PRAXIS

Photoshop-Praxis
Teil 88: Luminanzmaske
Hennig Wargalla

M

an kann mit Hilfe der Gradationskurven die Tonwerte für die hellen und dunklen Bereiche eines Bildes getrennt beeinflussen. Allerdings besteht bei starken Korrekturen die Gefahr, dass Abrisse im Bild entstehen. Manchmal wünscht man sich z.B. einfach nur die dunklen

Teile eines Bildes bearbeiten zu können. Dann ist die Zeit gekommen für eine Luminanzmaske. Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich die ersten Erklärungen anhand eines grafischen Verlaufs vorgenommen.

Wir können die Helligkeitswerte eines Bildes in eine Auswahl verwandeln, indem wir einfach bei gedrückter Befehlstaste (Mac: Apfel-Taste; Win: Strg-Taste) auf den Composite-Kanal (hier RGB) in der Kanälepalette klicken. Dies funktioniert bei RGB-, CMYK- und Lab-Bildern. Je nach ihrer Helligkeit werden die Bildinformationen mehr oder weniger stark in die Auswahl umgesetzt. Wollen Sie diese Auswahl für Farbkorrekturen nutzen, bietet es sich an eine Einstellungsebene zu erstellen. Die Auswahl wird als Graustufenmaske in der Einstellungsebene erscheinen. Wenn Sie nun etwa die Sättigung verringern, wird sie das in den hellen Bereichen (gelb, orange) stärker auswirken, während die dunklen Elemente (blau, lila) weniger stark von der Korrektur betroffen werden. Sie können die erstellte Luminanzmaske auch sichtbar machen, indem Sie mit der alt-Taste auf das Symbol der Maske in der Ebenenpalette klicken. Die Maske sieht aus wie ein Graustufenbild und verhält sich auch genau so. Sie können hier etwa die Gradationskurven nutzen, um die Maske erneut zu beeinflussen.

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Man kann schon in der Voransicht der Ebenenpalette die Kontrastverstärkung in der Maske erkennen. Die gelben und orangen Bereiche sind nun komplett grau, während blau und lila überhaupt nicht von der Korrektur betroffen werden. Um die Wirkung der Maske auf die dunklen Bereiche zu beschränken, nutzen Sie den Befehl invertieren (Befehl-I). Achten sie dabei darauf, dass die Einstellungsebene und nicht etwa das Bild aktiv ist.

Die Wirkung der Luminanzmaske soll hier noch an einem fotografischen Motiv demonstriert werden: Das allzu dunkle Ausgangsbild:

Eine Aufhellung mit Hilfe einer Gradationskurve kann dazu führen dass die Lichter - etwa in der Tafel oder den Gebäuden ausreissen.

Erhält man die Lichterzeichnung besteht die Gefahr, dass Abrisse entstehen und die Farbsättigung verloren geht.

Die gleiche Gradationskurve, wie im oberen Bild wird hier durch ein Luminanzmaske auf die dunklen Bereiche des Bildes beschränkt. So kommen wir zu einem besseren Resultat.

Diesen, wie alle anderen seit 7/95 erschienenen Tips, können Sie auch im Internet abrufen: http://www.wargalla.de

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