Weise das Üble mit etwas
Besserem zurück, so wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft
bestand, wie ein inniger Freund werden.' (Sure 41:34 - Fussilat).
Gott hat Nachsicht und Vergebungsbereitschaft im Quran durchwegs als
eine vorzügliche Eigenschaft beschrieben und im folgenden Vers hat Er die
erfreuliche Verheißung gegeben, dass dementsprechendes Verhalten belohnt
wird: 'Und die Vergeltung für eine üble Handlung ist ihresgleichen übel.
Doch wer Nachsicht übt und Schlichtung erstrebt, dessen Belohnung obliegt
Allah; Er liebt gewiss nicht die, die Unrecht begehen.' (Sure 42:40 - AschSchura). In einem anderen Vers hat Er die Gläubigen so beschrieben: 'Die, die
sowohl im Wohlstand als auch in der Not spenden, ihren Ärger überwinden
und Nachsicht gegen die Menschen üben. Allah liebt die, die Gutes tun.'
(Sure 3:134 – Al-Imran). Allah offenbart im Quran, dass es ein tugendhaftes
Verhalten ist, jemanden zu verzeihen, selbst wenn er Unrecht begangen hat. Ein
Vers zu diesem Thema lautet:
... Und es wird nie enden, dass du auf Verrat ihrerseits stößt, von wenigen
Ausnahmen abgesehen. Doch sei nachsichtig gegen sie und vergib ihnen!
Gewiss liebt Allah die, die Gutes tun. (Sure 5:13 – al-Ma'ida)

All dies zeigt, dass die Moralität, die der Islam der Menschheit empfiehlt,
der Welt die Tugenden des Friedens, der Harmonie und Gerechtigkeit bringt.
Die Barbarei, die als Terrorismus bekannt ist und gegenwärtig die ganze Welt
so sehr beschäftigt, ist das Werk ignoranter und fanatischer Menschen, die der
Ethik des Quran vollständig entfremdet sind, und absolut nichts mit Religion
zu tun haben. Die Antwort zu diesen Individuen und Gruppen, die versuchen,
ihre Grausamkeiten unter dem Deckmantel der Religion zu vollbringen, ist die
wahre Moralität die der Quran lehrt. In anderen Worten, der Islam und die
Ethik des Quran sind die Erlösung vom Fluch des Terrorismus und nicht seine
Verfechter.

ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT ● 39

... gewiss ist Allah den Menschen
freundlich und barmherzig gesinnt.
(Sure 2:143 – al-Baqara)

‘KRIEG’
IM QURAN

E

ntsprechend dem Quran stellt der Krieg eine

'unerwünschte Verpflichtung' dar, der unter strenger Einhaltung bestimmter humanitärer und moralischer Maßregeln nachgegangen werden muss, und Krieg darf
nur dann geführt werden, wenn er absolut unvermeidlich ist.

In einem Vers wird erklärt, dass es die Ungläubigen sind, die Kriege
beginnen, u1nd dass Allah Kriege nicht befürwortet:
...So oft sie das Feuer des Kriegs anfachen, löscht Allah es. Und sie trachten
danach auf Erden Verderben zu stiften, doch Allah liebt die Unheilstifter
nicht. (Sure 5:64 – al-Ma'ida)

Im Falle eines Konfliktes müssen die Gläubigen
abwarten, bis die Kampfaktion notwendig
wird. Die Gläubigen dürfen

nur dann kämpfen, wenn die andere Seite angreift und sie keine andere
Alternative als den Krieg haben: 'Wenn sie jedoch ablassen, so ist Allah nachsichtig und barmherzig.' (Sure 2:192 – al-Baqara).
Eine genauere Betrachtung des Lebens des Propheten Muhammad eröffnet, dass der Krieg ein Mittel war, auf das nur in unvermeidbaren Situationen
zum Zweck der Verteidigung zurückgegriffen wurde.
Der Quran wurde dem Propheten Muhammad über eine Zeitspanne von
23 Jahren offenbart. Während der ersten 13 Jahre dieser Periode lebten die
Muslime als Minderheit unter der heidnischen Gesellschaftsordnung in Mekka
und waren großer Unterdrückung ausgesetzt. Viele Muslime wurden belästigt,
misshandelt, gefoltert, und selbst ermordet und ihre Häuser und Besitztümer
wurden geplündert. Trotz dessen jedoch führten die Muslime ihr Leben, ohne
darauf durch irgendwelche Gewalttätigkeit zu reagieren und riefen die Heiden
stets zum friedlichen Zusammenleben auf.
Als sich die Ausschreitungen der Heiden bis zur Unerträglichkeit steigerten, wanderten die Muslime nach der Stadt Jasrib aus, die später auf den
Namen

Medina

umbenannt

werden

sollte,

wo

sie

ihre

eigene

Gesellschaftsordnung in einer freieren und freundlicheren Umgebung errichten konnten. Selbst als sie ihr eigenes politisches System errichtet hatten, ließ
dies sie nicht dazu hinreißen, Waffen gegen die aggressive Heiden von Mekka
aufzunehmen. Erst nach der folgenden Offenbarung befahl der Prophet seinen
Leuten, sich für den Krieg zu rüsten:

Ansicht des heutigen
Medina, der Stadt,
wohin der Prophet
Muhammad und die
Muslime auswanderten, und wo sie ihre
eigene Gesellschaftsordnung errichteten.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 42

Den Kämpfern ist die Erlaubnis gegeben – weil ihnen Unrecht angetan
wurde – und Allah hat gewiss die Macht, ihnen zu helfen; jenen, die rechtlos aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil sie bekannten:
'Unser Herr ist Allah!'... (Sure 22:39, 40 – al-Hadsch)

Kurz gesagt, den Muslimen wurde deshalb erlaubt, Krieg zu führen, weil
sie unterdrückt und Gewalttätigkeiten ausgesetzt worden waren. Allah gab die
Erlaubnis für den Krieg zu Verteidigungszwecken. In anderen Versen werden
die Muslime vor unnötiger Provokation oder Gewaltanwendung gewarnt:
Und kämpft um Allahs Willen gegen die, die euch bekämpfen, doch begeht
keine Ausschreitungen; Allah liebt gewiss nicht die, die das Maß überschreiten. (Sure 2:190 – al-Baqara)

Nach der Offenbarung dieser Verse ereigneten sich Kriege zwischen den
Muslimen und heidnischen Arabern. Keiner dieser Kriege jedoch, wurde von
den Muslimen eingeleitet. Zudem errichtete der Prophet Muhammad eine
sichere und friedvolle soziale Umgebung für die Muslime sowie für die
Heiden, indem er den Friedenspakt von Hudaibija schloss, in dem den meisten
Forderungen der Heiden nachgegeben wurde. Wiederum waren es die Heiden,
die die Bedingungen der Vereinbarung verletzten und erneut Aggressionen
begingen. Durch die schnell anwachsenden Übertritte zum Islam musterten die
Muslime eine große Streitmacht gegen die heidnischen Araber an, doch der
Prophet Muhammad eroberte Mekka ohne Blutvergießen und übte äußerste
Nachsicht. Hätte er es gewollt, so hätte er Rache an den heidnischen Führern
der Stadt nehmen können, statt dessen krümmte er keinem von ihnen ein Haar,
verzieh ihnen und behandelte sie mit äußerster Toleranz. John Esposito, der im
Westen als ein Experte auf dem Gebiet des Islams gilt berichtete die Situation
in den folgenden Worten: 'Der Prohet vermied Rache und Plünderung nach seinem
Sieg und akzeptierte ein Abkommen, das seinen früheren Feinden Amnestie gewährte,
anstatt das Schwert gegen sie zu erheben.' 2
Heiden, die später aus freiem Willen zum Islam übertraten, könnten nicht
umhin, den edlen Charakter des Propheten zu bewundern.
Nicht nur während der Eroberung von Mekka, sondern auch im Verlauf
aller Schlachten und Eroberungen, die sich zu der Zeit des Propheten
Muhammad zutrugen, wurden die Rechte der Unschuldigen und Wehrlosen
sorgfältig gewahrt. Der Prophet erinnerte die Gläubigen oft an diese
Verpflichtung und wurde durch sein eigenes Verhalten ein Vorbild dem viele
folgten. In der Tat, er richtete die folgenden Worte an die Gläubigen, die an die

'KRIEG' IM QURAN ● 43

Front gingen: 'Haltet euch an die Religion Allahs, wenn ihr in den Krieg zieht. Tastet
niemals die Senioren, Frauen und Kinder an. Erleichtert ihnen stets ihre Lage und seid
freundlich zu ihnen. Allah liebt die, die aufrichtig sind.' 3 Der Gesandte Allahs legte auch eindeutig die Verhaltensregeln fest, denen die Muslime folgen müssen,
selbst wenn sie mitten im Gefecht sind:
Tötet keine Kinder. Vermeidet es, Menschen anzutasten, die sich dem
Gottesdienst in Andachtsstätten widmen! Tötet niemals Frauen und Senioren.
Steckt weder Bäume in Brand noch fällt sie. Zerstört niemals Behausungen! 4

Die islamischen Grundsätze, die Allah im Quran niederlegte, erklären diese friedfertige und gemäßigte Politik des Propheten Muhammad. Allah befiehlt
den Gläubigen im Quran, Nicht-Muslime freundlich und gerecht zu behandeln:
Allah verwehrt euch nicht, denen, die euch weder um eueres Glaubens willen bekämpft, noch euch aus eueren Häusern vertrieben haben, Güte und

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 44

Die Kaaba, zu der jedes Jahr fast zwei
Millionen Muslime von den vier Enden
der Welt pilgern, ist ein Symbol des
Friedens und der Toleranz, welche in
der islamischen Lehre integriert sind.

Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Gewiss liebt Allah die Gerechten.
Allah verbietet euch jedoch, jene zu befreunden, die euch um des Glaubens
willen bekämpft und euch aus eueren Wohnstätten vertrieben und euere
Austreibung unterstützt haben... (Sure 60:8, 9 – al-Mumtahina)

Die obigen Verse umreißen das Verhalten, das Muslime Nicht-Muslimen
gegenüber annehmen sollten: Ein Muslim sollte alle Nicht-Muslime freundlich
behandeln, doch vermeiden, Freundschaft mit denen zu schließen, die dem
Islam feindselig gegenüberstehen. Wenn sich diese Feindseligkeit zu gewaltsamen Aggressionen gegen die Muslime ausweitet, d.h., wenn die Muslime

'KRIEG' IM QURAN ● 45

bekriegt werden, sollten sie auf gerechte Weise reagieren, indem sie die humanitären Dimensionen der Situation in Betracht ziehen. Alle Formen der
Barbarei, unnötige Gewalttaten und ungerechte Aggression sind verboten im
Islam. In einem anderen Vers warnt Allah die Muslime davor und ermahnt sie,
sich von ihrem Zorn gegen die Feinde nicht zu ungerechtem Handeln hinreißen zu lassen:
O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft für Allah als Zeugen in Gerechtigkeit,
und lasst eure Abneigung gegen gewisse Leute euch nicht dazu hinreißen
Ungerechtigkeit zu begehen. Seid gerecht – es entspricht mehr der Furcht
Gottes. Seid euch Allahs Gegenwart bewusst. Allah ist es sicherlich
bekannt, was ihr tut. (Sure 5:8 – al-Ma'ida)

Die Bedeutung des Begriffs 'Dschihad'
Ein weiteres Konzept, das im Zusammenhang mit dem zur Diskussion stehendem Thema einer Erklärung bedarf, ist 'Dschihad'.
Die wörtliche Bedeutung des Begriffs 'Dschihad' ist 'Kampf'. Das
Stammwort (dschahada) von dem er abgeleitet ist, bedeutet 'sich bemühen,
sich anstrengen. Daher bedeutet 'Dschihad zu unternehmen' im Islam,
'Anstrengungen zu machen; zu kämpfen'. Prophet Muhammad erklärte, dass
'der größte 'Dschihad' der Kampf des Menschen gegen sein eigenes niederes
Selbst ist'. Was hier mit 'niederem Selbst' gemeint ist, sind selbstsüchtige
Begierden und Ambitionen.
Von einem quranischen Gesichtspunkt kann das Wort 'Dschihad' auch
einen, auf intellektueller Ebene geführten Kampf bedeuten, der sich gegen diejenigen richtet, die Menschen unterdrücken, ungerecht behandeln, sie Folter
und Grausamkeiten aussetzen und ihnen ihre Menschenrechte verweigern. Der
Zweck dieses Kampfs ist Gerechtigkeit, Frieden und Gleichheit herbeizuführen,
Abgesehen von diesen ideologischen und geistigen Bedeutungen wird
auch Kampf im Sinn einer militärischen Expedition als 'Dschihad' bezeichnet.
Jedoch, wie oben bereits erklärt wurde, darf es sich dabei nur um einen Kampf
zu den Verteidigungszwecken handeln. Das Konzept des 'Dschihad' auf
Handlungen der Aggression gegen unschuldige Leute, d.h. Terror, anzuwenden, ist völlig ungerechtfertigt und eine gewaltige Verzerrung der wahren
Bedeutung des Ausdrucks.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 46

Selbstmord ist verboten im Islam
Ein weiterer Punkt von Bedeutung, der unmittelbar nach den jüngsten
Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten ins Blickfeld rückte, ist das
Phänomen der Selbstmordanschläge. Einige Leute, die offenbar falsch über den
Islam unterrichtet sind, haben völlig unzutreffende Erklärungen dahingehend
abgegeben, dass diese Religion des Friedens Selbstmordanschläge erlaubt,
wohingegen im Islam beides absolut verboten ist, sowohl sich selbst, als auch
andere Menschen zu töten. Mit den Worten '... und tötet euch nicht selbst...'
(Sure 4:29 – an-Nisa) hat Allah den Selbstmord zu einer Sünde erklärt. Im Islam
ist es – unberücksichtigt jeglicher Gründe – kategorisch verboten, sich selbst zu
töten.

Eines der
Hauptziele der terroristischen
Bombenanschläge,
Brandstiftungen
und anderer solcher
abscheulichen
Handlungen ist,
Furcht, Besorgnis,
Unsicherheit und
Panik unter den
Menschen zu verursachen.

'KRIEG' IM QURAN ● 47

...und
tötet euch nicht selbst.
Gewiss ist Allah euch überaus
barmherzig geneigt.
(Sure 4:29 – an-Nisa)

Der Prophet erklärte den Selbstmord als eine Sünde. Gemäß einer Überlieferung von Abu Huraira, erklärte er, dass jeder, der sich selbst das Leben
nimmt in die Hölle käme, wo er in aller Ewigkeit lebt.5
Wie aus diesem klar hervorgeht, stellt Selbstmord, und folglich auch
Selbstmordanschläge, die den Tod von Tausenden unschuldiger Menschen verursachen, eine krasse Verletzung der islamischen Moralität dar. Allah erklärt
im Quran, dass es eine Sünde ist, sein eigenes Leben zu beenden, daher ist es
ganz und gar unmöglich für jemanden, der an Allah glaubt und behauptet, sich
an den Quran zu halten, so etwas zu tun. Nur Menschen, die eine sehr irrige
Vorstellung von der Religion haben, die keine Ahnung von der wahren Ethik
des Qurans haben, die ihren Verstand und ihr Gewissen vergewaltigen, die von
atheistischen Ideologien beeinflusst sind oder die durch Gehirnwäsche mit der
Leidenschaft des Hasses und der Rache angesteckt wurden, können derartige
Handlungen vollziehen. Jeder andere Mensch muss solchen Taten verabscheuen.

Barmherzigkeit, Toleranz und Menschlichkeit in der
Geschichte des Islams
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die islamische politische
Doktrin, d.h. Verhaltensregeln und politische Führungsprinzipien im Islam,
äußerst gemäßigt und friedfertig ist. Diese Tatsache wird von vielen nicht-muslimischen Historikern und Theologen bestätigt, zu denen die britische

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 48

Historikerin, Karen Armstrong zählt, die eine ehemalige Nonne und Expertin
auf dem Gebiet der Geschichte des Mittleren Ostens ist. In ihrem Buch Holy
War [Der heilige Krieg], in dem sie die Geschichte der drei monotheistischen
Religionen untersucht, kommentiert sie folgendes:
... Das Wort 'Islam' leitet sich vom gleichen arabischen Wortstamm ab, wie das
Wort 'Frieden' und der Quran verurteilt den Krieg als eine abnormale
Situation, die nicht dem Willen Gottes entspricht... der Islam rechtfertigt
einen total aggressiven Krieg mit dem Ziel der Vernichtung des Feinds nicht...
der Islam erkennt die Unvermeidbarkeit des Kriegs an, und akzeptiert ihn
manchmal als eine positive Pflicht um Unterdrückung und Leiden zu beseitigen. Der Quran fordert, dass der Krieg begrenzt ist und so weit wie möglich
in einer humanitären Weise geführt wird. Muhammad musste nicht nur
gegen die Mekkaner kämpfen, sondern auch gegen die jüdischen Stämme in
der Gegend und gegen christliche Stämme in Syrien, die im Bündnis mit den
Juden eine Offensive gegen ihn planten. Dies jedoch veranlasste Muhammad
nicht 'Die Leute der Schrift' (Juden und Christen) zu verurteilen. Seine
Muslime waren gezwungen sich zu verteidigen, doch sie führten nicht einen
'Heiligen Krieg' gegen die Religion ihrer Feinde. Als Muhammad eine muslimische Armee unter der Führung seines freigesetzten Sklaven Zaid gegen die
Christen sandte, gebot er ihnen, für die Sache Allahs tapfer, jedoch humanitär zu kämpfen. Sie durften weder Geistliche, Mönche und Nonnen, noch
schwache und hilflose Menschen behelligen, die nicht imstande waren zu
kämpfen. Es durfte kein Massaker von Zivilisten stattfinden, noch sollten
sie einen einzigen Baum fällen oder irgendein Gebäude abreißen.6

Nach dem Tod des Propheten achteten auch die Kalifen, die nach ihm
regierten, äußerst sorgfältig darauf, dass der Gerechtigkeit genüge getan wurde.

In

eroberten

Ländern

konnten

die

Einheimischen

sowie

die

Neuankömmlinge ihr Leben in Frieden und Sicherheit führen. Abu Bakr, der
erste Kalif, verlangte von seinen Leuten gerechtes und tolerantes Verhalten in
der Verwaltung dieser Länder, entsprechend den Werten des Quran. Vor dem
ersten syrischen Feldzug gab Abu Bakr seiner Armee den folgenden Befehl:
Haltet ein, ihr Leute, ich gebe euch 10 Regeln, die ihr euch zu Herzen nehmen
müsst: Übt keinen Verrat aus und weicht nicht vom rechten Weg ab. Verletzt
und tötet keine Kinder, Greise und Frauen. Zerstört und versengt keine
Dattelpalmen, und fällt keine anderen Obstbäume. Tötet kein Vieh oder
Kamele, es sei denn zu eurem Verzehr. Ihr werdet auf Menschen stoßen, die

'KRIEG' IM QURAN ● 49

ihr Leben dem klösterlichen Dienst gewidmet haben; belasst sie in dem, dem
sie sich gewidmet haben. Ihr werdet ebenfalls auf Menschen stoßen, die euch
allerlei Mahlzeiten anbieten werden. Ihr mögt davon essen, doch vergesst
nicht, den Namen Allahs darüber auszusprechen.7

Omar Ibn Al Chattab, der nach Abu Bakr folgte, ist berühmt für seine
Gerechtigkeit und die Verträge, die er mit den Einheimischen der eroberten
Gebiete schloss. Jeder dieser Verträge erwies sich als ein exemplarisches
Vorbild an Toleranz und Gerechtigkeit. In seiner Schutzdeklaration, z.B., für die
Christen in Jerusalem und Lot, gewährleistete er, dass keine Kirchen zerstört
würden, und dass die Muslime in den Kirchen keine Gebetsversammlungen
abhalten würden. Den Christen in Bethlehem gewährte Omar die gleichen
Bedingungen. Während der Eroberung von Medain garantierte die
Schutzdeklaration, die dem nestorianischen Patriarchen Iso'jahb III. (647-658 n.
Chr.) gegeben wurde wiederum, dass die Kirchen nicht zerstört würden, und
dass keines seiner Gebäude in eine Behausung für Muslime oder eine Moschee
umgewandelt würde. Der Brief, den der Patriarch nach der Eroberung an den
Bischof von Fars (Persien) schrieb, ist äußerst bedeutsam indem er in den
Worten eines Christen die Toleranz und Barmherzigkeit der muslimischen
Eroberer gegenüber den Leuten der Schrift bezeugt:
Die Araber, denen Gott in dieser Zeit die Regierung der Welt übergeben hat.....
verfolgen die christliche Religion nicht. In der Tat, sie begünstigen sie, respektieren unsere Geistlichen und die Heiligen Gottes und erweisen den Kirchen
und Klöstern Begünstigungen.8

Diese von Omar gewährten Konzessionen, enthüllen die Tiefe der
Toleranz, die Allah dem Menschen im Quran anbefohlen hat, in seinem
Charakter zu verinnerlichen. Die Schutzdeklaration lautete etwa folgendermaßen:
Diese Schutzgarantie wird gewährt, um Leben, Besitz und Religion, einschließlich Kirchen und Synagogen, aller Personen der Gemeinschaften zu schützen, die innerhalb der verwalteten Gebiete ansässig sind, ungeachtet ihrer
Verhältnisse und Verdienste. Keine Andachts- und Wohnstätten dürfen
beschädigt, und nichts darf von ihnen entwendet werden, und niemandem
darf irgend ein Schaden zugefügt werden. Die Ausführung der in diesem
Dokument niedergelegten Bedingungen, entsprechen den Geboten und
Zusagen Allahs und Seiner Gesandten, und werden von den Kalifen und
Muslimen garantiert. 9

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 50

In Jerusalem und seiner
Umgegend, das lange
Zeit unter der
Herrschaft der Muslime
war, werden Frieden
und Toleranz heutzutage von Unterdrückung
und bewaffnetem
Konflikt verdrängt.

'KRIEG' IM QURAN ● 51

All dies sind bedeutende Beispiele dafür, wie die wahrhaft Gläubigen ihr
Verständnis der Gerechtigkeit und Toleranz realisieren. In einem Vers befiehlt
Allah:
Sicherlich gebietet euch Allah das, was euch in Treuhand anvertraut wurde,
an seine Besitzer zurückzugeben, und wenn ihr zwischen den Menschen
schiedssprecht, mit Gerechtigkeit zu richten. Gewiss ist es eine Gunst
Allahs, euch dazu zu ermahnen! Zweifellos hört Allah alles und sieht alles.
(Sure 4:58 – an-Nisa)

Canon Tyler, ein Missionsleiter der anglikanischen Kirche, erwähnt die
Schönheit der islamischen Ethik in einer seiner Reden in diesen Worten:
Er (der Islam) brachte die grundlegenden Dogmen der Religion - die Einheit
und Größe Gottes, dass Er barmherzig und gerecht ist, dass Er Gehorsam
Seinem Willen gegenüber sowie Ergebenheit und Glauben fordert. Er (der
Islam) erklärte die Verantwortlichkeit des Menschen, ein Leben nach dem Tod,
einen Tag des Gerichts, und strenge Vergeltung, der die Übeltäter anheimfallen werden; er verordnete die Pflichten des Gebets, der Wohlfahrtsspende,
des Fastens und der Großmut. Es schaffte die künstlichen Tugenden, die religiösen Betrüge und Torheiten, die pervertierten moralischen Gefühle und die
verbalen Spitzfindigkeiten der theologischen Debatte ab… er gab dem
Sklaven Hoffnung, der Menschheit Brüderlichkeit und den grundlegenden
Tatsachen der menschlichen Natur Anerkennung.10

Die falsche Behauptung, dass die Menschen in den eroberten Ländern
unter Drohung zum Islam übergetreten sind, wurde auch von westlichen
Forschern widerlegt und die gerechte und tolerante Einstellung der Muslime
bestätigt. L. Browne, ein westlicher Forscher, erläutert diese Situation in den
folgenden Worten:
Diese wohlbekannten Tatsachen berauben übrigens die, im christlichen
Schrifttum so weitverbreiteten Gerüchte, dass die Muslime, wohin sie auch
gelangten, die Menschen mit dem Schwert an der Kehle zwangen, den Islam
anzunehmen, jeglicher Substanz...11

In seinem Buch The Prospects of Islam [Aussichten des Islams] erklärt
Browne weiter, dass das wahre Motiv hinter den Eroberungen der Muslime die
Bruderschaft des Islams war. Die überwiegende Mehrheit der muslimischen
Herrscher, die die muslimischen Länder im Lauf der Geschichte verwalteten,
behandelten die Mitglieder anderer Religionen weiterhin mit äußerster
Toleranz und Respekt. Innerhalb der Grenzen aller islamischen Staaten lebten

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 52

Juden und Christen in Sicherheit und genossen volle Freiheit.
John L. Esposito, Professor für Religionswissenschaften und internationale Beziehungen an der Georgetown Universität, schildert, welch ungeheure
Toleranz den Juden und Christen widerfuhr, die in Ländern lebten, welche
unter muslimische Verwaltung gerieten:
Die muslimischen Armeen erweisen sich als bemerkenswerte Eroberer und
erfolgreiche Herrscher; sie waren eher Erbauer als Zerstörer. Sie ersetzten die
einheimischen Herrscher und Armeen der eroberten Länder, doch erhielten
einen Großteil des Regierungs- und Verwaltungapparats und der Kultur aufrecht. Für viele in den eroberten Gebieten war es nichts weiter als eine
Ablösung der Herren, ein Wechsel, der der Bevölkerung Frieden brachte, die
durch Verluste an Leben und schwere Besteuerung aus den langen Jahren der
byzantinisch-persischen Kriege demoralisiert und unzufrieden geworden
war. Örtliche Gemeinden waren frei in internen und häuslichen
Angelegenheiten in ihrer eigenen Lebensweise fortzufahren. In vieler Hinsicht
fanden die örtlichen Bevölkerungen die muslimische Herrschaft flexibler und
toleranter als die von Byzanz und Persien. Religiöse Gemeinschaften waren
frei, ihren Glauben auszuüben - sie konnten ihren Riten und Gesetzen folgen
und ihre geistlichen Häupter konnten ihre Autorität in sozialen Bereichen wie
Heirat, Ehescheidung und Erbschaft beibehalten. Als Gegenleistung wurde

Viele der Kreuzfahrer waren über die gerechte, tolerante und barmherzige Haltung überrascht, welche
die Muslimen selbst auf dem Schlachtfeld an den
Tag legten. Später brachten sie ihre Bewunderung in
ihren Memoiren öffentlich zum Ausdruck. In der obigen Abbildung ist die Einleitung des zweiten
Kreuzzugs durch Louis VII zu sehen.

'KRIEG' IM QURAN ● 53

ihnen eine Anerkennungssteuer (dschizija) auferlegt, die sie zu muslimischer
Beschützung gegen äußere Angriffe berechtigte, wobei sie vom Militärdienst
befreit waren. Sie wurden daher 'die Geschützten' (dhimmmi) benannt. In der
Praxis bedeutete dies oftmals niedrigere Steuern, größere örtliche Autonomie,
Regierung durch andere Semiten zu denen nähere linguistische und kulturelle Verbundenheit bestand, als zu der hellenisierten gräko-romanischen Elite
von Byzanz, sowie größere Religionsfreiheit für Juden und einheimische
Christen. Die meisten christlichen Sekten, wie die Nestorianer, die
Monophysiten, Jakobiner und Kopten, waren als Heretiker und Schismatiker
von der orthodoxen Kirche verfolgt worden. Aus diesem Grund halfen einige
jüdische und christliche Gemeinden den einmarschierenden Armeen, weil sie
diese als weniger unterdrückerisch als ihre imperialen Herrn betrachten. In
vieler Hinsicht brachten die Eroberungen den besetzten Gebieten einen 'Pax
Islamica'.12

Ein anderer 'Pax Islamica', den der Islam brachte, betraf die Frauen, einen
Teil der Gesellschaft, der in den vor-islamischen Zeiten ungeheuerlich misshandelt worden war. Professor Bernard Lewis, der als einer der größten westlichen Experten auf dem Gebiet des Mittleren Ostens bekannt ist, gibt den folgenden Kommentar:
Im allgemeinen brachte der Anbruch des Islams eine enorme Verbesserung
der Stellung der Frauen in altem Arabien mit sich, indem er ihnen Eigentum
und einige andere Rechte zugestand, und ihnen einen gewissen Schutz gegen
schlechte Behandlung durch ihre Gatten oder Herren gab. Das Töten weiblicher Neugeborener, das als heidnisches Brauchtum in Arabien akzeptabel
gewesen war, wurde vom Islam verboten.13

Auch die Herrschaften der Seldschuken und des Osmanischen Reiches
waren von der gerechten und toleranten Einstellung des Islams geprägt. In seinem Buch The Spread of Islam in the World [Die weltweite Ausbreitung des Islam]
erklärt der britische Forscher Sir Thomas Arnold, die Bereitwilligkeit der
Christen, sich aufgrund dieser Haltung unter die seldschukische Herrschaft zu
fügen:
Eben dieses Gefühl der Sicherheit des religiösen Lebens unter muslimischer
Herrschaft bewog viele der Christen in Kleinasien (Anatolien) die seldschukischen Türken als Befreier willkommen zu heißen... Während der Herrschaft
von Michail VIII (1261-1282) wurden die Türken oft von den Einwohnern der
kleinen Städten im Inneren Kleinasiens eingeladen, diese zu besetzen, indem

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 54

sie sich erhofften, dadurch der Tyrannei des byzantinischen Reiches entrinnen
zu können; sowohl Reiche wie Arme wanderten in die türkischen
Herrschaftsgebiete aus.14

Melikschah, der Herrscher des islamischen seldschukischen Reichs
während dieses im Zenith seiner Macht stand, behandelte die Menschen in den
eroberten Gebieten mit großer Toleranz und Barmherzigkeit und verblieb
somit mit Respekt und Liebe in ihrem Gedenken. Viele objektive Historiker
weisen in ihren Arbeiten auf Melikschahs Gerechtigkeit und Toleranz hin.
Seine Großmut gewann ihm die Liebe der Juden und Christen. Aus diesem
Grund unterwarfen sich viele Städte aus freiem Willen Melikschahs Herrschaft,
was beispiellos in der Geschichte ist. Sir Thomas Arnold erwähnt auch Odo de
Diogilo, einen Mönch des St. Denis Ordens, der als der persönliche Seelsorger
von Louis VII am zweiten Kreuzzug teilnahm, und in seinen Memoiren auf die
Gerechtigkeit hinwies, die von den Muslimen geübt wurde, ohne Ansehen der

Die letzte muslimische Herrschaft in Spanien ging im Jahr 1492 zu Ende, als
Granada von der Armee König Ferdinands und der Königin Isabella erobert
wurde. Die obige Abbildung zeigt die Kapitulation der Stadt.

