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Proseminar Analysis 2010 

5. Fourierzerlegung I: abstrakt
Benjamin Bykowski
17. Mai 2010

Inhaltsverzei hnis
1 Konventionen

2

2 Prähilberträume (Innenprodukträume)

2

3 Der

l

2 Raum

3

4 Orthonormalsysteme und Orthonormalbasen
5 Klassizierung von Hilberträumen

5
14

1

1 Konventionen
I h mö hte folgende Bezei hnungen verwenden

L(X)

Der minimale von

X

T ≤H
a
A
M⊥
X
H

wobei X eine Teilmenge eines Vektorraumes ist.
T ist ein Teilraum von H
a komplex konjugiert, wenn a eine Zahl ist
Der Abs hluss von A, wenn A eine Menge ist
Das orthogonale Komplement von M .
X ist ein Prähilbertraum, sofern ni ht anders deniert
H ist ein Hilbertraum, sofern ni ht anders deniert

aufgespannte Vektorraum (Lineare Hülle),

2 Prähilberträume (Innenprodukträume)
Ein Prähilbertraum ist ein Vektorraum für den zusätzli h ein sogenanntes

dukt/Skalarprodukt

deniert ist.

Denition.

ein

Sei

V

C-Vektorraum,

inneres Pro-

dann ist

h·, ·i : V × V → C
ein inneres Produkt, falls für alle
a)

hx, xi ≥ 0

b)

hx, xi = 0 ⇔ x = 0

1.

2.

x, y, z ∈ V, λ ∈ C

(positiv denit)

hx, yi = hy, xi
a)

hλx, yi = λ hx, yi

b)

hx + y, zi = hx, zi + hy, zi

3.

gilt

(Hermites h)

(linear im ersten Argument)

Bemerkung. Es lassen si h auÿerdem lei ht folgende weitere Regeln für das innere Pro-

dukt herleiten:

1. hx, y + zi = hx, yi + hx, zi
2. hx, λyi = λ hx, yi
Beweis.

2

2.

3.b.

2.

1.

hx, y + zi = hy + z, xi = hy, xi + hz, xi = hy, xi + hz, xi = hx, yi + hx, zi

2.

hx, λyi = hλy, xi = λhy, xi = λ hx, yi

2.

3.a.

2.

Bemerkung. Mit der Norm
||x|| :=

p

hx, xi

(x ∈ C)

ausgerüstet ist ein Prähilbertraum auÿerdem ein normierter Raum. Damit ist dieser natürli h au h ein metris her, sowie topologis her Raum.

Satz (Das Parallelogramm-Gesetz)

Für alle Vektoren x, y in einem Prähilbertraum gilt
||x + y||2 + ||x − y||2 = 2 ||x||2 + 2 ||y||2

Beweis.

Es ergibt si h oenbar

||x + y||2 = hx, xi + hx, yi + hy, xi + hy, yi
= ||x||2 + hx, yi + hy, xi + ||y||2

(1)

und analog

||x − y||2 = ||x||2 − hx, yi − hy, xi + ||y||2

(2)

also mit der Addition von (1) und (2) die Behauptung.

3 Der

l

Denition.

2 

Raum

Der Vektorraum l

2 über

C

besteht aus allen Folgen

quadratsummierbar sind, d.h. für diese gilt


X

|xn |2 < ∞

n=1

3

x = (xn )∞
n=1 ,

die

Für diese lässt si h das folgende innere Produkt denieren

hx, yi =


X

xn y n

n=1
Dieses verhält si h also für unendli he Folgen im l

2 gewissermaÿen ähnli h zum bekann-

N
ten Skalarprodukt für endli he Vektoren im R

hx, yiRN =

N
X

xn y n

n=1
Das heiÿt mit diesem ist es mögli h Winkel zwis hen unendli hen Folgen zu bestimmen und damit insbesondere, ob zwei Folgen orthogonal zueinander stehen.
Das lässt vermuten, dass si h dort Folgen, ähnli h wie Vektoren im

RN ,

eindeutig dur h

Basiselemente bes hreiben, also in (einfa he) Einzelkomponenten aufteilen lassen.

