Eretz Israel – Zion Israel

Eine Gesellschaft ist immer nur das, was der Staat von sich zu sein behauptet.

Es war der jüdische Philosoph Martin Buber, der in der Zeit der Staatsgründung Israels mit seinen kritischen
Worten die geistigen Fundamente eines "Neuen Israels" beschrieb und die profunde Aussage hierbei machte:
"Als wir, Nachfolger des Judentums der Propheten, nach Palästina zurückkehrten ... zog es die Mehrheit des
jüdischen Volkes vor, von Hitler, denn von uns zu lernen." (Martin Buber, zu einem New York Publikum, Jewish
Newsletter, 2. Juni 1958)
Weiter sagte er bei einem anderen Anlass:
"Wir müssen die Realität sehen, dass Israel weder unschuldig noch erlöst worden ist. Und dass bei seiner
Entstehung und Expansion wir [dabei] als Juden das, was wir historisch erlitten haben, wiederum erzeugt haben,
nämlich eine Volk von Flüchtlingen in der Fremde." (Martin Buber; an die Adresse von Premierminister Ben
Gurion über den moralischen Character des Staates Israel hinsichtlich der arabischen Flüchtlinge, März 1949)
Es ist wohl so, daß die Konflikte und der permanente Krieg, die Siedlungs- und Apartheidspolitik in Israel gegen
das palästinensische Volk daher herrühren, daß die Definitionshoheit was der "Staat-Israel" sei, und welche
Agenda sie als Ziel eines Gemeinschaftswesens folgen soll, in korrumpierter Weise bewußt von den Zionisten
dekonstruiert wurde.
Wenn aber Martin Buber sich bei der Rückkehr des jüdischen Volkes aus dem Exil ins "Gelobte Land", nach
etwa zweitausend Jahren, sich als "Nachfolger des Judentums der Propheten" beruft, und das aktuelle Wesen
des Staates Israel mit erschütternder Feststellung als gescheitertes epochales historisches Projekt entlarvt, so
muß wohl die Vertreibung der Juden vor zweitausend Jahren aus Palästina durch die Römer im Jahre 70 n. Chr.
ebenso seinen Grund in der Verwerfung der Propheten des wahren Judentums durch die Israelis haben wenn
man die Aussagen so mancher Propheten in Betracht zieht. Die warnende Verkündigung der Propheten
erschallte damals mit den Worten:
"Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine
Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht
gewollt!" (Mth. 23,37)
Aber von solch einer Kritik gegen Israel will der heutige Jude nichts wissen, denn lapidar entgegnet er jedwede
Kritik als eine Form des "Antisemitismus". Das Abweisen jeder gerechtfertigten Kritik, insbesondere des
Kriegsverbrechens und bewußt siechend angelegten Völkermords an den Palästinensern, nennt man aber
Hochmut; daher lebt der Zion-Jude von heute in einer hermetisch abgeriegelten Spähre des Hochmuts. Und
hochmütig ist der Zion-Jude nicht nur gegen seine Mitmenschen (Palästinenser), die er gerne vertrieben und
vernichtet wissen will, sondern auch gegenüber seiner eigenen Religion, Kultur, Geschichte und vor allem
gegenüber seinen eigenen Gott (YHWH).
Daher dürfte es auch keinen vernünftigen Menschen überraschen, wenn der Zion-Jude seine eigens zu ihm
gesandten Propheten, wie den eines jüdischen Messias und unerbittlichen Kämpfers für Menschenrechte und
Versöhner des Menschengeschlechts, Jesus Christus, als ein "Hurensohn" bezeichnet, weil dieser durch die
Jungfrauengeburt, und eben daher ohne irdischen Vater gezeugt, aber metaphysisch durch göttliche Ordnung
und Kraft ins Leben erweckt wurde. In allen drei großen monotheistischen Weltreligionen, sowohl des
Judentums, Christentums und im Islam wird die Jungfrauengeburt als ein einmaliges historisches Ereignis von
den Gläubigen geglaubt und wahrgenommen.

