Vincentian Family Office ● Bureau de la Famillie Vincentienne ● Oficina de la Familia Vicenciana

Rom, am19.September 2016

FEST DES HEILIGEN VINZENZ VON PAUL
Liebe Mitglieder der vinzentinischen Familie
Die Gnade und der Friede Jesu seien immer mit uns!
Mit großer Freude und mit Dank an jeden und jede von Ihnen, die Sie im
Dienste „unserer Herren und Meister“ überall auf der Welt stehen, schreibe ich Ihnen
diesen ersten Brief als Generalsuperior. Ich möchte meinen tiefen Dank und meine
Bewunderung für Sie alle ausdrücken, die Sie bis an die entlegensten Winkel des
Erdkreises als Zeugen der Liebe Jesu leben und den Armen dienen! Wir alle sind
Diener/innen und es ist wunderbar zu wissen, dass wir bei diesem Dienst nie allein
sind. Jesus, unsere Mutter Maria, der heilige Vinzenz, die heilige Luise und alle
übrigen Seligen und Heiligen der vinzentinischen Familie begleiten uns auf unserem
Weg.
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Pater Gregory Gay, CM, unserem
General-superior während 12 Jahren, und allen anderen Mitgliedern und
Verantwortlichen der vinzentinischen Familie auf internationaler, nationaler und
lokaler Ebene zu danken, die unermüdlich und mit viel Begeisterung und Hingabe in
den verflossenen Jahren gedient haben, um den Armen mit Liebe und wirksam die
Frohe Botschaft zu verkünden.
Ich nutze diese Gelegenheit auch, um Ihnen allen, Mitglieder der
verschiedenen Zweige der vinzentinischen Familie, die Sie mir anlässlich meiner Wahl
zum Generalsuperior Ihre herzlichen Wünsche geschickt und mich Ihres treuen
Gebetes versichert haben, meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Weil es für mich
unmöglich ist, allen persönlich zu danken, bitte ich Sie, mir zu glauben, dass Sie mit
diesen Dankesworten persönlich gemeint sind, und ich versichere Sie meines
täglichen Gebetes.
Die Vorsehung schenkt uns mit dem 400. Gedenkjahr (1617-2017) unserer
gemeinsamen vinzentinischen Spiritualität und unseres gemeinsamen Charismas eine
ganz „besondere Gnade“. Viele von Ihnen haben schon eine intensive Planung
unternommen, um unsere vinzentinische Spiritualität und unser Charisma auf lokaler,
nationaler und internationaler Ebene zu teilen und andere zu ermutigen, den gleichen
Weg zu gehen. Ich lade alle ein, weiterhin nachzudenken, wie man diese besondere
Zeit der Gnade am besten mit anderen gestalten und leben kann.
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Die Devise der gesamten vinzentinischen Familie für 2017 soll alles erklären:
„Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen…“ (Mt 25,35). Wenn unser Blick auf
unsere Brüder und Schwestern gerichtet ist, namentlich auf die Verlassensten und auf
jene, um die sich niemand kümmert, dann können wir sicher sein, dass unser
Überlegen, unser Planen und unser Handeln sich in die richtige Richtung bewegen;
wir müssen immerhin den ersten Schritt wagen. Das Fest des heiligen Vinzenz von
Paul gibt uns eine neue Gelegenheit, auf die Beweggründe und die Art und Weise der
Überlegung, der Planung und des Handelns des heiligen Vinzenz zu schauen.
Der Theologe Karl Rahner hat gegen Ende des 20. Jahrhunderts folgende
prophetische Worte gesagt: „Die Christen des 21. Jahrhunderts werden Mystiker sein,
oder sie werden nicht mehr sein.“ Warum können wir vom heiligen Vinzenz von Paul
sagen, dass er ein „Mystiker der Nächstenliebe“ war?
Ich möchte jeden und jede von uns einladen, ausgehend von der folgenden
Frage persönlich und als Gruppe zu überlegen, zu planen und zu handeln:

Warum und wie kann ich Vinzenz als Mystiker der Nächstenliebe beschreiben?
Ich habe drei unserer Mitbrüder, die über dieses Thema in der Vergangenheit
nachgedacht und geschrieben haben, gebeten, mit uns eine kurze persönliche
Überlegung zu teilen. Mögen diese Gedanken uns helfen, unsere eigenen zu
erneuern und zu vertiefen.