Bemerkung. Es gilt, wie bekanntli h in jedem normierten Raum, die Cau hy-S hwarzUnglei hung (mit Glei hheit genau dann, wenn x und y linear abhängig sind)
|hx, yi| ≤ ||x|| ||y||

4

4 Orthonormalsysteme und Orthonormalbasen
Denition (Separabel).

H⊇A

Denition (Total).
total

in

T,

Ist

A eines normierten Raumes H
B ⊆ A gibt, die in A di ht ist.

Eine Teilmenge

wenn es eine abzählbare Teilmenge

T

separabel

L(B)

in

H

T

und

B

eine Teilmenge von

Denition (Orthonormalsystem).

H,

so heiÿt

B

di ht ist.

H ≥ T ∧ B ⊆ H ∧ L(B) = T ⇔ B

orthogonal

separabel,

⇔ ∃B⊆A:B=A

ein Teilraum von

wenn die lineare Hülle

heiÿt

Zwei Vektoren

x, y

total in

T

eines Prähilbertraumes

X werden

gennannt, falls gilt

hx, yi = 0
x⊥y .
(en ) ⊂ X \ {0}

Man s hreibt dafür au h
Eine Teilmenge

heiÿt

Orthogonalsystem,

Sind die Vektoren darüberhinaus normiert, gilt also

Orthonormalsystem.

Kann man diese Vektoren auÿerdem mit

(en )

eine

orthonormale Folge.

total ist. Ist

M

M

eine

N indizieren

einem

(sind es also abzählbar viele) so sei

Orthonormalbasis des Teilraumes T , wenn M
Orthonormalbasis von X, so heiÿt M eine Orthonormalbasis.

Ein Orthonormalsystem

T

ea ⊥eb für a 6= b gilt.
||en || = 1, so spri ht man von
falls

M

heiÿt eine

Orthonormalbasis von

T ≤ V ⇔ Orthonormalsystem M

Satz (Satz des Pythagoras (verallgemeinert))

total in

Ist x1 , . . . , xn ein Orthonormalsystem in einem Prähilbertraum, so gilt
2

n
n
X
X

||xj ||2
=
x
j

j=1
j=1

5

T

in

Lemma

(Satz des Pythagoras (klassis h))

.

def.

x⊥y ⇔ hx, yi = 0 ⇒ ||x + y||2 = ||x||2 + ||y||2

Beweis.
||x + y||2 = hx, xi + hx, yi + hx, yi + hy, yi
= ||x||2 + 0 + 0 + ||y||2
= ||x||2 + ||y||2

Beweis.

[Satz℄ Die Glei hung ergibt si h dur h wiederholte Anwendung des Lemmas.

Präziser induktiv

Induktionsanfang: Für n = 1 klar. Für n = 2 gegeben dur h obiges Lemma.
Induktionss hritt:
2

n+1
X

x
j =

j=1

Lemma

=

I.V.

=

2

X

n

x
+
x
j
n+1

j=1
2

X

n
+ ||xn+1 ||2

x
j

j=1
n
X

||xj ||2 + ||xn+1 ||2 =

Beweis.

||xj ||2

j=1

j=1

Induktionss hluss:

n+1
X

2
n

n
X
X

x
||xj ||2
=
j

j=1
j=1

∀n∈N

[Alternativ℄

2 *
+
n

n
n
n
n X
n
n
X
X
X
X
X
X

||xj ||2
hx
,
x
i
=
hx
,
x
i
=
x
=
x
x
,
=
j j
j
i
j
j
j

j=1
j=1
j=1
j=1 i=1
j=1
j=1

6

Satz

Sei X ein
P Prähilbertraum, {eα | α ∈ A} ein Orthonormalsystem in X.
Ist f = n cn eαn , so gilt cn = hf, eαn i und
||f ||2 =

X

|cn |2

n

hx, f i =

X

hx, eαn i heαn , f i

∀x∈X

n

Beweis.