Doch von diesen Feststellungen bleibt der Zion-Jude unbeeindruckt, denn er hat sich der totalen Säkularisation
einer modernen Gesellschaftsarchitektur ohne Geist und Geschichte, aber in "Matter", "Forme" und "Power"
bestehend, verschrieben.
Hierbei offenbart sich der Glaube eines Zion-Juden als totale Gottlosigkeit (von Gott Gelöstheit) ohne
Herkunfts- und Telosbewußtsein - und ist somit eine outopia, ein Nirgendwo in der Abgeschiedenheit von
gedachte Transzendenz und wahre gelebte humane Immanenz.
Wo aber die totale Entgötterung der irdischen und geistigen Welt einhergeht, werden schnell jene Ersatzgötter
implementiert, die als Surrogate die fehlenden Lücken mit Inhalt und Form füllen sollen. Der Gott des
modernen Zion-Juden manifestiert sich daher als eine rein irdisch-politische "Gottheit", die in der Form eines
"Zion-Staates" ihre legitime Stellung in der Welt finden will. Kurz gesagt: der Staat wird zum eigentlichen GOTT
erklärt, der den definitorischen Rahmen für eine indentitätsstiftende Konstante für das Selbstverständnis einer
Sozietät bereitstellen soll.
Von hier aus ist es dann nicht mehr fern zum hobbeschen Gesellschaftsgemälde, bei der der Staat zum
"sterblichen Gott" (LEVIATHAN) erklärt wird. Und eben dieser künstlicher Staat, ein artefaktisches Gebilde zum
Wohle einer herrschenden Elite, aber auch zum Unwohle jener, die als willkürlich Ausgegrenzte ohne Rechte
und Werte besitzend in die Peripherie der Existenz geschleudert werden, soll und kann nur in Form eines
totalitären Anspruchs auf Absolutismus ihre letztgültige Legitimität erfahren.
Und ganz gleich in welcher Form die gesellschaftlichen Verhältnisse sich gebärden - ob Monarchie, Demokratie,
Aristokratie, Plutokratie etc. - soll allein durch einen Übermächtigen Staat (Leviathan) konsolidiert werden.
Folglich soll eben diese Herrschaft der höchste Garant für den Erhalt des Friedens innerhalb einer von
konfliktgesteigerten Gesellschaft, dessen Interessenpluralismus das Matrix eines Naturzustandes bildet, und im
Interesse der Herrschenden negierend gedeutet wird, sein. Daher fordert der Überstaat von jedem einzelnen
Bürger, daß er seine persönliche Souveränität an den Staat abtreten soll; und wo es ihr nicht gelingt,
entmündigt sie ihn durch scheindemokratische Prozesse und medial operierende ubiquitäre Staatspropaganda.
Er, der Leviathan, soll mit aller denkbaren Machtfülle ausgestattet werden, um seine Aufgabe als
"konventionell abgestimmtes" Staatswesen, über alle Einzelinteressen der Bürger sich stellend, den Frieden
aufrechtzuerhalten. Das mechanistische Staatsmodell, nach dem Paradigma einer mechanomorphen
Regelwerks der Neuzeit im 17. Jahrhundert, soll schließlich alle Belange seiner Untertanen in seiner
Staatstragenden Hand akkumulieren und über das Schicksal der einzelnen Untertanen, Sklaven und Plebs
entscheiden.
Weder politische Freiheit ist in diesem Staatsmodell vorgesehen, noch die freie Ausübung von Religion. Der
Staat selbst soll zugleich die STAATSRELIGION sein, den man sein Tribut zu entrichten hat, welchen wir analog
zur gegenwärtigen imperialistischen US-Besatzungsmacht auf das palästinensische Territorium auch als ZIONSTAAT kennen.
Der Jude (hier: Zionist), der in der Fremde der Weltenwanderung in seiner langjährigen Diasporageschichte,
bedingt durch Vertreibung und Verfolgung, ewig seine Heimat suchte, ist nun selbst ein Entfremdeter in seiner
nun "gefundenen" Heimat geworden, in der die Menschlichkeit nicht mehr die Verheißungen Gottes als Spiegel
der Seele leuchten läßt, sondern allein die dunkle und finstere Leuchtkraft der Egomanik des
Leviathankonstrukts zuläßt, welche sich als Hochmut über alles sich erhebend und seinen Nächsten
(Palästinensern) nichts von dem gönnend, wovon er sich niemals trennen will - nämlich ein menschenwürdiges
Leben innerhalb einer toleranzfähigen Spähre des Wohlstands und allgemeinen Friedens.
Die Mechanik eines machinomorphen Besatzungskonstrukts, errichtet von außenstehenden imperialen
Mächten im 20. Jahrhundert, welches sich als "Staat" unter vielen Staaten ihre eigene Legitimität sucht, läßt
aber keinen Raum für Nächstenliebe - so bleibt daher die Seele dieses seltsamen kalten Artefakts immer nur
ein ZION-ISRAEL ohne wahre und innere Bindung zum lebenden Volk.
Seelenlose Menschen haben eine seelenlose kalte Welt für ihr entfremdetes lebloses Anti-Leben erschaffen,
und gaben ihr den schauderhaften Namen ZION-ISRAEL.