BEISPIELAUFGABE: BETONMISCHUNG

ETH ZÜRICH
INSTITUT FÜR BAUSTOFFE
VORLESUNG WERKSTOFFE I
FS 2010

Carsten Rieger
HIF E 17.2
Tel.: 044 633 3499
crieger@ethz.ch

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• Zuschläge: gebrochene Zuschläge.1 M% des Zementgehaltes – Maximaldosierung: 1.1 1. Aufgabenstellung 1.2.2 ETH ZÜRICH INSTITUT FÜR BAUSTOFFE VORLESUNG WERKSTOFFE I FS 2010 1.1.1 9.4 52.3. Die Brücke wird zusammen mit einem Tunnel gebaut.8 100 0.5 M% des Zementgehaltes – Maximaldosierung: 2.2 13. ausgesiebt in div. weisen sie eine mittlere Feuchte von 1.1 0.0 M% des Zementgehaltes • Luftporenbildner: – 1 M% des Zementgehaltes resultiert mit einem Luftporengehalt von 10.2 97.0 3. das Aubruchmaterial aus dem Tunnel als Zuschlag für den Beton zu benutzen. • Zement: CEM I. 1.2 1.9 97.5 1 2 4 8 16 32 15 35.3 0.2 2. deshalb ist es möglich.5 1. Tabelle 1. • Erforderliche Festigkeit: C40/50 • Minimaler Bewehrungsabstand: 100mm • Minimale Betonüberdeckung: 40mm • Maximaler Zementgehalt: 380kg/m3 1.4 100 • Fliessmittel: – 1 M% des Zementgehaltes reduziert den Wasseranspruch der Mischung um 30% (Dichte: 1100kg/m3 ) – Minimaldosierung: 0.1 0.1 100 100 100 100 7.125 0. Situation auf der Baustelle.2 0.25 0. aller Festigkeitsklassen (Dichte: 3100kg/m3 ) • Zuschläge: gebrochenene Zuschläge.4 0.2 1.1 0. Konsistenz: plastisch 1. Vorversuche haben die Eignung des Materials bestätigt.1 0.8 54.1 0.5 M% des Zementgehaltes . Allgemeines. Ein Mischungsentwurf für eine Bodenplatte für eine Autobahnbrücke im Kanton Uri soll erstellt werden.9 100 100 0.4 100 100 100 0.1 0.0 9.9 79. Siebfraktionen der Zuschläge Sieb 0-2 2-4 4-8 8-16 16-32 0.3 87.2 1.9 67.4.5 M% auf. 32mm Grösstkorn • Einbaumethode: Betonkübel.1 98.5 % (Dichte: 1100kg/m3 ) – Minimaldosierung: 0.8 75. Zur Verfügung stehende Ausgangsmaterialien. Angaben des planenden Ingenieurs. da die Zuschläge im Freien gelagert wurden. Fraktionen (Dichte: 2650kg/m3 ).

45 Mindestdruckfestigkeitsklasse: C30/37 Mindestzementgehalt: 340kg/m3 Mindestluftporengehalt: 4. die Sprühnebel oder Spritzwasser und Frost ausgesetzt sind Für diese Expositionsklasse gelten folgende Randbedingungen: • • • • • Maximaler w/z-Wert: 0. mit Taumittel Beispiele von Bauteilen: Brückenplatten. Die Expositionsklasse wird nach SIA 262 bestimmt.5.0% • Maximaler w/z-Wert: 0.0% Gesteinskörnung mit ausreichendem Frost.BEISPIELAUFGABE: BETONMISCHUNG 3 1. Expositionsklasse.und Taumittelwiderstand 1.5% . Zusammenfasung der Randbedingungen. • Geforderte Festigkeit: C40/50 • Mindestzementgehalt: 340kg/m3 • Maximaler Zementgehalt: 380kg/m3 • Minimaler Luftporengehalt: 4. Oberflächen. Im oben beschriebenen Fall ist folgende Expositionsklasse zutreffend: XF4 Umwelteinflüsse: hohe Wassersättigung.6. die Taumitteln ausgesetzt sind.45 • Konsistenz: plastisch • Kornverteilung: nach Fuller • Grösstkorn D: 32mm • Zuschlagsfeuchte: 1.