1) Pater Hugh O'Donnell, CM
Wir alle wissen, dass Vinzenz ein aktiver Mensch war, und deshalb könnten wir
überrascht sein, ihn als Mystiker hinzustellen. Tatsächlich aber war seine mystische
Erfahrung von der Dreifaltigkeit und insbesondere von der Menschwerdung der
Grund für sein ganzes Handeln für die Armen. Henri Brémond, ein angesehener
Historiker der französischen Schule der Spiritualität, war der erste, der unsere
Aufmerksamkeit darauf gelenkt hat. Er sagte: „… Die Mystik (des Vinzenz) war es, die
uns den größten Tatmenschen geschenkt hat.“ Und später nannten André Dodin und
José María Ibañez Vinzenz einen „Mystiker der Tat“. Giuseppe Toscani, CM, verband
Mystik und Aktion und er stieß ins Zentrum der Frage vor, da er ihn einen „Mystiker
der Nächstenliebe“ nannte. Vinzenz hat in einem Jahrhundert der Mystik gelebt, aber
er war ein hervorragender Mystiker der Nächstenliebe.
Mystiker sein, setzt eine Erfahrung voraus, die Erfahrung mit dem Mysterium.
Für Vinzenz war es eine tiefe Kenntnis des Geheimnisses der Liebe Gottes. Wir wissen,
dass die Geheimnisse der Dreifaltigkeit und der Menschwerdung die Herzmitte seines
Lebens waren. Die Erfahrung mit der allumfassenden Liebe der Dreifaltigkeit für die
Welt, die vorbehaltlose Liebe, mit der das menschgewordene Wort jeden Menschen
umarmt und formt, entfacht seine Liebe für die Welt, und für alle, besonders für die
bedürftigen Brüder und Schwestern. Er sah die Welt mit den Augen des Vaters (Abba)
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und mit den Augen Jesu, und er nahm alle mit einer bedingungslosen Liebe, mit
Wärme und in der Kraft des Heiligen Geistes auf.
Die Mystik von Vinzenz war die Quelle seines apostolischen Wirkens. Das
Geheimnis der Liebe Gottes und das Geheimnis der Armen waren die beiden Pole
der dynamischen Liebe von Vinzenz. Aber sein Weg hatte noch eine dritte Dimension,
nämlich die Art und Weise, die Zeit zu sehen. Die Zeit war das Mittel, durch das die
Vorsehung Gottes sich ihm kundtat. Er handelte in Übereinstimmung mit der Zeit
Gottes und nicht nach seinem eigenen Rhythmus. „Tun wir das Gute, das zu tun sich
uns anbietet“, riet er. „Laufen wir der Vorsehung nicht voraus.“
Ein weiterer Aspekt der Zeit war bei Vinzenz die Gegenwart Gottes hier und
jetzt. – „Gott ist hier!“ (Einfluss von Ruysbroek). Gott ist hier in der Zeit. Gott ist hier in
den Menschen, in den Ereignissen, in den Umständen, in den Armen. Gott spricht jetzt
zu uns, in und durch sie. Vinzenz war ein Mensch, der im besten Sinn ganz in seine Zeit
eintauchte. Er folgte Schritt für Schritt der Führung der Vorsehung. Er besaß keinen
persönlichen Terminkalender und auch keine Ideologie. Er brauchte Jahrzehnte, um
zu einer solchen inneren Freiheit zu gelangen. Das ist der Grund, warum der Weg des
Vinzenz zu Heiligkeit und Freiheit (1600-1625) der Schlüssel ist, um die tägliche
Dynamik des Apostels der Nächstenliebe zu verstehen.