'KRIEG' IM QURAN ● 55

Religionszugehörigkeit der Untertanen. Auf der Grundlage der sehr bildlichen
Ausführungen von Odo de Diogilo, schrieb Sir Thomas Arnold folgendes:
Die Situation der Überlebenden wäre völlig hoffnungslos gewesen, hätte nicht
der Anblick ihres Elendes die Herzen der Mohammedaner zu Mitleid bewogen. Sie pflegten die Kranken und erleichterten das Los der Armen und
Hungernden mit großmütiger Freundlichkeit. Einige kauften sogar das französische Geld, welches die Griechen den Pilgern durch Zwang oder Tücke
abgenommen hatten, und verteilten es großzügig unter den Notdürftigen. Der
Kontrast zwischen der freundlichen Behandlung, welche die Pilger von den
Ungläubigen empfingen und der Grausamkeit ihrer Mitchristen, der
Griechen, die ihnen Zwangsarbeit auferlegten, sie schlugen und des Wenigen,
das sie noch hatten, beraubten, war so groß, dass viele von ihnen freiwillig
den Glauben ihrer Befreier annahmen. In den Worten des alten Chronikers
(Odo de Diogilo): 'Indem sie ihre Glaubensbrüder verließen, die so grausam
zu ihnen gewesen waren, fanden sie Sicherheit bei den Ungläubigen, die
ihnen Barmherzigkeit entgegenbrachten, und, wie wir hörten, schlossen sich
mehr als dreitausend den Türken an, als diese abzogen.' 15

Diese Erklärungen der Historiker bestätigen, dass die muslimischen
Herrscher, die die wahre Moralität des Islams verinnerlicht hatten, immer mit
Toleranz, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit regierten. Ebenso ist die
Geschichte des Osmanischen Reiches, dessen Herrschaft sich jahrhundertelang
über Länder in drei Erdteilen erstreckte, reich an Beispielen der Toleranz.
Die Art und Weise, wie die Juden sich zur Zeit von Sultan Beyazid II in den
osmanischen Ländern niedergelassen haben, nachdem sie Massakern und
Verbannung in den katholischen Königreichen von Spanien und Portugal ausgesetzt worden waren, ist ein treffliches Beispiel der Toleranz, die die islamische Moralität mit sich bringt. Die katholischen Monarchen, die zu jener Zeit
über große Teile Spanien herrschten, unterdrückten die Juden, die zuvor in
Frieden unter muslimischen Herrschaft in Andalusien gelebt hatten. Während
die Muslime, Christen und Juden in Andalusien in Frieden miteinander leben
konnten, versuchten die katholischen Monarchen, dem ganzen Land den
christlichen Glauben aufzuzwingen, wobei sie den Muslimen den Krieg erklärten und die Juden unterdrückten. Als Folge wurde 1492 der letzte muslimische
Herrscher in der südspanischen Provinz von Granada beseitigt. Die Muslime
fielen einem schrecklichen Gemetzel zum Opfer, und Juden, die ablehnten, ihre
Religion zu ändern, wurden in die Verbannung geschickt.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 56

Sultan Beyazid II war ein frommer Muslim. Er
nahm die Juden, die der spanischen Verfolgung
entflohen waren großmütig auf und gewährte
ihnen absolute Religionsfreiheit.

Ein Teil dieser heimatlosen Juden suchte Zuflucht im osmanischen Reich,
und der Staat gewährte ihnen diese. Die osmanische Flotte unter dem Befehl
von Kemal Reis brachte die verbannten Juden, und die wenigen Muslime, die
das Gemetzel überlebt hatten, ins Land der Osmanen.
Sultan Beyazid II, der als ein gottesfürchtiger Herrscher in die Geschichte
eingegangen ist, siedelte diese, zu Unrecht aus Spanien vertrieben Juden im
Frühjahr 1492, in bestimmten Teilen seines Reiches, um Edirne und das heute
in Griechenland gelegene Thessaloniki herum an. Die meisten der 25000 heute
in der Türkei lebenden türkischen Juden sind die Nachkommen jener spanischen Juden. Sie haben ihre Religion und Bräuche, die sie vor 500 Jahren von
Spanien mitgebracht haben, den Lebensbedingungen in der Türkei angepasst,
und leben dort weiterhin in unbehelligtem Komfort, wobei sie ihre eigenen
Schulen, Krankenhäuser, Altersheime, kulturellen Vereinigungen und
Zeitungen unterhalten. In der gleichen Weise, wie sie als Händler und
Geschäftsleute tätig sind, sind sie auch in zahlreichen anderen Berufen, von
technischen Fachgebieten bis zur Werbung beschäftigt, wobei sich in zunehmendem Maße intellektuelle Kreise herausbilden. Während jüdische
Gemeinschaften in vielen Ländern in Europa seit Jahrhunderten in ständiger
Furcht vor antisemitischen rassistischen Ausschreitungen leben, haben sie in

'KRIEG' IM QURAN ● 57

der Türkei in Frieden und Sicherheit gelebt. Dieses Beispiel alleine genügt, die
Toleranz und das Verständnis der Gerechtigkeit zu demonstrieren, die der
Islam mit sich bringt.
Die Barmherzigkeit und Toleranz, die von Sultan Beyazid II praktiziert
wurden, treffen auf alle osmanischen Sultane zu. Als Sultan Mehmet der
Eroberer Konstantinopel einnahm, erlaubte er den Christen und Juden, dort in
Freiheit zu leben. André Miquel, der für seine wertvollen Beiträge bekannt ist,
die er über die Welt des Islams geschrieben hat und in denen er die gerechten
und toleranten Praktiken der Muslime hervorhebt, erklärte folgendes:
Die christlichen Gemeinden lebten unter einer sehr gut verwalteten
Regierung, wie sie sie während der byzantinischen und lateinischen Epochen
nicht vorfanden. Sie waren nie einer systematischen Unterdrückung ausgesetzt. Im Gegenteil war das Reich und insbesonders Istanbul ein Zufluchtsort
für die spanischen Juden geworden, die misshandelt worden waren. Niemals

Die Eroberung von Istanbul durch Sultan Mehmet, den Eroberer, bedeutete Freiheit
für die Juden und heterodoxen Christen, die jahrhundertelang der Unterdrückung der
römischen und byzantinischen Herrscher ausgesetzt gewesen waren.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 58

Sultan Mehmet, der Eroberer bewilligte dem Patriarchat weitgehende
Konzessionen. Unter türkischer Herrschaft genoss der Patriarch zum ersten
Mal in der Geschichte volle Autonomie. In der Abbildung ist Sultan Mehmet,
der Eroberer dargestellt, wie er den Patriarchen empfängt.

wurden die Menschen zur Annahme des Islams gezwungen. Der Prozess der
'Islamisierung' fand statt als Ergebnis des sozialen Vorgangs.16

Wie aus diesen Tatsachen ersichtlich ist, sind die Muslime zu keiner Zeit in
der Geschichte Unterdrücker gewesen. Im Gegenteil, sie haben allen Nationen
und Glaubensrichtungen, die sie erreichten, Frieden und Sicherheit gebracht.
Sie haben sich an Allahs Gebot gehalten, wie folgender Vers besagt: 'Und dient
ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist den Eltern
Wohltätigkeit und ebenso den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen,
dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten, dem Reisenden
und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah nicht den, der arrogant und selbstherrlich ist.' (Sure 4:36 – an-Nisa)
Kurz gesagt, Freundschaft, Brüderlichkeit, Frieden und Liebe sind die
Grundlagen der quranischen Ethik, und es ist das Bestreben der Muslime diese erhabenen Tugenden zu realisieren und auf der Welt zu verbreiten.
(Weitere Informationen bezüglich der Gebote des Qurans und deren
Befolgung durch Muslime im Lauf der Geschichte sind in Harun Yahyas Buch
Gerechtigkeit und Toleranz im Quran gegeben.)

'KRIEG' IM QURAN ● 59

Diejenigen, die glauben und ihren
Glauben nicht mit Unrecht verdunkeln,
sind in Sicherheit, und sie sind
rechtgeleitet. (Sure 6:82 – al-An'am)

DAS
WAHRE GESICHT
DERER, DIE IM
NAMEN DER RELIGION
TERRORAKTE BEGEHEN

A

ll die vorhergehenden Beispiele und Zitate zeigen,

dass die Organisation von Terroranschlägen gegen unschuldige Menschen in völligem
Gegensatz zum Islam steht, und es daher unwahrscheinlich ist, dass irgendein Muslim
solch ein Verbrechen begeht. Ganz im Gegenteil; die Muslime haben die Pflicht, diese
Menschen davon abzuhalten – 'Unheil aus der Welt' zu schaffen – und
Menschheit überall auf der Welt Frieden und Sicherheit zu bringen.
Es kann keine Rede von 'christlichem Terror', 'jüdischem Terror' oder
'islamischem Terror' sein. In der Tat, eine hintergründige
Untersuchung der Täter solcher Handlungen bringt zutage,
dass der in Frage stehende Terrorismus nicht ein
religiöses,

sondern

ein

Phänomen ist.

soziales

der

Die Kreuzfahrer: Barbaren, die ihre eigene Religion mit
Füssen getreten haben
Die wahre Botschaft einer Religion oder Glaubensrichtung kann manchmal von ihren eigenen Anhängern verzerrt werden. Die Kreuzfahrer, deren
Zeiten eine dunkle Epoche der christlichen Geschichte darstellen, sind ein gutes Beispiel dieser Art von Verzerrung.
Die Kreuzfahrer waren europäische Christen, die gegen Ende des 11.
Jahrhunderts begannen, eine Reihe von militärischen Expeditionen zu unternehmen, um das Heilige Land (Palästina und umgebende Gebiete) von den
Muslimen zurückzuerobern. Sie begannen ihre Unternehmung mit einem
sogenannten religiösen Ziel, doch dabei verwüsteten sie jedes Stück Land das
sie betraten, und verbreiteten allerorts Angst und Schrecken. Entlang ihres
Wegs führten sie Massenhinrichtungen der Zivilbevölkerung durch und plünderten viele Dörfer und Städte. Ihre Eroberung von Jerusalem, wo Muslime,
Juden und Christen unter islamischem Regime im Frieden zusammenlebten,
wurde die Szene des unermesslichen Blutvergießens. Gnadenlos töteten sie alle
Muslime und Juden in der Stadt.
In den Worten eines Historikers: 'Sie mordeten alle Araber und Türken,
die sie fanden..., ob Mann oder Frau.' 17 Einer der Kreuzfahrer, Raymond von
Aguiles prahlte mit dieser Gewalttätigkeit:
Wundervolle Ansichten waren zu sehen. Einige unserer Männer (und das war
eher barmherzig) enthaupteten ihre Feinde, andere schossen sie mit Pfeilen, so
dass sie von den Türmen stürzten, andere quälten sie länger, indem sie sie in
die Flammen warfen. Haufen von abgeschnittenen Köpfen, Händen und
Füßen waren auf den Straßen der Stadt zu sehen. Man musste sich seinen
Weg über Leichen und Pferdekadaver suchen. Doch dies war Geringes im
Vergleich damit, was sich im Tempel von Salomon zutrug, wo üblich religiöse
Litaneien vorgetragen wurden ... Im Tempel von Salomon und im Tempelhof
ritten Männer bis zu ihren Knien und Pferdezügeln in Blut. 18

In zwei Tagen metzelte die Armee der Kreuzfahrer etwa 40.000 Muslime in
der oben beschriebenen barbarischen Weise nieder. 19
Die Barbarei der Kreuzfahrer war so maßlos, dass sie während des 4.
Kreuzzuges selbst Konstantinopel (das heutige Istanbul, das damals eine
christliche Stadt war) plünderten und goldenes Gerät aus den Kirchen stahlen.
Zweifelsohne, war all diese Barbarei völlig entgegen der christlichen
Doktrin. Das Christentum ist, in den Worten der Bibel, eine 'Botschaft der
Liebe'. Im Matthäus-Evangelium wird berichtet, dass Jesus seinen Nachfolgern

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 62

Unter muslimischer Herrschaft hatten Muslime, Juden und Christen in Frieden in Jerusalem zusammengelebt. Als
die Kreuzfahrer es einnahmen (wie oben abgebildet), ergingen sie sich in einem schrecklichen Gemetzel. In ihren
weiteren Vormärschen fuhren sie fort, viele Städte zu plündern und große Teile der Zivilbevölkerung zu morden.

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 63

gebot: 'Liebt eure Feinde und betet für
die, die euch verfolgen' (Matthäus 5:44).
Im Lukas-Evangelium wird berichtet,
dass Jesus sagte: 'Wenn dir jemand eine
Ohrfeige gibt, biete ihm die andere
Wange ebenfalls dar.' (Lukas 6:29).
Nirgendwo im Neuen Testament gibt es
einen

Hinweis

auf

Billigung

von

Gewalttätigkeit; unschuldige Menschen
zu töten ist daher unvorstellbar. Die Idee
des 'Mordes Unschuldiger' ist wohl in
der Bibel vorhanden; jedoch nur in der

Am 12 September 1204 marschierten die Kreuzfahrer in Istanbul ein, das derzeit unter christlicher
Herrschaft war. In ihrer Plünderung der Stadt gingen
sie soweit, das Gold aus den Kirchen zu rauben.

grausamen Verordnung des jüdischen Königs Herodes, alle männlichen
Säuglinge zu töten, als er nach dem Leben des neugeborenen Jesus trachtete.
Wenn das Christentum eine Religion ist, die auf Liebe basiert und für
Gewalttätigkeit keinen Platz hat, wie konnten die christlichen Kreuzfahrer die
schrecklichsten Gewaltverbrechen der Geschichte begehen? Der Hauptgrund
dafür ist, dass die Kreuzfahrer hauptsächlich aus ignoranten Menschen bestanden, die besser als 'Pöbel' definiert werden könnten. Diese Massen, die fast
nichts über ihre Religion wussten, die wahrscheinlich zeitlebens nie die Bibel
gelesen oder selbst nur gesehen hatten und die größtenteils keine Ahnung von
den moralischen Werten der Bibel hatten, wurden unter der Propaganda der
Parolen der 'Kreuzfahrer', welche diese Brutalitäten als den 'Willen Gottes' darstellten, in diese Barbarei verleitet.
Es ist erwähnenswert, dass die östliche Kirche, z.B. die Leute von Byzanz,
die in dieser Periode von den westlichen Christen kulturell weit entfernt
waren, menschliche Werte in weit größerem Maß aufrechterhielten. Sowohl
vor, als auch nach den Eroberungen der Kreuzfahrer, waren die orthodoxen
Christen in der Lage, mit den Muslimen zusammenzuleben. Terry Johns, ein
BBC-Kommentator, erklärte, dass 'zivilisiertes Leben mit dem Rückzug der
Kreuzfahrer aus dem Mittleren Osten erneut begann und die Mitglieder der drei monotheistischen Religionen zur friedlichen Koexistenz zurückkehrten'.20
Das Beispiel der Kreuzfahrer weist auf ein allgemeines Phänomen hin: Je
mehr ignorant, intellektuell unterentwickelt und unzivilisiert die Anhänger
einer Ideologie sind, desto eher neigen sie zu Gewalttätigkeit. Dies gilt auch für
Ideologien, die nichts mit Religion zu tun haben. Alle kommunistischen
Bewegungen auf der ganzen Welt neigen zu Gewalttätigkeit. Khmer Rouge in

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 64

Kambodscha war die barbarischste und blutrünstigste davon, und ebenso
waren ihre Anhänger auch die ignorantesten.
Ebenso wie ignorante Anhänger einer Anschauung, die Gewalt akzeptiert,
bis zum Punkt des Wahnsinns folgen können, können sie auch Gewalttätigkeit
mit einer Anschauung, die Gewalt ablehnt (bzw. Religion) verwechseln. Die
islamische Welt kennt auch solche Fälle.

Der 'Beduinen-Charakter' im Quran
Zur Zeit des Propheten Muhammad existierten zwei grundsätzliche
Sozialstrukturen in Arabien. Die Stadtbewohner und die Beduinen
(Wüstenaraber). In den arabischen Städten herrschte eine hoch entwickelte
Zivilisation vor. Handelsbeziehungen verbanden die Städte mit der äußeren
Welt, was zur Kultivierung 'guter Sitten' unter den, in den Städten lebenden
Arabern beitrug. Sie hatten verfeinerte ästhetische Werte und genossen
Literatur und insbesondere Dichtung. Die Wüstenaraber, auf der anderen Seite,
waren Nomadenstämme, die in der Wüste lebten und eine sehr elementare
Kultur hatten. Unbewusst und fern der Künste und der Literatur, hatte sich bei
ihnen ein ungehobelter Charakter herausgebildet.
Der Islam wurde inmitten der Einwohner von Mekka, der wichtigsten
Stadt der Halbinsel, offenbart und entfaltete sich anfänglich dort. Während sich
der Islam dann weiter über die Halbinsel verbreitete, nahmen ihn alle Stämme
in Arabien an. Unter diesen waren auch die Beduinenstämmen, doch sie waren
in gewisser Hinsicht etwas problematisch: Ihr schwacher intellektueller und
kultureller Hintergrund erschwerte einigen von ihnen das Verständnis der
Tiefe und des noblen Geists des Islams. Dies wurde im folgenden Vers von
Allah erwähnt:
Und die Beduinen verharren am hartnäckigsten in Unglauben und
Heuchelei. Und sie sind es am ehesten, die die Grenzen, welche Allah
Seinem Gesandten offenbart hat, nicht kennen, doch Allah ist allwissend
und weise. (Sure 9:97 – at-Tauba)

Die

Beduinen,

das

heißt,

Mitglieder

der

nomadischen

Gesellschaftsgruppen, die 'hartnäckig in Unglauben und Heuchelei verharrten' und in ihrer Unwissenheit dazu neigten, Allahs Gebote außer Acht zu lassen, wurden zu Lebzeiten des Propheten ein integrierter Teil der islamischen
Welt. In den späteren Epochen jedoch wurden sie zu einer Quelle der Probleme
für die islamische Gesellschaft. Die Sekte der 'Charidschiten', die unter den
Beduinen auftauchte, war ein Beispiel. Das prominenteste Merkmal dieser verDAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 65

Zur Zeit des Propheten Muhammad
waren die Beduinen nomadische
Wüstenstämme. Aufgrund ihrer rauhen
Lebensbedingungen hatte sich bei
ihnen ein unbeugsamer und harter
Charakter herausgebildet.

irrten Sekte (ihre Anhänger wurden 'Charidschiten' genannt, was soviel wie
'Austreter' heißt, weil sie in ihren Praktiken weitgehend von den Sunniten, die
die überwiegende Mehrheit der Muslime darstellten, abwichen), war ihre
ungebärdete, fanatische Natur. Die 'Charidschiten', die kein Verständnis für
das Wesen des Islams oder die Tugenden und Werte des Qurans hatten,
bekriegten alle anderen Muslime und rechtfertigten diesen Kampf mit einigen
quranischen Versen, von denen sie eine verzerrte Auslegung machten.
Außerdem führten sie 'Terrorakte' durch. Ali, der einer der engsten Vertrauten
des Propheten war und von ihm als das 'Tor der Stadt des Wissens' beschrieben
wurde, wurde durch einen Charidschiten ermordet.
In einer späteren Epoche traten die 'Haschischin' (Attentäter) auf, eine
weitere brutale Organisation. Es handelte sich hierbei um eine terroristische
Organisation, die sich aus ignoranten und fanatischen Militanten zusammensetzte und die sich, mangels eines gründlichen Verständnisses des Wesens des
Islams, leicht durch billige Parolen und Versprechen beeinflussen ließen.
Geradeso, wie die Kreuzfahrer das Christentum verzerrten und als eine
Lehre der Brutalität missdeuteten, legten einige pervertierte Gruppen, die in
der islamische Welt auftauchten, den Islam falsch aus und ergingen sich in
Brutalitäten. Was diesen religiösen Sekten und den Kreuzfahrern gemeinsam
war, war ihr 'Beduinencharakter'. Das heißt, sie waren ignorant, unverfeinert
und unzivilisiert, und es mangelte ihnen am wahren Verständnis ihrer Religion.
Die Brutalitäten, die sie begingen, waren eher die Folge dieses Unverständnisses,
als der Lehren der Religion, die sie zu verfechten behaupteten.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 66

D

Ein Terrorist kennt
kein Mitgefühl – Sein einziger
Zweck ist zu zerstören

er Begründer des russischen Anarchismus Michael Bakunin und sein
Jünger Nechajev definieren den idealen Terroristen folgendermaßen:
Sein (das des Revolutionärs) gesamtes Lebenswerk – nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat – ist im Kriegszustand mit der vorhandenen
Gesellschaftsordnung und mit der gesamten sogenannten zivilisierten Welt,
ihren Gesetzen, ihrer Moral, ihren Bräuchen; er ist all dem ein kompromissloser
Gegner... Er kennt nur eine Wissenschaft, die Wissenschaft der Zerstörung.
(Zeitungsartikel in The Alarm: Bakunin's 'Ground–Work for the Social
Revolution' [Vorarbeit zur gesellschaftlichen Revolution] 26. Dez. 1885, S. 8 )
Wie aus diesen Worten Bakunins und Nechajevs verständlich ist, sind Terroristen Leute,
die ihre Beziehungen zu jeglichen materiellen und geistigen Institutionen abbrechen
indem sie alle moralischen Werte ablehnen, da sie diese Institutionen als ein Hindernis in
der Verwirklichung ihrer Pläne betrachten. Bakunin erklärt weiter: 'Tag und Nacht sei er
(der Revolutionär) im Einsatz, hege nur einen Gedanken, ein Ziel: die gnadenlose
Zerstörung; während er kaltblütig, ohne zu ruhen dieses Ziel verfolgt, muss er selbst
bereit sein jederzeit zu sterben und ebenso bereit sein, jeden der seine Ziele zu vereiteln
sucht, eigenhändig zu töten.' In seinem 'Ground-Work for the Social Revolution'
[Vorarbeit zur gesellschaftlichen Revolution] ist eine Beschreibung dessen gegeben,
welch eine Person ein Terrorist sein muss:
Unnachsichtig wie er gegen sich selbst ist, muss er auch gegen andere sein.
Jegliche schwachen Gefühle gegenüber Verwandtschaft, Freundschaft, Liebe
und Dankbarkeit müssen durch die einzige kalte Leidenschaft für das Werk der
Revolution unterdrückt werden.
Diese Worte bringen das dunkle Gesicht des Terrorismus an den Tag und zeigen,
dass er der Religion des Islams, die sich auf Frieden, Toleranz und
Liebe gründet, total entgegengesetzt ist. Im folgenden Vers
offenbart Gott, dass Friede die wahre Rettung der Menschheit
ist, und dass das Gegenteil zu verfolgen – d.h. Krieg und
Konflikt – bedeutet, in den Fußstapfen des Teufels zu
wandeln.
O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt in den Zustand
der Befriedung (Islam) ein und folgt nicht
den Fußstapfen des Satans; zweifellos ist er
euch ein offenbarer Feind. (Sure
2:208 – al-Baqara)
Michael
Bakunin

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 67

Die Massenpsychologie
des Terrorismus
in weiteres wichtiges Charakteristikum der Terroristen ist, dass
sie in einer Kollektivgesinnung arbeiten. In dieser Gesinnung
werden individuelle Regungen und persönliche Neigungen verworfen, da jeder
auf das eine gemeinsame Ziel hin abgerichtet ist. Diejenigen, die in diesem
Kollektivgeist handeln, mögen Dinge tun, die sie nie tun würden, wenn sie voll bei
Sinnen wären, und ignorieren ihren eigenen Willen und ihr Gewissen. In vielen
Ländern der Welt lassen sich Terroristengruppen, die sich aus einer handvoll törichter
und ungebildeter Leute zusammensetzen, von der emotionalen Hysterie von
Massenveranstaltungen und propagandistischen Parolen aufpeitschen, und werden,
ohne sich bewusst zu sein, was sie tun und warum sie es tun, in Gewalttaten gegen die
Öffentlichkeit verwickelt. Im Handumdrehen können solche Leute zu Mördern oder selbst
Terroristen werden, die in der Lage sind, unmenschliche Grausamkeiten zu begehen. Ein
Mensch mag ruhig und zurückgehalten wirken, wenn er alleine ist, doch wenn er
Mitglied einer Terroristengruppe wird, ist er fähig, Brandstiftungen und Attentate ohne
offensichtliche Gründe auszuüben. Diese Individuen fallen derartigen Zwangsvorstellungen zum Opfer, dass sie selbst bereit sind, ihr Leben für ihre Sache aufzugeben. Die
Mehrzahl derer, die sich an Terrorakten beteiligen, sind oft willens- und gewissensschwach und werden wie eine Schafherde durch Massenpsychologie beeinflusst.
Vernunft und Urteilsvermögen werden durch übertriebene und maßlose
Leidenschaft und eine Neigung zur Gewalt und Aggression ersetzt. Solche Leute
werden leicht gereizt, sind intolerant und kennen keine Grenzen und Gesetze.
Der Irrtum dieser Massenpsychologie wird im Quran offenbart, wo es heißt,
dass der Mensch entsprechend seines Willens und seiner Intelligenz handeln muss:

E

Trachte nicht nach dem, wovon du kein Wissen hast. Gewiss
wird Rechenschaft gefordert für all die Fähigkeiten – das
Hören, das Sehen und die des Herzens
(Willenskraft) (Sure 17:36 – al-Isra)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 68

Eine der Quellen des Terrorismus: Der 'Dritte Welt'–
Fanatismus
Diese Beispiele aus der Geschichte mögen zu einem besseren Verständnis
des Phänomens, des sogenannten 'islamischen Terrors' beitragen, der heutzutage an erster Stelle der internationalen Tagesordnung steht. Das rührt daher,
dass die, die ihre Terrorakte ausführen, im Namen des Islams auftreten, obwohl
sie und diejenigen, die solche Taten unterstützen, nur eine unbedeutende
Minderheit in der Welt des Islams darstellen und eben für jenen
'Beduinencharakter' stellvertretend sind, und nicht für den eigentlichen Islam.
In ihrem Unverständnis des Wesens des Islams, der eine Religion des Friedens
und der Gerechtigkeit ist, missbrauchen sie ihn als eine Plattform ihrer
Barbarei, was andererseits lediglich ein Resultat ihrer sozio-ökonomischen und
kulturellen Herkunft ist. Der Ursprung dieser Barbarei, die man sehr wohl als
'Fanatismus der Unterentwicklung' oder 'Dritter Welt Fanatismus' bezeichnen
könnte, ist die geistige und intellektuelle Umnachtung von Menschen, die keine Liebe für ihre Mitmenschen, noch von ihren Mitmenschen kennen.
Es ist eine Tatsache, dass die Muslime überall in der islamischen Welt
während der vergangenen Jahrhunderte von westlichen Mächten und ihren
Verbündeten Unterdrückung und Gewalttätigkeit ausgesetzt waren. Die kolonialistischen europäischen Staaten, von denen eingesetzte faschistische Regime
oder vom Westen unterstützte Kolonialisten (wie z.B. Israel) verursachten den
Muslimen insgesamt großes Leid. Für die Muslime jedoch ist dies eine
Situation, die sie entsprechend den quranischen Richtlinien angehen, und darauf reagieren müssen.
In keinem Teil des Quran befiehlt Allah den Gläubigen, auf
Gewalttätigkeit mit Gewalttätigkeit zu reagieren. Im Gegenteil, Allah befiehlt
den Muslimen, 'auf Übles mit Gutem' zu reagieren:
Eine gute Handlung und eine üble gleichen sich bestimmt nicht. Weise das
Üble mit etwas Besserem zurück, so wird derjenige, zwischen dem und dir
Feindschaft bestand, wie ein inniger Freund werden. (Sure 41:34 – Fussilat)

Es ist zweifellos ein legitimes Recht der Muslime, sich gegen Grausamkeit
zu wehren. Jedoch sollten derartige Reaktionen nie in blinden Hass und ungerechte Feindseligkeit ausarten. Dagegen warnt Allah im folgenden Vers: '... und
lasst euch nicht vom Hass gegen die Leute, die euch den Zugang zur geheiligten Moschee verwehren wollten zu Übertretungen hinreißen. Unterstützt
euch gegenseitig in Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und ermutigt einan-

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 69

der nicht zur Sünde und Feindschaft und fürchtet Allah; Allah ist gewiss
streng im Vergelten.' (Sure 5:2 – al-Ma'ida).
Infolgedessen ist es keinesfalls mit dem Islam vereinbar, Terrorakte gegen
unschuldige Leute anderer Nationen auszuüben, unter dem Vorwand, die
unterdrückten Nationen der Welt zu vertreten.
Ein weiterer Punkt, der hier erwähnt werden muss, ist, dass nicht die
gesamte westliche Welt für die vorher erwähnte Unterdrückung und
Gewalttätigkeit gegen die Muslime verantwortlich gemacht werden kann. In
Wirklichkeit sind es die materialistisch-atheistischen Philosophien und
Ideologien, die im 19. Jahrhundert vorherrschten, die für diese bedauerlichen
Zustände verantwortlich sind. Der europäische Kolonialismus war keine
Ausgeburt des Christentums. Im Gegenteil, es waren anti-religiöse
Bewegungen, die die Werte des Christentums leugneten, welche zum
Kolonialismus führten. Die Wurzeln der größten Brutalitäten des 19.
Jahrhunderts liegen in der sozial-darwinistische Ideologie. In der heutigen
westlichen Welt gibt es neben einer Kultur, die generell von friedfertigen
Elementen beherrscht wird, welche in der christlichen Moral verwurzelt sind,
immer noch grausame, böswillige und negative Einflüsse. In Wirklichkeit
besteht der Hauptkonflikt nicht zwischen dem Westen und dem Islam.
Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung besteht dieser Konflikt zwischen
den religiös gesinnten Menschen des Westens und der muslimischen Welt
einerseits, und den religionsfeindlichen Menschen (wie Materialisten,
Atheisten, Darwinisten usw.) andererseits.
Ein weiterer Hinweis darauf, dass der 'Dritte Welt Fanatismus' nichts mit
Islam zu tun hat, ist, dass diese Art des Fanatismus bis vor Kurzem mit der
kommunistischen Ideologie assoziiert wurde. Wie bekannt, wurden ähnliche
anti-westliche Terroranschläge in den 60er und 70er Jahren von, von den
Sowjets unterstützten, kommunistischen Organisationen durchgeführt. Da der
Einfluss der kommunistischen Ideologie an Momentum verlor, haben einige
der sozialen Strukturen, die kommunistische Organisationen hervorgebracht
hatten, ihre Aufmerksamkeit dem Islam zugewandt. Diese 'Brutalität, die unter
dem Deckmantel der Religion vorgebracht wird' und die durch die
Einverleibung einiger islamischer Konzepte und Symbole in die ehemals kommunistische Rhetorik formuliert wird, steht den moralischen Werten, die das
Wesentliche des Islams bilden, völlig entgegen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 70

Eine
der Methoden
des Terrorismus ist
Furcht und Panik in der
Gesellschaft zu verbreiten
ines der Hauptmerkmale des Terrorismus ist, dass er seine
Angriffsziele aufs Geratewohl auswählt. Die Tatsache, dass er dabei
keine gezielte Auswahl trifft ist einer der hauptsächlichsten Gründe für die
Verbreitung von Furcht, da sich niemand sicher fühlen kann. Wenn die
Menschen wissen, dass sie ohne irgendwelche Gründe mögliche Ziele sind, kann
sich niemand vor den Terroristen sicher fühlen. Es gibt nichts, was ein potentielles
Opfer zu seinem Schutz unternehmen kann, da die Terroristen entsprechend ihrer
eigenen Grundsätze zu einem Zeitpunkt und an einem Ort ihrer eigenen Wahl handeln. Daher sind Terroranschläge in der Gesellschaft sporadisch und unvorhersehbar.