Es gilt zum ersten

2
m

m

X
X
X

|cn |2
cn eαn = lim
|cn |2 =
||f ||2 = lim
m→∞
m→∞

n=1

Und mit

n=1

cn = cn · ||eαn || = hcn eαn , eαn i = lim

m→∞

*

m
X

n=1

cj eαj , eαn

j=1

+

= hf, eαn i

zum zweiten

hx, f i = lim

m→∞

für alle

*

x,

m
X

n=1

cn eαn

+

= lim

m→∞

m
X

hx, eαn i heαn , f i =


X

hx, eαn i heαn , f i

n=1

n=1

x ∈ X.

Satz (Bessels he Unglei hung)

Sei E = {eα | α ∈ A} ein Orthonormalsystem im Prähilbertraum X. Dann gilt für alle
x∈X
X

|hx, eα i|2 ≤ ||x||2

α∈A

wobei in der Summe hö hstens abzählbar viele Terme 6= 0 sind.

Lemma. Sei {e1 , . . . , en } ein (endli hes) Orthonormalsystem in X. Dann gilt:
∀ f ∈ X ∃! g ∈ L(e1 , . . . , en ) :
P
Dabei gilt g = nj=1 hf, ej i ej .

||g − f || = d(f, L(e1 , . . . , en ))

7

Beweis.

c1 , . . . , cn ∈ C

Na h dem Satz des Pythagoras gilt für alle

und

2

X
n
X

n

|cj |2
cj ej =
hg, gi =

j=1
j=1

Ferner gilt also

||f − g||2 = ||f ||2 − hg, f i − hf, gi + hg, gi
n
X
|cj |2
= ||f ||2 − hg, f i − hf, gi +
2

= ||f || −

n
X

cj hej , f i −

j=1
n
X

cj hf, ej i +

Pn

j=1 cj ej

|cj |2

j=1

j=1

j=1

n
X

g :=

n  

X
|cj |2 − cj hej , f i − cj hf, ej i + hf, ej i hej , f i − hf, ej i hej , f i
= ||f ||2 +

= ||f ||2 +

j=1
n
X

(cj − hf, ej i)(cj − hf, ej i) −

j=1

= ||f ||2 −

n
X

|hf, ej i|2 +

n
X

|cj − hf, ej i|2

j=1

Also wird das Inmum oensi htli h bei

Beweis.

|hf, ej i|2

j=1

j=1

nä hste

n
X

cj = hf, ej i

errei ht.

[Satz℄ Na h dem Lemma gilt für jede endli he Menge

g=

Pn

j=1

f, eαj eαj

n
n
X

2 X
f, eα 2


||f || = ||f − g|| +
f, eαj
j
2

2

j=1

j=1

Zu jedem

ε>0

{α1 , . . . , αn } ⊆ A für dieses

existieren nur endli h viele

j∈N

mit

f, eα 2 ≥ ε.
j

Satz (Gram-S hmidts hes Orthonormalisierungsverfahren)

Sei X ein Prähilbertraum. Zu jeder endli hen oder abzählbaren Menge F = {fn } aus X
gibt es ein endli hes oder abzählbares Orthonormalsystem M = {en } mit L(F ) = L(M ).
Ist F linear unabhängig, so kann errei ht werden, dassPL({f1, . . . , fn }) = L({e1 , . . . , en })
für alle n gilt. Diese en sind dann in der Form en = nj=1 cn,j xj darstellbar.
Mit cn,n > 0 sind sie sogar eindeutig festgelegt.

8

Satz (Existenz einer Orthonormalbasis in einem separablen Prähilbertraum)
Ist X ein separabler Prähilbertraum, so besitzt X eine Orthonormalbasis.

