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Auf dem Land haben wir auch einen Zoo

Gratisbesuche im Basler Zolli sind „nice to have“. Sollten sie abgeschafft werden, ist das
verkraftbar.
Sparen macht niemanden glücklich. In mageren Jahren sehen zwar viele ein, dass die
Sparschraube angezogen werden muss. Aber bitte nicht bei mir!
Dem Bildungsbereich finanzielle Mittel zu entziehen, finde ich falsch. Wenn eine Direktion
jedoch die Vorgabe hat, Millionen zu sparen, kommen wir nicht darum herum. Den
Schulkassen die Gratiseintritte im Basler Zolli zu streichen, ist nicht die originellste Idee. Sie
schadet aber weniger als vollgestopfte Klassen, Zusatzlektionen für Lehrer oder
Schülerverschiebungen.
Selbstverständlich sind Zoobesuche mit der Schule tolle Erlebnisse – für Kinder und
Lehrkräfte. Mit Ausflügen dorthin können aber auch Eltern sich und ihrem Nachwuchs ein
Geschenk machen – und das dank Jahres-Abo-Rabatt unverschämt günstig. Und flexibler ist
man auch noch: Nach Lust und Laune Tiere beobachten und beim Besammeln sind nicht
immer die kleinen Schützlinge von neuem zu zählen.
Um Alternativen für Gratiseintritte in den Zolli zu finden, brauchen wir sicher nicht den
Ratschlag meines geschätzten Stadt-Kollegen. Und schon gar nicht diesen, wir sollten mit
unseren Kindern auf Pokémon-Jagd gehen. Da haben wir auf der Landschaft andere Sachen
zu bieten, die sinnvoller sind für Mädchen und Knaben.
Ja, wir haben Säuli und Geissli – mehr als in eurem Leuchtturm, dem Zolli. Und nicht nur
das. Wir verfügen über viele Kühe, Pferde, Hunde, Katzen. Im Wald hats Rehe, Füchse,
Hasen, Wildschweine. Auch fremdländische Tiere leben bei uns auf dem Land: Schildkröten,
Lamas, Emus.
Zugegeben: Mit total exotischen Lebenswesen können wir nicht prahlen. Müssen wir auch
nicht. Zuerst sollen unsere Jüngsten die eigene Tierwelt ein bisschen verstehen lernen. Gibt
es doch nicht wenige Kinder, die überzeugt sind, die Milch stamme aus der Milchgugge.