2) Pater Robert Maloney, CM
Wenn wir von den Mystikern sprechen, denken wir für gewöhnlich an
Menschen, die außergewöhnliche religiöse Erfahrungen haben. Ihre Gottsuche geht
von einer aktiven Suche über zu einer passiven Gegenwart. Sie beten, wie der heilige
Paulus der Kirche von Rom sagt, „mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen
können“ (Röm 8,26). Die Mystiker haben Momente der Ekstase, wenn sie sich in Gott
verlieren, „ob im Leib oder ohne den Leib? Ich weiß es nicht“, wie der heilige Paulus
im 2. Brief an die Korinther (12, 3) sagt. Manchmal haben sie Visionen und
Privatoffenbarungen. Sie versuchen mühsam, den anderen ihre intensiven Momente
der Erleuchtung und die schmerzlichen ihrer Dunkelheiten zu schildern. Der heilige
Vinzenz war mit den Schriften der Mystiker, etwa der heiligen Theresia von Avila oder
dem heiligen Johannes vom Kreuz, vertraut. Obgleich er für gewöhnlich vorsichtig
war gegenüber merkwürdigen geistlichen Phänomenen, bewunderte er Madame
Acarie, eine der berühmtesten Mystikerinnen ihrer Zeit, die in ihren ersten Jahren in
Paris gelebt hatte.
Die Mystik des Vinzenz war total anders. Er fand Gott in den Menschen und in
den Ereignissen. Seine „Visionen“ waren tief christologisch. Er hat Christus im Antlitz
der Armen gesehen. Ein traditionell jesuitischer Ausdruck, der in den vinzentinischen
Dokumenten populär geworden ist, war: „ein Kontemplativer im Tun sein“. Christus
führt ihn zu den Armen und die Armen führen ihn zu Christus. Wenn er von den
Armen sprach und wenn er von Christus sprach, waren seine Worte oft schwärmerisch.
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Zu seinen Priestern und Brüdern sagte er: „Wenn man unseren Herrn fragt: Warum bist
du auf die Erde gekommen? – Um den Armen zu helfen. – Und warum noch? – Um den
Armen zu helfen…usw.“ In seiner Gesellschaft gab es nur Arme, und so sind auch wir
nur in sehr beschränktem Maß in den Städten tätig: er verkehrte fast immer nur mit den
Leuten in den Dörfern und unterwies sie. Sind wir also nicht sehr glücklich, in der
Mission das zu tun, was auch Gott getan hat, als er Mensch wurde? Und wenn man
einen Missionar fragen sollte, wäre es für ihn nicht eine Ehre, wenn er mit unserem
Herrn sagen könnte: Misit me evangelizare pauperibus?“ (Coste XI,108). Wenn er von
Christus sprach, war er manchmal ganz hingerissen. 1655 rief er aus: „Bitten wir Gott,
er möge der Genossenschaft diesen Geist, dieses Herz geben, dieses Herz, das uns
heißt, überall hinzugehen, dieses Herz des Sohnes Gottes, dieses Herz unseres Herrn,
dieses Herz unseres Herrn, dieses Herz unseres Herrn, das uns fähig macht,
hinzugehen, wohin gegangen wäre … Er sendet uns aus wie sie (die Apostel), um das
Feuer überall hinzutragen, dieses göttliche Feuer, dieses Feuer der Liebe…“ (Coste XI,
291).
Für Vinzenz waren beide Dimensionen der Spiritualität, die horizontale und
vertikale, unbedingt notwendig. Er war der Meinung, Christusliebe und Armenliebe
seien nicht voneinander zu trennen. Er ermahnte seine Anhänger immerfort, nicht nur
zu handeln, sondern auch zu beten, und nicht nur zu beten, sondern auch zu handeln:
Als ein Mitbruder einwandte: „Aber, mein Herr, es gibt so viel zu tun, so viele
Geschäfte im Haus und so viel Arbeit in der Stadt und auf dem Land! Überall gibt es
Arbeit; muss man also das alles aufgeben, um nur an Gott zu denken?“ antwortete er
mit Nachdruck: „Nein, aber wir müssen diese Beschäftigungen heiligen, indem wir
Gott darin suchen und sie so verrichten, dass wir ihn dort finden, und nicht so sehr, um
sie nur verrichtet zu haben. Unser Herr will, dass wir vor allem seine Ehre, sein Reich,
seine Gerechtigkeit suchen und indem wir das tun, legen wir uns aus der Sicht Gottes,
unseres höchsten Herrn, ein Kapital an für unser inneres Leben, den Glauben, das
Vertrauen, die Liebe, die geistlichen Übungen, die Betrachtung, die Zerknirschung, die
Demütigungen, die Arbeit und die Mühen! Könnten wir ihm doch ständig Opfer des
Dienstes darbringen und die Wünsche, seiner Güte Königreiche anzubieten, Gnaden
seiner Kirche und Tugenden der Genossenschaft. Wenn wir fest entschlossen sind,
Gottes Ehre zu suchen, können wir sicher sein, dass der Rest sich einstellen wird“ (Coste
XII, 132).
In einem revolutionären Werk von 11 Bänden, die vor zirka einem Jahrhundert
veröffentlicht wurden, hat Henri Brémond die Zeit des heiligen Vinzenz als eine Ära
der „mystischen Suche“ beschrieben. Als Zusammenfassung eines bedeutsamen
Kapitels über Vinzenz schrieb er: „Die Mystik hat uns den größten unserer Menschen
der Tat geschenkt“ (Histoire littéraire du sentiment religieux en France, III - la conquête
mystique (Paris, 1921), S. 257).

