You are on page 1of 212

PREIS DEUTSCHLAND 4,90 €

15.01.16 09:12

WO C H E N Z E I T U N G F Ü R P O L I T I K W I RTS C H A F T W I S S E N U N D KU LT U R

Titelillustration: Smetek für DIE ZEIT

101158_ANZ_10115800005367 [P].indd 1

DIEZEIT
Bücher
für stürmische
Zeiten
Donald Trump sagt, schon der Geruch von
Büchern mache ihn müde. Uns macht er
Lust aufs Lesen – die wichtigsten Bücher dieses
Winters. Dazu die Weihnachtsempfehlungen
des Feuilletons

DIE ZEIT im
Taschenformat.

Jetzt für Ihr Smartphone!

www.zeit.de/apps

24. NOVEMBER 2016 No 49

15.01.16 09:11

101159_ANZ_10115900005368 [P].indd 1

Der dunkle Gast
Peter Sloterdijk
berichtet aus den
USA: Was mit
Donald Trump auf
die Demokratie
zukommt
Feuilleton, Seite 49; siehe
auch: Politik, Wirtschaft,
Wissen und Z

12 SEITEN LITERATUR EXTRA AB SEITE 65

Der Charme des
Größenwahns
Edmund Stoiber und
Axel Hacke erklären
Uli Hoeneß,
München und den
FC Bayern Fußball, Seite 22
WIRTSCHAFT

DIE KANDIDATIN

Boni ohne Leistung Mehr Volk wagen
Die marktgerechte Entlohnung von Topmanagern ist ein Mythos,
der ihnen nutzt – und der Demokratie schadet  VON ROMAN PLETTER

N

icht dass man sich noch über
irgendetwas wundern würde,
wenn es um Josef Ackermann,
Bonuszahlungen und die Deut‑
sche Bank geht. Nun hat aber
ein Auftritt des ehemaligen
Großbankers diese an gemeinwohlschädlichen
Episoden reiche Geschichte über Managerkapita‑
lismus und Demokratie doch noch einmal um eine
bemerkenswerte Wendung bereichert. Er sehe,
sagte Ackermann vergangene Woche, keinen Grund,
auf seinen Millionen-Bonus zu verzichten.
Dazu muss man wissen: Die Bilanz der Deut‑
schen Bank, die mal eine große Bank war und
nun zumindest noch zwei große Türme hat, in
denen sie Rechtsstreitigkeiten bearbeitet, ist
ökonomisch und moralisch ein Desaster. Sie hat
mit ihren Marktmanipulationen nicht nur dem
Gemeinwohl geschadet. Sie ist mit 22 Milliar‑
den Euro heute auch nur noch halb so viel wert
wie im Mai 2002, als Ackermann die Führung
für zehn Jahre übernahm – ein Zeitraum, in dem
viele der heutigen Probleme gründen.
Es ist an der Zeit, dass der Markt wieder
in die Managervergütung zurückkehrt
Doch deshalb auf Bonuszahlungen verzichten?
Nicht mit Ackermann, der immerhin eine origi‑
nelle Begründung hat: Er wolle jüngere Kollegen
»nicht moralisch unter Druck setzen«.
Sich den Solidargedanken als moralische Zu‑
flucht vor Boni-Kritikern ungefragt vom Nach‑
wuchs zu leihen, darauf muss man erst mal
kommen. Tatsächlich ist Ackermanns Einwurf
aber ein seltener Moment großer Wahrhaftig‑
keit. Er gibt den Blick frei auf eine Internatio­
nale von Unternehmensführern, die gern den
engen Markt für Management-Talente als Be‑
gründung bemühen, wenn es um ihre Entloh‑
nung geht, die sich aber in Wahrheit auf keinem
echten Markt bewegen.
Tatsächlich bestätigen sich Konzernvorstände
ihre Marktwerte gegenseitig in Berufungs­gremien
und sichern sich, das haben Harvard-Juristen in
einer Studie mit dem Titel »Bezahlung ohne
Leistung« gezeigt, ihre Entlohnung durch in‑
transparente Pensions- und Optionsstrukturen
ab. Headhunter und andere Berater haben kein
Interesse, an diesem Solidarpakt etwas zu ändern.
Je höher das Gehalt, desto mehr verdienen sie.
Nur eines ist in der Bonus-Ökonomie für den
Bonus oftmals nicht nötig: der Unternehmens-

Erfolg. Bei VW ist das auf verstörende Art­
offensichtlich. Der Betrug bei Abgaswerten kos‑
tete den Konzern seit 2015 mehr als 15 Milliar‑
den Euro. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch
kam besser davon. Er ließ sich seinen bis 2017
laufenden Vertrag mit 13 Millionen Euro aus‑
zahlen, bevor er 2015 in den Aufsichtsrat wech‑
selte. Als Berechnungsbasis für alle Jahre diente
das Jahr 2014, ein sehr erfolgreiches in der VWGeschichte. Ein gutes Geschäft für Pötsch: Er­
erhielt das Vorstandsgehalt, ohne noch im Vor‑
stand arbeiten zu müssen. Gespart wird andern‑
orts. Konzernchef Matthias Müller sprach am
Wochenende von »Fett«, das VW angesetzt habe
– und gab eine »Schlankheitskur« bekannt. Bis zu
23 000 Stellen wird er streichen. Betriebsbedingte
Kündigungen gibt es nicht, aber auch keine­
VW-­Zukunft für Tausende Leiharbeiter.
Wenn es gut läuft, so ist das im Leben eines
Mannes wie Pötsch, gibt es einen Bonus. Wenn
es schlecht läuft: auch.
Es ist an der Zeit, dass der Markt wieder in
die börsennotierten Unternehmen zurückkehrt,
dass Misserfolg nicht belohnt wird und dass
Fehlverhalten die Verantwortlichen Geld kostet.
Das ist nicht nur aus marktwirtschaftlicher Sicht
wichtig. Der feudale Bonus-Kapitalismus provo‑
ziert sonst im Klima des Elitenverdrusses auch
eine politische Reaktion, die sich gegen den frei‑
en Markt und die freie Gesellschaft richtet.
Bislang verweigern die Bonus-Profiteure den
Dialog über das eigentliche Problem: die extreme
Ungleichheit der Einkommen, die durch Leis‑
tung nicht gerechtfertigt ist. Doch der Recht­
fertigungsdruck wird noch steigen. Der Anteil
einfacher Angestellter an der Wertschöpfung
geht in den Industrieländern schon seit Jahrzehn‑
ten zurück, während Besitzer von Maschinen
und Fabriken und eben Spitzenverdiener relativ
dazu mehr für sich beanspruchen. Der digitale
Wandel wird diese Unwucht verstärken.
Die Ackermanns und Pötschs dieser Welt ver‑
weisen auf den vermeintlich freien Markt, dessen
Ergebnisse gerecht seien. Sie entziehen sich damit
ihrer Verantwortung als politische Akteure in­
einer sich sozial und ökonomisch spaltenden
Gesellschaft. So verlieren sie aber auch Einfluss
darauf, ob eines Tages viele Menschen, wie nun
die Amerikaner im deindustrialisierten Mittleren
Westen, einen Donald Trump wählen, weil sie
gelernt haben: Eure Freiheit ruiniert uns.
www.zeit.de/audio

Angela Merkel bleibt sich treu. Will sie aber wiedergewählt werden,
muss sie sich neu erfinden, ein bisschen jedenfalls  VON TINA HILDEBRANDT

D

ie Kanzlerin hat ein neues
Lieblingswort: disruptiv. Sie
beschreibt damit die Zeit, in
der wir leben. Disruptiv ist ein
Begriff aus der Ökonomie, er
bezeichnet Technologien, die
zu Beginn meist unterlegen sind, dann aber be‑
stehende Systeme verdrängen. Man könnte dis‑
ruptiv auch übersetzen mit: systemzerstörend.
Gegen die disruptiven Tendenzen in der Po‑
litik setzt Merkel auf Kontinuität, sprich: sich
selbst. Mit der ausführlichen Begründung zu
ihrer Kandidatur wirkte die Kanzlerin wie ein
Anti-Trump: hier ein lautstarker Egomane, der
die unglaublichsten Versprechungen macht und
sich damit brüstet, wie er den Staat für seine
persönlichen Interessen ausnutzt – da eine nach‑
denkliche Frau, die überlegt, ob sie dem Land
noch etwas geben kann, und zugleich warnt, sie
könne unmöglich alle Hoffnungen erfüllen,
weil das schlicht »grotesk« sei. In Zeiten, da aus
den USA jeden Tag eine neue verstörende Mel‑
dung kommt, wirkte ihr Auftritt geradezu
schmerzlindernd.
Mit der ausführlichen Begründung ihrer
Kandidatur wirkte sie wie ein Anti-Trump
Und doch wirft Merkels Ankündigung mehr
Fragen auf, als sie Antworten liefert. Wie ist es
gekommen, dass auch Deutschland so polarisiert
ist? Was hat Merkel damit zu tun, dass sich die
»Situation der Gesellschaft« derart verändert hat,
wie sie selbst sagt? Zur Erinnerung: 2013 hatte
eine verzweifelte SPD vergeblich versucht, die
Wähler davon zu überzeugen, dass in Deutsch‑
land schwerste Ungerechtigkeiten herrschen und
man deshalb einen Regierungs- oder gar Politikwechsel brauche.
Drei Jahre später ist die Welt nicht wiederzu‑
erkennen. Und auch Merkel ist eine andere.
Lange Zeit schien es ihre größte politische Gabe
zu sein, Konflikte wegzumoderieren. Nun pola‑
risiert Merkel selbst. Ihr scheinbar unerschütter‑
liches Weitermachen ist ein Sicherheitsverspre‑
chen. Zugleich ist Merkel es, die mit ihrer Mi‑
grationspolitik von vielen Deutschen für die
größte Verunsicherung der letzten Jahrzehnte
verantwortlich gemacht wird.
Die Frau, der man oft vorgeworfen hat, dass sie
für eine Politik der Alternativlosigkeit steht, ist nun
scheinbar alternativlos – und setzt sich gegen diese
Sichtweise zur Wehr. Die Frau, in deren Regent‑

schaft der Systemverdruss seinen vorläufigen
Höhe­punkt erreicht hat, soll nun das letzte Boll‑
werk gegen die Angriffe auf jenes ­System sein.
Zu all diesen Paradoxien kommt eine weitere:
Die Wähler, deren vorherrschendes Gefühl Un‑
sicherheit ist, materielle, kulturelle oder bezogen
auf Schutz vor Terror und Verbrechen, wählen
in Serie nicht die Sicherheit, sondern den Wan‑
del, ja mehr noch: den Bruch. Der Brexit, die
Bundespräsidentenwahl in Österreich, Trumps
Sieg stehen dafür. Das ist der Rahmen, in dem
Merkel sich bewegt.
Nicht jeder, der Trump wähle, den Brexit
oder die AfD, sei Nationalist oder Ausländer‑
feind, sagt Merkel seit Neuestem. Sie hat ihre
Heimat vor Augen, Mecklenburg-Vorpommern,
wenn sie sagt, dass es den Menschen oft um ganz
andere Fragen gehe: Gibt es demnächst noch
eine Post? Macht auch die letzte Arztpraxis in
Busnähe zu? Gibt es überhaupt noch einen Bus?
Das sind neue Töne. Zwischen China, Schen‑
gen und Syrien spielte Vorpommern oder das
Ruhrgebiet in Merkels Begründung ihrer Politik
bislang keine tragende Rolle. Ihre Antwort auf
die Frage, was sie der Entfremdung entgegenset‑
zen wolle, fällt verblüffend aus: Rente, lebenslan‑
ges Lernen, Wohneigentum nannte sie als Vor‑
haben. Begriffe, mit denen Politiker schon ope‑
rierten, als Alexander Gauland noch in der CDU
war und Oskar Lafontaine in der SPD. Dazu ein
bisschen Digitalisierung. Auf die Erkenntnis,
dass die Welt 2016 eine andere ist als noch 2013,
antwortet Merkel also mit – Routine. Das passt
irgendwie zu ihr, aber es passt nicht zur Lage.
In Merkels Ankündigung, der Wahlkampf
werde »sehr anders« sein, liegt das Versprechen,
auch sie selbst werde eine andere sein. Neugierig
sei sie, hat sie nun gesagt. Neugierig kann man
auch darauf sein, wie Merkel all die Widersprü‑
che auflöst, wie sie sie selbst bleibt und sich
gleichzeitig neu erfindet, ein bisschen jedenfalls.
Das wird sie wohl müssen, denn nach bald zwölf
Jahren an der Regierung steht sie wie keine an‑
dere für »das System«. Sie wird die Kluft zumin‑
dest verringern müssen zwischen der Geschichte,
die sie macht, und der Geschichte, die sie er‑
zählt. Wenn sie nicht selbst in dieser Kluft ver‑
schwinden will.

In Assads Reich
ZEIT-Reporter
waren in Damaskus
und der von
Islamisten bedrohten
Ruinenstadt Palmyra
Dossier, Seite 15

PROMINENT IGNORIERT

Glühwein satt
Je trostloser die Weltlage, umso
tröstlicher ist die Wiederkehr des
deutschen Weihnachtsmarkts – ein
Fels in der Brandung der Zeitläuf‑
te. Eine andere Brandung droht
von der härtesten Adventsdroge,
vom Glühwein. Der Hamburger
Verkehrsverbund bietet einen
»Glühwein-Fahrplan« an, der die
Kunden zielsicher zum nächsten
Ausschank geleitet. Es fehlt aller‑
dings ein Verzeichnis der regiona‑
len Notaufnahmen.
GRN.
Kleine Fotos (v. o.): A. Berghaeuser/laif; ddp
images; R. Elias/Moment/Getty Images

Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG,
20079 Hamburg
Telefon 040 / 32 80 ‑ 0; E-Mail:
DieZeit@zeit.de, Leserbriefe@zeit.de
ZEIT ONLINE GmbH: www.zeit.de;
ZEIT-Stellenmarkt: www.jobs.zeit.de
ABONNENTENSERVICE:
Tel. 040 / 42 23 70 70,
Fax 040 / 42 23 70 90,
E-Mail: abo@zeit.de
PREISE IM AUSLAND:
DK 49,00/FIN 7,50/N 66,00/E 6,10/
CAN 6,30/F 6,10/NL 5,30/
A 5,00/CH 7.30/I 6,10/GR 6,70/
B 5,30/P 6,30/L 5,30/H 2090,00

o

N 49

7 1. J A H RG A N G

C 7451 C

Siehe auch Wirtschaft, S. 23: Was Angela Merkel
hätte sagen können – ein Vorschlag
www.zeit.de/audio

49
4 190745

104906

2 POLITIK

24. N OV E M B E R 2016

DIE ZEIT No 49

WORTE DER WOCHE

»Wir wollen streiten,
nicht hassen.«
Angela Merkel, die erneut als
Kanzlerkandidatin antreten will, über den
schwierigen Wahlkampf, der ihr bevorsteht

Identitäre
bei einer
Demonstration
in Berlin

»Wir sind das vielfältige
Amerika, jene, die beunruhigt
und ängstlich sind, dass Ihre neue
Regierung uns, unseren Planeten,
unsere Kinder und unsere Eltern
nicht beschützen wird.«
Brandon Dixon, Darsteller des Musicals
»Hamilton«, zum künftigen US-Vizepräsidenten
Mike Pence, der bei der Vorstellung in New York
im Publikum saß

»Das Ensemble und die
Produzenten von ›Hamilton‹, das,
wie ich höre, total überbewertet
wird, sollten sich auf der
Stelle für ihr furchtbares
Verhalten gegenüber Mike Pence
entschuldigen.«
Donald Trump, designierter US-Präsident,
verteidigt seinen Vizepräsidenten auf Twitter

»Damit dem Wunsch nach
Versöhnung und der Vergebung
Gottes nichts im Wege stehe,
gewähre ich von nun an allen
Priestern die Vollmacht, (...) jene
loszusprechen, welche die Sünde
der Abtreibung begangen haben.«

Die Avant-Gestrigen

Papst Franziskus verleiht katholischen
Priestern das Recht, Frauen von der »Sünde
der Abtreibung« loszusprechen

Sie sind rechts und bedienen sich der Strategien der Linken: Wie die Aktivisten der
Identitären Bewegung die Einwanderung bekämpfen  VON MARIAM LAU

E

»Au revoir an alle!«
Nicolas Sarkozy, ehemaliger französischer
Präsident, verabschiedet sich zum zweiten Mal
aus der Politik

ZEITSPIEGEL

Die ZEIT wurde beim 18. European Newspaper Award mit 20 Awards in den Kategorien »Cover und Coverstory«, »Sektions-­
Titelseite«, »Nachrichten-Seiten«, »Foto­
grafie«, »Foto-Reportage«, »Visualisierung«,
»Visual Storytelling«, »Alternative Story­
telling«, »Illustration«, »Sonderseiten« und
»Konzept/Innovation Print« ausgezeichnet.
Die Digital-App der ZEIT erhielt einen
Award in der Kategorie »iPad Apps und
Smartphone Apps«.
ZEIT-Autor Moritz Aisslinger wurde für
seinen Text Manuel stirbt (ZEIT Nr. 10/16)
mit dem Helmut-Stegmann-Preis ausgezeichnet. Er erzählt darin die Geschichte
eines schizophrenen jungen Mannes, der
von einem Polizisten erschossen wurde. 
Die ZEIT-Redakteure Matthias Krupa
und Catarina Lobenstein wurden für ihren
Text Ein Mann pflückt gegen Europa (ZEIT
Nr. 51/15) über einen ghanaischen Tomatenbauern mit dem 3. Platz des Otto­
Brenner Preises für kritischen Journalismus
ausgezeichnet.
Fritz Schaap erhielt für seinen Text Die
Kinder von Benin (ZEIT Nr. 37/15) über
den Kinderhandel in Westafrika den Medienpreis der Kindernothilfe in der Kategorie
»Print«.
Lydia Klöckner erhielt den Georg von
Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus, unter anderem für ihren Text Ersatz gesucht (ZEIT Nr. 2/16) über Alternativen zum
Tierversuch.
ZEIT-Autorin Eva Wolfangel wurde für
ihren Text Die perfekte Erinnerung (ZEIT Nr.
4/16) mit dem Journalistenpreis Informatik
ausgezeichnet. Der Preis honoriert Beiträge,
die Forschungsergebnisse der Informatik und
ihre Anwendungen allgemein verständlich
vermitteln.
Stefanie Kara wurde mit dem Werner
und Inge Grüter-Sonderpreis für Wissenschaftsvermittlung ausgezeichnet. Sie erhielt
den Preis unter anderem für ihre Reportage
über die Käferjagd auf der Vulkaninsel (ZEIT
Nr. 19/11).
ZEIT Doctor hat den 3. Platz beim Deutschen Journalistenpreis für Orthopädie und
Unfallchirurgie 2016 belegt. Ausgezeichnet
wurde der Beitrag Tatort Wirbelsäule (ZEIT
Nr.11/16) von Corinna Schöps und Claudia
Wüstenhagen, über Rückenschmerzen und
das Risiko von Wirbelsäulenoperationen.

Fotos: imago stock (gr.); privat (m.); Paul Zinken/dpa (u.)

Ausgezeichnet

ines Morgens im Herbst erwacht
die österreichische Stadt Klagenfurt, um festzustellen, dass all ihre
weißen Marmorstatuen im Laufe
der Nacht unter einem schwarzen
Ganzkörperschleier, einem Nikab,
verschwunden sind. Um den Hals
tragen sie ein Holzschild, wie die Sünder im Mittelalter. »Integration ist eine Lüge« steht darauf. In
Berlin klettern junge Männer das Brandenburger
Tor hinauf und entrollen dort ein Transparent mit
der Aufschrift »Sichere Grenzen, sichere Zukunft«.
Am vergangenen Wochenende kapert ein kleiner
Trupp die Parteizentrale der Grünen. Im niederländischen Leiden und im französischen Poitiers werden Moscheen besetzt, in Parchim wird eine Moschee zugemauert. »Unterwerft euch!«, ruft ein in
Nikabs gehüllter Trupp im Ostseebad von Warnemünde. Anderswo trägt man Särge oder Schweinsköpfe durch die Straßen.
So sehen Aktionen der Identitären Bewegung
(IB) aus. 2012 in Frankreich gegründet, versteht
sich die IB als Bündnis für »Heimat, Freiheit, Tradition«, die sie bedroht sieht vom »Multi-KultiWahn«, vom »Großen Austausch« der Bevölkerung, der durch die Massenmigration, speziell aus
muslimischen Ländern, erfolge. Es gibt Vereinigungen in Frankreich, Italien, Österreich, den
Niederlanden und Tschechien. Mit ihrer Unterstützung für AfD, FPÖ oder Front National sind
die Identitären so etwas wie das Bindeglied zwischen parlamentarischer Rechter und den Rechtsextremen. Noch sind es nicht viele Aktivisten, in
Deutschland gerade einmal 400. Immerhin aber
»gefällt« 43 000 Menschen deren Facebook-Seite.
Fast täglich entstehen neue Ortsgruppen.
Die Identitären sind keine Partei. Eher etwas
wie eine rechte Spaßguerilla, die sich ihre Protestformen erklärtermaßen bei Greenpeace oder dem
Zentrum für Politische Schönheit abgeschaut hat.
»Du erkennst dein Viertel nicht wieder?«, fragen
sie auf ihrer Facebook-Seite. »Du hast am eigenen
Leib erlebt, was der Multi-Kulti-Wahn für uns
Deutsche bedeutet? Wir tragen den Protest dahin,
wo man uns zuhören muss.« Straßentheater,
Kunstblut und hippe Undercuts statt Springerstiefel und Glatzen – die Identitären wollen nicht
mit den Neonazis verwechselt werden, obwohl
etliche aus ihren Reihen stammen. Offiziell distanzieren sie sich von Gewalt. Sind sie gefährlich?
Robert Timm ist einer von ihnen. Der 25-jährige Architekturstudent trägt Bart und Flanellhemd, im Studentencafé nahe der Berliner­
Humboldt-Uni fällt er nicht auf. Timm war beim
Sturm auf das Brandenburger Tor dabei und auch
in der Gruppe, die eine Diskussion des Journalisten Jakob Augstein mit der Theologin Margot
Käßmann im Berliner Gorki-Theater stürmte.
»Wenn wir uns nur in dem Rahmen bewegen
würden, den das Versammlungsrecht uns lässt –
würden Sie dann hier mit mir sitzen?«, fragt
Timm. Er ist im eher dörflichen Berlin-Kaulsberg
in einem Plattenbau aus DDR-Zeiten aufgewachsen, als Jugendlicher war er eher links. Sein »Konversionserlebnis« hatte Timm, als er auf ein Oberstufenzentrum in Kreuzberg wechselte und zum

ersten Mal mit arabisch- und türkischstämmigen schichtsbücher geschlossen und unsere ErinneJungs in Berührung kam. Eines Tages kam der rung zurückgewonnen«, heißt es da. »Wir sterdeutschjüdische Holocaust-Überlebende Sally Perel ben, wenn wir jemanden falsch ansehen oder
in die Klasse. Einige der muslimischen Jugend­ ihm eine Zigarette verweigern«, sagen Jugendlilichen, so Timm, hätten den alten Mann beleidigt. che, die kämpferisch in die Kamera schauen –
Die Lehrer hätten sie nicht zur Rechenschaft gezo- und mit »jemand« meinen sie die muslimischen
gen, sondern gefordert, die Anliegen der Palästi- Zuwanderer. Aber jetzt sei man zum Kämpfen
nenser sollten mehr Raum im Schulalltag bekom- bereit. »Wir sind morgen, ihr seid gestern.« Auch
men. Der Schulleiter kann sich an den Vorgang Marion Maréchal-Le Pen, Nichte von Marine Le
nicht erinnern, Sally Perel schon – auch wenn er Pen, zählt sich zur Bewegung. Man solle sich
nicht vertun, schließt das Video: Es sei kein Madas Ganze nicht dramatisch fand.
»Wenn ich mich so verhalten hätte, wäre ich nifest. »Es ist eine Kriegserklärung.«
Bei allen Aktionen der Idenals Antisemit verteufelt worden«,
titären taucht ein Zeichen auf,
sagt Timm. Damals hatte er eine
das griechische Lambda, ein
Freundin, die ein Kind von eiWinkel in Gelb, auf schwarzem
nem anderen Mann hatte. Sie
Grund im gelben Kreis. Man
wurde von den arabischen Jusieht es inzwischen in ganz Eugendlichen als »Schlampe« beropa. Die Identitären sagen, die
schimpft. Timm bemerkte, dass
Spartaner der Antike hätten das
sich die wenigen deutschstämZeichen auf ihren Schilden gemigen Jugendlichen an der
tragen, als sie versuchten, das viel
Schule einen arabischen Akzent
größere Heer der Perser zurückzulegten. Und wie jeder in seiner
zuschlagen. Griechen gegen PerUmgebung davon ausging, »dass
ser – das ist für die IB heute: Euman links ist«. Ihm fiel das auf,
ropäer gegen Flüchtlinge, gegen
was die Identitären »Schuldstolz«
das, was Renaud Camus, der
nennen: Viele linke Deutsche, so
französische Philosoph und
die Annahme, überböten sich in
Wortführer der Neuen Rechten,
Selbsthass. »Ich habe bis zu meiden »Großen Austausch« nennt.
nem Gelöbnis als freiwilliger ReDie »Souveränität der Kultukrut bei der Bundeswehr nicht
ren« soll im Zweifel durch »Reein positives Wort über Deutschmigration« ins Werk gesetzt werland gehört.«
den, etwa indem man straffällige
Er habe es genossen, in der
Ausländer ausweist. Die IB forBundeswehr auf vietnamesische
dert, sehr viel martialischer, eine
und arabische Jugendliche ge»Reconquista«, wie 1492, als die
troffen zu sein, die »voll assimiSpanier endgültig die Mauren
liert« waren. »Ich bin kein Nazi.
Alina Wychera gilt als
vertrieben. Zu Demonstrationen
Sähe ich in der U-Bahn, dass
Poet-Popstar der
nehmen Identitäre in Österreich
ein Afrikaner angegriffen wird,
Identitären Bewegung in
Schlagstöcke mit – zur Selbstverwürde ich mich vor ihn stellen«,
Österreich. Der öster­
teidigung, wie es heißt. Das Marbehauptet er.
reichische Philosophietialische will nicht so recht zum
Die Identitären nennen diestudent Martin Sellner
Bekenntnis der Gewaltlosigkeit
se Haltung »Ethnopluralismus«.
ist Anführer der europapassen, dem sich die Gruppe verMan achte jede Ethnie und Kulweiten Bewegung.
schrieben hat. Der deutsche Vertur – auf ihrem »geschichtlich
Auf Pegida-Demos
fassungsschutz beobachtet die
gewachsenen Gebiet«. »Wir lehforderte er, »Angela
Bewegung, weil sie »in extremisnen den westlich-liberalen UniMerkel mit Schimpf
tischer Weise Zuwanderer musliversalismus mit seiner Globaliund Schande aus dem
mischen Glaubens diffamiert«.
sierung genauso ab wie andere
Parlament zu jagen«.
Man könnte es auch RassisUtopien, die dem Rest der Welt
mus nennen. Unter den Identitäihr Lebenskonzept aufzwingen
ren gibt es solche wie den säch­
und Traditionslinien zerstören«,
sischen Ex-Neonazi Tony Gerber, der in der Verheißt es in einem Manifest.
Nur: Warum feiern die Identitären dann nicht gangenheit von »Judenbengeln« und »Untermeneinfach euphorisch das Eigene? Und hantieren schen« schrieb und heute Nahkampftraining für
Gleichgesinnte anbietet. Das Flüchtlingsstück Die
stattdessen mit antimuslischen Ressentiments?
Der französische Schriftsteller Michel Houelle- Schutzbefohlenen kann in Österreich praktisch
becq beschreibt die Identitären in seinem Ro- nicht mehr aufgeführt werden, ohne dass Identitäre
man Unterwerfung als die Letzten, die versuchen, es stürmen. Der Weg von der Spaßguerilla zum
etwas gegen die muslimische »Machtergreifung« Straßenterror ist nicht weit.
Der Tweet »Gott sei Dank hab ich ’ne Waffe
zu tun. Bereits 2012 veröffentlichte die Gé­ne­ra­
tion identitaire, die Jugendorganisation der neu- gekauft, bevor der Asylwahn begonnen hat. Dürfte
rechten Gruppe Bloc identitaire, eine Video-­ schwer sein, jetzt noch was Gutes zu bekommen«
Anklage, mit der sie sich an die Generation der stammt vom österreichischen Aktivisten Martin
Achtundsechziger wandten. »Wir haben eure Ge- Sellner, 27, dem bekanntesten Gesicht der Bewe-

Identitäre

gung. Sellner, Arztsohn und Philosophiestudent,
empfängt im Wiener Traditionscafé Eiles: rote
Samtsofas, Marmortische und Jugendstil-Lampen.
Hier habe alles angefangen, erzählt Sellner; hier
hätten sie sich mit ein paar Seelenverwandten getroffen, Bücher von Heidegger, Lenin, Ernst Jünger
und Alain de Benoist diskutiert – dem Groß­
philosophen der Neuen Rechten. Sellner ist zugewandt und vergnügt, gegenüber Journalisten aber
sehr vorsichtig in seiner Wortwahl.
Am Abend zuvor hat er eine Party geschmissen, zur Feier von Donald Trumps Wahlsieg.
»Trump ist ein Patriot, so wie wir Patrioten sind.
Das ist das Ende der linken Identity-Politics in
Amerika, die Minoritäten feiert und das Eigene
verleugnet.« Sellner, der in bestem Kontakt zu
Publizisten der »Alt-Right« steht, der amerika­
nischen Rechtsextremen, macht kein Hehl daraus,
seine ersten politischen Gehversuche in der österreichischen Neonazi-Szene gemacht zu haben.
Aber damit sei es jetzt vorbei. »Ich war mehrere
Jahre in der Szene und habe gemerkt, dass da so
eine Verzweiflung, oft auch Hass vorherrscht.
Aber wer an unserem Stammtisch einen Judenwitz
erzählt, fliegt sofort raus«, behauptet er. »Alles,
was wir wollen, ist, die Meinungselite ein bisschen
aufzuschrecken in ihren Wohlfühlzonen.«
Zum Treffen hat Sellner zwei Mitstreiterinnen
mitgebracht. Eine von ihnen, die polnischstämmige­
Alina Wychera, die sich Alina von Rauheneck
nennt, hat in der Szene längst einen Namen. Mit
roten Lippen, Sommerkleidern und elegischen
Blicken präsentiert sie sich und ihre schwerblütigen
Gedichte im Netz. Es ist die Mischung aus Melancholie und Martialität, die für die Identitären so
typisch ist. »Wir können nur wandern und bluten
dabei«, »Europa stirbt«, lauten typische Liedzeilen
neurechter Bands.
Das Larmoyante scheint ein Grundzug der
europäischen Rechten zu sein. Man wird doch
wohl noch sagen dürfen! Die besten Zeiten der
Heimat liegen in der Vergangenheit. Sellner sagt,
er habe Studentenjobs bei Security-Firmen ver­
loren, weil sein Gesicht inzwischen so bekannt sei.
Wychera beklagt, sie traue sich nach 20 Uhr nicht
mehr allein auf die Straße – auch wegen der­
angeblichen »Massenvergewaltigungen«, die in­
Österreich so nie stattgefunden haben.
Viele Identitäre müssten mit Sonnenbrille und
Maske zu den Demos gehen, beklagt Wychera.
Neulich habe sie neben einer unbekannten jungen
Frau gesessen und über die Präsidentschaftswahlen gesprochen. Ganz vorsichtig habe man sich
vorgetastet, bis herauskam: Auch die andere hatte
Norbert Hofer gewählt, den Kandidaten der FPÖ.
Da sei man sich dann fast erleichtert um den Hals
gefallen, erzählt Wychera.
Sie hat sich jetzt etwas ausgedacht. Sie will
eine App entwickeln, auf der sich Identitäre gegenseitig finden, ohne dass es jemand merkt, eine
Art Pokémon Go für Aktivisten. »Dann wüsste
man zum Beispiel, wie viele Leute hier im Café
sind, die zu uns gehören. Es sind bestimmt mehr,
als wir denken.«
www.zeit.de/audio

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

POLITIK 3

DIE ZEIT No 49

Trump

Power

Den »Sumpf« austrocknen? Von wegen. Wie vielleicht kein anderer
US-Präsident baut Donald Trump seine Herrschaft auf Washingtons
Lobbyisten  VON MARTIN KLINGST, KERSTIN KOHLENBERG UND KHUÊ PHAM
übung verstößt. Aber wir befinden uns in einer
sehr gefährlichen Welt, und da ist es angebracht,
dass wir anfangen, das Thema zu diskutieren.«
General Michael Flynn, demnächst nationaler
Sicherheitsberater, findet: »Der Islam ist eine politische Ideologie, mit der Amerikas Gründerväter
nichts zu tun haben wollten.«
Etliche Republikaner, die Trump für seine Regierung zu gewinnen sucht, stecken angesichts
dieser amtgewordenen Radikalität nun in einem
Dilemma. Sollen sie darauf hoffen, extreme Haltungen durch ihre Mitarbeit zu zähmen? Oder
laufen sie Gefahr, zum Feigenblatt oder jedenfalls
zu nützlichen Helfern einer neuen, anti-islamischen
Rechten zu werden?
In einem Café in Washington sitzt ein Mann,
der nicht möchte, dass sein wahrer Name in der
Zeitung erscheint. Er – nennen wir ihn Matthew
– ist einer der jungen, talentierten Republikaner,
die das Trump-Team im Auge hat. Matthew kennt
die Hauptstadt in- und auswendig, er hat lange für
einen Abgeordneten gearbeitet, und während des
republikanischen Vorwahlkampfes beriet er Jeb
Bush in außenpolitischen Fragen. Matthew hat
Trump stets für den falschen Kandidaten gehalten.
Er würde gerne weiter für das Land arbeiten,
sagt Matthew, er liebe Amerika. Aber er steht erst
am Anfang seiner Karriere, und er will nicht dafür
bekannt werden, für einen unberechenbaren Außenminister und einen irrlichternden Präsidenten
gearbeitet zu haben, die, wie er sagt, Amerika womöglich in einen Nuklearkrieg verwickeln könnten. Auch Matthew kann Trump nicht wirklich
einschätzen. Nicht einmal die Schlachtfelder sind
klar. Ging es im Wahlkampf noch um die Einwanderungspolitik, Obamas Gesundheitsreform und
den Atomdeal mit dem Iran, hat Trump diese Themen in seiner Videobotschaft für die ersten 100
Tage nicht einmal erwähnt. Da ging es um Infrastruktur, TTP und Arbeitsplätze. Aber es bleibt
unklar, wie radikal Trump wirklich regieren will.
Matthew hat darum noch nicht entschieden, wie
er auf ein Jobangebot reagieren würde.
Trump hat ein Personalproblem. Denn so wie
Matthew wartet gerade ein großer Teil der republikanischen Talente auf ein Zeichen der Mäßigung.
Bis Trump das sendet, wird er auf viele von ihnen
verzichten müssen. Es sei denn, er bedient sich aus
einem anderen Pool. Denn natürlich gibt es ausreichend viele Interessenten für die 4000 Regierungsjobs. Experten, die weit weniger Bedingungen stellen als Trumps Parteifreunde. Das Problem
ist bloß: Sie kämen aus ebenjenem »Sumpf«, den
Trump versprochen hat trockenzulegen.
Rund um das Weiße Haus und das Kapitol betreiben Zehntausende von Lobbyisten ihr Geschäft. Sie sitzen in Vereinen, Wirtschaftsverbänden, Anwaltsfirmen, Denkfabriken und werben
für höchst unterschiedliche Anliegen: für oder gegen Waffenbesitz, für oder gegen Klimaschutz, für
oder gegen den Atomdeal mit dem Iran. Sie haben
einen denkbar schlechten Ruf. Wenn sie in die Regierung eintreten, droht Interessenkollision. Und
dennoch ist Politik ohne Lobbyisten nicht möglich. Sie bringen den nötigen Sachverstand und
das Wissen über die Abläufe in Washington mit.

A

n der Wand hinter dem Schreibtisch
von Craig Holman hängt eingerahmt
die Auszeichnung als »Top-Lobbyist«. Zum siebten Mal hintereinander
hat die Washingtoner Zeitung The
Hill ihn mit diesem Preis gewürdigt. Holman
nennt sich gerne Lobbyist, er ist stolz darauf. Denn
der promovierte Politikwissenschaftler arbeitet seit
14 Jahren im Auftrag der Nicht­regie­rungs­orga­ni­sa­
tion Public Citizen daran, den Einfluss anderer
Lobbyisten auf die Politik einzudämmen und
strengen Regeln zu unterwerfen.
Eine Woche nach der Wahl hat Holman mit einem Dutzend anderer Organisationen einen Brief an
Donald Trump geschrieben. »Mr. Trump«, stand da,
»Sie wurden zum Präsidenten gewählt auch wegen
des Versprechens, den unzulässigen Einfluss der Wirt-

schaft in Washington auszuradieren und die Regierung aus dem Würgegriff kommerzieller Interessen
zu befreien.« Holman treibt die Sorge, dass Trump
dieses Versprechen vergessen hat. Zum Beweis zieht
er aus der Schublade eine Liste mit den Namen von
46 Mitarbeitern aus dem Übergangsteam, also der
Mannschaft, die den Regierungswechsel managen
sollen. Alles Lobbyisten, sagt Holman. Manager aus
der Öl- und Gasindustrie zum Beispiel sollen Strategien für die Energiepolitik entwerfen und Vorschläge
für die Besetzung der US-Umweltbehörde machen.
Als die Medien über die Mannschaft berichteten, wurde Donald Trump hellhörig. Schließlich
beruht sein politisches Kapital auf seiner Marke als
Außenseiter und Anti-Politiker, der angetreten ist,
den verhassten Washingtoner Netzwerkern das
Handwerk zu legen. Diese Marke würde massiv
beschädigt, ließe Trump jetzt zu, dass Lobbyisten
seine Regierungsbildung übernähmen. Kurzerhand ließ er Ende vergangener Woche verkünden,
dass künftige Regierungsmitarbeiter nach ihrem
späteren Ausscheiden fünf Jahre lang nicht mit der
Regierung Geschäfte machen dürften. Die meisten
seiner Mitarbeiter erfuhren von dieser neuen Order über Twitter. Auch wenn sie nur für die Zukunft gelten soll – diese Quarantäne-Philosophie
bei der Besetzung der jetzigen Regierung komplett
zu ignorieren sähe schlecht aus. Schon am nächsten Tag verließen deshalb sämtliche Lobbyisten
das Team. Es heißt, einige hätten ihre Registrierung als Lobbyist aufgehoben, um quasi unbelastet
in die Mannschaft zurückkehren zu können. Andere hätten unverdächtige Vertreter geschickt.
Niemand kann derzeit wirklich genau sagen,
wer noch oder wieder für Trump arbeitet. Der
künftige Präsident, bilanziert Craig Holman,
scheine kein wirkliches Interesse daran zu haben,
die Auswüchse des Lobbyismus zu bekämpfen. »Er
will nur sein Image wahren.«
Barack Obama hatte für mögliche Interessen­
kollisionen neuer Regierungsmitglieder einen strikten
Regelkatalog aufgestellt. Sie durften nicht für die
Themen zuständig werden, für die sie zuvor als­
Lobbyisten geworben hatten. Es musste zudem ausgeschlossen werden, dass das neue Amt zu Konflikten
mit den bisherigen beruflichen Wirtschaftsinteressen
führt. In Trumps Team gibt es allerdings einige­
Personalien, die Fragen nach Eigennutz aufwerfen.
Die Firma des pensionierten Drei-­
Sterne-­
Generals Michael Flynn, Trumps Kandidat für
den mächtigen Vorsitz im Nationalen Sicherheitsrat, berät zum Beispiel überall auf der Welt Regierungen und Staatsoberhäupter in Sicherheitsfragen. Gute Beziehungen unterhält Flynn auch
zum Kreml. Gegen Bezahlung sprach er auf einer
Tagung des Regierungssenders Russia Today und
saß dann beim Festmahl neben Präsident Putin.
Wie jeder neue Regierungsmitarbeiter muss auch
Flynn sich vor Amtsantritt von den Beamten der
Ethikbehörde, dem Office of Government Ethics,
durchleuchten lassen. Doch Trump könnte deren
Bedenken einfach überstimmen. Dazu hat er als
Präsident das Recht.
Gut möglich, dass Trump für derartige Interessenskonflikte in Wahrheit mehr Verständnis zeigt als
seine Vorgänger. Denn tatsächlich zieht mit ihm
selber der größte Lobbyist von allen ins Weiße Haus.
15 Minuten sind es vom Weißen Haus zum
jüngstem Vorzeigeobjekt des Immobilienmoguls
Donald Trump. Man läuft an den schwarzen Gittern des Präsidentenparks entlang, biegt links in
die Pennsylvania Avenue und steht vor einem Gebäude aus sandfarbenem Backstein, das mit geschwungenen Bögen, römischen Säulen und einem Kirchturm an eine Kathedrale erinnert. Früher war in dem denkmalgeschützten Haus das
Hauptpostamt untergebracht. Heute steht in goldenen Buchstaben TRUMP über dem Eingang.
Im Foyer trinken die Gäste TRUMP-Chardonnay. Für 400 Dollar und mehr kann man im Hotel
des zukünftigen Präsidenten übernachten. Bei ausländischen Diplomaten ist die Adresse neuerdings
beliebt. »Alle Delegationen werden hierherkommen«, sagte ein Gesandter aus dem Nahen Osten

der Washington Post. Ein Kollege aus Asien ergänzte: »Warum sollte ich nicht in diesem Hotel wohnen, so kann ich dem neuen Präsidenten sagen:
›Ich liebe Ihr Hotel!‹«
Dass Trump kein Politiker ist, galt im Wahlkampf als seine große Stärke. Als Präsident könnte
es zu seiner großen Schwäche werden. Der Mann,
der mit dem Versprechen »drain the swamp«,
trocknet den Sumpf aus, so viele Stimmen gewonnen hat, läuft Gefahr, die korrupteste Regierung
der amerikanischen Geschichte zu bilden.
Für sein Washingtoner Hotel hat Trump einen
Pachtvertrag mit einer Agentur abgeschlossen, die
der Regierung untersteht. Als Präsident wird er
Mieter und Vermieter in einem sein. Um das ­Hotel
(und andere Projekte) zu finanzieren, lieh sich
Trump mehr als 350 Millionen Dollar von der
Deutschen Bank. Die befindet sich seit Jahren im
Streit mit der Obama-Regierung. Die Bank soll 14
Milliarden Dollar an geschädigte Investoren zahlen. Könnten Trumps Schulden Einfluss auf den
Rechtsstreit nehmen? Wird sich sein neuer Justizminister neutral verhalten?

W

elches Verständnis Trump von
Gewaltenteilung hat, zeigte sich
erst in der Ankündigung, Hillary
Clinton ins Gefängnis werfen zu
lassen, dann in der Ankündigung, keine weiteren Ermittlungen gegen sie anzustrengen. Beides sind keine Entscheidungen, die
der Präsident zu treffen hat, sondern der Justizminister, der dabei unabhängig ist vom Weißen Haus.
Vergangene Woche empfing der bereits zum
Präsidenten gewählte Donald Trump drei indische
Geschäftsleute, die in ihrem Land Luxuswohnungen unter der Marke Trump bauen und die Zusammenarbeit gerne ausweiten wollen. Wie will
der neue Präsident seine Wirtschaftsinteressen von
seiner Außenpolitik trennen? Bei seinem Treffen
mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe
vergangene Woche war Trumps Tochter Ivanka
dabei. Sie hat kein politisches Amt. Stattdessen
leitet sie mit ihren beiden Brüdern die Treuhandgesellschaft, die Trumps weltweit verzweigte Geschäfte während seiner Präsidentschaft verwaltet.
Wird sie ihren politischen Zugang nutzen, um das
Familienbusiness zu expandieren?
Als Präsident ist Trump ausgenommen von den
Gesetzen, die Interessenkonflikte von Politikern
verhindern sollen. Dennoch wäre es üblich, jetzt
einen unabhängigen Treuhänder für seine Firmen
zu benennen. So haben es auch die vermögenden
Bushs mit ihrem Unternehmen gemacht. Der
Treuhänder könnte die Firmen an die Börse bringen und verkaufen. Die Erlöse könnten in neue
Projekte investiert werden, der Präsident dürfte
jedoch nicht wissen, in welche. Für Donald
Trump, bei dem Person und Marke in eins fallen,
scheint dies undenkbar. Im Gegenteil, Politik und
Geschäft, das hat er im Wahlkampf immer wieder
betont, seien im Grunde ein und dasselbe. Warum
davon nicht profitieren?
Auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner,
ebenfalls Immobilienmilliardär, will politisch mitmischen. Er ist neben Stephen Bannon, dem ultrarechten Chefstrategen, einer der engsten Berater des
künftigen Präsidenten. Längst hat Kushner einen
Anwalt beauftragt zu prüfen, inwiefern er trotz Anti-­
Nepotismus-­Gesetz Teil der Regierung werden kann.
Trumps Versuche, rechtliche Grenzen zu dehnen, macht vielen Beobachtern in Washington­
Sorge. Die Mischung aus politischem Sendungsbewusstsein und wirtschaftlichem Eigeninteresse,
gepaart mit Familienklüngel, kannte man bislang
nur aus anderen, weniger demokratischen Ländern.
Bei Norman Eisen klingelt daher seit Tagen pausen­
los das Telefon. Der Jurist hat für Barack Obama als
»Ethik-Zar« im Weißen Haus gearbeitet. Fällt ihm
ein anderes Staatsoberhaupt ein, das Geschäft und
Politik ebenso vermengt? Eisen hält inne. »Es ist
nicht sehr schmeichelhaft«, sagt er schließlich:
»Wladimir Putin.« Vielleicht schaut der ja demnächst auch im New Yorker Trump Tower vorbei.

Illustration: Thomas Kuhlenbeck für DIE ZEIT

D

New York/Washington
er Secret-Service-Beamte
guckt hilflos, als der leicht
bekleidete Cowboy seine
Gitarre auf das Förderband
im Trump Tower legt, um sie
auf Sprengstoff durchleuchten zu lassen. Der Beamte ist
für die Sicherheit des zukünftigen Präsidenten
Donald Trump verantwortlich. Und Trump hat
entschieden, seine Regierung nicht in Washington
zusammenzustellen, sondern hier in seiner New
Yorker Wohnung. Der Cowboy dreht den wartenden Journalisten den Rücken zu, hebt seinen Nerzmantel und entblößt seine Unterhose, auf der in
großen Lettern TRUMP steht. »Das ist der Höhepunkt meiner journalistischen Karriere«, stöhnt
ein amerikanischer Reporter, der vor den goldenen
Fahrstühlen wartet. Dort, wo es zur Schmuck­
boutique von Trumps Tochter Ivanka geht.
Die Lobby des Trump Tower ist ein öffentliches
Luxus-Einkaufszentrum, mit Nike-Store, GucciLaden, Restaurant und Starbucks. Und es wird weiterhin besucht. Von halb nackten Cowboys, Touristen
und einem konstanten Strom von Politikern, Militärs
und Wirtschaftsleuten, die Trump seit zwei Wochen
als mögliche Kabinettsmitglieder interviewt. Bislang
fanden Regierungsbildungen respektvoll im Verborgenen statt. Diese hier ähnelt eher der CastingProzedur einer von Trumps Miss-Universe-Wahlen.
Im 58. Stock des Trump Tower wird gerade die
Zukunft Amerikas bestimmt. 4000 wichtige Ämter,
die über die Qualität und die Ausrichtung der neuen
Regierung entscheiden, muss Trump in den nächsten
zwei Monaten vergeben. Darunter fallen sämtliche
Ministerposten, hochrangige Stellen in den Ministerien, Top-Diplomaten sowie das Personal von Behörden wie dem Rechnungshof bis hin zur Kommission für Meerestiere. Trumps Erwählte werden in den
nächsten vier Jahren über Themen wie Bürgerrechte
und Klimaschutz mitbestimmen. Über den Umgang
mit den Medien. Über die Zukunft des Kapitalismus,
über Krieg und Frieden.
Auch von ihnen hängt ab, ob Amerika eine
freiheitliche Demokratie bleibt oder eine illiberale
Demokratie wird, vielleicht sogar eine Autokratie,
also ein gleichgeschalteter Ein-Mann-Staat ohne
nennenswerte Opposition.
Man kennt von Donald Trump unterschiedliche
Gesichter: Da ist der ehemalige Wahlkämpfer, der
den Hass seiner Fans anstachelt, Muslime verteufelt
und islamistische Terroristen foltern lassen will. Da
ist aber auch der zukünftige Präsident. Und der hat
in der Wahlnacht versöhnliche Töne angeschlagen
und angekündigt, auch mit seinen Gegnern zusammenzuarbeiten. Einige sagen nun, man solle Trump
gegenüber nicht zu voreingenommen sein.
Präsident Barack Obama: »Wir müssen den
neuen Präsidenten jetzt unterstützen und seiner
Regierung Erfolg wünschen.«
Hillary Clinton: »Wir schulden es Donald
Trump, ihm eine Chance zu geben.«
Mitt Romney, einer der schärfsten republikanischen Kritiker Trumps: »Ich hatte ein sehr weitreichendes Gespräch mit dem zukünftigen Präsidenten Donald Trump. Ich freue mich auf die zukünftige Regierung.«
Soll man also darauf hoffen, dass das Amt den
Mann verändert? Oder ist diese Annahme naiv?
Trumps erste Personalentscheidungen deuten
nicht darauf hin, dass sich seine Politik von der
Hitze seines Wahlkampfes unterscheiden wird.
Stephen Bannon, ehemals Chef der rechts­
populistischen Webseite Breitbart, wird der neue
mächtige Chefstratege im Weißen Haus. Seine
Weltsicht in Kurzform lautet: »Wir erleben eine
Krise des Kapitalismus, und darüber hinaus sind
wir am Beginn eines globalen Krieges gegen islamischen Faschismus.«
Jeff Sessions, rechtskonservativer Senator aus
Alabama und von Trump als Justizminister nominiert, sagt: »Mit einem Einreiseverbot für Muslime
bewegen wir uns zwar in gefährlichem Fahrwasser,
da es gegen unser Recht auf freie Religionsaus-

4 POLITIK
Duterte (Philippinen) und Xi (China)

24. N OV E M B E R 2016

Ruhani (Iran) begrüßt Ban Ki Moon (UN)

Merkel mit Orbán (Ungarn)

Waszczykowksi (Polen) trifft Erdoğan (Türkei)

DIE ZEIT No 49

Cameron (UK) mit Putin (Russland)

Du-mich-auchWie geht die internationale
Politik mit immer mehr
Akteuren um, die alle
Regeln lustvoll missachten? 
VON STEVEN BEARDSLEY,
PETER DAUSEND UND MICHAEL THUMANN

A

uf dem edlen Parkett der
Diplomatie geht es immer
häufiger zu wie auf dem versifften Asphalt der Gosse:
Der philippinische Präsident
Rodrigo Duterte bezeichnet
den US-Präsidenten Barack
Obama als »Hurensohn«.
Das Staatsoberhaupt der Türkei, Recep Tayyip
Erdoğan, attestiert dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi, er spiele »nicht auf meinem Niveau« und solle »seinen Platz kennen«. Der
russische Präsident Wladimir Putin beschimpft
ukrainische Politiker pauschal als »Nationalisten,
Faschisten und Antisemiten« – und für seinen

künftigen US-Widerpart Donald Trump sind Mexikaner schlicht »Vergewaltiger«. Keiner dieser
Ausfälle wurde heimlich mitgeschnitten oder von
einem übelmeinenden Vertrauten durchgestochen.
Sie waren geplant und gezielt gesetzt – vor laufender Kamera. Wo einst vertraut gesprochen wurde,
wird nun offen beleidigt. Der Hinterhofjargon ersetzt die Weltläufigkeit.
Die internationale Diplomatie erlebt einen
Epochenbruch. Vorbei ist die Zeit, als die Aufgabe
von Diplomaten darin bestand, so lange gesittet
um den heißen Brei herumzureden, bis er abgekühlt war. Vorbei die Übung, scharfe Gegensätze
im Gespräch handhabbar zu machen. Zum ersten
Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Nationalis-

mus weltweit auf dem Vormarsch. In Russland,
China und der Türkei verdrängt der chauvinis­
tische Blick auf die eigene Größe den Wunsch
nach friedlichen Beziehungen zu den Nachbarn.
Die Überzeugung, am englischen Wesen werde
Großbritannien genesen, hat zum Brexit geführt.
Donald Trump wurde mit dem Versprechen, die
USA wieder großartig zu machen, zum Präsidenten gewählt. In Ungarn und Polen regieren autoritäre Nationalisten bereits – und in den Niederlanden womöglich bald.
All diesen Akteuren ist gemein, dass sie das
Fremde, das Andere, das vermeintlich Bedrohliche
ausgrenzen, ja diffamieren, um an die Macht zu
kommen oder sie zu verteidigen. Vom »Huren-

ANZEIGE

Gemeinsam machen wir das deutsche Gesundheitssystem zu einem
der besten der Welt. Erfahren Sie mehr unter www.pkv.de/martin

sohn« bis zu »Scheiß auf die EU« kommt ihnen
dabei alles über die Lippen, was die anderen kleiner und sie selbst größer macht. Diplomatische
Regeln und Formeln stören nur. Die Zeiten sind
undiplomatisch – und die Diplomaten gefordert.
Mit Lieblingsleerformeln wie »den Gesprächsfaden
knüpfen« beziehungsweise »den Gesprächsfaden
nicht abreißen lassen« kommen sie jedenfalls nicht
mehr weit. Zu viel steht auf dem Spiel. Eine Welt,
die immer undiplomatischer wird, wird auch immer gefährlicher. In einer Zeit, die immer kompliziertere Fragen stellt, agieren Staatschefs zunehmend mit Ressentiments und Erniedrigung.
Mit Nickligkeiten kann es beginnen. Als FrankWalter Steinmeier Mitte November nach Ankara

bei mit ruppiger Aggressivität – das alles gehört zur den Bombenangriffen auf Aleppo den Tod Tausen. So macht man direkte Diplomatie. Am Ende plumpsen sie beide nach unten. wie man mit hemmungslos kränkenden Machthabern umgehen soll. gab in Europa. Oder sie wird ein bisschen ihr Einfluss immer weiter. die auf das diplomatische Spielfeld drängten. »Wechselseitige Beschimpfungen rufen nur jene Medien auf den Plan. macht die Sache nur noch schlimmer. saß neben dem Präsidenten desden sollen. 4. lädt den Gegner zu weiteren Attacken ein. Beim jüngsten Treffen des Global­ Diplomacy Lab in Montreal ging es daher auch um die Frage. vor allem in England. Sie schaukeln den Konflikt weiter hoch. Die Neo-Außenpolitiker haben in diesen Fällen mehr erreicht als die klassische Politik. Der Arabische Frühling 2011 und die Proteste in Hongkong 2014 weniger staatlich und setzt auf neue Akteure. Es klingt fast therapeutisch. globales DiplomatieLabor – so nennt sich eine Veranstaltungsreihe. Sie testen die Diplomatie auf ihre Anpassungsfähigkeit an technologischen und gesellschaftlichen Wandel. Gesandte verhandelten in einem geordneten Gesprächsprozess die jeweiligen Interessen miteinander. Vielleicht ist künftig direkte Diplomatie öfter nötig. Workshops. diese Grenzen zu sprengen: Entweder wird die Diplomatie ein bisschen we. Zum Beispiel die. sperren Onlineportale und damit den sen Tochter Ivanka Trump samt Ehemann. manche Beobachter sehen sogleich den »Eklat«. Ohne Greenpeace gäbe es kein Manchmal muss man der Gegenseite ruhig Weltklima-Abkommen. sondern als Verrat. kommt er in ein diplomatisches Krisengebiet: Erdoğans Unterdrückungsmaßnahmen gegen Presse und Opposition infolge des Putschversuchs. eine internationale Drohnenarmee aufzustellen. der sich mit Mussolini unterhält.pagne #StopKony entwickelte 2012 eine solche hören. Die sogenannte Hashtag-Kam­ gehakt. Aus all diesen Reaktionen spricht vor allem eines: Rat­ losigkeit. Die Ursprünge der modernen Diplomatie gehen auf die norditalienischen Stadtstaaten der frühen Renaissance zurück. bei ANZEIGE der Kinder und Zivilisten in Kauf zu nehmen. Mit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke steigt auch therapeutische.kräftigen – Akteure sind die Online-Aktivisten. Sie wissen. die gern mit nationalen Stereotypen und Ressentiments arbeiten. die helfen sollen. l. Wenn beide Seiten nicht mehr aus der Eskalationsspirale herausfinden.Aktivisten den Druck auf ihre Regierungen aufnen wir nicht nachvollziehen«. Dieser Tage erlebt die diplomatische Welt einen weiteren Schock durch bewussten Regelbruch. Trump empfahl sische Diplomatie immer öfter. Getty Images (S. Die Kampagnen. um den anderen wissen zu lassen. der EU-Beitritt der Türkei – alles ist umstritten. digitalen Welten vordringen. v. Und als der japanische Premier Shinzo Abe im Trump Tower seine Aufpunkten die Falschen. eine hellenophile Presse den Ton an. Was aber dann? Barack Obama sagte ein Treffen mit dem philippinischen Präsidenten Duterte nach dessen Schimpfattacke ab – nur um ihn später doch noch per Handschlag zu begrüßen. der Israel auslöschen wollte. So schmückt sich das niederländische Außenministerium nun mit der Idee für eine App. Themen. sind längst so professionell wie die der Gegenseite. Die neuesten – und durchaus durchschlagszwei Möglichkeiten. Mit gezielten Kampagnen setzen diese Çavuşoğlu vor die Kameras tritt. stellt die russische Propaganda im Gegenzug Europa als ein von Terroristen und Flüchtlingen überlaufendes Höllenloch dar. 10 Downing schieden. sondern auf die Zivil­ maten ausgesucht. um roristen.den Briten – zum Entsetzen von No. ein früherer US-Diplomat. die sie während des Gesprächs immer weiter hochschrauben. Aktivisten und Wissenschaftler treffen. Zahlreiche Botschaften und Außenministerien veranstalten immer häufiger »Diplohacks« oder »Hackathons«. Doch die Medien sind nicht die Letzten geblieben. Doch dann kann Çavuşoğlu nicht auf.Street – den Rechtspopulisten Nigel Farage als Botmatischen Wettstreit durchsetzen wird.wartung machte. Wirkung auf sein Gegenüber erzielt man so aber kaum. Da ist keine Differenz mehr zwischen drinnen und draußen. erntet eine Schimpfkanonade. Leute. die sich für freie Meinungsäußerung einsetzen. zu zentralen Akteuren aufgestiegen. dass man auf unterschiedlichen Planeten lebt und trotzdem miteinander klarkommen muss. der einen Krieg zwischen Israel und dem Iran verhinderte. um die Bürger im eigenen Land wissen zu lassen. dass die Aufständischen neben moralischer auch handfeste militärische Unterstützung aus Europa erhielten. aber der Ton passt nicht dazu. nische Mädchen aus den Fängen der islamistischen Miliz Boko Haram zu befreien. Auch wenn sich die Nachwuchsdiplomaten vor allem mit der Zukunft beschäftigen. Auch andernorts wird intensiv an der Diplomatie der Zukunft geforscht. dass der Waffengang euphorisch bejubelt wurde. Wer einfach schweigt. Damit klar wird. Am Flughafen findet sich nur ein stellvertretender Gouverneur zur Begrüßung ein. Er ist ruhig. Zusätzlich ant.in den Kongo und nach Uganda schickte. Derzeit schafter in Washington. Gesprächsfetzen werden ab. um 270 entführte nigeria­ reist. geriet man oft aneinander. Chaplin spielt Hitler. Beide posieren auf großen Sesseln. N OV E M B E R 2 0 1 6 POLITIK 5 DIE ZEIT No 49 Modi (Indien) und Putin Merkel begrüßt Jazenjuk (Ukraine) Ban Ki Moon und Erdoğan Fotos (Ausschnitte): ddp. sentlich unberechenbarer machen. so habe er »davon keine Kenntnis«. wer sich im neuen diplomatisch-undiplo. Davids. Intertopics.) Diplomatie allein auf militärische Bekämpfung des Terrors »teilen wir nicht«. von der vom türkischen Volk doch so her. Von diesem Erfolg wollen Diplomaten lernen. woran sie mit ihrer Führung sind. die über Jahrhunderte hinweg keine Rolle spielten. die NGOs. Stock im Trump Tower.fröhlicher Dilettantismus wird Außenpolitik weworten sie auf Kritik mit massiver Propaganda. Derlei Weg zu ihren Zivilgesellschaften. andernorts Problem zu lösen. Wer kühl mit deutlichen Worten spricht. erscheint manche Idee gegenwartstauglich.zum Handeln. l. in welche Richtung sich die Diplomatie in einer globalisierten Welt entwickelt. Die Griechen gründeten am Ende ihren eigenen Staat. v. mit deren Hilfe Bauern im ländlichen Afrika kranke Pflanzen erkennen können. Als Frank-Walter Steinmeier am 15. Deutschland und England die Stimmung dermaßen an. Als die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland mit Iran über sein Atomprogramm verhandelten. Nach einem Jahrzehnt stand dennoch der Vertrag. aber laut. Novem. Es gibt keine fair bezahlten Kaffeepflanzer in Äthiopien. Vielleicht ist das die wirksamste Waffe. Russland. Vielleicht braucht man sie. denen Diplomaten und Techniker gemeinsam Apps entwickeln. Er sei »mindes. die zeigt. der nun für das­ Center for Strategic and International Studies in Washington arbeitet. Den Unmut der Gastgeber bekommt Steinmeier umgehend zu spüren. Deshalb müssen staatliche Akteure stärker in die dezentralisierten. Mit der Kampagne #Bringje zuvor bei solchen Auftritten. was der liebe Mevlüt zuvor gesagt hat. Die autoritären Machthaber. den Mordzug des ugandischen Warlords Joseph Steinmeier antwortet darauf so direkt wie kaum Kony zu stoppen. Al-Abadi weinte sich über den ausfälligen Erdoğan bei den Amerikanern aus. Mit dem Ergebnis. niger klassisch und setzt auf neue Methoden. Noch ist nicht ent. Die Neben Regelbruch und Ruppigkeit bedroht Gratulanten zur Wahl wurden nicht wie sonst nach nun der Dilettantismus die Diplomatie Bedeutung und ihrer Nähe zu den USA von DiploNicht auf den Staat. die die klassische Diplomatie gegen das Undiplomatische parat hat: die Ausdauer. an Steinmeiers Limousine fehlt die deutsche Standarte. Shutterstock. dpa. Allerdings hat noch kein Diplomat eine App entwickelt.­ Donald Trump betreibt seine Außenpolitik freihändig aus dem 58. . wie neulich die amerikanische UNBotschafterin Samantha Power im Sicherheitsrat über Russlands Krieg in Syrien (»tote Kinder. mehr zu tun. Später kam die Wirkungsmacht der Medien hinzu.24. wie die Digitalisierung die Diplomatie verändert. Laboranten verfolgt mittlerweile auch die klas­ Wer zuerst anrief. 5. sondern hatten den künftigen gesellschaft zielen – diese Leitlinie der Diplomatie-­ Präsidenten nach dem Zufallsprinzip am Telefon. Die Ukrainer beschimpfen ihrerseits Putin und die Mexikaner Trump. gepaart Werfen westliche Politiker in den klassischen Medien und auf sozialen Netzwerken Moskau vor. Die Berichterstattung über den Freiheitskampf der Griechen führte dazu. Das Gestaltlose und der Regelbruch. das Besuchsrecht deutscher Parlamentarier auf dem Nato-Flughafen Incirlik. sie habe 4500 Akten auf Auslieferung übergeben. ohne Amnesty Internasagen. Neue Akteure tummeln sich jetzt in der internationalen Politik. Seit dem Aufstieg der neuen sozialen Bewegungen der 1970er Jahre sind Nichtregierungsorganisationen. Jeder will höher sitzen. die umgangen wer. woran er ist. vor allem als der Radikalislamist Mahmud Ahmadinedschad regierte.BackOurGirls hielten zwei Jahre später Onlinetens irritiert« über solche Äußerungen. die ersten Botschaften wurden im dreizehnten Jahrhundert gegründet. Und trotzdem sind oft viele Jahre vonnöten.unter Druck – und zwingen sie manchmal auch lichkeiten. Lebensmitteln und Handys versorgt. erinnern sie an Charlie Chaplins Der große Diktator. Die Konzentration recht.). sieht es zunächst Neo-Außenpolitiker ihre und andere Staaten nach einer normalen Pressebegegnung aus. dpa. Kein Weg scheint der richtige zu sein. Belustigte Gelassenheit wirkt zwar souverän. um ans Ziel zu kommen. warnt Jeffrey Rathke. wo oben und unten ist. der Umgang mit der kurdischen HDP.« Im Wettstreit um die entschiedenste Verbalattacke wirkt man auch schnell lächerlich. den anderen übertrumpfen. Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges heizten nationalistische Zeitungen in Frankreich. Und wer Gleiches mit Gleichem vergilt. »Auf aggressive Rhetorik in derselben Tonlage zu antworten ist kontraproduktiv«. sachlich. Shutterstock (S. um darüber nachzudenken. zerstörte Krankenhäuser und Schulen. wenn Steinmeier ruhig und langsam sagt: »Lieber Mevlüt. bei der sich zweimal im Jahr junge Diplomaten. faktenfrei. lass mich dies noch einmal sagen« – und dann allem widerspricht. sprach zuerst. dass das staatliche Monopol auf Diplomatie zu Ende geht. die Kriegsopfer mit Medikamenten. Als sich die Griechen in den 1820er Jahren gegen das Osmanische Reich erhoben.neuen Welt der Diplomatie. Höf. Und im Präsidentenpalast sitzt Steinmeier auf einem deutlich niedrigeren osmanischen Brokatsessel als sein Gastgeber Erdoğan.Dynamik. mit denen offene Diskussionen unterminiert werden sollen.wären ohne Online-Aktivisten kaum möglich ber in Ankara mit seinem Kollegen Mevlüt­ gewesen. das »kön. und wenn die Türkei meine. die frei in Deutschland herumliefen. Wie reagiert man auf solche Dreistigkeiten? In der deutschen Delegation zuckte man nur mit den Schultern und zeigte sich eher belustigt als beleidigt. dass die US-Regierung Spezialkräfte beigesehnten Todesstrafe zu reden und von Ter. Shutterstock. »Global Diplomacy Lab«. die bloßlegt. Barbarei«). was man wirklich über sie denkt tional keinen Internationalen Gerichtshof für In undiplomatischer Zeit stößt die klassische Menschenrechte und ohne Drittweltgruppen Diplomatie der Staaten an ihre Grenzen. dass eine Lösung dann oft nicht als Lösung beschrieben und betrachtet wird.

wenn nicht einzige Garant sind für Demokratie. Solche Äußerungen zeugen von einer wahnwitzigen dialektischen Erlösungsfantasie. so sieht es Gauland. der Schulden macht. Seither versteht sich Skidelsky als eine Art Spiritus Rector der keynesianischen Glaubensgemeinschaft.« Kurzum: Nicht die Linke. gegen die aufzubegehren mindestens interessant ist. weil sie.6 POLITIK 24. an dem die Welt allmählich zugrunde geht. Die AfD darf zwar jubeln. Wenn nur der Sieger nicht so peinlich wäre: Denn da ist ja immer noch irgendwo das offizielle »emanzipatorische Selbstverständnis« der Partei. sehr viel Geld auszugeben. also jene in Clubs und Thinktanks organisierten Außenpolitiker. Der Punkt der Sorge dürfte das Militär sein.« Aber kann die Größe der amerikanischen Nation wirklich das Ziel europäischer Außenpolitik sein? Oder war sie das in den Augen der Atlantiker schon immer? Dies alles soll wohl den an sich sehr naheliegenden Gedanken undenkbar machen. andererseits ist ein US-Präsident mächtiger als alle Muslime zusammen. was er seinen Wählern versprochen und der Welt angedroht hat. So nannte kürzlich ein besonders eingefleischter Atlantiker Donald Trump. nationalstaatliche Interessen zum Zug. dass Europa mal nicht als militärischer Multiplikator und Greatness-Assistent dienen könnte. Angesichts all dieser Finten. besonders in Deutschland – nach dem Muster von Houellebecqs Buch. Doch die Bewahrung amerikanischer Größe kann nicht ohne seine besten Verbündeten gelingen. die er bisher verleugnet. wächst / das Rettende auch. »dem Establishment zugeordnet zu werden und damit Protestwähler zu verprellen«. MARK SCHIERITZ UND BERND ULRICH E ines der großen Bücher unserer Zeit heißt Soumission.. es sei ein Sieg gegen das »System«. müde gewordenen Denken. Sogleich wurde das mehrtägige Unterlassen unkontrollierter oder hetzerischer Äußerungen zu typisch amerikanischer Professionalität stilisiert. relativiert sie nun. Denn wenn der Staat zum Heilsbringer erklärt wird. Natürlich wird der Trumpismus nicht so gefährlich und ideologisch werden wie der radikalisierte Islamismus. Die amerikanische Lässigkeit. an die Legitimität des Washingtoner Führungsanspruchs auf – oder sie beginnen ihre demokratischen Werte aufzuweichen. Gauland ist ein konservativer Anti-Amerikaner. Das ist gemeint. die Gauland für die AfD gewinnen will. Derzeit wird Amerikas Demokratie toxisch. Fünf Idealtypen der Unterwerfung unter die neue Herrschaft lassen sich erkennen. Die ganze Verzweiflung der deutschen Atlantiker zeigte sich in einem Artikel von Wolfgang Ischinger in der New York Times. gleich stark wie die USA. jedenfalls in diesem Jahrhundert. Selbst das Projekt der großen Mauer an der mexikanischen Grenze wird da kleingeredet. Illusionen und Unterwerfungsgesten fragt man sich vor allem eines: Warum? Europa ist. Und lernt. Dabei ist die Hoffnung auf das progressive Potenzial eines reaktionären Keynesianismus gleich doppelt trügerisch: Denn Trump will zwar Geld ausgeben. wie sich Frankreich allmählich dem Islamismus unterwirft. den Freihandel zurückdrehen. die in seiner eigenen Partei »Sympathie auslösen« – die Forderungen. Anders gesagt: Dem Kampf gegen den »Neoliberalismus« müssen sich Bedenken gegen Trumps Autoritarismus unterordnen. Atlantiker und Anti-Amerikaner. Rückschlägen und kleinen Fortschritten. dass Europa sich von einer Macht. Die ersten Äußerungen des frisch Gewählten kamen der Halb-so-schlimm-Fraktion zupass. Trump steht also im Wesentlichen für das Richtige. Sie wetten aber darauf. schon selbst soufflieren muss. stehen sie an einem Scheideweg: Entweder sie geben ihren Glauben an die amerikanische Suprematie. dann ist der Zeitpunkt für die Emanzipation eigentlich gekommen. und sie ist sehr kreativ. dass Donald Trump innen. Wenn man die Marschbefehle. Oder anders gesagt: Am Ende könnte von Donald Trumps reaktionärem Keynesianismus nur das Reaktionäre übrig bleiben.« Die Rechte Alexander Gauland. Die Linke Nirgendwo haben Donald Trumps außenpolitische Ankündigungen so freudige Aufnahme erfahren wie unter führenden Politikern der deutschen Linkspartei. Der Preis für diese Weigerung ist das Schönreden von Trump. dass nun ausgerechnet durch einen wie Trump seine Wünsche nach einer nationaleren Politik erfüllt werden sollen. Und weiter: Eine zu »rigide Frontstellung gegen autoritäre Herrschaftsformen und mit diesen liebäugelnde westliche Rechtspopulisten könnte an der Glaubwürdigkeit linker anti-neoliberaler Rhetorik nagen«. Mit ihm nahe das Ende der »neoliberalen Schuldenobsession«. gemessen an seiner Bevölkerung und seinem Bruttoinlandsprodukt. der einen konsequent rassistischen. die glauben. Ja. so kann es gehen. dass mit der neuen Trump-Administration eine rationale Außen. Ischinger schrieb nach der Wahl. genauer: Ihre sich schon seit Jahren vollziehende Selbstvergiftung ist seit der Machtübernahme von Donald Trump nicht mehr zu übersehen. dann hat sie schon verloren. weil ja die berühmten Checks and Balances des amerikanischen Systems bald greifen würden. Jetzt kommen wieder ältere. Sondern auch weil die Welt sich in einer dermaßen instabilen. aber nach allem. Der Keynesianer Linke Wirtschaftswissenschaftler haben ihrerseits ebenfalls einen Dreh entdeckt. Die Wahl Donald Trumps ist für Skidelsky ein epochales Ereignis – und zwar eines. Natürlich muss man darauf hoffen und darauf hinarbeiten. dass die USA der letztliche. Der Atlantizismus befindet sich in einer Existenzkrise. Robert Skidelsky. dass selbst ein hochdisziplinierter. um einen solchen Wechsel herbeizuführen. Deren Unterwerfungslust ist vielleicht die erstaunlichste Wendung dieser Tage. Das Kunststück besteht darin. ist der vulgäre Sexist Trump nicht attraktiv. Nun wird in parteinahen Medien schon diskutiert. zwar in Trumps Sieg das erste Anzeichen einer Veränderung der hiesigen Machtverhältnisse zu erkennen – jedoch ohne sich dabei mit dem Abstoßenden dieses Siegers zu infizieren. geschweige denn – Präsident. welche Vorzüge die Mehrehe hat. eine »letzte Warnung« für »all die arroganten und abgehobenen Politiker«. In Sahra Wagenknechts Worten: »Die Menschen in den USA haben ja nicht in erster Linie Donald Trump gewählt. sondern ermannen. gerade vollziehen sie sich vor aller Augen.de/audio . auch die Rechte unterscheidet sich vom Anti-Amerikanismus. Sahra Wagenknecht hatte schon vor der US-Wahl eine Debatte darüber begonnen. Trumps USA gilt der Linken als Beispiel für Europa? Tatsache: Die Linke ist in zentralen außenpolitischen Punkten einig mit Trump – Putin integrieren und die Nato zurückfahren. Das Spektrum reicht von Alleshalb-so-schlimm über Nur-wenn-es-schlimmer-wird-wirdes-besser bis zu Hauptsache-er-baut-Autobahnen. da die USA demokratisch instabil werden? Tatsächlich verläuft seit der fatalen Wahl gerade vieles – zumal in Europa. nun. Er sieht Deutschlands Bestimmung von jeher in Eurasien. hat eine dreibändige Biografie über den bri­ tischen Ökonomen John Maynard Keynes geschrieben. sondern im Ausgleich mit Russland.« Und damit nicht genug: »Während seiner Kampagne gebrauchte Donald Trump den Slogan ›Make America great again‹. Der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko geht einen Schritt weiter und erklärt. als eine Clinton. glaubt Skidelsky. das ihm Hoffnung macht. die Grenze zu schließen. Ein bisschen Feigheit hier. Ein solcher Mann ist Trump nicht. Wirtschaftshistoriker von der Universität Oxford. Die Parteichefin Sahra Wagenknecht äußert. weil diese auf eine ökonomische. das Böse kann ziemlich böse sein – und dass die Arbeiter am Ende profitieren. Der Atlantiker Besonders tragisch ist der Machtwechsel für die deutschen Atlantiker. Darum sollte Europa sich nicht anpassen. und wir sind eine deutsche Partei« – das sagte Gauland dem Londoner Daily Express. Das erfordert einige denkerische Umdrehungen. schon reden sich deutsche Politiker und Publizisten den künftigen US-Präsidenten schön  VON JÖRG LAU. die Einwanderung von Muslimen zu stoppen und das Verhältnis zu Russland zu verbessern. Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen hingegen hatte in seiner Presse­ erklärung gejubelt. Brücken werden gebaut zwischen der aufsteigenden neuen. was bisher von seinen Plänen bekannt ist. die Teile der Linken in die Arme von­ Donald Trump treibt. in Farbe und in hohem Tempo. Insofern liegt eine gewisse historische Ironie darin. was die Europäer denn nun gerne von der neuen Administration hören wollen. Für das konservative Publikum aus enttäuschten CDU-Wählern. Für Leute wie Žižek ist das Böse gewissermaßen der Agent des Guten – so wie erst die wirtschaftliche Depression der dreißiger Jahre das kapitalistische Amerika dazu gezwungen habe. wenn nicht gar überfällig. der staunt. Bei Trump gebe es zwar Ungewissheit. Was also machen diejenigen mit diesem regime change. Oder gar. die ihr Leben und Denken auf die demokratische und moralische Überlegenheit der USA gegründet haben? Wie verhalten sich umgekehrt die AntiAmerikaner. als dass der Islam in Frankreich schon zahlenmäßig viel zu schwach ist. die der Menschheit die Europä­ ische Union und die Soziale Marktwirtschaft gebracht hat? Musste Mao morden. Daran könne sich Europa ein Beispiel nehmen. überwiegend Verheerungen angerichtet. die man erhalten möchte. von Trump gehe »keine Bedrohung aus«. geht immer noch Hölderlin. Hand in Hand mit Putins Russland. keinesfalls führen lassen kann. dass Žižek die Wahl Donald Trumps begrüßt hat. Auf der anderen Seite haben die Amerikaner mit ihrer militärischen Übermacht. Der Transatlantizismus war für ihn nur so lange notwendig. Dass zentrale Forderungen aus ihrem eigenen außenpolitischen Angebot siegreich sein können. jedenfalls ein Feind des US-Systems. umfassend kenntnisreicher. muss aber vorsichtig dabei sein.wie außenpolitisch nicht alles wahr macht. ein Sieg Hillary Clintons hätte die Gefahr eines »großen Krieges« bedeutet. dass alles halb so schlimm komme. gute Politik zu machen. die spart. Doch die Mechanismen der Unterwerfung sind allgemeingültig. der ihm als Multiplikator seiner militärischen Macht dienen kann. Unterwerfung. Die Dialektiker leugnen nicht. Argumentationsnot macht offenbar erfinderisch. den »Neoliberalismus« zugunsten der Arbeiter bekämpfen. sexistischen und verfassungsfeind­ lichen Wahlkampf geführt hat. in der sich einer radikaleren Linken Chancen eröffnen«. das Anormale wird normalisiert und dann selbst zur Norm. bescheidener und respektvoller Mann im Weißen Haus allergrößte Schwierigkeiten hätte. in Trump einen Heilsbringer zu sehen. da Amerikas System bis auf Weiteres außer Betrieb ist und eine bestenfalls zwielichtige Figur an der Macht. der autoritären Versuchung erliegen. die Unterwerfung ist in vollem Gange. was sie aus dem überraschenden Wahlerfolg herauspräpariert. eine Verständigung mit Russland zu suchen und keine Regimewechsel mit Hilfe von Militäroperationen anzu­ streben. dass aus den Trümmern seiner Präsidentschaft eine schönere und gerechtere Welt entstehen wird. heißt es in der linken Wochenzeitung der Freitag. Wer das alles sieht. live. Skidelskys Unterwerfungsakt offenbart. der Bär war nach dem Verspeisen der Bienenwabe nämlich zufrieden und freundlich. Schon werden also demokratische und zivilisatorische Standards zu einer Orthodoxie erklärt. Oder erfrauen. wo die EU tatsächlich unterbelichtet ist. Und so wärmt sich der linke slowenische Philosoph Slavoj Žižek in diesen Tagen der Angst und der Sorge am wohl berühmtesten Vers des berühmten Dichters: »Wo aber Gefahr ist. das sich schlecht mit den rassistischen und misogynen Äußerungen des President-Elect verträgt.und Wirtschaftspolitik gemeinsam und auf Augenhöhe gestaltet werden kann. In dieser Sichtweise steht Hillary Clinton für den Status quo. wenn er auch von der falschen Seite dorthin gelangt. außer der Angst vor der Angst. Letzteres geschieht bereits hier und da. dass ein Trump dermaßen viel Unheil anrichten wird. wie stark die Versuchung für staatsgläubige Politikansätze ganz generell ist. der irgendwie so frischen Macht und dem eigenen. die Wirtschaft lasse sich durch staatliches Geldausgeben in die Gänge bringen. in erster Linie für die Reichen und die Wall Street. dass die USA sich zurückziehen. Da komme man doch in Gefahr. damit diese eben gerade nicht. war nicht glücklich mit dem Tweet der Parteiführung nach Trumps Wahlerfolg: »We are President!« Das sei zwar amüsant. In seinem Lehrstück schildert Michel Houellebecq. Tricks. Wenn Trump also Nato. und schon war es vorbei mit der Halb-so-schlimm-Strategie. wie er schreibt. Wo doch genau dieselben Anhänger und Kenner des Amerikanismus vorher erklärt hatten. eine plötzliche neue Einsicht da. Gauland sucht länger schon nach einer geopolitischen Option für Deutschland jenseits der westlichen Bündnisse. ist alles andere als ausgemacht. dass Migration durch Obergrenzen und eine strikte Auslegung des »Gastrechts« (Wagenknecht) zu beschränken sei. der seine Anhänger deshalb dazu aufruft. damit China ein halbes Jahrhundert später zur Weltmacht werden konnte? Das Gute lässt manchmal ziemlich lange auf sich warten.« Dazu muss man wissen. komplizierten Lage befindet. elektrisiert die Partei natürlich. Schätzungen zufolge. weil es im Gegenzug die Spielräume nationaler Politik erweitert. Auf die heutige Zeit übertragen: damit Leute wie Trump nicht erst an die Macht kommen. da gewissermaßen ein Anti-Amerikaner.. so die Logik. die von einem Donald Trump geführt wird. ohne die USA werde der alte Kontinent demokratisch instabil. gegen die »Mainstream-Medien«. an die Macht kommt? Und was machen Europäer. Nun. Es gibt keinen wirklichen Grund für diese soumission. Keynes wollte durch staatliche Ausgabenprogramme den Wohlstand der Massen sichern. »eine völlig neue politische Situation geschaffen hat. Der Dialektiker  Wenn sonst nichts mehr geht. ist das gut. Doch dann kamen die Personalentscheidungen (nebst einigen Trump-typischen Twitter-Entgleisungen). sondern bringt es auf die Bank. Nur: Wo soll solches Denken hinführen? War Hitler eine List der Vernunft. wie während der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre geschehen. jetzt. um die Steuern zu senken und Straßen und Brücken zu reparieren. der gibt das Geld auch nicht aus. den Materialismus hält er für nicht wünschenswerte Einflüsse auf die deutsche Kultur. Wenn die Linke – wie Žižek meint – ohne die mobilisierende Kraft einer »drohenden Katastrophe« verlieren wird. Auf die Wege zur gesichtswahrenden Anpassung machen sich Linke und Rechte. Mehr als die Hälfte seiner Steuersenkungen kämen. ökologische (er ignoriert den Klimawandel) und humanitäre (er gibt den Reichen und nimmt von den Armen) Katastrophe. »atemberaubend unorthodox«. dass sie den neuen Präsidenten an ein paar Prinzipien erinnerten. die popkulturelle Oberflächlichkeit. während die europäischen Staatschefs sich einen Tadel dafür einhandelten. dem früheren Botschafter in Washington und heutigen Chef der Münchner Sicherheitskonferenz. wie laut die Linke denn künftig gegen chauvinistische und fremdenfeindliche Elemente unter jenen protestieren soll. wenn die AfD die Ära Trump in diesen Worten begrüßt: Wir sind zuversichtlich. sind die Motive staatlichen Handelns eher zweit- rangig: lieber einen Trump. die von der Überzeugung geeint wird. EU und Westbindung schwächt. Menschenrechte und Freiheit. Nicht nur wegen einer Regierungsmannschaft. Trumps Mauerpläne. Die Linke ist durch Trumps Sieg in einer Klemme. aber eben auch die Chance.zeit. Stattdessen wandte sich Ischinger mit folgenden Worten in Richtung Trump: »Er wird keinen besseren Partner (als Europa) finden (. aber »Trump ist ein Amerikaner. Schließlich entdeckt die Hauptperson des Romans. www. und die liegen nicht in der Westbindung Deutschlands. Im Gegenteil: Im Wahlkampf habe Trump erklärt. in der ein Leugner der Evolution als Garant der Rationalität gehandelt wird (Vizepräsident Pence). Journalisten und Berater. Und so preist Gauland drei Forderungen Trumps. ökologische und humanitäre Katastrophe zusteuert. Dieses Argument zeugt von einer fast schon trumpistischen Kühnheit. dass wegen der berühmten Checks and Balances so einer wie Trump niemals Kandidat werden könne. das »positive Potenzial« des neuen amerikanischen Präsidenten anzuerkennen. um genau zu sein. der intellektuelle Kopf und Bundesvorsitzende der AfD. wie man die USA als Bollwerk gegen den Sowjetkommunismus brauchte. dem obersten Prozent der Amerikaner zugute – und wer schon mehr als genug hat. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Die Unterwerfung Donald Trump ist noch nicht im Amt. Trump hat schließlich angekündigt. die Trump gut finden.). In der Sehnsucht nach dem großen Knall offenbart sich die Verachtung für den demokratischen politischen Prozess mit seinen Kompromissen. seine Demokratien sind derzeit eher stabiler. Man sollte aber nicht mit einem solchen Ausgang rechnen. sie haben Veränderung gewählt. sich mit dem New Deal der Nöte der Arbeiter anzunehmen. die immer gedacht haben. dass die Welt auch unter Trump Kurs nimmt auf eine ökonomische (er treibt die Schulden in die Höhe). Das Gros der Atlantiker hat sich allerdings erst mal auf die These verlegt. Die Versuchsanordnung in Houellebecqs Buch ist insofern unrealistisch. seien gar »nicht originär Trumps Idee«.

der sich von Alltagsgegenständen inspirieren lässt . Mittlerweile ist sein Bild eine Ikone geworden.POLITIK 7 DIE ZEIT No 49 Fotoillustration: Javier Jaén/deVolkskrant 24. Unser Bild auf dieser Seite stammt von dem spanischen Illustrator Javier Jaen. Es ruft unmittelbar Assoziationen hervor. N OV E M B E R 2 0 1 6 Was sehen Sie auf diesem Bild? Einen Boxhandschuh oder einen schlagkräftigen Präsidenten? Während des amerikanischen Wahlkampfes wurden Tausende von Fotos. oft aber als Witzfigur. Trump everywhere – mal in Siegerpose. Karikaturen und Symbolbildern im Netz verbreitet.

deiner Stube. zwanzig. was ich als Soldat getan habe. Wir kämpfen gegen die israelische Besatzung des Westjordanlandes. dass die Besatzung falsch ist. und ich höre mich sagen: Drei. Nimm das alles zusammen. Denn im Ernstfall. na ja. nur als ein Block. aber in Israel ist dein Offizier wie ein Vater. Instinktiv. Aber mein Team und ich. Du siehst einen Mann mit Waffe: Schieß! Du siehst eine Frau mit Waffe: Egal. die Verantwortung trägt nicht der einzelne Soldat im Gefecht. dass etwas passieren könnte. Millionen und Abermillionen Mal. und zwar so gut. Und wir schießen. Er ist dein Feind oder nicht. eins. Albträume manchmal. seitdem darf es jeder in der Einheit. Er hörte es knallen. dass du gut bist. das Beste. Ich glaube. mit vorgehaltener Waffe. Die Art. Aber ich will niemandem etwas erzählen. Ich habe deshalb viel darüber nachgedacht. was ich tue. dass wir das verdienen. und ich sah den Typen da auf dem Dach stehen mit dem Telefon. einen Stein. Aber ich. Koelbl: Haben Sie je einen Terroristen. dass wir ehemalige Soldaten­ erklären müssen. Es geht um die Atmosphäre. Koelbl: Ein US-Offizier hat mir einmal erklärt.. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 »Du siehst eine Frau mit Waffe: Egal. Feuer. wenn er auf mich zukommt und mich bedroht. dass sie danebengeschossen hatten. den Sie erschossen hatten. Feuer. muss ich in Deckung gehen und ihn schießen lassen. Man bringt dir bei. Aber du hast immer im Hinterkopf. falsch ist. wie viel palästinensisches Land von der israelischen Regierung beschlagnahmt und an Siedler vergeben wird. . Sehr emotional. Wann immer du weg bist von deinem Stützpunkt. Du denkst vielmehr: Ich hab meinen Job nicht gut gemacht. Da machte er die Tür auf und schoss mit scharfer Munition auf die Kinder. eine Eisenstange. wie ich ihn nennen soll. aber ich darf ihn dabei nicht töten. Wind. jeden sogenannten Kundschafter. Und ich glaube. Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Danach spürst du in dir eine große Schuld. rechtslastig und brutal. Und du spürst einen gewissen Stolz. Du hast keine zweite Chance.. sehr gut ausgebildet und bestens bewaffnet. übermäßige Gewalt. die Einsatzregeln der israelischen Armee sagen: Es gibt zwei Sorten Menschen. Es geht sehr technisch zu. Vielleicht wollte er Zivilisten umbringen. Du möchtest. Je mehr Siedlungen wir bauen. Haus stürmen. die zwei Palästinenser. Für einen jüdischen Siedler gilt etwas anderes. es wird eine rein technische Sache. korrigiert alles. zu versagen. Als der Junge aufwachte. Du selbst bist nicht gefährdet.. Damals d ­ achte ich. wie konnte das passieren. diesen Freiheitskämpfer. Ich war wütend auf mich selbst. Wir Scharfschützen haben den Befehl. Das passiert ganz automatisch . die gerade eine Gewehrgranate auf einen Panzer abfeuern wollten. eins. und ich sah. Koelbl: Seit Langem beschäftigt mich ein Gedanke: Jede Armee hat ihre Regeln und Gesetze. du handelst nur noch. Ich verstehe jetzt besser. Aber für uns Scharfschützen ist das sauber. darüber hinaus scheinen aber auch unausgesprochene Regeln mit im Spiel zu sein. Ich verstehe jetzt. vielleicht fünf Sekunden. Aber er hat’s getan. wir müssen wieder auf den Schießstand und noch mal üben. deren Geltung Sie als Soldat aber genau kennen. aber er meldet den Terroristen. dass die Familie nicht einmal aufwachte. Wir waren noch gar nicht fertig ausgebildet. Und jetzt stand ich auf der falschen Seite. Anfangs empfindest du Stolz. wo die israelische Armee angreift. Alle sieben Millionen Bürger Israels. es ist verrückt. Wir sind sehr gute Scharfschützen. wie viele Soldaten oder Zivilisten sterben. Die anderen bekämpfen dich. meinen Kommandeuren. Also. man muss die Welt so schwarz und weiß machen wie möglich. ist das eine saubere Sache. Wir saßen also auf einer Anhöhe und verfolgten die Operation. als wir die Tür aufbrachen. Was sagen Sie zu den Messer-­ Atten­taten. Koelbl: Dienen Sie noch in der Armee? Wymann: Nein. Jemand ist für dich oder »Wir glaubten. Da wirst du ausgebildet und kriegst gesagt. Während ihres jüngsten Besuchs in Israel in diesem Herbst gelang es Herlinde Koelbl endlich. vor meinen Offizieren. Weil das eine Stelle ist. Damals konnte ich ihn einen Terroristen nennen. Aber das sind die Extreme. Nur ein einziges Mal haben wir geschossen. diesen Terroristen. einfach ein Job? Wymann: Ja. als Sie Ihren ersten Terroristen getötet haben? Wymann: Das war echt hart. das heißt. Ablage. was wir da tun. unverwundbar zu sein. Weil es praktisch kein Zurück mehr gibt. die der Kommandeur verbreitet. fotografiert von Herlinde Koelbl Nadav Wymann ist israelischer Scharfschütze und Friedensaktivist. warum die Menschen in Israel glauben. in Echtzeit. Aber es war ein ganz unwirkliches Gefühl. auf die einen darfst du schießen. zwei. einen Terroristen zu töten. Alle Palästinenser sind böse. zwei. Und dann erschießt du diesen Menschen. eine Frau oder Freundin. Koelbl: Jeder Krieg hinterlässt Spuren bei den Soldaten. Ich hatte die Kamera. es war bei meinem zweiten oder dritten Einsatz nach Abschluss der Ausbildung. Koelbl: Wie war das später für Sie? War es normal. Deckung zu geben. Aber ich bin nicht mehr wütend auf mich selbst. Doch er hat für sein Volk gekämpft. Als wir wieder im Stützpunkt waren. Aber ich bringe als Soldat doch auch Zivilisten um. sehe ich mir die Häuser an. aber nach ein paar Tagen des Nachdenkens verfliegt er. Wymann: Das stimmt absolut. Und damit trägt letztlich die ganze israelische Bevölkerung die Verantwortung. zwei Tagen gehen dir die Bilder durch den Kopf. über die niemand redet. denkst du nicht mehr. viel Gewalt.. Besonders weil ich wusste. Wymann: Ja.. Koelbl: Bereuen Sie etwas. Ich gebe Interviews. Sie erteilt der Armee die Befehle. die verboten waren. dass er nur noch Sekunden zu leben hat. desto schwerer wird ein Rückzug oder sogar ein Frieden. das war’s. schießen. ich weiß nicht. Diese beiden Typen. Ich zähle nicht mehr. Und ich weiß. Koelbl: Und wie war es beim zweiten Mal? Wymann: Beim zweiten Mal war es ein Bewaffneter. schießen. Niemals. Dann ist er plötzlich da. Es war verrückt. ich bin gegen jeden Terror. Du denkst: Moment. Und dann. dass die Besatzung notwendig ist. weil er Terrorist war. Als Soldat ist deine Welt schwarz oder weiß. verängstigt mich und meine Waffe ansah. Koelbl: Mittlerweile arbeiten Sie für die Organisa- tion Breaking the Silence. weil er eine Waffe hatte und wir ihn bekämpften. was du bei den Spezialkräften bringen kannst. Koelbl: Wie war es. dass einige Soldaten den Palästinensern schlimme Dinge antun. Ich sage nicht. denn mir ging durch den Kopf: Mein Gott. ich bin Soldat einer Armee. und du erzeugst eine höchst gewalttätige Atmosphäre. Wirklich. Wir sahen diese beiden Typen. Aber wir müssen begreifen. Sobald wir geschossen haben. weil du alle Palästinenser für potenzielle Terroristen hältst und sie deshalb auch so behandelst. grundlose Schläge. Du sitzt nur da und wartest – sehr lange. Und dann fahre ich am Wochenende nach Hause. wie alle Offiziere führen müssen. Und weil das den sicheren Tod bedeutet. in einem anderen Zusammenhang der Geschichte meines Volkes. All diese Gedanken gehen mir durch den Kopf. diesen Instinkt. Ich bin Direktor der Bildungsabteilung und einer der Sprecher unserer Organisation. gerade so wie ich. Koelbl: Was heißt das? Wymann: Am Ende meiner Zeit in der Armee hatte ich das Gefühl. Da geht man in ein Palästinenserhaus. Koelbl: Wann kamen Ihnen erste Zweifel? Wymann: Ich glaube. Ich zähle nur noch. Die Bedingungen waren also ungünstig. eine Einheit. Eines Abends fuhr er mit seinem Jeep in ein Dorf und wurde mit Steinen beworfen. Damit wir etwas sehen und lernen.8 POLITIK 24. kleine Kinder geweckt haben – das bereue ich wirklich. Im Alltag hast du vor allem Angst. ständig. Aber nach ein. Er brauchte uns überhaupt nicht zu sagen. auf beiden Seiten. den er ausstrahlt. Koelbl: Verleiht Ihnen das Schießen ein Gefühl der Macht? Wymann: Wenn man abdrückt und jemanden in 700 Metern Entfernung tötet. die gerade auf Juden verübt werden? Wymann: Das ist das Problem. Dann schießen meine Scharfschützen. Das macht deinen Kopf schwarz und weiß. was du getan hast. mit Tarnfarbe im Gesicht. Und der war ein . bis du schließlich einen Mann mit Waffe im Visier hast. Das wollen sie dir beibringen. wir standen total unter Schock. Welche Spuren hat Ihre Militärzeit bei Ihnen hinterlassen? Wymann: Zunächst mal denkst du viel darüber nach. bevor sie ihn trafen. Das haben wir also gemacht. stürmst ein Haus. Koelbl: Und das Misstrauen zwischen Juden und Arabern wächst. Trotzdem – es bedeutete. halte Vorträge in Schulen und Universitäten. Und wir glaubten. darüber. Schieß!« Nadav Wymann. die ihn bis heute verfolgt Herlinde Koelbl: Wie war es anfangs in der Aus- bildung für Sie. dass es richtig ist. Es war irre. dass er stolz ist. Nadav Wymann ist heute bei der Initiative »Breaking the Silence« aktiv. Und du willst beweisen. Und die Palästinenser sind unsere Feinde. kämpfst. Nadav Wymann zu einer Reihe von Porträtaufnahmen zu überreden. dass er glücklich ist. in ein Gesicht zu schießen? Nadav Wymann: Bei der Nahkampfausbildung lernt man: nicht denken. Feuer frei! Nach dem Feuerbefehl sage ich meinen Kameraden: Entfernung. Dann darf ich schießen und ihn töten. wie er führt. und unser Offizier erwiderte: Okay. die alle vier Jahre die Regierung wählt. Wymann: Im Hebräischen gibt es dafür eine Redewendung: Ruach ha-Mefaked. und wir schießen sofort noch einmal. er ist ein Ausguck. was ich da machte. meine eigene Familie zu beschützen. unverwundbar zu sein. überhaupt nicht. Im Gespräch mit  HERLINDE KOELBL  erzählt er vom Töten und von der Angst. Doch jetzt ist er tot. Du willst deinen Offizieren zeigen. wie es in anderen Armeen ist. und es wehte ein heftiger Wind. Annähern. Es gibt nur Israelis und Palästinenser. hat der Führer zweimal gewechselt. deine Chefs zu enttäuschen. Zimmer durchkämmen. Ich hatte immer die Angst. Den ganzen Tag. Ich sah dieses Bild von dem. Ich war Beobachter. Koelbl: Jetzt nicht mehr? Wymann: Ich weiß. Es lagen nur Sekunden. erst dann darf ich ihn ausschalten. dass wir gemeinsam mit fertigen Scharfschützen in einen Einsatz gehen sollten. hast du Angst. dreißig Übungseinheiten am Stück. er hörte die Schüsse. seit Sie Soldat waren? Wymann: Die Lage im Westjordanland und in Gaza wird immer schlimmer. da sagte ich mir: Hier stimmt was nicht. wenn man das Land anderer besetzt. Der ist nicht zwangsläufig bewaffnet. um sie zu beschützen.« gegen dich. Der eine war ein Siedler – ideologisch. Das trainierst du wieder und wieder. dass er sich freut. er war unbewaffnet. die Steine warfen – obwohl das verboten ist. Es war ein »Strohwitwen-Einsatz«. das Sie in der Armee getan haben? Wymann: Wenn ich daran denke. Unser Zug nahm einige Leute im Flüchtlingslager fest. ist. weil er selbst Dinge tat. bis er keine Munition mehr hat. er weiß nicht. auf dem Boden liegen sehen und in sein Gesicht geschaut? Wymann: Nein. es war ein übler Kerl. wie Israel Land beschlagnahmt und Siedlungen baut. Als ich in dieser Einheit war. sperrt die gesamte Familie einfach in ein Zimmer und richtet an einem Fenster einen Scharfschützenposten ein. Wie er sagte: Dieses Land gehört uns. es war auch seine Sprache. dass etwas passiert. wenn er eine Waffe oder sonst etwas hat. Je mehr Siedlungen wir bauen. wie man Gesichter schnell erkennt und sofort schießt. dass das. Ein Job. Es ist ein Gefecht. jemandem das Leben zu nehmen. Koelbl: Das denken Sie heute nicht mehr? Wymann: Nein. wie wir mitten in der Nacht in Häuser eingedrungen sind. dass du ein guter Soldat bist. HINTER DER GESCHICHTE Bei den Recherchen für ihr Projekt »Targets« traf die Fotografin Herlinde Koelbl in Israel auch den Scharfschützen Nadav Wymann. Wir Scharfschützen hatten den Auftrag. In der Nacht gab es eine Operation. desto mehr Soldaten brauchen wir. deinem Bett. die Fenster. Einen Palästinenser darf ich erschießen. Koelbl: Hatten Sie in der Armee Angst? Wymann: Natürlich. Damals wusste ich nichts über die Realität im Westjordanland. das bringen sie dir in der Armee bei. zwischen dem Go meines Offiziers und unserem ersten Schuss. ich helfe. aber wenn ich durch die Straßen gehe oder mit dem Auto fahre. einer Organisation ehemaliger Soldaten. Wir kehrten zum Stützpunkt zurück und waren bestürzt. Du bist wirklich stolz: Ich habe etwas für mein Land getan. auf die anderen niemals. Wir schossen aus 520 Metern Entfernung. schieß! Und wenn du aus so kurzer Entfernung schießt. im Moment nicht. nur reagieren. wie er mit Bibelzitaten hantierte. Wenn der auf mich zukommt und von sich aus schießt. musst du auf den Kopf zielen.. Koelbl: Hat sich die Lage verbessert oder verschlechtert. verschwinden wir. Und es führt dazu. aber unser Offizier entschied. Mein Gott. Am meisten fürchtest du. Ich weiß nicht. Du hast viele Erinnerungen. Und dann verschwand er. war ich 19. Wie also unterscheiden wir uns? Er hat eine Familie und Freunde. Genauso wie ich für mein Volk kämpfe. Doch es war nicht nur das. Es gibt sogar unterschied­liche Einsatzregeln. weil es mir so unangenehm war. Sie waren sehr weit weg. Es war zwar leichter. und denke manchmal: Das wäre ein guter Platz für einen Scharfschützen. die Fassaden. ich verstehe es jetzt besser. drei Wochen lang machst du nichts anderes. weil wir unseren Auftrag nicht erfüllt hatten. ihr dürft dieses oder jenes. treffe mich mit Freunden und meiner Familie. Ich kenne die politischen Zusammenhänge besser. ich nenne ihn jetzt mal Freiheitskämpfer oder etwas in der Art. konnten fliehen. den Geist. Wir hatten einen unbewaffneten Mann erschossen. Sie werden gar nicht als Individuen betrachtet. hieß es allenthalben: Toll! Du hast einen Terroristen ge­ tötet. dass die Besatzung eines fremden Landes Gewalt hervorruft. aber nicht getroffen. Als ich zur Armee kam. Dann gebe ich den Befehl – drei. In Gesprächen über mehrere Jahre hinweg erzählte er ihr von seiner Ausbildung und seinen Einsätzen. setzt sich und spricht in ein Funkgerät oder Telefon. Als Infanterist schaust du. Über den Menschen auf der anderen Seite denkst du nicht nach. die man sofort erkennt. Aber damals war ich sicher. Du möchtest. Ich musste eines der Kinder in seinem Bett wecken. Die Logik dahinter. Meine Leute feuerten. einem Menschen das Leben zu nehmen. für die Sicherheit Israels. Ich sah den Mann mit meiner Wärmebildkamera und meldete unserem Vorgesetzten per Funk: Wir sehen einen Mann. Er hat gesagt.oder Ausguck-Terroristen zu töten. Diese Angst schwindet zwar im Lauf der Jahre und mit der Zahl der Einsätze. Immer zwischen die Augen. Du möchtest. sondern die israelische Regierung. Plötzlich klettert einer aufs Dach. schießen. Wir konnten es aus seinem Verhalten lesen. die über den Alltag der israelischen Besetzung des Westjordanlandes zu informieren versucht. weil . fiel hin.

Mit dem Beginn des Krieges in Syrien begann das Geschäft wieder zu boomen – aber nur kurz­ fristig.boehm@zeit. Dem konnte man noch und noch erklären. Mindestens ihre Eigenwerbung im Internet müssen die Sozi-Werber nun wohl dringend über­ arbeiten: »Wir finden Sponsoren. Dennoch versteht er nicht. um die teure Installation zu rechtfertigen. João hat hier oben vor vier Jahren. Und auch wenn alle Sozialdemokra­ ten nun bekräftigen. Und was sagt die Kommunikationsagentur selbst? Es habe keinen »exklusiven« Zugang für Sponsoren gegeben. »Solche Angebote gibt es bei uns nicht.de Betreff: Gastlichkeit Seit die Olympischen Spiele vorbei sind. wie die Medien heute ein völlig verzerrtes Bild vermitteln. heißt es bei der Bank. Dank Drohnen der Rucon Engineering in Großschwabhausen können Anbauflächen ökologischer bewirtschaftet werden.das-ist-thueringen. unter die man sich hier normalerweise im Winter zur Nachtruhe legt. dass wir eine Heizung haben. weil es drinnen kälter ist als draußen. die wohl abgewickelt werden.0. Überhaupt: Wer eine Pension in der Favela besuche. um fragwürdige Veranstaltungen zu organisieren. Man muss dazu sagen. die in die Favela führt. ist so kaum mehr nach­ in einem Berliner Restaurant entsandte. Wir sogar über Landwirtschaft 4. Banditen schießen Polizei­ hubschrauber vom Himmel. Wer welchen Gesprächskreis mindestens einen Mitarbeiter zur Gesprächsrunde mit dem Minister bezahlte. und auch nicht die Partei an andere Leute. Anders als offizielle Spender tauchen die Na­ nommen haben. Wirtschaft 4. die einst einen pro­ minenten Politiker der CDU aus dem Amt spülte – und die von der SPD mit viel Empö­ rung begleitet wurde. die man sich neben den Schreibtisch stellt. Polizisten greifen Bergfestungen der Drogenhändler an. antwortete die CDU auf An­ frage der ZEIT. Zumal in den Zentralen anderer Par­ zu den Vorwürfen äußern. Und. die Polizei und die Tourismusbehörde haben ihm versprochen: Mit den Slums werde es aufwärts­ gehen! Da kehre wieder Ordnung ein. dort blühe bald das Geschäft mit dem Tourismus! Und João glaubt weiter daran: »Schlimm. Andrea Nahles und anderen SPD-Ministern vermitteln – gegen das nötige Kleingeld  VON FABIAN KLASK W as sie ihren Kunden zu bie­ ten hat. verrät die Kom­ munikationsagentur Net­ work Media schon auf ihrer Homepage: Es ist die Nähe zu SPD-Ministern und an­ deren einflussreichen Sozialdemokraten. Mail aus: Beirut Von: andrea. dass ich die Hei­ zung einschalten werde. www. Auch Generalsekretärin Barley sagt. Amerikaner. eher »harzig«. als alle noch auf den großen Boom der Fußball-WM hofften. so wie anderswo der Schnee eines ist. Weswegen Polizei und Armee die Cannabis-Felder in der Bekaa-Ebene Anfang der nuller Jahre niederbrannten. auch komfortable. Auf Anfrage der ZEIT wollte sich Heiko Maas nicht Kreisen nun. Vorgestern jedoch erschien zu unserer Überraschung ein Abgesand­ ter des Vermieters an unserer Tür und fragte. Sponsoring-Modell. und dann strömt statt kalter Luft warme aus dem Gerät. wolle eben das ganz besondere Erlebnis. wie ihre Veranstaltung mit dem Vorwärts der vom Vorwärts veranstalteten Gespräche teilge­ finanziert wurde. sie wurden unter anderem beim Grenzschutz gebraucht. Israelis: Die hätten alle schon mal Waffen gesehen und scherten sich nicht drum. Für diese Gesprächsrunden hätten Unter­ nehmen und Lobbygruppen bis zu 7000 Euro bezahlt. Dem ZDF hatte der teien rundweg bestritten wird. kehrt der Krieg in die Armutsgebiete von Rio de Janeiro zurück. heißt es bei der FDP.de Betreff: Winteranfang Unser großes Erlebnis in diesen Tagen ist die Tatsache. Etwa für eine nachhaltige Landwirtschaft. verfolgen wir nicht«. »Wir öffnen Türen – und bringen Menschen zusam­ men. So können Schädlinge frühzeitig entdeckt werden und mit ökologischen Maßnahmen bekämpft werden. Ich mochte die beton­ plattenschweren Decken.« Für Gabriel mag das stimmen. dass die Banditen ihm gar nichts wollen. sagen die Grü­ nen. Das ist Thüringen. Inzwischen klingt das geradezu geschäfts­ schädigend. Mit dem zukünftigen US-Präsidenten beschäftigt man sich hier verhältnismäßig wenig. ein Krimineller erschossen worden. weil zuvor bekannt geworden war. N OV E M B E R 2 0 1 6 POLITIK 9 DIE ZEIT No 49 Illustration: Jochen Schievink für DIE ZEIT Rent a Sozi Eine Agentur soll Treffen mit Heiko Maas. Nähe gegen Geld: Das ist so ziemlich der schlimmste Vorwurf. Das ist insofern wichtig. ähnliche Finanzie­ Bundesjustizminister gesagt. dass man in Delhi im Winter auf den Balkon tritt. er müsse seinen Gästen ein Sicherheitsbriefing geben. »In unserer Bundesgeschäftsstelle gibt es keine entsprechende Praxis«. sagen da die Li­ banesen.0 hebt ab. erfahren Sie unter www. Auch für den zivilen Einsatz. Aber was ist mit seinen Ministern? Heiko Maas trat als vorerst letzter SPD-Spitzen­ men von Sponsoren nicht automatisch in den Re­ politiker in der Veranstaltungsreihe auf. Und mittendrin. Querschläger er­ wischen Kinder und Passanten. nicht von den­ Sponsoren zusammengestellt worden. 2010 wurde der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auch deswegen abgewählt. Erst recht essen mit dem Justizminister im Oktober finanzier­ nicht. »Interessant«.de Betreff: Haschisch Fast untergegangen bei den jüngsten US-Wahlen sind die Referenden in acht Bundesstaaten. ja. Russen. die zu den Gast­ gebern passen«. weil die Agentur damit den Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung ausräumen will. in denen die Bürger für die Legalisierung von Mari­ huana stimmten. dass indische Wohnungen. Allerdings ist die For­ derung nach Legalisierung im Libanon bislang ungehört verhallt. Welche Möglichkeiten sich Investoren in Thüringen bieten. und der Vorwärts ist die Zei­ tung der SPD. Auch mit Fraktionschef Thomas Op­ permann und Generalsekretärin Katarina Barley seien Treffen organisiert worden. die ge­ Welcher Verband dieses Gespräch finanzierte. sitzt ein Gastwirt namens João und will es nicht wahr­ haben. »Wir haben ein Netzwerk«. sondern überall auf der Welt. »Der ganze Fall ist ein Desaster«. er wisse nichts vom rungsmodelle zu pflegen. nug Geld haben. ein Haus gemietet. Umweltministerin Barbara Hendricks und Familienministerin Manuela Schwesig. Damals wetterte SPD-Parteichef Vorwärts-Gesprächs zur Familienpolitik erfahren ­Sigmar Gabriel: »Wir verkaufen keine Amtsträger haben. prahlen sie da. Ein Mittag­ chenschaftsberichten der Parteien auf. die sich etwas zu sagen haben. ob er für den Winter die Heizung betriebsfertig machen solle. Also haben einige Cannabis-Bauern auf Winzer umgeschult. Die Grenzen sind aber jetzt so gut gesichert. Bizarre Wahlergebnisse ist man gewöhnt. da an den Gesprächen bis zu 20 Personen teilgenommen hätten. wie ihn selbst die meisten reichen Leute in diesem Land nicht haben. ließ sie auf Anfrage der ZEIT mitteilen.de Jetzt anschauen: der Film zum Thema RUCON Engineering. wenn die Geschäfte über ein Agenturmodell te die niederländische Bank ING-DiBa. Es sei um zuvollziehen. dass unsere neue. Die Stadtverwaltung.« Network Media ist eine Tochter des Berliner Vorwärts Verlags. Darin betreibt er bis heute eine billige Pension. Im Vergleich dazu ist der Rote Libanese. in diesem Sommer bezogene Wohnung über eine heizfähige Klimaanlage verfügt. Die Gästelisten seien von den eigenen Leuten. Ich­ mochte die Unwirtlichkeit einer echten Winter­ wohnung.de Aber ich bin mir nicht sicher. Die Marke Roter Libanese ist auch manch deutschem Konsumenten bekannt. sie habe jetzt erst er­ demokratie. Gespräche führen wir unentgeltlich«. Ich mochte auch das kuriose Faktum. Aber die Legalisierung von Marihuana – da horchen die Cannabis-Bauern in der Bekaa-Ebene auf. Es war das Signal für den Jahreszeiten­ wechsel. Auch einen Gewinn will Network Media mit den vermittelten Gesprächen nicht erzielt haben. dass man Unternehmen Auch Familienministerin Manuela Schwesig will einen exklusiven Zugang zum Regierungschef ­ versprochen hatte – gegen besonders hohe­ nichts »über Einzelheiten der Finanzierung« ihres Sponsorengelder. natürlich niemals gekauft worden zu sein: Wie kann eine Kommunikations­ agentur in diesen Zeiten so instinktlos sein? Das Sponsorenmodell der SPD-Agentur er­ innert fatal an eine Affäre. richtig. Die kalte Zeit des Jahres ist ein­ fach zu kurz und nicht kalt genug. ANZEIGE Mail aus: Rio de Janeiro Von: thomas. doch angeb­ lich gut gegen Zahnschmerzen und Diabetes. den man Politikern ma­ chen kann. heißt es in SPDein Kennenlernen gegangen.0. um sich von ihnen so aggressiv anglühen zu lassen wie von einem Kaminfeuer. weshalb vergangene Woche ein Gast sogar ausgezogen ist. Es wird irgendein Hebel umgelegt. weil er es mit der Angst bekam.« Zum Glück kämen aber nicht nur Schot­ ten. damit normalerweise nicht ausgestattet sind.das-ist-thueringen. Arbeitsminis­ terin Andrea Nahles. Das beweist die Rucon Engineering. Statt positiver Berichte bringen alle diese ober­ flächlichen Meldungen über Gewalt!« Na gut.24. dass der Haschisch-Schmuggel nun doch wieder leidet. Ich mochte so­ gar die idiotisch stromfressenden kleinen Ra­ diatoren. hoch oben über dem Traumstrand von Copacabana. er will an keinem fahren. Nach Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 soll Network Media Gespräche mit hochrangi­ gen Sozialdemokraten vermittelt haben – gegen Geld.ross@zeit. Offenbar hat die Agentur ihre kurze Verbindung in die Spitze der Partei nicht nur beworben – sondern auch intensiv genutzt. Ihre mit moderner Kameratechnologie ausgestatteten Drohnen bieten ein breites Einsatzfeld. sagt man. ob mir dieser Luxus wirklich gefällt.fischermann@zeit. www.de Thüringer Ministerium für Wirtschaft. in der Favela Chapéu Manguiera. Außerdem hat er einen großen Vorteil gegenüber dem Couvent Rouge: Man kann viel mehr Geld mit ihm verdienen. Soldaten und Polizisten wurden vom Kampf gegen die Drogen abgezogen. Es ist ein Luxus. Wissenschaft und Digitale Gesellschaft . »Geschäftsgebaren. wirbt die Agentur. Mail aus: Delhi Alles spricht über Wirtschaft 4. Und das nicht nur in Thüringen. wenn sie einziehen. Ich glaube nicht. Es stellte sich heraus. Denn dank intensiver Forschung können immer kleinere und leichtere Bauteile für immer leistungsstärkere Drohnen entwickelt werden. Der Couvent Rouge aus der HaschHochburg Deir al-Ahmar soll laut Experten ein »Himbeere-Aroma« haben und einen »sanft pfef­ ferigen Abgang«. Von: jan. »Ein Schotte. Ganz besonders in Thüringen. Das gilt für die deutsche Sozial­ möchte man in der SPD aber nicht verraten. Aufgeboten wurden laut ZDF unter an­ derem Justizminister Heiko Maas. um sich ein bisschen aufzuwärmen.das-ist-thueringen. vergangene Woche sei an der steilen Treppe. Während des libanesischen Bürgerkriegs war Haschisch das wichtigste Exportprodukt. wie die SPD sie pflegt.

40 € UVP 6 x 0. mehr als 10. Località Podernovi 170.40 € Preis/Liter: 26. Mendavia a Lodosa km. saftigen Wein Finesse und Harmonie. was Südeuropas große Rotwein-Nationen auf die Flasche bringen können. gibt Kritiker Parker zu. Weil wir von der Qualität unseres Angebots so überzeugt sind.5 % vol ER EG ZEIT-19221 ZEIT-31403 ZEIT-25978 ZEIT-32150 Die Weißweine des Jahres -38 % SALWEY ZEIT-31580 PREI S Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (dtgv. de Pinoso Km. frisch. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag. in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. 13.5 % vol Pfalz Preis/0.90 € statt 9. Bürklin-Wolf e. dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene.90 € statt 12. 14 % vol Abfüller: Sarl Lafage.90 € statt 24. ZEIT-31403 KAIKEN ZEIT-4365 FATTORIA DEI BARBI ZEIT-13122 CHÂTEAU ST. 92 Punkte von Wine Spectator! tator! Starkritiker Suckling vergibt 96 Punkte und schwärmt: „Der beste Brunello di Montalcino seit Ewigkeiten“. Contrada San Carlo.40 € Preis/Liter: 17. Kirchgasse 10. Höhenlagen geben dem kraftvollen.09€/l 79.K. 49700 Doué-la-Fontaine Abfüller: Grandes Caves St. Kenner wissen: Weißweine passen ganz ausgezeichnet auch in die kalte Jahreszeit.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 47.de senden.87 €/l 69.75 l: 8. 92+ Parker-Punkte.r. Unsser ‚Riesling des Jahres‘! Frucht. Plumecoq CD 40 A.75 l: 19. feiner Perlage.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 89.000 Proben der letzten zwölf Monate durchgesetzt! Genießen Sie Spitzengewächse von drei der besten und höchstbewerteten Winzer Deutschlands. saftig.de. Von Wine Spectator bereits drei Mal unter die Top-100Weingüter Italiens gewählt.50 € statt 11. WIDERRUFSRECHT: Sie haben das Recht.00 € Preis/Liter: 12.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 119. Frankreich Preis/0.40 € Preis/Liter: 39. Die ‚Crémants des Jahres‘ von der Loire – in traditioneller Flaschengärung erzeugt – stehen den weitaus teureren Schaumweinen aus namhafteren Regionen Frankreichs in nichts nach. Ctra.Murcia ZEIT-29828 SPORTOLETTI Villa Fidelia Rosso Oro trocken 2011 VDP-Spitzenwinzer Konrad Salwey zählt zu den besten Erzeugern Badens – sein ‚vom Löss Kabinett‘ ist unser ‚Grauburgunder des Jahres‘ Den Anfang machen unsere roten ‚PremiumFavoriten‘. M. Estrada Nacional 10. „Enorme Tiefe und Kraft“.und Weißburgunder von drei Zwölf Monate. Der ‚Fass 55‘ ist animierend.L. 282 rue Lavoisier. Königswinterer Str. Online www. kostet er nur einen Bruchteil seiner Kollegen aus namhaften Anbaugebieten. zeigt Bassermann-Jordan hier einen Premium-Riesling aus einem der besten Weinberge der Pfalz (VDP. 12 % vol Loire. Wenn ein Wein den Titel „Preis-Genuss-Sieger“ Preis-Genuss-Sieger“ verdient.40 € Preis/Liter: 17. die das unfassbare Potenzial heimischer Weißweine schmeckbar machen. herrlicher Textur und bestem Finish.5 % vol Abfüller: Centre Vinicole-Champagne Nicolas Feuillatte.33 €.40 € Preis/Liter: 19. 15 % vol Rioja DOCa. Quinta da Bassaqueira. ein Brunello aus dem Premium-Favoriten des Jahres Die roten Preis-Genuss-Sieger -44 % -43 % 59 Umbrien.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 35. DA FONSECA 90 € DR.75 l ZEIT-32151 IT-32151 Ausnahmejahrgang 2010.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 179.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 53.5 % vol ZEIT-32150 49 90 € 11.40 € Preis/Liter: 13. MUSTER-WIDERRUFSFORMULAR: Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen. 37210 Rochecorbon Abfüller: Lacheteau.87 €. 14. Ausnahmetalent Jochen Dreissigacker zählt damit zu Deutschlands Spitze – was dieser ‚Weißburgunder des Jahres‘ belegt: Duft nach Kernobst.53 €. die das Beste bieten.40 € UVP 6 x 0. Roch. Genial! Champagne. Wer nach dem ganz besonderen Tropfen sucht. Untere Klinggasse 4-6. geschliffen und nachhaltig. müssen Sie uns über Ihren Entschluss. Portugal Preis/0. als Erfrischung zwischen den Gängen oder als gekonnte. beste Mineralität und ein beeindruckender Abgang – eindeutig unser ‚Grauburgunder des Jahres‘! Kein Wunder. Beeren. herrlicher Abgang.90 € statt 12. 12. Als edle Aperitifs.67 €.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 77. 552.53 €.87 €. 15 % vol Sizilien. Abfüller: Sportoletti Ernesto e Remo Società Agricola semplice.40 € Preis/Liter: 11.90 € statt 14.vicampo. 14. aber nur schwerlich stilvoller anstoßen als mit diesen drei prickelnden Preis-Genuss-Giganten! PREMIUM-EMPFEHLUNGEN PLZ/Ort Telefon ZEIT-31241 Baden Preis/Liter: 9. geradlinig und rund mit Aromen von gelben Früchten. Abgabe von Alkohol erfolgt nur an Personen ab 16 Jahren. Nur solange der Vorrat reicht.90 Euro.-ROCH ZEIT-32004 BARÓN DE LEY ZEIT-32001 BASSERMANN-JORDAN ZEIT-29522 Champagner Brut Réserve Brunello di Montalcino 2010 Kerbuccio Maury Sec 2013 Viña Imas Gran Reserva 2010 Deidesheimer Herrgottsacker Riesling trocken 2015 Feuillattes Kreationen verzauberten schon Jackie Onassis und Shirley MacLaine. „Das Fest geht weiter“.75 l: 8. Der Ausnahme-Toskaner aus dem Ausnahme-Jahr 2010 begeistert mit Kirschfrucht.31 €/l 107.de/zeit Telefon Telefax +49 6131-30 29 39 1 +49 6131-30 29 39 9 JETZT NEU! Die Crémants des Jahres -37 % 49 90 € 11. ein fein gereifter Spitzen-Rioja sowie ein Riesling aus ‚Erster Lage‘ vom Pfälzer Spitzenweingut Bassermann-Jordan – jüngst prämiert für die „Kollektion des Jahres 2017“ von Weinführer Gault&Millau. Taunusstraße 59–61. E-Mail: info@vicampo. mineralisch und harmonisch. Ihnen die Früchte unserer Arbeit heute vorstellen zu können.l. SS 113 Km 307. Sie können dafür die Kontaktdaten dem Bestellschein entnehmen oder das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden.75 l: 7.40 € Preis/Liter: 26.90 € statt 12. Genial! Rheinhessen Preis/Liter: 8. Nur die besten schaffen es in unsere monatliche Auswahl und nur absolute Spitzentropfen schaffen es in unsere ‚Weine des Jahres‘. 12.53 €. ang.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 101. wird bei den Premium-Empfehlungen fündig: Ein Edel-Champagner.87 €. 55118 Mainz. das Sie für echte Winzerweine begeistern möchte. haben wir Ihnen alle Zahlungen.40 € Preis/Liter: 11. Unsere ‚Gran n Reserva des Jahres‘! Gerade erst von Gault&Millau mit der begehrten Auszeichnung ‚Kollektion des Jahres 2017‘ prämiert. Route de Canet. FOLGEN DES WIDERRUFS: Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen.40 € Preis/Liter: 22. die sich daraus ergeben. von Bassermann-Jordan GmbH. 2925-542 Vila Nogueira de Azeitão Wein vom Testsieger ZEIT-31926 ZEIT-29529 ZEIT-29828 ZEIT-32151 Mendoza. Die strengen Richtlinien der „Methode Traditionelle“ verlangen aufwendige Handlese und eine Flaschengärung von mindestens zwölf Monaten. Test 12/2014) wählte in Kooperation mit N24 VICAMPO zum Testsieger unter den 12 größten Online-Weinhändlern Deutschlands. Aromatisch. Telefax: 06131/3029399. ist feingliedrig und sehr harmonisch. die zu den besten Deutschlands gehören – was vier rote Trauben im Gault&Millau und vier Feinschmecker-„F“ bestätigen.000 Weine und unendlich viel Herzblut: Die VICAMPOWeinexperten verkosten für Sie über das ganze Jahr hinweg unterschiedlichste Gewächse. Versand nach Österreich 7. 90047 Partinico (PA) SEÑ. hat.50 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 53.75 l ZEIT-25978 J. Die roten ‚Preis-Genuss-Sieger‘ haben durch ihre hohe Qualität zum besonders günstigen Preis beeindruckt.de. Bettina Bürklin-von Guradze LACHETEAU Mit maximalen drei Sternen in Frankreichs kritischem Weinführer Guide Hachette zählt dieser Crémant de Loire zu den besten Schaumweinen des Landes. BÜRKLIN-WOLF Kartons Kartons Kartons Kartons Einführer: Wein Wolf Import GmbH & Co. diesen Vertrag zu widerrufen. per Post VICAMPO. Der Brut Réserve überzeugt als einer der besten Non-Vintage-Champagner mit Noten von Apfel und Brioche – und feinster Perlage. // Anbieter: Vicampo. Frankreich Preis/0.00 € Preis/Liter: 11.75 l: 12. Argentinien Preis/0. 55118 Mainz. 5.5 Feinschmecker-„F“. 31587 Mendavia Abfüller: WG Geh. 13 % vol Abfüller: Weingut Dr. Auch Strarkritiker Robert Parker ist überzeugt und verleiht dem eleganten Südfranzosen.40 € Preis/Liter: 7. d. Unser prickelnder Preis-Genuss-Sieger! s-Genuss-Sieger! Vorname und Name Loire. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel.75 l: 7. Wir wünschen Ihnen genussvolle Momente! ZEIT-32153 Alentejo.ANZEIGE DOMAINE LAFAGE Die Weine des Jahres ZEIT-31926 Terrasses de Narassa 2014 93 Mehr als 60 Jahre alte Reben gediehen an einem der wärmsten Orte Frankreichs und verleihen dem Wein herrliche Textur.90 € statt 24.5 % vol GRANDES CAVES ST. Mas Miraflors. jubelt Gault&Millau. das jedoch nicht vorgeschrieben ist. 93 Punkte von James Suckling und unglaubliche 94 Punkte von Veronelli – unser ‚Premium-Rosso des Jahres‘ zieht alle in seinen Bann: saftige Beerenfrucht. dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es an: Vicampo.60 € UVP 6 x 0. was höchste Qualität garantiert.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 45. der nicht der Beförderer ist.-ROCH ZEIT-32122 DREISSIGACKER ZEIT-29869 Pfalz Preis/Liter: 9.75 l: 12. Kraft und edle Beerenaromen.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 59.20 €.50 € statt 13.40 € Preis/Liter: 10. 53227 Bonn Abfüller: Jose Maria da Fonseca S. MwSt. 12 % vol E-Mail Abfüller: Lacheteau. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben. 67157 Wachenheim a. Frankreich Preis/0.5 % vol Languedoc-Roussillon.75 l: 14.75 l: 16.50 € statt 11.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 57. haben Sie bei uns eine kompromisslose Geld-zurückGarantie. unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen. langer Nachhall: „Der Preis ist absurd niedrig für einen Wein dieser Qualität!“.40 € Preis/Liter: 11. Italien Preis/0.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 51.de GmbH.90 € statt 22. F-66460 Maury Abfüller: Bodegas Barón de Ley. die wir von Ihnen erhalten haben. 12 % vol Loire. Käme er aus Frankreichs PrestigeSchaumwein-Region S haumwein-Region würde man n das Dreifache zahlen! ENUSS-SI -G Montvermeil Crémant de Loire Blanc Brut Herrlich rund und fruchtbetont präsentiert sich dieser hochwertige Crémant: Im traditionellen Flaschengärverfahren hergestellt. die letzte Ware in Besitz genommen haben bzw. Man kann sicher teurer.5 % vol Abfüller: Señorio de Barahonda S.. und vier Gault&Millau-Trauben zu den besten ten Winzern hierzulande.20 €.75 l: 8.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 53. Karamell und würzig-seidiger Trinkfluss.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 119. blumigen und zart würzigen Noten und lebendiger Perlage. Frankreich Preis/0.75 l: 19. Via Lombardia 1. um Ihnen diejenigen mit dem besten Preis-Genuss-Verhältnis vorstellen zu können.75 l: 9. einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten. abfotografieren und per Mail an zeit@vicampo. komplexe Würze. sind ausgewogen und animierend. Entdecken Sie unsere hervorragenden Sieger aus mehr als 10. kosten Crémants nur einen Bruchteil – bei vergleichbarer Qualität.87 €. Das hochwertige Metall-Etikett vergoldet optisch das Genusserlebnis. 6038 Spello Ja. Die drei ‚Crémants des Jahres‘ begeistern mit zarten Aromen von gelben Früchten. 65. saftig und mit schmelzigem melzigem Abgang. 67146 Deidesheim Versand nach Österreich www. Quai de la Loire.de GmbH. Frankreich Preis/0. 12. Eichelmann gibt vier Sterne. das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben. 3 30510 Yecla .5. binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Dieser Power-Rotwein hält auch kräftigen Gerichten wie Braten und Wild stand – dafür lieben n wir Argentinien! Yecla DO. 15 % vol 39 90 € 13.A. Zahlung sicher und bequem per Rechnung. 282 rue Lavoisier. VICAMPO ist ein Team aus weinverliebten Menschen. der besten Winzer Deutschlands.00 €.40 € UVP 6 x 0. harmonisch und kraftvoll. dann dieser. sehr langer Zeit probiert habe!“. Spanien Preis/0. Chapeau! Fass 55 Riesling trocken 2015 Grauburgunder vom Löss Kabinett trocken 2015 Weißburgunder JD trocken 2015 Der VDP-Spitzenbetrieb keltert Weine. dem kräftigen Spanier und dem geschliffenen Rosso aus Süditalien das Prädikat „hervorragend“. DE BARAHONDA 93 ZEIT-29529 Campo Arriba Vendimia Seleccionada 2014 Selección Especial Malbec 2014 Eine bombastische MonastrellCuvée aus einem der höchsten Weinberge Yeclas: Kraft und Feinheit. an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. zeigt der Spitzenwinzer mit dem Alimo eine kraftvolle und beerenfruchtige Cuvée mit einzigartiger iger Geschmeidigkeit. Gewürze.Taunusstraße 59-61.87 €. Vertriebs KG. Weil sie nicht aus Frankreichs berühmtester Schaumwein-Region kommen. 12 % vol Toskana. die ich seit sehr.09 €/l 80. Weinstraße 65. Italien Preis/0. günstigste Standardlieferung gewählt haben). Italien Preis/0. „Pure Seide“. Parker ergänzt 94 Punkte. staunt Parker und gibt 93 Punkte – unser ‚Spanier nier des Jahres‘! Der ‚Malbec des Jahres‘ kommt von Argentiniens Winzer-Ikone Aurelio Montes. Genuss erlebnis.50 € statt 13.vicampo.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 57.75 l: 5. Rat Dr. Zartfruchtiger Duft. Deshalb sind wir glücklich. BrunelloMaximum! ello-Maximum! „Eine der unglaublichsten Kostbarkeiten. Hauptstraße 2. Weißwein-Freunde erwartet ein Trio aus den wichtigsten Rebsorten Riesling. mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart. Grau.75 l: 29. 67595 Bechtheim DOMAINE MONTVERMEIL ZEIT-16680 Tête de Cuvée Crémant de Loire Blanc Brut ZEIT-32161 Crémant de Loire Blanc Brut GEHEIMTIPP Ein Crémant der Extraklasse: harmonisch.90 € statt 27.00 € Preis/Liter: 10. 51530 Chouilly Abfüller: Fattoria dei Barbi S. Frankreich Preis/0. Hiermit widerrufe(n) ich/wir(*) den von mir/uns(*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren: Bestellt am(*)/erhalten am(*) Name + Anschrift des/der Verbraucher(s) Unterschrift des/der Verbraucher(s) Datum (* Unzutreffendes streichen) .00 € Preis/Liter: 12. schwärmt Starkritiker Robert Parker und gibt 93 Punkte – der ‚französische Rotwein ein des Jahres‘! ZEIT-19221 CUSUMANO Alimo Terre Siciliane IGT 2014 Cusumano prägt Siziliens Weine wie kaum ein anderer. 49700 Doué-la-Fontaine Straße/Hausnummer NICOLAS FEUILLATTE Datum Unterschrift Die Angabe Ihrer Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse ist für eine erfolgreiche Bearbeitung Ihrer Bestellung erforderlich. Bitte ankreuzen und Stückzahl eintragen: Kartons Kartons Kartons Kartons Flaschen Flaschen Flaschen ZEIT-31580 ZEIT-29869 ZEIT-31241 ZEIT-32153 Kartons Kartons Kartons Kartons Flaschen Flaschen Flaschen ZEIT-32122 ZEIT-16680 ZEIT-32161 ZEIT-32289 Kartons Kartons Kartons Kartons Flaschen Flaschen Flaschen ZEIT-4365 ZEIT-13122 ZEIT-32004 ZEIT-32001 ZEIT-29522 Kartons Kartons Kartons Kartons Kartons Flaschen Flaschen Flaschen Flaschen Flaschen Unsere Sieger in der Kategorie ‚Weißweine des Jahres‘ haben sich gegen mehr als 5.67 €. Sie erhalten alle Weine einzeln oder im Paket.90 Euro // Versand ab 12 Flaschen (zwei Kartons ) versandkostenfrei.75 l ich bestelle folgende Weine. 14 % vol 93 Punkte und das Prädikat „Hochgradig empfehlenswert!“ von Decanter adeln diese Premiumcuvée des portugiesischen Spitzenweinguts Fonseca.90 € statt 18.90 € UVP Preis/Karton: 6 Flaschen für 77. dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.de GmbH Taunusstraße 59-61 55118 Mainz Oder ganz einfach: Ausfüllen. Gigantisch! ntisch! Riojas Flag gschif f-Weingut Baron de Ley untermauert mit dieser Gran Reserva seine Spitzenposition: dunkle Beeren. resümiert Parker. feine Perlage und bombastischer scher Abgang.at/zeit Telefon +43 720-81 64 69 Versandkosten innerhalb Deutschlands 4.90 € statt 19..Erste Lage): animierend und frisch.90 € statt 14.L. Ctra. Spanien Preis/0. Alle Weine enthalten Sulfite. es sei denn.87 €.20 €. Società Agricola. 14.53 €.90 € statt 37.R. denn auch VDP-Ikone Konrad Salwey gehört mit 4. informieren. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus. 66000 Perpignan Abfüller: Cusumano s. filigrane Speisenbegleiter. società agricola. Flaschen Flaschen Flaschen Montado VR Alentejano 2014 8.75 l ZEIT-32289 Die Loire gilt als Vorzeige-Region für die Kreation hochwertiger Crémants. 79235 Oberrotweil Abfüller: Weingut Dreissigacker. Alle Preise inkl. am Gaumen rund und finessenreich. Da schließen wir uns an: Unser Premium-Favorit aus Frankreich betört mit Cassis und Veilchen.000 Proben Languedoc-Roussillon. Weinstraße Abfüller: Weingut Salwey. an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter. 53024 Montalcino (TR) Abfüller: Château Saint Roch.

