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AGLIETTA, MICHEL

Régulation et crises du capitalisme
L’expérience des Etats-Unis
EA: Paris: Calmann-Lévy, 1976. AA: 2., überarb. Aufl.: Paris: O. Jacob, 1997 (mit
"Nachwort"). EEA: A Theory of Capitalist Regulation. The US Experience, London: NLB,
1979 (Neuaufl.: London et al.: Verso, 1987). DA: Ein neues Akkumulationsregime,
Hamburg: VSA, 2000 (nur "Nachwort").

Michel Aglietta wurde 1940 in Chambéry geboren und studierte an der
Ecole Polytechnique. Zur Zeit der Abfassung von Régulation et crises du
capitalisme war er am Institut National de la Statistique et des Etudes
Economiques (INSEE) beschäftigt, später wurde er Professor für
Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paris X-Nanterre. Aglietta ist
Mitglied des französischen Sachverständigenrats.
Das Werk wurde angeregt durch das Ende des Nachkriegsbooms und
beeinflusst sowohl von makroökonomischen Planungsdiskursen mit Bezug
auf Robinson als auch von der nach dem Mai 1968 vorgebrachten
"operaistischen" Kritik am strukturalistischen Marxismus à la Louis
Althusser. Agliettas theoretischer Anspruch war es, die grundlegenden
Veränderungen

des

Lohnverhältnisses

zum

Ausgangspunkt

einer

Neuinterpretation der historischen Entwicklungsphasen des Kapitalismus
(Akkumulationsregime) zu machen. Zentrales Abgrenzungskriterium ist die
Art der Mehrwertproduktion (absolut bzw. relativ), wobei Régulation et
crises du capitalisme für letztere die Notwendigkeit umfassender
Veränderungen

in

den

Lebensbedingungen

der

Lohnabhängigen

systematisch herausarbeitete. Der Begriff "Regulation" steht weder für
einen Gleichgewichtszustand noch für staatliche Regulierung, sondern
bezieht sich auf die prekäre Reproduktion des Waren- und des
Lohnverhältnisses. Wachstum gehe mit Brüchen in den Produktionsmethoden
und Lebensweisen einher. Komme es dennoch zur Kapitalakkumulation, dann
müsse ein Entsprechungsverhältnis zwischen den jeweiligen Veränderungen

Berlin: ed. Regulation bedeute somit Systemveränderung bei Systemerhalt. A. staatliche Regulierung wichtiger Märkte und antizyklische Konjunktursteuerung institutionell gesichert wurde.D. Dabei ist Regulation aufgrund der diesen Verhältnissen eingeschriebenen Interessenkonkurrenz nicht das Resultat bewusster Steuerung. Sozialversicherungen. Als Krisenursachen identifizierte Regulation vor allem sozio-technische Grenzen tayloristischer Rationalisierung. German Ordoliberalism versus the French Regulation School. Joachim Hirsch. Von außen wurde die Bedeutungszuschreibung für Institutionen hinterfragt. Ein stärker historisch-institutionell arbeitender Teil (z. 5 Bde. Charles F. 2001. Berlin: Springer. Oligopolisierung bzw.: R. Waringo: Die . Hübner: Theorie der Regulation. Eine kritische Rekonstruktion eines neuen Ansatzes der Politischen Ökonomie. Boyer: The Regulation School. Weisz: Institutional Economics in France and Germany. 2000.): Regulation Theory and the Crisis of Capitalism. 1990. K. Bob Jessop).B. Lit. wobei die Phase von 1930 bis 1970 als "Fordismus" interpretiert wurde. Sabel) und wirtschaftsgeographische Arbeiten (Adam Tickell) an.vorliegen.B. Alain Lipietz) befasste sich auf marxistischer Grundlage u. Labrousse / J. industriesoziopolitologische (Frieder Naschold. A Critical Introduction. Außerhalb gesellschaftstheoretische Frankreichs Analysen regte Régulation akkumulationsregime-spezifischer Herrschaftsformen (z. die durch Tarifverträge. Régulation et crises du capitalisme gab Impulse für die Ecole de la régulation. Die Massenproduktion verdankte sich dem tayloristisch-fordistischen Produktionsmodell.B. New York: Oxford UP.. Cheltenham: E. Anschauungsmaterial war die US-Wirtschaft. mit der Inflationsproblematik.a. sigma. Jessop (Hg. Ein Teil dieser Schule (z. Elgar. Kritik innerhalb des Paradigmas setzte an der mangelnden handlungstheoretischen Fundierung sowie an der Fixierung auf nationalstaatliche Makrokreisläufe an. 1989. Robert Boyer) suchte nach neuen "postfordistischen" Regulationsweisen. B. deren Anhänger auch als Regierungsberater fungierten. die auf der relativ gleichläufigen Entwicklung von industrieller Massenproduktion und standardisiertem Massenkonsum der Lohnabhängigen basierte. Die Massenkonsumtion basierte auf der Koppelung von Reallöhnen und Produktivität. K.

Internationalisierung der Produktion in der französischen Regulationstheorie. 1998. Frankfurt: Campus. Christoph Scherrer .