Beweis.

Da

X separabel ist gibt es eine hö hstens abzählbare totale Teilmenge. S hränkt

man diese Teilmenge auf eine linear unabhängige ein, so liefert die Anwendung des GramS hmidts hen Verfahrens eine Orthonormalbasis mit der glei hen Mä htigkeit.

Satz (Existenz einer Orthonormalbasis in einem Hilbertraum)
Jeder Hilbertraum H besitzt eine Orthonormalbasis.

Beweis.

M auÿerdem bezügli h 
⊆ halbgeordnet. Ist N eine totalgeordnete Teilmenge von M, so hat N eine obere
S hranke M ∈ M. Die Vereinigung aller Teilmengen N ∈ N enthält mit Si herheit
diese obere S hranke. Dabei ist M wieder ein Orthonormalsystem, denn für e1 , e2 ∈ M
existieren N1 , N2 ∈ N mit e1 ∈ N1 und e2 ∈ N2 . Da N1 ⊆ N2 oder N2 ⊆ N1 , gilt
e1 , e2 ∈ N2 oder e1 , e2 ∈ N1 und damit e1 ⊥e2 . Da M alle N ∈ N enthält, ist M obere
S hranke von N . Das Lemma von Zorn garantiert die Existenz eines maximalen Elements
Mmax ∈ M. Dieses Mmax ist eine Orthonormalbasis. Wäre nämli h L(Mmax ) 6= H, so
⊥ mit ||f || = 1 gemäÿ dem Projektionssatz. D.h. M
gäbe es ein f ∈ L(Mmax )
max ∪ {f }
wäre ein gröÿeres Orthonormalsystem von H im Widerspru h zur Maximalität von Mmax .
Sei

M

die Menge aller Orthonormalsysteme von

X.

Sei 

In Kurzform:

• M := {M | M

Orthonormalsystem von

• N :⊆ M ∧ N totalgeordnet 
S 


N
⊆: M ⇒ M obere
N ⊆M

X} halbgeordnet

S hranke von

bzgl.  ⊆

N,

denn

∀ e1 , e2 ∈ M ∃ N1 , N2 ∈ N : (e1 ∈ N1 ∧ e2 ∈ N2 ) ∧ (N1 ⊆ N2 ∨ N2 ⊆ N1 )
(da totalgeordnet) ⇒ e1 , e2 ∈ N1 ∨ e1 , e2 ∈ N2 ⇒ e1 ⊥e2

Lemma von Zorn

⇒ ∃ Mmax ∈ M : Mmax

maximal

• Mmax keine Orthonormalbasis ⇒ ∃ f ∈ L(Mmax )⊥ : Mmax ∪ {f }
⇒ Mmax ist Orthonormalbasis

9

Orthonormalsystem 

Satz (Projektionssatz)

Sei H ein Hilbertraum, T ein abges hlossener Teilraum. Dann lässt si h jedes x ∈ H
eindeutig in der Form x = y + z s hreiben mit y ∈ T , z ∈ T ⊥ .

Satz

Jedes Orthogonalsystem ist linear unabhängig.

Beweis.

Sei

E

eine beliebiges Orthogonalsystem und

Teilmenge. Dann ist oenbar
Ist

Pn

j=1 aj ej

Damit ist

= 0,

ǫ

eine endli he

so gilt

2

X
n
X

n

|aj |2
aj ej =
0 =

j=1
j=1

aj = 0

ǫ = {e1 , . . . , en } ⊆ E

eine orthogonale Teilmenge.

für alle

j.

aj ∈ K

(Körper des Vektorraumes)

Da die Teilmenge beliebig gewählt wurde, gilt diese Aussage

für alle Elemente des Orthogonalsystems.

Satz

1. Ist X ein Prähilbertraum, so ist jede Orthonormalbasis ein maximales Orthonormalsystem.
2. Ist H ein Hilbertraum, so ist jedes maximale Orthonormalsystem E ⊆ H eine Orthonormalbasis.

