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VERBINDUNGSSTELLE DER BUNDESLÄNDER
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VSt-7437/229
11. Mai 2016
Dr. Andreas Rosner
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E-Mail

Betrifft

Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen CETA und TTIP;
einheitliche Stellungnahme der Länder gemäß Art 23d Abs 2 B-VG;
Beschluss der Landeshauptleutekonferenz vom 11. Mai 2016

An die
Bundesregierung
z.H. Herrn Vizekanzler
Dr. Reinhold MITTERLEHNER
Ballhausplatz 2
1014 Wien

Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Die Länder haben am 5. Mai 2014 eine einheitliche Länderstellungnahme gemäß
Art 23d B–VG zu den Verhandlungen zur Transatlantischen Handels- und
Investitionspartnerschaft (TTIP) an den Bund gerichtet.
(VSt-7437/20 vom 5.5.2014)

Die Landeshauptleutekonferenz hat am 18. November 2014 in Klagenfurt diese
Thematik ebenfalls beraten und dazu einen Beschluss gefasst.
(VSt-7437/82 vom 19.11.2014)

Auf Grund der Aktualität der Thematik befasste sich die Landeshauptleutekonferenz
in ihrer Tagung am 11. Mai 2016 neuerlich mit dieser Frage und fasste dazu
folgenden Beschluss, der gleichzeitig als einheitliche Stellungnahme der Länder
gemäß Art 23d Abs 2 B-VG gilt:

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1. Die Länder bekräftigen ihre einheitliche Stellungnahme gemäß Art 23d Abs
2 B-VG vom Mai 2014 zu TTIP sowie den Beschluss der
Landeshauptleutekonferenz vom November 2014
a) Die Verhandlungen sind transparent zu führen und die Bundesländer von
Beginn an umfassend zu informieren.
b) Die bestehenden hohen Qualitätsstandards (etwa für Produktsicherheit,
Daten-, Verbraucher-, Gesundheits-, Umwelt- und Tierschutz) müssen
aufrecht erhalten bleiben.
c) Die Möglichkeit von Schiedsverfahren gegen Staaten (sog. ISDSKlauseln) ist nicht vorzusehen.
d) Freihandelsabkommen sind als gemischte Abkommen abzuschließen
und bedürfen daher zu ihrer Wirksamkeit auch der Genehmigung durch die
nationalen Parlamente.
und erstrecken ihre Forderungen, soweit sie sich nur auf TTIP bezogen
haben, auch auf CETA.
2. Die Länder fordern den Bund auf,
a) im Sinne des Beschlusses vom 5. Mai 2014 der
Landeshauptleutekonferenz eine umfassende Information über den Stand
der Verhandlungen zu TTIP/CETA umgehend zu übermitteln,
b) sich dafür einzusetzen, dass im Rat keine vorläufige Anwendung von
CETA oder TTIP beschlossen wird,
c) sich dafür einzusetzen, dass Bestimmungen zur regulatorischen
Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA weder
Rechtsetzungsbefugnisse noch Beschränkungen oder Änderungen von in
demokratischen Entscheidungsprozessen beschlossenen Regeln
beinhalten dürfen,
d) sich dafür einzusetzen, dass Harmonisierungen und wechselseitige
Anerkennungen auf Basis des Vorsorgeprinzips und unter Einbeziehung
der Legislative erfolgen und
e) dem Abschluss von CETA und TTIP im Rat nicht zuzustimmen, solange
nicht die Forderungen dieses Beschlusses, der gleichzeitig als einheitliche
Stellungnahme gemäß Art 23d Abs 2 B-VG gilt, erfüllt sind.
Die Verbindungsstelle der Bundesländer legt diesen Beschluss Ihnen, sehr geehrter
Herr Vizekanzler, mit dem Ersuchen um Berücksichtigung vor und informiert davon
das Bundeskanzleramt-Verfassungsdienst und das Bundesministerium für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Der Leiter der Verbindungsstelle

Dr. Andreas Rosner

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VSt-7437/229
Betrifft

Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen CETA und TTIP;
einheitliche Stellungnahme der Länder gemäß Art 23d Abs 2 B-VG;
Beschluss der Landeshauptleutekonferenz vom 11. Mai 2016

Herrn
Landeshauptmann Hans NIESSL, Eisenstadt
Landeshauptmann Mag. Dr. Peter KAISER, Klagenfurt
Landeshauptmann Dr. Erwin PRÖLL, St. Pölten
Landeshauptmann Dr. Josef PÜHRINGER, Linz
Landeshauptmann Dr. Wilfried HASLAUER, Salzburg
Landeshauptmann Hermann SCHÜTZENHÖFER, Graz
Landeshauptmann Günther PLATTER, Innsbruck
Landeshauptmann Mag. Markus WALLNER, Bregenz
Landeshauptmann Dr. Michael HÄUPL, Wien
An den
Herrn Landesamtsdirektor
von
Burgenland
Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien

E-Mail

Die Verbindungsstelle ersucht unter Bezugnahme auf TOP 18 der Tagung der
Landeshauptleutekonferenz am 11. Mai 2016 um Kenntnisnahme.

Der Leiter
Dr. Andreas Rosner