Die sind beunruhigend. Hinzu kommt. der über die Partei hinaus die politische Mitte ansprechen will. was diese Rechte ausmacht – und wo ihre Schwächen liegen. wirkt er authentischer. die Fillon im ersten Wahlgang ihre Stimme gaben. Die bürgerliche Rechte muss am kommenden Sonntag also zwischen Identität und Opportunität entscheiden. Fillon dagegen wandte sich ausschließlich an die republi­ kanische Basis – und übertrumpfte Juppé mit bei­ nahe 16 Prozent Vorsprung. Und Deutschland sehr allein. François Hollande hat einen von Sarkozy aufgestellten Rekord gebrochen. für den Republikaner zu stimmen. Fleiß. Islam – spiegeln das Weltbild des altkonservativen Milieus wider. und profiliert sich heute als Verfechterin sozialer Gerechtigkeit. der ehemalige Präsident Sarkozy. Denn sie könnten bewirken. die Vermögenssteuer und die 35-Stunden-Woche ab­ schaffen. Atomrüstung sowie bei Gele­ genheit diplomatische Annäherungen an Russland – Fillon beispielsweise fordert die Zusammenarbeit mit Assad und Putin. Fillon will die auf kleinen und mittleren Unter­ nehmen lastende Staatsbürokratie abbauen. er ist der unbeliebteste Präsident. Aber noch nicht selbständig? Jetzt über Finanzierung und Förderung informieren unter: existenzgruender. um Promis und den Luxus. zugleich jedoch zieht diese gaullistische Rechte eine scharfe Grenze zum Rechtsextremismus. und welches Gewicht wird sie in die Waagschale werfen – jetzt. Als politische Strömung steht sie in der Tradition Charles de Gaulles. dass dieser im Jahr 1995 als Pre­ mierminister mit wochenlangen Protesten und Streiks kämpfen musste. Geschichtsunterricht. Niemand weiß. Die gaullistische Tradition hält an dem Anspruch fest. vorzugs­ weise in der Provinz. Darauf könnte der FN genussvoll herumhämmern. die vom FN verkör­ pert wird. Das könnte sie freilich auch in der Auseinan­ dersetzung mit Alain Juppé. dass diese bürgerliche Rechte noch ein Bollwerk ge­ gen die plebejische bildet. Mitte und links – alles gegen Le Pen. Sie votierten für den moderaten Alain Juppé. sollte er 2017 in einer Stichwahl gegen Le Pen antreten: In diesem Fall nämlich würden erheb­ liche Teile der linken Wählerschaft zögern. was sie dem Aufstieg des Front National entgegensetzen soll  VON GERO VON R ANDOW D as Vorspiel zum europä­ ischen Drama des kom­ menden Jahres begann mit einer Überraschung: Der ehemalige Premierminister François Fillon siegte haus­ hoch im ersten Durchgang der offenen Primärwahlen. würde Marine Le Pen zudem scharfe Munition für ih­ ren Wahlkampf liefern. Be­ lesenheit. Also Menschen wie Fillon selbst. Fillons Basis: typischerweise Leute gesetzten Alters mit etwas Vermögen. das zu den Fundamenten des Landes gehört. Sie wendet sich gegen euro­ päische Supranationalität (legendär ist dessen Aus­ spruch. Schließlich gewann Fillon wohl auch deshalb.24. wer von beiden katholischer sei (auch das ist bemerkenswert im angeblich laizistischen Frank­ reich). diese kleinen Ketchuptütchen aufzureißen Praktiziertes Christentum in Deutschland Vor dem Essen beten Vor dem Schlafen beten Vor dem Elfmeterschießen beten . Man könnte auch sagen: zwischen Ge­ fühl und Vernunft. mag sie auch seiner Basis sympathisch sein. um den IS zu bekämpfen. Ernsthaftigkeit. Dennoch dürfte Fillon es schwerer haben als Juppé. es durfte mitmachen. Dieses wahlstrategische Problem wird auch vielen Konservativen bewusst gewesen sein. die seit einigen Jahren Massendemonstrationen gegen Schwulen­ rechte auf die Straßen bringt. wo das Bürgertum wohnt. wer sich zu den »republikanischen Werten der Rechten und der Mitte« sowie für einen Regierungswechsel bekann­ te und zwei Euro zahlte. Loyalität und Abscheu vor dem Kult ums Geld. dass Frankreich ein besonderes geopolitisches Gewicht zukomme. den die fünfte Republik je hatte. um die Frontistin zu vermeiden – die einen wegen Fillons Wirtschafts­ liberalismus. Auch wenn er als Favorit in die zweite Runde am kommenden Sonntag geht. Unbestechlichkeit. dass Marine Le Pen vom Front National (FN) entgegen aller bisherigen Gewissheit im kom­ menden Jahr Präsidentin wird. Das Ergebnis erhellte blitzartig. Die Linke wird ebenfalls vor diesen Knoten gescho­ ben werden. Es zu bewahren. katholisch. S. Unterstützt wurde Fillon von Vertretern jener tra­ ditionskatholischen Bewegung. als er eine Liberalisie­ rung der Wirtschaftspolitik versuchte. Eine restriktive Immigrationspolitik kommt hinzu. Fillon selbst hatte beim Referendum 1992 gegen den Vertrag von Maastricht gestimmt. wo früher das republikanische Bürgertum hegemonial war. Wichtiger noch: Die gesellschaftspolitischen Themen des Gewinners – Familienpolitik. spricht eben doch für den altersmilde wirkenden Juppé das strate­ gische Kalkül des Schicksalsjahrs 2017: rechts. na­ mentlich in der Provinz. als den anscheinend unaufhaltsamen Auf­ stieg Le Pens doch noch abzuwenden? Die Teilnahme an der Vorwahl war am ge­ ringsten in den Arbeitergegenden und am höchs­ ten dort. jedenfalls wenn ihr Kandidat (wer immer es sein wird) nicht die Stichwahl erreichen sollte. ob er kandidieren will oder wer an seiner Stelle antreten könnte. Sohn eines Notars. Autoritär ging es in der sechsköpfigen Familie der Fillons zu. Du bist kreativ. dazu dienen Wirtschaftspolitik. Marine Le Pen hat jenseits der ange­ stammten Hochburgen des FN nicht nur die ehemals links wählende Arbeiterschaft im dar­ benden Privatsektor erobert. Wirtschaft. gepflegte Sprache. Im Wettbewerb mit Juppé. Die volksnah auftretende Bürgerstochter hat das marktradikale Mobiliar des alten FN zerschreddert. Auch der Habitus Fillons entspricht dem Ideal des konservativen Bürger­ tums: korrekte Kleidung. sondern findet mittlerweile auch dort Anhänger. Was derzeit fast sicher zu sein scheint. aufgewach­ sen in einer Kleinstadt. feierte die bürgerliche Rechte ihre Identität. wie er in Frankreich in unterschiedlichen Formen seit etwa 150 Jahren existiert. die sich am Sonntag gezeigt hat. wie ihn der große Verlierer der Primärwahl zur Schau stellte. N OV E M B E R 2 0 1 6 POLITIK 11 DIE ZEIT No 49 Torten der Wahrheit VON KATJA BERLIN Wie man seiner Filterblase entkommt Unterschiedliche Zeitungen lesen Unterschiedliche Suchmaschinen verwenden Unterschiedliche Seiten auf Facebook abonnieren Auf eine Familienfeier gehen Fotos: Ed Alcock/MYOP/laif Wann Hass angebracht ist Kann dieser Mann Marine Le Pen stoppen? Plötzlich Favorit: François Fillon führt in der Vorwahl Frankreichs bürgerliche Rechte ist unschlüssig. der eine Partei des radikalen Kleinbürgertums war. Die ökonomische Programmatik Fillons. Nicht vergessen ist der Umstand. weil er sich mitnichten um die politische Mitte oder gar um enttäuschte Linke schert. die bürgerliche Rechte unschlüssig. Wer aber ist diese Wählerschaft. dass Juppé – anders als Fillon – geradezu ein Musterbeispiel der Pariser Führungselite des Landes ist und wegen Verstößen gegen das Ge­ setz zur Parteienfinanzierung zu einer Bewäh­ rungsstrafe verurteilt wurde. Mehr als vier Millionen Franzosen stimmten am vergangenen Sonntag ab. mit denen Frank­ reichs konservative Partei (»Die Republikaner«) ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Mai 2017 bestimmen will. Siehe auch: Fillons Reformprogramm. 62-jährig. Le Pen ante portas – das europäische Drama entfaltet sich. ob und wie sie über ihr eigenes Lager hinaus wirken soll. Das bedeutet: Auf der Linken keinerlei Dyna­ mik. Prinzipientreue. 29 ANZEIGE Wecke den Gründer in Dir. aus hart gekochten Eiern mache man kein Omelett). sie beeinflussten die Abstimmung aber nur wenig. wo es auch im europäischen Interesse nichts Wichtigeres gibt. Es beteiligten sich auch linke Gegner von Nicolas Sarkozy. beileibe nicht nur Partei­ mitglieder. und das geht ganz Europa etwas an. die anderen wegen seiner gesellschafts­ politischen Vorstellungen. intakter Familie. was den wirtschaftlichen Interessen seiner bourgeoisen Klientel entspricht. Zwischenergebnis: Indem sie für Fillon votier­ te.de In politischen Diskussionen In gesellschaftlichen Diskussionen Beim Versuch. Von jeher – genauer: seit der Französischen Revolution – bevorzugt das politische Frankreich die Spaltung in zwei feindliche Lager und schätzt vermittelnde Positionen gering. und die Kinder gingen – wie es sich gehörte – bei den Jesuiten zur Schule. Dann wäre das vereinte Europa zerbrochen. Doch leider muss bezweifelt werden. Am kommenden Sonntag gehen die beiden in die Stichwahl.

verurteilen zu können. Sie seien »selbstbewusst. Und ebendies geschieht. noch Amtsanmaßung. den auch RüRechtsstaat für jeden von ihnen einen neuen pel. Exklusiv für ZEIT-Leser gibt es einige wenige Restkarten. Das heutige Phänomen ist »Kulturalismus«. der bei einer solchen Überfahrt dabei war. zieht die Leiter hoch. schließlich eine junge. wie die Deutschen schon 1914 brüllten. werden auch nicht klüger.11. christliche EU. wenn dem staatlichen um einen Junggesellenabschied Gewaltmonopol Konkurrenz gehandelt. geht um im Westen. weil fehlt.« Übrigens hat Mauer-Bauer Trump mehr Hispanics-Stimmen bekommen als Mitt Romney 2012 gegen Obama. »Hooligans gegen Salafisten« dass er Regeln notfalls mit waren so ein Phänomen. ihnen zu begegnen – von Nötigung und Patrouillen zu unterbinden und eine Aushöhlung Beleidigung bis zur Volksverhetzung. den Blick starr nach vorn gerichtet. Ihn befeuerte nicht Patriotismus. Andere. die als selbst ernannte »Shariah Police«. die das Neue und die Neuen.formverbot. nur um sie irgendwie nen. wenn sie andere bedringend einen neuen Straftatdrängen. Hindus und Muslimen aufgenommen. für Menschen. pound und Parliament nehmen wolle – Pfeiler ihrer Kultur. Das StrafRechtsstaats zu wirken. Jetzt wehren sie sich gegen weiße. »Lasst uns in Ruhe!« ist sein Schlachtruf.16 10:30 . Der Unterschied ist der zwischen Donald Trump und Ronald Reagan. er schrie: »Die Ahnen rufen mich!« Die Menschen auf diesem Bild wurden vor der italienischen Küste gerettet. sehen das ganz anders.Truppe im Innersten erschüttert. worum es geht« MARION DÖNHOFF PREIS Wir gratulieren den Preisträgern 2016 Navid Kermani Hanseatic Help e. bedrohen. die Weltwirtschaftskrise. sondern der Hass auf die anderen. Genau dies aber ist das vornehme Recht der Staatsgewalt.de Medienpartner: 102519_ANZ_10251900008473 [P]. Geert Wilders.aber kooperativ« aufgetreten. um den Gegner plattzumachen und auszugrenzen. Zum einen sind Signalwesten einer schüchternde Wirkung ausgegan. abwehren. der solches Treiben sanktioniert? A Trotzdem greifen gegen die Salafi-Sittenwacht ch so. Würde der gibt. Es fehlen auch charismatische Führer. die Osteuropäer ReJosef Joffe vision. sagt er. gesünder und abgesicherter als unsere Vorfahren in den Dreißigern. Wo dessen GrundDer Generalsekretär der Wuppertaler Moscheen. Er ist isolationistisch. Die »rassistischen« Briten haben Millionen von Braunen und Schwarzen. eine neue Strafvorschrift gegen Police«-Männer lächerlich oder karnevalesk­ finden. Ein Spießer-Traum? Es fehlen freundlicherweise die Bajonette – »Jeder Stoß ein Franzos!«. 11. flach verwurzelte Demokratie – ein leichtes Opfer für die Händler des Hasses. dann kennt das Strafrecht genug setzgeber tätig werden. die ihnen pint. die des staatlichen Gewaltmonopols zu verhindern? Es laufen da draußen viele Spinner herum. Die Deutschen wollten Rache. Und gegen eine weiße. christliche Osteuropäer. was den Real-Faschismus einst von Portugal bis Polen triumphieren ließ. die Liebe zum eigenen Land. erzählt einer. der Heim-ins-Reich-­ Irredentismus. freier. Oder sie überlassen den Demagogen das Feld. hat er scharfe GrenSamir Bouaissa. der ein Amerika wollte. noch das UniWuppertal spazierten. würde kollabieren ter demnächst rabiater auftreBraucht es deshalb nun ten sollten. zen zu ziehen – völlig egal.00 Uhr im Rahmen eines Festaktes im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg verliehen. Dann machen wir unsere eigenen Fehler. Andere hatten weniger Glück.indd 1 22. etwa aus dem Pegida-­ Mag sein.12 POLITIK 24. Allein ein solcher oder religiösen Ordnungsmacht Auftritt enthält genug subtile unter Strafe stellen würde. dere könnten folgen. von wem er sich provozieren lässt. um schrift. Warum eigentlich? Wir sind heute um Größenordnungen reicher. N OV E M B E R 2016 MEINUNG DIE ZEIT No 49 ZEITGEIST Mauern hoch! Der neue Nationalismus ist nicht wie der alte: Er ist defensiv statt aggressiv Heute Der »neue Nationalismus«. Angeklagt waren sie wetischen Terror. zum anderen brauchte es gen. werden.solche Umtriebe greife zu tief in die bürgerlifordert werden. Hauptpreis Förderpreis Martin Schulz Aydan Özoğuz Laudatio Laudatio Die Preise werden am 4. sagte dem Deutschlandfunk. wenn der Staat bloß mit orangefarbenen WestWehr setzen Privat-Sherifftum duldet. gefolgt vom Gespenst des »Faschismus«. die wissen. Und manche von ihnen verzehrt die Furcht. selbst Marine Le Pen sind B-Klasse im Vergleich zu Hitler und Mussolini.Uniform zu unähnlich. Flüchtlinge. Der ist in der Tat ein Spuk. – Wenn das alles recht weist hier eine Regenicht so schlimm ist.  AKÖ Foto: Dan Kitwood/Getty Images Foto: Larry Fiebert VON JOSEF JOFFE Soll die Scharia-Polizei bestraft werden? In Wuppertal wurden selbst ernannte Sittenwächter freigesprochen – die Männer hätten nicht gegen das Uniformverbot verstoßen. der Sitten und der allgemeinen religiöse Ideologen. »das sich nicht nach innen. der ZEIT Der Neue Nationalismus ist ein Zugbrücken-Nationalismus.tern sollten. sei keine ein. reglos und stumm. Was es Lautsprecher und Wichtigtuer. wie wäre lungslücke auf. um verhaltensändernd Genau das ist falsch. quer durch den Westen. als deren Sorgen ernst zu nehmen und statt Herablassung die besten Argumente vorzuzeigen. Innenstadt gezogen waren. lagen angegriffen werden. Wäre der Rechtsstaat von einer solchen gerade eine Handvoll junger Männer freigespro. junge Muslime etwa. es gibt keine Vordie Straßen patrouillieren. Bloß sind Reflektorwesverhängte Verbot der radikalten selbst mit zugekniffenen einen eigenen salafistischen Organisation »Die Augen und strengster RechtsStraftatbestand Wahre Religion« kam eher zu auslegung nicht mit einer Uniüberlegen – er spät als zu früh. die neuen Isolationisten sind Pessimisten. sagte eine Polizistin aus. dringend geschlossen werden müsste. Ein Brite bringt es auf den Punkt: »Wir sollten unsere eigenen Gesetze machen können. Ist er rassistisch? Dieses Wort rollt heute schnell über die Lippen. »Lebendige Geister«. Sie könnten den »Abgehängten« und »Losern« keinen höheren Respekt erweisen. Frauke Petry. Gesellschaften. Ein im Einzelfall die Androhung eines konkreten Zeuge glaubte sogar. die dringend angegriffen es dann demnächst mit einer geschlossen werden muss. ist ein öffentlicher Raum. schlimm um das Land. Der alte Nationalismus verhält sich zum neuen wie ein Rammbock zur Mauer. Nazismus mittendrin. Doch genau diese Anforderung ist zu eng gehalten. hatte doch Versailles überall die Grenzen verschoben. wer selbst bestimmt. Es gibt hier keine Lücke im Strafrecht. die traditionelle Identität schützen soll. Justiz kollabieren. JOCHE N BITTNE R Ja S Von den Wuppertaler Sittenwächtern ging ouverän ist. Von den fünf Salafisten. Jobs und Kapital drinnen bleiben. der nur ein winziger Wohlfahrtsstaat gegenüberstand. nicht imperialistisch. Der Gesetzeslage droht. ausgerüstet mit orangefarbedass da nicht bloß harmlose nen Leuchtwesten. Verblendete und Ideologen nutzen könStraftatbestand erlassen. befand jetzt das dortige Landgericht. Scharia-Westen oder einfach Jeans. Wer glaubt. AnZwang durchsetzen will. 22. die allein das Sich-Aufihre Wertvorstellungen zu okschwingen zu einer politischen Wenn die troyieren. Das wissen die »Eliten«. H E I N R I C H WE FI N G Nein ANZEIGE Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung »Menschen. die chen versehen. versteht das Wesen des Musikhören aufzuhören. Das gilt keine Bedrohung aus. schreiben Sie uns eine E-Mail an marion-doenhoff-preis@zeit. »Angst und Schrecken« in der Gemeinde. Es fehlen: die Erniedrigung durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg. V. deren Ehrgeiz und Energie. gen Verstoßes gegen das UniRechtsstaat sich Es ist richtig. verbreite aber Pseudo-Uniformen tragen. 2016 Sie drängen sich in der Nacht auf ein Holzboot. Er war aggressiv und chauvinistisch. Ein anderer wollte sich ins Meer werfen. das gilt aber ganz be. einschüchbestand. Aber wenn form zu verwechseln. Die »rassistischen« Schweden haben als Erste die Grenzen zugemacht. Natürlich bezieht der Vorfall seine Brisanz daraus. Allein in diesem Jahr starben mindestens 4655 Migranten im Mittelmeer. solange sie niemandem Gewalt antun. es habe sich bei der Aktion Übels. dass die einen Betrachter »Shariah Milieu. die sich ebenfalls eingemauert haben. mit dem Rauchen oder dem chen Freiheitsrechte ein. Migranten. die aufge. nicht angreifen. sie genau im formverbot im Versammlungsfür alle Spinner Blick zu behalten. ob die Angreifer die Gruppierung sei zwar klein. Der Freiselbst ernannte Scharia-Wächspruch geht also in Ordnung. muss er »NPD-Polizei«? Wer mit dem Anspruch eisich zur Genau diese Reiz-Reaktioner »Polizei« auftritt. Braucht es einen neuen Straftatbestand. Rassismus ist Selbstüberhebung und Entwürdigung des anderen. sondern nach außen wendet«. dann würden Polizei und Dieser öffentliche Raum hat einen Namen: Freiheit. nach haben die Richter richtig wenn organisierte Trupps durch entschieden. weil sie plötzlich den höchsten Ausländer-Anteil in Europa hatten – 17 Prozent. durch die Prediger unterwegs waren. ein Zeuge glaubte an einen Junggesellensonders auch für den Rechtsstaat. Dezember 2016 um 11. Das jüngst recht. Das Landgericht Wuppertal hat abschied. um weitere Scharia-­ Mittel. Er will sich verschanzen. weil es mit dem Uniformverbot nicht geklappt hat? Muss der Ge. der ebenfalls defensiv ist. es stünde chen. liberalen Rechtsstaats falsch. Reagan war ein Optimist. und sei es nen drohen ja. die vor zwei als Strafvorschriften weder Nötigung noch BeJahren als »Scharia-Polizei« durch drohung. der signalisiert. es war alles nur ein Spaß. um das volle völkiist Herausgeber sche Erbe zu kriegen. Hinter den Mauern werden wir keinesfalls den Wohlstand mehren. Er war eroberungslüstern. Sie kauern. um sondern Leute aus dem Umsich dem angeblichen Verfall feld der harten Salafistenszene. manche Gottlosigkeit entgegenzustemWürde der mit Kontakten zum islamis­ men. Vor allem will sich der Neue Nationalismus abschotten: Menschen und Güter sollen draußen. Wenn Sie und eine Begleitperson teilnehmen möchten. Nur: Grundlagen des Gewalt. das heute schon Bürgerwehren aufstellt. Eine alte Geschichte: Wer schon da ist. so der Titel des Economist.

aber ohne uns wären die Gesetze schlechter gewesen. Die Lehre in unserem Parteiprogramm half da nicht: »Wir begrüßen den Wolf zurück in seiner Heimat«. Wir müssen das Beste aus unserer Regierungserfahrung in Politik übersetzen. in der Hoffnung. Unsere Zeit. sagen wir mal. Bibliotheken. Das ist nicht mehr bloß erhabener Schauer. nicht auch noch selbst vortragen zu wollen: »Lieber einen Wahlsieger AfD als einen Meister RBL. Die einen legen sich auf die eigene Rolle. Und dass man den Unterlegenen danach noch in die Augen schauen können muss. Jetzt haben etliche Frauen Trump gewählt. der Kampf um Minderheitenrechte dringlicher. Und Trumps Sieg ist nicht singulär. war bis jetzt unstrittig. Er reiht sich ein in eine Erfolgsserie der neuen Demagogen. In Dürreregionen kann dies zum Beispiel widerstandsfähiges Saatgut sein oder einfaches Werkzeug. wenn ich nicht akzeptiere. offene Frauenverachtung – lange nicht waren Aufklärung. MIT IHRER HILFE. Sollte­ Frauke Petry den Kakao. damit sie wieder zu Kräften kommen. weiter wie bisher. in anderen Regionen Brunnen und Schulungen. sondern eine Leistungsanforderung und Überforderung. In ihrer unmittelbaren Not brauchen sie dringend Überlebenspakete mit beispielsweise Reis. identitäre Lebensbilder. Bei Menschen.: Heritage Images/Getty Images (Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski. nicht bei der Anzahl der Landesregierungen oder beim machtpolitischen Einfluss. den Text. Planungsverfahren perfektioniert. Das gilt auch für uns Grüne. die sie ihren Fans in die Augen treiben. eine Wellmer.24.de IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15 BIC COLSDE33 . der Frieden. Wir müssen in die öffentliche Infrastruktur investieren – in Schulen. das der russische Künstler Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski 1886 malte. Wir sind hier keine Zuschauer. jenseits von Sprach. mit dem sie sich aus der Sportschau schießen kann. 1886). Nach dem Brexit und Trump drohen jetzt der Wahlsieg des Rechtspopulisten Norbert Hofer in Österreich und der Front-National-Chefin Marine Le Pen in Frankreich. damit der öffentliche Raum geteilt wird. dass die Entscheidungen das Leben von Menschen verändern – und nicht alle dabei gewinnen. Ich hatte Mitleid mit der Familie. es ist unser Leben und unsere Politik. auf Bauern. wenn sie wieder reindarf. die für den Bundestag kandidiert. Wir müssen Betroffene zu Beteiligten machen – das war in meinem Bundesland beim Netzausbau der Schlüssel zum Erfolg. die nie das Tageslicht gesehen hatten. braucht es wenig. trank Tee und sprach darüber. auf Bürgerinitiativen. Foto: Dennis Williamson 1886 Sie sitzen bei Mondschein und schauen aufs Wasser. Bildung ist im Diskurs der Antimoderne kein Versprechen. Jetzt spenden und Perspektiven schaffen: welthungerhilfe. Wir müssen uns eingestehen. um viel zu bewirken. weil in Schleswig-Holstein die Geflügelpest grassiert und der erste große Betrieb betroffen war. die sie gelangweilt erringen. Doch der Vorstand der Bundespressekonferenz lud die Frontfrau der Lügenpresse-Lüge gar nicht erst ein. Das alles unter dem Parteitagsmotto: »Wir bleiben unbequem« – selbstreferenziell und rückwärtsgewandt. bei der sich Hauptstadtjournalisten und Bundespolitiker einmal im Jahr. Nun wird aber genau das bestritten. Wie können sie dem Vorwurf begegnen. eine Petry. Er gilt als einer der großen Maler der See. nur lauter und mit mehr Kawumm. Wir müssen Wege finden. In meinem Amt treffe ich auf Ingenieure. die nichts haben. Das reicht aber nicht. Die Sportschau ist jene Veranstaltung. stand ich nachmittags auf dem Hof des Schäfers.  AKÖ VON AUSSEN Wir siegen uns zu Tode nzwischen haben wohl alle liberalen. Die Grünen müssen seit dem Veggie-DayWahlkampf mit dem Vorwurf leben. Im Adlon gibt’s den auch am Samstagmorgen nicht. alle erreichen zu wollen. jetzt im Bundesrat). und vielleicht wird einer von ihnen diese Nacht in einem Gedicht verewigen. Sie reden. um das Meer zu malen. Wir verlieren. Eine Frauke. Eine Art der Tierhaltung. philosophieren. Und so luden die Fernsehbosse die Frontfrau vom RBB als ersten Nicht-Mann seit sieben Jahren ein. hart davon und tut we seit wir nichts mehr n. die weniger fischen sollen. Wie antworten wir auf diese Krise. ist sicherlich besser für die Einschaltquoten der ARD als. Bürgerinitiativen. Die Texte. »Antike griechische Dichter bei Mondschein an der Küste«. Auf Fischer. Wir müssen die Bauern für die Agrarwende ge- winnen – wie es in der Milchkrise ja gelungen ist. Unser Tipp für Jessy Wellmer lautet. wäre zwar sicherlich eine bessere Alternative für Deutschland als. Und unsere Reaktion? Wir treten den Rückzug an. Wir sind verunsichert. Gleichstellung. Verwaltung wird transparent. Aber wenn ich die Angst oder die Wut nicht zur Kenntnis nehme. Dokumente werden ins Netz eingestellt. machen wir nur weiter wie bisher. Er lebte. die von einem Tag auf den anderen ihr Geschäft zusammenbrechen sah – und damit einen Teil ihres Lebens. Nie war das 100 Prozent grünes Parteiprogramm. Frauke Petry kann das dieses Jahr nicht. Jetzt erst recht. Zumal Journalisten beim Bundespresseball voll damit ausgelastet sind. Eine Jessy. dass sicher geglaubte Grundannahmen der Moderne – Selbstbestimmung. ein Urwahlforum absagen. die Verlierer – auch die unserer eigenen Reformanstrengungen – nicht abdriften zu lassen. Das Unfassbare wird konkret. Anti-Emanzipation. kl. Und zwar in zwei Richtungen. Die Stille.  PETER DAUSEND ES REICHT! FÜR ALLE. samstags durch das Hochamt des deutschen Fußballs zu führen. genauso trotzige Art Der Grüne Robert Habeck ist stellvertretender Ministerpräsident und Umweltminister in Schleswig-Holstein ist der Rückzug hinter eine Verteidigungsmauer. Verbänden werden Klagerechte zugesprochen und so weiter. Regieren ist nicht die Technik der Macht. dass das auch noch möglich ist. durch den sie hier gezogen wird. er zeigte sie auf vielerlei­ Weise. eine Lifestyle-Partei zu sein. Wir müssen wieder Bewegung werden. Sogar buchstäblich Dreck. Unsere Reaktion auf die Krise der liberalen Demokratie ist so oder so Selbstvergewisserung. bei der sich die Wünsche der Bayern-Fans und die Wirklichkeit der Liga (fast) jeden Samstag an der Tabellenspitze begegnen. in der Regel am letzten Freitag im November. so heißt das Bild. Politik wird perfektioniert als Reaktion auf die Unruhe der politischen Prozesse. Daraus forme ich Fladen. Fracking-Gesetzgebung genommen. Man sollte also von vornherein besser so reden. das Spezifische von Regierungserfahrung in ein Angebot für die Partei zu übersetzen. Als ein Wolf vor anderthalb Jahren auf einer Koppel 50 Schafe und Lämmer riss. dann komme ich nicht auch nur einen Meter weiter. Mein Bauch wird ga h. Und den Champagner sowieso. Eine andere. Deutschland wäre umgeben von rechtspopulistischen Regierungen. haben wir Grünen in den mittlerweile elf Landesregierungen Politik gemacht. Letzteres könnte für die Europäische Union den Todesstoß bedeuten. dass Menschen sich gerade durch den »guten Bildungsdiskurs« abgehängt und zurückgestoßen fühlen? Ein weiteres Beispiel ist der offene Sexismus von Trump: vom monsterhaften Aufbauen hinter Hillary Clinton in den TV-Duellen über das Prahlen mit sexuellen Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungsvorwürfen – in normalen Zeiten hätte das jeden Kandidaten hinweggefegt. Es ist eine reale politische Möglichkeit. sondern die Demut vor der Macht. Zu Recht. Und die Rasenballsportler aus Leipzig die Meisterschaft.“ anderes zu es sen habe Geprüft + Empfohlen I Die Grünen stehen im Jahr der reaktionären Revolution unter Schock. dass wir gerade wie die Verlierer aussehen. wie aufwühlend die Trump-Wahl war. denn dass Bildung der Schlüssel für gesellschaftlichen Aufstieg und Gerechtigkeit ist. damit sich mehr und mehr Familien aus eigener Kraft aus dem Leid befreien können. ch t Leila Dagust: „Mami ma d Lehmkekse aus Erde un nz Öl. Trump sagte in einer Rede: »I love the poorly educated. Aber nie musste man so sehr befürchten. sondern auch noch in Smoking und Abendkleid. die im Adlon tanzt. auch noch selbst weinen müssen. Aber nachmittags saß ich beim Besitzer und seiner Frau auf dem Sofa. Wir brauchen kein neues Programm und nicht immer neue Radikalismen. Regieren ist das Wissen. Das muss unsere Antwort sein. Linsen und Öl. dass irgendwann Hilfe kommt.oder Haltungsappellen? Jenseits von rhetorischer Aufhübschung? Den Bundesparteitag musste ich Hals über Kopf verlassen. dass ausgerechnet Gendersternchen und Unisex-Toiletten das Gegenteil bewirken: eine Niederlage der Emanzipation. muss man ja nicht auch noch runterschlucken. Sowie die Schalker die Tränen. Kitas. Die Grünen starteten als Bewegung. desto richtiger liegen wir. in die man gedrückt wird. Oft sind es wütende. auch noch trinken wollen. die Auster zu schlürfen. EEG. Doch die Diagnose ist noch verheerender: Wir siegen uns zu Tode. Sie argumentieren als Vertreter ihrer Landesregierung. 30 000 Hühner in einer geschlossenen Anlage mussten gekeult werden. Und beide sind falsch. Aber gesellschaftlich. die ihnen gereicht wird. meist ältere Männer. Über den Bundesrat haben wir Einfluss auf Integrationsgesetze. und gerade unser Erfolg – politisch wie kulturell – treibt die Gesellschaft auseinander. die eigene Fachlichkeit fest. Erbschaftsteuer. Es passiert wirklich. essen Menschen in ihrer Verzweiflung alles. auch unter der Moderation von Wellmer noch selbst feiern müssen.« Gute Nacht allerseits. Sportstätten. Je mehr uns »die anderen« hassen. die keine Windkraftanlagen wollen. Still und geheimnisvoll. erst mal selbst vergeigen müssen. Seit Tagen haben wir nichts anderes gegessen. Nicht unbedingt in Umfragen.« Die Parteien streiten über verschiedene Bildungskonzepte. die ich an der Sonne trockne. Ich kenne das von mir selbst nur zu gut. Die Bayern allerdings werden die öden Siege. Bitte helfen Sie mit. was die ZEIT kürzlich »kulturelle Hegemonie« nannte. Genau aus diesem Geist. was die Tötung der Tiere bedeutet. Es hat etwas Trotziges: Wenn ihr wüsstet. dass Menschen ihre subjektiven Gründe haben. der Suche nach Mehrheitsfähigkeit. nicht nur ebenso hochoffiziell wie wechselseitig im Mondschein begegnen können. deren Atomkraftwerke wir zurückbauen lassen. die sie nicht feiern werden. WENN SIE NICHTS ZU ESSEN HABEN? Wenn es ums nackte Überleben geht. Meine Kinder bekommen zwar davon Bauchweh und werden jeden Tag schwächer – aber was soll ich nur tun?“ So wie in Haiti leben weltweit unzählige andere Familien. muss sie sich schon persönlich melden. und seine Kinder weinten. sagen wir mal. Bewegung werden heißt. die Fußball moderiert. Jessy Wellmer weiß das längst. Wir müssen aufwachen. ein Aufstiegsversprechen – nicht mehr geteilt werden. die ich falsch finde. Auf die Herausforderung von Zersplitterung. beunruhigt zu sein. Unterschriftenaktionen und Demos haben wir und die Politik mit immer größerer staatlicher Effizienz geantwortet. So viel Macht hatten wir seit 2005 nicht mehr (nur damals im Bund. Im zweiten Schritt sucht die Welthungerhilfe gemeinsam mit den Betroffenen dauerhafte Lösungen für die Zukunft. Dadurch aber gelingt es nicht. Myou Dagust aus Haiti erzählt: „Ich mische lehmige Erde mit etwas Öl. alles ist viel komplexer. wird sie zwar nicht auch noch selbst lesen müssen. ANZEIGE WAS ESSEN MENSCHEN. Gerade weil wir alles richtig machen. Aber genau das löst das politische Problem nicht. das Herz so weit. eine elitäre Lifestyle-Partei zu sein?  VON ROBERT HABECK Der Bundespresseball ist jene Veranstaltung. Die Gülle. die Rücksicht auf Natur und Tiere nehmen sollen. die ums tägliche Überleben kämpfen. die andere über sie jetzt schreiben. die selbst kickt. Tiere. sich selbst für progressiv haltenden Kräfte beteuert. Kann es sein. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 POLITIK 13 MEINUNG DAUSEND Lieber Austern als Gülle Damals Frauke Petry und Jessy Wellmer erleben aufregend Neues Abb. Doch wir verstecken diesen Erfolg schamhaft und bringen den eigenen Anspruch nicht auf die Platte. wild und bedrohlich. So retten sie sich von Tag zu Tag. Der Befund ist ja gerade.

Diese Bestellung kann binnen 14 Tagen ab Erhalt der 1.65 € pro Ausgabe und erhalte DIE ZEIT 52x sowie das Studentenmagazin ZEIT CAMPUS 6x im Jahr separat zugeschickt. behauptet Werner Mauss vor dem Bochumer Gericht. »Richard Nelson« und »Dieter Koch« jedoch irgendwann emanzipiert.zeit. Mit diesem imponierenden Blockierschema konnte Mauss in der Vergangenheit Aufklärer aller Art beeindrucken. dürfe schon deswegen nicht nachfragen. wie so viele. obwohl nur noch eine Kamera im Saal ist. Im Übrigen habe er. Es ist auch nicht das erste Mal. wie es der Angeklagte noch immer für sich beansprucht. BIC / ersatzweise Bankleitzahl Geldinstitut Ich zahle per Rechnung. Meine gültige Immatrikulationsbescheinigung füge ich bei. sagt Mauss. Was auch immer nun passiert. sind Nachforschungen über seine Wege und Mittel. wenn Prozesspause ist. Im Jahr 2012 war die Steuerfahndung ihm auf die Schliche gekommen. Jede Nachfrage. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 RECHT & UNRECHT immer als weltpolitischen Akteur mit besten Absichten. das sind Protokolle der in solchen Dingen pingeligen Schweizer Bank. riecht es nach Ärger. weil er Familienvermögen in Panama versteckt hat). KG. in denen Nachrichtendienste und Ermittlungsbehörden so hemmungslos operierten.11. in denen er tätig war. Wissenschaft und Kultur – und das zu einem sehr attraktiven Preis: Sie lesen 13 Ausgaben für nur 39. böser Feinde oder der Presse – gegen ihn im Gange. Anrede / Vorname / Name PLZ / Ort Telefon (für eventuelle Rückfragen) E-Mail (dient als Benutzername für die digitale ZEIT) Ich zahle per Bankeinzug und erhalte 2 weitere ZEIT-Ausgaben kostenlos! IBAN / ersatzweise Konto-Nr. so einfach sei das nicht mit dem Ver­ mögen. Transporte organisieren. leider verkannter Streiter. des Verfassungsschutzes und diverser Landesbehörden. Scheinbar geht es wieder glimpflich ab: Mauss wird gegen Zahlung einer Million Euro Kaution auf freien Fuß gesetzt. dass Landesbehörden oder Private sich nicht seiner bedienen.50 € E-PaperAnteil) die digitale ZEIT beziehen – DIE ZEIT als E-Paper. deutsche wofür er das abgehobene Geld brauchte: weit­ gehend für ein kommodes Privatleben. ist eine Art Hausbank von Mauss. der von 1991 bis 1998 Helmut Kohls Minister im Kanzleramt und Geheimdienstkoordinator war. Zahlung. Ausführliche Informationen zum Widerrufsrecht unter www. bei näherer Hinsicht vieldeutig. Ende der Achtziger wurde es nach Luxemburg transferiert. ist manchmal schwerhörig. weil »Claus Möllner« auf einer Steuer-CD mit UBS-Daten aufgetaucht war. demnächst einen hohen deutschen Geheimdienstler zu präsentieren. · 1287445 Digital Straße / Nr. Die Bundestagsverwaltung verhängte damals eine Geldstrafe in Höhe von 1. Der CDU in Rheinland-Pfalz ist das alles sehr unangenehm. Ausgabe nicht melde. im Zweifelsfall sein eigenes. »Möllner« durfte Offshore-Stiftungen und Briefkastenfirmen gründen. wenn Mauss in jüngerer Zeit bei irgendetwas auffällig wurde – und zwar nicht als investigative Rechercheure oder BND-­ Informanten. sondern sah sich­ vier Presseverfahren des Agenten gegen diverse Medien oder Buchverlage anhängig oder anhängig gewesen. Der Friedensstifter scheint ein unwillkommener Wiedergänger zu sein. In Wirklichkeit hat bloß die Wuppertaler­ Steuerfahndung ihre Arbeit gemacht.2 Millionen Euro. drohen dem 76-Jährigen bis zu zehn Jahre Gefängnis. als unermüdlicher. Unterlagen vor 2006 sind leider vernichtet worden. Bekanntschaften mit Spiegel-Redakteuren wie Stefan Aust oder Hans Leyendecker verwandelten sich durch diese In­ diskretion damals in unversöhnliche Feindschaften. als er plötzlich verhaftet wurde und neun Monate lang in der Nähe von Medellín im Knast saß. das wäre ein echter Skandal. Es gibt VO N T H O M A S E . drei Tage später wird der Hausherr in Bochum festgenommen. Im Jahr 2010 musste Fraktionschef Christoph Böhr zurücktreten. so sehr spielten sich seine Arbeit und sein Leben am Rande der größtmöglichen Aufmerksamkeit ab. Löse. Rechtlich gesehen. kaum kontrollierten BND. Dabei ist seine Beziehung zu den Medien. kurz: als einen. nur 2. eine genaue Rekonstruktion ist – wieder einmal – schwierig. Das sollte bei Agenten eigentlich der Fall sein. ich lese DIE ZEIT 3 Monate zum Sonderpreis! Ich lese DIE ZEIT 3 Monate lang für nur 39. Der Nebel klärt sich nicht. wie es ihm beliebt. droht wegen seiner Steuer eine Haftstrafe 2016: Im Gewand des Büßers Angeber vor Gericht Mauss sagt: Er habe fast immer honorarfrei gearbeitet. Ermittler.70 € und erhalten zusätzlich das ZEIT-Notizbuch und den ZEIT-Becher gratis. finassiert. Gibt es den tatsächlich und lässt sich nach­ weisen. ebenso wie »Richard Nelson« oder »Dieter Koch« – jene Herren eben. in dessen Kapuze er sich in den ersten Tagen verkroch. In diesem Hin und Her zwischen Geltungsdrang und Geheimniskrämerei hat Werner Mauss ein ziemlich empfindliches Verhältnis zur Öffentlichkeit entwickelt. Wo Spuren von Werner Mauss auftauchen. der ihn in Sachen Fonds entlastet.– € statt 63. hat er wieder mitgebracht. weil er steuerfinanzierte Fraktionsgelder für den Wahlkampf 2006 verwendet hatte. Mauss. Auslandspreise auf Anfrage. die früher als Informanten des BND tätig waren. aus Zeiten. im Libanon oder in Kolumbien. die wiederum einer »Werida-Stiftung« gehört. Wenn ich mich nach der 12. ziemlich oft fallen die Worte »weltweit« und »erfolgreich«. vielmehr wurden sie von einer Anwaltskanzlei aus Eisenach auf den Weg gebracht. Datum Unterschrift DIE ZEIT. jedenfalls nie um humanitäre Missionen. Whistleblower. Mittags. Und dann gibt es noch die merkwürdigen Nachfolgeregelungen für die Konten: Mauss verfügte. Ausgabe ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen werden. in Fällen. Fahnder durchsuchen nun das Maussche Anwesen in Altstrimming bei Cochem. weil er vom geheimdienstlichen Geschäft keine Ahnung habe. dass einer wie er schließlich nicht wissen könne. die verworren sind und meistens ungeklärt bleiben. Infos kaufen. illegalen Daten­ handel oder Geheimnisverrat. reiste Mauss ohne Regierungsauftrag. ohne Auftrag und Wissen irgendeiner Dienststelle. ob hier alles zu Ende gehen werde – hier in diesem holzverschalten Gerichtssaal mit dem Konferenzmobiliar aus den Achtzigern. ob Mauss noch in Diensten stehe. der öffentliche Anerkennung verdient. Das wurde regelmäßig verneint – was allerdings nicht heißt. wo es den Steuerfahndern auffiel und nun zu Nachfragen führt. Zeiten. Schluss auch mit dem Luxusleben und der Parole. wird es brenzlig. wenn Mauss zu einer neuen Mission aufgebrochen sei.oder Bestechungsgelder zahlen.) A m vierten Verhandlungstag fragt sich der Angeklagte Werner Mauss wohl endgültig. Aber lebt er deshalb jenseits deutscher Gesetze? Spricht das Gericht Mauss im vollen Umfang der Steuerhinterziehung schuldig. in denen das politische Klima klamm und heimlich war und die Regierung Kohl ihre letzten Kämpfe austrug. Aus und vorbei ist es dann womöglich mit der dollen Agentenstory. einer der schillerndsten Figuren der Nachkriegs­ geschichte. 2014 fallen den Fahndern bei einer Durchsuchung der Luxemburger UBS-Filiale die »Report Calls« in die Hände. Wenn der neue angebliche Zeuge nicht erscheint. sondern als Beteiligte –. Der Versand erfolgt nach Eingang der 1. Er brachte den geraubten Kölner Domschatz zurück und fing 1976 in Athen den RAF-Terroristen Rolf Pohle. Ein Agent muss schließlich finanziell beweglich sein. durchaus die Absicht gehabt.zeit. Von deren Luxemburger Filiale nutzte er die Zinseinkünfte. Ihr Geschenk: ZEIT-Notizbuch + ZEIT-Becher www.40 € pro Ausgabe (0.– € statt 63. fast schon private Außenpolitik der Herren Schmidbauer und Mauss. Es sei keineswegs durch schnödes Einkommen gewachsen. Unsere Empfehlung: Ja. Doch es wird weiter ermittelt. Leser-Service. als einen Virtuosen der praktizierten Humanität. Nein. Mauss verspricht. ums deutsche Staatswohl und – natürlich – um die Wahrheit. Von solchen Dingen hatten sich »Claus Möllner«. Wirtschaft. Mein Geschenk darf ich in jedem Fall behalten. Seinen blauen ProzessAnorak. die eine eigene Website betreiben. Bücher sind über Mauss geschrieben worden. wie es da draußen zugehe. dass das Geld nach seinem Ableben an Frau und Kinder aus­ gezahlt werden solle. Falls Werner Mauss doch bloß ein gewöhnlicher Steuerhinterzieher ist. sie seien aber beteiligt gewesen. auf dass er.). Erst sechs Jahre darauf tauchen dann die Namen »Claus Möllner« und »Dieter Koch« auf jener Schweizer Steuer-CD auf und wecken das Interesse der Steuerbehörden. wollte nie ein stiller Spion im Weinberg seines Herrn sein. der zu den wenigen Agenten gehört. der Ehrliche. Mauss ist der am wenigsten geheime Geheimagent Deutschlands. hatte Mauss – genauer: sein Alias »Claus Möllner« – gegründet. Danach geht es wieder ums Geld. das wurde er nie müde zu beteuern. V-Mann des Bundesnachrichtendienstes. dass Mauss für die CDU in seiner Heimat gespendet hatte. Ansonsten reicht eine formlose Mitteilung an den Leser-Service. Buceriusstraße. Und was Mauss gar nicht schätzt. »an der Front«. wo »Dieter Koch« veranlagt sei und wo dessen Einkünfte – einem alten. Abgaben auf Zinseinkünfte aus einem Vermögen. der Mann ringe noch um seine Aussagegenehmigung. Filmaufnahmen von ihm in die Welt schickte. Seinen Verdruss über all diese hässlichen Beschuldigungen teilt Mauss dem Gericht auch mit. Aber woher kommt der Reichtum? Werner Mauss ist eine westdeutsche SchlapphutLegende. Den Saal C 247 als verurteilter Steuerhinterzieher zu verlassen ist ein wahrhaft empörender Gedanke. Das alles spricht nicht unbedingt für die Existenz eines Treuhandfonds. immer um Geld. Dann geht es um Erpressung. Geheim. zwischen 1999 und 2015 etwa 80 000 Euro oder mehr. Mein Geschenk: ZEIT-Becher »70 Jahre« + ZEIT-Notizbuch »70 Jahre« Genießen Sie jede Woche das gute Gefühl.und Spezialagent. manchmal weinerlich. in die der Agent verstrickt ist. denen das Vermögen formell gehört.de/wr. Dem Agenten Werner Mauss. über das. Woher das Geld genau stammt. dass dieser Landesverband in seinem Finanzgebaren auffällig wird. Anonyme Spenden anzunehmen verstößt gegen das Parteiengesetz. vom­ Bundesnachrichtendienst eingeräumten Privileg entsprechend – regelmäßig geschätzt würden. nur 0.16 14:53 . die bald verschwindet. was ihr Kunde »Möllner« so erzählte. vor allem aber eine Schutzzone. welches. Die meisten seiner Fotos sind in den­ Redaktionen mit Sperrvermerken versehen. Angebot nur in Deutschland gültig. die nun als unversteuert infrage stehen. ich möchte zusätzlich für zzt. S C H M I D T Geheimnis. Kurzum – wo Mauss’ Spuren sichtbar werden. Wann? Ungewiss. Allein in Stuttgart sind vor Kurzem offenbar diese von Dunkelmännern bevölkerte Dunkelzonen um Mauss. als wäre wieder einmal eine Verschwörung – fremder Mächte.2 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Es tauchen in einigen Fällen Namen von Journalisten auf. Lange Zeit war sein Gesicht ein gut gehütetes 1998: Das Lächeln des Siegers Stellen hätten jedenfalls nicht eingezahlt. in zahllose Affären um Kundendaten und Steuerdelikte verwickelt.: 1573506 H13/15 · 1573507 H13/15 Stud. Dieser Geist könnte jetzt tatsächlich ausgetrieben werden. finanziell gespeist allerdings von westlichen Nachrichtendiensten. in den Jahren zwischen 2009 und 2013 Einkommensteuer in Höhe von 15. Unter der Ägide von Bernd Schmidbauer. wird sein letzter Auftritt jedenfalls höchst außergewöhnlich gewesen sein.de 22.24. er fand 1983 (angeblich) die verloren gegangenen Giftfässer aus Seveso. Ich bin Student und spare nach dem Test über 45 %. Es gibt keine nachweisbaren Beziehungen zwischen ihm und seinen Auftraggebern. Bei seiner letzten Geiselbefreiung in Kolumbien 1996 ließ er sich sogar von einem Team von Spiegel-TV begleiten. App. Briefkastenfirmen und Stiftungen. riecht es nach Ärger Fotos (Ausschnitte): ullstein (l. beziehe ich DIE ZEIT 52x für zzt. vor allem aber war er an zahlreichen Befreiungen deutscher Geiseln im Ausland beteiligt. Steuergeld im Inselfonds. in Libyen. eine genaue und umfassende Prüfung gibt es damals nicht. das insgesamt auf ungefähr 100 Millionen geschätzt wird und das zu einem beträchtlichen Teil auf Luxemburger Konten liegt. das Gespenst der Bimbes-Kultur und des alten. des Bundeskriminalamtes. Der CDUMann vermittelt ihn an Helmut Linssen. Der Grüne Christian Ströbele hat in den vergangenen Jahren immer wieder bei der Bundesregierung angefragt. wohl nicht beim Finanzamt Essen zu versteuern. diese Leute tauchen beispielsweise mit auf. die Existenz des Geldes zumindest anzugeben. 20080 Hamburg 040/42 23 70 70* 040/42 23 70 90 abo@zeit. Mitte der achtziger Jahre soll dieser geheime Fonds von einer ihm vertrauenden »hochgestellten deutschen Persönlichkeit« ins Leben gerufen worden sein. Fünf Wochen später wird er beim Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach vorstellig. ohne ins Einzelne zu gehen. Einst war er Privatdetektiv. 1985 war dieses Vermögen durch eine Einzahlung von etwa 23 Millionen US-Dollar plötzlich und unerwartet in Panama aufgetaucht und hatte sich alsbald in der Obhut dubioser Stiftungen prächtig entwickelt. bestreitet der Begünstigte zu wissen. hinter deren Namen sich über Jahrzehnte Werner Mauss verbarg. Am vierten Verhandlungstag äußert sich der Angeklagte erstmals zur Sache.70 € im Einzelkauf. in zahlreichen Interviews hat er sich ausführlich erklärt. wo es nun wirklich keine Spesenbelege gibt. unterm rücksichtslosen Bochumer Neonlicht. dass er dabei – in welchem Land auch immer – Recht und G ­ esetz beachtet und einer behördlichen Kontrolle unterliegt. Ihr Abonnement ist auch danach jederzeit kündbar. Zudem erhalte ich den kostenlosen Newsletter »ZEIT-Brief«. In Kolumbien nicht und in den USA auch nicht. als einen Erfolgsmenschen des Guten.60 € statt 4. dass in ihm doch deutsches Steuergeld kursiert. die den Vorsitzenden interessieren – macht Andeutungen. unabhängig von deutschen Bürokraten geheimdienst­ liche und humanitäre Operationen habe durchführen können. aber doch in offizieller Mission nach Kolumbien. um unter Beteiligung der Guerilla einen Friedensprozess im Lande anzuregen. Denn Mauss. 14 Mauss und die Steuer – wieder eine seltsame Geschichte: Am 20. nur 4. zumal wenn in Zweifel gezogen wird.60 € pro Ausgabe frei Haus statt 4. Dergleichen nennt sich »Inselfonds«: Ein Agent wird üppig ausgestattet und darf mit dem Geld nach Gutdünken verfahren. immer bestens informiert zu sein. Leider zeichnet Mauss nicht als Absender dieser Spenden. in Wahrheit immer nur für den Weltfrieden gekämpft zu haben. handle es sich bei dem Geld um einen Treuhandfonds. Zielfahnder. wird aber dünner. den nordrhein-westfälischen Finanzminister (der im Jahr 2014 als Bundesschatzmeister der CDU wird zurücktreten müssen. stehen alle in der Schlange in der Kantine. Seine Hintermänner hätten ihm das aber untersagt. er habe ohnehin meist honorar­frei gearbeitet. Aus mit dem schillernden Mauss-Mythos. die erst später den Namen »Nelson« nachtrug oder die Briefkastenfirma­ »Nolilane«. wird es eng für Mauss. Die UBS in Zürich. Mauss. in der er schalten und walten kann. Ebenso israelische. Und ausländisches Vermögen in Panama oder Luxemburg sei ja. und wer das nicht begreife. Auch der Vorsitzende Richter in Bochum muss sich immer wieder belehren lassen. Das war Ende der Neunziger eine ziemlich geheime. Sven Simon (r. Audio und für den E-Reader. flankiert von Wackelpudding und Pommes. So diskret er rund um den Erdball tätig gewesen sein mag. die man ausfüllen könnte. Eine Schar von Rechtsanwälten wacht über das »richtige« Verständnis des sichtbaren Werner Mauss. Dann plaudert Werner Mauss. zahle zzt. Sie machten sich damit nicht nur Freunde. ANZEIGE Jetzt 3 Monate lesen und 38 % sparen! Ja. bedrohe unmittelbar verschiedene Menschenleben. ausgestattet mit falschen Pässen. Zu allem Übel kam vor einigen Wochen auch noch heraus. Verräter und neugierige Pressebengel haben dem Agenten das Leben schwer gemacht. Dafür ist der ranzigweiße Funktionsbau des Landgerichts am Rande der Bochumer Innenstadt nicht der schlechteste Ort. Preisungen. November des Jahres 2006 kündigen sich Betriebsprüfer bei ihm an.de* *Bitte jeweilige Bestellnummer angeben Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Mit der ZEIT erfahren Sie das Wichtigste aus Politik. verliert sich in Anekdoten – meistens unter Umschiffen jener Punkte.90 € im Einzelkauf. die ihn länger als das halbe Leben begleitete. Werner Mauss ist angeklagt. Hamburg 102514_ANZ_10251400007742 [P]_X4_ONP26 1 Bestellnr.

Was ist an Ruinen in der Wüste so wichtig? Eine Reise zu alten Steinen – und Menschen. der Chef der Antikenbehörde.) Oben: Der zerstörte Löwe aus Palmyra. den der Restaurator Bartosz Markowski nach Damaskus gerettet hat. ist der letzte Professor für Archäologie in Syrien. die um sie kämpfen VON AMRAI COEN UND MALTE HENK LESEN SIE AB SEITE 16 . N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 Seite 21 15 Oben: Die Straße gehört der Regierung. Unten: In russischen Munitionskisten sollen antike Büsten den Krieg überdauern Warum die Kirche Luthers Judenhass nicht richtig in den Blick bekommt Im Reich des ­Löwen Das syrische Palmyra zählt zu den größten Schätzen der Antike. dann eroberte Assad die Stadt zurück.DOSSIER 24. kl. Foto: Alexander Baumbach/epd-bild (o. Der »Islamische Staat« sprengte die Tempel und köpfte Statuen. die Wüste dem IS. Mitte: Vom Baal-Tempel steht nur noch das Eingangstor. Mitte: Maamoun Abdulkarim. Unten: In der Oper von Damaskus sind die vorderen Reihen reserviert für Veteranen Fotos: Amrai Coen für DIE ZEIT.

schreiend unter ihre Betten Soldaten in Pässe. Am­ irgendwas Spannendes. Toronto. mit dem einen Auge. Kurz­ Saal. er hatte eine Frau und anhalten. Doch man sie aus Rom und Athen kannte. sind die alten Steine. Sohn ghanaischer Einwan­ derer. Damaskus: Die sichere Burg Auch Abdulkarim hätte fliehen können. hat er den Löwen schon einmal erneuert. wer bleibt dann noch? I. Nicht in Syrien. Der Westen sieht in Palmyra ein Kulturerbe. Die Russen wollen mit Palmyra die Welt davon über­ zeugen. ein zersplittertes Land Eu ph ra t ls der Löwe endlich Damaskus sieht. In der nächsten Kiste eine Frau. ist. Fast wirkt es. 28 Jahre alt. Er darf nicht mehr arbeiten.GRAFIK /Quellen: IHS Conflict Monitor. steh auf! Wir sollen uns sammeln. Er ist zwar nicht aus Syrien geflohen.« Es ist Herbst 2016. Nachgebaute Antike. Die Ruinen von Aleppo sind Assads Schande. »Gut!«. Walid liebte seine Arbeit. Kopfschmuck. abgeworfen von Abdulkarims Arbeitgeber. sagt. in den Vororten. öffnet ei­ Menschen. der Mann. die Pick-ups fahren schon als Zehnjähriger wusste er: Meine Zukunft Tempeln. Es gibt Zeiten. muss man wissen. Jahrhunderts hat es sich entstaubt. Die Kollegen. die ihre eigenen Bürger folter­ te. Abdulkarim das Leben eines Gelehrten. Tagsüber sieht Anhänger seines Präsidenten wäre. Harry Sarfo war PALMYRA Syrische Regierung jetzt kein Verlierer mehr. sagt er heute. der sich seit der Einnahme von das wir vor der Politik beschützen müssen«. der mitten in der syrischen Tragödie seine Enzyklopädie der Archäologie bis zum Buchstaben S vorantrieb. Der Mann. Mindestens 14 Tote. Schulen. das war eine der großen Sehenswürdig­ keiten aus der Römerzeit: in den Sand gesetzte Tempel und Kolonnaden. aber nicht weil er ein­ sie hierher. Leute wie diesen Polen in Trekkinghose. als sei das Ende von Palmyra im Drehbuch der Islamisten festgeschrieben. In diesem Gebiet herrscht die Regierung von Baschar al-Assad. Ein Reporterteam der ZEIT war zehn Tage im Regierungsgebiet unter­ wegs: Wer in Syrien dem Fall Palmyra nachgeht. Er ist so groß wie ein Auto und wiegt mehr als ein Dutzend Tonnen. liegt nahe der Universität. Rebellen gehalten werden. weshalb auf vielen Plakaten in Syrien ein Löwe den Staatsführer begleitet. mehr als zwei Millionen Häuser liegen in Trümmern. Nach seiner Rettung lag der Löwe bedeckt von einer Plastikplane.« »Soll mir recht sein«. An einem Abend im August 2016. an dem ein Mann mit langen Locken und Händen. los. Zuerst taucht das rechte Auge auf. sagt er. und der Krieg ist nur ein Grummeln in der Ferne. in klapprige Autos und fahren in die Wüste. Antike in Cinemascope. mit den neuen Kriegen des 21. Ein Werk für Jahrhunderte. deren Seine Frau muss sich verschleiern. Sarfo schwenkt eine schwarze Flagge durchs Bild. halten Soldaten Händchen mit heimlichen te aus dem Ausland. Scan-Kontrollen wie am Flughafen. Hier. »Seid Mannes. Grün. gefallen. Die Liebe des Antikenchefs zu den Sterben wir nicht verhindern? Vielleicht. Damaskus ist die sichere Burg im davon redeten. »dem Löwen fehlen noch ein paar Teile. Jetzt projiziert Abdulkarim Stunden tauchen in der Ferne Säulen auf. Es gab gerade diesen Prozess. Wegen des symbolischen Werts. Aber mit dem Löwen fangen wir an. Auf seiner Pfote steht in alter Schrift dieser Satz. Sogar alte Steine. Der Freundinnen. Und wieso er immer noch von so vielen­ Syrern unterstützt wird. In einem europäischen Museum Bei Ausbruch des Bürgerkrieges lebte Maamoun hätte jede dieser Figuren einen großen Auftritt Verlust der alten Steine? Stehen die Steine als Stell­ ein Meteorit eingeschlagen. Sicherheitsschleusen. die in den Jahren vor dem Krieg bei Studiosus die »15-tägige Studienreise« ab 2650 Euro buchten. Walids Vater war vielleicht der bekannteste von ihnen. Er klaubt eine Plastikflasche hervor. der Krieg geht in sein sechstes Jahr. nur er mit einem hilfsbedürftigen Kunstwerk. so eben­ mäßig wie die eines Bildhauers. weil er nicht mehr Täter sein wollte. den Festvortrag halten. auf einem zentralen Platz der Stadt Homs eine Kopie des Löwen von Palmyra errich­ ten ließ. Als sei der traum: eine »Enzyklopädie der syrischen Archäo­ syrische Wüste vorstießen und dort die alten Bau­ Am Ende des Vortrags wie üblich der patheti­ Löwe lebendig. Lebenszeichen von Millionen Menschen. Er öffnet eine Flügeltür. aufgerissen von Gegenwart hielt ihn. II. wenn draußen um sie herum. weshalb sich Assad – trotz aller Verbrechen – als Verteidiger westlicher Werte sieht. Draußen sitzen Studenten über Bü­ klärt. Heute sorgt sich der Westen um das Schicksal der Kulturschätze.Artilleriegeschosse. als sei über Nacht Nebensatz. Skulpturen Male pro Woche aus Vororten herein. Der einzige Politiker. die Augen verschattet. beide in Eu­ ropa. Markowski wühlt sich durch den büsten. anderen moderne Häuserblocks für 70 000 Bewohner. alle paar Hundert Meter schauen der Krieg wütete. rufen Syrer. nicht. grüßte der Löwe die Besucher. die durch zu lassen. und: »Spasibo. Saal um Angstfreiheit liegt. Aus dem ganzen Land!« Seine Worte rasen seinen wird Sarfo später im Gefängnis sagen. was geschah. der sich bemerkbar machen wollte. Touristen aus der ganzen Welt. dass Assad fallen könnte. wie eine Fata Die beiden beugen sich über die Boxen. dieser übermenschlichen Leistun­ gen längst verstorbener Menschen. »Diese Sache 100 km in Palmyra« habe ihn zum Pflegefall gemacht. wo der zer­ ein Mensch. Er hat nach seiner Rakka Heimkehr aus dem Krieg mit den Behörden kooperiert. Vater des Homs Schwertes. 47 Jahre alt. die von­ und Tempel. ein nackter t ri ra s Euph TÜRKEI Tisch. der in Zeitmaßen denkt. Da sitzt ein kräftiger junger Mann in Turnschu­ hen. überall moderne Statuen von Löwen herum­ stehen. Der Westen erschuf sich seine Erzählung von Palmyra. Syrische Rebellen Den Namen dieser Stadt hatte der junge Deutsche Damaskus IR AK noch nie gehört. ganz Syrien ist in seine Einzelteile zerfallen. »Sorry«. sie tragen Camouflage-Westen. rohren auf den wehrlosen Löwen einprügeln. Sie trugen schwarze Kleidung Moskau!« Danke! Der Krieg scheint in Damaskus weit weg. Sie wird dort aufhören. streift sie über die tauben Beine. Niemals zuvor ist eine Kulturstätte so sehr in die Fänge . wird der Sound der Bombarde­ Assads Minister kommen und gehen.« Der Krieg war in seinem fünften Jahr. sagen seine Bekannten im Ausland. Starr blickt der Löwe nach oben. sagt Wenn man in diesem Herbst aus dem Libanon er. Denn Löwe heißt auf Arabisch Assad. fünf Bücher. die sich oft nach stark schwach dem gleichen Muster radikalisieren. so sinnlos wirkt wie eine Botschaft an Außerirdische: »Gott segne den. Er lernte in einem Camp. Doktorarbeit zum Thema »Die ausgeleuchtet. die Saal von der Weite einer Sporthalle. Er trägt Anzug und Krawatte und wird Stelle an. Hoffnungsvolle wie Verzweifelte. Freunde wie Feinde. Sie­ zu drehen. Es Beirut hieß. wie man eine­ Hisbollah Kalaschnikow lädt. einer Mittelmeer UNTER KONTROLLE ASSADS jener kleinkriminellen jungen Männer. Palmyra. Vor einem Jahr griff er an der ­Seite Assads in den Krieg ein. und formt JORDANIEN LAND seine Lippen zum Versuch eines Lächelns. aus der die Familie des Staatsführers stammt. sich im frühen Sommer des vergangenen Jahres die schützt vor jedem. Die Stadt ist auf drei Seiten vom IS umstellt. der heute. Es ist aber auch die Geschichte eines anderen. Leere Schaukästen. Römer und Griechen. »Bartosz! Sag doch! Was meinst du?« Neben dem Löwen ein Syrer. Zwei Männer können davon erzählen. Er schwärmt von der »Schönheit der ten. Zwei der Männer. in Aleppo. sei der Kulturminister. dass SYRIEN Sarfo im Frühjahr 2015 nach Syrien gereist war. Und an auffälliger Stelle. Gelb. der viele Tage allein verbringt. der IS habe eine Stadt erobert. unter ihnen elf Kinder. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Auf Plakaten überall im Land begleitet ein Löwe den Staatsführer. auch die zu alten Steinen. und nicht nur der Löwe. haben eines gemein: Palmyra ist für sie mehr als ein Haufen alter Steine. Ohne Gegenwehr ließ er sich im Sommer 2012 von einer Regierung. Sie steigen auf Geschwister hatte auch er Arzt werden sollen. murmelt Bartosz Markowski. Rot. Palmyra war ein zweigeteil­ schlanke Rauchsäulen empor. UNTER KONTROLLE DER OPPOSITION Konvois mit jubelnden Kämpfern. ein Wärter schließt einen der Besucher­ Ti g räume auf: Laminatboden. Herrschaft des IS über Palmyra. Rasierter Kopf. Wo einmal die Nase hervorstach. fast schüchtern. durchwühlen krochen. »an sicheren Orten weil sie die einzelnen Schätze besser kennen als er der syrischen Regierung. zehn junge »Wir haben alles unter der Erde verstaut«. wie es keine zweite auf der Welt gibt. die er auch für seine eigenen hält. Aber so nahm der Westen diesen Ort eben auch symbolisch in Besitz. vor dem Eingang zur antiken Stätte. Thomas van Linge. Es war die Zeit. Nicht in Syrien A Als in Damaskus Autobomben explodierten. weil er nicht mehr Opfer sein wollte. er kann sie schon Schicksale von Harry Sarfo und Walid al-Asa’ad kreuz­ Wiederbelebung wartet. Rednerpult. An diesem Tag in Edinburgh liebte seine Arbeit. aber nur noch wenige Abdulkarim blieb wegen der Säulen. reich genug war. Überall Checkpoints. die rätselhaften Göttern gewidmet wa­ von ihren eigenen Reisen in die Antike und den los. Die Wüs­ tenweiten des Ostens hält der »Islamische Staat«. da verlieren alte Steine ihre Unschuld. dass »Liebe Kollegen!« Abdulkarim hält die Rede. Aramäer und andere Völker des Ostens. Maamoun Abdulkarims Natio­ Saal. also wird darin gekämpft und gestorben. sie nannten sich Archäologen und gruben der Erzählung hinterher. Leuchtstoffröhre. kann besser begreifen. Sie handelt von einem Ort der Toleranz und der religiösen Vielfalt. teten. dem Zweistromland. Kamera läuft. dachte er damals. Walid al-Asa’ad man oft für einen der neuen Herren gehalten. ein Zukunfts­ Es waren zwei Briten. tasten Mäntel ab. die Einschuss­ löcher und Kratzer. Palmyra: Die Zerstörung An dieser Stelle braucht die Geschichte von Palmyra eine Rückblende. und an einem Tag im Mai in Rakka. die Plane herunterzieht. um ein wenig das Publikum stößt Seufzer des Entsetzens aus. Kämpfer wie Zivilisten. Ein Gefängnis in Niedersachsen. Sie steigen verkündet der Antikendirektor. und Bilder der gesprengten Tempel an die Wand. Gibt­ chern. in der Menschen­ Plastiktüten. Konnte man ja alles nicht ahnen. an dem er vom ihr aus Russland?«. Gedanken hinterher. trat Walid dessen genug haben vom Sterben. und Regierungsgebiet. Dann die Mähne. Er stammt aus einer­ Buch The Ruins of Palmyra löste eine Antikenliebe Erbe!« Die Zuhörer stehen auf und jubeln. daten sagten ihm: Palmyra ist sicher. sondern Abu Saif. In Originalgröße teilt dieser Löwe den Verkehrs­ strom. »Ey. Dann kam Putin. »Ich erkläre hiermit den Beginn der Arbeiten! Bartosz. Chef der Antikenbehörde der Syrischen Arabischen Republik. im schlimmsten Krieg der Gegenwart. Ein Bild von Ruhe und Sicherheit. 2016 JORDANal-Asa’ad. Nicht die man im Asphalt kleine Krater. zählt zu den wenigen Zeugen. Es gab die ver­ wüsteten Bibliotheken und zerstörten Mausoleen in der Wüstenstadt Timbuktu. Nur ein schmaler Finger sticht aus dem Regierungs­ gebiet in die Wüste hinein. Diese fängt hier an. Aus dem ganzen Land flüchten Damaskus mit ihm. der Wind weht sanft. Stand: Mitte Nov. in dem der Internationale Strafgerichtshof einen der Täter von Timbuktu ins Gefängnis schickte – das erste Mal. er braucht jetzt nalmuseum. bis zu jenem Morgen. Ende vierzig. Baschar al-Assads Palast thront über der Stadt brochener Arme. blickt in das Gesicht eines aber er fährt oft weg. die gegen die Regierung auf die Straße gingen. Pärchen spazieren durch einen Garten. Der Mann liegt da wie in einem Sarg. sagt Walid ZEIT. alten Steinen. Abdulkarim blieb. Und ein Assad sollte nicht daniederliegen.« »Aus Palmyra?« »Aus Palmyra. war Abdulkarim der letzte Pro­ fessor für Archäologie im ganzen Land. von einem »Schmelztiegel der Zivilisation«. dass sie in diesem Krieg gute Absichten haben. muss man oft die richtigen Visa im Pass. spre­ ren. dass Richter den Angriff Maamoun Abdulkarim. zu Konferenzen ins Ausland. Darin steht. die dazu führte. das auch ihm gehört. Nachts schlafen Straßenkinder auf Bürgersteigen. Was vor allem an Markowskis Krieg ist nur ein vages Wort: »Tragödie«. er teilt sie mit dem Westen.« Eines Vormittags wird Sarfo in Gast aus Polen herum. Sie sind hier. Ein Kätzchen springt heraus und saust davon. wunderte er sich über den Trubel. aufgewachsen im Bremer Brennpunktviertel­ Aleppo Osterholz-Tenever. Die Ruinen in der Wüste. Als in der Antikenbehörde Listen kur­ sierten mit Namen von Mitarbeitern. so Jahrhundert. Zu Ostern 2016 eroberte die russisch-syrische Koalition Palmyra zurück. auf der einen Seite die alten Ruinen. sicher trauern die Menschen. Noch später seine Lehrer und Rentner. seien Steine und Menschen vor Gericht jetzt gleich. man kann dort abbiegen in ein Stadtviertel. Wir wollen ihn wieder aufrichten. Kaum mehr als eine Straße. Dort. als Baschar al-Assad für viele Leute im Westen vom bösen Diktator zum kleineren Übel wurde. das erste Video in deutscher Sprache. Licht zu schaffen. umfasst Damaskus und andere bedeutende Städte und endet an der Front des Nordens. du bist unser Projektleiter. Wer eine Karte dieses Landes stu­ diert. Einmal fährt er durch war die Universität. Politiker und Sol­ Marathon besuchen. So begann die auf einem Felsen. ob er irre sei. Schon sein dritter. was er tun soll. der wie ein Pathologe nach einem Erd­ die er im Ausland immer hält. Und wieso ein eifriger Geschäftsmann. vollgestopft mit Säulen und Marmor­ Politikern war auch nichts mehr zu sehen. Gräber und Grabfiguren. Vielleicht sind die beiden sich begegnet. die mit dem Präsidenten nur Im sechsten Jahr des Krieges führt ein schmaler Streifen aus dem Regierungsgebiet in das »Kalifat« des IS: Der Weg nach Palmyra ein paar Buchstaben ihres Nachnamens gemein hat. sechs Wo­ vier Jahrzehnte lang leitete er die antike Stätte. und der Westen steht vor dem Chaos und weiß nicht. Hunderttausende sind in Syrien gestorben. Die Familie al-Asa’ad. Die sind noch dort. im Krieg. Sie fliegen ziellos. Bilder von Tempelsprengungen. aber so. die nachts. in der Innenstadt. grauer Dreitagebart. Die Armeen von Putin und Assad haben Hilfskonvois. Bis zu diesem Morgen im Oktober. So gehen Geschichten zu Ende. wie nicken einander zu: faszinierend! Ein Held! Später Propagandakanal des IS verbreiten wird. der irgendwann im Nebel der Vorzeit nach Paris. Seine Oberschicht kopierte in ihren Villen die Kassettendecken aus Palmyra. ruft Abdulkarim. Ihr man uns allein? Es geht um unser gemeinsames störte Löwe am Boden liegt. rollt ein Mann im Rollstuhl Kurdische Milizen ISR AEL durch eine kleine Wohnung. LIBANON der Hauptstadt des IS. starres Lächeln. Sie waren ja Feinde. »Ich meine: Man sollte ihn restaurieren. und von den Tuch. Da habe er an Griechenland denken müssen. vielleicht im Zentrum. Ein altes Thema. Polohemd. die der ZEIT vorliegen. im Jahr 2005. vom »kulturellen Erbe. der erste große militärische Sieg über den IS überhaupt. hier bei uns in Damaskus. erinnert sich Harry Sarfo. nein: Ausländer seit Jahrzehnten in Palmyra forschen. Es war der Moment. dem Ploppen der Bälle auf einem Tennis­ Restaurator Bartosz Markowski betritt einen in Damaskus. Drinnen führt Abdulkarim seinen Palmyra blicken ließ. »Es gibt nur ein Problem« – er mustert die Steinmasse unter ihm –. Freudenschüsse. In dieser Stadt. Denn im Krieg ist jede Liebe eine Schwäche. wie fast alle seiner 16 aus. malschützer aus der ganzen Welt. Als der Anruf der Kultur­ ministerin kam. für Walid waren sie der Schauplatz einer idylli­ schen Kindheit. die ihn damals aus Beirut oder Berlin anriefen und wissen wollten. Markowski zögert. Später schickte er seine Schatzsucher. genau wissen sie es nicht. das man nicht zerstören darf. obwohl er doch so nah ist. sollte nicht farben­ blind sein. Ein breiter Streifen zieht sich von Süden hoch. der IS hat in seinem Kali­ fat Tausende Frauen versklavt und Männer vor laufender Kamera getötet.­ und Waffen. Grau markieren die Terri­ torien von Feinden und Feinden von Feinden. Die Ruinen von Palmyra sind sein Stolz. Granaten. logie«. darin saßen Schüler aus dem ganzen Land. nicht sofort sichtbaren Kampfes. um ein Video sind als ein Bürgerkrieg. Syrien. steigen manchmal Bis heute versucht er sich fernzuhalten von der auf eine Kulturstätte als Kriegsverbrechen deu­ Kamelen und Archäologen. Weshalb in der Gegend nahe der Küste. das Projektil einer Kalaschnikow. und Morgana. als sei er eine Gefahr. Maamoun und nicht nur dort. Die Armee hatte sich zurückgezogen. »Islamischer Staat« GOLAN Gut tausend Kilometer von Niedersachsen entfernt. Nach drei in Damaskus: mehr als 300 000 Kulturschätze! selbst. »Das war eine riesen­ stark schwach große Feier«. klafft im Stein ein Loch. Als hellhäutiger Mensch wird nen Metallverschluss. durch sie geht ein Riss. und Markowski ist der einzige Antikenexper­ Ruinen« in seiner Heimat. die größer deckten? Aus der Sicht Europas wohl schon. Ihr erster großer Sieg. groß wie ein Mülleimer. Maamoun Abdulkarim. grüßt höflich. hat an diesem Abend auch über den verwundeten Löwen gesprochen. Als der Vater in Rente ging. weiter an der Macht zu bleiben. ein mas­ siges Wesen aus Kalkstein – aber der Krieg lässt ja nichts unberührt. sie alle hatten in Palmy­ ra miteinander gehandelt und ihre Spuren hin­ terlassen. schloss ments übertönt vom Gesumme der Metropole – Abdulkarim erledigt seinen Job. Warum trauern Menschen so sehr über den­ Für Walid al-Asa’ad fühlt es sich an. dort endet der Finger. BBC. Betonmauer mit Stacheldraht. kilo­ meterweit. erinnern sich heute an seine Antwort: Wenn ich jetzt gehe. das mächtige Maul mit Zunge und Zähnen. Man kann durch die Boden Holzkisten mit kyrillischen Buchstaben. Um zu verstehen. was Löwe auf Arabisch heißt. der das ganze Land im Blick haben muss. eine Büste von sich anfertigen treffen sich Kulturminister. Ihre­ Geschichte ist eine Geschichte aus dem Krieg. das über dem Bauch spannt. und es schien. neben ihnen erklären Infotafeln das Nichts. Er hat nicht erklärt. klein und rundlich. und der polnische chen vor dem Besuch des polnischen Restaurators Freundschaft mit den Ausgräbern des Westens und sorg­ dem Gehupe der Taxis. Phönizier. leerten sich auch dort die Büros. schreitet Maamoun Abdulkarim in te dafür. dass die Unesco Palmyra zum Weltkulturerbe platz. wie sie mit Hammern und Stahl­ siebzig Fachartikel. als Altstadt bummeln. Er steht auf. seine Welt hinter Glas. sondern die Vergangenheit.16 DOSSIER 24. Greift nach Stützstrümp­ WESTfen. Die müssen wir holen. Im März 2001 sprengten die afghanischen Taliban die­ Buddha-Statuen von Bamiyan. Massen­ erschießungen. er ist aus Polen an­ gereist und heißt Bartosz Markowski. Herr über Hunderttausende Säulen und Statuen.« Bartosz Markowski spricht so ruhig und bestimmt. so unwirklich wie ein böser Traum. Dann eine Sammlung abge­ Die Besucher sitzen in einem Saal aus dem 18. Wir haben so viel zu restaurieren. geköpften Statuen gingen um die Welt. die zu einer Stadt führt. der Bart. Bartosz Markowskis Unterarm verschwindet in der Tiefe. Krankenhäuser bombardiert. Jeden Tag spielte er zwischen Touristen. Sie alle aber. Straße für Straße Regierung. kann in Nachtclubs bis in ein Verweis auf den früheren Inhalt: schwere empfangen vom warmen Applaus Hunderter das Land acht Jahre später im Chaos versank und keine den Morgen feiern und den »I love Damascus«. lebte seit Generationen in Palmyra. einer Wall Street der Antike. wie die Ruinen zum Streitthema der Weltmächte werden konnten und wes­ halb die Experten des Westens trotz ihrer Antikenliebe die Reise nach Syrien scheuen. der Weltpolitik geraten. den Rufen der Straßen­ verkäufer. aber auch Kaufleute aus Sonnenuntergängen von Palmyra. dass die Spuren des Krieges sichtbar bleiben. weil die Stadtviertel von Aleppo namens Bab al-Nairab darauf stehen sie vor dem Gerichtsgebäude. Hunderte Seiten umfassen die Protokolle der Verneh­ mungen. großes Drama noch in jedem Abdulkarim hält sein Telefon hinein. mit dem er rede. leuchtend unter der Wüstensonne. Der IS setzt Palmyra als Waffe ein. als der Krieg nach Palmyra kam. blickt aus dem Fenster seines Wagens und sieht Gründung der Stadt Homs in der Römerzeit«. und sie ist nicht falsch. Löwe heißt auf Arabisch assad. Das ist Palmyra. beben die Leichenteile sortiert und Identitäten auswendig. die aus dem Innenleben des IS berichten. wie ein Mann spricht. zum Direktor der Antikenbehörde ernennen. weil sie in den Steinen die Männer in Schwarz. IS-Kämpfer aus Deutschland und Österreich. er hatte kommend nach Damaskus fährt. springt auf den Löwen. In einer ver­ sunkenen Zeit. Abdulkarim wünscht sich mehr Morgen dieses Tages sind Fassbomben auf ein Rakka von einem deutschen Freund geweckt. Harry Sarfo. umringt von Publikum und effektvoll vertreter für all die unschuldigen Syrer. Was er nicht gesagt hat. sichtbar für alle und doch ge­ wie der Löwe. Und ein Assad sollte nicht daniederliegen. das längst kein Land mehr ist. Darin sah man Zeichnungen von Säulen. um die moderne Zivilisation an empfindlicher Stelle zu attackieren. Abdulkarim darf seine Stadt marschierten. Der eine. der in diesem Heiligtum kein Blut vergießt. dem die Bomben jedes einzelne Haus geraubt haben. Früher rollten Busse über die Straße. Kunstwerke als Kriegsopfer. liegt er im Schatten grüner Bäume. die im Jahr 1750 in die etwas Ewiges sehen. als der IS in Palmyra einfiel. flohen die ersten von Abdulkarims Freunden ins Ausland. Der andere. Oberlippenflaum. Es geht dem Löwen nicht gut. von einer »Brücke zwischen den Kulturen«. Touristen mehr in die Wüste kamen. Auf dem der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu einem erklärte. Abdulkarim ist ten einer Handelsstadt – ja was eigentlich: ent­ sche Appell: »Lasst uns nicht allein! Warum lässt Harry Sarfo und die anderen halten an. Und die Regierung von Baschar al-Assad benutzt Pal­ myra als Rechtfertigung. das der Krieg ihm gelassen hat. Museumsleute. sowie von drängen sie sich um Abdulkarim und erzählen schicke Pick-ups um. wo der Löwe herkam. er liebte sie noch. Denk­ Balkon blickte und fremde junge Männer sah. in einem Vorort von Lyon. in dessen Garten der Löwe auf seine jemanden. die Stadt ist überfüllt. Alles aus Palmyra evakuiert. das der Familie von Medizinern. auf der drängt die Regierung die Rebellen zurück. er zieht Fronten durch alle Leben und jede Familie und macht die seltsamsten Dinge zu Gegen­ ständen des Kampfes. wohin sie aus Syrien geflohen sind. als ter Ort. von A bis Z in 25 Bänden. in der Stadt und zwei kleine Kinder. Abdulkarim steht daneben. Ganz die Stadt.

in ihren Blicken Todesangst. Ihre Geschichte ist eine Geschichte aus dem Krieg. Unruhe im Saal. die Soldaten an den Geschützen haben Schals um ihre Gesich­ ter geschlungen. Die Stelle. Die Syrer haben die alte Erzählung des Westens. Die Ver­ bündeten erledigen hier die Drecksarbeit. Hinter den Musikern hängt. fragen sie. Wir brauchen wieder einen Truck. Er ist schon in der Ferne. »Es gibt kein Gold«. Sie laden für Anfang Mai je einen Fachmann aus Museen in London. Maßstab 1 zu 100. Einer von ihnen: der Archäolo­ ge Chaled al-Asa’ad. Jetzt stecken überall Schilder im Boden. zwangsrekrutierte Afghanen. Er sucht schon seinen Nachfolger als Chef der Antikenbehörde. ein Mini-Mahnmal aus Kork. Sie lassen den Glanz der alten Steine auf sich selber abstrahlen. die Koordinaten der geräumten Sprengfallen. Darin ähnelt er Maamoun Abdulkarim. Veteranen auf Krücken. Dazu eine Frauenstimme. was die Terroristen Palmyra angetan haben. setzt sich volksnah in die Mitte. die Beine sind gelähmt. Er wird nie mehr derselbe sein wie früher. zugeweht vom gelben Sand. Der Assads großer Stolz ist. die um die Welt gehen: Der IS sprengt die beiden größten er­ haltenen Tempel Palmyras. vieles steht noch. Russland tötet den IS. vorbei an einem sinnlosen Hin­ weis auf Audioguides in Französisch. raus aus dem Krieg. recken die Fäuste in die Luft: »Mein Blut. Man mag sich wundern.« Dann fährt die Kamera über die Große Säulenstraße. längst zu ihrer eigenen gemacht. und entlang der 147 Kilo­ meter seine selbst gebastelten Bomben platzieren. 100 Tote auf der anderen Seite. »Wo ist das Gold von Palmyra?«. Russische Heli­ kopter. Waren zunächst auf der SüdNord-Achse unterwegs. so wie Syrien. Der IS konnte mitten in der syrischen Wüste den Westen im Innersten angreifen. fast perfekt­ getarnt. wie der Beschluss fiel. flieht Walid nach Damaskus. glauben wirklich daran: Sie schützen Bildung. dass jetzt eine andere Logik gilt. und es erklingen die ersten Töne der Fledermaus von Johann Strauss. fragt Walid al-Asa’ad. Er ist ein müder Mann. Tags darauf begrüßt der Tourismusminister mit Wangenküsschen in seinem Büro. er war seit Monaten nicht dort. die Unesco solle über die Zukunft Palmyras entscheiden. Auch Abdulkarim hört zu. In Rom öff­ net eine Ausstellung über Kulturgüter als Kriegsopfer. Die Ruinen von Palmyra sind sein Stolz. Schrittlängen ent­ fernt die Mitarbeiter der syrischen Antiken­ behörde. Aber als Angestellter von Baschar al-Assad ahnt Ab­ dulkarim. Und so beginnt es. sagt Anas. Damaskus: Das diplomatische Ringen Russische Helikopter über Palmyra. Man mag es Propaganda nennen. ehrfürchtig fast. alle Häuser zerstört. um Palmyra quasi unter internationale Aufsicht zu stellen. die Flagge der Syrischen Arabischen Republik. in der Walid zusammenbricht und auf allen vieren kriecht. Die Autoren bekamen ih­ res nach zehn Wochen Wartezeit. Anas redet mit Soldaten. Aber all eure Videos und Fotos lügen.24. wie wenig er von den Russen redet. die mit Samt bezogen sind. wenn er Menschen am Stra­ ßenrand sieht: »Die sind richtig gut drauf. Nördlich der Straße hat der IS einen An­ griff versucht. die Großes geleistet haben für den syri­ schen Tourismus. wir töten Rebellen aller Art und Zivilisten jeden Alters. hätten die Rus­ sen ihn ins antike Theater geführt. Bei einer anderen Erschießung spielt auch Harry Sarfo eine Rolle. hatte uns Maamoun Abdulkarim gesagt. Nach­ richten von der Wüstenfront tragen in diesen Wochen häufig die Ortsmarke Palmyra: 250 tote IS-Männer. Wäre der Deutsche gefahren. dass gar nicht auffällt. Er denkt nicht an die Minen. erzählt er. was ihr liebt. ist aber ein schlauer Zug. Aber eine Botschaft hat sich doch verbreitet. Petersburg spricht vom Wiederaufbau der Tempel. Die beiden ISMänner in den Tarnwesten rufen auf zum Kampf gegen die Ungläubigen.« Hätte der Westen nichts für die Antike übrig. Er ist wohl eher Statist in diesem Theater des Tötens. Ein grinsender Bartosz Markowski. Jemand hat eilig arabische Buchstaben auf einen Stein gesprüht: »Zutritt nur mit Erlaubnis des Islamischen Staates«. der diese Wahr­ heit. überholten Kolonnen von Trucks mit Nachschub für Aleppo. die flatternd durch die Luft schneiden. schüttelt Hände. dass die Russen in Palmyra nichts verloren haben. IV. Schweigeminute. Der Pole in seiner Trekkinghose eilt den Bauwerken entgegen. Ein Tourismus für die Gemeinde aller Muslime. von dem sie bis heute sagen. Der Direktor der Eremitage in St. Englisch und Arabisch. um den 83-jährigen Chaled al-Asa’ad zu holen. »Das letzte Wort an dich. der Journalisten auf solchen Reisen be­ gleitet. als auch er die Bilder sieht. Einzig das Eingangs­ tor steht noch. Die Antwort gibt er selbst: »Nur für ihre Propaganda. eine Leinwand gleitet herab. Anas betont sehr oft. In jenen Ostertagen geschah etwas. Un­ ter der Herrschaft der Syrer. Der Weg nach Palmyra ist frei. manchmal aus Lehm. aus 4000 Kilometer Entfernung. wo er fiel: in Moskau.« Hier in der Wüste sind längst keine Menschen mehr am Straßenrand. Nichts erinnert mehr daran. Abdulkarim redet so viel von der Unesco. Wir sitzen also in einem Auto und fahren über eine Straße. Die Flaggen neben den Stütz­ punkten: mal rot. Vieles hat der IS abgeräumt. Foto: Amrai Coen für DIE ZEIT III. Hinkende Veteranen. daneben eine Leinwand. an dem solche Berichte mal wieder die Hauptstadt erreicht haben. über Teilrekonstruktion und »kämpferische Repro­ duktion« und die Unterschiede dazwischen. Der Deutsche hat schon sein Ticket gebucht. ausgeschaltet beim Vorbereiten eines Sturmangriffs. und aus Russland verliest Putin ein Grußwort. In den ersten Reihen dürfen die Ehrengäste sitzen. Zwei Wochen danach baumelt ein Leichnam an einer Ampel. Soldaten in Astronautenanzügen entmin­ ten gerade die Stätte. das haben die Syrer und ihre Alliierten­ damals verstanden. dann legt er sie auf einen der Blöcke. sie sind nicht denkbar ohne die Parolen aus dem Tourismusfilm. Wir erkennen nur tro­ ckene Büsche und Müllreste. einem zerlöcherten Ortsschild. Seine alte Nervenkrankheit ist zurückgekehrt. denkt Maamoun Abdulkarim. im März 2016. Die deutsche IS-Clique braucht Männer wie ihn für eine Inszenierung. um für einen neuen Höhepunkt in der Ge­ schichte des Polish Centre of Mediterranean Archaeo­ logy zu sorgen. Wie Statuen. Er heißt Anas. vor dem Krieg ließ sich dort keiner ihrer Archäologen blicken. stammen selbst aus vielen Teilen der Welt. Putin wusste: Hier würde der symbolische den militärischen Nutzen übersteigen. Mit­ hilfe eines guten Freundes. das war die Bilanz. unter der Herrschaft der Russen. dann weiter nach Lyon. lässt sie durch die Finger gleiten wie Perlen. Das Konzert ist Menschen gewidmet. Mit uns im Auto ein Angestellter der Re­ gierung. auch mithilfe von Maamoun Abdulkarim. Ein Expertenprojekt unter ihrer Führung. danach den Triumphbogen. die uns in Sicherheit führt. Den Russland benutzt. in endloser Reihe. Syrien!« Hochkultur im Dienste der Herrschenden. Wir sind hier an einem der schönsten Orte überhaupt. sollten Syriens Kunstschätze in der Erde bleiben. die den Zugang zur »Brücke zwischen den Kulturen« frei halten. Das wird in diesem Moment klar. Markowski klettert ameisenhaft über die Trümmer. Vielfalt. Die Recherche: In Syrien wurden die Autoren von einem Angestellten der Regierung begleitet. Leere. Das Orches­ »Die Krise hat Palmyra zu einem noch span­ nenderen Ort gemacht. Wind. Bartosz Markowski. eine Siegesgeste aus dem 3-D-Drucker. Kurz­ stehen wir nebeneinander und lächeln. also wird darin gekämpft und gestorben chen in die Kamera: »Der Dschihad ist Urlaub für uns. die anderen weniger. Wir durchqueren Geister­ dörfer. Dann senkt sich die Nachmittagssonne.« So endet der alte Chaled al-Asa’ad. alte Fes­ tungen und Städte. sagt Bartosz Markowski. der Tourismusminister ist da. Aber es ist ihre Wahr­ heit. HINTER DER GESCHICHTE Die Ausgangsfrage: Was geschah in Palmyra nach der Herrschaft des IS? Um dies herauszufinden. Sie haben da eine Idee. die Brille noch im Gesicht. der Grundriss größer als ein Fuß­ ballfeld. so muss es im Opernhaus Unter den Linden gewesen sein. und wieder drei Tage später sitzt Markowski in einem Auto und fährt Indiana-Jones-mäßig durch das Kampfgebiet nach Palmyra. Irgendwann. sagte Donald Trump. damals Bürgermeister von London. Ei. viel länger als geplant. sie zeigt in den Himmel über Palmyra: die Nase. Er hat verhindert. Uniform neben Uniform. in seiner kleinen Wohnung in Lyon. ist mit einem Wagen der Antikenbehörde vorausgefahren.« Einmal bricht seine Fassade. der IS hält den Flughafen von Palmyra. Diese Straße halten die Syrer nur. So wie Palmy­ ra. Die Schlacht zog sich über Wochen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen fühlte sich »ermutigt und glücklich«. »Raubgrabung«. früher gingen Besucher hindurch und standen in der Vergan­ genheit. der IS schießt einen russi­ schen Helikopter ab. Walids Vater. dir schenke ich mein Leben. Beim letzten Mal durfte er nicht frei herumlaufen. das sich durch die Wüste nach Osten zieht. das Ringen der Staaten um Palmyra. türmt sich antiker Schutt. Hauptsache. hat langes Haar und findet. das eingegraben liegt wie in einem Kessel. Wir sehen Badelatschen und zerrupfte Uniformen. alte Steine schon. vielleicht zwei Jahre. sagt Walids Vater. Ende des Films. die alten Steine. antwortet der Vater. Die Krieger und die Eliten dieses Lan­ des. Schwärmerei in der ersten Person: »Ich bin die älteste Zi­vi­li­sa­ tion« – »Von mir stammt das erste Alphabet« – »die Schönste und Vielfältigste« – und die Kamera schwebt über Palmyra. Am Abend eines Tages. Ein Schild nennt das Vergehen: »Er ist der Hüter der Götzen. Als Ausländer mag man sich wundern. Sohn einer Unternehmerfamilie aus Aleppo. die ins Nichts weisen. da zählt ein perfekter Feind mehr als ein Freund.« Ab­ dulkarim ist kein Assad. In einem zerbeulten Pick-up bringen uns die Sol­ daten zu den Ruinen. mitten im Kolosseum. Die syrische Regierung erteilt sol­ che Visa selten. Sie wollen die Steine nach Damaskus bringen und ihn aufrichten. weil der IS sie als Statisten für sein Propagandavideo brauch­ te. ausgebrannten Autos. Die Statuen finden immer ihren Weg nach München oder Turin. und wir müssen bald los. Rufen spätnachts bei Maamoun Abdulkarim an. die sie haben. Wir erlö­ sen euch und uns alle von der Herrschaft der Barbaren. So aber sieht der IS in Palmyra die Verkommenheit seines Feindes in Reinform. so heißt das Propagandavideo aus Palmyra. Frau Merkel: Du schmutzige Hündin! Wir werden uns rächen!« Dann erschießen sie die Syrer. Die Kamera fliegt über Blumenmeere. Der Westen liebt Palmyra wirklich sehr. sagt Markowski. Markowski läuft zwischen den Säulen herum und wird angestarrt von müden Soldaten. Ge­ schmack. wenn wir keinen sehen!« Auf dieser Straße folgt ein Checkpoint dem nächsten. Vielleicht. morgens hin und abends zurück: kein Problem! Bei Tageslicht seid Ihr­ sicher. Aufklärung. meterhoch ragt es in den Himmel. Ein britisches Institut hat eine Kopie des Triumph­ bogens von Palmyra in die Londoner City ge­ stellt. Sie feiern den »Tag des Tourismus«. dass sie in jedem Gegner einen »Terroristen« sehen. Die Soldaten fragen uns. die sie in Damaskus führten. Schwenkten nach rechts. Palmyra: Die Front in der Wüste Viele Experten haben in den vergangenen Mo­ naten über die ruinierten Ruinen gestritten. unter der Herrschaft des IS und auch jetzt. Er betont. Ihre kugelsicheren Westen benötigten die Autoren nicht. Er müsste schon da sein. in der Kultur möglich. wo die beiden Syrer sterben mussten. Baschar – nichts anderes!« Die Parolen der Soldaten. was ihm wichtig erscheint. was nach fünf Jahren Krieg keiner mehr erwartet hatte. die das hassen. 400 tote IS-Männer. im Zweiten Weltkrieg in Berlin. Er musste gar nicht erst in seine Flughäfen und Konzertsäle eindringen. Von dort könnten sie kommen. die wichtigste. »Wir Syrer haben keine Angst. den der IS an eine Ampel in Palmyra hängte. Jetzt macht Markowski im Gestrüpp die letzten Teile des Tieres ausfindig. Alle blicken auf Russland. Zwischen den Säulen knien zwei syrische Geiseln. auch wegen Abdul­ karim. Längst ist der Syrienkrieg ein kleiner Weltkrieg. und wo bis zum vergangenen Jahr der Tempel der Gottheit Baal stand. den IS aus Palmyra zu vertreiben. die Plünderungen seien das Einzige. Wo der IS Monate zuvor 25 Syrer hinrichten ließ. Wir versuchen Schritt zu halten mit Markowski. histori­ sche Erinnerung. »Kann nicht so lang her sein. und auf­ geregt mit seinem Telefon wedelt. »PALMYRA 120 km« steht auf einem Schild. Abdulka­ rim bleibt still. Es geht darum. der ewig an der Spitze stehen will. Nationalhymne. Den der IS so verachtet. Ei. heute britischer Außenminister: »Bravo für Assad. Drei Tage nach dem. come back!« Wir nähern uns dem Militärcamp der Russen. wenn wir einen Checkpoint sehen«. Vorne alles sicher.« Zehn Tage Haft. die sich für die hinten hergaben. »den Russen nicht in die Hände zu spielen«. da­ von träumen sie in Moskau. Die Hisbol­ lah aus dem Libanon kämpft hier in der Wüste. die dem IS ge­ hörte. ein sanft auftretender Mann Anfang vierzig. Er sammelt noch ein paar staubige Reste ein. Granatwerfer. Dafür beschmutzen sie ihre Hände mit Blut. Der nächste Präsident der USA hat sich neu­ lich zu Syrien geäußert. was die Russen und Syrer Befrei­ ung nennen. Sein Slogan für dieses Jahr lautet »Syria Always Beautiful«. Er versenkt sich in das. infrage stellt. »Please. beantragten die Au­ toren im Sommer 2016 ein Journalisten­ visum. Als Professor für Archäologie weiß Maamoun Abdulkarim. Abdulkarim zeigt sie mit stolzem Eifer herum: der italienische Präsident. die seit Tausenden Jahren er­ richtet und zerstört werden. »Warum diese Wut? Wieso musste mein Vater sterben?«. als Organisator.« Es gibt Leute. die sich fragen: Jetzt nach Palmyra fahren. Jetzt stehen wir hier und sehen: einfach nur Steine. auch seinen Sohn Walid nehmen sie mit. Kleine Verschläge aus Blech. kein Löwe. damit die Syrer in ihrer Hauptstadt den Frieden absichern und in Aleppo angreifen können. die sagen.« Es gibt Zeiten. Dann Tschaikowsky. und da. Klingt sonntagsredenhaft. Markowski bleibt in jenem Frühjahr 2016 drei Wochen beim Löwen und bereitet den bewachten Ab­ transport vor. um für seinen Krieg zu werben. Harte Gesichter. »Ich mag Assad nicht«. Mehr kann er nicht tun. es kämpfen irakische Milizen. Nach der Eroberung baute Putins Armee ein Militärcamp neben die Ruinen an seinem Schreibtisch sitzt. er sehe aus wie ein Italiener. Er möchte ihm diesen Ratschlag geben: keine Ausgrabun­ gen mehr genehmigen. dagegen kann niemand etwas sagen. Die neuen Freunde bauen ein Militärcamp auf dem Gelände der Ausgrabungsstätte. Mit einem Filzstift nummeriert er jeden einzelnen Block. als Maamoun Abdulkarim an diesem Tag im Herbst 2016 in Damaskus Vorposten einfach nicht verschwinden. Boris Johnson. wird unklar bleiben. Männer in maßgeschnei­ derten Anzügen nehmen Platz auf Sesseln. und Anas rennt hinter uns her: »My friends. Wir hatten die sichere Burg Damaskus morgens um fünf verlassen. der mit ein paar syrischen Soldaten Tee trinkt. bleibt dann vor einem Loch im Boden stehen. Applaus. in die Welt des IS. Palmyra. und er durfte zwei versehrte Büsten schicken. »Der Tourismus dieser Ummah«. Den so viele Bildungsbürger im Westen als ihr kul­ turelles Erbe feiern. In der Dunkelheit wird sich der IS an die Straße schleichen. In all dem Gewirr fragte kaum je­ mand: Wie es wohl heute in Palmyra aussieht? Der Vielredner Maamoun Abdulkarim sagt dazu wenig. Hektisches Verhandeln. Es sind keine Zeiten für Archäologie. so hoch wie alle vier Ränge. dass sie Assad ergeben sind. »Sie sind zu schwer«. Vorbei an verlassenen Tankstellen. Er findet den Löwen auf die Seite gekippt.und Buchstabenreihen stehen. Stille. wobei er »selbstverständlich« helfen wolle. Der IS lässt ihn frei. Sie feiern nicht etwa Assads Geburtstag. Während die Welt auf Aleppo und Mossul schaut. Maamoun Abdulkarim. Das Ei symbolisiert Geburt und Neuanfang. als ihm das Aus­ wärtige Amt bedeutet. die sich im Opernsaal feiern. die nicht in den Händen der »Terroris­ ten« sind. So steht die Regierung der Syrischen Arabi­ schen Republik eben doch im Austausch mit den Regierungen des Westens. mit Blick auf die Ruinen. der abgetrennte Kopf liegt auf dem Bürger­ steig. ruft er. er bleibe besser zu Hause. Immer nebeneinander. »Ich werde Palmyra nie verlassen«. Menschen lassen sich nicht restaurieren. Der Pfeil Krieg und Tod. »Macht euch um nichts Sorgen« ist der eine seiner Lieblingssätze. wieder errichtet und wieder zerstört. irgendwelche Beduinengruppen. Eine historische Sekunde lang fiel der Jubel der Syrer und Russen mit dem Jubel der restlichen Welt zusammen. Übersetzer und Führer durchs Land. Gerade kommen die ersten Fotos. für alle Stadt­ teile dort. Der Sieg Assads ist ein Sieg für die Archäologie. Unser Begleiter Anas erweist sich als Könner der schnellen Pointe. die Köter noch nicht. und ein Film wird gezeigt. nach großem Hin und Her mit den Italienern. Dann ist die Bühne leer. Die Zierleisten auf den Säulen erzählen davon. Politik gehört nicht dazu. einem Ungetüm aus spiegelglattem dunklem Holz. Was bedeutet für Sie Palmyra? Pole auf der Suche nach den Löwensteinen. das getauft ist im Blut der Syrischen Arabischen Armee«. Man könn­ te ihn einen Aufpasser nennen. Danach tut Abdulkarim alles. Palmyra sei seine Geliebte gewesen. die zwischen den Ruinen liegen. Tage später kommen sie. Die Katzen sind schon zurückgekehrt. mal grün. Berlin zu einer Mission nach Palmyra ein. Sie würden sagen: einen Anschlag auf sie verübt. Das ist die Lage. Nicht in Palmyra oder sonst wo. Die vorne. Nach der Wiedereinnahme haben sie den Löwen mit Lkw und bewaffneter Eskorte nach Damaskus evakuiert. Sie zeigen Eier und Pfeile. heute ist dort: nichts. welche genau.« Es ist die Logik von Wladimir Putin und Baschar al-Assad. Die ersten Russen kommen uns entgegen. Wir stehen an einem Checkpoint. N OV E M B E R 2 0 1 6 DOSSIER 17 DIE ZEIT No 49 Die Ruinen von Aleppo sind Assads Schande. Ein Kölner Künstler hat den Baal-Tempel neu errichtet. will der Krieg aus dem syrisch-russischen ter des Konservatoriums von Damaskus füllt die Bühne. die Zeit der langen Schatten bricht an. die schmalzig-schön von Syrien erzählt. Schnapsidee. Die Kämpfer. über Konservierung und Wiederaufbau. Die Lo­ gik aus der Rückeroberung Palmyras. Seit Monaten beschäftigen wir uns mit der Bedeu­ tung dieses Ortes. sei »wie ein Mensch mit einem verbrannten Gesicht. »wir haben Angst. Paar Monate. Palmy­ ra wäre vielleicht verschont geblieben. Auf der Bühne. der Schaukasten mit den beiden Büs­ ten. die den alten westlichen Traum von der Bildungsreise in perverser Weise erneuert. Klar aber ist. . Assads PR-Leute dichteten »ruhmreiche Grüße aus einem Palmyra. wartete er vor der Tür. ein ein­ sames Band. er stehe zu unseren Diensten. sie beschützen uns.« Und was raten Sie zwei deutschen Journalis­ ten. will er seine eigene Inszenierung auf­ führen. der Mann im Rollstuhl. schwere Panzerwagen. Politisch undenk­ bar. die einen mehr. amputierte Veteranen. Echos von Schüssen aus der Ferne. Ein Terrorist ist ein Mensch. dass Amateure der Ar­ chäologie in Palmyra ihre Wir-retten-die-Anti­ ke-Show weiterspielen. er sitzt neben dem syrischen Kulturminister. um der Welt zu zeigen. Muss dort sitzen. Fahrt einfach!« Jetzt ist in dieser Geschichte der Punkt erreicht. geschützt vor den Menschen. Dann steigt er ins Auto und macht schnell einen Witz. mal gelb. der Slawische Marsch.« Der Löwe wird weiter warten müssen. Über einen sanf­ ten Hügel hinab. Auf den Rängen Soldaten. geht das? »Ein Tagesbesuch. Pfeil. Frauen mit la­ ckierten Zehennägeln und ausdrucksstarken­ Frisuren stöckeln herein. junge Deutsche in ein MöchtegernKalifat zu locken. spielt jetzt ein Orchester aus Sankt Petersburg ein Konzert. als Harry Sarfo aus dem Krieg heimgekehrt war und im Gefängnis auf seinen Prozess wartete. Aber er lebt. was in Palmyra nicht aufgehört hat. In den vorderen Rei­ hen schnellen wieder Fäuste nach oben. der Es lässt sich nicht rekonstruieren. strömt die syrische Elite in die Oper von Damaskus. meine Seele. Palmyra war der Ort für eine Wirhaben-es-immer-gesagt-Lektion: Ihr im Westen mögt glauben. all das Getue um Toleranz. Anas: »Und wenn sie vom Mars kommen! Ist mir auch egal. »Wiege der Zivilisation« und so weiter. »Gott. bereit für den Wüstenkrieg. breaking news aus einer anderen Welt. weil sie Pal­ myra halten wollen. So viele Geschichten! Wir wollen dort ein Besucherzentrum und ein Kino bauen. Söldner aus Pakistan. und ein Besuch könnte als Verbeugung vor Assads Beschützern gedeutet werden. Von dort setzte Wladimir Putin seine Mi­ litärmaschine in Gang. Pfeil. auf denen Zahlen. Bei nahezu allen Ge­ sprächen. my friends!« Der Pole läuft noch ein Stück weiter. »die kriegen wir nicht mit. stumme Opfer menschlichen Han­ delns. da friert sein Gesicht ein. Der Brite sagt ab. und dann sind sie da: Steine und Säu­ len bis zum Horizont. Den anderen sagt er. ob wir ein Selfie mit ihnen machen möchten. »Aber Assad tötet den IS. »Die sind richtig gut drauf!«. iranische Revolutions­ garden. Schaut auf Palmyra: Wir kämpfen nur gegen Terroristen. Die Ruinen dienen jetzt dazu. der Franzose auch. Berge und Strände. Paris. acht schlichte Fundamentblöcke aus Kalkstein. »die Ruinen sind das Gold. sitzt der polnische Restaurator Bartosz Markowski in Warschau betrunken mit ein paar Kolle­ gen herum. fremdartige Bärte und asiatische Gesichter. Syrien. an dem wir »wir« sagen müssen.

gen sendet. Arbeit muss sich lohnenArbeit muss sich gesteigert zusätzliche gesteigert Kun-und 150 zusätzliche KunNacht zu Ende sein.Aufschwung warnte die Gewerkschafterin kenne Verlierer. dass die stabile darüber. empfinde als Albtraum«. warntebieten ZEIT-bei Orientierung tigten – die gut geschmierte tigtenWirt– die gut geschmierte Wirt. Dieselfahr.6 die Mil. stärker am erneut Kundenschwieriger zu bleiben«.warnte auf eine die schlechte»sehr anspruchsvollen »sehr anspruchsvollen TransformaOrientierung der Frage.Antworten Al. Beschäftigte sich zurückziehen würden. steht nicht inDass den Überschriften. VorSkandem Problem. »Die sozialstaatlichen Elemente sozialstaatlichen machen Elemente machen Deutschland resilient«.und Offenheit ertragen.präsentieren können. die Giovanni mit ZEIT-Chefredakteur di Lorenzo nannte Giovanni die Putzfrau.zeit-wirtsch KONFERENZ KONFERENZ ww re Kundenbetreuung re Kundenbetreuung hinauslaufen. über »Das kanndie nicht über gestellt. damit wir manager räumte ein.Geschäftsführer hat die ArbeitsDie Wirtschaft boomt. Die konkrete Vorschläge.werden. erneut sollte schwieriger es für die Branche werden. Allerdings habe VW habe.« Der istindoch klar: Das Letzte. Die Gesellschaft müsse die Errungenschaften deutlich geprägt ist wie in keinem geprägt anderen ist wie in keinem anderen deutschen Unternehmendeutschen – doch dasUnternehmen – doch das aktuell ganz andere Sorgen aktuell hat. falschen Al. vom klassischen tion: vom klassischen Automobil. auchindie ckiert. Das rüberkomme: immer seiso berüberkomme: sei Heimatmarkt.« reits viel worden. die verdienten die mögen. Beschäftigte in ZeitarbeitsverträBeschäftigte in Zeitarbeitsverträbesser ausfallen können.de Wirtschaftsforum: www.tion: Wirtschaft be. Es sind die die kraftvolle Signale. Branche sollte es für die Branche zum anderen men« »gleichzeiund zumden. »Das kannRuf nicht gewesen.hersteller PrivatGeschäftskunden Privatleitet: und Geschäftskunden leitet: tiger sie Mobilität«. braucht ein Update. erneut schwieriger werden. schaftliche »Die Stärke ausmache. empfinde Deutschland?« Deutschland?«Traum als Albtraum«. Fürerreicht ihn ist es gerade der Sozialstaat. auch viele lung auch hat.zeugen Experten Po. bieten bei der Frage. ihn die denbetreuer Nur wenn sich ein Leben Nur wenn durch sich ein Leben durch Ort mit dem Kunden vor über Ortseimit dem Kunden über seiTragweite des Dieselskandals Tragweite über-des vor Dieselskandals überArbeit und Anstrengung Arbeit meistern und Anstrengung meistern ne Herausforderungen Herausforderungen sprechen habe. winnen auch die zu müssen. was darüber. Transformazahlte Arbeitsstelle. zahlteZEITArbeitsstelle.Die dieWirtschaft boomt.meisten es Leitfragen – obwohl die er es um– die obwohl die Affäre die von ist eine der Leitfragen Es ist des eine er der desAffäre Doch inmitten Doch inmittenEs dieser ökonomiExperten auf dem ZEIT Experten Wirt.Hier ist Ihr Dasist Ihr Heimatmarkt. anderen »gleichzeilerdings: »Das Modell Deutschland lerdings: »Das men« Modellund Deutschland erneut»Eins schwieriger werden. seien dieDiese Banken seien die glied Christian Sewing sind glied es.besser ausfallen können. Partner: Partner: Förderer: Förderer: . ratene Geldhaus von ausländischen ratene Geldhaus von ausländischen rausforderungen für Vorstandsmitrausforderungen für VorstandsmitDer SPD-SpitzenpolitikerDer warnte. spielte Offenheit Ham-ertragen.einen sollte es für dieden.trotz starker Konjunktur »ganz links und rechts« würden »ganz links die und rechts« würden die durch dale vergraulte Kunden dale wiedergevergraulte Kunden wiedergeIdeen der Offenheit derzeit Ideen attader Offenheit derzeit attaMit dersteht Präsenz Deutschland Mit der unPräsenz in Deutschland unwinnen müssen.ANZEIGE ANZEIGE Informationen zum ZEITInformationen Wirtschaftsforum: zum ZEIT www.konkrete was Vorschläge. Im Gespräch im Gespräch mit ZEIT-Redakteur im Gespräch Mark Schieritz: mit ZEIT-Redakteur »Das sind dieMark Wurzeln.praktisch kein Ver-hatten. Allervor Steuern liarden erwirtEuro vor Steuern erwirt.Experten diskutierten hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft schrecklichsten Job in schrecklichsten der deutJob in der deut. Frauen immer Frauen immer Es sind kraftvolle Signale. »Kostenseite aufzuräudie »Kostenseite die falschen Antwortendie seien. Auch im Herbst gen sendet. Von gemacht. sagte schen ZEIT-WirtWirtschaft.verlassen. siken abfedern.« burgs Erster Bürgermeister burgs Olaf Erster tanzielle Bürgermeister Olaf bei und gewaltigen AbarbeitungZuder und Dieselkrise Abarbeitung der Dieselkrise Scholz auf die gewaltigen Scholz Zuauf die Viele Verlierer Viele Verlierer wanderungsbewegungen wanderungsbewegungen an. steigt Auch im junge HerbstArbeitsuchende steigt allem junge ter dies Klasse« Klasse« degradiert worden.Christian zum Instituten. Die größten Hestandsfähige Volkswirtschaft. be.Hier sindworden. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen rief zuUrsula mehr Selbstbewusstsein im mehr Kampf mit radikalen Kräften auf. die aufzuräusich zurückziehen Ersten. SPD-Spitzenpolitiker warnte. Bis September tiger Mobilität«. Sewing sind es. beigetreten die kürzlich ist.warnte Fotos: Phil Dera für DIE ZEIT Fotos: Phil Dera für DIE ZEIT WIRTSCHAFTSFORUM WIRTSCHAFTSFORUM Aufschwung Aufschwung für alle für alle Aus dem Heimatmarkt werde Aus sich dem dieHeimatmarkt Deutsche Bank werde nichtsich zurückziehen. und der auch sogenannte gen und Auf-auch sogenannte AufFilialen werdegen die Zahl Filialen zu Ende Seeleuten früher densein« Seeleuten zu Ende sein« Zwar werde die Zahl derZwar noch weniger alsTaMänner noch undweniger vor Hamburgs.einewar. dass eingestellt.« Und rechne schaftet man die hat.auf Alles wirtschaftlich da. Scholz sicher.Arbeitslosigkeit Alles sinkt. was Deutschlands Wirtschaft was Deutschlands be.dieDie Nachhaltigkeit breit.« Der braucht Sozialein Update. mit radikalen Sozialpartnerschaft wohl Sozialpartnerschaft so auswohl so ausDie Gesellschaft müsse diemachen. Inlandsfirmenkundengeschäft umumWeltkonzern mit hervorragendem Weltkonzern mit hervorragendem Inlandsfirmenkundengeschäft gestellt. Kompetenzen vor Ort die Kompetenzen vor Ort Ruflohnen gewesen. Beschäftigte der SPD beigetreten ist. sollte sich zurückziehen es für die Branche würden.Arbeitsuchende fän.nach Hamburg gekommen.gerade der – der et.AutomobilSewing. durchKonjunktur Skan. Die größten Deutsche He-Bank. gut? Mitnichten.immer damitso das Gemein. standsfähige Volkswirtschaft. in Zeitarbeitsverträgen und in sogenannte Zeitarbeitsverträgen Aufstockerund »Menschen sogenannte zweiter Aufstocker Klasse«. wenn Leitplanken haben »Wir haben im gerade die Struktur im vergangenen Jahres sei vergangenen VW ein »Wir Jahres sei gerade VW eindie Struktur setzen will. Von gemacht. nicht Doch würdedegradiert nicht terworden. die sich dieser Heimatmarkt Dass sich dieser Heimatmarkt steht lächeln: nicht in»Mehr den Überschriften. der das Geschäft sagte Sewing. heraus. Entwickdass die stabile EntwickKosten die Restrukturierung Kosten für die Restrukturierung pflichtig« sei (siehe auchpflichtig« Interview).keine gut be. Christian versicherte Sewing (rechts) Vorstand Christian Sewing Der wirtschaftliche (rechts) Aufschwung Der wirtschaftliche kenne Verlierer.auch Zukunft verlassen.auf dem ZEIT Wirt.einig. di Lorenzo die kürzlich nannte der die SPD Putzfrau. noch VW 530. über Aufschwung und Gerechtigkeit in Deutschland. warnten rin waren rin waren Teil. dadass diesoBank in den ersten dass die neun Bankwirtschaftlich in den erstenstark neunentwickelt. Müller ser. Mit Matthias Müller war ein Mit SpitMatthias Müller war ein Spitzenmanager nach Hamburg zenmanager ge. Müller »Mehr musste fragte: »Wie gerecht fragte: es zu»Wie in gerecht gehtmusste es zu inlächeln: losenzahl den niedrigsten losenzahl Stand auf den niedrigsten Stand geht Arbeitslosigkeit sinkt. Diese BankenInstituten. reits»Leider viel erreicht »Leider sind die Wurzeln. an. zu Wirtschaftsforums. in dessen Konzern kommen. ist sich Scholz sicher. noch hätte lung das Resultat nochVerlierer Michel versammelt Michel So versammelt wie hatten.hochkarätige über Aufschwung und Gerechtigkeit in Deutschland. warnten gut? Mitnichten.zeugen »nicht schaftet über die Nachhaltigkeit über breit. schen Wirtschaft. Gewerkschafterin Im Gespräch Susanne Neumann. setzen will.stark entwickelt. Allerdings habe VW nesprechen lasse. Konkurrenten die seien mitdie ZEIT-Chefredakteur Ersten. ser. da brauche es eine ckiert.« Fortschritte tanzielle der AufFortschritte bei der Auf. vor Doch dies würde noch 530. der – etwa durch die Sozialpartnerschaft wa durch die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitnehmern zwischen und Ar-Arbeitnehmern und Arbeitgebern – Deutschlands beitgebern wirt.zeit-wirtschaftsforum.dieser ökonominehmer des Forums nehmer Allerdes Forums einig. eines der nicht Wahrzeichen mögen. trotz starker Vor dem Problem.sich die meisten TeilMonaten ein um Ergebnis Monaten 1.« dings Und rechne man dieauchdings »nichtaus vergnügungssteuervergnügungssteuersich hochkarätige Experten sichaus hochkarätige Po. so allem fän. ist was dochSie klar: Das Letzte. sich ändern muss. litik undder Wirtschaft litik und Wirtschaft im Hamburger unteren 40 Prozent derunteren Bevölke40 Prozent Bevölke-im Hamburger sich ändern muss. würden die rascht die Deutschen die rascht und dann hoffentlich Lösungen dann hoffentlich Lösungen in den vergangenen in densubsvergangenen Monaten subs.würdie sich zurückziehen würeinen die seien. Fürwesen ihn iststabil es bleibe. viele Verlierer hat. hätte das Resultat heraus.»Menschen zweiter Klasse«. Errungenschaften deutlich machen. damit das siken Gemeinabfedern.« Schieritz: Ausländische »Das sind die Konkurrenten Wurzeln. dass manager ihn dieräumte ein.Deutschland ist sich resilient«. sagte ZEIT-WirtJean HeuUwe Jean HeuRainer Geschäftsführer Esser und schaftsressortleiter Rainer Esser undUweschaftsressortleiter schaftsmaschinerie hat die schaftsmaschinerie Arbeits. dem Schummelsoftware zu dembei Schummelsoftware machen sich schen Zweifel Stärke machen sich Zweifel ZEIT schaftsforum – und machten schaftsforumschen – undStärke machten herrschte Konsens herrschte auch Konsens hat.« wesen stabil bleibe. soTraum seit 1991 gedrückt. spielte Ham-Monaten präsentieren können. wenn sie Leitplanken achten muss.liardenbeiEuro DieselfahrZEIT Wirtschaftsforums. Für Müller steht vor Müller einer steht einer willfeste dasund Wirtschaftsforum auchWirtschaftsforum auchVW Für häufig feste und dengut häufig be.« und Der 150 Topdenbetreuer damit wir eingestellt. deutsche Konjunktur in deutsche diesen Ta-Konjunktur in diesen stocker zu nur »Menschen stocker zweiseien zu »Menschen zweideutlich gekappt – von 700 deutlich auf nur gekappt – vonseien 700 auf eine wichtige Wegmarke wichtige so Wegmarke war. So wie rung hätten praktisch rung kein hätten Ver. diein dessen Konzern die Bundesverteidigungsministerin von der Leyen rief zu Selbstbewusstsein im Kampf Kräften auf. die Deutsche versicherte Bank nichtVorstand zurückziehen. seit 1991 gedrückt. als Männer früher und vorden Hamburgs. mit der das Geschäft mit zum Anbieter nachhal-zumsagte Anbieter nachhalstimmt – und was die stimmt Politik be– und hersteller was die Politik be. eines der Wahrzeichen die Kirche.6 Milein Ergebnis vonsich 1. »Kann über Nacht»Kann nicht über Nacht dieverdienten Kirche.hinauslaufen. Hansestadt. Bisund September achten muss.will das und steigt die Zahl derund Beschäfsteigt dieden Zahl der keine BeschäfPutzfrau warnte und Gedie Putzfrau und Gezwangsläufig auf eine zwangsläufig schlechte.« Nacht Der Topzu Ende sein. einem Wahrzeichen dereinem der Wahrzeichen der Eindrucksvolle Kulisse: Imder Hamburger Michel. was Sie Auch in wenn dies inRider Presse Auch wenn nicht dies der Presse nicht staat müsse auch in Zukunft staat müsse Ri.« Ausländische seien die Ersten. zum dass Protektionismus und dass Rückzug Protektionismus und Rückzug Ersten. diskutierten aus Politik und Wirtschaft Hansestadt. widerda brauche es zu eine wider-steht terscheide sich das unterterscheide Druck ge-sich das unter Druck geDeutsche Bank. warnte Susanne die Neumann. die Wurzeln.ganz Als andere Sorgen hat. Als Chef von Volkswagen habe Chefervon derVolkswagen habe er derzeit wohl den schönsten zeit wohl und denEindrucksvolle schönstenKulisse: und Im Hamburger Michel. würden die Deutschen lasse. »Eins tig stärker amSozialKunden zu tigbleiben«.– Deutschlands wirtschaftliche Stärke ausmache.Sozialstaat. sei (siehe auchfür Interview).

t : m t r n n n e e s e s t s . soziales wie dieVerhalten Dieselskandal und dem Dieselskandal und Teile meisten Teile der ten. das ist»Das kein ist Jobtraurig.l. Viele Entscheidungen gestellt.und Einzug der hält Wertschätzung – die unterschiedEinzug hält – die unterschiedren – die Initiative wurderen 2010 – die von Initiative sieben wurde Hambur2010der vonWertschätzung sieben Hamburger Hochschulen gegründet ger Hochschulen –. gehören aberbleiben. dass an log« als – und spiegele log« –nicht und spiegele damit nicht Deutschland mehr als 95.000 Jugendliche bis keine 80. Die DerinJournalist sucht. mokratie. »Pro Exzellenzia« Die Hamburger unterstützt. Während die frühere Bis 2025 werden es mehr als 30 EU-Kommissarin Viviane EU-Kommissarin Reding Viviane Reding sein.« Diese »Jahrhundertaufzurück.« fordern. von Vizepräsidentin von und Bundesverteidigungsministerin mit mit aber auch von lichen. gut. würden diese wahrnahm. Religion in Wolfsburg. sagte in Deutschland Gitta seit sind«. Die»Chefsache« 2015 gegründete »Chefsache« Pro Exzellenzia) und Margret Suckale (BASF). Jugendliche Sie mehr unddie Familien. be. die sich sagte Trauernicht. mache ihm Rost große fallen«. Messungen an Halbleiternanodrähten. Hartung. Führungsaufgaben zu übernehmen.und bei der Frauen-Plattform der Frauen-Plattform F EDITION eigene müssen Geschichte unsereder eigene Geschichte EDITION Ladeinfrastruktur. Sie haben auch lifiziert. sorgen. müsseDie Gesellschaft müsse Um allen Kindern Um Chanallen Kindern gleiche Management-Tagung mal so auslebe fast jedes zweite Kind lebe in fast Ar-jedes zweite Kind in Ar.setzt sich für die Chancenfür ein Umdenken in einer für ein Arbeitswelt Umdenken zu in einer Arbeitswelt Aufsichtsratsposten zu in Aufsichtsratsposten börsennotierten undin börsennotierten und gleichheit von Frauen und Männern ein. Die Sozialpolitikerin mut. der überlegen. zu »Gift der Spaltung« brauchen arme Menschen brauchen »Gift der Spaltung« keit geben. bilden.renzen.mehr 95.Kugel Marc(Siemens).von warUrauch meisten das Thema von der Ur. im Gespräch mit ZEIT-Redakteur Manuel mit J.gleiche bei VW strukturell falsch bei VW strukturell falsch die Arbeitswelt sich diedie Arbeitswelt die Errungenschaften die Errungenschaften ma. bei den Sorgen. war mir sehr in schnell klar.000hin Mitarbeisind es über 620.haftsforum.chen »Wir lassen viel zu viele »WirKinder lassen viel zu viele Kinder René hat. Lebensbedingungen vieler Lebensbedingungen Kinder bilden.nur fachlich hoch qua-fürsowie nen Unternehmen lifiziert. Anforde. nurwenn voll entfalten können.Bettina Anne-Kathrin und Projektkoordinatorin Doris (jeweils vom Preisträger Pro Exzellenzia) und Suckale (BASF). Hartung. FrauenDenn obgleich die FrauenFreuten über»Chefsache die Verleihung des ersten (v. die der die Schirmherrschaft der wohl Frauen heute so gut wohl ausgebilFrauen heute so gut ausgebilInitiative übernommen hat.Eltern vor. vor. Führungs. Janina Kugel (Siemens). frühere Marc Brost (ZEIT).müssen unsere Warhin sind es über F 620. aber nicht sanieeiner Konkurrenz zwischen einer Eltern Konkurrenz rungsbedürftig zwischen Elternsind. und Birgit Wentzien (Deutschlandfunk).Quartieren. (Siemens). »Die Ängste Mittesagte der 1990er seit für Mitte dieder 1990er Jahre die »Die in Deutschland sind«. Formate entwickelt wie Dialogveraneigene Formate wie Dialogveranexperimenteller Tanzperformance experimenteller oder der Tanzperformance energe. 60. Männern Sie persönlich setzen sich verpflichtet. Gründe für die Auszeichnung. In Senioren Wie konnte es zum DieselWie konnte kennen. Kinderlosen ternehmen – eine Gefahr.dersind Problem aufmerksam Um auf daszuProblem machen. Hobbyweil ein Sportoder Hobbyverband die»zu Siemens-Arbeitsdirekdenoberster Markt bringen. der Wirt. »Das ist traurig. scheiden. warliche einerBerufsbiografien der anerkennt liche Berufsbiografien und überholteanerkennt und überholte Gründe für die Auszeichnung.und sich derAward« Chancengleichheit fühlen sich von der Frauen Chancengleichheit und von Frauen und dafür den erstmals verliehenen dafür den »Chefsache erstmals verliehenen Award« fühlen »Chefsache persönlich verpflichtet. »Weitere »Weitere 30 reine 30 reine E-Fahrzeuge E-Fahrzeuge bis 2025«bis 2025« schaft würden »Frauenschaft viel öfter würden »Frauen viel öfter nichtFamilienzentren da zu sein«. Der Diesel war eine ArtDer Diesel war eine Art zurück.der so derfür Geschäftsführer der für mehr Beziehungen« Beziehungen«Sorgen.der DerZEIT-Journalist mann vehement dafür. die an dieser Stelle dem KundenbeGleichberechtigung zu Gleichberechtigung leben verzu leben verdürfnis gerecht zu werden.): »Chefsache Rainer EsserAwards« (ZEIT). 40-Jährigen 30verändert und 40-Jährigen verändert chen – »sonst diejenigen. und ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner über die Verantwortung vonüber Technologie-Unternehmen. auch das um Rüstzeug erhalten. warnte Brost: Auswirkungen. schlafen. warb der deutlich gedrückt: Einfach machen! mut. die die Schirmherrschaft Merkel. Wegen der um Initiative »Chefsache«. so der Geschäftsführer gesamten Konzern den – immergesamten Konzern – Kosten immer.000 Dass in Deutschland 60.« ten zwei Jahren werden wir In dieser Gesellschaft Inändert dieser Gesellschaft ändert weitere rund 20 elektrisch betriesich auch die Rolle vonsich Männern auch die Rolle von Männern bene Fahrzeuge anbieten können. . Telekom-Chef René EU-Kommission) Obermann. Während die undfrühere Frauen. Kinder scheint wider.« Diese »Jahrhundertaufich die Aufgabe übernommen Als ich die Aufgabe übernommen Marc Brost. Wir sinddie die erste Generation. Susanne Neumann. Frage gar nicht sula von der für Leyen. - ww ANZEIGE Kindern werde in unserer Gesellschaft ausgeblendet. Freuten sich über die Verleihung dessich ersten Awards« (v. bleiben. Viviane Reding Brost. schen. war einer der gegründet –.fügbar werden. Sie macht dassdas sie soGesellschaft. diedas sichThema müssen ein transparentes. Volkswadurch die Innenstädte laufen durch–die undInnenstädte laufen – und gen hat heute bereits insgesamt auch mehr arbeiten. »Der staunlich Wirt-viele»Auch Kinder. rung vorne stehen. die aufHilfe der bei Strecke das!« Bei allen Überlegungen das!« Beizuallen Überlegungen zu bei den Schulaufgaben bei den Schulaufgaben bekommen. Hilfsangebot be. das Trennende die dasDer Trennende betonen«.l.gerade Ob. vieler den Bevölkerung Sprung in die Elektroden SprungWir in die Elektrosich diese Fragekönnen gar nicht sich diesemobilität.Siemens DIE ZEIT sowie DIE ZEIT sowie tiative hilft Hochschulabsolventinnen. auch ergehören aber auch er. Janina len Wegen der Initiativelen »Chefsache«. Das habe neun elektrisch betriebene FahrAuswirkungen. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Sie kommen aus den Fachrichunterschiedlichsten Fachrich.getroffen. l.verband die Siemens-Arbeitsdirektreut und berät heutetreut alleinund in berät allein in und in Wolfsburg von oberster in Wolfsburg Ebe. Sanierung Hamburger Was sie staltungen Mietshäuser.aufmerksam platzu machen. war»Rushmir sehr schnell habe. aber auch das »Pro Exzellenzia« unterstützt.Wiefür cen zu ermöglichen.« vor Der Journalist warnte vor aber nicht felt das Gift der Spaltungfelt in die dasGeGift dersucht. kritisierte Vizepräsidentin Der frühere Philipp (links) diskutierte mit Software-Unternehmer Florian Leibert (Mitte) Der frühere Wirtschaftsminister Philipp Wirtschaftsminister Rösler (links) diskutierte mitRösler Software-Unternehmer Florian Leibert (Mitte) von SOS-Kinderdorf International. um Konzernchef Matthias Müller. darunter vor allem Plug-inals Kind Männer nur als »Begleiter« als Kind Männer nur als »Begleiter« Hybride.): Kugel Rainer(Siemens). sagt Bundeskanzlerin tersteht«. auch Das habe mehr arbeiten.000 Aus. warbzuder ermöglichen. Initiative Chefsache: Initiative Chefsache: Anpacken zum Anpacken Umdenken zum Umdenken der Wirtschaftsrepublik Wirtschaftsrepublik sie die Ausnahme. ein handfestes Risiko für ein die handfestes De. aberschaft wir blengeht esBeziehungen«.für Kriegswaisen. sind sie die Ausnahme. der In den Vorständen tend ist: der»Auch das beste tendGesetz ist: »Auch wird das beste Gesetz wird seine 200 größten deutschen200 Unternehmen größten deutschen Unternehmen Wirkung nur voll entfalten Wirkung können.bekommen. und Birgit EU-Kommission) Wentzien (Deutschlandfunk). l. warnte: Die Sozialpolitikerin warnte: cen angelegt?für die angelegt? gedrückt: Einfach machen! 30.000 Kin. Gerade in der sogenannteeinzuräuIslamische Staat sogenannte »träu. Eigenständig. Ichwar habe das auf einer Bremerhaven und Gelsenkirchen Bremerhaven Behinderten und Gelsenkirchen skandal kommen? Was skandal war kommen? Was rorismus.sellschaft«. rungen Da müssten rungenFüherfüllen«. Obtersteht«.): Nora-Vanessa Wohlert die Wahrnehmung Mobilität« machen: nachhaltiger Mobilität« machen: stattung in den Schulen: derstattung frühere in den Schulen: (EDITION derF). dass sie Gesellschaft. erfolgreich. und ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner die Verantwortung von Technologie-Unternehmen. zügiger Wir waren nicht blind.Schulen produzierenden – wurden mit Werken – wurden Reichweite Hause. behält das torin Janina Kugel mit dem torinAppell Janina Kugel dem Appell wir klar. die auf der Zu Strecke denen. hour des Lebens« seien hourArbeit des Lebens« seien Arbeit Wie konnte VW so lange Wie konnte VW so lange und Zeit extrem verdichtet. um nen Unternehmen vor. Die ChanGesellschaft rorismus. Wir sind die erste Generation. Wir tun eine Menge.zeit-wirtschaftsforum.Islamische Staat »träu. es zum Dieselmehr alsTer»Begleiter« Männer mehr als »Begleiter« Blick auf den islamistischen Blick auf Ter-denMänner islamistischen einsetzt. flexiblenzuArbeitszeitmodellen. Vizepräsidentin Armut bei Kindern werde in Armut unsererbei Gesellschaft oft ausgeblendet. austauwürde ich das Politik Thema wäre. sich nur so könne sich schaften schaft geht es gut. war auch ten. Konzernchef Matthias Müller. der Dass Bundesregiedass wir reform-. und Zeit Heu-extrem verdichtet. als burgangefangen als sei ter mitschon zwölf Marken undter über mit120 zwölfspiel Marken über 120Elektro-SUV Kollegen früher kinderlose nach Kollegen früher nachWerkenproduzierenden Das Thema Selbstbewusstsein Das Themakinderlose Selbstbewusstsein 600 Kilometern Schulen die Grundausstattung mau die Grundausstattung mau Hilfsangebot für Kriegswaisen. den offenbar völlig aus. Manche beschäftigen tungen. Vizepräsidentin Trauernicht. Wirt. heutiger stärker an sich an Frauen. Dieses sellschaft«. geändert: »Da hat sichnachhaltiger was geändert: kaufen. Brost (ZEIT). »Auch arme Menschen brauchen »Auch arme Menschen brauchen gestellt. heute würden diese heute heutigem Kenntnisstand – weltdie Erziehung ernster nehmen die Erziehung – so ernster nehmen – so weit zwei bis drei Millionen elekzumindest zumindest von die Wahrnehmung von»AnbieterWill aus VW einen trisch»Anbieter betriebene Fahrzeuge verWill aus VW einen Warb für eine bessere technische Warb Ausfür eine bessere Über Wandel technische in der AusArbeitswelt Übersprachen Wandel in (v. weil ein Sport. Zudem burgin Pincus. und Frauen. und aber auch von Senioren und Bundesverteidigungsministerin Wir müssen mutiger entSOS-Kinderdorf International. bracht.einmal bei 18 zu 1.Bundesverteidigungsministerium. rung vorne stehen. Heuauf dem E-Auge blind sein? auf dem E-Auge blind sein? te würden Menschente weniger würden Menschen weniger schlafen. offenes Unternehmen sein – und der Menschen sind real«.in der neuen einzuräuneuen Stellenwert Religion Wolfsburg. sulaÄngste von der können Leyen. sind. wenn Medienpartner: Medienpartner: Eine Veranstaltung von: Eine Veranstaltung von: auchWille der dahingesellschaftliche Wille dahinliegt das Verhältnis vonliegt Männern das Verhältnis zu von Männern zu auch der gesellschaftliche Frauen gerade einmal bei Frauen 18 zu 1.« sind real«.Bevölkerung sagte Kinder Trauernicht. hat sich wasBrost. sagte die stellen. oder der energeund stellt staltungen konkrete und Maßnahmen stellt zudem konkrete Maßnahmen tischen Sanierung Hamburger tischenMietshäuser. Sie mehr wir unsnicht dezentralisieren wir müssen: uns dezentralisieren müssen: vor.arme »DerMenschen Wirt.« wunder. das Rüstzeug Sie haben erhalten. Anne-Kathrin Guder und Cornils Projektkoordinatorin Doris Cornils (jeweils vom Preisträger Bettina Volkens (Lufthansa). in das sozial belasteten in sozial belasteten Quartieren. Darunter sind Darunter sind Die jungen Frauen wurden Die jungen als Stipendiatinnen Frauen wurdenInstitutionen als Stipendiatinnen der deutschen Schwergewichte Wirtschaft der deutschen wie Wirtschaft wie mit Workshops und Netzwerkveranstaltungen mit Workshops und Netzwerkveranstaltungen von Schwergewichte von und die Deutsche Telekom. offener für Partnerstaunlich viele Kinder.damit Mir war ne klar. gabe« müsse endlich auch gabe« in müsse der einen endlich auchStellenwert in der einen habe. dafürdass sorgen. wissenschaftliche Einrichtungen wissenschaftliche wie die FraunhoferEinrichtungen wie die Fraunhoferpositionen in Wissenschaft. Jugendliche und Familien.soziales Verhalten ausalles in Wolfsburg entscheiden. International. der Weltzuder glauben. aber wir blendie Lehren aussein. Esser (ZEIT).000 Mitarbeischickt deshalb auch schon schickt mal deshalb auch mal wirdund 2018 einen Pincus. Dass für Akteure ein. Denn obgleich hinter sich dielässt. so erfolgreich. Behinderten einsetzt. Führungs. Dann werden wir – nach wahrnahm. – »sonst gewinnen frühere Telekom-Chef frühere OberTelekom-Chef Renégewinnen Ober. das Thema Hier können sich Menschen Hieraustaukönnen sich Menschen wunder. Sie macht zu dasbesetzen.Geld den Marken mehr Eigenständigden Markenfügbar mehr werden. quote um von 30 Prozent für quote neu zu vonbesetzende 30 Prozent für neu zu besetzende VolkensGuder (Lufthansa). plattungen. Wir können nicht manzusammenzuhalzudem nicht vergessen: man zudem »Die nichtdem vergessen: »Die Die Gesellschaft zusammenzuhalDie Gesellschaft Kindern bei Kindern aus. andere mit ziert die Initiative andere das mitThema entwickelt eigene renzen. (EDITION JaninaF).oder Hause.Siemens Die Hamburger Ini.de . zügigerschneller essen.« rungskräfte rungskräfte kannst ermutigen: »Du kannst nach oben oder setzen!«ganz nach oben setzen!« ermutigen: »Du der Erziehung schen. die in den obersten sorgen.Wie sich deutlich ma.oder Hilfe beiganz der Erziehung Zu denen. daSie setzen sich daauf dem ZEIT Wirtschaftsforum auf dem erhalten ZEIT Wirtschaftsforum hat.und Risiko für die Dedafürsehr auf zentral allen drei Ebenen Fortbildung bekommen und bildung so »durchs bekommen und so »durchs war sehr zentral ternehmen auf. Die»Wir Chefredakteurin falls sieht. »Wir warnte Brost: »Wir zeuge im Programm. den erzählen!« Zudem sei in den erzählen!« Die Organisation. Gerade Marc»RushBrost. glauben. dasskooperiein allen Unternehmen für ein. positionen Wirtschaft in Wissenschaft. In nern den Vorständen dominiert wird. tiative hilft Hochschulabsolventinnen. zusammengeschlossen. zeigte sich Oberetwa mit Familienzentren bracht.»Auch VW-Chef Matthias Müller VW-Chef Matthias Müller Sabbaticals und Teilzeit Sabbaticals dürfe undüber Teilzeit dürfe aus über die Lehren nur so könne Beziehungen«.de Informationen zum ZEITInformationen Wirtschaftsforum: zum ZEIT www.Wir Dieses Un-und werden Kinderlosen – eine undGefahr. der mann Bildung vehement der Bildungbetonen«. »Wennmann ich infrustriert.« Spaltung die Ge. der. oder Kultur Wirtschaft oder Kultur Ihre Geschäftsführer IhreVorstände Geschäftsführer und Vorstände zu besetzen. Das bedürfen Mitarbeiter auch dürfen nicht überMitarbeiter auch nicht überschleunigen wir jetzt. kritisierteoft Gitta Trauernicht. In den nächsfordern.000 Aufgabenliste der BundesregieAufgabenliste men. »Da (ehem. DieMargret 2015 gegründete Initiative setztInitiative sich für die Chancen. Gitta Trauernicht.setzen. von SOS-Kinderdorf International. klar.000 Deutschland Kin. dasssaniewir reform-. dass werden Mir war Privileg nicht nur der Flexibilität nur an Frauen. Telekom-Chef René Obermann.warnte Elektromobilität wird sich durchin Deutschland men. würde icherfüllen«. dasseine in allen neueUnternehmen Kultur eine neue Kultur hier mehrere Institutionen hier und mehrere Akteure Institutionen kooperie.Bundesverteidigungsministerium. und aber die Deutsche auch dasTelekom.der sagte Menschen die stellen. Da müssten FühPolitik wäre.« Belange von Kindern Belange Jugendvon Kindern und Jugendauch bereit sein. Initiative übernommen hat. im Gespräch ZEIT-Redakteur Manuel J. Audi zum BeiPrivate-Equity-Gesellschaft Private-Equity-Gesellschaft War.Jugendliche Aus.keine Desinformationen seien Desinformationen seien müssen bis 80. In der Initiative haben sich In der 16 Unternehmen Initiative habenund sich 16 Unternehmen und einmal Führungsaufgaben einmal zu übernehmen. rungsbedürftig Un. »Wenn ichobin sie der alleüberlegen. denwie offenbar die bei völlig aus. beschrieb hat.sich Manche mit elektrischen beschäftigenUm sichauf mitdas elektrischen ziert die bei Initiative Messen und dasKonfeThema bei Messen und KonfeMessungen an Halbleiternanodrähten. mache ihm große mokratie. selbst stärker an der sich Flexibilität selbst Privileg den Autobahnen Ladesäulen verLebensrealität heutiger die Lebensrealität der.für Viele Entscheidungen für der Reichfalls sieht. Ini. gleichheit von Frauen und Männern ein.de Wirtschaftsforum: www. zeigtenicht sich Oberda zu sein«.aufvon Ebekurs mit ansteht – und behält kurs ansteht das – ne undgetroffen. Gitta Jahre mobilität. beschrieb derAlsZEIT-Journalist diedafür. SOS-Kinderdorf In lichen. ist kein Job.und diejenigen. Fehler anzuerTrauernicht. Dass Männern erhalten hat. Was sie zudem sowie Praxisbeispiele Chancengleichheit Praxisbeispiele imfür eigeChancengleichheit im eigeeint: Die Frauen sind nicht eint:nur Die fachlich Frauen hoch sind nicht qua. Die den Chefredakteurin mehr Selbstbewusstsein: »WirSelbstbewusstsein: weite. Viviane Janina Reding Kugel(ehem. schneller essen. det sind wie nie: In den Machtzentren det sind wie nie: In den Machtzentren . angefangen Die Organisation. Etagen dievon in den Mänobersten Etagen von Unternehmen Mänmit Mitbestimmung Unternehmen verpflichmit Mitbestimmung verpflichseine nern dominiert wird. etwa mit werkschafterin Susanne werkschafterin Neumann.war aufdie Nora-Vanessa die Nora-Vanessa ebenWohlert ebenDie CDU-Politikerin warbDie CDU-Politikerin warbWohlert schritte erzielen: bei Rost fallen«.InEltern der Welt Kinder wider.): der Arbeitswelt Nora-Vanessa sprachen Wohlert(v. flexiblen Arbeitszeitmodellen.zeit-wirtschaftsforum.Angela sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel. zu »Das Geld In scheint hat das Dorf auch in die hat Städte das geDorf auch in die Städte»Das ge. Parallel und heute das Lehrmaterial »zu das ana-Lehrmaterial ana. Muster bei der Besetzung Muster von Toppositionen bei der Besetzung von Toppositionen Die Auszeichnung ist nur Die einer Auszeichnung von vieist nur einer von hinter viesich lässt. Institutionen zusammengeschlossen.ob sie alle Anfordemann frustriert.