Beweis.

1. Sei

e⊥L(X)

im Widerspru h zu

E

eine Orthonormalbasis. Wäre

L(E) = X,

E

e ∈ X mit
X, das ni ht

ni ht maximal, so gäbe es ein

denn dann gäbe es ein Element in

dur h eine endli he Linearkombination mit Elementen aus

E

beliebig genau approximiert

werden könnte.

E ⊆ H ein maximales Orthonormalsystem.
E ni ht total, also L(E) 6= H, ist E ⊥ 6= {0} na h dem Projektionssatz, denn
H = L(E) ⊕ E ⊥ . Es gäbe also ein e ∈ H mit ||e|| = 1, da ein Hilbertraum vollständig
ist, wobei e⊥E. Dies stände im Widerspru h zur Maximalität von E .

2. Sei
Wäre

10

Satz

Alle Orthonormalbasen eines Prähilbertraumes X haben dieselbe Mä htigkeit.
Die Mä htigkeit der Orthonormalbasis deniert dabei die Dimension von X.

Beweis.

Seien M1 , M2 Orthonormalbasen vom m − dimensionalen X.
|M1 | = m < ∞, so ist au h |M2 | = m. Denn wäre z.B. |M2 | < m, so wäre
dim L(M2 ) < dim(X), also L(M2 ) 6= X. Also müsste es ein e ∈ X geben, sodass M2 ∪ {e}

Ist

linear unabhängig wäre. Da aber jede Orthonormalbasis ein maximales Orthonormalsystem und jedes Orthonormalsystem linear unabhängig ist, kann

M2

keine Orthonormal-

basis sein.
Der interessantere Fall ist also

|M1 | ≥ |N|.

Man sollte im Folgenden im Kopf behal-

ten, dass eine (maximal) abzählbare Vereinigung (maximal) abzählbarer Mengen wieder
abzählbar ist. Für alle

e ∈ M1

sei

K(e) := {ε ∈ M2 | he, εi 6= 0} =

[

n∈N
Nun ist
müsste

|K(e)| ≤ |N|. Beweis:
|M2 | > |N| gelten.

Damit

1
ε ∈ M2 | |he, εi| >
n
2

|K(e)| > |N| 

⊆ M2

in Frage kommen könnte,

e ∈ M1 für das |K(e)| > |N| gälte. Dann müsste es
K(e) au h
n ein m ∈ N geben, füro wel hes na h der Bessels hen
2
1
Menge L := ε ∈ M2 | |he, εi| >
m ⊆ K(e) gälte

Angenommen es gäbe dann ein
na h obiger Denition für
Unglei hung für eine

||e||2 ≥

X

|he, εi|2 >

ε∈L

Ist

L

nun keine endli he Menge, so ist

||e||2 ≥ ∞

P

X 1
m
ε∈L

1
ε∈M2 m

(Denn

≥ ∞,

||e|| = 1

per Denition)

K(e) eine hö hstens abzählbare Vereinigung
|K(e)| ≤ |N|.
S
S
Weiter ist M2 =
K(e),
e∈M1 K(e). Wäre ε ∈ M2 \
Totalität von M1 .

Damit ist

also

endli her Mengen und
wäre

ε⊥M1

Also:

|M2 | ≤

X

|K(e)| ≤ |M1 | |N| ≤ |M1 |

e∈M1
Analog erhält man

|M1 | ≤ |M2 |.

Also gilt insgesamt

11

|M1 | = |M2 |.

im Widerspru h zur

Satz (Parsevals he Glei hung)

Sei E = {eα | α ∈ A} ein Orthonormalsystem im Prähilbertraum X. Dann ist E genau
dann eine Orthonormalbasis, wenn gilt
E Orthonormalbasis ⇔ ∀ x ∈ X :

X

|hx, eα i|2 = ||x||2

α∈A

Es ist dann x = n∈A hx, eα i eα . Dabei sind hö hstens abzählbar viele Terme 6= 0 und
obige Summe für alle x abzählbar.
Auÿerdem stellt die Parsevals he Glei hung die allgemeinste Form des Satzes von Pythagoras dar.
P

Beweis. 
⇒ Sei

E

eine Orthonormalbasis und damit

L(E) = H.