E

Terrororganisationen wählen ihre Ziele spontan, was
bedeutet, dass unschuldige und wehrlose Individuen
getötet oder verwundet werden. Ein typisches
Beispiel dafür war der, am 20. März 1995 verübte
Nervengasanschlag in der U-Bahn von Tokyo.

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 71

Letztlich sei zu diesem Thema noch bemerkt, dass der Islam nicht einer
bestimmten Nation oder geographischen Region eigen ist. Entgegen der im
Westen vorherrschenden Auffassung ist der Islam nicht eine 'östliche Kultur'.
Der Islam ist die letzte, der Menschheit offenbarte Religion, als eine
Wegweisung zu einer aufrichtigen Lebenstransaktion, die sich der gesamten
Menschheit empfiehlt. Die Muslime sind dafür verantwortlich, die wahre
Religion, an die sie glauben, allen Menschen aller Nationen und Kulturen mitzuteilen und sie dem Islam näher zu bringen.
Folglich ist das einzigartige Gegenmittel gegen Menschen und Gruppen,
die im Namen des Islams Terror ausüben oder unterdrückende Regime bilden
und diese Welt zu einem schrecklichen Lebensraum machen, anstatt sie zu verschönern, die wahre Natur des Islam zu enthüllen und zu verbreiten, damit die
Massen ihn verstehen und ihm entsprechend leben können.

Der Irrtum des Radikalismus
Zusammen mit dem Konzept des Terrors müssen wir auch das Phänomen
des Radikalismus überprüfen.
Radikalismus bedeutet, plötzliche, revolutionäre destruktive Änderungen
in irgend einem Bereich zu unterstützen, und zum Erzielen derselben eine
strikte und kompromisslose Handlungsweise zu verfolgen. Radikale zeichnen
sich durch ihre Begierde nach revolutionären Änderungen und ihre unbeugsame und manchmal aggressive Haltung aus.
Wie in jedem anderen Lebensbereich ist für die Muslime auch hier der
Quran richtungsweisend. Wenn wir den Radikalismus im Licht des Qurans
betrachten, sehen wir, dass er nichts mit dem Verhaltensmodell gemein hat,
dem zu folgen, Allah den Muslimen geboten hat. Wenn Allah den Gläubigen
im Quran beschreibt, stellt Er ihn als einen sanftmütigen Menschen dar, der
Konflikte und Auseinandersetzungen meidet und selbst den feindseligsten
Menschen mit Wärme und Freundlichkeit begegnet.
Ein Beispiel, dass uns in dieser Hinsicht anleitet, ist der Befehl Allahs an
Seine Propheten Moses und Aaron, zum Pharao zu gehen und ihn in freundlichem Ton anzusprechen:
Geht beide zu Pharao; denn er ist aufsässig geworden. So sprecht ihn mit
milden Worten an, damit er sich besinne oder gottesfürchtig werde. (Sure
20:43, 44 – Ta Ha)

Pharao war einer der grausamsten und rebellischsten Gottesleugner seiner

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 72

Sicherlich gebietet euch
Allah das, was euch in Treuhand
anvertraut wurde, an seine Besitzer zurückzugeben, und wenn ihr zwischen den Menschen
richtet, mit Gerechtigkeit zu richten. Gewiss ist
es eine Gunst Allahs, euch dazu zu ermahnen!
Zweifellos hört Allah alles und sieht alles.
(Sure 4:58 – an-Nisa)

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 73

Zeit. Er war ein Diktator, der Gott verneinte, Götzendienst betrieb und für sich
selbst Göttlichkeit beanspruchte; zudem unterdrückte er die Gläubigen (die
Israeliten zu jener Zeit) und beging an ihnen schreckliche Grausamkeiten und
Mord. Allah jedoch befahl Seinen Propheten, zu solch einem feindseligen Mann
zu gehen und freundlich mit ihm zu sprechen.
Man beachte, dass die Verhaltensweise, die Allah aufzeigte, die des
freundlichen Dialogs war und nicht die des Streitgesprächs, in der Konflikte
mit scharfen Worten, ärgerlichen Parolen und erhitzten Protestbekundungen
ausgehandelt werden.
Es gibt noch einige andere Beispiele im Dialog zwischen dem Propheten
Schuaib und den Leugnern, die den Muslimen zeigen wie sie sich zu verhalten
haben. Die Anrede Schuaibs wird im Quran so geschildert:
Und nach Madijan (entsandten Wir) ihren Bruder Schuaib. Er sagte: 'Mein
Volk, betet Allah an! Es gibt keinen Gott außer Ihm, der über euch wacht.
Mindert nicht die Maße und Gewichte. Ich sehe gewiss, dass ihr im
Wohlstand lebt, doch ebenso fürchte ich, dass die Strafe eines umfassenden
Tages über euch kommen mag. Und mein Volk, gebt volles Maß und
Gewicht in Gerechtigkeit, verringert den Menschen nicht, was ihnen
zusteht und trachtet nicht danach auf der Erde Korruption zu stiften.
Was Allah euch überlässt, ist das beste für euch, wenn ihr nur glaubt, doch
ich bin nicht als Wächter über euch gesetzt.'
Sie sagten: 'Ist es Teil deines Gottesdiensts, Schuaib, dass du uns gebietest,
das zu verlassen, was unsere Ahnen angebetet haben, oder uns verwehrst
mit unserem Eigentum so zu verfügen wie es uns beliebt? Du bist doch
gewiss ein toleranter, vernünftiger Mensch.
Er sagte: 'Mein Volk, könnt ihr nicht sehen, dass ich ein deutliches Zeichen
von meinem Herrn habe und Er Selbst mich mit Gutem versorgt? Und was
ich euch zu tun verwehre, tue ich nicht um euch zu widerstreben; ich möchte nur Läuterung erzielen soweit ich dazu in der Lage bin, und mein Erfolg
ist alleine in Allahs Hand; auf Ihn vertraue ich und an Ihn wende ich mich.
(Sure 11:84-88 – Hud)

Wenn wir die Worte des Propheten Schuaib genauer betrachten, sehen wir,
dass er das Volk zum Glauben an Gott und zu hohen moralischen Prinzipien
aufrief, und das in freundlicher und bescheidener Weise tat. Wir können die
Gründe für einige, der in den Versen gemachten Aussagen, so erläutern:

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 74

'... doch ich bin nicht als Wächter über euch gesetzt.' : Mit diesen

Worten gibt er den Menschen zu bedeuten, dass er sie nicht dominieren möchte, und dass seine einzige Absicht ist, ihnen die Wahrheiten mitzuteilen, die
Gott ihm offenbart hat.

'... Du bist doch gewiss ein toleranter, vernünftiger Mensch.' Diese

Anrede der Ungläubigen an Schuaib weist auf sein freundliches, sanftes und
höfliches Temperament hin und darauf, dass die Ungläubigen dieses auch
anerkannten.

'Mein Volk,

könnt ihr nicht sehen...?' : Die Ausdrucksweise, die

Schuaib hier verwendet zeigt, dass er die Ungläubigen auffordert, ihre
Intelligenz und ihr Gewissen zu benutzen. Das heißt, er setzt sie nicht unter
autoritären Druck, sondern stellt ihre Ideen von einem gegenüberliegenden
Standpunkt aus in Frage und fordert sie zur Besinnung auf, indem er ihnen
ermöglicht in Gewissensfreiheit ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

'Und was ich euch zu tun verwehre, tue ich nicht, um euch zu wider-

streben.' Das Verwehren von Seiten Schuaibs ist hier kein eigentliches Verbot.
Er erklärt, dass einige Verhaltensweisen sündhaft sind, und fordert die
Menschen auf, diese aufzugeben, und außerdem, indem er. sagt '... tue ich
nicht um euch zu widerstreben', betont er, dass sein Zweck nicht die
Auseinandersetzung ist; er möchte den Leuten keine Schwierigkeiten machen
oder einen Streit anzetteln, sondern er möchte sie nur zum Glauben und zu
einer moralischen Lebensweise einladen.
Wenn man den Quran näher untersucht, findet man, dass allen Propheten
eine freundliche, sanftmütige und tolerante Natur zu eigen war. Allah
beschreibt Abraham im Quran als '...überaus demütig und sanftmütig'. (Sure
9:114 – at-Tauba) In einem anderen Vers wird die Natur des Propheten
Muhammad folgendermaßen beschrieben:
Und auf Grund von Allahs großer Gnade warst du freundlich zu ihnen, und
wärest du abweisend und hartherzig gewesen, hätten sie dich gewiss verlassen. Sei deshalb nachsichtig mit ihnen und bitte für sie um Vergebung
und berate dich mit ihnen in (weltlichen) Angelegenheiten, und wenn du
deine Entscheidung getroffen hast, vertraue auf Allah; gewiss liebt Allah
die, die ihr Vertrauen auf Ihn setzen. (Sure 3:159 – Al-Imran)

Ein offensichtliches Merkmal des Radikalismus ist sein Zorn. Diese
Haltung tritt in den leidenschaftlichen Reden, Schriften und Demonstrationen
der Radikalen deutlich zu Tage. Der Zorn jedoch ist keine Charaktereigenschaft

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 75

Für Terroristen ist es eine 'Lebensweise', Menschen zu töten oder Chaos und Verwüstung zu verursachen. Für sie ist das Blutvergießen eine berechnete Handlung. Sie können unschuldige und unbeteiligte Menschen erschießen, einen Bombenanschlag auf Kinder verüben oder ein bewohntes Haus
oder Geschäftszentrum in die Luft sprengen, ohne irgendwelche Gefühle von Mitleid oder Skrupel.

der Muslime. Allah beschreibt die Gläubigen im Quran als: 'Diejenigen, die
spenden, ob es ihnen gut geht oder ob sie selbst bedürftig sind, die ihren
Zorn zügeln und Nachsicht gegen die Menschen üben – und Allah liebt die,
die Gutes tun.' (Sure 3:134 – Al-Imran)
Es gibt keine Situation, in der ein Muslim seinem Zorn freien Lauf lässt.
Das einzige, was ein Muslim von den anderen Menschen will, ist, dass sie an
Allah glauben und entsprechend moralischer Grundsätze leben, doch das ist
nur durch Allahs Gnade möglich. Was immer wir auch tun, oder wie sehr wir
auch versuchen, den Menschen die Wahrheit zu erklären, die Herzen der
Menschen sind in Allahs Händen. In dem unten erwähnten Vers erinnert Allah
die Muslime an diese wichtige Tatsache: '...Sind sich die, die glauben denn
nicht bewusst, dass Allah die gesamte Menschheit rechtleiten könnte wenn
Er es wollte.' (Sure 13:31 – ar–Ra'd)
Ein anderer Vers weist nachdrücklich auf die selbe Tatsache hin:
Und wenn dein Herr wollte, würden alle, die auf der Erden leben, glauben.
Willst du dann die Menschen zwingen, gläubig zu werden? (Sure 10:99 –
Junus)

Somit ist die Aufgabe eines Muslims, nur die Wahrheiten zu erklären und
die Menschen zu ermutigen, diese anzunehmen. Ob die Menschen diese
Einladung annehmen oder ablehnen, ist ausschließlich ihre eigene
Gewissensentscheidung. Allah offenbart diese Tatsache im Quran, wo Er
bestätigt, dass es keinen Zwang in der Religion gibt:
Es besteht kein Zwang in der Religion! Korrektes Verhalten wurde nunmehr
klar gegen Verirrung abgegrenzt, und wer den satanischen Mächten absagt
und an Allah glaubt, hat die sicherste Handhabe ergriffen, die nie versagen
kann. Sicherlich hört und weiß Allah alles. (Sure 2:256 – al-Baqara)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 76

Folglich können keine Zwangsmaßnahmen ergriffen werden um den
Menschen den Glauben aufzuzwingen, oder um die Muslime zur Verrichtung
ihrer religiösen Pflichten zu bewegen und sie von Sünden abzuhalten. Man
kann die Menschen lediglich ermahnen. In einigen Versen, die an den
Propheten gerichtet sind, offenbart Allah, dass die Muslime keine
Unterdrücker sind:
Wir wissen sehr wohl, was sie sagen, doch du bist kein Zwangsvollstrecker
für ihren Glauben. So ermahne die, die Meine Verheißung fürchten, mit
dem Quran. (Sure 50:45 – Qaf)
Sprich: 'Ihr Menschen! Die Wahrheit von eurem Herrn hat euch nunmehr
erreicht. Wer der Führung folgt, der folgt zu seinen eigenen Nutzen und
wer irregeht, verirrt sich zu seinem eigenen Schaden. Und ich bin nicht euer
Vormund.' (Sure 10:108 – Junus)

Die Muslime sind nur dafür verantwortlich, ihre Religion zu erklären, sie
üben auf niemanden Druck oder Zwang aus, und sind dazu angehalten, selbst
mit den anmaßendsten Leugnern auf freundliche Weise zu sprechen. Solche
Menschen können keine Radikalen sein, denn der Radikalismus verkörpert das
Gegenteil der aufgeführten Eigenschaften und Verhaltensweisen. In der Tat,
der Radikalismus ist eine anti-islamische Denkweise und eine politische
Haltung, die von außerhalb in die Welt des Islams eingeführt wurde – ein
Fremdkörper. Wenn wir die sozialen Phänomene überprüfen, die als
Radikalismus beschrieben werden, tritt zu Tage, dass diese grundsätzlich ein
Konglomerat von Methoden und Äußerungen sind, die von den
Kommunisten in der Vergangenheit angewandt wurden, oder ein Ausdruck
'der erhitzten Leidenschaft der Ignoranz' (Sure 48:26 – al-Fath) sind, die keinen Platz im wahren Islam haben.
Alle Muslime müssen Zorn, Unnachgiebigkeit und Streitsucht total
zurückweisen, da diese der Natur des Quran entgegenstehen, und anstelle
davon eine freundliche, sanftmütige, tolerante, ruhige und einfühlende

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 77

Haltung annehmen. Die Muslime müssen ein Vorbild für die Welt sein, und
aufgrund ihrer geistigen Reife, Toleranz, Mäßigung, Bescheidenheit und
Friedfertigkeit bewundert werden. Die Muslime müssen den Islam in der bestmöglichen Weise leben und seine Stellvertreter in der Welt sein, nicht nur in
bezug auf ihren Charakter, sondern auch durch ihre Beiträge in den Bereichen
der Wissenschaft, Kultur, Kunst, Ästhetik und Sozialordnung und anderem
mehr.
Den Islam den anderen nahezubringen und ihn gegen die Ideen zu verteidigen, die ihm wesensfremd sind, sind in dem Vorgenannten mit eingeschlossen. In dem nachfolgenden Vers offenbart Allah deutlich, welche Haltung ein
Muslim im Hinblick auf andere einnehmen muss:
Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und ansprechender Ermahnung
ein und erwidere ihnen mit vorzüglicheren Argumenten. Dein Herr weiß
sicherlich am besten, wer von Seinem Weg abirrt und Er weiß am besten
wer die Rechtgeleiteten sind. (Sure 16:125 – an-Nahl)

Methoden und Psychologie des Terrorismus
Das Konzept des Terrors hat einen weiten Bedeutungsumfang im heutigen
Sprachgebrauch. Generell bezieht es sich auf bewaffnete Anschläge, die von
radikalen ideologischen Gruppen ausführt werden. Allgemein bedeutet Terror
Einschüchterung, doch diese Einschüchterung umfasst einen ausgedehnten
Zielbereich, einschließlich die gesamte Existenz von Menschen, die dadurch
einer ständigen Bedrohung und Furcht vor Brutalität ausgesetzt sind. Terror
beinhaltet eine intensive und systematische Erpressung mit Bedrohung, die
darauf abzielt, die Menschen zu bestimmten Denk- und Handlungsweisen zu
zwingen, wobei alle Arten der Gewaltanwendung ausgeführt werden, um diese Angst zu verursachen und aufrechtzuerhalten. In jedem Fall jedoch ist das
direkte oder indirekte Angriffsziel des Terrorismus die Bevölkerung selbst.
Terroristische

Organisationen

bedienen

sich

des

Terrors,

um

Unterstützung zu erzwingen. Die Einschüchterung, die sie verwenden zielt
darauf ab, ihre Machtstellung zu stärken, und auf diese Weise die
'Unterstützung', d.h. widerstandslose Passivität der Öffentlichkeit, oder eines
Teils der Bevölkerung zu erzielen.
Das erste, woran man denkt, wenn von Terror die Rede ist, ist die Art von
Terror, die von links- oder rechtsradikalen politischen oder sonstigen

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 78

Terroristen zielen darauf ab, den Menschen körperlichen und psychologischen
Schaden zuzufügen, um damit ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Religiöse Ethik dagegen ist dem Terrorismus entgegengesetzt, da sie darauf abzielt, Liebe, Wohlbefinden,
Mitgefühl, Freude und Hoffnung in der Gesellschaft zu fördern.

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 79

Entsprechend der moralischen Lehre des Quran ist
es eine unermessliche Grausamkeit, eine unschuldige und wehrlose Person zu ermorden. Allah verbietet
Terrorakte und verdammt diejenigen, die sie begehen.

Extremistengruppen praktiziert wird, doch
es gibt auch eine Art des Terrors, den man
hauptsächlich in den Ländern der Dritten
Welt vorfindet, wo er von diktatorischen Regimes ausgeführt wird. In
Wirklichkeit handelt es sich hierbei um nichts anderes als eine
Massenanwendung der selben Taktiken und Prinzipien, die von Terroristengruppen angewandt werden. Ein Diktator oder ein tyrannisches Machtkartell
nutzt seine Macht nur zum eigenen Vorteil aus, weswegen es zu unterschiedlichem gesellschaftlichen Widerstand kommt. In dieser Situation bedient sich
das diktatorische Regime stets der selben Methode: um zu demonstrieren, dass
es mächtiger als die Opposition ist, greift es zu rücksichtsloser Gewalt und
Brutalität, um Furcht in der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch seine eigene Macht zu festigen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 80

Terroristische Organisationen hingegen behaupten, entsprechend ihrer
jeweiligen Ideologien, dass ihr Ziel der Sturz einer jeweiligen Regierung und
deren Verwaltungsorgane ist, die sie als illegitim und grausam betrachten, und
dass sie auf diese Weise ihr Ziel erreichen, d.h. eine glücklichere und gerechtere Lebensweise herbeiführen würden. Dies jedoch ist kein realistisches Ziel. Im
ersten Abschnitt der Sure al-Baqara beschreibt Allah genau die Situation derjenigen, die in dieser Weise argumentieren:
Und wenn ihnen geboten wird: 'Stiftet kein Unheil auf der Erde!', so erwidern sie: ‚Wir sind doch die Rechtschaffenen.' Sind es nicht eben jene, die
Korruption säen, doch sie sind sich dessen nicht bewusst. (Sure 2:11, 12 – alBaqara)

Für Terroristen ist die Tötung von Menschen zu einer Lebensart geworden. Sie mögen ohne Mitleid unschuldige Menschen erschießen und Bomben
unter Kinder werfen. Blutvergießen ist für sie eine Befriedigung. Sie haben aufgehört, Menschen zu sein, und sind zu tollwütigen, wilden Bestien geworden.
Wenn irgend einer von ihnen die geringste Regung von Mitgefühl zeigt, wird
er als Feigling oder Verräter gebrandmarkt und verachtet. Häufig benützen sie
ihre Waffen gegeneinander und unternehmen blutige 'Läuterungen' von internen Splittergruppen innerhalb ihrer eigenen Organisationen.
Es ist offensichtlich, dass der Terrorismus nichts anders als eine total satanische Institution des Blutvergießens ist, und wer diesen Teufelskreis der
Barbarei unterstützt, verteidigt ein satanisches System. Wenn ein Terrorist religiöse Phrasen und Symbole benützt, sollte sich niemand davon irreführen lassen. Terroristen, die sich trügerisch unter dem Deckmantel einer Religion verbergen, sind doppelt schuldig, sowohl für das Blut, das sie vergießen, wie für
die antireligiöse Propaganda, die sie fördern, indem sie diese Verbrechen im
Namen der Religion verüben.
Terror und Religion stehen in vollständigem Widerspruch zu einander.
Der Terrorismus begeht den Weg der Aggression, des Mordes, des Konflikts,
der Grausamkeit und des Elends, während all diese, entsprechend des Qurans,
Arten der Unterdrückung sind. Allah ermahnt zu Frieden, Harmonie,
Wohlwollen und Kompromiss. Er verbietet den Terror und jegliche Handlung,
die den Frieden gefährdet, und Er verdammt die, die solche Taten durchführen.
Und diejenigen, die ihr Bündnis mit Allah brechen, nachdem sie es eingegangen waren, und trennen, was Allah zu verbinden gebot, und Unheil auf
Erden anrichten, auf ihnen lastet ein Fluch und eine üble Wohnstatt erwartet sie. (Sure 13:25 – ar-Ra'd)

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 81

Gewalttaten,
eine der wichtigsten
terroristischen
Propaganda Methoden

D

ie Terroristen betrachten Gewalttaten als Propaganda für ihre
Organisationen. Für sie dienen das Töten unschuldiger Leute,
Bankraub, Attentate, Entführungen und Bombenanschläge als Werbung für
ihren Kampf. Für einen Terroristen, der darauf aus ist, Chaos herbeizuführen, ist
die Werbewirkung, die eine Gewalthandlung an einem einzigen Tag erzielt, weit
größer als das, was Millionen von Broschüren erreichen könnten. Diese Idee ist weit
entfernt von jeglicher Art menschlicher Gefühle, wie Barmherzigkeit, Mitleid,
Eintracht und Toleranz. Sie ist den moralischen Lehren des Qurans völlig ferne und
kann nur in Gesellschaften Anklang finden, in denen atheistische Ideologien vorherrschen. Aus diesem Grund liegt die einzig mögliche Rettung der Menschheit von dieser
umnachteten Denkweise in einer weitverbreiteten Annahme der, im Quran dargelegten
moralischen Lehre, als Leitfaden für eine gesunde Lebensweise.

Terroristen betrachten ihre
destruktiven Anschläge als ein
Propagandamittel; durch die
Zerstörung von Menschenleben
und Eigentum erhoffen sie
sich Schrecken und Panik
zu verbreiten und
dadurch ihre Macht und
ihren Einfluss zu
steigern.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 82

Die grundlegende Eigenschaft des Terrors, die all diejenigen, die von seiner Grausamkeit angesteckt sind, gemeinsam haben, ist, dass ihnen Gottesfurcht und die Liebe Gottes völlig fremd sind. Ihre Herzen sind verstockt und
sie sind geistlich und seelisch krank. Im Quran spricht Allah über den
Charakter solcher Menschen:
Und folge nicht denen, die verachtenswert bereit sind, jeden Eid zu leisten,
dem Verleumder, der üble Gerüchte verbreiten, dem, der das Gute verhindert und Unrecht und Frevel begeht, dem Pöbel und Abschaum. (Sure
68:10-13 – al-Qalam)

Gott hat ungerechtfertigte Rebellion und Anschläge verboten. Im Islam
sind Handlungen, die heutzutage als 'Terror' und 'Anarchie' bezeichnet werden, untersagt. Im Quran heißt es:
Sprich: 'Mein Herr hat lediglich Schändlichkeiten verboten – ob öffentlich
oder verborgen – sowie Sünde und Unrecht, und dass ihr Allah Teilhaber
zuschreibt, wozu euch keine Ermächtigung gegeben wurde, und dass ihr
über Allah Dinge sagt, wovon ihr kein Wissen habt.' (Sure 7:33 – al-A'raf)

... Seid euch Allahs
Gegenwart bewusst. Allah ist es
sicherlich bekannt, was ihr tut.
(Sure 5:8 – al-Ma'ida)

DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN ● 83

Und Allah lädt zur Wohnstätte des
Friedens ein und leitet, wen Er will, zu einem
geraden Weg. (Sure 10:25 – Junus)

DIE EINSTELLUNG DES
ISLAMS GEGENÜBER DEN
‘MENSCHEN DER SCHRIFT’

E

in weiteres wichtiges Thema, das mit den Terrorakten gegen

die Vereinigten Staaten auf die Tagesordnung kam, ist die Beziehung zwischen der westlichen und der islamischen Welt. Wie bekannt haben einige Intellektuelle in den neunziger Jahren prophezeit, dass die Welt zur Arena eines bevorstehenden Kampfs zwischen
dem Westen und dem Islam werden würde. Dies ist das grundlegende Thema der
weithin bekannten These Samuel Huntingtons The Clash of Civilisations [Kampf
der Kulturen]. Diese These jedoch, beruht auf einem imaginären Szenario,
das durch die Überbewertung des Einflusses einiger radikalen und
ignoranten Splittergruppen innerhalb dieser zwei Zivilisationen
geschaffen wurde. Tatsächlich kann es keinen Konflikt
zwischen der westlichen und der islamischen
Zivilisation geben, weil die

Glaubensgrundsätze des Judentums und Christentums, auf denen die westliche Zivilisation basiert, in vollkommener Harmonie mit dem Islam stehen.
Im Quran werden die Juden und Christen die 'Menschen der Schrift'
genannt. Der Grund dafür ist, dass die Anhänger dieser zwei Religionen sich an
die von Allah offenbarten Heiligen Schriften halten. Die Einstellung des Islams
gegenüber den Menschen der Schrift ist äußerst tolerant und teilnahmsvoll.
Diese Haltung gegenüber den Menschen der Schrift entwickelte sich in
den Gründungsjahren des Islams. Zu jener Zeit waren die Muslime eine
Minderheit, die darum kämpften, ihren Glauben zu bewahren und dabei allerlei Unterdrückung und Grausamkeiten von Seiten der heidnischen Mekkaner
erlitten. Auf Grund dieser Verfolgung entschieden sich einige Muslime, von
Mekka zu fliehen und in einem sicheren Land mit einem gerechten Herrscher
Zuflucht zu nehmen. Der Prophet Muhammad riet ihnen, beim Negus, dem
christlichen Herrscher Äthiopiens, Zuflucht zu nehmen. Die Muslime, die nach
Äthiopien auswanderten, fanden dort eine sehr zuvorkommende Regierung
vor, die sie mit Liebe und Respekt aufnahm. Der Negus lehnte die Forderungen
der heidnischen Botschafter ab, die mit dem Gesuch, ihnen die Muslime auszuliefern, nach Äthiopien gesandt worden waren und erklärte, dass die
Muslime in seinem Land frei leben könnten.
Der Quran verweist auf diese barmherzige, mitfühlende und gerechte
Haltung der Christen in dem folgenden Vers:
... du wirst sicher finden, dass die, die den Gläubigen am nächsten in
Zuneigung sind, jene sind, die sich als Christen bekennen. Das liegt daran,
dass es unter ihnen Geistliche und Mönche gibt, und weil sie nicht arrogant
sind. (Sure 5:82 – al-Ma'ida)

Glaubensinhalte und Werte die den Menschen der Schrift
und den Muslimen gemeinsam sind
Der christliche und muslimische Glaube haben viele gemeinsame Aspekte.
Auch das Judentum teilt viele Glaubensgrundsätze mit dem Islam. Allah
erklärt im Quran, dass die Muslime den gleichen Glauben mit den Menschen
der Schrift teilen, und befiehlt den Muslimen: '... Wir glauben an das, was uns
offenbart wurde und an das, was euch offenbart wurde. Unser Gott und euer
Gott ist Einer, und Ihm haben wir uns ergeben. (Sure 29:46 – al-'Ankabut)
Alle wahren Anhänger dieser drei großen Religionen glauben:

dass Gott das ganze Universum aus dem Nichts geschaffen hat und

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 86

Im Quran werden die Christen und Juden als die 'Menschen der Schrift' benannt, und es ist geboten, ihnen Respekt, Großmut und Freundlichkeit entgegenzubringen. Die Anhänger dieser beiden
Religionen glauben an Gott und teilen die selben moralischen Werte mit den Muslimen.

dass Er alles, was existiert durch Seine Allmacht beherrscht.

dass Gott den Menschen und alle Lebewesen in wunderbarer Weise

erschaffen hat, und dass Gott dem Menschen eine Seele gab.

an die Auferstehung, das Paradies und die Hölle und an die Engel,

sowie daran, dass Allah unserem Leben ein bestimmtes Schicksal zugeteilt hat.

dass Gott im Verlauf der Geschichte viele Propheten wie Noah,

Abraham, Isaac, Joseph und Moses sandte. Und alle verehren diese Propheten.
In einem Vers wird erwähnt, dass die Muslime keinen Unterschied zwischen den Propheten machen, was die göttliche Botschaft betrifft:
Der Prophet glaubt an das, was ihm von seinem Herrn offenbart wurde,
und ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah, an Seine Engel, an Seine
Heiligen Schriften und an Seine Propheten. Wir unterscheiden zwischen
keinem Seiner Gesandten. Und sie erwidern: ‚Wir hören und gehorchen;
(gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr, denn die Rückkehr zu Dir ist
unser Ziel!' (Sure 2:285 – al-Baqara)

Der Glaube der Menschen der Schrift ist im Einklang mit dem der
Muslime, nicht nur im Hinblick auf Glaubensinhalte, sondern auch in bezug
auf moralische Werte. In der heutigen Welt, in der Unmoral wie Betrug,

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 87

Ehebruch, Homosexualität und sexuelle Perversionen, Drogensucht und eine
Form des Egoismus, in der Selbstverherrlichung durch Brutalität angestrebt
wird, so weit verbreitet ist, dass sie teilweise schon zur sozialen Norm wurde,
teilen die Menschen der Schrift und die Muslime die gleichen Tugenden: Ehre,
Keuschheit, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Ehrlichkeit, Barmherzigkeit,
Mitgefühl und bedingungslose Liebe.