Dr. Dies war dann auch hoffentlich erst der Anfang von einem neuen Kapitel ZEIT-Geschichte. Ich kann es nicht mehr lesen.« Ich weiß. Monika Forster. per E-Mail Gerade weil ich Ihre Kompetenz so hoch schätze. er würde niemals Präsident der USA werden. Zu fragen bleibt. Thomas Herion. Die deutsche Kanzlerin werde Trump schon richtig »erziehen«. H. Für den Inhalt der Leserbriefe sind die Einsender verantwortlich. dass das Schicksal der Welt bereits besiegelt sei. Carl Hanser Verlag ANZEIGE zeitshop@zeit. waren Sie sicher. warum die einen gewinnen müssen. Haben Sie eigentlich nichts aus der Geschichte gelernt? Wir haben es schon und befürchten – auch für Europa und Deutschland – das Schlimmste in naher Zukunft. Marl Eine kunterbunte Bücherkiste für das ganze Jahr Die ZEIT-Edition »Mein Jahr im Bilderbuch« nimmt Kinder von 0 – 5 Jahren mit auf eine bunte Reise durch das Jahr. wie auch in Deutschland. in der nachfolgenden Diskussion ein radikaler Muslim dabei sein sollte. in der die sexuelle Orientierung stattfindet. Sie fragen sich. was nach der Wahl von Ronald Reagan alles befürchtet wurde. was aber großteils den Medien geschuldet ist. warum es doch andersrum gekommen ist. Es wäre viel nützlicher gewesen. per E-Mail Klaus Ammann.. nie missen. Peter Mathiessen blog. Wie steht es um das Demokratieverständnis des Herrn Joffe? Andreas Wells. Schlagzeilen wie »Donald Trump wird seine Drohungen wahr machen«. Wien Richtig ist. ihres Wohnorts einverstanden erklären. sondern zum Beispiel auch DuckDuckGo. Hamburg Dummer Datenkrake Wolfgang Uchatius: »Warum glaubt Google . dann braucht man eine neue Person an der Staatsspitze. die sich im Übrigen mit der Nennung ihres Namens und ggf. Ich wäre viel lieber ein Junge gewesen. Doch mit einem Mal fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich kann so ziemlich alles. Siegfried Fischer. wie viele – womöglich noch nicht aktivierte – Wähler in Europa einen so treffend benannten »durchgeknallten Macho« wählen würden. dass nur die Reichen die wirklichen Globalisierungsgewinner sind. So lange dieser Kampf nicht gewonnen ist. und dass man zweitens Werbung blockieren kann. Mussten doch die Artikel zum Ausgang der US-Präsidentenwahl am Tag nach der Wahl mit heißer Feder allesamt neu abgefasst werden.. wenn Formulierungen auftauchen wie: » . Peter und Ingeborg Lipinski. Trump hat die Macht nicht gewaltsam an sich gerissen. Brigitte Schellnhuber. wir schaffen das – auch oder gerade in öffentlich-rechtlichen Programmen. Un­ sicherheiten und vor allem Fehldeutungen würde Ihnen nicht schaden. Es ist von Vorteil. dass man anders ist?«. dass es in meiner Jugendzeit nicht die Möglichkeit gab. Peter Matthiessen. Dr. werden wir auf den übrigen Feldern – Fremdenfeindlichkeit. dass es in unserer Kultur – abgesehen von Einzelgängern – ernst zu nehmende Anhänger findet.11. Oder an anderer Stelle: »Die Wahl des durchgeknallten Machos zum US-Präsidenten . Man fühlt sich an die Überheblichkeit im wilhelminischen Deutschland erinnert: »Am deutschen Wesen mag die Welt genesen« (Kaiser Wilhelm II. nachher kann man blitzgescheit analysieren.V. Hilfe für das verlassene Kind e. 87080 Würzburg. ein möglichst objektives Porträt des Gewählten und vielleicht einen kritischen Ausblick erwartet. anders als von Josef Joffe dargestellt. dass Israel vernichtet werden müsse. Hamburg 102465_ANZ_10246500008427 [P]_X4_ONP26 1 07. Aufgrund psychologischer Gutachten – in der Forensik gibt es ausreichend Beispiele zur Validität solcher Gutachten – einen so schwerwiegenden Eingriff in die Entwicklung des Kindes vorzunehmen ist nicht verantwortbar.24.. weil die andere Seite in mir mich bereichert und mich stark macht – auch in der Männerwelt. um zu wissen. Exklusiv bei der ZEIT erhältlich – für nur 99. Sereetz Zum Leitartikel von Josef Joffe Stefan Kreutzer. Abzuwenden sind solche Entwicklungen nur. 36341 Lauterbach. KG. Meine Familie hat sich beispielsweise mehrere Tage köstlich amüsiert.?«  ZEIT NR . Schier unerträglich ist das selbstgefällige Pro­ gnos­ti­zie­ren der Herren Joffe und Ulrich in der aktuellen ZEIT darüber.. und dass es drittens auch noch umfassendere Lösungen gibt wie disconnect.95 €* Jetzt verschenken: shop. Aber sind Ihre Formulierungen nicht eventuell auch sprachlicher Populismus? Ilse Wittenborn.me. Die sexuelle Identität von Kindern entwickelt sich spät. was frau können sollte – und mehr! Ich habe Kraft und Durchhaltevermögen und darf auch mal weinen. Ich kann mich nur empören. Uwe-Carsten Edeler. WWF Deutschland. dann kommt es zwangsläufig früher oder später zu solch einer politischen Tektonik. auch zu lesen. Übrigens – ein Gutes hat das amerika­ nische System. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 LESERBRIEFE DAS LESERZITAT IM NETZ »Man sollte mal in den Archiven wühlen. Ich bin verheiratet und habe Kinder. 1907). auch sprachliche Gepflogenheiten sind dem Wandel unterworfen. der weder autoritär ist noch einen an der Waffel hat«. der Wahlkampf war unterirdisch. kam ich nicht zurecht. H..de Leserbriefe werden von uns nach eigenem Ermessen in der ZEIT und/oder auf ZEIT ONLINE veröffentlicht. etwa mit AdBlock Plus.« Weitere Leserbriefe finden Sie unter Von Dr. was nach der Wahl von Ronald Reagan alles befürchtet wurde. ihre Schockstarre zu überwinden. dass ich ein Mädchen und kein Bub bin. Heiner Porzler. und die Erfahrungen des Mutter­ werdens und Mutterseins möchte ich nie.de/bilderbuch 040/32 80-101 040/32 80-1155 Für jeden Anlass das passende Buch! Illustrationen aus »Der kleine Weihnachtsmann« von Anu Stohner und Henrike Wilson. entzieht sich meiner Kenntnis. 47 Die Vorstellung. So abwertende Artikel und so viel Vorverurteilung habe ich seit Jahren nicht gelesen. Hat nur nicht geholfen. Im Nach­ hinein betrachtet. die die Gewinne gerecht verteilt. Grund war natürlich eine vorangegangene Bestellung eines anderen Buchs von Dostojewski – dies konnte man leicht nachvollziehen. Jetzt ist er der gewählte nächste Präsident der USA. von dem wir lernen könnten: Nach zwei Wahlperioden ist Schluss. dass die Eliten Geld ohne Ende scheffeln und die Schwachen keine Perspektive für ein besseres Leben haben. Dies wird in der heutigen Situation jedoch immer schwerer. Renate Walter. Schließlich Bernd Ulrich! Anstelle fundierter Kritik flüchtet er sich in vage Mutmaßungen und skurrile Behauptungen: Der Wahlausgang in den USA macht Angela Merkel zum »mächtigste(n) Mensch(en) auf der Erde«(!).. Die Pubertät ist die wohl wichtigste Phase. Haselau Ganz richtig erkennen Sie. indem man die­ Juden ins Meer treibt? Michael Bastar. wenn die poli­ tische Klasse im Sinne der »sozialen Marktwirtschaft« für eine gerechtere Entlohnung sorgt.und Tuberkulosehilfe e.de/leserbriefe 20 ZUR AUSGABE N 47 0 Interview mit Anne Will über ihren Talkshow-Gast Nora Illi  ZEIT NR . Ingolstadt Rüdiger Weigel.zeit. per E-Mail Der Triumph Trumps ist. manche sogar einen richtigen Hass auf die Presse entwickelt haben? Es ist genau dieses besserwisserische Gerede ohne Substanz direkt aus dem Elfenbeinturm. Wolfgang Neuberg. aus der Datenmenge ein wirklich zutreffendes Persönlichkeitsprofil zu erstellen. dass es erstens nicht nur Google gibt. fragen Sie. ist sehr in Zweifel zu ziehen. dass sich spätestens nach dieser Sendung wohl kaum jemand vorstellen kann. Insgeheim war es jedoch eine Abrechnung mit den Eliten des Landes. frage ich mich. die Einkommensentwicklung so auseinanderläuft. wenn man sich in beide Geschlechter ein­ fühlen kann.. Zusätzlich können Sie die Texte der ZEIT auf Twitter (@DIEZEIT) diskutieren und uns auf Face­book folgen. Von der ZEIT hätte ich – selbst bei einem poli­ tischen Erdbeben – eine rationale Analyse. Ich kann dies nicht ändern. 4. Wenn. Dr. Springe Brillante Analyse. Das mit dem »Geburtsgeschlecht stärken« kenne ich auch – Besuche beim Psychiater. Max Stadler. Lieber einen Jungen als Nebensitzer in der Klasse als ein Mädchen. sondern wurde vom US-amerikanischen Volk zum Präsidenten gewählt.de *zzgl. dass die schon »das Schlimmste verhindern« werden. per E-Mail »Ab wann ist man alt genug. Geht so guter Journalismus? Heinz Dieter Mück. In der Tiefe liegen die Schätze verborgen. warum die Menschen ihr Vertrauen in die Medien verlieren. Die Arroganz einer Kanzlerin Merkel im Umgang mit den europäischen Partnern vertieft Gräben und beflügelt Rechtspopulisten. Nur war das 1963 keine Option. wusste ich es schon mit fünf Jahren.: 30417 | Werbecode BJ 4921 | Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Stiftung Bethel. Zugegeben.. 10117 Berlin Nur keine Panik Ich wäre viel lieber ein Junge gewesen Martin Spiewak: »Das ist kein Spleen«  ZEIT NR . Buceriusstraße. als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde und im Wahlkampf immer aggressivere und menschenverachtende Reden hielt. den Zuschauern ihr Frauenbild darzustellen und zu verteidigen. Als er sich durchgesetzt hatte. Josef Joffe ergeht sich in seinem Leitartikel in abgrundtiefem Hass auf Trump. Illustration: Smetek für DIE ZEIT Salafistische Frauenbeauftragte Amerika kämpft um seine Werte: Was der Wahlausgang bedeutet Zum Beitrag von Bernd Ulrich Der moralische Rigorismus eines Herrn Ulrich war noch nie guter Nährboden für demokratisches Streiten. sondern eine Folge der Entwicklung in den USA. per E-Mail Viel Zeit.. was man Mädchen zuschrieb. Wuppertal Sind die Befürchtungen angesichts zukünftiger Entscheidungen von Trump nicht etwas über­ zogen? Man sollte mal in den Archiven wühlen. als »Usurpator«. Das kann nur geschehen durch ein engeres Zusammenwachsen der EU. Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen et cetera – die Verlierer sein. Warum erst jetzt die Kehrtwende in der ZEITRedaktion vom USA-Versteher hin zu mehr rechtsstaatlichem Verständnis? Sie haben viele Jahre auf der falschen Seite gestanden und können nun einiges wiedergutmachen. wollen Sie die Leser im Leitartikel unterHinweis auf die mäßigende Wirkung von Kongress.zeit. 47 D ie Artikel für den Politikteil mussten wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden entstehen. Hamburg Wozu die Aufregung? Wurde nicht ein Zeichen für Meinungsfreiheit in Deutschland gesetzt? Frau Illi trat in Anne Wills Sendung als Frauenbeauftragte des sogenannten Islamischen Zentralrats der Schweiz auf und hatte Gelegenheit. Oder sollte bei einem möglichen Thema »Nahostkonflikt« jemand öffentlich darauf bestehen können. Das alles kann zu herrlich kuriosen Ergebnissen führen. München Welch ein Luxusproblem – und welch fragwürdige Entscheidungskriterien. Minden Ruven Gastel.V. aber er führte zu mir selbst. praktisch aber Reklame für Google. Wir sind selbstbewusst. als sowohl auf der Amazon-Homepage als auch über den Mailserver mehrfach die Anzeige »Das passt zu Ihnen: Der Idiot« geschaltet wurde. dass eine Umverteilung notwendig ist.95 € Versandkosten für Nicht-ZEIT-Abonnenten | Bestell-Nr. Die 12 preisgekrönten Bilderbücher finden Platz in einer ZEIT-Bücherkiste mit beweglicher Jahresuhr. 33617 Bielefeld. was Trump als Präsident jetzt alles machen wird. Als sich Donald Trump bei den Vorwahlen der Republikaner als Kandidat bewarb. In der Schule fühlte ich mich bei den Jungs wohl. und anstatt Ihre Fehleinschätzungen zuzugeben. Höchst wohltuend die Klarheit der trockenen Diktion. dass. der Weg war lang. ob es Ihrem Niveau angemessen ist. Das geschah so wirksam. Kniebundhosen waren besser als Kleider und Röcke. Und trotz alledem halte ich es für eine seriöse Zeitung wie die ZEIT für hochgradig verantwortungslos. Bildunterschriften wie »Der Herr der düsteren Fantasien – jetzt werden sie Wirklichkeit« oder ein absolut fiktiver Artikel über einen möglichen Atomschlag suggerieren dem Leser. 74 Dieser Artikel deckt wunderbar die Schwierigkeiten der Unternehmen auf. mit den Artikeln Panik und Angst zu verbreiten. schrieben Sie.16 15:03 . diese Entwicklung in Deutschland aufzuhalten und Strategien dafür zu benennen. Berg Mir kommt es vor. Zugegeben. Heute bin ich 60 Jahre alt und froh. dass Europa ein drohendes Macht­ vakuum auszufüllen hat. passend zum TatortThema. per E-Mail Josef Joffe bezeichnet Donald Trump als »Möchtegern-Mussolini«. Repräsentantenhaus und Supreme Court damit beruhigen. Die mitgelieferten Bilder suggerieren Weltuntergangsstimmung (da hilft nur noch beten). Ein wenig Demut über eigenes Unwissen. Passau Jetzt geht es manchem klugen Journalisten bei der US-Wahl wie vielen vermeintlichen Fußballexperten. meinen damaligen Neigungen medizinisch in die gewünschte Richtung zu verhelfen. Und natürlich auch. Klaus Matte. per E-Mail Monika Vetter. Letztlich habe ich mich gerne zum Frausein bekannt. Zunächst weiß jeder genau. Warum ich aber immer wieder auf den Kauf roter Pumps hingewiesen wurde. nicht unbegreiflich. Salvatore Algieri. Milde IHRE POST erreicht uns am schnellsten unter der E-Mail-­Adresse leserbriefe@zeit. Worms BEILAGENHINWEIS Die heutige Ausgabe enthält in Teilauflagen Publikationen folgender Unternehmen: DAHW Deutsche Lepra. Weitaus interessanter ist es. als hätten Josef Joffe und Bernd Ulrich beide Schaum vor dem Mund gehabt. hatten die Journalisten der ZEIT nicht. 47 Titelgeschichte zur Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten  ZEIT NR . Dieser innere Zweifel blieb bis nach der Pubertät. denn mit dem. Pegnitz Interessanter Artikel. als sie diese Artikel geschrieben haben. Hubert Kohlbrenner. er habe keine Chance.

die die Macht des Protestantismus sichert. Es gibt arischen Rassismus. An Luthers notorischer und radikaler Judenfeindschaft ist nicht viel zu deuteln. Angesichts der fundamentalsten Krise der euroDamit wurde zur entscheidenden Frage: Wer geStoe­cker. wie dies von Stoe­cker bis zu den Nazichristen gelehrt wurde. der die totale Verfügungsgewalt über den Menschen beansprucht..« Im Sinne dieser Feindbestimmung gab die kritisierte daran bloß. Plakative Belege lassen sich mühelos finden. politischer Souveränität neu gestellt. des Anti­semi­tis­mus gezeigt hat. recht. Jedenfalls setzt sich heute der deutsche Protestantismus selbst auf die Anklagebank. so hat der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik jüngst argumentiert. öffentliche Theologie des Pluralis19.stellung der Re­li­gion auf. was deutsch sei. Sie müsste vielmehr nicht umsonst in ihren Anfängen mit der Re­for­ma­ Krieg. Tatsächlich aber handelt es sich um Rekombinationen von Re­li­gion und Politik. Er wendet das Alte Testament als Verkündigung des christlichen Glaubens gegen die Juden. wo gäbe es auch direkte Wege in der Geschichte von Jahrhunderten. Sie unterscheidet den alten Anti­juda­is­ mus vom modernen Anti­semi­tis­mus. Seine berüchtigte Schlussfolgerung lautete: »Die Juden sind unser Unglück!« Ebendiese Trans­for­ma­tion des christlichen Anti­ juda­is­mus zum modernen. »Jüdische Kon­fes­sion«. Herrschaft. in den letzAnti­juda­is­mus heute in der evangelischen Kirche denden deutschen Nationalstaat. Stoe­cker etwa ging es gerade nicht um die jüdische Re­li­gion. Die bürgerlichen Revolutionen. Gegen all dies habe er die und Politik. ihn aus der Tiefe seines Wesens versteht. um der Reformation. Wille – eine solche Aufarbeitung könnte die protestantische tantisch-deutscher Geschichte zu tun hat? Luther vereint für Treitschke Abstammung. Leider ist die Antisemitismus-Forschung dafür keine allzu große Hilfe. 6. kirchlichen Rechtssystems in Luthers judenfeindlichen Schriften ist nach Brumlik der Proto­typ eines Staates. das als Souverän einem eigenen. Niemand plädiert auf Freispruch. Die Antwort auf die hochpolitischen Luther-­ auf Gott in der Begründung des Gottesgnadentums Treitschkes völkisches Luther-Bild wirkte nach. Der deutsche Protestantismus war entscheidend daran beteiligt. warum gerade der Pietismus judenfreundlich war: Mit seiner Kon­zen­tra­tion auf Frömmigkeit war die Idee politischer Herrschaft unverein­ bar. säkulare Grundlage gestellt. Sosehr Luther politischer Theoretiker war. Mit der Re­for­ma­tion war theorie. und Herausgeber des Archivs für Reformations­ Der deutsche Protestantismus hat sich als Re­li­gion so Arthur Schopenhauer 1851. 1933 wäre also nicht theolo­ war nicht mehr durch die Einheit der römischen Kirche abgesichert. ZEIT Geschichte. die das Geistliche vom Welt­lichen. sondern sie zu beherrschen sucht »religiös« aufarbeiten. auf die Frage. Doch wird die Anschlussfrage nicht gestellt: Wie war E s wird aller­ dings auch durch Luthers Poli­ tik. Aber warum ist dann der moderne Anti­semi­tis­mus unter evangelischen Kirchenmitzum 400. teils als Verlautbarungen hochrangiger kirchlicher Gremien erarbeitet wurden. von »national« und deren Anti­semi­tis­mus vorbei. Um beide Blockaden zu lösen. germanisch. sein reformatorisches Verständnis des rechten christlichen Glaubens in striktem Gegensatz zum jüdischen Glauben auszudrücken. dass Luther »heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank säße«. Aus demselben Grund war Luther eine kurze Phase seines Lebens juden­freundlich. ob es einen »direkten Weg von Luther zu Hitler« gebe. In der For. wer Luthers »Blutes und Geistes JETZT NEU AM KIOSK depotenziert. Aus den zur gesellschaftsgeschichtlichen Selbst­refle­xion und wie in der Bevölkerung insgesamt? Dringt die Kirche tiefen Augen dieses urwüchsigen deutschen Bauern. Er stellte die Mehrzahl der anti­semi­ti­schen Vordenker und Propagandisten. nicht als ganz Andere erschienen. Hitler berief sich wie die evangelische Nazi­kir­che der Deutschen Christen auf Luther gerade wegen dessen rabiater Judenfeindschaft. »Sie mögen in ihr Vaterland zurückkehren. ob die Judenfeindschaft bei Martin Luther und deren Wirkungsgeschichte in den Holocaust führten. angesichts der populistischen Ero­sion lieben nationalen Staat zugrunde liegen sollte? Im und der politische Gestaltungsanspruch des Protes. vor allem anderen urdeutsch sein wollten. dass »ein solcher Es ist bemerkenswert. semi­tis­mus geführt.und anti­reli­giös. Darin der indirekte Weg? Auch Margot Käßmann hat gewiss fend zusammen: »Immer Volk und wieder Volk. Nun undenkbar ist«. Jahrhundert mutierte diese Frage zur Gewissheit. verworfen und mit seiner zwischen Weltabgewandtheit und Apologie der Macht realgeschichtlich die Frage nach der Begründung Zwei-Reiche-Lehre den »Staat für mündig erklärt«. der antichristlich ist. Dieser »Ge­set­zes­reli­gion« setzt Luther seine Vorstellung entgegen. war der Protestantismus eine Avant­garde. das andere säkular und rassistisch. dass die Wirkung dieser Überlegungen auf die Nachgeborenen nur gering war. 1917.Weimarer Demokratie so wenig Rückhalt in der beraler wie konservativer Milieus wäre das eine »deutschen Kon­fes­sion« fand. die unteren Stände und die deut. meinte gar in den Nürnberger Prozessen. bleibt sie blind  VON KLAUS HOLZ Preisgabe des päpstlichen. Er begann die Juden als »Fremdlinge« zu sehen und meinte. Dadurch bekommt diese einen unbeabsichtigten apologetischen Zug. Geburtstag der Re­for­ma­tion 2017 zeitigt bereits jetzt Früchte: Vielleicht wurde noch nie auf derart hohem Niveau über protestantische Judenfeindschaft gesprochen. ebenso wie zur selben Zeit Heinrich Treitschke. die die gegenwärtige Selbstkritik 116 S.Jubi­läen 1883. Aber man berief sich gerne auf ein »nördlich erfasstes Christentum« und bebilderte dies mit protestantischen Kirchenbauten. geforscht.und Gesellschaftsmodell erschwert. Von einer echten. weil es nicht zum Gottesdienst tauge. dass sich die Juden nicht in die deutsche Kultur integrieren wollten. Und sie rekonstruiert nicht das protestantische Selbstbild in seiner gesellschaftlich wirksamen Gestalt. die Kirche vom Staat unterscheidet. Luther sei »Blut von unserem Blute.Fontane fasste den neuen. des deutschen Nationalstaates sicherte. die geistliche Gewalt vielleicht weil es das Drama des Protestantismus war. Kein Wunder. Er reproduziert die gängigen Vorwürfe des christlichen Anti­juda­is­mus: Die Juden seien hochmütig und verstockt. weil er mit christlichem die Welt nicht flieht. Vielleicht hätte er da ja zu Recht gesessen als einer der geistigen Brandstifter. Im Zentrum steht die Zwei-Reiche-Lehre. die Christlichsoziale Arbeiterpartei des Hofpredigers Adolf Stoe­cker. durch die Jahrhunderte hindurch zu schwanken.« Der Theologe Paul Tillich des Glaubens. Schließlich formierte sich mit den Deutschen Christen bereits vor 1933 eine protestantische Nazi­kir­che. Zugehörigkeit. die die deutsch-protestantische Geschichte anti­semi­tisch fundierten. Das aber scheut der Protestantistikulare Identität der konfessionellen und politischen schen Frauen emanzipieren wollen. suchten durch Werke Gott zu dienen.wie stehe über der weltlichen. völligen Rechtlosigkeit der Juden konstituiert. mus und religiöse Feindschaft ihrer selbst vergewisAnspruch des Volks. inszenierte sich aber gleich darauf als Tabubrecher: Das ganze deutsche Volk wisse. und nicht bloß in einzelnen politischen Römische Reich und den Papst und eine neue. weshalb ihm die Juden bloß als Andersgläubige. Sitte. aber keinen. Mit dem Übergang von christlichen zu nationa»wir Deutschen« seien ein Volk. Sie wurde erst mit der Französischen Re­vo­lu­tion zur Grundlage der Eman­zi­pa­tion der Juden.Fragen positioniert. haltig. Der Theologe Erich Seeberg etwa legte erneut klären. RassisTitelseite einer Hetzschrift aus dem Jahr 1543 Geistes« aus und forderte wortreich den Siegfrieden. Der Geschichtsprofessor distanzierte sich zwar von den »Jahrhunderten christlicher Tyrannei« über die Juden. Abb. Das erklärt. Das Luther-Jubiläum 1917 reproduzierte es im gische Abstinenz von Politik. was die Grundlage einer Politik ist. dass nur. N OV E M B E R 2016 GESCHICHTE 21 D Judenbild als Kontrastfolie konstruiert wird. Spätestens 1917. parSprache. weil ihm dies seine politische richtige. die teils als wissenschaftliche Pu­bli­ka­tio­nen. wenn auch nicht ihre Mitglieder.« Deutsch.zeitabo. Deshalb sei der Zorn Gottes über ihnen. Strittig ist allein das Ausmaß der Schuld. Theodor Die Verkürzung. das sich seit den Auch unter den Gegnern der Deutschen Christen mus und der Demokratie zur rechten Zeit. der »deutsch« und »protestantisch«. Die jüdische ­Re­li­gion aber wollte er nicht anerkennen. 1517 Foto (Ausschnitt): Alexander Baumbach/epd. das Zusammenspiel von Politik und Re­li­gion im protestantischen Anti­ semi­tis­mus zu klären. Denn Anti­juda­is­mus wenig. wenn Geschichtsmächtig wurde der Protestantismus und Politik gegen die fremde Papstkirche. wie der Protestantismus völkisch wurde. Germanen als Abstammungsgemeinschaft geformt listischen Leit­ideo­lo­gien wurde das antijüdische Bild war die Fu­sion von Re­li­gion und Na­tion im National­ habe. So antwortete Heinz Schilling. wie jüngst helden Luther zentral.sie sich im Kern der Sache. Es schuf eine neue konfessionelle Le­gi­ti­ma­tion gegen das Heilige sches Recht und den Kaiser.ist. Das muss den Blick über die theologische Begründung der Judenfeindschaft hinaus auf die Gesellschaftsgeschichte des Protestantismus ausweiten.90 Euro. Die Für die unselige Geschichte. so wenig ist der rassistische Anti­semi­tis­mus areli­giös. protestantische. So schrieb der Historiker Der Autor ist Generalsekretär der Evangelischen Nationalismus machte die ethnische Zusammengehö. des Deutschen wie des Ariers entgegengesetzt. Den Protestantismus führten sie jedenfalls nicht in den modernen Antisemitismus. mit einem entschiedenen »Gewiss nicht«. inhaltlichen Re­zep­tion ist aber recht wenig zu finden. die sich tion eng verknüpft. sie müssten »aus unserem Land vertrieben werden«.: bpk DIE ZEIT No 49 er 500. Nationalismus. nur durch die Gnade Gottes könne der Gläubige das Heil erlangen. Seitdem schwankte der Protestantismus zwischen der Einheit von Staat und Kirche.Kirche. und der Abwendung vom Politischen. Die Re­li­gion der Juden sei der Mammon. nationalistischen Anti­ semi­tis­mus bleibt in der gegenwärtigen Selbst­kritik des Protestantismus randständig. Sie drehen sich vor allem um die Frage. Er ist wir Luther: Die Revolution (Max Weber) zu seinem sola fide machte.« Luther wurde dementsprechend zur Ikone der Judenfeindschaft darauf verweist. Geburtstag Luthers 1883 voll­endet diesen müsste der nächste Schritt folgen: Die religiöse muss gliedern wie unter Kirchgängern so stark verbreitet Prozess. entbehre jeder Transzendenz und sei gerade deshalb der Seele des Protestanten. einen totalen Staat. Das belegt auch die Re­zep­tions­ge­ schich­te: Jenes üble Traktat Von den Juden und ihren Lügen wird zwar in den Jahrzehnten vor und schließlich im Nationalsozialismus häufiger als jemals zuvor nachgedruckt. Julius Streicher. sehr viel hingegen mit protesdurch die Macht des sittlichen Willens. Nicht Lu. oder redet sie an sohnes blitzte der alte Heldenmut der Germanen. Deshalb habe mus inzwischen wie der Teufel das Weihwasser – Luther die römische Doktrin. dessen Souveränität sich in der Die evangelische Kirche stellt sich dem Judenhass des Wittenberger Reformators.Schicht als der germanisch-religiösen« forschen. indem er den »Abstammungsglauben« Feind des Deutschen nicht mehr zu und sei ein grund. Luther dient das Feindbild dazu. Allerdings ist Luthers theologische Begründung seines Judenhasses laut dem Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann so aus­ufernd und komplex. ihr römi. Juden strebten durch eigenes Handeln nach Erlösung. wenn nicht schon bei Treitschke und sert. ist also eine doppelte: Sie fokussiert nicht www. und er hat falsches Wort. wenn sie nach entschiedener Kritik an Luthers mal auch etwas Christus dazwischen. am drastischsten in seiner Schmähschrift Von den Juden und ihren Lügen (1543). den alten christlichen Anti­juda­is­mus in den modernen Anti­semi­tis­mus zu verwandeln. die deutsche Re­li­gion zu sein. In der Schrift Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei (1523) trennt er Re­li­gion und Poli­ tik weitgehend und fordert konsequent kaum weniger als die politische Eman­zi­pa­tion der Juden. mündeten schlussendlich in den »das Christentum im Verständnis des germanischen nicht durch Anti­semi­tis­mus. die er »altehrwürdig« ­nannte und weitgehend ignorierte. Im Protestantismus entstand 1879 die erste anti­semi­ti­sche Partei. im Verhältnis von Re­li­gion durch das Bündnis mit den Fürsten.« Damit begründete Luther. »Vielmehr ist ›jüdische Na­tion‹ das selber: der ewige Deutsche. tantismus. der sich in Berlin mehr Pfarrer anschlossen als der gegen sie gerichteten Bekennenden Kirche. überhöht die Unterscheidung aber durch das Missverständnis. gegen die internationale und »welsche« Kirche des Papstes gerichtete Töne. Dazu müsste sich der Protestantismus paradoxerweise wieder politisieren.Jan Weyand in seiner vorzüglichen Wissenssoziologie Gerhard Ritter – Mitglied der Bekennenden Kirche Akademien in Deutschland rigkeit des Volkes zur Grundlage des Staates. Gott habe die Rassen geschaffen und darin der Welt ihr Fundament gegeben. weil sie in ihrem Selbstbild Luther als Propheten Gottes ganz erfassen zu können. Vielmehr finden sich in den späteren Schriften von Luther selbst schon frühnationalistische. war der Boden für die Nazikirche der­ päischen Einigung wie der demokratischen Kultur hört zu diesem Volk. geschrieben wie heute. man müsse »in noch tieferer Heft zum 500. wie klar sich die evangelische Einheit von Deutschtum und Christentum im wer. sondern um das areli­giö­se »moderne Judentum«. Die nun alles dominierende Leit­ideo­lo­gie des auf eine neue. Luther hielt an dieser weit über seine Zeit hinausEin Protest gegen die Heldenverehrung späterer Zeiten: Luther-Denkmal in Wittenberg mit Augenbinde weisenden Trennung von Politik und Re­li­gion nicht fest. der renommierteste deutsche Historiker der Re­for­ma­tion. Dergleichen wiederholte Luther ein ums andere Mal. Er mag auf die theologische Erklärung verzichten.24. in der der protestantisch-nationale Anti­semi­tis­mus wurzelt. In der Praxis jedoch entstand ein evangelisches Staatskirchentum mit landesherrlichem Kirchenregiment. Aber an seinen theologischen Gehalt schließt kaum jemand an. aus sich selbst heraus souverän zu sein. nur dürfe man das aufgrund der liberalen Presse nicht sagen . hätten dabei aber ihre irdischen Interessen fest im Blick. Solche Protestanten stellten oft Luthers Judenfeindschaft als Bestätigung ihrer eigenen aus. Jubiläum Macht und kulturelle Hegemonie im Bildungsprozess Mehrzahl der deutschen Protestanten die Vorrang. die Kultur. Umgekehrt: Der moderne Anti­semi­tis­mus hält »den Juden« für a.Selbstkritik erweitert werden und die Verzahnung von zu ihren Anhängern nicht durch. Die Berufung der damit »wieder wahr wurde wie unsere Kirche«. Treitschkes Rede ten Jahrzehnten von der Judenfeindschaft löste. Ein sich zugleich potenziert. Bislang handelt es sich vor allem um Beiträge von Theologinnen und Theologen.das protestantische Selbstbild. Sie ist an Re­li­gion meist des­ inte­res­siert. das eine sei (fast nur) religiös. ethnischen und nationalen beschränkt. Moral »Schuldgeschichte« (Käßmann) nur schreiben.de thers Anti­juda­is­mus hat die Deutschen in den Anti­ Anti­semi­tis­mus in protestantischer Trägerschaft tref. und läge dann sehr wohl eine Kontinuität zwischen dem politischen Denker Luther und dem NS-Staat. Mit diesem Anti­semi­tis­mus hatte das Mitglied der preußischen Generalsynode großen Erfolg. den man areli­giös nennen könnte. mierung und Formulierung dessen. dass die seit 1945. wäre die Verzahnung von Politik und Re­li­gion zu thematisieren. das treffe auf den geschichte –. wollten in Jesus nicht den Messias erkennen und hätten ihn getötet. Schon in seiner ersten Psalmenvorlesung (1513/14) zeichnet er ein durchgängig negatives Judenbild. Gründer des Nazi-Hetzblattes Der Stürmer. sondern das Selbstverständnis Deutschen Christen bereitet. von dem her das­ Luthers Abweg . das er hinter den ver­meint­ lichen Verfallsprozessen der damaligen Welt zu entlarven suchte. Damit hat er gewiss recht.

dass Hoeneß immer die Seele und das Herz des Vereins gewesen ist. dass er seine Strafe – weitgehend – abgesessen hat. in München und Bayern da­ heim« spielt bei der Rückkehr von Uli Hoeneß eine wichtige Rolle. Trotz­ dem hat Bayern die meisten Anhänger in Deutsch­ land und auch weltweit. Hacke: Einfach sich hinzustellen und zu sagen: Wir wollen die Besten sein. modell. warum der FC Bayern ein Stück Welttheater aufführt Axel Hacke. Menschen mit viel Fachkenntnis. Mehmet Scholl oder Thomas Helmer hervorragende Kommentatoren.5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren fahrungen? Haft verurteilt. Stoiber: Sie haben noch den Uli Hoeneß als Mana­ ZEIT: Weshalb wird in anderen gesellschaftlichen ger im Kopf. Fotos (Ausschnitte): Dirk Bruniecki für DIE ZEIT (20. unsere Lei­ der Logenpolitik bezog. ich nicht gelten. Sie waren Ministerpräsident Bayerns. Aber die ZEIT: Der Unterschied besteht allein in der­ Frage ist doch vielmehr: Warum haben wir nicht Emotionalität? mehr solcher Persönlichkeiten? Im Aufsichtsrat des Hacke: Genau. Hacke: Meine Frau hat mich sehr befremdet angese­ Hacke: Vielleicht kann ja sogar der richtige Umgang hen. Was ich schade finde! gleichzeitig sehr ernst und doch überhaupt nicht ernst Genau diese Emotionalität fehlt mir bei Politikern zu nehmen. mens Witeczek ein. Ich war als ehemaliger Ministerpräsident in der Satzungskommission des FC Bayern München. was er heute ist. Gegner. Später schrieb er ein Buch über seine Leidenschaft. natürlich nicht die Emotionalität für den Fußball. Mitglieder und Fans Stoiber: Stimmt. hat dann Versailles auf die Insel Herrenchiemsee Stoiber: Ach was. du Arschloch!« Beispiel auch für den früheren RAF-Terroristen ZEIT: Das muss man als Spieler erst mal aushalten. Zeigen Sie mir einen Club. ZEIT: Woher kommt das? Hacke: Ich kann mir das nur mit Neid erklären. Rummenigge als Vorstandsvor­ dung gewesen. da können Sie jetzt la­ dient. Warum kommt der Verein nicht ohne ihn aus? Axel Hacke: Ich finde es erst einmal gut. Da werden atavistische 2007.. Hacke: Aber eine solche Rede wie auf der Mitglie­ len wir jetzt wiedersehen. Aber es ist in erster Linie Ulis Entschei­ beiden Großen sein. der nur mit seiner Hingabe für den FC Bayern und Bayern trat gegen Barcelona an. dass Vidal heute für den FC Bayern spielt. die Rückkehr Ministerpräsident so niemals hätte machen dürfen? von Uli Hoeneß als Präsident. Präsident des FC Bayern das schönste sportliche. Fehlen Politikern existenzielle Er­ von rund 28. seine Meinung geigte. Das ist eine andere Kategorie. Rummenigge und Beckenbauer werden. der ja von Leverkusen zum FC Bayern rung sichtbarer würde. das übermächtige Stoiber: Der mächtigste Mann. es heißt »Fußballgefühle«. hat Uli erzählt. Das spüren wir bei allen Auswärtsspielen natürlich ganz besonders. Aber die haben damals waren die Emotionen noch größer. Auch bei den an­ schließenden Fragen von Zuhörern setzte sich. In dieser Art und Weise lernt man Menschen bedeutend vergrößern. das ist ein Sonderfall. aber es ist auch Wirk­ ZEIT: Was wäre aus Uli Hoeneß geworden. ZEIT: Es ist von gestern. Führungsfigur. als er denen da unten so richtig tut. Und an Geld fehlt es in diesen Städten nicht. der so etwas hinter sich hat. 60 000 Leute eine zweite Chance geben. du Arschloch!« Immer wieder:­ ZEIT: Gilt das für alle entlassenen Straftäter. Gute Geschäfte macht der Verein auch ohne ihn. die Residenz ist dem Palazzo wahrscheinlich nur beim FC Bayern. also für Juventus auf dem Platz stand. Präsident des FC Bayern als Ministerpräsident Bayerns zu sein? Stoiber: Bayerischer Ministerpräsident ist das schönste politische Amt. was er derversammlung. Das. Stoiber: Das wäre für ihn noch das kleinste Problem gewesen. dass es heute das Unstrukturierte des Unternehmen. Stoiber sitzt im Aufsichtsrat des FC Bayern München unserer Gesellschaft.. Beim FC Bayern gibt es da im Zentrum etwas sehr Schönes: ungeschminkten Größenwahn. wurde in Oberaudorf geboren. klasse!« Da steht dann plötzlich ein Kindermörder neben dir Hacke: Bei mir war dieser Moment beim Viertel­ auf dem Gefängnishof. rief ich.24. Es gibt auch keinen deutschen Politiker. was ich als die Uli hat. dass Klar lange nach seiner Haft bei dem gesagt: Stell dir vor. unsere Aggressionen.« Sie sagte: »Der arme Mann. Stoiber: Ich war damals selber überrascht. Minute der Leidenschaft der Fans für diesen Club zu erklä­ wechselte Trainer Otto Rehhagel einen Mann na­ ren ist. So was gibt es nur im Fußball. Stoiber: Leider ist eine ganze Generation als Erben dieser großen Spieler im Verein ausgefallen: Zum Beispiel sind Oliver Kahn. Wir hatten eine riesige De­ batte um die Festlegung der Satzung. Wenn nicht. Auch wenn Steuerhinterzie­ Stoiber: Ich war bei dem Spiel auch dabei und erinnere­ hung kein Kavaliersdelikt ist: Diesen Vergleich lasse mich an meine große Unmutsbezeugung. Deswegen ist er natürlich nicht so wahnsinnig beliebt bei anderen Clubs. zurück. In der 75. Was bedeu­ tet seine Rückkehr für Sie? Edmund Stoiber: Der Fußball steckt in einem Ver­ änderungsprozess. Er war immer der Erste. auch für viele Nöte. Aber es wird nun die Aufgabe der wollen ihn. Aktuell belegt er mit »Die Tage. Die Begegnungen im Gefängnis haben ihm Ball und schießt den Ausgleich. Man macht einen Fehler. 60. Lahm. Ludwig II. eine gewisse Feindseligkeit durch. Fußball spielte er als Kind in Wolfratshausen. Hoeneß ist immer offen in alle Konflikte gegangen. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 FUSSBALL 22 »Ungeschminkter Größenwahn« DIE ZEIT: Herr Hacke. glaube ich. ich habe auch geschrien. 95 Prozent der Fans erwarten ihn freudig. in dem eine solche Rückkehr im Zentrum ganz klein. hat dieses kleine des FC Bayern von Vorteil. Pitti in Florenz nachgebaut.. Das gehört zu München und zu­ ZEIT: Erwarten Sie Reue von Hoeneß? Bayern: größer sein zu wollen als man eigentlich ist Hacke: Reue? Das hoffe ich doch sehr stark. sitzen im Aufsichtsrat des FC Bayern. der sich auf die Kritik einzelner Mitglieder an Dinge verhandelt. Hacke: Seine Glaubwürdigkeit ist Hacke: Also hatte er im Gefängnis natürlich heute eine andere. ein ZEIT: Sie auch. du Arschloch. und. Am Freitag soll Uli Hoeneß. wenn Sie außerhalb Bayerns aus Ihrem Fußballbuch vorlesen? Hacke: O ja. die ich nicht sehe. die Feldherrnhalle der ZEIT: Das klingt. wie er sich entwickelt. Herr Stoiber? Mörder. das Das Gespräch führten wäre undenkbar. Stoiber: Diese Eloge trifft den Kern. die gestrauchelt sind. was mir beim FC Bayern schon immer gefallen hat? Anders als bei anderen gro­ ßen Vereinen. Es wäre gut. der half. Alexandra Beier/Getty Images (r. spanischen­Bauunternehmern oder. In beiden Ämtern spüren Sie den enormen Stolz der Menschen auf Bayern. eine ähnliche Rolle wie beim FC Bay­ saß er in Talkshows und predigte Mo­ am Freitag stellt er sich zur ern? Noch anderthalb Jahre und er ral. Das müssen Sie mir jetzt ein­ chen. da fach glauben: Uli ist mehr mit sich hat er für die neu ankommenden ins Gericht gegangen als viele andere. dass wir auf einem Fußballfeld ei­ Präsident eine andere Aufgabe. Sie beschäftigen sich seit Langem mit dem FC Bayern. den ein­ acht Monaten an einem Menschen nicht spurlos zuwechseln ist Wahnsinn. Eigent­ FC Bayern sitzen Vorstandsvorsitzende von Dax. Philipp Lahm könnte als Erster ein Enkel von Hoeneß. Müller oder Neuer. der seit Jahr­ Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Das ist durch. tigste Mann beim FC Bayern? ZEIT: Und nun kommt Hoeneß. wenn er lichkeit. Es geht um unsere Gefühle. Die Pointe ist rung. Franz Becken­ bauer oder Karl-Heinz Rummenigge den Club zu dem gemacht. Stoiber: In Deutschland fördert das Erfolgreiche immer Kritik und Neid. sa­ gen wir mal. Nein! Gerade ihn wol­ Stoiber: Ja. oder nicht? Stoiber: Das ist nicht das Thema. ZEIT: Aber als Präsident des FC Bayern hätten Sie viel mehr Fans gehabt. ZEIT: An wen denken Sie? Stoiber: An Menschen. es nicht gesagt? Witeczek. ehrlich gesagt. Witeczek bekommt den vorbei. großen sogar. Warum ZEIT: Der Ministerpräsident ist doch auch der können die Alten eigentlich nicht aufhören? mächtigste Politiker Bayerns. Häftlinge noch nicht gebrauchte Klei­ Damit muss man erst mal auch selbst der ausgesucht. in einem Umfeld wie bei den Bayern? Bei uns haben die Mitglieder eine viel höhere Bedeutung als anderswo. spüren Sie im Publikum Ab­ neigung. sei eine besondere Erfahrung gewesen. tät des Vereins steht. Stoiber: Gefühlt ist halb Deutschland gegen uns. wie er nun geworden ist. zu haben. wenn es einem Aber in einem Gefängnis hast du ja nicht nur gut­ Familienmitglied im Verein schlecht ging.. die im Amt ist. nein. die ich mit Gott verbrachte« die Bestsellerlisten Edmund Stoiber. als sei es für einen Präsidenten Loggia dei Lanzi dort. und spielen heißt. Die anderen Gefan­ Stoiber: Er hat einen schweren Fehler gemacht und genen zu erleben. stellen wollen. ordentlich existenzielle Zeit seines Lebens. Land und Club ZEIT: Herr Stoiber. Und. Das wissen wir aus Umfragen. Stoiber: Soll ich Ihnen mal etwas erzählen. kurz zuvor abgesagt hatte und nun auch vielen anderen Leuten. als bekannt Hacke: Genau! Ich habe hinterher zu meiner Frau wurde. ZEIT: Mia san mia. bin ich dein sia Dortmund. das nimmt ihm jetzt keiner mehr Wiederwahl als Präsident hätte den Laden als Manager über­ ab. so etwas können Sie doch auf Der Fußball ist ein Spiel. Es gibt überhaupt keinen Bereich in Cathrin Gilbert und Stefan Willeke Hacke: Ich wohne mitten in München. Der Trainer spinnt doch. Er habe in der trotzdem wie jeder andere Straftäter Kleiderkammer der Haftanstalt gear­ eine Chance zur Resozialisierung ver­ beitet. ZEIT: Gibt es einen deutschen Club. Der CSU-Politiker Edmund Stoiber und der Autor Axel Hacke erklären. Wir müssen uns fragen: Sind die von Investoren finanzierten Vereine wie Paris SaintGermain die Zukunft? Oder ist Fußball auch mög­ lich mit einer »Familie«. wird Hoeneß wieder der mäch­ spielen in der Champions League. aber so ist halt Uli Hoeneß. Nach Straftat nicht mehr zu gebrauchen? diesem Modell haben die anderen Vereine dann Hacke: Fußball ist Welttheater. Das wird Ihnen jetzt nicht mehr ZEIT: Hat sich Hoeneß durch den Gefängnisaufent­ so viel sagen. den gemeinsamen zehnten für die finanzielle und wirtschaftliche Stabili­ Weg weiterzugehen. die von arabischen Geldgebern. haben ehemalige Spieler wie Uli Hoeneß.lich schade. stand als Kind in seiner Geburtsstadt Braunschweig im Tor. übrigens. 75. dann brauchte man nicht nur die Mehrheits­ entscheidung des Präsidiums. wenn man sagt: Der Mann hat im großen Stil Steuern hinterzogen. wenn durch Uli finale gegen Juventus Turin im Jahr 2013. die der ehemalige Häftling Hoeneß jetzt hat. das ist eine Phrase .« Stoiber: Christian Klar ist ein Schwerverbrecher. im engen Einvernehmen mit dem sitzenden und Hoeneß wohl als Präsidenten und scheidenden Präsidenten Karl Hopfner. Es ist für unsere Ge­ auch Manager etabliert. für viele ist ein patriarchalisches: Ich sorge für meine Leute. und wir sind es auch.11. Das heißt willige Leute. den ich übrigens als junger Minister in Bereichen so selten verziehen? Wieso ist ein leiten­ meinen Reden immer halb im Ernst um seinen Job der Manager oder ein Spitzenpolitiker nach einer beneidet habe. Über die Erfah­ sich selbst nur beim Fußball kennen. etwas keinem Parteitag bringen. Früher Hoeneß trat 2014 zurück. Ich schrie: »Habe ich einen Einblick in fürchterliche Lebensläufe gegeben. Und ich halte diese Entschei­ ZEIT: Für Hoeneß war das Gefängnis eine außer­ dung auch im Interesse des Fußballs für richtig. in dem diese ein ­solches Mitspracherecht haben. ZEIT: Herr Hacke. Aber Uli Hoeneß hat als sellschaft wichtig. die Stadt ist . Hacke: Auch das. Ludwig I. wie jetzt in Mailand. Aber: Das Vorbild für das möglich wäre. Stoiber: Das ist ein schiefes Bild. früher sicherlich. Fußballs von früher nicht mehr gibt. Vielleicht wird die Rückkehr wechseln sollte. den ich immer als gelernten Bayern bezeichne. er konnte ande­ ich packe es noch mal an. denschaften. Und ich: »Stell dir vor. Aber man muss auch fragen dürfen: Warum spielt der VfB Stuttgart in der zweiten Liga? Warum steckt der HSV in einer solchen Misere? Erfolg hatten die früher auch. wie ­Sie ZEIT: Er wurde wegen Steuerhinterziehung in Höhe beide betonen. die mit dem Herzen Bayern sind. in denen ich den Verein positiv beschreibe. da schreien 60 000 Leute:­ Bundestagsabgeordneten Diether Dehm von der »Vidal. Da spielte Hoeneß’ Rückkehr der Anspruch auf Resozialisie­ Arturo Vidal. wohl nur im Fußball möglich. ein Freund von Uli Hoeneß sind Sie auch. Insassen der Ansprechpartner. Eingesetzt wurde er damals als »linker Läufer«. da steht jetzt drin: Wenn wir den Anteil der Investoren an der Fußball-AG auf über 30 Prozent erhöhen wollten. im Gefängnis gesessen München zu etwas ganz Großem gebaut. ZEIT: Angesichts eines so großen Mitbestim­ mungsrechts ist es sicher schwieriger. aber natürlich auch: Solange du mein Spiel mit­ Hacke: Dort gibt es vielleicht auch Fans von Borus­ spielst. den Hoeneß nicht managen könnte? Hacke: Werder Bremen. Hacke: Dieser Stolz führt beim FC Bayern zu einer Idee von sich selbst. verfügt meines Wissens nach keine andere deutsche Und wir alle sagen: toller Kerl. der ein Jahr und acht Monate wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis verbracht hat. den gehabt? wollen wir nicht mehr sehen. Und ich glaube. Das Stoiber: Er war. Das ist ren ein bisschen helfen. okay. Sein legendärer emo­ nen domestizierten Umgang mit archaischen mensch­ tionaler Ausbruch auf der Mitgliederversammlung lichen Eigenschaften erleben.« Linkspartei einen kleinen Job angenommen hatte. Christian Klar? Die Union protestierte. ZEIT: Mit Uli Hoeneß wäre das nicht passiert? Hacke: Das würde ich so sagen. In nicht allzu ferner Zukunft sollen auch wieder Spieler ran und den Verein in der Führung prägen. So etwas geschieht nur im Fußball und Siegestor steht in Rom. Im Chaos von Die sehen Dinge. dem man auch offen etwas ent­ gegnen kann. Das war die Abteilung Attacke. schrien: »Vidal. zum »Vidal. Es war das Halbfinale der Champions League 1996. Das fehlt vielen Fußballverei­ nen. Der Slogan »In der Welt zu Hause. das war der Manager. Das andere ist das Führungs­ nommen. ZEIT: Herr Stoiber. Aber dieses Hoeneß-Gefühl hat dem Verein in den vergangenen Jahren gefehlt. ZEIT: Nicht jeder ist dem FC Bayern so zugewandt wie Sie beide . – und es dann tatsächlich auch zu sein! Dazu passt ZEIT: Öffentlich vorgetragene Reue? der FC Bayern wunderbar. ich habe zum Beispiel bei einer Le­ sung in Stuttgart das Grummeln im Publikum ge­ spürt. und er ist jemand. nämlich manchmal. Ein solches Theater kriegt man nirgend­ wo anders so geboten wie bei den Bayern. erneut zum Präsidenten gewählt werden. Familienoberhaupt des Vereins. Auf jeden Fall saß ich mit Freunden und Kindern im Skiurlaub in Samnaun und begann halt verändert? Stoiber: Sicher geht eine Haftzeit von einem Jahr und zu toben. Hacke: Wissen Sie. was so viele wollen. Er hat das Geld bezahlt.2016. das Hoeneß geprägt hat. Das war für ihn ein fertig werden und dann sagen. ZEIT: Das war im Freistaat Bayern auch lange so. ein Staatsfeind. bin ich für dich da.) Am Freitag tritt Uli Hoeneß wieder auf die Bühne. chinesischen Finanziers leben. wir wollen wissen. war ich mir selbst auch ein mit der Gefängniszeit hinterher das Charisma eines bisschen fremd. Das muss man sich ja erst mal trauen. wenn ich Textpassagen vorlas. Stoiber: Das ist wohl wahr. wo auch dieses Gespräch stattfand. sondern auch die Zustimmung von drei Vierteln der Mitglieder. tief sitzender Impuls. Dieses Modell ist nicht richtig modern. wenn man das in die Politik gegangen wäre? Hätte er eine Zukunft moralisch verengt betrachtet. Wolfratshausen). egal welche Partei die Menschen wählen. Das ist Theater.

damit das gelingen kann. dass Sozialfälle zu Arbeitnehmern werden. Tatsächlich müssen wir die Begeisterungs­ fähigen in der Gesellschaft begeistern. ist eine Fundamentalopposition gegen freien Handel nicht in unserem Sinn. nun diese Aufgabe überfordert. gemeinsam für mehr Austausch und Solidarität zu sorgen. Es kann nur darum gehen. Wenn man sich wie ich schon auf ein Leben nach dem Kanzlerinnenamt gefreut hat und dann noch einmal antritt. und doch sind Wachstum und Wohlstand an ihnen vorbeigezogen. Die anderen Nationen wollten unsere Last nicht teilen. schon wird das Heim durch Bewegungsmelder.und Flüchtlingsfrage zusammenführen. damit sie durch ihre Arbeit auch wirklich ihren Wohlstand steigern können.WIRTSCHAFT 24. dass die Welt sich nicht in einen neuen Steuersenkungswettbewerb stürzt. Abschließend ein kleiner Hinweis für verunsicherte Zeitgenossen. Dass Hacker in Stromnetze. der Erkenntnis Taten folgen zu lassen. Glasbruchsensoren und digitale Türschlösser geschützt. Und modern heißt. es gibt auch den deutschen: Wir in der Bundesrepublik brauchen das Gefühl. die seit zwei Jahrzehnten ihre Kaufkraft nicht steigern und kein Vermögen aufbauen können. die Ärmeren. anderen zu helfen. dass unser System sich zu stark auf die Löhne und Gehälter der Mittelschicht stützt. sie gehören zusammen. muss die Einwanderungs. Und wir können das Land sein. Und viele Menschen fragen sich: Wo ist mein Platz in dieser Welt? Während das Silicon Valley mit seinen Errungenschaften prahlt. seine Intuition und seine sozialen Fähigkeiten ein – und das Ergebnis ist oft besser. Ausgleich – das muss unser Beitrag in der neuen. Außerdem hat sich die Teilung in private und öffentliche Gesundheitsfürsorge überlebt. Doch niemand kontrolliert. Einerseits in den Herkunftsländern. seine Haustechnik also komplett vernetzen will.zeit. Natürlich. in Währungsfragen. aber auch im Sozialen. dass wir in unserem Wirtschaftssystem aufräumen müssen. dass uns. ja. Oder aber die Fähigkeiten der Beschäftigten erweitern. Und die Schuldenbremse hat uns Stabilität verschafft und wird uns auf Dauer auch mehr Wohlstand sichern. soll auch darüber hinaus bleiben. selbstlernende Programme. Und die sagt uns heute. Ein Vorschlag VON UWE JEAN HEUSER 23 DIESE WOCHE Alle gegen Müller: Der VW-Chef zieht viel Kritik auf sich. ich könnte defensiv sein und sagen. Modern heißt unter Einsatz der digitalen Technik. Aber das reicht eben nicht. Ganz einfach vernetzen. vom Sofa aus per App das Deckenlicht zu dimmen. wenn sie es schaffen. Das also ist meine Erfahrung: Es lohnt sich. Dafür gibt es derzeit leider Tendenzen in London und Washington. das Smartphone steckt grad in der Jackentasche oder sonst irgendwo. Sie haben sich angestrengt. Aber das kann nur eine erste Reaktion sein. was genau da drinsteckt  Seite 35 Die Bundeskanzlerin im Astronauten-Zentrum der European Save Agency in Köln Fotos: Axel Schmidt/ddp. ist ja klar. Es gibt sie. dass ich die Herausforderung durch die Populisten abwehren will. wenn sie in fremde Wohnungen wollen. Vor allem auch. Deshalb kämpfen wir gegen die Steuerflucht genauso hart wie gegen Sozialmissbrauch. die sich den Versuchungen des neuen Nationalismus ebenfalls wider­ setzen. Wir sollten diejenigen unterstützen. Damit wir in Deutschland nicht Opfer der Technik werden. Ich verstehe mich als Kanzlerin der Mitte und der Modernität. im Handel. dass die Enttäuschten neue. Auch innerhalb des Euro müssen wir solchen Anfeindungen trotzen: Länder wie Italien brauchen vorübergehend etwas mehr Freiheit bei den Ausgaben. das dabei vorangeht. Ich werde ja immer mal wieder verspottet. brauchen wir mehr Elemente einer Grundsicherung. egal wo sie als Wähler stehen. Und wir müssen dafür sorgen. die auf der Suche nach mehr Effizienz große Datenmengen durchpflügen. dass die digitale Revolution die Hälfte aller Berufe bedroht. geht das nur. In der Rente genauso wie bei Arbeitslosigkeit oder sonstiger Bedürftigkeit.m. Dann bringt der Mensch sein Wissen. Mithilfe eines Laptops lässt es sich jedoch schnell lokalisieren. Es gibt nicht nur den Amerikanischen Traum. vergleichbar nur mit der Industrialisierung Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! oder der Erfindung des Buchdrucks. Martin Kirchner/laif (r. Maurice Haas/13photo (r. Wir Deutsche haben wie kaum eine andere Nation von der europäischen Integration profitiert. das liegt mir nicht. in dem alle für alle da sind. Ich glaube übrigens keine Sekunde. Die meisten wissen. So intelligent sind die Dinger doch wieder nicht. Die Vernunft des Kooperativen. ihre Last vorher kaum ernst genommen hatten. In der Bildung. ich hätte genauso gut Bundeskanzlerin für die SPD werden können. so wie allerdings auch wir. Wissen Sie. wenn im Ausland die Skepsis gegen alles Fremde zunimmt. weil es fast immer eine Wahl gibt: Computer können Arbeit ersetzen. sondern auch durch die große Zahl der Flüchtlinge. Tatsächlich sind die Herausforderungen durch vernetzte Computer und intelligente. Da muss einen die Verunsicherung nicht wundern. sei es in der Gruppe. Nicht etwa. www. Wer Schutz braucht. Man braucht einen für jeden Heizkörper. bessere Erfahrungen machen und auf diese Weise wieder zu Optimisten in eigener Sache und in Sachen unseres Landes werden. dass wir die Grundlagen unserer sozialen Marktwirtschaft neu ordnen. sei es durch Mentoren zu Hause. Aber Hilfe und Härte gehen zusammen. ich habe mich im vergangenen Jahr geirrt. dass die Kinder früh ihre sozialen Kompetenzen erweitern. weil mir das Internet angeblich fremd sei. Doch solche Prognosen sollten uns nicht schrecken. Mehr Sicherheit verspricht sie auch. Vielen Dank. Viele namhafte Unternehmen helfen dabei. die beobachten müssen. ich habe die vergangenen Jahre Revue passieren lassen und sage: Dort. damit unsere Gesellschaft noch lebenswerter wird. Und es kommt ja noch etwas hinzu. das sehe ich schon ein – aber das lohnt sich nur. Banken und Flugzeuge eindringen können. wie das heute heißt. Sie glauben uns Politikern nicht mehr. Energiekosten zu senken. Optimismus und Vertrauen überall zu stärken. Wer keinen Schutz braucht und keinen Beitrag leistet. Dennoch warnte der Verband der Internetwirtschaft eco auf einmal vor »Smart Home Hacks«. aber sie sind nicht das Volk. Ein Land wie unseres. muss wieder gehen oder QUENGEL ZO N E sollte am besten gar nicht kommen. in denen die Einheimischen leben können und leben wollen. Es gibt sie. und die Ungleichheit im Land ist – anders als in den Jahren zuvor – seither gerade nicht mehr gewachsen. Bloß hat sich keine Regierung getraut. was die Bereitschaft der Bundesbürger angeht. Aber in Smart Homes? Un-glaub-lich! In Finnland sollen böse Nerds neulich sogar ein paar vernetzte Heizungen ausgeschaltet und die Energiekosten damit noch stärker gesenkt haben als jeder intelligente Thermostat. um eine »disruptive« technische Entwicklung mit tief greifenden Veränderungen unserer Gesellschaft. Und erst der Komfort! Es ist ja viel bequemer. Aber die nötige Flexibilisierung der Arbeit hat Millionen von Bürgern wieder Jobs verschafft.). als wenn die Entscheidungen allein einer Software überlassen werden. doch brauchen wir ein modernes Bildungssystem. Die Zornigen sind Teil des Volkes. als aufzustehen und zum Schalter zu latschen. Ehrgeizige Ziele. Andererseits bei uns: Studien zeigen uns. Darauf bauen wir auf. Kameras.). myproteinde (r. Nun kämpft er um seinen Ruf  Seite 30/31 Alles für die Muskeln: Eiweißmittel verkaufen sich wie verrückt. Ein Smart Home können Hacker von jedem Ort der Welt aus heimsuchen – sie müssen dazu nicht einmal vom Sofa aufstehen. kann viel Geld ausgeben. nun anbiedernde Politik für die Minderheit der AfDWähler zu machen. sollten wir sie möglichst früh einsetzen und selbst weiterentwickeln.o. Und wir müssen vor allem ärmere Familien im Land bei den Abgaben entlasten. liebe Freunde. wo die Regierung früh das offensichtlich Notwendige veranlasst hat. ich habe es in den vergangenen Wochen schon angesprochen: die Digitalisierung. und ich will es noch einmal wissen. von der Öffnung Chinas und vom Austausch mit Amerika.de/audio Smarter wohnen MARCUS ROHWETTERS wöchentliche Einkaufshilfe Wer aus seiner Wohnung ein Smart Home machen. wie ihre Kinder entgegen allen Hoffnungen das Schicksal der Eltern teilen. Die Agenda 2010. Stichwort Süditalien. national zu denken und zu handeln. Und vor allem: der Rationalität. Die Smart-HomeBewegung nennt das: mehr Zeit fürs Leben. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 Was Angela Merkel am Wochenende auch hätte sagen können. Wohl aber in Bezug auf die Solidarität in Europa. wo wir durch Sicherheitsund Entwicklungspolitik Verhältnisse schaffen müssen. Deshalb müssen wir aufpassen. die wir die doppelte Herausforderung von Wiedervereinigung und Globalisierung gemeistert haben. Bringen wir also die besten Ideen zusammen und schaffen den Übergang zu einem einheitlichen Gesundheitssystem. Schließlich handelt es sich. Doch die Vernunft kann nicht ewig warten. Und wer den Wohlstand im Land vergrößert. die Arbeitnehmer in der Mitte unserer Gesellschaft. die Lebensbedingungen für alle zu verbessern. Außer natürlich. Möglich ist das.de – oder folgen Sie dem Autor auf Twitter unter @MRohwetter . In diesem Jahr haben wir reagiert und die Zahl weiterer Flüchtlinge eingedämmt.) M ein Name ist Angela Merkel. wenn wir uns modernisieren. sich gleichzeitig zu modernisieren. Liebe Freunde. Wohlstand und eine Atmosphäre der Mitmenschlichkeit. In den vergangenen Jahren haben Argumente wie diese viele Millionen Euro Umsatz erzeugt. Modern heißt mit echter Chancengleichheit. Bei Migranten. Lassen Sie uns alles dafür tun. sagen Experten voraus. Von Verkäufern genötigt? Genervt von WerbeHohlsprech und Pseudo-Innovationen? Melden Sie sich: quengelzone@zeit. Natürlich ist die Versuchung heute groß. Machen wir uns nichts vor. Ich gebe zu. während seine Leute den Konzern umbauen  Seite 27 Alle gegen Ackermann: Er war die Überfigur der Deutschen Bank. dass wir füreinander einstehen. sind engagierte Bürger. Knapp 40 Euro teure intelligente Thermostate sollen zum Beispiel dazu beitragen. das altert und neue Arbeitskräfte braucht. Und auch wenn TTIP seine Fehler hatte. so aufgeladenen globalen Atmosphäre sein. da hat sich der Erfolg auch eingestellt. die es erlaubt. Nichts ist integrativer als Arbeit.u. manche von uns sind zu Recht enttäuscht von der Wirtschaft. nur auf Abwehr zu schalten. mag ihre Härten gehabt haben. Das wäre weder wirksam gegenüber dieser Gruppe noch gerecht gegenüber allen anderen. Wie immer geht es am Ende um reale Lebensverhältnisse. Der Schauspieler Ulrich Matthes hat mal gesagt. Humanismus und technische Fertigkeit stehen sich nicht etwa feindlich gegenüber. Und auch sonst gilt im Sozialwesen: Wenn sich die Formen der Arbeit vervielfältigen und das Tempo der Automatisierung noch zunimmt. Das stimmt für die Breite dieser Partei nicht. Das ist auch kein Wunder. wenn wir von der Chancengleichheit in Deutschland reden. es geht um Sicherheit. die wir mittrugen. soll ihn bekommen. individuell auf das Lernverhalten der Schüler einzugehen und sie immer wieder mit neuen Lernangeboten zu motivieren. Es kann nicht darum gehen. Die Energiewende verbindet die Klimarettung mit einem neuen Schub an Innovationen. Ob und wann sich das lohnt. Potzblitz! Das ist jetzt mal eine echte Überraschung. Das Zukunftsvertrauen ist nicht nur durch die Euro-Krise angegriffen worden. muss man jedoch selbst ausrechnen. die aus Sicherheitsgründen über intelligente Häuser nachdenken: Einbrechertrupps müssen immer noch persönlich mit dem Brecheisen anreisen. dass die neuen Flüchtlinge besser ausgebildet und lernbereiter sind als erwartet. vielen von uns unheimlich. um zu gedeihen. sofern man sich auch neue Ziele setzt. Doch unsere Erfahrung ist eine andere: Es lohnt sich. damit die ganz große Mehrheit der Menschen sich wohlfühlen kann.

Schunk oder Phoenix Contact? Auch diese Unternehmen stehen an der Weltspitze der Digitalwirtschaft. sagt Stührenberg. Ihre Chefs gehen zu Messen. Hier komme es auf »absolute Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit« an. »das ist ein amerika. nennt man solche erfolgreichen kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Das ist eine Chance für Softwarespezialisten wie Freudenberg IT (FIT). Ursprünglich kümmerten sich deren Leiter Horst Reichardt und seine mittlerweile 850 Kollegen um die IT des weitverzweigten Familienimperiums. einige aus Asien. der Dinge etwa oder die sogenannte Industrie 4. erzählt Mittelstandsexperte Simon. digitalem Geschäftsmodell. Illustration: Doreen Borsutzki für DIE ZEIT W elche Unternehmen fallen einem beim Stichwort Internet ein? Google. Weltaus dem Silicon Valley. Und die Firma Schunk aus Lauffen am Neckar. die das Zeug dazu haben. aus der wie von magischer Hand verschiedenste das digitale Zeitalter.len. um die Kombination Gebaut werden die großen MeDie digitalen StartZum zweiten Typus der von klassischer Ingenieurskunst mit Software etwa.der Limousinendienst aus Berlin.« Die Umwälzungen. um mit ihrer Plattform rund als 30 »nachwachsende Weltmarktführer« aus der Beschäftigten und zwei Milliarden Euro Jahresumsatz. die Weltmarktführer aus der Old Econo. Wer eine Fabrik digitalisieren will. die mit dem Siegeszug des World Wide Web Land für Land erobert haben. wäre dieser Bruch fast zum Verhängnis geworden. Der soll im Dezember mit einer Website namens Protiq online gehen. Sie sind erfolgreich. »Wir müssen unsere bauen die Mittelständler Stärken aktiv mit den digitalen Herausforderungen Weltmarktführer sitzen – und sagt Venohr. die Großraum München zu verdanken. Für seine neueste Liste hat er mehr 93-jährigen Traditionsunternehmens mit 14 500 Talente. heißt Bernd Veabholen zu lassen. etwa indem er den Infor.24 WIRTSCHAFT 24. sagt Frank Stührenberg. Sie sind die Gründer von Blacklane. wir haben Limousine bestellen können. Uber und Samsung natürlich – jene Unternehmen. Antriebe und Bediengeräte vernetzt Gründerkultur: im Südwesten der Republik zum Bei.0. sagt Simon. In Software. eine Entwicklung. es ist Weltmarktführer bei der Software für die Fernwartung von Computern und Smartphones. dass der Begriff Industrie 4. Bernhard Langefeld. tallkästen von Unternehmen in deutschen Digital-Champiin der Produktion und der Robotik. Doch bei der Digitalisierung der Industrie spielen deutsche Spezialisten weltweit ganz vorne mit  VON DIETMAR H . Diese Mittelständler erweitern ihr Angebot jetzt um digitale Dienste und machen von Milliarden Dollar Wagniskapital befördert wird. vor allem in der Start. Nimmt Einfach gesagt sorgt Phoenix Contact mit seiner Versieben Sprachen wird bei dem Start-up kommuniziert. den auf den ersten Blick stets Unternehmen aus dem Silicon Valley anzuführen scheinen? »Ich bin da überhaupt nicht pessimistisch«.oder Medizintechnik bilden neben großen Konzernen wie Daimler. auf denen Start-ups Sprachen bedienen müssten. LAMPARTER immer wieder fündig.läufer aus der analogen Welt: Sie haben oft keine Menschen.könne zu Produktionsausfällen oder folgenschweren bei der es darum geht. Da hätten es europäische Firmen. läuft Gefahr. Auch bei Firmen mit Zufall. auf dem sich ein Muster oder Prototyp fertigen lässt. zusammenbringen«. ein ausgesucht.und Erfahrungsaustausch zwischen Unter. »Wenn es um digitale Dienste für die Masse der Manche hiesige Digitalfirmen sind sogar aus der Aber trotzdem setzen auch diese jungen UnterKonsumenten geht.versorgt werden. sie legen großen Wert auf Qualität nisches Spiel. Jens Wohltorf und Frank Steuer haben sich Berlin und SLM seien Marktführer wie Mercedes. Es ist kein Muster von Google oder Apple: lässige Kleidung im anders als in der Konsumentenwelt der Googles oder Amazons«. einer und Audi in der Auto-Oberklasse. 250 Millionen der Regel ein 3-D-Drucker aus Deutschland zum In einer Hinsicht aber sind sie anders als ihre VorEinsatz. Beim Internet der Dinge hätten die Deutschen Instituten kooperieren. All diese Unternehmen kommen aus Deutschland. man Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen aus bindungstechnik dafür. dass die Maschinen in der Jenseits von Berlin oder München spielen in anderen Branchen hinzu. sagt er. dann kommt dabei in und sind auf Wachstum angelegt.regionalen Hochschulen zusammen.und Investoren aufeinandertreffen. Auch in Deutschland. Es ten Rivalen wie Weidmüller oder Harting kommen mit regionalen Hochschulen gibt in Deutschland zwei Typen allesamt aus der Gegend. Nur haben die meisten Menschen ihre Namen noch nie gehört. Angebot lukrativ genug ist. Wer dagegen den Wandel von der analogen zur digitalen Welt verschläft. Ein Imperium. »Sie alle ge. schätzt Maschinen. nen. um sich vom Flughafen schen Digitalwirtschaft zu zählen. zwischen Unternehmen gehe. kaum jemand kennt sich so gut aus mit dem Mittelstand wie er. EOS etwa sitzt im oberbayerischen Krailling und ist Weltmarktführer für 3-D-Drucker. erfunden wurde.3-D-Drucker aus Deutschland gelten als Premium. in dem sie beheimatet neuen Bauteils fertigen will. Entspannungszonen mit Kicker und Fitnessgeräten. Apple. Was einst mit simplen Im Internet der Dinge rung vorn mit. die industrielle Produktion umzuwälzen (siehe nebenstehenden Text). Partner bei Roland Berger. ihre Maschinen und Automatisierungstechnik fit für In Deutschland gibt es kein Silicon Valley. der Chef des Wohltorf und Steuer die gut ausgebildeten jungen Weltmarktführer. Team­ viewer hat seinen Sitz im schwäbischen Göppingen. sie handeln international kurrenz sei der riesige Markt. sondern auch Familienunternehmen wie Phoenix Contact. unbekannte Weltmarktführer. Simon war es. Sie oder eine geringe Verzögerung bei der Datenübertrie 4. Ihr Geheimnis steckt in der gibt es auch deutsche Hotspots mit pulsierender ausgefeilten Lasertechnik. »Wir suchen dann in unserem eigenen Netzwerk oder bei Partnern einen geeigneten 3-D-Drucker. die einst in der analogen Wirtschaft errungen wurde. Wenn ein Industrieunternehmen in einer Nische. eGym. sagt Hermann Simon. der versucht. Hollywoodfilme wie das Trapper-Epos The Revenant wurden mit der digitalen Arri aufgenommen. und sie legen ein hohes Wachstumstempo vor. Arri (Arnold & Richter) aus München. um die Uhr für die Kunden erreichbar zu sein.0 in Deutschland Büro. Und wer kann das besser sicherstellen als die Deutschen. sind längst elektronisch und digireits klassische mittelständische mindest Europa-Marktführer«. die die Fabriken mit einer einzigartigen Gründerkultur entwickelt. die schon in der Old EconoDie Internetriesen in den USA kommen fast alle forschung eines hoch spezialisierschnell zu wachsen my führend waren. brauchen in der Industrie mehr Zeit – weil man dort nicht einfach ein analoges Produkt durch eine digitale Variante ersetzen kann. Schon ein kleiner Softwarefehler nehmen und Wissenschaft mit der »Plattform Indus. das von Dichtungen über Medizintechnik bis zu Haushaltstüchern (Vileda) reicht.werden. Fabriken und my. Längst arbeiten sie eng mit einrichtungen wie den Max-Planck. wollen nicht nur die Boschs oder Siemens produkte. mehr als tausend mittelständische Weltmarkt­ führer hat er aufgelistet. mit mehr als 7. dann liegt die Zahl leicht Produktion sicher und präzise mit Energie und Daten doppelt so hoch. Doch längst beraten Reichardts Leute weltweit Mittelständler beim Einstieg in die digitale Welt. Die Märkte und Geschäftsmodelle dieser kleinen Weltmeister sind höchst verschieden. Beim Internet der Dinge etwa. Die dem »Klemmen Valley«.sind oder ihre Software besonders ausgetüftelt ist. der einst den Begriff der hidden champions geprägt hat. Deren digitale Plattformen und Dienste jeder kennt und fast jeder nutzt. 3-D-Drucker sehen aus wie simple Blechkästen. Fremdkapital für ihr Wachstum hereinzuhoLänder mit unterschiedlichen Kulturen und vielen bis zu 70 Prozent Marktanteil. Phoenix Contact zum Beispiel. Man sieht. Das Unternehmen hat gerade einen Internetableger ausgegründet. Im weltoffenen Berlin finden nohr. und spezialisierten Forschungsvon digitalen Champions. sagt Langefeld.Mittelständler aus dem ostwestfälischen Blomberg. mations. »Das ist in der Industriewelt völlig ganze Lieferketten digital zu vernetzen. sagt Simon. Ihren Erfolg haben sie vor Fremdkapital. Und viele sind offen für Käufer.und Internetbranche gesammelt. Das Internet sind meist deutlich jünger und dynamischer als ihre tragung. auch 93-jährige Unternehmen können noch hellwach sein. Sie pflegen eine Unternehmenskultur nach dem Unfällen führen. muss die 30 Jahre alte Maschine genauso vernetzen wie das Hightechgerät daneben. die eine Sprache sprechen. in den Medien oder der Finanzwirtschaft in kürzester Zeit vollziehen. Blacklane. und sie hören nicht auf. Seit Mitte der neunziger Jahre sammelt er Beispiele. Das Unternehmen hat sich eine Deutschland vor allem jene Regionen bei der Digitalisiehören zu den Top 3 weltweit in digitale Agenda gegeben. Sneakers und T-Shirt statt Anzug und Kostüm. aber längst Formen herauskommen. Amazon. der Der Staat versucht die digitale Entwicklung zu Softwarehersteller aus Göppingen. sagt er. Seine schärfsein Wettbewerbsvorteil Weg in die digitale Welt eng erkennt man ein Muster. Die meisten dieser neuen Riesen kommen aus den USA. Er ist emeritierter Wirtschaftsprofessor. Er ist Herausgeber des Lexikons der deutschen die Dinge«.einen sind Start-ups und junge Firmen. Dem traditionsreichen Hersteller von Kinokameras. Kein Land der Welt hat auch nur annähernd so viele davon wie Deutschland. die neue Ge. um nicht zuletzt der Grundlagenständischen Unternehmen. zu wachsen und neue Märkte zu erobern.heute irgendwo auf der Welt den Prototyp eines und Spitzentechnologie. den Erfolg der deut.oder Fraunhofer. auch in Zeiten des Umbruchs bewahrt werden? Kann Deutschlands hochgelobter Mittelstand mithalten beim Wettlauf der Digitalisierung.stoffe brächten es deutsche Hersteller weltweit auf Scheu. auf alten Stärken auf – in denen die Firmen auf dem Schaut man auf seine Liste. der die Datenschätze eines Unternehmens auf ihre digitale Verwertbarkeit testet. völlig aus dem Geschäft gedrängt zu werden. kein strahlendes Zentrum der technologischen Innovation. Der langjährige Weltmarktführer stand mit dem Ende des Zelluloidfilms kurz vor dem Aus. Dazu hat FIT eine Art Fabriken-Check entwickelt. Hidden champions. und zwar massiv. Lübeck. Doch kann diese Stärke.bauexperte Bernhard Langefeld von der Unterneh. Aber im Bereich der Fabriken und der Produktion ist es eine Evolution. Aber wer kennt EOS? Wer kennt Teamviewer. tal aufgerüstete Verbindungen. Bei 3-D-Druckern für metallische Werk. global führend bei Greifzeugen und Spanntechnik. Sie sind die Meister der Nische. Vorgänger. in Franken oder ups haben keine Scheu ons zählen die vielen mittelSituation ganz anders aus.5 Milliarden Umsatz in 60 Ländern. ohne einen Cent in einen eigenen 3-D-­ Drucker investieren zu müssen. der Elektro-. wenn das phase ungleich schwerer. damit sie Werkstücke exakt bewegen können.weil ihre Internetplattformen besonders innovativ glaubt Stührenberg. 80 Prozent des Umsatzes machen sie mittlerweile außerhalb der Freudenberg Gruppe. rüstet Roboter mit digital gesteuerten Fingern aus. Sensoren. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Meister der Nische Das Internet für die Massen beherrschen amerikanische Konzerne wie Google oder Amazon. in denen beihrem Geschäft oder sind zu.« Der Kunde hätte das Produkt in wenigen Tagen auf dem Tisch. die 28 EU. dann sehe die Oberbayern. Rund um die Stanford-­ ten Verbunds aus Universitäten Universität hat sich dort eine Technologielandschaft und Forschungsinstituten im marktführer. Und neuerdings wagen sich auch immer mehr klassische Mittelständler in die Welt der Start-ups vor. bei dem Vielflieger eine »Die Amerikaner haben das Internet. Auch Facebook. vorteil« gegenüber branchenfremden IT-Riesen. Die Mittelständler aus Branchen wie dem Maschinenbau. schäftsfelder erschließen. Aber wenn es um Geschäfte mensberatung Roland Berger. die sich im Handel. die sie brauchen. Doch eines eint sie alle: Sie haben international Erfolg mit der Digitalisierung. Ohne große Anmeldungsformalitäten oder Vertragsverhandlungen könnten dort Industrieunternehmen die Zeichnungen neuer Produkte hochladen.« Ihr großer Vorteil gegenüber der Kon. Maschinen. den »Industrie-4. »Dann sind wir stark«. erklärt Phoenix-Contact-Chef Stührenberg. sind: 250 Millionen Amerikaner. der ostwestfälischen Provinz. »Laser-Cluster«. doch mit neuartigen Digitalkameras hat er sich in dieser engen Nische wieder die Spitzenposition gesichert. oder Blacklane. Kfz. mit ihrer Expertise »einen eindeutigen Wettbewerbsfördern. sind die Internetkonzerne aus Nische herausgekrochen – und dominieren ganze nehmen auf bewährte deutsche Tugenden: Sie führen den USA vorne«. sagt: »Die meisten sprechen von der digitalen Revolution. Art Edel-Taxiunternehmen. bei der es auf Millisekunden ankomme.Klemmen begann. So wie Teamviewer. BMW keiten der digitalen Welt koppeln. dem deutschen der Welt ausrüsten.0-Scan«. Siemens oder SAP die Basis des deutschen Wirtschaftserfolgs. Bezahlt wird einfach mit Kreditkarte. Und bis heute werde er .Technologiefelder. bei dem MaschiEs geht hier traditionell eher dezentral zu. Sie sind die Weltmarktführer in ihrem Geschäft. in der speziellen Software. Die Unternehmen EOS. Contact Laser ihr vorhandenes Know-how mit den neuen Möglichspiel oder Städten wie Berlin oder München.0« besser zu organisieren versucht. Der Mann.

EOS in tiert. Die Süddeutsche Zeitung nannte daraufhin erst.mehr noch erinnert seine Haltung an die univeroder Tausendstelmillimeter im Computer zu sitäre Praxis. dass die von EOS arbeiten. Strascheg. Naivität wäre aber nicht das rechte Wort.die ihn eben noch verklagt hatte. Die Kernpatente des renten. ungeheuer enge Vernisses fürchtete.24. WEMPE ZEITMEISTER Jahreskalender in Edelstahl mit Automatikwerk und Mondphase. Sogar wider bessegleichsweise kleinen Firmen res Wissen hatte seinerzeit ein warb (und schließlich Concept Erster Teil der Serie US-Wettbewerber einen ProLaser kaufen konnte). anwenden Lasersysteme.) o ungefähr stellt man sich den eine. das gestützte Fertigung von dreidimensionalen ProGelehrtenhaupt von weißen dukten auch nicht. schmelzen nur ein Gleichnis: für die niemals zur Ruhe­ und mit einer Düse schichtweise auftragen. 3-D-Druck ist noch immer ganz gefangen von höchstens als Metapher zu verstehen. auch vages Missverständnis. Verwaltung: Gerhard D.die Revolution. Das Additive ist Sarkasmus auch. Das selektive Lasersintern erreichte Genauigkeit in der (SLS. ein linder Rohling per Computerprogramm das entspreWahn umgibt ihn wie ein goldenes Wölkchen. Hans J. Wempe KG. seine Ideen und sind exponenziell gestiegen. wurde das Verfahdie Marktführerschaft gebracht. haben nur das Prinzip mit den InLebenswerk zurückblickend und dustriemaschinen gemeinsam. der inzwischen bei fahren Designmodelle aus Kunststoff für die Entwurfsabteilung von BMW zu fertigen oder schon EOS knapp tausend Leute beschäftigt und einen vorhandene Modelle mit dem Laser zu scannen Jahresumsatz von rund 315 Millionen Euro und in eine Computerdatei zu verwandeln. und Bestürzung. Übrigens grollt Langer. beileibe nicht der einzig erfolgreiche Mittelstands.nicht würde durchstehen können. nämlich auch bedrohlich für alles Forschungen haben ihm nicht den Nobelpreis.das glückliche Kind. ANZEIGE Wo ließe sich Zeitgeschichte besser schreiben als an einem Ort. die steuerung nicht entfalten. sonSatzes des Dichters Joseph Roth sagen. aber. man kann sogar ineinandergeschachtelte Teile. Langer. dass es sich eben nicht sichtsausdruck. dass er kennt die deutsche Wirtschaft schlecht. beide mit Lizenzen Überraschung: Auch in gewiesen werden. Unternehmer. hochbelast.zwei Jahrzehnte vor Langer. konnte sein revolutionäKrailling. Neu ist. das amüsierte Innehalten verraten Ironie. als sich BMW ten immer wieder das nötige Kapital zur Verfügegen schon bestellte kalifornische Produkte ent. bedenken. Damals ging es noch nicht darum. www. aber nur als Stationen 3-D-Druckern verstehen. mit einer ganz neuen als geistige Herausforderung denkt.USA verkauft. er ist bare. was sie aus einem Rohling überhaupt oder nicht? Man könnte dem Physiker stunden. das größere. aber nun musste nachLichtenfels.er (und er sagt es sehr gern). der ihm in kritischen MomenGründung von EOS im Jahre 1989.zahnung von wissenschaftlicher Forschung und lektuelle Aufnahmevermögen seines laienhaften industriellen Anwendungsmöglichkeiten. niemandem mehr. Paris. Langer ist aber kein Professor. Intrigen. ging es zess angestrengt. Steinstraße 23.ren aber. Hans J. aber zu verlangen und die Maße auf den Hundertstel. ist kaum mehr als ein des Denkens gewissermaßen. te beruhte. Drehen und Fräsen herausformen lang zuhören. SLM Solutions in LüLasersinterns waren zwar abgebeck und Concept Laser in laufen. Die Freiheitsgrade des Entwerfens und Beteiligungen an Start-ups. 20095 Hamburg An den besten Adressen Deutschlands und in London. Scanlab in Puch.Geschäftsintrigen kann Langer reichlich erzählich senkte. dem US-Giganten auch darum. Feinde. in München ein­ bare Teile aus Metall herzustellen. aber fällen spricht (mal konnte er die Firma kaufen. oder mit einer unternehmer. Seine Schüler sind Tochterfirmen herstellen. Limitiert auf 100 Exemplare.Beschränkungen. die für eine halbe geräte für den Heimcomputer. Die Maschine. mit der Langer die Bitte um eine Und wahrscheinlich hat er recht. denn natürlich gab es Rück. eine Mischung von Amüsiertheit um das traditionelle »Maschinengeschäft« handelt. es geht um eine neue. Selbst das Gießen unterlag ärgerlichen Laser­technik promovierte und beim Max-Planck. Stereolithografie genannten Ver. wie der Fachausdruck Positionierung den eigentlilautet) wurde zwar schon vor chen Kern von Langers ErfinJahrzehnten in den USA patendungen ausmacht. der dort zum Messen des Fu­sions­ dern um die Ausbreitung einer Technologie. entwickelt rial der Industrie. digitale Fortschrittstech. Und neu ist die computerSchar erfolgreicher Schüler. dem niemand sein Spielzeug nologien seien nur mehr in den USA zu Hause. Das macht. Wahrscheinlich Erklärung dieser Technik quittiert. Miniaturbauteile eines 3-D-Druckers (unten) Fotos: Jens Schwarz für DIE ZEIT. und etwas Glück gehört selbstverständ. Madrid. Unnachahmlich ist der Ge. »subtraktiven« Minute. Geprüftes Chronometer. Wenn man für die alten. Knapp 100 Jahre später bescherte ihr der Wiederaufbau durch die Firma WEMPE große Aufgaben: Mit der Einrichtung der einzigen Prüfstelle nach deutscher Chronometernorm und der Etablierung der WEMPE Uhrmacherschule bildet die Sternwarte in Glashütte heute den perfekten Produktionsstandort für die Armbandchronometer der WEMPE GLASHÜTTE ∫/SA Kollektion. Langer konstruiert 3-D-Drucker. Er hatte selbst einmal. auch dem mit härteskonnten viele. N OV E M B E R 2 0 1 6 WIRTSCHAFT 25 DIE ZEIT No 49 Der Neid ist ihm sicher Hans J. amüsierten Professorenlächeln. sondern vor allem mit zwei seiner Unternehmen überlieferte Ingenieurwissen. das seine mit amerikanischen Konkurschärfsten deutschen Konkurrenten. chende Teil herausschnitzten. computergesteuert aus MetallZu den Rückschlägen und pulvern hochkomplexe Bauteiexistenzbedrohenden Wendele entstehen lassen. muss man hören die Patentstreitigkeiten sich klarmachen. Das feine Lä. Denn die Genauigkeit Er nimmt es in gewisser Hinsicht sportlich. EOS (r. das kleinere. Nicht dass er geht es im Kern überhaupt nicht um die Maschisich vor dem Ausplaudern eines Geschäftsgeheim. wendet res Potenzial aber durch mandiese Technologie auf sogegelnde Genauigkeit der Lasernannte 3-D-Drucker an. ständig erweitern und dabei immer mal wieder neue Und natürlich – was wir gemeinhin unter Maschinen entstehen lassen. sondern nach Laserunternehmen gegründet und später in die einem üblichen. sagen wir mal.de .975 exklusiv erhältlich bei Wempe.gung stellte: dem österreichischen Investor Falk schied und für Maschinen von EOS – die übrigens F. Brisant.oder Drehmaschinen füttern. Man hoffte.durch Bohren. Langer sprüht vor Einfällen und Fräs.nen.u. Wer heute jammert. werden mussten. wäre in diesem S­ inne fäden von einer Trommel abrollen. die Kunststoff­ Million den Besitzer wechselt. der sich an der Spitze der digitalen anderen einen Patenttausch arrangieren) und Technik behauptet und amerikanische Konkur. musste man stets mitlich zu allen bahnbrechenden Neuerungen hinzu. sich aber in dieser Form nur mit len. gebaut Strascheg einmal den »Pionier der Wagniskapitalbranche« hierzulande. dass Material nicht abgetragen. genau wie Hans J. also gewissermaßen auf ein erwachsenes Mateheim. mit der gleichen Ironie von den rettenden ZuLanger ist sicher einer der erfolgreichsten. Für € 7. Ist er am Ende EOS-Anlagen herstellen ließ. der viel zu erzählen hat: 1910 wurde die Sternwarte in der renommierten Uhrmacherstadt Glashütte erstmals in Betrieb genommen. und ebenfalls mit diesem gewissen feinen. was Langer am Fusionsreaktor des Garchinger Max-Planck-Instituts erprobt hatte: einen einmal nur um seinen Unternehmenserfolg. und dann in Windeseile. Warum? EOS hatte für die Trieb. einem »additiven« Verfahren. deren Genauigkeit die Wettbewerber zutiefst verunsichert  VON JENS JESSEN S Digitale Champions Der Erfinder und Unternehmer vor seinem Hightech-Apparat (links). Hier bewährte den muss. Der additiven Fertigung sind Institut für Plasmaphysik in Garching am Fu­ dagegen kaum Grenzen gesetzt. in der ja auch um die Wette geskalieren ist nur das eine – der Laser muss den forscht. Mehrfach sagt Präzision zu steuern. um kommende menschliche Erfindungskraft.Maschinen etwas entwarf. er sorgt sich mehr um das intel. Am Ende geht es ihm womöglich noch nicht sich. die den Treibstoffbedarf deut. inmitten einer wird hier gar nicht. Die wackligen Hobby­ die neueste. die er ge­sche­hens eingesetzt wurde.dass er fast bescheidene Dankbarkeit zeigt gegenrenten aussticht.wempe. das heißt natürkönnte man in Abwandlung eines berühmten lich: herausdrehten oder -frästen. Wissen gehütet oder preisgegeben werVorgaben auch folgen können. Hans J. der an der TU München über konnten. gedruckt seinen Ideen. sonLaserstrahl. einschließlich der Achsen und Zahnräder. wegnehmen konnte? Dagegen spricht. punkten in der UnternehUm die Bedeutung von mensgeschichte von EOS geEOS zu ermessen. deren bisher unließ. nicht die vage Analogie zu einem schläge. wie sich zeigte. Als der USder Zukunftswirtschaft Fortentwicklung auf eigenen Konzern General Electric kürzgibt es viele kleine Forschungen und nicht auf lich mit mehr als einer halben Weltmeister aus dem Gebrauch fremder PatenMilliarde Euro um eine der verDeutschland. sich den Zugriff auf die Langersche Technologie dass EOS die Jahre bis zum Gerichtsentscheid zu sichern. Wien und New York. mit einer Zeichnung aus eiLöckchen umstrahlt wie von einer leuchtenden nem CAD-Programm konnte man früher schon Aureole. Nach 10 Jahren in Glashütte gibt es eine grosse limitierte Komplikation mehr: Den Jahreskalender. die sich Gesprächspartners. schönste von EOS. die aus einem schwer entzifferbaren Anspielungen. lustige Schachfigur entsteglücklichen Professor vor: auf ein hen zu lassen. Geschichten zum Gruseln aus der Welt der werkssparte von General Electric eine Brennerdüse entwickelt.dern hinzugefügt wird – deshalb spricht man von cheln. auch später drehsions­re­ak­tor begann. niemand so ten Bandagen kämpfenden Wettbewerber nicht. Rettungen in letzter Drucker. Das zeigte sich schon kurz nach über dem Mann. als es sich auf Metall.

N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT: Herr Baumann. ob man die ten. Dezember treffen sich Monsantos Aktionäre. 20 Jahren noch geben? Baumann: Hugh Grant. wenn solche Entscheidungen weniger auf Basis von Fakten und Studien sowie Einschätzungen der zuständigen Behörden getroffen werden als auf Basis von politischen Strömungen. die schon mal proaktiv Interesse an Kartellverkäufen angemeldet haben. wer neuer Präsident der USA wird? Baumann: Es fühlt sich nicht besonders gut an. Monsanto wird also ziem.nik-Saatgut Bauern in den Selbstmord zu treiben. laden sie ein und nehmen Einihren Zusammenschluss ankündigten und Chem.. ZEIT: Wie sehr hängt Ihr Job von dem Deal ab? Baumann: Zunächst einmal sind wir ein Vorstandsteam.Börse Sie abstrafte und selbst Großinvestoren Sie sucht Monsanto zu übernehmen. ich war dabei.Ruf hat. Doch sein NationalisUSA. Die NRW. als Baumann: Ich treffe dieser Tage viele Politiker. sichten haben sich nicht verschlechtert. Wir standen aber auch in einem harten Bieterwettbewerb und bekamen deswegen nicht alle notwendigen Daten von Merck & Co. mit seinem Gentecheine weitere Eigenkapitalaufnahme. dass die Zusammenschlüsse in Zukunft zu weniger Wettbewerb und Innovation führen. der Interessengruppen auf sachlicher Basis.die Kombination von Bayer und Monsanto positiv. das im Fall von Monsanto einstimmig entschieden hat. lich teuer für Bayer.ihm am meisten nutzt. ZEIT: Auch wenn die EU den darin enthaltenen Wirkstoff Glyphosat nicht mehr zulassen sollte? Baumann: Was uns mit Sorge erfüllt. da haben wir unsere Bemühungen forciert. weil wir aufAber vor Jahresfrist stand der Aktienkurs von Mon. die für die gesamte Landwirtschaft wichtig ist. das an der Bienengesundheit arbeitet. ZEIT: BASF gehörte angeblich zu den Unternehmen. und wenn ich dabei die Unterstützung des gesamten Vorstands und des Aufsichtsrates genieße. Und die können Bayer und gleich unter einen gewissen Druck kommen. doch erst jetzt gab es ein für Baumann: Am Ende sind es unsere Vertriebsmitaruns sehr günstiges Fenster. Als ZEIT: Wie haben Sie sich mit der Kritik erste Headline hatte ich erwartet: Hillary führt – auseinandergesetzt? wie die Prognosen es vorhergesagt hatten. Man nismus verbreitet. Genau wie­ Beelogic. hat es bisher im europäischen Markt nicht gegeben. Baumann: Die Aktionäre bewerten dabei weniger die geplante Kombination von Bayer und Monsanto als vor allem die laufende Konzentration der Branche und die Sorge einiger Stimmen. dass NGOs sich halten wollten. Aber Synergien entstehen auch aus Wachstum – und da werden wir unsere Ziele in diesem Fall verfehlen. als das Unternehmen durch eine­ ZEIT: Sie wollen mit Rationalität dieses Rufrisiko Schwächephase ging. wie er die heftige Kritik erträgt Der Deal Werner Baumann Foto: Ingo Rappers/laif Anders als sein Vorgänger ist der 54-Jährige ein Bayer-Urgestein: Seit fast 30 Jahren arbeitet der Sohn eines Bäckers bei dem Leverkusener Chemie. Baumann: Genau. dass sich einige Investoren Baumann: So etwas wird nicht ihr Pulver deshalb noch trocken dadurch wahr. Und­ Novozymes ist ein Joint-Venture-Partner im Bereich biologischer Produkte.und ben zuversichtlich. dass eine solche Transaktion mit oder ohne Hilfe chemischer oder biologischer nicht ohne Risiken ist. Saatgut und Pflanzenschutz von uns zu kaufen. Den Nominalzins einer nachrangigen Pflicht. ZEIT: Wie stellen Sie bei solchen Übernahmen sicher. Ich hatte befürchtet. dass wir angesichts unserer Größe Baumann: Es gibt bestimmte Gruppen. Ich erwarte eine stabile Mehrheit dafür. ZEIT: Woher nehmen Sie den Mut für die größte ist gezwungen. dass wir bei einem Sieg auch angesichts seiner Vervon Trump ähnlich wie beim Brexit-Votum der gangenheit einen schlechten Briten massive negative Reaktionen an den Märk.Man darf nicht direkt umfallen.5 Milliarden US-Dollar nach dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion. bin ich auch bereit. dass es ein attraktives Angebot für Kunden bereithält. Sie sind zwar wichtige und gewünschte Partner in der Umsetzung einer Strategie. beiter und Agronomen auf lokaler Ebene. dann sich das Karussell beschleunigte. zeigt unsere Vergangenheit: Seit 2005 haben wir rund 130 Firmen übernommen oder verkauft und haben unsere Ziele überwiegend erreicht. und entscheidet selbst. Aber Seitenlinie stehen geblieben. Es wird also sicher mehr als einen Interessenten geben. und habe Nachrichten im Internet gelesen. angesehen. DaMonsanto zusammen besser entwickeln als alleine. von Monsanto nicht. Heute ist Montrotzdem nur zu relativ hohen Zinsen losgeworden. Baumann: Wir haben uns Monsanto schon 2012 schaftliches Ergebnis verbessern. wie beispielsBaumann: Der Kaufpreis ist für die Aktionäre von weise Garrelt Duin. den Gentechnik-Konzern Monsanto zu übernehmen. Bayerim Übrigen gibt es auch das vollMitarbeiter in den USA haben im kommene Gegenbild von Monamerikanischen Wahlkampf übersanto als einem der besten und wiegend für seine Republikaner attraktivsten Arbeitgeber und ingespendet. offenen.und Entwicklungszentrum von Monsanto unser Angebot unterbreitet haben. Werner Baumann: Die Agrarindustrie braucht drin.grund einer Kommunikationspanne bei Monsanto santo bei 125 Dollar – und die langfristigen Aus. man eine Organisation. ein kalkuliertes Risiko einzugehen. und selbstverständlich respektieren China die Übernahme von Syngenta bekannt gab. Zwar liegen wir auf der Kostenseite voll im Plan. Wird der Ludwigshafener Chemiekonzern zum heimlichen Gewinner.gend geführtes Biotechnologieden. Bayer und Monsanto sind zwei hochkomplementäre Unternehmen – es gibt kaum überlappende Bereiche. Welche Auflagen erwarten Sie? Baumann: Wir haben das sehr genau und auch mit externer Unterstützung analysiert. Unser Angebot ist attraktiv. was wir ich schon etwas überrascht und besorgt – schließ. weil Monsanto feld. der Wirtschaftsminister in Monsanto genauso attraktiv wie für unsere. ich bin ja erst seit Mai Landwirte sind kluge Kaufleute: Jeder wählt. klären. das wir für den Kauf von sucht. wenn offizielle Stellen ihn prüfen? ZEIT: Auch mit gentechnologisch verändertem Saatgut? Baumann: Tatsächlich ist die Sorge vor zunehmendem ProtektioBaumann: Ja. genau wie übrigens Teile der SPD. und Sie bieten USA beschäftigt 20 000 schließen können. Mit Monsanto ist vertraglich vereinbart. aber in den USA. ZEIT: Bei der Integration der rezeptfreien Medikamente von Merck & Co. mit der wir die ersten 20 Prozent Kurs­ Baumann: Da muss man differenzieren: anstieg für Bayer gesichert haben. ZEIT: Wird es den Namen Monsanto in 10. dass es Zusam. Wie menschlüsse in der Branche geben würde. die Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte? Baumann: Das Timing war für mich in meiner von sehr intensivem Wettbewerb geprägt sind.to-Kritiker in Den Haag zu einem Tribunal getroffen. Daher sind wir auch an der Schauprozesse schon für sehr bedenklich. dass wir die Landwirte bei der anstehenden Ernte und der Aussaat unterstützen. jetzt schnell den gig von Ihren Produkten werden Antrag auf die Zulassung der könnten? Übernahme zu stellen – oder warten Sie lieber länger ab? Baumann: Man kann einem Unternehmen doch Baumann: Weder noch. dass sie inhaltlichen Argu– und dass wir das Karussell deswegen nicht selbst menten nicht zugänglich sind. Und ZEIT: Zurück zu Trump. Wie hoch war der Druck? Baumann: Wir wissen schon lange. Sorge. ZEIT: Auch in der Politik ist Ihr Übernahmeplan ZEIT: Mit der Folge. Trotzdem gibt es eine ganz Pflanzenschutz. und ich ver. mute. um ihnen besser zu erMonsanto brauchen. Baumann: Das stimmt. ganz ähnlich wie bei novativsten Unternehmen in den Monsanto. Syngenta zu übernehmen. ans Licht. ZEIT: Chesterfield Village. mit dem wir auch in Zukunft gerne zusammenarbeiten. eine Pflichtwandel. das er selber aus ein­fache Antwort: Der Schritt ist richtig. jede Monsanto-Aktie zahlen. Jetzt erklärt er.ten Forschung.Unternehmen mit einer exzellenwandelanleihe kann man nicht mit konventionel. auch sonst alles bis zum PflanMitarbeiter – Bayer hat zenschutz.ZEIT: War das eine Panne oder Strategie von ben Sie dennoch Selbstzweifel bekommen. Wir haben eine dezidiert andere Meinung! ZEIT: Kartellbehörden in 30 Ländern müssen die Übernahme absegnen. dass Sie Ihre Prognosen ausreichend hinterfragen und die Schwierigkeiten nicht unterschätzen? Baumann: Wir sind sehr. falsch gemacht haben! Monsanto kaufen. Ha. haben Sie aber Ziele verfehlt – trotz aller Vorbereitung. Und ich habe bereits Ende Mai gesagt. Die Fragen stellten Uwe Jean Heuser und Jens Tönnesmann . was sich dahinter verbirgt. ZEIT: Im Oktober haben sich die größten MonsanZEIT: Monsanto hat ja auch mit drei anderen Fir. wo wir im Forschungs. nicht aber bei der Formulierung einer Strategie. das lassen sich Innerhalb Europas und besonders in die Investoren bezahlen. ZEIT: Am 13. und wir haben keinen Grund. Aber Baumann: Wir haben uns natürlich dann stand da: Trump uneinholbar vorne. Und ich bin lange genug im Unterneh. mus könnte Ihren Deal gefährden. aber die Anleihe sind Sie geworden ist. Außerdem speist sich das Wachstum sehr aus dem Geschäft in den Schwellenländern – und da sieht die Welt heute ganz anders aus als noch vor drei Jahren. ZEIT: Roundup? Baumann: Ein sehr gutes und auch sehr gut erforschtes Herbizid von Monsanto. natürlich. das anzuzweifeln. Verstehen Sie die ZEIT: Treibt Sie diese Unsicherfast sechsmal so viele. ZEIT: John Francis Queeny? Baumann: Wer ist das? ZEIT: Das war der Gründer von Monsanto. gegenseitig bestätigen und in ihrer Kritik noch verstärken. von denen ich überzeugt bin. Insdie Papiere am Tag vor Bekanntwerden der Über. Und kein Landwirt dieser Welt den USA wie geplant noch in diesem Jahr stellen. ob man dafür oder dagegen teilweise extremen Positionen von sein soll. Wir bewegen uns in freien Märkten. Wir werden die Anträge in nicht vorwerfen. dass bei kritischen Organisationen lich versucht hat.und Düngemittel anbaut und ob er klassisches Saatgut verwendet. Zweitens braucht blikanische oder demokratische Regierung hat. um über die Übernahme durch Bayer abzustimmen.nicht gesehen haben? Also haben lich waren wir gerade dabei. Novozymes? Baumann: Climate Corp ist ein sehr erfolgreiches­ Unternehmen. sehr sorgfältig in der Analyse. wenn Sie gewusst öffentlich kritisierten? hätten. um dem Konzern den Prozess wegen »Verbremen verhandelt.halb wichtig. Das heißt erstens: Das ist unabhängig davon. gab es eine Menge Anrufe unterschiedlicher Firmen bei uns. damit sich der Kaufpreis finanzieren lässt. ZEIT: Das kam anders. Herr Baumann. die sind immer die Möglichkeit haben werden einzusteigen ideologisch so festgelegt. ist. mit muss man umgehen können.ladungen an. das den Kern der digitalen Revolution der Landwirtschaft bildet und das heute zu Monsanto gehört – ein toller Teil des Portfolios. was im Amt. Kanada Unternehmensanleihe ähnlicher Größenordnung oder auch Lateinamerika sieht es ganz anders aus. dass wir – falls erforderlich – Geschäfte mit einem Jahresumsatzvolumen von bis zu 1. Insgesamt erwarten wir jährliche Synergien von etwa 1. Da war gefragt: Sehen Leute etwas. Ich denke. Die Wahl um Viertel nach sechs ins Büro gefahren habe ich. ob er men. haben Sie eine wichtige Rolle gespielt. Baumann: Sagen wir mal. Und das darf in einer hoch regulierten Industrie nicht sein. als die Monsanto? DIE ZEIT No 49 Baumann: Uns wurde versichert. darf – unter anderem auch deswegen. hat neulich etwas sehr Interessantes gesagt: Viel wichtiger als der Name Monsanto ist die Tatsache. Baumann: Das wäre bei Bayer einfacher gewesen! ZEIT: Climate Corporation. Baumann: Na dann mal los. santo ein modernes. Wir nennen Ihnen Begriffe aus dem Monsanto-Universum – bitte erklären Sie uns doch.wir mit den Investoren und kritianleihe vorzubereiten. Erst als der Wille zu sachlichen Gesprächen da ist. Rolle sicher nicht ganz ideal. ZEIT: Ein Spiel. die unsere Glaubwürdigkeit herstellen – nicht mit HochglanzZEIT: Was heißt Fenster? Baumann: Die Bewertung beider Unternehmen broschüren. um eine verlässliche Prognose zu bilden. Die schiere Größe der Deutschland und Frankreich ist Monsantos Emission hat sicher auch eine Rolle gespielt: Eine Reputation schlecht. hätten Sie auch ver. dass es eine Panne » Ich zittere gar nicht« Es wäre der größte Deal der deutschen Geschichte: Bayer-Chef Werner Baumann versucht. wenn Sie wichtige Unternehmensteile schnell abstoßen müssen? Baumann: Schon als unsere Avance in Richtung von Monsanto bekannt wurde. Louis. seit September wir sollten erst einmal abwarten. dass Landwirte zu abhänheit zur Eile an. Baumann gilt als Ziehkind des Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wenning war. um einen ersten Teil des schen Aktionären den Dialog geKapitals einzusammeln.und Pharmakonzern. dass wir Monsanto nicht wegen ihres Namens kaufen. ZEIT: Wie sehr ist die Übernahme von Monsanto auch von Investmentbanken initiiert? Baumann: Investmentbanken wollen Transaktionen mit hohen Umsätzen. ob Amerika eine repu. Dow und Dupont sind wir dafür offen. Dass wir mit unseren Pro­ gnosen oft gut liegen. warum die Transaktion für das Unternehmen und für ZEIT: Was hat Trump damit zu tun? Baumann: Um eine Anleihe am Kapitalmarkt zu sie gut ist. ZEIT: Monsanto ist nicht Ihre erste Übernahme. len Anleihen vergleichen. als Monsanto vergeb. Der Zins beinhaltet eine Options­ nehmen auf diesem Planeten? prämie.. obwohl es längst ein ganz anderes Unternehmen ten sehen würden. Und ich halte solche in Gang setzen müssen. die die Entscheidung herZEIT: Hat Sie der Wahlausgang also kaltgelassen? Baumann: Nicht ganz. Ich bin am Tag nach der vorragend vorbereitet und unterstützt.wenn Sie als das neue Gesicht des Unternehmens gend Innovationen. ZEIT: Ihr Vorgänger Marijn Dekkers konnte den der letzten Ernte zurückgehalten hat – oder ob er auf ertragreichere Sorten setzt. Beelogic. ZEIT: Agent Orange? Baumann: Ein Produkt der alten Monsanto.. das auch weiterhin seine Daseinsberechtigung haben wird. auch als Bayer den Pharmakonzern Schering gekauft hat. Wie sehr zittern Sie vor dem Tag? Baumann: Ich zittere gar nicht. Anfang Mai übernahm er den Chefposten. Aber wir sehen auch. sondern nach dem Prinzip: Seeing is muss in einem günstigen Verhältnis zueinander believing! Bayer steht seit langer Zeit für einen sehr stehen. wir dabei unterschiedliche Auffassungen. Aber es gibt sicherlich noch ErklärungsbePrämie von 42 Prozent hört sich zwar hoch an. ZEIT: Das klingt alles so wunderbar rational. Agrarverbände für Monsanto ist.die Öffentlichkeit und die Märkte nicht ausreichend auf unser Vorhaben vorbereiten konnten. dass Sie nun 128 Dollar für auf viel Skepsis gestoßen. 42 Prozent mehr. braucht es ein stabiles Kapitalmarktum. Alles können sie nicht Dollar will Bayer ­ rungsmannschaft ausgewählt hat. transparenten Dialog auch mit kritischen Unser Kurs lief gut in den vergangenen Jahren. hervorraBaumann: Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrie. der CEO von Monsanto.besondere unter den Christdemokraten sehen viele nahmepläne wert waren. wenn der Wind mal stärker ins Gesicht bläst. ZEIT: Wie erklären Sie sich die Skepsis der Börse? Weder der Kurs von Bayer noch der von Monsanto hat seit Verkündung des Kaufs besonders zugelegt.chen gegen die Menschlichkeit« zu machen.6 Milliarden Dollar verkaufen würden. weil sie sein wirtMut jedenfalls nicht aufbringen. um zu wissen. dass wir die vereinen Sie 30 Prozent des Saatgutkonzern aus den Übernahme bis Ende 2017 abSaatgutmarkts. ZEIT: Aber gehen Sie nach Indien! Dort wurde Außerdem planen wir für die Monsanto-Übernahme­ Monsanto lange vorgeworfen. Schon damals war Monsanto managen? strategisch interessant.26 WIRTSCHAFT 24. ZEIT: Wo Sie es schon ansprechen: ZEIT: Solche Pflichtwandelanleihen müssen zum Warum belasten Sie sich mit einem der am meisten angefeindeten UnterEnde ihrer Laufzeit in Aktien getauscht werden . Aber wir wollen Sie mit diesen Leuten sachlich diskutieren? wussten auch. Darüber hinaus tue ich für meinen Teil die Dinge. Das war auch desplatzieren. das seinen Kunden dient. wie eng die Verbindung zu Landist klar: Für 66 Milliarden bis er im Amt ist und seine Regiewirten.wenn wir sehen. Bisher weiß kann sich lange darüber unterhalaber niemand genau. Der Was Monsanto betrifft: Wir bleiZEIT: Zusammen mit Monsanto Biotechnologie. die im Bieterkampf um Monsanto leer ausgegangen sind. weil sie dann mehr am Geschäft verdienen. Trump im Wahlkampf für bare wie groß die Unterstützung der Im Mai kamen die Pläne Münze nehmen kann. Baumann: Ein Vorort von St.

weil der mächtige Betriebsrat im Ein. legal.« Wenigstens gibt es China. Der Druck durch den Dieselskandal ganz guter Deal. wo er sich einen Ruf Batteriezellen und Zellmodule herausfinden. Dieses Mal lautet es: »Electrify America. als er Anfang der neunziger Jahre selbst an Anfang der Woche auf Volkswa.Jahr 2025 wollen wir mit Diensten rund um das streichungen in dieser Größenordnung waren vernetzte Auto etwa eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr machen«. Shuttle­angebote die Unternehmenskultur ein ähnlicher Schock wie oder selbstfahrende Taxis sollen dazugehören.« Gelöst wurde die Misere damals im deren Kauf gehe. Ein guter Indikator für Wunsch und Wirklichkeit solcher Versprechen sind die Finanzmärkte. Die Zukunft Zähnen durchs Werkstor beißen müssen. Salzgitter. Diess’ tapferes Versprechen: »Die­ ANZEIGE Marke soll zugänglicher und sympathischer werden. Kupplungen und die Abgastechnik. gerade 40 000. um die dem Dieselbetrug? Haben seine Manager wirklich hohen Lohnkosten zu erwirtschaften. Anfang Dezember soll eine neue MobiLand ringt.mehr benötigt. sondern eine Ansammlung von bei der Stammmarke zur Disposition. Arroganz gehört der Vergangenheit an. Anders als am Wochenende in der BoulevardFür Diess’ Marke bedeutet das Wachstum bei der neuen Technik auch eine Reduzierung seiner presse zu lesen war. die nicht stinken und sein Nachfolger Martin Winterkorn suchten ihr Heil in Wachstum. was machen. So sollen in auszuführen. wenn es um Acht gelassen. Der neue US-Präsident macht den Analysten zusätzlich skeptisch: »Auch mit Blick auf die neue US-Regierung und mögliche zunehmende Freihandelsbarrieren könnte ein Rückzug der ­Marke Volkswagen aus den USA eine prüfenswerte Option sein. Leiter des zierte Abläufe bei der Produktion und Entwicklung Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft. – nicht in Gestalt von Müller. die Vorgabe gilt als eine prozess in der Geschichte unserer Marke. als­ der Zukunft vorstellen bedingte Kündigungen sind eines mit einem herkömm­ in Deutschland tabu. Zwischen den Zeilen klang bei der Kritik stets die Jobs waren gerettet. »Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind­ sicher«. Nicht die Automobilhersteller seien einseitig auf Stückzahlen-Ausstoß und Vertrieb Schuld am geringen Absatz von Elektroautos. Grüne Politiker reagierten em. In seiner Auto. um VW zurück zum Erfolg zu führen. Er sollte VW effizienter und profitabler men nutzen kann.zuzukaufen. Betriebswirtschaftlich ist der Unterschied ein. VW wird Stel. Pro Jahr. was er graphie erinnert sich Piëch: »Volkswagen hatte in schon an anderer Stelle wiederholt den Jahren der Hochkonjunktur die Prioritäten gesagt hatte. wissen sie wohl selbst noch nicht so genau in Wolfsburg. N OV E M B E R 2 0 1 6 Wolfsburg unter Strom Während dem Konzernchef von Volkswagen die Empörung entgegenschlägt.« Doch das Wachstum um jeden Preis hat das der Stammmarke VW gab vor der Presse nicht weniger bekannt als »den größten Veränderungs. Auf dem US-Markt verfehlte VW schon lange vor dem dort aufgedeckten Dieselskandal mit seiner Modellpolitik chronisch die Kundenwünsche. Hauptsache. daHochdeutsch: althergebrachte und viel zu kompli. dass er zuWeltmarktführer bei der Elektromobilität zu letzt mehr Zeit mit Herrn Diess als mit seiner werden. te verzichteten dafür auf ein Fünftel ihres Lohnes. Daran etwas zu ändern nächsten Jahrzehnts das Auto antreiben. Das lichen Verbrennungsmotor.genug für den Konzern. Das ist für Dienstleistungen – Fahrdienste. Und es wäre Umbruch vernehmen mit der IG Metall und dem Anteils. Herbstwetter: Das Wolfsburger VW-Werk im Blick dahinterstehende digitale Plattform soll »We« heißen und 80 Millionen Nutzer verknüpfen. auch damals ging es um 30 000 Jobs. Frank Schwope. die Kosten sinken und »unsere künftigen Elektroautos sicherheit für über 120 000 Beschäftigte im Land. Analyst der Nord LB. die dort und andernorts gemocht wird. Zäsur an. viel mehr fach zu erklären: In Wolfsburg. litätsmarke bekannt gegeben werden.Wachstumsgeschichte: der Wandel zum Ökoanbiemerhin 2200 Euro. seinen ursprünglichen Auftrag gleich mit Abbau 9000 neue Jobs verspricht. zumal Volkswagen neben dem hilft ihm. Dort ist unter Experten vor allem umstritten. 7000 Stellen sollen wegfallen – und VW dennoch wieder eine Marke werden.« Aber späDurchschnitt verdiente VW nach Berechnung von testens ab 2025 würde der Strukturwandel die Experten je verkauftem Auto gerade mal 540 Euro. In Brasilien brach der Markt ein. Stellen. kündigte er an. wie sie wohl nur eine Erschütterung der In normalen Zeiten hätte Diess sich mit den Kategorie Dieselbeben ermöglicht hat. Aber wenn der Betriebsratschef geht so: Sein Unternehmen plane.« Zur Erinnerung: Das letzte große Amerika-Versprechen »Clean Diesel« stürzte VW in die große Krise. war die Marke VW weit da. Betriebsein E-Auto zu fahren. Nun braucht es andere Tatsächlich kündigte Diess eine historische Lösungen. Salzgitter Ingenieure in einer neuen Pilotanlage für Diess war 2015 von BMW. sondern seines wich. sind neun Jahre Planungs­ Die Reichweite steigt. ist bei Volkswagen nur in Zeiten großer Krisen Neun Jahre dauert es noch bis dahin.Unternehmen fast ruiniert. Betriebsrat und Land Niedersachlen streichen.aus IG Metall. dann sind die Zeiten in dann verkauft werden. sagte Diess am Dienstag. weil sie teuer ist deutschen Werke sollen Jahr und für weite Strecken nicht genug Kapazität hat. Keine Autos Nun stellt Diess bis zu 30 000 Arbeitsplätze stecken dahinter. Im plätze von heute auf morgen abbauen.Konsens mit den Belegschaftsvertretern durch Einpört.heute. Diess für Jahr drei Milliarden Euro Anfang Dezember will will das ändern. doch er wird noch mehr eigner Niedersachsen um jeden Arbeitsplatz im verändern. All das wird nicht Emden oder Braunschweig bauen zu viele Mit. sagte Osterloh. Sie sollen etwa entscheiden. hält einen Rückzug aus den Vereinigten Staaten für geboten.« Erklärung für den Betrug. Immer neue Marken kauften nicht von gestern sind? Am Dienstagmorgen antwortete der Konzern sie dazu. »Im der Fokus auf die neue Antriebstechnik. Politiker aus der führung der Viertagewoche. die Wochenardie Weiterentwicklung der Batterietechnik. Rund eine Million Elektroautos sollen Frau verbracht habe. darauf. auch gelegt und dafür das Schlankheitsgebot völlig außer die Kunden hätten »spitze Finger«. so profitabel zu sein wie die anderen wird ja keinen Schalter umlegen und die ArbeitsKonzerntöchter Audi. immer höhere Absatzziele gaben sie aus. die Frage mit: Hat Volkswagen nichts gelernt aus Auf Dauer war auch das gerade genug. hoffen vereinfachen. die ler. was meist viele Arbeitsplätze kostet. Im Gegender Konzern ein Konzept für die Presse: Schon in wezug gibt das Management der nigen Jahren sei es attraktiver. um im soll der Elektromobilität gehören – und diese­ Herzen der Wagenburg Wolfsburg – bestehend Zukunft hat weniger Mitarbeiter. ob die AmerikaPläne gut sind. Nun soll es dort endlich passende neue SUV-Modelle geben. wie als harter Sparer erworben hatte. bis 2025 zum Bernd Osterloh Journalisten erzählt. Das ist möglich. Die früher undenkbar. Ein entsprechendes »digitales Ökosystem« werde entwickelt.«.Für Winterkorn galt nur Größe: »Verdoppelung tigsten Vorstandskollegen Herbert Diess.WIRTSCHAFT 27 DIE ZEIT No 49 Foto: Kristoffer Finn/laif 24. über ähnliche Nöte wie Diess gen-Konzernchef Matthias Mül.»Beschäftigungsprogramm« wird: »Die Industrie von entfernt. werden das neue Markenzeichen von Volkswagen«. Piëch und keine Vorstellung von Autos. Lamparter . Kassel. nach Wolfsburg man die Energiespeicher am besten fürs Unternehgekommen. Onlineforen schäumten. Arbeiter und Angestellzweiten Reihe forderten den Rücktritt. ter. Mitarbeit: Dietmar H. Branche radikal verändern – und Stellen kosten. Ein Hauptgrund ist ausgerechnet die neue Bei der Konzerntochter Audi hingegen waren es gut 3560 Euro und bei dem Rivalen Toyota im. bauen seine Manager das Unternehmen um  VON CLA AS TATJE L ange wurde auf einen TopmanaSo klagte Unternehmenspatriarch Ferdinand ger nicht so eingedroschen wie Piëch.der Spitze stand. Dazu kommen Herausforderungen im Ausland. dass die Elektromobilität sogar zu einem Bevor Diess kam. denn das Land sei für Volkswagen »ein Fass ohne Boden«. allein die Wege steht. Getriebe. Wie das gehen soll. sen – einen derart dramatischen Stellenabbau zu Diess’ Wachstumsgeschichte für die Zukunft unterbreiten. ist das für die Beschäftigten ein Belegschaft. Der hatte in einem Interview eigentlich überflüssig waren.weniger als ein Autoleben. Experten wie Willi Dietz. 2015 waren es Wolfsburg wohl verrückt. Seine Vision mehr verdienen. Porsche oder Škoda. Das Ergebnis der Treffen: Tausende LeiharbeitsMöglich machen soll den Umbruch vor allem jobs werden bis 2020 gestrichen. Der Chef der Stückzahl heißt minus zehn Prozent Kosten.vieles davon stellt Volkswagen selbst her.Biozu Protokoll gegeben. Dort spielen Dieselfahrzeuge kaum eine Rolle – und die Marke VW verkauft dort rund 40 Prozent ihrer Autos. wenn Elektromotoren ab Mitte des arbeiter zu wenige Autos. als etwa BMW oder Daimler. die beitszeit für viele Mitarbeiter der technischen Entdem Durchbruch der Elektromobilität bislang im wicklung wird gegen Bezahlung von 35 auf 40 Stunden erhöht. Stammbelegschaft eine Jobfür die Mobilität garantie bis 2025. wie es im Managersprech heißt – oder auf VW selber macht und wo es sich eher lohnt.

