PRAXIS

Photoshop-Praxis
Teil 86: Große Bilder - wenig Arbeitsspeicher
Hennig Wargalla
Die im Artikel verwendeten Beispielbilder finden Sie im Internet unter www.PrePressWorld.de im Verzeichnis „Downloads“.

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ie Bilddatei war 200 MB groß und der Wölben-Filter sollte darauf angewandt werden. Nach reiflicher (und leider auch langwieriger) Überlegung beschloß Photoshop, dass 250 MB Arbeitsspeicher einfach nicht genügen um diese Aufgabe zu erledigen. Es stellt sich dann natür-

lich die Frage wie man Photoshop dennoch überreden kann die Arbeit zu übernehmen. Nachfolgend einige Techniken, die auch bei geringem Arbeitsspeicher und großen Dateien eine gute Argumentationsgrundlage für die anstehende Diskussion mit Photoshop bilden können.
Non, Nein, Njiet, Nee... manchmal kommt es vor, dass Photoshop die Arbeit verweigert und mehr Arbeitsspeicher verlangt. Die simpelste Lösung ist es, den gewünschten Filter nur auf einen Kanal anzuwenden. Dazu wählt man in der Kanal-Palette nur einen Kanal aus und wiederholt die Filterung für alle weiteren Kanäle.

Sollte auch das nicht funktionieren, kann man die Funktion „Kanäle teilen“ nutzen. Diese Option findet sich in der Kanalpalette. Es entstehen vier einzelne Graustufenbilder, die man individuell filtern kann. Photoshop benötigt zur Bearbeitung eines eigenständigen Graustufenbildes deutlich weniger Arbeitsspeicher, als für den einzelnen Kanal eines drei- oder vierfarbigen Bildes. Nachdem man den Filter auf alle Kanäle angewandt hat, kann man die Einzelbilder wieder zusammenfügen. Es erscheint ein Menü in dem man die Graustufendateien den jeweiligen Farbauszügen zuordnen kann. Voilà, das ist eine Argumentation, der sich Photoshop nur schwer entziehen kann. Allerdings muß man anmerken, dass dies nur mit Filtern funktioniert, die nicht auf die Farbinformationen des Bildes angewiesen sind.

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Anders verhält es sich, wenn man nur einen Ausschnitt eines Bildes bearbeiten will. In der abgebildeten Bilddatei soll nur der Kopf der Person nachbearbeitet werden. In diesem Fall macht man eine Auswahl des gewünschten Bereichs und wählt den Befehl „kopieren“. Erstellt man jetzt eine neue Datei wird diese exakt die Größe des ausgewählten Bereichs haben und man kann diesen darin „einfügen“. Nachdem man die gewünschten Veränderungen vorgenommen hat, wählt man „alles auswählen“ und dann erneut den Befehl „kopieren“. Zurück im großen Originalbild kann man nun unter „Bearbeiten“ den Befehl „In die Auswahl einsetzen“ nutzen. Der modifizierte Bildausschnitt in der Zwischenablage wird als neue Ebene mit einer Ebenenmaske erscheinen und exakt über dem Original liegen.

Gerechterweise will ich an dieser Stelle anmerken, dass es relativ selten vorkommt, dass man Photoshop austricksen muß. Ich kenne kein Bildbearbeitungsprogramm was ähnlich stoisch und genügsam selbst größte Datenmengen verarbeitet. Im schimmsten Fall muß man eben ein bißchen Arbeitsspeicher dazukaufen. Das kostet ja auch nicht mehr die Welt.

Oben das Original. Im rechten Bild wurde nur der Kopf „verflüssigt“. Vielleicht kennen Sie diese Funktion schon aus dem Heft 6/2001.

Diesen, wie alle anderen seit 7/95 erschienenen Tips, können Sie auch im Internet abrufen: www.wargalla.de

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