Die gemeinsamen Feinde des Glaubens
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, der das Christentum, das Judentum
und den Islam zusammenbringt, ist der starke Einfluss, den die atheistischen
Philosophien in unserer Zeit ausüben.
Zu den bekanntesten und schädlichsten Philosophien unserer Zeit zählen
der Materialismus, Kommunismus, Faschismus,

Heutzutage kämpfen
beide, die Muslime
und die 'Menschen
der Schrift' einen
sich stets erweiternden Kampf gegen
Unmoral, wie sexuelle Perversionen,
Prostitution und
Drogensucht. Jede
dieser drei
Religionen erkennt
Keuschheit,
Ehrlichkeit und
Opferbereitschaft
als die größten
Tugenden an.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 88

Anarchismus, Rassismus, Nihilismus und Existentialismus. Viele Menschen,
die an die falschen Diagnosen und die trügerischen Beschreibungen und
Erklärungen glaubten, die diese Ideologien bezüglich des Universums, der
Gesellschaft und des Menschen vorbrachten, haben ihren Glauben verloren
oder stürzten in Zweifel. Überdies haben diese Ideologien Menschen,
Gesellschaften und Nationen in große Krisen, Konflikte und Kriege gestürzt.
Ihr Anteil an der Schuld für das Leiden und Elend, das die Menschheit bis heute plagt, ist unermesslich.
Indem sie Allah und die Schöpfung leugnen, haben alle oben erwähnten
Ideologien einen gemeinsamen Nenner – ihre sogenannte wissenschaftliche
Grundlage: Charles Darwins Evolutionstheorie. Der Darwinismus bildet die
Grundlage der atheistischen Philosophien. Diese Theorie behauptet, dass die
Lebewesen sich aufgrund einer Folge von Zufällen und mittels eines Kampfs
ums Überleben entwickelt haben. Folglich verkündet der Darwinismus dem
Menschen diese trügerische Botschaft: Du bist niemandem Rechenschaft schuldig,
du verdankst dein Leben einer Reihe von Zufällen, du musst kämpfen und, falls notwendig, andere unterdrücken, um erfolgreich zu sein. Die Welt ist eine Arena des
Konflikts und der Selbstbehauptung.
Die sozialen Mitteilungen, die durch darwinistischen Konzepte wie 'natürliche Auswahl', 'Kampf ums Dasein', 'Überleben der Stärksten' usw. übermittelt
werden, sind Mittel der Indoktrination. Diese üble Perversion der Ethik schlägt
dem Menschen vor, egoistisch, selbstsüchtig, grausam und tyrannisch zu sein,
sie zerstört Tugenden wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Opferbereitschaft und
Bescheidenheit, die moralischen Werte der drei großen monotheistischen
Religionen, und präsentiert dies als eine unumgängliche Lebensmaßregel.
Diese darwinistische Indoktrination ist das genaue Gegenteil des Glaubens
der Menschen der Schrift und der Botschaft des Qurans. Infolgedessen konstituiert die darwinistische Ideologie die Grundlage einer Welt, die in sich selbst
diesen drei göttlich offenbarten Religionen entgegensetzt ist.
Unter diesen Bedingungen ist es nunmehr für die Menschen der Schrift
und die Muslime notwendig geworden, zusammenzuarbeiten, da sie an Gott
glauben und die Ethik, die Er fordert, akzeptieren. Die Anhänger dieser drei
Religionen sollten den Irrtum des Darwinismus, der keinerlei wissenschaftliche

Grundlage

hat,

und

dessen

nunmehr

einziger

Zweck

die

Aufrechterhaltung der materialistischen Philosophien ist, vor der Welt bloßstellen. Sie sollten in gegenseitiger Zusammenarbeit einen intellektuellen
Kampf gegen alle sonstigen trügerischen Ideen führen (Kommunismus,

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 89

Faschismus, Rassismus), die dem Atheismus dienen. Sobald dies verwirklicht
ist, wird sich die Welt, in sehr kurzer Zeit eines Zustands des Friedens, der
Sicherheit und Gerechtigkeit erfreuen.

Gottlose Ideologien wie der Faschismus, Kommunismus, Rassismus und Anarchismus haben
Verwüstung über die Menschheit gebracht und Hass in den Gesellschaften gesät.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 90

Der Darwinismus schlägt eine Gesellschaft vor, in der Konflikt und Gewalttaten als Mittel des
Fortschritts betrachtet werden. Studien über die Auswirkungen des sozial-darwinistischen
Projekts auf die Gesellschaft zeigen jedoch, dass dieses Gesellschaftsmodell nur Leiden und
Zerstörung hervorgebracht hat.

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 91

Der Antisemitismus ist ein Rassismus, der dem Islam vollkommen entgegengesetzt ist
In unserer Zeit ist der Antisemitismus eine Ideologie, die den Weltfrieden
bedroht und auf die Zerstörung des Wohlergehens und der Sicherheit unschuldiger Menschen abzielt. Er ist ein, von bestimmten Kreisen gegen die Juden
gerichteter Rassenhass.
Der Antisemitismus ist untrennbar mit einer der großen Katastrophen des
20. Jahrhunderts verbunden, in der die Grausamkeiten und Massaker, die die
Nazis gegen die Juden begingen die schrecklichsten Ausmaße annahmen.
Zusätzlich dazu haben autoritäre Regime in vielen Länder gezielt die Juden
grausamen Misshandlungen ausgesetzt. Faschistische Organisationen haben
Juden belästigt und blutige Attentate gegen sie verübt.
Wie sollte ein Muslim den Antisemitismus betrachten?
Die Antwort ist eindeutig. Jeder Muslim muss den Antisemitismus in
gleicher Weise, wie jede andere rassistische Ideologie verurteilen; er muss
sich dieser Ideologie des Hasses widersetzen und die Rechte der Juden verteidigen, so wie er die Rechte aller anderen Menschen verteidigen würde.

Die Verfolgung der Juden im Verlauf der Geschichte war grundsätzlich die Folge
von rassistischen Vorurteilen, die definitiv im Widerspruch zum Islam stehen. Es
ist durchaus gerechtfertigt, sich der Brutalität des israelischen Staatsterrorismus
entgegenzustellen und sie zu verdammen, doch kein wahrer Muslim kann die
ungerechte und grausame Behandlung unschuldiger jüdischer Menschen billigen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 92

Jeder Muslim muss die Rechte der in Israel, oder im Exil lebenden Juden anerkennen und verteidigen, d.h. das Recht in Frieden zu leben, ihre Religion frei auszuüben, ihre Identität zu bewahren und sich unzensiert ausdrücken zu können.
Obwohl die Muslime heute zurecht die grausame und aggressive Politik
des Staats Israel, zusammen mit seiner unrechtmäßigen Besetzung der benachbarten Gebiete, verurteilen, ist eine Kollektivverurteilung aller Juden nicht
akzeptabel für gläubige Muslime – das wäre ein klarer Ausdruck von
Antisemitismus. Die offizielle zionistische Ideologie zu kritisieren hat jedoch
nichts mit Antisemitismus zu tun, denn den Zionismus zurückzuweisen, ist
nichts anderes, als eine extreme Form des Rassismus abzulehnen. Es gibt viele
Juden (und ihre Zahl nimmt zusehends zu) die die rassistische Politik des
Zionismus ebenso sehr ablehnen, und jene des Antisemitismus zu bezichtigen,
wäre absurd.
Niemals eine Gemeinschaft kollektiv zu verurteilen, ist ein Gebot, das der
Quran sehr betont, und dabei die Notwendigkeit aufzeigt, zwischen den
Gerechten und den Übeltätern, den grausamen und den unschuldigen
Menschen zu unterscheiden. Der Quran schildert eine Begebenheit, wo Allah,
nachdem Er einige Juden und Christen, erwähnt, die Seinen Geboten zuwider
gehandelt hatten, auch auf andere Juden und Christen hinweist, die eine einwandfreie Verhaltensweise an den Tag legten:
Sie sind nicht alle gleich. Unter den Menschen der Schrift gibt es eine aufrichtige Gemeinde, sie rezitieren die Offenbarungen Allahs zur Nachtzeit
und werfen sich nieder im Gebet. Sie glauben an Allah und an den
Jüngsten Tag und verordnen das Rechte und verbieten das Unrechte, sie
wetteifern in guten Werken und sie zählen zu den Rechtschaffenen. Und
was sie an Gutem tun, wird niemals geleugnet werden, und die
Gottesfürchtigen sind Allah wohl bekannt. (Sure 3:113-115 – Al-Imran)

Der Antisemitismus ist eine anti-religiöse Ideologie, die ihre Wurzeln
im Neo-Paganismus hat. Es ist daher undenkbar, dass ein Muslim den
Antisemitismus unterstützt oder mit dieser Ideologie sympathisiert.
Antisemiten haben keinerlei Hochachtung für Abraham, Moses oder David,
die gesegnete, von Gott auserwählte Propheten waren, und der Menschheit als
Vorbilder dienten.
Der Antisemitismus und andere Auswüchse des Rassismus (z.B.
Vorurteile gegen dunkelhäutige Menschen) haben keinen Platz in einer wahren
Religion; es sind Perversionen, die verschiedenen irrigen Ideologien und abergläubischen Phantasien entsprangen.

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 93

Wenn man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus untersucht, ist deutlich zu erkennen, dass sie Ideen und ein Gesellschaftsmodell fördern, die in völligem Widerspruch zur Ethik des Quran stehen. So liegen z.B.
Hass, Gewalttätigkeit und Mangel an Barmherzigkeit dem Antisemitismus
zugrunde. Ein Antisemit kann so grausam sein, dass er den Mord an jüdischen
Mitmenschen unterstützt, egal ob Männer, Frauen, Kinder oder Greise, und
selbst zustimmt, dass sie gefoltert und gequält werden. Die moralische Lehre
des Qurans dagegen fordert, allen Menschen Liebe, Barmherzigkeit und Gnade
zukommen zu lassen. Sie gebietet den Muslimen auch, gerecht und nachsichtig gegenüber ihren Feinden zu sein.
Demgegenüber sind Antisemiten und andere
Rassisten gegen das friedliche Zusammenleben von
Menschen verschiedener Herkunft oder verschiedenen Glaubens. (So standen z.B. die deutschen
Rassisten – Nazis – und die jüdischen
Rassisten – Zionisten – dem Zusammenleben von
Deutschen und Juden ablehnend gegenüber; jede Seite
wies dies im Namen ihrer jeweiligen Rasse als
Entartung zurück.) Im Quran dagegen gibt es nicht
die geringste Unterscheidung zwischen
Rassen; der Quran ermutigt die
Anhänger

verschiedener

Religionen dazu, in der gleichen Gesellschaft in Frieden
und Glück zusammenzuleben.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 94

Die Muslime möchten mit Juden und Christen in Frieden und Zufriedenheit zusammenleben, wobei sie
sich gegenseitig mit Toleranz, Freundlichkeit, Respekt und Mitgefühl behandeln.

Der Quran fordert Muslime, Juden und Christen zu einem
Zusammenleben in Freundschaft auf
Die Juden und Christen, die der Quran als 'Menschen der Schrift' bezeichnet,
sind den Muslimen viel näher als den Götzendienern. Die Menschen der Schrift
glauben wie die Muslime an einen Gott und unterstellen sich Seinen Geboten.
Im Quran gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen den Menschen
der Schrift und denen die Gott oder Seine Ausschließlichkeit leugnen. Dieser
Unterschied wird besonders im Bereich des sozialen Lebens hervorgehoben So
wird z.B. bezüglich der Götzendiener gesagt: '... zweifellos sind die
Götzendiener unrein. Und so sollen sie sich nach diesem Jahr ihres
Abkommens der geheiligte Moschee nicht mehr nähern...' (Sure 9:28 – atTauba). Die Götzendiener sind Leute, die kein göttliches Gesetz kennen, keine
moralischen Richtlinien haben und skrupellos zu allen möglichen erniedrigenden und perversen Handlungen bereit sind.
Die Menschen der Schrift jedoch haben, indem sie sich grundsätzlich an
die Offenbarungen Allahs halten, moralische Prinzipien und wissen, was
erlaubt ist und was nicht. Aus diesem Grund ist es Muslimen erlaubt, die
Speisen und Nahrungsmittel der Juden und Christen zu verzehren sowie ihre
Töchter zu heiraten; diesbezüglich hat Allah im Quran verordnet:
Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speisen derer, denen die
Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, so wie euere Speisen ihnen erlaubt
sind. Und es ist euch erlaubt die tugendhaften (ledigen) Frauen der
Gläubigen, zu heiraten und die tugendhaften (ledigen) Frauen derer, denen
die Schrift vor euch gegeben wurde, sind euch erlaubt soweit ihr ihnen ihre
Brautgabe gegeben habt und in Ehre mit ihnen die Ehe eingeht, nicht in
einer illegitimen Beziehung und nicht als Konkubinen. Wer den Glauben
verleugnet, dessen Werke sind fruchtlos, und im Jenseits wird er einer der
Verlierer sein. (Sure 5:5 – al-Ma'ida)

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 95

Diese Weisungen zeigen, dass als Folge der Heirat eines Muslims mit einer
Jüdin oder Christin Verwandtschaft hergestellt werden kann, und dass jede
Seite eine Einladung zu einer Mahlzeit annehmen kann. Dies sind die
Grundlagen, die die Errichtung gerechter menschlicher Beziehungen und
eines glücklichen kommunalen Lebens sicherstellen. Da der Quran solch eine
gerechte und tolerante Haltung empfiehlt, ist es undenkbar, dass ein Muslim
eine gegensetzliche Einstellung vertreten könnte.
Die faire und tolerante Handlungsweise des Propheten Muhammad in
bezug auf die Menschen der Schrift wurden zu einem vorbildlichen Beispiel für
die Muslime. Im Vertrag, der mit den Christen von Nadschran abgeschlossen
wurde, die in Südarabien lebten, gab der Prophet eines der besten Beispiele von
Toleranz und Gerechtigkeit. Der Vertrag enthielt den folgenden Artikel:
Das Leben der Menschen von Nadschran und Umgebung, ihre Religion, ihr
Land, Besitz und Vieh, sowohl derer die anwesend sind, als auch derer die
abwesend sind, ihre Botschafter und Andachtsstätten stehen unter dem
Schutz Allahs und der Bewachung Seines Propheten.21

Mittels solcher Verträge sicherte der Prophet sowohl für die Muslime, wie
auch für die Menschen der Schrift, eine Sozialordnung, die von Frieden und
Sicherheit gekennzeichnet war. Diese Ordnung war eine absolute Realisierung
des folgenden Verses:
Gewiss, die Gläubigen und die Juden und die Christen und die Sabäer, alle,
die an Gott und das Jenseits glauben und rechtschaffen handelt, ihnen wird
ihr Herr es belohnen, und sie werden ohne Furcht und Sorge sein. (Sure 2:62
– Al Baqara)

Die Konstitution von Medina ist der wichtigste Vertrag, der Gerechtigkeit
und Toleranz unter Christen-, Juden- und Heidengemeinschaften sicherte.
Die Konstitution von Medina wurde unter Anweisung des Propheten
Muhammad vor 1400 Jahren im Jahr 622 n. Chr. aufgesetzt, um die
Erfordernisse der Menschen unterschiedlichen Glaubens zu erfüllen, und wurde als ein schriftlicher gesetzlicher Vertrag in Anwendung gebracht.
Unterschiedliche Gemeinschaften verschiedener Religionen und Rassen, die
seit 120 Jahren tiefsitzende Feindschaften gegeneinander gehegt hatten, wurden Beteiligte an diesem gesetzlichen Vertrag. Durch diesen Vertrag demonstrierte

der

Prophet

Muhammad,

dass

Konflikte

zwischen

jenen

Gesellschaften, die Feinde waren und nicht imstande gewesen waren, zu
irgend einer Form des Kompromisses zu kommen, beendet werden konnten,

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 96

Zu der Zeit des Propheten Muhammad wurde eine gerechte und tolerante Politik in bezug auf die
'Menschen der Schrift' praktiziert.

und dass diese Gesellschaften tatsächlich miteinander leben konnten.
Entsprechend der Konstitution von Medina war jeder frei, dem Glauben
oder der Religion seiner Wahl zu folgen oder irgendeine politische oder philosophische Wahl zu treffen. Gleichgesinnte Menschen konnten zusammenkommen und eine Gemeinschaft bilden. Jede war frei, ihr eigenes Rechtssystem
auszuüben. Jedoch wer ein Verbrechen beging, wurde von niemandem
geschützt. Die Beteiligten an diesem Vertrag konnten miteinander zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und blieben unter dem Schutz des
Propheten Muhammad. Konflikte zwischen den Beteiligten wurden vor den
Gesandten Allahs gebracht.
Dieser Vertrag war von 622 bis 632 n. Chr. in Kraft. Durch dieses
Dokument wurden die Stammesstrukturen, die zuvor auf Verwandtschaft und
Blut beruht hatten, abgeschafft und Menschen unterschiedlicher kultureller,
ethnischer und geographischer Herkunft kamen zusammen und bildeten eine
soziale

Einheit.

Die

Konstitution

von

Medina

gewährte

absolute

Religionsfreiheit.

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 97

Klöster, Kirchen und Synagogen
müssen respektiert werden
Eine weitere wichtige Lehre aus dem Quran ist, dass Muslime die jüdischen und christlichen Gebetsstätten respektieren müssen. Im Quran werden
Klöster, Kirchen und Synagogen als Gebetsstätten der Menschen der Schrift,
erwähnt, die unter dem Schutz dieses göttlichen Gebots stehen.
... Und hätte Allah nicht manche Menschen durch andere zurückgehalten,
so wären gewiss Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen
Allahs Name häufig angerufen oder gepriesen wird, zerstört worden, und
Allah hilft sicherlich dem, der für Ihn eintritt; Allah verfügt über absolute
Stärke und Macht. (Sure 22:40 – al-Hadsch)

Dieser Vers zeigt jedem Muslim, wie wichtig der Respekt und Schutz der,
den Menschen der Schrift heiligen Orte, zu nehmen ist.
In der Tat, der Prophet Muhammad ging, ebenso wie mit den Juden und
Christen, auch mit den Heiden Abkommen ein. Sie wurden stets gerecht
behandelt, und wenn sie um Schutz baten, wurde ihr Gesuch bereitwillig vom
Propheten gewährt. Das bedeutet, dass diese Gemeinden immer, wenn sie
angegriffen oder fälschlicher Weise beschuldigt wurden, um den Schutz des
Gesandten Allahs baten. Zeit seines Lebens baten die Nicht-Muslime und
Heiden den Propheten Muhammad um Schutz, und er gewährte ihnen diesen
und garantierte ihre Sicherheit. An einer Stelle im Quran befiehlt Allah dem
Propheten, dass er, selbst wenn ein Götzendiener bei ihm Zuflucht sucht, ihm
diese gewähren soll:
Und wenn einer der Götzendiener bei dir Zuflucht sucht, dann gewähre
ihm Zuflucht, bis er Allahs Wort vernommen hat. Danach gib ihm sicheres
Geleit an einen Ort, wo er sich sicher fühlt. Dem sei so, weil sie ein unwissendes Volk sind. (Sure 9:6 – at-Tauba)

Die Juden und Christen sind, aufgrund der Gemeinsamkeiten, die sie mit
den Muslimen teilen, diesen viel näher als die, die keinen Glauben an Gott
haben. Jede dieser Religionen hat ihr Heiliges Buch, d.h. sie verlassen sich auf
eine göttliche Offenbarung. Sie wissen, was recht und was falsch ist, was
erlaubt ist und was ihnen, ihren Schriften entsprechend, nicht gestattet ist und
sie verehren die Propheten und Gesandten, durch die ihnen die göttliche
Offenbarung zu Teil wurde. Sie glauben alle an ein Leben nach diesem, wo sie
Gott gegenüber für all ihre Taten Rechenschaft ablegen müssen. Es gibt also
eine gemeinsame Grundlage, auf der wir zusammenkommen können.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 98

Moscheen, Kirchen und Synagogen
sind spezielle Gebetsstätten, wo
Gottes Name in ehrfürchtigem
Gedenken gehalten wird. Allah gebietet im Quran, dass alle diese
Heiligtümer respektiert und bewahrt
werden müssen.

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 99

Der Aufruf zu einem gemeinsamen Nenner zu kommen
Hinsichtlich der Menschen der Schrift weist Allah die Muslime im Quran
an, zu einer gemeinsamen Formel zu kommen, die gleichermaßen für alle gilt:
Sprich: 'Ihr Menschen der Schrift, lasst uns zu einer ausgewogenen
Erklärung kommen, die für euch und uns Gültigkeit hat, dass wir nichts
und niemanden außer Allah anbeten und Ihm keine Teilhaber zuschreiben,
und dass wir uns nicht aus unseren eigenen Reihen Herren anstelle von
Allah erwählen.' ... (Sure 3:64 – Al-Imran)

Dieses ist in der Tat unsere Aufforderung an die Christen und Juden: Als
Menschen, die an den einen Gott glauben und seinen Offenbarungen folgen,
lasst uns zu einer gemeinsamen Plattform kommen – 'Glauben'. Lasst uns Gott
lieben, der unser Schöpfer und Herr ist, und Seinen Geboten folgen. Und lasst
uns Gott bitten, uns auf Seinem geraden Weg zu führen.
Wenn sich Muslime, Christen und Juden auf diese Weise zu einer gemeinsamen Front zusammenfinden, wenn sie verstehen, dass sie Freunde und nicht
Feinde sind, wenn sie sehen, dass der wirkliche Feind der Atheismus ist, dann
wird die Welt zu einem sehr anderen Ort werden. Die Kriege in vielen Teilen

Das Übel in der Welt wird zu Ende gehen, wenn die Muslime, Christen und Juden vereint ihrem Gott
Anbetung darbringen und gegenseitige Toleranz gegenüber ihrer Glaubensunterschiede üben.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 100

Alle Gläubigen müssen für einander beten und sich vereinen.

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 101

Muzammil Siddiqui, der Präsident der Islamic Society of
North America [Islamische Gesellschaft von
Nordamerika], trägt Verse aus dem Quran in der National
Cathedral in Washington während eines Gedächtnisgottesdiensts für die Opfer des 11. September vor

Präsident G. W.
Bush betete
neben einem
muslimischen
Imam während
des Gedächtnisgottesdiensts
in der National
Cathedral in
Washington.
Oben: Muslime
und NichtMuslime beten
zusammen in
einem Gottesdienst in Dallas.

Präsident G. W. Bush besucht das Islamische
Zentrum in Washington.

PLANET EASTON, NOV, 2001

TIME, OKT. 1. 2001

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 102

TIME, OCT, 1, 2001

Nach den
Anschlägen vom
11. September
beten Menschen
jeder Sprache
und Religion in
gegenseitiger
Anteilnahme und
Solidarität mit
den Betroffenen
zu Gott.

TIME, OCT, 1, 2001
Q-NEWS, OCT, 2001

der Welt, Feindschaften, Furcht und Terroranschläge werden zu einem Ende
kommen, und eine neue Zivilisation, die auf Liebe, Respekt und Frieden
basiert, kann auf dieser gemeinsamen Plattform errichtet werden.
Es gibt wichtige Tatsachen, welche die Muslime berücksichtigen müssen.
Was Allah uns im Quran über verschiedene Nationen und Glaubensrichtungen
lehrt, steht eindeutig fest:

• Die Ethik des Quran schließt jegliche Art des Rassismus aus.
• Im Quran wird eine tolerante und freundliche Haltung gegenüber
Anhängern anderer Religionen gefordert, solange sie dem Islam oder den
Muslimen gegenüber keine Feindseligkeit zeigen.
Es ist offensichtlich, dass die Juden viele Fehler begangen haben, auf die
der Quran hinweist, die er kritisiert und vor denen er warnt. Die Verbrechen
gegen die Menschheit, die gegenwärtig von den Machthabern in Israel verübt
werden, sind schmerzlich und weithin bekannt, doch all dies darf die Muslime
nicht dazu veranlassen, gegen alle Juden Feindseligkeit zu empfinden. Ein weiterer grundlegender Gesichtspunkt im Quran ist, dass es nicht gestattet ist,

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 103

Menschen nur aufgrund
ihrer Zugehörigkeit zu
einer bestimmten Rasse,
Nation oder Religion pauschal zu beurteilen. In
Szenen der Annäherung: Der Papst besucht die
Klagemauer in Jerusalem; EU Kommissionär
Romano Prodi hält eine Rede im Islamischen
Zentrum in Brüssel.

jeder Gemeinschaft gibt
es sowohl gute als auch
schlechte Menschen. Der
Quran weist auf diese
Unterscheidung hin. In

einem Vers wird, nachdem die rebellische Natur – gegen Allah und Seine
Religion – einiger Menschen der Schrift erwähnt wurde, auch auf die
Ausnahme dazu hingewiesen:
Sie sind nicht alle gleich. Unter den Menschen der Schrift gibt es eine aufrichtige Gemeinde, sie rezitieren die Offenbarungen Allahs zur Nachtzeit
und werfen sich nieder im Gebet. Sie glauben an Allah und an den
Jüngsten Tag und verordnen das Rechte und verbieten das Unrechte, sie
wetteifern in guten Werken und sie zählen zu den Rechtschaffenen. Und
was sie an Gutem tun, wird niemals geleugnet werden, und die

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 104

Gottesfürchtigen sind Allah wohl bekannt. (Sure 3:113-115 – Al-Imran)

In einem anderen Vers empfiehlt Allah:
Und Wir entsandten zu jeder Nation einen Gesandten (mit der Botschaft):
'Dient Allah und wendet euch ab von den satanischen Mächten.' Und es gab
solche unter ihnen, die Allah recht leitete und solche, die dem Irrtum
anheim fielen. So bereist die Erde und seht, was die Konsequenzen für die
Leugner waren. (Sure 16:36 – an-Nahl)

Allah offenbarte allen Gesandten, dass Er der Einzige ist, und dass es niemanden und nichts außer Ihm gibt, dem die Menschen Anbetung, Gottesdienst
und Gehorsam darbringen dürfen. Diese göttliche Botschaft, hat Allah den
Menschen durch Seine Gesandten seit der Erschaffung des Menschen übermittelt. Einige Gesellschaften haben die Botschaft angenommen und sind dem
rechten Weg gefolgt, während andere sie ablehnten und irre gegangen sind.
Dies gilt bis auf den heutigen Tag. Einige Menschen verfechten das, was recht
und wahr ist, während andere die Seite des Unrechts und Verderbens wählen.
Das ist Allahs Gesetz. Die, die glauben, sollten die Dinge auch aus solch einer
Perspektive betrachten und nie vergessen, dass es unter den Anhängern aller
Religionen sowohl aufrichtige, gottesfürchtige Menschen gibt, wie solche, die
den religiösen und moralischen Lehren weit entfremdet sind.
Unser Anliegen ist, dass eine Weltordnung errichtet wird, in der Menschen
in Frieden zusammenleben können, ohne Ansehen ihrer Rassen- und
Religionszugehörigkeit, in der jegliche rassistische Perversion zurückgewiesen
wird und in der die Rechte und die Würde jedes Menschen unantastbar sind.
Wir sind guter Hoffnung, dass der Kampf, der zu diesem Zweck auf intellektueller Ebene gegen alle anti-religiösen Ideologien stattfinden muss, den lang
ersehnten Frieden herbeiführen wird. Darüber hat der Quran folgendes zu
sagen:
Die Leugner sind einer des anderen beschützender Freund. Wenn ihr nicht
dementsprechend handelt, wird es in großem Ausmaß zu Verfolgung und
Korruption auf der Erde kommen. (Sure 8:73 – al-Anfal)
Hätte es unter den Nationen, die vor euch existierten, nur mehr Menschen
von gutem Charakter gegeben, die der Korruption auf Erden Einhalt geboten, als die wenigen derer, die Wir erretteten! Doch die, die Unrecht taten
schwelgten in dem Überfluss, in dem sie sich fanden und wurden zu
Frevlern. (Sure 11:116 – Hud)

DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN 'MENSCHEN DER SCHRIFT' ● 105

Wer mit Gutem kommt, der soll dafür noch
Besseres erhalten...
(Sure 27:89 – an-Naml)

DER
ISLAM HAT DEM
MITTLEREN OSTEN
STETS FRIEDEN UND
HARMONIE GEBRACHT

D

ie Geschichte hat stets Frieden, Gerechtigkeit und

Toleranz in den Ländern, die unter muslimischer Verwaltung standen, soweit die
Herrscher sich an die quranische Führung hielten. Die Verwaltungsmaßnahmen in
den Gebieten, die zu Lebzeiten des Propheten Muhammad dem Islam eröffnet wurden, sind sehr wichtige Beispiele dafür, und gerechte Verwalter, die dem Vorbild des
Gesandten Allahs folgten und nicht von den moralischen Prinzipien des Qurans
abwichen, errichteten Gesellschaften, in denen Frieden und Sicherheit vorherrschten. Die wahre Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und
Aufrichtigkeit, die im Quran gefordert wird, wurde zur Zeit
dieser Verwalter verwirklicht und sie erstellten
dadurch ein funktionsfähiges Modell für die
nachfolgenden Generationen.