4 0.5 0.35 0.45 0. .5 50 40 30 0.6 0.4 ETH ZÜRICH INSTITUT FÜR BAUSTOFFE VORLESUNG WERKSTOFFE I FS 2010 2. Bei C40/50 bedeutet 40 der Mindestwert der Zylinderdruckfestigkeit und 50 der Mindestwert der Würfeldruckfestigkeit (falls nur eine Druckfestigkeit angegeben wird. dass Betone mit niedrigerem w/z-Wert schlechter verarbeitbar sind und dass Zemente mit höherer Normfestigkeit nach 28 Tagen wegen ihrer höheren Mahlfeinheit teurer sind.5 32.5 42. Bestimmung der Zementsorte und des w/z-Wertes Würfeldruckfestigkeit (MPa) Die Druckfestigkeit ist abhängig von der Zementsorte und vom w/z-Wert.und Zylinderfestigkeit unterscheiden!) • einen möglichen Punkt im verbleibenden Teil des Diagramms suchen Dabei ist zu beachten. 60 52. ist die Zylinderdruckfestigkeit gemeint).55 0.65 w/z-Wert Vorgehensweise: • maximalen w/z-Wert einzeichnen • minimale Festigkeit einzeichnen (Achtung: Würfel. Diese Abhängigkeiten sind im folgenden Diagramm dargestellt.

Bestimmung des Wasseranspruches der Mischung Dazu wird die Körnungsziffer der Zuschläge bestimmt.5 Daraus ergibt sich die Körnungsziffer zu: P R 451. Nach Fuller gewichtete Siebfraktionen der Zuschläge Sieb 0-2 2-4 4-8 8-16 16-32 S R Fuller 0. Tabelle 3.7 0.2 0.7 7. Dabei wird die Fraktion 0.9 13.8 73.9 20. Aus diesen Werten werden dann die Summe (S) und die Summer der Rückstände (R=100-S) berechnet. Diese Zahl dient als Anhaltspunkt für die Bestimmung der zu benetzenden Oberfläche der Mischung.5 20.1 0 89.4 5.1 8.4 8 50.6 19.4 1.6 0 0.5 1 2 4 25 8. . r d mit D = 32mm F = 100 ∗ D Tabelle 2.125 nicht berücksichtigt.0 25.9 8 16 32 25 25 25 10.2 0.2 0.1 0.4 10.2 33.1 0.125 0.5 k= = = 4.7 0 2.2 0. da diese Fraktion zum Mehlkornanteil gezählt wird.515 100 100 Anhand der Körnungsziffer und der geforderten Konsistenz kann man nun den Wasseranspruch der Zuschläge mit folgendem Diagramm bestimmen.3 50.BEISPIELAUFGABE: BETONMISCHUNG 5 3.6 16 70.7 20.2 18.8 24. Die einzelnen Kornfraktionen der Zuschläge werden nun nach der Fullerverteilung gewichtet.4 29. Fullerverteilung Fraktion 0-2 2-4 4-8 8-16 16-32 Korngrösse d Fullerwert Fulleranteil 2 25.8 14.5 25 10.25 0.4 12.3 36.2 26.2 20.2 73 100 49.1 14.3 Die einzelnen Werte der gegebenen Verteilung der Zuschläge werden nun mit dem entsprechenden Fulleranteil multipliziert und in die Tabell unten eingetragen.8 29.4 10.3 10.6 1.0 14.4 10.8 66.1 0.7 63.0 4 35.3 0 0 0 0 0 100 10.6 14.4 80.8 27 0 P Die Summer der Rückstände ist R = 451.7 32 100 29.

5 Körnungsziffer k 6 Wie aus dem Diagramm ersichtlich liegt der Wasseranspruch für gebrochene Zuschläge über dem der runden Zuschläge. da gebrochene Zuschläge eine grössere mit Wasser zu benetzende Oberfläche aufweisen.ETH ZÜRICH INSTITUT FÜR BAUSTOFFE VORLESUNG WERKSTOFFE I FS 2010 Wasseranspruch (l/m3) 6 gebrochene Zuschläge (plastisch) runde Zuschläge (plastisch) 220 200 180 160 140 3 3.5 5 5. .5 4 4. Aus dem Diagramm geht ein Wasseranspruch: W=190l/m3 hervor.

29kg/m3 = 3.21kg/m3 Um den Mindestgehalt an Luftporen zu gewährleisten benötigen wir Luftporenbildner. Dazu benötigen wir die folgende Menge an Fliessmittel: 19.0kg/m3 sind muss die Menge an Fliessmittel der Zugabewassermenge angerechnet werden (EN 206). Entsprechend den Angaben des Herstellers benötigen wir: 4% LP B = = 0. 380kg/m3 !!! Z= ACHT U N G! Um den Zementgehalt zu senken und gleichzeitig die anderen Randbedingungen einzuhalten.65% ∗ 340kg/m3 = 2. 190 W = = 422.38 M% des Zementgehaltes an Luftporenbildner also: 0. Durch das Fliessmittel kann der Wasseranspruch gesenkt werden und bei gleichem w/z-Wert kann somit auch der Zementgehalt der Mischung gesenkt werden.45 Dies sind mehr als die max.65M % FM = 30%/M % Wir benötigen also 0.45 = 153kg/m3 Es ist also eine Reduktion der Zugabewassermenge um 153 = 19.5%/M % Wir benötigen also 0.BEISPIELAUFGABE: BETONMISCHUNG 7 4.2kg/m3 w/z 0.29kg/m3 Die Gesamtzusatzmittelmenge ergibt sich zu: ZMgesamt = F M + LP B = 2.38M % 10.38% ∗ 340kg/m3 = 1.5% = 0.65 M% des Zementgehaltes an Fliessmittel also: 0. Fliessmittel einzusetzen.21kg/m3 + 1. Um kosteneffektiv zu arbeiten. setzen wir den Mindestzementgehalt von 340kg/m3 an. Zmin = 340kg/m3 → Wmin = Zmin ∗ w/z = 340kg/m3 ∗ 0. . ist es möglich.5% 100% − 190 nötig.50kg/m3 Da dies mehr als 3. Bestimmen der Zementmenge und der Zusatzmitteldosierungen Aus dem Wasseranspruch kann nun über den w/z-Wert der Zementgehalt berechnet werden.