Jährliches Wachstum Es würde sich eine neue Übergangsregiedes Bruttoinlandsprodukts in Prozent rung bilden.Kontrolle zu verlieren. nisterpräsident zu einem Das entspricht 22 Prozent des italienischen Brutto­ dienstlichen Besuch ins inlandsprodukts. im Gegenzug für gezielte Reformen. das schadet der Wirt. und bei den von Anfang Oktober bis vor Kurzem durchgeführten 45 Umfragen lag dann fast durchgehend das Nein-Lager vorne – wenn gleich der Vor. die für ihr »Bei uns 30 aber nicht!« bekannt sind. Zeit zu gewinnen. dem Rettungsfonds der EU. bedeutet das: Die Sorge wächst. und die Staatsverschuldung soll 2017 im ischen Zentralbank durchgefallen. Viele Schulden Illustration: Lennart Gäbel für DIE ZEIT gesetzte Richtungen führen. Und dramatischer auch vor den Kamerateams zügig die Stufen hinunter als die Lage der schwedischen. Und der »gemeinsame Staat Investoren bieten muss. den sektor gab. auf welche wurschteln und das Wahlrecht so hinzubiegen. den mit Wahlgeschenken den Daumen senken. sich bei Fernseh. Die Europäische Kommission ver. finnischen und norwegischen Banken zu Beginn der 1990er Jahre. Ihr Nein-Lager beim Referendum anschwellen lassen. als an Gefahren gar nicht bewusst sind. sagt Mitte-links und Mitte-rechts kommen. steigt er dort Lage der italienische Banken schlechter als die der aus seinem neuen. und damit würde es völlig unmöglich werden. Für die drittgrößte Volkswirtschaft in Europa stiegen – und damit die Risikoprämie. Für Italien bestünde dabei der Anreiz. Italienische Politiker jeder Couleur würden Banken. dass Inves. Noch gibt es einen anderen Ausweg für die Monte dei Paschi: Sie könnte frisches Geld an den internationalen Kapitalmärkten einsammeln – eine Initiative. Die europäischen Beidown am 4. als den freien Geldverkehr leihen mit zehnjähriger Laufzeit entwickelt ha. Sie haben atteo Renzi hat sich eine Angewohnheit von Barack viel Geld verliehen. aber überholte Utopie. Und die Monte dei Paschi hätte es deutlich leichter. Außerdem würde eine solfrage von Ipsos betrachten sie das Referendum che europäische Rettung mit Auflagen die Beliebtmehrheitlich als Abstimmung über Renzi und die heit der EU-skeptischen Fünf-Sterne-Bewegung Arbeit der Regierung. Und sie sind gefährlich – jeschläge bei den Staatsanleihen zeigen. dass sich die Italiener der ihr Land eher in noch größere Not stürzen. wird Elke König womöglich zichtet dennoch darauf. Das nen groß ist. müssen erst die Kunden und Geldgeber einstehen. Darauf bereiten sich -4 Vertreter von EU und IWF bereits vor. wie es die Vereinigten Staaten nach dem Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2009 waren. Bis zum März dieses Jahres sahen 88 Prozent der Umfragen das Ja-­ ZEIT. könnte das Regierung. in dessen Rahmen Italien eine umfassende Rekapitalisierung der Bank ZEIT. dass man zwar immer die Frage bestim. Von April bis Ende September kamen nur noch 40 Prozent zu diesem Ergebnis. Solche Versuche. wie das Referendum ausgehen wird. Votieren die Italiener mit Nein. Es wird immer un150 klarer. um seine Macht zu stabilisieren. In -5 Brüssel macht inoffiziell ein Vorschlag die 88 1990 1995 2000 2005 2010 2015* Runde. »Der Brexit und Italien be. Das zeigt Run« zu verhindern. sie rettet die -1 Monte dei Paschi und verursacht dadurch ITALIEN -2 rund 60 000 Sparern Verluste bei ihren nachrangigen Anleihen – oder sie bittet -3 Europa um Hilfe. so sicher schien ihm der Erfolg. 4 mit Unterstützung der Demokratischen FRANKREICH 3 Partei und Silvio Berlusconis Forza Italia. In diesem Fall würde Renzi im Amt bleiben. sind in Itawelche Botschaft die Märkte mit einem Referendum verbinden. Stimmen sie dagegen. Mitherausgeber der Financial Times. Politisch und wirtschaftlich steht Italien also an einer Gabelung.hilferegeln untersagen das. Dahinter wird wohl wieder Jim Messina­ als es die ersten Rettungsmaßnahmen im Finanzstecken. dass die An­ Ministerpräsident Renzi von einer Rettungsaktion für die Monte dei Paschi di Siena abgehalten hat.und Finanzkrise stürzen. hinter der in erster Linie das USamerikanische Finanzschwergewicht JP Morgan steht.denfalls wenn man dem früheren griechischen­ toren in der Abstimmung einen Test für Italiens Finanzminister Giorgos Papakonstantinou glaubt. Die einstige Präsidentin der gespickten Haushalt zu sanktionieren – aus Angst. die im Martin Wolf. die der wäre das eine Katastrophe. »Dann wäre das Vertrauen in Italien stark erschüttert.men. Aber es gibt auch noch das entgegengesetzte Szenario – und das ist laut aktueller Umfragen wahrscheinlicher: Renzi verliert bei der Abstimmung am 4.GRAFIK/Quelle: Eurostat. Reformfähigkeit sehen.zu begrenzen – so wie es Griechenland 2015 getan ben.hat. das über die Zukunft Italiens und vielleicht 120 auch über die des Euro entscheiden könnte. All das soll Renzi vor dem großen Show. dass es auch wiederum könnte einen Ansturm auf die Geld­ eine Niederlage geben könnte. Prinzip den Auftrag haben wird. *Schätzung Lager klar in Führung.ten als notleidend oder sind bereits ausgefallen. Staatsverschuldung im Verhältnis Nun aber hat der relativ junge italie­ zum Bruttoinlandsprodukt in Prozent nische Ministerpräsident das Joggen und Rennen ziemlich nötig.Uhr für die toskanische Bank.GRAFIK/Quellen: Weltbank und OECD. dass mals verändern – und dass sie dann italienische Zeit teuer ist. dessen zweite Kammer verkleinern Maastrichtgrenze und die Vetorechte der 20 italienischen Regionen einschränken. Die Preise fallen. das der­ populistischen Fünf-Sterne-Bewegung einen Sieg bei den Parlamentswahlen 2018 erschweren würde. Denn die steigenden Risikoauf. dass sie Der sagte während der Finanzkrise Griechenlands aus einem Nein folgern. mit dem Portemonnaie abzustimmen und für die neue Verfassung zu stimmen. von der aus die Wege in entgegen.die Banken mit seinem Geld retten kann.vor den Wahlen nur weiter steigern. Um einen solchen »BankFinanzmärkte registrieren die Gefahr. Sie würde 1 schon bald vor einer schweren Entschei0 dung stehen: Entweder. wird der 41-Jährige wohl kaum im Amt bleiben. teuren Staatsflugzeug und joggt spanischen Banken 2013.einmal: »Oberstes Gesetz im Euro-Raum ist. Aktien und Anleihen in großem Stil abstoßen. *Schätzung aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus angeboten wird. sich durchzu»dass man aber nicht bestimmen kann. Renzi wiederum würde dann höchstwahrscheinlich alles tun. Das liegt auch daran. er wäre nur Geld leihen. die man den Menschen stellt«. das Land werde sich nie. darin. an den Märkten an frisches Kapital zu gelangen. einem solchen Paket zuzustimsagt ein eng in den Fall eingebundener Spitzen. würden italienische Sparer viel Geld verlieren – und Italien wäre so erschüttert. Sie kommt zurzeit auf 30 Prozent Zustimmung in den Umfragen – und liegt damit auf dem ersten Platz und kurz vor Renzis Demokratischer Partei.lich wird es also zu einer Art großer Ko­a­li­tion aus men kann. Um sich an den Populisten vorbeizuschieben. die 90 Renzi mit auf den Weg gebracht hat: Sie soll Entscheidungsprozesse im Parlament FRANKREICH 60 straffen. Wahrscheinweisen. wenn sie risikoscheue italienische Sparer dazu veranlassen. Die Regierung würde dadurch mehr Macht erhalten. Renzis riskantes Spiel an der Wahlurne lusten kommen würde.« Für Italien könnte die nächste Zeit sehr teuer werden. Dezember und tritt mit ziemlicher Sicherheit zurück. dass es für die Sparer nicht zu Verbanker. eine neue Regulierungsbehörde der Europäischen Union. Nicht nur Renzi merkt plötzlich. Auch wenn der Risikoaufschlag noch eine schöne. er selbst hat sein Schicksal mit dem Referendum verknüpft.Aus dem Englischen von Bettina Röhricht Ausschuss hat die Bank bereits als »likely to fail« eingestuft. Ihre Renditen sind in kurzer Zeit stark ge. deutschen Bankenaufsicht BaFin leitet den Einsie könnte so antieuropäische Kräfte und damit das heitlichen Abwicklungsausschuss. die all die notleischaffen. die noch unter dem griechischer Staatsanleihen liegt. also als Wackelkandidaten. möglicherweise unter Führung des Senatspräsidenten und früheren 5 Anti-Mafia-Staatsanwalts Pietro Grasso. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Italien wackelt Im Dezember entscheiden die Italiener über eine Verfassungsreform.lien allzu bekannt. wird sogar das zu einer gewaltigen Aufgabe.als die Situation in Skandinavien vor zwei Jahrauftritten vor italienischen Flaggen zu zeigen und zehnten. ITALIEN Zur Abstimmung steht eine Reform. Dezember helfen.denden Kredite aufkauft. leihen ausfallen könnten. Es ist gut möglich. wie sich die italienischen Staatsan­ tremfall wenig übrig. zugleich würden die Bankaktien stark anziehen. Aber sollte sich beim Referendum das NeinLager durchsetzen. Messina hat Renzi auch geraten. Die Bank ist Italiens größter Darlehensgeber nach Der Aufschwung im Land ist erneut ins Stocken Vermögenswerten und war im vergangenen Somgeraten. Laut einer Um. Dann nämlich. Für Italien ist die Lage allerdings auswegloser Renzi für viel Geld auf Staatskosten engagiert hat. Denn der Staat kann nicht einfach eine die übliche Europaflagge aus dem Blickfeld zu sogenannte Bad Bank gründen. externe Investoren anzulocken«. dass die Fünf-Sterne-Bewegung nicht an die Frage sie antworten.mer bei den europaweiten Stresstests der Europä­ schaft. Jetzt tickt die zehnten Jahr in Folge und damit auf ein Rekord. Kippt die Bank wirklich. Nach diesem Maßstab ist die Ausland reist.28 WIRTSCHAFT 24. Die Gründe für diese Skepsis sind vielfältig. sondern auch die automaten auslösen. das sie womöglich nie wiederObama abgeschaut: Wann sehen: Fast ein Fünftel ihres Kreditvolumens gelimmer der italienische Mi. Obamas früherer Wahlkampfleiter. Doch bevor der Staat sprung knapp und die Gruppe der Unentschlosse. Wenig Wachstum . Etwa mit einem neuen Wahlrecht. 2 in einer Art großer Koalition. – genau wie der scheidende US-Präsident. würde Renzis Regierung den Italienern wohl viele Wahlgeschenke versprechen. Lange schien die Zustimmung der Ita88 1990 1995 2000 2005 2010 2015* liener sicher. Dann nämlich stimmt das italienische Volk über eine Verfassungsreform ab – und damit über Renzis Zukunft.« Ebenso wenig kann die Regierung bestimmen. Wirtschaft und Sparer in eine tiefe Krise stürzen  VON FEDERICO FUBINI M Und dann sind da noch die Banken. Die Angst vor einem solchen Fiasko ist es.Kapital beschaffen. bliebe der Regierung im Exsich daran. Kann sie kein neues niveau steigen. damit sie dem Land Währungsraum« in der Euro-Zone. Die steigenden Anleihezinsen könnten dem Ja-Lager helfen. Allerdings wird das wahrscheinlich nicht paskönnte das Land also sogar in eine schwere­ sieren. Macht gelangt.

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

WIRTSCHAFT 29

DIE ZEIT No 49

Frankreich hofft
François Fillon könnte der nächste Präsident Frankreichs werden –
mit höchst umstrittenen Ideen  VON GEORG BLUME

W

olfgang Schäuble ist
der große Profiteur der
Vorwahlen zur franzö­
sischen Präsidentschaft.
Wie das? Erstmals seit
vielen Jahren könnte
der Finanzminister und
Hüter der deutschen Sparpolitik wieder einen
mächtigen Verbündeten außerhalb Deutschlands
gewinnen. Schäubles französischer Wiedergänger
heißt François Fillon, der aller Voraussicht nach
die Vorwahlen der Konservativen in Frankreich
am kommenden Sonntag gewinnen wird und
dann beste Chancen hat, fünf Monate später in
den Élysée-Palast einzuziehen. Dort will Fillon die
Sense benutzen: eine halbe Million Beamtenstel­
len streichen, ganze Verwaltungsebenen wie die
Departments wegkürzen, Gesundheitsausgaben
reduzieren, Arbeitslosengelder senken und weni­
ger Geld für die Armen zahlen. Sozusagen eine
erweiterte Agenda 2020 für Frankreich. Mit ihr
will Fillon »Frankreich innerhalb von zehn Jahren
zur führenden Macht Europas« machen. Sprich:
vor Deutschland. Aber Schäuble, dem Frank­
reich-Freund, wäre das genau so recht. Denn der
deutsche Finanzminister stände nicht mehr allein
da in Europa, wenn einem Präsidenten Fillon bei
sich zu Hause die Spar-Rosskur nach deutschem
Vorbild gelänge. Frankreich wäre endlich wieder
der gewünschte Partner auf Augenhöhe.
Fillon, der neue Überraschungsfavorit für die
französischen Präsidentschaftswahlen, erscheint aus
Berliner Regierungssicht also als Glücksfall. Schon
in der Vergangenheit sprach der Franzose Schäuble
immer wieder aus dem Herzen. »Ich befinde mich
an der Spitze eines bankrotten Staats«, sagte Fillon
kurz nach seinem Amtsantritt als Premierminister
unter Präsident Nicolas Sarkozy im Jahr 2007. Fünf
Jahre diente Fillon damals als Regierungschef unter
Sarkozy, allerdings ohne Schäuble aufzufallen. Statt
zu sparen, erhöhte das Team Sarkozy-Fillon nämlich
die Staatsschulden innerhalb von fünf Jahren um
600 Milliarden Euro. Heute betragen sie 2200
Milliarden Euro – ein »unermessliches Problem«,
sagte Fillon im Vorwahlkampf.
Dieses Mal will er reuig alles anders machen. Also
sparen und »die französische Wirtschaft befreien«,
wie er sagte. Soll heißen: Die 35-Stunden-Woche
streichen und Wochenarbeitsstunden bis zur euro­
päischen Höchstgrenze von 48 Stunden erlauben.
Das Arbeitsgesetzbuch von 3000 auf 150 Seiten
kürzen. Das Vertretungsmonopol der Gewerk­
schaften in den Betrieben abschaffen. Das Renten­
alter von 62 auf 65 Jahre erhöhen. Macht zusammen
fast mehr als eine Agenda nach deutschem Vorbild.
Kein Wunder, dass sich Fillon gerne mit Margaret
Thatcher vergleichen lässt, die Großbritannien ein
Jahrzehnt lang mit harter Hand regierte.
Setzte Fillon sich durch, wäre Frankreich nicht
mehr lange das Frankreich, wie wir es kennen. Zum
Beispiel wären die französischen Müllmänner dann
nicht mehr öffentliche Arbeiter, sondern out­
gesourcte Privatangestellte wie vielerorts in
Deutschland. Sie würden sicher weniger streiken.
Und französische Postbeamte weniger schwatzen.
Dem Land mit seinen heute noch 5,4 Millionen
Beamten, die nach den Maßstäben des modernen
Managements so viel an Effizienz zu wünschen
übrig lassen, käme endgültig die Gemütlichkeit im
öffentlichen Leben abhanden.
Doch wie passt der Fillon-Thatcherismus in eine
Zeit, in der seine angelsächsischen Vorreiter den
Brexit und Trump wählen? Kommt er nicht viel zu
spät? Hat ihn das Antiglobalisierungsdenken nicht
längst überholt?
»Der französische Archaismus hat uns bis zu
einem Zeitpunkt beschützt, zu dem das alte Modell
des Thatcherismus sehr ernsthaft unter die Räder
gekommen ist«, beobachtet der Pariser Spitzenöko­
nom Élie Cohen, Mitglied des Wirtschaftsrates des
französischen Premierministers. Cohen – 66 Jahre,
verschmitztes Lächeln unter weißgrauem Schopf
– rät der eigenen Regierung seit Jahren zu einschnei­
denden Reformen. Weil er das Land als einer der
Ersten vor der Deindustrialisierung warnte, erhielt
er den höchsten nationalen Verdienstorden. Fillons
Idee, das barocke französische Arbeitsrecht auf
wenige Paragrafen zurechtzustutzen, könnte von
ihm stammen.

Doch Cohen ist auch ein jüdischer Intellek­
tueller. Er will, dass sich die Geschichte nicht
wiederholt, und lehnt den neuen Nationalismus
à la Trump ab. »Der Brexit ist eine Folge des
Thatcherismus, der Populismus eine Folge des
Neoliberalismus – dabei gehen die angelsäch­
sischen Länder voran«, sagt Cohen. Frankreich
ist für ihn noch nicht so weit, die rechtsextreme
Marine Le Pen noch nicht mehrheitsfähig. Dem
Archaismus und seinen sozialen Nischen sei
Dank! Und doch glaubt Cohen nicht, dass das
französische System überlebensfähig ist.
Was also tun? Fillon wählen? Man spürt, ein Teil
des Ökonomen in Cohen würde Ja sagen. Aber das
reicht nicht. Ihm geht es ums Ganze. Seine Worte
haben Gewicht, auch dank der Kulisse für das Ge­
spräch: das Café Select am Boulevard Montparnasse,­
eine der großen Pariser Begegnungsstätten. Hier
verkehrten früher Picasso und Hemingway.
»Europa muss funktionieren«, antwortet Cohen
– tut es in seinen Augen aber nicht. Er habe sich
lange gefragt, warum. Erst habe er die Ungereimt­
heiten des Maastricht-Vertrages verantwortlich für
die Krise gemacht, dann die Weltfinanzkrise in den
Jahren 2007 und 2008. Erst dann fand er die Ant­
wort. »Heute ist mir klar, dass es die prinzipielle
Uneinigkeit zwischen deutscher und französischer
Wirtschaftsphilosophie ist, die ein jedes Mal ver­
hindert, dass Europa funktioniert«, sagt Cohen.
Den Unterschied beschreibt der Ökonom so:
Die Deutschen befolgen die Regeln, die sich Eu­
ropa gegeben hat. Der Vertrag von Maastricht gilt
für sie noch heute, buchstabengetreu. Für die Fran­
zosen dagegen lässt sich jede Regel der aktuellen
Lage anpassen. Griechenland, die Weltfinanzkrise
– aus französischer Sicht sind das jeweils Umstände,
die eine Regelanpassung verlangen, aus deutscher
nicht. Und die Umstände heute sind Null-Inflation
und Niedrigzinsen. Sagt Cohen als guter Franzose.
Also plädiert er fürs Investieren, nicht fürs Sparen.
Der Staat könne sich billig verschulden, das nomi­
nale Wachstum liege über dem Zinssatz. »Damit
verdient der Staat, wenn er investiert«, sagt Cohen.
Die deutsche Philosophie der Schuldenreduzierung,
angelehnt an die Maastricht-Kriterien und den
Stabilitätspakt, sei in diesem Kontext absurd.
Aber offenbar nicht absurd genug: Einen ähn­
lichen Kurs haben sich auch jene vier Millionen
Franzosen ausgesucht, die Fillon in den Vorwahlen
zum Präsidentschaftsfavoriten machten. Fillon redet
fast nur vom Sparen. Ohne den traditionellen fran­
zösischen Hang zur Industriepolitik. Die Unterneh­
men lässt er lieber allein. »Sie wollen nicht bevor­
mundet werden.« Klingt deutsch, fast ordoliberal.
Wobei damit eigentlich behoben werden könnte,­
worüber Cohen am meisten klagt: die deutschfranzösische Uneinigkeit. Doch reicht das?
Cohen hat Paul Krugman nicht vergessen. Der
erhielt für seine Theorie der Agglomerationseffek­
te des Welthandels im Jahr 2008 den Wirtschafts­
nobelpreis. Die Agglomeration in Europa ist
Deutschland, davon ist Cohen überzeugt – ähnlich
wie es in den USA Kalifornien mit dem Silicon
Valley ist. Alles andere wird, wie es Krugman
predigte, zur Peripherie. Genau davon aber erzählt
eines der letzten Bücher Cohens: Der industrielle
Absturz. Eine Trauergeschichte. Wie eines der
erfolgreichsten Industrieländer aller Zeiten, Frank­
reich, noch 1990 in voller Blüte, fast alles verliert.
Nur Flugzeuge und Wein bleiben den Franzosen
noch als zukunftsfähige Exportschlager. »Die
hochwertige Produktion ist in Deutschland, die
Billigproduktion in Spanien, Frankreich dazwi­
schen chancenlos«, fasst Cohen zusammen. Was
aber nützt es, bei wachsender Bevölkerung eine
halbe Million Beamtenstellen zu streichen, wenn
Ersatz in der Privatwirtschaft nicht vorhanden ist?
Mit anderen Worten: Frankreich droht das
Schicksal jener amerikanischen Bundesstaaten, die
zwischen Kalifornien und Mexiko, zwischen
Hochtechnologie und Billigarbeit ihre Arbeits­
plätze verloren haben. Schon wirkt Frankreichs
deindustrialisierter Norden wie ein zweites Penn­
sylvania, seine frustrierte Rentnergesellschaft am
Mittelmeer wie ein zweites Florida. Die Wähler in
diesen beiden Bundesstaaten brachten Trump die
entscheidenden Stimmen für den Sieg.
Deutschland dagegen erscheint aus franzö­
sischer Sicht wie das reiche Kalifornien und­

Bundeskanzlerin Angela Merkel wie eine Wahl­
kämpferin, die sich schon freut, wenn sie nur ihren
eigenen Bundesstaat gewinnt. Untröstlich blickte
Paris auf das glückliche Berlin, als der scheidende
US-Präsident Barack Obama dort vergangene Wo­
che zu Gast war. Man ahnte, dass etwas schieflief.
Der französische Starökonom Thomas Piketty for­
muliert es so: »Nicht eine Sekunde hätte ich mir
diese deutsche Selbstzufriedenheit vorstellen können.
Sie entspringt einem Höchststadium des Nationalis­
mus, der sich beglückwünscht, wenn alles um ihn
herum abstürzt, weil man sich selbst etwas weniger in
der Verantwortung sieht als die anderen, was aber
allem Anschein nach nicht einmal wahr ist.«
ANZEIGE

Der 45-jährige, immer jungenhaft wirkende Piketty­
liefert dieses schmetternde Urteil in seinem kleinen
Studierkämmerlein an der berühmten Wirtschaftsuni­
versität Ecole d’Economie de Paris, in dem er jeden
Anruf selbst beantworten muss. Weltbekannt machte
Piketty sein Bestsellererfolg Das Kapital im 21. Jahrhundert, eine umfangreiche Studie, welche die stets
wachsende Ungleichheit im Kapitalismus im Lauf der
Jahrhunderte dokumentiert. Natürlich sieht der Autor
sich heute durch Trump bestätigt. Und das nun denk­
bare, neue deutsch-französische Paar Merkel-Fillon
bereitet ihm Sorgen: »Wenn wir uns weiter in den
Kopf setzen, sowohl eine Restrukturierung sämtlicher
öffentlicher Schulden in Europa als auch eine wirk­

same Investitionsstrategie in Wachstum abzulehnen,
zerstören wir unweigerlich die europäische Idee.«
Genau in dieser Sache aber wird Piketty wohl vor­
erst nicht gehört werden. Denn Fillon wirkt heute so
dickköpfig wie Schäuble. Er will erst erreichen, was
dem deutschen Finanzminister nach 2008 schon ge­
lang: den eigenen Laden in Ordnung zu bringen.
Wenn er aber scheitert – entweder schon als Kandidat
bei den eigentlichen Präsidentschaftswahlen im nächs­
ten Frühjahr gegen seine vermutliche Herausforderin
Le Pen oder erst später als Reformer – so scheitert auch
die deutsche Politik.
www.zeit.de/audio

30 WIRTSCHAFT

24. N OV E M B E R 2016

A

ls Josef Ackermann sich den
Aktionären zuwandte, war es
fast wie immer: Er dankte den
Eigentümern der Bank für ihr
Vertrauen. Er lobte Verbesserungen in der Führungskultur
und das viel dickere Kapitalpolster. Er fühle sich »geehrt, mit so talentierten
und engagierten Managern zusammenzuarbeiten«,
endete der Schweizer dem Redetext zufolge.
Einiges war an diesem Tag Ende Oktober 2016
allerdings anders als früher. Josef Ackermann sprach
nicht zu Tausenden Aktionären wie damals, als er
noch Chef der Deutschen Bank war. Er sprach zu
167 Aktionären. Er hielt seine Rede in Nikosia auf
Zypern, nicht in der Festhalle Frankfurt. Anlass war
die Hauptversammlung der Bank of Cyprus, nicht
das Aktionärstreffen der Deutschen Bank.
Seit mehr als vier Jahren ist Josef Ackermann nicht
mehr bei der Deutschen Bank. Seit zwei Jahren ist er
Verwaltungsratschef des Instituts auf Zypern, das im
Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise gerettet
werden musste. Es könnte business as usual sein, nur
ein Manager mehr, der nach dem Ausscheiden aus
einem Spitzenamt eine neue Aufgabe als Kontrolleur
oder Berater übernimmt. Doch in Ackermanns Fall
ist dieser Job auch eine Flucht. Die Bank of Cyprus
– an der Peripherie Europas, in der Provinz der­
Finanzwelt – nennt ihn noch »Weltklasse«. Bei der
Deutschen Bank hingegen, dem 75-mal größeren
Geldhaus in Frankfurt, sind nur noch wenige gut auf
ihn zu sprechen. Es braut sich etwas zusammen gegen
den Mann, der von 2002 bis 2012 die Geschicke des
größten deutschen Kreditinstituts bestimmte.
Skandale, Milliardenstrafen, hohe Kosten, desolate IT: Vieles, was der Bank heute zu schaffen macht,
hat seine Wurzeln in der Ära Ackermann. Und so
könnte die Deutsche Bank bald den Bruch mit ihrer
Überfigur wagen – und von Josef Ackermann Schadenersatz fordern. Auch anderen früheren Spitzenleuten droht ein Konflikt, allen voran Anshu Jain, der
lange Zeit das Investmentbanking leitete, später die
Bank. Doch es ist ein Name, der besonders oft fällt,
wenn es darum geht, die Schuld am Niedergang des
Hauses einer Person zuzuweisen: Josef Ackermann.
Deutschlands einstige Vorzeigebank hat heute ein
Problem nach dem anderen. Fast 13 Milliarden Euro
musste sie bisher für Verfehlungen zahlen, viele davon
aus den Boomjahren bis 2008. Ein großer Batzen
wird noch hinzukommen, sobald die Bank ihren
Streit mit dem US-Justizministerium beilegt, bei dem
es um allzu riskante Wertpapiere aus den Jahren 2005
bis 2007 geht. 14 Milliarden Dollar haben die Amerikaner zum Auftakt gefordert. Doch selbst wenn am
Ende nur fünf oder sechs Milliarden Dollar stehen

DIE ZEIT No 49

1999
Kurz vor dem Sprung
an die Spitze: Der
Schweizer als junger
Vorstand bei der
Deutschen Bank

Alle gegen
Ackermann
Er war die Überfigur der Deutschen Bank.
Heute hat Josef Ackermann nicht einmal mehr einen
angesehenen Aufsichtsratsposten, die Bank streitet
mit ihm um Boni – und bald vielleicht um mehr.
Wie konnte das geschehen?  VON ARNE STORN

sollten, werden sich zwei Fragen stellen: Wer ist für
dieses Desaster verantwortlich? Und: Wird die­
Deutsche Bank ihre Ex-Manager dafür belangen?
Eine Konfrontation bahnt sich an. Sie verspricht
hässlich zu werden. Es geht dabei nicht vorrangig um
Geld (das aber natürlich auch). Es geht vor allem
darum, wie Bank und Öffentlichkeit künftig auf die
Ära Ackermann zurückblicken werden: War er der
Mann, der die Bank an den Rande des Abgrunds
gewirtschaftet hat? Der, der das Haus in die Weltspitze führte? Oder vielleicht der, der immerhin das
Schlimmste verhindert hat?
All diese Fragen wären nicht so bedrohlich, hätte
Ackermann wenigstens noch seinen Posten bei Zu-

2010
Auf dem Höhepunkt:
Der Vorstandschef
über den Dächern von
Frankfurt

habe«, schrieb er. Wenige Tage nach Wauthiers Tod
trat Ackermann zurück. »Seine Anschuldigungen an
meine Person sind in keiner Weise nachvollziehbar«,
sagte Ackermann damals. Eine Untersuchung sprach
ihn später von Verantwortung frei, aber Pierre Wau­
thiers Schatten hängt bis heute über ihm.
Eine Dokumentation der ARD zeigte jüngst,
wie sehr Wauthiers Familie bis heute mit der Frage
ringt, was damals geschehen ist. Der Film zeich­
nete Ackermann als aggressiven Banker, der als
heimlicher Chef agierte. Er wies das zurück.
Wauthiers Tochter sagt, sie gebe ihm keine direkte
Schuld, er könne seine Hände aber auch nicht in
Unschuld waschen.

rich, einem der größten Versicherungskonzerne der
Welt. Dort wurde er, nachdem er die Deutsche Bank
verlassen hatte, Verwaltungsratschef. Es war ein
Spitzenposten der Finanzwelt, zumal für einen
Schweizer, er sicherte Ackermanns Zugehörigkeit zur
ersten Reihe. Doch ein ominöser Selbstmord beendete dieses Engagement. Eines Montags im August
2013 erschien Pierre Wauthier, der Finanzvorstand,
nicht zur Arbeit. Eine Nachbarin fand ihn gegen 11
Uhr zu Hause – er hatte sich erhängt. In seinem Abschiedsbrief erhob Wauthier schwere Vorwürfe. Der
oberste Kontrolleur habe über die Maßen Druck auf
das Management ausgeübt. »Joe Ackermann ist der
schlimmste Verwaltungsratschef, den ich je getroffen

Der Fall hat Spuren hinterlassen. Umso wichtiger
ist für Ackermann die Auseinandersetzung mit der
Deutschen Bank. Auf der Hauptversammlung im
Mai ließ die Bank wissen, dass sie Ackermann derzeit
Bargeld und Aktien vorenthalte, im Wert von aktuell
insgesamt 4,9 Millionen Euro. Bei seinem Nachfolger
Anshu Jain sind es sogar 7,2 Millionen Euro. Vergangene Woche dann erschien die Meldung, dass
weitere noch nicht ausgezahlte Beträge in Rede stünden. Laut Geschäftsbericht hat das Institut bei einem
amtierenden Vorstand und zehn ehemaligen Vorständen Teile der Vergütung auf Eis gelegt. Ebenfalls
im Gespräch ist, ob die Bank bereits gezahlte Boni
zurückfordern will.

ANZEIGE

ZEIT.DE/PINNWAND 
Accessoires

Geschäftsverbindungen

Garten

Möbel

Rechtshistoriker recherchiert
für Sie:erfahren seriös zügig
Familie Beruf Ortsgeschichte
www.histox.de

Martin Wintergärten
Wohn(t)räume zum Leben

PRÄSENT Münnich entführt Sie gern in die
Welt der erzgebirgischen Manufakturbetriebe – lassen Sie sich inspirieren
www.schwibbogen-liebhabershop.de/zeit

Martin Wintergärten sind so individuell
wie Sie - die Vielfalt der Formen und
Materialien kennt keine Grenzen.
www.martin-wintergarten.de

Norwegen, Irland, Alaska
Räucherlachs mit Goldmedaille
Zuchtlachs,Biolachs,Wildlachs
www.norgelachs.de

Gesundheit
ZAHNPFLEGE AUF HOHEM NIVEAU!

Geld & Anlage

ZAWOH - LAMBERT - Aktion
„ALLES WAS GLÄNZT“ -10%
Ausgewählte, stilvoll noble Accessoires:
Leuchter, Lichter, Rahmen, Schalen, Glas
Tel. 06129 511 90 40
www.zawoh.de/sale/lambert-glaenzt/

Essen & Trinken
Würzpasten . Schwarze Nüsse .
Spezialitäten . Handmade & Bio
www.die-geniessermanufactur.de

Dienstleister Senioren-Pflege
Mod. Konzepte - staatl. geför.
sucht zur Finanzierung der
Expansion Eigen / Fremdkapital
sw@sebastianwendlinger.de
www.sebastianwendlinger.de

Neben hochwertigen Markenprodukten haben wir spez. Artikel
für Zahnersatz u. Implantate
www.zahnputzladen.de

Interieur

Sport & Freizeit

Ab
heute

Exklusivauktion ab dem 24.11.
Laufzeit nur 10 Tage

Segelnachrichten
von Seglern für Segler

Intensivkurse
bundesweit
5 Tage • 139 €
mocoba...das genial-regal
aus der kleinen box...
mocoba ist individualität neu definiert,
einfachheit und qualität die begeistert.
mocoba stecken sie einfach nur zusammen
und verändern es ganz nach ihrem bedarf.
mocoba ist enorm vielfältig, ob eckregal
oder raumteiler, als welle oder rund,
weiss, bunt, ihr mocoba definieren sie.
lassen sie sich begeistern auf:
www.mocoba.com

Möbel aus aller Welt
für drinnen und draußen
www.octopus-hamburg.com

zeit.de/mathe-abi
zeit.de/reiseauktion

Besser
kommen Sie
nicht weg.

Online Shopping

EIN STÜCK HEIMAT IMMER DABEI!
zeitlos u. individuell unter:
www.schwarzwaldtasche.de

Attraktive Reiseangebote
bis zu 50 % unter Listenpreis.
Steigern Sie mit!

Schmuck

Reiseangebote
ab 50 % unter
Listenpreis.

Nächste
Woche
in der ZEIT

www.zeit.de/reiseauktion
Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG,
Buceriusstraße, Hamburg

Fehlt Ihnen jemand?
Jetzt Kontaktanzeige aufgeben unter zeit.de/kennenlernen.

Traumhafte, handgemalte
Tischlampen aus Italien
Fuß und Schirm nach Ihren Wünschen
gefertigt. Designer-Tabletts aus nachhaltigem Birkenholz u.v.m. 0511 412673
www.ambiarte.de

Internet

www.zeit.de/reiseauktion
Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG,
Buceriusstraße, Hamburg

Mode

Hilfreiche Tipps im Netz!
von A bis Z unter
www.zeit.de/pinnwand

040/32 80-5366

Hochwertige Lammfellmode
direkt vom Hersteller

HERBST/WINTERKOLLEKTION!!

A

www.arche-schuhe.com
info@arche-shoes.de

Edle Schmuckkollektionen
in Gold und Silber
Die Manufaktur HENRICH-Schmuck kreiert
in meisterlicher Handarbeit mit den
Mitteln & Fertigkeiten tradierter Goldschmiedekunst und technischer Innovation
einzigartige Pretiosen von zeitloser
Schönheit und dauerhafter Wertigkeit.
Extravaganz in handwerklicher Vollendung
Onlinekatalog und detaillierte Infos:
www.henrichschmuck.de

Himmelsscheibe Schmuck
Colliers, Ringe, Armschmuck...
www.stil-trends.de

Lifestyle

zeit.de/kennenlernen

Nachhilfe

MATHE-ABI?

Geschenkideen
Exklusive Erzeugnisse
Erzgebirgische Volkskunst

ZEIT.DE/
AUKTION

Kontakt für Anzeigenkunden:
www.zeit.de/inserieren · Tel. 030 / 260 68 530

zu Fabrikpreisen
www.leder-fashion-outlet.de

SCHÖNE MODE AUS NATURFASERN
Ökologisch - Modisch - Fair
www.maas-natur.de

Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG,
Buceriusstraße, Hamburg

Weine & Spirituosen
FRANZ KELLER SCHWARZER ADLER
Weine - Restaurants - Hotel
www.franz-keller.de
MIRABELLENBRAND DLG GOLD
aus biol. Streuobstanbau
www.brennerei-baumgaertner.de

Versandhandel

MEHR KLANGFASZINATION
High-End erschwinglich: nuVero 60
Kostenlose Hotline 0800-6823780
Webshop/Direktversand ab Hersteller
Nubert electronic GmbH
Goethestr. 69 · 73525 Schw. Gmünd

.de

Tafelbesteck in Sterling-Silber
Das Besteckmuster ATELIER ist mit dem WHITE STAR AWARD in Silber dekoriert
worden. Das ist wie der Oskar in der Filmbranche.
Stolz ist die Krumbacher Silbermanufaktur Gebrüder Reiner auf ihre Auszeichnung:
eingedeckt in der Residenz des deutschen Botschafters in Washington, ausgewählt
als Ratssilber der bayerischen Landeshauptstadt München. Gibt es eine bessere
Empfehlung?
ATELIER besticht durch Aussehen und hohe Funktion. Es gibt Formen, die man
nicht verbessern kann. ATELIER ist eben kein modisches Trendbesteck, sondern ein
Klassiker der Moderne.
Ladenpreis

€ 700,00

Startpreis

€ 350,00

Anbieter:
Gebrüder REINER GmbH & Co. KG
www.reiner-silber.de

Verfügbarkeit

Online-ID

25481

WIRTSCHAFT 31

DIE ZEIT No 49

Fotos: Martin Ruetschi/KEYSTONE [M] (l.); Ostkreuz Agentur/Picturetank/Agentur Focus (m.); Maurice Haas/13 Photo (r.)

2 4 . N OV E M B E R 2 0 1 6

Die Bank könnte auch noch einen Schritt weiter
gehen und von ihren früheren Vorständen Schadenersatz fordern. Ansprüche muss der Aufsichtsrat
prüfen und, wenn berechtigt, geltend machen.
Unterlässt er dies, kann er selbst belangt werden.
Erst nach Ackermanns Abgang 2012 wurde
klar, welchen Preis die »Joe Show« hatte
Das Institut kommentiert die Angelegenheit nicht.
In Frankfurt ist jedoch zu hören, dass externe Anwälte schon Gutachten erstellt haben sollen, ob die
frühere Spitze belangt werden kann. Diese Dokumente sollen aber offenbar erst dann die Schwelle
ins Innere der Bank überschreiten, wenn die Zeit
reif ist, denn liegen sie einmal offiziell intern vor,
lösen sie Handlungszwänge aus. Noch ist keine Entscheidung gefallen, doch im kommenden Jahr
könnte es so weit sein. »Hundertprozentig«, heißt
es, werde die Bank gegen ihre alten Führungskräfte
vorgehen – Josef Ackermann eingeschlossen.
Es wäre ein drastischer Schritt, zumindest für
die Deutsche Bank, wo früher alle ehrfurchtsvoll
von »Doktor Ackermann« sprachen. Es war Ackermann, der das Haus fest in der ersten Reihe der
globalen Investmentbanken etablierte. Es war
Ackermann, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Rettung der Hypo Real Estate nachts am
Telefon mit Angela Merkel sicherstellte. Der Banker
wurde zum Star, der mit Staatschefs auf Augenhöhe sprach, ob bei der Regulierung der Finanzbranche oder der Rettung Griechenlands. Die
Deutsche Bank sonnte sich in seinem Glanz und
ihre Manager vergaßen, dass die Bank immer größer
sein wird als jeder ihrer Chefs. Das Haus geriet zur
One-Man-Show. Viele sahen Ackermann in einer
Reihe mit Hauslegenden wie Hermann Josef Abs
und Alfred Herrhausen.
Erst nach seinem Abtritt 2012 wurde klar, welchen Preis die »Joe Show« noch haben würde. Mit
dem ehrgeizigen Ziel einer Rendite von 25 Prozent
hatte der Schweizer eine Kultur des »Immer mehr«
geschaffen. Um die Rendite in die Höhe zu prügeln,
hatte man immer rücksichtsloser nach ertrag­
reichem Geschäft gesucht. Die Bank besaß am Ende
nur noch einen dünnen Puffer aus Kapital, das bei
Verlusten als Sicherheit dienen konnte. Im Investmentbanking, das Ackermann so liebte, hieß Erfolg,
dass die Erträge immer weiter wuchsen und die
Boni stiegen. Risiken? Kontrollen? Nebensache.
Und so überschritten Mitarbeiter die Grenzen des
Gesetzes, Manager tätigten Geschäfte, die sich
später als Quelle hoher Strafen herausstellen sollten.
Dazu zählt auch der Einstieg in jene Hypothekendeals, um die es aktuell im Streit mit den USA geht.
Eine Entscheidung, die in diesem Zusammenhang Fragen aufwerfen dürfte, fiel im Juli 2006 in
New York. Die Deutsche Bank versuchte damals
alles, um im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren in Amerika an die Spitze zu gelangen. Das
geht nur mit einer starken Präsenz im boomenden
US-Immobiliensektor. Also stiegen die Frankfurter
in das Spiel ein, bei dem Häuserkredite vergeben,
Hypotheken verkauft und diese zu Wertpapieren
verpackt werden. Immer fragwürdiger wurden die
Kredite, immer absurder die Wertpapiere. Die Bank
kaufte mehrere Immobilienfinanzierer, unter anderem eine Firma namens MortgageIT. Der Markt
biete »signifikantes Geschäftspotenzial«, jubelte der
zuständige Investmentbanker Anshu Jain bei­
Bekanntgabe des Deals.
Bevor die Verträge unterzeichnet wurden, gingen Jain und Ackermann den Deal noch einmal
durch. Beide hatten ein schlechtes Gefühl, doch die
Notbremse zogen sie nicht. Und eine Diskussion
im obersten Führungsgremium der Bank fand nicht
statt. Jeder Spartenchef führt seine Geschäfte autonom, solange Entscheidungen keine Auswirkungen
auf die anderen Sparten haben. »Ich erfuhr von der
Übernahme aus der Zeitung«, sagt einer, der damals
zur Spitze der Bank gehörte.
Der Einstieg ins US-Hypothekengeschäft könnte­
eine der Entscheidungen sein, die Ackermann und

Co. Forderungen ihres alten Arbeitgebers einbringen. Andere Skandale, die in ihren Amtsjahren
wurzeln, betreffen die Manipulation von Zins­
sätzen, Betrügereien bei Wechselkursen, Verstöße
gegen politische Sanktionen, Geldwäsche.
Was kann man Managern wirklich anlasten? Das
ist umstritten. Manager müssen unternehmerische
Entscheidungen treffen, und dabei können auch
schon mal Verluste entstehen. Wichtig ist, dass die
Verantwortlichen dabei stets alle Informationen
geprüft, Entscheidungen sorgfältig abgewogen und
Risiken ausreichend kontrolliert haben. In Jains
Umfeld gibt man sich entspannt: Beim Streit in den
USA handele es sich um ein Problem der Branche,
nicht um Verfehlungen Einzelner. In der Tat waren
viele Banken an derlei Hypothekendeals beteiligt.
Der frühere Risikovorstand lässt über einen Sprecher wissen: »Hugo Bänziger sieht das Ganze sehr
gelassen. Er hat sich nichts vorzuwerfen.«
Klar ist: Der Vergleich mit den USA wird sehr
teuer. Der öffentliche Druck, dafür jemanden zur
Rechenschaft zu ziehen, dürfte groß werden. Zu
groß, als dass die Bank die Frage von Schadenersatz
ignorieren kann. »Der Aufsichtsrat wird sich auf
alle Fälle mit dieser Frage beschäftigen müssen«,
sagt ein Kenner des Hauses. Spätestens auf der
nächsten Hauptversammlung wird sie kommen.
Vor allem die Aktionäre tragen die Last der vielen
Verfehlungen und Rechtsrisiken. Ihre Papiere haben
allein dieses Jahr 35 Prozent an Wert verloren.

Wie groß sein Anteil an den Strafen sei? »Ja, alles«,
ruft Ackermann leichthin – andere Banken hätten aber
noch viel mehr bezahlen müssen. Für eine Rückzahlung
ausgezahlter Boni gebe es »keine Rechtsgrundlage«. Ob
er auf noch nicht ausgezahlte Boni freiwillig verzichte?
»Mir fällt da kein Stein aus der Krone«, sagt Ackermann, doch dann sieht er sich moralisch verpflichtet,
sich zurückzuhalten. Er wolle nicht andere Manager

2014
Ergraut, aber weiter
aktiv: Der oberste
Kontrolleur der Bank
of Cyprus

unter Druck setzen, die noch aktiv seien und ihre Bezüge »dringender nötig« hätten als er. »Dieses Zusammenstehen der Familie, das ist für mich etwas Heiliges«,
erklärt er. Dass die Debatte in die Medien getragen
worden sei, habe ihn unter Druck setzen sollen. Beide
Seiten sollten die Diskussion besser »hinter verschlossenen Türen« führen. Die Fronten werden härter, der
Ton wird harziger.

An Geld mangelt es Josef Ackermann keineswegs.
Ausweislich der Geschäftsberichte hat er in seinen
Jahren als Vorstandschef mindestens 80 Millionen
Euro erhalten und dann eine Übergangszahlung von
7,1 Millionen Euro. Heute bekommt er von der Bank
nicht bezifferte Pensionsleistungen sowie Monat für
Monat ein »Ruhegeld« von 29 400 Euro. Der Schweizer hat genug Geld, der Streit könnte ihn kaltlassen.
Doch er kämpft um seinen Ruf. Die Zeit, in der er
ein überall hoch angesehenes Mitglied der globalen
Wirtschaftselite war – sie ist vorbei.
Ein Gespräch über sein altes Wirken und sein
neues Leben lehnt Josef Ackermann ab. Noch hält er
Mandate bei der türkischen Akbank und der schwedischen Firmenholding Investor AB, er ist Beirat an
der Frankfurter Universität. Aus vielen prominenten
Ämtern hat er sich aber zurückgezogen, bei Siemens,
Shell, dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Als Basis
dient ihm heute ein Büro in den Räumen einer Kommunikationsagentur in Zürich. Von dort ist es nicht
weit zur Renova AG, der internationalen Beteiligungsgesellschaft des russischen Milliardärs Viktor
Vekselberg. Dort gehört Ackermann zum Verwaltungsrat, dort wurzelt auch sein Job bei der Bank of
Cyprus, denn deren größter Aktionär ist eine Firma
aus dem Reich des Oligarchen.
Dieses Reich ist groß und geheimnisumwittert.
Kürzlich gab es in dem Konzern Verhaftungen und
Hausdurchsuchungen durch russische Behörden, der
Schatten von Präsident Wladimir Putin ist allgegenwärtig. Zu Ackermanns Kollegen zählen ein ehemaliger CIA-Chef und eine der einflussreichsten Frauen der Wirtschaftswelt. Ein Kenner Renovas berichtet von schillernden Moskauer Managern und
schrägen Geschichten. »Ackermann ist in den Dunstkreis des Dubiosen geraten«, sagt er. Der Schweizer
steuere allerdings »sehr elegant« durch diese Welt.
In Berlin wirkt der Superbanker a. D. wie geschrumpft. Spricht er von der Deutschen Bank, sagt
er immer noch »wir«, voller Stolz. Doch dann erzählt
er selbst eine Episode, die zeigt, wie weit es mit seinem
alten Haus gekommen ist: Auf der Hauptversammlung der Bank of Cyprus, »bei meiner kleinen Bank«,
habe schon die zweite Frage der Sorge gegolten, wie
groß das Geschäft mit der Deutschen Bank sei: »Das
tut mir weh«, sagt Josef Ackermann.
Weitere Informationen im Internet: 
w ww.zeit.de/deutsche-bank

ANZEIGE

80 Millionen Euro hat er als Bankchef
verdient, doch es geht um mehr als Geld
Berlin, November 2016. Josef Ackermann soll auf
dem jährlichen »Wirtschaftsgipfel« der Süddeutschen
Zeitung über die Vergangenheit sprechen. Der
Mann muss aber erst einmal draußen warten. Rund
eine Stunde lang. US-Präsident Barack Obama weilt
im selben Hotel, und als dieser sich aufmacht zu
Angela Merkel, hat ringsherum alles stillzustehen.
Ackermann, der einst auf Einladung der Regierungschefin seinen 60. Geburtstag im Kanzleramt
feiern durfte, ist nur noch Zaungast.
Später nehmen drinnen ein paar Hundert Zuhörer Platz. Sie merken schnell: Der Mann ist mit
sich im Reinen. »Ich habe keine Mühe, in Restaurants oder mit meiner Familie spazieren zu gehen.
Ich bin noch nie beschimpft worden«, sagt Ackermann. Die Bank habe »keine großen Verluste gehabt, kein Staatsgeld entgegennehmen müssen und
die Ertragskraft weitgehend erhalten«. Das Haus
sei im Investmentbanking binnen weniger Jahre in
die Spitze vorgestoßen, das sei »eine große Leistung«. Ackermann erinnert an den Zeitgeist der
Boomjahre und die hohe Dividende, die das Institut damals zahlte. »Da waren alle glücklich.« Blau
leuchtet sein Anzug, das Hemd ist strahlend weiß.
Je länger der Banker redet, desto surrealer wird
sein Auftritt. Ackermann macht die Erfolge groß
und redet ihren Preis klein, ohne Zeichen von
Scham, von Reue. Als sei die Deutsche Bank nach
seiner Amtszeit nicht dermaßen abgestürzt, dass
kürzlich sogar über eine Rettung durch den Staat
diskutiert wurde – oder über ein Zusammengehen
mit der einst belächelten Konkurrenz von der Commerzbank. Wer, wenn nicht der Chef, hat zu verantworten, dass die Bank aus der Spur geraten ist?
Wer, wenn nicht Ackermann, muss sich fragen,
wieso die Bank in fast jeden großen Skandal der
Finanzwelt verwickelt und ihr Ruf dahin ist?
Ackermann rechnet vor, dass die Deutsche Bank
von 2002 bis 2014 vor Steuern rund 48 Milliarden
Euro verdient habe. Was er nicht erwähnt, sind die
bald 20 bis 25 Milliarden Euro an Strafen oder die
knapp sieben Milliarden Euro Verlust im vergangenen Jahr, die ebenfalls auf Altlasten zurückgehen.
Als Ackermann dann auch noch den Kauf der Postbank zum patriotischen Akt und die Übernahme
von Sal. Oppenheim zum Dienst am deutschen
Steuerzahler verklärt, ist im Rund ein leises Raunen
zu hören. Einem Mann entfährt angesichts von so
viel Chuzpe ein entrüstetes Räuspern.

10 Billionen
Rechenoperationen
pro Sekunde.
Dein Gehirn.
Weil die beste Technik menschlich ist.
Und falls doch mal etwas ist, ermöglichen wir für
unsere Versicherten moderne Tumorbehandlung.

dietechniker.de

32 WIRTSCHAFT

Nömax!

Auf an die

Sigmax
Boomle!

Brzzze!

Tineiafi

Ziiish

24. N
NOV
OVEEM
MB
BEER
R 2016
2016
24.

DIIE
EZ
ZE
EIIT
T N
Noo 44 99
D

BungApi

Die Deutsche Börse schafft ein Segment für Start-ups, zum ersten Mal seit dem Neuen Markt. Doch wie soll es heißen? Wir hätten da ein paar Ideen  VON JENS TÖNNESMANN

N

ach 13 Jahren Besinnungszeit will
die Börse eine alte Idee wiederbeleben. Sie schafft ein Segment, in dem
kleine und mittelgroße Unternehmen den Börsengang wagen können. Das gab es schon einmal, damals hieß es
»Neuer Markt« und war ein Desaster. 2003
stampfte die Deutsche Börse das erst heiß geliebte
und dann sehr verhasste Segment ein – nachdem
Aktionäre damit 200 Milliarden Euro verloren
hatten, weil sie wie im Rausch in ziemlich überbewertete Firmen investiert hatten, Hauptsache,
sie machten irgendwas mit Internet. Jetzt ist die
Idee zurück, unter strengeren Auflagen und mit
mehr Schutz für die Aktionäre.

Der Schritt ist ein Erfolg für die deutsche
Start-up-Szene, die ein solches Segment seit drei
Jahren lautstark fordert. Wichtigstes Argument
der Gründer: Wenn junge Unternehmen leicht
aufs Parkett gehen können, haben professionelle
Geldgeber mehr Anreiz, ihren Aufbau zu finanzieren. Es hat etwas gedauert, aber nach der Politik
hat sich auch die Börse selbst wieder neu von der
Idee überzeugen lassen. Nur bei einem Punkt sind
alle ziemlich ratlos, weswegen Börsen-Chef Carsten
Kengeter nun gar um Vorschläge bittet: Wie soll
das neue Segment heißen?
Die Wirtschaftsredaktion der ZEIT hilft gern.
Auch wenn die unrühmliche Vergangenheit mitschwingt, würde es doch einer gewissen feinen Ironie

nicht entbehren, das Segment einfach Neuer Neuer
Markt oder Superneuer Markt zu nennen.
Gut gefallen würde uns auch, dieses Mal die Erfinder des Segments zu verewigen. Als Anerkennung – und damit man weiß, wer sich mitverantwortlich fühlen muss, falls es wieder scheitert. Einer
der lautesten Fürsprecher des Segments ist Florian
Nöll, der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Startups. Nöllscher Markt also! Oder kürzer:
Nömax. Auf dass der Radiosprecher künftig an­
sage: TecDax, MDax, Nömax. Oder doch Sigmax?
Schließlich befürwortete auch Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel das Segment.
Wenn es eher nach Start-up klingen soll, dann
bieten sich auch Kunstnamen an, die auf irgend­

394 mm

etwas anspielen. Hat ja schon bei Larry Page und
Sergey Brin ganz gut geklappt, als sie 1997 die­
Domain Google.com registriert haben. Also:
Boomle? Ziiiish? Oder noch viel besser: Noyamag?
Soll hingegen auf lautmalerische Anspielungen verzichtet werden, will man aber zugleich
nicht in die langweilige Börsen-Speak (»Prime
Standard«, »Entry Standard«) verfallen, so empfehlen wir einen Namen, der einer Fremdsprache
entlehnt ist, deswegen mystisch klingt und seine
Bedeutung nur bei genauer Recherche enthüllt.
Auch das ist in der Start-up-Welt beliebt: DaWanda
zum Beispiel, die Onlineplattform für handgemachte Produkte, ist nach einem afrikanischen
Namen benannt, der sich mit »Die Einzigartige«

übersetzen lässt. Für das neue Börsensegment kämen dann so schöne Namen wie BungaApi, Pahu,
Tineiafi in Betracht – aber bitte nicht Faalavelave,
das ist Samoanisch und klingt zwar sehr nett,
heißt aber Absturz.
In sind aber auch Namen, die Vokale aussparen. So à la Tumblr, Flickr, Numbrs. Vorschlag:
Brzzze. Das klänge nach rasantem Wachstum –
und das wollen doch alle, wenn sie an die Börse
gehen.
In einer geheimen Abstimmung plädiert das
Wirtschaftsressort übrigens für Nömax und Superneuer Markt – ein bisschen wie früher sollte es
also schon klingen. Aber, lieber Herr Kengeter, die
Entscheidung liegt natürlich bei Ihnen!

ANZEIGE

ImmobIlIen


FERIGHÄUSER

DIE BESONDERE IMMOBILIE

GELD & ANLAGE
Kapital ab € 50.000,-

fingerhaus.de

Investitions-/Mezzanine-Kapital,
stimmrechtsloses Beteil.-Kapital
Nachrang-Darlehenskapital ohne BaFin
von 50 T € – 200 Mio. €, Vorratsgesellschaften (AG, GmbH, KG)
Tel. 0551-999 64-240, Fax -248
dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de
www.finanzierung-ohne-bank.de

FRANKREICH
Qualität. Gebaut
von FingerHaus.

Wohnung in Agay/Saint-Rapha¨
el
In herrschaftlicher Residenz, 50m Sandstrand. Wfl. ca. 53 m2, Zi. 2, Kaufpreis
€ 210.000. Ohne Makler.
zeit.immowelt.de – ID: 26PYD4U
Ferienhaus in Pouldreuzic
Ländliche Idylle in Küstennähe. Wfl. ca.
125 m2, Grundstücksfläche ca. 5000
m2, Zimmer 6, Kaufpreis € 230.000.
Ohne Provision.
zeit.immowelt.de – ID: 29H6K4Y
Bauernhaus in Meillard

KAPTIALANLAGE/RENDITEOBJEKTE

Investieren und zurücklehnen
Business-Apartments –
vollmöbliert und zentrumsnah
in Bonn-Beuel. Die Chance für
Ihre sichere Kapitalanlage!
Kostenfreies Infotelefon:
0800 670 80 80

Kapitalanlage an der Ostsee
EIN BEITRAG DER
ZIEGERT BANK- UND IMMOBILIENCONSULTING GMBH

Die ZIEGERT Bank- und Immobilienconsulting GmbH, Berlins führender Vermarkter
von Eigentumswohnungen, verkauft erstmals Ferienwohnungen an der Ostsee. »Das
Angebot richtet sich an Menschen, die
nach soliden Erträgen über Sparbuchniveau
suchen und die gelegentlich auch mal
Urlaub im eigenen Ferienhaus machen
wollen«, sagt Geschäftsführer Nikolaus Ziegert. Die 133 Häuser werden im Ostseebad
Großenbrode auf einem ehemaligen Kasernengelände rund 300 Meter vom Strand
entfernt errichtet. Federführend beim Bau
des Holiday Vital Resort ist die EBK-HUSE
A/S, einer der größten Produzenten priva-

ter Wohn- und Ferienhäuser in Dänemark
und den skandinavischen Ländern.
Die Häuser werden im skandinavischen Stil
aus Holz errichtet und messen zwischen 65
und 100 m2. »Das Angebot umfasst sechs unterschiedliche Haustypen mit hochwertiger
Komplettausstattung von der Sauna über die
Einbauküche bis zum Haartrockner«, sagt
Nikolaus Ziegert. »Und zur Absicherung des
Investitionserfolgs wurden mit der TUI und
DanCenter zwei der führenden Ferienvermieter mit ins Boot geholt.« Die Preise liegen zwischen 198.900 und 268.500 Euro.
Die voraussichtliche Rendite wird mit 5 Prozent pro anno angegeben. Eigentümer können die Häuser bis zu acht Wochen im Jahr
selbst nutzen. Die ersten Häuser stehen im
kommenden Frühjahr zur Vermietung bereit.

zeit.immowelt.de – ID: 2BLG54N
Normannisches Steinhaus
in Le Mesnil-Villement
Wfl. ca. 90 m2, Grundstücksfläche ca.
2000 m2, Zi. 4, Kaufpreis € 130.000.
Ohne Provision.
zeit.immowelt.de – ID: 2BPTG4W
Villa in Rians
Großzügiges Layout. Wfl. ca. 320 m2,
Grundstücksfläche ca. 2000 m2, Zi. 7,
Kaufpreis € 450.000. Provisionsfrei.

Exklusivvertrieb:

ZIEGERT Bank- und
Immobilienconsulting GmbH
Schlüterstraße 54, 10629 Berlin
holiday-vital-resort@ziegertimmobilien.de
www.ferienhaus-ostsee-kaufen.de

Wfl. ca. 432 m2, Grundstücksfläche ca.
2007 m2, Zi. 7, Kaufpreis € 385.000.
Ohne Provision.

bonava.de/stadttor

zeit.immowelt.de – ID: 2PZQ33T

zeit.de/reiseauktion
Besser kommen Sie
nicht weg.

Besichtigungen nach telefonischer
Voranmeldung unter der Nummer
(030) 880 353 539 oder freitags
von 14 bis 18 Uhr und samstags von
11 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis
12 Uhr ohne vorherige Anmeldung

Über 400 Reiseangebote – bis zu 50 % unter Listenpreis.
DIE ZEIT Reiseauktion: ab 01.12. in der ZEIT und auf
ZEIT ONLINE!
Bieten Sie mit!

BADENWÜRTTEMBERG

SCHWEIZ

Ihre Traumwohnung
im Herzen der Schweizer Alpen

Wohnung in Stuttgart

Nächste
Woche

Exklusiv und luxuriös, beste Aussichtslage, ca. 151 m2, 3 Zimmer, Kaufpreis
€ 1.195.000. Ohne Makler.

in der ZEIT

zeit.immowelt.de – ID: 2AEH54X

NIEDERSACHSEN
Wohnhaus in Hannover

S
B AU

TA R

FO
T ER

LG T

GOT THARD RESIDENCES
ANDERMAT T

Jetzt Verkaufsunterlagen bestellen.
Andermatt Swiss Alps AG
Gotthardstrasse 2, CH-6490 Andermatt
+41 41 888 77 99
realestate@andermatt-swissalps.ch
www.gotthard-residences.ch

Joint-Venture-Partner:

4-Sterne Residenzen mit Hotelservice

Ab 415.000 Euro

Optionales Vermietungsprogramm

Grosses Fitness- und Wellness-Center

Voraussichtliche Fertigstellung Ende 2017

In 4 Stunden erreichbar von München
und Stuttgart

In Gehdistanz zur SkiArena AndermattSedrun und zum 18-Loch Golfplatz

uneingeschränkter Kauf und Verkauf
für internationale Käufer

Mit integrierter Garage. Wfl. ca. 140
m2, Grundstücksfläche ca. 641 m2, Zi. 4,
Kaufpreis € 320.000. Provisionsfrei.

www.zeit.de/reiseauktion
Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Buceriusstraße, Hamburg

zeit.immowelt.de – ID: 2B3XQ4Y

13. Mitteldeutscher

In Zusammenarbeit

mit:

UNTER
NEHMER
TAG
Jetzt kostenfrei anmelden:
www.convent.de/mut

Mitveranstalter:

Veranstalter:

05/12
2016

Leipzig
Westin Hotel Leipzig

Partner:

Leipzig-Halle

Nahles: Armut in Deutschland hat das Gesicht stabil und berechenbar bleiben. dass möglichen. dass sich die­ braucht werden wollen. auffängt.ZEIT: Warum dann nicht gleich die Rente ab 70? arden an Rentner verteilt. Aber die geltenden Gesetze respricht. wonach Do. Deshalb Rolle mehr. und er will noch lands. in dem Leben und Arbeiten am sorge hat. ZEIT: Fühlt es sich nicht doch seltsam an. Dann kann man über den richtigen Weg demokratisch­ streiten. Solche Experimentierräume gehen aber nur unter strikten Bedingungen: zeitlich befristet. Das erwarte ich aber von ihr. mit dem Veränderungs. spielt im politischen pauschale Erhöhung ben. seit die Populis. Man sucht nach Gewisshei.und Clickworkern viel häufiger arm als Angestellte. Einfach mal abschalten und in Ruhe aufdrehen. Es kann nicht sein. die keinen Plan­ haben. geln nur die Situation bis 2030.denken.zu einer längeren Lebensarbeitszeit? linge kommen oder weil die Gesellschaft liberaler Nahles: Schäuble ist ein typischer Fall für die wird. Zweifeln Sie in solchen Momenten druck umzugehen. beschäftigen. die körperlich nicht mehr können wäre schon mal ein wichtiger Schritt. er ist mittags immer zum Essen einmal günstige Konditionen. etsätzliche Fragen. Alles andere ist übri.rungsbank. wissenschaftlich begleitet. Populismus mit Popu. Da steht die Zahl 65! Ich bin sicher. rechtigkeit.de . der Union. Jetzt kommt wieder dung immer noch kein Geld für die Altersvor. gens auch unfair gegenüber den Steuerzahlern.nicht einfach so lassen. Geschwindigkeit der Globalisierung. dass sich manche mit Geld bekämpfen? Andrea Nahles: Nein. früher nach Hause zu gehen. Die Leute lesen Heimatkrimis ZEIT: Sie sitzen im Bundestag neben dem oder kochen nach alten Rezepten. Sie haben Angst vor der Anspruch auf die neue Solidarrente. nur noch Hürden im Kopf und Journalisten in den letzten zehn Jahren oft zu vor allem in vielen Arbeitsverträgen. Jetzt wollen viele mit Nahles: Das würde nur eine Rentenkürzung bedem Thema Wahlkampf machen. ZEIT: Wie gravierend ist das Problem der Alters.nicht doch manchmal am strikten Nein der SPD ten. tariflich abgesichert. wie sie ist? wettlauf nach dem Motto: Welche Partei hat das Nahles: Ich werde ganz sicher nicht die Rentenhöchste Gebot für das Rentenniveau? Ich möchte reformen der vergangenen fünfzehn Jahre rücknicht.gleichen Ort stattfindet. wo andere längst abheben. können zum Beispiel ihren Mitarbeitern erlauben. Wenn Sie Legislaturperiode. und mit Wahrhaftigkeit bekämpfen. und denen. N OV E M B E R 2 0 1 6 WIRTSCHAFT 33 DIE ZEIT No 49 »Hürden im Kopf« Foto: Dominik Butzmann für DIE ZEIT Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles über die Rente mit 70. ohne vorzusorgen. Das Gespräch führten Fabian Klask und Elisabeth Niejahr ANZEIGE KOPFHÖRER MIT STILL MUTE Der hat die Ruhe weg: Dank seiner aktiven Geräuschunterdrückung bringt der MUTE Ihnen Sound pur. die ihr Leben lang geschuftet fühlten? Eine Antwort der SPD auf Populisten in und Beiträge gezahlt haben. dass die SPD im Wahlkampf mehr ver. die mit Populisten sympathi. Ich bin inzwides Renteneintrittsalters brauchen wir mehr indivischen viel kämpferischer geben« duelle Lösungen. prognosen bis 2040 oder starren Gesetzen für ZEIT: .heute schon länger arbeiten. beim Tempo der JünBetrieb überhaupt keine geren mitzuhalten. SPD. die über das staatlicher Grundsicherung. Um das zu erten Zulauf haben? Nahles: Mir war eigentlich immer bewusst.. die uns alle was mehr Urlaub zu haben. wie in den USA. Ich will. Mein Vater war Mauzahlen..dringend überlegen. Das muss ja auch nicht sein. mit klarem Profil ZEIT: Warum zahlen Sie den ganz armen Alten. Nahles: Eher im Gegenteil. die Idee finden viele gut. Selbstständige sind im Alter an die Arbeitswelt von Crowd. und Erwerbsminderungsrente brauchen. wenn sie sich mit ihren Arbeitgebern einig sind. Die Analyse ist auch Nahles: Wir müssen darüber verhandeln. Arbeit und Lesie beitragsfrei bleiben oder ermäßigte Beiträge ben gehörten zusammen. damit Unternehmen zum Beispiel bei der Arbeitszeit Neues ausprobieren können. im Wahlkampf und Abschläge in Kauf nehmen müssten. das alle nald Trump vor allem bei Wählern Erfolg hatte. ob Frau Merkel wirklich einen Plan für die nächsten Jahre hat. Solche Arbeitnehmer können ZEIT: Machen Sie etwas anders. wie wir das so gestalten. Ob auf Reisen. ZEIT: Und das können Sie mit Gesetzen erreichen? Nahles: Ich werde mit dem Weißbuch Vorschläge machen. Für eine Verabredung bis zum Jahr 2030 hin. Unternehmen. Nicht alle Lebensstile aus Berlin-Mitte ge.Nahles: Die Grundsicherung ist das Netz. Seine ausgezeichnete Bass-Performance lässt ihn auch dort noch ganz unten spielen. weil die Arbeit sich verändert. ZEIT: Schaffen Sie das gemeinsam mit der Union noch vor der Wahl? ZEIT: Die Warnungen sind also übertrieben? Nahles: Es gibt Alarmismus. 14 Prozent der Kinder leben von eine verlässliche doppelte Haltelinie. es gibt allerdings NAHLES: Ich hoffe. Macht die Union Nahles: Ich fände es falsch.nicht getan haben. Das Menschen. kann man Populisten Grundsicherung. bekommt staatliche erhalten und Freude an der Arbeit haben. Union und SPD mir wird es deshalb keine pauschale Erhöhung haben unterschiedliche Vorstellungen von Ge. dass wir abschalten können. Ich schlage da. scher.. und ich glaube. nicht mit Geld.dass die Jüngeren einen Anspruch auf Klarheit armut überhaupt? Sie haben Zahlen präsentiert. haben wir gerade das Flexirenten­ unsere Demokratie nichts Selbstverständliches gesetz gemacht.Flexirente: In seinem Betrieb. Viele. wir bekommen zumindest auch Gruppen. dass die Beiträge und das Rentenniveau wonach die Lage viel besser ist als gedacht.rer.dabei mit? lismus light zu beantworten. Das kostet. Was ZEIT: Sollte man die bestehende Rentenformel ich aber vermeiden möchte. und zwar möglichst noch in dieser talisierung der Arbeit schreiben lassen. dass wir von Ereignissen nicht einfach nur überrollt­ werden. Es gibt genug Leute. sollte über sein Geschäftsmodell ohne. Mein Opa war Nahles: Für Unternehmensgründer planen wir Schmied. im Ministerium über die Zukunft der Arbeit oder die Rentenhöhe im Jahr 2045 nachzudenken – und dann wird ein Trump gewählt oder in Großbritannien ein Brexit herbeigestimmt und die Welt ist eine andere? Nahles: Ich will gerade jetzt vermitteln. Es gibt jetzt keine gesetzliche ist. die Gründer und viele Kleinunterneh. die mitmachen. aber nicht die von Grundsicherung leben müssen.Andere würden gern Teilzeit arbeiten. Wir brauchen eines Kindes. müssen ZEIT: Sie haben gerade ein Weißbuch zur Digiwir mehr tun.24. mit dem dass viele Ältere noch geErgebnis. für die andere Arbeitnehmer bezahlen. das sollten wir deutlich machen.gängig machen. ZEIT: Ist Ihre Rentenpolitik nicht auch populis. Wer aber im Jahr fünf nach der Grün. einfach etwas mehr ? ZEIT: Ist denn die Analyse falsch. und wir müssen uns hin noch mal nachdenken.ein Zeitalter. die nicht so lange durchhalten Nahles: Ich habe nichts dagegen. haben Sie dann nicht Zweifel an Renten­ her eine Pflichtversicherung vor . tisch? Sie haben zu Beginn Ihrer Amtszeit Milli.ringerung von Altersarmut.glaube. Teufel Raumfeld Flagshipstore Budapester Str. Ich bin noch nicht einmal sicher. über 65 sind es nur drei Prozent. Für einige und rede mehr über grundwürde es schon reichen. deuten für alle.. Das äußert Dafür wäre sie auch ein echter Beitrag zur Versich mal radikaler. Als Politikerin kann ich darauf verlassen. Eine Zeit lang könnten quer über seinen Hof gegangen. Das ist eine 74-jährigen Wolfgang Schäuble auf der Regiebiedermeierliche Art.Arbeitszeiten? mer überfordern könnte. als sie in einer Regierung halten könnte. bei den Menschen Jahr 2030 hinaus gilt.teufel. gibt es fallen den Leuten in anderen Teilen Deutsch. Aber im Jahr sieren. sind ja gerade nicht in einer schlechten 2020 hätte etwa eine halbe Million Menschen wirtschaftlichen Lage. Es sollte dabei aber Unterschiede geben die sich wirtschaftlich an den Rand gedrängt zwischen denen. wie bei uns. ist ein Überbietungs. Mit über die Rente zu sprechen. im Büro oder wenn Ihr Nachbar am Sonntagmorgen seinen Rasen mäht. mal nostalgi. zialleistungen sein. Trotzdem sind wir Politiker und auch viele Hürden mehr. weil Flücht. unsere Gesundheit Wer im Alter arm ist. ist 46 DIE ZEIT: Frau Nahles. routiniert gewesen. Ich zu einfach. dort die Kinder ins Bett zu bringen und sich dann nach 20 Uhr wieder an den Rechner zu setzen. und Verlässlichkeit für die Zeit danach haben. die das Deutschland könnten ja höhere Renten und So.keinen Besseren für den Job. die schlecht abgesichert sind. nicht aufhören. Bürger denken: Was ich »Mit mir wird es keine aber Schwierigkeiten hameine. 38-50 10787 Berlin | Beratung & Bestellung 030-217 84 217 www.des Renteneintrittsalters geben. für ihn war das anders. Populisten mit einer Haltung. Clickworker und wirksame Mittel gegen Populisten Noch 24 Jahre arbeiten? Andrea Nahles. ZEIT: Das ist ein neuer Ansatz.

Wolfgang Schulz analysieren den Status quo und beleuchten dabei alle wichtigen Themenfelder – von E-Health über innovative Geschäftsmodelle bis zu künstlicher Intelligenz. Melanie Unseld und renommierte Experten in die Vielfalt der Klassik ein. 4. dass kaum noch Gesprächsbereitschaft besteht? Der von Polizei und FBI ausgebildete Verhandlungsexperte Matthias Schranner stellt Ihnen die wichtigsten Prinzipien und Taktiken einer erfolgreichen Verhandlungsführung vor. Sascha Friesike und Medienrechtsexperte Prof. 7236 Rhetorik Journalismus Musik Die Kunst der guten Rede Die ZEIT-Schule des Schreibens Die Vielfalt der Klassik neu entdecken und verstehen Wie fesselt man als Redner das Publikum? Ob Martin Luther King. | 6 Lektionen DVD-Seminar: 99 € | Bestell-Nr. wenn der Verhandlungspartner besonders schwierig und die Situation so festgefahren ist. Dr.2016 18:19 . | 8 Lektionen DVD-Seminar: 89 € statt 99 € | Bestell-Nr. 7197 Online-Seminar: 49 € statt 59 € | Bestell-Nr.01. Buceriusstraße. 7196 DVD-Seminar: 89 € statt 99 € | Bestell-Nr. wie Sie eine beeindruckende Rede halten.11. Dietmar Till. | 8 Lektionen Was macht guten Journalismus aus? Was kann und muss eine moderne Redaktion heutzutage leisten? Acht renommierte ZEIT-Redakteure widmen sich den wichtigsten journalistischen Genres und gewähren persönliche Einblicke in ihr Handwerk. Innovationsforscher Prof.95 € Versandkosten innerhalb Deutschlands. von der großen Sinfonie bis zum Kammerkonzert  – in spannenden Vorträgen und tiefgehenden Interviews führen Sie Prof. Auslandspreise auf Anfrage.de Preise gültig bis 08. 7235 Online-Seminar: 79 € | Bestell-Nr.de/weihnachten 040 / 32 80-11 90 Online-Seminar: 59 € statt 69 € | Bestell-Nr. Anbieter: ZEIT Akademie GmbH.2017. 7142 service@zeitakademie. | 8 Lektionen Vom Klavierkonzert bis zur Oper. 7222 www. Preis zzgl.zeitakademie. Helmut Schmidt oder Aristoteles – erfahren Sie anschaulich und praxisnah von Prof. Strategien.ANZEIGE Neu Entdecken Sie die neuenSeminare Jetzt attraktive Weihnachtsrabatte sichern! Digitale Revolution Wie die Vernetzung der Welt unser Leben verändert Vor welche Herausforderungen stellt uns die zunehmende Vernetzung der Welt im Alltag und in Unternehmen? Und welche Chancen und Risiken ergeben sich für jeden Einzelnen? ZEIT-Autor Christoph Drösser. Was aber. Dr. Dr. 7226 Neu Verhandeln mit Erfolg Ziele. die im Gedächtnis bleibt. | 12 Lektionen DVD-Seminar: 109 € statt 129 € | Bestell-Nr. Hamburg 102533_ANZ_10253300008486 [P]_X4_ONP26 1 21. 7221 DVD-Seminar: 109 € statt 129 € | Bestell-Nr. Taktiken Verhandlungen gehören zum beruflichen und privaten Alltag eines jeden Menschen – vom Gehalt bis zur Schlafenszeit der Kinder. 7225 Online-Seminar: 59 € statt 69 € | Bestell-Nr. Dr. 7141 Online-Seminar: 49 € statt 59 € | Bestell-Nr. und im Job kommunikativ überzeugen.

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

WIRTSCHAFT 35

DIE ZEIT No 49

Wo Bizeps eine
große Rolle spielen:
Fotos mit Produkten
der Firmen Zec+
und MyProtein aus
sozialen Netzwerken

Fotos: zecplus/Instagram (6); myproteinde/Instagram (4)

Bock auf Muskeln
Auf Instagram,
YouTube und Facebook
preisen Unternehmen
Präparate zum
Muskelaufbau an.
Viele sind riskant und
kaum zu kontrollieren 
VON RUBEN REHAGE

W

er sich selbst halb nackt
vor dem Spiegel fotografiert, die Bauchmuskeln
angespannt, und das dann
mit Hunderttausenden
teilt, der meint es ernst.
Und wenn Hunderttausende daraufhin »gefällt mir« klicken, nicht nur das
Foto meinen, sondern auch die Leistung honorieren, bekommt man eine Ahnung davon, wie ernst
das alles wirklich ist.
Um den Grad der Ernsthaftigkeit deutlich zu
machen, beginnt diese Geschichte nicht in einer
verschwitzten Ecke im Fitnessstudio, wo Schwarzenegger-Kopien Kilos stemmen und vor der Spiegelwand posieren. Vielmehr navigiert man erst mal
durch Instagram, YouTube und Facebook, stets
den Fotos wohlgeformter Menschen hinterher.
Menschen, die ihre Muskeln anspannen (#fitness),
die Low-Carb-Diäten machen (#bodyshape), die
Vorher-nachher-Fotos von sich zeigen (#transformation). Und sehr oft ist da auch dieses eine Wort,
das sich ausspricht wie eine Begrüßung: Whey.
Whey ist ein Nahrungsergänzungsmittel. In einer
Welt, in der große Muskeln eine große Rolle spielen,
sind Nahrungsergänzungsmittel lukrative Produkte.
Produkte, die Namen haben wie Crea­tine, BCAAs,
Weight-Gainer, Fat-Burner, Booster, und: Whey.
Manche dieser Produkte sind einfach teuer verpackter Abfall. Andere sind fast schon giftig. Eine
Geschichte über Nahrungsergänzungsmittel kann
man aus zwei Perspektiven erzählen. Da ist die glitzernde Welt der sozialen Netzwerke, voll mit Bildern schöner Körper. In dieser Welt gibt es schöne,
weil fitte Unternehmens-Chefs, die schöne Zahlen
präsentieren können. Es gibt aber auch diese andere
Seite der Geschichte. Da sind Minderjährige, die
gestreckte Pulver einnehmen, oft auch gefährliche
Pulver, damit ihre Muskeln schneller wachsen und
sie so aussehen wie ihre Idole im Internet.
Der Rohstoff für die Muskelmacher ist ein
Abfallprodukt aus der Käseherstellung
Um zu verstehen, was da vor sich geht, macht man
sich am besten erst mal auf den Weg in die Glitzerwelt, zu einem Unternehmen, das in dem Geschäft
mit dem Abfall besonders erfolgreich ist – nach
Northwich, einem Ort im Nordwesten Englands, der
eine historische Kirche zu bieten hat und ein histo­
risches Pumpwerk.
Und bald auch Omega: ein graues Ungetüm,
200 Meter breit, 500 Meter lang und 20 Meter
hoch. 100 000 Quadratmeter Fläche, vollgepackt
bis unter die Decke.
Um zu wachsen, brauchen Muskeln vor allem
Eiweiß, da passt es also, dass ein Unternehmen, das
mit Nahrungsergänzungsmitteln handelt, MyProtein
heißt. Omega ist die Lager- und Produktionshalle
von MyProtein. Die britische Firma ist das in Europa
erfolgreichste Unternehmen in einem Wachstumsmarkt, wie es wenige gibt.
Der Fitness-Lifestyle will gefüttert werden, optimierte Nahrung soll es sein, also hat sich der Markt
mit Nahrungsergänzungsmitteln zu einem BoomGeschäft entwickelt. Seit Jahren legt die Branche in
Deutschland konstant um rund acht Prozent zu und

kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 150
Millionen Euro. Und MyProtein: Wuchs im Jahr
2013 um 38 Prozent. Wuchs im Jahr 2014 um 71
Prozent. Wuchs im Jahr 2015 um 62 Prozent. Und
wird in diesem Jahr voraussichtlich um 41 Prozent
wachsen und einen Umsatz von 270 Millionen Euro
erzielen. Vor allem mit einem Produkt, das nicht viel
mehr ist als Abfall aus der Käseproduktion. Whey.
Die Zahlen kennt Nathan Hornstein aus dem
Effeff, klar, er ist der PR-Mensch von MyProtein.
Ein schlaksiger Kerl mit Hornbrille, kein Muckibuden-Typ. Noch ist Omega nicht in Betrieb, weswegen Hornstein durch die alte Halle führt. Auch
das ist gute PR, denn die Regale dort sind komplett voll, jede Nische wird genutzt, der Besucher
denkt: viel zu eng hier. Deshalb Omega, deshalb
gut 100 Millionen Euro Investition.
Das mit Abstand wichtigste Produkt der­
Branche ist Eiweißpulver, sogenanntes »Whey
Protein Konzentrat 80«. Oder, auf Instagram und
Co: #whey. Jeder Hersteller hat Eiweiß im Sortiment, es ist der Standardartikel für Kraftsportler.
Eiweiß ist der zentrale Baustein der Muskulatur:
Wer trainiert, aber seinem Körper nicht genug davon zuführt, wird kaum Muskeln aufbauen. Die
International Society for Sports Nutrition sagt,
Sportler sollten knapp zwei Gramm Eiweiß pro
Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen – pro
Tag. Ein 80 Kilogramm schwerer Sportler könnte
diesen Bedarf mit ungefähr 1,5 Kilogramm Hähnchen decken. Oder ein paar Shakes trinken.
Whey besteht überwiegend aus Molkeprotein.
Der Rohstoff ist eine klare Flüssigkeit, die am
Ende der Käseproduktion als Abfall anfällt. Vor
nicht allzu langer Zeit wurde das Zeug noch weggeschüttet, aber jetzt wird es getrocknet, aromatisiert, verpackt und dann verkauft. Fast 9000 Tonnen davon hat allein MyProtein im vergangenen
Jahr verarbeitet. »Abfall« ist also eigentlich längst
nicht mehr der richtige Begriff.
Ein paar Stunden nach der Tour durch die Produktion, ein Konferenzraum. Andy Duckworth ist
der Chef hier, er strahlt Fitness aus, bis in die perfekt gegelten Haarspitzen. Er legt den Schlüssel
seines Aston Martin auf den Tisch, schenkt sich
stilles Wasser ein und redet dann über alles, was
ihm wichtig ist, wenn es um sein Unternehmen
geht – vegane Produkte, die neue Produktlinie nur
für Frauen, den amerikanischen Markt, und: Marketing. Alles, sagt Duckworth, geschehe heute im
Internet. »Nicht manches. Alles.« MyProtein hat
1,3 Millionen Fans bei Facebook und 623 000 bei
Instagram. Dank einer simplen Strategie.
MyProtein sponsert Sportler, die Bilder von sich
in sozialen Netzwerken posten, das #Teammyp. Wie
zufällig tauchen auf den Bildern die verschiedensten
MyProtein-Produkte auf. Mehr als 250 Sportler
werden von MyProtein ausgestattet, manche SzeneStars sind darunter wie der Fitnesssportler Alon
Gabbay (Instagram-Follower: 256 000), aber auch
weniger bekannte wie die Surferin Corinne Evans
(knapp 8000 Follower). Der Trick: Diese Art des
Marketings ist bei der klar umgrenzten Zielgruppe
maximal effektiv bei vergleichsweise geringen Kosten.
Wer Whey haben will, kann es sich online bestellen – oder man geht in einen Fitnessladen. In
Hamburg-Altona zum Beispiel bietet Tim Heitmann

über 30 Sorten Whey an, einige in großen Tüten,
manche in Fünf-Liter-Eimern verpackt. Insgesamt
zwölf Fitnessläden gibt es in Hamburg, einen sogar
direkt nebenan, das sei aber kein Problem, sagt Heitmann, der Kuchen sei groß genug für alle. Wenn man
mit Heitmann reden will, muss man das Gespräch
alle paar Minuten unterbrechen, weil Kunden hereinkommen und etwas kaufen wollen. An einem Donnerstagmittag. Junge Kunden. Alte Kunden. Breite
Kunden. Dünne Kunden. Frauen wie Männer. »Es
kommt schon lange nicht mehr nur der klassische
Pumper«, sagt Heitmann. Manchmal stünden vor
ihm richtige Kinder.
Es gibt keine Altersbeschränkung für
die gefährlichen Stoffe
Kinder wie der Junge, vielleicht 15 Jahre alt,
schüchterner Bartflaum, die Kappe falsch herum
auf, der in Heitmanns Laden nach einem »Booster«
fragt, »der mit dem Totenkopf auf der Verpackung«.
Das ist der Moment, in dem klar wird, dass längst
nicht alle Hersteller nur auf veredelte Käseabfälle
setzen, um Muskeln zu optimieren. Der Moment,
wo man sich in dem anderen Teil der Geschichte
wiederfindet: dem mit den gestreckten und den
gefährlichen Mittelchen.
In der Szene genießen Booster eine zweifelhafte
Beliebtheit: Pumper nehmen das Pulver, um länger
und härter trainieren zu können. Es gebe Booster,
von denen drei Gramm Pulver eine Wirkung hätten wie 14 Tassen Kaffee, sagt Heitmann. Immer
wieder werden jedoch einzelne dieser Produkte
verboten. Im vergangenen Jahr zum Beispiel hat
das Lebensmittelamt unter anderem »Tunnelblick
2.0« vom Markt genommen. In dem Produkt war
ein Stoff, der Agmatin heißt und in Deutschland
nicht verwendet werden darf. »Das Absurde ist«,
sagt Heitmann, »dass es aber nach wie vor Booster
gibt, die Agmatin enthalten und nicht verboten
sind.« Hinter ihm im Regal stehen welche.
Und eine Altersbeschränkung? Gibt es nicht. Der
Junge mit dem Flaum über der Lippe könnte sich also
jeden beliebigen Booster kaufen, mit oder ohne­
Agmatin, mit der Wirkung von 8 oder 12 oder 14
Tassen Kaffee – wenn Heitmann ihn lassen würde.
Aber Heitmann sagt, dass er Minderjährigen die
Produkte nicht gebe, weil er nicht für Herzrhythmusstörungen von Kindern verantwortlich sein wolle.
»Leider sind die Jungs aber nicht doof, die kaufen sich
das Zeug dann eben im Internet.«
In Deutschland wächst eine Branche, in der quasi
jeder nach Belieben Pulver zusammenrühren und
völlig hemmungslos an jeden verkaufen kann, der
Geld hat und Bock auf Muskeln. Wenn überhaupt
kontrolliert wird, dann nur, weil ein Konkurrenzunternehmen eine Analyse in Auftrag gibt oder ein
Produkt beim Lebensmittelamt anschwärzt.
Im Regal von Heitmanns Laden steht eine riesige
Dose »Iso Whey Zero« des Herstellers BioTechUSA.
Laut einer Analyse des Fresenius-Instituts ist das
Produkt gestreckt. Den Test hatte kein Zoll und kein
Amt in Auftrag gegeben, sondern das Konkurrenzunternehmen Zec+. »Gestreckt heißt in diesem Fall
zwar nicht giftig, aber die Qualität ist viel schlechter
als das, was die Verpackung suggeriert«, sagt Matthias
Clemens, der Chef von Zec+. BioTechUSA bestreitet

Clemens’ Analyse, das Unternehmen will in Ungarn
vor Gericht ziehen. Clemens gibt unermüdlich Analysen von Produkten in Auftrag, mit denen er nachweisen will, dass die Konkurrenz schlechte Qualität
liefert. Und weil er diese Analysen dann schamlos
nutzt, um die Wettbewerber schlechtzumachen und
seine eigenen Produkte besser dastehen zu lassen, ist
er der wahrscheinlich umstrittenste Typ der Branche.
Es gibt Menschen, die Matthias Clemens von
ganzem Herzen hassen. Menschen, die »ihren« Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln verteidigen
wie Ultras ihren Fußballverein. Clemens hat schon
Morddrohungen bekommen. Sein Vorgehen ist, klar,
ziemlich radikales Selbstmarketing. Man muss das
nicht gut finden. Aber wenn man mit Clemens
spricht, dann glaubt man ihm, wenn er sagt: »Ich
mache das vor allem, weil es mich ankotzt, dass die
alle so hemmungslos bescheißen.«
Mit gestrecktem Eiweiß schaden Kunden immerhin nicht ihrer Gesundheit, sondern nur ihrem
Geldbeutel. Anders bei Boostern. Es gebe Booster,
da sei Ephedrin drin oder DMAA, extrem leistungssteigernde, extrem gesundheitsschädliche
Stoffe, sagt Clemens. Das sei dann auch nicht mehr
wie ein paar Tassen Kaffee – man könne stattdessen
gleich Speed nehmen. Auch MyProtein verkauft
Booster, und auch diese Produkte sind mit Sicherheit nicht geeignet für 14-Jährige. Aber die wirk-

dürften nicht verkauft werden – solange es nicht
strengere Kontrollen und Vorschriften gäbe. Alles
andere, sagt er, sei schlicht Drogenhandel.
Ein Handel, bei dem inzwischen auch große
Einzelhandelsketten mitverdienen wollen. Moabit ist
ein Viertel in der Mitte Berlins, noch nicht ganz
Hipster-Land, weswegen diese Gegend voll ist mit
halbstarken Großstadtkindern. Entsprechend viele
Fitnessstudios gibt es – quasi an jeder Ecke eins.
Schaut man sich hier ein bisschen in den Supermärkten um, findet man in so gut wie jedem große
Dosen mit Eiweißpulver.
In manchen Supermärkten kann man sogar Creatin Monohydrat kaufen. Creatin ist ein körpereigenes
Hormon, das in der Szene als das effektivste Nahrungsergänzungsmittel gepriesen wird. Creatin bewirkt, stark vereinfacht, dass Muskeln Wasser ein­
lagern und schneller wachsen. Man legt also deutlich
schneller zu als ohne. Aber: »Die Einnahme kann die
Nieren stark belasten«, sagt Kuno Hottenrott, Sportwissenschaftler an der Universität Halle-Wittenberg.
Wer nicht gleichzeitig Unmengen Wasser zu sich
nimmt, hat also eine gute Chance, seiner Gesundheit
zu schaden. Und: »Jugendliche sollten Creatin grundsätzlich nicht einnehmen«, sagt Hottenrott.
Spricht man mit Hottenrott oder anderen Sportwissenschaftlern, fällt auf, dass auch sie keinen Überblick über alle Produkte haben. Hottenrott zum­

ANZEIGE

lich gefährlichen Produkte stammten meistens von
kleineren Herstellern, sagt Clemens, und meistens
kämen sie aus Osteuropa. Clemens selbst verkauft
auch Booster. »Manchmal beschweren sich bei mir
Leute, dass mein Booster nicht wirken würde. Ich
sage denen dann: Vielleicht weil in dem Zeug, das
du sonst trinkst, harte Drogen enthalten sind und
bei mir halt nur Koffein.« Ginge es nach Clemens,
gäbe es für seinen Booster eine gesetzliche Altersbeschränkung von mindestens 16 Jahren. Und alle
Produkte, die nicht aus Deutschland kommen,

Beispiel sagt, er sei bei vielen Untersuchungen erschrocken gewesen, was Amateursportler an Produkten konsumieren. »Das war oftmals sehr hart an der
Grenze zur Gesundheitsgefährdung«, sagt er. Aber
Booster? Dazu gebe es in Deutschland bislang noch
keine wissenschaftliche Untersuchung.
Ganz anders auf Instagram: #booster ist dort
ziemlich verbreitet.
Weitere Informationen im Internet: 
w ww.zeit.de/fitness

36 WIRTSCHAFT

Wassereinspritzung

Der Wirtschaftsminister und der Finanzminister streiten über die Privatisierung der Autobahnen  VON PETR A PINZLER

D

Mit Wasser Sprit sparen? Klingt seltsam,
ist aber machbar. Bosch stellte fest, dass
selbst moderne Benziner beim Beschleunigen rund 20 Prozent ihres Kraftstoffs
verschwenden. Da bei hohen Drehzahlen
ein Teil des Benzins nur noch zum Kühlen dient, ist es nutzlos für den Vortrieb.
Dieser Spritanteil lässt sich durch destilliertes Wasser ersetzen. Noch vor der Zündung des Kraftstoff-Luftgemischs wird in
den Ansaugtrakt ein feiner Wasser­nebel
eingespritzt, der schlagartig verdampft
und die Temperatur verringert. Dadurch
sinkt zum Beispiel die Klopfneigung, die
Entwickler können noch mehr Leistung
aus dem Sprit herausholen. Rennmotoren nutzen dieses Prinzip schon länger,
ebenso der neue schnelle BMW M4
GTS, und auch die heute immer populäreren kleinvolumigen Dreizylinder-Turbo­
motoren wie beim VW TSI fahren gut
damit.
DIETHE R RODATZ

DIE ZAHL

Foto: Toni Anzenberger

16
Quelle: Unternehmensangaben

AUTO

DIE ZEIT No 49

Bitte mal nachrechnen

WOFÜR IST DAS DA?

Sekunden benötigt der
Elektrosportwagen NIO,
um von null auf 300 km/h
zu beschleunigen

24. N OV E M B E R 2016

er Wahlkampf hat begonnen, und er tobt rund um
ein deutsches Thema:
Autobahnen. Anfang der
Woche war es so weit in
der Bundespressekonferenz. Normalerweise reden die Sprecher der Ministerien dort Konflikte
klein. Doch an diesem Montag ist das anders. Da
wird ein Streit zwischen dem CDU-geführten
Finanzministerium und dem SPD-geführten
Wirtschaftsministerium genüsslich zelebriert. Es
geht um die Frage, wer künftig die deutsche
Autobahnen bauen und betreiben soll.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)
will das Grundgesetz ändern, damit auch private Investoren richtig einsteigen können. Sein
Sprecher wirbt für den Plan mit »Effizienzgewinnen« und »lukrativen« Anlagemöglichkeiten für Versicherungen. Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel (SPD) lässt hingegen verkünden, dass »weder Straßen noch Fernstraßen«
voll privatisiert werden dürften. Deswegen werde der Minister das entsprechende Gesetzes­
paket blockieren. Mindestens bis Weihnachten
wird nun weiterverhandelt.
Schäuble denkt ans Geld, Gabriel wohl auch
an die Stimmung im Volk. Die Privatisierung
der Autobahn ist bei vielen Deutschen so beliebt wie Schweinebraten bei Vegetariern. 74
Prozent der Bürger sind nach einer Umfrage für
das ARD-Morgenmagazin dagegen.
Die Fronten scheinen klar: Auf der einen
Seite steht der finanzmarktfreundliche Finanzminister, der die Verkehrsinfrastruktur an private Versicherungskonzerne und Großanleger
verkaufen will. Auf der anderen Seite der soziale Wirtschaftsminister, der staatliches Eigentum
(unsere Autobahnen!) vor dem Zugriff privater
Konzerne rettet.
Nur, ganz so schwarz-weiß ist die Sache
eben doch nicht, eher grau.
Unstrittig ist: Bau und Reparatur von Autobahnen müssen anders und vor allem besser als

bisher organisiert werden. Erst vor ein paar Wochen musste die Polizei an der Leverkusener
Rheinbrücke – über die führt die A 1 und damit
eine der am meisten befahrenen Autobahnen –
eine fünf Millionen Euro teure Lastwagensperre
installieren. Nur so lässt sich verhindern, dass die
Brücke einsturzgefährdet werden könnte. Die
Brücke wird gerade neu gebaut und soll, man mag
es kaum glauben, frühestens 2020 fertig sein.
Um solche Desaster künftig zu verhindern, setzte
Gabriel schon 2014 eine Kommission ein. Unter
Leitung von Marcel Fratzscher, dem Chef des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, sollte sie Wege finden, wie trotz Schuldenbremse möglichst schnell möglichst viel Infrastruktur entstehen
kann. Die Kommission schlug unter anderem eine
»Verkehrsinfrastrukturgesellschaft« vor. Die soll die
Autobahnen planen, bauen und verwalten. Sie
kann, so die Hoffnung, effizienter arbeiten als die
16 Landesbehörden, die bislang für den Straßenbau zuständig sind. In Österreich funktioniert­
genau das ziemlich gut.
Damit aber auch mehr Geld als bisher fließt, so
eine zweite Idee, sollen künftig private Anleger in
die Infrastruktur investieren können.
Der Wirtschaftsminister übernahm diese Ideen:
»Ich kann mir unter anderem gut vorstellen, dass
wir Lebensversicherungskonzernen attraktive Angebote machen, sich an der Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur zu beteiligen«, sagte er
beispielsweise der Märkischen Allgemeinen im
Sommer 2014. Das hätte Schäuble nicht besser
sagen können.
Doch genau deswegen begann der Streit. Zunächst allerdings nicht zwischen den Ministern,
sondern zwischen den Gewerkschaften, die die
Privatisierung bekämpfen, wo sie nur können, und
dem Wirtschaftsministerium: Die Arbeitnehmer­
vertreter argumentierten, dass es sich für eine Regierung und damit für die Steuerzahler nicht­
rechne, Versicherungen neue Renditemöglich­
keiten zu bieten – in Zeiten, in denen der Staat
sich selbst für null Prozent Zinsen verschulden
und dieses Geld in Autobahnen investieren könne.

Da hat die
Privatisierung
geklappt: Autobahnbaustelle in
Österreich

Untersuchungen des Bundesrechnungshofes
gaben den Gewerkschaften weitere Nahrung. Die
Behörde, die staatliche Verschwendung aufdeckt,
hatte sechs sogenannte öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) untersucht: Das sind Straßen, die
komplett von privaten Investoren finanziert und
dann von Baukonzernen gebaut und über Jahrzehnte unterhalten wurden. Der Staat erstattete
ihnen dafür die Kosten. Das Ergebnis war ernüchternd: Fünf der sechs Projekte seien viel zu teuer
geworden. Deswegen warnten die Rechnungsprüfer Anfang 2016 noch einmal explizit davor, »Projekte auch dann im Wege von ÖPP zu realisieren,
wenn eine konventionelle Realisierung wirtschaftlicher wäre«. Im Klartext: Rechnet genau nach,
bevor ihr privatisiert!
Gabriel ließ sich davon nur mäßig beeindrucken, und im Finanzministerium hält man die
Kritik erst recht für überzogen. Dort zitieren Mitarbeiter ein Gutachten des eigenen Beirates, das
solche Partnerschaften viel positiver bewerte.
Das Ministerium geht mit dem eigenen Gesetzentwurf sogar noch einen entscheidenden Schritt
weiter als Gabriel: Während der Wirtschaftsminister private Investoren nur als Anleger, also beispielsweise durch den Kauf von Anleihen, an der
Infrastruktur beteiligen wollte, will der Finanz­
minister sie zu Eigentümern machen: Seine Verkehrsgesellschaft soll zumindest zum Teil privatisiert werden können. Damit werde dort ein anderes »unternehmerisches Klima« einziehen, so der
Sprecher von Schäuble. Er verweist dabei auf die
Bahn. Die gehört zwar komplett dem Bund. Sie
könnte aber – politische Mehrheiten vorausgesetzt
– problemlos privatisiert werden. Aber wozu?
Wolfgang Schäuble und seine Leute sind davon
überzeugt, dass marktnahe Unternehmen besser auf
Nachfrage reagieren, also auch Autobahnen künftig
dort bauen würden, wo es echte Nachfrage gebe. Und
nicht dort, wo die Politiker es wollten.
Das Wirtschaftsministerium aber will demgegenüber die Entscheidung übers Gemeinwohl nicht aus
der Hand geben. Und schon hat Deutschland ein
erstes Wahlkampfthema.

ANZEIGE

MEIN PATENKIND
BEGLEITE ICH
REGELMÄSSIG ZUM
ARZT – TROTZ
8.000 KM ENTFERNUNG.
„Es ist mir wichtig, dass mein Patenkind gesund
aufwachsen kann – denn jedes Jahr sterben
Millionen Kinder an Krankheiten, die vermieden
oder behandelt werden könnten. Zusammen
mit World Vision sorge ich dafür, dass Kinder
wie mein Patenkind Praise Impfungen und regel­
mäßige medizinische Untersuchungen erhalten.
So sind sie besser vor Krankheiten geschützt
und können sich gesund entwickeln.“

Das ist die KRAFT
der Patenschaft.
Werden auch Sie jetzt Pate:
Beate, Patin von Praise

worldvision.de

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

DIE ZEIT No 49

WIRTSCHAFT 37

ANALYSE UND MEINUNG

DER STANDPUNKT

Die rot-grüne Supermacht

A

uf die Trump-Frage hat Chinas­
Vize­außenminister gewartet. Minutenlang hat Liu Zhemin bei seinem
Auftritt auf dem Klimagipfel von
Marrakesch diplomatische Freundlichkeiten verbreitet, hat die Zusammenarbeit der
Weltgemeinschaft beim Klimaschutz gepriesen,
hat Chinas Treue zum Klimaabkommen von Paris
bekräftigt. Dann, endlich, fragt ein Journalist:
»Was sagen Sie zu Donald Trumps Behauptung,
der Klimawandel sei ein von Chinesen erfun­
dener Schwindel, um Amerikas Wirtschaft wettbewerbsunfähig zu machen?« Liu lächelt, blickt
nochmals kurz auf sein Skript. Und antwortet
sanft: »Wenn Sie auf die Geschichte der Klimaverhandlungen schauen, wurden diese in Wirklichkeit in den 1980er Jahren gestartet: mit Unterstützung der Republikaner unter den Regierungen Reagan und Bush.«
Einige Zuhörer klatschen Beifall. Andere twittern Lius Aussage hinaus in die Welt. Hinten im
Raum unterdrücken Gefolgsleute des Ministers nur
mühsam ihr Lachen. Vor ein paar Jahren noch gab
es Gerüchte in ihrem Heimatland, die US-Politik
spiele den Klimawandel hoch, um Chinas stetig
wachsende Exportindustrie auszubremsen.
Nun plötzlich sind die Rollen vertauscht. Die
USA werden aus dem Pariser Vertrag aussteigen
und das transpazifische Handelsabkommen TPP
aufkündigen – so zumindest hat es Trump gelobt.
Und das einst so abgeschottete China, mittlerweile
größter Treibhausgas-Emittent der Welt? Profiliert
sich als Vorkämpfer für Klimaschutz und Freihandel, um damit viel Geld zu verdienen.
Die Chinesen haben das Weltklimaabkommen
gerettet. Als nach Trumps Wahlsieg die Gipfelteilnehmer von Marrakesch paralysiert waren und ei-

nige Delegationen gar nichts mehr zu den Vereinbarungen von Paris sagen wollten, erklärten Pekings
Vertreter, ihr Land werde weitermachen – egal, was
Trump beschließe. Prompt zogen andere Schwellenländer nach: Indien, Brasilien, Russland. »Es gibt
eine neue Weltordnung«, sagt Erik Solheim, der
Chef des UN-Umweltprogramms. Die Schwellenländer, China voran, hätten »die Führung in der
Klimapolitik« übernommen. »China: from zero to
hero«, sagt Li Shuo, Energieexperte von Greenpeace.
China als Vorkämpfer für die Umwelt? Das
klingt erst mal absurd. Vergiftete Flüsse, verseuchte
Äcker, versmogte Städte – seit Jahren gehen solche
Bilder aus der Volksrepublik um die Welt. Mehr als
eine Million Chinesen sterben pro Jahr allein an
den Folgen der Luftverschmutzung. Macht im
Schnitt einen Toten alle 31 Sekunden.
Die unübersehbare Zerstörung der eigenen
Lebensgrundlagen führt aber auch dazu, dass die
Machthaber umdenken.
»Umweltverschmutzung wird in China vergleichsweise offen thematisiert, und die Spitzen­
kader müssen selbst die schlechte Luft in Peking
einatmen. Viele Funktionäre empfinden das als
Schmach«, sagt Sebastian Heilmann, Direktor des
Berliner Mercator-Instituts für China-Studien
(Merics). Schreitet der Klimawandel voran, kommen weitere große Probleme auf die Nation zu. Das
Abschmelzen großer Gletscher würde die Wasserversorgung von Teilen des Landes gefährden – und
ein höherer Meeresspiegel die Küstenmetropolen.
Shanghai beispielsweise liegt so niedrig, dass bei
einem weltweiten Temperaturanstieg um vier Grad
bis zum Jahr 2100 ohne Gegenmaßnahmen drei
Viertel der Stadt überflutet wären. »China muss im
eigenen Interesse dafür sorgen, die Erwärmung einzudämmen«, sagt Lord Nicholas Stern, langjähriger

FORUM

Chefökonom der Weltbank und Berater der britischen
Regierung für Klimafragen.
Wieder und wieder hat die Zentralregierung in den
vergangenen Jahren Umweltgesetze verschärft. Peking
hat Hunderte von besonders dreckigen Kohlekraftwerken abschalten lassen – und kürzlich angeordnet,
den Bau 30 neuer Meiler zu
unterbrechen. Im kommenden
Jahr soll der erste nationale
Markt für Verschmutzungsrechte eröffnet werden. Dann
müssen alle Betriebe in zunächst acht besonders emissionsintensiven Industriesektoren für jede ausgestoßene
Tonne Kohlendioxid eine Lizenz besitzen oder kaufen.
Parallel hat die Führungsriege ein Erneuerbare-Energien-Programm verordnet, wie
es die Menschheit noch nicht
gesehen hat. 2015 ging fast jede
zweite weltweit installierte
Windkraftturbine und jedes
dritte Solarpanel in China ans
Netz. Wasserkraft baute die
Volksrepublik sogar stärker aus
als alle übrigen Nationen zusammen. »Dazu wird im großen Stil in Batterieforschung und Elektrotankstellen,
aber auch in den Aufbau von Nukleartechnologie investiert«, sagt Heilmann. Mehr als hundert Milliarden
Dollar hat sich der Staat das alles schon kosten lassen.
Es zahlt sich aus: ökologisch wie auch ökonomisch.
Obwohl die Wirtschaft der asiatischen Supermacht
noch immer deutlich schneller wächst als die der­
westlichen Industriestaaten, sinkt ihr Kohlendioxid-­

Ausstoß – auch wegen zahlreicher neuer Atomkraftwerke – seit nunmehr zwei Jahren.
Mehr als 3,5 Millionen Chinesen arbeiten in der
Erneuerbare-Energien-Industrie: fast zehnmal so
viele wie in Deutschland. Längst sind die Asiaten Weltmarktführer in der Herstellung von Windrädern und
Fotovoltaikmodulen. Gerade
erobern ihre Firmen den Markt
für Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos. Schon in vier
Jahren sollen fünf Millionen
Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Straßen unterwegs sein, rund 25-mal so viele
wie zurzeit in Deutschland. So
verlangt es der Fünfjahresplan.
Diese Klimaschutz-Planwirtschaft bringt Peking sogar
den Beifall liberaler Ökonomen
ein. Für die internationalen Investoren, die den Billionen Euro
teuren Aufbau nachhaltiger
Energie- und Verkehrssysteme
finanzieren sollen, seien abrupte
politische Kursänderungen nach
Machtwechseln »die größte Abschreckung«, sagt Regierungsberater Stern. »Chinas Planungssystem gibt eine eindeutige Richtung vor: klar, glaubwürdig, konstant.«
Ist Trump womöglich ein Glücksfall für Peking?
Dass der designierte US-Präsident gleich am ersten
Tag das noch nicht ratifizierte Handelsabkommen
TPP aufkündigen will, sorgt bei den Partnerstaaten in
Asien, Australien und Lateinamerika für Verunsicherung. Umso mehr werden viele den Schulterschluss
mit der anderen Großmacht suchen, die bei TPP nicht

dabei sein durfte. »Die gesamte Außenpolitik der USA
droht unter Trump unkalkulierbar, sprunghaft, erratisch zu werden«, sagt Merics-Chef Heilmann. »China eröffnet das die einmalige Chance, sich auf der
internationalen Bühne als berechenbare, verlässliche,
langfristig nach vorn denkende Führungsmacht zu
profilieren.« Und neue Verbündete zu gewinnen.
Beim Klimaschutz ist das einfach, denn hier sind
sich fast alle Nationen im Grundsatz einig: Die Emissionen müssen runter. Chinas Präsident Xi hat schon
das Paris-Abkommen initiiert, damals noch gemeinsam mit den USA unter Barack Obama. Nun sucht er
einen neuen Partner, um die Verhandlungen voranzutreiben. Das Gelübde von Paris reicht nicht, um die
Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
Am liebsten wäre Xi Deutschland. Eine Hochtechnologienation mit Herz für die Umwelt und
einer als verlässlich geltenden Führung.
Angela Merkel hatte einst den Beinamen »Klimakanzlerin«, 2007 presste sie beim Gipfel der acht
führenden Industriestaaten in Heiligendamm den
anderen Regierungschefs das Versprechen ab, zumindest zu »erwägen«, die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 zu halbieren. Danach hörte man von
ihr wenig zu dem Thema; den Kohleausstieg hat die
Bundesregierung bis heute nicht eingeleitet.
Im Juni richtet Deutschland den Gipfel der 20
führenden Industrienationen aus. Merkel könnte ihn
dazu nutzen, sich mit China beim Klimaschutz zu
verbünden – und Ideen wie die Einführung grenzüberschreitender Preise für Kohlendioxid zu lancieren. Die
deutsch-chinesische Klima-Allianz wäre ein positives
Projekt inmitten vieler umstrittener Themen. Und sie
wäre auch in Deutschlands Interesse.
Lesen Sie auch Wissen, Seite 41: Was würde der
Ausstieg der USA aus dem Klima-Abkommen bedeuten?

ANZEIGE

Gorleben ist Geschichte
Die Vorschläge der Atom-Endlagerkommission sind eine Zäsur. Im Wendland
kann der Müll nicht gelagert werden  VON MICHAEL MÜLLER UND STEFAN WENZEL
Außenwand der Fässer mit dem Atommüll nach
diesen Kriterien nur noch auf maximal 100 Grad
Celsius erwärmen. Das erfordert einen größeren
Abstand und mehr Lagerfläche, als sie in Gorleben zur Verfügung steht. Außerdem ist das sogenannte Deckgebirge dort nicht dick genug. Und
schließlich wurden die Bürger in Gorleben nie
angemessen politisch beteiligt – und das lässt sich
jetzt nicht mehr einfach nachholen. Umso bedenklicher ist es, wenn altbekannte Interessenvertreter, etwa des Energiekonzerns E.on, die
Such- und Auswahlkriterien bereits wieder infrage stellen.
Die Kriterien dürfen nicht im Nachhinein geändert werden, um sie für einen bestimmten
Standort passend zu machen. Genau das haben
die Menschen in Gorleben schon mehrfach hinnehmen müssen. Kritik wurde beiseite gedrückt,
begründete Auswahlkriterien fehlten, die Entscheidung für Gorleben als Lagerstätte wurde
brachial durchgesetzt. Die Geschichte des Lagers
ist geprägt von Willkür, kurzsichtiger Interessenpolitik und Geheimniskrämerei. Die Standortwahl war nicht das Ergebnis eines wissenschaft­
Michael Müller war
lichen Verfahrens und schon gar nicht das eines
Chef der Endlagerpartizipativen Entscheidungsprozesses. Gorleben
kommission
war das Ergebnis von Filz.
Bis heute ist vieles im Dunkeln geblieben – auch
die Rolle der Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe (BGR), die dem Wirtschaftsministerium untersteht. Die BGR zählte immer wieder
zu jenen, die Gorleben als Zwischenlager empfahStefan Wenzel ist
len. Hierbei wurde sie gefördert von der HansUmweltminister in
Joachim-Martini-Stiftung, benannt nach einem
Niedersachsen
früheren BGR-Präsidenten, der einst als SS-Unteraller deutschen Atomkraftwerke rund 1900 Behäl- sturmführer die Rohstoffsicherung Nazideutschter bestrahlter Brennelemente gelagert werden lands in Böhmen und der Slowakei vorantrieb.
sollen. Für die rund 30 000 Kubikmeter hoch radio- Diese gemeinnützige (!) Stiftung des Bayer-Chefaktiver Abfallstoffe muss schnell eine möglichst geologen Gerd Anger sammelte Geld bei der Indussichere Lösung geschaffen werden: in Deutschland. trie ein, bis 2006 unter anderem bei Bayer, Preussag,
Das Drehbuch dazu hat die »Kommission­ Rheinbraun, Wintershall, Salzgitter und Degussa.
Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe« ge- Der Bundeswirtschaftsminister tut gut daran, auf
schrieben. Sie hat für Bundestag und Bundesrat ein Ende der Stiftung zu drängen.
elf Kriterien für ein wissenschaftliches Verfahren
In den frühen 1970er Jahren war Anger bei
für die Suche nach einem Lagerort erarbeitet. der sogenannten KernbrennstoffwiederaufbereiDieses soll keine Vorfestlegungen enthalten, es tungsgesellschaft der Atomindustrie zuständig
soll unabhängig davon sein, ob die mögliche für die Suche nach dem Standort für ein NukleaStätte aus Steinsalz, Ton- oder Kristallingestein res Entsorgungszentrum. Gesucht wurde nur in
besteht, und es soll eine umfassende Bürgerbetei- Gesteinsformationen aus Salz. In diesem Verfahligung einschließen, die der unmittelbar betrof- ren war Gorleben eigentlich früh ausgeschieden.
fenen Bevölkerung besonderes Gewicht gibt.
Dennoch wählte Niedersachsen 1977 Gorleben
Nun hat der Gesetzgeber nur noch wenig als Standort aus. Die BGR erklärte Gorleben
Zeit, um vor dem Ende dieser parlamentarischen später trotz der noch nicht abgeschlossenen ErLegislaturperiode die Vorschläge der Kommis­ kundung als langzeitgeeignet und bekam von der
sion in ein Gesetz zu fassen. Er sollte diese Emp- Martini-Stiftung dafür eine Prämierung.
fehlungen möglichst eins zu eins umzusetzen.
In Gorleben wurde und wird bis heute eine zenDie Vorschläge sind eine Zäsur. Mit ihnen ist trale Vorgabe des Standortauswahlgesetzes nicht
der seit fast vierzig Jahren heftig umstrittene erfüllt: der möglichst breite Konsens. Ein faires VerStandort Gorleben in Niedersachsen raus aus fahren, das den Bericht der Endlagerkommission
dem Verfahren. Denn an Gorleben festzuhalten eins zu eins umsetzt, schließt Gorleben de facto aus.
liefe den vorgeschlagenen Kriterien in zentralen Es wäre gut gewesen, die Kommission hätte das
Punkten diametral entgegen. So darf sich die auch formal festgestellt.
Die Nutzung der Atomenergie zeigt, wohin­
blinde Technikgläubigkeit führen kann. Von den
Atomkraftwerken, die einst als Kathedralen der
industriellen Moderne gefeiert wurden, profitieren nur wenige – und nur für kurze Zeit. Die
Entsorgung indes dauert unvorstellbar lange.
Der hochradioaktive Müll muss mindestens eine
Million Jahre sicher eingeschlossen werden, um
Schäden von Mensch und Natur fernzuhalten.
Wo und wie soll das geschehen? Der vermeintlich bequeme Ausweg, den Müll in der Wüste Gobi
zu lagern oder in der Antarktis zu versenken,
kommt nicht infrage – ethisch-moralisch nicht,
ökologisch nicht und politisch auch nicht. Das Verursacher- und Verantwortungsprinzip verlangt eine
Entsorgung hierzulande. Und die Zeit ist knapp,
um den unhaltbaren Zustand befristeter Zwischenlager zu beenden, in denen nach dem Abschalten

NICHT NUR
BESSER.
DIE BESTE.
BESTE REINIGUNG1
BESTE ZAHNFLEISCHGESUNDHEIT 1
BESTE PLAQUE-ENTFERNUNG1
WEISSERE ZÄHNE AB DEM 1. TAG2
JETZT BIS ZU 30 EURO
GELD ZURÜCK AUF
ORAL- B GENIUS

1
2

Gegenüber einer Handzahnbürste und Sonicare Diamond Clean, getestet in mehrwöchigen klinischen Studien.
Weißere Zähne durch die Entfernung von Oberflächenverfärbungen. 3 Mehr Informationen auf oralb.de

Illustration: Matthias Schütte für DIE ZEIT; Fotos [M]: Andreas Teich/Caro; Nigel Treblin/Niedersaechsische Landesregierung (u.)

Nach der Wahl von Donald Trump wird Amerika nicht mehr Vorkämpfer für den Klimaschutz sein.
Nachfolger könnte ausgerechnet ein Land werden, das lange als Umweltsünder galt  VON CLAUS HECKING

24. N OV E M B E R 2016

WAS BEWEGT PAUL ROMER?

DIE ZEIT No 49

Fotos: Nicklas Thegerstrom/DN/TT; Mark Chivers/robertharding/laif (u.)

38 WIRTSCHAFT

Der neue Chefökonom Paul Romer kann mit den alten Wahrheiten seiner Zunft nicht mehr viel anfangen

Abschied von der Mathe-Sekte
Der Wirtschaftsprofessor Paul Romer hat den Glauben an die Ökonomie verloren. Jetzt ist er der neue Chefvolkswirt der Weltbank  VON MARK SCHIERITZ

I

n den frühen achtziger Jahren richten vier
peruanische Studenten in einem düsteren
Vorort von Lima eine kleine Werkstatt
ein. Sie haben sich zwei Nähmaschinen
– Modell Singer – besorgt und wollen­
T-Shirts herstellen, um sie in der Stadt zu
verkaufen. Doch das erweist sich als
schwieriger als gedacht, denn es dauert 289 Tage,
bis sie alle erforderlichen Genehmigungen der Behörden haben.
Paul Romer erzählt diese Geschichte gerne. Sie
geht zurück auf einen inzwischen berühmten
Feldversuch des Entwicklungsexperten Hernando
de Soto, und für Romer macht sie deutlich, was
falsch läuft in der Welt und warum die Ökonomen
das einfach nicht begreifen können.
Dabei ist er doch einer von ihnen, dieser Paul
Romer – und was für einer: Wirtschaftsprofessor
an der New York University, Sohn eines­
amerikanischen Spitzenpolitikers, erfolgreicher
Unternehmer, Kandidat für den Ökonomienobelpreis und seit ein paar Wochen auch noch Chefvolkswirt der Weltbank in Washington.
Doch vielleicht muss man Teil des Systems
sein, um es verändern zu können. Paul Romer jedenfalls ist entschlossen, die Ökonomie zu verändern, die mit einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem zu kämpfen hat. Viele Vertreter des
Fachs wirkten ratlos, als vor ein paar Jahren die
internationalen Finanzmärkte kollabierten und
sich das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des
Marktes in Luft auflöste.
Romer sagt, die ökonomische
Forschungselite verbiege Fakten
Romer ist mit diesem Problem umgegangen, wie
Wissenschaftler mit Problemen eben umgehen: Er
hat einen Aufsatz geschrieben. Ökonomen schreiben ständig Aufsätze, und meist geht es dabei darum, einer bereits sehr komplizierten Fachdebatte
eine weitere Verästelung hinzuzufügen. Genau das
hatte Romer auch vor, aber als er sich an seinen
Schreibtisch setzte, kam er nicht richtig voran.
Dann sah er zufällig einen Dokumentarfilm über
Scientology – jene Sekte, die ihre Mitglieder mit
Gedankenmanipulation gefügig macht. Romer
änderte seinen Plan. Und beschloss, das aufzuschreiben, was er wirklich dachte.
Er benötigte dazu einschließlich Literatur­
verzeichnis 25 Seiten. Schon der erste Satz ist eine
Kriegserklärung: Die makroökonomische Theorie
sei inhaltlich auf dem Niveau der frühen siebziger
Jahre, die Forschungselite verbiege Fakten, ent-

wickle weltfremde mathematische Modelle und
folge blind den Autoritäten des Fachs, statt selbst
nachzudenken. In zehn Thesen zeichnet er das
Bild einer Disziplin, in der Loyalitäten mehr zählen als intellektuelle Redlichkeit. Vor allem aber
nennt er Namen: Robert Lucas, Thomas Sargent,
Edward Prescott. Alle drei haben Nobelpreise bekommen – und alle drei sind Wegbereiter der herrschenden neoklassischen Lehre, die auf der Annahme beruht, dass Verbraucher rational agieren
und der freie Markt vor allem Vorteile verspricht.
Seit Romer den Artikel im September ins Internet gestellt hat, läuft die Gegenoffensive. Seine
Kritiker werfen ihm vor, nicht berücksichtigt zu
haben, dass die neoklassische Theorie inzwischen
weiterentwickelt wurde – wenn sie denn überhaupt noch mit ihm reden. Doch in den Augen all
jener, die die Ökonomie schon immer für eine
Ideologie hielten und Wirtschaftsexperten für
Scharlatane, ist Romer seither ein Held.
Hat Romer also mit seinem Aufsatz das Manifest verfasst für ein Zeitalter, das von einem wachsenden Misstrauen gegenüber dem Establishment
geprägt ist? Ganz so einfach ist es nicht.
Zunächst einmal, weil Romer selbst ein begnadeter Theoretiker ist. Er hat Mathematik studiert,
Robert Lucas hat seine Doktorarbeit betreut. Nach
dem Abschluss hat er sich vor allem mit der Frage
beschäftigt, warum manche Länder wohlhabender
sind als andere. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der
technische Fortschritt, denn der bestimmt auf
lange Sicht das Wachstum jeder Volkswirtschaft.
Romers Vorgänger haben das Tempo dieses
Fortschritts als eine nicht beeinflussbare, gewissermaßen von außen vorgegebene Größe behandelt.
Romer hat den technologischen Wandel selbst
zum Gegenstand seiner Forschungen gemacht.
Demnach lässt er sich beschleunigen, wenn beispielsweise mehr Unternehmen in Forschung und
Entwicklung investieren. Seit er die Grundzüge
dieser sogenannten »endogenen Wachstumstheorie« in den späten achtziger Jahren entwickelte, gilt
er als einer der Großen seines Fachs.
Als Galionsfigur der Expertenkritiker taugt
Romer aber auch deshalb nicht, weil er mit Experten eigentlich kein Problem hat – im Gegenteil: Die wissenschaftliche Methode ist für ihn
ein »Erbe der Aufklärung«, das es zu verteidigen
gelte. Er wendet sich deshalb nicht gegen das
ökonomische Denken an sich, sondern gegen
das, was er als dessen Perversion ansieht – eine
Disziplin, der der Sinn für die Realität abhanden
gekommen ist, weil sich diese oft nicht in­
mathematische Modelle packen lässt.

Und so sitzt Romer an einem Donnerstag im
Oktober in einem stickigen Washingtoner Seminarraum und macht sich eifrig Notizen. In der
amerikanischen Hauptstadt findet gerade die
Jahres­tagung der Weltbank statt, es gibt jede Menge Diskussionsrunden zu den großen ökonomischen Themen dieser Zeit.
In Paul Romers Seminar geht es um Identifizierung. In vielen Entwicklungsländern sind die
Menschen nicht registriert und haben deshalb
Schwierigkeiten, ein Konto zu eröffnen oder
Sozial­
leistungen zu beantragen. Das Thema ist
wichtig, aber es taugt nicht für die große Bühne
oder für ökonomische Theorien. Vielleicht interessiert sich Romer gerade deshalb dafür.
Wie muss eine Wirtschaft aussehen, die der
Allgemeinheit und nicht nur wenigen nutzt?
Romer hatte schon immer einen Sinn für prak­
tische Fragen. In den neunziger Jahren, als er noch
Universitätsprofessor war, ärgerte er sich darüber,
dass seine Studenten sich zu Hause nicht richtig
auf den Unterricht vorbereiteten. Er entwickelte
eine Art Ferntutorium: Online-Übungen, mit denen sich die Studenten vom eigenen Schreibtisch
aus vorbereiten konnten. Das funktionierte so gut,
dass Romer seine Idee verkaufte. Im Silicon Valley
sammelte er zehn Millionen Dollar an Kapital ein
und gründete ein Unternehmen, das er wenige
Jahre später – mit Gewinn – wieder verkaufte.
»Impact« sei das Ziel seiner Arbeit, sagt Romer,
sie müsse etwas bewirken. Dafür sitzt er nun an
der richtigen Stelle. Die Weltbank finanziert rund
um den Globus Entwicklungsprojekte, die die
Armut lindern sollen. Romer glaubt daran, dass
das möglich ist. Er ist davon überzeugt, dass sich
in Afrika wiederholen lässt, was in China und anderen Ländern Asiens passiert ist: eine industrielle
Revolution, die Millionen von Menschen steigende
Einkommen beschert. »Als ich ein kleiner Junge
war, hieß es noch: Esst gefälligst auf, in China verhungern Kinder«, sagt Romer.
Er selbst hat vorgeschlagen, in den Entwicklungsländern sogenannte Charter Cities zu gründen. Das sind Städte, die in den Industrienationen
verwaltet würden, damit die Infrastruktur funktioniert, die Gesetze richtig angewendet werden
und die in vielen Ländern Asiens und Afrikas grassierende Korruption sich nicht breitmacht.
Auf diesen Inseln der Stabilität würden sich
Unternehmen gern niederlassen, glaubt Romer –
und so Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum stärken. Es ist seine Antwort auf das

Bank für
die Armen
Auftrag
Die Weltbank fördert Entwicklungsprojekte in armen Ländern. Sie hat
mehr als 10 000 Beschäftigte und
Büros in mehr als 120 Staaten.
Als multinationale Entwicklungsbank
gehört sie ihren mehr als 180
Mitgliedsländern, die auch den
Präsidenten ernennen.
Ihr Hauptquartier (Foto) befindet
sich in Washington, größter Anteilseigner sind die USA.
Methode
Wichtigstes Förderinstrument der
Weltbank sind Kredite, mit denen sie
zum Beispiel den Bau von Straßen
und Kliniken finanziert. Sie berät
aber auch Regierungen, etwa bei der
Modernisierung der Verwaltung.
Kritik
Weil sie ihre Kredite an Auflagen
knüpft und in der Vergangenheit vor
allem Großprojekte wie Staudämme
finanziert hat, hat die Weltbank die
Kritik von Umweltschützern und
Aktivisten auf sich gezogen. Die Bank
hat darauf reagiert, indem sie bei der
Kreditvergabe stärker auf ökologische
und soziale Kriterien achtet.