Das Land Palästina und seine Hauptstadt Jerusalem, wo Anhänger der
drei monotheistischen Religionen stets zusammenlebten, haben große
Bedeutung in Hinsicht darauf, dass sich dort deutlich gezeigt hat, wie die
Muslime den Ländern, die sie regierten Frieden und Beständigkeit brachten.
Seit den Anfängen des Islams haben die Muslime Palästina und insbesondere sein Herz, Jerusalem stets als heilig erachtet, und daher alles unternommen, um der Region Frieden und Harmonie zu bringen.
In den Schilderungen des Qurans wird an vielen Stellen, wo über die
Propheten, die diesen Regionen entstammten oder dort wirkten, berichtet
wird, diese Gegend als 'geheiligte Erde' bezeichnet. Außerdem sind viele
Propheten der Israeliten, die Gottes Werk dort verrichteten, und teilweise deswegen zu Märtyrern wurden, dort begraben, was ein weiterer Grund für die
Muslime ist, diese Stätten heilig zu halten, und in der Tat haben die Muslime
während des größten Teils der letzten 1400 Jahre stets für Frieden und Ruhe in
Jerusalem und Palästina gesorgt.

Der Frieden und die Gerechtigkeit, die vom Kalifen Omar
nach Palästina gebracht wurden
Bis zum Jahre 71 n. Chr. war Jerusalem die Hauptstadt der Juden. In jenem
Jahr führte die römische Armee einen großen offensiven Feldzug gegen die
Juden durch, und verbannte sie danach auf grausame Weise aus dem Gebiet.
Zu jener Zeit begann die jüdische Diaspora und Jerusalem und seine
Umgebung wurden zu einem verlassenen Land.
Mit der Bekehrung zum Christentum des römischen Kaisers Konstantin
jedoch gewann Jerusalem erneut an Bedeutung. Römische Christen bauten
Kirchen in Jerusalem. Das Niederlassungsverbot für Juden in der Region wurde aufgehoben. Palästina blieb bis zum 7. Jahrhundert ein ost-römisches
(Byzanz) Hoheitsgebiet. Die Perser eroberten das Gebiet für kurze Zeit, doch
Byzanz eroberte es später zurück.
Die Eroberung des Gebiets im Jahr 637 durch die islamische Armee stellt
einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte Palästinas dar. Mit dieser
Eroberung traten in Palästina, das jahrhundertelang ein Schauplatz von
Kriegen, Verbannungen, Plünderungen und Massakern gewesen war, und das
mit jeder Neubesetzung erneuten Brutalitäten ausgesetzt gewesen war, Frieden
und Sicherheit ein.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 108

Palästina wurde von Omar, dem zweiten Kalifen nach dem Propheten,
eingenommen. Der Einmarsch von Omar in Jerusalem, die bisher nicht gekannte Toleranz, Gediegenheit und Freundlichkeit, die er den Menschen verschiedenen Glaubens entgegenbrachte, leitete den Beginn einer glorreichen Epoche
ein. Die britische Historikerin und Expertin des Mittleren Ostens, Karen
Armstrong, beschreibt die Eroberung von Jerusalem durch Omar in ihrem
Buch Holy War [Heiliger Krieg] wie folgt:
Der Kalif Omar ritt in Jerusalem auf einem weißen Kamel ein, begleitet vom
Richter der Stadt, dem griechischen Patriarchen Sophronius. Der Kalif verlangte, unverzüglich zum Tempel Hügel geführt zu werden. Dort kniete er
nieder und betete an der Stelle, an der sein Freund Muhammad auf seiner
Nachtreise Gottesdienst abgehalten hatte. Der Patriarch beobachtet dies mit

Moschee Omars (auch Felsendom genannt)

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 109

Entsetzen: und dachte, es müsse das Grauen der Verwüstung sein, von dem
der Prophet Daniel prophezeit hatte, dass es den Tempel heimsuchen würde;
dies war sicherlich der Antichrist, der die 'Endzeit' heroldete. Als nächstes bat
Omar, die christlichen Heiligtümer zu sehen und während er in der Kirche der
Heiligen Grabstätte war, kam die Zeit für das muslimische Gebet. Der
Patriarch lud ihn zuvorkommend ein, an Ort und Stelle zu beten, doch Omar
lehnte dies höflich ab, mit der Erklärung, dass die Muslime solch eine
Handlung
würde,

veranlassen
dort

zum

Gedenken eine Moschee
errichteten zu wollen, was
die

Zerstörung

der

Grabeskirche zur Folge
hätte. Anstatt dessen verließ Omar die Kirche und

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 110

betete ein wenig abseits von ihr, und an jener Stelle, direkt gegenüber des
Heiligen Grabs, wurde dann auch tatsächlich eine kleine Moschee errichtet,
die dem Kalifen Omar gewidmet ist, und die bis auf diesen Tag erhalten ist.
Eine weitere, große Moschee wurde von Omar als Merkmal der muslimischen
Eroberung auf dem Tempelhügel errichtet, zusammen mit der Al-Aqsa
Moschee, im Gedenken an die Nachtreise Mohammads. Die Christen hatten
das Grundstück, auf dem sich die Ruine des Tempels der Juden befand, jahrelang als Müllhalde der Stadt benutzt. Der Kalif half den Muslimen, mit
seinen eigenen Händen den Abfall zu beseitigen, und dort erbauten die
Muslime ihre beiden Heiligtümer, wobei sie den Islam in der drittheiligsten
Stadt der islamischen Welt errichteten.22

Mit der muslimischen Eroberung von Jerusalem wurde die Stadt zu einem
sicheren Zufluchtsort in dem alle drei Religionen in friedlicher Koexistenz miteinander leben konnten. John L. Esposito schreibt:
Als die Arabischen Armeen im Jahr 638 Jerusalem einnahmen, besetzten sie ein
Zentrum, dessen Heiligtümer es zum Hauptwallfahrtsort des Christentums
gemacht hatten. Die Kirchen und die christliche Bevölkerung wurden unbehelligt gelassen. Den Juden, die seit langem von den christlichen Herrschern
verbannt worden waren, wurde gestattet heimzukehren und in der Stadt
Davids und Salomons zu leben und ihren Gottesdienst zu verrichten.23

Als der Kalif Omar in Jerusalem einzog, unterzeichnete er das
nachfolgende Abkommen mit dem Patriarchen von
Jerusalem:
Dies ist die Versicherung, die Omar, der
Knecht Allahs, der Befehlshaber der
Gläubigen, dem Volk von Ælia

Unter muslimischer Herrschaft lebten Juden, Christen und Muslime
in Zufriedenheit, Toleranz friedlich
zusammen.

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 111

gibt. Er gewährleistet allen, ob krank oder gesund, Sicherheit für ihr Leben,
ihren Besitz, ihre Kirchen und Kreuze und für alles was ihre Religion anbelangt. Ihre Kirchen sollen weder zu Wohnstätten gemacht, noch zerstört werden, noch soll ihr Weihgerät in irgend einer Weise vermindert werden, noch
die Kruzifixe ihrer Bewohner, noch irgend ein Teil ihrer Besitztümer, noch sollen irgendwelche Einschränkungen in bezug auf ihren Glauben gemacht werden, noch soll irgend jemand von ihnen Schaden erleiden.24

Kurz gesagt, Muslime brachten 'Zivilisation' nach Jerusalem und ganz
Palästina. Anstelle von barbarischem 'Glauben', der keinen Respekt für Werte
zeigte, die anderen Menschen heilig sind, und der den Mord von Menschen,
lediglich aufgrund ihrer Glaubensverschiedenheit veranlasste, herrschte nunmehr die gerechte, tolerante und ausgewogene Kultur des Islams. Nach Omars
Eroberung von Palästina lebten die Muslime, Christen und Juden dort in
Frieden und Harmonie zusammen. Die Muslime versuchten nie, die Menschen
durch Zwang zum Islam zu bekehren, wobei einige Nicht-Muslime jedoch, die
erkannten, dass der Islam die wahre Religion ist, diese Wahl aus eigenem freien Willen trafen.
Frieden und Harmonie in Palästina dauerten so lange an, wie die muslimische Herrschaft in dieser Region. Zum Ende des 11. Jahrhunderts jedoch
drang eine ausländische Invasionsmacht in die Region ein, und das zivilisierte
Land Jerusalems wurde, wie nie zuvor, in barbarischer und grausamer Weise
geplündert. Diese Barbaren waren die Kreuzfahrer.

Die Barbarei der Kreuzfahrer
Während Angehörige der drei Religionen in Frieden und Harmonie in
Palästina lebten, beschlossen die Christen in Europa, einen Kreuzzug zu organisieren. Einem Aufruf von Papst Urban II am 25. November 1095 auf dem
Konzil von Clermont folgend, rüsteten sich über 100.000 Mann aus ganz
Europa, um, 'das heilige Land von den Muslimen zu befreien' und um den
sagenhaften Reichtum des Ostens zu finden. Nach einer langen und zermürbenden Reise, mit viel Plünderung und Gemetzel auf dem Weg, erreichten sie
1099 Jerusalem. Die Stadt fiel nach einer Belagerung von fast fünf Wochen, und
die Kreuzfahrer zogen ein. Die von ihnen dabei verübten Grausamkeiten stellten vieles in den Schatten, was die Welt bisher erlebt hatte. Alle Muslime und
Juden in der Stadt wurden niedergemetzelt.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 112

Die Muslime und Juden von
Jerusalem wurden von den
Kreuzfahrern brutal niedergemetzelt.

Der Frieden und die Harmonie, die seit Omar in Palästina vorgeherrscht
hatten, kam in einem schrecklichen Gemetzel zu Ende. Die Kreuzfahrer verletzten alle ethischen Gebote des Christentums, einer Religion der Liebe und
Barmherzigkeit, und verbreiteten Terror – angeblich im Namen des
Christentums.

Die Gerechtigkeit Sultan Salahuddins
Die barbarischen Kreuzfahrer machten Jerusalem zur Hauptstadt ihres
römischen Königreichs, das sie dort gründeten, und dessen Grenzen sich von
Palästina bis nach Antiochien erstreckten. Die Kreuzfahrer jedoch, die Barbarei
nach Palästina gebracht hatten, konnten sich nicht lange halten. Sultan
Salahuddin Ajubi (auch unter dem Namen 'Saladin' oder 'Salatin' bekannt) vereinigte alle muslimischen Fürstentümer unter seinem Banner in einem Heiligen
Krieg und besiegte die Kreuzfahrer in der Schlacht von Hattin im Jahre 1187.
Nach der Schlacht wurden die beiden Feldherren der Kreuzfahrerarmee,
Reynald de Chatillon und König Guy, vor Salahuddin gebracht. Der Sultan ließ
Reynald de Chatillon, der berüchtigt für seine schrecklichen Ausschreitungen
gegen die Muslime war, hinrichten, König Guy dagegen ließ er frei, da dieser

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 113

sich nicht solcher Verbrechen schuldig gemacht hatte. Palästina erlebte aufs
neue den Einzug einer wahren Gerechtigkeit.
Unmittelbar nach Hattin, was auf den Tag der Himmelfahrt des Propheten
Muhammad fiel, während der er auf seiner Nachtreise von Mekka nach
Jerusalem befördert worden war, zog Salahuddin in Jerusalem ein und befreite
es von der Besetzung der Kreuzfahrer, die 88 Jahre angedauert hatte. Als die
Kreuzfahrer 88 Jahre zuvor die Stadt eingenommen hatten, hatten sie alle
Muslime innerhalb der Stadt getötet und aus diesem Grund hatten sie Angst
davor, dass Salahuddin ihnen das Gleiche antun würde. Er jedoch tastete keinen einzigen Christen in der Stadt an. Er befahl nur den römischen (katholischen) Christen, die Stadt zu verlassen. Den orthodoxen Christen, die keine
Kreuzfahrer waren, wurde erlaubt, in der Stadt zu leben und ihren
Gottesdienst nach Belieben zu verüben. John L. Esposito berichtet folgendes:
'Die muslimische Armee war ebenso großmütig in ihrem Triumph, wie sie unaufhaltsam im Kampf gewesen war. Die Zivilbevölkerung wurde verschont, Kirchen und
Heiligtümer blieben generell unversehrt...Salahuddin stand zu seinem Wort und
erwies sich barmherzig gegen Zivilisten.' 25
Die britische Historikerin Karen Armstrong beschreibt die zweite muslimische Eroberung von Jerusalem in den folgenden Worten:
Am 2. Oktober 1187 zog Salahuddin mit seiner Armee als Eroberer in
Jerusalem ein, und während der folgenden 800 blieb Jerusalem eine muslimische Stadt... Salahuddin hielt sein Wort und eroberte die Stadt entsprechend
der höchsten islamischen Ideale. Er nahm keine Rache für das Massaker
von 1099, ganz wie der Quran es empfiehlt (Sure 16:126 – an-Nahl), und nun,
da Verfolgung und Tötungen zu Ende waren, endete er auch die
Feindseligkeiten (Sure 2:193 – al-Baqara). Kein einziger Christ wurde getötet und es fanden keine Plünderungen statt. Die Lösegelder wurden bewusst sehr niedrig angesetzt... Salahuddin war von der Not der Familien, die auseinander gerissen worden waren zu Tränen gerührt, und er ließ viele von
ihnen unentgeltlich frei, wie der Quran es nachdrücklich empfiehlt, selbst
zum Missfallen seiner besorgten Schatzmeister. Sein Bruder Al Adil war so
sehr von der Notlage der Gefangenen bewegt, dass er den Sultan um eintausend von ihnen für sich als seinen Beuteanteil erbat und diese dann auf der
Stelle freiließ... Alle Führer der Muslime waren darüber entrüstet, die wohlhabenden der Christen mit all ihrem Besitz die Stadt verlassen zu sehen, der
sehr wohl zum Freikauf aller Gefangenen verwendet werden gekönnt hätte...

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 114

Als Imaduddin den Patriarchen Heraclius sah, wie er die Stadt mit, von
Schätzen beladenen Pferdefuhrwerken verließ, drängte er Salahuddin, diese
konfiszieren zu lassen, doch Salahuddin lehnte es ab. Der Quran gebietet,
dass Eide und Verträge eingehalten werden müssen und es war wesentlich,
dass die Muslime die rechtlichen Abmachungen einhielten... Heraclius zahlte
sein eigenes Lösegeld von 10 Dinar, wie jeder andere auch, und es wurde ihm
sogar eine spezielle Eskorte zum Schutz seines Vermögens auf der Wegstrecke
nach Tyrus zur Verfügung gestellt.26

Kurz gesagt, Salahuddin und die Muslime unter seinem Befehl behandelten die Christen mit großer Gnade und Gerechtigkeit, und sie erwiesen ihnen
sogar mehr Mitgefühl als ihre eigenen Führer. Nicht nur die Christen, sondern
auch die Juden fanden Frieden und Sicherheit mit der Eroberung Jerusalems
durch die Muslime. Der bekannte spanisch-jüdische Poet Yehuda al Harisi gab
seinen Gefühlen in einem seiner Werke Ausdruck:
Gott beschloss, das Heiligtum nicht länger in den Händen der Söhne Esaus zu
belassen... So erweckte Gott im Jahr 4950 der Schöpfung (1190 n. Chr.) den

O ihr, die ihr glaubt,
errichtet die Gerechtigkeit (als ein Leitprinzip)!
Seid Zeugen für Allah, selbst wenn es sich gegen
euch selbst oder euere Eltern und Verwandten
richtet, ob arm oder reich, Allah ist beiden näher.
Und folgt nicht den Begierden, die euch vom Recht
abwenden. Wenn ihr die Wahrheit verdreht oder
euch davon abwendet, so ist es Allah
sicherlich bekannt, was ihr tut.
(Sure 4:135 – an-Nisa)

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 115

König Richard
'Löwenherz'
befahl in der
Festung von
Akra die
Hinrichtung
von 3000
muslimischen
Zivilisten,
unter denen
viele Frauen
und Kinder
waren.

Geist des Prinzen der Söhne Ismaels (Salahuddin), der ein weiser und mutiger Mann war und mit seiner ganzen Armee kam, Jerusalem belagerte und
einnahm, und im ganzen Lande verkündigen ließ, dass er die Nachkommen
Ephraims empfangen und aufnehmen würde, woher sie auch kämen. So
kamen wir von allen Enden der Welt um hier Wohnstatt zu nehmen. Nun
leben wir im Schatten des Friedens.27

Nach Jerusalem setzten die Kreuzfahrer ihre Barbarei und die Muslime
ihre Gerechtigkeit in anderen Städten Palästinas fort. Im Jahre 1194 ließ Richard
Löwenherz, der als großer Held in der britischen Geschichte dargestellt wird,
3000 Muslime, unter denen viele Frauen und Kinder waren, in der Festung von
Acre hinterhältig ermorden. Obwohl die Muslime Zeugen dieser Grausamkeit
waren, griffen sie nie zu den gleichen Methoden. Sie hielten sich an Allahs
Befehl '... und lasst euch nicht vom Hass gegen die Leute, die euch den
Zugang zur geheiligten Moschee verwehren wollten zu Übertretungen hinreißen...' (Sure 5:2 – al-Ma'ida), und sie verübten nie Gewalttätigkeiten gegen
unschuldige Zivilisten. Sie wendeten nie mehr Gewalt an als nötig war, selbst
gegen die Armeen der Kreuzfahrer nicht, die sie besiegt hatten.
Die Brutalität der Kreuzfahrer und die Gerechtigkeit der Muslime deckte
erneut eine historische Wahrheit auf: Eine Verwaltung, die auf den morali-

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 116

schen Richtlinien des Islams basierte, ermöglichte es Menschen unterschiedlicher Religionen, in Frieden zusammenzuleben. Diese Tatsache wurde bis 700 Jahre nach Salahuddin ständig demonstriert, insbesondere während
der osmanischen Periode.

Die gerechte und tolerante Herrschaft des Osmanischen
Reiches
Mit der Eroberung Jerusalems und der umgebenden Gebiete im Jahre 1514
durch Sultan Selim begann die fast 400-jährige osmanische Herrschaft in
Palästina.

Diese

Epoche

sollte,

wie

in

anderen

osmanischen

Herrschaftsgebieten, auch Palästina Frieden, Stabilität und ein harmonisches
Zusammenleben der verschiedenen Religionen bringen.
Das Osmanische Reich wurde durch ein System verwaltet, das als das
'Millet-System' [Völkergemeinschaft] bekannt ist. Das grundlegende Merkmal
dieses Systems war die Selbstverwaltung ethnischer und religiöser Gemeinden,
d.h. Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit wurde erlaubt, ihrem
eigenen Glauben, und selbst ihrer eigenen Rechtsordnung gemäß zu leben.
Christen und Juden, die im Quran als die 'Menschen der Schrift' bezeichnet
werden, fanden Toleranz, Sicherheit und Freiheit in den Ländern des
Osmanischen Reichs.
Der wichtigste Grund dafür war, dass das Osmanische Reich, obwohl es
ein islamisches Sultanat war, das von Muslimen verwaltet wurde, kein
Interesse daran hatte, seine Bürger zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Im
Gegenteil, das Osmanische Sultanat strebte an, Nicht-Muslimen Frieden und
Sicherheit zu gewähren und sie so zu verwalten, dass sie mit der islamischen
Regierung und Justiz zufrieden waren.
Andere große Staaten praktizierten zur gleichen Zeit weitaus weniger
Feinfühligkeit, Liberalität und Toleranz in ihrer Regierungspolitik. Die spanische Krone konnte die Anwesenheit von Muslimen und Juden auf der spanischen Halbinsel nicht tolerieren und verübte schreckliche Gewalttaten gegen
beide Gemeinschaften. In vielen anderen europäischen Ländern wurden Juden
nur deswegen verfolgt, weil sie Juden waren (zum Beispiel wurden sie in
Gettos eingesperrt) und wurden in einigen Fällen Opfer von Massenmorden
(Pogromen). Die Christen konnten lange Zeit selbst untereinander den Frieden
nicht bewahren; die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken im 16.

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 117

Obwohl das Osmanische Reich
ein muslimisches Sultanat war,
gewährte es seinen
Staatsbürgern religiöse
Freiheit. Daher zeichnete sich
ein friedvolles multi-kulturelles
Mosaik in den osmanischen
Herrschaftsgebieten ab. Wie in
dieser Abbildung dargestellt,
schützte der Staat seine Bürger
entsprechend der islamischen
Ethik und versorgte die
Notdürftigen ohne Ansehen der
Religion, die sie praktizierten.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 118

Die gegenseitige
Intoleranz der
Katholiken und
Protestanten im 16.
und 17.
Jahrhundert setzt
sich in einigen
Ländern immer
noch fort. Die
unschuldigsten
Opfer dieser
Konflikte waren
stets Kinder.

und 17. Jahrhundert verursachten ein Blutbad in Europa. Der Dreißigjährige
Krieg von 1618 bis 1648 war ein Resultat dieses Konfliktes zwischen den
Katholiken und Protestanten. Als Folge dieses Kriegs wurde Mitteleuropa zu
einem Schlachtfeld, und alleine in Deutschland kam ein Drittel der 15
Millionen starken Bevölkerung um.
Angesichts solcher Zustände ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass die
osmanische Herrschaft außerordentlich humanitär war.
Viele Historiker und politische Wissenschaftler haben auf diese Tatsache
aufmerksam gemacht. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Edward Said, ein international anerkannter Experte für die Geschichte des Mittleren Ostens an der

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 119

Die Osmanische Lösung für Jerusalem

Sehnsucht für die Osmanen
in den Balkans

ZAMAN, 30.8.00

Wir sehnen uns nach den Osmanen

TÜRK‹YE, 15.4.95

Die Osmanen sind weggegangen,
der Terror hat angefangen.
Der Schlüssel zum Frieden im Mittleren Osten ist das osmanische Modell des Multi-Kulturalismus
mit seiner versöhnlichen, gerechten und verständnisvollen Einstellung, die auf den moralischen
Lehren des Quran gegründet ist. Obig ist eine Auswahl von Ausschnitten aus türkischen Zeitungen
und Zeitschriften, die über die friedliche Natur der osmanischen Herrschaft berichten.

Universität von Columbia. Edward Said, der von einer christlichen Familie aus
Jerusalem abstammt und an amerikanischen Universitäten seine Forschungen
fortsetzt, empfahl in einem Interview mit der israelischen Zeitung Ha'aretz das
'Osmanische Millet-System', um einen permanenten Frieden im Mittleren
Osten herzustellen. Er sagte:
Eine jüdische Minderheit kann in gleicher Weise überleben wie andere
Minderheiten in der arabischen Welt überlebten ... Es funktionierte sehr gut
im Osmanischen Reich mit seinem Millet-System. Was die Menschen damals
hatten, scheint sehr viel humanitärer gewesen zu sein, als das, was wir heute
haben.28

Die Geschichte liefert einen klaren Beweis, dass der Islam das einzige
Glaubenssystem ist, das dem Mittleren Osten eine gerechte, tolerante und
barmherzige Regierungsform anzubieten hat. Der Pax Ottomanica, der mit dem

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 120

Edward W.
Said, eine
weithin anerkannte
Autorität auf
dem Gebiet
des Mittleren
Ostens

Rückzug des Osmanischen Reiches aus dieser Region zu Ende ging, fand bisher keinen Ersatz.
Aus diesem Grund ist der einzige Weg, Frieden im Mittleren Osten zu
erzielen, das osmanische Modell einzuführen, das durch Toleranz und
Kompromissbereitschaft – zwei wesentlichen Lehren des Qurans – gekennzeichnet ist. Der Islam ist, wenn er wahrhaft befolgt wird, die Lösung aller
Probleme unserer Zeit, die in jeder Form von Gewalttätigkeit, Konflikten,
Kriegen und Terror in Erscheinung treten, und er ist die alleinige Garantie für
Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz.

DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT ● 121

...Doch Allah ist überaus gütig gegen Seine
Diener. (Sure 3:30 – Al-Imran)

DIE
EIGENTLICHEN
IDEOLOGISCHEN
WURZELN DES TERRORISMUS:
DARWINISMUS
UND MATERIALISMUS

D

ie meisten Menschen sind der Meinung, dass die

Evolutionstheorie zuerst von Charles Darwin vorgelegt wurde und auf wissenschaftlichen Fakten, Beobachtungen und Experimenten beruhe. Jedoch ist Darwin weder ihr
Begründer, noch stützt sich die Theorie auf wissenschaftliche Beweise. Die Theorie ist
im wesentlichen ein Versuch, das antike Dogma, der materialistischen
Philosophie auf die Natur anzuwenden. Obwohl die Evolutionstheorie in
keiner Weise auf wissenschaftlichen Beweis stützt, wird sie blind
zugunsten der materialistischen Philosophie aufrechterhalten.
Dieser Fanatismus hatte katastrophale Folgen, die
darauf zurückzuführen sind, dass sich mit der
Verbreitung des Darwinismus

und der von ihm unterstützten materialistischen Philosophie die Behandlung
der Frage nach dem Ursprung und Zweck des menschlichen Daseins drastisch
verschoben hat. Dem Denken der Menschen, die normaler- und natürlicherweise‚ die Auffassung vertreten hätten, dass der Mensch von Gott erschaffen
worden war um einer guten, gottgewollten sittlichen Ordnung entsprechend
zu leben, wurde nunmehr das Konzept eingepflanzt, dass‚ der Mensch zufällig
entstanden, und seiner Natur nach ein Tier sei, das sich im Kampf ums Überleben entwickelt habe. Für diese große Täuschung war und ist ein hoher Preis
zu zahlen. Ideologien des Terrors, wie der Rassismus, Faschismus und
Kommunismus und viele andere barbarische Weltanschauungen, die auf
Konflikten basieren, haben ihr bloßes Existenzvermögen aus dieser Täuschung
geschöpft.
Dieses Kapitel behandelt das Unheil, das der Darwinismus der Welt
beschert hat und deckt den Zusammenhang mit dem Terrorismus, einem der
wichtigsten globalen Probleme unserer Zeit, auf.

Die darwinistische Lüge: 'Das Leben ist ein Konflikt'
Darwin geht in der Entwicklung seiner Theorie von einer grundlegenden
Voraussetzung aus: "Die Entwicklung der Lebewesen hängt vom Kampf ums
Überleben ab. Der Starke gewinnt den Kampf, die Schwachen sind zu
Untergang und Vergessenheit verurteilt."
Laut Darwin gibt es in der Natur ewige Konflikte, die einen ständigen
rücksichtslosen Kampf ums Überleben verursachen. Das Starke überwältigt
immer das Schwache und dies erst ermöglicht es, dass Entwicklungsstattfinden
kann. Der Untertitel zu seinem Buch "Über den Ursprung der Arten - durch
natürliche Selektion, oder die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums
Dasein" gibt diese Ansicht prägnant wieder.
Außerdem schlug Darwin vor, dass der ‚Kampf ums Überleben‚ auch
zwischen menschlichen Rassen stattfände. Dieser absurden Ansicht entsprechend sind 'die bevorzugten Rassen' im Kampf siegreich. Bevorzugte Rassen
waren nach Darwins Ansicht die weißen Europäer. Afrikanische oder asiatische
Rassen lagen im Kampf ums Überleben zurück. Darwin ging noch einen Schritt
weiter und prophezeite, dass diese Rassen bald im ‚Kampf ums Überleben' völlig unterliegen und folglich verschwinden würden:
In Jahrhunderten gemessenen, werden in nicht allzu ferner Zukunft die zivi-

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 124

lisierten Menschenrassen mit annähernder Sicherheit die wilden Rassen überall auf der Erde ausmerzen und ersetzen. Zur gleichen Zeit werden die antropomorphen Affen ...zweifellos ausgerottet werden. Die Kluft zwischen dem
Menschen und seinen nächsten Verwandten, die sich dann, wie zu erhoffen,
in der Gestalt eines kultivierteren Zustands manifestieren wird, wird dann
weiter sein, als selbst die zwischen einem Kaukasier und irgend einem Affen
wie etwa dem Pavian, anstatt wie gegenwärtig, zwischen dem Neger oder
Australier und dem Gorilla.29

Der indische Anthropologe Lalita Vidyarthi erklärt, wie Darwins
Evolutionstheorie den Rassismus den Sozialwissenschaften aufzwang:
Seine (Darwins) Theorie des Überlebens der Anpassungsfähigsten wurde von
den Sozialwissenschaftlern jener Tage begeistert aufgenommen, und sie
glaubten, dass die Menschheit verschiedene Stufen der Evolution durchlaufen, und in der Zivilisation der weißen Rasse ihren Höhepunkt erreicht habe.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Rassismus als eine
gerechtfertigte Gegebenheit von einer beträchtlichen Mehrheit der westlichen
Wissenschaftler akzeptiert.30

Darwins Quelle der Inspiration: Die Malthussche Theorie
der Rücksichtslosigkeit
Darwins Quelle der Inspiration zu diesem Thema war das Buch des britischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Malthus "Eine Abhandlung über
das Prinzip der Bevölkerungsentwicklung" [An Essay on the Principle of
Population]. Malthus errechnete, dass die
menschliche

Bevölkerung

schnell

zunimmt, wenn sie sich selbst überlassen
ist.

