Kognitive Therapien im Vergleich

Rational-emotive Verhaltenstherapie (REVT)
nach Ellis (ca. 1975)
Hintergrund

Unzufriedenheit mit psychoanalytischen
Therapieansätzen

Theoretisches
Modell

Irrational Beliefs (self-, other-, world-demandingess
→ absolute Forderungen [must-urbations], globale
negative Selbst- und Fremdbewertung [global
person-rating], Katastrophendenken [awfulizing],
niedrige Frustrationstoleranz [I can’t standitis])
verantwortlich für dysfunktionale kognitive
Bewertungen und somit für „neurotisches“ oder
gestörtes Verhalten
ABC[DE]-Modell
Arten des Disputs: Logischer, Empirischer und
Hedonistischer Disput

Therapeutischer
Prozess

Rolle des
Therapeuten

Techniken

1. Vermittlung der Grundlagen der RET
2. Assessment des Belief-Systems
3. Disputation irrationaler Annahmen
4. Durcharbeiten zentraler Themen
5. Vermittlung von Strategien zur Selbsthilfe,
Beendigung
-aktiv-direktiv
-rationales Modell
-z.T. pädagogisch-dozierend
-Empathie für Person, Skepsis gegenüber
spezifischen Annahmen
-pragmatisch
-Der sokratische Dialog („geleitetes Entdecken“)
-Vorstellungstechniken
-Humor
-Selbst-Öffnung, Beispiele aus Therapeutenleben
-Sprichwörter, Lieder, Gedichte zur „Entkrampfung“
-Risikoübungen (shame attacking excercises) und
weitere Verhaltensübungen
-Hausaufgaben und Belohnungen für
Veränderungen
-Übernahme fixer neuer Rollen (fixed role therapy)

Kognitive Therapie nach Aaron T. Beck
Unzufriedenheit mit psychoanalytischer
Depressionstherapie („gegen sich selbst gerichtete
Aggressivität“)
maladaptive Informationsverarbeitung, die sich in
negativer verzerrten Sicht der Realität und in pathogenen
automatischen Gedanken (automatic thoughts)
niederschlägt; kognitive Triade der Depression: durchweg
negative Sicht der eigenen Person, der Umwelt und der
Zukunft; durch typische logische Fehler (Denkfehler:
willkürliches Schlussfolgern, selektives Verallgemeinern,
Übergeneralisieren, Minimieren/Maximieren,
Personalisieren, dichotomes Denken) wird verzerrte Sicht
der Realität bestätigt und stabilisiert;
Schemata → intermediate beliefs → automatic thoughts

1. Vorstellung des kognitiven Modells
2. Aufdeckung und Bewusstwerdung der dysfunktionalen
Kognitionen
3. Infragestellen der dysfunktionalen Kognitionen
4. Reflexion der Kognitionen
5. Entwicklung alternativer Überzeugungen
6. Training der funktionalen Kognitionen
-aktiv
-Partner (weniger Lehrer vgl. Ellis RET)
-Problem wird als gemeinsame Aufgabe gesehen
-aktive Beteiligung des Pat. wird erwartet
-starke Betonung des „geleiteten Entdeckens
-Exploration von Kognitionen (Analogsituationen
provozieren oder nachspielen lassen, Stimmungstagebücher, Als - ob - Methode ("als ob Sie es gerade jetzt
erleben"),"Instant-Replay-Technik": in Zeitlupe rückwärts,
"Remote recall-Technik": in Zeitlupe vorwärts,
Spontanveränderungen in Therapie nutzen, SpaltenTechniken)
-Reattributionstechnik
-Spalten-Technik in Diagnostik/Therapie
-Aktivitätenaufbau (Depressionsspiralen, Rational I+II)

Kognitive Therapie nach Meichenbaum
Arbeit mit Schizophrenen und Kindern
(↔ stärker verhaltensorientiert als Ellis und Beck)
Handlungskontrolle geschieht zuerst
durch externe verbale Signale der Eltern,
die langsam internalisiert werden → Betonung der Sprache
und der inneren Verbalisation; Selbstverbalisation, d. h. an
sich selbst gerichtete Instruktionen im Sinne eines
»inneren Sprechens zu sich selbst« besitzt
eine emotions- und verhaltenssteuernde Wirkung;
Kognitive Ereignisse: bewusste Gedanken und Bilder,
Erwartungen, Schemata
Kognitive Prozesse: Aspekte der Informationsverarbeitung
z.B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeitslenkung,
Memorierung
Kognitive Strukturen: Muster der Wahrnehmung und
Bewertung (Pläne, Ziele, "Konstrukte" und weitere "Filter")

Selbstinstruktionstraining, Meichenbaum (1971)
1. Modelllernen: Modell führt Zielverhalten unter lautem,
kommentierendem Sprechen aus.
2. Offene externale Anleitung des Kindes
3. Offene Selbstanleitung
4. Ausblendung der offenen Selbstanleitung (geflüsterte
Instruktion)
5. Verdeckte Selbstinstruktion (lautlose Selbstinstruktion)

Stressimpfungstraining, Meichenbaum (1977)
I Informationsphase: Vermittlung des kognitiven Modells,
Analyse individueller Stressreaktionen und - situationen
II Übungsphase: 1. Vorbereitung auf Stressor, 2.
Konfrontation mit dem Stressor
3. Umgang mit Gefühl des Überwältigtseins,4. Phase der
Selbstverstärkung
III Anwendungsphase