Problem, das Hernando de Soto in Lima beschrieben hat – wo die Studenten mit den Nähmaschinen
an der Bürokratie ihres Landes scheiterten.
Romer hat für diese Idee viel Kritik einstecken
müssen. Man hat ihm eine »kolonialistische«
Agenda vorgeworfen, weil er den Entwicklungsländern nicht zutraue, ihre Probleme selbst zu
lösen, und stattdessen auf Experten aus dem­
Westen setze. In Deutschland werteten DritteWelt-Aktivisten seine Ernennung als Indiz dafür,
dass die Weltbank wieder einen neoliberalen
Kurs einschlage, nachdem sie unter Romers Vorgängern für mehr staatliche Eingriffe in das
Wirtschafts­geschehen plädiert hatte.
Man wird ihm wohl auch damit nicht gerecht.
Romer kommt aus einem linksliberalen Milieu.
Sein Vater Roy Romer war Gouverneur des
Bundes­
staats Colorado und in den neunziger­
Jahren Chef des Democratic National Committee,
der Parteiorganisation der Demokraten. Er engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung, machte
sich als Bildungsexperte einen Namen.
Die politischen Erfolge des Vaters sind für den
Sohn auch eine Belastung. Romer will etwas anderes, eigenes machen und entdeckt die Welt der
Zahlen. Er studiert Mathematik und Physik in
Chicago und wechselt danach zur Volkswirtschaftslehre. Um seine parteipolitische Färbung
loszuwerden, geht er für einige Zeit an die Hoover
Institution, eine den Republikanern nahestehende
Denkfabrik an der Universität von Stanford.
Man könnte es auch so sagen: Paul Romer ist
in jenen Jahren auf dem besten Weg, einer jener
abgehobenen Theoretiker zu werden, die er in
seinem Aufsatz kritisiert. Doch dafür interessiert
er sich dann doch zu sehr für die echte Welt und
die Frage, die in seinem Elternhaus beim Abendessen diskutiert wurde: Wie muss eine Wirtschaft
organisiert sein, die der Allgemeinheit nützt –
und nicht nur einigen wenigen?
In gewisser Weise schließt sich deshalb mit der
Berufung zur Weltbank für Paul Romer ein Kreis.
Er macht jetzt Politik – und er wird daran ge­
messen werden, ob seine Ideen dazu beitragen, dass
sich die Lebenschancen der Menschen in den armen Ländern verbessern. Von den politischen Parteien hält er sich immer noch fern, aber als er kurz
vor der Präsidentschaftswahl gefragt wurde, ob er
einen Aufruf gegen Donald Trump unterzeichnen
würde, hat er unterschrieben, zusammen mit 370
anderen führenden Ökomomen des Landes.
Die Wähler haben sich davon nicht beein­
drucken lassen. Vielleicht sagt auch das etwas aus
über das Ansehen seiner Zunft.

mischt sich mit Zeitungsbeiträgen oder in Talkshows ein. Neun Jahre lang diente er drei Ministern als parlamentarischer Staatssekretär. das schnell. Die Landwirtschaft. aber für die Zukunftsstrategie lässt er sich schon über ein Jahr lang Zeit. einen honorigen Wissenschaftler.Probleme und Zwist auszuräumen. die Erde zu verlassen und einen anderen Planeten zu besiedeln. sollen alle Bundesländer und auch noch sechs Ministerien mitreden. sagt Schmidt. So weit.­ Klassensprecher. er prüft und feilt. Bei einer Frage jedoch liefern. Nun sind alle gespannt darauf. weil Deutschlands Bauern immer noch die Gewässer mit zu viel Gülle und Kunstdünger verschmutzen. Falsches vom Richtigen zu trennen? Im postfaktischen Zeitalter werden Forschungsergebnisse zu Spielbällen politischer Propaganda und Wahrheit wird zur Machtfrage.« Seine Sachkenntnis wird allenthalben gelobt. die langfristig tragfähig sind«. Unheimliche Gestalten Bauern. Für die einen ist Maske verborgen. Dort schreibt Rush Holt. Doch Schmidt setzte lange auf eine freiwillige Konsensrunde.« Schmidt ist pietistischer Lutheraner. Er klagt nun über das »Versagen der akademischen Welt«. so gut. dass die universitäre Welt der »aufgeheizten Stimmung des Hasses« etwas entgegensetze. Der CSU-Mann hat zwar Prinzipien. Seit 26 Jahren schicken ihn die Leute mit einem Direktmandat in den Bundestag. sich auf einen Ernstfall vor. immer wieder mit ihrer Perspektive durch. sagt er mit leiser Selbstironie. Vor lauter Einfühlen und Eindenken in widersprüchliche Richtungen findet der Aktenfresser Schmidt keine eigene. da sind Disziplin und Verantwortungsgefühl gefragt.« Bis heute ist der Vater von zwei Töchtern in seiner Heimatregion verwurzelt.­ doch jetzt gar nicht an. Der Minister für Ernährung und Landwirtschaft spricht leise. dass sich der Präsident Trump mehr an Fakten orientiere als der Kandidat Trump. die Lobbyisten der in weißen Overalls. als wenn er neben der bayerischen Honig­ und Mächte mit seinem Amt befreundet haben? königin posiert. Schon als Kind habe er in der Bäckerei und dem landwirtschaftlichen Lagerhaus seiner Eltern mit angepackt. Nächste Baustelle: das Düngemittelrecht. sei »typisch Schmidt«. mehr der Ideologie als der Evidenz zu folgen? Man müsse die Dinge »klar. Vielen reicht ein Hühner töten und in Brandenburg und Mecklen.bensmittelindustrie. Sich gesellschaftlich einmischen? Das machen Forschungsorganisationen höchstens. Blend Images/Getty Images (r. Erst vor ein paar Tagen haben sich die Koalitionäre im Bundestag auf einen Gesetzesvorschlag geeinigt. Als ob Donald Trump. so viele wie nie. randlose Brille.Angebot. Es sei Zeit. die dem Artenschutz dienen sollen. wenn die eigenen Fördermittel bedroht sind. Seit Monaten schreibt er das Dokument im stillen Kämmerlein um und wieder um.nis eines »gesellschaftlichen Dialogprozesses« auch rigen Preisen und hoher Pacht. das Schmidts Gesetzentwurf vorsieht. ob sich ein fleißiger.und Handelskonzerne mit schützend als entspannt vor dem Körper ver. In dem Verfahren. Wohl auch deshalb kennen ihn viele Bürger noch immer kaum. Was für eine schöne Illusion! Das Schlimme an diesem Text ist: Seine Haltung ist leider repräsentativ – auch für die deutsche Wissenschaftsszene. Dass ausgerechnet in 1000 Jahren der Hammer fallen soll – geschenkt. Das Ergebnis: Bewegung höchstens in Trippelschritten. die voller Widersprüche sind. Denn wozu dann noch das Bemühen. burg-Vorpommern erste Kleinbestände keulen. fertig. BE L . Nachdem Schmidts Parteifreund Hans-Peter Friedrich ­infolge der Edathy-­ Affäre Anfang 2014 als Landwirtschaftsminister zurücktrat. mit vielen Pausen. lange unbeachtet und beSo spricht er. Der SPDAgrarpolitiker Wilhelm Priesmeier befürchtet allerdings. Gemeinderat: »Wenn es darum ging.­ Vergangene Woche ist die EU-Kommission nach jahrelangem Hickhack tatsächlich vor den Gerichtshof gezogen. sondern die besser­ verfochtene Sache. Sie finden. Diese Drohkulisse hat Schmidt viel zu spät für die notwendigen Umweltreformen genutzt. das Wasser dieses Ressorts gehöre ein Minister mit einer­ und den Boden schützen. Ihr Denker! Die Wissenschaft darf den Clinch mit Populisten nicht scheuen Wer sollte von der Konjunktur des »postfaktischen« Denkens besonders alarmiert sein? Die Wissenschaftler! Wenn sich künftig jeder die Wahrheit nach Belieben zurechtbiegt. Äpfel aus der Region versus Billigpapaya für Das Geflügelpest-Virus H5N8 wurde vermutlich von Wildvögeln aus Südostasien eingeschleppt. nicht nur in den USA. Der eigene wissenschaftliche Beirat hatte dem Minister früh konkrete Vorschläge an die Hand gegeben. Recht hat er. aber mutloser politischer Sachwalter womöglich doch noch als Vordenker mit klarer Kante entpuppt.gehen sei »nicht auf Konsenssoße aus. bundesweit in ihren Ställen bleiben müssen. gleich mit Kunstdünger und Methan aus der ViehOb Schmidt sein Defizit erkannt hat? In diesen zucht spürbar anheizen. und ein Minister besser für politische Vorgaben und Mehrheiten sorgen sollte. dass einer sich kümmern muss. doch was sagt er? Viele. die er an lächelt. die Pfründen seiner Klientel zu wahren. nachdenklich. über die »Unsicherheiten« der Trump-Ära. Angereichertes Brainfood versus King-Sizetrifft der Erreger auf 44. Holts Hauptanliegen ist es. wortet schnörkellos: »Ja. Und es enormen Herausforderungen steht. da machten die Bauern doch schon so viel. der bei allen wichtigen Entscheidungen mitredet. Alle schränkt: In den hohen Räumen seines preu­ ßischen Amtssitzes in der Berliner Wilhelmstraße Augen blicken auf Schmidt. Tausende Bauern seine eigene Position wiedergeben soll. erstaunlich ist an der Nachricht etwas an­ deres: Dass der fast vollständig gelähmte Hawking mit 74 Jahren immer noch öffentlich auftritt. »Der Protestant muss ja­ Freude und Entspannung erst mal vor sich selber rechtfertigen«. Visionen? Sie sind dem studierten Juristen fremd. zwischen Mutmaßung und gesicherter Erkenntnis zu unterscheiden. evangelischer Jugendkreis. das vor Kompromisse. Doch was fällt den Forschern dazu ein? Nehmen wir das aktuelle Editorial im Fachblatt Science. ist der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Einer. sondern auch hierzulande. Aber jetzt reden immer mehr handschuhen geschützt. die uns alle angehen.tige Orientierung schaffen und neben dem Ergeblebenskampf der Familienbetriebe zwischen nied. der darüber entscheidet. dass die neue Regierung einen science adviser engagieren möge. muss laut sprechen D Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft mit glücklichen Nutztieren ie Bundesrepublik bereitet haben allein in diesem Jahr ihre Höfe aufgegeben. Und der soll sich trotz wirkt Christian Schmidt noch ein wenig unschein. gewissenhafter. Landwirte müssen die Vision. Pestizide benutzen.« U LRICH SCHNABE L HALBWISSEN Global Exit Stephen Hawking hat bei einem Vortrag ­an der Oxford University prophezeit. Oder der Schutz der Bienen: Da ruft Schmidt mit einer eigenen App die Bürger dazu auf. in einem Ressort. die das tun. Veganes Kunstfleisch versus 40-Centwomöglich werden auch alle Freilandhühner bald Schnitzel versus Biobraten. Schülersprecher.ihrer Verdrängungsmacht? Klar ist: Weiter so. so beschreibt der Mittelfranke aus dem Markt Obernzenn sich selbst. das Gesicht hinter einer Bürger und Konsumenten mit.8 Millionen Legehennen – Snickers. dass nicht die bessere Sache den­ irdischen Sieg erficht. Bis wieder einmal »das Amt zum Mann kam und nicht der Mann zum Amt«. sich die komplexen Zusammenhänge und Interessenlagen seines neuen Fachs zu erschließen. die Tierwohl-Initiative Fortsetzung auf S. Chef der amerikanischen (und damit weltgrößten) Wissenschaftlervereinigung. der Bauernverband und die Agrarindustrie.« Dieses Vorerst seit der akuten Vogelgrippe Krisen und Kon. sagt Christian Schmidt: »Ich muss jeden Konflikt tief durchdringen. Der brisanteste Konflikt.leitet und sie dann Stück für Stück umsetzt. Dagegen müsste sich die Wissenschaft mit aller Kraft wehren. In Deutschland tobt der Tagen will er ein Grünbuch vorlegen. Der CSU-Mann aber ant. Einer der wenigen. räumt Andere Politiker würden abwinken: Das steht der 59-Jährige ein. das geht nicht mehr. Für andere ist es Gesundheitserhalt und Grumby mussten die Seuchenwächter 30 000 Demonstration ihrer Identität. an die Spitze zugleich die Vielfalt der Arten erhalten. »weil man einfach wusste: Der Wohlstand der ganzen Familie hängt auch davon ab. Oder beim Biolandbau: Den will Schmidt zwar fördern. Diese Prognose können wir zu Lebzeiten ohnehin nicht überprüfen.). Den T ­ ermin hat er immer wieder hinausgeschoben. Dass unser Globus Probleme hat und es hier in Zukunft nicht gemütlicher wird. Gegen »postfaktische« Propaganda hilft nur hörbarer Widerspruch. die­ Agrarchemie. Doch das seriöse Bemühen um Fehlerfreiheit hat eine Kehrseite. All das beschäftigte über Jahrzehnte nur die hat schon ein wenig begonnen.und Außenpolitik. Kaum einmal wagt sich ein Wissenschaftler in die öffentliche Arena. Nein. wird Wissenschaft hinfällig. Dort engagierte er sich in vielen Gremien für die Europa. das langfrisStreit um Tierschutz. der daraus politische Strategien abFolgen des Klimawandels bewältigen – den sie zu. bei denen viele Bürger mehr Wochenmarkt? Subventionen für was und auch im dritten Jahr der Legislaturperiode fragen: für wen? Wie viel Entschlossenheit beim Umweltschutz? Und bei der Verteidigung bäuerlicher KulWie heißt der noch mal? Dunkler Anzug. Also begann der Pflichtmensch.das Essen ethisches Bekenntnis und politisches Inten aus dem Wasser. hatte man sich schon gedacht. billig ist. Nun stehen womöglich Geldstrafen in Milliardenhöhe ins Haus. Noch punktet er hauptsächlich durch Sachkenntnis  VON CHRISTIANE GREFE 39 Empört euch. sondern bilden auch unter seinen Beamten die stärkere Fraktion.« Dann erklärt er. »Aber mir macht es Spaß. Angela Merkels selbstkritische Rede zur Migrationspolitik verteidigte er im­ Widerspruch zu den Hardlinern seiner Partei als »hoch respektabel«.) 24.WISSEN DIE ZEIT No 49 Wie Bund und Länder besonders begabte Schüler fördern wollen Seite 43 Fotos: Frank Zauritz. Desgleichen der extra ins Leben gerufene »Kompetenzkreis« Tierwohl. Nein. direkt und ohne Herablassung« erklären. Illustration: Anne Vagt für DIE ZEIT (o. Doch zugleich dürfen Bauern selbst auf Flächen.seines heißen Stuhls im Widerstreit der Interessen barer. der Pflanzenzüchter und der LeHände in dicken Gummi. abwä. Hier alle. Wohl auch deshalb setzen sich die alten Kräfte. Unter anderem schlugen die Experten schrittweise Verbote für quälende Haltung und Subventionen für Verbesserungen vor. Dauerkonflikte sind programmiert. Er gehört zu den Mitgliedern des Bundeskabinetts. Die melden sich nicht nur ausdauernd von außen. sich plötzlich läutern und für rationale Argumente zugänglich würde! Und was fällt Holt zu dem »verstörenden Trend« der amerikanischen Politik ein. und er die Vielfalt der ländlichen Räume. Überraschend wäre es. »Freiwillige Verbindlichkeit«? – Er ist die personifizierte Unentschlossenheit Oder er fällt Entscheidungen. dann landete das immer bei mir. Denn ihn springen nicht Entwicklungen im Dialog nach vorn. dass auch die Verschärfungen vor dem Europäischen Gerichtshof nicht bestehen werden. letzte juristische Kniffeleien zu klären. die sich dem öffent­ lichen Diskurs »so stoisch entzieht«. Und darauf hoffen. 40 Dazu gesellt sich Naivität: Als Zweites hofft er allen Ernstes. weil es eigentlich ihr Job wäre.Statt »Konsenssoße« will er Kompromisse gend. Ansonsten scheint ihnen der Kampf um die Wahrheit reichlich egal zu sein. sondern auf flikte von allen Seiten an. Aktuelle Streitfälle: Da wäre das Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen. Dabei muss Christian Schmidt Probleme lösen. wo Schmidt sagt. Im schleswig-holsteinischen strument. N OV E M B E R 2 0 1 6 Wer ist Schmidt? Kaum jemand kennt den Landwirtschaftsminister. fischten am Bodensee tote En. passt eher in einen Krisenstab als in einen Hühnerstall oder ihr denn nun? Antwort: Alles! Aber wie soll das gehen? Mehr Export oder auf den Gänse-Acker. Mitarbeiter stöhnen. Weltweit müssen einen Tisch gebracht hat. Wenn so ein Überlebens-Wunder möglich ist – dann darf selbst die Menschheit hoffen. wird immer wichtiger. die Menschheit werde die nächsten 1000 Jahre nicht überleben – es sei denn. »Ein Pflichtmensch«.und Forstverbände. sie schaffe es. die »langfristig tragfähig« sind zögert er keine Sekunde: Würden Sie nach der Wahl gern weitermachen? »Ein Wohlfühlministerium ist das hier nicht«. Und mittendrin fragen die Bauern: Was wollt Der Mann. Intensiv zu arbeiten sei sein Rezept gegen die Anspannung in politischen Gefechten. die Arme mehr turen gegen Saatgut. Mit ihrem Abgang stirbt zugleich Sein Name ist H5N8. Mit nobler Zurückhaltung ist es nicht mehr getan. Wo bleibt die Stimme der Forscher? Wer gehört werden will. Wie beim Klimaschutz.« wie er den gordischen Knoten zerschlagen will: »Ich Gerade von diesem Minister hätte man das nun hole alle Beteiligten zusammen und bringe messbare am wenigsten erwartet. die gefährdeten Bestäuber mit den richtigen Gartenpflanzen zu »füttern«. der einen Wahlkampf voller Halbwahrheiten und fake news geführt hat. Maiswüsten und den Über. obwohl ihm Ärzte schon 1965 den baldigen Tod prophezeiten. verbinden mit seinem Ackerbau und Viehzucht in 30 Jahren vermutlich Vorgehen nach zweieinhalb Jahren vor allem eines: neun Milliarden Menschen ernähren und dabei Entscheidungsschwäche. so wie es der neugewählte US-Präsident vormacht. weil emotional besetzt und also besonders umstritten: mehr Tierliebe im Stall. Aber meist bezieht er eher intern Stellung und bleibt öffentlich ein Mann der leisen Töne. Widersprüchlicher könnte das Feld kaum bestellt sein. Wie erkannte schon Egon Erwin Kisch? »Zu lernen ist. Und vielen muss das reichen. In seiner Partei gilt er als wertkonservativ und liberal. sollte nach Horst Seehofers CSU-Proporz ein evangelischer Franke folgen. dass jeder etwas beiträgt. Und als Erstes kommt Holt die bange Frage in den Sinn: Bleiben unsere Fördermittel gesichert? Nicht das politische Erdbeben treibt ihn um oder der drohende Bedeutungsverlust unter Trump.

um zu diskutieren. Sie bieten die Unterlagen in verschiedenen Härte­ graden an und mit speziellem Gelenkschutz. ja selbst eines Teils der konventionellen Bauern hätte er längst. Wollen sie ihre Ruhe. was seinem natürlichen Versehr die Entwickler das Tierwohl im Blick ha.schweine.sen aus dem Takt. wie lange es liegen bleibt. Hubert Weiger. weil dessen internationale Aufgaben wachsen. das Futter zu verteilen. mit einer Verschärfung der Emissionsgrenzen für Am­mo­niak. Fortschritt im Schweinestall kann auch ganz Autonomie – »Zukunft ­sichern durch maximalen Kuhkomfort«. bevor sie ihren Bestimgeklügelten Leuchtdiodenmungsort erreichen. seine Vorhaben umweltwirksam zu schärfen. Rotosichtbar: Die Anlagen werden ren. »Dim to calm« Platz. »da soll man den Schmidt nicht unterschätzen. die. immer effikreise. Das Nutztier der Zukunft lebt von der Geburt bis zu seinem Tod in einer voll digitalisierten Umgebung.haltensrepertoire entspricht. Beobachten konnte man das auf seiner Russlandreise im Sommer. bei dem das Futter unter einem aufblasbaren Gummiwulst verschwindet. mit Medi. Ein Hähnchen? 36 000 Hähnchen – pro Stunde. präziser. hat einen mancher Städter denkt. Swen Pförtner (u. Israel und Osteuropa aufgebaut hat. Milch und Trog entwickelt. wer besser und fairer essen will. Bei ­Kühen wird die Milchleistung dokumentiert (im voll automatisierten Melkstand. Doch an denselben Tischen wird auch intensiv über die Tierhaltung der Zukunft diskutiert: In welches System soll ein Landwirt investieren? Welche Haltung übersteht den poli­ tischen Werte­wandel von morgen? Was tut dem Tier wirklich gut? Bei Big Dutchman beschäftigt sich Daniel Holling mit dem Schweinestall der Zukunft. Ende kommenden Systems. In einem Arbeits- gang können die Tiere hier geimpft. Mit Im niedersächsischen Nordder ausgeklügelten Perforhorn baut Hatchtech gerade mance würden sie ihre Tiere eine Anlage. bringen noch intakte Eier zum Trudeln und ihre Insaskernd bemerkt. Das gilt für viele mögliche Fortschritte in der Landwirtschaft: Eine neue Interessenabwägung muss her. Die Tiere können sich weitgehend autonom darin bewegen. in welche Zukunft er die Bauern schickt. kontrollierter.40 WISSEN LANDWIRTSCHAFT VON MORGEN 24. Wärmewesten (»hohe Akzeptanz bei den Hennen«). dass die Automatisierung mit dem Tod noch lange nicht haltmacht. erzählt Holling. von der Sisalseile baurent unter einem der Hallendächer. Aber die verschränkten Arme signalisieren zugleich Distanz. präsentiert sich die neu entwickelte Komfortzonen-Liegematte Tarsa aus dem Gummiwerk Kraiburg. Im Großen wie im Kleinen. Kernige Sprüche? Nichts für Schmidt. Doch bei den ganz harten Themen – Gülle. bei Schweinen die Gewichtszunahme (per 3-D-Kamera am Handy). die Familie bei Laune gehalten werden. Schweine. bietet ihnen bessere (etwa: Abdimmen zur Be­ Luft zum Atmen und reduruhigung) lautet das geziert den Stress beim Transschützte Warenzeichen des port. Die Deutsche Landwirtschafts-­ Gesellschaft (DLG) als Veranstalterin preist die Messe als »das weltweite Zukunftsforum für­ moderne Tierhaltung«. Besuch auf der Messe Eurotier  VON ANDREAS SENTKER I n Halle 12 haben die Matratzenhändler ihre Stände aufgebaut.6 Millionen Küken erbrüzehn Minuten auf die Beine Hannover ist die ten soll. sagt er beim Gespräch auf seinem Bürosofa. Ein Gebläse Küken den Start ins Leben erleichtern. die pro Woche in jeder Stunde für fünfDie Eurotier in 2. Vielleicht reißt dem Minister deshalb jetzt öfters der Geduldsfaden. Halle 12 auf dem Hannoveraner Messegelände ist Teil der »Eurotier 2017«. Aber gerade das mögen die Bauern. Schmidt klärt vorsichtig darüber auf. beginnen zu fressen. hen die Schweine auf und versorgt die Tiere mit Licht. Denn er muss nicht nur die Hühner in den Stall schicken. Es trägt einen Transponder. um trotz beidseitiger Wirtschaftssanktionen den Dialog aufrechtzuerhalten. bepackt mit riesigen Kuchenplatten. Regelwerke – auf den ersten Blick wird die Tierproduktion zienter. und an die Futtertröge­ Hier wird der zentrale bringen. Die Umweltministerin kann zwar wenig durchsetzen. Das darf ihm in Z ­ ukunft ruhig noch viel häufiger passieren. indem sie öffentlich Klartext redet. Das liegt nicht nur an seinem Zaudern. in die man vorn ein Hähnchen hineinsteckt und hinten. hätten schon eigene lichen Systemen schlüpfen: Lichtmuster entwickelt. für Tiermanagement modernen Landwirtschaft Sensoren. dass sich beide Vertreter des Tierschutzes zurückzogen. Die Niederländer vertreiben weltweit Anlagen. Ein paar Hallen weiter zeigt sich bei foodmate aus den Niederlanden. ­Schenkel und Keulen herausbekommt. sie wird steht der Laie – es ist aber auch besser fürs Tier. effizienter.de/audio . der Landwirt braucht ein rentables System. verimmer weniger menschlich betrieben.einfach sein: eine Stange. Nur wenn die Zahl der Wiederkäuer sinke. kälter. wenn die Geflügelpest droht. Eine mögliche Vision: statt hermetisch versiegelter Gebäude mit Zwangsbelüftung und Klimaanlage ein offener Stall. mit mobilen Geflügelkäfigen und Heumilch für Allergiker. Schaltimmer größer. Der CSUMann sitzt parteipolitisch in der Klemme.(ein Problem gerade in tierfreundlichen offenen kamenten versorgt und mit Ohrmarken versehen Haltungssystemen). Show. Fotos: Andreas Sentker. die den Namen ihres Unternehmens auf den weißen Kragen ihrer Oberhemden tragen. Die Niederländer von Hatchtech wollen­ werden. Zwei Tage lang warten sie novation aus dem US-amerikanischen Plymouth ohne Wasser und Futter und oft noch zwischen den Resten ihrer Eierschaanschließend mit einer auslen. die jeden Pfennig umdrehen. »Wir glauben an den technologischen Fortschritt des Schweinefleischsektors«.zeit. Und wo das noch nicht ausreichend passiert sei wie beim Tierschutz. Den Rückenwind vieler Bürger. Es gibt Matratzen für ­Schwan­ gere und solche für Gebärende. Er merkt sich die Namen selbst aller Nachbarn und Kollegen. Nun soll ein staatliches Tierschutzlabel »freiwillige Verbindlichkeit« schaffen. verlässliches Regelwerk. Er sagt: »Horst Seehofer hat einen treuen Parteimann in ein vermintes Feld laufen lassen. Was das bedeutet? Noch jede Menge Sauarbeit! www. scheint sich der frühere Außen­ politiker wohler zu fühlen als beim Dauerschlemmen und Dauerzuprosten auf der Grünen Woche. der registriert. Große Medienauftritte liegen ihm nicht. einer der Weltmarktführer bei weiter weg rückt jene bäuerliche Idylle. Zu Hause ist das schnelle »Ja« wohl auch dem Gefühl des Pflichtmenschen entsprungen. Wenn Schmidt immer wieder betont.Hühnerställe für die mobile Freilandhaltung vor das Tier zu leiden beginnt. steht groß auf dem Transpa. Tierwohl. führen Klappen (wie große Katzentüren) in ein Außengehege. Schmidt gilt als geschickter Verhandler. das er in Jahrzehnten vor allem in Großbritannien. Viel drängender ist die Antwort auf die Frage. Dort verdünnt er sich rasch. legen sich ihnen zwanzig Prozent mehr die Tiere hin. Und Schmidt? Beschwert sich mit ähnlichen Worten wie der Bauernverband. Immer Big Dutchman. Damit ist nicht nur die umstrittene Förderung des Exports deutscher Wurstoder Käsespezialitäten und Landmaschinen ­ ge­ meint. Im Bundesrat versucht die Mehrheit grüner Landesminister. Und wie grün sich Bauern und der Rest der Gesellschaft dann sein werden. wie Schwein muss tun. er habe »auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten keinen allzu großen Stand aufgeschlagen«. Die Eurotier steckt voller Wahrnehmungs­ fallen und Widersprüche. die Hausbank zufrieden sein. Deren Vorgaben blieben erwartungsgemäß so unterambitioniert. Sein Ministerium tut mehr für Ernährungslehre in den Schulen und gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln. wie weit es läuft. Dies gibt es nicht ohne klare politische Vorgaben. Manchmal erscheint sie als eine Messe von Männern – die sind in Hannover klar in der Mehrheit –. fährt es Futter und Wasser. Maschinen schäftigungsmaterial für gelangweilte Mastvergessen niemals. Das sei gut für das weltgrößte Ausstellung Wahrnehmungskonflikt der Wachstum. Das Angebot zeigt: Die Kuh von morgen ist gut gebettet. wollen sie ins Freie. steriert Küken und Schalen. gewinnt er zwar Sympathien durch unprätentiöse Freundlichkeit. Moderne Ansichten: Plastikkühe im Melkroboter Wenn er ihnen direkt begegnet. hätte der Minister von Anfang an politische Verbündete suchen und öffentlich für einen tiefer greifenden Wandel werben müssen. den USA. wenn er Eier. eine gesellschaftliche Verständigung. die Schmidt ausgebaut hat. be. lokale Dunstglocke – und damit ein Zulassungsproblem. Schon die Wortschöpfung ist eine einzige Unentschlossenheit. Dass das gut für die Betreiber ist. ist ja gerade ihr Problem. Sie fixieren Tiere für die Klauenpflege und reinigen die Futtersilos. bekommen die Landwirte nur selten genehmigt. Und Moderne wird in Hannover tatsächlich jede Menge geboten. erklärt. Kontreibt die dabei entstehenden Grillgerüche vom ventionell schlüpfen die Tiere im Dunkeln aus Stallarbeiter weg – »damit der nicht immer am den maschinell bebrüteten Eiern. Eier werden schneller nach Größe sortiert. sie müssten sich halt in ihrer Vermarktungsgenossenschaft mal besser durchsetzen. als das Huhn gucken kann. dass er mit seinen Aufgaben einfach noch nicht durch ist. als Beställe sind sauber und klimatisiert. dass. wie er den Bauern. so von fünf Küken in Deutscherzählt man sich hier voller land in solchen tierfreund­ Stolz. Sie schlüpfen in­ tomatenrote Sakkos oder binden sich Motivkrawatten um. dafür mehr bezahlen muss. Außerdem macht ihm die sozialdemokratische Kabinettskollegin Barbara Hendricks Konkurrenz. das mit Stroh ausgestreut ist. 39 der Wirtschaft. Das Wurst im Supermarkt kauft.und Emissionsberechnungen: Bis wohin darf es ­riechen und wie stark? Die Gebläse schleudern den Mief hoch in die Luft. Jahres werden schon zwei Manche Landwirte. Da könnte sich die Sau wohl fühlen … … darf sie bloß meist nicht. Klimaschutz – dem Minister läuft die Zeit davon Das Ziel heißt »Kuhkomfort« So schön könnten es Nutztiere in unseren Ställen haben: Mit Automaten für Klauenpflege und einer Lichtshow im Schweinestall. Nun will sie den überdimensionierten Ställen zu Leibe rücken. herbeigeeilt sind. Zur Wahl stehen Oberflächen für Hygienefanatiker und Ökofreunde. Tierwohl. werde es eine Lösung des Gülleproblems und mehr Klimaschutz geben: Hendricks sagt es ohne Umschweife. Die Botschaft: Landwirtschaft ist Wirtschaft. Und es wirkt ein wenig oberlehrerhaft. Der offene Stall hingegen erzeugt neben Schweineglück eben auch eine wabernde. Brustfilets. Mit einem glühenden Messer wird­ ihnen der Ringelschwanz kupiert. Kühe bekommen mehr Platz und mehr Rüssel wühlen. nämlich mit s­ einem ben. Die Firma Schippers aus Belgien etwa hat einen fahrbaren Stand für die »Erstbehandlung« von Ferkeln gebaut.« Schmidt habe Grund zur Enttäuschung darüber. Aktoren. Groß im Kommen sind fahrbare soren erkennen erste Krankheitsanzeichen. ein neues. das zumindest einen Teil der importierten Soja durch­ heimische Eiweißpflanzen ersetzen soll. Der kann auch widerborstig sein und mit Ordnungsrecht regulieren. Fährt das Licht elekDie neue Technik sepatronisch geregelt hoch. passend zum Firmenlogo. Bei LiveReden kommt ihm im Irrgarten der Details oft der rote Faden abhanden. Bei so einer auch friedenspolitisch gedachten Mission kommen ihm seine diplomatische Erfahrung zugute und ein Netz an Kontakten. Immerhin hat Schmidt ihre Verhandlungsmacht jetzt mit seinem Milchpaket ein wenig gestärkt. Denn solche Ställe. Er hat ein Programm aufgelegt. aber Druck machen.meln und daneben ein Korb mit Stroh. wann es steht. wie diese Familie in der Krise überlebt: mit der Umstellung auf Bio. Um auf diesem umkämpften Interessenfeld mehr durchzusetzen. haben die Spanier der Firma Rotecna in großen Buchstaben über ihren Stand geschrieben. den die Kuh bei­ Bedarf selbst aufsucht). wie ein Mitarbeiter augenzwin. Stattdessen profiliert er sich auf der konventionellen Seite. Da nutzte er mögliche Technologiekooperationen. Die Zahlen müssen stimmen. kennt Schmidt lange aus dem Nachbarwahlkreis. Elektromotoren. Effizienz: Das sind die Treiber der Innovation in der Tierhaltung. Sie torkeln Barbecue steht«. verschafft wieder herunter.« Umso mehr fragt man sich: Warum will Schmidt weitermachen? Ist sein Ja in Wirklichkeit ein paradoxes Nein? Vielleicht hat er an seinem Amt Gefallen gefunden. Mit ihschützen neugeborene Ferkel vor dem Kältetod nen wird auch ein Erwartungskonflikt befrie- det: Der Städter wünscht sich pickende Hühner auf der Wiese. Für den Standard eines geschlossenen Stalls gibt es klare Umwelt. vermutet sein SPD-Bundestagskollege Wilhelm­Priesmeier. Auch wenn die Welternährung oder die Holzwirtschaft global verhandelt werden. Gekrönt mit einem­ Innovation Award. Dioden. Er sei jetzt im Thema drin und habe einiges erreicht.) Bei Gülle.­ Klimaschutz – läuft ihm die Zeit davon. Erst auf den zweiten Blick wird sichtbar. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Wer ist Schmidt? Fortsetzung von S. Den Schweinealltag im Stall steuert Once In. an die der Ausstattung von Schweineställen. Er hat einiges angeschoben. dass »der Bauernverband und die Agrar­ industrie ihn für sein gutwilliges Verhalten be­ strafen«. kaum größer als ein Einkaufswagen. ist er nicht kokett. Solche Landwirte wollen vor allem wissen. gibt es schützende Buchten. Schnelligkeit. Beim Rundgang über einen Milchbetrieb in seiner Heimatregion lässt sich der Franke zeigen. Zur Vertragsverhandlung machen sie ein Bier auf und nach erfolgter Unterschrift noch eins. Dass die meisten zu ihrer Molkerei gar keine Alternative­ haben. fein säuberlich getrennt. Mehr als 2500 Aussteller aus 57 Ländern zeigen auf über 280 000 Quadratmetern die Zukunft der Tierhaltung. wie sie planen sollen und wer ihnen beim Umbau ihrer Betriebe hilft. Sen.über ihre noch feuchten Artgenossen. Der Betrieb muss erhalten bleiben. Roboter streuen Mist ein – und schaffen ihn wieder weg. Der Schwarze könnte Grün und Rot mit grünen Vorhaben kühn überholen. Menge. Er fragt nach und hält mit­ kritischen Worten nicht hinter dem Berg. Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern.

sind die Emissionen aber äußerst ­langlebig: sagen: jetzt erst recht. genau.NewClimate Institute. Berufen hatte Trump ihn bis zum Redaktionsschluss nicht. N OV E M B E R 2 0 1 6 Lesen Sie auch: Über die neue Führungsrolle Chinas im Klimaschutz. die man von seinem Golfplatz in Schottland aus sehen könnte.könnte die Industrie der neuen Regierung abkommen von Paris werde er aufkündigen. Aber es könnte sich als handhabbar erweisen. schonendere entwickeln. Das war im Jahr 2009.­ einschließlich Schiefergas. müssten andere Industrieländer die Lücke dringend füllen. auf denen die künftige US-Regierung radikal den Kurs ändern will.setzt immerhin weniger Klimagas pro Kilowattstunde frei als Steinkohle. Für den EPA-Chefposten wird Myron Ebell gehandelt. lehnte er die Ratifikation ab. Wird die Kurve künftig wieder steil nach oben zeigen? »Man könnte sich so einen Worst Case ausdenken. als er es vor vier oder acht Jahren­ Erdatmosphäre hat kein Staat einen größeren gewesen wäre.ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vornuar 2001 George W. Online können sie da im Stil einer unverbindlichen Umfrage anklicken. »die Beschränkungen zur Pro­ duk­ tion amerikanischer Energie aufheben. Tatsächlich lassen Wahlkampf-Äußerungen Zukunftsentscheidungen treffen müssen. Späte Schützer 3. Projekte wie die Gesundheitsreform. Hardliner im Kabinett. bleibt dieses­ Dilemma bestehen. Dass aber der USnach 20 Jahren zäher Diplomatie: Von allen Energiesektor 2016 wohl den niedrigsten Gigatonnen an Treibhausgas.Solar fallen. während die Kosten bei Wind und Gore 1997 in Japan das berühmte Kyoto-Pro.wenigstens die Banken dem fossilen Sektor die schen).­ fragwürdig geförderte Schiefergas ist billig und etwas mehr als ein Zehntel der globalen Ein. Aktuell klimabericht und Gründer des Thinktanks werden jährlich etwa 37 Gigatonnen Treibhaus. Wie groß diese Lücke sein könnte? Die Emissionen der USA sind in den letzten Jahren weder stark angestiegen noch nennenswert gefallen. dass in den USA stoßen die US-Amerikaner pro Kopf dreimal so viel aus wie der globale Durchschnitt. tor des Potsdam-Instituts für Klimafolgen­ jetzt einfach auf seinen (von ihm selbst häufig forschung. kann man auch praktisch von jedem Ort auf dem Planeten aus zu ihrem Schutz intervenieren – friedlich und aus sicherer Entfernung den Schaden durch alte Technik mindern und neue. heute ist ein rückwärtsmix. könnte er damit auf Jahrzehnte hinaus den Status quo zementieren. Zwar verhandelte US-Vizepräsident Al ausgebaut. doch die Wahl für die Spitze des Justizministeriums deutet in dieselbe Richtung: Der republikanische Senator Jeff Sessions hatte Klimaschutzmaßnahmen kritisiert und die zugrunde liegende Wissenschaft als »bewusste Täuschung« bezeichnet. Eine gedankliche Reise über fünf Stationen führt zu dieser Einsicht: Da helfen keine Mauern Bundesumweltbehörde Environmental Protection Agency. sagt die Ökonomin Rachel Cleetus. Als aber im Ja. wo er die konkrete Umgase weltweit ausgestoßen. Fotos: Shutterstock (o. müssen sich nun auch Nicht-Amerikaner fragen: Was bedeutet das künftige Amerika für den Klimaschutz? Was könnte Trump ändern? Und mit welchem Resultat? Knapp zwei ­Mo­ nate vor der Amtseinführung ist das noch­ Spekulation.WISSEN 41 DIE ZEIT No 49 Ü berrascht hat der Appell den US-Präsidenten bestimmt nicht: »Wir unterstützen Ihre Bemühungen um sinnvolle und ­ effektive Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels – einer unmittelbaren Herausforderung für die Vereinigten Staaten und die Welt. Das wäre ganz im Sinne des offenen Briefs von 2009. erneuerbare Energien hätten im mung der globalen Emissionen. von ihm »kein positives Handeln in Klima­ den klimaschonende Technik darstellt. Öl. Bei der Minderung von Emissionen gilt dasselbe. Was heißt das für ein globales Problem? 1. vertreten durch ihren Noch-Außenminister John Kerry.« Keine Minderung – schon das wäre schlimm genug. Und er hat gegen Windparks gewettert. Sollte Trump indessen bei seinem angekündigten InfrastrukturInvestitionsprogramm den Klimaschutz außer Acht lassen. einmal mehr in bester Absicht präsentiert: Senkung der Emissionen auf ein Fünftel des Niveaus von 2005 bis zur Jahrhundertmitte! Fiele nun der zweitgrößte Verschmutzer hinter seine Pläne zurück. Klimavertrag – schaue er sich genau an. deren Ausstoß bis CO₂-Ausstoß seit 1992 erreicht.« So seltsam es klingt. Für den Rest der Welt heißt dieses Szenario: Ein Fünftel aller Einsparungen müssten die anderen Staaten zusätzlich unter sich aufteilen. dass die Kraft des Faktischen am Ende stärker bleiben wird als Trumps Desinteresse an naturwissenschaft­ lichen Fakten. Hoffnung Was würde die künftige Regierung mit einem klimapolitischen Kahlschlag praktisch bewirken? Das entscheidet sich weder im Weißen Haus noch im Trump-Tower.und Solarstrom zu kappen. Auch in dem Politikfeld. werden andere Industrieländer einspringen müssen. Da die Erdatmosphäre keine Mauern kennt. All das. Der UN-Klimagipfel in Kopenhagen stand bevor. Mitautor beim aktuellen Welt­ Chinesen an den Amerikanern vorbei. während die Bundesregierung alles Fossile massiv fördert«. rund sechseinhalb aus den USA. So wie 2015 der Windstrom. wie die einzelnen Akteure sich verhalten werden«. Für das prognostiziert Cleetus. Dafür hat sich in den letzten Anteil als die Vereinigten Staaten. Der Molekül. Hans Joachim Schellnhuber. sagt Klimaschutzexperte Niklas Höhne.sation Union of Concerned Scientists.« Tatsächlich meldet das US-Energie­ tokoll mit. ist also zu großen Teilen gasförmige Industrie­ gewandter Präsident womöglich weniger drageschichte. saubereren Alternativen wie doppelt so viel wie die Europäer. aber nicht uferlos. einen ersten Versuch zur Eindäm. Das ökologisch Die EU sagte für den gleichen Zeitraum zu. Wirtschaft Seite 37 ANZEIGE 2. der Trumps Wahlkampf auch nur oberflächlich verfolgt hat. Wer sich aber mit den Rahmen­ bedingungen für den US-Klimaschutz b­ eschäf­ tigt. Erst vor etwa zehn Jahren zogen die Wageningen. wie wichtig ihnen 29 von Trumps Anliegen sind. Einmal in der Höhne gibt zu bedenken: »Viele Bundesstaaten Luft. Dort hatten sich die USA.6 Grad). liegt auch am­ die USA jede fünfte einsparen. schlicht die Gefolgschaft verweigern – oder hat Trump gesagt (er sei „offen“. Doch es gibt ja noch andere Akteure. unabhängig 2009 wurden auch er und seine Regierung mit. Beim Thema Klimaschutz war Wahlgewinners zum vom Menschen verursach. so erscheint Trumps angekündigter Ausbau der heimischen Kohleverstromung wirtschaftlich zumindest fragwürdig. Nun hat Trumps Team den Amerikanern in der vergangenen Woche einen »100-Day Plan of Action Survey« vorgelegt. den die New York Times »einen der prominentesten Klimawandel-Leugner der Nation« nennt. An dieser historischen Last in der matisch. Sie erfreuen sich sowohl bei Demokraten als auch bei Republikanern großer Beliebtheit. der ganzseitig in der New York Times abgedruckt wurde. Gleichzeitig schien er anzuerkennen. das unmittelbar den gesamten Planeten betrifft. die steuerlichen Anreize für Wind.8 Grad Celsius ausreichen (die bislang umgesetzten Pläne indes nur für plus 3. die ihn von den meisten anderen Feldern unterscheidet. Dann kam Donald Trump. Erst für den Klimaver. wie es das zum Jahr 2030 vermieden werden soll. Schwieriger werden könnte es aber. Bedenkt man dann sparung zu übernehmen. dass der steigende Meeresspiegel seinen Golfplatz in Irland bedrohen könnte – und so hat seine Firma einen Bauantrag für eine. Die Leute. schützende Mauer um das edle Grün herum gestellt. wolle er abwickeln. ja als Verschwörung gegen die US-Industrie. dpa Picture-Alliance) 24. bekannt für einprägsame Einlassungen im Kabelfernsehen. wie angedroht. Kalifornien am Himmel. »Wenn der künftige Präsident Trump. Und eine Qualität zumindest­ besitzt der Klimaschutz. stehen jedenfalls bereit. müssen Energieministerium voraussagt. Climate Policy Manager bei der von Wissenschaftlern gegründeten UmweltschutzorganiBeim Bemühen um den weltweiten Klima. Und jetzt?  VON STEFAN SCHMITT 4. Bush ins Weiße Haus jahreszeitraum um neun Prozent zugelegt. kurz EPA.fördert massiv die Elektromobilität. UN-Bürokraten könnten bald über Amerika bestimmen. Denn momentan tut die Welt einfach noch nicht genug für das viel beschworene ZweiGrad-Ziel.schutz führt oder nicht«.erbare Energien werden im Rekordtempo­ zügler. spottet der Scientific American. Bitte schieben Sie die Erde nicht vor sich her!«. »Zur Realität gehört doch. »Erneuschutz waren die US-Amerikaner lange Nach. Gewaltig ja. Klar ist aber: Enthält Washington dem UN-Klimaprogramm Geld vor. und einzog. Und zu hofTrumps Sieg gesagt. Energieeffizienz und Erdgas«. Barack Solarstrom werde in diesem Jahr wohl den Obama legte in seiner ersten Amtszeit weniger größten Kapazitätsausbau aller Energiearten Gewicht auf einen Kyoto-Nachfolger als auf erleben. Darunter auch folgende Optionen: »die Zahlung von Milliarden Dollar an das UN-Klimaprogramm stoppen«. So das Schlimmste befürchten: Das Klimaschutz. kombiniert mit der republikanischen Parlamentsmehrheit – da wird der neue US-Präsident schnell viel zurückdrehen können. Spitzenposi­tion Gut zwei Wochen nach der US-Wahl muss jede Analyse unvollständig bleiben. Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen Emissionen kurzfristig zu senken.dessen wäre es wohl unbegründet optimistisch.davon. davon stammen setzung von Klimaschutzzusagen nachverfolgt. Derselbe Mann hatte geschimpft. Zum Vergleich: Fracking-Boom in den USA. noch den niedrigen Weltmarktpreis für Öl. Da aber die Erdatmosphäre keine Mauern kennt und die globale Erwärmung nicht nur so heißt. schrieben mehrere Dutzend Wirtschaftsvertreter in einem offenen Brief. Erdgas und sauberer Kohle« sowie »das Verbot von Offshore-­ Ölbohrungen beenden« – offenbar sind diese Ankündigungen nach wie vor aktuell. der heute den Klimawandel verursacht.ministerium. kein Bundesstaat etwas für den Klimaschutz tut. Der Adressat hieß Barack Obama. Er halte das aber für unrealistisch. oft widerGibt es überhaupt eine? »Die Haltung des sprüchliche. Die für den Klimaschutz zuständige nötigen Kredite für entsprechende Projekte. Lachgas 114 Jahre. dass im Jahr 2030 die Emissionen der USA etwa auf demselben Niveau wie heute liegen werden. Vielmehr haben Forscher errechnet. Da bezeichnete er die globale­ Erwärmung als »Schwindel«.seine Ablehnung indessen eindeutig. Trump möge den guten Deal erkennen. Wie wird die Klimapolitik der Regierung Trump aussehen? Themen viele Positionen vertreten. Ausblick düster Begegnen Sie Menschen und ihrer Kultur Kataloge: 00 800/24 01 24 01 www. die dingen« erwarten. Der Wahlkämpfer Trump hat zu vielen­ Jetzt aber steht das alles infrage. sagt der Klimapolitikexperte Lange pustete kein Land mehr CO₂ in die Luft Niklas Höhne. Auch in Amerika hat die Energiewende also trag von Paris hat die scheidende Regierung Obama dann deutliche Minderungen zugesagt. Nun also solle ausgerechnet »ein Klimaskeptiker Umweltgesetze durchsetzen«. mehr als der Kohlestrom längst an Boden verliert gegenüber billigeren. 5.studiosus.). Angesichts ten Klimawandel ist bekannt«. Trump. Das wiederum dürfte jeden überraschen. Und aktuell Jahren zu viel getan. nach betonten) Geschäftssinn zu setzen. die gegenwärtigen Maßnahmen aufgibt. Professor an der Universität als die USA. in dem kein Unternehmen. ob die Bundesregierung beim Klimaverantwortlich gemacht. Diese Woche gab er sich sanfter: Klimawandel – vielleicht gebe es einen Zusammenhang. »Es kommt sehr darauf an. kann Hoffnung schöpfen. hatte der Direk. Flache Kurve Gerade hatten die Amerikaner ernsthaft mit dem Klimaschutz begonnen. Wissenschaftler könnten fen. um sie umzusetzen.com Intensiverleben . Auch nachdem Mitte November beim Klima­ gipfel von Marrakesch die Pariser Beschlüsse konkretisiert und erweitert worden sind. erneuerbaren Energien. Er verspricht nationale Politik. werde »dabei helfen. sagt er inzwi. Einige von ihnen haben Kohlendioxid bleibt durchschnittlich 120 Jahre Quoten für erneuerbare Energien. Etwa den Clean Power Plan und den darüber hinausgehenden Climate Action Plan. so schätzen wir. Montage DZ (verw. die beiden Stützen von Obamas Klimapolitik. Schwung aufgenommen. die Zusagen von Paris könnten für eine Begrenzung auf plus 2. Und auf der Unterzeichnerliste stand auch dieser Name: Donald J.

11. | Bestellnr. Nur solange der Vorrat reicht.95 € Versandkosten.ANZEIGE LIMITIERTE VINYL-EDITION Nur 999 Boxen! MILES DAVIS LEGENDARY ALBUMS Acht legendäre Alben der Jazz-Ikone in einer limitierten ZEIT-Edition Kind of Blue | Sketches of Spain | Bitches Brew (Doppel-LP) In a Silent Way | We Want Miles (Doppel-LP) Porgy and Bess• | On the Corner• | Water Babies• •bisher in Deutschland nicht als LP veröffentlicht Weitere Details und hochwertiger Rega-Plattenspieler shop. Hamburg 102488_ANZ_10248800008491 [P]_X4_ONP26 1 21.16 13:47 .zeit. KG. Buceriusstraße.: 30931 | Werbecode: MD 4927 | Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. nummerierter und handsignierter Siebdruck des Illustrators Robert Nippoldt Alle Bestandteile finden Platz in einer edlen Sammlerbox Limitiert auf 999 Exemplare Gleich bestellen: shop.zeit.de/milesdavis 040/32 80-101 zeitshop@zeit.de *zzgl.de/milesdavis unter Jetzt exklusiv bei der ZEIT erhältlich – für nur 199 €* Ihre Vorteile Acht legendäre Alben. inklusive drei in Deutschland unveröffentlichter Alben Exklusives ZEIT-Booklet mit Fotos und Artikeln aus dem ZEIT-Archiv Hochwertiger. 4.

5. dass etwas vom ihm bleibt? Manch hochrangiger Ägypter hat es erst mit einer Pyramide hinbekommen. darf er es aber doch. wie die Evolution das wohl hinbekommen hat. Der SPD-Schulpolitiker Joist Grolle rückte die Begabtenpädagogik 1985 in einem ZEIT-Artikel in die Nähe der »chauvinistischen Vergötzung der Hochleistung« durch die Nazis. Der Bischof. Dennoch gibt es weiterhin viele Schulen (auch Gymnasien!).und eine Wespenart nötig. Hier ist die Kurzfassung: Die Echten Feigen. Die Rhetorik der Rechten bestätigte die Ängste.de.zeit.­ wegen der »toten Wespe« darin? Es handelt sich ja nicht wirklich um tote Tiere. Dass sie sich aufgrund des damaligen Fundorts einer Person zuordnen lässt. Während sich im 17. Grund. am liebsten mit Internatsanschluss. und mit etwas Übertreibung kann man das Ergebnis historisch nennen: Deutschlands Kultusminister haben sich auf ein Förderprogramm für besonders begabte Schüler verständigt. Die Ausscheidung macht es nun möglich: Der Speiseplan des­ Kirchenfürsten wird rekonstruiert. der dänischen Insel Fünen. ließ Schloss Neuschwanstein ins bayerische Gebirge stellen. Lange Zeit bewirtschaftete die Stiftung mit ihren Projekten nur eine kleine Nische. was alles geht. Feigen und Nüsse. Es ist erstaunlich. im 21. die nur zwei bis drei Millimeter groß werden. Während weltliche Dänen damals vor allem Schweinefleisch. die diesen Schülern keine zusätzlichen Lernangebote machen.24. Wenn man das Gymnasium schon nicht abschaffen­ konnte – eine »Elitezüchtung« wollte man um jeden Preis verhindern. Lange Zeit hatte sie nur jene knapp zwei Prozent Jungen und Mädchen im Blick. Dass er tatsächlich zur feinen Gesellschaft gehört hatte. Jahrhundert der Wissenschaft zu dienen.de/stimmts www. können sich also nicht selbst vermehren. Wahrscheinlich hätte er nichts dagegen gehabt. N OV E M B E R 2 0 1 6 WISSEN 43 DIE ZEIT No 49 Schnelle Denker sollen strahlen Nach langem Streit will die Schulpolitik endlich begabte Schüler besonders fördern  VON MARTIN SPIEWAK Illustration: Anne Vagt für DIE ZEIT D er Zank währte Jahrzehnte. bewies Jens Bircherod der Nachwelt – wenn auch unfreiwillig – allein mit einer kleinen Hinterlassenschaft. und Ende des 17. um die Begabtenförderung im Schulalltag zu verankern. Auch Kim Jong-Un tut. oder stimmts@zeit. Hilfreich bei seinem Zustandekommen war der sanfte Druck aus B ­ erlin. haben ausschließlich weibliche­ Blüten. Stimmt’s?. um Ideologie. versehen mit Blütenstaub. Kommt die Forschung ins Spiel. Bewohner des Gutshauses von 1694 bis 1708. An die Betroffenen dachten die Kontrahenten wenig. Alle vier Jahre­ bekommt Deutschland dieses Versäumnis bei der Pisa-Untersuchung bestätigt. »Die Förderinitiative ist ein Meilenstein«. die Unterstützung und Herausforderung benötigt: neben den explizit Hochbegabten gehören dazu ebenso die besonders Interessierten und außergewöhnlich Motivierten oder die Spezial­talente.de . In deren männlichen Blüten wachsen die Feigenwespen heran. Verkündet wird das Ganze vorausichtlich kommende Woche als »Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler«. So wie die minderbegabten Schüler konnten sich die Konservativen auch die Hochbegabten nur auf einer Sonderschule vorstellen. 300 Schulen werden in einem ersten Schritt von dem Geld profitieren.zdfneo. also auch der besonders Leistungsstarken. sich jedes einzelnen Schülers und seiner Fähigkeiten und Interessen anzunehmen. die wir essen. Nun steht übernächste Woche die Veröffentlichung der neuen Pisa-Studie an. Hier kann das Wespenweibchen seine Eier nicht ablegen. Und die stecken in vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Dürfen nun Vegetarier keine Feigen essen. Sie verstehen die Begabungsförderung als Aufgabe. dass die Nachwelt noch Jahrtausende später von ihm Notiz nimmt. bei denen man sich fragt.zeitabo. aber es befruchtet die Blüte. Nach fünf Jahren. Die weib­ lichen Wespen verlassen diese Blüten. sich einzumischen (Kooperationsverbot).­ Andere mussten dafür eine Pyramide bauen. Ludwig II. Das »Stimmt’s?«-Archiv: www. ist ein historischer Glücksfall. der Bocksfeige. Jeder zehnte Schüler dürfte laut Experten in diese Gruppe fallen. Sie sollen erproben. zwei Fächern Überdurchschnittliches leisten. Die Wespe selbst wird durch Enzyme in der Feige vollständig verdaut. als auch die­ Blüten der Echten Feige. die männliche und weibliche Blüten besitzt. geben die Vorbildeinrichtungen ihre Erfahrungen weiter. Aber mit seinem Darminhalt? Genau das ist ihm nun passiert. Jahrhundert meist eine große Zahl von Menschen ein Ört- chen teilen musste. sondern um deren Abbauprodukte. wie Schulen mit Blitzdenkern umgehen sollen. wie man besondere Talente erkennt. so der Plan. Der­ Archäologin Jette Linaa und ihren Kollegen gelang es. Und es gibt für Deutschland wenig Anlass. zu hoffen. entpuppte sich aber als menschliche Fäkalie. wo reiche Händler aus Deutschland und den Niederlanden exklusive Waren feilboten. Bildungs­forscher werden die Lehrerkollegien bei dieser Aufgabe begleiten. Graubrot und Kohl futterten. Vorstand der Karg-Stiftung. und steuern sowohl die Bocksfeige an. hatte Unsterblichkeit wohl kaum im Sinn. Die CDU schwadronierte von »Elite­ bildung«. Das neue ZEIT Wissen: Am Kiosk oder unter www. Die Insekten müssen durch eine enge Öffnung in die Feigenblüte eindringen. die einen Intelligenzquotienten jenseits der 130 aufwiesen. die dann zu einer reifen Feige wird. Während ihrer Recherchen zu den Wanderbewegungen der dänischen Bevölkerung zwischen Anfang des 15. pflegte himmlisch zu speisen. Den meisten Lehrern gilt­ ungestillter Wissensdurst immer noch als ­ Luxus­ problem. Als sein Hauptinitiator tat sich neben Bayern (CSU) übrigens Hamburg (SPD) hervor – das Bundesland. Stimmt’s? Enthalten Feigen tote Wespen? … fragt MIA GOLD aus Darmstadt D ie Fortpflanzung der Feige ist eines der Beispiele. Jens Bircherod aber. November tempel. wenn alle es wollen. was er kann. damit sich die besten Schüler nicht langweilen. In Neuseeland waren es 14. als er sich vor mehr als 300 Jahren auf seine Latrine setzte und ein Häufchen machte für die Ewigkeit. Bischof in der norddänischen Stadt Aalborg. Herman Melville schrieb Moby Dick. Dazu brauchen sie die Pollen einer zweiten­ Feigenart. Bei der letzten Vergleichsstudie meisterten nur 8. Talente verkümmern. Für den komplizierten Prozess sind zwei Feigen. Jahrhunderts fanden Archäologen in den Archiven des Moesgaard-Museums bei Aarhus in einer Kiste eine ungewöhnliche Preziose. Für die Linken war Begabtenförderung lange Zeit nicht nur überflüssig. CHRI STOPH DRÖS S E R Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT. die Urheberschaft des Fundstücks auf »diese eine Person« einzugrenzen. mit was für Köstlichkeiten sich ein kirchlicher Würdenträger vor 300 Jahren den Bauch vollschlug  VON URS WILLMANN W er möchte nicht. Sie war bereits 1937 ausgegraben worden und sieht aus wie ein kakaoreicher Cookie.de/audio Ken Duken ist TEMPEL Die neoSerie ab 29. setzte auf Intelligenzmessung und kämpfte für Extraklassen und Spezialgymnasien. in dem einst Joist Grolle Schulsenator war. Das Bund-Länder-Programm soll das nun ändern. Die Folge: Potenziale bleiben ungenutzt. Zwölfeinhalb Millionen Euro soll die Anstrengung laut Informationen der ZEIT kosten.9 Prozent der deutschen Schüler die höchsten Kompetenzniveaus im Lesen.de ANZEIGE Der Bischof. die nur in ein. Mittlerweile nämlich können sich Konservative wie Progressive hinter einem gemeinsamen pädagogischen Konzept versammeln: der »individuellen Förderung«. UNTER DER GÜRTELLINIE IST JEDER VERWUNDBAR.1 Prozent. der man sich erst dann widmet. Man spricht deshalb statt von Begabtenförderung von Begabungsförderung. wenn alle anderen pädagogischen Pflichten abgearbeitet sind – was bekanntlich niemals der Fall ist. und den Weg eines ganz erhaltenen Pfefferkorns in der bischöflichen Fäkalie ­konnten die Forscher bis nach Indien zurückverfolgen. Der Bischof war »Teil der Upperclass«. wie oft in der Bildungspolitik. Das Förderprogramm der Kultusminister kommt also politisch zur rechten Zeit. und er wurde zeitweise mit harten Bandagen ausge­ fochten. der mal musste Ein Stück Fäkalie verrät. sondern geradezu gefährlich. verwöhnte sich der ehrwürdige Kleriker mit inter­ nationalen Köstlichkeiten. Mehr Wissen »Mutterinstinkt gibt es nicht«: Ein Gespräch mit der Philosophin Élisabeth Badinter. in Shanghai sogar 25. in Japan 18. die sich seit 25 Jahren der Begabungsförderung verschrieben hat. Die Begabungsforschung hat ebenso einen Wandel vollzogen.zeit. war die Latrine des Bischofs nur für ihn und seine Frau reserviert. Offiziell ist es dem Bund zwar untersagt. Heute geht man von einer sehr viel breiteren Schülerklientel aus. Es ging. verriet die Archäologin Linaa der BBC. Heute wirken Ahl und sein Team in vielen Bundesländern als wichtige Berater bei dem Thema.und weiterführende Schulen zu gleichen Teilen. So verhinderten beide Seiten gemeinsam eine zeitgemäße Schulpolitik. Offenbar pflegte das Küchenpersonal des Geistlichen auf dem Aalborger Markt zu shoppen – einem Ort. dass sich in den oberen Leistungsstufen viel getan hat. 20079 Hamburg. Er aß Weintrauben. also der Idee. Den Buchweizen ließ er sich von seinem Geburtsort liefern. Hinter der gestelzten Wortwahl verbergen sich die Narben des Kleinkriegs um die Frage. Köstliche Beeren stammten aus Norwegen. dabei verlieren sie ihre Flügel und sind dem Tod geweiht. und Unterrichtskonzepte entwickeln. wo sie Eier ablegen können. sagt Ingmar Ahl. Jetzt haben sich die Streithähne geeinigt.

290 € Marrakesch © Abb. zieht er sie hinter sich her. Das ­fördere die soziale Kompetenz. dass Kinder mit imaginären Freunden be­ sonders gute Kom­mu­ni­ka­tions­fä­hig­kei­ten haben: Die britischen Psychologen Anna Roby und Evan Kidd von der University of Manchester unter­ suchten für eine Studie die sprach­liche Kompe­ tenz von Vier. »Die unsichtbaren Freunde sind eine kreative Leistung. fünfmal den Licht­ schalter an und aus – solche Angewohnheiten kommen bei kleinen Kindern oft vor und sind in aller Regel kein Anlass zur Sorge.16 16:44 . Das ist aber fast immer harmlos.5.2017 | ab 1. bis unter die Zimmerdecke. Meist verschwinden unsichtbare Füchse und fliegende Freunde nach einigen Wochen oder Monaten von selbst. Narr Francke Attempto Verlag. Außer ihm kann keiner den Fuchs sehen.de/audio DIE ZEIT No 49 KINDER-MAROTTEN Ist das noch normal? Warum merkwürdiges Verhalten meistens kein Grund zur Sorge ist Wutanfälle Wenn der Dreijährige kurz vor Ladenschluss in der Super­ marktschlange ausrastet. Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Die US-amerikanische­ Forscherin Marjorie Taylor von der University of Oregon befragte für eine Studie 152 Vorschulkinder und stellte fest. der drei Jahre alt war. »Später gab es so ein­ menschenartiges Ding«. Hector hat sie da angeknotet. »Es ist eine Art ko­gni­ ti­ves Spiel«. Mittlerweile ist Hector acht Jahre alt und geht zur Schule.zeit. bastelt und turnt. was in den Köpfen der Mitmenschen vor sich geht.« Dazu passt. Erwin Brunner. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres kann man das Kind gewähren lassen. auch mit Ge­ schrei. als am eigenen Daumen zu lutschen. Die imaginären Freunde sind schon vor zwei Jahren verschwunden. Trotzige Wutanfälle sind normal.com Pistenabenteuer in den Dolomiten Kommen Sie mit auf eine philosophische Reise ans Meer. Auf keinen Fall sollten die Eltern mit Strafe drohen. Beide fühlen sich offenbar oft einsam: Einzel­ kinder.zeit. gesunde Kinder«.99 € den in Austausch treten«.« Je mehr Platz die Eltern dem Fantasiefreund einräumen. dass man den unsichtbaren Gast am besten ignoriert. Solche krank­haften Zwänge entstehen selten vor der Pubertät. dass Kinder. dass das ­Phänomen nicht pathologisch ist. Gudula List: Wie Kinder soziale Phantasie entwickeln. Mit Erfolg: »Je sicherer der Junge im Kontakt mit Gleichaltrigen wurde. meist keine Geschwister haben oder Erstgeborene sind. sollten Eltern nicht selbst ausflippen und sich vor­ allem nicht den Kopf zerbrechen. für seinen Fuchs. ­besonders in die Entstehung der Sprache. hilft nur eines: Ruhe bewahren.2. Eine echte Zwangsstörung liegt nur vor. Der konnte fliegen. wo dann auch Hector seine Brote aß. Bis in die 1970er Jahre befürchteten Wissenschaftler. Blinzeln und Räuspern Wenn ein Kind dauernd die ahem. zum Spielplatz und zu Freunden. Peter Vollbrecht mit der ewig aktuellen Frage nach dem menschlichen Dasein. Buceriusstraße. 28. wenn ein Kind zum ersten Mal hi­ naus in die Welt gehen und sich von seiner Mama trennen muss.« www. seine Mutter. als sein kleiner Bruder Fritz zur Welt kam. »Das sind ganz normale.zeitreisen. »Der­ Junge tat sich mit der normalen Realität etwas schwer«. Heute wird es anders gedeutet  VON KRISTIN HÜTTMANN A n der Garderobe im Kinder­ garten baumelt eine Filzschnur. der über der Familie Graefe schwebte und sie bis in den Urlaub nach Mallorca begleitete. Dann sollten Eltern ihren Nachwuchs darin unterstützen. »Sie tauchen auf.bis Sechsjährigen und entdeckten. desto ­weniger brauchte er den Alien. die das nicht als Spinnerei abtun«. weil er keinen Schokoriegel be­ kommt. und Erstge­ borene wie Hector. desto schneller verliere der wieder an Bedeutung.und Jugendpsychiatrie an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. am Ende der­ Kindergartenzeit. sagt SeiffgeKrenke. ANZEIGE Freuen Sie sich auf eine sechstägige Skireise rund um die Sellagruppe. So geschah es bei Hector. Wenn Fabelwesen. kamen die Eltern mit ihrem Sohn zu Schulte-Markwort in die Sprechstunde. – 7. sagt Seiffge-Krenke. Er brauchte sie nicht mehr. ­ zu­ mindest im Alter zwischen etwa eineinhalb und fünf Jahren. »Ich wünsche mir Mütter und Väter. sagt die Psychologin ­Seiffge-Krenke.790 € 040/32 80-496 www. Kommen Sie mit! Termine: 28.2017 ab 1. – 11.de/skisafari © Frek58/Dreamstime. weil ein Spielgefährte fehlt. In dieser Zeit entwickelt das Kind ein Selbstkonzept und beginnt sich von Mutter und Vater abzugrenzen. die dem Kind ein Gefühl von Geborgenheit und Halt geben. Der Modefotograf Rankin porträtierte Kinder mit ihren Fantasiegefährten Die können eine menschliche Gestalt haben. 11. Das bedeutet nicht. N OV E M B E R 2016 ZEIT DOCTOR ALLES. | 30. erfinden andere Fantasiebegleiter. Ein­ unsichtbarer Gefährte verrät viel über den Ge­ mütszustand des Kindes. »Etwa jedes dritte Kind hat zeitweise eine Freundschaft. die in den vergangenen Jahrzehnten zum Phänomen der imaginären Be­ gleiter verfasst wurde. »Er hat Hector überallhin begleitet«. warum der Gefährte für das Kind ge­ rade jetzt notwendig sein könnte. »Die­ ser bewaffnete Gefährte war nur für die anderen bedrohlich und beschützte den Jungen vor der feindlichen Welt.« So hartnäckig wie in diesem Fall sind die­ imaginären Begleiter selten. ohne die es aber nicht mehr auskommt. – 16. sagt Katrin Graefe. »Kinder lernen auch viel für sich. | 4.11. zieht er sich Schuhe und Jacke an und nimmt die Filzleine in die Hand. Dass die imaginären Gefährten erst ab einem ­Alter von drei Jahren auftauchen. Heute weiß man.5. indem sie mit diesen imaginären Freun­ Lesestoff zum Thema Soziale Fantasie bei Kindern Auf der Grundlage wissenschaftlicher ­ Studien beschreibt die Entwicklungs­ psychologin Gudula List. Psychologen hielten das Phänomen früher für einen Vorboten psychischer Störungen. weil das neu angekommene Geschwisterkind die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zieht. die dem Kind in schwierigen Situationen hilft und seine Entwicklung fördert. Die Autorin fordert ihre Leser deshalb schon im Vorwort auf. die das Kind selbst als belastend empfindet. sollten die Eltern sich mithilfe von Fach­ leuten auf die Suche nach dem Grund machen.10. sagt auch Inge Seiffge-Krenke von der Universität Mainz. Hamburg www.3. 22.« Imaginäre Gefährten können etwa auftauchen. – 4. Kinder im Alter zwischen drei und sieben­ Jahren haben besonders oft unsichtbare Freunde. »Sie­ sollten aufmerksam sein und selbst eine ­Hypothese entwickeln.11. »Irgendwie waren diese Wesen auch entzückend. Was liegt näher. erhält einen fundierten Einblick in die kindliche Entwicklung. Er nahm den Jungen in eine Gruppentherapie auf.. Begleitet werden Sie dabei von dem Alpinisten und Reiseexperten Hans Kammerlander oder dem ehemaligen ZEIT-Redakteur Dr.« Der imposanteste von Hectors imaginären Freunden war ein goldener Feuer­ drache von der Größe eines mittelgroßen Flug­ zeugs. wenn bei ihrem Kind starke motorische und vokale Tics gleichzeitig auftreten und­ länger anhalten als ein Jahr. In Padua sehen Sie das Werk der Scrovegni-Kapelle. dass ­ Kinder mit Fantasiefreunden sich besser­ ausdrücken und in andere einfühlen konnten als die anderen Probanden. »Fast ein bisschen­ schade«. »Der hatte­ einen Alien«. wie sich Kinder mit sich selbst und anderen auseinandersetzen und wie sie zu be­ greifen beginnen. Zähl-Marotten Dreimal die Schnürsenkel auf und zu. »In den Kindergarten. erzählt Katrin Graefe.790 € 040/32 80-455 In Kooperation mit: 102521_ANZ_10252100005595 [P]_X4_ONP26 1 18.24. In seltenen Fällen kann das Tourettesyndrom dahinterstecken. Seit etwa 1930 forschen Psychologen daran. wenn die Handlung zu einer ständig wiederholten und zeitraubenden Verhaltensweise wird.zeit. Wer sich durchbeißt. woran das liegt. sagt Michael Schulte-Mark­ wort. die Marmolada oder den Lagazuoi mit dem Skipass Dolomiti-Superski. Während er nach Hause stapft. Illustrationen: ZEIT-Grafik 44 WISSEN Ich sehe was. Während die einen sich mit einer Puppe oder einem Stoff­ tier behelfen. dass die imaginären Gefährten Vorboten psy­ chischer Störungen seien. sitzt der Fuchs in der Gardero­ be und wartet. sich weni­ ger ­alleine zu fühlen«. sich mit Geduld auf die ­komplexen Zusammenhänge einzulassen. wobei der Fokus auf menschen­ähnlichen Fantasiefreunden liegt. Nur wenn die Wutanfälle über Jahre anhalten. Loppow. wenn ein Geschwisterkind geboren wird. sagt der Kinderpsychiater. um Angst oder Nervosität im Alltag besser auszuhalten. Das ist die Leine. die Freunde erfinden.2017 Ansprechpartnerin: Jana Wiepcke Preis: 1. Zu den vokalen Tics gehören ständige Laute wie Räuspern oder Schniefen. Daumenlutschen Kleine Kinder stecken prak­ tisch alles in den Mund – weil sie so ihre Umwelt sinnlich­ erfahren.« Fachleute sprechen auch von Übergangsobjekten – das sind oft Gegenstände wie eine Schmusedecke oder Kuscheltiere. Dann könnte eine Störung des Sozial­ verhaltens vorliegen. Wenn Hector am Nachmittag von seiner Mutter abgeholt wird. Eltern­ sollten ihm besondere Beachtung schenken. Hectors jüngerer Bruder Fritz hat übrigens keine unsichtbaren Beschützer. und beschäftigen Sie sich in idyllischer Atmosphäre gemeinsam mit dem Philosophen Dr. »Das war der kleine Nick. das Nuckeln aufzugeben. KG... So wie bei jenem achtjährigen Jungen. »und damit eine Frage der geistigen Reife. weil sonst die Zähne schief werden können. Leichte Lektüre ist dieses Buch nicht. erzählt der Kinderpsychiater. Auch wenn es schwerfällt. Füchse und andere Kamera­ den zur Familie hinzustoßen. Und weil es sie be­ ruhigt. – 4. »Fantasiegefährten helfen den Kindern. der Hectors Kindheit bevölkerte. Fast immer verschwinden solche Schrullen mit der Zeit von ganz allein. Erleben Sie die kulturhistorischen Höhepunkte der Königsstadt mit seinen schmalen Gassen sowie die großartige Landschaft des Atlasgebirges. erinnert sich Graefe. wenn die Eltern sich trennen – aber auch. sagt Schulte-Markwort. sollten sich Eltern Hilfe von Experten holen.1. Leiter der Kinder.« Weil der Alien partout nicht verschwand. Das Tier war der erste unsichtbare Gefährte. können Eltern also gelassen bleiben. in der die soziale Kompetenz trainiert wurde. Die emeritierte Psychologie-Professorin und Psychoanalytikerin hat sich intensiv mit der Fachliteratur befasst. aber auch bei Jugendlichen kommen sie noch vor. Nach Schätzungen zeigt im Grund­ schulalter jedes zehnte Kind vorübergehend so ein Verhalten. – 2. 271 S. 11. in Assisi die Basilika mit den weltberühmten Fresken und in Florenz das Tafelbild der Gottesmutter.2017 ab 895 € Giotto Entdecken Sie auf dieser Reise durch Oberitalien die Meisterwerke Giotto di Bondones. sagt der Kinderpsychiater Schulte-Markwort.2. liegt in der Entwick­ lung der Kinder begründet. was du nicht siehst Viele Kinder haben einen unsichtbaren Freund. Während der Dreijäh­ rige spielt. die nur in seiner Fantasie existiert«. ein Kind über das Vorschulalter­ hinaus ein ­aggressives und aufsässiges Verhal­ ten zeigt. oder es sind Tiere und Fabelwesen wie Hectors goldener Feuerdrache. Statt des Daumens kann ein Vor­ leseritual beim Einschlafen helfen. Dem 60-jährigen Kinder­ psychiater haben e­tliche Jungen und Mädchen von ihren unsichtbaren Begleitern berichtet. Tink­ turen auf den Finger schmieren oder dem Kind den Daumen aus dem Mund reißen. WAS DER GESUNDHEIT HILFT Foto: Rankin/Courtesy of the V&A Museum of Childhood. Nach Ansicht von Experten bieten diese immer­ gleichen Handlungen Halt und dienen als Ven­ til.4. »Alle Kinder brauchen solche Über­ gangsobjekte«.zeitreisen. (Ausschnitt): Giotto di Bondone »Die Anbetung der Könige« um 1266–1337 Foto: Courtesy Musei Civici Padova Skisafari © B. an den sich Schulte-Markwort noch erinnert. Bleibt allerdings ein imaginärer Gefährte­ dauerhaft und über Jahre hinweg an der Seite e­ ines Kindes. Professionelle Hilfe suchen sollten Eltern aller­ dings. Augen zusammenkneift oder mit den Schultern zuckt.« Auch bei den Mahlzeiten war der Fuchs oft dabei – unter dem Tisch. hat es einen motorischen Tic – das sind unwillkürliche Bewegun­ gen einzelner Muskelgruppen.11. – 16.de © Hartmut Albert/Shutterstock Sylt Information und Buchung unter: Das orientalische Leben mit exotischen Düften und bunten Farben erwartet Sie. | 3.

der ein Carlsen zeigt sich gut prä­ Jahr jüngere Weltmeister Magnus pariert. Die Teilnahme ist nur auf persönliche Einladung möglich. dem die Häme Karjakin fühlt sich geschmeichelt. von Fernseh­ wundersamen. An diesem Punkt denken viele: Sergej ist fällig. die niemals Der Russe rettet sich mit einer 3. der Druck wächst. Es kommt dann anders: Magnus Carlsen ent­ Carlsen und Sergej Karjakin. Buceriusstraße. KG. hat immer ein kleines Krone berichten wir in Der Herausforderer wäre sehr Plus. die Partie zu be­ ginnen. die herumeiern wie die alten! Am Montag ist es dann so weit. Plötzlich sehen alle. die in dieser Spanne gespielt die Königin unter den offenen Spielen seit 500 werden. früher Läuferentwicklung. Giuoco Piano. wie lang­ de ist Kyrillos Zangalis. lässt sich bracht.24. Aber wer weiß. von hilfsbereiten rus­ Kampf.de. Da hat jedes Remis seinen sischen Großmeistern monate­ Wert. tut es nicht. wolle ihn zum Verteidigungsminister ernennen. Convent Gesellschaft für Kongresse und Veranstaltungsmanagement mbH. Er wählt Spanisch. ANZEIGE www. Carlsen steht erst gut. Dann hat Karjakin Weiß. Keine Schlagseite zu bekom­ Market Building im Süden Manhattans erschei­ men. Frank-J. Dezember 2016 · Paulskirche · Frankfurt am Main Dr. Bei Twitter verkündet ein Fan: Putin Bobby Fischer. N OV E M B E R 2 0 1 6 WISSEN 45 DIE ZEIT No 49 Sieben Remis für einen Sieg Schachweltmeister Magnus Carlsen in Not: Nach sieben Unentschieden schlägt der Herausforderer Sergej Karjakin zu  VON ULRICH STOCK S ieben Remis in Folge? Ja.11. 18. gleicht mühelos aus. tat­ zeit. er verpasst sie. schlägt Karjakin mit seinem Damenläufer in Nach der Gala im edlen Plaza Hotel am ­Central die gegnerische Königsstellung hinein. ein Scheinopfer! Karjakin gewinnt einen Bauern. ließe er nicht versucht es mit Spanisch. wenn es denn dem großen lang ausgebrütet. Karjakins sische Herausforderer. sondern macht einen kleinen. Schachweltmeisters währt nur drei kurze Wochen. Die Remisen Nummer sechs und sieben sind so inhaltlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. lassen sich nicht losgelöst voneinander be­ Jahren.deutscheswirtschaftsforum. Carlsen schwenkt um auf Italienisch. Aber kann er des Gossips im Internets gilt: Mal wieder der auch eine Schlacht gewinnen? falsche Herausforderer! Kann nichts. Das ruhige Spiel. Vielleicht denkt Sergej das auch. nie um den Titel gespielt. Das Match um den mythischen Titel des Herausforderer hält ungefährdet stand. Er bietet alle seine Kräfte auf und errichtet eine uneinnehmbare Festung. Karjakin Zweites Remis. und plötzlich ist der Moment da: Karjakin kann kontern. Carlsen wird den fertigmachen. Wer Vom Zweikampf um die Carlsen geht dort ein und aus. Auch der Norweger­ der ZEIT und im Netz: schlecht beraten. Diesen Anzugsvorteil der in New York laufenden Schach­ hätte sich das Team Karjakin gewünscht. Karjakin. Sie sind ein langer Neuerung. Remis. Carlsen verliert die Geduld. Diesmal eine komplexe Variante. besser als Garri Kasparow. Weiß hat. Seine beste Chance. Aber nur kurz. Eine alte Eröffnung. Alle Welt erwartet eine ausgefeilte­ trachten. Pustekuchen.5 : 3.de © Siemens AG © Andreas Teichmann Referenten (Auszug) 8. alles Ohne in die Geheimnisse der Karjakinschen Material bleibt auf dem Brett. Karjakin hält stand. Die Aussichten wie sich das anfühlt. Deutscher Städtetag Eine Veranstaltung von: Technikpartner: 102532_ANZ_10253200006521 [P]_X4_ONP26 1 Premium-Partner: Medienpartner: Hostessen. um über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu diskutieren. langweilig und schnell vorbei. was viele schon wussten: den die Schachwelt für den größten Spieler aller Der Mann aus Moskau ist ein VerteidigungsZeiten hält. Runde um Runde Kombination. verwegene scheidet sich für eine Damenbauern-Eröffnung mit Kombinationen. Die zwölf Partien. Magnus Carl­ sen kann es kaum abwarten. dem Ruhm des Vaterlands zu­ Sergej Karjakin. Nun wieder Carlsen. in einer an den Rand einer Niederlage. Carlsen schon dreimal. die als exotisch gilt und Diesem Wunsch liegt ein Missverständnis zu­ nicht zu den stärksten zählt. neu­ erdings unter Topspielern wieder beliebt. Sein klassisch geschulter grunde. wird in Stellung ge­ WM-Vorbereitung eingeweiht zu sein. Er muss sächlich bringt er Karjakin in doch erst einmal herausfinden.5 für den Herausforderer. Könnte kontern. wieder schlechter. um nicht zu sagen weltmeisterlich. dann agiert er leichtfertig. Er kann seine eigene Kraftlosigkeit nicht mehr ertragen. dass nun schlechte Stimmung im Gebäude am East River aufsteigt und auch da draußen auf allen Kontinen­ ten. Was ist denn das für eine Weltmeisterschaft? Zwei junge Männer. Eine Klasse In der vierten Partie hat er wieder Weiß. Spanisch. legt noch mal nach. hat noch Eröffnungsbehandlung ist lasch. Karjakin kontert mit einer studienartigen Kombination – und gewinnt. fast magischen teams umflockt. schwächt die Stellung seines Königs. nach wel­ chem die weiße Stellung sofort in sich zusammen­ bricht. Ein Opfer! Park in Manhattan am Abend vor der ersten Run­ Nein. gegen den immer gleichen Supergegner anzutreten. war noch niemals in New York. Noch vier Remis.16 16:28 . die täglich zu Hunderten im Fulton­ Bühne zu bestehen. weil sie mit Spanisch nicht mehr so recht durchdringen. Nicht gleich eine Partie zu verlieren.und Securitypartner VIP-Shuttle-Partner: Partner: Deutsche Lufthansa AG Dr. mit denen Weiß lange Zeit gepunktet hat. und Karjakin ist Weltmeister. einfach weltmeisterschaft zwischen Magnus um nicht sofort umgepustet zu werden. gleich kommt es zur sagen. das ist der Underdog.deutscheswirtschaftsforum. feinen Damenzug im Zentrum. volles Risiko in jeder Partie. opfert zwei Bauern. Faszinierend. 60325 Frankfurt am Main Rolf Buch Ehemaliger deutscher Tennisspieler © Daimler AG-Global Communications Boris Becker © Stefan Brending Das Deutsche Wirtschaftsforum führt einmal jährlich die erste Führungsebene aus Wirtschaft und Politik in der Frankfurter Paulskirche zusammen.de/thema/schach-wm größte Vorsicht walten. Karjakin hält stand. Viertes Remis. Manövrierschwierigkeiten und 1. Carlsen kann ins Remis abwickeln. Fünftes Remis. der griechischstämmige weilig ist das denn! Das war bis Manager Karjakins. Und unter dem Aufseufzen der Zu­ Punkt für ihn war: Überhaupt auf der großen schauer. Die computergestützte Eröffnungstheorie hat viele Varianten entschärft. Das Publikum möchte heroische Siege sehen. Drittes Remis. 2. der rus­ liebe. Aber der denkt gar nicht daran. besser als künstler. 26. Dieter Zetsche Daimler AG Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Er wählt Schach-WM in New York Foto: Max Avdeev ANZEIGE In Bedrängnis: Magnus Carlsen bei der 8. Senckenberganlage 10–12. nen. Er will es Karjakin zeigen. Sergej und Ziel dient. Zurück in Amerika Stadt aufzuwachen. geht volles Risiko. Partie der Schach-WM in New York am vergangenen Montag eine harmlose Damenbauerneröffnung und ver­ schärft das Spiel dann immer mehr. wenn Carlsen den Läufer nimmt. So steht es nach acht von zwölf Runden 4. Ein Ungeduldsspiel schläft. Weise Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Förderer: Netzwerkpartner: Offizieller Druckpartner: Dr. Eva Lohse Carsten Spohr Carsten Kengeter Vonovia SE © Christian Schlueter • Arbeit & Integration in Deutschland – Gesprächsreihe zur gesellschaftlichen Verantwortung  der Wirtschaft • Digitale Transformation – Who Leads and Who Gets Left Behind? • Europa am Scheideweg – Wie kann die wirtschaftliche und politische Integration noch gelingen? Janina Kugel Deutsche Börse AG Siemens AG Das detaillierte Programm und die Teilnahmebedingungen finden Sie unter www. dass dies mit Sicherheit der wichtigste Entladung. Hamburg. ehrlich betrübt: Bei der Zie­ zum Montag der Stand der Dinge hung der Farben für die erste Partie hat Carlsen in der öffentlichen Wahrnehmung Glück und bekommt Weiß. um dann.

6 % Turnen 34.53 € Bremen: 36. Der Verbrauch nach Ländern bezieht sich jedoch auf das Schlachtgewicht. Reihe 3.3 % 15.3 % 2.6 % 37.1 % 26 % 27 % 24.9 % Illustration: Carolin Eitel Recherche: Pierre-Jean Guéno Tennis 18 % Erratum In der ZEIT Nr. Deutscher Olym­ pischer Sportbund. Die beiden Grafiken sind nicht miteinander vergleichbar.4 % 38. Das hätten wir besser kennzeichnen sollen.9 % 34 % 13.1 % Turnen 5.6 % Behindertensport Die sportlichsten Länder Aktive Altersklassen Top 3 bei Frauen und Männern Ist im Süden Deutschlands Sport wichtiger? Diese Statistik legt das nahe Ältere Erwachsene treiben ihren Sport vor allem im Verein – deswegen ist ihr Anteil hier relativ hoch Mehr als ein Drittel entscheidet sich jeweils für die Sportart Fußball oder Turnen 32.8 % ≤ 19 Jahre 20 bis 41 Jahre 42 bis 61 Jahre 19 % 32.14 im Saarland Baden-Württemberg: 87.3 % 21.3 % 31 % ≥ 60 Jahre 35.26 € 30 % 19.8 % 4.8 % Anteil der Sportler an den Einwohnern des Bundeslands 24.6 % Golfen 3.5 % Tennis Schießen 2.2 % 35 % 5.3 % Frauen 30. 46/16 (Grafik Nr. 386. Was machen sie da am liebsten? Und wo wird am meisten gespielt.1 Rechnungs­ ergebnisse der öffentlichen Haushalte ZUM RAUSTRENNEN Die große Bewegung . Fachserie 14.3 % 15.3 % 17.1 % Handball Reiten 2.8 % 34.45 in Hamburg 2.8 % 17 % 28.6 % 27.2 % 17.7 % 5.6 % 6.4 % Sportvereine pro 1000 Einwohner Jährliche Ausgaben für Sport in Euro je Einwohner Altersverteilung unter Sportlern insgesamt 10. Gelbe Seiten.8 % 24. »Eingefleischt«) haben wir für zwei Berechnungen zwei verschiedene Basen verwendet: Der Fleischverbrauch von Männern und Frauen bezieht sich auf den Verzehr.4 % 0. N OV E M B E R 2016 D I E Z E I T N o 49 o N 389 27 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem Sportverein.8 % 387 Fußball Botanik 386 Fleisch 20.4 % 33.7 % Männer 17.7 % Legende Fußball 15. geturnt oder gelaufen? Die Themen der letzten Grafiken: 388 Die beliebtesten Sportarten Fußball und Turnen liegen mit großem Abstand vorn – und damit zwei Sportarten mit einer großen Tradition (Anteil an Sportler/innen insgesamt) Blitzerfotos 27.9 % Turnen Fußball Schießen 37 % 24.3 % Klettern (Alpenverein) Leichtathletik 3.46 WISSEN GRAFIK: SPORT 24.8 % Fußball Turnen Tennis Quellen: Statistisches Bundesamt. Wir entschuldigen uns für die missverständliche Darstellung 11.

Von Anfang an hatte Frank-Walter Steinmeier. die Kultur derart wichtig.  HANNO R AUTE RBE RG Geht gar nicht Anmerkungen zum Wesen des deutschen Konsumenten Getarnt als Transparenz-Kampagne des In­ ternetkonzerns Facebook (»Mache Facebook zu deinem Facebook«). so der Vorwurf. einen warnenden Brief. als Wunder­ kammer aus dem fernen Iran. da können die Berliner Kapital. weil sie Dreistigkeit mit Selbstbewusstsein verwechselt. Inc. Nun aber ist klar: Steinmeier hat sich womög­ lich verkalkuliert. fünfmal verschie­ so bereitwillig auf Majid Mollanoroozi eingelassen ben. Sie hatten zuvor den hoch­ komplizierten Atomdeal mit dem Iran ausgehan­ delt. die von Farah Diba einst mit vielen Ölmillionen auf dem westlichen Kunst­ markt zusammengekauft wurden. die Ehefrau des Schahs. Der Ajatollah steht über der Regie­ den Kulissen einen Deal mit der Islamischen Repu­ rung. nischen Kunstwerken der Moderne kombiniert die er weiterhin als die eigenen begreift.) Warum eine rosa Schokolade gerade ungeheuer begehrt ist Warten auf Farah Es sollte das Glanzprojekt der deutschen Kulturpolitik werden: Eine Ausstellung mit den sagenhaften Kunstschätzen der Frau des persischen Schahs. Entsprechend ungedul­ Künstlerfreunde sagen mir: Man fühlt sich außen dig reagiert Hermann Parzinger. dann aber seien sie plötzlich verschwunden. Sie wünschen sich eine Schoki mit dem Geschmack von Robbe Maracuja oder Taube Nuss. dass in nur zehn Minuten 150 000 Tafeln verkauft wa­ ren. sondern hinter was sie wollen. was im Moradchani ersetzt worden. der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und während die Berliner Mu­ seen noch hoffen. die Ritter Leider schon ausverkauft: die EinhornSchokolade Sport Einhorn heißt – »quadratisch. dass sich Steinmeiers Abgesandte anfänglich »Wir werden das nicht drei-. da sie es bei Ritter Sport tatsäch­ lich gewagt haben. Umso worden. dass der Direktor des Tehran Museum for Contempo­ rary Art. Nun ist der Termin verschoben worden. Als Oberster Revolutionsführer hat Chamenei missbrauche die Kunst. Die sa­ genumwobene Kunstsammlung der Farah Diba. den Chef der Preußenstiftung.8 Millionen Euro. Besonders anstößig fanden es viele in der Kultur­ Amt will er nicht noch Monate weiterverhandeln. dass unter überschritten und wird nun von höherer Stelle aus­ den Werken. Von dort gelangten sie in einen privaten Lagerraum. Es gibt in der Sammlung auch Werke der klassischen Moderne.und Kulturszene muss man vorausschauender hätte man in die Verhandlungen hinzuziehen«. Solange wir nur später andere an Bushaltestellen zurecht­ weisen dürfen. dafür aus 40 Prozent Salz bestehen und aus 50 Prozent Essig. Anders als das Auswärtige vor gelassen von der Politik«. weil auch er ein Opfer war. »Ich habe mal etwas gepostet. Er meckert nicht nur.« Farah-Diba-Sammlung. dass Kunst der arabischen Moderne in die­ ser Größenordnung im Iran gezeigt wird. Nun aber sollen 30 kostbare Werke der Sammlung erst­ mals Teheran verlassen und in Berlin zu sehen sein. aus ei­ gener Erfahrung. ist an Bushaltestellen gerade eine große Fotoausstellung zu sehen. drei Monaten sind konservativ-reaktionäre Kreise um Ajatollah werden sollen. die Ausstellung zu verhindern. Offiziell auch der Kulturszene in Teheran. Das Teheraner Museum verfügt nicht einmal rektor nicht zu erklären. ergänzt um Meisterwerke der iranischen Moderne. »Echt nicht« ist seine liebste Wendung.« –. In der dank »aller verfüg­ baren Einhorn-Power«. Keine weiteren Tafeln mit »Joghurt & Him­ beer-Cassis-Regenbogen« will das Werk pro­ duzieren. der Iran gilt als großer Wachstumsmarkt –. erzählt die bekannte Künstlerin Parastou Forouhar: »Es gab Schäden in der Sammlung durch falsche Klimati­ sierung und sogar durch Wasser. o. »DA DRÜBEN« sei der Fahrradweg – so hat sich auch Facebook auf uns eingestellt. mehrere Holocaust-Karikaturen mit Preisen bedacht hatte. zeigt ihn in Teheran besucht. sagt er trotzig – auf dem Plakat in­ Gestalt einer jungen Dame. Die Teheraner Kulturszene ist aufgeschreckt: Chamenei auf das Projekt aufmerksam geworden Die deutsche Kulturdiplomatie.« stellung nicht zustande kom­ Während die deutschen Ausfuhrgenehmigung? men. die nun nach Deutschland verliehen gebremst. Nennen wir sie: Der deutsche Konsument – Wesen und Neigung. vor allem aber für das poli­ tische Berlin wäre es eine schwere Blamage. nur eine entscheidende Un­ terschrift fehle noch: für die Ausfuhrgenehmigung. wir blamieren uns mit Freude und treten alles kaputt. vor der leitende Direktor des Museums. Die Mullahs sind. Offi­ ziell heißt es derweil. berichten jedoch von nebu­ lösen Verhandlungen.  LARS WE I S BROD . heißt es in Farah Diba. dass die wahren Probleme ausgeblendet werden. eine Museen mit dem Teheraner Museum aushandeln. die tatsächlich einen Wandel an die Öffentlichkeit. den umstrittenen Direktor des Mu­seums. bewirken könnten. sagt ein iranischer Experte. während ihr Mann. möglichst viel Mythos in schmackhafte Quadrate zu pressen. ins Kulturministerium ausgelagert. das war der Plan. auf kulturellem Feld. Dezember an in Berlin zu sehen sein. Es handelt sich um rund 2. erklärt der Lei­ ter der Kulturabteilung im Auswärtigen Amt. einst Kurator der Kleingeister denken. Und er hielt auch dann noch daran fest. Nun droht eine schwere Blamage: Im letzten Augenblick sabotieren die Mullahs das Berliner Großereignis  VON WERNER BLOCH W er hätte das gedacht? Endlich ist der Ori­ ent wieder schillernd und hip – zumindest wenn er als märchen­ hafter Schatz daher­ kommt. Offenbar hatten Steinmeier und seine Mitarbei­ ter unterschätzt. so sehr die Fans auch jammern. die aus Deutsch­ land entsandt wurden. wie jeder Konsument. interessiert uns nicht. Doch offenbar ist für Steinmeier. was. er muss auch konstruk­ tive Gegenvorschläge machen. wie schwierig sich die Zusammen­ arbeit gestalten würde. Rau­ schenberg. wortreich werden. »Hier droht ein falscher Eindruck über die Stiftung zu entstehen. kleine Schar­dscha betreibt Weltpolitik und lässt vor allem gegen das Erbe der Farah Diba. die den Tod der imperialistischen USA herbeiwünschen und vom nahen Endsieg der Isla­ mischen Revolution künden. bei denen man nie genau wisse. Die iranische Seite wolle mit Leihgaben vor allem Geld verdienen.FEUILLETON 24. »Die Hauptstadt steht vor einer Kunst­sen­sa­tion«. vermag auch der Di­ lente Fälscher«. der Saudi-Arabien nicht aus der Ruhe bringen. und versuchen nun. jetzt. agiert er inzwischen zwar nicht mehr als Verhand­ oft hochgebildete iranische Öffentlichkeit wünschte lungspartner der deutschen Seite. wie nun erstmals bekannt wurde. denn der deutsche Konsument kommt erst Ein Motiv aus der aktuellen Plakatkampagne »Mache Facebook zu deinem Facebook« zu sich. »stattdessen machen mit der iranischen Seite gehen müssen. als sie sich auf das Projekt einließen. Früh­ zeitig hatte die außenpolitische Abteilung des Kanzleramts erhebliche Bedenken geäußert. kl. im Vergleich dazu schien der geplante Kultur­ austausch ein Sonntagsspaziergang zu werden. er sei sich nichts sehnlicher als die Öffnung gen Westen. es heißt. also als unangenehmer Nörgler. Irgendwo gibt es da eine Grenze. richtig wertvolle Kunst lag in den Ecken und sammelte Staub an. finden Sie im ZEITmagazin Vermutlich ist es das süßeste Krisensymp­ tom. genießt in Iran einen höchst durchwachsenen Ruf. Für das kulturelle. Denn an Nachschub ist nicht zu denken. Hier. Im Depot verrotteten viele wertvolle Kunstwerke. wenn er andere warnen darf. berichtet von geradezu mafiösen Zu­ ständen. nie hätte teilen sollen«. Nicht weniger als 30 Picassos und 15 Warhols. ver­ rät aber nicht. Ver­ steckte Kosten im Handytarif? Geht ECHT gar nicht. der Bundes­außenminister. dass wir diese Sammlung zusammengekauft Mal. seien von Anfang an nicht offiziell einbezogen­ hört man nun aus dem Hause Steinmeier. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 Nach dem Verbot des Vereins »Die wahre Religion«: Wo endet die Religionsfreiheit? Seite 58 47 Mit Einhorn-Power gegen die Weltkrise Abb. die das Projekt geboten hätte. Eine. weil er um seine Sicher­ heit fürchtet. Die Gemäldegalerie in austausch beschwören und das Berlin hat bereits große Säle Goethe-Institut ein kulturelles zu sagen dafür reserviert und rechnet Begleitprogramm zusammen­ mit den Eintrittsgeldern. auf unbestimmte Zeit. die metaphysische Obdachlosig­ keit als überwunden gelten darf. Facebook (v. Dasselbe Museum. eher keine Fans von Jackson Pollock. gut. die Intellektuellen und Künstler. Und ganz bestimmt ist es ein Zeichen dafür. sagt Forouhar.« Auch der Künstler Aydin Aghdashloo ist alarmiert über die katastrophalen Lagerbedingungen. droht als Fiasko zu enden. Nicht auszuschließen. keines außer unserem. Sie soll ohne Zucker auskom­ men. Sie schrieb an Parzinger. Die Werke kommen aus der Barjeel Art Foun­ im Nahen Osten an moderner Kunst interessiert war. Doch gibt es auch Fans. Was als Glanzstück der Diploma­ tie geplant war und Deutschland eine privilegierte Partnerschaft sichern sollte – nicht zuletzt aus öko­ nomischen Gründen. »Privatkram mit 500 ›Freunden‹ teilen? Echt nicht«. entstünden weitere Kos­ Diplomaten noch den Kultur­ Niemand vermag es ten. Noch unklar ist. »Unsere Aufgabe ist es jetzt. die gren­ sich dabei auch von seinem mächtigen Nachbarn zenlos in Kunst investierte. Verträge mit einem Federstrich für null Deutschen hingegen gehe es um das symbolische und nichtig zu erklären. wurde über Jahrzehnte von den Ajatollahs weggesperrt. die Ausstellung als einen der wichtigsten Ecksteine seiner kulturellen Außenpoli­ tik gepriesen. Später seien einige Werke in einem Auktionshaus wieder aufgetaucht. als die Zweifel unüberhörbar wurden. und wer das seine Werke nach Berlin verleihen will. An vielen Brücken und Hauswänden hängen dort riesige Plakate. weiß aber niemand mit Be­ stimmtheit zu sagen – eine kafkaeske Situation.« Dass es Vorbehalte gegen die Sammlung gibt. »Deutschland versucht hier nicht. Jasper Johns sind in der milliarden­ schweren Sammlung reichlich vorhanden. zerrinnt die Chance auf Öffnung. dessen Gemälde stets als Inbegriff westlicher Freiheitsideale interpretiert wurden. soll die Werke zeigen. seine Kompetenzen Museum ab. war für Kulturstaatsministerin Monika Grütters die rote Linie des Antisemitismus über­ schritten. noch im Mai überzeugt. Ein freier Kurator. Wer diese Unterschrift leisten muss und warum sie noch immer fehlt. »Diese Kunst. der die Ausstellungspläne. Das Schah. Nichts schmeckt derzeit besser als Wiederverzauberung.: © 2016 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts. In der Magie auf der Zunge schmilzt (oder zwischen den Zähnen klebt). mit jedem »nie« spürt sie sich endlich wieder. Jene Kräfte im Iran.8 Mil­ lionen Euro warten darauf. was ich nie. Man habe rund 40 Werke. Denn jetzt. begegnen sich zu bewerben weiß: »Wir wollen der ganzen Welt vor zwei Parteien. berichtet Forouhar. bis die Schoki aufgezehrt ist. Erschwerend kommt hinzu: Das Teheraner Museum. dass er selbst hohe Risiken dafür eingeht. Und sollte die Aus­ Islamische Republik macht. »Meine Vorverkauf ist angelaufen. »Das muss unbedingt vermieden werden. und das wussten die Berliner Diplomaten blik einzufädeln. Wir Iraner sind stolz dation im Emirat Schardscha. das die Sammlung beherbergt. Den das Recht. Im Außenamt gibt man sich gleichwohl opti­ mistisch. sollte vom 4. nie. durch den stellvertretenden Kulturminister Ali­ zumal eine andere Ausstellung gerade zeigt. den noch ungewählten Bundespräsidenten. sagt sie heute. Auch Rollmops Aspirin oder Cannabis Karotte sind beliebt. Das haben. Obwohl es ja erkennbar doch geht. Jedenfalls so lange. ServiceWüste DB? Geht gar nicht. spricht eine ande­ re Facebook-Nutzerin vom Plakat herab. wodurch sie Schaden nehmen könnte«.« Grütters überließ daraufhin die Sondermittel für die Ausstellung dem Auswärtigen Amt – »als Zeichen meiner Distanz­ nahme«. die in der politischen Sphäre zu­ Augen führen. wer mit Künstlern und Galeristen spricht. in der die Sehnsucht nach Übersinn­ lichem verzehrfertig befriedigt wird. ob die Sorte Angela Merkel produziert wird. Es wäre die Ausstellung des Jahres – würde daraus nicht gerade das Debakel des Jahres. Einige Mitarbeiter. das begreift man sofort. Eine auch Mitglied der Regierung ist und verantwortlich Überprüfung der Werke auf Echtheit lehnte das für alle Ausstellungen im Iran. jetzt scheint die Welt eine andere zu sein. Eine kluge Auswahl davon. sagt die Künstlerin Forouhar. kulturelle Öffnung zu bewirken. neben »Geht gar nicht«.eine wegweisende Schau. Nicht auszuschließen also. Stolz guckt sie trotzdem./Artists Rights Society (ARS). Auswärtige Kulturpolitik sei immer ein Risiko. An­ dreas Görgen. die ihren Jute­ beutel fest umklammert. der über unsere Köpfe hinweg­ auch. wie heikel das Ausstellungsprojekt bis heute ist. der antisemitische Karikaturen prämierte. So wie der auf dem Bürgersteig radelnde Fahrradfahrer überall auf der Welt schlicht mit wüsten Be­ schimpfungen überzogen wird. das die Gegenwart zu bieten hat. das Land umkrempelte? Dass es auch Kritik nennt man cultural diplomacy. die der Weltkrise lieber heiter zu Leibe rücken. der über eine Inventarliste der eigenen Bestände. Waldfee Mint oder Elfe Salbei werden nicht lange auf sich warten lassen. deren Eltern trotz solcher Unwägbarkeiten gingen sie schon sie­ ben Monate vor dem geplanten Ausstellungsbeginn von Schergen des Systems ermordet wurden. Als sich im vergangenen Sommer herausstellte. wie es bei Ritter Sport heißt. davon war Hermann Parzinger. das die legendäre Farah-Diba-Sammlung hütet. Erst durch den Protest der überaus re­ gen Iraner Kunstszene seien die Bilder inzwischen zurückgekehrt – doch handelt es sich tatsächlich Warum die Ausfuhrgenehmigung noch immer noch um die Originale? »Es gibt in Teheran exzel­ nicht zustande gekommen ist. in der arabische mit ira­ melancholischen Mann. was die Wann kommt die werden. Die aufgeklärte. »Was Ein Interview mit David Galloway. sagt er. und da­ bei eine Schokolade herauskam. wer auf iranischer Seite zuständig sei. die Ausstellung könnte vielleicht im Lauf des Dezembers eröffnet werden.« Ein endgültiges Scheitern schadet am Ende haben. doch geprägt wird sie vor allem von den Heroen der amerikanischen Nachkriegszeit – und das macht sie bis heute zum Politikum. dass vor 50 Jahren kein einziges Land meist als Feinde gelten. szene. auch Rothko. New York. der versteht sehr rasch. man ihm in Deutschland jedoch den Hinweis mitgibt. trifft auf einen freundlich. der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die 2. Doch ist er nach wie Iran manchmal möglich ist. sodass wir sie jetzt zeigen können. Möglicherweise hat er. weiter eingehen. Es herrschten dort unhaltbare Zustände. dass am Ende das gesamte Vorhaben abgeblasen werden muss. Wir machen gern Fehler. das der ZEIT vorliegt. der Ehefrau des letzten Schahs von Persien. Wer allerdings nach Teheran reist. Dafür darf sich jeder zum Trost auf der Web­ seite von Ritter Sport neue Sorten wünschen. magisch. und es ist das erste darauf. große Projekte in Bewegung zu setzen«. Er werde im Dezember gemeinsam mit Joachim Jäger von der Neuen Nationalgalerie nach Teheran reisen und weiterkämpfen. halten das viele Kenner der iranischen Szene für unwahr­ scheinlich. da diese Schokolade einen der­ artigen Kollektivjieper auslöst. der trägt. die Deutschen klammheim­ nach Teheran überwiesen zu lich genau dasselbe. deren Sujets im offiziellen Iran als »unmora­ lisch« gelten. Ein bisschen mehr am Museum gibt und an der Kooperation mit davon hätte auch bei der Farah-Diba-Ausstellung Deutschland? Auf all das will Mollanoroozi nicht nicht geschadet. Doch geht«. Fotos: Christian Mang/imago. Zu wenig Knus­ per im Knusper-Müsli? Geht gar nicht. vier-. Ritter Sport/dpa. der für die Muse­ umsseite zuständig ist. Gemälde seien auf rätselhafte Weise aus dem Museum verschwunden. Seine Gemäldegalerie. Erst in den letzten zwei. auch Fälschungen sind. auf einem Bild von Andy Warhol dem Schreiben. Der deutsche Konsu­ ment wird hier gezeigt in all seinen schillern­ den Facetten.

Martin Hinz Katharina Miklis. Kolja Dr. Angelika Finkenwirth. Mariam Lau. das sind jetzt die Trump-Girls. für den Rest des Landes blieb sie aller Strampelei zum Trotz die aufgestiegene Ehefrau. Ludwig ­G reven.: 0351/48 64 24 05. Dr.00. Tillmann Prüfer (Style DirecLeitender Redakteur: Hanns-Bruno Kammertöns tor). Luxemburg € 5. Herausgeber: Peter ­Kümmel. die seither versucht haben. In den Hunderten von Analysen. Es ist nicht frei von Ironie. Adam Soboczynski (verantwortGerd Bucerius † lich). hierzulande als neuer und aufregender Theorieimport der Kulturpolitik reüssiert. sollte man alle ansprechen. Red. Chefredakteur). Wenige Tage nach der Wahl knüpfte der­ Politikwissenschaftler Mark Lilla in einem lebhaft diskutierten Beitrag in der New York Times unmittelbar an die Überlegungen Packers an: »Wenn man in Amerika Gruppen anspricht. sondern auf Nonna Mordjukowa zurückgingen. Und das lag nicht nur an Hillary Clintons Un­ vermögen. keine polemischen Fragen.com Schriftlicher Bestellservice: DIE ZEIT. Johannes Neukamm. Harro Albrecht. in denen Bilder gelingender Weiblichkeit nicht auf Marilyn Monroe. Marketing und Vertrieb: Nils von der Kall Tel.de Dossier: Tanja Stelzer/Wolfgang Uchatius (verantwortlich). um nicht missverstanden zu werden. Tel.: German Language Pub. Volker Hummel. Fritz Habekuß.: 030/59 00 48-0.00 ISSN: 0044-2070 . Dr. Nina Pauer. Astrid Froese. Rieke Havertz. könne 10 Weihnachtsdoch in den USA kein Problem sein. Beata Sydło. Alexander Hoepfner. dass Hillary Clinton nicht nur deswegen verloren hat.de Dresdner Redaktion: Stefan Schirmer. 1040 Brüssel. Bastian Brauns. Der Haar-Stahlhelm verschwunden. rue Bleue. E-Mail: DieZeit@zeit. weiße Männer um sich.: 0044-2073/51 63 23. Die ganze Frau zerschlagen. FMD (r. Tel. ­Entdecken: Rabea Weihser (­ Leitung). Gianna Pfeifer Parlamentarischer Korrespondent: Matthias Geis Fotoredaktion: Milena Carstens (verantwortlich). ­ E-Mail: kerstin. Sport: Christian Spiller (verantwortl.de Verlag und Redaktion: Österreich-Seiten: Joachim Riedl. Januar 2016 Marlies Uken. der zahllose Schwächen. (Außen­p olitik). Publikum und Personal« gefördert werden. ­Perger. Martin Kotynek (Stellv. RJ 22080-030. Art-Direktion: Haika Hinze. Weiblichkeit in der US-Politik.de W enige Tage nach Trumps Wahlsieg wurde eine Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes veröffentlicht. abgerüstet.daum@zeit. werden die Nichtangesprochenen es merken und sich ausgegrenzt fühlen. zu wirklichkeitsfern und zu sehr Establishment gewesen ANZEIGE sei. PO Box 9868. Delia Wilms Infografik: Gisela Breuer. Julika Altmann. Team Interaktiv: Fabian Mohr (Leitung).60 pro Ausgabe Abonnement USA DIE ZEIT (USPS No. Werner A. Hannes Schrader. anstatt in universellen Menschenrechten aufzugehen. Das ist der neue Edelproll-Scheiß. Nina Lüth. ad acta legt.30. Ilka Piepgras. Heinrich Wefing E-Mail: zeitmagazin@­z eit. Dr. Anne Hähnig. Philip Faigle. Oliver Voß Hauptstadtredaktion: Marc Brost/Tina Hildebrandt ­ (verantwortlich). Telefon: 040/32 80-0.P. M3B 1Y8 Tel. der Geschlechterfalle zu entkommen. Fax: 030/59 00 00 39. Verantwortlicher Redakteur Reportage: Wolfgang ­U cha­t ius Jutta Hoffritz Reporter: Wolfgang Bauer. KG. Fotos (Ausschnitte): Ron Sachs/Polaris/laif. Das ist ein zurechtgeschnippeltes Ex-Nacktmodell in dritter oder vierter Ehe. zu intellektuell. Urs Willmann Junge Leser: Katrin Hörnlein (verantwortlich). Petra Kipphoff. Anne Kunze. Kerstin Wilhelms Korrektorat: Thomas Worthmann (verantwortlich).80 (inkl. die auf offener Bühne an einem Weiblichkeitsentwurf herum­ laborierte. Dietmar H. Christian Röpke. Dr. Martin Klingst (Politischer Korrespondent). Anne Gerdes. Helmut Schmidt (1918–2015) Dr. Malte Henk. Theo Sommer. Jörg Lau Redaktion ZEITmagazin: Dorotheenstraße 33. New Yorker Redaktion: Heike Buchter. Rüdiger ­ (Koordination Weltwirtschaft). Srednjaja Perejaslawskaja 14. sondern auch daran. Griechenland € 6.de/wissen-schenken wuchsen in einer Kultur auf. 60322 Frankfurt a. Ijoma Mangold Dr. Residence Palace. in dem es die Matrix der Gefühle und das kollektive Unbewusste des wahlentscheidenden Teils der amerikanischen Bevölkerung noch immer besetzt hält. NW. Tobias Timm Kulturreporter: Dr. Jan Kny Gestaltung: Klaus-D.O. Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Elisabeth Rank. E-Mail: ­h buchter@newyorkgermanpress. Jana Simon. Eschersheimer Landstraße 50.10. 61 vom 1. Die akademische Linke geißelt sich seither einem Land um das höchste Amt. das Scheitern der ersten weib­ lichen Bewerberin um das höchste Amt in den Vereinigten Staaten zu erklären.und Geisteswissenschaft sowie die ethnische Vielschichtigkeit der Gesellschaft unmittelbar in die politische Praxis überführt werden sollen. normalisiert. ­Team Engagement: Tobias Dorfer. Jürgen von Ruten­b erg. www. Claas Tatje. Tina Groll. denn davon haben die Heerscharen akademischer Musterschülerinnen. Trumps Dauergeschrei »she doesn’t have the stamina«. Irina M ­ amula. warum Zuwanderer hierzulande nicht sogleich in Massen in die Theater strömen. Felix Rohrbeck. Tel. New York. L­ on­d on. K ­ erstin Bund.: 0055-21/40 42 83 98. Claus Hecking. K.: 069/24 24 49 62. Mirko Bosse. Thomas Strothjohann 110016 New Delhi. Christine Lemke-Matwey.: 030/59 00 48-0. Chef­r edakteurin). war während des amerikanischen Wahlkampfs bereits gut zu besichtigen: Wer vornehmlich auf die­ Identitätskarte setzt. E-Mail: thomas. Nora Coenenberg. Durch Quotierungen von Jobs nach ethnischer Zugehörigkeit? Durch Theaterstücke.30. NJ 07631. Stefan Willeke Bildungspolitischer Korrespondent: Thomas Kerstan Textchefin: Anna von Münchhausen ZEITmagazin: Christoph Amend (Chefredakteur). Trans-Personen und andere Minderheiten habe letztlich zur Folge gehabt. Red. Navina Reus. E-Mail: archiv@zeit. bei dem sie eine Durchhalterede hielt. Rue de la Loi 155. meinte aber auch: Niemand war sich sicher. Schweiz und restliches Ausland DIE ZEIT Leserservice 20080 Hamburg Deutschland Tel. Johanna Schoener Gründungsverleger 1946–1995: Feuilleton: Iris Radisch/Dr. Jürgen von Rutenberg ­N adine Ahr. Packer beklagt. Dr.20 für Studenten € 137. Chris­tian Schmidt-­­Häuer. Petra Pinzler. Mar Mikhael. Fax: 030/59 00 00 40 Investigative Recherche/Recht & Unrecht: Stephan Lebert (verantwortlich).: +49-40/42 23 70 70 Fax: +49-40/42 23 70 90 E-Mail: abo@zeit. Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002) (Literatur. Christine Meffert Internationaler Korrespondent: Matthias Naß (Textchefin). Nieder­l ande € 5. Enrique Tarragona Kw. (verantwortlich) Christoph Drösser. die mit ihrer Rolle als herbe Sowjetkommissarin 102528_ANZ_10252800008646 [P]_X4_ONP26 1 15. Druck: Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH.boehm@zeit. Oliver ­N agel. Michael Zehentmeier Steffen Richter.: 001-416/391 41 92 Fax: 001-416/391 41 94 E-Mail: info@gcnews. KG. Jungclaussen. Annett Osterwold. Hanna Grabbe. Melania Trump in stabiler Rückenlage Die abgerüstete Frau Vielfalt von oben? N armen weißen Mann da draußen in seinem herunter­ gekommenen Rust Belt vergessen.00. war nicht »stamina«. der werde doch wohl auch eine Frau ertragen. Ulrich Schnabel. Die ZEIT-App: Redaktionsleitung: Dr. Aber was wir in jedem Fall vergessen und vollkommen unterschätzt haben ist: das Frauenbild dieses Mannes (sowie seiner Töchter und Ehefrauen) und das Ausmaß. Reinhold Hügerich. 10117 Berlin. Englewood. Uwe J. Kilian Trotier. Bildredaktion. Rita Lauter. Folgt man Packer. Oliver Hollenstein. Digitales Abo € 4. Daniel Haas. Christof Siemes. Zum 45. soll die »diversitätsorientierte Öffnung von Kultureinrichtungen in den Bereichen Programmangebot. Mal in Folge steht an der Spitze der USA wieder ein Mann. ­ Zouwain Bldg.00. die vorwiegend Mi­gra­tions­pro­ ble­me behandeln? Und: Nach welchen Kriterien an der Kasse soll eine adäquate Durchmischung des Museumspublikums durchgesetzt werden? Das sind. David H ­ ugendick. Alserstraße 26/6a. liefert fatalerweise auch gute Argumente für jene. Was der Kandidatin fehlte.10. Jan Lüthje. E-Mail: leserbriefe@zeit. Roberto Saviano. Christian Tenbrock Jens Tönnesmann. Michael Biedowicz Cathrin Gilbert. Gerhard ­J örder. Alina Schadwinkel. Dr. Österreich € 5. Andrea Backhaus. Wolfgang Lechner. Dieter Buhl.ladurner@zeit. Annabel Wahba­ Redakteure für besondere Aufgaben (Print/Online): Art-Direktorin: Jasmin Müller-Stoy Philip Faigle. war zwar eine Frechheit. sich nach voraufklärerischen Kategorien wie Rasse und Geschlecht ausrichtet und damit die Idee vom modernen. Anna Kemper.de E-Mail: matthias.­ ­ Janeiro. Oliver Fritsch. ZEITmagazin Online: Silke ­Janovsky (verantwortl. Matthias B ­ reitinger. Karin Ceballos Betancur. deren Vorbild die hart schuftende Bildungsaufsteigerin Clinton ist. Mit Missvergnügen registriert der New Yorker-Autor. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Weiblichkeitsideale: Hillary Clinton nach der Wahl.50. die man meint. Eine Frau an der Spitze der Welt. in die konservative europäische Staatschefinnen wie Merkel bisher nicht einmal den kleinen Zeh stecken mussten. Christof Siemes. Mark Spörrle Rudi Novotny. Was ihr fehlte.de Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen: ZEIT Online GmbH: Chefredaktion: Jochen Wegner (Chefredakteur). Götz Hamann Gestaltung: Nina Bengtson. Heike Faller. Adrian Pohr. Michael ­ Axel Springer Offsetdruckerei Ahrensburg GmbH & Co. Disziplin und einem ausgestellten Bellizismus einen präsidialen Panzer zulegte. Alexandra ­Endres. NJ 07631 Tel.de (Leitung). K ­ atrin Guddat. Schmidt (Kultur­ korres­p ondent). Dr. annoncierte ein »Diversity-Programm«. anzeigen: iq media marketing. 10117 Berlin. nur erfolgreicher – folgerichtig schart er als gewählter Präsident zunächst alte. Jelka Lerche. Marie Schmidt. Jan Menssen. Lisa Caspari. Burk­h ard Straßmann. Magazine und Neue Geschäftsfelder: Sandra Kreft Projektreisen: Christopher Alexander Wenke H ­ usmann. Man dürfe nicht vergessen. Frank ­S iemienski. Es wurde aus der Mitteilung nicht ganz klar. Leonie Seifert Chefreporter: Dr. Slowakei € 6.de ­Entwicklungs­r edaktion: ­M ichael Schultheiß ­( Leitung). Wirtschaft: Dr. Ulrich Greiner. Karin Geil. Matthias Krupa. H Struckmann. Alexander Krex. Das ­amerikanische Freiheitspathos müsse wieder umfassend und unspezifisch adressiert werden. Kultur. Heuser (verantwortlich). Jörg Burger. Björn Maatz. Beni Qahtan Street. aber nicht die geringste Rollenunsicherheit zu erkennen gab.kohlenberg@zeit.40. Jens Jessen. Dr.). Dr. Elisabeth von Dr. Frauke Petry und die Fast-Bundespräsidentin Marianne Birthler www. Hartung (verantwortlich).30. KG. für den es kein Vorbild gibt: die USKommissarin. Und das soll mit Gender dieses Mal ganz und gar nichts zu tun haben? Dennoch hat sich die Meinung durchgesetzt. das männliche Machtideal locker rechts liegen zu lassen. Haarspray. als sie brauchen. dass die erste identitätspolitische Bewegung in Amerika der Ku-Klux-Klan gewesen sei. Südamerika-Redaktion: Thomas Fischermann. D ­ avid Schmidt. Marc Widmann Frankfurter Redaktion: Arne Storn. Um diesen Missstand zu beheben. Sasan Abdi-Herrle. Merten Worthmann. Jutta Schein. Malin Schulz (Creative Director).riedl@zeit. Rainer Esser Dr. Geschichte: Christian Staas (verantwortlich) Ulrich Stock Fußball: Cathrin Gilbert/Hanns-Bruno Kammertöns Autoren: Dr.. Jasmin Müller-Stoy Henning Sußebach (ZEITmagazin). Gunhild Lütge.). Kai Biermann. Ursula Nestler. Zweitens sind drei Regierungschefinnen neben 44 Regierungschefs in Europa kein besonders zahlenkräftiges Argument. Dr. Matthias Sommer. ZEIT Campus).). Fax: 069/24 24 49 63. Dr. der Erstickungsgefühle aus alten Kindertagen aufkommen lässt.de Lavaterstrasse 61. könne sie von jedem gebraucht (und missbraucht) werden – eben auch von weißen Arbeiterfamilien und abstiegsbedrohten Angestellten der weißen Mittelschicht. ­ Indien-Redaktion: Jan Roß.de © Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. das sich in einem Akt der Notwehr mit viel Geld.16 14:11 ZDF-Fernsehballett mit Plüschbommeln auf den im sowjetischen Untergrundfilm Die Kommissarin Brüsten abends nach den Nachrichten die Beine in der Geschichte der imaginierten Weiblichkeit hob und Vater sich dazu die Salamibrote vor der ein entschieden antiamerikanisches Kapitel aufschlug. wie inzwischen jeder im Schlaf aufsagen kann. Dann einen kurzen ungeschminkten Auftritt. Angela Merkel. Fax: 040/32 71 11. Team Investigativ/Daten: Karsten Polke-­M ajewski ­( Leitung). Geschäftsführer: Dr. Beirut. Chef/-in vom Dienst: Christian Bangel. Mechthild Fortmann. Amrai Coen. ­M artin Burgdorff. Postmaster: Send address changes to: DIE ZEIT. Portugal € 6. Christiane Grefe. ­K aren Schmidt. Sven Stock­rahm. stößt aber vielleicht zunächst eher auf Bildungsfragen.11. ­ Davina Domanski. 64546 Mörfelden-Walldorf. Carolin S­ tröbele. Hans Schuh-Tschan. ­ Friederike Milbradt.storn@zeit. Dr. Wissen. Lillas Essay gipfelt in einem Plädoyer für einen post­ identitären Liberalismus. Patrick Beuth. NY 10004. Von Anfang an wurde sie als sexuell definiertes Wesen wahrgenommen. Kanarische Inseln € 6. Hanno Hammacher. Schwarze. Slowenien € 5.: 0041-56/206 66 08. Frida Thurm. ­M ichael Stürzenhofecker. Josef Joffe Thadden (Politisches Buch). dass die amerikanische Gesellschaft sich seit Mittelost-Redaktion: Andrea Böhm. dass der aufklärerische Universalismus von Aktivisten als Machtgeste der weißen Mehrheitsgesellschaft aufgefasst werde – dann aber erübrige sich jeder auf Konsens zielende Diskurs. Finnland € 7. auf Trab bringen zu müssen. Norwegen NOK 66. Andreas Prost.de Europa-Redaktion: Ulrich Ladurner. Jan Schweitzer. »sie hat kein Durchhaltevermögen«. Tel. Hamburg: Steffen Richter. Birgit Vester. Hillary Clinton hingegen bewarb sich in Glotze servieren ließ. Dr. Textchefin: Meike Dülffer. Sabine Rückert Michael A ­ llmaier.. in dem sich das selbst.de/audio Berater der Art-Direktion: Mirko Borsche Art-Direktion: Malin Schulz (verantwortlich). Simone Gaul. Paul Blickle. Digitales Abo für ZEIT-Abonnenten € 0. Dobromila Walasek.« Die Fokussierung der demokratischen Kampagne auf Schwule. Rudzio. Haika Hinze (Sonderprojekte). ­ übernimmt der Verlag keine Haftung. Ihr war aufgefallen. Jeannette Otto. Thomas Groß. Ontario. Sonja Ritter. GLP. Alexander Cammann. E-Mail: ulrich. E-Mail: stefan. Thomas E. als schwaches und betrogenes. ZEIT Online GmbH: www. die oberste Herrin über Amerikas gigantische Militär. verantwortlich). Jochen Bittner. Martin Machowecz. ­ Anzeigenstruktur: Ulf Askamp Tilman S­ teffen. dass die nach 227 Jahren amerikanischer Männerherrschaft erste weibliche Präsidentschaftskandidatin eher am Rust Belt als an ihrer Weiblichkeit gescheitert ist. um Jahre gealterten Gesicht.: 040/42 23 70 70 Fax: 040/42 23 70 90 E-Mail: abo@zeit. wer sich hinter dem Hochsicherheitstrakt ihrer inszenierten Persönlichkeit verbarg. Elke Michel. Chef vom Dienst: Besondere Aufgaben: Jutta Hoffritz Iris Mainka (verantwortlich). Lydia Sperber. generell von Weißen. der sich nicht in Fragen der Gruppenzugehörigkeit erschöpfen dürfe. Antje Poeschmann. Tel. Chef­ Patrick Baden. Ulrich Bahnsen. Hans Werner Kilz Hamburg-Redaktion: Moritz Müller-Wirth (kommissarisch verantwortl. Matthias Schütte Bildredaktion: Ellen Dietrich (verantwortlich). Digital. Spanien € 6. Jungbluth.: 0043-664/442 91 45. Roland Kirbach. dass ausgerechnet die Identitätspolitik und Diversitätsfixiertheit. Aber erstens karten von UNICEF ist Obama immerhin ein Mann. Sondern auch und vor allem: weil sie eine Frau ist. Sarah Jäggi. 153 S Dean St. Charlotte Parnack. Studium: Dagny Lüdemann ­ E-Mail: andrea. eine postmoderne Kultur. Tel.: 0033-173 71 21 95. Angela Köckritz.de Buceriusstraße. Anzeigen-Preisliste Nr. Chancen: Manuel J. Hamburg Weiterer Auslandskorrespondent: Geschäftsführer: Dr. Anke Latza. 20095 Hamburg
 Schweiz-Seiten: Matthias Daum.com Jana Lavrov. Sina Giesecke. Maria Exner Silvie Rundel Herstellung/Schlussgrafik: Torsten Bastian (verantwortlich). Tel. Tel. 17. Michael Thumann (Außenpolitischer ­ Korrespondent) Reporterin: Elisabeth Niejahr Wirtschaftspolitischer Korrespondent: Mark Schieritz Dorotheenstraße 33. Jan-Peter Thiemann. Carsten ­Luther. Katharina S­ chuler. Parvin S­ adigh. E-Mail: arne. K-22. Benjamin ­L auterbach.40 pro Ausgabe.: 001-201/871 10 10 Fax: 001-201/871 08 70 E-Mail: subscribe@glpnews. sondern auch an ihrer Weiblichkeit gescheitert  VON IRIS R ADISCH Trump gewinnt – und Amerikas Intellektuelle distanzieren sich von der Identitätspolitik der Liberalen  VON ADAM SOBOCZYNSKI ZEIT-LESERSERVICE Leserbriefe Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Man habe sich zu viel mit Feminismus. Dr. dass zwei Drittel aller weißen Amerikaner ohne Collegeabschluss für Trump gestimmt hätten. Alard von Kittlitz. Lieferung frei Haus. heißt es. Claudia Bracholdt. Sascha Venohr. Dr. Grafik und Layout: M ­ ichael Pfister (Leitung). Susanne Mayer (Sachbuch).30. Frank­r eich € 6.de Moskauer Redaktion: Alice Bota. Italien € 6. Fax: 0032-2/230 64 98. ­ (ZEITmagazin). Sprachbarrieren oder eine soziale Schichtenzugehörigkeit – und nicht auf fehlende Toleranz oder einen Mangel an Diversitätsorientiertheit in den Kulturinstitutionen.) Hillary Clinton ist nicht nur am Rust Belt. Hauz Khas Enclave.de Pariser Redaktion: Blume News Group GmbH. Empfehlungs­ Klormann.). der hierzulande mit Diversity-Programmen in Gang gesetzt wird. Niemand kannte die Frau hinter dieser abweisenden und in einen jahrzehntelangen Abwehrkampf verstrickten Figur. die in Amerika derzeit auf dem Prüfstand steht. Sabine ­B ergmann. Astrid Geisler. Till Schwarze. nationale Weiblichkeitsideal trotz Judith Butler Gender und Diversity beschäftigt und darüber den und Laurie Penny zwischen Wie angelt man sich ach dem 9. ­Lamparter. Sieling (Koordination). Gero von Randow.jungclaussen­@ ­zeit.de Video: Ute ­B randenburger (Leitung). Yassin Musharbash Autoren: Christian Fuchs. war selten die Rede davon.zeit. Aline Wanner. ­Julian Stahnke. Marcus Rohwetter. Der Schriftsteller und Reporter George Packer hat wenige Wochen vor der Trump-Wahl in der abgründigen New Yorker-Reportage Hillary Clinton and the Populist Revolt ein grundlegendes Problem der Identitätspolitik entfaltet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder Steffen ­D obbert. M.. Betreiber: ZEIT Online GmbH Leserbriefe: Anna von Münchhausen (verantwortlich). Johan Dehoust. ­ Maren Preiß. ob nun zu Recht oder zu Unrecht. die identitätspolitisch eine Leitkultur einfordern und damit gerade auf die Ablehnung von Vielfalt abzielen.70. Stefan Schmitt. Felix Dachsel. Nina G ­ runen­b erg. Red. ­ Rua Joaquim Nabuco 266/801. Die Augen nicht mehr aufgerissen wie im Rausch. Kornkamp 11. Ungarn HUF 2090.ca Ausland: Belgien € 5. Rio de Norbert Bayer. 22926 Ahrensburg Schlieben (Leitung). Großbritannien GBP 5. Nicole Hausmann. M ­ arkus ­H oreld (Stellv. Thomas Ass­h euer. A-1090 Wien. 01067 Dresden.de Abonnement Jahresabonnement € 239. Schweiz CHF 7. November war sie wie vom Erdboden verschluckt. Bernd Ulrich Stefanie Flamm. Roman Pletter Wilfried Herz. Großbritannien und Polen möglich ist. Wenn man nicht alle anspricht. Zacharias Z ­ acharakis. Dr.40. 129110 Moskau.90. dass »sich in den Kultureinrichtungen die kulturelle Diversität der Städte« noch nicht widerspiegele. CH-8002 Zürich. Anant Agarwala. dass es in den USA »keine Rolle für eine weiße Frau jenseits ihrer sexuellen Nützlichkeit gibt« (Joshua Cohen in der FAS). E-Mail: jan. Eike Kühl.  So fiel sie durch alle geschlechtspolitischen Raster: Das hyperavancierte Amerika bestrafte sie für ihre Verhärtung und Verfilzung. 20080 Hamburg Einzelverkaufspreis Deutschland: € 4. 4­– 6. Götz Hamann (Koordination Unternehmen). Martin Spiewak. Volker Ullrich einen Millionär und Sex and the City nur millimeter­ weise vom Busen aufwärts Richtung Stammhirn verschoben und in Melania Trump jetzt wieder in die stabile Rückenlage zurückgefunden hat. später angeblich lügnerisches und heuchlerisches Weib. Hanno R ­ auterberg. DC 20009. 19. Gunter Hofmann. universellen Subjekt. KG.: 001-212/­­­269 34 38. 7th floor. die in Amerika in absehbarer Zeit in der Minderheit sein dürften und sich bereits jetzt als vernach­ lässigte und diskriminierte Gruppe empfinden. wie die identitätspolitischen Ziele in den Kultureinrichtungen erreicht werden sollen. Edith Wagner­ Dokumentation: Mirjam Zimmer (verantwortlich). Monika P ­ ilath. Apt 212. Wirtschaft und Gesellschaft: Marcus Gatzke/Dr. dann spielte Trump mit seinen rassistischen Ausfällen und seiner AntiGlobalisierungs-Rhetorik ebenso auf der Klaviatur der identity politics wie die Linken. Özlem Topçu. Ursula März. Benedikt Erenz. Englewood. war die Freiheit.und Wirtschaftsmacht. die Clinton zeit­weise in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs rückte: Wenn Rasse zu einer irreduziblen Kategorie von Politik werde. die im besorgniserregenden Widerspruch stand zu ihrem fahlen. (Stellv.zeit. Es gab noch ein Foto mit einem Hund und dem Enkelkind irgendwo im Grünen. Wolfgang Gehrmann. Chefredakteur: Dr. Dorothee Schöndorf. Washington. Khuê Pham. Als Mutter und Gattin mit gerichtsnotorischen Eheproblemen. E-Mail: johnf. Dr. Und was in DeutschSie erhalten als Dankeschön land.10. E-Mail: joachim.30. Christoph Dieckmann (Autor). Daniel Müller. redakteur). Dänemark DKR 49. Jana Gioia Baurmann. Merlind Theile. Das mag schon sein. Felix ­S tephan. Tel. Die Bundesstiftung. hinter dem die Politikerin mehr und mehr verschwand. ­ Dr.de Abonnement für Österreich. Politik: Bernd Ulrich (verantwortlich). Kurhessenstr. Tel. die Projekte der Gegenwartskultur fördert. Florian Fritzsche. Bildbearbeitung: Andrea Drewes. Sie stellen sich not­gedrungen. E-Mail: alice. In ihrer gesamten politischen Karriere ist es Hillary Clinton niemals vollständig gelungen.ross@zeit. sei doch heutzutage kein Problem mehr: Wer einen Schwarzen gewählt hat. ­S ybille Anzeigen: DIE ZEIT. Moritz von Uslar (Autor) Giovanni di Lorenzo Glauben & Zweifeln: Evelyn Finger (verantwortlich) Stellvertretende Chefredakteure: Z – Zeit zum Entdecken: Anita Blasberg/Dorothée Stöbener Moritz Müller-Wirth (verantwortlich). Ronald Düker. Ostra-Allee 18. Johannes Gernert. Pascal Christoph Dowe (Geschäftsf.de Abonnentenservice: Tel. Melanie Böge.48 FEUILLETON 24. Nico Baldauf. weil sie. John F.30.de Abonnement Kanada Anschrift: German Canadian News 25–29 Coldwater Road Toronto. 75009 Paris. Arnfrid Schenk. ­ Politik. Wer ergründen will. Geschäftsführender Redakteur: Patrik Schwarz Matthias Kalle (Stellv. Christoph Kirchner. ­ Börsenpflichtblatt: An allen acht deutschen Wertpapierbörsen einigen Jahren wieder in Stämmen und Sippen (tribes) organisiert. E-Mail: blumegeorg@yahoo. ­Caterina Lobenstein. Und drittens ist das europäische Beispiel gar kein Maßstab für die USA: Ein großer Teil der europäischen Nachkriegsgenerationen hat seine Jugend schließlich weitab vom amerikanischen Weiblichkeitsalbtraum verbracht. Dr.schirmer@zeit. Rainer Esser. Sebastian Kempkens. A ­ nne-Kathrin Gerstlauer. 0014259) is published weekly by Zeitverlag. Vera Tammen. mehr. Katja Nico­­­de­m us. Der Mechanismus. Chefredakteur). Suite 851. Washingtoner Redaktion: Kerstin Kohlenberg. Stefanie Kara. wenn die aus Amerika impor­ tierte Identitätspolitik der Anti-Diskriminierungs-­ Bewegungen. als das Schenken Sie Lesegenuss zu Weihnachten! Wissen: Andreas Sentker (verantwortlich). Lenz Jacobsen. Elisabeth ­Raether.90 Artikelabfrage aus dem Archiv Fax: 040/32 80-404.bota@zeit. Am Ende haben die Amerikaner und Amerikanerinnen den Job lieber in die Hände eines Mannes gelegt. Helga Ernst. 11 Broadway. Matthias Weidling.­ ­ artmut Neitzel.: 0032-2/230 30 82. Erwin Koch.fischermann@zeit. Gisela Dachs. Eingang Speersort 1. Matthias Stolz.zeit. 1930 Columbia Road. Frank Drieschner. 20079 Hamburg Fax: 040/32 80-404. Periodicals postage is paid at Paramus NJ 07652 and additional mailing offices. Peter Dausend. das sich von seiner sozialen und ethnischen Herkunft sowie einer kulturellen Determiniertheit zu emanzipieren vermag.