Seiner

Ansicht

nach

zählten

Katastrophen wie Kriege, Hungersnöte
und Epidemien zu den grundlegenden
Faktoren, die die Bevölkerungszahl
unter Kontrolle hielten. Kurz gesagt, diesem brutalen Anspruch entsprechend
mussten einige Menschen sterben, damit
andere leben konnten. Das Überleben
bedeutete 'dauernder Krieg'.
Thomas Malthus

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 125

Im 19. Jahrhundert fanden Malthus' Ideen weite Anerkennung.
Insbesondere führende europäische Intellektuelle unterstützten seine grausamen Ansichten. In einem Artikel mit dem Titel 'Das geheime wissenschaftliche Programm der Nazis' [The Nazis' Secret Scientific Agenda] wird der
Anklang, den Malthus' Ansichten über die Bevölkerungskontrolle im Europa
des 19. Jahrhunderts fanden folgendermaßen geschildert:
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich die Mitglieder der
führenden Klasse in Europa zusammen, um das neu entdeckte Problem des
Bevölkerungswachstums zu diskutieren und Durchführungsmethoden des
Malthusschen Konzepts zu planen, um die Sterblichkeitsrate der
Unterprivilegierten zu erhöhen. Das Ergebnis war, kurz zusammengefasst folgendes: "Anstatt den Armen Sauberkeit zu empfehlen, sollten bei ihnen
genau entgegengesetzte Angewohnheiten gefördert werden. Die Strassen
in den Städten sollten enger gebaut werden, mehr Menschen in den
Häusern untergebracht werden und es sollte Epidemien in diesen Städten
gefördert werden. Auf dem Land sollten Dörfer in der Nähe von stehenden
Gewässern erbaut werden, und Ansiedlungen sollten insbesondere in
Sumpfgebieten und ungesunder Umgebung gefördert werden" usw,...31

Die Anwendung der Malthus'schen These der Notwendigkeit des Kampfes ums Dasein brachte den
armen, hilflosen Kindern in England im 19. Jahrhundert unaussprechliches Elend. Religion dagegen
gebietet den Schutz der Kinder. Ein Leben der Güte und Tugend ohne irgend welches Elend und Leiden
ist nur in der Realisierung der moralischen Lehren der Religion möglich.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 126

Als Folge dieser grausamen Politik würden die Schwachen und diejenigen, die im Kampf ums Überleben unterliegen würden, beseitigt, und auf diese Weise dem raschen Bevölkerungszuwachs entgegengewirkt werden. Diese
sogenannte Politik der 'Unterdrückung der Armen' wurde tatsächlich im 19.
Jahrhundert in Großbritannien praktiziert. Es wurde eine industrielle Ordnung
errichtet, in der acht- und neunjährige Kinder sechs Stunden pro Tag in den
Kohlengruben arbeiten mussten, wobei Tausende von ihnen unter diesen
schrecklichen Lebensbedingungen starben. Der 'Kampf ums Überleben', der
von der Malthusschen Theorie gefordert wurde, hatte für Millionen von Briten
ein Leben des Leidens zur Folge.
Beeinflusst durch diese Ideen wendete Darwin den Begriff des Konfliktes
auf die gesamte Natur an und schlug vor, dass die Starken und
Anpassungsfähigsten siegreich aus diesem Krieg des Daseins hervorgehen
würden. Außerdem behauptete er, dass der sogenannte Kampf ums Überleben
ein gerechtfertigtes und unveränderliches Naturgesetz sei. Andererseits forderte er Menschen auf, ihre religiösen Überzeugungen aufzugeben, indem er
die Schöpfung verneinte und damit auf den Abbau aller ethischen Werte
abzielte, die ein Hindernis für die Rücksichtslosigkeit des 'Kampfs ums Überleben' darstellen konnten.
Die Verbreitung dieser verderblichen Ideen, die den einzelnen Menschen
zu Unbarmherzigkeit und Grausamkeit anleiten, forderte einen hohen Preis
von der Menschheit im 20. Jahrhundert.

Die Rolle des Darwinismus bei der
Vorbereitung des 1. Weltkrieges
Als der Darwinismus die europäische Kultur untergrub, begannen sich die Auswirkungen des 'Kampfs
ums Überleben', bemerkbar zu machen. Insbesondere
die europäischen Kolonialmächte begannen damit, die
Völker zu unterdrücken, die sie als 'evolutionär rückständige Nationen' kolonisierten, wofür ihnen der
Darwinismus die Rechtfertigung lieferte.
Der

blutigste

politische

Auswuchs

des

Darwinismus war der Ausbruch des 1. Weltkrieges im
Jahr 1914.
In seinem Buch "Europa seit 1870" [Europe Since

Europa seit 1870 von James Joll
(britischer Historiker)

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 127

1870] erklärt der weithin bekannte britische Geschichtsprofessor James Joll,
dass einer der Faktoren, die derzeit den Boden für den 1. Weltkrieg bereiteten,
der Glaube der europäischen Herrscher an den Darwinismus war. So schrieb
zum Beispiel; der Österreichungarische Generalstabschef, Baron Franz Conrad
von Hoetzendorff in seinen Nachkriegsmemoiren:
Menschenfreundliche Religionen, moralischer Unterricht und philosophische
Lehren können zweifellos manchmal dienen, den Kampf der Menschheit ums
Bestehen in seiner gröbsten Form zu schwächen, aber sie werden nie erfolgreich sein, ihn als antreibendes Motiv der Welt zu löschen... Es stimmt mit dieser beherrschenden Grundregel überein, dass die Katastrophe des Weltkrieges
als das Resultat der treibenden Kräfte im Leben der Staaten und Völker eintrat, wie ein Unwetter, das sich seiner Natur gemäß ergießen muss.

Es ist nicht schwer zu verstehen, wie von Hoetzendorff mit dieser ideologischen Grundlage die Österreichungarische Monarchie anregen konnte, den
Krieg zu erklären. Solche Ideen waren zu jener Zeit nicht auf das Militär
beschränkt. Kurt Riezler, der persönliche Sekretär und Vertraute des deutschen
Kanzlers Theobald von Bethmann-Hollweg, schrieb 1914:
Ewige und absolute Feindschaft ist den Beziehungen zwischen Menschen
grundsätzlich innewohnend; und die Feindseligkeit, die wir überall beobachten..., ist nicht das Resultat einer Perversion der menschlichen Natur, sondern das Wesentliche der Welt und der Quell des Lebens selbst.32

Friedrich von Bernhardi, ein General des 1. Weltkrieges, stellte eine ähnliche Beziehung zwischen dem Krieg und den Gesetzen des Krieges in der Natur
auf. Bernhardi erklärte: "Der Krieg - ist eine biologische Notwendigkeit... er
ist so nötigt wie der Kampf der Elemente in der Natur... er führt zu einer biologisch gerechten Entscheidung, da seine Entscheidungen auf der Natur der
Dinge beruhen."33
Wie wir gesehen haben, war der Ausbruch des 1. Weltkriegs weitgehend
durch die Denkweise der europäischen Denker, Generäle und Verwalter beeinflusst, die Krieg, Blutvergießen und Leiden als eine Art 'Entwicklung', und diese als ein unveränderliches 'Naturgesetz' ansahen. Die ideologische Grundlage,
dieses Kriegs, der eine ganze Generation in die Vernichtung führte, war nichts
anderes als Darwins Konzept des 'Kampfs ums Überleben' und der 'bevorzugten Rassen'.
Der 1. Weltkrieg hinterließ 8 Millionen Tote, Hunderte von zerstörten
Städten und Millionen von Verletzten, Verkrüppelten, Heimatlosen und
Arbeitslosen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 128

Die europäischen Denker und politischen Führer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, waren besessen
von der darwinistischen Idee des 'Kampfes ums Überleben' und zettelten in ihrem Wahn den
Ersten Weltkrieg an, eine Katastrophe, die den Tod von mehr als 10 Millionen Menschen forderte.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 129

Die grundsätzliche Ursache des 2. Weltkrieges, der 21 Jahre später ausbrach
und 55 Millionen Tote hinterließ, war ebenfalls im Darwinismus begründet.

Die Frucht 'des ‚Gesetzes der Wildnis':
Der Faschismus
Indem der Darwinismus im 19. Jahrhundert den
Rassismus schürte, bildete er die Grundlage einer
Ideologie, die sich im 20. Jahrhundert entwickeln, und die Welt in ihren bisher blutigsten Konflikt stürzen sollte: Nazismus.
In den Nazidogmen lässt sich
deutlich eine starke darwinistische
Prägung erkennen. Wenn man
diese, von Adolf Hitler und
Alfred Rosenberg formulierte
Ideologie untersucht, stößt
man häufig auf Konzepte wie
'natürliche Auswahl', 'ausgewählte Paarung' und 'Kampf
ums Überleben zwischen den
Rassen', die in Darwins Buch
"Über den Ursprung der
Arten" ständig wieder-

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 130

Der Faschismus, an dessen Wurzeln das darwinistische Konzept liegt, verursachte den
Tod von Millionen unschuldiger Menschen.
Diese furchtbare Ideologie zog viele Nationen
der Welt in einen Strudel der Zerstörung und
des Elends.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 131

kehren. Hitler hat sein Buch "Mein Kampf" genannt, wobei er durch das darwinistische Prinzip des Kampfs ums Überleben angeregt wurde, aus dem nur
die Stärksten siegreich hervorgingen. Er spricht insbesondere über den Kampf
zwischen den Rassen:
Die Geschichte würde ihren Höhepunkt in einem neuen tausendjährigen
Reich unvergleichlicher Herrlichkeit erreichen, gegründet auf einer neuen,
durch die Natur selbst angeordneten rassischen Hierarchie.34

Auf dem Nürnberger Reichsparteitag im Jahr 1933 verkündete Hitler, dass
"eine höhere Rasse eine niedrigere Rasse unterwerfe" und dass das "ein Recht
sei, das in der Natur vorherrsche, und welches als das einzige denkbare Recht
überhaupt betrachtet werden könne".35
Dass die Nazis vom Darwinismus beeinflusst wurden, ist eine Tatsache,
die fast alle, in diesem Fach bewanderten Historiker anerkennen. Der
Historiker Hickman beschreibt den Einfluss des Darwinismus auf Hitler wie
folgt:
(Hitler) war ein überzeugter Anhänger und Prediger der Evolution. Was auch
immer die tieferen, schwerwiegenden Verstrickungen seiner Psychose gewesen sein mögen, steht fest, dass [das Konzept des Kampfs von großer
Bedeutung war, denn] sein Buch Mein Kampf legt eine Reihe von evolutionistischen Ideen dar, insbesondere solche, die den Kampf, das
Überleben der Anpassungsfähigsten und die Beseitigung der
Schwachen betonen, um eine bessere Gesellschaft hervorzubringen.36

Hitler, der diese Ansichten vortrug, setzte die Welt
einer Vergewaltigung aus, die ihresgleichen nicht kannte.
Viele ethnische und politische Gruppen, insbesondere
Juden waren schrecklichen Grausamkei-ten ausgesetzt
und wurden in den Konzentrationslagern der Nazis systematisch getötet. Der 2. Weltkrieg, der mit der Invasion der
Osteuropäischen Staaten durch die Nazis begann, kostete
55 Millionen Menschen das Leben. Im Hintergrund der
größten Tragödie der Weltgeschichte stand das darwinistische Konzept des 'Kampfs ums Überleben'.

Der Nazismus, eine Mischung von Sozialdarwinismus und NeoPaganismus verursachte den Tod von Millionen und füllte die
Herzen von unzähligen anderen mit Schrecken.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 132

Der zweite Weltkrieg ließ 55 Millionen Tote
zurück und unzählige andere verletzt, heimatlos, ihr Leben in Trümmern. Der Krieg
zerstörte ganze Städte und brachte
Staatsökonomien zum Zusammenbruch.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 133

Das Blutige Bündnis: Darwinismus und Kommunismus
Während

die

Faschisten

sich

auf

dem

rechten

Flügel

des

Sozialdarwinismus befinden, wird der linke Flügel von den Kommunisten
besetzt. Die Kommunisten waren immer die rigorosesten Verfechter von
Darwins Theorie.
Dieses Verhältnis zwischen Darwinismus und Kommunismus geht auf die
Gründer dieser beiden 'Ismen' zurück. Marx und Engels, die Begründer des
Kommunismus, lasen Darwins Buch "Über den Ursprung der Arten", unmittelbar, nachdem es erschienen war und waren über die darin vertretene 'dialektisch materialistische' Haltung erstaunt. Der Briefwechsel zwischen Marx und
Engels enthüllt, dass sie in Darwins Theorie 'die naturgeschichtliche Grundlage
für den Kommunismus' enthalten sahen. In seinem Buch "Die Dialektik der
Natur", das er unter darwinistischem Einfluss schrieb, war Engels voll des
Lobes für Darwin und versuchte, im Kapitel 'Die Rolle der Arbeit in der Wandlung
vom Affen zum Menschen' seinen eigenen Beitrag zur Theorie zu leisten.
Russische Kommunisten wie Plekhanov, Lenin, Trotzki und Stalin, die in
den Fußstapfen von Marx und Engels folgten, stimmten völlig mit Darwins
Evolutionstheorie überein. Plekhanov, der als der Begründer des russischen
Kommunismus angesehen wird, betrachtete den Marxismus als 'die
Anwendung des Darwinismus auf die Sozialwissenschaft'.37
Trotzki sagte, 'Darwins Entdeckung ist der höchste Triumph der
Dialektik auf dem gesamten Gebiet der organischen Materie'.38
'Die darwinistische Ausbildung' spielte eine Hauptrolle in der Bildung der
kommunistischen Kader. Die Historiker z.B. berichten die Tatsache, dass Stalin
in seiner Jugend religiös war, aber unter dem Einfluss von Darwins Büchern
ein Atheist wurde.
Mao Tse-tung, der die kommunistische Staatsordnung in China errichtete
und Millionen von Menschen getötet hat, erklärte öffentlich, dass 'der chinesische Sozialismus auf Darwin und der Evolutionstheorie begründet ist'.39
Der Harvard Historiker, James Reeve Pusey, untersucht in seinem
Forschungswerk "China und Charles Darwin" in großem Detail die Wirkung des
Darwinismus auf Mao und den chinesischen Kommunismus.
Kurz gesagt, es besteht eine untrennbare Verbindung zwischen der
Evolutionstheorie und dem Kommunismus. Die Theorie behauptet, dass lebende Organismen Zufallsprodukte sind, und stellt dem Atheismus eine sogenannte wissenschaftliche Basis zur Verfügung. Aus diesem Grund ist der

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 134

Die kommunistischen Führer, deren Ideal der menschlichen Gesellschaft ebenfalls auf den
Darwinismus gegründet war, werden in die Annalen der Geschichte als Führer eingehen, die
schreckliches Leid mit ihrer Politik der Grausamkeit über die Menschheit brachten.

Kommunismus, eine atheistische Ideologie, fest mit dem Darwinismus verknüpft. Außerdem behauptet die Evolutionstheorie vor, dass die Entwicklung
in der Natur auf Grund von Konflikten möglich wird (in anderen Worten
'durch den Kampf ums Überleben') und unterstützt damit den Begriff der
'Dialektik', der für den Kommunismus grundlegend ist.
Wenn wir an das kommunistische Konzept 'des dialektischen Konflikts'
denken, dem im 20. Jahrhundert 120 Million Menschen in einem ‚mörderischen
Mechanismus' zum Opfer fielen, dann können wir das Ausmaß des Unheils besser verstehen, das der Darwinismus auf diesem Planeten heraufbeschwörte.

Dialektischer Konflikt fördert die
Entwicklung nicht, sondern zerstört sie

gesellschaftliche

Wie zuvor erläutert, prägte der Darwinismus der Philosophie des dialektischen Materialismus eine sogenannte 'wissenschaftliche Gültigkeit' auf,
indem er behauptete, dass der Kampf zwischen den Lebewesen die Ursache
ihrer Entwicklung sei.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 135

Wie aus dem Namen hervorgeht, beruht der dialektische Materialismus
auf der Idee des 'Konflikts'. Karl Marx, der Gründer dieser Philosophie vertrat
die Idee, dass, "wenn es keinen Kampf und Widerstand gäbe, alles so bleiben
würde, wie es ist." An anderer Stelle sagte er: 'Die Gewalt ist der Geburtshelfer
jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht.'40 Indem er das
sagte, rief er die Menschen zu Gewalttätigkeit, Krieg und Blutvergießen auf,
damit sie sich entwickeln könnten.
Der erste, der die Marxsche Theorie im Bereich der Politik anwandte, war
Lenin. Indem er die Idee verfocht, dass 'Entwicklung das Ergebnis des
Konflikts von Gegensätzen ist' befürwortete Lenin, dass Menschen mit
gegensätzlichen Ideen in ständigem Konflikt sein sollten. Zudem erklärte
Lenin wiederholt, dass dieser Konflikt Blutvergießen erforderte, d.h.
Terrorismus. Ein Schriftstück Lenins unter dem Titel 'Guerilla Kriegführung'
[Guerilla Warfare], das zuerst 1906, elf Jahre vor der Bolschewistischen
Revolution, in der Zeitschrift Proletary veröffentlicht worden war, zeigte die
terroristischen Methoden, die er angenommen hatte:
Was uns interessiert, ist der bewaffnete Kampf. Er wird von Einzelpersonen
und von kleinen Gruppen geführt. Einige davon gehören revolutionären
Organisationen an, während andere (die Mehrzahl in bestimmten Teilen
Russlands) keinen revolutionären Organisationen angehören. Der bewaffnete
Kampf verfolgt zwei verschiedene Ziele, die klar unterschieden werden müssen: an erster Stelle, hat dieser Kampf den politischen Mord von
Individuen, Führern und Untergebenen in der Armee und Polizei zum Ziel;
an zweiter Stelle, zielt er auf die Beschlagnahme finanzieller Mittel, sowohl
der Regierung, wie auch der von Privatpersonen ab. Die konfiszierten
Gelder gehen teils in die Parteikasse, teils werden sie für den speziellen Zweck
der Bewaffnung und Vorbereitung des Aufstandes verwendet und teils für
den Lebensunterhalt der Personen, die in dem beschriebenen Kampf engagiert sind.41

Im zwanzigsten Jahrhundert war der Faschismus eine der weithin bekanntesten Ideologien, die dem Kommunismus entgegen stand. Interessant ist, dass
der Faschismus, obwohl er sich als Gegner Kommunismus erklärt, ebenso stark
das Konzept des Kampfes vertritt, wie der Kommunismus. Die Kommunisten
glaubten an die Notwendigkeit des Klassenkampfes, während die Faschisten
lediglich die Arena des Kampfes änderten und die Idee des Kampfes zwischen
Rassen und Nationen vertraten. Der deutsche Historiker Heinrich von

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 136

Die Kommunisten wendeten die darwinistische Idee des Konflikts auf den 'Klassenkampf'
an und akzeptierten damit Mord und das Blutvergießen als legitime Methoden der politischen und sozialen Kontrolle.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 137

Treitschke z.B., der eine der Hauptquellen der nationalsozialistischen Ideologie
und ein prominenter Rassist war, schrieb: 'Nationen könnten ohne einen intensiven Wettkampf, wie Darwins Kampf ums Überleben, nicht zum Wohlstand
gelangen.'42 Auch Hitler sagte, dass er vom Darwins Verständnis des Kampfes
inspiriert worden sei:
Die gesamte Welt der Natur ist ein ungeheurer Kampf zwischen dem
Starken und dem Schwachen - ein ewiger Sieg des Starken über das
Schwache. Es gäbe nichts als Verwesung in der ganzen Natur, wenn es nicht
so wäre. Derjenige, der leben will, muss kämpfen. Derjenige, der nicht kämpfen will in dieser Welt, in der der ständige Kampf das Gesetz des Lebens ist,
hat kein Recht zur Existenz.43

Diese beiden sozialdarwinistischen Ideologien glaubten, dass Kampf und
Blutvergießen zur Entwicklung einer starken Gesellschaft notwendig seien;
was sie im 20. Jahrhundert verursachten, ist weithin bekannt. Unzählige
unschuldige Menschen sind umgekommen, unzählige andere wurden verletzt
oder verstümmelt, die Wirtschaften von Nationen wurden zerstört, Gelder, die
zuvor für das Gesundheitswesen, Forschung, Technologie, Ausbildung und
Kunst aufgewendet wurde, wurde zuerst für Waffen ausgegeben, und dann
dafür, um die Wunden zu verbinden, die durch diese Waffen verursacht worden waren und um die zerstörten Städte wiederaufzubauen. Im Lauf der Zeit
wurde offenbar, dass Kampf und Terror nicht menschliche Entwicklung förderten sondern vielmehr Zerstörung.
Zweifellos gibt es Widersprüche in der Welt. Geradeso wie es in der Natur
Gegensätze wie Licht und Finsternis, Tag und Nacht, heiß und kalt gibt, gibt es
auch gegensätzliche Annäherungsmethoden zur Verwirklichung von Ideen.
Ein Gegensatz in Ideen muss jedoch nicht notwendigerweise zu einem Konflikt
führen. Ganz im Gegenteil, wenn die Gegensätze mit Toleranz, Friedfertigkeit,
Verständnis, Liebe, Mitgefühl und Nachsicht behandelt werden, können gute
Ergebnisse erzielt werden. Jeder, der seine eigenen Ideen mit denen anderer
vergleicht, kann seinen Ausblick weiter entwickeln oder Mängel darin erkennen und diese beheben. Diejenigen, die entgegengesetzte Meinungen vertreten,
können in gegenseitigem Gespräch einen Ideenaustausch haben oder sich in
konstruktiver Kritik üben. Nur ein aufrichtiger, nachsichtiger, friedfertiger und
bescheidener Mensch, der sich entsprechend der moralischen Lehren des
Quran verhält, kann solch eine Haltung entwickeln.
Einen Menschen zu töten oder ihm Schaden zuzufügen, weil er anders

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 138

Es ist natürlich, dass es
gegensätzliche Anschauungen
gibt, doch diese sollten nicht der
Grund für Konflikt und Krieg unter
Menschen werden. Gegenseitiger
Respekt und Toleranz können
Übereinkommen und Koexistenz
zwischen, sich widerstreitenden
Parteien gewährleisten. Die moralische Lehre des Quran bietet den
Menschen ein Leben der
Zufriedenheit und Freude an,
während der dialektische Kampf
stets Unzufriedenheit, Zerstörung
und Tod mit sich bringt.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 139

geartete Ideen hat oder einer anderen Religion oder Rasse zugehört, ist eine
ungeheure Grausamkeit. Überall auf der Erde und in jeder Epoche der
Menschheitsgeschichte haben sich Söhne und Töchter des gleichen Vaterlands
nur aus dieserlei Gründen gegeneinander bis zum Tod bekämpft und mitleidslos ermordet und Menschen unterschiedlicher Rassen oder Nationalitäten,
einschließlich Frauen und Kindern sind aus den selben Gründen von anderen
unterschiedslos niedergemetzelt worden. Nur jemand, der keinen Respekt vor
dem Menschen hat, und der sein Gegenüber als nichts anderes als ein intelligentes Tier betrachtet, jemand der nicht glaubt, dass er einst Rechenschaft vor
Gott ablegen muss, für das, was er getan hat, kann in dieser Weise handeln.
Der Quran legt die beste und richtigste Haltung dar, die man gegenüber
den eigenen entgegengesetzten Ideen einnehmen sollte. Im Verlauf der
Menschheitsgeschichte gab es immer ideologische Konflikte und eines der
bekanntesten Beispiele davon ist der Disput zwischen Moses und seinem
Zeitgenossen Pharao. Trotz Pharaos Grausamkeit und aggressiver Haltung
sandte Allah Moses und Aaron zu ihm, um ihn zur wahren Religion einzuladen, und gebot ihnen auf welch Weise sie sich an ihn wenden sollten:
Geht beide zu Pharao; denn er ist aufsässig geworden. So sprecht ihn mit
milden Worten an, damit er sich besinne oder gottesfürchtig werde. (Sure
20:43, 44 – Ta Ha)

Moses gehorchte Allahs Befehl und erklärte ihm ausführlich die wahre
Religion. Um Pharao von seiner Auflehnung gegen Gott und von seiner
Grausamkeit gegenüber den Menschen abzubringen, erläuterte Moses alles mit
großer Geduld und Feinfühligkeit. Pharao jedoch zeigte eine feindliche
Haltung gegenüber Moses noblen Charakter und Geduld und drohte, ihn und
diejenigen, die seine Ideen teilten, zu töten. Letztlich war es jedoch nicht
Pharaos Haltung, die sich als die überlegene erwies, sondern ganz im
Gegenteil, er und seine Armee wurden ertränkt und Moses und sein Volk wurden aus ihrer Knechtschaft errettet.
Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Durchsetzung einer Idee
oder der Erfolg im Kampf um Fortschritt nicht durch Feindseligkeiten oder
Aggression erzielt werden können. Das Treffen zwischen Moses und Pharao bietet eine Lehre aus der Geschichte: Nicht diejenigen, die sich auf die Seite der
Gewalt und Brutalität stellen, sind siegreich, sondern die, die auf der Seite der
Friedfertigkeit und der Gerechtigkeit stehen. Die Verwirklichung hoher moralischer Grundsätze empfängt ihre Belohnung in dieser Welt und in der jenseitigen.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 140

Darwinismus und Terrorismus
Wie soweit ersichtlich, sitzt der Darwinismus an der Wurzel verschiedener
Ideologien der Gewalt, die Unheil über die Menschheit im 20. Jahrhundert
brachten. Jedoch ebenso wie diese Ideologien definiert auch der Darwinismus
ein 'ethisches Verständnis' und eine 'Methode', die verschiedene Weltansichten
beeinflussen konnten. Das grundlegende Konzept hinter diesem Verständnis
und dieser Methode ist, 'gegen diejenigen zu kämpfen, die nicht zu uns
gehören'.
Diese Haltung kann folgendermaßen erklärt werden: Es gibt unterschiedliche Glaubensrichtungen, Weltanschauungen und Philosophien auf der Welt.
Diese können sich auf eine von zwei Arten gegenüberstehen:
1) Sie können die Existenz derer respektieren, die nicht zu ihnen gehören
und versuchen, mit ihnen einen menschlichen Dialog zu führen.
2) Sie können beschließen, andere zu bekämpfen und sich einen Vorteil auf
deren Kosten herauszuschlagen, d.h., sich wie ein Tier zu benehmen.
Der Schrecken, den wir Terrorismus nennen, ist nichts anderes als eine
Äußerung der zweiten Einstellung.
Wenn wir den Unterschied zwischen diesen beiden Einstellungen betrachten, können wir erkennen, dass die Idee "des Menschen als kämpfendes Tier",
die der Darwinismus dem Unterbewusstsein des Menschen eingepflanzt hat,
besonders einflussreich ist. Einzelpersonen und Gruppen, die den Weg des
Konfliktes wählen, mögen nie vom Darwinismus und den Grundregeln dieser
Ideologie gehört haben, aber letzten Endes vertreten sie eine Ansicht, deren
philosophische Grundlage auf dem Darwinismus beruht. Was sie dazu verleitet, an die Richtigkeit von Gewalttätigkeit zu glauben, sind Slogans wie die folgenden, die auf dem Darwinismus basieren: 'In dieser Welt überleben nur die
Starken', 'große Fische fressen die kleinen', 'Der Krieg ist eine Tugend', und 'der
Mensch macht Fortschritt durch den Kampf'. Entfernt man den Darwinismus
davon, so bleiben diese Sprüche nichts als leere Slogans.
In der Tat, wenn der Darwinismus weggenommen wird, bleibt keine
Philosophie des 'Konfliktes' übrig. Die drei göttlich offenbarten Religionen der Islam, das Christentum und das Judentum -, an die die Mehrzahl der
Menschheit glaubt, verurteilen Gewalttätigkeit. Alle diese Religionen wollen
der Welt Frieden und Harmonie bringen und verurteilen es, dass unschuldige
Menschen getötet werden und Grausamkeit und Folter erleiden. Konflikt und

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 141

Gewalttätigkeit verletzen die Moral, die Gott dem Menschen geboten hat, und
sind anormale und unerwünschte Verhaltensweisen. Der Darwinismus dagegen stellt Konflikt und die Gewalttätigkeit als natürliche, gerechtfertigte und
korrekte Konzepte dar, die notwendigerweise existieren müssen.
Wenn irgendwelche Menschen daher Terrorakte im Namen jener
Religionen begehen, unter Benutzung der Terminologie und des Symbolismus
des Islams, Christentums und Judentums, kann man sicher sein, dass diese
Leute keine Muslime, Christen oder Juden sind. Sie sind in Wirklichkeit
Sozialdarwini-sten. Sie benützen die Religion als Deckmantel, aber sie sind kei-

Staaten oder Gesellschaften
mögen gegensätzliche
Standpunkte vertreten, doch
Streit und Krieg können diese Probleme niemals lösen.
Wie der Quran es lehrt, müssen alle Widerstreite durch
gegenseitige Geduld,
Toleranz, Nachsicht und
Verständnis gelöst werden.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 142

ne wahrhaft Gläubigen. Selbst wenn sie behaupten, der Religion zu dienen,
sind sie tatsächlich die Feinde der Religion und der Gläubigen, weil sie rücksichtslos Verbrechen begehen, die die Religion verbietet, und damit das
Ansehen der Religion in den Augen der Öffentlichkeit beschädigen.
Aus diesem Grund liegt die Wurzel des Terrorismus, der unsere Welt
heimsucht, nicht in irgendeiner göttlich offenbarten Religion, sondern im
Atheismus und in den Manifestationen des Atheismus in unserer Zeit dem
'Darwinismus' und 'Materialismus'.

