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1Liebe Schwestern und Brüder

:
Wenn es in der Politik auf Wahlen zugeht, dann wird oft versucht, in Umfragen zu klären,
was die Leute von den einzelnen Kandidaten halten. Man wird natürlich nicht auf die Idee
kommen, dass Jesus sich mit seiner Frage im heutigen Evangelium irgendwie zur Wahl
stellen will. Es ist vielleicht interessant, aus welcher Situation heraus Jesus diese Frage
stellt. Es heißt: Jesus betete in der Einsamkeit und die Jünger waren bei ihm. Wenn Jesus
betet, dann ist das ein inniges Sprechen mit dem Vater. Dann geschieht das, was Jesus
manchmal so ausdrückt: Ich höre, was der Vater mir sagt und handle danach (vgl. Joh
4,34).
Wenn Jesus nach der Meinung der Leute fragt, dann kann das wohl nicht bedeuten, dass er
von daher bestätigt werden möchte, ob er auf dem richtigen Weg ist. Jesus kennt seinen
Weg und geht ihn in Klarheit und Liebe mit allen Konsequenzen bis in den Tod hinein.
Warum dann diese Frage? Ich denke, es geht um die Jünger. Man kann sich fragen,
inwieweit auch einige der Jünger das dachten, was man so über Jesus sagte. Sie zögern mit
einer Antwort, als Jesus sie fragt: Und ihr, für wen haltet ihr mich? Wenn uns heute diese
Frage gestellt wird, dann könnten wir uns eigentlich viel leichter tun als die Jünger.
Schließlich haben wir 2000 Jahre Kirchen- und Christengeschichte hinter uns mit vielen
klugen theologischen Antworten. Aber wenn diese Frage gestellt wird, für wen die Leute
Jesus halten, ist die Verwirrung heute größer als zur Zeit Jesu. Es gibt über Jesus die
kuriosesten Ideen. Oder sogar die Antwort: Jesus? Nie gehört! Diese Antwort mag nun sehr
extrem sein. Wir könnten aus täglichen Erfahrungen viele andere Antworten
zusammentragen, wie Jesus von den Menschen um uns herum gesehen wird. Aber dann
kommt die entscheidende Frage: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Ich denke, dass wir
mit dieser Frage lange allein bleiben müssen, bis wir unsere ganz persönliche Antwort
finden. Und die wird auch nicht endgültig sein. Sie bleibt unvollkommen, wir lernen jeden
Tag dazu. Vielleicht wird man schließlich sagen: Gott wird immer geheimnisvoller, je länger
ich nachdenke. Vielleicht möchten wir uns auch am liebsten - wie die anderen Jünger hinter Petrus stellen, der so eine richtig gute Antwort gibt: Wir halten dich für den Messias
Gottes. - Aber das war auch nicht seine letzte Antwort. Wir wissen, wie viel er noch
dazulernen musste über den Messias. Allen Jüngern sagt Jesus, was sich hinter dem Messias
Gottes alles verbirgt. Er wird leiden und sterben, aber am dritten Tag auferstehen. Der
Messias wird von den Menschen verkannt, aber dennoch geschieht für alle Menschen das
Unglaublichste der Weltgeschichte: Der Tod wird überwunden und alle Menschen können zur
Vollendung ihres Lebens gelangen.
Das ist die Botschaft, die Christen zu jeder Zeit weitersagen sollen, weil sie in der Nähe Jesu
leben dürfen und immer wieder mit der Frage umgehen: Wer ist Jesus für mich? Und wer
will Jesus durch mich für andere sein?
In seinem Brief an die Galater, erklärt uns der heilige Paulus, eine andere Frage: Wer ist ein
echter Jünger Christi? Ein Jünger Christi ist jener, der auf Christus getauft ist, der Christus
als Gewand angelegt hat. Ein Junger Christi ist jener, der sich selbst verleugnet, der täglich
sein Kreuz auf sich nimmt und folgt Jesus nach, hat der Herr uns im Lukasevangelium
gesagt.
Für uns heutige Christen ist die Frage nicht mehr, ob wir die jüdischen Gesetzesvorschriften
zu befolgen haben. Durch den Glauben an Christus sind wir freie Menschen geworden, die
wahren Nachkommen Abrahams. Abraham wurde von Gott als „gerecht“ anerkannt; er
wurde angenommen, weil er an Gottes Treue glaubte und seinem Wort vertraute. Das ist
auch der Weg, den Christus uns heute zeigt.

Aber es ist nicht so einfach sein Lebensprogramm zu akzeptieren. . wird es verlieren. soziale Verachtung oder Verfolgung mit sich bringt. wer aber sein Leben um meinetwillen verliert. Lasset uns täglich unser eigenes Kreuz auf uns in Gemeinschaft mit Jesus und mit der leidenden Leuten nehmen. ohne niemanden auszuschließen. die Frage über die Identität Jesu zu beantworten.Bestimmt ist es für uns einfach. Lasset uns an die Wörter Jesu erinnern: «wer sein Leben retten will. Lasset uns Jesus Christus auf dem Weg der Barmherzigkeit nachfolgen. «Sich selbst zu verleugnen» bedeutet das Projekt Gottes unserer eigenen Plänen und egoistischen Ideen vorziehen. sogar wenn es Leiden. sondern Christus als seine Jünger nachzufolgen. Lasset uns Christus nachfolgen und Gott unserem Vater vertrauen. der wird es retten». Unser Kreuz täglich auf uns zu nehmen bedeutet nicht das Leidenschaft für sich zu suchen. wie ein Masochist.