Dann gilt

∀ f ∈ H, ε > 0 ∃ n ∈ N, α1 , . . . , αn ∈ A, c1 , . . . , cn ∈ C :
Mit dem obigen Lemma folgt daraus

0 ≤ ||f ||2 −

X

2

n
X

f −
cj eαj < ε

j=1

|hf, eα i|2

a∈A
n
X

2
f, eα 2
≤ ||f || −
j

j=1

2
2

n
n
X
X

cj eαj < ε
f, eαj eαj ≤ f −
= f −

j=1
j=1

Dann gilt

||f ||2 =

X

f, eα 2
j

α∈A 
⇐ Sei

f ∈X

und

(αj )

eine Folge von

α

mit

hf, eα i 6= 0.

Dann gilt

2

n
n
X
X

n→∞
= ||f ||2 −
f −
|hf, eα i|2 → 0
f,
e
e
α
α
j
j

j=1
j=1
12

Dann ist

f ∈ L(M ). Da das f

beliebig gewählt wurde, ist

E

eine Orthonormalbasis.

Auÿerdem folgt

f=


X

j=1

X

f, eαj eαj =
hf, eα i eα
α∈A

Bemerkung

(Zusammenfassung der Kriterien für eine Orthonormalbasis). Na h den
oben gegebenen Sätzen sind also folgende Kriterien für das Vorliegen einer Orthonormalbasis äquivalent (mit den gegebenfalls vorliegenden Eins hränkungen):
Für ein Orthonormalsystem B ⊆ X gilt:

1. L(B) = X
2. ∀ x ∈ X :

P

β∈B

|hx, eβ i|2 = ||x||2

3. ( ∀ e ∈ B : he, xi = 0) ⇔ x = 0
(folgt daraus, dass eine Orthonormalbasis ein maximales Orthonormalsystem ist)
4. H Hilbertraum ⇒ (B maximales Orthonormalsystem ⇔ B Orthonormalbasis)
Auÿerdem muss zumindest eine Orthonormalbasis existieren, wenn X separabel ist.

Denition.

Ist

(en )

eine orthonormale Folge in einem Hilbertraum

x ∈ H,
hx, en i

der

n-te Fourierkoezient

Auÿerdem ist die Reihe

X

hx, en i en

die

Fourierreihe

n

von

x

unter Betra htung der orthonormalen Folge

13

(en ).

H,

dann ist für alle

5 Klassizierung von Hilberträumen
Satz

Ein separabler Prähilbertraum X ist genau dann unendli hdimensional, wenn eine Orthonormalbasis mit abzählbar unendli h vielen Elementen existiert. Dann enthält jede
Orthonormalbasis von X genau abzählbar unendli h viele Elemente.

Satz

Es gibt Hilberträume beliebiger Dimension. Ist A eine Menge mit vorgegebener Mä htigkeit, so hat l 2 (A) die Dimension |A|.

Satz (Isomorphie zum l 2 )

Gibt es eine Orthonormalbasis zu einem Hilbertraum H, so ist H isomorph zu

14

l

2.

Literatur
[Young88℄ An introdu tion to Hilbert spa e, N.Young, 1988
[Weidm00℄ Lineare Operatoren in Hilberträumen. Teil 1. Mathematis he Leitfäden,
J. Weidmann, B.G. Teubner, Stuttgart (2000)
[Weidm76℄ Lineare Operatoren in Hilberträumen,
J. Weidmann, B. G. Teubner Stuttgart (1976)
[DWern07℄ Funktionalanalysis,
Dirk Werner, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2007

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