Jeder Mensch, der Frieden begehrt, muss sich der Gefahr
des Darwinismus bewusst werden
Die Strategie im Kampf gegen ein bestimmtes Problem liegt darin, die
Ideen zu beseitigen, von denen dieses Problem grundlegend aufrechterhalten
wird. Man mag sich z.B. wie sehr auch immer bemühen, die Umgebung einer
stinkenden Abfalltonne sauber zu halten, solange der Abfall selbst nicht beseitigt wird, fährt er fort zu stinken. Alle anderen Maßnahmen werden sich als
kurzlebig erweisen. Die einzige Lösung des Problems liegt in der gründlichen
Beseitigung der Quelle des Gestanks, d.h. des Abfalls selbst. Andernfalls ist es,
wie wenn man Jahre damit verbringt, giftige Schlangen zu züchten, diese dann
in Freiheit setzt und sich wundert, warum sie anfangen, Menschen zu beißen,
und dann versucht, sie wieder einzufangen. Was wichtig ist, ist, sie erst gar
nicht zu züchten.
Demzufolge kann es im Kampf gegen den Terrorismus kaum eine effektive und andauernde Lösung sein, die Terroristen einzeln aufzuspüren und sie
unschädlich zu machen. Die einzig mögliche Weise, um die Welt von der
Plage des Terrorismus endgültig zu befreien, ist, die fundamentalen Quellen
und Brutstätten zu identifizieren, welche Terroristen hervorbringen, und
jene zu beseitigen. Die Hauptquelle des Terrorismus dagegen, sind irreführende Ideologien und Ausbildung und Erziehung, welche auf diesen
Ideologien gegründet sind.
In unserer Zeit ist der Darwinismus in fast allen Ländern der Welt ein integrierter Teil des Lehrplans der Ausbildungsstätten und wird schlechthin als
wissenschaftliche Tatsache betrachtet. Die jungen Menschen werden nicht
gelehrt, dass sie von Gott erschaffen sind und von ihrem Schöpfer mit Seele,
Geist, Weisheit und Gewissen bedacht wurden. Es wird ihnen nicht gesagt,

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 143

Der einzige Weg für die zukünftigen Generationen, sich ein tugendhaftes und zufriedenes Leben zu sichern, ist,
entsprechend den moralischen Lehren des Quran zu leben.

dass sie einst Rechenschaft für ihr Handeln ablegen müssen, und dass sie dementsprechend in der Hölle bestraft, oder im Paradies in alle Ewigkeit belohnt
werden. Im Gegenteil, sie werden gelehrt, dass sie Wesen sind, deren Vorfahren
Tiere waren, die durch das zufällige Zusammentreffen von kosmischen
Bedingungen irgendwie ins Dasein kamen. Solcher Indoktrination ausgesetzt,
nehmen sie an, dass sie 'Wesen aufs Geratewohl' sind, die sich vor keinem Gott
zu verantworten haben, und sie sehen ihre Zukunft, d.h. ihre Überlebenschance, darin, sich im Kampf siegreich durchzusetzen. An diesem Punkt ist es sehr
einfach, diese Leute, die bereits während ihrer Schulausbildung indoktriniert
worden waren, einer Gehirnwäsche zu unterziehen und sie zu menschenfeindlichen Strohmännern zu machen, die ohne die geringsten Skrupel grausame
Mordanschläge, selbst gegen unschuldige, hilflose Kinder begehen können.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 144

Solche jungen Leute können sehr leicht von irgendeiner verirrten Ideologie
beeindruckt werden und können unter dem programmierenden Einfluss der
Terroristen in alle möglichen Grausamkeiten und Brutalitäten verwickelt werden. Die kommunistischen, faschistischen und rassistischen Terroristengruppen, die seit dem 19. Jahrhundert ihr Unwesen treiben sind die Erzeugnisse
dieses Ausbildungssystems.
Ein weiterer großer Schaden, der von diesem Ausbildungssystem hervorgerufen wird, ist, dass es die Ausbildung völlig von der Religion distanziert
und dabei den Wirkungskreis der Religion auf die ungebildete Bevölkerung
beschränkt. Somit wird Religion zu einem Merkmal der Ungebildeten,
während diejenigen, die Zugang zu Schulbildung haben - dank der darwinistisch-materialistischen 'Installation' - total der Religion entfremdet werden.
Dies wiederum fördert die Entwicklung abergläubischer und falscher Ideen,
und ermöglicht denen, die absolut religionswidrige Ideen im Namen der
Religion verbreiten, sehr leicht Einfluss und Kontrolle zu gewinnen.
Die jüngsten Ereignisse vom 11. September sind ein offensichtliches
Beispiel dafür. Niemand, der gottesfürchtig ist und Gott liebt und sich gewahr
ist, dass er sich für sein Handeln im Jenseits verantworten muss, kann eine
Handlung begehen, die Tausende von unschuldigen Menschen tot oder verwundet zurück lässt und Tausende von Kindern zu Waisen macht. Solch ein
Mensch wüsste, dass er Gott für jeden Menschen, dem er Grausamkeit zugefügt hatte, Rechenschaft ablegen müsste, und dass jedes seiner Opfer für ihn
zur Quelle unerträglicher Qualen in der Hölle würde.
Zusammenfassend sei hiermit nochmals betont, dass die einzige Art und
Weise, den Terrorismus zu unterbinden, ist, die darwinistisch-materialistische
Ausbildung abzuschaffen, junge Menschen in Übereinstimmung mit einem
Lehrplan auszubilden, der auf wahren wissenschaftlichen Entdeckungen
basiert, und in ihnen Gottesfurcht zu kultivieren und ein Verlangen zu
erwecken, sich klug und gewissenhaft zu verhalten. Die Frucht solch einer
Erziehung wird eine Gesellschaft sein, die sich aus friedfertigen, vertrauenswürdigen, nachsichtigen und toleranten Menschen zusammensetzt.

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS ● 145

Er ist es, der Seinem Knecht
klare Zeichen offenbart hat um euch
damit aus der Dunkelheit ans Licht
zu führen... (Sure 57:9 – al-Hadid)

ZUSAMMENFASSUNG:
EMPFEHLUNGEN AN
DIE WESTLICHE WELT
UND DIE MUSLIME

H

eute ist die westliche Welt aufgrund von

Organisationen beunruhigt, die unter dem Deckmantel des Islams Terrorakte verüben, und diese Besorgnis ist nicht unangebracht. Es liegt auf der Hand, dass
diejenigen, die Terrorhandlungen ausführen und die, die sie dabei unterstützen, entsprechend internationalen juristischen Normen bestraft
werden sollten. Ein wichtigerer, zu beachtender Punkt
jedoch ist, langfristige Strategien auszuarbeiten, die
zu

realisierbaren

Lösungen

Probleme führen.

dieser

Die vorausgehenden Betrachtungen zeigen auf, dass der Terror keinen
Platz im Islam hat, und dass er ein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit
ist. Sie zeigen weiter die in sich selbst widersprüchliche Natur des Konzepts
eines 'islamischen Terrors'. Dies gibt uns einen wichtigen Ausgangspunkt:
1.

Die uns bevorstehenden Zeiten erfordern von allen Nationen, mit
Vorsicht, Feinfühligkeit und Weisheit vorzugehen. Das düstere Szenario,
das in den 90er Jahren als 'Kampf der Kulturen' projiziert wurde, kann nur
zum Schaden der ganzen Welt beitragen, wovon niemand profitiert. Die
internationale Gesellschaft muss die Gelegenheit wahrnehmen, zu lernen,
in friedlichem Austausch miteinander zusammenzuleben und gegenseitig
von einander zu lernen. Das Studium der Geschichte der anderen und
ihrer Errungenschaften in Religion, Kunst, Literatur, Philosophie,
Wissenschaft, Technologie und Kultur, alles das kann nur zu gegenseitiger
Lebensbereicherung führen.

2.

Aktivitäten, die der Verbreitung und dem Verständnis des 'wahren
Islams' dienen, sollten weitgehend unterstützt werden. Die Strategie zur
Bekämpfung radikaler Parteien in den islamischen Ländern sollte nicht
eine 'erzwungene Säkularisation' sein. Solch eine Politik bewirkt nur das
Gegenteil und provoziert mehr Reaktion bei den Massen und fördert den
Radikalismus. Die Lösung liegt in der Verbreitung des wahren Islams und
in der Verwirklichung des islamischen Gesellschaftsmodells, das die quranischen Werte, wie Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, hohe Ethik,
Wissenschaft und Ästhetik verkörpert und der Menschlichkeit Glück und
Segen anbietet. Die Muslime müssen die moralischen Werte die vom
Quran geboten und durch das Vorbild Muhammads, des Gesandten
Allahs, verkörpert wurden, erklären und ihnen entsprechend leben. Die
Muslime sind dafür verantwortlich, den Islam den Händen derer zu entringen, die ihn zweckentfremden (was zu weiterem falschen Verständnis
des Islams führt), und ihn denen zurückgeben, die entsprechend den
Lehren der islamischen Tugend und dem Vorbild Muhammads, des
Propheten Allahs, leben.

3.

Die Quelle des Terrorismus ist Unwissenheit und Intoleranz und die
Gegenmaßnahme gegen ihn ist Bildung. Den Kreisen, die mit dem
Terrorismus sympathisieren, sollte es eindeutig klar gemacht werden, dass
der Terror in absolutem Gegensatz zum Islam ist, und dass seine

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 148

Sicherlich gebietet Allah Gerechtigkeit und
vorzügliches Handeln und Gaben an Nahestehende,
und Er verbietet Sittenlosigkeit und verpönte
Handlungen und Unrecht...
(Sure 16:90– an-Nahl)

ZUSAMMENFASSUNG: EMPFEHLUNGEN AN DIE WESTLICHE WELT UND DIE MUSLIME ● 149

Anwendung dem Islam, den Muslimen und der Menschheit insgesamt
nur großem Schaden zufügt.
4.

Um den Terrorismus, der seine Wurzeln in kommunistischen, faschistischen und rassistischen Ideologien hat, zu bekämpfen, müssen langfristige kulturelle Lösungen gesucht werden. Heutzutage bildet das darwinistische

und

materialistische

Gedankengut

die

Grundlage

des

Bildungssystems in den meisten Ländern, überall auf der Welt. Der
Darwinismus jedoch ist, wie vorher bereits betont wurde, eine irrige
Ideologie, die den Menschen als Tier betrachtet indem er sich mit dem
Kampf ums Überleben entwickelte - der geistige Nährboden, auf dem sich
jegliche Form des Terrorismus herausbilden kann. Ideologie, die vorgibt,
dass nur die überleben werden, die Macht an sich reißen, und die den
Krieg als eine Tugend darstellt, ist wie ein endloser Sumpf, der niemals
aufhören wird, die Welt ins Verderben zu ziehen. Angesichts dieser
Situation besteht, neben den juristischen und anderen Maßnahmen, die
getroffen werden, um den Terrorismus zu bekämpfen, die dringende
Notwendigkeit einer effektiven, weltweiten Aufklärungskampagne. Die
Bloßstellung des wahren Gesichts des Darwinismus und Materialismus
und Belehrung über die hohen moralischen Werte, die Allah für den
Menschen vorgesehen hat, müssen die Grundlage dieser Aufklärung sein.
Frieden und Stabilität sind nur durch eine Lebensweise erreichbar, die den
ethischen Werten einer wahren Religion entspricht. Ohne diesen Sumpf
trockenzulegen, ist es nicht möglich, dem Verderben zu entrinnen.
Wir hoffen, dass derartige Maßnahmen ergriffen werden und dazu beitragen, die Welt vom Terrorismus und allen anderen intoleranten, brutalen, barbarischen Strömungen und Institutionen zu befreien. Die Vereinigten Staaten,
die sich selbst eine 'Nation unter Gott' heißen und damit mit der christlichen
Kultur identifizieren, sollten wirklich ein Freund der Muslime sein. Allah weist
im Quran auf diese Verbundenheit hin, wenn Er erklärt: ...Und du wirst sicher
finden, dass die, die den Gläubigen am nächsten in Zuneigung sind, jene
sind, die sich als Christen bekennen... (Sure 5:82 – al-Ma'ida)
In der Vergangenheit konnten einige ignorante Menschen (z.B. die
Kreuzfahrer) diese Tatsache nicht verstehen und verursachten Konflikte zwischen diesen zwei großen Religionen. Um die Wiederholung eines ähnlichen
Szenarios zu verhindern, das mit Parolen wie 'Kampf der Kulturen' oder

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 150

'Heiliger Krieg gegen den Westen' bereits an die Wand gemalt wurde, müssen
die echten Christen und Muslime zusammenkommen und miteinander zusammenarbeiten.
In der Tat zeigen die Entwicklungen, die sich in der Folge dieser jüngsten
schrecklichen Ereignisse abzeichnen, dass die Saat solch einer Zusammenarbeit
bereits ausgestreut worden ist. Dieser ungeheure Terroranschlag, welcher die
christlichen und muslimischen Gemeinschaften einander näher gebracht hat,
veranlasste viele Christen sich mehr über die Religion des Islams zu informieren, während er die Muslime anleitete, sich ernsthafter zu bemühen, der
Öffentlichkeit die wahre islamische Ethik nahezubringen, wie sie im Quran
beschrieben ist.
All diese Entwicklungen sind ermutigende Anzeichen dafür, dass die
Menschen die islamischen Werte besser zu verstehen beginnen und bereit sind,
sich der Vorurteile zu entledigen, an denen sie bislang festgehalten hatten. So
Gott will, wird das 21. Jahrhundert sich als eine Ära abzeichnen, in der die
Menschen wahrhaft erfahren werden, dass die Verbreitung der islamischen
Werte der einzige Weg ist, den lang ersehnten Frieden auf diesem Planeten herbeizuführen.

Allah! Es gibt kein Gott
außer Ihm, dem Lebendigen, dem
Beständigen! Ihn überkommt weder Schlummer noch
Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf
Erden ist. Wer ist es, der da Fürsprache bei Ihm einlegte ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren
Händen ist und was hinter ihnen liegt. Doch sie begreifen
nichts von Seinem Wissen, außer was Er will. Weit
reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde,
und es fällt Ihm nicht schwer, beide zu
bewahren. Und Er ist der Hohe, der
Erhabene. (Sure 4:135 –
an-Nisa)

ZUSAMMENFASSUNG: EMPFEHLUNGEN AN DIE WESTLICHE WELT UND DIE MUSLIME ● 151

Er ist Allah, der Schöpfer, der
Urheber, der Formgebende...
(Sure 59:24 – al-Haschr)

DER
EVOLUTIONSSCHWINDEL

F

ür einige Leute hat die Evolutionstheorie, oder der

Darwinismus, lediglich wissenschaftliche Bedeutung, ohne irgend einen direkten
Bezug zu ihrem Alltag. Dies ist jedoch ein weitverbreitetes Missverständnis. Die
Evolutionstheorie geht weit darüber hinaus, lediglich eine interne
Angelegenheit der biologischen Wissenschaften zu sein; sie untermauert
eine trügerische Philosophie, die eine große Menge von Menschen
in ihren Bann gezogen hat: den Materialismus.
Die materialistische Philosophie, die ausschließlich die Existenz der Materie

anerkennt, und annimmt, dass der Mensch eine "Anhäufung von Materie" ist,
behauptet dass er nichts weiter als ein Tier ist, dessen einzige Lebensregel
"Konflikt" ist. Obwohl der Materialismus als eine moderne, wissenschaftlich
begründete Philosophie dargestellt wird, ist der Materialismus in der Tat ein
Dogma der Antike, ohne irgend eine wissenschaftliche Grundlage. Die atheistischen Philosophen des 18. Jh. verhalfen dem Dogma, das in der griechischen
Antike ersonnen worden war, zu einer Neubelebung, und im 19. Jh. wurde es
dann von Denkern wie Karl Marx, Charles Darwin und Sigmund Freud in einigen wissenschaftlichen Fachrichtungen integriert.
Moderne wissenschaftliche Entdeckungen haben jedoch immer wieder
erwiesen, dass die volkstümliche Auffassung, die den Darwinismus für wissenschaftlich hält, falsch ist. Wissenschaftliche Ergebnisse widerlegen den
Darwinismus völlig, und enthüllt, dass der Ursprung unseres Daseins nicht
Evolution, sondern Schöpfung ist. Gott erschuf das Universum und alle
Lebewesen, einschließlich des Menschen.
Dieses Kapitel wurde mit der Absicht geschrieben, diese Tatsache den
Menschen zur Kenntnis zu bringen. Wir hoffen, dass dieses Kapitel einen
Beitrag zur Demolierung des materialistischen, darwinistischen Dogmas leisten wird, das die Menschheit seit dem 19. Jh. in die Irre geleitet hat, und dass
es die Menschen zur Besinnung auf die fundamentalen Tatsachen unserer
Existenz anregt, wie wir ins Dasein kamen, und was unsere Pflichten gegenüber unserem Schöpfer sind.
Es ist von höchster Wichtigkeit, dass dem Leser diese grundlegende
Erkenntnis eröffnet wird. Da manche Leser vielleicht nur die Gelegenheit
haben eines der Bücher zu lesen, wurde beschlossen, in allen Büchern ein
Kapitel

diesem

Thema

zu

widmen,

wenn

auch

nur

als

kurze

Zusammenfassung:

Der wissenschaftliche Niedergang des Darwinismus
Obwohl die Evolutionstheorie eine Lehre ist, die seit den frühen Griechen
existiert, wurde sie zum ersten Mal im 19. Jahrhundert formuliert. Die wichtigste Entwicklung, welche die Theorie auf die Tagesordnung der Welt der
Wissenschaft brachte, war das Buch "Der Ursprung der Spezien" von Charles
Darwin, welches 1859 erschienen ist. In diesem Buch bestritt Darwin, dass die
unterschiedlichen Lebewesen auf der Erde, alle von Allah einzeln erschaffen

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 154

Charles Darwin

worden sind. Nach Darwins Meinung stammen alle Lebewesen von einem
gemeinsamen Vorfahren ab. Durch schrittweise Veränderungen über einen langen Zeitraum hinweg, sollen sich die Unterschiede zwischen den Lebewesen
entwickelt haben.
Darwin war sich bewusst, dass seine Theorie erhebliche Probleme aufwies.
Er gestand dies in seinem Buch in dem Kapitel "Probleme der Theorie". Diese
Schwierigkeiten lagen hauptsächlich im Fossilnachweis, komplexen Organen
von Lebewesen, die unmöglich durch Zufall erklärbar sind (z.B. das Auge) und
Instinkten lebendiger Kreaturen. Darwin hoffte, dass diese Komplikationen
durch neue Entdeckungen überwunden werden würden, doch dies hielt ihn
nicht davon ab, sehr mangelhafte Erklärungen für eine beträchtliche Anzahl
von anderen Ungereimtheiten abzugeben. Die forschende Wissenschaft hat
diese Hoffnungen nicht erfüllt und im Gegenteil die grundlegenden
Behauptungen dieser Theorie jeder Grundlage entzogen.
Die Niederlage des Darwinismus gegenüber der Wissenschaft kann man
in drei grundlegenden Punkten zusammenfassen:

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 155

1) Die Theorie kann nie erklären, wie das Leben auf der Erde zum ersten
Mal entstanden ist.
2) Es gibt keine wissenschaftliche Entdeckung, welche bestätigen würde,
dass die sogenannten "evolutionären Mechanismen", von deren Existenz die
Theorie spricht, tatsächlich eine evolutionäre Wirkung hätten.
3) Durch die Versteinerungsfunde werden die Behauptungen der
Evolutionstheorie nicht bestätigt, sondern widerlegt.
In dem folgenden Teil werden wir diese drei grundlegenden Themen
untersuchen.

Die erste unüberwindbare Stufe: Der Ursprung des Lebens
Die Evolutionstheorie behauptet, dass alle Arten von Lebewesen von einer
einzigen lebendigen Zelle abstammen, die vor ungefähr 3.8 Milliarden Jahren
auf der ursprünglichen Erde entstanden ist. Wie eine einzige Zelle Millionen
von komplizierten Arten von Lebewesen geschaffen
haben soll und warum sich ihre Spur nicht
in den Versteinerungsfunden finden
lässt, wenn tatsächlich eine solche
Evolution stattgefunden hat,
sind Fragen, die die Theorie
nicht zu beantworten vermag. Aber zunächst sollte
man sich mit der ersten Stufe
der sogenannten "Evolution"
beschäftigen: Wie ist diese
"Urzelle" ins Dasein gekommen?
Da die Evolutionstheorie die
Schöpfung

verweigert

und

kein

Eingreifen einer übernatürlichen Kraft anerkennt, behauptet sie, dass diese "Urzelle" ohne eine Konstruktion, einen Plan
und eine Ordnung im Rahmen der Naturgesetze zufälligerweise entstanden ist.
Das hieße, dass die unbelebte Materie durch Zufälle eine lebendige Zelle hervorgebracht hat. Jedoch ist dies eine Behauptung, die den grundlegendsten
Gesetzen der Biologie widerspricht.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 156

Nur Leben bringt Leben hervor
In seinem Buch geht Darwin auf den Ursprung des Lebens nicht ein. Denn
in seiner Zeit war man der Ansicht, dass das Leben ganz einfach strukturiert
sei. Seit dem Mittelalter hatte sich die Vorstellung etabliert, dass Leben auf einfachste Weise aus toter Materie entstehen könne. Diese Theorie war unter dem
Namen "spontane Entstehung" bekannt. Zu der damaligen Zeit war der Glaube
weit verbreitet, dass Frösche aus Schlamm und Insekten aus Nahrungsresten
entstehen. Um dies zu beweisen, wurden die kuriosesten Experimente durchgeführt. Man glaubte, mit ein paar Körnern Weizen auf einem schmutzigen
Stück Lumpen, Mäuse hervorbringen zu können.
Auch das Auftreten von Würmern im Fleisch, galt als ein Beweis dafür,
dass Leben aus lebloser Materie entstehen kann. Später stellte man fest, dass
die Würmer im Fleisch nicht von selbst entstehen, sondern aus Eiern schlüpfen,
die von Fliegen gelegt werden die nur mit dem bloßen Auge nicht sichtbar
sind.
Zu der Zeit, als Darwin die Evolutionstheorie entwickelte, war die
Vorstellung, dass Mikroben aus unbelebter Materie entstehen können, eine
weithin akzeptierte Ansicht.
Bereits fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Darwins Buch "Der
Ursprung der Spezien" hat der berühmte französische Biologe Louis Pasteur diese grundlegende Vorstellung der Evolution endgültig zunichte gemacht.
Pasteur fasste das Ergebnis seiner jahrelangen Arbeiten und Untersuchungen
mit den folgenden Worten zusammen: "Die Behauptung, dass Leben aus unbelebter Materie entstehen kann, gehört unwiderruflich ins Reich der Fabeln." 44
Die Anhänger

der

Evolutionstheorie

leisteten

lange

Zeit

den

Erkenntnissen Pasteurs Widerstand. Aber spätestens, als die forschende
Wissenschaft die komplizierte Struktur der Zelle eines Lebewesens entdeckte,
wurde die Ungültigkeit der Behauptung, das Leben könne selbständig entstehen, deutlich.

Ergebnislose Bemühungen im 20. Jahrhundert
Der erste Evolutionist, der im 20. Jahrhundert das Thema über den
Ursprung des Lebens behandelte, war der bekannte russische Biologe
Alexander I. Oparin. Er versuchte, mit einigen Thesen, die er im Jahre 1930 vor-

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 157

gebracht hatte, zu beweisen, dass die Zelle eines Lebewesens zufällig entstanden ist. Aber diese Arbeiten endeten in der Erfolglosigkeit und Oparin war
gezwungen, sich einzugestehen: " Leider bleibt der Ursprung der Zelle weiterhin
eine unbeantwortete Frage, die in der Tat der dunkelste Punkt in der gesamten
Evolutionstheorie ist. " 45
Die Evolutionisten, die Oparin folgten, versuchten Experimente durchzuführen, durch die das Thema über den Ursprung des Lebens gelöst werden
könnte. Die, die größte Anerkennung findende Studie über den Ursprung des
Lebens ist ein Versuch, der unter dem Namen Millers Experiment in die
Annalen einging, und der von dem amerikanischen Forscher Stanley Miller im
Jahr 1953 durchgeführt wurde. Miller synthetisierte einige organische
Moleküle (Aminosäuren), die in den Strukturen der Proteine verwendet werden, indem er die Gase, von denen er vermutete, sie seien in der ursprünglichen Atmosphäre vorhanden gewesen, in einem Experiment vereinigt und dieser Mischung Energie zufügt.
In den folgenden Jahren sollte klar werden, dass dieses Experiment, das in
jenen Jahren als ein wichtiger Schritt angesehen wurde, keinerlei Gültigkeit
besitzt und dass die Atmosphäre, die im Experiment verwendet wurde, sich
von den tatsächlichen Bedingungen der Erde ganz und gar unterscheidet.46
Nach einer langen Zeit des Schweigens hat auch Miller selbst eingestanden, dass die Atmosphäre, die er im Experiment verwendet hat, nicht realistisch war.47
Alle evolutionistischen Bemühungen, die im 20. Jahrhundert durchgeführt
wurden, um das Problem
über den Ursprung des
Lebens zu erklären, endeten
immer mit Erfolglosigkeit.
Die folgende Aussage des
Geochemikers Jeffrey Bada
vom Scripps Institute in San
Diego macht die Hilflosigkeit

der

Evolutionisten

bezüglich dieses Engpasses
deutlich:
Heutzutage, am Ende des
20 Jh. stehen wir immer
Stanley Miller

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 158

noch dem selben größten ungelösten Problem gegenüber das uns zu Beginn
des 20 Jh. konfrontierte: Wie begann das Leben auf der Erde?48

Die Komplizierte Struktur des Lebens
Der Grund, warum sich die Evolutionstheorie beim Ursprung des Lebens
in einer Sackgasse befindet, ist, dass bereits die einfachsten lebendigen
Organismen unglaublich komplizierte Strukturen besitzen. Die Zelle eines
Lebewesens ist noch komplizierter als alle technologischen Produkte, die die
Menschheit je hervorgebracht hat. Auch heute kann selbst in den bestausgerüsteten Laboratorien des 20. Jh. keine einzige Zelle synthetisch bereitgestellt
werden.
Die Anzahl der Bedingungen, die für die Entstehung einer Zelle erfüllt
sein müssen, ist so groß, dass ihre Entstehung mit Zufällen nicht erklärt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 500 Aminosäuren, aus denen ein
durchschnittliches Proteinmolekül besteht, in der richtigen Anzahl und
Reihenfolge aneinandergefügt sind, zusätzlich der Wahrscheinlichkeit, dass all
die enthaltenen Aminosäuren ausschließlich linksdrehend und durch
Peptidbindungen verbunden sind ist "1" zu 10950. Aber in der Mathematik gelten

Wahrscheinlichkeiten

die

kleiner

als

1

zu

1050

sind

als

"Nullwahrscheinlichkeit".
Das Molekül namens DNS jedoch, das im Zellkern jeder der 100 Trillionen
Zellen in unserem Körper verborgen liegt und die genetischen Daten aufbewahrt, ist eine unglaublich große Datenbank. Wollten wir die Information, die
in der DNS verschlüsselt ist niederschreiben, so müssten wir eine umfangreiche Bibliothek mit 900 Bänden von Enzyklopädien anlegen, deren jede 500
Seiten umfasste.
An dieser Stelle erhebt sich ein sehr interessantes Dilemma: Während sich
die DNS nur mit Hilfe einiger Enzyme vervielfältigen kann, die im Grunde
genommen Proteine sind, kann die Synthese dieser Enzyme sich nur durch
bestimmte Information realisieren, die im DNS Code enthalten ist: Da diese
nun gegenseitig aufeinander angewiesen sind, müssen sie zum Zweck der
Vervielfältigung entweder gleichzeitig koexistieren, oder das eine muss vor
dem anderen "geschaffen" worden sein. Dadurch gerät das Szenario, das Leben
sei selbständig entstanden, in eine Sackgasse.
In einem Artikel unter dem Titel "Der Ursprung des Lebens", der im

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 159

Oktober 1994 in der Zeitschrift American Scientist veröffentlicht wurde, gesteht
Prof. Leslie Orgel diese Wirklichkeit so ein:
Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Proteine und Nukleinsäuren, die beide
komplexe Strukturen darstellen, zufällig zur gleichen Zeit und am gleichen
Ort entstanden sind, und dennoch erscheint es unmöglich, dass die einen
ohne die anderen vorhanden sein können. Und somit mag man auf den ersten
Blick gezwungen sein zu folgern, dass das Leben in der Tat niemals durch chemische Mittel entstanden sein konnte.49

Wenn es nun unmöglich ist, dass das Leben durch Zusammenwirkung
"natürlicher" Einflüsse entstanden ist, dann muss man ohne Zweifel anerkennen, dass es auf "übernatürliche" Weise erschaffen worden ist. Diese Tatsache
erklärt die Evolutionstheorie ganz klar für nichtig, deren primäres Ziel es ist,
die Schöpfung zu widerlegen.