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3) Pater Thomas McKenna, CM
Um diesen Titel gut zu verwenden, muss der Begriff „Mystik“ in seiner
allgemeinen Bedeutung verstanden werden. Gemeinhin trifft dieses Wort auf einen
Menschen mit einer mehr oder weniger „direkten“, meist unerwarteten
Gotteserfahrung zu (Visionen, Stimmen, Ahnungen, Geräusche). Die Literatur über die
Mystik beschreibt Erfahrungen wie die Extasen, in den „dritten Himmel“ versetzt
werden, außer sich geraten und in das Geheimnis, das Gott ist, „versunken sein“ (zum
Beispiel in einen Abgrund, in einen Ozean, in den Erdboden). Sein Vokabular ist
unterschiedlich, z. B. tiefer in die inneren Wohnungen eindringen, aktive und passive
Kontemplation, Momente der Läuterung, der Erleuchtung, der Einung, über sich
hinaus, dunkle Nacht und blendende Finsternis. Die Sprache aber, in der Vinzenz eine
religiöse Erfahrung ausgedrückt hat, war recht einfach und direkt, und es deutet auch
nichts in seinem Leben auf Ereignisse dieser Art hin.
Aber der Begriff Mystik kann auch im weiteren Sinn verwendet werden, das
heißt, er könnte sich auf jemanden beziehen, der Kontakt mit dem Heiligen erlebt und
gespürt hat, und der durch einen Dienst am Nächsten darauf geantwortet hat. Vinzenz
kann in diesem weiteren Sinn als ein Mystiker betrachtet werden.
Der umfassendere Sinn könnte so verdeutlicht werden. Ein Mystiker ist jemand,
der zuhört und sich von der Liebe Gottes zur Schöpfung ergreifen lässt und es sich zur
Pflicht macht, diese Liebe in der Welt anzuerkennen und sie in sie hineinzutragen. Für
Vinzenz zeigt sich diese Liebe zu Gott (oder besser „die Tatsache zu lieben“)
besonders in der Liebe zu den Menschen, die arm und ausgegrenzt sind. Er erkennt in
ihnen privilegierte Träger der Liebe Gottes und die, die es verdienen, dass sie in erster
Linie ihnen zuteilwird. Und das hat er getan, indem er die Frohe Botschaft von dieser
Liebe wirklich den Armen brachte.
So wie der Text eines Liedes die tiefe Schönheit einer Melodie unterstreichen
kann, so haben die Worte des Jesaja, die Jesus bei Lukas, 4. Kapitel, gesagt hat, in der
Gotteserfahrung des heiligen Vinzenz einen besonderen Widerhall gefunden. Jesus
verkündet hier nicht nur seine vom Vater übertragene Mission, sondern auch seine
eigene Erfahrung mit seinem „Abba“ als Liebe zur Welt, besonders als Liebe zu den
Hilflosen: „Ich wurde gesandt, um den Armen die Frohe Botschaft zu verkünden.“ Um
es anders zu sagen „das Feuer der Liebe (die „Tatsache zu lieben“) meines Vaters
lodert in mir; und diese Liebe drängt mich, sie der Welt, besonders den Armen, zu
bringen“. Ein anderer Vergleich: Vinzenz hat diese Worte als die Worte der Melodie
erkannt, die in ihm ein tiefes Echo hervorgerufen haben. Es war als ob Vinzenz, da er
diesen Text in einem bestimmten Augenblick seines Lebens hört, in etwa sagen
würde: „Ah! Siehe da! Diese Worte drücken genau meine Erfahrung von der Liebe
Gottes aus und die Art, wie ich mein Leben als Antwort auf diese Liebe verbringen
und diese weitergeben möchte.“
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I
n einer weiteren Perspektive könnte man Vinzenz einen Mystiker „mit zwei
Linsen“ nennen. Anders gesagt: er sah (er machte die Erfahrung) denselben Gott
durch zwei verschiedene Linsen, und das gleichzeitig. Eine Linse war sein eigenes
Gebet; die andere war der Arme und die Welt, in der dieser lebte. Jede Sicht hat die
andere beeinflusst, die eine hat die Wahrnehmung der anderen vertieft und
verbessert. Vinzenz „hat die Liebe Gottes gesehen“ (und gespürt) in diesen beiden
Perspektiven gesehen und gleichzeitig energisch auf das Gesehene geantwortet.