Jahrhundert der römische Advokat Cola di Rienzi. Trump hat Bush über Nacht von dem sicher scheinenden Platz des unmöglichsten Präsidenten. dass die Abstimmung über Clinton oder Trump nicht bloß eine demokratische Wahl war. so konnte das überdehnte Notwehrrecht auch vor den Trägern der Staatsgewalt nicht haltmachen. Vornehmheit trennt. heute schon stilbildend. kleine Fotos (v. Tatsächlich kann Georg W. Sie gehört offenbar zu jenem Teil der Westküstenpopulation. zu schwören. Die hockte zwischen uns und runzelte die Stirn. die ersten zwei Jahre seiner Amtszeit zu überleben. weil im spätmittelalterlichen Latein idiota einfach den Laien bezeichnete. Es gehört jedoch zu den konstitutiven Phantasmen populistischer Politik. Die Wahrheit ist jedoch – und dies kommt der Meinung des dunklen Gasts bei Tisch nahe –. Trump. Der Populismus ist aber nicht nur eine rhetorische Praxis. Sorry. November. Manuel Balce Ceneta/Gamma/laif. dass auf rhetorische Angebote soziale Bewegungen folgen oder dass soziale Stimmungen in Formulierungen zusammenfließen. Wenn das Second Amendment von 1791 das WafDer eigentliche fentragen zum BürgerGewinner der US-Wahl: recht erklärte – aus euroGeorge W. aber man vergisst zu fragen. dass es den Staat gibt. um vom Personal mit Vornamen und Handschlag begrüßt zu werden. Er gibt sich extrainstitutionell. Man redet ja gern vom Staatsmann. man muss proamerikanisch bleiben. etwa in der Gestalt des Konsuls Marius. Die Erhebung eines Manns wie Donald Trump ins Präsidentenamt wäre aus dieser Sicht nicht bloß eine Caprice. zwischen zwei hilflos gestikulierenden Normalitätsmodellen zu wählen. dass bei der Wahl von Trump die demokratischen Prozeduren in allen wesentlichen Punkten respektiert worden waren – falls man die Brutalitäten des Wahlkampfes nicht per se als eine Serie von verfassungswidrigen. Im Übrigen macht Frau Rice kein Geheimnis daraus. Vor diesem Hintergrund sollte sich der dunkle Gast am Tisch von Palo Alto die Hand vor den Mund halten. in einem der brandneuen­ Silicon-Valley-Lokale. 18. der sich rühmte. Ihm entspricht auf der Seite der Angerufenen ein Entgegenkommen. Vorgestern ge­gründet. Der Ungeeignete ist der am besten Geeignete. der über den Staat wie über seinen Privatbesitz verfügen will. ob es diesmal the big one gewesen sei. ob sie binnen weniger Jahre erfolgen oder ob sie zu ihrer Abwicklung ein halbes Jahrhundert brauchen. von denen das eine delegitimiert erschien. als ob ein gutes Daimonion ihm nahegelegt hätte. Bush päischer Sicht ein Kapitalverbrechen gegen den Geist der Verfassung –. das es erlaubt. das heißt. dann deswegen. weil er schon jetzt ein Datum in der Geschichte des Unbehagens in der Demokratie bildet. Hiermit rühren wir an den sensitivsten Begriff der aktuellen politologischen Debatte: den Populismus. Demokratien demokratisch zu beenden. als Erdoğan als Vollblutdemokrat ins Rennen ging. die sich den Zynismus ihrer Herren angeeignet haben. Mitbürger sind Leute. weil er wie seine Gegner in den Reihen des Senats von goldenen Tellern aß. steht vor der Alternative. liegt vermutlich bei kaum mehr als zehn Prozent. dass der unvergleichlich Ungeeignete in die Position des Geeigneten. so waren die USA nie mehr als eine hypothetische Demokratie. Verlierer glauben an Staaten als Familienbetriebe. In solchen Momenten verwandeln sich Wahlen in Plebiszite. Was momentan wie eine Amtsübergabe aussieht. Die erzkalifornische Frage. der bereit ist. weil in Dostojewskis Russisch der Idiot eine Metapher für die schöne Seele war. In den dreißiger JahVom Trump-Schock ren sprachen kluge Soziologen von der »Selbstaufwieder genesen: hebung des LiberalisCondoleezza Rice mus«. in der Hoffnung. Ohne einen Hauch von Identitarismus ist kein Populismus möglich. dass Wahlen aufgrund ihrer plebiszitären Dynamik verfassungsändernde Ef­fekte hervorrufen. um die Zeit danach zu gestalten. der Meinungen über Gott und die Welt hatte. Sie ist die Einsicht in die Existenz von Mitbürgern. Seien wir realistisch. und nicht. eine knappe Minderheit in eine knappe Mehrheit umzuformulieren –. Nur wer es noch nie getan hat. Gleichwohl bekam Donald Trump ihre Stimme nicht. Demokrat der ich bin. Schlafwandler wissen instinktiv Bescheid über Leute. Mag sein. die über das Gegebensein oder NichtGegebensein einer Demokratie entscheidet. alle für eine Sache namens Wir. den das Land je hatte. wird wenige Jahre später Machtergreifung heißen. Das Schießen auf Präsidenten blieb in diesem Land immer eine aktive Option. Zugegeben: Wahlkämpfe sind von Natur aus weder Intelligenztests noch Höflichkeitskurse. nicht Nicht-Syrer und NichtÄthiopier zu sein. den Staat durch seine Verlierer zu annektieren. Wie auch immer man Trumps Idiotien komponiert. man muss sich einmal auskotzen und hat zehn Prozent der Wählerschaft hinter sich. was dem klug durchdachten Gefüge der amerikanischen Institutionen bleibenden Schaden zufügen könnte. in dem die Idee der legal defence so breit in den kollektiven Empfindungen verankert wäre. (Türkische Gedächtnisse bieten im Übrigen auch nichts Besseres: Manche von ihnen erinnern sich noch an die Tage. das ist die Tatsache. Seit einer Weile vermischen sich die Töne – es entsteht ein schmutzfarbiges Grau als Grundton für alles.): ullstein bild. dem Mann. sich vom System der institutionellen checks and balances kastrieren zu lassen – ganz so wie Obama es auf sich nahm. wer erklärt uns das Band. Deutsche Gedächtnisse haben bedauerlicherweise nichts Besseres zu bieten als giftige Analogien solcher Art. ja fast sogar ein wenig extra-terrestrisch. kann es richtig machen. Wird man den 8. oder seinem Traum von Politik als Hausherrentum mit anderen Mitteln zu folgen. Demokratie. aus dem die 59 Millionen Trump-Wähler bestehen (etwas mehr als 20 Prozent der Population von 320 Millionen). Es mag ja zutreffen. Trump. was man heute bereits sagen kann. die der Halluzination der Vereinbarkeit von Staat und Zusammenkunft dienten. der sich zu dieser Zeit jedoch in Honolulu aufhielt. dass gewöhnliche Wahlen in Plebiszite münden können – und dass Plebiszite das Potenzial in sich tragen. wenn er im Januar 2017 ins Weiße Haus einzieht. Kinder. So wird es möglich. Populisten gab es bereits in der römischen Antike. Vielmehr gewann man den Eindruck. respektvoll auch. das nie einen Fuß ins Traumland gesetzt hat. wo der Staatsmensch ist – das heißt der Mensch. beginnt als Widerwille der vielen gegen die Übertragung der Hausherrenwillkür auf die öffentlichen Verhältnisse. muss man den bösen Geist der Analogie nicht weiter bemühen. dass es bei Donald Trump neben dem mittelalterlichen und dem russischen Idiotismus auch eine hausgemachte Idiotie-Komponente gibt. die sich die launische Göttin Ma­ jorität gelegentlich leistet. In seiner pittoresken Altersklausur bei Dallas meditiert ­Bush jr. Bush schon heute als der wirkliche Gewinner der Trump-Wahl gelten. mit der Tatsache zu rechnen. Freilich. Der Populismus ist im Grunde nichts anderes als eine Regung. Was Donald Trump und seine Wähler vereint. Ein Populist war im 14. Selbstzerstörungen folgen einer eigenen Logik – man weiß nur nicht. Im Jahr 2011 schoss ein Verwirrter auf das Weiße Haus mit einer automatischen Waffe. die anders sind als sie. November 2016 in Erinnerung behalten. Den Staat kann nur führen. das uns zu Uns macht? Bis auf Weiteres muss man sich hierzulande damit begnügen. wie man den »widerstehlichen Aufstieg« eines politischen Irrlichts verhindert. Kollektive. Obama zu treffen. wird Lichtjahre entfernt sein von Hitler im Januar 1933. Nachdem man es ihm zugesprochen hat – aufgrund eines barocken Wahlsystems. im Zorn erschlagen von ebendem Volk. wie Trump seine Mannschaft aufstellt. Sie kündigt – im schlimmsten Fall – die mehrheitliche Abkehr der Demokratie von der Herrschaft der Mehrheit an. die nur von innen nach außen lebte und von den psychologischen Kalkülen der Männer und Frauen in der ambitionenträchtigen Metropole nichts ver- stand. ist evident. Es will sie zynisch haben. Sofern der politische Mord eine Kategorie ist. dessen Unzufriedenheit zu verkörpern er vorgab: Richard Wagner widmete ihm eine seiner frühen Opern. der sich vom TrumpSchock zehn Tage nach dem Beben dem äußeren Anschein nach vollständig erholt hat. Schweinerei verbindet. die durch die republikanische Publizitätsmaschine vervielfältigt wurde:Die Erlösung kommt allein durch Inkompetenz. Es liegt auf der Hand. wie es dazu kam. Die Verfassung sieht nicht vor. Man weiß jetzt. psychopolitisch. durch Irrtum aufzufallen. Der Erfolg von Trump lässt sich nur auf dieser Basis angemessen beschreiben. ja zivilisationsfeindlichen Entgleisungen einstufen möchte. was ein Staat ist. Die Chance von­ Donald Trump. die den amerikanischen Wahlkampf und sein Resultat miterlitten haben. Politik war fast einhundert Jahre lang eine Farbenlehre auf dem Spektrum von Rot bis Schwarz. seit einer Weile über die Frage. die nach Millionen zählen. Der Staat Mussolinis funktionierte nur so. wird der neue Mann nach seinem rasselnden Einzug in Washington den VorVorgänger – den eine Aura von politischen Fehl­ entscheidungen und grammatischen Kalamitäten begleitet – als einen Weisen erscheinen lassen. Das »Volk«. das andere unerwiesen.) Die wirkliche Frage der kommenden Tage wird also nicht sein. vormalige Außenministerin der USA. Männer oder Fehler Geschichte machen. Millionenschwere Dreißigjährige lassen sich dort einmal pro Woche sehen. der Staat Hitlers war eine Party der Versager. doch nichts. Populismus von oben ist eine rhetorische Praxis. Was aber diesmal im Lauf der Wahlfeldzüge geboten wurde. extra-machenschaftlich. Beobachtet man. hat sich dafür entschieden. Allen. Das Kotzen ist das subrhetorische Ele- ment der Rhetorik. Klienten und Lieferanten behandelt werden wollen. circa 20 Uhr. das für den ersten Augenschein ein Sich-erkannt-Fühlen im Anruf ausdrückt. der das Gemeinwesen zu seiner eigenen Seele macht. Ich kotze mich in den Bundestag. ebenso wenig wie die ihres früheren Vorgesetzten.FEUILLETON 49 DIE ZEIT No 49 Foto: Mario Wezel. Wie lange es auch dauert. damit es sich mit ihnen auf einer Ebene fühlt. In einem Land mit einer so ausgeprägten Tradition des Schießens auf Präsidenten wäre ein mehr als zweijähriges Durchhalten eine Anomalie. Die Systemschweine mögen unter sich sein. Der Staat Lenins war eine Verliererdiktatur. bestehend aus rein landeseigenen Zutaten für den Weg nach oben. Frauen. N OV E M B E R 2 0 1 6 Los Angeles: Blick vom Griffith Observatory Richtung Downtown Vom Unbehagen der Demokratie Ein kalifornisches Abendessen mit Condoleezza Rice und einige Anmerkungen zum Populismus von Adolf Hitler und Donald Trump  VON PETER SLOTERDIJK P alo Alto. nach welchem er verlangte. Ein dunkler Gast saß mit bei Tisch – nennen wir ihn in Ermangelung eines besseren Namens: die historische Analogie. der Botschaft zu folgen. George W. die für Kuriositäten schon immer gut war. dass es »Völker« außerhalb solcher Zusammenrufungen – moderner ausgedrückt: solcher »Mobilisationen« – nicht geben kann. erläutert in kleiner Freundesrunde ihre Ansicht vom Stand der Dinge. wer nicht weiß. Sie kennen das Fußvolk der Alltäglichkeit. bilden keine versammlungsfähige Menge. Die Basis solcher­ »Regierungen« liegt in Bevölkerungen. Der Philosoph Peter Sloterdijk lehrt an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe . wo die Wähler sich mit ihren Gleichgesinnten auf einem imagi­nären Marsfeld zusammenfinden: jeder für sich. nur ein deutscher Tick. und dem despotes. die darauf ausgeht. dass sie auch nach ihrer Rückkehr zu den akademischen Aufgaben auf dem Lehrstuhl für Außenpolitik in Stanford der Weltsicht der Republikaner zugeneigt bleibt. bevor man die Klassiker vom menu bestellt: das ätherische Wagyu-Filet und die mit Sherry gedopten gebackenen Avokadohälften. Es galt. ohne Theologie studiert zu haben. der gegen den korrupten Adel Roms das Amt des Volkstribunen reanimierte und als megalomanischer Diktator endete.l. Die Wahrheit über die parlamentarische Demokratie ist nicht kompliziert: Das Spektrum der ­Parteien lieferte bisher eine Skala von Parteifarben. Populismus von unten. Die Geschichte dieser Selbstaufhebungen ist nicht beendet. Es gibt kein Land in der Welt. sie umfassen ein Bündel von Nuancen des Ungeeignetseins für ein Amt von der Art dessen. aufgrund seiner rauen Tugend populär zu sein. Bush: An jenem dunklen Dienstag hielt sich der Ex-Präsident den Wahlkabinen demonstrativ fern. ja in die verlegen machende Lage des Siegers gelangen konnte. extra-parlamentarisch. musste Zweifel an der Hypothese wecken. dass mit der Figur Trump ein bisher unbekannter Agent ins politische Spiel eintritt. Condoleezza Rice. Für den Fall des Falles hat Trump mit Pence den richtigen Nachfolger nominiert. Auf seine Mediokrität ist Verlass. Die Befreiung liegt in der Unerfahrenheit. Isolde Ohlbaum/laif 24. In dieser Lage wird der Populismus attraktiv: Er offeriert die Null-Farbe als Option. angereichert durch die üblichen Zutaten aus dem Fundus der amerikanischen Hysterie. Die späteren Populismen zogen sich in die­ Klausur der Wahlkabinen zurück. Sie wissen auch aus aktueller Anschauung: Zur Abschaffung von Demokratie eignet sich nichts besser als Demokratie. sondern was man ab jetzt tun sollte. bei denen die Wähler sich unmissverständlich einordnen­ konnten. An jenem Abend in Palo Alto konnte auch der unwiderstehliche Charme von Condoleezza Rice eine im Hintergrund wirkende Sorge nicht ganz vergessen machen. wird klar verneint. Wir wollen ihn respektvoll den »Idioten« nennen – respektvoll. wenigstens diese Gelegenheit. wir kommen von außen. weswegen ihn viele enttäuschend fanden –. von Versammlungen der Unversammelbaren zu träumen: so vor allem die Nationalsozialisten an den Nürnberger Parteitagen bis 1938. Ein größerer Erdstoß gewiss. ob letztlich Strukturen. die nicht als Sklaven. Das versetzt uns zurück in die Anfänge der griechischen Demokratie: Dort wurde der Unterschied kreiert zwischen dem politikós. vom Erfolg überfordert. es werde nicht so sehr zwischen zwei Bewerbern und ihren Programmen entschieden. verdrängt. muss man sich fragen. und Hitler las aus dieser das Drehbuch seiner Politkünstler-Karriere heraus. man habe es mit einem in Demokratien normalen Geschehen zu tun. Der Führer ist ein Lügner! Was schert es uns? Er machte rassistische Äußerungen? Wieso nicht? Man hat es nicht ausreichend explizit begriffen: Das viel zitierte Volk hat in puncto Zynismus von den Mächtigen nichts mehr zu lernen. dass die Idee des Staats bei ihnen niemals angekommen ist. Die Ernennung des Pragmatikers Pence zum Vizepräsidenten spricht Bände über Trumps Zukunftsvisionen. Nach allem. eine diffuse Masse zu einer Einheit namens Volk zusammenzurufen. auszulassen.

An seiner Stelle wirkt in der Stadt nun. ob Lederer a) den Vertrag mit Dercon kündigen oder b) den neuen Mann mit einer Nebenspielstätte abspeisen wolle? Und ob er nicht c) den ehemaligen Berliner Theatermann Armin Petras an die Volksbühne holen könnte. erscheint dem nicht bürgerlichen Berliner Theatermilieu als Repräsentant einer Spektakel. wo sie die Richtigen sind. die Kraft hat. wäre es ein Leichtes. auch das machen können. Im März erleben Sie Jonas Kaufmann in Giordanos Oper »Andrea Chénier«. 21. hat nun aber nicht nur in der Volksbühne. wenn sie die undemokratischen Paragrafen aus dem Antiterrorgesetz strichen. Wohlgemerkt. und er hat schon vor der Wahl bekundet. »vergehe« sich an der Kunst. die Volksbühne.« Es ist in Berlin scheinbar alles wieder offen. sind in diesen Tagen auch Pläne bekannt geworden. weltberühmt und künstlerisch tot. Der Entwurf stammt von dem Architekten Francis Kéré. Castorf werde eigentlich bestohlen? Dass die Volksbühne sein ideelles Eigentum sei? Dass er durch seinen Erfolg zum lebenslangen Herrn des Hauses geworden sei? Tatsächlich ist die Castorf-Geschichte sehr speziell: Eine Kommission um den Intendanten und Theaterwissenschaftler Ivan Nagel hatte im Jahr 1991 die damals unrettbar kaputte Volksbühne in die Obhut des als renitent und unlenkbar. Im Mai bot er der EU Paroli: »Wir gehen unseren Weg. welches im Freien.790 € Monte Carlo © Festival Printemps des Arts Ostern in Dresden © Matthias Creutziger. von dem Lederer spricht. auch ein Tempel. die seiner Despotie trotzen. für den Moment seines Vollzugs die Welt zu verändern«. und nur hier. dass Schauspieler glühende Nadeln in Dercon-Puppen hineintreiben. wie hilflos die (16) EU reagiert. schadet das in erster Linie nicht Erdoğan. Als Brüssel sagte: »Ohne Änderung des Gesetzes keine Visafreiheit«. (. dann gehen wir zum Volk. Er ist Vorsitzender der Berliner Linken. für den Moment seines Vollzugs. können sich nicht vorstellen. da Europa durch eigene Fehler sogar Verbündete in der Türkei verloren hat. die Volksbühne betreffend: »Da werden wir gemeinsam gucken. ist typisch für die Dynamik (oder sollte man sagen: Routine?) der gegenseitigen Huldigung. ob der in seiner neuen Rolle auch wirklich »trägt«. neben so vielem anderen. ob Chris Dercon der richtige Intendant für die Volksbühne ist  VON PETER KÜMMEL M öglich. sondern jenen. Am Ende blieb beides aus. Erdoğan könnte die Grenzen öffnen und Flüchtlinge schicken. Dercon.2017 | ab 1. gar nicht ohne Weiteres darüber entscheiden. dass mit einer türkischen Regierung. Allerdings ist es nahezu ausgeschlossen. dass man findet. bislang Chef der Londoner Tate­ Modern. Die symbolische Zurückweisung des Mannes erreicht eine Intensität. Liegt das vielleicht daran. was sie machen wollen. es wirkt wie ein Flugkörper. Begleitet werden Sie vom ZEIT-Musikexperten Henning Reinholz. im Radio gesagt: »Da wird man gucken müssen. Recht und Laizismus mit Füßen tritt. »wenn es konsequent durchgeführt wird. habe er viel gelernt. und dem »Aufhängen!«-Geschrei noch den Ruf »Steigen wir aus!« hinzuzufügen.« Allerdings: Der Weg. den Mann engagiert hatte – im Namen des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Hierin liegt das eigentliche Dilemma. Nun könnte man anmerken. Sein konkretes Programm kennt man noch nicht. der soeben seinen Vertrag als Stuttgarter Schauspielchef aus »privaten Gründen« gekündigt hat. Genießen Sie als weiteren Höhepunkt Bachs »Matthäus Passion« aufgeführt vom berühmten Kreuzchor. Mit zum Ensemble gehören die lettische Sopranistin Marina Rebeka als Violetta und Plácido Domingo als Vater Germont. Weil er glaubt. ist mit geschlossenen Verträgen gepflastert. Menke schrieb kürzlich in der FAZ. In gewisser Weise ist die Volksbühne wirklich sein Werk. schwieg Europa zur­ Despotie in der Türkei. Kommen Sie mit! 17. (Petras wäre künstlerisch allenfalls eine Epigonen-Lösung. Warum sollte die Türkei nicht zu den Shanghai Five gehören. wer die Volksbühne abwickele. die Beitrittsverhandlungen mit Ankara auszusetzen.und Mammonkultur. Rufen Sie uns an.50 FEUILLETON DIE ZEIT No 49 Abbildung: Kéré Architecture (Computersimulation). Am letzten Wochenende ging er sogar noch einen Schritt weiter. namentlich mit dem Rechtspopulisten Pim Fortuyn. donnerstags 7. 13. betrachtet man die Menschenrechtsbilanz der beiden Länder. Diese Tradition auch weiter beleben zu können – da ist die Frage.zeit. aber man erwartet vorsichtshalber nichts Gutes. Es finde hier ein künstlerisches Experiment statt. Kérés Amphitheater hätte Platz für bis zu 1000 Menschen. zum Referendum. und Renner ist fast schon wieder weg. ANZEIGE Valencia Erleben Sie zum Osterfest in Dresden Stars der Opernszene in Mozarts Meisterwerken »Le Nozze di Figaro« mit Omar Meir Wellber. Mit Verlaub: Allmählich muss die große Theaterstadt Berlin ein wenig achtgeben. ob es so. dass das Flüchtlingsabkommen kippt.16 10:30 . was Dercon betrifft. »La Clementia di Tito« mit Paul Daniel und die Premiere von »Die Entführung aus dem Serail« mit Christopher Moulds. Dercon hingegen verkörpere den »neoliberalen Kunstbetrieb mit globaler­ Jetset-Attitüde« – letzteres Zitat stammt aus einem offenen Brief Lederers an die VolksbühnenMitarbeiter. Es ist eine Stätte des – Bühne und Saal verbindenden – symbolischen Handelns. dass es so kommt. Und mit dem Tempelhofer Spielraum werde er sich keinesfalls begnügen: »Es gibt keinen Plan B. Er schreibt jetzt für uns wöchentlich über die Krise in der Türkei Frontstadt Berlin Modell einer künftigen VolksbühnenSpielstätte in Tempelhof Theaterpolitik als Schaukampf: Der neue Kultursenator Klaus Lederer fragt sich laut. Der Musikexperte Gregor Lütje führt in alle Werke ein. Der weltverändernde Moment entsteht hier – anderswo nicht! Hier. die die künftige zusätzliche Spielstätte der Volksbühne auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof betreffen.220 € 040/32 80-455 In Kooperation mit: 102556_ANZ_10255600008738 [P]_X4_ONP26 1 22. Nach der Wahl sagte Lederer im rbb-Inforadio. die an Abwehrzauber grenzt: Nicht auszuschließen. dass er von den Berlinern nicht gefragt worden sei. ANZEIGE Filmkritiken von ZEIT-Autoren können Sie auch hören. Falls aber Europa auf Ankara hereinfällt. wäre das die Lösung: Dercon bespielt sein mobiles Theater in Tempelhof. die Verhandlungen abbricht und die Türkei entweder in die Isolation oder in die Linie Putin-Trump treibt. Lederer kann. das Haus werde ein paar Jahre später entweder tot oder weltberühmt sein.. wie stark sein Blatt war. Dercon hat im Gespräch mit dem Tagesspiegel bereits Kampfeslust signalisiert: Aus früheren Konfrontationen mit der Politik. aber genial geltenden Eisenwarenhändler­ sohnes Frank Castorf aus Berlin-Ost gegeben – mit der Erwartung. kommt man zu dem Schluss: Eher nein. – 17.2017 Ansprechpartnerin: Lena Böhlke Preis: 1. Einige Jahre lang war das Haus unter Castorf sogar beides gleichzeitig. Viele Zuschauer. N OV E M B E R 2016 Blufft Erdoğan. fragte er und meinte. das ist so üblich. Chris Dercon will dort ein mobiles Theater installieren.) Wie es der Zufall will. bei einem Referendum über sein Prä­ sidialsystem auch über Todesstrafe und EU-Abschied abstimmen zu lassen und damit auch die parlamentarische Demokratie zu beenden und die Richtung der Republik MEINE TÜRKEI komplett zu ändern? Oder hat er nur erkannt. dass Castorf nach 25 Jahren seinen­ Intendantenposten räumen muss.de Information und Buchung unter: Freuen Sie sich auf herausragende Konzerte beim Festival Printemps des Arts de Monte Carlo. denn es geht ihnen ein schlechter Ruf voraus. Berlin hat gewählt.. Nicht zu Unrecht. Illustration: Pia Bublies für DIE ZEIT 24. Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe Can Dündar war Chefredakteur der türkischen Zeitung »Cumhuriyet«. nun gehen sie die Trennung an. im Experiment.« Plant Erdoğan. Frank Castorf habe 25 Jahre lang solche weltverändernden Momente produziert. KG.3. wir beraten Sie gern! Termin: 13. die sich zwischen Volksbühne und Volksbühnen-Volk entwickelt hat: Wo wir sind. Die Türkei sollte also die ihr eh zustehende Freizügigkeit gegen ohnehin nötige Gesetzesänderungen erhalten. Erdoğan weiß das. dieses Haus ist. hat sein Amt noch nicht angetreten und ist doch schon die wichtigste Theaterfigur der Stadt. die Welt verändern. Hamburg www.4. der Kultursenator. und setzte ein Zeichen. ob das mit der Personalentscheidung von damals auf einem guten Weg ist. die von ihnen akzeptiert worden wäre? Wenn man einen aktuellen Text des Philosophen Christoph Menke liest. wie es damals entschieden worden ist. – 21. wie alle an der Stelle. welches. er hat aber sogleich klargestellt. mit Russland und China würde es ihr »besser ergehen«. Die Ausschließlichkeit. Vielleicht. mit der Menke die Kraft des Castorf-Theaters rühmt.2017 | ab 1. die Mehrheit der Türken glauben zu machen. der Kulturstaatssekretär Tim Renner. so wird spekuliert. spielt er auf Risiko. Auf die Mahnung. dass er die Berufung Dercons für einen Fehler hält. was Kanzlerin Merkel versäumt hatte. der auf seinen Start wartet. Als belastend für Dercon gilt. Dercon und die ganze Berliner Theaterszene in den Blick nehmend. indem er auch mit der Opposition sprach.20 Uhr. Warum? Weil die Volksbühne ein Theater »von unten« sei. auch wirklich trägt.de/dresden-mozarttage © Jan-Hendrik Schneider Genießen Sie Verdis »La Traviata« in der Inszenierung von Sofia Coppola im Palau des les Arts Reina Sofia. erwiderte er nur: »Wir gedulden uns noch bis zum Jahresende. und will ihre lästige Einmischung gänzlich loswerden? Der deutsche Außenminister Steinmeier lotete in Ankara auch die Antwort auf diese Frage aus. Der Umstand. werden sie selten freudig empfangen. Die ohnehin schwierige Verbindung wurde vollends dilemmatisch durch das jüngste Abkommen.zeitreisen. dass in der Stadt eine Stimmung herrscht. deren Höhepunkt darin­ besteht. sondern auch in dem Milieu. Hätte es überhaupt eine hausexterne­ Castorf-Nachfolge gegeben. ohne dass sich durch deren Vollzug die Welt im Großen und Ganzen gewandelt hätte – wäre es also nicht Zeit. Vor einem Leitungswechsel herrscht im Theater eine Stimmung wie in einem WesternDorf. – 25. Er aber tat. Die europäischen Staatschefs wiederum befestigen einerseits die Grenzen für den Fall. der bisher auch das Kulturressort leitete. eine Empörung freigesetzt. die ihre Inhalte um des Glamours willen zusammenkauft und ansonsten dem Städtemarketing zuzurechnen ist. An keinem Ort der Welt sei die Grundfrage der ästhe­ tischen Moderne so konsequent gestellt worden wie dort. der designierte Intendant der Berliner Volksbühne. ihr geht euren.2017 | ab 2. oder macht er Ernst? Den Beziehungen zwischen EU und Türkei droht ein gefährliches Ende E in halbes Jahrhundert warteten die Türkei und Europa auf Heirat. dass es eine Zeit nach Castorf geben werde – weil sie nämlich auch eine Zeit vor Castorf nicht erlebt haben. es zu versuchen? Aber nein. er spricht von bestehenden Verträgen. die heute zum Stammpublikum gehören.2.550 €  040/32 80-455  zeitreisen. dass künftige Generationen von der Saison 2016/17 als der »Wehe.« Die Reaktion fiel erwartungsgemäß aus: In der Furcht. Buceriusstraße. Es liegt zwar auf der Hand. wird Berlin gegen den Kommerz verteidigt.11. stellt den Erhalt dieser Stätte im Zustand ihrer ewigen Unschuld offenbar über die Gebote politischen Handelns. Erdoğan erkannte.« Welch bescheidene Art zu sagen: Das muss jetzt alles mal auf meinen Prüfstand. die Demokratie. Inzwischen muss die Frontlinie neu vermessen werden. während Castorfs widerständiger Stamm in der Gründungshöhle am Rosa-Luxemburg-Platz bleibt. ein eigenständiger Kultursenator namens Klaus Lederer. und legte im Vertrauen darauf die Latte höher. Käme es in der aktuellen Stimmung. Er hat nun. von dem sie getragen wird. Wie kann es sein. die über übliches Maß weit hinausgeht. ist vorn. unter anderem mit Brecht und Piscator. der auch Christoph Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso gebaut hat. aber auch in einem der Hangars betrieben werden kann. Castorf. Foto: Andreas Pein/laif. griff Erdoğan zu einer neuen Finte. Im Jahr 2017 erwartet Sie französische Renaissancemusik und die »Symphonie fantastique« des Komponisten Hector Berlioz. Er ließ kurdische Abgeordnete verhaften und erwog. Auch der Kultur­senator will also. Chris Dercon. Ergebnis der Koalitionsverhandlungen. an der Volksbühne anderen die Chance zu geben. dass sie sich nicht­ komplett lächerlich macht. wenn Dercon kommt«-Phase des Berliner Theaterlebens reden werden. Anbieter: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. Klaus Lederer. dass ein ehemaliger Musikmanager und Theaternichtkenner.570 € München im März © Wilfried Hösl Mozart-Tage 2017 mit der ZEIT Entdecken Sie München mit einem der schönsten und besten Opernhäuser der Welt – der Bayrischen Staatsoper.) Die Volksbühne hat ja durchaus eine Tradition. Ich denke nur über meinen Plan A nach. und diskutieren andererseits die Entschließung des Europaparlaments von letzter Woche. dass Europa nichts mehr gegen ihn in der Hand habe. Aber egal: Schon spekuliert man in Berlin.3.zeit. Europa sei ihnen feindlich gesinnt. die Todesstrafe bedeute das Ende der Verhandlungen. die Europas Kritik satthaben. unmöglich weiter über Beitritt verhandelt werden kann. Er sah sich mit wütenden Gesprächspartnern konfrontiert. Und genau so kam es. die Todesstrafe wieder einzuführen. wenn der Staub einer heranreitenden Räuber­ bande am Horizont hochwirbelt. das den Türken freie Einreise in die EU versprach. dass es demnächst Volksbühneninszenierungen gibt. die solchen Gedankenspielen Nahrung gibt? Wenn neue Intendanten an ein Haus kommen. –  16.

30-21. — KLEINES HAUS: Sa 16. Di 18.00 LA DOUCE. Alle Aufführungen buchbar. Sa 15. Tenor.30 Die englische Katze (Sa Premiere).de — www. — KASINO: Sa 20.00.00 PhilharmonieLunch: Kammermusikensemble des WDR Sinfonieorchesters Köln. Fr 20.Die Nazizeit und die geistigen Folgen für uns heute. So 11. Die erste Szene zeigt Schwarzfilm. Fr 20. diese verrutschten und deren ästhetisches Format neben mular aber.00 Khatia Buniatishivili. — SCHAUSPIEL: Sa. Di 19.00. 0711/2364610 BAYERN AUGSBURG — Theater Augsburg — KONZERTSAAL UNI AUGSBURG: So Idomeneo. So 15.consoltheater.de/kulturanzeigen KULTUR PUR f dem neusten Wöchentlich au Stand Kontakt für Anzeigenkunden: Olivia Horlitz   horlitz@zeitmediaconsult. So 11.00 »Mein Lieb.30 Tosca.11.00 Peter und der Wolf (Venussaal). — KIESEL IM K42: Mi 19. Als Drama wäre dieser Film nur halb so er­ schütternd. — Tel.20 Malala (10+). 0941/5072424 BERLIN BERLIN — 25.theater-kiel. Di 19.00 Eroperung. Fr 19.00 Es sagt mir nichts.00 Nuria (Kabul/Fellbach) präsentiert den Liedermacher Tobias (Berlin). Kammerkonzert. 0341/1261-261 SACHSEN-ANHALT MAGDEBURG — Theater Magdeburg — OPERNHAUS: Sa. So 15.30-11.30 u. NMOV O NEAT T E INTo # N o 4 9 Es ist der gleiche Kampf! as halbdokumentarische So­ zialdrama Cathy come home aus dem Jahr 1966 erzählt die Geschichte eines Paares. Di 18. Nun gibt es einen neuen Loach-Film: Ich. 2 o.00 Classic Winds: Stadtorchester FN & Klaus Florian Vogt. sich bücken.30.30 Bunbury oder Von der Notwendigkeit. 0531/1234567 HANNOVER — Schauspiel Hannover. Mi 19.00 Der Karneval der Tiere (Ballett).45 Karlsson vom Dach (6+). Eine Frau befragt einen Mann nach seinem Gesundheitszustand. Er fällt somit dem Argument in den Arm. Münchener Kammerorchester. Und genau hier wird Ken Loachs Film doppelt brisant. Di 20. www.30 Barricade (Kammeroper Köln). So 20. dass er seinen Sozialhilfeantrag auf Papier doch.00 In dulci jubilo.theater-eisenach. verschwindet es plötzlich vom ein sinnfälliger und ein. Der gleiche Kampf gegen die Windmühlen eines kaltherzigen Staats.00 u.00 Saxofour . Nicht in seiner politischen Erregbarkeit. gibt es nur online. Do 20. Fr 19.30 Hotel Savoy. So augenfällig sind die Analogien zu Cathy come home. das Internet spielt eine wichtige Rolle. Deutschland — GROSSES HAUS: So 17. 4 Festspielaufführungen. keine gefühlige Kameranähe. Di.00 Novecento (Die Legende vom Ozeanpianisten).00 Musikbrunch. dass es in England 59-jährige Schreiner gibt.00 u. Zu hören ist ein Dialog. Do 10. Do 19.00 Lunchkonzert.00 The Full Monty .00 Musikalisches Weihnachtsbaumschmücken. Savall. Fr 19.00 Geächtet. Mo 20.30-21. Do 19.30 Carmen. Die lustige Witwe. So 11. bis Freitag. — JUNGES THEATER IM WERFTPARK: So 12.00 Till Brönner. er habe einen Herzinfarkt erlitten.30 Alles Walzer. Mo.00 „Tischlein.30 Eine Familie. Entscheider und Vermittler im Grunde nicht will­ kommen.30 Manon Lescaut. 9 — SCHAUSPIELHAUS: Sa 19. Oder glaubt irgendjemand. — THEATERSCHEUNE: Sa 19.00 Emigranten.00 32 Sekunden 16 Hundertstel.00 Heidi. der Idealisierung der Arbeiterklasse.45 »Coppélia«.30 Don Carlos. So 10.2017. — Tel. Nur macht das aus Ich. Zur Reizfigur eignet er sich auch deshalb. (00 43-1) 4 27 00 300 WIEN — Volkstheater Wien Sa 19. M B2E0R1 62 0 1D 6 I EDZIEEI Z X X . — HAUS DREI: Sa 21. — Tel. Fr 20. Fr 19. keine malerischen Großauf­ Bildschirm. Fr 10. Der Fragenkatalog des Gesundheitstests ist so absurd wie die gesamte Odyssee des verwitweten Daniel Blake durch die Instanzen des Sozialapparats. Mi 20. Fr 11. Wer einen Blick in den jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung wirft.de BAYREUTH — Richard Wagner-Festspiele vom 25. 11.de LEIPZIG — Oper Leipzig — OPERNHAUS: Sa 14. Fr 19. 11.zeit. Daniel Blake vorstellte.00 2. — Tel. Mi 19.Choreografien von Jacopo Godani in Kooperation mit Ensemble Modern. 0391/40 490 490 — kasse@theater-magdeburg. Mi 19. überraschend war auch ihr begeistertes Interesse an einem Mann. So 18. dass Woody Allen auf seine alten Tage noch einen Film herausbringt.00 Hau‘s um!.30 Der Prozess.de GELSENKIRCHEN — Musiktheater im Revier — GROSSES HAUS: Sa 19. Und wie bei Cathy come home steht in jener Szene. Mi. 03691/256-219 — kasse@theater-eisenach. — Tel. Er wurde von der BBC produziert und im Oktober 1966 vor zwölf Millionen Fern­ sehzuschauern ausgestrahlt. Fr 19. das aus der englischen Arbeiter­ klasse in die unterste Etage der Gesellschaft abrutscht.30 Tonfilmschlager und Schnulzen. Mi 21.45 Das Wintermärchen. Di 10.00 Filmpremiere: Liebe möglicherweise. wir müssten mit Rücksicht auf die wachsen­ de Zahl sozial Schwacher die Zahl der Flüchtlinge möglichst klein halten. Ausführliches Programm kostenlos anfordern: Classic Highlights Reisen. die sie nicht mehr ernähren kann. und was sie an dem alten Recken mit den schlohweißen Haaren schätzen. sondern als schierer Hunger. Goldenen Palme ausgezeichnet und Maren Ades nahmen.de BERLIN Die Entführung aus dem Serail Wolfgang Amadeus Mozart 24. Di 19. Di. — Tel. reißt sie wie von wurde. Fr 19. stellen darf. anstatt sie zu bespotten. Di 10. l. Fr 20. Mi. Prinzenstr.00 u.at — www.08.de/kulturanzeigen .00. triumphierte über junges Feuer.00 Die Verdammten. So 19. Do 12. 02631/22288 SACHSEN DRESDEN — DRESDEN FRANKFURT DANCE COMPANY in HELLERAU . Do.00 Nichts.00 Musikalischer Salon (Konzertfoyer). Sa 19. es gäbe ohne Syrer und Marokkaner keine Katies und­ Daniel Blakes? Mit weniger schmerzhaften Fragen gibt sich der Dinosaurier aus England nicht ab.00 Die kleine Meerjungfrau. Der 59-jährige Schreiner Daniel Blake und die junge alleinerzie­ hende Katie lernen sich im Jobcenter von Newcastle kennen.00 »Der Zauberlehrling«. Es saßen nicht nur überraschend junge Leute in den Zuschauerreihen. So.00 Das Konzert. — MUSIKALISCHE KOMÖDIE: Sa 19.00 Premiere: Patricks Trick. Als er das Formular zur sächlich der letzte Film von Ken Loach.30 u. Mi 20.30 Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Winterschuhe ohne Löcher und Schulfreunde. Mo 19. So 18.30 Coriolan.30. Hotel. Mi 9. Di 16. Mo.classic-highlights.30 Richtfest. Do 12. Di 19. Auch Katies Online-Zeit ist um.00 Mutti.00 Diknu Schneeberger Trio. alles brennt. als habe der Altmeister ein Remake seines Debüts gedreht. — VESTIBÜL: Mo 20. (0043-1) 51444-4140 WIEN — Theater in der Josefstadt Sa.00 Künstlerbrunch. C. Tel.30 Lost and Found.00 Öffentliche Hausführung.00 Homo Faber.15 Preisverleihung & Abschlussparty.30 »Cabaret«. werden zu Freunden und ge­ genseitigen Schutzengeln. 7 Übernachtungen bzw.30 SACRE. Di 20.-27.00 DREITEILIGER BALLETTABEND . das er ausfüllen muss.00 Der Alpenkönig und der Menschenfeind. 0355/78240 NIEDERSACHSEN BRAUNSCHWEIG — Staatstheater — GROSSES HAUS: Sa 17. Die Scham über die Entgleisung. — KLEINES HAUS: Sa 19.Die Räuber Short Cuts. Märchenspiel von Walter Anders nach den Brüdern Grimm. mein Leid«.45 Forced Beauty. der Wohltat ihrer parteilichen Beharrlichkeit kann man sich schwerlich entziehen. Daniel Blake ist im Jahr 2016 so brisant. der der Großvatergeneration angehört.30 Griechin/Grieche sein hier und dort. Die Kernszene des Films vergisst man nicht so leicht: Angestellte des social service reißen Cathy ihre zwei kleinsten Kinder.30 Jägerstätter. wie man so sagt. Sa 19.00 MiR Goes Glam-Rock: Queen Forever!.00 Die Piraten.00 Gift. — Tel.de 033 203 / 888 911 033 203 / 888 912 COTTBUS — Staatstheater — GROSSES HAUS: Sa. — Tel. Mi 19. die Verwerflichkeit der Konservativen und die quälende Kluft zwischen Reichtum und Armut vergeht. — Tel. Treu ist sich Loach auch in einer Schwäche sei­ ner Filme. Fr 16. So 11. Mi 11. Mo 18.2017 Konferenz in der Siemens Villa mit Ingrid MeyerLegrand. war eine Art Bernie-Sanders-Effekt zu erleben. Zwar se­ hen Autos. konzertante Aufführung. So 20. 0351 264 6246 — www.de HANNOVER — Staatsoper Hannover.30 Der Florentiner Hut (Il cappello di Paglia di Firenze) (19.00. 0821/324-4900 — www. So 15. Fr 19. STUTTGART — Theater tri-bühne Sa. Ohne Antworten keine Chance auf Sozialhilfe.de/audio Unternehmen ausgelagert hat).Ganz oder gar nicht. So 15.zeit.00 DIE ZAUBERFLÖTE. Oberstleutnant C. So 11. Natürlich hätte Maren Ade die Goldene Palme verdient. — Tel.00 Der gestiefelte Kater.30 Männer.00 Meister Eder und sein Pumuckl. Daniel Blake der Fall. um zu erwir­ keine Filme mehr drehen zu wollen.Ganz oder Gar Nicht. Do 19. allein sieben in Cannes. a.30 Lucia die Lammermoor.30 Was ihr wollt.45 Kost. sondern auch die persönliche Unnachgiebigkeit jener. Do 19.00 Premiere: Lucia di Lammermoor. die zwischen reichem Ehemann und apartem Liebhaber schwankt. der seine Filme nach wie vor analog schneidet und bei Preisverleihungen gern die ge­ ballte Faust in die Luft reckt.00.) setzt sich mit einem Graffiti zur Wehr mit Holzschnitzereien verbringt und dazu klassi­ sche Musik aus einem Dampfradio hört. Mi 10. 089/292810 — www. Mo. Mi 11. Di 20.00 Concerto Copenhagen. Mi. Mo 19. wer alltäglich Rentnern begegnet.30 Das Narrenschiff.: Die Suche nach der verlorenen Autorität. — Tel. So 15. Bismarckstraße 110 Sa 18. BUNDESWETTBEWERB GESANG. So 19. Fr 19. Daniel Blake zeigt nicht nur die Absurditä­ ten eines Systems. hat Loach 31 Filme gedreht und fast so viele Ehrungen und Preise er­ halten. So 15. Er bebildert die Innengrenze. und die beiden Hauptfiguren sind kein Paar. ein korrektes Dutzendprodukt aus der Loachschen Werkstatt über ein kühnes Meis­ terwerk. Sa 19. Do. Aber er lässt nicht locker. dass an Loachs Frühstückstisch keine Zeitungs­ lektüre ohne Empörung über die neuesten Un­ taten des Kapitalismus. Doch vielleicht liegt darin Absicht. So 15.de NORDRHEIN-WESTFALEN BONN — Contrakreis-Theater Sa 20.00 Medea. Er an sein Debüt von 1966 anknüpfen. Fr 16. Do 19. Mi 19.30 Rede an den kleinen Mann. — WERKSTATT: Sa. (0511) 9999 1111 — www.2017 – 28. — KAMMERSPIELE: Mo.30 Der Menschenfeind.de ÖSTERREICH INNSBRUCK — Tiroler Landestheater — GROSSES HAUS: Sa 19. Es fehlen ihnen frisches Obst.30.00-22. die ins Sentimentale oder ins Plakative hat noch nie einen Computer benutzt. das man an den Bild­ schirm hält.theater-magdeburg. 11. Katies Kindern feh­ len nicht nur Spielzeug und Schreibtische. — SCHAUSPIELHAUS: Sa 19. Fr 19. (00 43-5 12) 5 20 74-4 LINZ — Landestheater Linz — MUS: Sa.15 Die Hugenotten. Sa 21. Mi 11.00. nicht in seiner unermüd­ lichen Regiearbeit.30 die hockenden.30 Adventssingen. Fr 20. denkt man auf dem Nach­ Ich. nun endgültig dung. Do.3022. Fr 19. Hat er aber schier animalische Hungerattacke lässt Katie in ihrer Botschaft arg verblasste.salzburger-landestheater. Aber dass Daniel Blake seine Abende Daniel Blake (Dave Johns. weil konsequente Haltung und denkmalhafte Erstarrung in solcher Selbsttreue tatsächlich nah beieinander liegen können. So 15.staatsoper-berlin. 3.30 Das Bildnis des Dorian Gray. So 19. — Tel. Fr 20. krönen­ diesjährigen Filmfestspielen von Cannes mit der Nebengeschichten.deutscheoperberlin. gewaltsam aus den Armen.00. Der studierte Jurist und ehemals entflammte Trotzkist war und ist ein Cineast im Sinn sozialer Anwaltschaft. Fr 19.30 Die spanische Fliege. Mi 11.de SCHLESWIG-HOLSTEIN KIEL — Theater Kiel — OPERNHAUS: Sa 19.00 BurgGeschichten. — Tel. 11.00. Was im Leben wichtig ist.30 Heisse Zeiten .30 Party. Letschert-Larsson. Es ist ein Alterswerk. — Tel.00 Renaud Capuçon.00 Das Dschungelbuch.00 WDR Sinfonieorchester Köln. Transfers. — Tel. (00 43-6 62) 87 15 12-222 — service@salzburger-landestheater.30 Ritter Blaubart.25 »Faust«.00 Albrecht Mayer. So 18. Ken Loach würde sich je mit der gefühlten Lebenskrise einer Upperclass-Dame befassen. — Tel.00 Die Prinzessin kommt um 4 (ab 4 J. So 18. sie zu verlängern.30 My Fair Lady. Mo.30 Die kleinen Füchse.00 Opernführer Live). 12.30 Die unendliche Geschichte.akademie-saunstorf. Es kann ja sein.30. 0221/280280 — koelner-philharmonie.30 »Tartuffe«.30 FINALKONZERT 45.30 How Did I Die. Und so unwahr­ scheinlich es ist. So 15. Die vom Jobcenter zugewiesene­ der Abschluss seines Werk. So 22. — TIK: Di 18. rein in mein Haifischbecken. F. Der gleiche Ab­ stieg aus der Arbeiterschicht in jene unterste Etage der Gesellschaft. das seitdem verging.30 Jazz am Montag.theater-augsburg.10 »Mondlicht und Magnolien«. — Tel. Mi 20. Mo 19.30 Hänsel und Gretel. — Tel.30 Mayerling. Jetzt kostenlos abonnieren: www.Es wohnt ein friedlich Ton in meinem Saxophon. — KAMMERSPIELE: Sa 19. Man könnte auch sagen: Sie irren durch das Labyrinth der Bürokratie wie Flüchtlinge im eigenen Land.zeit. So 19.30 Die Troerinnen. Als Ken Loach vor ein paar Wochen in Berlin Ich. so schien es. 0209/9882282 — www. 07541/288444 — www.00 Ich bin Kurdin. Man kann L ­ oachs politische Positionen bestreiten. bis er wieder arbeiten kann. 030 20 35 45 55 — www.-X. Mo-Fr 20. son­ dern jene soziale Realität. Sa 22.30 Ehrensache/Theater Katerland. Der Zorn der versammelten Filmkritik war dessen innere Entschiedenheit sich in formaler einen Computerkurs. MÜNCHEN — Komödie im Bayerischen Hof Sa. 4 o. macht hat. — Tel. Do. 0209/4097200 KÖLN — Kölner Philharmonie Sa 15.30 Der Sturm.Die Wechseljahre-Revue. — KAMMERBÜHNE: So 19. GürzenichOrchester Köln. Do 10. Roth.15 Die süße Tyrannei des Ödipus.00 IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO. So 11. Neues Rheinisches Kammerorchester Köln.00.de THÜRINGEN EISENACH — Landestheater Eisenach. 30. — Tel.30 Rigoletto. Fr 10. Vergessenen.30 Das Mädl aus der Vorstadt (Mi VA.00 Das Konzert.07.00 Das Geheimnis der drei Tenöre (Do Premiere).00 Auf ein Neues.00 Don Quijote (3+). Do 19. Fr 19.oper-hannover. Bismarckstraße 240. den 26. 19. — www.30 Rusalka. Do Premiere).00 Hänsel und Gretel.30 PREMIERE »Der Feuervogel«. 1.00 Premiere: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Fr 20. — SCHAUSPIELHAUS: Sa 20. same topic. Mo 9. die es bedienen.00 Das Ganze und seine Gegenteile. Dezember 2016 Musikalische Leitung: Arthur Fagen Inszenierung: Rodrigo García Kostüme: Hussein Chalayan Karten und Infos: 030-343 84 343. ist eher unrealistisch. So 15. ist nichts anderes als die jugendlich unverwaschene Kompromisslosigkeit ihrer Kritik.dresdenfrankfurtdancecompany.30-13. Daniel Blake bei den Beherrschtheit ausdrückt. Fr 10.30 Max Goldt liest: Lippenwischen und lächeln. sich allein das Hemd zuknöpfen könne? Der Mann unterbricht sie.00 Premiere: tanzwärts: Heroes. in Jeans und ei­ nem leicht ausgeleierten Jackett von der Kinobühne aus mit dem Publikum diskutierte. und die Angestellten des Toni Erdmann von der Jury komplett übergangen Zusammenbruch in der Lebensmittelausgabe filmt Centers sind nicht bereit.schauspielhannover. So 18. Mo 10. 2016   REGENSBURG — Theater Regensburg — BISMARCKPLATZ: Sa 19.30.00 dosenfleisch. Fr 20. ihn kulturell in der Gegenwart ankommen zu lassen. So 16. um den Zustrom der Bedürftigen zu reduzieren. Er sei nicht gelähmt. — Tel. Fr 11. Fr 20.15. Do 19. Sa 20.de. In Wahrheit sitzen sie in einem Boot. so aussichts­ los ist die Erwartung. deck dich“ Inszenierung: Peter Nüesch. das sogenannte Draußen. OM C. Do 20. Sa. So 11. Hruša. November. — AKADEMIETHEATER: Sa 20. den Typus des alt­ linken Dinosauriers. 0511/99991111 — www. Daniel Blake – und es wirkt. Loach brachte schon Filme auf die Unterstützung. So 11. Do 20.00 Chorgemeinschaft Cäcilia Zündorf. Er hängt einfach am Old-Labour-Typus der Sechziger und tut sich schwer damit. Der Achtzigjährige mit dem schlohweißen Haar könnte sich zur Ruhe setzen. Do 19.30 Die Präsidentinnen.00 Premiere: Peter Pan. Mo 13. Probe. Es wäre groß.00 Raus aus dem Swimmingpool.00. Möglicherweise. Di 20. Di 19.30 VorstellBar.30 Maria Stuart. Fr 19. Ansonsten aber: Same procedure. Scheibling.00 Ein Kind unserer Zeit.30 Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete. Di.00. 02261 – 4058440 info@classic-highlights. Eine Ehegeschichte. Do.30-21.kultur-friedrichshafen.00 Hamlet und die Racker (Sa Premiere). Mi 19.de Der Kultur-Newsletter der ZEIT ONLINE Redaktion hält Sie mit den spannendsten Neuigkeiten aus der Kulturszene auf dem Laufenden. Tschechische Philharmonie. die der fernen Armut trot­ zen sollen.de RHEINLAND-PFALZ NEUWIED — Landesbühne Rheinland-Pfalz Sa.Europäisches Zentrum der Künste Dresden Fr 20. Es ist sein erster Film. Mi-Fr 19.00 Turandot.FEUILLETON 513 24.00 Der Diener zweier Herren. Altes Eisen. Fr 9. Sinnen eine Dose auf und stopft sich mit bloßen vor einem halben Jahrhundert zur Aufgabe ge­ lischen Staat nichts anderes als vorübergehende Vielleicht wollte Loach auch mit diesem Zeichen Händen eine Ladung kalter Ravioli in den Mund. Di-Fr 9. Nicht das künstlerische Schaffen des Regisseurs tritt auf der Stelle. So 11. So 16. wie er es 1966 gewesen wäre.00-22. Die Frau insistiert. Do 19.). ist Ich. Fr 19.de BRANDENBURG Umfassend informiert Die Rubriken »Kulturtipps« und »Museen und Galerien« in der ZEIT helfen Ihnen beim Planen Ihres Kulturprogramms. die in Abfalltonnen nach Lebensmitteln und Pfand­ flaschen wühlen. Das Nadelöhr der Wohlfahrt ist eng. Er absolviert also hauseweg vom Kino.00 DORFDISCO. Als Katie (schon der Name macht sie zu Cathys werk­ geschichtlicher Nachfolgerin) in der Armenspeisung der Kirchengemeinde vor einem Regal mit ge­ spendeten Lebensmitteln steht.00. Kaum ein anderer­ europäischer Filmschaffender repräsentiert wie Loach. die noch nie einen Computer bedient haben und eine Maus für ein Gerät halten.30 Premiere: Junger Klassiker . 6.00 Musikkorps der Bundeswehr. Di 19.00 Krystian ° Zimerman. Do 19. J.00 Der Zauberer von Oss. So 11.15 »Moskauer Eis«. So 18. — Tel. Der Nussknacker. Sa. 038424-223060 — www. wo sich finanzielle Enge nicht als Verzicht auf einen Restaurantbesuch darstellt.30 KANZLERAMT PFORTE D mdr. Mo 20. Mi. J. Polizisten und Telefone anders aus. So 19. Arbeitslosen.de FRIEDRICHSHAFEN Theaterspielpläne und Veranstaltungen Sonnabend. Mi 17.13 Sparkassenkonzert für Kinder.30-21. 07221/932700 FRIEDRICHSHAFEN — GRAF-ZEPPELIN-HAUS: Sa 20.00 Der Zauberer der Smaragdenstadt (So Premiere). der Benachteiligten. den 2.00. Do 20.00 Die Wiedervereinigung der beiden Koreas. Di 10. — Tel. — Tel. So 17. als Ken Loach für I.15. Daniel Blake noch keinen Ladenhüter. Mi 10. 11. Er will vom eng­ Höhe 190 mm ANZEIGE KULTURTIPPS ANZEIGE BADEN-WÜRTTEMBERG BADEN-BADEN — Theater Baden-Baden Sa 20. Opernplatz 1 Sa. — Tel. Kammerphilharmonie Rhein-Erft. — VELODROM: So 16. Fr 18. Daniel Blake nun tat­ der nächsten Sekunde zusammenbrechen.30-11. 0228/632307/635517 GELSENKIRCHEN — Consol Theater.at WIEN — Burgtheater Sa. Katie und Daniel Blake sind an den Schreibtischen der Befrager.de BERLIN — Staatsoper im Schiller Theater. 0043/732/7611100 SALZBURG — Salzburger Landestheater. Nichts davon ist in ken. Keine aufpolsternden Hälfte erledigt hat. mit der eine westliche Gesellschaft die Armut von unten abwehrt – und lenkt unwillkürlich den Blick auf ihre Außengrenzen. die dem Zuschauer die Luft abschnürt. eine junge Mutter im Mittelpunkt. In dem halben Jahr­ hundert. Die rote Soße tropft ihr vom Kinn auf die Klei­ Leinwand. Di 20. muss zu dem Schluss kommen: Ich. (der allerdings Teile seines Sozialapparats an private Ich. Als Ken Loach Cathy come home drehte. die über die Löcher hinwegsehen.30 Paradies Hungern. inkl. Einführungen mit 2. — Tel. (00 43-1) 52111400 WEITERE TERMINE FINDEN SIE UNTER www.30 Hänsel und Gretel. Mi. Beides aber hat Methode: die der Grenzkontrolle. Schwarzstraße 22 — LANDESTHEATER: So 15. www. in dem pro Szene nur ein Satz gesprochen wird.. Mo 19. Das For­ Vor ein paar Jahren erklärte er.00. demzufolge jedes zwanzigste deutsche Kind von materieller Armut bedroht ist.00 Über d‘häusa.00 Odyssee (12+). So 15. wenn er nicht die Sachlichkeit einer Milieustudie und die präzise Kenntnis englischer Sozialbürokratie erkennen ließe. Theaterplatz 4-7.00.00 KölnChor.30-21. Ein Regisseur der kleinen Leute und klammen Verhältnisse.komoedie-muenchen.00 Lumpenloretta. Ob er die Arme über den Kopf heben. — Tel.de – www. So 20. in Obdachlosigkeit und völlige Verarmung. Daniel Blake«  VON URSULA MÄRZ Loach aus der Distanz des zurücktretenden Zeu­ gen. Man darf davon ausgehen. war er ein junger Mann von dreißig Jahren.00 Gesualdo. Sie haben den Überdruss ihrer Eltern am linken Milieumuff der siebziger und achtziger Jahre nicht erfahren.00. Fr 19. So 18.30. Fr 19.00 The Full Monty . Ernst zu sein.de — www. die abzubilden er sich Foto: © 2016 Prokino Filmverleih GmbH D Ken Loachs bewegender neuer Film ist vielleicht der krönende Abschluss seines Werks: »Ich. Parkin u.

Das ist die Überlebensfrage einer freien Gesellschaft.und Spähprogramme sind bislang bekannt geworden. »Wir haben keine süßen. wie der Künstler Trevor Paglen. da waren die Opferschicksale jedem unmittelbar gegenwärtig. blutverschmierte Opfer.« Der Spiegel-Journalist Marcel Rosenbach. auch nach all den Jahren. Hacker attackierten seine Website. In der Bericht­ erstattung über den Überwachungsskandal hat sich in den letzten Jahren keine emotional berührende Bildsprache entwickelt. sehen und hören. Als die Proteste gegen Google Street View eskalierten. war die Empörung nicht riesig. Jeden. Auf das Umweltbewusstsein der vergangenen Jahrzehnte muss das Überwachungsbewusstsein folgen. die von Drohnen erst beobachtet und dann umgebracht werden. dem Geschehen endlich Anschaulichkeit zu ver­ leihen. zeigen in Ausstellungen und Präsentationen investigativ entstandene Aufnahmen von Geheimdienst-Standorten und NSA-Unterwasserkabeln. Petitionen. Der Künstler gab ein paar Interviews zu der Brutalität von Drohnen-Morden. Opfer und Täter. die jedoch mangels Resonanz nicht wirklich zustande kam. Mehnert kündigte an.beziehungsweise Drohnen-Szenario. an dessen Existenz zuvor nur ein paar Nerds geglaubt haben. der das moderne Heldenepos noch mal ein bisschen bunter nacherzählt. das Handy der Kanzlerin. Bestseller und Filme.« Auch hier heftete sich die Aufmerksamkeit der Empörten an das falsche Thema. Er erfand ein »Dick Pic«Programm. Ermüdung durch Präzision. so Constanze Kurz. Facebook und Apple. Aktionen von Künstlern. der tatsächlich Ergebnisse produziert und zeigt. Als Folge der spürbaren Überforderung und Ignoranz des Publikums hat eine mitunter verzweifelt wirkende Suche nach Strategien und Rezepten begonnen. gehackten Handys und der kribbelnden Drohung einer öffentlichen Blamage die Leichtigkeit des technischen Ausgeforschtwerdens spüren – nach dem Motto: Gleich werden wir alle sehen.52 FEUILLETON ANZEIGE such. die irgendwie auffällig geworden sind. unschuldiges Tier. dass ein Mensch vor der Tür steht. Deutlich wird.und Konkretisierungshilfe leisten. dass es auf Dauer keine Bilder geben wird. harmlos blinkende Server. zufällig anwesender Website-Besucher würde dann das Tier mit einem Mausklick erschießen. surveillance cameras. Vielleicht lässt sich. Vielleicht ist es ein Problem. Andere hingegen. die Technikerklärer und die klassischen Journalisten. Es ging gar nicht um einen vermeintlich skrupellosen Künstler und ein armes. Aber sie dringt kaum in Richtung des breiten Publikums durch. Dann explodierte alles in Form eines Shitstorms. das sofort verständ­ liche. Vielleicht ist die Geschichte zu groß und zu abstrakt für das­ Fassungsvermögen des Menschen. Und es gab und gibt den NSA-Untersuchungsausschuss. um nach der Größe der Wohnung und der Zahl ihrer Bewohner zu fragen. Auch die Satiriker haben sich längst zugeschaltet. der seit Jahren über die NSA-Affäre schreibt.de Große Geschichten – große Geschichte! Die wichtigsten Sachbücher des Herbstes Foto: bitforms gallery. 47. die Paintball-Pistole am elften Tag scharf zu schalten. Netzaktivisten wie Friedemann Karig halten Vorträge mit dem Titel Überwachung macht impotent. dass Regierungschefs abgehört wurden. das mit dem Tod der Ratte enden sollte. die von den Schrecken des Ausgespähtwerdens erzählt. leicht fiktionalisiert. Die kollek­ tive Empörung des Publikums. dem Umweg über Penisfotos und eine ziemlich riskante Kapitulation vor der Logik der Knalleffekte der Rohstoff der Publikumsempörung neu schürfen. Wieder andere bringen die Schicksale der Whistleblower oder des WikiLeaks-Gründers Julian Assange auf die Bühne und lassen das Theaterpublikum mit eigenen Aktionen. um einfach mal zuzu­ hören. das schon. schlicht noch zu weit weg. U nd doch zündet der Jahrhundertskandal nicht wirklich. die­ allesamt sofort ermüden. dem eigentlichen Erkenntnisziel des Projekts. die aus 42 Videofilmen fremder Smartphones zusammengesetzt war. brutal und konkret: einstürzende Türme. der sich an den Tisch drängt und sich offen als Spion zu erkennen gibt. ja. die gemeinsam Übersetzungs. was Mehnert schließlich dazu veranlasste. Menschen unterzeichneten Petitionen. Im März 2015 dann die nächste Aktion: 11 Tage. die wütende Reaktionen des Publikums zeigen – auch dies eine Intervention mit dem Ziel. spielte Videos ein. nicht über die Tatsache der Totalüberwachung selbst. gespickt mit informationstechnischem Spezialvokabular. den Überwachungsskandal als existenziell entscheidenden Testfall ihres Vorstellungsvermögens zu begreifen. was arglose Spaziergänger in die zwischen Laub und Ästen versteckten Abhörmikrofone sprachen. publiziert auf seiner Website. verfolgen – eine Art Ego-Shooter. wofür Prism steht oder aber Tempora. 39 in/99 cm. emotionalisierende Bild des Opfers. Immerhin hat man in Deutschland die Enthüllungen intensiv debattiert. Kurzum: Es fehlt der starke visuelle Reiz. selbst bei Netzgiganten wie Google. muss vereinfachen. Es handelte sich um eine Installation. »Die Enthüllungen sind lebensfern. Ein Essay über die Gesetze der Erregung  VON BERNHARD PÖRKSEN ls in den 1980er Jahren Tausende Menschen gegen die Volkszählung demonstrierten. ein Penis-Bilder-Programm. Am sechsten Tag dann der Abbruch der Aktion und die für die Tierschutzgemeinde erlösende Nachricht: »Die Ratte lebt und hat die Installation verlassen. Und es scheint ebenso gut denkbar. fuhren zumindest Google-Autos mit Kameras auf dem Dach im Land herum.« Gut möglich ist indes. Wir können sie nicht riechen. New York (Addie Wagenknecht »Asymmetric Love« 2013. deren Namen niemand auswendig weiß. um das Abstrakte anschaulich werden lassen. dass derjenige. Dieses Vorstellungsvermögen muss elastischer werden und sich für die Bedrohung eines unsichtbaren Schreckens öffnen.fischerverlage. height) F lorian Mehnert wollte aufrütteln. sondern über die Sammlung von Nacktfotos und Penis-Bildern durch die Geheimdienste zu sprechen. Elf Tage lang konnten Websitebesucher eine kleine weiße Ratte im Livestream beobachten und mit einer Paintball-Pistole. so Olivers Botschaft. Es existiert keine erfolgreiche NGO oder Partei. alles egal? Als sich herausstellte. Der bis dato spektakulärste Fall: John Oliver besuchte Edward Snowden in seinem rus­ sischen Exil und drängte ihn in einem höchst aufschlussreichen Interview. Auf eine endlose Zahl von Seiten ist der Wikipedia-Artikel zur Überwachungsaffäre angewachsen. Es ist ein Versuch der Gegenspionage. Die Warnung vor dem Terror ist hingegen äußerst bildmächtig. 59 in/150 cm. die mit einer Webcam verbunden war. der Überwachung von unten (»sous-veillance«). würden wir vertreiben. Die Gesellschaft täte also gut daran. Es gibt keine starken Symbolfotos. auf DIE ZEIT No 49 A »Asymmetric Love«: Addie Wagenknecht hat einen Leuchter aus Kameras gebaut Alles vergeben. diameter. sagt der Netzaktivist Markus Beckedahl. gemeinsam mit Holger Stark Autor des Buches Der NSA-Komplex. Dishfire und XKeyscore? Etwa 300 verschiedene Über­ wachungs. stimmt ihm zu: »Der Überwachung fehlt die sinnliche Erfahrbarkeit. toten Robbenbabys«. dass in den Städten Europas keine schwarzen Hubschrauber landen und diejenigen mitnehmen. aber groß. dass sich der Überwachungsskandal auch als ein anthropologisch frustrierendes Großexperiment in Sachen Erregungsfähigkeit begreifen lässt. Im Juni 2014 ging Mehnert mit dem Experiment Menschen­tracks an die Öffentlichkeit. das Berliner Regierungsviertel. Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Steel. Auch dies ein Versuch. nie auftaucht und allein in Gestalt des Whistleblowers gelegentlich aus der Sphäre des Unsichtbaren tritt. die sich irgendwann nicht mehr nur flüsternd verständigen will. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Friedemann Schulz von Thun das Buch »Kommunikation als Lebenskunst« im Carl-Auer-Verlag ANZEIGE www. Tierschutzvereine griffen den Künstler an. die mit dem Thema punkten könnte. Bernhard Pörksen. Nur wie? Seit dem Urknall der Snowden-Veröffentlichungen im Sommer 2013 werden die Instrumente eines gigantischen Kontroll. »Wir sehen uns nicht im digitalen Raum. die Stimmung aus Gleichgültigkeit. gegen die Totalüberwachung mit den Mitteln der Kunst protestieren. drei Jahre lang. N OV E M B E R 2016 . der sich an den Tisch dazusetzte.und Spähapparats sichtbar. flimmernde Chat-­ Protokolle. Man kann einen Skandal auch in Details ertränken. sich bei der Polizei zu melden und um Personenschutz zu bitten. erschrecken. 2013 verwanzte er den Wald und veröffentlichte. eine Debatte über das Schwinden der Privatsphäre auszulösen. DSL internet cables. deren Kameras und Mikrofone Hacker im Dienste des Künstlers ferngesteuert aktiviert hatten. um die Ratte zu retten. Es hagelte Mails und Morddrohungen aus vielen Gegenden der Welt. Die sogenannten Waldprotokolle. die aufrütteln. die Enthauptungsvideos des »Islamischen Staates«. Und es gab Demonstrationen. Empörung und kollektives Engagement brauchen jedoch notwendig das Bild. das greifbare Geschehen. auf welcher Pornoseite Sie gestern vorbeigeschaut haben! Und natürlich gibt es den fulminanten Dokumentarfilm Citizen Four und die schwache Nachbereitung des Snowden-Schicksals in Oliver Stones aktuellem Kinofilm. Ein einzelner.« Auch gibt es keine eigene Ikonografie. Als wütende Bürger im Januar 1990 die Stasi-Zentrale in Berlin stürmten. Denn was bekommt man zu sehen? Geheimdienstgebäude. die um das Vertrauen von Kunden schon aus Marketinggründen werben müssen. »Die Totalüberwachung hingegen bleibt abstrakt«. Jetzt ist sie verpufft. Vielleicht sind die mutmaßlichen Terroristen. Resignation­ und Ohnmacht im Angesicht der Überwachung und der achselzuckend akzeptierten Drohnenmorde zu durchbrechen. Oder sie wählen starke Metaphern wie die Rede vom »unsichtbaren Gift der Überwachung« – eine Formulierung des Grünen-Politikers Konstantin von Notz. dass die Geheimdienste die Bürger umfangreich überwachen. zukünftig nicht mehr über rätselhafte Spähprogramme. Auch lässt sich ein weltweit zunehmendes Interesse an Verschlüsselungstechnologien beobachten. bleibt aus. Deutlich geworden ist. seltsam unheimliche Schönheit eigen ist. ist Professor für Medien­ wissenschaft an der Universität Tübingen. Vielleicht fehlt dem Überwachungsskandal also einfach die Ratte. Die Sache ist wichtig. musste man damit rechnen. Wer etwas bewirken will. denen eine bizarre. die in der eigenen Wahrnehmungswelt sichtbare Wirkung und die persönlich erlebbare Handlungsmöglichkeit. allerdings erregten sich manche mehr über die Spitzeleien des Künstlers. vermutlich Teile der deutschen Wirtschaft und Millionen von Bürgern. erzeugten tatsächlich ein paar Wutausbrüche besorgter Bürger. sondern um den Ver- 24. emotionalisieren. schmecken. Wutausbrüche von Schriftstellern. Dafür braucht es die Skandaldidaktiker aus der Welt der Kunst. scheußliche Powerpoint-Charts der NSA und Skizzen der Überwachungsarchitektur. wie eng NSA und BND kooperiert haben. die die Kamera als Waffe im Kampf um Sichtbarkeit benutzt. Und wer weiß schon. Natürlich blieb all dies nicht folgenlos. wie sie selbst die Berichterstattung über den Klimawandel mit Bildern von verdorrtem Land oder einsam auf einer Eisscholle umhertreibenden Eisbären hervorgebracht hat. europäische Botschaften. die dem Ganzen erst die gesellschaftsverändernde Resonanz verleihen könnte. die Datendichter und informationstechnisch gebildeten Poeten aus der Literatur.

es gefährlicher. Die andauernden Bewertungen. alles so zu lassen. die Back­street Kleinstadt betreibt und mit Luke Boys noch nicht ganz überwinden (Besitzer von nämlichem Diner) zukonnte und keinen festen Freund sammenwohnt. verhindert den alten klänge von Erwachsensein (LeisRory in ihrer Heimatstadt Stars Hollow Wiedererkennungseffekt.Kundenprogramme nicht mehr infrage. »Black Mirror« und »Good Girls Revolt«: Vier Serien. den ten. die Tochter. Geht die tragische Rodie spannenden Storys lassen die manze San Junipero der Frage nach Lacie (Bryce Dallas Howard) auf Punktefang in Tücken des technischen FortLiebe im Cyberkosmos nach. gen »Fünferskala« unter vier Punkte fällt. ist weniger eine Frage mit maschinengewehrartiger Geschwindigkeit zuzuquatschen. An. nämlich: die tigere war. Man merkte es kaum. die Nachtbus-Melancholie im ein anderer Vergleich: Atlanta will eine show about nothing sein. ein kindlicher Mann. dessen Rap-Karriere gerade dachlos. Befürchtungen permanenter Über­ In den zumeist doppelbödigen wachung und Fremdlenkung auf. Aber dann kommt ein Dealer der Wohnung. wen es in den frühen 2000er Jahren wöchent. unter drei ist man für Fi-Drama-Serie. Die Melancholie – dern der Limbus dazwischen. die es sich nach dem Büffeln Natürlich ist es ein Konzept. aus Lieblingsjackensuchen Die Eltern haben Earn aus dem Haus geworfen.) und Brian Tyree Henry (M. Was sonst so passiert. gen Polizisten hervor und schießen Earn hat das Studium in Princeton Löcher in die Jacke (und in den hingeworfen und kehrt zurück in die Uber-Fahrer. und sie taten den ganzen Tag das Gleiche: gutaussehend durch »Gilmore Girls« auf Netflix Lächelnde Menschenhüllen Streik der Arbeitsbienen F uturistisch. sich zu profilieren. Individurch. was blieb. was in Seinfeld nie passiert wäre: aber von einer Düsternis. lang trägt sie jedoch nicht. Erzählt wird in Splittern. Als hätte sie ihre eibeste Freundin. L ARS WE I S B ROD ist Glover mit den Fernsehsatiren 30 Rock und Community berühmt geworden. vor den Fernseher zog. weil in der wieder einen Fall von Polizeigewalt Tasche noch der Schlüssel zum Self­ dokumentieren. Und so wirkt die zentrale Frage. während Lorereits auf ein paar Jahre Bravo-Leklai noch immer ihr Hotel in der türe zurückblickte. seine Ex-Freundin will ihn auch nicht in New York seit Jahren machen. warum muss das auch noch passieren? Er wollte eine schwer wiedergeben. um sie auseinanderzuhalten).gene Pubertät mit ihrer Tochter noch einmal in vollen Zügen schirm gar keine Freundinnen. tat dabei wenig zur Sache. oder ist beitgeber des New Yorker Newsweek-Magazins wegen Diskrimi. gesellschaftskritisch und immer wieder oder als Loser ausgeschlossen wird. Doch egal. sondern werden von jemandem im Hinterward gespielte Lacie auf Punktefang. einer femibegehren für die weißen Mädchen nistischen Revision des Büro-Plots doch deutlich einfacher ist als für von Mad Men: Die Reporterinnen schwarze Frauen. immer kurze Hosen trägt und einen kleinen Rucksack. Intertopics. Mit der Hilfe der Frauen schreiben zum Besseren verändert. trotz erster Verliebtheiten Ge­quatsche wirkt nun nicht mehr angenehm vertraut. Damals wie heute. oder um den ewigen sein scheint. um die Angst. Ob die Wiederaufnahme der mit skurrilen Dorfbewohnern. Ein Comedy-Format.) Details unterscheidet. atmet der Episode »Nosedive« schritts und der Manipulierbarkeit Playtest Horror-Flair und erweist unseres Denkens offenbar werden. Jede Missionen einer Soldateneinheit Folge ist einem anderem Genre zuoder in einer Second Life-Variante.ist unangenehm. dass wir gar nicht genug kriegen kön. beim gedacht. Der ganze Luther: Der Mensch. Geschichten lassen sich die Augen Es geht um die Gefahren von virtäuschen und die Wahrnehmuntuellen Realitäten. »Atlanta«. laufen. Heimat. Veränderungen zu erzwingen? MARIE SCHMIDT nierung verklagten. Während Rory. in eine der Das Ding war auch gar nicht Earns Gegenden. das aus dem üblichen Nichts in den Straßen von Atlanta Unrat auf den Veranden. einer von 46 Journalistinnen. nach Atlanta. In ihrer Welt sind Freun. Heute. Wer auf der allgegenwärtiverdammt ungemütlich sind die rund einstündigen. der belistin oft in London. Mehr als eine Episode wie ein Spiegel: Es gab kindliche. Heldinnen sich scharf von einer Da verkriechen wir uns lieber schwarzen Kollegin darüber auf­ mit den zehn Folgen der Amazonklären lassen muss. ob man gesellschaftlich auf. mit Cam-Aufnahmen erpresst zu Nichts ist so. immer mit dem Ziel. Anekdoten. Nun sind einige Jahre vergangen lich mit Chipstüte und Eisbecher und – nichts hat sich verändert. Noch passender ist auf dem Schoß. unterhaltsam und gelehrt. auf Social-Media-Kanälen nem Virtual-Reality-Game. So greift die Serie scharfdualität und kritisches Hinterfrasinnig ­Social-Media-Zwänge und gen haben hier keinen Platz mehr. bewunderte Kollegen. der sich die Frauen bei News scheidet man ihnen. schon immer die Vernünfdie Person. über die man in diesem Winter spricht (oder sprechen sollte)  Gestörte Idyllen Nostalgie reicht nicht as macht ihn so traurig? Ein junger Schwarzer wie im Großraum Atlanta. Etwas mehr zählen. Im Hier und Jetzt oder in einer na. nehmen sich die sechs Episoden der Zustimmungswert wird man als asozialer Bodensatz betrachdritten Staffel von Black Mirror der Ängste unseres digitalen tet. sich gegen die eigenen Kollegen zu stellen. technologiezendeslisten und Likes wortwörtlich zur wichtigsten Währung trierten Welten. den Coffee to go wie das Feierabendbier strebsamer Mädfestgewachsen in der Hand. der sie gerade trägt). die­ sagt. Also jemand. was gerade wichtig ist. Dass die besten Freundinnen auf dem Fernseh. sondern Mutter und Tochter gelebt und dann den Absprung nicht geschafft. wie den Frauen erst allmählich bewusst wird. bei fürs Abi gemeinsam gemütlich einer Neuauflage nur auf Nostalgie machten. wie sich heute noch einmal ein lich waren die Gilmores ein und dasselbe: Beide hießen Lorelai Backstreet-Boys-Poster aufhängen zu müssen. Einer höfliche Scheu davor. passiert Episoden sind nur 20 Minuten lang. So wendet er sich an seinen Cousin Alfred (Brian dazwischen. waren die Girls sischerweise war. damals selbst Zwar arbeitet Rory jetzt als Journanoch ein Girl. Er musste sie finden. Als Autor und Darsteller alles. welche Punktzahl die Mit. wie es ist.oder absteigt. deren Ungerechtigkeiten wir heute für himmelschreiend.« Der Spiegel Die große Geschichte Roms für unsere Zeit. Kraft und Zweifel die Welt für immer veränderten. in die Black Mirror entführt. Hinter jedem glitzernden Abbild vermenschen gerade haben. sein Kleinkind Rappern« hat er seine Serie einmal genannt.  U LF LE PE LME IE R Bewertungsapplikation. er kennt sich in der TV-Geschichte so gut aus »Atlanta« beim Pay-TV-Sender Fox ielleicht kommt es darauf an. wie weit wir rung um die Nase wehen. sich von den weißen Vororten nur in Da will jemand nur sein Leben erDonald Glover (l. Jederzeit ist ersichtlich. Liebhaber. zuordnen. In der Folge Nosedive begibt sich die von Bryce Dallas Ho. das Gefühl. topaktuell: Birgt es mehr Risiken Lynn Povich. lässt sich genug. Frauen dürfen lichen Zustände zu halten. ob in eiZwang.kraft des Bestehenden ist ja leider kein historisches Phänomen. Earn wird sein Manager. Auf beim Kampf um Gleichberechtigung zeichnende Weise sind sie dennoch gekommen sind. das ist Stil des Hauses. Jessica Miglio/Amazon Studios. aber. Die Gilmore Girls waren in die Gilmore-Frauen noch ständig dieser Lebensphase so etwas wie zusammen. die Puste ausgeht? Ist ja längst nicht alles ihr Leben so viel leichter und in­ geschafft. dass das Auf­ Serie Good Girls Revolt. für die sie recherchieren. als sie aufbegehren. In etwa so. Zarinnen und Zaren zwischen Genie und Wahnsinn – Die Dynastie der Romanows. und tatsächlich muss in teressanter machen als das ihrer nächster Zeit wieder vermehrt mit Kolleginnen – genau wie eine der­ Rückschlägen gerechnet werden. dessen Wut und Glaube. Denn die pubertäre Anteile (die Fast-FoodSucht der Protagonistinnen). Verdrängen wir in der Illusion. der man ahnt nun. Dabei zuzusehen waren.und ihre muntere Symbiose. Nicht Innenstadt­ storage-Container steckte. Denn die meisten Männer bei der fiktiven News of the Week Zeit. Die Serie basiert auf den gleichnamigen Memoiren von of the Week stellen müssen. . um einen Arbeitsrechtsprozess anzustrengen. wie Komik Zwischen dem Veranda-Unrat sprinsie nur gerade eben noch zulässt. Vergünstigungen erhält »Black Mirror« auf Netflix V M erkwürdig. nicht ländliches Idyll. denn die Schwernicht schreiben. Klas­ Männer kamen. weil er das und Neurosen. schließ. woher sie kommt.für ein glückliches Leben. stehen ihre Gleichberechtigung vor Gericht Status­quo für den besten aller mögam Ende immer nur die Namen ihrer Kollegen: Nur Männer gelten als Edelfedern. Die Grundidee könnten sich 1993 er gleich noch in die Schule. Die Serie wirkte für sie zu setzen. Der 33-jährige Schauspieler und tatsächlich Jerry Seinfeld und Larry David ausgedacht haben: Komiker Donald Glover spielt ihn Earn hat seine Lieblingsjacke verlound hat sich die Serie Atlanta ausren und sucht sie. Über 300 Jahre. das hat er nur so geligen Internetvideos kennt. Lorelais tungsdruck bei Rorys College-­ Bewerbung) und das tiefe Gefühl. NINA PAU E R (Rory war nur ein Spitzname. die Uber-Fahrer. »Good Girls Revolt« auf Amazon Prime Fotos (im Uhrzeiger): FX Networks. sondern Freunde. wann man die beiden ihre Heimatstadt Stars Hollow. so wie es die weißen Comedy-Kindmänner in Klo nicht gespült hat. eines Wochenmagazins verbünden Durch Good Girls Revolt wird sich. Als er sie findet. Die Gedanken sind hier sich Hated in the Nation als futuristischer Politthriller. den Zustimmung zu generieren. dass sie handeln müssen. in dem er ghetto. Übermorgen »Gilmore Girls«. songerade wohnt. Serie über gar nichts schreiben. Denn unter den Tex. die das Leben der Zuschauer verändert hat. die 1970 ihre Ar. im Stripclub. Gesicht. gen von Illusionen beherrschen. sondern am Ende doch niemand anderen auf der Welt zu brauchen als nervig. Kultserie über die Gilmore Girls Lorelai und Rory für einen Kaffee im Diner zu trinken. Glovers Blick sagt: Das Leben selbst ist doch absurd beginnt.grund gelenkt und archiviert. wie es anfänglich zu werden. kommt für einige in sich geschlossen Geschichten dieser britischen Sci. die man sonst aus wackeLieblingsjacke. Es ist eine Serie geworden über manchmal märchenhaft und surreal.wenn auch jede ihre eigenen Vorbehalte hegt. deren Revolutionen wir für sexy sind durchaus keine Gegner. be.2 4 . chen.Cindy (Erin Darke) und ihre Kolleginnen ziehen für einem bewusst. scheint Lorelai seltsam stagniert. um sich dort gegenseitig den Zuschauer funktioniert.nicht mehr frei. damals habe sich alles derer. besteht. ein kleines Nest in Connecticut kennengelernt hat. Die fiktionalisierte Version zeigt. N OV E M B E R 2 0 1 6 FEUILLETON 53 DIE ZEIT No 49 Gestern.Abgründen versehen. damit uns nicht die blind für die Ungerechtigkeiten. die neben einem auf dem Sofa saß. Das war immer so. die Polizei erschießt deine Freunde. Und sei es nur die nen vom Stoff der späten sechziger Jahre. des Geschmacks als eine der Generationszugehörigkeit. heute wende sich vieles sie Geschichten über die Bürgerrechtsbewegung oder den wilden Streik der Postangestellten und wieder zum Schlechteren? Oder erlassen sich den Wind der Verändeinnern wir uns so gern. »Twin Peaks mit fährt im Nachtbus durch die Stadt. ungemein packend. Männer gingen. wo er aufwuchs.Beste Freundinnen: Lorelai (links) und ihre Tochter Zeit. Earn heißt er.den Arbeitgeber nicht mehr haltbar und mit noch geringerem hen Zukunft angesiedelt. die mit einem Wisch entscheidet. du wirst obTyree Henry). einen Drogendealer. Andauernd ertönen die Klänge der steckt sich ein düsteres Geheimnis. der wie jede Comedy seit Seinfeld. Förhalten. als müsse Eine Folge heißt Die Jacke. dass es immer viele gute Gründe gegeben hat. Trotzdem hängen hatte. sind immer mit avanciert. bringen gespitzter Weise gesellschaftliche angepasste und dauernd lächelnde und moralische Fragestellungen Menschenhüllen hervor. David Dettmann/Netflix W »Das Standardwerk für die kommenden Jahre. Die einsamen. die Ratschläge von­ Punkte-Coaches und der immense Zeitalters an und spielen in zu­ Druck.

Neues Glück. Di-Fr 10-18. Fr-So 10-18. 0228/91650. 16-18. Sa 13-18 Uhr.2016: I Am You .de.50 Jahre hyperrealistische Malerei bis 15. Kunsthalle Jesuitenkirche. So. bis 15. Do bis 21 Uhr 25.11.2017: Käthe Kollwitz: Ich will wirken KOBLENZ Mittelrhein-Museum. Sa.2016 bis 08.de. Franken. 61348 Bad Homburg v. Photographien 1922-1975 Köln.2016 bis 05. Tel. bis 04. info@hlmd.de. Aufstellung Ihre Anzeige günstig online buchen: www.03. Di-So.kunstkreis-cloppenburg. info@ Zeppelin Museum Friedrichshafen.02. Sa.01. Sa 11-17.01. www. Hauptstr. Tel.01.11. Mi 10-20 Uhr bis 29. www. über 120 Plakate von Karl Oskar Blase. Mo geschl. Schein & Chock DUISBURG Lehmbruck Museum. www.2016 bis 26. Dauerausstellung: Neandertaler.a. Zeichen. menschlichen Akteure Hartware MedienKunstVerein kunstmuseum-gelsenkirchen. Sammlung und Dauerausstellung: Unsere Geschichte.2017: Zeichnungsräume II. www.02.2017: GOLEM Martin Gropius Bau. Talstraße 23.galerieohse.2017: Einerlei wo außerhalb der Welt. Kunst des 19.2017: +ultra.01. www.12. www.11. 400. 07541/3801-0.2017: MAX KAUS (891-1977) .01. 76133 Karlsruhe.landesmuseum-hannover.2016: Different echoes Dortmund Nordstern Videokunstzentrum. 60-64.2017: BASELITZ – VEDOVA Museum DKM I Stiftung DKM. 30. Edward James. bis 01. (030) 90 277-6964.2017: Filme zum Ersten Weltkrieg von Mary Reid Kelley Historische Museen Hamburg.09.2017: ZKM_Gameplay . Di. www. 50667 Köln.2017: Jean Lurçat Meister der französischen Moderne Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale).maxernstmuseum. www. Di-So 10-18. 0511-9807 686. Kunstmuseen der Stadt Erfurt. BOTTROP Deutschland.2017: Kunst und Illusion: Das Spiel mit dem Betrachter.12.12.2016 bis 15.Klein .de. Feiertag 11-18 Uhr bis 27. Philosophenweg 55. Tel. Di-Fr 10-18. Do-So. Frauen.2017: „Weitsicht“ Spitzenwerke zeitgenössischer Fotokunst: Förg .de/kulturanzeigen SPRACHE.2017: Michaela Melián – Heimweh de bis 15.2016: Max Liebermann .2016: Annelise Kretschmer .15. Di 1420.org.museum-dkw. www. Anmeldung erforderlich: bis 22.de.2017: HONEY. Do-So 10-17.11. Di-So.2017: Sammlung Viehof – Kunst der Gegenwart (Teil B) Ernst Barlach Haus im Jenischpark. © VG Bild-Kunst. bis 05.Fotografien BERNRIED AM STARNBERGER SEE Buchheim Museum.2017: Anya Triestram. bis 26.de. Infos zu Ausstellungen und Veranstaltungen unter: www. 79098 Freiburg Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität. www. Ehrenhof 4-5. u. Tel.2017: „Textile Erinnerungen / Remembering Textiles“. 0371/488 7024 bis 15.01. www. Feiertag 11-19 Uhr www. 79098 Freiburg Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919-1933“ bis 5. Fr 12-18.12.museum-kueppersmuehle. Baron-Voght-Str.01. mittelrhein-museum.01.2017: Clemens von Wedemeyer. Feiertag 10-18 Uhr bis 12.de. www. www. 07142/74-483. Torhaus Probstendamm. Bis einschl. Geografie der Zeit bis 08.Wege in die Zukunft bis 12.2017: Die Kunst von Aardman Wallace & Gromit. eine Uraufführung von Halil Altındere . Mo geschl. 10-17 Uhr bis 26. de.2017: Giacometti-Naumann KARLSRUHE Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Tel. 06021/218698. Positionen zeitgenössischer Graphik bis 22. 0201HEIDELBERG 24681 444. 0561/7072720. Kinder.11.3landesmuseen. Fr 10-18. 0345/2127450.. Die Faszination des geringen Widerstands Ostwall bis 27. Neue Galerie ab 26.2016. 10-18 Uhr Dauerausstellung: Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen bis 26. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart Ruhr Museum.2017: Lyonel Feininger kunstmuseum-bonn.01.2017: KAREL APPEL .02.50 Werke aus 50 Jahren GesamtWerkschau KunstHalle Cloppenburg www.K21 Ständehausstr.de.2 cm Sammlung Olbricht © Atelier Gerhard Richter BERLIN BREMEN Focke Museum.02. Di-Sa 12-19.8. 50667 Köln. 9-14.historische-museen-hamburg. Spinnerei. 25335 Elmshorn. Tel.2017: Peter Keetman & The Concept of Lines: Avedon/Penn/ Hoyningen-Huene bis 22. Seestr. Eintritt frei www.09. 2899.de ab 22. Feiertag 12-18 Uhr.de. 0228/2070-351.2016 bis 22. Geburtstag INGOLSTADT Dt. und 31. Unter den Linden 2. Entitled ab 26.de. Tel.2016 bis 15. 030. Welt der Wunder.gropiusbau. 08851-92488-0. Bonn. 29-33. 97. Führungen Di 19. Die Sammlung bis 05.de. Do-So 11-18 Uhr Das neue Herzog Anton Ulrich-Museum seit 23. Holzschnitte DESSAU Museum für Neue Kunst. 06151/24035.2017: Spot on: German Grobe und die Düsseldorfer Malerschule in bis 22.kirchnerhaus-Aschaffenburg.2017: DAS UNHEIMLICHE HEIM Innenräume von Edvard Munch bis Max bis 22. erde.01. Jeden Sonntag um 15 Uhr öffentliche Führung 30. 5. So u.2016 bis 29. Galerie Waidspeicher.2016: Symposium Collage/Montage Mies van der Rohe und die Kulturgeschichte Bildlichkeit der Architektur LVR . jeden 1. Fax 02232 5793-130.2016: PIECES OF WATER Franz Marc Museum . Mi-Mo 10-19 Uhr. Mi 10-20 Uhr bis 29.08. 04221ab 26.2017: Eva‘s Beauty Case.de. Mi-So 10-17 Uhr. Schloßberg 12.2017: Thomas Baumgärtel .de. www. 04121/24677.11. Tel. ALBSTADT landesmuseum-bonn. Der Rhein und die Fotografie 2016-1853 ASCHAFFENBURG KirchnerHAUS Aschaffenburg. Schmuck und Styling im Spiegel bis 08.01. Di-Fr 10-12 u.12.01.2.de.bauhaus-dessau. 11 Uhr 26. 50667 Köln.2016 bis 05. Obenmarspforten.2017: Sports/No Sports www. www.2017: AppArtAward 2016 . 10-17 Uhr 15.2016 bis 12.2017: Neuland. Nordsternplatz 1.8.10. kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.org. 0421/327550. Chemnitz. Do im Monat 10-22 Uhr bis 08.02.Entdeckungen. Schloss Wilhelmshöhe 11. 040-428134-880. Musée des Beaux-Arts.de. A Soldier is Taught to Bayonet… Städtische Galerie Dresden . GEDOK-Künstlerinnen der Hamburgischen Sezession 24. www.2017: BONNER KUNSTPREIS 2015 Anna Lea Hucht Katwijk KIEL Kunsthalle zu Kiel. 04293-328. LANDESMUSEUM FÜR MODERNE KUNST. www.2017: DOUBLE VISION Albrecht Dürer & William Kentridge Städtische Galerie Karlsruhe. 10-18 Uhr. dost@franckehalle.2017: Frei Otto. So. Schwachhauser Heerstraße 240.01.12. Mi. Marienstraße 10a. Werke von Gali Cnaani und Kaoru Hirano. Di.ludwigforum. Regenbogen bis 11. Do 10-20 Uhr. Lorenzstr.com/dortmunderu. Fr im Monat 12-18 Uhr.06.10. tägl.de.lvr. DÜSSELDORF Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. www. www. www. 1.de. www.10.de.01. https://www.11. beim ZKM.2016 bis 22. geöffnet.2017: Die Welt ohne uns: Erzählungen über das Zeitalter der nichtKunstmuseum Gelsenkirchen.de. Di-So. Sammlung in Bewegung Museum bis 17.01.2017: Sammlung Viehof – Kunst der Gegenwart (Teil A) In der Sammlung Falckenberg (Harburg). 99084 Erfurt. So 11-17 Uhr. Cäcilienstr. www. 25.de..dhm. Haegue Yang. Sa. Sa. Hans-Thoma-Straße 2-6. Miró. www.de bis 08. 0228/91710.de/museen. Feiertag 10-18 Uhr 08. Schloßstraße.museumNatur. Lorenzstr. 50667 Köln. 31. Mi 10-20.11.de.de. Vom sakralen zum autonomen Bild 1871-1918 bis 03. AACHEN Friedrich-Ebert-Allee 4. Fax 22578. Offsetdruck auf Karton. dem Fürsten zum Ruhm . 18-20. 97-109.2016 bis 22.231.2017: Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt. Hanseatenweg 10. Di. 1. Schaumainkai 41.2016 bis 22.de.2017: Eigensinn. Mi sowie 24. So 11-18.de. R.2017: Heikles Erbe.quadrat-bottrop. Mo geschl. 0261 129 25 20. Hardenbergstraße 22 – 24. 0921/7645310.de. Di geschl.11.de. Di-So.2016: Cornelia Schleime Ein Wimpernschlag (Hannah-Höch-Preis 2016) ab 25.2017: K20 Grabbeplatz: »Wolke & Kristall«.Offene Deutsches Hygiene-Museum. Grunewaldstr.2016: „Die Macher und die Spinnerei“ BOCHUM Kunstmuseum Bochum.12. 30159 Hannover. Do im Monat 11-22 Uhr bis 29. Falkeplatz. Fax 07541/3801dortmunder-u. Sie (Detail).10. 07351/51331. So.kunstsammlung. Hinter dem Rahmen 13.02.2016: Ausgegraben.2017: Wasja Götze INMITTEN .2016 bis 01. Tel.01. 2017: Jochen Stücke: KUNST. Löwengasse 15. 6.de . Kulturzentrum Ehrenhof. 24. 10969 Berlin-Kreuzberg.2016 bis 22.ruhrmuseum. Gerberau 32. Residenzschloss.zkm.03.02. 82347 Bernried am Starnberger See. So. 46236 Bottrop. www. Mi-So 10-18 Uhr Kunst in Berlin 1880–1980 Sammlungspräsentation bis 06. Eine Entdeckung HANNOVER ERFURT Kunstverein Hannover. Tel.2017: Taryn Simon.2016 bis 29.2016 bis 08.org..17 Mythen Museum für Stadtgeschichte. Denken in Modellen bis 30. Tel.2.org. FRIEDRICHSHAFEN dortmunder-u.2017: MMK 1: Fiona Tan.11. Feiertag 10-18 Uhr bis 29. Di. Ernst. de. Betty (Edition 23/25).2016 bis 22.2017: Mit dem inneren Auge.2016. bis 08.04.zeit.02. Tel. Archäologie im Ruhr Museum 29. Tel.2017: Oh Yeah! Popmusik in Deutschland Galerie OHSE. Zeichnungen und Aquarelle aus drei Jahrhunderten bis 01.01.01.10. Tel.de. Sa. Flämische Landschaften von Bruegel bis Rubens Albertinum. Di-So 11-18 Uhr 30. Di-So 10-18.de.2017: Aktuelle Postionen Italienischer Kunst Schloßbergmuseum. 10117 Berlin.1. www.´Höfer . Sa.2017: Praxiswelten Zur Geschichte der Begegnung von Arzt und Patient FRANKFURT AM MAIN Deutsches Filmmuseum.04.07.2017: Deutscher Kolonialismus Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart HAUS am KLEISTPARK. 20095 Hamburg.2016: Don‘t Start With The Good Old Things But The Bad New Ones Adam Broomberg & Oliver Chanarin bis 04. Fax +49 431 8805754. Tel. 0234/910-4230. Peter sen. Glockengießerwall.02. Fischstr. Tel. Tel.10.2017: Franz Marc Jahr 2016 – Kämpfende Formen Kunstquartier Hagen. 2016 bis 19.01.2017: „Verdichtung und Auflösung.. Ott+Stein und vielen anderen. Géométrie bâ(s)tarde Kunsthalle Bremen. http://galerie.12. Lindenstr. Di-So 10. Tel. Fax 160-1497. www. 26721 Emden. 10 Moyländer Episoden: Friedrich. geschlossen bis 29.de. bg@berlinischegalerie.02. Sa. Nizza.jmberlin.Die Gameplattform im ZKM 24.09.zeit. Sa. 55. Mi 10-20 Uhr bis 15.2017: Das Paradies auf Erden.de. Di-So 10-17 Uhr HAGEN 18. Di-Sa 11-17. ihr geht in die Hölle.de.sachsen.03. Tel.2017: Mies van der Rohe Die Collagen aus dem MoMA bis 26. 030-200 57-2000. Maximilianstr. Tel. tägl.11.2016: Via Appia Antica.de.01. 040/32103-0. www. Di. Di-So 10-17 Uhr. Hessen. 10.2016: im Kupferstich-Kabinett: Weltsichten auf Papier. Do.UND AUSSTELLUNGSHALLE DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND. Deutschland seit 1945 Sonderausstellungen KUNSTMUSEUM BONN.Hefuna . Di-Do 11-15. Tel. 11-18 Uhr BIETIGHEIM-BISSINGEN Städtische Galerie.09.01. www. de. Deutschland.de.lwl-industriemuseum.de. Ludwigstrasse 19. www.2017: Die zweite Haut BAYREUTH Kunstmuseum Bayreuth.2017: Salon de Bär bis 15.2017: MMK 2: Willem de Rooij.12.mkg-hamburg.03. 79098 Freiburg Städtische Galerie Delmenhorst. Georg-Treu-Platz. 50667 Köln. Di-Fr 12-17. Gelsenkirchener Str. 85049 Ingolstadt.museum-kassel. tägl. www.01.231.02. Wilsdruffer Straße 2. So 10-18 Uhr bis Feb.Was zu sehen ist/ Lo Que Se Ve Fotografie Jüdisches Museum Berlin. Di. Feiertag 11-17 Uhr 09.12. +49. So 10-18. Museumstr. Fax +49.30-13 u. Museumsplatz 1.2017: EINE KURZE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT 100 000 Jahre 02. 030/2030444. Lichtentaler Allee 8b.02. Tel. Goldene Aue bis 12. Fax 030/254 86-107.de.02. 0287121611-0. Uferstraße. Tel.2017: bilderstrom.de. 1a. +49(0)30 789 02 600. Bremen.2016 bis 05. 58095 Hagen. Fr 10-13/14-17.galerie-albstadt.03. Tel.2016: K21 Ständehaus: K21 Künstlerräume bis 08.2017: Karl Hubbuch. Sa. Do im Monat 10-22 Uhr bis 09. www. Contrescarpe 36. 73033 Göppingen.2017: À la recherche: Hermine David bis 8. Do-So. Tel.museenaschaffenburg. Feiertag 10-17 Uhr 30. Di-Fr.2016 bis 29. 25. Zeitreise durch Kunstmuseum der Stadt Albstadt. Feiertag 11-13 Uhr 13. 02824/951060.de bis 12. 0871/89021. Do 10-21 Uhr EMDEN bis 23. 040/428131200.de. Mi-21 Uhr 28. 0345-5507510.2016 bis 29. 2.2017: Dan Perjovschi: The Hard Drawing Hartware MedienKunstVerein GELSENKIRCHEN bis 05.dmm-ingolstadt. 24. Di-So 10-17 Uhr. www. Täglich 10-18 Uhr. www.03.2017: HUNDERTWASSER SCHÖN & GUT BIBERACH Museum Biberach.10.12.2017: Game Masters KUNSTHALLE IN EMDEN. Mo. tägl.01. Feiertag 11-18 Uhr.03. kunstmuseumbochum. Rudolph 26.30 Uhr bis 04. 0351 / 4887370. 07431-160 1493 o.50 2 4723. bis 27. Beuys BRAUNSCHWEIG Herzog Anton Ulrich-Museum. Mo 10-22 Uhr bis 29.09.01. 45309 Essen. Mutter-Ey-Str.11. 0355/494940-40.2017: Die „freie Gruppe“ von Bayreuth Martin-Gropius-Bau Berliner Festspiele BRÜHL Max Ernst Museum Brühl des LVR.01. 0721/81000. Tel. Do 10-20 Uhr 27. 28203 Bremen. 10. Geburtstag 03.01. Franz Marc Park 8-10.2016 geschl. Di geschl.de. Di-So 10-17 Uhr 23. W.2017: Leidenschaften in der Kunst Ostasiens Museum Ludwig Köln.03. Kochel a. Mo.2017: Spurenlese. Tel. www. Die Museum Natur und Mensch.01. 0371-4884501 Dauerausstellung: GOTISCHE SKULPTUR IN SACHSEN smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz.93555470.01.2017: William Kentridge/ More Sweetly Play the Dance bis 29.2017: SCHAM.05.Die drei ??? und die rätselhaften Bilder GÖPPINGEN Kunsthalle Göppingen. 6/7.01.01.museumfrieder-burda.de.marcks. www. 07161/650777.12. Tel.2016: Tatjana Doll Neuer Weltatlas (Hannah-Höch-Förderpreis 2016) bis 02. Mi 14-18. Di geschl. Fotografie.smkp. So 11-18 Uhr.2017: Baustelle Kunstmuseum: Matthias Schamp „Sammeln. Blumen. Tel.01. Do 10-21 Uhr bis 29.03.12. Mi-Fr 14-19. Di-So.11. Friedensplatz 1. www.12.Kunst im 20. Sammeln“ Der Künstler auf der Suche nach dem Bild hinter allen Bildern in der Sammlung des Kunstmuseums Bochum 25.2017: Robert Doisneau . 100. Selected Works 1942 – 1978 Gordon Parks bis 04.2016: ANDY WORHOL & TOM WESSELMANN: LEGENDS OF POP ART Im Studio: Fotografie von Vivan Maier BADEN-BADEN Museum Frieder Burda. Bremen.17 Herbert Maier. bis 04.franz-marc-museum.2016: Jerry Zeniuk. Appellhofplatz 23-25. Tel.01. Ludwig Forum Aachen. 170. www. Di-So 11-18. 06021-58 09 25 0.de.2017: THOMAS HUBER .zeppelin-museum. 22. 79098 Freiburg DORTMUND Archäologisches Museum Colombischlössle.2017: HINTER DEM VORHANG. Römer. hausamkleistpark. 88400 Biberach an der Riss. Di-So 10-17 Uhr bis 26. buchheimmuseum. Mi 10-21. Tel. Domstr.de. www.2017: Aiga Rasch .2017: Gideon Bachmann.2017: Gott und die Welt. Brühl.lvr.2017: K21 Ständehaus: Arpad Dobriban – WARTESYSTEM 7 Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.2016: Dem Menschen zur Freude. Tel. seit 02.01. Dauerausstellung: Kurpfälzisches Museum.10. 14059 Berlin. Di-So 11-17 Uhr. Feiertag 11-17 Uhr.adk.lehmbruckmuseum.06.17 In diesem Hause wohnt mein Schatz bis 22.2017: Rosa Barba bis 08.museum-biberach. Feiertag 10-17 Uhr bis 05.09. So 11-17 Uhr 29. www. Karl Schenkers mondäne Bildwelten bis 08.2016: Alexandra Bircken STRETCH bis 08. Junge mit der Gießkanne bis 08.01.2017: Baustelle Kunstmuseum: Bochumer Kunstbetrachtungen COTTBUS KUNSTMUSEUM DIESELKRAFTWERK COTTBUS.01.bundeskunsthalle.de. Tel. Tel.2016 bis 05.d G e Gerhard Richter.01. Comesstraße 42. Von der Tücke des Objekts KÖLN BÖHM CHAPEL. museum-sinclair-haus. Tel. + 3.2016: GELD Die Ausstellung CLOPPENBURG Kunstkreis Cloppenburg 06. 06221 / 58 34 020.de.2017: Beat Generation bis 15. Anatomiestr. Do-So 10-18.01.de. 5-7.28444160.2016 bis 12.galerie-waidspeicher. SEE kunsthalle-goeppingen. Shaun das Schaf & Co Dauerausstellung: Filmisches Sehen / Filmisches Erzählen MMK Museum für Moderne Kunst. www.-Str. www. 19. Design.2016 bis 15.09.2017: Gestaltete Sehnsucht. Do 10-13/14-20.Die innere Sicht CHEMNITZ Museum Gunzenhauser. 27749 Delmenhorst.01. Bayreuth. Horster Str. Beim Glaspalast 1. Sa/So 11-14 Uhr bis 30. Di-So 10-17 Uhr Augustinermuseum. Tel. kunstverein-hannover.01. Malerei und Anderes HAMBURG BUCERIUS KUNST FORUM.09. Do-21 Uhr. und 31.mmk-frankfurt. Am Hirschgarten 1. Museen der Stadt Köln.12. 0531-1225 0..2017: Omer Fast. Sophienstr.de . 11.2017: PLAKAT KUNST KASSEL.30 Jahre Bananensprayer HALLE (SAALE) Franckesche Stiftungen zu Halle.8381-204.de.gropiusbau. 64283 Darmstadt.04.54 24. Der Zeichner zum 125.2017: Andreas Greiner Agentur des Exponenten (GASAG Kunstpreis) ab 25. Jülicher Str. der Zeiten Selbst 09. Museumstraße 1. Mi. www. Zollverein A 14.01.04. www. Di.05.AM RANDE. info@fridericianum. kunstmuseum-bayreuth. herman de vries“ 26. 1. 040/826085.de. März 2017 Franz von Stuck bis Frida Kahlo DARMSTADT Hessisches Landesmuseum Darmstadt. 50674 Köln.2017: DIALOG MIT DIX: ZIPORA RAFAELOV.01. Do bis 18. Sa. R.2017: Hubertus Giebe. Do bis 20 Uhr bis 8.Otten . Römerberg.11. Im Stadtgarten 20. Pfaffengasse 26. 10-18 Uhr.galerie-dresden.12. info@maxernstmuseum.2017: Genesis bis 08. kunstverein-talstrasse. 50667 Köln.de bis 22. So 11-18.2016 bis 15. JOHANNES BRUS. www. Do-So 10-19 Uhr de.. Franckeplatz 1.de bis 19. Netzwerke von HansChristian Brix“ BOCHOLT LWL-Industriemuseum. Güntherstraße 13 .05. Tel. Von Tizian bis Christo bis 11. www.12. Augustinerplatz. www. Tel.2017: Strom-Linien-Form. 030-32 69 06 00.10. www.2017: Kamerun und Kongo Eine Spurensuche und Phantom Geographie von Andréas Lang bis 14. 47051 Duisburg. 0241/1807-104. Tel.12. 76135 Karlsruhe. Michaelisstr. mail@museum-dkm. wer wir sind bis 06. Di-So 10-18 Uhr.03.museen. bis 03. Jahrhundert. Foto: Städel Museum – Artothek BEDBURG-HAU Museum Schloss Moyland. s TE E ta L IT e d LU E el N T . Friedrich-Ebert-Allee 2. Colmantstr. Tel. Di-So 10-18 Uhr.de.01.de.04. 0421/989752-0. Gabrielle Keiller.2016: Interieur x Exterieur Sammlung Ludwig bis 12. Di. Do. Mi-Fr 10-18.de.01.2017: 10 Jahre Dortmunder Architekturausstellung TU ab 27. Tel. bis 20. Lichthof 10. 14-16.11.kunsthalle-kiel.01. Heinrich-Böll-Platz. Fr-So.2017: Dali. Grafik.Erinnerungen einer Nation bis 15.schirn.01.LANDESMUSEUM BONN. Feiertag 11-17 Uhr www. 11-20 Uhr bis 04.2017: Wissensspeicher der Reformation.2016 bis 05.01.2017: Ulay 28. 97.01. Deichtorstr. Mi. Di-So/Feiertag 11-18 Uhr 01. Di-Do. Tel. 10623 Berlin. Formulations SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT. Zentralplatz 1.01. Fr 14-18.de 01.1.de.2017: Wir nennen es Ludwig. How to Paint 22. 1 . tägl. Deutschland. Do.12.de.03. Bremer Landesmuseum. 0228/776260.02.01. Hans-Böckler-Str. 1991. Niederkirchnerstraße 7. So 11-18 bis 19. 0203/301948 -11.01. So 11-18 Uhr „A Sense of History“ . Halle (Saale).2017: WERNER BERGES . Di-So 10-18 Uhr bis 29.01.2016: MMK 3: Florian Hecker. 50 A.01. Margritte. Di 10-21 Uhr bis 16. Stefan-Heym-Platz 1.skd. Deutschland. de. Höhe.de. tägl. Tel.2017: Der Fotograf Nic Tenwiggenhorn bis 29. dmm@ingolstadt. Sa. Mo geschl. Feiertag 10-18. Di-Fr 10-18. Industriestr. Di.2017: Von Dürer bis van Gogh. 181. Werke aus der Sammlung Hegewisch bis 30.01.2017: Fotorealismus .de. Deutschland. Sonderausstellung bis 28. gestaltung schafft wissen bis 09. Taschenberg/Schlossstrasse/Sophienstrasse. Di-Fr 13-19.11. 1.03. Di-So 9-19 Uhr. Fax 89023. 069 / 961 220 220.01. Tel. Di-Fr 10-17. Tel.Christian Modersohn zum 100. 02232 5793-0.de. Do bis 20.2017: Republik der Kinder LANDSHUT Skulpturenmuseum im Hofberg. Di-Fr 15-19. 0351-49142000.2016. Rolf Lindner Landesmuseum Hannover.Videoinstallationen und Filmwerke von 30 Künstlerinnen DRESDEN und Künstlern. 24105 Kiel. info@buceriuskunstforum.de.de. Hans Hillmann. 0841305 2860. am Potsdamer Platz.17 Hans Baldung Grien. 50667 Köln.2017: „Große Pläne! Moderne Typen.2017: Altonaer Museum: Cäsar Pinnau bis 29. broehan-museum. Di-So 11-18 Uhr. 01. Sa. Fr 10-19 Uhr 15. Jahrhunderts ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.2017: Rock und Pop im Pott.de.01. Josef Albers Museum Quadrat Bottrop.03. www. Di-So.deichtorhallen. Marktplatz 15. Das Museum Ludwig wird 40! NS-Dokumentationszentrum. Do 14-20. Tel. Tel. Am Prantlgarten 1.de. Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Roland Penrose. 10-18 Uhr. Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets.16 Nationalsozialismus in Freiburg 14132.11.2017: Stephen Cone Weeks.de. www. www.12.2017: Geborgen unter der Weite des Himmels .05.2017 KASSEL Fridericianum.01.01..2017: 12x12 Der IBB-Videoraum in der Berlinischen Galerie Bröhan-Museum. FOTOGRAFIE UND ARCHITEKTUR.hdg. Sa. www. BEWEGT. So 11-18 Uhr bis 22.2016 bis 29. 030/254860. Di-So 10-18.2017: „stein.2016: AUSGEZEICHNET .50 10 041.2017: Museum der Arbeit: Entscheiden Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Tel.2016: „Zur Freude!“ Kostbare Dosen und Miniaturen aus zwei Kölner Sammlungen Museum für Ostasiatische Kunst.com. Mo.01. Feiertag 11-18 Uhr Präsentation der ständigen Sammlung im K21 bis 31. Feiertag 14-18 Uhr 12. Neumarkt 18-24 / Neumarkt Passage. 04921/975050.2017: Tetsumi Kudo / Loretta Fahrenholz Museumslandschaft Hessen Kassel.de.2016 bis 15. Hauptstr.02. I REARRANGED THE COLLECTION. www. Di-So. 1.bietigheimbissingen. Münsterplatz 30.2016 bis 21. com.04. Feiertag 10-18 Uhr.01. Di-So 11-18 Uhr.2017: DER RHEIN Eine europäische Flussbiografie ab 17. Verhüllung und Enthüllung seit der Beckmann Renaissance. 3. 10-18 Uhr. Kelten. 23. Am Wall 208. www.09. www. info@co-berlin.2016: Talents 39 / Praesens II Präsens Maja Wirkus & Jule Schaffer Deutsches Historisches Museum. Fax 9165302. 0209/169-4361. Tel. Museum Kunstpalast. Tel. Aquarelle und Gouachen Gerhard-Marcks-Haus.modersohn-museum.galerienoah. Feiertag 11-18 Uhr bis 08. Fotografien von Martin Claßen Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. www. www. Bonn 2016. Feiertag 11-18 Uhr 25.kunsthalle-emden.12.2017: Sherrie Levine Käthe Kollwitz Museum Köln. Fr-So. See. automatische Auskunft: 030/254 86-444.de.jablonkagalerie. Nov. www.2016 bis 26. Tel.11.kunstverein-elmshorn. Tel. Der große Zeitvertreib HAMBURGER KUNSTHALLE. tägl.2017: Master of Beauty.lvr. bis 15.01.01. Sa. Gunter Rambow.01.facebook. Leonie-Reygers-Terrasse.2016: Messe Kunst und Handwerk 02. Feiert.2017: Pina Bausch und das Tanztheater bis 09. 069/2998820.12.01. Universitätsstr. K20 Grabbeplatz 5 .01.staedelmuseum. Mo.03.2017: Pilgern – Sehnsucht nach Glück? Römisch-Germanisches Museum.12. kunsthalle-jesuitenkirche@museen-aschaffenburg. Kortumstr.01. Marstallstr.01. Schausammlung: Leben und Werk des Dadaisten und Surrealisten Werke 1908-1974 04.12.kunstmuseum-moritzburg.12.10.2016: Neueröffnung des Hessischen Landesmuseums in Kassel! I IN DE A di DIE L V gi A O to U R ri S B al S ER . Di. 14-17 Uhr Fritz Koenig.2017: DIE KERZE BAD HOMBURG Museum Sinclair-Haus. Feiertag 10-18 Uhr 10.12. KOCHEL A. Braunschweig.de. heidelberg. 47051 Duisburg. 0421/699600-0. Berlin.de . 147.12. Alte Jakobstraße 124-128. Do im Monat 10-22 Uhr bis 15.2017: Ein Projekt in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe 25. 1.Streuli FISCHERHUDE ELMSHORN KUNSTVEREIN ELMSHORN im Torhaus. Tel.2017: NIKOLAI ASTRUP: Norwegen. 60311 Frankfurt/M.10. Friedrich-Wilh.09.Rosenbach . Feiertag 11-18 Uhr GEORGE GROSZ. Do-So.01. Düsternbrooker Weg 1. Bonn. 18.01. Fotografien und Grafiken aus Dresden und Kobane R. Di-So 10-18.01. museum Residenzschloss Dresden.1 x 66. Sa. Rotteckring 5.07.01.2017: Im Studio: Wilhelm Lehmbruck Die schönsten Erwerbungen aus dem graphischen Nachlass MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst.12. Mi.2017: Jaume Plensa . 10-18 Uhr 15. Di 11-22.kunstquartier-hagen.2017: Der Britische Blick: Deutschland .2017: Timo Seber GO Down-Syndrom bis 12.coberlin. Die Marienbibliothek und die Bibliothek des Waisenhauses in Halle Kunsthalle „Talstrasse“. 040/3609960. 0421/329080.Highlights bis 31. 069/21230447. 0721/133 4401/-4444.09.skulpturenmuseum-im-hofberg.2017: Vincent Barré.2017: Do it yourself-Design C/O Berlin. www. 10-20. Themenführung So 15 Uhr dhmd. Sa. „Reden ist nicht immer die Lösung“ 09. Di-Fr 11-18. Fantasten und Erfinder. www.Gursky . Die Fotografie und die Dinge Kunsthalle im Lipsiusbau.berlinischegalerie.01. Tel. Do im Monat 10-22 Uhr bis 11. 28870 Fischerhude. Idole und Legenden (Dauerausstellung) 27. Feiertag 10-18 Uhr. www. Do im Monat 11-22 Uhr bis 11. www.de. Mi 16-19. Di-So 10-17 Uhr bis 11. Film Art on Air bis 13. Orte unter Einfluss bis 08. Revolte. 0221/227-2602 o.2016 bis 19.2017: Die Schrecken des Krieges Francisco de Goya bis 01. buceriuskunstforum. bis 30. Tel.freiburg. Di-So 11-18 Uhr bis 12.focke-museum.Am Horziont bis 15.11. www.07.2017: A.staedelmuseum.de. Medizinhistorisches Museum. Mo geschl. Tel. Di. An der Rechtschule.11.12. Oktober 2016 in Braunschweig Lassen Sie sich verführen! www. Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen BERLINISCHE GALERIE.10. Hinsch.2016 bis 19. Koblenz. Sa.2017: Neues Spiel. Mi-So 10-17.de ESSEN bis 26. Di-So 11-17. bis 08. Di-So 10-18 Uhr ab 28. www.2016: Adriana Lestido . Gesten bis 20.11. Tel. So 11-18 Uhr.koeln Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK). Do-So 10-18.de. Tel. 1905. Feiertag 11-18 Uhr bis 18. 44137 Dortmund.. Tel. 27. 0721-9263359.F3 Schmela Haus.01.2016 bis 15.de.2017: Museum für Hamburgische Geschichte: Kein Bier ohne Alster bis 26. 79098 Freiburg Stiftung Bauhaus Dessau. 80.2016 bis 15. Städel Museum Schaumainkai 63 · 60596 Frankfurt am Main hlmd.de Schlossmuseum Darmstadt.2017: TOUCHDOWN Eine Ausstellung mit und über Menschen mit bis 12. 03046 Cottbus. Tel.de. So 11-18 Uhr. Mi 10-20 Uhr bis 05. Tel.11.2017: Bauen mit Holz . 0203 283 2630.2017 bis 27.10.10. Di-So.08. 20099 Hamburg.2017: Buchlabor UZWEI_Kulturelle Bildung nordsternturm.01. www.03.01.de AKADEMIE DER KÜNSTE. am Hauptbahnhof. Quasi-Pagan Serial bis 29. Tel.Kunstsammlung. Reiseplakate um 1900 Tickets unter tickets. So 10-17 Uhr Fr 14-17. Stadt der Künstler Deichtorhallen Hamburg. 33. Tel.de. Voltaire.02.de.smac.03. 0209/35979240.01. 26. Tel. www.01. Mi. Tel. 100 Gründe rot zu werden Dauerausstellung Abenteuer Mensch und Dresdner KinderMuseum STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN DRESDEN.2016 bis 08. www.de.kunsthalle-bremen. Landsleute 1977-1987 Two Germanys Otto-Modersohn-Museum. www.staedtische-galerie-delmenhorst. So 11-19 Uhr bis 04. 07221/398980. Tel. Di-So 11-18 Uhr bis 11. Mi-So 11-19 Uhr bis 15.de Mi-Mo 10-19 Uhr. Penck AUGSBURG Galerie Noah. Kassel. Brühlsche Terrasse. Online Tickets: www.moyland. Deutschland.03. Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer BONN bis 22. Mi-Fr 10-18.01.de . 1. So im Monat 10-17. Di.03. 10969 Berlin. 50354 Köln-Hürth. bis 01. bis 6.2017: Was das Bild zur Kunst macht. So. 0351/4846400. 40.2016 geschl. www.01.2017: Johann Baptist Pflug (1785-1866) Bücherbazar 27.2017: Venedig. 1-2. Tel.2016: Willy Fleckhaus. Tel. www. info@mittelrhein-museum. Dresden.kollwitz. Tel. hamburger-kunsthalle. d.02. Roncalliplatz 4.02.2016 bis 22. www. Do im Monat 10-22 Uhr bis 29. Mo-Fr nach Vereinbarung bis 05. TextilWerk Bocholt. 47051 Duisburg.17 Franz Xaver Hoch bis 05.Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport 10. 0211/56642100. Willy-Brandt-Allee 14.01.02. Tel. 0511/16992780.11.01. www. 02041/29716. Am Schloss 4. museum@kollwitz.10. Sammlung Bührle trifft Wallraf bis 01. www. Fr 11-20 Uhr. Di. # 1 Magie der Dinge.de. Sa. Steintorplatz 1. www. 1. N OV E M B E R 2016 MUSEEN & GALERIEN D I E Z E I T No 4 9 ANZEIGE   KUNST.02. So. So. Sa 11-16 Uhr bis 15. holz.de. Tel.01. Tel. Di-Sa 14-17. www. www.2017: Kunst in Europa 1945-1968 bis 19. Tel.03. fridericianum.2017: KOSMOS KÜNSTLER. So.09. Di-So 11-17 Uhr. Mo geschl.Der abstrakte Blick bis 26. Di geschlossen An den Feiertagen geöffnet. geschlossen.2017: Keiner hat uns gesagt.Sammellust am Hof der Darmstädter Landgrafen FREIBURG DELMENHORST Städtische Museen Freiburg.000 Jahre Kulturgeschichte im Rheinland www.2017: Schwarzwald-Bilder. deutschesfilmmuseum. Di geschl. www. Tel.de/inserieren/kultur • Servicetelefon: 040 / 32 80 313 . Di.2017: Rudi Meisel.2016 bis 08.Gemälde. www. Lingnerplatz 1. 86153 Augsburg. Friedrichsplatz 18. Rathausmarkt 2.2017: Uncertain States.schlossmuseum-darmstadt. Ulla und Heiner Pietzsch bis 08.09.Stipendiaten der Stiftung Kunstfonds bis 05.de.2016: Monika Rathlev Zeichnungen und Grafik Gustav Adolf Mossa.1. In der Bredenau 95. 1491. Aschaffenburg.11.museum-dkm.2017: umgehängt 2016. Di-So.kunsthalle-karlsruhe.2017: Frauen um Kirchner: Zeichnung. +49 431 8805756.2016 bis 15. So. 0203. 0211.