Die fingierten Mechanismen der Evolution
Der zweite wichtige Punkt, der die Theorie von Darwin für ungültig
erklärt, ist, dass die zwei als "evolutionäre Mechanismen" bezeichneten
Begriffe, tatsächlich keine evolutionäre Kraft besitzen.
Darwin war der Erste, der behauptete, dass der Mechanismus der natürlichen Auslese evolutive Kräfte beinhalte, und auf der Grundlage dieser
Behauptung baute er dann seine ganze Theorie auf. Der Titel den er seinem
Buch gab, Der Ursprung der Spezien durch natürliche Auslese, deutet darauf hin,
dass natürliche Auslese die Grundlage der Theorie Darwins war.
Natürliche Selektion bedeutet die natürliche Auslese. Sie sagt aus, dass
diejenigen Lebewesen, die den natürlichen Verhältnissen ihrer Habitat besser
angepasst sind, erfolgreich sein werden indem sie überlebensfähige
Nachkommen haben, während diejenigen die anpassungsunfähig sind, aussterben. Zum Beispiel werden in einem Rudel von Rehen, das der Gefahr von
wilden Raubtieren ausgesetzt ist, natürlicher Weise diejenigen überleben, die
schneller laufen können. Das ist wahr. Dieser Prozess wird jedoch niemals –
unabhängig davon wie lange er fortdauert – die Rehe in eine andere lebendige
Spezies verwandeln. Die Rehe werden immer Rehe bleiben.
Natürliche Auslese sondert lediglich die verkümmerten, schwachen und
lebensunfähigen Individuen einer Spezies heraus. Sie kann keine neue Art,
neue genetische Information oder neue Organe herstellen, d.h., sie kann keine

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 160

Die natürliche Auslese dient als ein
Mechanismus, durch den die schwachen Individuen innerhalb einer
Spezies entfernt werden. Sie ist ein
Konservationsmechanismus, der die
bestehende Spezies vor
Degeneration bewahrt. Darüber hinaus hat sie keinerlei Fähigkeit, eine
Spezies in eine andere umzuwandeln.

evolutive Weiterentwicklung verursachen. Darwin akzeptierte diese Realität
indem er äußerte: "Natürliche Auslese vermag nichts zu tun, solange sich keine vorteilhaften Änderungen begeben." 50

Die Wirkung von Lamarck
Wie könnten diese "nützlichen Veränderungen" entstehen? Darwin versuchte, diese Frage mit der damals vorherrschenden Wissenschaftsmentalität
seiner Zeit zu beantworten, indem er sich auf dem französischen Biologen
Lamarck stützte. Laut Lamarck gaben Lebewesen die Charakterzüge, die sie
sich während ihres Lebens angeeignet hatten, von einer Generation an die
nächste weiter, und entwickelten sich auf diese Weise fort. Zum Beispiel entwickelten sich Giraffen von antilopenähnlichen Tieren indem sie ihre Hälse von
Generation zu Generation mehr streckten um höher und höher stehende
Zweige als Nahrung zu erreichen. Darwin bediente sich somit der von Lamarck
vorgelegten These der "Weitergabe von Charakterzügen" als des Umstandes,
der die Lebewesen zur Evolution bewegt.
Darwin, der von diesem Denkansatz beeinflusst wurde, hat sich ein noch
phantastischeres Beispiel ausgedacht. In "Der Ursprung der Spezien" behauptete Darwin, dass sich Wale evolutiv aus Bären entwickelten, die
Schwimmversuche gemacht hatten!51 Die Wissenschaft des 20. Jh. hat gezeigt,
dass dieses Szenario eine Phantasie ist.
Die Vererbungsgesetze des österreichischen Botanikers Gregor Mendel
haben die Behauptungen von Lamarck und Darwin eindeutig widerlegt. Der
zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Wissenschaftszweig der Genetik
hat bewiesen, dass nicht erworbene Fähigkeiten, sondern nur die Gene von
einer Generation auf die Nächste übertragen werden. Auf diese Weise bleibt
die natürliche Selektion völlig "isoliert" und als ein unwirksamer Mechanismus
im Raum stehen.

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 161

Neo-Darwinismus und Mutationen
Die Darwinisten haben zum Ende der 30er Jahre die "moderne synthetische Evolutionstheorie", mit anderem Namen den "Neo-Darwinismus" aufgeworfen, um dieses Problem lösen zu können. Der Neo-Darwinismus fügte
neben der natürlichen Selektion die Mutationen als "Grund der nützlichen
Änderungen" ein. Gemeint sind die Beschädigungen, die im genetischen
Material von Lebewesen durch äußere Einwirkungen wie radioaktive
Bestrahlung entstehen.
Das heute noch aktuelle Modell ist der Neo-Darwinismus. Diese Theorie
behauptet, dass Millionen von Arten der Lebewesen auf der Erde und ihre
zahllosen komplizierten Organe wie das Ohr, das Auge, die Lunge, der Flügel
als Folge eines Prozesses entstanden sind, der auf sogenannten Mutationen,
also auf genetischen Störungen beruht. Dahingegen gibt es eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache, die diese Theorie hilflos erscheinen lässt: Die
Mutationen lassen die Lebewesen nicht entwickeln. Im Gegenteil: Sie schädigen immer das Lebewesen.
Der Grund dafür ist sehr einleuchtend: Die DNS hat eine sehr komplexe
Struktur, und planlose Einflüsse können dieser Struktur nur Schaden zufügen.
B. G. Ranganathan erklärte:
Mutationen sind geringfügig, ungeplant und schädlich. Sie treten sehr selten
auf, und die beste Möglichkeit ist, dass sie wirkungslos bleiben. Diese vier
Eigenschaften der Mutationen deuten darauf hin, dass sie nicht zu evolutiver
Fortentwicklung führen können. Eine planlose Änderung in einem hoch spezialisierten Organismus ist entweder wirkungslos oder schädlich. Eine planlose Veränderung in einer Uhr kann die Uhr nicht verbessern. Sie wird sie aller
Voraussicht nach beschädigen,
Auge

oder hat bestenfalls keine
Auswirkung. Ein Erdbeben
bringt

einer

Stadt

Verbesserungen,
Zerstörung.

NORMAL

bringt

52

Letztlich wurde bis heute

Beine

Fühler

es

keine

MUTANTE

ALLE MUTATIONEN SIND SCHÄDLICH
Links: Eine normale Taufliege (Drosophila). Rechts: Eine Taufliege
deren Beine aus ihrem Kopf herauswachsen; eine durch
Radiation hervorgerufene Mutation.

kein einziges Beispiel einer
Mutation beobachtet, welches
das Erbgut entwickelt hätte. Es

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 162

wurde beobachtet, dass alle Mutationen schädigend sind. Wie
man verstanden hat, ist eine Mutation, die die Evolutionstheorie
als "Evolutionsmechanismus" anzeigt, ein genetischer Vorgang,
der in der Wirklichkeit die Lebewesen nur zerstört, beschädigt.
(Die am häufigsten vorkommende Einwirkung der Mutation
beim Menschen ist der Krebs.) Natürlich kann ein schädlicher
Mechanismus kein "evolutionärer Mechanismus" sein. Die
natürliche Selektion jedoch kann "selbst nichts erschaffen", was
auch Darwin zugegeben hat. Da es keinen evolutionären
Mechanismus gibt, kann ein utopischer Prozess wie die
Evolution nie stattfinden.

Eine katastrophale
Auswirkung von
Mutationen auf den
menschlichen
Körper. Der oben
abgebildete Junge ist
ein Opfer des Unfalls
im Atomreaktor in
Tschernobyl.

Die Versteinerungsfunde widerlegen die Evolution
Der deutlichste Beweis, dass das von der Evolutionstheorie beschriebene
Szenario nie stattgefunden hat, sind die Versteinerungsfunde.
Die Evolutionstheorie besagt, dass jede lebende Spezies von einem
Vorgänger abstammt. Eine vorher vorhandene Spezies verwandelte sich im
Lauf der Zeit in etwas Anderes, und auf diese Weise sind alle ins Dasein
gekommen.

Laut

der

Theorie

erstreckt

sich

dieser

allmähliche

Wandlungsprozess über Millionen von Jahren.
Wenn dem so wäre, hätten zahlreiche Übergangsarten in diesem langen
Wandlungszeitraum vorhanden sein und leben müssen.
Es

müsste

z.B.

einige

Halb-Fisch-Halb-Reptilien-Wesen

in

der

Vergangenheit gegeben haben, die zusätzlich zu dem, ihnen bereits eigenen
Fischcharakter, einige reptilienhaften Eigenschaften angenommen hatten. Oder
es hätte einige Reptilienvögel geben müssen, die zusätzlich zu den ihnen innewohnenden Reptileigenschaften einige Vogelmerkmale entwickelt hatten.
Evolutionisten nennen diese Phantasiegeschöpfe, von welchen sie glauben,
dass es sie in der Vergangenheit gab, "Übergangsformen".
Hätten solche Tiere tatsächlich existiert, müsste es Millionen, und selbst
Billionen von ihnen in Anzahl und Sorten gegeben haben. Und wichtiger noch,
die versteinerten Überreste solcher wunderlichen Wesen müssten vorhanden
sein. Die Anzahl dieser Übergangsformen hätte größer sein müssen als die der
gegenwärtig vorhandenen Tierarten, und ihre Überreste müssten über die ganze
Erde verstreut auffindbar sein. In Der Ursprung der Spezien erklärt Darwin:

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 163

Der Fossilnachweis
bezeugt, dass es
niemals Übergangsformen gegeben hat, dass eine
Evolution nicht stattfand, und dass alle
Spezien getrennt in
vollendeter Form
erschaffen wurden.

Falls meine Theorie richtig ist, haben sicherlich zahllose Übergangsarten existiert, welche alle Arten der gleichen Gattung eng miteinander verbanden...
Folglich könnte der Nachweis ihrer vergangenen Existenz nur in
Versteinerungen gefunden werden.53

Die vergeblichen Hoffnungen von Darwin
Im Glauben an Darwins Prophezeiung haben die Evolutionisten auf ihrer
Suche nach Versteinerungen seit Mitte des 19. Jh. überall auf der ganzen Welt
nach den fehlenden Gliedern gegraben. Trotz ihrer besten Anstrengungen
kamen bisher noch keine Übergangsformen ans Licht. Alle, durch
Ausgrabungen erhaltenen Fossilien zeigten, dass, ganz im Gegensatz zu den
Überzeugungen der Evolutionisten, das Leben auf der Erde unmittelbar und
voll entwickelt erschien.
Ein berühmter britischer Paläontologe, Derek V. Ager gesteht diese
Tatsache ein, obwohl er ein Evolutionist ist:
Wenn wir den Fossilnachweis im Einzelnen untersuchen, ob auf der
Ordnungs- oder Spezies-Ebene tritt ein Punkt hervor: was wir immer und
immerwieder finden ist nicht eine allmähliche Evolution, sondern eine
plötzliche Explosion einer Gruppe aufkosten einer anderen.54

Wie es nun wohl erkenntlich ist, deutet der Fossilnachweis darauf hin,
dass Lebewesen sich nicht aus niedrigen in höhere Lebensformen entwickelt
haben, sondern dass sie stattdessen unmittelbar in einem vollkommenen
Zustand auftauchten. Aber das widerspricht genau den Erwartungen Darwins.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 164

Darüberhinaus ist dies ein sehr wichtiger Beweis, der uns zeigt, dass die verschiedenen Arten von Lebewesen, erschaffen wurden. Kurz gesagt: Lebewesen
kamen nicht durch Evolution ins Dasein – sie wurden erschaffen. Douglas
Futuyma, ein bekannter evolutionistischer Biologe gesteht diese Tatsache ein,
indem er äußert:
Organismen sind entweder vollkommen entwickelt auf der Erde aufgetreten,
oder sie sind es nicht. Falls sie das nicht taten, müssen sie sich aus einer zuvor
bestehenden Spezies durch einen Wandlungsprozess entwickelt haben. Falls
sie in einem vollkommen entwickelten Zustand erschienen sind, müssen sie in
der Tat durch eine allmächtige Intelligenz erschaffen worden sein.55

Die Fossilien zeigen, dass die Lebewesen auf der Erde vollständig und in
einer ausgezeichneten Weise entstanden sind. Das heißt; "der Ursprung der
Arten" ist im Gegensatz zu der Meinung von Darwin nicht die Evolution, sondern die Schöpfung.

Das Szenario der menschlichen Evolution
Das Thema, welches die Anhänger der Evolutionstheorie am häufigsten
ansprechen, ist der Ursprung des Menschen. Die darwinistischen Postulate
sagen aus, dass der heutige Mensch sich evolutiv aus einer Art affenähnlichem
Geschöpf entwickelt hat. Im Lauf dieses angeblichen evolutiven Prozesses, dessen angenommener Beginn etwa 4 – 5 Millionen Jahre zurückliegt, soll es einige "Übergangsformen" zwischen dem neuzeitlichen Menschen und seinen
Vorfahren gegeben haben. Entsprechend dieses total imaginären Szenarios,
werden vier grundsätzliche Kategorien aufgeführt:
1. Australopithecine (Mehrzahl von Australopithecus)
2. Homo habilis
3. Homo erectus
4. Homo sapiens
Die Evolutionisten nennen den sogenannten ersten gemeinsamen
Vorfahren des Menschen und Affen "Australopithecus", was soviel wie "südafrikanischer Affe" bedeutet. Australopithecus, welches nichts anderes als eine
vorzeitliche, nun ausgestorbene Affengattung war, hatte verschiedene Arten.
Lord Solly Zuckerman und Prof. Charles Oxnard, zwei weltbekannte Anatomen
aus England und den USA führten weitreichende Forschungsarbeiten an verschiedenen Australopithecus Exemplaren durch, welche zeigten, dass diese
Geschöpfe mit den Menschen keine Ähnlichkeit haben.56

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 165

Die nächste Stufe der menschlichen Evolution wird von den
Evolutionisten als "homo", d.h. "Mensch" klassifiziert. Entsprechend der evolutionistischen Behauptung sind die Lebewesen der Homo-Serie höher entwickelt, als Australopithecus, und nicht sehr unterschiedlich vom heutigen
Menschen. Der neuzeitliche Mensch, d.h. Homo sapiens hat sich angeblich im
letzten Stadium der Evolution dieser Spezies herausgebildet. Die
Evolutionisten bilden ein imaginäres Evolutionsschema, indem sie die
Fossilien, die zu unterschiedlichen Lebewesen gehören, hintereinander aufstellen. Dieses Schema ist imaginär, weil es nie bewiesen wurde, dass es in der
Wirklichkeit zwischen diesen unterschiedlichen Arten einen evolutionären
Zusammenhang gibt. Ernst Mayr, der einer der wichtigsten Anhänger der
Evolutionstheorie im 20. Jahrhundert ist, erkennt diese Tatsache an, indem er
sagt, dass "die Kette bis zum Homo sapiens tatsächlich fehlt".57
Indem die Evolutionisten die Evolutionskette in dieser Weise als
"Australopithecine > Homo habilis > Homo erectus > Homo sapiens" auslegen,
besagen sie damit, dass jede dieser Spezien der Vorläufer der darauf folgenden
war. Die neuesten Entdeckungen einiger Paläo-Anthropologen haben jedoch
enthüllt, dass Australopithecine, Homo habilis und Homo erectus in verschiedenen Teilen der Welt zur gleichen Zeit existierten.58
Überdies hat ein bestimmter Teil der als Homo erectus eingegliederten
Menschen bis in sehr neuzeitliche Epochen gelebt. Überdies lebten Homo sapiens neandertalensis und Homo sapiens sapiens (der Mensch der Moderne) im
selben geographischen Gebiet nebeneinander.59
Diese Situation macht die Behauptung, dass einer des anderen
Nachkommen war offensichtlich zunichte. Stephen Jay Gould, ein
Paläontologe an der Harvard Universität, der, obwohl er selbst ein Evolutionist
ist, erklärt diese Sackgasse der Evolution folgendermaßen:
Was wurde aus unserer Stufenleiter, wenn es drei nebeneinander bestehende
Stämme von Hominiden (A. africanus, die robusten Australopithecine, und H.
habilis) gibt, keiner deutlich von dem anderen abstammend? Darüber hinaus
zeigt keiner von ihnen irgendeine evolutive Neigung während ihres Daseins
auf der Erde.60

Kurz gesagt: Das Szenario der menschlichen Evolution, deren
Fortbestehen in den Medien oder in den Lehrbüchern mit erdachten
Konstruktionen von Lebewesen, halb Affe, halb Mensch, das heißt nur durch
Propaganda gesichert wird, besteht ganz und gar aus einem Märchen, welches
jeder wissenschaftlicher Grundlage entbehrt.

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 166

Einer der bekanntesten und angesehensten Wissenschaftler, Lord Solly
Zuckermann, der dieses Thema über lange Jahre erforscht und insbesondere über
die Australopithecus-Fossilien 15 Jahre lang Untersuchungen angestellt hat, kam
zuletzt zu dem Schluss, dass es keinen tatsächlichen Stammbaum gibt, der von den
affenartigen Lebewesen bis zum Menschen hinreicht.
Zuckermann stellte auch ein sehr interessantes "Wissenschafts-Spektrum" auf.
Er ordnete sein Spektrum der Wissenschaften in einer Stufenleiter an, angefangen
bei denen, die er für wissenschaftlich hielt bis zu denen, die er als unwissenschaftlich erachtete. Entsprechend Zuckermanns Spektrum sind die "wissenschaftlichsten", d.h. auf konkreten Daten beruhenden, wissenschaftlichen Gebiete die

Irreführende Phantasiezeichnungen

Um die Evolution zu unterstützen fügen die Evolutionisten vorsätzlich Charaktermerkmale in ihren
Bildern und Nachbildungen ein, die in Wirklichkeit keine Fossilspuren hinterlassen, wie etwa die Struktur
der Nase und Lippen, die Gestalt des Haars, die Form der Augenbrauen und sonstiger Behaarung des
Körpers. Sie fertigten auch detaillierte Abbildungen dieser imaginären Geschöpfe an, wie sie mit ihren
Familien wanderten oder jagten und in sonstigen Alltagssituationen. Diese Zeichnungen jedoch sind
durchwegs Phantasie-produkte und haben kein Gegenstück im Fossilnachweis.

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 167

Chemie und Physik. Ihnen folgen die biologischen und dann die sozialen
Wissenschaften. Am Ende des Spektrums, welches den, als "unwissenschaftlich" betrachteten Sektor ausmacht, stehen "übersinnliche Wahrnehmung" –
Konzepte wie Telepathie und Sechster Sinn – und letztlich "menschliche
Evolution". Zuckermann erklärt diese Gedankenführung:
Wir bewegen uns dann von dem Bestand objektiver Wahrheit in jene Bereiche
angeblicher biologischer Wissenschaft, wie übersinnliche Wahrnehmung oder
die Interpretation der Fossilgeschichte des Menschen, wo für den der
glaubt, alles möglich ist – und wo der Tiefgläubige manchmal sogar in der
Lage ist, gleichzeitig verschiedene widersprüchliche Dinge zu glauben.61

Also besteht auch das Märchen über die menschliche Evolution daraus,
dass manche Menschen, die an ihre Theorien blindlings glauben, manche
Fossilien mit Vorurteil interpretieren.

Die Technologie im Auge und im Ohr
Ein weiteres Thema, das die Evolutionstheorie ungeklärt lässt ist die hervorragende Aufnahmequalität des Auges und des Ohrs.
Bevor wir uns dem Thema Auge zuwenden sei kurz auf die Frage "wie wir
sehen" eingegangen. Lichtstrahlen, die von einem Objekt ausgehen fallen seitenverkehrt auf die Netzhaut des Auges. Hier werden diese Lichtstrahlen von
speziellen Zellen in elektrische Impulse übersetzt und an einen winzig kleinen
Punkt im hinteren Teil des Gehirns weitergeleitet, der Sehzentrum genannt
wird. Diese elektrischen Impulse werden in jenem Gehirnzentrum nach einer
Reihe von Prozessen als Bild wahrgenommen. Mit diesem technischen
Hintergrund wollen wir nun ein wenig darüber nachdenken.
Das Gehirn ist isoliert von jeglichem Licht. Das bedeutet, dass innerhalb
des Gehirns absolute Dunkelheit vorherrscht, und dass Licht keinen Zugang zu
dem Ort hat wo das Gehirn sitzt. Der Ort, der als Sehzentrum bekannt ist total
finster und kein Licht gelangt jemals dorthin; es ist möglicherweise der finsterste Platz den man sich vorstellen kann. Und dennoch erleben wir eine helle,
leuchtende Welt inmitten dieser pechschwarzen Finsternis.
Das Bild das im Auge und Sehzentrum geformt wird ist von solcher
Schärfe und Deutlichkeit, die selbst die Technologie des 20. Jh. nicht hervorbringen kann. Betrachten Sie beispielsweise nur das Buch das Sie lesen, Ihre
Hände mit denen Sie es halten, und dann erheben Sie Ihren Blick und schauen
sich in Ihrer Umgebung um. Können Sie durch irgend ein anderes Medium

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 168

solch ein klares und deutliches Bild erhalten? Selbst die bestentwickelten
Fernsehbildschirme der größten Fernsehgeräte-Hersteller können Ihnen solch
ein klares Bild nicht geben. Es ist ein 3-dimensionales farbiges und äußerst
scharfes Bild. Tausende von Ingenieuren sind seit über 100 Jahren darum
bemüht

diese

Schärfe

hervorzubringen.

Fabriken

mit

ungeheurem

Arbeitsraum wurden errichtet, eine Unmenge von Forschung wurde unternommen, Pläne und Designs wurden zu diesem Zweck angefertigt. Werfen Sie
nochmals einen Blick auf den Bildschirm und auf das Buch in Ihrer Hand, und
beachten Sie den Unterschied in der Bildqualität. Abgesehen davon zeigt sich
auf dem Bildschirm ein 2-dimensionales Bild ab wobei die Augen eine räumliche Perspektive mit wirklicher Tiefe geben. Wenn man genau hinsieht wird
man erkennen, dass das Fernsehbild zu einem gewissen Grad verschwommen
ist, was sicherlich nicht auf die Sicht gesunder Augen zutrifft.
Viele Jahre hindurch haben sich Zehntausende von Ingenieuren bemüht,
3-dimensionales Fernsehen zu entwickeln und die Bildqualität des natürlichen
Sehens zu erreichen. Sie haben zwar ein 3-dimensionales Fernsehsystem entwickelt, doch die erwünschte Wirkung kann nur mit Hilfe von speziellen
Brillen erzielt werden, und fernerhin handelt es sich hierbei nur um eine künstliche Räumlichkeit. Der Hintergrund ist mehr verschwommen und der
Vordergrund erscheint wie Papierschablonen. Es war bisher nicht möglich ein
scharfes und deutlich abgegrenztes Bild wie das der natürlichen Sicht hervor-

Wenn wir das Auge und das Ohr mit Kameras und Tonaufzeichnungsgeräten vergleichen,
sehen wir, dass das Auge und das Ohr viel komplexer, funktioneller und vollkommener als
diese technologischen Produkte sind.

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 169

zubringen. Sowohl in der Kamera als auch auf dem Bildschirm vollzieht sich
eine Einbuße der Bildqualität.
Die Evolutionisten behaupten, dass sich der Mechanismus, der dieses
scharfe und deutlich abgegrenzte Bild hervorbringt durch Zufall entwickelt
hat. Was würden Sie nun denken, wenn jemand sagte, dass der Fernseher in
Ihrem Wohnzimmer sich als Ergebnis eines Zufalls bildete, dass alle Atome aus
denen er besteht sich aufs Geratewohl zusammenfanden und dieses Gerät aufbauten, das ein Bild hervorbringt? Wie können Atome das zustande bringen,
was Tausende von Menschen nicht können?
Wenn ein Apparat, der ein primitiveres Bild erzeugt als das Auge sich
nicht durch Zufall gebildet haben konnte, konnte sich offensichtlich das Auge
samt des Bildes, das es wahrnimmt um so weniger durch Zufall gebildet haben.
Die gleiche Situation herrscht beim Ohr vor. Das äußere Ohr fängt die vorhandenen Töne durch die Ohrmuschel auf und leitet sie zum Mittelohr weiter.
Das Mittelohr übermittelt die Tonschwingungen indem sie sie verstärkt. Das
Innenohr übersetzt diese Schwingungen in elektrische Impulse und leitet sie
zum Gehirn. Analog wie beim Auge vollzieht sich die Höraktion im
Hörzentrum des Gehirns.
Die gleiche Situation wie die des Auges trifft auch auf das Ohr zu, d.h. das
Gehirn ist gegen Ton genauso wie gegen Licht isoliert, es lässt keinen Ton eindringen. Daher herrscht innerhalb des Gehirns absolute Stille, unabhängig
davon wie laut es Außen auch sein mag. Nichtsdestoweniger vernimmt man
die schärfsten Töne im Gehirn. Im Gehirn, das gegen jegliche Laute isoliert ist
hört man die Symphonien eines Orchesters und den Lärm einer belebten
Straße. Falls die Lautstärke innerhalb des Gehirns jedoch zu dem entsprechenden Zeitpunkt mit einem hochempfindlichen Gerät gemessen würde, würde
sich zeigen, dass dort vollständige Stille vorherrschte.
Wir wollen wiederum einen Vergleich zwischen der hohen Qualität und
der überragenden Technologie mit denen das Gehör ausgestattet ist, und der
vom Menschen entwickelten Technologie anstellen. Wie im Falle der
Bildtechnik werden seit Jahrzehnten Anstrengungen unternommen eine originalgetreue Qualität in der Tonwiedergabe zu erzeugen. Die Ergebnisse dieser
Bemühungen sind Tonaufzeichnungsgeräte, Hi-Fi Systeme und tonempfindliche Systeme. Trotz all dieser Technologie und der Bemühungen von Tausenden
von Ingenieuren und Fachleuten, die sich damit beschäftigen ist bisher noch
keine Tonwiedergabe gelungen, die die gleiche Schärfe und Klarheit hätte wie
die akustische Wahrnehmung des Ohrs. Man wähle ein Hi-Fi System der höch-

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 170

sten Qualität, das vom größten Hersteller in der Akustik-Industrie hergestellt
wird – selbst in diesen Geräten geht ein Teil der Tonqualität bei der
Aufzeichnung verloren, und wenn das System angeschaltet wird ist immer ein
leises Nebengeräusch vorhanden bevor die Tonwiedergabe beginnt. Die akustische Wahrnehmung dagegen, die durch die Technologie des menschlichen
Körpers erzeugt wird, ist äußerst scharf und klar. Ein gesundes menschliches
Ohr vernimmt Töne niemals begleitet von Rauschen oder atmosphärischen
Nebengeräuschen wie ein Hi-Fi Gerät sie hervorbringt; es nimmt den Ton
genau so wahr wie er ist, scharf und deutlich. Dies ist immer so gewesen seit
der Erschaffung des Menschen.
Es ist offensichtlich, dass das Auge, das Ohr und in der Tat alle anderen Teile
des menschlichen Körpers die Erzeugnisse einer Schöpfung höherer Ordnung
sind. Dies sind augenscheinliche Hinweise auf Allahs einzigartige und unvergleichbare Schöpfung, Sein zeitloses Wissen und Seine unbegrenzte Macht.

Ein materialistischer Glaube
Was wir bis hierher untersucht haben, zeigt uns, dass die Evolutionstheorie
eine Behauptung ist, die mit den wissenschaftlichen Erfindungen ganz deutlich
in Widerspruch steht. Die Behauptung der Theorie über den Ursprung des
Lebens widerspricht der Wissenschaft vollkommen, die von dieser Theorie vorgebrachten evolutionären Mechanismen haben keine evolutionäre Wirkung und
die Fossilien zeigen, dass die Übergangsformen überhaupt nie existiert haben.
In einem solchen Fall sollte die Evolutionstheorie als ein unwissenschaftlicher
Gedanke angesehen werden. Ebenso, wie man in der Vergangenheit viele
Gedanken, wie Universumsmodell nach dem die Erde das Zentrum des
Universums bildet, heute nicht mehr zur Debatte.
Aber die Evolutionstheorie wird mit Beharrlichkeit verteidigt. Einige
Menschen versuchen sogar den Eindruck zu erwecken, dass es ein wissenschaftlicher Angriff sei, diese Theorie kritisch zu beurteilen. Aber warum?...
Der Grund dafür ist, dass die Evolutionstheorie für manche Menschen ein
dogmatischer Glaube ist, der nicht aufgegeben werden kann. Diese Menschen
haben eine blinde Verbundenheit gegenüber dieser materialistischen
Philosophie und sie nehmen den Darwinismus an, weil er die einzige
Erklärung für die Natur ist.
Interessanterweise gestehen die entsprechenden Wissenschaftler diese
Tatsache von Zeit zu Zeit. Richard C. Lewontin, ein bekannter Genetiker der

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL ● 171

Harvard Universität und ein überzeugter Evolutionist gibt in den folgenden
Worten zu, dass er "an erster Stelle Materialist, und dann erst Wissenschaftler ist":
Nicht dass uns die Methoden und Institutionen der Wissenschaft irgendwie
zwängen, eine materielle Erklärung des gestalteten Universums zu akzeptieren, sondern im Gegenteil sind wir durch unser eigenes a priori Festhalten an
materielle Ursachen gezwungen, einen Untersuchungsmechanismus und eine
Auswahl von Konzepten zu schaffen, die materielle Erklärungen hervorbringen, ungeachtet dessen wie intuitionsfeindlich, wie verwirrend für den
Uneingeweihten sie sein mögen. Überdies ist der Materialismus absolut,
daher können wir keinen göttlichen Fuß in der Türe erlauben." 62

Diese Worte sind die deutlichen Aussagen darüber, dass der Darwinismus
ein Dogma ist. Dieses Dogma nimmt an, dass ausser der Materie nichts existiert. Aus diesem Grund wird geglaubt, dass die unbelebte, unbewusste
Materie das Leben erschaffen hat. Es wird angenommen, dass Millionen von
Arten der Lebewesen zum Beispiel Vögel, Fische, Giraffen, Tiger, Insekten,
Bäume, Blumen, Wale und Menschen durch Reaktionen der Materie innerhalb
sich selbst, nämlich durch Regen und Blitz aus der unbelebten Materie entstanden sind! Dies jedoch ist eine Annahme, die sowohl dem Verstand als auch
der Wissenschaft widerspricht. Aber die Darwinisten beharren darauf, diese
Annahme zu verteidigen, damit eine göttliche Erklärung keinen Platz findet.
Jeder, der den Ursprung der Lebewesen nicht mit materialistischem
Vorurteil erforscht, wird diese klare Tatsache erkennen: Alle Lebewesen sind die
Werke eines Schöpfers, Der eine überlegene Macht und Verstand besitzt. Dieser
Schöpfer ist Allah, Der das ganze Universum aus einem Nichts erschaffen, es in
einer ausgezeichneten Weise geordnet und auch alle Lebewesen geformt hat.

Preis Dir, wir haben nur Wissen
von dem, was Du uns lehrst;
Du bist der Wissende, der Weise.
(Sure al-Baqara, 32)

DER ISLAM VERURTEILT DEN TERRORISMUS ● 172

Anmerkungen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.

9.

10
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.

21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.

28.
29.
30.
31.

32.
33.

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38.
39.
40.

41.
42.
43.

44.
45.
46.

47.
48.
49.
50.
51.
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