5% und 2.6976m3 3100 1000 1100 1000 Dies ergibt eine Masse an Zuschlägen für 1m3 Beton von: Amasse = Avolumen ∗ ρA = 0.6976m3 ∗ 2650kg/m3 = 1848.B.0 − − − − = 0. Bestimmung des Zuschlaganteils Den Anteil an Zuschlägen an der Mischung berechnet man mit der Stoffraumgleichung: 1m3 = Z W ZS ZM A + + + + +p ρA ρZ ρW ρZS ρZM dabei bedeuten: A: Zuschläge Z: Zement W: Wasser ZS: Zusatzstoffe (wie z.64kg Anmerkung: Normaler Beton hat auch ohne die Zugabe von Luftporenbildner einen Luftporengehalt zwischen 0. werden hier nicht benötigt) ZM: Zusatzmittel p: Luftporengehalt Daraus ergibt sich ein Volumenanteil an Zuschlägen von: 340 153 − 3.8 ETH ZÜRICH INSTITUT FÜR BAUSTOFFE VORLESUNG WERKSTOFFE I FS 2010 5. Flugasche oder Mikrosilika.5 40 Avolumen = 1.5 3.0%. .

73kg Zuschlagsf euchte = 1848.BEISPIELAUFGABE: BETONMISCHUNG 9 6.35kg Würde man die Zuschlagsfeuchte nicht berücksichtigen.73kg Zuschlagtrocken = 1848.15kg = 121.64kg ∗ = 28. Korrektur der Wassermenge infolge Zuschlagsfeuchte Von den berechneten 1848.64 kg + 28. Wkorr = 153kg − 3.15kgW asser Diese Wassermenge muss der berechneten Wassermenge angezogen werden.15kg Zuschlagtrocken 1820.15 w/z = = 0. würde sich der w/z-Wert und somit die Festigkeit verändern! 153 + 28.79kg ∗ 1. Es ergibt sich also: Zuschlagsf euchte = 1848.73kg = 1820. In den 1876.15 kg = 1876. Dies muss berücksichtigt werden.91kg Um auch tatsächlich die berechnete Menge an Zuschlägen in der Mischung zu erhalten.91kg Es ergibt sich also nun eine neue Zuschlagsmenge: 1848.5% = 27.5% = 28.53 340 .79 kg ist die folgende Menge Wasser enthalten: Wzuschlag = 1876. müssen wir die Zuschlagsmenge korrigieren.64 kg Zuschlägen sind 1. Korrekturmenge = Amasse ∗ 27.64kg ∗ 1.64kg − 27.5% Wasser.5kg − 28.79 kg.

Siebfraktionen der Zuschläge Bezeichnung Zement Wasser Zuschläge Zusatzmittel Luftporen Summe Masse [kg] Volumen [l] 340 109.5 kg/m3 – 8-16: 394.1 kg/m3 – 16-32: 544.64kg/m3 8.64 1000 Frischbetondichte : 2341.18 0 40 2341.35 + 28.64 697.7 kg/m3 – 4-8: 281.15 = 1848.68 121.29 kg/m3 – Zuschlagf eucht : 1876.6 3.3 kg/m3 .5 – w/z-Wert: 0.79 kg/m3 • Frischbetonrohdichte: 2341. Zusammenfassung der Mischung • Mischungseigenschaften: – Festigkeitsklasse: C40/50 – Zementart: CEM I 42.64 kg/m3 • Zuschlag in Fraktionen: – 0-2: 469. Berechnung der Frischbetonrohdichte Tabelle 4.15 = 149.5 149.10 ETH ZÜRICH INSTITUT FÜR BAUSTOFFE VORLESUNG WERKSTOFFE I FS 2010 7.28.5 3.79 .2 kg/m3 – 2-4: 187.5 1876.45 – Zuschlagsart: gebrochen – Konsistenz: plastisch – Luftporengehalt: 4% • Mischungszusammensetzung: – Zement: 340 kg/m3 – Wasser: 121.39 kg/m3 – Fliessmittel: 2.21 kg/m3 – Luftporenbildner: 1.