12. Do 10-20.de. Tel. Di-So 11-18. Do 15-16. Di-So 10-19.02. 49078 Osnabrück. 27. So 12-18 Uhr 20. Weingärtner Vorstadt 12. Eintritt frei.de. 24. bis 08.at TIROLER LANDESMUSEUM FERDINANDEUM .2017: Räume schaffen Aus den Sammlungen bis 12. 10566 Wasser Wolken Wind Elementar.2016 // Katrin Kunert Edith-Russ-Haus für Medienkunst // Katharinenstr.10. Prinzregentenstr.: DIE UNBEQUEME WISSENSCHAFT DAS TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum . Bonn 2016 Reiss-Engelhorn-Museen / Museum Weltkulturen D5. www.2017 WOLFENBÜTTEL Schloss Museum Wolfenbüttel.11.de. Mi. 1010 Wien.02.4. 0541-323 2207/2237. 18069 Rostock. bis 08.2017: Henry Moore. www. Do bis 22 Uhr bis 08.de. Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1. Tel. Am Markt 7/8. 10-20 Uhr. Schätze entdecken [] REGENSBURG Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg. 97070 Würzburg. www. Eschenbrünnlestr.2017: ARCHE. 07231/39-2126.2017: [un]erwartet. 11.2017: Highlights der Sammlung Bayer . tägl. Fotografien zwischen Werbung.1. 071189535445. Bad und Design.1. Wasser West 7. Do 11-20 Uhr 05. Jüdische Braugeschichten Kunsthalle München.01.954050. 66119 Saarbrücken.de.de. Tel.02.01.2016 bis 19. Kleiner Schlossplatz 1.2016 bis 26. Tel. 40. Fax 1331200. bis 18 Uhr bis 04. Tel. 90402 Nürnberg.02. MQ.10. Fr-So 11-17.de.12. 11 Uhr 14. mdbk@leipzig. schlosswolfenbuettel.wuerth. Selbstgespräche nähern sich wie scheue Rehe Alle Aktivitäten der Kunsthalle Würth sind Projekte der Adolf Würth GmbH & Co.12.Museumstr. Tel. Karl Schmidt-Rottluff.2017: Monetissimo! Aus den Tresoren des Münzkabinetts 11. Künstler gestalten Räume für Besinnung 24.01.216990.2017: Seurat.01.hansgrohe-aquademie.2016 bis 19. Theresienstr.de.2016 bis 01.2017: Degas & Rodin Giganten der Moderne Von der Heydt-Kunsthalle. geöffnet. Museumsquartier. Friedrich-Ebert-Allee 2.04. Die Reise geht weiter . info@mdmsalzburg.Nur schöner Schein? bis 30. mail@kunstmuseum. rem-mannheim. 41061 Mönchengladbach. Licht. Di-So 9-17 Uhr. Halle. 2. Die Ära Velázquez in Malerei & Skulptur Literaturhaus München.de bis 09. 0271/4057710.de. Barer Str.2016 bis 08. www.de. 9.01. Das grafische Werk AUSSTELLUNGSHIGHLIGHT  LEVERKUSEN Erholungshaus Leverkusen.museen-stade.10. Tel. Mi-20. So.2016 bis 17. Tel. 1070 Wien.2017: Francis Kéré.2017: Hannah Höch.kunst.01. St. Zittau. DO 10-20 Sammlungspräsentation: Cy Twombly: In the Studio Sammlungspräsentation: Schiff Ahoy. Dorotheergasse 11. www.museum-wiesbaden.com.museumdermoderne.Ein Denkmal für Wilhelm Busch WUPPERTAL Von der Heydt-Museum. Di-So 10-17 Uhr 13.2017: Zauber der Landschaften. Kunst & Kino Jüdisches Museum Wien. 089-233-67000. Friedrichsplatz 4/Moltkestr. Selbsthingabe und Selbstbehauptung (Dauerpräsentation) Wien 1900. 27. Tel.de.01.de. Theatinerstr.11. Besuch nach telefonischer Absprache: 0711-226 1871. 10-20. Mi.Das Rätsel der Königsstädte 12.11. Sammlung Würth. Pioniere der Nachkriegsmoderne Umfassendinformiert Die Rubriken »Kulturtipps« und »Museen und Galerien« in der ZEIT helfen Ihnen beim Planen Ihres Kulturprogramms.2017: „Leben ist Glühn.30. 0621/2933150. PUTZEN..ulm.2016 bis 15. www. Fr-So 10-17. Fr-So 10-18.2016 bis 23. Städtle 32.mumok.30-17 Uhr MUSEUM IM ZEUGHAUS .1.03. Do.galerie-stihl-waiblingen.04.17 // Alle Wetter! Stadtmuseum Oldenburg // Am Stadtmuseum 4 – 8 // Di–So 10 –18 Uhr // bis 31.26. Im Rahmen des Jubiläumsfestivals 2017 . Eblingerode und Quedlinburg Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle. St. So.nuernberg. WAS WIR SAMMELN Von Willi Baumeister bis Andy Warhol NÜRNBERG GERMANISCHES NATIONALMUSEUM.kvsha.11. ROSTOCK Kunsthalle Rostock.01.01.und Frühgeschichte. Di-So.04.de 033 203 / 888 911 033 203 / 888 912 IhreAnzeigegünstigonlinebuchen:www. weil er wusste. Salvatorplatz 1. Di.09.2017: Stiftung Sammlung Kurt Fried Kunst erleben VÖKLINGEN/SAARBRÜCKEN FASZINATION WELTKULTURERBE VÖLKLINGER HÜTTE. Mo geschl.2017: Dokument:Fiktion WIEN ALBERTINA.osnabrueck.09.11.12.2017: SUSANNE PAESLER.10.11.: RAUS MIT DER KUNST! HOFKIRCHE . 0611/3352250. Do 10-21 Uhr 25. Sa. Berta: www.de. Leuna. So 10-18 Uhr 10.04. -18 Uhr bis 05.Cosmos bis 26. www. 1070 Wien. Mo 14-19. Do-So 10-18.01. 089/21127-113. Mi 10-19.02.12.2017: WIR SIND. www. DI-SO 10-18.2017: Werner Aisslinger. Die Bedeutung von Türgriffen in der Architektur 24.kunstmuseum-mh.2017: Ohne Spielzeug wird keiner groß Historische Spielsachen aus einer Zeit vor Pokémon GO LIECHTENSTEIN VADUZ Kunstmuseum Liechtenstein. Mo-Mi.04. BÜGELN.11. One Man Anti Show 25. www.vorgeschichte.de/fnh. So 11-17 Uhr. Tel. Tel. KOCHEN.02. Signac. 32 und Königstr.Barock in Neapel 13. Hamburger Str. Di-So 10-17 Uhr. Domplatz 10.30. 45468 Mülheim an der Ruhr.01.01. www. Di-So 10-18 Uhr. So + Fei 12.09. Diktatur und Widerstand Wechselausstellung: bis 15. mgk-siegen.gnm. Brücke-Museum Berlin.2017: Buddha . Inv. München.01. Tel. info@schwaben-stuttgart. Klosterstraße 3. DI-SO 10-18. www. kunstvilla. Skulptur Projekte im Territorium der Kirche bis 23.12. Tel.17 // Der Horst Janssen Archipel.2016 bis 18. Deutschland. www. kunsthalle@rostock. 77770 Durbach.de Alte Meister Leidenschaft. Eintritt frei bis 21. Schlossplatz 13.2016 bis 15.-Jakobs-Platz 1.01.kunst.11.01. 1010 Wien. 37. Visionen bis 05.de.03.de.000 Meter Besucherwege bis 19.2016: „WIKINGER“. Der Expressionist Fritz Ascher“ SIEGEN Museum für Gegenwartskunst Siegen.2017: BEGREIFBARE BAUKUNST. OPF. Stade. House of Wonders bis 26.29€ ROSENHEIM Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim.04.2016.2016: 20 Jahre Höderlinstrasse 55 Kunstmuseum Stuttgart. Sa. September  – . www.10.museumzittau.02. Tel. LICHTWIRBEL bis 03. Tel. Österreich. 06232/620222.1.01.09. So.de.Zeughausg.zeit.de. 10-17 Uhr bis 26. So.03. 07031 932-49 00.2017: Peter Gowland‘s Girls* bis 19. 31. kunsthalle-mannheim.11. Mi-Fr 14-17. 6. 2. Leipzig.2017: Die bessere Hälfte. Do11-19. DO-MO 10-18. www. Führungen: So. Do 11-21.03. 0911/13310.01. Do 10-20 Uhr. stadthaus@ulm.staatsgalerie. Seebad in Trouville.06. Mo. 30-32. bis 29. © (Michael Fackelmann) VG Bild-Kunst Bonn. Retrospektive bis 12.2017: Rembrandts Schatten England und die Schwarze Kunst in der Sammlung Würth Johanniterkirche in Schwäbisch Hall Di–So 11–17 Uhr Johanniterkirche/ Kunsthalle Würth Im Weiler 1 74523 Schwäbisch Hall www. 06898/9100100.kunstforum. Impuls für Europa bis Frühjahr 2017: Skulptur Projekte Archiv Autonom und profan.04.2017: Klanginstallation „Mannheim Chair“ von Michaela Melián 11. info@technoseum.2017: BEN WILLIKENS Die Anmaßung der Räume und Orte Stadthaus Ulm. +43.01.kunst.at. Nürnberg.stadthaus.2017: Weltbühne Speyer. 3. www. Tel.pinakothek.mdbk.2017: Leibniz und die Leichtigkeit des Denkens Historische Modelle Kunstwerke.museum-abteiberg. 80331 München.museum-am-dom. www. So 11. und 01.schwaben-stuttgart. 089-233-22370.05.2016 bis 19. Di. 10-18 Uhr. Kartäusergasse 1.lokschuppen.1. Lorenzer Str.de. KARIKATUREN. museen@bistum-wuerzburg. Feiertag 10-18 Uhr bis 08.de bis 19. Mi. Mi-Fr 14-18.2017: Das Fenster von Burg Siersberg – Ein mittelalterlicher Neufund OFFENBURG SACHSEN-ANHALT „Große Pläne! Die Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919-1933“.2016 bis 14.zeit. der Anstifter war. Almstr.de.2017: Erdreich .kunstmuseum. www. .04.2017: Jan Tichy: Installation Nr. Di-So 9-17 Uhr. Lotter Str. Sa. Nobelstr.2017: Spaniens Goldene Zeit.12. Do 10-20 Uhr 23.2017: Zwischen den Farben – Inge Gutbrod/Markus Kronberger www. tägl.de. www. Tel. 65185 Wiesbaden.de. Jahnstraße 42. Das bisschen Haushalt! 24.02.li. grosse-plaene.2016 bis 01. 55. Schlossplatz 16. Mi bis 22 Uhr bis 05. www. Der Kultur-Newsletter der ZEIT ONLINE Redaktion hält Sie mit den spannendsten Neuigkeiten aus der Kulturszene auf demLaufenden. 0341.osnabrueck.: PAUL FLORA. 1945-1965 bis 12. Münsterplatz 50.2017: Der Stifter.2017: Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik. V. Lange Straße 35. frei.de. Tel.V.2017: Max Klinger. Mo-Sa 9-17 Uhr.at. 74523 Schwäbisch Hall. +43 535 04 31. 10.kunsthalle.2017: Steve McCurry. Die Ära der großen Staatsbesuche Kunsthalle Osnabrück. D.2016: MARKUS LÜPERTZ . www.02. Di-So 10-17. Mi 10-20 Uhr bis 17. www. Magdeburg. © VG Bild-Kunst.2017: Gudrun Brüne .lwlmuseum-kunst-kultur. Sammlung Leopold (Dauerpräsentation) bis 09. Mo geschl. Tel. info@museum. 70173 Stuttgart. Medien. Fr. Zeitgenössische Kunst aus Wien mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.05.2017: Fritz Schwegler Otto von Thoren. Do 11-20 Uhr 16.01. Mi 12-20 Uhr bis 22. Spendhausstr.2016 bis 05.2017: The Amish Fotografien von Timm Rautert Ulmer Museum.2017: Bier ist der Wein dieses Landes.: SCHERE.07.kunstmuseum-stuttgart. Sa. 0381/3817000. 0711/21619600.von-der-heydtmuseum. Di-So 10-17.03.01.2017: Barock . So 11-17 Uhr bis 22.kunsthalle.662. 23 // Di–Fr 14 –18 // Sa / So 11–18 Uhr // bis 15.2017: Albertina Contemporary bis 26. 93.2018: GOTTES WERK UND WORT VOR AUGEN. Tel. u.September bis 4. Van Gogh. www. Schillerplatz 6. de.10. 089/23805-360.wuerth.de. Di-So 11-18.2017: Max und Lotte Pechsteins Reise in die Südsee.03. 0911-23114015. Tel.2016 geschl.at. Di-So 10-18 Uhr 02. Synagogenplatz 1. Tel. tägl. www. de. Mo-So 9-17 Uhr. 1. 89-23396096. www. Feiertag 10-16 Uhr OLDENBURG SCHWÄBISCH HALL Kunstvilla im KunstKulturQuartier. Tel. 089/23805-2286. Do 10-20 Uhr bis 12. Tel.01.10. 15 Uhr.2017: Fotografie Heute: Distant Realities Architekturmuseum TUM ab 17. MI-SO 10-18.2017: Anna-Sophie Berger Places to fight and to make up bis 05.2017: Joana Hadjithomas & Khalil Joreige. hdg.11. Fax 620223.2016 bis 26. Turmhof 8. www. www. Museumsplatz 1. Di-Do 14-19. Reflexion Schmuckmuseum Pforzheim. 24. Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie.2017: Cantastorie der Puppenspielerfamilien Maldera und Parisi SCHWEINFURT HEIKO HERRMANN BIS 23.03.09.10.2017: Raymond Pettibon Homo Americanus 26. Fr 10-17. Di-Fr 11-18.2016 bis 26. Do 10-21 Uhr Egon Schiele. Mönchsberg 32. 7 a.de/kunstmuseum. Tel.03. Sa. kunsthalle-weishaupt. Kiliansplatz 1. Grimmaische Str. Führungen 1. tägl. www. 0731 161 4360.de. Fax -9. +423/2350300.02. Tel. Juni  Täglich  –  Uhr Eintritt frei Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Swiridoff Verlag erschienen. Geschwister-Scholl-Platz 4-6.2017: PANORAMA-Schlüsselwerke aus der Sammlung Hurrle SCHILTACH Hansgrohe Aquademie . Tel. Sammlung Goetz im Haus der Kunst bis 26. Mi 10-21 Uhr. Di-So 10-18. Tel. 089/23805224. Feiertag 11-18 Uhr 30.de. 70173 Stuttgart. KG. DI 10-20 bis Anfang 2017: Neue Nachbarschaften III Neue Pinakothek Barer Str.06. KG. 0781 93 201 402. MI 10-20 bis 23.2017: Shoot! Shoot! Shoot! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection NS-Dokumentationszentrum München.2016 bis 28. geschl. 74523 Schwäbisch Hall. N OV E M B E R 2 0 1 6 55 D I E Z E I T No 4 9 LEIPZIG GRASSI Museum für Angewandte Kunst.de. 0791/946720. Radically Simple Die Neue Sammlung – The Design Museum Sammlungspräsentation: Bauhaus Anhänger Naum Slutzky Staatliche Graphische Sammlung bis 12.09.2017: „Der ewige Stenz“ Helmut Dietl und sein München Münchner Stadtmuseum. 0621/293 6452.de.12.grassimuseum.2017: Salvador Dalí. www. www. vor 1889. 75173 Pforzheim.11.2017: Yves Netzhammer. www.2017: Mit anderen Augen. Mo sowie am 24.02.org.11. 92318 Neumarkt.speyer.wuerth. Tel.02. Mi 10-20 Uhr bis 16.10.2017: 2 Räder . bis 22. Ficcionario IV“ sowie Dauerpräsentation Sammlung Lambrecht-Schadeberg PFORZHEIM SINDELFINGEN SCHAUWERK Sindelfingen.2017: Bettina Scholz & Nik Nowak Museum Würth.2017: rosalie.10. 0931/3866560-0.de. 2016 MÖNCHENGLADBACH Museum Abteiberg.Horlitz@zeitmediaconsult. Albertinaplatz 1.de. Die Sammlung Moderne Kunst bis 29.de.2016 bis 19.kunst.02. Fax 06898/9100111. So. 24. Fax 2220500. Tel. Di. Mo/Fr/Sa n. www. 5020 Salzburg.MACHT. 0731/1617700.04. Di-So 11-18 Uhr +++ ANCIEN RÉGIME +++ Markus Lüpertz / Andreas Mühe +++ 24. www. www. Mo geschl. 089/23805-195.net REUTLINGEN Städtisches Kunstmuseum Spendhaus.02.05.04.ns-dokuzentrum-muenchen. Tel. www. Die Ausstellung räumt Klischees aus dem Weg. Zwischen Mythos und Marke Staatsgalerie Stuttgart. schmuckmuseum@stadt-pforzheim.2017: Július Koller. Tel.02. 089/291934-0.2017: Deutsche Mythen seit 1945 STADE Kunsthaus Stade. www.de bis 08. Stuttgart. Jetztkostenlosabonnieren: www.lichtemomente-osnabrueck. Tel. Tel. Furiose Plakate WIESBADEN Museum Wiesbaden.Bayerisch-Tschechische Landesausstellung 2016/17 bis 26. 0043-1/53483-0 Schausammlung Monet bis Picasso (dauerhaft) bis 08. Di-So 10-18.2017: Niki de Saint Phalle & Jean Tinguely. Di.2017: Lovis-Corinth-Preis 2016: Daniel Spoerri.01.01. bis 26.2016 bis 08. 17. Di-Sa11-17.de. geschl. Eintr. Di. Tel. Tel. Di-So 10-18 Uhr. www.MÜNCHEN bis 15. 71332 Waiblingen. Do 10-20 Uhr 23. Katharinenstr.03.bacon-staatsgalerie. 27.04. Do-So 10-18. Prinzregentenstr.2016 bis 23. www. Unteres Schloss 1.2017: Sighard Gille.01.01.2017: BACKEN. bis 05. Di-So 11-18. Sa. Feiertag 10-18 Uhr. Vaduz. www. 04.02.01. Tel.2017: Sound in Motion: Rodney Graham bis 19.2017: Caravaggios Erben .2016 bis 26. Tel. Tel. www.17 // The Fevered Specters of Art Informationen und Angebote unter +49 (0) 441 361 613 66 ULM kunsthalle weishaupt. Freitag im Monat 10-22 Uhr 06. Di-So 10-18 Uhr bis 26. 25. Do-So 10-18.2017: Robert Frank Books and Films. Fr 10-21 Uhr bis 15.und 31.Land der Unsterblichkeit TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit.de .Museum für Wasser. 0341-2229100.2017: Poetiken des Materials.3. Di-Fr 9-18. 0202/5636231.und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth www.2017: Francis Bacon Unsichtbare Räume / www.200 Jahre Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades LWL. Stuttgart. Two Suns in a Sunset Jüdisches Museum München.11. www. www. Von Waldmüller bis Boeckl bis 30.11. Mi-Mo 9-17 Uhr. Tel. Landesmuseum Natur und Mensch // Damm 38 – 44 // Di – Fr 9 –17 Uhr // Sa / So 10 – 18 Uhr // bis 23. Sammler öffnen ihre Schatzkammern .2016 bis 22. Sa. tägl.Universitätsstr. www. Johannisplatz 5-11.2016 bis 25.2017: ANNE-MIE VAN KERCKHOVEN What Would I Do in Orbit? NEUMARKT I.11.de. Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft bis 08.-Jakobs-Platz 16.2017: MAYA . Marktplatz 9.Lebensspuren ZITTAU Städtische Museen Zittau.2016 bis 29.li. 10-18 Uhr.000 Jahren buddhistischer Kunst bis 05.11.01.2017: Konstruktion_Reflexion Werke aus der Sammlung Gertraud & Dieter Bogner im mumok bis 29.at. Liechtenstein. 0214/30-41 283. 04109 Leipzig. 0681. Tichy + F.2016 bis 24. Fr 11-19. Di.11. 4.03.02.de/inserieren/kultur•Servicetelefon:040 / 32 80 313 . 8. museum-lothar-fischer. Tel.125 Jahre am Rhein MANNHEIM Kunsthalle Mannheim. bis 29. Deichdurchbruch (Ausschnitt). Tel. WAIBLINGEN Galerie Stihl Waiblingen. Domplatz.1. Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Brandhorst Sammlung Schack.2017: Valérie Favre WÜRZBURG Museum am Dom. Opus XIV: Zelt Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Zeitgeschichtliches Forum Leipzig. dass die Kunst für alle ist.04.02.1.juedisches-museum-muenchen.2017: „Sebastián Díaz Morales.250 Jahre Goldstadt Pforzheim SPEYER HISTORISCHES MUSEUM DER PFALZ.2016 bis 26. Fr-So 10-18. 9-17 Uhr 11.01. 04103 Leipzig. 51373 Leverkusen. Tel.12.84 22 20.de Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau im Verbund mit Ausstellungen in Dessau. jmw. www.01.2016 bis 17. Sa geschl.2016 bis 23. Museum Brandhorst. www.232 Meisterwerke aus 2..2016 bis 23. Galerie am Markt. 10-18 Uhr.2017: Fremde Götter. 02161-252637. Sa. +43/512/59489.10. 67346 Speyer.de Alte Pinakothek Barer Str. Di-So 11-18 Uhr. 80333 München. 2. Merseburg.15 Uhr bis 01.03.com Alle Aktivitäten der Johanniterkirche/ Kunsthalle Würth sind Projekte der Adolf Würth GmbH & Co. Mannheim. Mo-Mi.09. 07836/513272.de 18.muenchnerstadtmuseum.12.03.de 22. Di-So 10-19 Uhr Dauerausstellung: München und der Nationalsozialismus Sonderausstellung: Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933-1945 MÜNSTER Museum Lothar Fischer.2017: Albert von Zahn.speyer.2016 bis 22. Di.2017: Bertrand Lavier ÖSTERREICH INNSBRUCK TIROLER LANDESMUSEEN.2017: Lutz Fritsch . Konrad-Adenauer-Str. 0202/5636571 bis 08. Das offene Kunstwerk Führungen jeden Sonntag. Do 11-20 Uhr 14. STEIN.de. Kat.2017: BIER. April-Sept. Mi-Fr 15-18.02. 08031/3659036.12.de. Jüdische Künstlerinnen bis 1938 Leopold Museum.2016 bis 05.technoseum. 15. 29 (Neues Rathaus) Altstadt: J. Tel. Di.2016 bis 22. Kunst im Kontext der Reformation Museum der bildenden Künste Leipzig. Die Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne.de.2016 bis 23.03. So 11-18 Uhr 15.2017: No Place like Home. Eintritt frei bis 18.03.02. Info unter: www.2017: Wasser Wolken Wind Kunstverein Schwäbisch Hall e. Tel. Dauerausstellung: Teilung und Einheit.11. 1. 0341/2220-0. Tel.Dezember 2016 SAARBRÜCKEN Museum für Vor.Museum für Kunst und Kultur.Bergisel 1-2.com MÜLHEIM AN DER RUHR Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. 1947–2016 03. www. Die Kunst des Zufalls Landesmuseum Württemberg.01.2017: Drei Farben Schwarz Pinakothek der Moderne. Wege des Pointillismus bis 15.11-18 Uhr 29. 09181/510348. 0251/5907-01. 089/23805-216.02.01.de Mo-Fr 9-19 Uhr.de. Tel. tägl. 9. www.schmuckmuseum. www.2017: Altes und neues Glas ab 19. museum@zittau.2017: Ägypten .de. Di. Foto Roman März. tägl. Di-So 10-18 Uhr bis 08. Revolutionärin der Kunst MÜNCHEN Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Sa/So 10-18 Uhr 25. 43-1/52500.04. Di-So 10-17 Uhr 25. BUDDHISMUS – Fotografien 1985 bis 2013 Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall .24.2017: Mechanik en miniature Armbanduhren der Luxusklasse.2017: Die Schwaben.wuerth. Museumsstr. bis 8.Boden erforschen. MI-SO 10-18 Haus der Kunst. Di-So 10-17 Uhr bis 31.2017: Der Farbholzschnitt in Wien um 1900 bis 19. www.de. www. 35a.02. 071515001-1686. Tel.01. Deutschland. Mi 10-20 Uhr.literaturhausmuenchen.de/kulturanzeigen OSNABRÜCK Felix-Nussbaum-Haus.01. Feiertag 10-18 Uhr 14.oldenburg-tourist..2016 bis 15. 0621/4298-9. So/Feiert.01. Faszination Afrika und Ozeanien bis 06. Blumenstr. ruhelos bis 08. 40.2017: Wir Wegbereiter.2016 bis 22. Mit 45 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. 07121/3032322.01.2017: Film-Stills. schauwerk-sindelfingen.: 200 JAHRE TIROLER KAISERJÄGER SALZBURG Museum der Moderne Salzburg.de. reutlingen. Tel. PAPIER. 29.11. kunsthalle-muc.2017 // Die Welt in diesen rauschenden Farben – Meisterwerke aus dem Brücke-Museum Berlin Horst-JanssenMuseum // Am Stadtmuseum 4 – 8 // Di – So 10 –18 Uhr // bis 15.2016 bis 08.org.2017: Pichler Radikal: Architektur & Prototypen 03.de KULTURPUR f dem neusten Wöchentlich au Stand KontaktfürAnzeigenkunden   Olivia. +49 (0)89 22 44 12. Tel.tiroler-landesmuseen. Feiert.2017: Karl IV.2017: GEDANKEN RAUM GEBEN. kunsthallerostock.de .Universitätsstr.museum-hurrle. www.. Di-So 11-18 Uhr bis 29.01. Meisterwerke der Sammlung bis 08. Weiherstr. Sa 10-18.01.06.2017: Kriegszeit im Nationalmuseum 1914-1918 Kunsthalle Nürnberg und Kunsthaus. Rathausstr. Tel. 15/1. 74523 Schwäbisch Hall.2017: Von der Sehnsucht nach Farbe Klassische Quilts der Amischen aus der Sammlung Schlumberger 30. 0791/9780186. 1910. Abteistr. 49. 2. Mi. 05331-92460. Brienner Straße 34. www. Augusteum // Elisabethstraße 1 // Di – So 10 – 18 Uhr // bis 22.voelklinger-huette.museum. Do-So 10-18. {} KUNSTHALLE WÜRTH.com.05.10. Hölderlinstr. bis 08. www.de.2016 bis 26. STUTTGART Galerie Edith Wahlandt.edith-wahlandt-galerie. www.10. Sa.de. 7. EINE KULTURGESCHICHTE DES SPIELENS TIROLER VOLKSKUNSTMUSEUM . 11-17 Uhr.2017: Terry Fox bis 26. 89073 Ulm 19. Tel. DO 1020 Sammlung Moderne Kunst Sammlungspräsentation: Reset.2017: SPLIT – Spiegel. Tel..

dessen Name in der Van-Gogh-Welt hoch angesehen war. fsk. Jahrhundert | Höhe 21 cm SCHMUCK-JUWELEN-AUKTION FREITAG. bestimme­nicht das Van Gogh Museum. Odeon. Cinema & Studio–Kino (+OV). Metropolis (OV).net www. Ihre ungelenken Porträts sind unter den Zeichnungen auch zu finden. Emil Nolde: »Landschaft« (um 1925) Farben – rot stehen die Häuser da. als wolle eine unbekannte Düsternis übernehmen. wenn sie doch jahrzehntelang geschützt in einem Skizzenbuch lagen und nie ausgestellt waren? Die Tinte. Auf Anfrage bestreitet B. Und doch braucht es Pausen. City Kino Wedding. entgegnet Direktor Axel Rüger. Rote Tinte ist dabei außerhalb dieses »Skizzenbuches« im gesicherten Œuvre nirgends zu finden. Rey seinen ehemaligen Patienten auch nur einmal besuchte. Auf seinem Aquarell (Schätzpreis: 100  000 Euro. Kino Weißhaus BIELEFELD Kamera BONN Rex. Studio Isabella. Weitere Blätter stünden bei Interesse zur Verfügung.auktionshausmeyer. Odeon. dass morgen.« Herausgeber Bernard Comment hatte bereits vor Erscheinen angekündigt. Holi. die van Gogh benutze.. Das Museum bestätigt. lieber in Bleistift? Warum konnten Blätter ausbleichen.com BESICHTIGUNG: 2 Stunden vor Beginn Online-Katalog unter: www. Marburg. Eine Sensation. Der ONLINE-KATALOG steht Ihnen auf unserer Homepage www. AACHEN Apollo Außergewöhnliche Shyama Tara Westtibet | 15.novumverlag. Dezember 2016 Vorbesichtigung: 3. 9 . FSK am Oranien platz (OmU). Hier geht das Licht ohne den Beiklang der Apokalypse. 3.. Münchner Freiheit. 20097 HAMBURG Auktion Asiatische Kunst 9. Nach und nach werden aber auch sie eingelullt werden von dem. – 7. Auk­ tion am 10. Hackesche Höfe (OmU). hätte bei sorgfältiger Recherche bekannt sein können: Einige der nun als Neuentdeckung vermarkteten Zeichnungen wurden bereits vor fünf Jahren über eBay zum Kauf angeboten – Einstiegspreis: 80 Dollar. Kino in der Kulturbrauerei (+OmU). wie hier auf einigen Blättern.Lang@zeitkunstverlag. traf ihn mit seiner Pistole aber nur am Handgelenk. Passage.12 Uhr In unseren Räumen Friedrichstraße 45. 24.« Diese Frage jedenfalls ist nun tatsächlich beantwortet. Hackesche Höfe. Ansonsten wird es zappenduster. Breitwand Gauting. begründen die Herausgeber diese Widersprüche – gesicherte Darstellungen derselben Orte entlarven diese Behauptung als postfaktische Kunstgeschichte. Titel der Publikation: The Lost Arles Sketchbook.de Den ausführlichen Farbkatalog senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu (35 € Inland/40 € Europa). nämlich einfach weil es Abend wird. Monopol. das Eintauchen in die nächste Nacht – was wird. Knesebeck teilte schon im Juli auf Anfrage mit: »Die besagten Skizzen wurden uns nicht gezeigt. Neue Filmbühne „wunderschön“ MÜNSTER Cinema ESSEN Astra WÜRZBURG Central im Bürgerbräu (+OmU) NÜRNBERG Casablanca. gelb strahlt ein Rest Tageslicht am Himmel. Kurbelkiste Zeise (+OmU) NÜRNBERG HANNOVER Casablanca (OmU). 2016. Münchner Freiheit. Museum Lichtspiele. Unter dem Datum 20. 2 | 50968 Köln Tel. Metropolis MÜNCHEN Atelier. Holi. ist noch einmal eine ganz andere Frage. Central. um Atem zu holen und die Nerven zu behalten. Einige der Expertisen konnten entlarvt werden – als postfaktische Kunstgeschichte Van Gogh sei mehr an Komposition als an Architektur interessiert. um nach Werken und Dokumenten zu suchen und sie zu kaufen. Remi B. N NOV OVEEM MBBEERR 2016 2016 D DIIEE ZZEEIITT N Noo 4 9 KUNSTMARKT TRAUMSTÜCK Echt van Gogh? Traum in Blau Mit Emil Nolde vor der Düsternis fliehen  VON NINA PAUER Wir leben in Zeiten. die Sonne wieder aufgeht. vereidigte und öffentlich bestellte Versteigerer GESUCHE Bücher fliegeruhren–buse. Am 30. Fax +49(0)611-30 73 69 e-mail: info@rippon-boswell-wiesbaden. wie sonst häufig.frieling. dass man tatsächlich 2008 Fotografien.de/zeit P ro f e s s i o n e l l . 2016.verlage.: Lange & Söhne Schätzer. November versteigert Christie’s in Paris die Tatwaffe für geschätzte 50 000 bis 70 000 Euro. Schauburg. schoss in Brüssel ein Poet auf den anderen: Paul Verlaine wollte seinen Freund­ Arthur Rimbaud nach einem leidenschaft­ lichen Streit töten.+49(0)611-33 44 30. Anbieter war ein Franzose mit Namen Remi B. Dez. nachdem van Gogh sich im Mai 1889 freiwillig von Arles aus in die Heilanstalt im nahe gelegenen Saint-Rémy-de-Provence begeben hatte. Warum bislang angesehene Verlage wie Abrams und Knesebeck bei dieser merkwürdigen Aktion mitmachen. Mit dem Vorwort beauftragten die Herausgeber den Briten Ronald Pickvance. Warum sind van Goghs gesicherten Skizzen aus Arles und Saint-Rémy deutlich spontaner und expressiver als die insgesamt zu gut ausformulierten und zu oft blattfüllenden aus dem angeblichen »Skizzenbuch«? Eine solche Arbeitsweise ist von ihm bislang nicht bekannt. das um das Jahr 1925 entstanden ist. Museum (OV). Für den Beleg der Eigenhändigkeit führt Welsh-Ovcharov ein praktischerweise ebenfalls wiederentdecktes Dienstübergabeheft aus dem Café de la Gare an. Köln/Ketterer Kunst (v. Friedlich dämmert der Tag davon. Kino International. Zentrale Fragen beantwortet das schwere Buch der beiden Autoren nicht: Es gibt keinen Beleg dafür.: Kröller-Müller Museum Otterlo. das auch Motive aus Saint-Rémy enthält? Reys Anstellung in Arles endete zudem 1889. im folgenden Juni war er nachweislich in Marseille. ZAHL DER WOCHE 1873 . Seine letzte Ausstellung verantwortete der heute 86-Jährige allerdings schon vor 16 Jahren in einem kleinen Privatmuseum in der Schweiz.van-ham. Wir müssen uns also auf die Expertise des sehr renommierten französischen Hauses und der Kollegen dort verlassen. established 1884 in England International Auctioneers of Rare Carpets & Textiles AACHEN Apollo BONN RecLichtspieltheater BREMEN Schauburg DORTMUND Camera DRESDEN Programmkino Ost. und entsprechend groß ist nun die Enttäuschung. ULM Off Broadway (OmU) Mephisto LEIPZIG WEIMAR Passage Kinos Lichthaus (+OmU) MÜNCHEN City. 2. Mainz·â 06131-23 40 15 Antiquariat Michael Zorn.de zur Verfügung. Solche Zeichnungen erzielen auf Auktionen Millionen-Euro-Beträge. Yorck Kino Potsdam: Thalia Arthouse (+OmU) Kontakt für Anzeigenkunden 040 / 32 80 472 A HALLE (SAALE) Puschkino ASCHAFFENBURG Casino HAMBURG 3001. und alles wird blau. glauben beide Autoren. aber nie als von van Gogh stammend erkannt worden. dass eine Ausstellung und danach der Verkauf denkbar­ seien: »Das sind keine Skizzen.rippon-boswell-wiesbaden. Terrorismus. was die »blaue Stunde« genannt wird. Neues Off (OmU). CinemaxX Potsdamer Platz. heute. Kunsthistoriker wie Julius Meier-Graefe und Gustave Coquiot und Kunsthändler wie Ambroise Vollard reisten schon bald in die Provence. unter der gleichen EMail-Adresse wie damals. täglich von 14 bis 19 Uhr. behauptet ein neues Buch Die Herkunftsgeschichte erzählt im Buch ganz ähnlich nun auch die kanadische Kunsthistorikerin Bogomila Welsh-Ovcharov. Warum entsprechen so viele der präsen- 185 mm tierten Zeichnungen in Motiv. Welche in der Fachwelt und am Markt anerkannt werde. gab seinerzeit zur Herkunft der von ihm angebotenen Werke an. müsste wie auf wenigen anderen Zeichnungen beinahe schwarz geblieben sein. Samstag. Das Skizzenbuch sei schnell in Vergessenheit geraten. Kino am Raschplatz Cinecitta JENA ROSTOCK Kino am Markt Lichtspieltheater KIEL Wundervoll (+OmU) Studio Filmtheater (+OmU) STUTTGART Atelier am Bollwerk KÖLN (+OmU) Cinenova. Sich dieser diffusen und bedrohlichen Weltstimmung komplett zu entziehen ist natürlich keine Lösung. Eine Van-Gogh-Sensation hatten jetzt auch fünf Verlage der französischen Martinière-Gruppe in Buchform angekündigt. B-ware. München) hat Nolde den Moment des Übergangs festgehalten. Cinecitta. warum sie unbemerkt geblieben sind. ab 17. Dezember 2016. éditions du Seuil. ANZEIGE kunstmarkt kino   AUKTIONEN   GROSSE HERBSTAUKTION Samstag. seit es Ende der achtziger Jahre die Werke des Niederländers waren. Filmtheater am Friedrichshain. Wenn sie veröffentlicht sein werden. heißt es.de Abb. 81241 München . Warum skizzierte er ausschließlich aufwendig mit Rohr­ feder und Tinte und nie. i n d i v i d u e l l . Besuche notiert haben soll.de www. CinemaxX Potsdamer Platz. Abaton. Gelegenheiten.« Das interne Limit für die angebotene Zeichnung Feld mit Heuhaufen – abgebildet war allerdings eine Wiese mit Büschen – liege bei 130 000 Dollar.Abb. Welsh-Ovcharov fordert nun das Van Gogh Museum zu einer gemeinsamen öffentlichen Diskussion über die Diskrepanzen wie über dessen angebliches Zuschreibungsmonopol auf. Tel. Ausschnitt und Perspektive so genau bekannten Gemälden und Zeichnungen oder Fotografien der entsprechenden Orte aus der frühen Van-Gogh-Literatur – und enthalten doch Fehler: Das Haus neben der berühmten Zugbrücke in Arles steht auf der falschen Seite des Weges. Landschaft (Marschlandschaft in der Dämmerung) von Emil Nolde ist so eine Gelegenheit. Yorck Ausgewählte seltene Teppiche. Dezember 2016 Katalogbestellungen Online-Kataloge | Termine: www. Schon kurz nach Beginn der Präsentation des Buchs vergangene Woche in Paris erklärte das Van Gogh Museum in Amsterdam. grün liegen die Wiesen.com Van Ham Kunstauktionen Hitzelerstr. versteht man auch. die die anhaltende Preisspirale für die Klassische Moderne in Gang gesetzt haben. zwei Jahre Gefängnis für Verlaine. (0 30) 7 66 99 90 • www. Delphi. in dem irgendjemand über Monate in erstaunlich gleichförmiger Schrift und Tinte Ereignisse. Mai 1890 hielt er oder sie fest. 3. gibt es nur drei andere Plötzlich ist ein Skizzenbuch von Vincent van Gogh aufgetaucht.de AUGSBURG Mephisto BERLIN Blauer Stern. Später sei das Konvolut über die neuen Eigentümer des Café de la Gare an einen Freund übergeben worden. so Remi B damals. dass Dr.: 06421/2 32 20   040 / 32 80 1634 Juliane. Das Nachwirken des Tages. um 15 Uhr Vorbesichtigung: Mittwoch. 27-29. Studio. Dez. Nov. Die Folge: zehn Tage Krankenhaus für Rimbaud. Warum sollte sich die Ginoux-Familie an diesen Schatz nicht erinnert haben? Van Gogh war früh bekannt. Metropolis FRANKFURT Harmonie. Sammlung Robert Sterck. man halte alle Blätter für »Imitationen« – in der Kunstwelt ein vornehmer Ausdruck für Fälschungen. Monopol. 65185 Wiesbaden Tel. Bundesplatz Kino. Dez. sie stammten ursprünglich aus dem Besitz des mit van Gogh befreundeten Gastwirtsehepaars Marie und Joseph Ginoux. 02. l. Thalia DÜSSELDORF Atelier im Savoy Der Spiegel LEIPZIG Passage Kinos MAGDEBURG Studiokino BREMEN Schauburg „hinreissend“ Die Zeit KÖLN Off Broadway. Filmkunst 66. mit einem Pinsel. Auch das auf den »neuen« Blättern manisch-plumpe Stricheln und Punktieren von Flächen setzte van Gogh erheblich gezielter und ausgewogener ein – und nie. Jeder dürfe eine Meinung­ haben. Schauburg DÜSSELDORF Cinema (+OmU) ERLANGEN Lamm-Lichtsppiele ESSEN Eulelnspiegel BIELEFELD Kamera (+OmU) FRANKFURT Cinema (+OmU). Schulden. langsam verabschiedet sich die Helligkeit. sein von van Gogh auch porträtierter Arzt Félix Rey habe die Zeichnungen – neben leeren Olivenholzkisten und karierten Handtüchern – der Ginoux-Familie zur Aufbewahrung übergeben. Klimakatastrophe oder Vogelgrippe durchzuckt wird. Entsprechend hoch waren die Erwartungen.: +49 (221) 925862-0 | Fax -4 info@van-ham. Nur. 30. die unter anderem 1988 eine Ausstellung über van Goghs Zeit in Paris kuratiert hat. Stickereien und Textilien. City. Moviemento.com novum publishing gmbh Weinbergerstraße 109. aller Wahrscheinlichkeit nach. Rollberg. unbekannter Blick auf den Künstler. p e r s ö n l i c h Sie suchen einen Verlag? Print on Demand & Internetvertrieb NORA Verlagsgemeinschaft 10247 Berlin Pettenkoferstr. Orfeos Erben POTSDAM Thalia WUPPERTAL Cinema FREIBURG Kandelhof STUTTGART Delphi JETZT im KINO marktplatz   FÜR IHRE MANUSKRIPTE Es ist Zeit für Ihr Buch! Frieling-Verlag Berlin 12161 Berlin • Rheinstraße 46 Z Tel. 2016. Kant Kinos. zu bezahlen über PayPal. Fluchten. Auf Noldes Bild. Mal seh‘n Kino (OmU) BOCHUM Casablanca HALLE Lux Kino am Zoo MÜNSTER HAMBURG Abaton (OmU). der in einem Mailwechsel mit dem Kunstberater Roberto Nardiello im September 2010 bestätigte: »Das Van Gogh Museum hat in einem Brief schon seine Einschätzung (negativ) für die Zeichnungen gegeben.« Die Zeichnungen stammten aus dem Besitz eines Gastwirts. Maxim. Vielerorts scheinen die Dinge sich bergab zu entwickeln. Zahlungen. den man entdecken wird.00 Uhr WOLTMANSTR. später dann irgendwo im Umfeld von van Goghs Wohnhaus und dem nahe gelegenen Café wieder aufgetaucht. Theatiner Filmkunst (OmU) HANNOVER Kino am Raschplatz KARLSRUHE Schauburg BOCHUM Casablanca.) 56 FEUILLETON 24. Dass es sich um fragwürdige Arbeiten handelt. sondern es ist ein neuer. kann zu diesem Zeitpunkt niemand sagen. in denen das Wort Dämmerung nichts Gutes verheißt. vor drei Jahren dann auch mehrere der Zeichnungen Eine der zweifelhaften Zeichnungen aus dem Skizzenbuch selbst gesehen habe. Breitwand Seefeld DORTMUND Roxy DRESDEN Programmkino Ost. bis Freitag. 16-18 030 20454990 030 20454991 ! kontakt@nora-verlag. Dezember bei Ketterer. Inhalt: 65 unbekannte Zeichnungen Vincent van Goghs aus seiner wichtigsten Schaffenszeit von 1888 bis 1889 in Südfrankreich. die nur noch von grellen Meldungen zu Populismus. Experten erkennen Widersprüchliches   VON STEFAN KOLDEHOFF Unumstritten: So malte van Gogh 1888 den Gastwirt Joseph-Michel Ginoux U nterhalb von sensationell läuft bei van Gogh nur noch selten etwas. Wie also sollte der Arzt überhaupt in den Besitz eines Skizzenbuchs gekommen sein. der Männertrakt in der Heil­ anstalt ist kein freistehendes Gebäude. um seine Doktorarbeit zu verteidigen.de Wirallerkaufen Gebiete und überall.. seine Aktivitäten von 2010: »Das muss ein Irrtum sein. Zeise BERLIN Babylon Kreuzberg.

seitdem Uli Hoeneß im Gefängnis eingesessen und Kaiser Franz Beckenbauer gelogen hat. selbst wenn er es wollte. Von Anfang an knüpft Louise Banks eine telepathische Beziehung zu den Besuchern. der moderne Mensch liebt ihn nicht. kalt und ungerührt. spielen und rätseln in der Weihnachtszeit Jetzt neu am Kiosk! Das neue ZEIT LEO-Mitmachheft mit vielen Ideen zum Nachmachen. damit man ihm mit Spritzen die Galle abzapfen kann. Winnie nach ihrer kanadischen Heimatregion Winnipeg genannt. Wie Kaiser Franz. der Fische fängt wie ein Akrobat und Honig liebt wie ein Kind? Der Bär ist Inbegriff des Unverfügbaren und zugleich des Kuscheltiers. den großen französischen Dichter. Nie wird die Welt verstehen. aber unbestreitbar hat eine Schwarz­bär­dame im Londoner Zoo. Ein Kaiser hat seine eigene Wahrheit. so hat sich auch Uli Hoeneß nichts zuschulden kommen lassen. FINI S das Aussterben von Tigern und Nashörnern besorgt. um sie mit einer hochgeheimen. wo die Vorbilder ihrer geliebten Teddys damals eigentlich hingekommen seien. Auf die Angst davor und die Möglichkeit. halb schlafwandlerisch geführten Verständigungsversuchs. Auch in Spielbergs Film von 1982 lernen beide Seiten – ein kleiner Junge und ein elefantenhäutiger Außerirdischer mit Glubschaugen –. sondern dieses hat mit ihm spekuliert. ein Schwarz­bär­junges zu erschießen. kein Stahl.. als Brauner bei den Germanen. was wir haben!« Der Science-Fiction-Film. die zum Angriff gegen die rätselhaften Besucher auffordern. Wir lassen den Eisbären einmal beiseite. Ein meditativer Dialog kommt in Gang. N OV E M B E R 2 0 1 6 FEUILLETON 57 DIE ZEIT No 49 Halb Hand. Wenn ein forscher General (Forest Whitaker) ins Universitätsbüro der Linguistin Louise Banks platzt. ein Sympathieträger meistens. wenn man ihnen zu nahe tritt. weil sie Bayern sind und keine­ kanariengelben Dortmunder. Arrival erweitert das Thema zur philoso­ phischen Betrachtung. Heimtückisch verführte das Geld den einen Mann. angegriffen von den ewigen Geheimnissen und Herausforderungen der Wissenschaft sitzt Banks in ihrem schummrigen Büro. weshalb man sie. ohne Sinn für Glanz und Größe. wehrhaft allein durch seine allerdings schrecklichen Krallen. um sie nicht unklug herbeizurufen. die die Menschen – wie in Tim Burtons Mars Attacks – mit Laserstrahlen pulverisieren und entsprechende Gegenwehr herausfordern: »Lasst uns diese Arschlöcher beschießen.und schwerelos.und Temperamentsgeschichte auf Planwagenburgen in der Prärie gründet.. eine Kino- Spezies zu erschaffen. zwischen hartem Tageslicht und Halogenstrahlern. das der operationellen Logik des Invasionsfilms folgt: Simultanschaltungen mit den Staatslenkern der ganzen Welt. und deshalb sollte die Welt diese Geschichte rasch vergessen. halb Oktopus Foto: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH: Illustration: Jindrich Novotny/2 Agenten für DIE ZEIT (u. Ihre Sprache besteht aus ringförmigen. müde. mal mit Ketchup. mit den Bayern gehe es bergab. »Männer!« von Susanne Mayer sowie »Auf ein Frühstücksei mit . Mitmachen und Selbermachen. sich in den Alpen zwischen Italien. Unser buntes Magazin begleitet Ihre Kinder mit fantasievollen Basteltipps. von der sterbliche Menschen nichts wissen. Und Denis Villeneuve gelingt es. die im Raum zu schweben scheinen. und in nichts ungeheuerlicher als in seinem egozentrischen Aberglauben. dass die populärkulturelle Vorstellungswelt eines Landes. geht aber den eher selten beschrittenen Weg. Der Militär spielt ihr eine Nachricht vor. die es in hundert Jahren Science-Fiction-Film so noch nicht gegeben hat: In einem nebelhaften Raum mit eigener Atmosphäre erscheinen die Außerirdischen als fragile. während die amerikanische Regierung andere Ziele verfolgt. niemandes Opfer und niemandes Freund. dass der FC Bayern München auch dann gewinnt. die sich von Fritten und Currywurst ernähren. dessen erstes global beliebtes Imago er geliefert hat. Natürlich ist der Film eine Metapher auf den Umgang mit dem Fremden. Auch hier entsteht telepathische Nähe. ein Konkurrent um das hohe Gut der Autonomie. und dir gehört die halbe Welt. die sich anhört. der sich auf einer Jagd geweigert haben soll. Nur zum Plüschtier verkleinert wird er noch geschätzt – oder als Ressource jenes fürchterlichen Aberglaubens der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).de 102520_ANZ_10252000008589 [P]_X4_ONP26 1 21. Psychologen wissen es schon lange – die Fußballwelt hasst die Bayern nur deshalb. keine Rampen.) Denis Villeneuves Science-Fiction-Film »Arrival« erschafft eine neue Art von Außerirdischen  VON K ATJA NICODEMUS Die Sprachforscherin Louise Banks (Amy Adams) beim ersten Kontakt mit den Außerirdischen JESSENS TIERLEBEN Die Bärenfolter der Chinesen VON JENS JESSEN Wer liebt nicht den Bären. sie kennen ihren Jean Baptiste Racine. Hier lesen Sie im Wechsel die Kolumnen »Berliner Canapés« von Ingeborg Harms. Kann sein. denn er spielt in einer Liga. gedüngt mit Menschenblut wie in Steven Spielbergs War of the Worlds. eine Art Kreuzung aus Hand und Oktopus. dieser uramerikanischen Erzählung. hat man das einmal gewusst. sie zieht es herab auf das­ Merkeldeutschlandmittelmaß – auf die Standardsituationen ihres normalmuffigen Fußballvereinslebens mit Achselschweiß und Kohlgeruch. auch Pu der Bär genannt. wenn er verliert. die die Welt in eine Plantage verwandeln. die Braunbären. Münch­ner dagegen haben Tradition und Kultur. Arrival von dem kanadischen Regisseur Denis Villeneuve erzählt ebenfalls von Aliens. ein Einsiedler und Rebell. Tatsächlich steht ein Kaiser über dem Recht. Der Logik des Invasionsfilms entzieht sich Arrival allein schon durch das Design des­ Weltraumgefährts. Konzepte wie Zukunft. das gerade aufgetaucht ist. die von der Kraft der Wildtiere auf ihre Heilwirkung schließt. Es verwundert nicht weiter. schwebt ein etwa einen halben Kilometer großes schwarzes Ding über einer Wiese im ländlichen Montana – und über elf weiteren Orten der Welt. Gesten und Symbolfolgen beginnt und nachts in ihren Träumen fortsetzt. Auf gurkenförmige Weise erinnern die Objekte an den schwarzen Monolithen zu Beginn von Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum. Man fühlt sich ein bisschen an E. mit Deck­ namen ansprach. und im nördlichen Ruhrgebiet. bleibt umstritten. Heute wird er vertrieben und erschossen. ohne die Erde auch nur zu berühren. zu eigensinnig. auf Rasenhöhe null und immer an derselben Stelle. die immer schon da ist? Alles ist verstörend anders – und doch nicht bedrohlich. Noch in der Niederlage beweist er seine Größe. Wie viel daran wahr ist.11. seine Seele sei hauchzart wie Edelweiß. Als illegal eingewanderte Aliens in Gestalt von bösartigen Riesenschaben. als Beowulf (»Bienenwolf«) in Britannien. Einblendungen von alarmistischen Schlagzeilen. Schließlich der Countdown bis zum drohenden Militärschlag gegen die Raumschiffe. dem berühmtesten Teddy der Weltliteratur ihren Namen gegeben: Winnie Pu. die schon Sehenswert »Paterson« von Jim Jarmusch »Les Sauteurs« von Abou Bakar Sidibé »Peter Handke – Bin im Wald. denn nicht er hat mit dem Geld spekuliert. Keine Lichter. »Ohne Geld ist die Ehre nur eine Krankheit«. der eine Erschütterung hinter sich zu haben scheint – oder der eine kommende Erschütterung ahnt. wird man sagen ­müssen: in den chinesischen Medizinschrank. in dem sich Banks’ persönliche Erinnerungen und Gedankensplitter mit der nicht linearen Sprache der Aliens verbinden. die angeblich gegen Alkoholkater wirkt. Wer. dem die Boulevardpresse den Namen Bruno gab. Gegenwart lösen sich auf. Der sogenannte Teddy erhielt einer Legende zufolge seinen Namen von dem amerikanischen Präsidenten Theo­dore (»Teddy«) Roose­velt.de/audio ANZEIGE Basteln. mit wem wir es zu tun haben. unscharfe. dem er schließlich unter Umständen erlag. einen freundlichen Riesen mit Riesen­appetit auf Ameisen und Termiten. denn die Welt hat den FC Bayern ohnehin nicht verdient. nach dem Hindi-Wort für den indischen Lippenbären. Gemeinsam mit einem Physiker (Jeremy Renner) tritt Louise Banks den Aliens entgegen. Der Bär krepiert schließlich. die in Amerika Grizzlys heißen. Oder als großschädlige Angreifer. die er mit seinen Familienverwandten teilt. Das konnte in ältesten Zeiten leichter geschehen. gejagt von den niederen Dämonen der gemeinen Welt. Aber alle Landbären. sie durch Verständigung zu überwinden. der sich ebenfalls der Logik des Weltraumwesterns verweigert. Vielleicht sah man ihn. wurde statt Jubel ein dumpfer Jagdtrieb wach. Oder er öffnet sich in eine Zukunft. Der Mensch ist ein Ungeheuer. den die Linguistin mit Piktogrammen. die den Tatbestand eines Mordes aus Heimtücke erfüllen. Er ist zu groß. verantwortungsvollen Mission zu betrauen. hässlich und wie stets von oben herab. weil er für sich selbst nicht mehr genug Galle produzieren kann. wo er sich zeigt. Vergangenheit. Sie sind siebenbeinige Gestalten. und demütig folgen sie seinem Rat: Versöhne die Ehre mit dem Geld. sich langsam bewegende Wesen. wie Tusche auseinanderfließenden Strukturen. Wer liebt nicht den Bären? Nun. bleibt lange Zeit genauso geheimnisvoll wie das Raumschiff. kommen Außerirdische selten mit guten Absichten auf die Erde. sondern eliminatorischen Neid. könnte das entschlüsseln? Amy Adams spielt die Forscherin als einen Menschen. wenn nicht Louise Banks. Alles Edle und Vornehme des FC Bayern zieht sie in den Dreck. keine Triebwerke.zeit. mit der es sich zunächst einmal zu verständigen gilt. und nur Unwissende können sagen.T. Blass. den Allesfresser mit Neigung zu Süßigkeiten und der Fähigkeit zum aufrechten Stand. als versuche eine Krähe auf einer Schiefertafel zu steppen. erinnert. Im Übrigen war sein Ruf in Mythologie. dem es wirklich um die Sache geht. heute weiß man es nicht mehr. da hatte François Truffaut ganz recht. Immer deutlicher spaltet sich Arrival auch visuell in zwei Welten: Hier die Wissenschaftlerin im Chiaroscuro eines halb rational. leckeren Rezepten und kreativen Spielideen durch die Adventszeit. und Konkurrenz löst in der Moderne keine Bewunderung mehr aus. nunmehr verschundenen Tiere. auch wenn allerlei heuchlerische Wild­life­pro­gram­me vorgeben. hat sich für den Asiatischen Schwarzbären eine besondere Quälerei ausgedacht: Er wird lebend in winzigen Käfigen gehalten. Ihre Figur verströmt den angenehmen Ehrgeiz eines Menschen. Das ist heute anders. und schon rast die Meute los.24. Und da draußen. ihn schützen oder wieder ansiedeln zu wollen. Der ScienceFiction-Film krümmt sich in sich selbst zurück. auf sanften Sohlen in schwankendem Passgang durch Wälder und Hochgebirge streifenden Riesen. zerfressen von Neid und Missgunst. Die TCM. die die Welt besuchen. Die nicht lineare Sprache und Zeitwahrnehmung der Aliens hebt die Erzählung selbst aus den Angeln. der eine eigene Betrachtung verdient. von dem es heißt. dass … von Corinna Belz Letzte Das Kaum hat der FC Bayern München durch eine Hinterlist des Zufalls die Tabellenführung in der Bundesliga verloren. »Jessens Tierleben« von Jens Jessen. Die Bayernhasser schreien »Geldsackfußball«. wo all die herrlichen. sich zu verständigen. werden gefährlich nur. wo in der Ferne die Wasserschlösser des Münsterlandes im aristokratischen Glanze traurig leuchten. Nicht einmal Geräusche. www.« von Moritz von Uslar www.­Laut. dessen Mentalitäts. der Elfmeterpunkt ist die bleiche Sonne ihres geistigen Universums. auf jeden Fall achtunggebietend. Österreich und der Schweiz herumtrieb. reißerische TV-Sendungen und reaktionäre Radiomoderatoren. Wenn unsere Kinder uns dereinst fragen sollten.zeitleo. die sich in der Hauthülle von Menschen verstecken (Men in Black). den Fremden am liebsten zum Invasoren macht: als Todesmaschinen. klein. Sage und Märchen tadellos. Als vor Jahren ein Bär. auch als Menschenverwandten an. Der nächstberühmte Literaturverwandte in Kiplings Dschungelbüchern heißt Balu I m Science-Fiction-Film. Er zeigt die Fremden als friedfertige Spezies. nicht heute und auch nicht morgen. mit allem. der die Indianer durch Außerirdische ersetzt. Bleiben wir höflich: Die schreibenden Trillerpfeifen der Systemsportpresse besitzen das Taktgefühl einer Eckfahne.16 15:36 . ist ein Weltraumwestern. weshalb er gar nicht lügen kann. ein militärisches Forschungscamp. mal mit Mayo und sonntags sogar mit beidem. Was mit dieser Frau eigentlich los ist. Eine Art »Traumraum« entsteht. da fallen die Bluthunde der Fußballpresse über die Bayern-Spieler her. diesen wunderbar beplüschten. als Medwed (»Honigschlecker«) bei den Slawen. selbst die größten. verraten schon die Lichtverhältnisse.

dass einzelne Mitglieder des Zentralrats mit Positionen der islamistischen Muslimbruderschaft sympathisieren: Ein Mitgliedsverband.dem Imam oder im Ausland erfolgt ist. deren sen Rechten (zum Beispiel dem Recht salafistischen Vereins Verhältnis zum Grundgesetz amauf körperliche Unversehrtheit oder auf Meinungsfreiheit). die hinter den Verteilaktionen stand und gern mit dem Slogan »Lies!« warb. sondern als Symbol einer kulturellen Vorspielsweise auch für das nach Sure 4 Vers 34 des herrschaft sehen. Leider scheinen die deutschen Salafisten auf ein Verbot gut vorbereitet gewesen zu sein. Islamistisch-extremistische Verständnisse des Ein weiteres Problem: Der Mehrheit der islaIs­lams entwickeln sich aus der Religion heraus.). die erst konvertierten. ohne im Gegesetz wird eine zweite Eheschließung. Dagegen steht die Grenzen der Religionsfreiheit? aber das deutsche Erbrecht und beWie sind sie zu ziehen? grenzt somit die Religionsfreiheit. Der Verfassungsschutz geht davon aus.bivalent ist. die von der Organisation und ihren Anhängern verbreitet wurden: Unter Berufung auf den Islam befürworteten sie die Anwendung von Gewalt. die in den Jahren 2012 bis 2015 gegen isla. Die Ungläubigen seien zu bekehren. teils minderjährigen Anhänger wurden mit Gedankengut indoktriniert. vereinigt laut Verfassungsschutz Anhänger der Muslimbruderschaft und wird beobachtet. wenn sie sich öffentlich distanzieren.le Unterdrückung von Mädchen und Frauen kann nisationen. als ob das mistische und salafistische Gruppen in Deutschland deutsche Recht Zweitehen tolerierte. Unterwer­fung und Tod. Sie wird gegen Grundrechte. Der Zentralrat der Mus­lime etwa relativiert in seiner »Islamischen Charta« die Menschen­rechte. Der Mann aus Frankfurt gehörte zum engsten Kreis um Abou Nagie.: iTunes (m. er steht demnächst für den Anschlag auf einen Tempel der Essener Sikh-Gemeinde vor Gericht. Das gilt nicht nur für verfassungsfeindliche Or. wenn es um Handlungen andere Personen in dieLogo des neuen religiöse Praktiken geht. Auch mischen Religionsgelehrten heute erkennt keine wenn sie die Religion missbrauchen. Ansonsten verdienen sie Hass. Nur dann ist es ein Warnsignal an jene Moscheen. sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung richtet. Kopf des Vereins war Ibrahim Abou Nagie. Die Koranverteiler vom Verein »Die wahre Religion« gewannen mit der Aktion »Lies!« etwa Robert Baum und Patrik S. Abb. erfordert für diesen Fall allerdings den sich in einer Vielzahl unterschiedlicher RechtsverBeweis.chen.Kopftuch nicht als freiwillig zu tragendes Zeiganisationen wie »Die wahre Religion«. davon seien rund 1100 gewaltbereit und 442 »Gefährder«. Baden-Württemberg dienen Moscheen den Radikalisierern als Anbahnungsorte. bleibt eine strafrechtlich untersagte Körperverletzung. Ihr Erfolg: junge Menschen für den Dschihad zu rekrutieren.. Das Observieren solcher Aktionen bleibt also ein wichtiges Instrument des Rechtsstaates. Anders als Kritiker des Verbots behaupten. V. Aber ein Verbot muss gut abgesichert sein. Terror und Gewalt zu Innenminister islamischen Glauben in Wirklichkeit Thomas de Maizière werben oder sogar Gewaltstraftaten zu Hass und Fundamentalismus verbreibegehen. die gern religiös oder kulturell gerechtdas neue Verbot ist zu begrüßen – eröffnet aber auch fertigt werden. Verteilt werden nun MohamedBiografien. »Die Grenzen ­sind nicht immer ­ leicht zu ziehen« tischen Gruppierungen anzuschließen. Das Grundrecht der ReligionsInsgesamt setzt also das deutsche freiheit enthält in Artikel 4 des GrundRecht religiösen Handlungen. Andererseits: Es gibt zahlreiche Musliminnen.« kannt. Die Fragen stellte Evelyn Finger . N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 GLAUBEN & ZWEIFELN 58 Neue Koranverteiler »Die wahre Religion« heißt jetzt »We love Muhammad« Gr. Bayern. Auch in der Organisation Ditib zeigten sich islamistische Tendenzen: Einige ihrer von der Türkei aus dominierten Moscheevereine veröffentlichten antisemitische Aussagen und Bilder. ZEIT: Der eben gegründete Nachfolge-Verein »We love Muhammad« beruft sich auf das Recht aller Bürger auf freie Religionsausübung. Die schwierigste Aufgabe aber ist auch in Zukunft. Seit 2012 reisten insgesamt 229 deutsche­ Salafisten nach Syrien und in den Irak aus. Verfassungs­ aber dreifach begrenzt: durch die übgüter oder Gesetze verstoßen. dann selbst Korane verteilten und schließlich in Syrien für den IS starben. Dass der Rechtsstaat nicht jede freiheitsfeindliche Aussage im Namen einer Religion ahndet. Die patriarchaergingen. Fünf Jahre lang rekrutierte er relativ ungestört für den »Heiligen Krieg«. Adam Berry/dapd/ddp. rechts (im Uhrzeiger): politikforen. in dem ein Vater gegenüber seinem Sohn das Märtyrertum pries. Zu ihrer Weltsicht gehören auch antisemitische Verschwörungstheorien. darf kein Freibrief für Fundamentalisten sein: Gesellschaft und Politik müssen sich damit auseinandersetzen. Der Verein »Die wahre Religion« dort an. Glaubensgemeinschaften agieren nicht im rechtsfreien Raum.die das Kopftuch tragen möchten. Und das ist auch gut so. geht der deutsche Salafismus nicht in den Untergrund. Auch in Hessen. Foto: Christian Mang/imago. wo die Religion Islam als Vor(DWR) hat unter dem Deckmantel wand missbraucht wird. Trotzdem soll damit jetzt Schluss sein. Dazu gehören neben Vereinsverboten auch eine inten­ sive Beobachtung. war Koranverteiler. die gesetzes keine Beschränkung. Facebook S Ein Bücherstand des Vereins »Die wahre Religion« Hier endet die Religionsfreiheit Der salafistische Verein »Die wahre Religion« wurde verboten. Sie propagierten Allahs Wort als absolute Wahrheit und den Islam als einzig wahre Religion. Diese Bedeutung wird ihm Korans erlaubte (leichte?) Schlagen der Ehefrau: Dies auch von Salafisten in Europa zugeschrieben. Der extremistische Islamdiskurs ist unter Jugendlichen der zweiten und dritten Migrantengeneration zwar schon viel zu populär.net. geboren 1964 im Flüchtlingslager Nuseirat bei Gaza. Darunter fallen Kinderehen sowie ein den Blick auf ein verfassungsrechtliches Grundpro. Und das ist auch gut so! DIE ZEIT: Herr Minister.. Die Salafisten bleiben  VON WOLFGANG BOCK J unge Männer verteilen Korane in den Fußgängerzonen deutscher Städte. ist diese doch Religionsfreiheit im Sinne der frei­en Entscheidung der Ausgangspunkt fundamentalistischer Lehren. Wir wollen auch keine politische Einflussnahme auf unsere Politik aus dem Ausland unter dem Vorwand der Religionsausübung. Die beiden monotheistischen Religionen Judentum und Christentum wurden ebenso als Unglaube diffamiert wie andere Weltanschauungen. Der Bundesregierung ging es vielmehr um die Bekämpfung verfassungsfeindlicher Lehren. Das gibt es in Deutschland. dass es sich auch um einen Ersatz handelt. Er rief zur Gewalt gegen Andersgläubige auf. das sich gegen Demokratie und Grundgesetz richtet – mit dem Ziel des Umsturzes. Hass. sondern auch im Inoder in den Irak motiviert. die das Schutz der Religionsfreiheit endet hier. tet und so vor allem junge Menschen radikalisiert und das bekämpfen wir entschieden. In der letzten Woche verbot der deutsche Innenminister Thomas de Maizière die islamistische Vereinigung »Die wahre Religion«. hafte Demokratie müssen wir unsere Grundwerte offensiv verteidigen und ein solches Treiben unterfür das Sie sich eingesetzt haben? Thomas de Maizière: Mit dem Verbot ziehen wir binden. Ein Beispiel dafür ist das Tragen des ligionsfreiheit prinzipiell zu keinem Erfolg. nicht anerwidrigen Ideologie. eine klare Linie: Es gibt keine Frei­ räume für radikale und gewaltbereite ZEIT: Welche Probleme mit dem funExtremisten. die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. ABDE L. Dort darf er nicht mehr einreisen. Deutsche Juristen unterliegen einem Irrtum.). Das Problem zeigt sich auch in politisch anerkannten Organisationen. Ähnliches gilt für Mehrfachehen: Unter dem Grund. Die Salafisten verherrlichten den islamistischen Terror und den bewaffneten Dschihad.24. Verletzen religionsbezogene Schwierig wird es. action press. um Extremismus und Radikalisierung den Nährboden zu entziehen. die sich gegen unsere stehen? Freiheit und unsere Grundwerte richDe Maizière: Die Probleme fangen ten. der in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Salafisten Deutschlands avancierte. Der Hassprediger Pierre Vogel gründete Anfang November schon den Ersatzverein »We love Muhammad«.HAKIM OU RG HI Der Autor leitet den Fachbereich Religionspädagogik an der Universität Freiburg Robert Baum alias Abu Sara al-Almani starb für den IS Ibrahim Abou Nagie. Die jungen. Das ist erlaubt. Gegen extremistische Bestrebungen gehen wir deswegen mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen vor. Es gilt bei. die salafistischer Propaganda Raum geben – allein in NRW sollen das 55 sein. Der salafistische Verein verbreitete ein extremistisches Islamverständnis mit absolutem Verbindlichkeitsanspruch: Den wahren Muslimen stehe die Masse der Ungläubigen und Abtrünnigen gegenüber. um sich dort terroris­ teresse der überwältigenden Mehrheit der Musli- me in unserem Land. »Die wahre Religion« organisierte die Ausreise von 140 potenziellen Kämpfern des IS in den Krieg nach Syrien und in den Irak. um für Auseiner vermeintlichen Werbung für den grenzung. wirbt für ihn in einem Youtube-Video und setzt die »Lies!«-Aktion auch personell fort: In Hessen koordiniert der mutmaßliche Terrorwerber Bilal Gümüs das neue Propaganda­ programm. Kopf des Vereins »Die wahre Religion« Pierre Vogel ist der bekannteste deutsche Konvertit Bilal Gümüs wirbt in Hessen für den Salafismus De Maizière: Wie alle Religionsgemeinschaften steht der Islam unter dem Schutz der Glaubensfreiheit des Grundgesetzes. Kommt das Verbot durch das Bundesinnenministerium zu spät? Nein. in der Türkei. In Ägypten. Auch Yusuf T. stöße äußern.Teil der Zwangsehen. Wir gehen entschlossen damentalistischen Islam in Deutschund umfassend gegen extremistische land bleiben trotz des Verbotes be­ Bestrebungen vor. in SaudiArabien und im Iran gibt es Gruppen. die solchen Fundamentalismus ablehnen und in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu oft in Mithaftung genommen werden – selbst dann. eine rigen Grundrechte. Seit Oktober 2011 missionierten sie in deutschen Fußgängerzonen. setze. weil er verfassungsfeindliche Ziele verfolgt. Vom Islam abgefalleverfassungsrechtliche Gretchenfrage lautet: Wo sind ne Personen haben nach diesem Verständnis keinen Erbanspruch. Pflicht eines jeden Muslims sei die Bekämpfung der Demokratie. Es erfasst auch die Bildung von Ersatzorga. Wo endet die Religionsfreiheit – und warum sind ihre Grenzen so schwer zu definieren? Eingriffe in die Religionsausübung sind sensibel – sagt  THOMAS DE MAIZIÈRE . – In der Verbotsverfügung heißt es zu Recht: »Die Berufung auf den Islam und die Verteilung von Koranübersetzungen rechtfertigen nicht die öffentliche Verbreitung und Umsetzung einer verfassungs. denn dies steht grundsätzlich unter dem Schutz der Religionsfreiheit. blem. Dieses Grundrecht findet dort seine Grenzen. Als wehrvon dem Verbot des Vereins »Die wahre Religion«. aber stilisierte sich selbst gegenüber dem Sender AlDschasira zum Opfer von Islamophobie. wo der Schutz anderer Grundrechte und Verfassungswerte gefährdet wäre. nämlich im Bereich der Ra­di­ka­li­sie­rungs­prä­ven­tion. durch andere vom Grenze – mögen die Verfechter Grundgesetz geschützte Rechtsgüter dieser Praktiken sich auch auf die und durch die dazu ergangenen GeReligionsfreiheit berufen. Hass zu verbreiten. kl. Der Kopftuches. Das Land Nordrhein-Westfalen kündigte deshalb einen Teil seiner Zusammenarbeit mit Ditib auf. Das Verbot ist das jüngste in einer Reihe von Ver. indem er nur einen »Kernbestand« anerkennen will. Im Juni 2015 nannte der Bundesverfassungsschutz etwa 7500 Anhänger der salafis­ tischen Szene in Deutschland.zustehenden sozialen Schutz so verstehen. Prediger wie Vogel schnell daran zu hindern. eine konsequente Strafverfolgung und genauso Maßnahmen der Prävention und Deradikalisierung. Das Verbot richtet sich jedoch nicht gegen die Verteilung von Koranen.wenn sie ei­nen gewissen. Ja. Vogel ködert sein junges Publikum mit der heroischen Vita des Propheten. Die deutsche Rechtsordnung gewährleistet die gleiche Freiheit eines jeden – unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit. hin zu einer islamischen Regierungsform. den Zweitfrauen bei uns boten. Sie sind an die für alle geltenden Gesetze gebunden. Weil Eingriffe in die Religionsausübung sensibel sind und sein müssen. Und es wurde ein vom türkischen Religionsministerium Diyanet kommender Comic verbreitet. so führt die Berufung auf Re. Das ist so. was erhoffen Sie sich Wolfgang Bock ist Studienreferent für Staatsund Völkerrecht an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin und lehrt Öffentliches Recht an der Universität Gießen ie traten besonders fromm auf und waren besonders gefährlich. Die für eine andere Religion an. In der Schweiz haben sie das verstanden. ob sie nun vor ringsten fundamentalistisch zu sein. wenn ihre Tätigkeit Strafgesetzen zuwiderläuft. Sie verlangt mit gutem Grund und in gleicher Weise von jeder Religion die Anerkennung und Einhaltung der daraus folgenden Rechtsbindungen. So können zum Beispiel auch religiöse Vereinigungen verboten werden. Was also symbolisiert das Kopftuch? Politik und Gerichte stehen vor einem bleibenden Problem. ddp (u. sind die Grenzen nicht immer leicht zu ziehen. nicht nur im und über 140 von ihnen zur Ausreise nach Syrien Interesse unserer Sicherheit.

Und sie erinnerte an einen Vorfall im Jahr 1989. Git arre A n d r á s S c h i f f. Lightnin’ Slims spartanischer Hoodoo Blues oder die dampfend-lasziven Drones von Jimmy Reeds Little Rain: Die Stones spielen die Songs auf merkwürdige Weise »richtiger« als die ursprünglichen Interpreten. Mozar t. der gestorben ist. neuen Effekten – und oft war ein Fehler das Beste. die nach der Wucht eines­ Güterzuges klangen. hätten aber schnell gemerkt.« Fortsetzung auf S. als die beiden sich 1961 auf dem Bahnsteig in Dartmore über den Weg liefen. Eine Wallfahrt zur rohen Kraft der Ahnen. was passieren konnte. Stattdessen: zwölf Coverversionen. Kaum ein Song der Rolling Stones bringt dieses Gebräu so sexy auf den Punkt wie You Can’t Always Get What You Want. Klavier Wolfgang Muthspiel. dass ganze vier der zwölf Songs einem Mann gewidmet sind. der Jagger und Richards angefixt hatte. Egal. was du willst. Die Songs auf Blue & Lonesome rocken – und zwar aus der tiefsten Magengegend heraus. das Konzert zu besuchen. wo sie einst herkamen. trotzdem nicht aufzustecken. Magic oder Slim hießen. Tr o m p e t e Schuber t. wie der Autor John Leland das mal genannt hat. c o m w w w. Wut. und das war 1989. der zu Micks Mundharmonika passt. und »Höhlenmenschen« ausging? Die Band verbot Trump. Zwölf Blues-Klassiker.MUSIK 24. einer seelisch und sexuell aufregenderen Welt. Foto: Dirk Bleiker (o. Für Jagger und Richards war es ihr erster und bester Rausch. bleibt dicht an Little Walters­ Urversion. die nach Feierabend billigen Fusel und wilden Tanz versprachen. Der Studio-Gründer Leonard Chess und sein schwarzer Arrangeur Willie Dixon hatten damals ihre Liebesbeziehung zu verzerrten und verhallten Sounds gepflegt. Blue & Lonesome heißt ihr neues Album. die von diesen »Schimpansen«. N OV E M B E R 2 0 1 6 DIE ZEIT No 49 FÜNF EXTRA SEITEN POP. Ob Otis Rushs aufgestacheltes Can’t Quit You mit Eric Clapton an der Gitarre. während Richards’ Gitarre in zärtlicher Verzweiflung dahinstolpert. Beethoven. Verkörpern die Trumpisten nicht alle Rassen. Es passt also. Die Stones untersagten Trump damals vertraglich. Zur Überlebensmusik. Als die Stones 1964 selbst nach Chicago reisten. Eine Geste wie aus einem ganz. Aber ob die Molotowcocktails von einst noch zünden? Und wie. K o n t r a b a s s Brian Blade. ein schmutziger. Sie warfen all ihre Autorität in die Waagschale. Und das alles im alten Sound des Chess-Studios: wenig Technik. Und der Wille. unter dem Arm Alben von Chuck Berry und Muddy Waters – jener Rock-’n’-Roll-Pioniere. Jagger und Richards schwärmten von einer anderen. »Wir haben keine Zeit mit Üben vergeudet«. und der Rest ergab sich von selbst. Als Donald Trumps Anhänger auf Wahlpartys aber zu dieser Gegenkulturhymne ihre Rassisten-Plakate schwenkten. latente Gewalt. aus einer Zeit. Intensiver hat man Jagger und Richards lange nicht gehört. 60 ANZEIGE ECM Meredith Monk On Behalf Of Nature WOL F G A NG MU T HSP IEL RISING GR ACE KEITH JARRE TT A M ULT I T U D E O F A N G E L S MODENA FERRARA TORINO Enc or es af ter Be ethoven e A MBRO SE A K INMUSIRE H LDAU BR A D MEH L A RRY GREE N A DIER BRI A N BL A DE ECM e A ndr ás Sc hif f G EN OVA ECM SOLO CONCERTS M e r e d i t h M o n k & Vo c a l E n s e m b l e Keith Jarret t. den Kneipen. ja so stand das damals in der Zeitung. Andere Rocker ihrer Generation mögen sich im Alter auf Country. ihre Songs zu spielen. ging das den Stones entschieden zu weit. und Fred Belows Jazz-Drumming auf den Little-Walter-­ Stücken wird ein paar Pfund Blei umgehängt. in der Gegenwart zu leben«. Rumpeln tut es trotzdem großartig. lässt die Mundharmonika ganz wie Little Walter davondriften. KLASSIK UND JAZZ: DIE AUFREGENDSTEN PLATTEN ZU WEIHNACHTEN Politik im Jazz: Der Saxofonist Daniel Erdmann (li. Folk oder den braven Pop der Jahrhundertmitte besinnen. um in den berüchtigten Chess Studios Songs aufzunehmen. gegen die man vor einem halben Jahrhundert angetreten war? Jubelten da nicht die gleichen Spießer. als weiße Rockmusik noch gar nicht erfunden war. Die erste Single-Auskopplung Just Your Fool. Zumal die Band seit dem Album Steel Wheels nichts wirklich Neues mehr geliefert hat. mit Rhythmen. Zum Blues.C D S e t / D L Brad Mehldau. In Howlin’ Wolfs Commit A Crime lässt sich so etwas wie das Urmeter aller Stones-Musik erkennen: Düsternis. der Großteil aus den Fünfzigern oder aus noch früheren Jahrzehnten. wenn die Stones jetzt dahin zurückkehren. gestorben an einem Leben aus Alkohol und Gewalt: Little Walter. Zu den schwarzen juke joints. Bach E C M 25 0 0 – 03 4 . ganz schmutzigen Blues-Song. Getriebenheit. als er nicht einmal 40 Jahre alt war. Die BluesMänner. Gegen ihre fetten Bässe und Beats wirken manche der Originale fast wie Demos: Da bleibt kein Platz mehr für unscharfes Gewaber. Sänger und Held der Blues-Mundharmonika. um mit wilden Stakkato-Noten wieder nach vorn zu springen. Trotzdem waren er und seine Bandkollegen als TantiemenSpender hochwillkommen. um schwarze Musik in die Zukunft zu überführen. Aber hier nicht. waren ihre Helden vor Ort. Intellektueller Blues-Diskurs kann ja ziemlich langweilen. So war das damals. »dass wir einen feuchten Dreck von dieser Musik verstanden«.und Klassenprivilegien. wo die technischen Möglichkeiten einst bremsten. erinnerte sich Keith Richards später. den sie selbst geschrieben haben. die Little. Und heute? Heute müssen die Stones sich selbst helfen. als Keith Richards zornig ein Messer in den Tisch rammte. Das Publikum dürstete nach­ neuen Rhythmen. hier geht es um nicht weniger als die »Lizenz dafür. e c m r e c o r d s . mit brüllend lauten Gitarren. Nur sehr vorsichtig glätten die Stones in ihren Neuaufnahmen hier mal einen Bruch. aber Dreck unter den Fingernägeln. und die legendäre Stones- Zunge klebt statt auf Gitarren auf AmtsstubenHeftern. Harmonika und Jaggers Marken-Gerotze. es verschwindet das dissonante Piano und die dramatisch kieksende Gitarre aus Commit A Crime. Es bleiben nur die alten Blues-Favoriten als letzter Ausweg. Zu dem Stoff. Kein Zufall. Der setzte sich darüber hinweg und ging erst wieder. Zur Widerstandsmusik. Gerade noch rechtzeitig!  VON JONATHAN FISCHER Illustration: Jan Steins für DIE ZEIT/nach einer Vorlage von © Universal Music. als einer ihrer Auftritte in Atlantic City von Trump Plaza Hotel and Casino gesponsert wurde. die verlogene Welt. erklärte Ron Wood nach den Jam-Sessions mit Langzeitproduzent Don Was.) rustration. Wie überhaupt die meisten der Songs kaum etwas verbessern wollen. Keith Richards arbeitete sich zeitlebens an seiner Dynamik und seinen raffiniert verwobenen Arrangements ab. Brutal und unmissverständlich. Das gilt auch für Little Walters Blue and Lonesome: Jagger fleht mehr als zu bellen.) sehnt sich nach Europa Seite 60 Aus der Tiefe leben: Der große Geiger Gidon Kremer im Gespräch Seite 61 59 Wieder auf Droge F Der Blues war ihr erster und bester Rausch: Mit ihrem neuen Album kehren die Rolling Stones zurück zur schwarzen Musik. mahlender Boogie mit Honky-Tonk-Piano. Haydn. d e / e c m _ s o u n d s I m U n i v e r s a l Ve r t r i e b E C M N e w S e r i e s 20 0 0 11_ C D B ox . Klavier E C M N e w S e r i e s 19 5 0 C D / D L L a r r y G r e n a d i e r. lassen sie da mal die Muskeln spielen. j a z z e c h o. die einst die Stones verachtet hatten und zusammen mit der Los Angeles Times die rassische Gefahr beschworen. K l a v i e r E C M N e w S e r i e s 247 3 C D / D L Vier bislang unveröf fentlichte Solokonzer te A m b r o s e A k i n m u s i r e . In der Blues-Obsession fand eine ganze Generation ihre Droge gegen die moralische Rigidität des weißen Nachkriegsbritanniens. die Stones aber tanken noch einmal dreckigen BluesDiesel. kein einziger Song ist darauf. Die weißen Kunst­ studenten und Mittelschichtssöhne aus der Londoner Vorstadt lernten mit manischem Eifer die Riffs von Blues-Sängern. Du kannst nicht immer kriegen. Schlagzeug Auc h erhältlich in der Ges amte dition: Schif f / Beethoven – The Piano Sonatas E C M 2515 C D / 2_ L P / D L w w w. Inzwischen wurden sie zu Hintergrundmusik für Baumärkte und Pils­ kneipen domestiziert. die den akustischen Delta Blues für die Großstädte des amerikanischen Nordens auffrisiert hatten. »Wir suchten einfach ein Gitarrenriff oder einen Song.

»Es ist ja letzten Endes Musik und nicht ein­ deutig in eine politische Haltung zu übersetzen«.2017 20. die – von Jazz bis Hip-Hop – Rolling Stones: Blue & Lonesome (Universal) ANZEIGE DAS BESTE AUS 30 JAHREN HOLLYWOOD THE 60 YEARS OF MUSIC TOUR LIVE mit 200 Musikern und Sängern  In einem neuen Programm DIRIGIER T VON 2017 Claudio Vandelli ZUM ERSTEN MAL AUF TOURNEE – MIT SEINEN WELTERFOLGEN AUS e zum Die Legend l live letzten Ma PRETTY WOMAN DIE TRIBUTE VON PANEM THE DARK KNIGHT THE SIXTH SENSE PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND & VIELEN MEHR! Legendäre Filmmomente mit großem Symphonieorchester 15.11. dann braucht es Alben wie Blue & Lonesome. klar strukturierte Lie­ der.de 08.11. Essen 18. Schwarze Rock ’n’ Roller bekamen nie die Werbung. Erdmann & Samuel Rohrer »Ten Songs About Real Utopia«. nirgends.2017 Wien 05.« Er möchte nicht auf bestimmte politische Aussagen festgelegt werden.2017 Frankfurt/Main TICKETS unter: www. Keith Richards.01. wo der Jazz weniger amerikanisch gedacht wird als im Westen der Stadt. Sie hat die Kapazität. meist jedoch scheppernd dissonant und fast schon asketisch karg. Kein Ort für frühzeitiges musikalisches coming of age.« So haben sich letztlich auch die Rolling Stones eine Kultur­ technik angeeignet. Clubs und Konzerthallen­ hinaus wirkt. Leer 31. 11.« Auf dem Album A Short Moment of Zero G seiner jüngsten Band Velvet Revolution gibt es po­ litisch klingende Titel. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution.eventim. sagt Erdmann.11. die den üblichen musikalischen Rahmen überschreiten. »Nächstes Jahr sind Wahlen in Frankreich und in Deutschland. um zu interpretieren und darüber nachzu­ denken.2017 Zürich 07. begegnete Musikern aus den einstigen Kolonial­ gebieten. begrüßt er es ausdrücklich. die­ ihnen gebührt? Oder beuten sie den schwarzen Blues aus. Musiker beleihen sich seit je gegenseitig über alle Genres hinweg – von den schwarzen Wurzeln des Country.05. kam­ mermusikalischen Zugriff. »komplett in sich zu­ sammengebrochen ist«. Jena 29. 12.60 MUSIK 24.06. 3. der mitt­ lerweile weit über das angestammte Feld des Jazz.2017 16. der seine erste Gi­ tarre mit »Boy Blue« beschriftete und sich als junger Mann Sorgen machte. manchmal majestätisch in den Melodielinien. Man kann sie nicht erzwin­ gen.2017 Kiel Videos: sound-of-hollywood. Mittlerweile lebt er in Reims. Zu jung. sagt er. Auch hier versucht er.05. Oder eben auch die Stones.2017 Mannheim 16.01. Wiesbaden Wieder auf Droge Fortsetzung von S. Seine Berliner Kontakte pflegt er weiterhin.« Daniel Erdmann. die den Ersten Weltkrieg zum Thema hatten.2017 22. & 27.2017 Oberhausen Hamburg Berlin Zürich 06. Auch was die Musik angeht.2017 Verschenken Sie den „Sound of Hollywood“ zu Weihnachten! Leipzig Wien Frankfurt Zürich 21. Wenn ein Teil der amerikanischen Gesellschaft gerade die Uhren zurück in die fünfziger Jahre dreht. an der sich selbst Rassisten das Herz wärmen? Welche hegemo­ nialen Erzählungen stecken dahinter? »Das Problem war«. erntet er die Früchte der Offenheit und gönnt sich einen nun deutlich ruhigeren Ton. in denen alles von selbst geschieht. Zu hören sind einfache. Der Sa­ xofonist ist ein klassischer hidden champion.01. Vor fünfzehn Jahren kam Erdmann über ein Stipendium nach Paris. Erdmann & Samuel Rohrer »Ten Songs About Real Utopia«. die Spielzeit im Radio und die Fernseh­ auftritte ihrer weißen Zeitgenossen zugeschanzt.01.de . und so wie man im Moment Artikel über die ame­ rikanischen Jazzmusiker liest. Mit dem eher zarten.« Es öffnen sich Welten von Armut und Perspektivlosigkeit. Zoglau 28. könnten wir auch wieder an den Punkt kommen. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution featuring Théo Ceccaldi & Jim Hart: A Short Moment of Zero G (BMC Records) Das Kapital & Royal Symphonic Wind Orchestra Vooruit: »Eisler Explosion« (Das Kapital Records) Das Kapital: »Kind of Red« (Label Bleu) Konzerte: 23. den HillbillyEinflüssen auf den Rock ’n’ Roll bis zu den Kraft­ werk-Samples im Hip-Hop. dass wir nicht wieder in so etwas hineingeraten«. Nur: Am Ende geriet auch das in Vergessenheit. »Jeder kann daran mitschreiben. Paris ist eine gute Schule.05.11. Blue Notes und flexible Tonbildung.04. So ist er ein Teil der Pariser Szene geworden und ein Berliner Musiker geblieben. Es gibt praktisch keine melodische Entwick­ lung. ist heute aktueller denn je. »Wir können nur hoffen. Er tauchte in die lokale Szene ein. Für diese Momente mache ich Musik. wo wir gezwungen sind. Manchmal kommen sie. Malern und Filme­ machern zuwendet. und da sind wir dann wieder bei Trump und den Unzufriedenen. die die Soundingenieure bei Chess davon überzeugt hatten. 3. so lässig. 59 Zwölf Songs in drei Tagen – das klingt nach den Urzeiten des Rhythm ’n’ Blues. sagt er. Zehn Jahre später studiert er Jazz in Berlin. A Short Moment of Zero G. der mit seinen Trios und Quartetten höchstes Niveau garantiert. Er ist ein viel beschäftigter Musiker. geboren im Oktober 1973 in Wolfsburg.03. das den musikalischen Nachlass der Fanfaren­ orchester der belgischen Arbeiterbewegung pflegt.03. »Jeder. Aber mit dieser Band. erweisen sie dann den Vorbildern die Ehre.2017 25. mit diesem Sound versuche ich das auf eine sanfte Weise. Brown Sugar oder Gimme Shelter aufrüsteten. ich habe sehr viel gelernt«. sein Gesicht findet man nicht in den Illustrierten.05. irgendwo in der fran­ zösischen Provinz. Nicht weil die Musik etwas Neues sagt.11. und dadurch bekommt das Stück etwas Trancehaftes. die Abwesenheit der Gravitationskraft. das zweite Album seines Trios Das Kapital. in der Big Band mitzuspielen? Er nickte zweimal – so kommt man zum Jazz. Berlin 30. Hier spielt er mit dem französischen Schlagzeuger Edward Perraud und dem dänischen Gitarristen Hasse Poulsen.01. habe ich geträumt. das zu den aufregendsten Bands des letzten Jahrzehnts zählt. machte überraschende Erfahrungen. den Erdmann in seiner Musik erreichen möchte. Die musikalische Gewalt der Stones. Das beginnt beim Namen der Band. schreibt Hamilton. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution.01. die You Can’t­ Always Get What You Want singen. um ihnen dann zwischen Dekon­ struktion und Rekonstruktion eine neue Gestalt zu geben und frischen Atem einzuhauchen. In den USA lernte er die swingende Phrasierung. Gerade hat. würde da etwas anderes erzählen. des Einheitsfrontlieds und der DDRNationalhymne. Niemand verkörpert das besser als die Stones: Ihre Riffs und Posen klaubten sie aus dem Blues. 3. an der Hochschule für Musik Hanns­ Eisler. Berlin 11.04. Sondern eine Haltung. »dass dieselbe Musik. sagt er.04. Chuck Berry oder Muddy Waters zum Rock weißgewaschen werden. »entsteht eher aus semiotischem Spiel denn aus einer fixierten Ethnizität. geboren 1973 DIE ZEIT No 49 Mit zwölf zog er mit seinen Eltern für drei Jah­ re nach Washington. es sei das Zitat eines aus­ Kamerun stammenden Freundes: »Als ich klein war. erste eigene Produktionen.­ musikalischer Monolith gehört wurde.02. mit­ einer Band kam ich bis nach Mali. die Phil Collins oder Eminem zitieren.06. über Kaschemmen. sondern auch zu leben. 3. sind magisch. verschiedene Stimmen. dass ihre Bearbeitungen der Musik von Hanns Eisler.2017 Helsinki Stockholm Oslo Kopenhagen 24.2017 18.« Gilroy vergleicht schwarze Kultur mit einem Open-Source-Computerpro­ gramm. Ich möchte nach etwas Neuem suchen. auch jeder aus der Band. kam irgendwann von selbst auf den Trichter: »Der Blues ist nicht notwendigerweise schwarz. Gewaltfan­ tasien und Teufels-Flirts der Blues-Geschichte an­ eignen konnten und sie zu apokalyptischen Welthits wie Sympathy For The Devil. gewaltbesoffenen. dass eine auf den Mainstream geeichte Musikindustrie weiße Rock­ bands bevorzugt hat und wohl noch immer be­ günstigt. wenn ein kalter Wind weht. sagt der afrobritische Sozio­ loge Paul Gilroy. 1.12. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution. und manchmal kommen sie nicht. sei irgendwann ge­ ronnen zu einem bloßen weiteren Marker weißer­ männlicher Hegemonie. hat er gerade eine Solo-Performance in einer Aus­ stellung in Nevers gespielt.05. dieser uralten Musik.« Wer ihn lebt. der zwi­ schen den Polen Tradition.2017 22. Zu spät für den modernen Jazz der Sechziger. Umarmt das Chaos. ist einer aus der Zwischengeneration. unterstreicht der Erfolg seines euro­ päischen Trios Das Kapital. wissen die Stones natürlich. in Deutschland auf besonderes Interesse stoßen. Und waren es nicht erst die scheppernd-verzerrten Hits der Briten. Ich brauche dieses Europa. Von Stadt und Region unter­ stützt. Dass seine Musik in Frankreich Fragen der Herkunft längst hinter sich gelassen hat. rechtzeitig zum neuen Album. Improvisation und Of­ fenheit seine Bahn zieht. Erste eigene Bands.2017 Münster 08. im Osten. Das Kapital mit Winnie Brückner. durchzogen von seinem Mit­ teilungs­drang und einem Geist knarziger Spiel­ freude.2017 20.11. in dem er sich der Zu­ sammenarbeit mit Dichtern. Berlin 19. dass »dieses Schubladendenken«. zu weiß. dem Komponisten der Moorsoldaten. dann stünde der Name Daniel Erdmann auf einem der vorderen Plätze. was das bedeuten könnte. die vom Triumph über Sklaverei und Segre­ gation kündigt.2017 05. In diesem Herbst veröffentlicht Das Kapital Eisler Explosion. »Sie ist auf diesen Satz drauf­ geschrieben und wird nur immer wieder wieder­ holt. schreibt Hamilton in seinem Buch Just Around Midnight.2017 25. der seine Lautstärke und Vitalität nicht den Bedürfnis­ sen des Radios opferte. zu aufgehoben. die die Stones­ immer noch als etwas Gegenwärtiges erleben. Die kurzen Momente. Die Truppe spielt mit den Signifikanten des antifaschistischen Widerstands und des sozia­ listischen Utopismus. Als wir miteinander telefonieren. ein sehr geschätzter Kol­ lege. der­ renommierte amerikanische Rockjournalist Jack Hamilton eine überfällige Debatte angestoßen: Wie konnte der schwarze Rock ’n’ Roll von Howlin’ Wolf. Denn amerikanischer Pop war und ist grundsätzlich hybrid. Sondern weil die ­Stones das Geschichtsbuch zur richtigen Zeit an der richti­ gen Stelle aufschlagen. 1.2017 Berlin München Mannheim Wien 29. In Hörweite des Berliner Free Jazz wird der Saxofonist bald zu­ einer wichtigen Gestalt in der sprunghaft wach­ senden Szene. N OV E M B E R 2016 Foto: Dirk Bleiker W enn es eine Liste der Stars des aktuellen deutschen Jazz gäbe. er­ klärt der Saxofonist. Mick Jaggers Bühnen­ show wurzelt – wie alle weiße Rocktheatralik – in der von Little Richard exemplifizierten Subkultur schwarzer schwuler Südstaatler. und steht noch unter dem Eindruck der Bilder. von ihren Fans nur noch als ein längst vergangener. spielen Erdmann. »Die Melodie ist eigentlich ganz einfach«. So weit. Die erste Frage dort war: Spielst du ein Instrument? Die zweite: Hast du Lust. Melle 18. die Folgen des Kolonialismus färben auf das­ Musikstück ab. denen das Trio immer wieder Staub und Pa­ thos ausklopft. ist der Zu­ stand. und baut dort Das Atelier auf.06. uns politisch zu engagieren. hundert Kilome­ ter von Paris entfernt. Unter Musikern ist er. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution. & 24. weil inzwischen alle sehr offen sind«. Andererseits. arm zu sein.2017 23. Das Kapital als Bandname bietet uns Offenheit und den Hörern Stoff. Einerseits. Und doch bleibt die Grenze zwischen Weiß und Schwarz fiktiv. seiner Musik über thematische Vor­ gaben oder Titel eine zusätzliche Dimension zu verleihen. ob er Blues-Mann genug sei. 11. dass sie vermintes Territorium betreten. wurde mit einem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik gewürdigt. zu deutsch. Ungekämmte. einmal mehr. um Songtexte vom »Zitronensaft.2017 München 09.2017 22. Und schert sich um kein Reinheitsgebot. ist eine utopische Proklamation: Zero G. Stile und Motive aus allen möglichen Quellen zu einem beständigen Flow zu collagieren. ak­ zeptiert das Unpolierte. sagt er.« Stehlen Weiße die schwarze Kultur Amerikas? Wenn die Stones Songs von Little Walter spielen.2017 24. der dir den Schenkel runterläuft« nicht nur zu singen. einen Arbeitsraum. moralisch anrüchigen schwarzen Rock ’n’ Roll. Einer. die sich wieder poli­ tisch positionieren. eine Zusammenarbeit mit dem Royal Symphonic Wind Orchestra Vooruit. »Ja«. in denen alles Nachdenken aufhört. kommen­ tiert er den Effekt dieser dritten Ausbildungs­ station nach Washington und Berlin. und heute ist er dort trag­ fähig vernetzt. 3. Mit Velvet Revolution. der die Musik des Trios charakterisiert.2017 26. druckvoll und mitreißend.04. mit Andrea Parkins & Oliver Steidle.01.2017 Stuttgart 07. »Schwerelosigkeit fasziniert mich«. Woraufhin sich ein paar ma­ nische junge Briten die Drogenexzesse. der die Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung hinwegfegen will. was harmonische Reize angeht. improvisieren. so wie er immer ausge­ beutet wurde? Unbestritten ist. auch den Krawall des Punk und die Föhnfrisuren der Achtziger hat er verpasst. Anderer­ seits wird man in den Südstaaten immer wieder schwarzen Blues-Bands begegnen.03. doch dahinter versteckt sich kein Bekenntnis. wie es der Jazz schon­ immer gemacht hat. Aller­ dings ist es schon so.‹« Komplizierter wirkt der Titel Quand j’étais petit je rêvais d’être pauvre. ihre Blues-Gitarristen selbst an die Lautstärkeregler zu lassen? »Schwarze Kultur«.2017 Braunschweig Leipzig Mannheim Hannover 23. »Wir befinden uns in einer tollen Zeit für die­ se Art von Musik. als jedes Stück auf Anhieb sitzen musste. »Revolution. die im Blues steckt. Letztlich erzählen die Stones auf Blue & Lone­ some noch einmal den eigenen Gründungsmythos: die Geschichte vom düsteren. zu einer Musik. Ballads & Barricades. seiner neuesten Band. Wo alles von selbst geschieht Der Saxofonist Daniel Erdmann sucht im Jazz die politischen Untertöne  VON STEFAN HENTZ »Ich brauche dieses Europa«: Daniel Erdmann. kann er Projekte verwirklichen. Daniel Erdmann’s Velvet Revolution.2017 HamburgAusverkauft! 30.2017 Düsseldorf 01. »Ich habe sehr viel mit Afrikanern gespielt.« durch geschicktes Klauen und Rearrangieren stets im Fluss bleibt.« Auch der Albumtitel. Und damit habe sie jeden politischen Zweck verloren. Die Botschaft. dass man entweder zur Jazzoder zur Free-Szene gehöre. der Violinist Théo Ceccaldi und der Vibrafonist Jim Hart die Komposition Swing für Europa: »Das ist ein klei­ nes Statement: ›Ich bin dafür.2017 06.2017 09.

damals Teil tisch Stellung bezogen. mit anderen zu teilen. um noch unterwegs. Geburtstag im nächsten Jahr? Kremer: Ruhe – aber keinen Ruhestand. das. habe erst jetzt erfahren. obwohl ich Smoktunowski nie getroffen habe. die Solo-Sonaten und -Partiten von Bach. an einer Art »United Artists«-Modell. Glenn Gould. statt füllte seine Poesie. ein bisschen wie Don Gidon. die Gehör finden. was ich erlebe und denke. die noch immer viel zu wenig bekannt ist. Vielleicht verrate ich meinen Beruf. Aber ich bleibe hartnäckig. Sie wertes Künstlerleben entsprungen. das Ensemble ist immer jung geblieben. Und das nicht.s. das Video vom Duo-Abend mit Martha Argerich in Berlin – warum nicht auch dieses Projekt? ber in Tokio den ­Praemium Imperiale überreicht bekommen . ZEIT: Was wünschen Sie sich zu Ihrem 70. ohne pathetisch klingen zu wollen. sondern Kremer: Und mit vielen anderen. das Durcheinander seines Lebens und animierte Kieselsteine linge handelt. von Krieg und Frieden. Einen anderen für eine bessere Etablierung der Kremerata im Baltikum selbst. weil er »nur« Tangos komponierte. Das war sich die Frage nicht. ist nicht das Schlechteste. mir das leisten zu können. genauso wie nahezu jedes Crossover. Bilder aus Osten. Aber ich bin nun einmal berufen. ZEIT: Wie reicht man diese Flamme weiter. Wir werden uns gedulden müssen. sondern als Zeitgenosse etwas bewegen. sprach ich den Sohn von Giya Kancheli an. sich zu wundern – und die anderen zu verwundern. Im Februar wird die Kremerata 20 Jahre alt und stellt für mich eine Brücke zu meiner eigenen Jugend dar. Haben Kremer: Ein großartiges Buch! Darin fand ich all Sie heute das Gefühl. der die Bilder aus Osten haben will. stellt würde er sich auf der Bühne verbrennen. deren Leben darin bestand. aber haben sich früh für Komponisten wie Arvo Pärt. ZEIT: Es ist jedenfalls schwer. Sie bedienen musizieren regelmäßig mit Martha Argerich . Intellektuelle Musik beispielsweise ist nichts für mich. Grenzen zu überwinden. das Jetzt. Hass und Liebe. wie es in ges ist erregend. Ich bin in der komfortablen Lage. denen wir Melodien aus dem Tierkreis von Stockhausen unterlegten. zermürbend und herausfordernd. nicht nur das klassische Geigen-Repertoire. mit­ Ihnen »nur« über Musik zu sprechen und nicht auch über den Musikmarkt oder über politische Themen. Aus der Besetzung der ersten Stunde sind heute lediglich noch vier Musiker dabei.t. Die Geschwindigkeit dieses We. und die Kie­sel­ steinskulpturen des syrischen Künstlers Nazir Ali Badr. die mit Gefühlen erfüllt ist und nicht nur kunstvoll zusammengestellt wird oder mich zum Denken bringt. ZEIT: Wann haben Sie diese Berufung bemerkt? Kremer: Unerschöpfliche Begabungen und unerschöpfliche Persönlichkeiten haben mich schon immer angezogen. das lich las ich eine neue Biografie über Brel . natürlich.. aber ich habe eben ge. Mir ist es immer ein Bedürfnis gewesen. dass sie sich – neben mir – auch weiterhin von den verschiedensten Künstlern inspirieren lässt. jungen Balten eine Brücke in die Welt zu bauen. Wobei ich im Blick auf die USA ziemlich ratlos bin.. ZEIT: Als erster Geiger überhaupt! Kremer: Verrückt. Momentan bewegt mich ein so existenziell. mit meinen Kindern. dass mich die Politik – und sei sie noch so abscheulich – kaltlässt. Schauspieler. Oder sieben. als Kremer: Abgesehen von meinen Irrtümern. Missgeschicken des Musikmarkts. 22 CDs (DGG) ANZEIGE sternstunden neues traumpaar orchestrale hommage feierlich und beseelt gute laune musik die 5. Kürz. Das sind meine role ­models. Yehudi Menuhin oder die russische Pianistin Maria Yudina. ZEIT: Sie haben mit Ihrem Orchester 1947 geboren in Kremerata Baltica mehrfach auch poliRiga. Sie sehen. auf die ich durch einen Freund aufmerksam wurde. eine. seine Lieder. ausgabe des jazzigen weihnachtsklassikers: „weit entfernt von jeder gefühlsduselei“ (faz) „melodien voller klarheit und schönheit“ (stern) wunderbar vielschichtig und virtuos Royal Stockholm Philharmonic Orchestra Hans Ek Iiro Rantala Marius Neset Verneri Pohjola Johan Lindström Dan Berglund Magnus Öström „eine hinreißende liaison. Solche Begegnungen sind enorm wichtig.24. Heute bin ich jemand. dass ich es nie vergessen habe. lebt!“ (rolling stone) vertrieb: edel:kultur www. N OV E M B E R 2 0 1 6 MUSIK 61 DIE ZEIT No 49 »Ich will nicht nur Geiger sein« Sein Orchester. ich will nicht nur Geiger sein. diesen Raum langsam durch.ZEIT: Aus dem »Durcheinander« ist ein bemerkensstein gearbeitet und mit Nikolaus Harnoncourt. ich betätige mich hier als Regisseur. Er trat so auf. meine Projekte.. was ich meine. nicht wahr? Einen Teil des Preisgelds möchte ich für die Produktion der Bilder aus Osten einsetzen. aber das bedeutet nicht. ZEIT: Jens Rostecks Der Mann. was ich damals empfunden hatte schritten zu haben? und was mir selber wichtig war. die schließlich bei ECM erschienen sind. was nicht heißt. Jeweils ZEIT: Aus ökonomischer Vernunft vielleicht? Kremer: Ich messe mich nicht an den akuten zwischen den Schumann-Stücken erzählen diese Animationen Geschichten.com . etwas zu tun. was sein Leben für Was ich nicht gelernt habe. Der russische Schauspieler Innokenti Smoktunowski hat einmal gesagt. sie gehört der Welt. der mich entzündete. ich liebte Bergman. ZEIT: Musik. „e. Deshalb glaube ich wahrscheinlich auch. der sich am besten mit Tönen äußern kann und von diesen Tönen aus die Verbindung zu anderen Künsten sucht. dass ich damit auf offene Ohren stoße. Woher Brel. die Gedanken auslöst. Von diesen Kieselsteinen bewegt. was mich umgibt. Meine Idee bei der Gründung war.nahmen Sie die Gewissheit. Aber wenn ich Ungerechtigkeit spüre. der Zen-Philosophie heißt. ich befinde mich immer Leben. Und Überraschungen. weiterzukämpfen. wird nächstes Jahr 20 Jahre alt. Kremer: Aber sie rührt nicht an die Flamme der Wahrheit. weil es von der Tragödie der Flücht- Das Gespräch führte Christine Lemke-Matwey Gidon Kremer: Complete Concerto Recordings. meinen Freunden. man sollte die Fähigkeit nicht verlieren. hoffentlich nicht zu spät. Die kann ich auch im Jazz oder in der Weltmusik entdecken. Und ich bin von diesem Projekt besessen. das wichtiger ist als ich selbst. delikat und von einer bezaubernden musikalität“ (tagesspiegel) alle alben erhältlich als cd oder vinyl „monumental“ (faz): die klassische würdigung esbjörn svenssons. der eine Insel war? Sie befänden sich in einem Transitraum. ZEIT: Wollten Sie eigentlich schon immer Geige spielen? Kremer: Geige zu spielen war mir von Anfang an zu eng. Sie haben einmal gesagt. die Mozart-Kon­ zerte. mich zu entspan. der für das Orchester instrumentiert wurde. von David Oistrach. ZEIT: Gibt es musikalische Grenzen. Und Gleichgültigkeit war nie meine Sache. auch von mir selbst. ich liebte Fellini. auch wenn sie manchmal nur in der Ferne stattfinden. dann tue ich das. das ist es nicht. ZEIT: Sind Sie ein schutzloser Mensch? Kremer: Vielleicht. Kremer: Ich bin kein Politiker. meine Ideen verschlingen jedes Energievermögen. Ich lasse mich dann regelrecht verführen. zu bewirken. Wenn ich Töne oder Worte beisteuern kann.. er selbst wird 70: Gidon Kremer über Elfenbeintürme. So entstanden etwa zweiminütige Filme. Sie haben mit Leonard Bern. sondern an den großen Persönlichkeiten. Ich­ lernt. Insofern komme ich oft zu kurz mit mir selber. Das spricht mir aus der Seele. Die Kremerata war nie mein Privatvergnügen. Habe ich Ich sehne mich nach Ruhe. in aller Tiefe und Breite. zum Teil. Ich suche Musik mit einer Botschaft. wenn sie erwachsen werden. ist.das wieder.das von Brel übernommen? Eher nicht. Ich lebe nicht im Elfenbeinturm und spiele nicht nur Musik verstorbener Komponisten. um Tiefe. jeden angeht. so wünsche ich ihr. Dieses Durcheinander­ nen. dann muss ich dem nachgehen. Was leitet Sie? Kremer: Ich bin sicher nicht für alles aufnahmefähig. Momentan arbeiten wir an einer Veränderung der Struktur. mein ganzes Gidon Kremer: Nein. Wenn es vorläufig niemanden gibt. etwa mit dem der Sowjetunion Konzertprojekt To Russia with Love oder in Ihrer Zusammenarbeit mit dem Maler und Philosophen Maxim Kantor an dem Programm Russia – Masks and Faces. Sandro. Aber das ist auch eine Kraftfrage. Der hat 1965 in Moskau auf mich einen un.. Nehmen Sie Jacques Peteris Vasks oder Victor Kissine engagiert. Astor Piazzolla ist jemand. Dem Projekt liegt ein Klavierzyklus von Robert Schumann zugrunde. Und zur ökonomischen Vernunft: Ich habe im Okto- einfach weil sie mich nicht berühren. Gidon Kremer. zu arbeiten und die Dinge zu erforschen. November 2016) DIE ZEIT: Herr Kremer. Ich wollte Regisseur werden. dann produzieren wir sie eben selbst! Ich habe so viel in Eigenregie gemacht. Foto: Thomas Müller für DIE ZEIT (Hamburg. seine Präsenz – eines Lebens fünf Leben gelebt zu haben. Aber das soll kein Klagelied sein. die Kremerata Baltica. Es geht um Substanz. die Sie nie überwinden wollten? Kremer: Ich habe mit vielen Genres nichts zu tun. Sie waren Schüler Töne füllt.Emotion und um den Augenblick. Denken Sie an Maria Callas. und wir kamen auf die Idee. sich nicht zu irren? auslöschlichen Eindruck gemacht. das ich vielleicht noch habe.. Meine Arbeit. wenn ich sage. sie zu animieren.multimediales Projekt der Kremerata Baltica. meinem Privatleben. ohne die Vergangenheit zu­ glorifizieren? Kremer: Indem man mit einem Orchester wie der Kremerata Baltica arbeitet.ein Durcheinander war. Und wie man den eigenen Kindern Selbstständigkeit wünscht. Sie ermutigen mich.actmusic. ZEIT: In Ihrem Leben gab es sicher kein Mangel an so wie das Durcheinander meines Lebens meine extraordinären Persönlichkeiten. Vielleicht bin ich unersättlich. frisch. um die Konsequenzen­ dieser Wahl seriös einschätzen zu können. Das ist mein Leben.

Eine der großen Referenzaufnahmen stellen die Pré­ludes von Rachmaninow dar. das Horowitz in Weissenbergs Interpretation der eigenen neidlos an die Seite stellte. die er explizit anders habe machen wollen als all die anderen Schlagzeuger. nicht zuletzt auf dem wunderbaren Album. 5 Kunstdrucke u. in denen Nilssen-Love seit Langem auftritt. Wo es kein festes Taktschema gibt. 28 die absoluten Schmuckstücke von Weissenbergs Kunst: Scriabins Nocturne für die linke Hand op. die Vorbild geworden und geblieben sind – auch wenn man sie vielleicht anders hören möchte. Im Adagio aber schafft Weissenberg eine Gedankentiefe. Nicht der eine. Die Ecksätze unter Weissenbergs Händen sind wohl schwer zu übertreffen. nachzuhören etwa auf 27 Years Later oder Miró. Mats Gustafsson. Frage zum Schluss: Ob es auch Dinge auf dem Schlagzeug gebe.62 MUSIK 24. und so hörte er im heimischen Stavanger. konnte einem auch zu Weissenberg einfallen. Dabei mag es dem Bulgaren an jener atmosphärischen Magie fehlen. Debussys Children’s Corner und S­uite ber­ga­masque legt Weissenberg zwar als raffiniertes Farbenspiel an. Weissenberg. markiert in seiner Entwicklung gewiss einsame Höhen des Klavierspiels – aber eben einsam. findet der knielahme NilssonLove in seinem von Pflanzen umrankten Wohnzimmer. Hier finden sich neben Prokofjews Dritter Sonate op. sind diese Soloplatten jetzt digital verfügbar. 1929–2012 Der Norweger Paal Nilssen-Love Gefühl und Kalkül Auf dem Schoß von Art Blakey Der Pianist Alexis Weissenberg hat Grenzen und Sinn der technischen Perfektion ausgelotet  VON GEORG -ALBRECHT ECKLE Grafisch komponieren: Neue Aufnahmen des Ausnahme-Schlagzeugers Paal Nilssen-Love  VON TOBIAS LEHMKUHL H Fotos [M]: Lebrecht Music Collection/Interfoto. dass er auch immer wieder solo auftritt. wie er es selbst nannte. auf dem Schlagzeug eine spannende Geschichte zu erzählen.E D I T I O N A L L E R Z E I T E N The Complete Operas The New Complete Edition Limitierte Nachauflage des Jahrhundert-Projekts aus dem Mozart Jubiläumsjahr 2006 Weltweit auf 15. Unter dem Namen Catalytic Sound finden sich­ auf der Musikplattform Bandcamp Dutzende von Auf­ nahmen Nilsson-Loves und seiner Mitstreiter Ken­ Vandermark. »Eine Meisterleistung!« Der Spiegel Für weitere Informationen besuchen Sie: www. Weissenberg habe sich nie dazu verlocken lassen. als Fünfjähriger zwei oder drei Jazzkonzerte pro Woche. Bis heute dürfte sich auf dem Markt kaum Vergleichbares finden. hätten sich seine Eltern ohnehin nicht leisten können. damit ist gleich auch die ganze Weite der Jazztradition aufgerufen: vom Bop und Hardbop bis zum freien Spiel. ohne stilistisch über die Stränge zu schlagen. das Nilssen-Love in Oslo organisiert und das kommenden Januar zum fünfzehnten Mal stattfinden wird. ist Weissenbergs Aufbegehren gegen ein gefühligprivatisierendes Chopin-Bild. selbst Komponist und als solcher sicher noch zu wenig entdeckt.v. Hochinteressant. Oxley und Blakey. schreibt Jürgen Kesting in seinem Nachruf.mozart225. sagt er. Eine schöne Sache.m. das die Band vor einiger Zeit mit der Sängerin Neneh Cherry aufgenommen hat: The Cherry Thing. 9. sondern eher grafisch dargestellt. im nächsten Jahr einen Monat in Brasilien zu verbringen. die das Überzeitliche dieser Musik offenbart und bereits Beethovensche Dimensionen antizipiert. was er besonders schätzt. als eigensinnige Psychogramme. Rhythmus eine Frage ständiger Verschiebung ist. N OV E M B E R 2016 Alexis Weissenberg. Auch Art Blakey habe er dort gehört. Die RCA-Box zeigt den 40-Jährigen auf amerikanischem Erfolgskurs. wenn er selbst über Grenze und Sinn seiner Perfek­ tion reflektiert – und zwar nicht theoretisch. Action-Jazz. Das Spiel der Large Unit setzt sich sowohl aus frei improvisierten wie aus vorkomponierten Passagen zusammen. Diesen Einfluss kann man auch auf Ana hören. wo er zu seinem Leidwesen gerade die Wohnung hütet. gestorben 2012 in der Schweiz (wohin er sich in seinen späten Jahren krankheitsbedingt zurückgezogen hatte). an der südlichen Spitze Norwegens. In ihrer Klanggestalt sind sie zeittypisch – und setzen auch John Pfeiffer. offenbart sich Weissenbergs Bedeutung erst. Es gebe. All das freilich sei mit viel Papierkram verbunden. legt den Vergleich mit der Malerei nahe. Wobei die Perfek­ tion oft die Aura des Fatalen atmet: perfekt – und dann? So gesehen. Wirklich Bahnbrechendes hingegen gelingt Weissenberg bei Bartók. was für ihn wohl unspielbar gewesen wäre. die das Feuer bändigende Kühle erbringt hier Einzigartiges. Einen Babysitter. Horowitz als Glück und Schicksal. halb in Oslo. wie man sie etwa beim unvergleichlichen Walter Gieseking findet. live in Barcelona entstanden. der jüngsten Aufnahme seiner Large Unit. So unglücklich ist er einige Tage vor unserem Skype-Gespräch ausgerutscht. die Duo-Arbeit mit Saxofonisten wie Ken Vandermark oder Peter Brötzmann. wenn die Eltern einen Jazzclub betreiben. sei dahingestellt. Er begann sozusagen gleich im Olymp: an der Seite Wladimir Horowitz’. wenngleich nicht durchweg. das könne man so nicht sagen. um die menschliche Fehlbarkeit zu dokumentieren. besonders schätzt. 1929 in Sofia geboren. Ebenso »Rach 3«. doch einmal einen falschen Ton zu spielen. mit Eugene Ormandy als Dirigenten des zweiten Klavierkonzerts. The Complete RCA Album Collection (Sony) M an wird vielleicht nicht unweigerlich zu einem Musiker. die den stärksten Eindruck auf ihn gemacht haben. konnte man sich immer wieder fragen. Er habe eher alles in sich aufgesaugt und seine eigene Sache daraus gemacht. dem Meisterproduzenten.A. und tatsächlich denkt man bei Nilssen-Loves Schlagzeugspiel an breite Pinsel. Dass man Haydn klanglich heute nicht mehr mit dieser Mächtigkeit der akkordischen Forti angehen würde. Aber was heißt schon »frei«? Auf The Lions Have E ­ aten One of the Guards. ein Denkmal. eine kohärente Erzählung zu schaffen. der gerade die Körperlichkeit. MOZART D I E U M FA S S E N D S T E M O Z A R T. Flucht vor den Nazis und israelischer Jugend – nach Amerika kam. Auf Eigenkompositionen beruht zum Teil auch die Musik seines langjährigen Trios The Thing. Gänzlich frei ist dagegen das Spiel einiger anderer fester Formationen. sagt der Leader. den es in den kurzen Pausen zwischen all den Auftritten in der ganzen Welt zu erledigen gilt. sondern der große Bogen. den er 1949 noch unter »Sigi« Weissenberg veröffentlichte. Alexis Weissenbergs technische Möglichkeiten schienen keine Grenzen zu kennen. von Amerika bis Europa. ja. was man vor allem an seinem späteren Umgang mit Bach ablesen kann.) at man ihn erlebt. sogar eine Aufnahme.000 Exemplare limitiert und nummeriert 33 DVDs 200 CDs 2 Hardcover Bücher. persönlicher (wie bei Horowitz). Und bei aller tatsächlichen Vergleichbarkeit ist Horowitz’ Naturell in seiner Souveränität und seinem Humor nicht Weissenbergs Sache. der neuen Aufnahme mit Ken Vandermark. transzendenter (wie bei Rachmaninow selbst). der auf ihn aufmerksam wurde.com ANZEIGE W. Alexis Weissenberg. die als CD oder LP schwer erhältlich oder komplett vergriffen sind. nach Oxleys Auftritt im elterlichen Club. Und da haben wir noch nicht einmal über das All-Ears-Festival gesprochen. wie gesagt. allerdings gebe es inzwischen durchaus wieder ein größeres Interesse an physischen Tonträgern. Das kommt auf seinen RCA-Aufnahmen. als er – nach bulgarischer Kindheit. gegen den landläufigen Impressionismus erscheinen sie trotzdem fast überklar. dem neben den Schlagzeugern Nilssen-Love und Andreas Wildhagen in diesem Fall zwei brasilianische Percussionisten angehören. alle Aufnahmen stammen aus den 1960er Jahren – außer dem Columbia-Erstling. Er versteht sich eher als Konfliktkünstler zwischen »slawischer« Emotion. die er als Kind in Stavanger gehört habe? Nein. Diese seien nicht unbedingt ausnotiert. und es seien vielleicht diese beiden. und logischem Kalkül. Debussys La plus que l­ente oder ­L’Isle ­joyeuse wiederum entschädigen ein wenig dafür. da er sie jenseits des von Bartók-Interpreten oft missverstandenen »barbarischen Gestus« (den seine Kritiker dem Komponisten vorwarfen) zu realisieren weiß. gerade weil man die Absicht dahinter spürt. sich auf nichts mehr freue als darauf. da versteht es der Norweger wie kaum ein anderer Schlagzeuger. wie er sagt. zeigt sich vielleicht am deutlichsten die Qualität Nilssen-Loves: seine Fähigkeit. sondern im Spiel selbst. das Adagio meißelt er bestürzend konzis und macht es dadurch gnadenlos. Eigentlich nichts. die Sony nun wieder auflegt.com DIE ZEIT No 49 . Chopin zum Beispiel oder Bach. dichten Farbauftrag. Musik geht eben durch den ganzen Körper. Dennoch bleibt der Schatten des Vergleichs. Der Logos ironisiert ein wenig die Emotion und vice versa – als würde diese Musik sich selbst kommentieren. So nimmt es nicht Wunder. sei es. wie er als Achtjähriger ein Solo auf den Trommeln des legendären britischen Free-Jazz-Schlagzeugers Tony Oxley hinlege – um ein Uhr nachts. »den Unnachahmlichen nachzuahmen«. Wobei Nilssen-Love. Heute lebt der 42-jährige Nilssen-Love halb in Lissabon. dann besteht doch eine gewisse Gefahr. Eine Herausforderung für einen derart energetischen Schlagzeuger wie ihn.bandcamp. sei es das Klaviertrio mit Sten Sandell.52 ist ihm Horowitz mit seiner berühmten Einspielung durch Delikatesse und Humor überlegen.2 sowie Prokofjews Suggestion dia­bo­lique. einem im Kern elfköpfigen Ensemble. Joe McPhee und Peter Brötzmann. dass er das Knie nun hochlegen muss. Aber wenn auch der Vater selbst noch Schlagzeuger ist und sogar im elterlichen Schlafzimmer ein Drumset steht. Damit sind freilich nicht nur zwei große Namen genannt. wohl zur Geltung. und die Bitte ­George Bernard Shaws an den Geiger Jascha Heifetz. In der EsDur-Sonate Hob XVI. Ziga Koritnik (r. kräftige Texturen. hat diesen Zugriff stets kreativ weiterentwickelt. derzeit vor allem brasilianische und äthiopische Musik höre. einen. Rachmaninows berüchtigtes drittes Klavierkonzert. mit der das Schlagzeugspiel verbunden ist. Letzteres wurde ihm gelegentlich sogar als Kälte ausgelegt: weil er so manches heißblütige »war­horse« der Klavierliteratur mit Ratio durchsetzte. Alle erwähnten Aufnahmen sind als Download erhältlich unter https://catalytic-sound. intensive Moment interessiert ihn. Ursprünglich auf seinem eigenen kleinen Plattenlabel veröffentlicht. Vor allem bei Haydn aber verbinden sich die zwei Seelen des Alexis Weissenberg zur Sternstunde. sagt Paal Nilssen-Love. Alexis Sigismond Weissenberg. Besonders die des Schlagzeugs. Der Titel dieses Albums.

bevor wir etwas freigeben.M. wenn es um Politik geht? Mills: Damals führten Peter und ich eine Regel Stipe: Weit! Davon bin ich überzeugt. was unsere alte Musik angeht.bremme-hohensee. ZEIT: Wie optimistisch ist es. N OV E M B E R 2016 MUSIK 63 D I E Z E I T No 47 »Sensibler Poet? So ein Quatsch!« Damals spielten sie noch zusammen: Michael Stipe (l. Januar 2017 | 20 Uhr Philharmonie Berlin Was wäre Weihnachten ohne Musik ? Musiknoten. um füllen. Wir fragen trotzdem jedes Mal. weil wir neugierig 1991. MARBURG Stadthalle 28.de Nacht Chor und Orchester der Milano Festival Opera 2017 auf Tour • unter anderem in BERLIN. ten. klingt oft schlecht und merkwürdig. Aber wir hatten als Band sind. Alle Infos unter www. WÜRZBURG Musikhochschule 30. 33 Violoncello: Alexander Hülshoff © THE BODYGUARD (UK) LTD. wird das meiste Geld verdient. Stipe: Losing My Religion änderte wie viel sie denn für das Lied zahalles. Stipe: Was die Musik angeht. Natürlich rascht war ich nicht. brachte Ihnen eine Aura des Mysteriösen Band eher im Hintergrund. Das war für mich naheliegend. Gar kein Problem ist es hingegen. einzuord­ ove wird als man Fehler macht. will er sich ihm als SeSchritt für uns: Wir haben gelernt. da müssen wir mag daran liegen.zeit. sie würdevoll auszu. die sie strecken und strecken.« Wenn wir an einem Song als Out of T ­ ime zuerst auf CD erschien. ben. sind. Zum Glück! Trump auf Wahlkampfveranstaltungen Ihren ZEIT: Wir sitzen hier. weil die den Song nie verstanden ha. Außerdem legen wir eine Platte neu auf. vor ­einem Vierteljahrhundert in Uns wurde gerade wieder eine die Cham­pions ­League der BranMenge Geld angeboten. wann das der Fall war. denn endlich peinlich. Herr ­Stipe. eine Konzertpause ein.E.com WEITERE TERMINE FINDEN SIE UNTER www. die Industrie als »besonders« galten. Das passiert leicht.de I WILL ALWAYS LOVE YOU Theodora HWV 68 Justin Doyle Dirigent Akademie für Alte Musik Berlin So | 1. ZEIT: Nach ihrem größten Hit leg.11. dass man mir tet. von Antonio Vivaldi. mal spektakulär schlecht? Stipe: Na sicher! ZEIT: Die Neuauflage von Out of ­Time bietet als Mills: Wir waren uns allerdings selten einig darü.11. der Gitar. ZEIT: Dass Sie nicht mehr mit der Presse spraZEIT: Herr Mills. FRANKFURT a. überhaupt. HAMBURG. haben arbeiteten und feststellten. Wenn in England der Brexit läuft. musste den Job ja machen. che auf. verweigerten Stipe: Dass Trump unseren Song Interviews. Es ist schwer. Ich gelte als der sensisollte man wenigstens wirklich spektakulär ble Poet. Bei TV-Serien oder Kino­ eine starke Position. HAMBURG Elbphilharmonie Eröffnungskonzert Elbjazz Festival www.-Angelegenheiten zu besprechen? alle Tantiemen durch vier zu teilen – egal.E. ZEIT: Klingt jetzt sehr harmonisch. Tel. und warum sollte ich den beleidigen? zuhört. teressiert das schon? ZEIT: Waren R. GÖTTINGEN Stadthalle 25.E. ich bin hätte mir keiner zahlen können.highlight-concerts. wie unsere Videos auszusehen hät. Ich habe mich anfangs so entirgendwo ist jemand. 1 g-Moll op. die aus der Reihe tanzen. dass der zu sehr nach wir Informationsmaterial beigelegt: wie man sich R. und die da. den Sie in Ihrem Leben getroffen haben.ZEIT: So wie im vergangenen Jahr. ZEIT: Und Trump? und Sie. Aber dass ZEIT: Warum veröffentlichen Sie dann diese es in Bands demokratisch zugeht.de www.E. ist doch immer damit durchgekommen. wie ich an Songs arbeite. 70 D-Dur schott-music.M.. REGENSBURG Audimax 29. Als Band werden wir nicht zurückkehren. Sie standen als Bassist der chen. Eine Antwort auf niederste ZEIT: Viele alte Fans hielten damals die fröhlich.im Herbst 2016 aus ten R. wirklich Unsere Gesellschaft braucht Stereo­ alles falsch zu machen.de/kulturanzeigen . oder? Mills: Weil es viele Fans wirklich sehr interessiert. strahlender Triumph sein. Mehr Wenn er das schafft. Sven Stucke Felix Mendelssohn Symphonie Nr. Designed by DEWYNTERS 24. einem brilnommen hat. dass wir nator in den Weg stellen. Medusa wahrgenommen.M. Stipe: Weltweit sind die Neofaschisten doch auf MTV nahm dann doch alles. Ich troffen werden. ist jetzt uninteressant. Sie finden diese auch im Internet. muss die Kunst dagegenarbeiten. es war der Song des Sommers len wollen.M. Herr ­Stipe? Höhe 290 mm Breite 220 mm Sie muss den Horizont von Menschen erweitern. um R. Für nen. Aber ich damals einen Sound.Ängste der Menschen. aber übermehr auf Tournee. Pop geht nicht! Ein harmloser Scherz und ein Wenn da aber auch nur eine Spur von Rassismus sehr großer Hit.11. und ich schwieg. 90 Leitung: Heribert Beissel Informationen Die aktuellen Konzertprogramme Ihrer Stadt senden wir Ihnen gerne zu. welche Songs von mir kom.11. 5 B-Dur D 485 März 2017 Carl Maria von Weber Ouvertüre zu „Oberon“ Max Bruch Violinkonzert Nr. So ein Quatsch. Wenn sich die Dinge politisch so zurückentwickeln. Bernie Sanders schrieb gerade in der New Bankrotterklärung . wer­ Stipe: Zweimal im Jahr setzen wir uns zusameinen Song geschrieben hat. als ­Donald men. weil gerade eine Neuauf. Seitdem haben so viele andere Dinge verweigert und sind England für den Brexit gestimmt hat. – Herr ­Stipe. wurde mit dieser Absicht geschrieben. songs.bodyguard-musical. Wir hatten ein Bürger New Yorks und der Welt. Shiny Happy People ist ein Kinderlied und Arbeiterklasse wieder auf die Beine zu helfen.E. ESSEN Philharmonie 2017 02. die Milwir waren die rare Ausnahme von der Regel. 1 c-Moll Dezember 2016 JAN Festliches Weihnachtskonzert GARBAREK GROUP Mit vokalen und instrumentalen Werken u. MTV wollte uns alles möglich. und das Ende der Welt Fotos: UPPA/face to face. Aber einer Schritt zurücktreten. Nun muss man das zur aufgekratzte Single Shiny Happy People für eine Kenntnis nehmen und eine angemessene Antwort finden. den wir gut beherrschten. Damals.Aber wie weit reicht der Einfluss von Musikern mit enorm erfolgreich sind. der ben. sollte es ein Buddha. dem der Song etwas bedeu. dass Sie bei der Band immer leer geredet. meistens geht es eher um Werbung. die eine Erfolgsformel ha. und alle waren begeistert.konnte Trump auch in Amerika gewinnen. KÖLN Philharmonie 27. Meine Definition von Kunst ist aber ohnehin: gen an. Das haben ZEIT: Dass Sie keine Interviews mehr geben viele junge Käufer genutzt..ZEIT: Wie oft treffen Sie sich seit dem Band-Enrist.com Wolfgang Amadeus Mozart Violinkonzert Nr. Wir konnten zum Beispiel sehr Darüber sprechen wir dann als seltsame Videoclips veröffent­ Ohne Band. warfen wir ihn weg. haben oft künstlerische Substanz. Aber gleichzeitig ein wichtiger oder Sexismus auftaucht. Wenn man aber gut ist. dem Vormarsch.deutig eine Auswirkung auf das Wahlergebnis. Mills: Demokratien in Bands funktionieren nie. Meine Freundin Courtney L mich galt dann immer: Wenn man schlecht ist. Anm. weil wir in der fil­men ist das etwas anderes. Stipe: .M.11.lanten Exzentriker. wir sind aber täglich per SMS in Kontakt. nur auch solche Musik machen können. Und dann lehnen wir trotzschon seit Mitte der achtziger Jahre dem ab.DIE ZEIT No 49 10.M. Das habe ich dann kultiviert. Ich war anfangs nicht überzeugt. Raubt man der Kunst so auch ein wenig das Geheimnis? zichten wir besser. dungen gab es selten Unstimmigkeiten. wollte. waren das riskante Entscheidungen. und das hatte einwollten. vorschreiben. Aber Peter bestand darauf. Das Gespräch führte Christoph Dallach R.de Camille Saint-Saëns Violoncellokonzert a-Moll op. Aber wen inalles überragender. Für mich war es vor allem unschlecht über irgendeinen Song sprechen.Song It’s the End of the World As We Know It (And lage des Albums Out of T ­ ime erscheint. 37 Nr. gibt genug Bands.E. Mit I Feel ­Fine) benutzt hat? der Platte stieg die Indie-Rock-Band R.11.) DIE ZEIT: Wir sitzen hier fünf Jahre nach dem Stipe: Es gab angeregte Gespräche (lacht laut). Wolfgang Amadeus Mozart und Camille Saint-Saëns Trompete: Norbert Vohn Januar 2017 Luigi Boccherini Sinfonie A-Dur op.) zum Beispiel darum.de KLASSISCHE PHILHARMONIE BONN Belderberg 24 · 53113 Bonn 24.M.M. als Wähler registrieren lassen kann. Dass Menschen. Ich bin der finsterste Optimist. Das lionen Menschen bereits besitzen. dass klar ist. Ich bin kein Senator. Ende Ihrer Band R. jemand. garantiert So hätten wir ewig weitermachen können. der oft nicht verstanden wird. type.M. bat Peter (Buck. der nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. mit Bart: Band. Das sollte eigentlich keiner hören. was wir anboten. Stipe: Der Job eines Stars ist sexy und begehrt.ZEIT: R.. ist doch ein Demos? Mythos. 94 G-Du („mit dem Paukenschlag“) Italiens Star-Tenor CRISTIAN LANZA Gaststars: Silvia Rampazzo & Giulio Boschetti Februar 2017 Wolfgang Amadeus Mozart Serenade Nr. Ich konnte meine eigene Stimme im Mittelpunkt standen? nicht mehr ertragen. galten immer als politische Band. Aber wir Mills: Ich war auch auf alles vorbereitet. Ich begreift man erst.M. zum Denken anregen. Als wir loslegten. wenn er Aber wie viel Arbeit und Druck er bedeutet. 3 F-Dur op.E. und damit beginnt Es müssen ja noch ständig Entscheidungen gejeder Streit. Mills: Und wir lehnen immer ab.komme da ganz nach meinem Vater. Joseph Haydn. Wollten Sie Ihre Karriere sabotieren? missbraucht hat. So sieht Michael ­Stipe Oder auch nicht. Mein Auftreten ist eher indirekt. was mir möglich ist.06.. 0228 / 65 49 65 • Fax 0228 / 63 48 50 E-Mail: info@klassische-philharmonie-bonn. Was ich da abMills: Außerdem: Bei den wichtigen Entschei. 26 Violine: Ervis Gega Johannes Brahms Symphonie Nr. wie es derzeit passiert. Also musste ich einen Michael Stipe: Ich liebte und hasste es. Stipe: Nein. wenn es Ärger gibt. Sam Simmonds/Polaris/laif (u. dass Trump damit geworben hat.E.rias-kammerchor.liefere.nen Ihrer Songs.M. um den Schaden zu minimieren. Es bleibt immer die Hoffnung auf Fortschritt. 13 G-Dur KV 525 („Eine kleine Nachtmusik“) Joseph Haydn Trompetenkonzert Es-Dur Trompete: Markus Czieharz Franz Schubert Symphonie Nr. 25th Anniversary Edition (Universal. lichen. dass wir alle nicht ganz dumm schon einen weiteren Anreiz bieten. kam das eigentlich gut bei Ihren Kolle. Mich hat Stipe: Stimmt. klang. haben Sie Aber die Sache war klar für mich: Ich fühlte mich darunter gelitten.York ­Times.E. N OV E M B E R 2 0 1 6 Joseph Haydn Sinfonie Nr. fünf Jahre lang gingen wir nicht die vergangene Woche geschockt. künftig de. Bücher und viele musikalische Geschenk-Ideen finden Sie auf November 2016 Joseph Haydn Sinfonie Nr. d. a. 3 CDs) ANZEIGE MUSIKPROGRAMME Neujahrskonzert HÄNDEL Deutschlands große Konzertreihe 01|01 Berlin · Bielefeld · Bonn · Bremen · Hamburg · Hannover Karlsruhe · München · Nürnberg · Stuttgart · Wiesbaden Einzelkarten für alle Konzerte erhältlich! Tickets: +49 (0)30 20 29 87 25 www.M. Georg Friedrich Händel. das etwas sagt. Hätten Sie den Job und Unnahbaren ein. ein: »No R. und auch das ignorierten wir mit Erfolg. würde ich niemals Stipe: Vielleicht.Bonus eine CD mit halb fertigen Demoversiober.klassische-philharmonie-bonn. werde mit allem.E. Gefiel Ihnen das? auch machen können? Stipe: Ich habe mich bereits in den frühen AchtMike Mills: Ich hätte das nie gemacht! So viel zigern mit dem Konzept des Mysteriösen beschäftigt. 4 MUSICAL DOME KÖLN w w w. ZEIT: Sind Sie ein Optimist? Stipe: Das bin ich. bodenständig und entspannt wie ein schlecht sein. will Sanders ihn unterstützen.blößt gefühlt – bei der Vorstellung. zu wetten? Stipe: Da haben Sie schon verloren. Auf Beispiele ver. ist sogar unausweichlich. 5 A-Dur KV 219 Violine: Anna Matz.: Out of Time. Es an Sanders’ Seite stehen. Red.E. Mit Songtantiemen men. auf eine Rückkehr von R. wenn man diese Rolle mal über.) und Mike Mills auf einem Bild von 2006 Der Sänger Michael Stipe und der Bassist Mike Mills sprechen im Interview über ihre alte Band R.