Um die Richtung unserer Überlegung, unseres Planens und unseres Tuns als
Mitglieder der vinzentinischen Familie beizubehalten, um uns zu helfen, über Vinzenz
als Mystiker der Nächstenliebe nachzudenken, haben die vielen Kongregationen, die
Teil der vinzentinischen Familie sind oder künftig sein werden, ihre eigenen
Konstitutionen als ihre ersten und wichtigsten Quellen, und alle Zweige in ihrer
Gesamtheit haben die Schriften und Konferenzen des heiligen Vinzenz von Paul sowie
die Schriften und Konferenzen anderer Heiliger und Seliger der vinzentinischen
Familie zur Verfügung. Machen wir es uns zur Pflicht, diese Texte täglich zu lesen und
zu beten.
Mögen wir anlässlich des Festes des heiligen Vinzenz von Paul, das wir mit der
ganzen vinzentinischen Familie und mit vielen anderen Personen, Gruppen und
Organisationen und mit allen jenen feiern, die mit uns arbeiten und dienen, durch
diese „besondere Gnadenzeit“, die uns die Vorsehung dank des 400. Gedenkjahres
des Entstehens unserer Spiritualität und unseres gemeinsamen Charismas schenkt,
ermutigt werden.
Ich wünsche jedem und jeder von uns ein wunderschönes Fest. Hören wir nicht
auf, einander im Gebet zu tragen!

Ihr Bruder im heiligen Vinzenz

Tomaž Mavrič CM
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