Auch als DVD und Blu-ray erhältlich. was die Wundersopranistin aus Südafrika singt. Schwindel. Smith: Ice Sharks (Great Movies) Die globale Erwärmung erreicht den Hai-Film. »Familienfilm« von Pixar. Bis die Synapsen glühen (AV Visionen) Furioser. Verzweiflung (Walt Disney) Im Kopf der elfjährigen Riley zoffen sich Freude. Ltg. klingt flaumfederleicht Angelika Niescier & Florian Weber: NYC Five (intakt) Gleich Ka Ma Quartet: A Love Supreme / Universal Tone Oddarrang: Agartha (edition) 1980. So als existiere sie nur in unser aller Fantasie (SchröderMedia) New York 1979: Einem Maler wächst die Geldnot über den Kopf. 672 S. Federleichter Pop. und die schwangere Teenie-Enkelin leben unter einem Dach. um in einer ­ Grafschaft namens Midsomer kleine ­ Morde unter Nachbarn zu verüben? Dito Montiel: Boulevard Tim Miller: Deadpool (Fox Home) (Pro-Fun-Media) Der letzte große Robin-Williams-Film. Favre: Musical Monsters (intakt) Live in Willisau Ulrich Stock Lars Weisbrod Roger Cicero: The Roger Cicero Jazz Experience (Sony Music) Nick ­ (4AD) Überkandidelte Popsongs von einem jungen Duo aus Long I­ sland.jpc. Bardot. 35. Manne! Emile E. Hobby) Teatime-Soundtrack für verdöste Sonntagnachmittage von der Band des Ex-The-Verve-Gitarristen versteht sich auf Shakespeare so gut wie auf Hip-Hop. Tõnu Kaljuste (ECM) Nirgends wird so innig musiziert wie in Estland. Gruselig ANZEIGE HERAUSRAGENDE NEUHEITEN bei JPC Leidenschaft für Musik www. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 ZEIT-Mitarbeiter empfehlen CDs und Musikbücher Wolfram Goertz Daniel Haas Volker Hagedorn Christine Lemke-Matwey Junges Talent Neue Interpretation Geheimtipp Gute Unterhaltung Edition. (Erato/Warner) Funkelnder Musiktheatermix aus Frühbarock und Ethno. Dieser Schmelz! 439 S. Die NeunzigerSerie komplett. dem Chor der Semperoper und erstmals auch mit dem Dresdner Kreuzchor. die fünfziger Jahre und ein Martini Dry.99 €) Bewegende Storys über Musiker mit Moll-Schicksal. yeah!) und Tochter. So kann sie weitermachen Klagelieder der Siebziger. dem Kriminal-Tango und Por una Cabeza.64 WEIHNACHTSEMPFEHLUNGEN 24. Musik. ein Film Trash as trash can Sean Baker: Tangerine L. jüdische New Yorker Comedians. Großpianist Perahia fährt in die Mine Bach ein – und zaubert pures Gold hervor (audite) Das ist der Mutterboden. EmanzipationsOper. CDs) Von Bach bis Robert Stolz: Er ist und bleibt der italienischste der deutschen Tenöre. Mode. Musiker aus Polen und Osnabrück (Neuklang) Die deutsche Saxofonistin Katharina Maschmeyer greift Coltranes Klassiker mit Jazzrock an Rihanna: Anti (Universal) Yung Hurn: Krocha Tape (bisher Die Kronprinzessin schludert ihr achtes Album hin und definiert. 25-CD-Box) Von Art Blakey bis A ­ lice Col­trane – ein prächtiger Überblick von Bebop bis Modern und Free Jazz Kazuo Ishiguro: Bei Anbruch der Nacht (Heyne Verlag. Geschichte einer Institution Shunske Shato. liebevoller Animationsfilm.95 €) Von Gage bis Zensur wird das komplexe Biotop endlich mal real vermessen Fritz Wunderlich: Complete Studio Recordings (DGG. Schwurbel! Christina Pluhar. relevant wie nie ZEIT-Mitarbeiter empfehlen Filme Kürzlich noch im Kino Der Klassiker Dokumentarfilm/Essayfilm Edition. Limitierte Sonder-Edition erhältlich ab 2. Schumann und den anderen (Edition See-Igel) Märchen mit klassischer Musik – die wunderbare Serie bietet auch diesmal die Brüder Grimm ohne jeden Grimm 17 SACD) Martin Schmeding auf wunderbaren Orgeln der RegerZeit: Das klingt bombastisch. Danach erscheint die aktuelle Branchenkrise lachhaft Vivaldi: The Four Seasons Christina & Michelle Naughton: Visions (Warner) Murray Perahia: Bach (DGG) Amadeus Quartet: Romanticism Eva Mattes liest »Rapunzel« Reger: Orgelwerke (cybele.a. Messiaen und Adams’ grandiosem »Hallelujah Junction« Beyoncé: Lemonade (Sony Music) Haiyti aka Robbery: Nightliner Geschichtskurs. »Schwarzer Engel«: dreimal vierziger Jahre..bandcamp. London Symphony Orchestra. der vom Himmel fiel (Arthaus) Yoav Paz: JeruZalem Wenders-Ära. Danae Dörken (Ars Production) So viel Klarheit. psychedelisch. 1 Bedřich Smetana: Ma vlást Tõnu Kõrvits: Mirror Pretty Yende: A Journey Seong-Jin Cho. Joseph L. also Kunst. kubanischen Rhythmen und der sinnlichen Intensität des Tangos. Dieses Duo trifft Dowland. Eine Handvoll seiner schönsten Filme.12. erweitert um Fernseharbeiten. paranoid. auf dem alles gedieh. Die Autobiografie (Heyne. (Berlin Classics/ Prego) Concerto Köln würzt ein abgenudeltes Stück improvisatorisch neu – und lässt es köstlich duften Kluge Familienplanung führt hier zu Bach. und das ist der Beweis! Zehn seiner besten Filme. wie er Deutschen nur selten glückt Wegbereiter der vollelektronischen Popmusik werden diese Briten aus Sheffield immer noch unterschätzt 24. dreimal tote Frauen. Gene Tierney. Kanadier. die noch einmal aufspielen für ihr Lebensglück elsässische Zeitgenossin Griegs. Belmondo. 450 S. Gianandrea Noseda (DGG) Der 21-jährige Koreaner ist Sieger im Chopin-Wettbewerb 2016 – zu Recht! Bamberger Symphoniker. 32 Beatrix Borchardt: Pauline Viardot-Garcia (Böhlau. Viel Sex und Erotik. Psychedelischer Animationsfilm-Klassiker von 1973 (Filmgalerie 451) Kühn konstruiert: Bauwerke des italienischen Ingenieurs Pierre Luigi Nervi und Betrachtungen von Bauten aus antikem Beton Maria Schrader: Vor der Morgenröte (Warner) Stefan Zweig Richard Fleischer: Soylent Green (Warner) Als das Jahr 2022 Claudia Müller: Valie Export – Ikone und Rebellin im brasilianischen Exil. Enescu/Dvořák/Schumann: Werke für Violine und Klavier Chamber Orchestra of Europe (ECM) Die Solistin erkundet beide Werke intensivst von innen Meredith Monk: On Behalf of Nature Vocal Ensemble (ECM) Drake covern und Nat King C ­ ole? Er schnalzte und schmelzte das zurecht wie kein anderer deutscher Sänger (Brownswood/rough trade) Drum ’n’ Bass ist wieder da – in dieser sportlich-muskulösen Jazzversion aus ­ London. leidenschaftlich aufbereitet zu filigraner Mitternachtsmusik für heute Zeiten ist das Debüt der Augsburger eine Wohltat. Caroline Goulding. taufrisch an der Kitschgrenze Chopin: Piano Concerto No. Kommunist und schreibt die traurigsten Lyrics der Welt. dazu Beats. Tallinn Chamber Orchestra. Schweizer. Eine Pop-Biografie. Anna Karina. wie nötig wir die Emanzipation haben Nonkeen: Oddments of the Gamble (R&S) John Coltrane: The Atlantic Years in Mono (Rhino) Herumtreiber-Jazz. Mit Libertango und Adios Nonino von Astor Piazzolla. Eine Geschichte von 1900 bis übermorgen (Reclam.de SOL GABETTA LIVE MIT DEN BERLINER PHILHARMONIKERN FESTLICHES ADVENTSKONZERT 2015 AUS DER DRESDNER FRAUENKIRCHE KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION TANGO MEETS CUBA Beeindruckend mit welcher Intensität und Feinsinnigkeit Sol Gabetta das populäre.com) Mit Anfang 20 hat er Deutschrap neu erfunden und Punk wiederbelebt. Klugheit und Spannung sind selten Akkordeon. Debussy: Chamber Music Orfeo chamán L’arpeggiata. 240 S. Er muss auch noch darüber lachen können (good!movies) Schön queer: Weihnachten auf dem TranssexuellenStrich in Santa Monica. Jahrhundert zeigt. Der Traum vom Sozialismus und sein Scheitern. Poli­tik. 27.99 €) Seine Geschichte ist die der weißen US-Arbeiterklasse.. Hitze. Luca Pisaroni.– AnnenMayKantereit: Alles Nix Konkretes (Universal) Alle haben Falscher Ort Falsche Zeit auf den Wohlfühl-Poprock der Kölner Hype-Band geschimpft. DVD-Box Fernsehserie Ein Star. Geschlechter und Familienbilder Eine lesbische Liebe. Vorbild: John Cage. Die AmadeusLeute setzen Maßstäbe bei Brahms. Am Ende des Jahres tut Wohlfühl dann sehr gut (Tapete) Versammelt sind zu Unrecht vergessene BRD-Bands von 80 bis 93. Cate Blanchett strahlt. beide Ex-Alkoholikerinnen. Juliette Binoche und Piccoli zu spät. wie tiefernst und schön das sein kann Cherry. Adieu. Ligeti. Wut. Marco Armiliato (Sony) Alles.. knusprige Polarforscher Inspector Barnaby (Edel Germany) Wollten viele Engländer nur aus der EU austreten. frei und schön gespielt. Fashion. Musique pour piano (Singulares) Eine Michael Walter: Oper. mit Verstand und Gefühlen (Koch Media) »Spiel mit dem Tode«. ambientalisch John K. digital restauriert und vom Meister selbst abgenommen neurotische. was er aus Britney Spears’ »Toxic« macht Fünf jazzaffine Finnen an der Grenze zwischen Easy Listening und Uneasy Listening. der klingt wie Nina Hagen. Illustrationen: Katrin Guddat für DIE ZEIT Christoph Dallach Großer Star . 34. Ulrich Drüner: Wagner Die Französischen Suiten werden oft unterschätzt. Jakub Hrůša (Tudor) Der neue Chefdirigent der Bamberger rettet die »Moldau« aus den Untiefen der Sentimentalität Anja Lechner. der Staatskapelle Dresden. Ltg.de Jetzt bestellen unter www. 392 S. Niemand hat das so genau wiedergegeben: Wie Menschen in sich selbst gefangen sind Für einen modernen Superhelden genügt es nicht. Psychiatrie und »Der Preis ist heiß«: Dammbeck vernetzt mal wieder alles mit allem.99 €) Der Meister als Produkt fortwährender Selbstinszenierung – dieses großartige Buch macht selbst Kenner klüger Yussef Kamaal: Black Focus Jacques Palminger: Spanky und seine Freunde (Staatsakt/Universal Impulse! 1961–1974 (Impulse/ Universal Music. HipHop. gesehen durch die Datenbrille einer Touristin. 832 S. Aber in krass Jochen Distelmeyer: Songs from the Bottom (Four Music) Musik und Ökologie? Die große Dame der vokalen Performancekunst zeigt. 470 S. melodisch. das mit Softpop und ­ Glamrock jongliert und zaubert Der Ex-Blumfeld-Sänger spielt seine Lieblingssongs nach. 32 Discs Die Garbo des Science-Fiction-Kinos: David Bowie als melancholischer Alien im frisch renovierten Kultfilm Heinz Emigholz: Parabeton Jean-Luc Godard (Arthaus) Das Transparent (Amazon) Es ist nie Todd Haynes: Carol (DCM) Abel Ferrara: The Driller Killer Kino ist tot? Das Kino lebt. Abrechnung mit dem untreuen Mann. Ihr neues Album ist ein überraschender Mix aus klassischen Themen. Ideal für den Durchhänger Music) Easy Listening mit mildgrotesker Lyrik – bekiffter Ringelnatz mit dem Sound von Henry Mancini Objets Trouvés Viviane Chassot. Marie Jaëll: Musique symphonique. dass die Gehörgänge zittern: die 25-jährige Rapperin ­Haiyti Mendelssohn/Schumann: Violinkonzerte Carolin Widmann. Wahnsinn. Einer der schönsten Hafenträume der Kinogeschichte Malcolm McLaren und Vivienne Westwood. Martin Mallaun.jpc. Das glanzvolle Konzert aus der berühmten Dresdner Frauenkirche – u. blutrünstig und käuflich zu sein. spätromantische Cellokonzert von Edward Elgar unter Sir Simon Rattle und das virtuosverspielte erste Konzert von Bohuslav Martinu˚ unter der Leitung von Krzysztof Urban´ski präsentiert. die Melancholie fern der Heimat. Klazz Brothers & Cuba Percussion gehören zu den erfolgreichsten Grenzgängern zwischen den Genres. Francoli. 49. Piazzolla auf Augenhöhe – und den Hörer mitten ins Herz Kuijken Ensemble (Arcana) Der barock geschulte niederländische Musikerclan legt bei Debussy die Farb­rede frei. Auch traurig: dass er noch Geheimtipp ist 9.. Hier brechen die Monster durch Eis und fressen junge. Schwärzer geht’s nicht Christoph Schlingensief (filmgalerie 451) Die Edition der Filme. Exfrau und drei Kinder suchen auf bewegende Weise sich. mit Nils Frahm als Herantastenmann Sechs CDs oder Schallplatten aus der mittleren Phase des Saxofonisten. Elektrisierende Songs. Samson: Winter Wheat (Epitaph) Der Mann ist 43. smarte. Angst. wo populäre Musik 2016 steht: zwischen Kunst. Jazz von damals für heute Wolf Kampmann: Jazz. Einsamkeit. woraufhin er nachts mit einem Akkubohrer Obdachlose tötet Film Noir Collection Mom (Warner Home) Oma (Allison Janney. gefilmt mit dem Smartphone in glühenden Farben Sabine Horst Keiichi Hara: Miss Hokusai Anke Leweke Katja Nicodemus Georg Seeßlen (Alive) Sinnlich-übersinnliche Romanze mit Rex Harrison. Charlton Heston (hier mal sexy) kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur (absolut Medien) Was wäre Marina Abramović ohne die große Vorreiterin der Performance-Kunst? Pete Docter: Alles steht Kopf Josef von Sternberg: The Sal­vation Hunters (Edition Phil Strongman: Anarchy! The McLaren Westwood Gang (Cadiz) film­museum) Sternbergs Regiedebüt von 1925. nicht nur vom legendären Don Cherry zwei neue Talente an Saxofon und Klavier! New Yorker Jazz im Quintett.A. Mankiewicz: Ein Gespenst auf Freiersfüßen Lutz Dammbeck: Overgames Wim Wenders: Die frühen Jahre (Arthaus) 1972 bis 77: DIE Jerry Seinfeld/Larry David: Seinfeld (Sony) Nichts geht über Nicolas Roeg: Der Mann. viele Extras. Instagram und Yeah nur bei yunghurn. auch auf dem Cello Orchestra Sinfonica della RAI. Goodbye..– €) Amüsante Geschichte der Musikindustrie. Ekel und Kummer. »Die blaue Dahlie«. Country (bisher nur bei iTunes) Falco..99 €) Dieses fabelhafte Frauenleben im 19. CD-Box Musikbuch The Magnetic North: Prospects of Skelmersdale (Full Time Kate Tempest: Let Them Eat Chaos (Fiction) Die junge Britin Karl Blau: Introducing Karl Blau (Bella Union) Zehn Country- Friedrich Sunlight: Friedrich Sunlight (Tapete) In frostigen Lemon Twigs: Do Hollywood Human League: A Very British Synthesizer Group (Universal) Als Gareth Murphy: Cowboys and Indies (Edition Tiamat. Josef Hader spielt grandios Science-Fiction-fähig war. um einzusteigen: Transfrau. virtuos und voller saftiger Farben (Blessing. mit Star-Sopranistin Sonya Yoncheva. Mit Taschentüchern schenken Eiichi Yamamoto: Belladonna of Sadness (Rapid Eye Movies) Hexerei (Absolut Medien) Revolution. Bühneninszenierungen. leuchtet. Aha: Ein anderer Deutschpop wäre möglich gewesen! Einer mit Soul €) Oldtime und Zukunftsmusik – und das ganze Dazwischen Bruce Springsteen: Born to Run. Präsentiert als furioser Mix aus Soul. 34. ­ Performances und Installationen (Splendid/WVG) Dämonen in den Katakomben der Heiligen Stadt. der aus Berlin kommt und nirgendwohin will. Zither (Genuin). Tchicai. die ihm locker das Wasser reicht (Metzler. Noch Fragen? Frank Beyer: Spur der Steine (Icestorm) Manfred Krug als Zimmermann und Cowboy der DDR. Er würdigt den großen Maler Hokusai und seine von der Kunstgeschichte vergessene Tochter als feministische Kampfansage.

dass sich Sarah darin eine Sevdalinka. ­ Holger Fock. antwortet dieser. und endlich schlafen sie mit­ein­an­der. Voller doch ein Einspruch gegen die mörderische Fixierung Selbstmitleid denkt er daran. ins kollektive Gedächtnis gebrannt. v. saudade. So bezeichnete der sich damit ärmer macht. das war in Palmyra. Philosoph und Dichter Avicenna die solches Erzählprogramm noch ganz selbstverständlich schwarze Galle. nämlich ein Buch auf verlorenem Posten. wo immer ihre Forschungsreisen sie hinführten. fleischliche und geistliche Inbrunst ununterscheidbar in­ein­an­der über. Und dass ein Europa. der sich vor allem für die Einflüsse der orientalischen Kultur auf die klassische Musik des 19. das seinerseits aus dem große Teile seiner Kulturgeschichte verdrängt – und Arabischen entlehnt ist. als letzten Mann im Westens. »Lokaldemokratie und Europäisches Haus« »Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen«. Mit dieser Haltung ist er in der französischen Gegenwartsliteratur zur Gegenfigur zu Michel Houelle­becq und dessen letztem Roman Unterwerfung geworden: Bei Houelle­ becq ist der Islam die Kontrastfolie zu dem. sie sei in den Buddhismus geflüchtet. Morgen. um zu sehen. um das Andere. Vielleicht ist Kompass aber auch das Gegenteil eines Buchs der Stunde. Aber bei ­Énard sind das alles Bilder gegenseitiger Pro­jek­tion. welche sterben. den West-östlichen Divan. der die Pros­ti­tu­tion verteidigt. dass dieses Lied. / welche sterben. geht es dabei immer auch – ja: um den Sinn des Lebens. Schließlich fragt ihn die Prinzessin. was ihre eigene Sehnsucht stillen könnte: dem Anderen der eigenen Kultur. É ­ nard entfaltet regelrecht die Fachgeschichte der Orien­ta­lis­tik. zeigt sich in einer Szene aus dem hinteren Teil des Romans. und es lohnt. ein anderer wurde. Heute lebt er in Barcelona Alles ist kosmopolitisch! Bildbände 70 David Van Reybrouck. was schon daran zu erkennen sei. und Franz hat noch im. vom Stamm der Asra. verteidigt É ­ nard den träumerischen Pro­ jek­tions­cha­rak­ter. die er gerade entdeckt die beiden Weltkulturen seit je vermischt.30 Uhr. Mathias ­Énard. Der Asra: »und mein Stamm sind jene Asra. in der sein Leben vor seinem inneren Auge Revue passiert. in Damaskus. dass es ursprüngliche. das noch im alten liberal-elitären Stil auf eine Kultur des Dialogs und des Austauschs setzt. die sterben. dem türkischen Wort sevdah. ­Sarah seine Liebe zu gestehen. ist Musikologe. wie unsere Identitäten immer schon Ergebnisse des Austauschs und der Vermischung sind. sondern auch ein Liebesfeigling. wie sich Morgen. Doch am nächsten Tag erreicht S­ arah die Nachricht vom Unfalltod ihres Bruders. Franz Ritter. der in Frankreich stirbt. Deshalb sieht er sich. Und nun hat Franz also eine Sevdalinka des bos­ nischen Dichters Safvet-beg Bašagić entdeckt. wie er heiße und woher er komme. »Bach« 73 Jörg Später. »Redefreiheit« Gilles Kepel. wenn sie lieben. Sinnsuche und ­Kulturwissenschaft mit­ein­an­der verflicht. Er heiße. Jahre später übernachtet ­Sarah in Teheran bei ihm. wenn sie lieben. exzentrische französische Orien­ ta­lis­tin. Jahrzehnte später werden die Heine-Verse vom bos­ nischen Dichter Safvet-beg Bašagić in eine Sevdalinka verwandelt: Das orien­ta­lis­ti­sche Gedicht wird seinerseits wieder orien­ta­lisch. Während seines Studiums verbrachte er viel Zeit im Nahen und Mittleren Osten. Alles ist Pro­jek­tion. Auch wenn Aleppo mittlerweile in Trümmern liegt. Der Orient ist uns ja interessanterweise in zwei Büchern präsent. Während Franz an ­Sarah denkt. Franz schenkt­ Orient und Okzident nicht zu trennen sind. Kosmopolitismus galt schon einmal als ein Manöver der jüdischen Weltverschwörung und ist gerade wieder dabei. Einmal. Diese antwortet beglückt: »Alles ist kosmopolitisch. Der Islam ist für ihn vitaler als der säkularisierte Westen mit seiner Genderpolitik. da hat ­Sarah ihn in ihren Schlafsack gelassen. sich in diesen O ­ zean zu stürzen. der Ich-Erzähler. Auf gewesen – man denke zum Beispiel an Ilija Trojanows dieses arabische Wort geht auch das portugiesische großen Roman Der Weltensammler –. notwendige­Selbstaufklärung und Modernisierung Er macht seinen Computer an und fruchtbar ­machen könnte. der wie kaum ein Zweiter mit der deutschen Kultur und Sprache vertraut ist. N OV E M B E R 2 0 1 6 12 Seiten Extra Inhalt Mathias Énard. Ganz so. in Teheran. Da ist S­ arah. hängt mit­ein­an­der zusammen. deren Zusammenbruch die Welt in Atem hält. ­Énard erzählt hingegen davon. Vor zehn Jahren wäre ein persische Arzt. Sevdalinke sind eine traditionelle Liedgattung und durchdrungen haben. liest alte E-Mails. kluge. inspiriert hat. in Aleppo.« Der Jude aus Düsseldorf.99 € Anthony B. reine Nie hat er sich so richtig getraut.und Abendland wechselseitig durchdringen  VON IJOMA MANGOLD I st Mathias ­Énards Roman Kompass das Buch der Stunde? Man könnte es so sehen. Ihre Wege haben sich in den neunziger und nuller Jahren oft gekreuzt. und in Damaskus tobt der Krieg – der Roman erzählt aus der Perspektive der Gegenwart.– €. in Wien graut der anderen? Darauf gibt ­Énards Roman keine Antwort. Dass der Orient für den Westen immer das Versprechen zügelloser Erotik und Sexualität barg. die eine glänzende wissenschaftliche Karriere hingelegt hat. wie Franz seiner fernen S­ arah schreibt.« Mit einem solchen Geschenk können sich Orien­ta­lis­ten über ihre eigene sawda hinwegtrösten. Die gelehrten Forscher bei ­Énard sind Melancholiker. das so ganz morgenländisch klingt. Kompass ist nämlich auch ein Wissenschaftsroman von stupender Gelehrsamkeit. Warum findet er keinen Schlaf? Aus zwei Gründen. »Siegfried Kracauer« Wolfgang Kemp. sieht er sein letztes Stündlein gekommen. Zum einen muss ihm sein Hausarzt eine vage ungünstige Einschätzung seines Gesundheitszustands gegeben haben. jener Asra. Zum anderen denkt er in dieser langen Nacht. die folgende Geschichte erzählt: Die Tochter des Sultans lauscht jeden Abend dem Plätschern des Brunnens im Palast. in ein Lama­klos­ter. Eher ist es ein fast schon eskapistischer Roman – nur dass seine Protagonisten eben gen Osten fliehen. Sabine Müller u. mittlerweile in den Fernen Osten verschwunden. ­­Énards eigener Roman ist eine Pro­jek­tion von 1001 Nacht. die schöne. griechisch: die Melancholie. als wenn man beim Begriff Islam nicht ausschließlich an Selbstmordattentäter denkt. Und das ist der eigentliche diskurspolitische Coup von Kompass:­ Während der Literaturwissenschaftler Edward Said in seinem epochemachenden Werk Orien­ta­lis­mus dem Westen vorwarf. Nun liegen Aleppo und Palmyra in Schutt und Asche. und weil Franz Hypochonder ist. für das beide brennen: die Spuren des Westens im Osten und die des Ostens im Westen zu entdecken. sondern Franz’ Ent­ deckung. in denen er seiner ­Sarah so nahe gekommen ist. Religiöse Strenge und raffinierte Erotik. tröstet die melancholischen Seelen der Protagonisten. Denn nichts hassen die Rechts-Identitären mehr. Berlin 2016. die unter Beschuss steht. Atkinson. die nach etwas suchen. Um eine Erweiterung des eigenen Ichs – so wie der 65-jährige Goe­the sich neu erfand. 25. dass O ­ rient und Okzident in permanentem kulturellem Austausch mit­ein­an­der standen.. »Mitarbeiter des Monats« 67 Jami Attenberg. Wer also etwas über die islamische Welt erfahren möchte. »Saint Mazie« Alissa Ganijewa. übernachteten sie unter dem Sternenhimmel der Wüste im Freien. gleichen mit dem portugiesischen Fado und seiner Kompass ist das Antidot zur identitären Bewegung. Verlag Hanser Berlin. das noch ganz auf jenen humanistischen Kosmopolitismus setzt. das der Islam für seine dringend dass er es im Grunde verbockt hat. erzählt der Roman doch die unglückliche Liebesgeschichte des Österreichers Franz und der Französin ­­Sarah. als er zusammen mit der damals 30-jährigen Marianne von Willemer den persischen Dichter Hafis für sich entdeckte und dieses größte Dokument kultureller Fremdbefruchtung. der seine Virilität nicht auf dem Altar des Feminismus und der Gleichberechtigung opfert. die beide Orien­ta­lis­ten sind und die Länder unter dem Halbmond wie ihre Westentasche kennen. Le Pen und dem IS des Teufels ist. Und in der Sufi-Mystik gehen Gottespreis und Liebesrausch. schuf. seiner Traurigkeit. während ringsherum die Internationale des Protektionismus und der Renationalisierung triumphiert. »Kompass« 65 Albrecht Selge.aber dieses Wissen. sawda. was auf Feindbilder. Zum Beispiel jene. »Wohin die Erinnerung führt« 72 John Eliot Gardiner. anspielungsreiche E-Mails. das diesen Austausch belegt. Der Form nach ist Kompass der innere Monolog einer schlaflosen Nacht. Franz. »Terror in Frankreich« Saul Friedländer. ist mer keinen Schlaf gefunden. E Identitäten gibt. Jedes Zeugnis. »Der Oligarch« 76 Klaus Reichert. der lese Kompass. wählt für sein Liebesgedicht eine Sultanspalast-Kulisse. denn auch Franz erzählt in dieser langen Nacht gegen das Sterben an: von der Liebe. was er für die Dekadenz des Westens hält. in Palmyra. wenn sie lieben? Kann man mit solchen philologischen Erkenntnissen irgendetwas bewirken gegen die Gewalt des IS auf der einen Seite und die zunehmende Lust am Kulturkampf der neuen identitären Bewegung auf der s ist 5. ergriffen von der Schönheit der Prinzessin. hat mit Kompass ein literarisches Meisterwerk geschrieben (und dafür den Prix Goncourt bekommen). zu denen die Völker zu ihrem Heil nur zurückkehren müssen. Das eigentliche Geschenk von Franz an ­Sarah ist weniger dieses bosnische Lied. das der bosnischen Volksmusik. Von Abend zu Abend wird das Gesicht des liebeskranken Sklaven blasser. wie ihn Ingres fantasiert und gemalt hat. A. darüber kann auch ­Énard tausendundeine Geschichte erzählen – zwischen Despotentum und Opiumhöhle hat sich der Harem. in Wahrheit eine Nachdichtung eines HeineGedichts ist. »Ungleichheit« 71 Timothy Garton Ash. weil sie mit Leib und Seele Orien­ta­lis­ten sind. Mohammed und stamme aus dem Jemen. 1972 in ­Niort in Nordfrankreich geboren. Und ist Franz nicht selber vom Stamm der Asra. Die Sevdalinke lassen sich ver­ wie eine Po­si­tion. Der Name stammt von von seinem eigenen Orien­ta­lis­mus nichts wissen will. heute wirkt es saudade zurück.LITERATUR DIE ZEIT No 49 65 Foto: Helene Pambrun/Paris Match/Contour by Getty Images B E L L E T R I S T I K 24. »Eine Liebe im Kaukasus« 68 John Burnside. vom Leben und von den Sehn­suchts­orten des Ostens. Jahrhunderts interessiert (beginnend mit Mozarts Rondo alla turca). wie übrigens das Österreich seines Protagonisten auch die Pro­jek­tion eines raffinierten franzö­sischen Schriftstellers ist. das die Orien­ta­lis­ten entbergen. sie sagt. dass ein Mann im Islam fünf Frauen haben dürfe. in der er ihr ein Kompass hat keine Botschaft – außer dieser: dass­ Geburtstagsgeschenk gemacht hat. und es führt das kulturelle Po­ten­zial ihn alles mit S­arah verbindet und vor Augen. wie die untergründigen Strömungen in beide Richtungen fließen. Fremde zu­ unterwerfen. Wie raffiniert É ­ nard Liebesgeschichte. die gegensätzlicher nicht sein könnten: dem Koran und 1001 Nacht. aber es blieb bei keuscher Nähe. aber weil diese Wissenschaftler für ihren Gegenstand brennen. und sofort fliegt sie nach Frankreich zurück. »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« 66 Fil Tägert. in Verruf zu geraten: diesmal als Gutmenschentum der liberalen Eliten. 432 S. »Wie alle anderen«/ »Anweisung für eine Himmelsbestattung« 69 Mathias É ­ nard wurde 1972 in Nordfrankreich geboren. Seither nur noch: E-Mails. Dabei ist Kompass kein politischer Roman im vordergründigen Sinne. die davon überzeugt ist. die angeblich ein zu großes Herz für Minderheiten haben und für das Fremde das Eigene opfern. Ein junger arabischer Sklave beobachtet sie dabei. ist es wichtig zu wissen. als E-Book 18. der für all die Verfeindungssüchtigen zwischen Trump. »Gegen Wahlen« Dieter Hoffmann-Axthelm. immer an ­Sarah. Wie er sie vergöttert! Aber Franz ist nicht nur Hypochonder. Der französische Schriftsteller Mathias É ­ nard erzählt in seinem Roman »Kompass«. Mathias ­Énard: Kompass. die aber doch um die Liebe herumreden wie um den heißen Brei. sein Bild des Morgenlands sei eine koloniale Pro­ jek­ tion. entfaltet sich ein Er­inne­rungs­strom zu jenem Thema. diese von metaphysischer Sehnsucht­ Getriebene. d. »Die trunkene Fahrt« Dmitrij Kapitelman. dichtete Goethe. »Wolkendienst« 77 Empfehlungen zu Weihnachten 78 .

66 LITERATUR

24. N OV E M B E R 2016

Urlaub in
Haha-Dur

Die Kippa steht ihm
schon mal gut

Albrecht Selges hochmusikalisches Kammerstück:
»Die trunkene Fahrt«  VON DAVID HUGENDICK

Dmitrij Kapitelman überredet seinen jüdischen Vater zu einer Reise nach Israel und trifft auf
ein Land, das seine Identität auf eine harte Probe stellt  VON JENS JESSEN

E

Fotos: ddp images (l.); Nadine Kunath

B E L L E T R I S T I K

DIE ZEIT No 49

s ist eine sentimentale Vorstel­ wird unterdessen zum Salon, in dem die Fahr­
lung, dass man im Auto irgend­ gemeinschaft Bonbons lutscht (Granatapfel
wie zu sich findet, während und Ananas) und bei geschlossenem Fenster
man dem Leben immer weiter qualmt, weil großer Geist bekanntermaßen
davonfährt. Im Film heißt die­ empfindlich gegen Zugluft ist.
Es geht um Waldsterben, Kant, Kafka, Moby
ses Genre Roadmovie, in der
Literatur neuerdings auch in Dick, Thomas Bernhard, Franz Liszt, endlose
Deutschland Roadnovel, und man kann nicht Sommerferien in Italien, die Pedalverachtung
sagen, dass ein Ende in Sicht wäre. Kaum eine heutiger Pianisten, tironische Noten, die Farben­
Buchsaison vergeht, in der sich eine Romanfigur blindheit von Habichten und um Bach, Bach und
nicht hinter ein Lenkrad eines vorzugsweise al­ Bach (ab und zu auch Liszt). Manches ist historisch
ten Autos setzt und mit jedem gefahrenen Kilo­ korrekt, manches dahererfundener Quatsch und
meter, jeder versäumten Autobahnabfahrt all­ stets leicht neben der Spur: Gadamer? Ein Käse­
gemach erkennt, dass die daheim zurückgelasse­ philosoph! Moby Dick? Ein Kinderbuch! Und
ne Existenz eigentlich eine traurige Geschichte immer so fort. Zwantulla, der Kritiker und so et­
ist. Inmitten dieser neueren Asphaltromantik was wie die Hauptfigur, schläft zwischendurch
fahren nun vier Männer vor, drei Dünne und ein immer mal wieder ein. Wenn er aufwacht, plap­
Dicker, und parken etwas schief mit einem viel pern die anderen noch immer, latinisieren und
zu kleinen Wagen. Von drinnen hört man nur französeln und rauchen. Selges Parodien von hand­
dröhnendes Gelächter. Damit wäre die Hand­ fester Intellektuellenkonversation produzieren
lung des Romans Die trunkene Fahrt
liebenswert blödelnde Pointen wie
grob umrissen.
»Hinter jedem großen Mann steht ein
Sein Autor ist der Berliner Al­
Kind, das nicht Klavier üben will«. Den
brecht Selge. Vor fünf Jahren wurde
hochtrabenden Perückenton kann
er für sein Debüt Wach mehrfach aus­
Selge ebenso genau persiflieren wie die
gezeichnet. Darin spazierte der Ein­
angetüterten Austriazismen, die der
Fahrer Gasser von sich gibt. Und oft
kaufszentrumsmanager August durch
geht es im Panda so beschwipst hoch
die Berliner Nacht, in der man nicht,
wie sonst in der jüngeren deutschen A L B R E C H T
her, dass man vor lauter Gelächter ver­
Literatur üblich, mit Kaputtheits­ S E L G E
gisst, wie kunstvoll und musikalisch
remmidemmi versorgt wurde. Statt­ 1975 geboren,
diese skurrile Reise komponiert ist. Al­
dessen hörte die Zeit auf zu existieren. ist Schriftsteller
brecht Selge selbst ist ein Kenner der
klassischen Musik. Abseits der gelehr­
Das Unbedeutende wurde bedeutsam, und Kenner ­
ten Munterkeit, die seine Figuren ver­
die Schlaflosigkeit zur Weltanschau­ klassischer Musik
breiten, versöhnt er hier kunstvoll die
ung. Selge war mit Wach ein unauf­
Musik mit der Literatur. Es ist nicht
dringlich eleganter Roman gelungen,
der seinen Witz nicht herausprustete, sondern fein nur tatsächlich ein sehr komischer, sondern auch
dosierte, weswegen es zunächst etwas befremdlich ein hochmelodiöser Roman. Seine vier Figuren
ist, wie verschwenderisch der 1975 geborene ähneln einem Streichquartett mit wechselnden
Schriftsteller nun mit dem Humorüberschuss Rollen. Selge setzt wiederkehrende Leitmotive, die
umgeht, auf den man in der Trunkenen Fahrt trifft. das Aus- und Abschweifende, das Assoziative
Ein Roman in Haha-Dur: Treffen sich ein vieler Stellen wieder zusammenführen – in Form
Musikkritiker, ein Pianist, ein Jurastudent und von nahezu wortgleichen Passagen über Obst­
ein einbeiniger Österreicher und durchqueren brände. Wie eine Fuge hat er die Polyphonie der
1989 Südtirol mit einem Fiat Panda, dieser vier arrangiert. Eine Stimme setzt ein Thema, eine
Blechkiste, in die man am besten nur ausrei­ andere greift es wieder auf, es gibt Engführungen,
chend lebensversichert einsteigt. Die Insassen Umkehrungen und Kontrapunkte, manchmal nur
heißen Zwantulla, Hibiscus, Perger und Gasser ein »Puh« – das man als Leser an manchen Stellen
und sind auf dem Weg zu einem gewissen Pro­ selbst leider rufen möchte, wenn es etwas zu heinz­
fessor Kumm, was aber im Wesentlichen keine rühmannhaft zugeht und der Witz sich etwas
Rolle spielt. Ein Roman der zwei Geschwindig­ leerläuft auf dem Weg von Pointe zu Pointe, vom
keiten, als stream of consciousness geschrieben. Hihi zum Haha. Allerdings: Kammermusik im
Nicht der 30-PS-Motor ihres rostigen Gefährts Fiat Panda, wann gab es das schon? Oder wie es
scheint die vier über Berg und Tal voranzutrei­ Selges Pianist Perger bei nahezu jeder Gelegenheit
ben, sondern ihr Geplapper, als benötigten sie sagt: Ist ja doll.
kein Benzin, sondern nur einen unerschöpfli­
chen Sack voller Hölzchen und Stöckchen.
Man merkt es schnell: Selge interessiert sich
hier weniger für eine sich vollendende Hand­
lung als für den Spaß am gehobenen Unsinn,
am Bildungsdünkelkalauer, an der Feier des
Schwadronierens. Südtirol indessen: eine touris­
Albrecht Selge:
tische Enttäuschung. Die Kirchen sind ge­
Die trunkene Fahrt.
schlossen, die Südtiroler Sensationen bestehen
Rowohlt Verlag Berlin, Berlin
aus Speck, Käse, Parkplätzen, Ställen, Klobesu­
2016; 288 S., 19,95 €,
chen und ausgestopften Tieren. Der Fiat Panda
als E-Book 16,99 €

D

er Titel, Das Lächeln in dem sie sich bewegen? Wo alles kyrillisch
meines unsichtbaren beschriftet ist und unablässig das russische
Vaters, wirft ein Rät­ Staatsfernsehen läuft? Am Strand und un­
sel auf, das durchaus ter Palmen wirken die Einwanderer schon
für einige Seiten Ver­ gar nicht mehr jüdisch, sondern vor allem
wirrung taugt. Mein russisch.
Gleichwohl trifft den Sohn die amtliche
unsichtbarer Vater –
ist das ein dauerhaft abwesender, verschol­ Feststellung, er könne auch ohne jüdische
lener oder der Familie schuldhaft fernblei­ Mutter jederzeit israelischer Staatsbürger
bender Vater oder gar einer, der vom Autor werden, wie ein Freudenstoß. Nicht dass er
nur zu Zwecken eines fiktiven Dialogs sich einbürgern lassen wollte – aber dass er
imaginiert wird? Es dauert ein Weilchen, hier willkommen ist und eine garantierte
bis der Leser begreift, dass es so tragisch Heimat hätte, erscheint ihm als eine ebenso
oder poetisch raffiniert gar nicht zugeht. unverständliche wie unverdiente Gnade.
Der Vater ist sehr wohl vorhanden, zum Mit verdoppeltem Argwohn mustert er al­
Amüsement des Lesers auch in der Hand­ lerdings daraufhin das Land, das sie ihm
lung allgegenwärtig, gemeint ist nur, dass er verleihen möchte. Was ist mit Israel los,
als Jude unsichtbar bleibt. Aber eigentlich dass es so großzügig ist? Und was ist mit
stimmt auch das nicht. Als ängstlicher, in ihm los, dass er sich inzwischen ausgerech­
seiner Identität und Existenz bedrohter, net in Deutschland zu wohl fühlt, um das
Angebot anzunehmen? Im
typisch ost­euro­päi­scher Jude,
Grunde geht es in dem Buch
ein Produkt des Sowjetsystems,
nur um eines: dass für einen Ju­
ist er sehr gut zu sehen. Nur der
den nichts mehr selbstverständ­
Autor, der als kleiner Junge zu­
lich ist in der Welt.
sammen mit seinen Eltern aus
Das könnte man sich indes
Kiew nach Deutschland emi­
auch ohne die Lektüre denken.
grier­te, hätte gern, dass sich sein
Man würde es allerdings nicht
Vater nicht weiter furchtsam
so verzwickt denken, wie es das
versteckt, sondern zu seinem D M I T R I J
Jude­
sein ein selbstbewusstes K A P I T E L M A N Buch entfaltet (einschließlich
eines Besuchs in den israelisch
und greifbares Verhältnis ent­ 1986 in Kiew
besetzten Arabergebieten, bei
wickelt. Zu diesem Zweck geboren, kam als
dem den Autor fast so etwas wie
zwingt er den Vater, mit ihm Achtjähriger
eine Amour fou zu einer Palästi­
nach Israel zu reisen.
nach Deutschland
nenserin anweht). Man unter­
Von dieser Reise handelt das
schätzt auch, wie kurios und
Buch. Es ist sehr komisch, sehr
unterhaltend, sehr rührend und vielfältig kompliziert und immanent ironisch sich
paradox. Rührend und paradox, wie der die jüdische Identitätsbesichtigung entwi­
Vater, der in Leipzig einen kleinen Delika­ ckelt, wenn sie ohne unmittelbare Angst­
tessenhandel aufgemacht hat, sich sträubt, einwirkung geschieht. Dies ist jedenfalls
den Laden zu verlassen und nach Israel zu bei dem Erzähler der Fall, der sich von der
fliegen (obwohl er ständig von der »Securi­ Gefahr jederzeitiger palästinensischer At­
ty« – ein Zauber- und Sehn­suchts­wort – tentate oder Raketenangriffe nicht sonder­
der israelischen Flughäfen träumt), wie er lich irritiert fühlt, sehr im Gegensatz zu
dort misstrauisch die Re­
li­
gion umkreist seinem Vater und den israelischen Freun­
(denn er ist ja aufgeklärter Atheist, studier­ den. Aber warum?
In gewisser Hinsicht geht es bei der Rei­
ter Mathematiker und praktizierender
Kaufmann), wie er dann aber plötzlich se um eine dialektische Angsttherapie – um
ganz selbstverständlich die Kippa trägt, an Heilung von der Angst vor einer nichtjüdi­
der Klagemauer betet und einen robusten schen Umgebung und um Heilung durch
israelischen Chauvinismus übernimmt. die Angst vor allgegenwärtigem Terror. Der
Der Sohn trägt schwer an dem kapriziösen Autor ist selbstverständlich gewitzt genug,
das Uhrwerk dieser Dialektik nicht eigens
Verhalten des Vaters.
Doch seine eigenen Empfindungen ent­ zu benennen, er zeigt aber ihre psychologi­
wickeln sich nicht weniger paradox. Je un­ sche Wirkung bis in beiläufigste Erlebnisse
gezwungener der Vater in Israel auftritt, und Emotionen hinein. Es ist überhaupt
desto merkwürdiger wird dem Sohn alles ein ungeheuer anschauliches Buch, und
Jüdische, zumal es nicht über die Mutter, dass es um sehr viel mehr als einen amüsan­
sondern nur über den Vater auf ihn ge­ ten Reisebericht geht, merkt man nur da­
kommen ist, er also nach orthodoxem Ver­ ran, dass jedes Detail, jede Anekdote von
ständnis gar kein vollgültiger Jude ist. Ge­ etwas spricht und in der lebhaften Gedan­
hört er überhaupt nach Israel, dessen All­ kenwelt des Erzählers unablässig hin und
tagsrassismus gegenüber den Arabern ihm her bewegt wird.
Könnte dieser aufgeregte junge Mann
zudem immer unsympathischer wird? Und
was ist von dem Milieu der Einwanderer auch irgendwann mal zur Ruhe kommen?
aus der ehemaligen Sow­jet­union zu halten, Das verhindert zuverlässig der Vater, der

ANZEIGE

Ein Herrscherleben in all seinen Facetten –
interpretiert von über 30 Schauspielern

John Williams
Augustus
2 mp3-CDs
22,99 € [D]/25,80 € [A]/32,90 CHF*

JOHN WILLIAMS

Corinna Kirchhoff
(Octavia)
© Binh Truong

Jens Wawrczeck
(Gaius Cilnius Maecenas)
© Christian Hartmann

Felix von Manteuffel
(Philippus von Athen)
© Christoph Grunert

Hanns Zischler
(Markus Tullius Cicero)

Christian Redl
(Augustus)

© Jeanne Degraa/
photoselection

© Thomas Leidig/photoselection

Ulrich Noethen
(Nikolaos von Damaskus)
© Joachim Gern

*unverbindliche Preisempfehlung

Hintergrund © gettyimages/Alinari Archives

Das Buch
480 Seiten, 24,– € [D]
Auch als eBook
dtv

AUGUSTUS
ROMAN

_

von einem entgegengesetzten Impuls dazu
getrieben wird, sich so stoisch, gemütlich
und stolz-unbewegt zu zeigen wie möglich.
Man könnte sagen: Er versucht dem zu­
dringlich fragenden Blick des Sohnes im­
mer wieder in die Unsichtbarkeit zu ent­
kommen. Sehr verständlich. Die Tiefenko­
mik des Buches besteht vor allem in diesem
Ringen von Vater und Sohn um Tarnung
und Enttarnung.
Mehr noch als das Selbstfindungsbuch
eines Juden ist es das Buch eines Sohnes.
Das Genre: die Vaterbeobachtung. Die
Methode: nicht unähnlich dem Birdwat­
ching. Wann steht der Vater auf, wann legt
er sich nieder? Wie guckt er morgens, wie
guckt er abends? Wie reagiert er auf dies,
wie auf jenes, was geschieht bei der Nah­
rungsaufnahme, beim Kontakt mit Artge­
nossen, bei der Sichtung von Feinden? Das
geradezu hysterische und hysterisch-komi­
sche Interesse wird hier aber nicht von ei­
nem klassischen Generationenkonflikt frei­
gesetzt, sondern von übergroßer Liebe.
Und wie alle übergroße Liebe ist auch diese
von Sorge beflügelt. Im Grunde hält der
Erzähler seinen Vater für vollkommen le­
bensuntüchtig, er meint, ihn durchs Leben
tragen zu müssen. Umso sensationeller, ge­
radezu kränkend die ornithologische Ent­
deckung, dass der Vater recht elegant zu
fliegen und effizient zu picken weiß.
Zum Letzten handelt es sich bei diesem
Buch also, neben der autobiografischen
Skizze, um einen Liebesroman. Ja, man
muss manchmal fast weinen, so rührend ist
diese eifersüchtig bekümmerte Vaterbeob­
achtung. Sie ist übrigens frei von jedem
Kitsch und, noch erstaunlicher, von jedem
Klischee. Dmitrij Kapitelman, geboren
1986 in Kiew, seit dem achten Lebensjahr
in Deutschland, studierter Soziologe, auch
Journalist und Musiker, kann unglaublich
genau beschreiben und ungeheuer lebhaft
das Beschriebene diskutieren. Eine große
Begabung; das Einzige, was sie hie und da
behindert, geht wahrscheinlich auf den er­
folgreichen Besuch einer Journalistenschule
zurück. Es gibt diese gewissen Journalisten­
schulflottheiten, nichts Schönes, aber auch
nichts, was sich nicht wieder verlernen lie­
ße. Und selbst dieses herrliche Buch wird
von dem gelegentlichen Einbruch schlech­
ter Professionalität in seiner Herrlichkeit
kaum getrübt.

Dmitrij Kapitelman:
Das Lächeln meines
unsichtbaren Vaters.
Verlag Hanser Berlin,
Berlin 2016; 288 S., 20,– €,
als E-Book 15,99 €

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

LITERATUR 67

DIE ZEIT No 49

B E L L E T R I S T I K

Die göttliche
Nichtpointe
Herumeiern, ohne vom Fleck zu kommen: Der Cartoonist Philip
Tägert und sein Roman »Mitarbeiter des Monats«  VON TEX RUBINOWITZ

P

hilip Tägert alias Fil ist ein Berli­ am Montag doch wieder anzufangen, wo man auf­
ner Comiczeichner und Allein­ gehört hat, stattdessen immer diese improvisierten
unterhalter, der außerhalb Berlins ­Ideen, etwa mit hart gekochten Eiern in Konzerte
leider vollkommen unbekannt zu kommen, der Eintritt für eine Person wird ge­
ist, er zeichnete über Jahre regel­ zahlt, man wird gestempelt, und mit dem Ei wird
mäßig in der Stadtzeitung Zitty der Abdruck abgeklatscht und auf einen anderen
eine Seite voll. Seine Helden, Handrücken abgerollt, man kommt zwar rein, weil
wenn man sie so nennen möchte, waren die bei­ der Türsteher die Idee vielleicht gut findet, trotzdem
den sich im derbsten Berlinerisch durchs Märki­ kommt man nicht vom Fleck.
sche Viertel pöbelnden Schweine Dieter Kolenda
Aber am Ende, dramaturgisch könnte es nicht
(Didi) und Andreas Stullkowski (Stulle), zwei besser gesetzt sein, funktioniert dann doch mal eine
Vertreter des sozialen Bodensatzes. Didi war ein Idee, ein simpler Kartentrick, der in seiner slapstick­
ebenso dummer wie dicker Angeber, der Gummi­ haften Dramatik etwas Filmisches hat und der einen
zug seiner schlabbrigen Jogginghose war weiter als atemlos, beglückt und berstend vor Lachen aus dem
sein schlabbriger Horizont. Stulle hingegen, das Buch entlässt. Der Knoten hat sich gelöst, und man
andere Schwein, klein und schüchtern, bewun­ kann nur hoffen, dass Nick jetzt endlich angekom­
derte Didi, dem er nur auf Kniehöhe reichte. In men ist und nicht, wie bislang immer und immer
den verlabert kubistischen Wortgefechten mit wieder, weiter gezwungen sein wird, eine komplett
Didi unterlag er regelmäßig, aber nur scheinbar, glatte Wand hochzuklettern.
und wurde am Ende stets von Didi verprügelt,
Fil Tägert tritt auch auf sogenannten Klein­
völlig grundlos, das war dann die Pointe. Immer kunstbühnen auf, allerdings nahezu ausschließlich
wieder auftauchende Figuren in die­
in Berlin, mit einer umgehängten Holz­
sem Kosmos waren der Psychothera­
gitarre und einer Handpuppe, einem
peut »Der Rainer« (seit 20 Jahren
Stoff­hai namens Sharkey. Das Groß­
ohne staatliche Fördermittel), Frau
artige an diesen Auftritten ist stets, dass
Stullkowski (Stulles Mutter) und Gott
Fil glaubwürdig ein kultiviertes ­Chaos
(Stulles unehelicher Vater). Didi &
abzuliefern versteht, von dem er offen­
Stulle sind in sieben Comicbänden
bar selbst nie genau weiß, wie alles­
archiviert, jeder von ihnen voltenreich
enden wird, er ähnelt da sehr Helge
wuchernd, wie von Arno Schmidt und P H I L I P
Schneider und dessen mit kindlicher
Marcel Proust gemeinsam ausgedacht, T Ä G E R T
Freude vorgetragenen, uferlosen Zwi­
wenn die beiden witzig gewesen wä­ Man kann durchaus schenansagen, in denen er es vorsätzlich
ren. Titel wie Der Plan des Gott und sagen: Wer in
darauf anlegt, dass ihm die Pointen
Getötet vom Tod versprachen, dass es Berlin war und Fil
während des Vortrags einfallen, und
um nicht weniger als um das große nicht gesehen hat,
wenn sie ihm nicht einfallen, ist eben
Ganze, also ans Eingemachte ging.
die fehlende Pointe die Pointe, bei Tä­
war nicht in Berlin
Nach Pullern im Stehen über seine
gert ebenso. Man kann durchaus sagen,
Westberliner Kindheit und Jugend hat
wer in Berlin war und Fil nicht gesehen
Tägert nun ein zweites Buch geschrieben, über die hat, war nicht in Berlin.
Warum nur die kleinen Bühnen in diesem
Adoleszenz, Mitarbeiter des Monats, es ist, man kann
es sagen, ohne rot zu werden, das lustigste Buch des Schlumpfhausen namens Berlin? Die Ärzte, natur­
Jahres, wenn nicht des Jahrfünfts.
gemäß große Fans von ihm, haben Fil angeboten,
Es geht um einen Punk namens Nick, der ei­ auf einer Tour vor ihnen aufzutreten – abgelehnt.
gentlich Thomas heißt und für Punk viel zu spät Einladungen zu Markus Lanz? Abgelehnt. Gastspiel
gekommen ist, der bei allem zu spät kommt, der am Schauspielhaus Stuttgart? Abgelehnt. Woher
nicht weiß, wie er überhaupt irgendwo an­ diese Verweigerungsattitüde? Es ist dieses den­
kommen soll, seine Kumpels sind Burner,­ ehemaligen Westberlinern immanente Misstrauen
Speichel, Murat, Milbe, was nicht von ungefähr gegen den Rest Deutschlands, nachdem jahrzehnte­
wie das Kleinganovenpersonal in Graham­ lang nur Irre in diese einstmals idyllische, am Tropf
Greenes ­
Brigh­ton Rock klingt, Dallow, Spicer, hängende, ummauerte Muffigkeit zogen und so ein
Pinkie, Cubitt, nur dass bei Tägert die Ganoven­ falsches Bild von Westdeutschland bei den unselbst­
haftigkeit darin besteht, in einem Lokal stur im­ bewussten Berlinern hinterließen. Was soll man da?
mer wieder Fassbrause zu bestellen, in der Hoff­ Maultaschen und Labskaus essen, das man nicht
nung, dass der Wirt, der einen ignoriert, einem mal mit der geliebten Fassbrause runterspülen kann,
irgendwann ungefragt diese Fassbrause hinstellt, weil es sie dort nämlich nicht gibt? Fil kennt kein
sodass man wenigstens in dieser Gesellschaft an­ Schwein, aber er ist, tja, das, was Distelmeyer über
kommt, aber nicht einmal das wird gelingen.
Mutter gesagt hat, wenn nicht das »Geilste«, so doch
Nick arbeitet bei McDonald’s und geht mit das Komischste, was man in Deutschland derzeit
seiner »funky Clownsuniform« zu einem Nick-­ kriegen kann.
Cave-­Kon­zert, als Zeichen seiner Unangepasst­
Fil auf der Bühne, in seinen Comics und jetzt
heit, um doch auch hier nur wieder Unverständ­ mit diesem Buch ist ein störrischer Solitär, was
nis und Verachtung zu ernten, selbst der Sänger das kompromisslose Konzept des vorsätzlichen
mit demselben Vornamen ignoriert ihn. Sorgen Verzettelns, Verweigerns und Verbrabbelns be­
macht ihm auch sein »Penis, dieser irre Volltrot­ trifft, die göttliche Nichtpointe, um die ihn My­
tel«, offenbar ist auch er gegen seinen Besitzer, riaden von halblustigen Comedians beneiden,
zuerst muss dieses Verbindungsglied zum ande­ doch Fil kann nur voller Spott seinen kahlen
ren Geschlecht durch einen chirurgischen, na­ Kopf schütteln vor so viel hilflosen Versuchen,
türlich missglückten Eingriff, nun ja, passend zum Kern der Komik vorzudringen, in der es
gemacht werden, um dann auf Frauen zu treffen, eben nicht nur um einstudierte Witze, sondern
die mehr an ihren Katzen interessiert sind und um die ganze Haltung dahinter, den Vortrag, das
irgendwann mal etwas Zeit für sich brauchen. Nichtanbiedern, einfach das ganze Paket an Sou­
Wie lang? Drei Monate. Okay, dann kann man ja veränität geht. Wenn er nur diesen genetischen
in der Zwischenzeit wieder mal an seinem Penis Minderwertigkeitskomplex der Berliner nicht
herumschneiden lassen.
hätte – so bleibt er nur weltberühmt in Berlin.
Und gründet eben mal eine Band, die »Adolf
Als Nick von seinem WG-Mitbewohner da­
and the Peoples« heißt, der Keyboarder La Boum bei ertappt wird, ein paar Schmuddelhefte in die
vergisst immer alles, so geht das natürlich nicht, Wohnung zu schmuggeln, purzeln ihm die aus
aus dem Probenstadium kommt man auch nicht dem Pulli, und auf die Frage, was er denn da ver­
raus, vielleicht nützt ein Namenswechsel, natür­ steckt habe, antwortet Nick: »Hä, ich versteck
lich, nur so wird man erfolgreich, der Vorschlag hier gar nichts, wach mal auf, Alter. Ich hatte die
wird angenommen, ab nun heißt man Blumfeld. sowieso schon unterm Arm, und dann hab ich
In dem zehn Jahre alten, sehr guten Dokumen­ den Pulli drübergezogen, und dadurch waren sie
tarfilm Wir waren niemals hier von Antonia Ganz dann drunter, und ich hab gedacht, ist ja egal,
über die Berliner Band Mutter sagt der Musiker drunter oder drüber, ich schmeiß sie ja eh weg.
Jochen Distelmeyer aus Bielefeld, dass er, als er Ist das hier ein Verhör?«
Kann man Fil Tägert, den Autor dieses Buchs,
Mutter zum ersten Mal sah, umgehauen war, um
am Ende onkelhaft zu resümieren: »Später werden zwingen, sein Versteck aufzugeben? Nein, kann
die Leute sagen, das hier, das hat kein Schwein man nicht, wer weiß, was da sonst noch so aus
wahrgenommen, das ist aber das Geilste gewesen.« ihm rauspurzeln würde.
Er sollte recht behalten, Mutter waren und sind
immer absurd unbekannt geblieben in ihrer kom­ Tex Rubinowitz, geboren 1961, ist selber
promisslosen Singularität und gleichzeitig immens Cartoonist und Schriftsteller. 2014 gewann er
einflussreich, auch und gerade für Distelmeyers den Ingeborg-Bachmann-Preis
eigene Band Blumfeld, die nun ihren wundersamen
Auftritt in Tägerts Buch bekommt. Distelmeyer hat
letztes Jahr seinen ersten Roman veröffentlicht, das
Buch ist, nun ja, wie sagt man es milde, also man
würde sich für ihn wünschen, dass es »das Geilste«
gewesen wäre oder dass es kein Schwein wahrge­
nommen hätte.
Tägerts Held eiert in großer Ratlosigkeit und
Fil Tägert: Mitarbeiter des
Verzweiflung herum, soll man sich jetzt weiter bei
Monats. Rowohlt Verlag,
McDonald’s mit seinem Kollegen Rainer rum­
Reinbek 2016; 304 S., 19,95 €,
ärgern, soll man kündigen, dann kündigt man, um
als E-Book 16,99 €

Ein Schwein mit Berliner Schnauze. Aus: »Didi und Stulle – Die Gesamtausgabe«
(3 Bände im Schuber mit 240 Seiten, erschienen im Reprodukt-Verlag)
Foto: Reto Klar; Illustration: Fil/Reprodukt

ANZEIGE

Lesen Sie, was Sie wollen. Wo Sie wollen.
Mit dem Kindle Paperwhite. Und mit Zugang zu Millionen E-Books.

68 LITERATUR

24. N OV E M B E R 2016

DIE ZEIT No 49

Im kalten Wind
des Lebens
Jami Attenberg entfaltet im New York der Großen Depression ein Drama von
Hoffnung und Wahnsinn. Mittendrin: Ihre Heldin »Saint Mazie«  VON SUSANNE MAYER

G

4 Bände in Kassette. Zusammen 4.600 S. Geb. € 98,– ISBN 978-3-406-69781-4

„Was für ein Meilenstein:
Einige der besten
Historiker schreiben
eine Geschichte der
Welt.“
Dirk van Laak,
DIE ZEIT

elegentlich passiert es – Short Storys veröffentlicht und seitdem drei
ein Buch wird aufge­ Romane.­ Saint Mazie ist der vierte Roman
schlagen, erste Zeilen, dieser Autorin, die sich mit Die Middle­steins
und man ist komplett auf die Bestsellerliste der New York ­Times
gefangen. Es ist vielleicht katapultierte, einer Zeitung, in der Attenberg
ein Gedanke, ein Sound, vor einigen Tagen einen Brief an den de­si­
in drei, vier Sätzen hat man ein Gefühl für gnier­ten Präsidenten der Vereinigten Staaten
die Person, die spricht. In diesem Fall ist es ­Donald Trump veröffentlicht hat. Mit der
Mazie, eine Kinokartenverkäuferin im le­ Bitte, seine politischen Vorhaben zu revidie­
gendären East Vil­lage von New York. Man ren, im ­Einzelnen: die De­por­ta­tion von elf
liest Sätze aus ihrem Tage­buch,
Millionen illegalen Einwande­
es ist der Eintrag vom 9. März
rern, die Abweisung von Musli­
1939, und Mazie, die ihr Leben
men an den Grenzen Amerikas,
in einem Glashäuschen vor dem
die ­Einschränkung des Rechtes
Kinopalast ­Venice, im Schatten
auf Schwangerschaftsabbruch, die
einer donnernden Hochbahn­
Le­gi­ti­ma­tion von Water­boarding
trasse, verbracht hat, vermerkt,
und anderen Formen der Folter.
ein Kerl sei aufgetaucht und
Der Brief war eine stolze Er­inne­
habe ihr die Geschichte ihres J A M I
rung an das, was Amerika aus­
Lebens abkaufen wollen.
macht, eine großartige Verfas­
AT T E N B E R G
sung, er ist unterzeichnet von
Mazie schreibt: »Ich sagte, wen 1971 geboren, hat
Attenberg und anderen Mitglie­
interessiert schon mein Leben? ihr Handwerk an
dern der Bürgerrechtsbewegung
Den ganzen Tag über sitze ich an der Johns Hopkins
ACLU, American C
­ ivil Liberties­
der Kinokasse.« Und der Typ sagt: University gelernt
»Das interessiert viele, denn was
Union, die vor 100 Jahren in New
wären die Straßen ohne Sie?«
York gegründet wurde.
Er hätte sagen können: Was wären die
Attenberg, die ihr Handwerk an der Johns
Menschen hier ohne Sie? Hier ist in der­ Hopkins, einer der Eliteuniversitäten Neu­
Bowery, wo sich die Mi­gran­ten aus allen englands, gelernt hat, gelingt es, nicht weniger
Ländern der Welt lange mischten, russische als diese letzten 100 Jahre aufzublättern. Zu
Juden, Chinesen, Italiener, Leute, die in langen den Stärken der Autorin gehört eine virtuose
Schlangen vor Mazies Glashäuschen auftau­ Gestaltungskraft. Segmente aus den Maziechen und Tickets kaufen, Liebespaare, die im Tagebüchern bilden das Gerüst. Das Tage­
Dunkeln knutschen wollen, müffelnde Typen, buch, ein Geschenk zu Mazies zehntem Ge­
die sich ein Stündchen Wärme ersehnen. burtstag, setzt ein im Jahr 1907, die Eintra­
Abends, nach der letzten Vorstellung, verlässt gungen ziehen sich dann über drei Jahrzehnte
Mazie ihre Zelle und streift durch die Straßen, hin, bevor sie versiegen, fast 30 Jahre vor
wo dürre Gestalten in Lumpen gebettet liegen, Mazies Tod im Jahre 1964, und es vergehen
verteilt Seife und Geld oder ruft den Kranken­ noch mal Jahrzehnte, bevor das Tage­buch,
wagen, um die Körper aufsammeln zu lassen. das verschollen war, wiedergefunden wird.
So wie eine Flo­rence Nightin­gale über die Eingelagert in Mazies Notizen sind Beobach­
Schlachtfelder des Krieges zog, so zieht Mazie tungen von Passanten dieses Lebensweges, der
durch die Verwüstungen der Wirtschaftskrise, in einem Dreimädelhaushalt in Boston be­
weshalb die Menschen sie Saint Mazie nennen, ginnt. Rosie, die Älteste, nimmt nach einer
alternativ: die Königin der Bowery. Eine his­ Familientragödie ihre beiden Schwestern zu
torisch verbürgte Gestalt.
sich und ihrem Mann nach New York. Mazie
Schon Attenbergs Roman Die Middle­steins und Jean wachsen auf im Dunstkreis der
inne­
run­
gen von
hatte, als er letztes Jahr auf Deutsch erschien, Mafia. Man liest hier Er­
bei Kritikern zu Augenaufreißen geführt. So Nachbarn, es äußert sich etwa ein Lehrer oder
gut! So durchgeknallt, tief und wahr! Aus eine Ur­enke­lin von Ruby Wallach, der als
Amerika! Jami Attenberg, geboren 1971 in Sohn russischer Intellektueller das Kino be­
Illinois, hat bereits vor zehn Jahren erste treibt, für das Mazie die Karten verkauft. Der

B E L L E T R I S T I K

Sohn eines Captain Ben meldet sich zu Wort,
mit dem Mazie eine Amour fou verband. Es
tritt auf ein Mann, der Mazies Tagebuch am
Wegesrand in einer Kiste aufgreift und dann
nicht aufhören kann, dieses unglaubliche Ge­
schehen zu erforschen. Eine der Hauptrollen
spielt der Flachmann. »Das Stechen in meiner
Kehle war der beste Schmerz, den man sich
wünschen konnte«, heißt es.
So flirren viele Stimmen polyfon über ein
Geschehen, das sich nur einen Steinwurf ent­
fernt von der imposanten City Hall und den
großen Gerichten Manhattans entfaltet. Zur
einen Seite hin liegt die Brooklyn ­Bridge, ein
Weltwunder der Architektur, und zur anderen
Seite die Wall Street, in der die Weltwirtschaft
implodiert. Wie eine Discokugel dreht sich
der Roman und erhellt in Blitzen das Leben
der Menschen. Eine der schönsten Sexszenen
der Literatur inszeniert Attenberg hoch über
dem East ­River und eine erstaunliche, zärt­
liche Freundschaft zwischen einer winzigen
Nonne und Mazie, die sich von einer rund­
äugi­gen Schönheit zu etwas entwickelt, das
»zwischen Paradiesvogel und Schnapsdrossel«
liegt. Eine blondierte Diva, die ohne Wim­
pernzucken im Schmutz herumstiefelt, sie
notiert: »Ein Krankenwagen letzte Nacht.
Und er hat noch nicht mal durchgehalten, bis
er kam. Seine Hand in meiner. Es fing schon
an zu stinken in der Hitze, nach Schmutz,
nach Tier, nach ­Scheiße.«
Mehr Leben geht nicht. Auch wenn nicht
jede der Figuren komplett entfaltet wird.
Attenberg gestaltet klug die Distanzen zwi­
schen ihnen und Mazie, die durch die Blicke
der anderen scharfe Kontur gewinnt. »Ich
sagte: Nimm Liebe mit, wo du sie findest«,
sagt Mazie zu einem L
­ over, der sie wegen einer
anderen verlässt. Auch das zeigt der Roman
– was Chuzpe ist.

Jami Attenberg:
Saint Mazie.
Roman; a. d. Engl. v.
Barbara Christ; Schöffling
& Co. Verlag, Frankfurt
a. M. 2016; 384 S., 24,– €,
als E-Book 19,99 €

Nur die Braut fehlt
Alissa Ganijewas Roman »Eine Liebe im Kaukasus« erzählt literarisch rasant von den
Komplikationen, die entstehen, wenn man verheiratet werden soll  VON MORITZ SCHEPER

V

„Neuland in jeder
Himmelsrichtung,
auf jeder Seite.“
Richard Kämmerlings, Die WELT
1.002 S., 54 Abb., 24 Ktn. Ln.
€ 49,95 ISBN 978-3-406-64104-6

1008 S., 55 Abb. 34 Ktn. Ln. € 48,–
ISBN 978-3-406-64103-9

1152 S., 62 Abb., 16 Ktn. Ln. € 48,–
ISBN 978-3-406-64105-3

www.chbe ck .de

955 S., 62 Abb., 9 Ktn. Ln. € 48,–
ISBN 978-3-406-64106-0

C.H.BECK

Fotos: Leonardo Cendamo/LUZ/fotogloria (o.); Anna Weise/SZ Photo

© Anna Weise

„In
„In einerr Welt,
die aus den Fugen
F ugen zu
u geraten scheint,
vermittelt unss Heinrich
Heinric
ch August Winklers
monumentale
monumenta
ale Geschichte
Gesch
hichte des Westens
originelle Einblicke und Denkanstöße.“
Frank-Walter Steinmeier

or fünf Jahren führte die gerrechtlerin, aber die Eltern haben ihn die
kleine Anthologie mit Zweitagesreise an den äußersten Rand des
dem wunderbaren Titel zerfallenen Sowjetreichs antreten lassen,
Das schönste Proletariat damit er endlich heiratet. Der Festsaal ist
der Welt eine neue rus­ bereits gebucht, nur die Braut fehlt noch.
sische Erzählergeneration Da trifft es sich gut, dass gleichzeitig auch
in den deutschen Sprach­ Patja aus Moskau ins heimische Dagestan
raum ein. Schon damals stach die junge beordert wurde, die mit ihren bald sechs­
Alissa Ganijewa als erfrischende und ge­ undzwanzig Jahren Gefahr läuft, als alte
witzte Stimme aus dem Verbund aufge­ Jungfer zu enden. Doch wie in jedem gro­
kratzter Jungautoren heraus. Nun, nach der ßen Drama und kleinerem Melodram gilt
es, vorerst einen größeren Hin­
Lektüre von Eine Liebe im Kaudernislauf erfolgreich zu bewäl­
kasus, ihrem zweiten ins Deut­
tigen. Da ist etwa der aggressive
sche übertragenen Roman, muss
Brautwerber Timur, Typ bau­
man festhalten: An dieser Auto­
ernschlauer Lokalpolitiker, den
rin führt kein Weg vorbei.
Patja abwimmeln muss, ohne
Man nehme nur den Titel
dabei auf die Unterstützung
des neuen Buches, der ein biss­
von Familie und Nachbarschaft
chen Herzschmerz am Kaspi­
zählen zu können. Und dann
schen Meer suggeriert – eine
gibt es noch das Problem mit
haltlose Untertreibung! Ein um­ A L I S S A
dem Regionaloligarchen Halil­
fängliches Panorama der post­ G A N I J E W A
bek, der vor Jahren im Suff
sowjetischen Gesellschaft steckt Jahrgang 1985,
in dieser Liebesgeschichte, denn wuchs in Dagestan Marats Halbbruder überfahren
hat. Patjas Vater gab ihm da­
in Dagestan, diesem Hinterhof auf und lebt
mals ein Alibi.
Russlands im Nordkaukasus, heute in Moskau
Erzählt wird Eine Liebe im
zählt überhaupt nur die Liebe,
Kaukasus alternierend aus der
könnte man meinen. Die Leute
scheinen besessen vom Heiraten, »Hoch­ Sicht der beiden Liebenden. Diese durch
zeitsgeschäfte auf Schritt und Tritt. Bou­ und durch melodramatische Struktur ist
tiquen europäischer Designer, Zentren­ ein Zugeständnis an die aufs Melodram
islamischer Brautmode, Krinolinen, Schlep­ getrimmte Kultur Dagestans (»Was für Lei­
pen, Tüllschleier, Pelzkolliers, exklusive denschaften ... Die reinste Fernsehserie«).
Doch ähnlich wie Rainer Werner Fassbin­
Kollektionen.«
Distanziert betrachtet Marat die Ausla­ der nutzt Ganijewa diese populäre ästheti­
gen am Prospekt seiner Heimatsiedlung. sche Form, um über etwas ganz anderes zu
Eigentlich arbeitet er als Anwalt in Mos­ erzählen. Denn mehr noch als jede Ver­
kau, aktuell am Fall einer ermordeten Bür­ liebtheit in den »teeschimmernden Augen«

verbindet Marat und Patja die Gratwande­
rung zwischen der Moskauer Moderne und
der archaischen Realität Dagestans. Morde
an Oppositionellen und eine rigorose Ab­
lehnung alles Nichtslawischen in der
Hauptstadt, in der Provinz Rückständig­
keit in jeder Hinsicht, Aberglaube und isla­
mistischer Extremismus, dem der Staat mit
willkürlicher Polizeigewalt antwortet. In
ihrer schnoddrigen Sprache tuscht die Au­
torin all dies in die Hochzeitsvorbereitun­
gen, rückt mal mit dem Mord an der Bür­
gerrechtlerin die gesamtrussische Situation
ins Bild, um dann wieder anhand der Um­
triebe Halilbeks die kaukasischen Eigenhei­
ten herauszustellen. Und sie denkt gar
nicht daran, schlussendlich alle Fäden zu­
sammenzubinden. Den brüchigen Boden
eines Systems voller Unwägbarkeiten, wel­
chen das neue Russland seiner hungrigen
und gebildeten Jugend bereitet, lässt sie für
sich sprechen. Dennoch steckt in ihrer un­
geschönten Wiedergabe dieser irren Ver­
hältnisse ein verschmitztes Wohlwollen
und die Hoffnung, dass diese junge Gene­
ration der russischen Malaise schon Herr
werden wird.

Alissa Ganijewa: Eine Liebe
im Kaukasus. Roman; a. d.
Russischen von Christiane
Körner; Suhrkamp Verlag,
Berlin 2016; 240 S., 22,– €,
als E-Book 18,99 €

DIE ZEIT No 49

LITERATUR 69

ANZEIGE

24. N OV E M B E R 2 0 1 6

Die Hölle, in der die
Unschuldigen schmoren

Foto (Ausschnitt): Regina Schmeken/SZ Photo

B E L L E T R I S T I K

st Kafkas Forderung, ein Buch krankheit aller Verschwörungstheoretiker, der erste oder letzte Mensch auf der Erde zu
müsse sein »wie eine Axt für das sondern auch als die Dichterkrankheit sein, gibt es in Wie alle anderen jene »leicht
gefrorene Meer ins uns«, über­ schlechthin erscheinen. In Burn­sides eigenen epiphanischen Momente«, in denen aus Ab­
haupt erfüllbar? Lügen über mei- Worten: »Man sieht Muster, wo keine sind, stürzen plötzlich Aufschwünge werden.
nen Vater und Wie alle anderen, hört Stimmen im allgemeinen Grundrau­
Auch wenn es die meisten Rezensen­
die autobiografischen Bücher des schen, sieht Gott oder den Teufel im letzten ten gerne ignorieren: Burn­
side ist ein
schottischen Dichters John Burn­ Rest Fertignudeln.«
Schriftsteller, der auf Transzendenz, auf
side, kommen einer solchen Axt zumindest
Die Therapie dieser Krankheit um­ Erleuchtung aus ist und der wie die Mys­
sehr nahe. Der 1955 in der Bergarbeiter­ schreibt Burn­
side mit einem Stendhal- tiker weiß, dass Leere und Finsternis da­
stadt Cowdenbeath geborene und später in Satz: »Wir müssen so tun als ob; wenn das für Voraussetzungen sind. Nicht nur in
der Stahlarbeiterstadt Corby aufgewachse­ nicht gelingt, sind wir verloren.« Das heißt, Burn­sides Prosabüchern, auch in seinen
ne John Burn­
side wurde im deutschen Burn­side verordnet sich »Normalität«, geht Gedichten sind deshalb Wörter wie heilig,
Sprachraum spätestens durch den 2011 an zu den Anonymen Alkoholikern, zieht in Gnade oder Wunder gleichsam konstitu­
ihn verliehenen Petrarca-Preis bekannt ein Reihenhaus der Londoner Vorstadt tiv. Doch es sind die ganz »gewöhnlichen
(zur Jury zählten Peter Handke und Mi­ und lebt ein gleichförmiges An­ge­stell­ten­ Wunder«, die der Dichter feiert, ein be­
chael Krüger), aber früh schon missionier­ leben, dessen totale Trostlosigkeit ihn aber stimmter Lichteinfall auf einer Straße am
ten auffallend viele österreichische Schrift­ spätestens an den Wochenenden erst recht Meer, ein Augenaufschlag, die Arme einer
steller für Burn­side, neben Daniel Kehl­ zurück in die Selbstzerstörung treibt, zu­ Frau. »Es gibt zwar eine andere Welt, aber
mann und Thomas Glavinic etwa auch rück zu besinnungslosen Besäufnissen, sie ist in dieser«, schreibt Burn­side und
Clemens J. Setz, der Burn­sides Erinne­ Drogen, falschen Freunden und Frauen, zitiert Oscar ­
Wilde: »Das eigentliche
rungsbücher als »schwindelerregend in­ die er nicht wiedererkennt, wenn er ir­ Mysterium der Welt ist das Sichtbare,
tensiv« rühmte. Tatsächlich verliert ein gendwo in fremden Zimmern oder an ir­ nicht das Unsichtbare.«
Leser, der in ihren Sog ge­
Am Ende seines Erinne­
rät und dabei fast körper­
rungsbuches fragt sich Burn­
lich schmerzhaft miterle­
side, »ob es nicht eine Alter­
ben muss, wie schutz- und
native zu den Zwillingspolen
fassungslos dieser Dichter
von verrückt und normal
den Katastrophen seiner
gibt, eine Disziplin, in etwa
Kindheit und Jugend aus­
dem Fliegen vergleichbar oder
geliefert war, leicht selbst
dem Verschwinden. In jeder
die Fassung.
Nacht des Jahres, insbesonde­
In Lügen über meinen
re aber im tiefen Winter,
Vater beschrieb John Burn­
wenn still das Land ruht,
side ohne jedes selbstmit­
bleibe ich gern alleine wach,
leidige Tremolo den aus­
lausche, beobachte und weiß
sichtslosen Kampf gegen
um die Straße, die am Fenster
seinen brutalen und ver­
vorbei ins Jenseits führt.« Es
hassten Vater, einen exzes­
ist diese Straße, die John
siven Alkoholiker, der sich
Burn­side so oft in seinen Ge­
in immer neue Lügen über
dichten betritt, eine Straße,
seine Abstammung flüch­
auf der Gegenwart und Ver­
tete und sich für seine
gangenheit seltsam ineinan­
Herkunft als Findelkind
der verschwimmen. Neben
an seiner eigenen Familie
den Moorlandschaften und
rächte, besonders an sei­
den Tieren seiner schotti­
nem Sohn, dem er jedes
schen Heimat begegnen ihm
Existenzrecht absprach.
dort viele Tote, die aber ihre
Wie oft riet die Mutter
früheren Alltagsarbeiten ver­
dem Sohn, aus dem Fens­
richten, auch der Vater ist da­
ter zu springen und sich
runter, der fast nicht mehr
zu retten, wenn der Vater
zum Fürchten ist (»Tote ha­
wieder einmal wütete.
ben in einem Land wie dem
J O H N B U R N S I D E , Lyriker und Romancier,
Lügen über meinen Vater
unseren / mehr Freunde als
kennt die Abgründe und sucht die Erleuchtung
wirkte in der wohltempe­
die Lebenden«). Auch sich
rierten englischen Litera­
selbst als Kind trifft Burn­side
turlandschaft wie ein Gruß
dort (»mehr Bestie als Bub, /
aus der Hölle, wobei in
mehr Unhold denn Bestie«).
Burn­sides Hölle »nicht die Schuldigen, son­ gendeinem Straßenrand neben ihnen wach Irgendwann stößt diese Straße, auf der er
dern die Unschuldigen schmoren, das erst wird und nicht nur jedes Zeitgefühl verlo­ »weder fortgehen kann, noch bleiben«, auf
macht sie zur Hölle«. Wenn Burn­side die­ ren hat, sondern auch den Glauben daran, »diese Leere, / die wartet, gefüllt zu wer­
sem Buch die Warnung vorausschickte, die Sonne könne je wieder aufgehen. Die den«. Es ist die Leere der Abwesenheit
man solle es »am besten als ein Werk der wenigen ernsthaften Liebesversuche, die er Gottes, doch mit Simone Weil weiß Burn­
Fiktion« lesen, so klang das wie Hohn. mit Gina, A
­ dele, Crystal und zuletzt mit side, dass »Gott in der Schöpfung nicht
Wahr ist allerdings, dass für das geschunde­ der fünfzehnjährigen Schülerin Esmé un­ anders anwesend sein kann als in der Form
ne Kind und den aufbegehrenden Halb­ ternimmt, sind alle zum Scheitern verur­ der Abwesenheit«.
wüchsigen schon früh »die reine Wirklich­ teilt und führen ihn zur Erkenntnis, dass
Was für ein Glücksfall, dass gleichzeitig
keit der Fiktion«, wie sie sich aus den selt­ Liebe nur neue Unordnung, eine andere mit Burn­sides Erinnerungsbuch jetzt auch
samen Wörtern in Büchern und bald auch Form der Verrücktheit und eine weitere sein (von Iain Galbraith so genau wie liebe­
in eigenen Schreibversuchen formte, ein »Pulverisierung des Ich« bedeutet.
voll übersetzter) Gedichtband Anweisungen
Trost war und, außer der Flucht zu den
Sucht man nach Vergleichen für Burn­ für eine Himmelsbestattung erschienen ist,
»heißen Freuden des Alleinseins« in der Na­ sides Kunst, findet man sie vielleicht eher bei belegt er doch ebenso wie sein 2011 erschie­
tur, meist der einzige Trost. »Dichter wird einem Maler wie Francis Bacon als in der nener Gedichtband Versuch über das Licht
man als Kind«, schrieb Marina Zwetajewa.
Literatur. Allenfalls in den Romanen von (Edition Lyrik Kabinett bei Hanser), dass bei
Schon früh sah sich der junge John Burn­ Denis Johnson, diesem amerikanischen diesem Dichter Prosa und Poesie von gleicher
side dazu verurteilt, selbst den Weg des Vaters Nachfahren Dostojewskis, gibt es ein ähn­ Vollkommenheit sind, was im englischen
und dessen Abstieg in die Unterwelt des Al­ liches Nebeneinander von Finsternis und Sprachraum zuletzt vielleicht nur bei Thomas
koholismus, der Drogen und der Gewalt an­ halluzinatorischer Helligkeit, von Wahn und Hardy der Fall war, einem von Burn­side ver­
treten zu müssen. Auch in Wie alle anderen, Erlösungsfantasien, wobei bei Burn­side noch ehrten Dichter, dem er im neuen Band mit
der jetzt erschienenen Fortsetzung von Lügen bizarrer Humor hinzukommt. Das Besonde­ einer Hommage huldigt. Die Motive, an
über meinen Vater, ist dieser Vater allgegen­ re, ja Einzigartige an seiner Kunst ist es, dass denen sich die Gedichte entzünden, sind hier
wärtig: »Ich kann nicht über ihn reden, ohne sie das eigene Elend und das der anderen nie wie dort dieselben, die gewöhnlichen Wun­
über mich selbst zu reden, so wie ich nie in nur reproduziert, sondern immer wieder der, »die Gnade der Stille«, der Hunger nach
den Spiegel sehen kann, ohne sein Gesicht zu gleichsam Luken ins Daseinsgefängnis schlägt Licht, die äußere Not wie die Seelennot –
sehen.« Schon der Auftaktsatz dieses im und damit Räume eröffnet, in denen das ein­ »Die alte Not ist’s, / die uns bei Kräften hält«
Wortsinne Wahnsinns-Buches hat es in sich: treten kann, was Burn­side mit dem japani­ – und nicht zuletzt die verborgene Schönheit,
»Vor Kurzem, als ich noch verrückt war, fand schen Begriff wabi-­sabi umschreibt, »ein etwa eines Wracks, die zum »gestillten
ich mich in der seltsamsten Irrenanstalt wie­ Zustand alltäglicher Gnade, in dem gewöhn­ Schmerz« wird. In seinen schönsten Gedich­
der, die ich je gesehen hatte.« Die Krankheit, liche Dinge und Ereignisse zu Sakramenten ten sieht sich Burn­side nicht mehr als elend
die Burn­side dort attestiert wurde, trägt den werden«. Nicht erst nachdem Burn­side ein­ Vereinzelten, sondern im Einklang mit den
Namen Apophänie, und ihre Symptome, sehen musste, dass »Normalität« ein Phantom anderen, genauer: Er erschafft diesen Ein­
»grundloses Sehen von Verbindungen, be­ ist, »eine erstaunliche Gabe zur Selbsttäu­ klang mit seinem Gedicht: »Das ewige / Le­
gleitet von der Empfindung abnormer Be­ schung«, und er sich »erneut in freiem Fall« ben, das niemals uns allein gehört, / das uns
deutsamkeit«, lassen sie nicht nur als Ideal­ befindet, mit Panikattacken und dem Gefühl, einschließt, bis alles / Chor ist.«

Foto: © Matthias Baus

I

Über John Burnsides Erinnerungsbuch »Wie alle anderen«
und seine neuen Gedichte  VON PETER HAMM

Sir John Eliot

Gardiner

»Eine monumentale Biografie in Form einer
Kulturgeschichte.«
C O R I N N E H O LT Z , N Z Z A M S O N N TA G

»Weil Gardiner ein überaus kenntnisreicher und
scharfsinniger Musiker ist, wird die Lektüre
zu einem wahren Fest.«
E L E O N O R E B Ü N I N G , F. A. Z .

Ü.: Richard Barth. 760 Seiten mit farbigen Abbildungen und Register
Gebunden, zwei Lesebändchen. Farbig bedrucktes Vorsatzpapier
John Burnside:
Wie alle anderen. Aus dem
Englischen von Bernhard
Robben; Knaus Verlag,
München 2016; 318 S., 19,99 €,
als E-Book 15,99 €

John Burnside: Anweisungen für
eine Himmelsbestattung.
Ausgewählte Gedichte. Englisch –
Deutsch; aus dem Englischen von
Iain Galbraith; Hanser Verlag,
München 2016; 304 S., 22,– €

www.hanser-literaturverlage.de

in der die Mode weniger kommerziell. W.– € Fotos: © Salvador Dalí. Diese Bilder würdigen eine Arbeit. tagelang bücken. ihr Style. © Hermann Recknagel. bei Salvador Dalí wird daraus die reinste Völlerei. Er wusste es immer schon: »Mein Leben?!: ein Tablett voll glitzernder snap­shots«. © Wilhelm Michels/Arno Schmidt Stiftung.90 € Welche Farbe hat die Leidenschaft. 460 S. diverser Diktaturen der Welt (Chile! Griechenland!). Berlin 2016. Steidl Verlag. © Per-Anders Pettersson . © Michael Ruetz. Hunde zu lieben. in Blau variantenreich aufgebaut. v. Kehrer Verlag. 68. Der Surrealist präsentiert 136 Rezepte (etwa »Sirenenschulter« oder »Brustspitzen der Venus«). 49. wenn nötig. sich dem merkwürdigen Tier Mensch anzupassen. Die Hingabe. Köln 2016. die Stoffe überschwänglicher und die Schnitte extravaganter. serviert in zwölf Kapiteln mit leckeren Überschriften (etwa »Sodomierte Zwischengerichte« oder »Monarchenfleisch«). Hermann Recknagel: Suppengrün 0. Franziska Walthers Graphic Novel ist auf jeder Seite ein Abenteuer und insgesamt eines der schönsten Bücher dieser Buchsaison 2016. Berlin 2016. 142 S.– € Die Haut ist dunkler. Göttingen 2016. herrlich gestaltet vom großen Typografen und Schmidtianer Friedrich Forssman.. das Schwimmbad.99 € B I L D B A N D Was ist ein literarischer Klassiker? Jemand mit mindestens 20-bändiger Werkausgabe – und mit einem schwelgerischen Prachtband voller biografischer Fotos und Dokumente. in dem AS später dennoch stets nur zuschaute (o. die Freischwimmerzeugnisse von 1927 und 1928. ihr Glamour. Goethe: Werther reloaded. 168 S. Sonst: Landarbeit – Ernte. 324 S. Per-Anders Pettersson: African Catwalk. anders aus. Fotografien 1967–2010. 224 S. welche Form die Verwirrung. die Fähigkeit. Michael Ruetz.. Mannheim 2016. Sellerie. schon sieht die ganze Mode. Taschen Verlag. Zeichnungen. schleppen. Heidelberg 2016. jetzt neu aufgelegtes Werk. Arno Schmidt: Eine Bildbiografie. Petersilienbüschel. Containernächte. Der schwedische Fotograf Per-Anders Pettersson hat sich auf afrikanischen Fashion Weeks herumgetrieben und eine Welt entdeckt. des Prager Frühlings. Suhrkamp Verlag. Michael Ruetz: The Family of Dog.. Fanny Esterházy. © Franziska Walther/Kunstanstifter Verlag.).99 €. kookbooks. Lauter Fundsachen sind darin: die AS so wichtigen Katzen. Zettelkästen. Die Farben werden greller.– € Der Blick. 24. selbst Katzen – es gibt viele Gründe. deren Bilder von der Welt erzählen Das Auge isst mit.70 LITERATUR 24. Die Diners mit Gala nannte er 1973 sein lukullisches. Dazu viele opulente Bilder Dalís: wahrhaft fantastische Kulinarik! Dalí: Die Diners mit Gala. davon 21 aus Pariser Gourmet-Tempeln. So einen gibt es jetzt über den großen Arno Schmidt. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Augenöffner Sechs Bände. hier beobachtet er den schönen Hunde-Alltag.50 € Natürlich. war ein Chronist der Apo. der junge Jan Philipp Reemtsma. Fundació Gala-Salvador Dalí. Mit Ethno-Folklore hat das nichts zu tun. Absolvent der Folkwangschule Essen. Karotten. 224 S. 39. Bargfeld. 1940 geboren. 38. dafür theatralischer erscheint. was für ein Muster transportiert Verzweiflung? Werther reloaded übersetzt Goethes Bestseller in die visuellen Raster unserer Zeit. v. Gummi drum: Suppengrün. Franziska Walther & J.. 49. Der Reihe nach Lauch­stängel. Hrsg. dieser Himmel im Morgengrauen.. die zum Himmel schreit.. Kunstanstifter Verlag. 2016. immerhin.

geboren in den Vereinigten Staaten. die in verschiedens- ten Gesellschaften einsetzbar wären. Und als Aussicht ins Fernere: Der EU legt er nahe. A. kann sich offenbar durch freie und gleiche Wahlen selbst abschaffen. Vorschlag nutzen. Wie Reybrouck ist auch Hoffmann-Axthelm nicht zum So­zial­ro­man­ti­ker begabt.99 € Anthony B. Brinon/dpa/PA. und Antiparlamentarismus ist überfordern und die demokratischen Sicherheiten zu beschädigen. das der Staat ihm gibt. auch Metropolen. dass die Bürger einer Demokratie nun mal ungleich stark sind. und zwar indem im ischen Kommunen: Nichts funktioniere in un- seren Gesellschaften so gut und integrativ wie Dörfer. um über das kalte Ne­ben­ein­an­der hinwegzukommen. den sie lange genährt hat. David Van Reybrouck: Gegen Wahlen. ein leidenschaftliches Plädoyer für die Selbstheilung der Demokratie mit ihren ur­eigens­ten Mitteln geschrieben – Gegen Wahlen. nur die Ergebnisse kosten zahllose Demokraten gegen­ wärtig den Schlaf.99 € ANZEIGE Peter Sloterdijk Das Schelling-Projekt »Dieser Roman gehört wohl zum Lockersten. in ihrem Handeln zu stärken. durchdacht hat. Und ein Grundeinkommen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist. aber keiner glaubt mehr daran«: David Van Reybrouck. Als Berater der EU und verschiedener europäischer Regierungen sagt er sie den Entscheidungs­ trägern auch direkt ins Ohr.felnd. neu und gründlich durchgerechnet. in den italienischen blühenden sich verkapselten Wahrnehmungen schlägt in Stadtstaaten der Re­ nais­ sance bewährt. etwas Hoffmann-Axthelm an. die Demokratie sei die beste Regierungsform. er meint. noch bebt. demowerden wie mit der Erhöhung der deliberativen kratische Beteiligung zu öffnen. Es heißt Lokaldemoanders. ein Haus des Loman ihnen Illusionen wirksamer Par­ ses. Die Erfahrung der eigenen kommunalen Wirksamkeit und Entscheidungsbefugnis wäre auch bei Hoffmann-Axthelm am besten durch das Losverfahren zusätzlich demokratisch legitimiert: Eben dafür müsste die EU als Schutzmacht starker Kommunen eintreten. Ämter. Allegri/Ullstein. Wort? Das ist die Kernfrage. das wie ein Kondensat aus einem ganzen Forscher­ leben hoch verdichtetes Wissen entfaltet und in jedem Kapitel fragt: Was können wir tun? Atkinson geht schlicht davon aus. ächzend unter dem Kapitalismus.gen der sozialen Handlungsfähigkeit kennten. das jedem Bürger gezahlt wird. durch Fürsorgearbeit für Kinder und Alte oder im Ehrenamt – eine Idee.chen Notsituationen seien. »Es ist seltsam mit der Demokratie: Jeder scheint sich danach zu sehnen. die das Erdbeben der letzten Wahlen doch elegant überstehen: Ein junger flandrischer Historikerschriftsteller. der seinem jüngsten Buch der Stadtplaner Dieter oligarchischen Re­pu­blik Venedig und. für erfahrbare Verantwortung zu sorgen: In den neuen demokratischen Experimenten zur lokalen Energieselbstversorgung mit erneuerbaren Energien beweisen zahllose Städte bereits.de 251 Seiten. Ungleichheit heißt dieses Buch.« Eberhard Geisler. Frankreich P O L I T I S C H E S Wählen allein hilft nicht K ner Welt der Chef­redak­teur. unentbehrlich finden. wird allerdings den dritten Vorschlag zur Belebung der Demokratie. er ist ja nicht mehr einfach ein Leser. allgemeinen Wahlen der Demokratie (von links): Donald Trump. dass jeder Bürger mit Erreichen der Volljährigkeit ein Min­dest­erbe erhalten sollte: also Geld.95 B U C H ein Wahlbetrug. Deshalb bekräftigt Atkinson den alten Vorschlag. Mehr noch: Er fragt zweiergänzenden Kammer könnten geloste Indivi. ein Grundeinkommen für alle europä­ ischen Kinder einzurichten.): C. 17. Im Gegenteil: »Konflikte sind nötig. die dem bedingten Grundeinkommen im Sinne von Hoffmann-Axthelm gleicht.« Diese Ressource der erfahrbaren demokraDie Reparaturvarianten. während der Demokratie«. ein deutscher Stadtplaner und ein britischer Spitzenökonom haben sie verfasst. alles sauber gelaufen beim Urnengang.« Dabei gäbe es ein anderes Instrument der Was trauen wir uns zu?« Vertretung aller. er finde wenig Gehör. Die EU würde in diesem Sinne den Macht­ zuwachs der Gesellschaften in lokalen Ökonomien stärken.24. Dieter Hoffmann-Axthelm. der bedenkenswert ist. um nach­zu­ sehen. Spiritus Rector der modernen Gedass all die Einzelnen gegenwärtig waltenteilung im 18. drei Vorschläge zur Stärkung  VON ELISABETH VON THADDEN . 114 S. würde nicht bedingungslos ausgezahlt: sondern nur im Wechselspiel mit Tätigkeit in der Kommune. Technokratie ist gefährlich für kratie zu fordern. Ineffizient. der sich konfliktlose Idyllen herbeiträumte. in Florenz. Türkei Marine le Pen. Vitvitsky/Sputnik/dpa/PA. »Das AusInstitutionen der Entscheidung losen ist eine Wahlform. haben der neuQualität von Entscheidungen. Sie sind begabt. den der britische Ökonom Anthony Atkinson formuliert hat. Vergnüglichsten. die geradezu kindlich einfach wirkt.politischen Handeln auch Verantwortung spürdigkeit verändert die Welt: »Wer kommt zu bar und zurechenbar würde. Verlag Klett-Cotta..suhrkamp. Er schlägt zudem ein »Par­ti­zi­pa­ tions­ ein­ kom­ men« vor. 17. USA Viktor Orbán. terstützt und gut bezahlt.« schließen. Wählen allein hilft nicht mehr. same Demokratie? Diese geloste Bürgerkammer könnte sowohl Die Antwort dieses Buchs lautet: »Beteiligung mit der Ausarbeitung von Gesetzen betraut reicht nicht. Wie ginge das. taz »Das Buch hat keinen Funken Ernst. als E-Book 13. Jahrhundert. doch es sprüht vor Einfällen. Göttingen 2016. geboten. die nieimmer mehr von den Einzelnen abmanden verletzt. Was hieße da wirkgierten punktuell auf­heben. gar kriegsähnliden Abstand zwischen Regierenden und Re. auch R E Y B R O U C K Hoffmann-Axthelm fragt. dem kratie und Europäisches Haus und nimmt ernst. »Es sie sind gefährlich: »Populismus ist gefährlich für fällt zu leicht.) Sind noch Ideen in Sicht. mehr und basisnähere Demodie Minderheit. Aber zumindest drei sind dabei. Was wir dagegen tun können. und explizit an den Der Historiker aus welcher Ebene denn überhaupt all Politologen Hubertus Buchstein Brügge kämpft für diese Einzelnen konstruktiv demoanknüpfend.95 €.l.90 €. Atkinson: Ungleichheit. Gemeinden. aber Satz für Satz analytisch und historisch gesättigt ist. weil sie ungleich reich an Mitteln und Möglichkeiten sind. Kaya/Action Press. Wallstein Verlag.« Hannelore Schlaffer. ohne uns zu die Mehrheit. und seine Mün. Geb.. DAVID VAN Ähnlich wie Montesquieu. das er um der europä­ ischen Solidarität willen für notwendig hält. mit ihren Auffassungen und Wünwird es im Anschluss an Aristo­ schen eine Art Demokratie für sich teles lebhaft empfohlen: »Wahl selbst bilden wollen. Auch die jüngsten Bücher sind ja schon gestern geschrieben. welche ­Ideen zur Stärkung der Demokratie sich ab sofort noch empfehlen. Atkinson sucht nach politischen Instrumenten. Stuttgart 2016. Und dies ist nur der kleinere Teil von Atkinsons Vorschlägen. die wir schon haben? gefährlich für die Freiheit. als E-Book 21.6 Prozent der weltweit Befragten im World­ Values Survey angeben. Von der lokalen en populistischen Xenophobie nicht Einhalt Ebene bis zur EU könnte das Los dazu beitragen. Die liberale Demokratie. was Menschen in Händen haben. transcript Verlag. heißt es im sich die nationalen Systeme und Esprit des lois von 1748. das Reybrouck für gegenDiesen Ton der Sorge um das Gemeinsame wärtig unterschätzt hält: das Los. hat nun in einer Sprache. als ein Geschenk an Freiheit. 200 S. der am Gemeinwesen partizipiert.. M. weil die InstituVan Reybrouck für ein gemischtes Verfahren tionen die Menschen zu ihrem Funktionieren aus Wahlen und Los: In einer das Parlament gar nicht brauchten. 475 S. für Dezentralität. die Demokratie zu retten? Drei Bücher. für mehr Autarkie. wie schutzlos StadtbeBürgern werden. 26. Manege frei: Wenn die Demokratie sich nicht selbst abschaffen soll. Süddeutsche Zeitung Suhrkamp Foto: Peter Rigaud www. Während die Erde. auf der Trump nun der mächtigste Mensch sein soll. Wer die Bewohner der verödeten Städte der Vereinigten Staaten seit dem Wahlausgang frisch vor Augen hat. was Sloterdijk je geschrieben hat. Für ihn ist Demokratie mit Eigentum gekoppelt: Machtverhältnisse hängen auch davon ab. gerät auch das Fundament der Moderne ins Gleiten. plädiert David ti­zi­pa­tion vorspielte. dann ist es höchste Zeit für demokratischen Experimentalismus. Lenny Oosterwijk (u. sondern in sei- Fotos (v. unabhängig von der Staatsbürgeschaft. Es ist seit in hoch individualisierten Gesellschaften aus der Antike als Urverfahren der Demokratie lauter Einzelnen mit ihren millionenfach in erprobt. € 24. N OV E M B E R 2 0 1 6 LITERATUR 71 DIE ZEIT No 49 Sie punkten in den freien. Ungarn Recep Erdoğan. ob die Bürger überhaupt noch Erfahrunduen.« Alle bisherigen Versuche.99 € Dieter Hoffmann-Axthelm: Lokaldemokratie und Europäisches Haus. Um sie als Bürger.tischen Selbstwirksamkeit will auch der zweite probt werden. ohne dass »House of Lots«.politiker. Demokratie durch Los entspricht der Natur im persönlichen Singular. Ausgerechnet jetzt durch die Berge der Neu­erschei­nun­gen zu blättern. wie regionale Wertschöpfung unter­ Einbeziehung aller Bürger als Miteigentümer und Mitbestimmer gelingen kann. zu kompetenten Und er macht geltend. votiert für die Ressource der europä­ manns Belange belebt wäre. auf wie Rousseau. ist ziemlich unfair. Roadmap für eine geöffnete Republik. Bielefeld 2016. die gegenwärtig er. Dabei hat sie weltweit so viel Zuspruch wie nie zuvor. der Stadtdass die Offenheit der Demokratie für jeder. kämpft sie in ihren Stammländern bei sinkenden Wählerzahlen mit ihrer Legitimität und ist zudem unendlich träge und langsam. Von Montesquieu. Städte. Dem Bürger gefällt die Demokratie nicht recht. der ein europäisches­ das Losverfahren kratisch handeln könnten. Reybroucks Dia­ gno­ se des »Demokratiemüdigkeitssyndroms« lautet: Während 91. ob durch Erwerbsarbeit. Ihre politische Arbeit würde wohner heute in kollektiven. fertigt Reybrouck entschlossen ab. durch Experten in allen Fachfragen un. die in Demokratien aufwachsen. Autor des Weltbestsellers Kongo. J.« Den Rechtsstaat und seine Garantien gegen Kor­rup­tion und Diskriminierung der Minderheiten will er bewahrt wissen.

als der alte Schutt aus Klassenpolitik und Alternativen aus dem Weg geräumt war: »Paradoxerweise fand der Salafismus in einem Europa ohne Christentum und Linksradikalismus einen kulturell günstigen Nährboden. dass die Ressourcen kaum reichten. wie ein Katechismus oder eine Hausordnung. Kepel fokussiert stark auf die (gescheiterten) Ver­ suche politischer Teilhabe von Franzosen maghrebinischer Abstammung. er kartogra­ fiert den Zusammenhang von Wahlverhal­ ten. d. Sie argumentieren. wie erst später herauskam. In Abschnitten. die im Holocaust umgekom­ men sind. in denen die Mi­gran­ten aufgehalten haben? Wissen Sie in Frankreich politisch erwach­ noch. wenn das liberalen Stimmen uns selbst«. aber nicht neues Buch Rede­frei­heit ist selbst unbedingt alle Glau­bens­inhal­te.. doch »darüber hi­ zeitung Jyllands-Posten sie ab­ der gewichtigsten naus liegt die Verantwortung bei druckte. durch die achtzi­ wo Sie sich am 19. um einen so mächtigen Feind zu bezwingen.. Parteienarbeit und dem Anstieg extre­ mistischer Umtriebe. v. es wäre dieser: der Aufstieg von Politik als reiner Identitätsbewältigung. mal unterhaltend. ging er auf die sechzig zu. und diese Unter­ scheidung wirkt manchmal etwas zu einfach. Doch Ashs Prinzipien erscheinen angesichts der­ beschriebenen Kämpfe als harmlos. W. übernimmt die Idee des »fernen Fein­ ganze Misere verantwortlich machen kann. Indien und Südafrika. die er be­ haben die Wahl. Doch leider erdrückt er den Leser manch­ mal mit seiner Faktentreue.99 € Naher Feind. als in ist mit seinen lediglich 290 Seiten so umfas­ Paris im Nachtclub send und detailgenau. Der politische Charakter dieser immer for­mu­liert: »Soweit menschenmöglich. als E-Book 18. als »indirektes Gegengewicht« – so spekuliert Saul Fried­ länder – zur Ehrung von Martin Walser. immer wieder weit: In einer oder ironisch. Am 11. als E-Book 20. Jerusalem. aus dem Engl. die »Kon­ flikte zwischen menschlichen Sehnsüchten. H. Von da Der jüngste Terrorismus kam den Mittleren aus arbeitet sich Kepel langsam. Ebenso sehr ist das Buch ein Bericht aus der Werkstatt des Historikers. um Einzelne und Gruppen zu schützen. Damson. Seine Autobiografie ist eine kurze Ge­ schichte Israels und der Diaspora in der zwei­ ten Hälfe des 20. sind praktisch aber nicht in der Lage dazu. Jeder kann zu jeder Zeit überall bekehrt werden. weil das Buch einen klaren Fluchtpunkt hat: Friedländer erzählt. wo er vorwiegend auf seines­ gleichen trifft? So sieht auch in weiten Teilen das Leben des Historikers Saul Friedländer aus. 304 S. sie fordern analog zur territorialen Souveränität nun die Hoheit über das Internet ihrer Län­ der. 2007 erhielt er dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. weil seine wissenschaftliche Karriere vergleichsweise spät einsetzt. dass man präzise ver­ Bataclan Terroris­ steht: Alles hängt mit allem zusammen. Er hat eine Osten lehrt als Fakt um Fakt. München 2016.und Konfe­ renzräumen. beleidigt zu werden. Los Angeles. Sie Propheten Moham­ sollen dazu dienen. stimmt er den Umschlag von und darin beantwortet der libe­ Rede­frei­heit in Hetze. wie unsere »In­for­ma­tions­sou­ve­rä­ni­tät« zu retten sei. Normen zu umreißen. zum Islamismus und Salafismus. das sind die ara­ oder gar Schuldzuweisungen erhofft.und Forschungs­ aufenthalte in Deutschland. mit Gewalt und Geheimhaltung. Was aber ist legitim? Sie hier. denn er setzt fort: »Danach können andere unsere Behauptungen bestreiten und ihre eigenen Regeln vorschlagen. Das Buch wo Sie waren. die ein Buch außergewöhnlicher Fülle ergeben. die dem Leser vor Augen halten. Russland.« Die Regeln unseres Zu­ sammenlebens werden aber oft nicht in Form von theoretischen »Vorschlägen« nüchtern abgewogen. 329 S. durch die Neunziger. Mit ihrer Hilfe will Ash die Kom­mu­ni­ka­tion der Welt bändigen. Helmut Dierlamm. Friedländer hielt ihm vor. dazwischen Lehr. Hanser Verlag. wie Rede­frei­heit gibt es indes viele. dann sind Ashs Prinzipien wichtige Impulse. manchmal werde man ja gar aus gutem einen-Klick-entfernt-Prinzip«. es gedeiht ein kaum gesteuerter Terrorismus von unten. 24. um mit dem Finger auf ir­ den Neunzigern sind die Folge. München 2016. Et­ was trocken ist das Buch in manchen Teilen aber für nicht wissenschaftliche Leser trotz­ dem. Der deutsche Historiker forderte 1985 die Historisierung des Holocaust und meinte damit. Twitter.« Unser heutiges »retro-koloniales Zeit­ alter« konnte erst anbrechen. wie also sichergestellt werden könne. politische Wen­ Geschichte. in den exper­ten ­­Gilles Kepel. zu zehn liberalen heute unter Rede­ Prinzipien der Rede­frei­heit. Studie zum Dschihadismus in ins Jahr 2015 vor. immer inspirie­ rend. zur Mi­ Jahr der Attentate auf Charlie Hebdo und gra­tion und zu den Ban­lieues und auch zum das Bata­clan. Doch bald stellte sich heraus. und zwar in »halb­ versteckter Kom­bi­na­tion öffentlicher und privater Macht« – die Zuweisung der IP-­ Adressen übernimmt dort ein Konzern ge­ meinsam mit einer staatlichen Agentur.« auch in einer Di­gi­tal­ver­sion er­ Aus immer wieder neuer Perspek­ hältlich. Hoffmann/Imago. Das beste Beispiel ist dafür Friedländers Debatte mit Martin Broszat. als E-Book 21. demokratische Staaten sollten die Freiheit ihres Internets selbst verwalten können. mögen Sie vielleicht theoretisch die Freiheit haben.– €. Was soll er be­ richten? Verbringt er nicht die meiste Zeit al­ lein. um zu wissen. wer bischen Despoten selbst. Im historischen Schnelldurchlauf sprintet ten ein Blutbad anrichteten. um auf die Wikipedia. med nun veröffent­ ob im Umgang mit der Privatsphäre und der lichen und via In­ Re­li­gion. Es ist eine umfassende Professor in Paris dung um politische Wendung. um die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Gewalt zu reflektieren.): imgur. 26. der mit Kepel seit Monaten in einen sehr unterhaltsamen. Der Historiker Ash zeichnet nach. sich von dieser Betroffenheit in sei­ nem wissenschaftlichen Eifer aber nicht ein­ schränken lässt. a. ruft in Erinnerung: Der Experte für Vorstädten Frankreichs. Als Friedländer 1990 an diesem großen Werk zu schreiben begann. sondern aller politischen und sozialen Zusammenhänge im Frankreich der vergangenen Jahrzehnte.99 € Saul Friedländer hat noch einmal eine Autobiografie verfasst  VON MA XIMILIAN PROBST Über das eigene Leben zu schreiben ist für einen Wissenschaftler heikel. nicht aus dem Nichts. Oder nicht. Seine abschließende Antwort gab er aber erst einige Jahre später mit der­ epischen Gesamtdarstellung Das Dritte Reich und die Juden. Novem­ Gilles Kepel die lange und alles andere als ber 2015 waren? unvermeidliche Entstehungsgeschichte des Wissen Sie noch. Nimmt man diese These von der globalen Großstadt ernst. sen? Timothy Garton Ashs viel beachtetes greift Ashs Prinzip Nummer 6: »Wir respek­ tieren alle Gläubigen. die Kriegszeit auf dem Land in Frankreich. Jahrhunderts ähneln: cuius regio. Als sie schei­ gendjemanden zu zeigen. wie Friedländers Denken aus per­ sönlichen Begegnungen und Begebenheiten entsteht. dass es kein normalisierendes historisches Ver­ ständnis der Schoah geben kann. denn es gehe keineswegs darum. Dabei unter­ scheidet er zwischen »uns« und den »Ande­ ren«. ternet auch gleich einem riesigen Pu­bli­kum Im Fall der Tabuisierung von Forschungs­ zeigen? Oder sind wir so frei. sollte er sein Arbeitszimmer einmal ver­ lassen. die nun weit über die Fragen individueller Wahlfreiheit hinausge­ hen. ins blutige Frankreich. Wenn Kepel trotz aller Ausgewogenheit einen Hauptschuldigen ausmachen müsste. Jahrhunderts. die Geschichts­ wissenschaft habe über die Er­inne­run­gen der Opfer und ihrer Nachkommen hinauszuge­ hen. Nun hat Friedländer den langen Weg zu diesem Werk in seinen­ Er­inne­rungen nachgezeichnet. zum anderen. lautet nun: Traut man den demokra­ tischen Institutionen. in de­ namens Mohammed Merah er­ nen Paris in den algerischen schoss damals in einer jüdischen Dschihad hineingezogen wurde. Das frei­heits­ent­schei­den­de Dilemma. Denn viel zu 2001 kulminiert diese Strategie in den An­ differenziert für schwarz-weiße Erklärungs­ schlägen auf das World ­Trade Center. dann verschlägt es Friedenspreis ihn nach Tel Aviv.« So brilliert Kepel als Analytiker nicht nur des Terrorismus in Frankreich. zwischen den »liberalen« und den »ver­ schlossenen Geistern«. die gemeinsame Regelsuche könne durchaus zu Streit führen. Prinzipien für eine vernetzte Welt. oder sollte dieses Bild aus unbekannter Quelle im Internet verboten werden? Ihnen systematisch Informationen und ­Ideen vorenthält. Verlag C. dort haben ihn seine jüdischen Eltern in einem katholischen Internat versteckt. damit Terror in Frankreich auch als wis­ senschaftliches Werk ernst genommen wer­ den kann – und um die Wichtigkeit von­ ruhigen Fakten in einem Klima der hyste­ rischen Emotionalisierung hervorzuheben. home­grown terrorism in Frankreich. zwischen Bürgern der liberalen Kom­mu­ni­ka­tions­ge­sell­schaft und »gewalttätigen Fanatikern«. Das Dritte Reich und die Juden ist rigide Wissenschaft und bewahrt zugleich die singu­ läre Stimme der Opfer. You­Tube. Werten und Ideologien aufzuheben«. selbst wenn ihnen de facto das Gefühl oder die Angst vor einem sozialen Abstieg zugrunde­ liegen. sechzehn Jahre später schloss er es ab. die es da draußen gibt. 688 S. Der Arabist und profunde Islamkenner Kepel ist nicht so naiv. Abstrakter Grund beleidigt. Ash stellt fest: Die Welt ist eine Großstadt. Terror in K E P E L vernachlässigten. muss das Leitprinzip hier lauten. März 2012 ger Jahre. in denen er auf der Suche nach seiner Iden­ tität und Berufung fort­ während umzieht: Zwi­ schenzeitlich pendelt er als Assistent des Prä­ SAUL sidenten des Jüdischen FRIEDLÄNDER Weltkongresses zwischen Der Historiker New York und Jerusa­ erhielt 2007 den lem. Auch sie wer­ den bleiben. um un­ sere Meinungsfreiheit zu retten. wo muster und viel zu faktenreich beschreibt­ Sie am 13. Der Schriftsteller hatte einige Jahre zuvor in der Paulskirche das mahnende Gedenken an den Holocaust als »Moralkeule« bezeichnet. lesend und schreibend? Und landet er nicht. wo er im Verteidigungsminis­ terium arbeitet. So führt das Buch über die einzelnen Fälle. der Islam selbst habe mit alldem nichts zu tun. in dem es zu gewalt­ Das neue Buch des franzö­ samen Ausschreitungen in den sischen Soziologen und Islam­ ­G I L L E S Ban­lieues des Landes kam. 28. eius religio. In dieser Zeitspanne geht der Dschihadis­ Zustand der Sozialistischen Partei Frank­ reichs und des Front National. dem gehört auch das Internet. dass eine pluralistische Re­ li­ gion nicht aus dem Nichts extremistische Gewalt gebiert. Dem begnadeten Stilisten Friedländer ge­ lingt es. München 2016. Dieser stellte gleich selbst die Werkzeuge für die nächste Phase bereit.« Faktisch wirksame Einschränkungen der und den Konkretissima des Internets. er lässt die individualistische liberalen Gesellschaft müsse man eben aus­ Tra­di­tion des Liberalen erkennen und illus­ halten. mit einer legitime Grenzen der Rede­frei­heit Anregung für die Leser: »Klicken zu finden. N OV E M B E R 2016 DIE ZEIT No 49 Was nun bleibt P O L I T I S C H E S B U C H Wie stellt sich ein Liberaler Redefreiheit im Internet vor? Der Historiker Timothy Garton Ash hat sich auf die Details unserer vernetzten Realität eingelassen  VON EVA BUCHER W as verstehen wir in manchen Moscheen. zum Beispiel. so skizziert Ash. für den weltweiten islamistischen Widerstand.o. Sie mag wichtig sein. Freiheitsfrage konkret. gelegentlich im Tonfall einer solidarischen Kritik. Saul Friedländer: Wohin die Erinnerung führt. inwie­ fern diese Initiativen einem politischen Herr­ schaftsprinzip des 17. Face­book. schnurstracks in Seminar. So sieht Kepel auch Parallelen im Erstarken des Salafismus und des Front National: »Beide Weltanschau­ ungen definieren Gruppenzugehörigkeit und Solidarität nach sozialen Kriterien. Seine Adoles­ zenz im Nachkriegs-Paris und sein Aufbruch gen Israel. die in den USA bestimmt werden. fordert men. oder traut man der ge­ sellschaftlichen Realität? Ashs Buch liefert eine beeindruckende Analyse unserer Wirk­ lichkeiten und bietet durch seine Prinzipien Geländer an. als 130 Men­ schen starben? Aber erinnern Sie sich ebenso. Und doch liest sich seine Autobiografie Wohin die Erinnerung führt fast wie ein Roman. im Zentrum steht die liberale Wahlfreiheit haben. dass wir die wieder faszinierenden Untersuchung ist un­ übersehbar. auch das zeigt etwa die Tabuisierung der Evo­lu­tions­theo­rie Ash an Beispielen: »Wenn Ihre Suchmaschine Fotos (v. September den muss man enttäuschen. die Kepel vorgelegt hat. welche die lose Or­ga­ni­sa­ tion des neuen Terrorismus erlauben. mal lehrreich.com. auf welch verschlungenen Pfaden er zu seinem­ Lebensthema findet. v.72 LITERATUR 24. 1948: Davon hat er bereits 1977 in­ seinem autobiografischen Buch Wenn die Erinnerung kommt berichtet. In der neuen Auto­ biografie strafft er die­ sen Lebensabschnitt und setzt mit den Lehrjahren ein. Wer sich von mus durch drei Phasen: In der ersten ist der diesem Buch einfache Lösungsvorschläge »nahe Feind« das Ziel. zu glauben. da helfen auch Kepels leichtfüßige Sprache und die schöne Übersetzung manchmal nicht weiter.95 €. Es waren und sind das Internet. Beck. Friedländer verlas am selben Ort Briefe seiner Verwandten. Zwar gesteht auch Ash zu. dass unsere Daten nicht in fremde Hände gelang­ ten und das Internet neutral bleibe.. Tel Aviv. Fasziniert vollzieht man als Leser nach. Kepel durch die Zeit seit dem Ende des Krie­ ges in Algerien. in der NSDAP) bei der Untersuchung jener Jahre auch nicht objektiv urteilen könne. SIPA/Action Press Nur einen Klick weit weg Geht das noch. zeichnet Timothy Garton Ash auch die Technikgeschichte als Geschichte von Macht und Eigentum nach und legt offen. Schule einen Lehrer und drei klei­ um dann 2005 haltzumachen – ne Kinder. mi­gran­ti­schen Frankreich. Auch als Historiker ist er ständig in Bewegung: Genf.T I M O T H Y Belästigung. die Ash mit Ex­ frei­heit? Dürfen wir perten an vielen Orten der Welt diskutiert die Karikaturen des hat und nun am Konkreten entwickelt. allen voran der Politikwissenschaftler Oliver Roy. Seine Kindheit verbringt Saul Friedländer in Prag. ­ illes Kepel: Terror in G Frankreich. doch ist er auch Soziologe genug. in dem Jahr. Da­ gegen wehren sich insbesondere die Staaten Brasilien. ferner Feind Der Islamexperte ­Gilles Kepel zeigt: Der Terrorismus in Frankreich kam nicht aus dem Nichts  VON CASPAR SHALLER W issen Sie noch. Er nennt diese Ver­sion tive und am einzelnen Fall be­ verspielt »Post-Gutenberg-Buch«. dieses ausufernde Leben in prägnante Erinnerungsbilder zu verdichten. So zieht der Histori­ Ihre Gefühle verletzen würde. den man für die tert. und Terrorkampa­ sich Terror in Frankreich unter den Arm gnen in Ägypten und vor allem Algerien in klemmen will. medienwirksamen und sehr französischen Intellektuellendisput verwickelt ist. rale Oxforder Historiker Ash die Für Ash geht es auch darum. Mein Leben. Eingefügt in dieses Werk sind Auszüge aus Tagebüchern und Briefen jü­ discher­Opfer.Ash. argumentiert triert das heute freiheitsbestimmende »Nur. in heutige Hoheits­ fragen übersetzt: Wem das Land gehört. Sie ker die Grenzen der Rede­frei­heit. was da geschah? Ein Mann ten.– €. Doch wie viel Kraft hat eine Hausordnung in einer Großstadt? Timothy Garton Ash: Redefreiheit.99 € .« Dahinter steht für Ash die schwerwiegende und schwierige Frage. als die dänische Tages­ Oxford gilt als eine Ash. da­ nach zu suchen.« Der Vorschlag ist nicht süffisant gemeint stimmen will. Franz. dass die Gene­ ration der Hitlerjugend (Broszat war selbst.« Auf diese Weise bewegt sich Ash in sei­ Grund­über­zeu­gung: »Eine Demokratie kann nem fast 600-seitigen Werk zwischen einer ohne freie Presse nicht lange überleben und theoretisch geleiteten liberalen Perspektive eine Diktatur nicht ohne Zensur. die einen solchen Aufruhr Der Historiker aus auslösten. es zu unterlas­ wissen aus religiösen Gründen. Verlag Antje Kunstmann. Der neue Dschihad in Europa. Einschüchterung und Seite mit den Karikaturen des G A R T O N A S H Gewalt samt gefährlicher Rede Propheten Mohammed zu kom­ müssten verboten werden. Zum einen. Der Wille zur Diffe­ renzierung hat ihn auch zum Feind aller franzö­sischer Terrorinterpreten werden las­ sen. wie ver­ wickelt die Dilemmata der Rede­frei­heit in den Sphären von Wirtschaft und Politik sind: Denn im Herzen der In­ter­net-Infra­struk­tur gelten bis ins Jahr 2019 Regeln. des«: Das sind die USA.

deren raffinierte Düsternis mich an Filme von Alfred Hitchcock erinnert. unser Herrscher« – das ist ein Beginn. voller Witz und Tragik. sie erhebt mich. ZEIT: Sie weisen in Ihrem Buch einleuchtend nach. Gardiner: Vielleicht muss man für solch ein Buch tatsächlich Generalist sein. Bach hat sie allerthusiasmiert mich in ungeheurem Maß. Trotzdem land geboren. mit allen Mitteln der Kunst gestalten kann. Gardiner: Mag sein. aber keine Bußübung? Gardiner: Genau. wie man das herrlichste Gotteslob den Pforten des Himmels rüttelnde »Herr. dass Zum Zeitpunkt von Bachs AmtsBachs kompositorisches Niveau zu antritt hatte die Thomasschule – allen Zeiten – also von den frühen einst bei den Chorschulen in deutKantaten in Mühlhausen um 1708 schen Landen das Maß aller Dinge über die Weimarer Weihnachtskantaten von 1714 bis hin zu den spä.Gardiner: Weiß ich nicht. mit plärrenden Kin. von Orgelstimmungen und verminderten Septakkorden versteht. Ja. dass der dortige Künstler. dass gute Texte – etwa begann mit 15 doxen und Pietisten. Gardiner: Wie kommen Sie gerade auf diesen Leipzig hat ihm das Blaue vom Himmel ver. in Leipzig seinen g-Moll unter bergsteigerischen.und vielleicht Anforderungen gelitten haben. Dabei dings darauf vorbereitet.ZEIT: Um dann so abgehobene Stücke wie den fing. von ventillosen Trompeten und Wasserzeichen. wie Bach theologische Texte ausdeutet. ohne Pause. Zugleich begeistere ich mich immer wieder daran. das alle Musik Bachs überstrahlt: das Kreuz. ZEIT: Bach. Ein Nachdenken. Schon früh dachte er systematisch. In seinen ersten Leipzi. Meistens sind es Musikwissenschaftler. Das haben sie ihn immer spü. ihn fuchsdern im Rücken. vielleicht hätte sich sein Lebensrad anders gedreht. und werden so zur Beute des Teufels. son. vor allem in Leip. bei Fieber Gardiner: Ja. Als schaffen machten. Der Thomaskantor braucht einen Allrounder. leuchtender. das bin ich. Bach in einem Buch als genialen Komponisten geistlicher Musik zu porträtieren? Gardiner: Ich kreise ja schon mein ganzes Leben lang in der Umlaufbahn des Planeten Bach und habe viele. kann man kaum glauben. das Schlafsaal der Thomasschule mit Horden von Halbwüchsigen. wenn er sich auch oft geärgert hat. und dem Leben. Es gab in der auch Schicksalsfaden durch Bachs Thomasschule ja weitaus weniger musika­ lisches Schaffen. Im Unterholz der Akkordverbindungen fühlte er sich wohl. dass Bach das Bild flügelschlagender Raubvögel sehr drastisch schildert. als man Bach sind alle hinreißend. die h-Moll-Messe.. wie oft Sie Bachs Werke schon aufgeführt haben. die an den Weg fiel. Weihnachtsoratorium? Gardiner: Was ich wann wo dirigiert habe – ZEIT: Waren diese 55 Thomaner-Jungs mit ich weiß es nicht. der seine Musik Gardiner: Unbedingt. ZEIT: Ich höre da immer glühende Lava in ZEIT: Glaubte Bach anfangs.und Pilgerschaft. an Gott? Kantate komponiert. Allerdings drückt mich diese Musik nicht nieder. Ohne ihn wäre es entsetzlich öde.ihren dünnen Wänden ja direkt an den großen sionen. wie es ZEIT: Deshalb dieses von niemandem bestellte bei Bach keinen zweiten gibt. Dieser Mann war kein Griesgram und hat viel gelacht. Es gibt da Momente. In solchen Dingen hatte er eine ziemlich widerzig. war der ziemlich apodiktisch veranlagte ZEIT: War es da nicht bitter für Bach.de . Wann kam Ihnen die Idee. in dem er seinem Gott sagen wollte: »Herr. Die saugt einen leer. gelegentlich sogar derb. Bach en.– Verfügbar auch als E-Book www. ich habe in 60 europäischen Kirchen fast alle 200 Kirchenkantaten Bachs aufgeführt – in Leipzig und in London und Rom. Er hatte ja nun auch genug von und Nackenschmerzen. Welcher Komponist von Rang hat sich nicht auf Bach bezogen? Denken Sie nur an Igor Strawinsky! ZEIT: In dessen Psalmensinfonie wird Bach fast wörtlich zitiert. das wir führen. War Bach ein geometrischer Komponist? Gardiner: Er schuf weit schmeichelnde oder verschlungene Melodien. Gardiner: Ja. wild genug.. ZEIT: Musiker schreiben eher selten über Bach. bei seiner Anstellung zugesichert hatte. Ich meine. Sie stärker dürften sie unter den vokaltechnischen ziehen sich ja wie ein Lebens. ZEIT: Denken Sie daran. So sollte es sein. es kann mich zum stundenlangen Nachdenken reizen. dass seine Musik etwas Zyklisches besaß. wenn sie einen Klagebrief von Bachs Vater finden über die miserable Hygiene in Thüringen. und so manche Degradierung durch seine Dienstherren hätte er vermeiden können. etwa die beiden Pas. wenn Sie dirigieren? Gardiner: Ja. ZEIT: Meinen Sie die Vögel in der Kantate Leichtgesinnte Flattergeister. diese gewaltigen Erfahrungen mit meinem lebenslangen Hausheiligen in ein Buch zu gießen. wer vor spenstige Art und war alles andere als ein geund wer nach Bach Thomaskantor in Leipzig schmeidiger Mitarbeiter. ­ Hanser Verlag.freitag 1724 erstmals hörten? bedingungen fortwährend verschlechtert.der öffentlichen Meinung über ihn. ZEIT: Ihr Buch heißt im Untertitel: Musik für die Himmelsburg. ZEIT: Zählt menschliche Unvollkommenheit nicht zum Leben dazu. Bach war ja. Fachlich präzise und doch unterhaltsam. wenn man Bachs Kirchenmusik aufführen will. bevor Sie mich etwas fragen. Traumjob gefunden zu haben? Gardiner: Könnte sein. ZEIT: Ist Bachs Musik selbstreferenziell? Gardiner: Meinen Sie das in einem biografischen Sinne? ZEIT: Vielleicht hatte Bach selbst die größte Freude daran. Einer. Gardiner: Aaah! Wunderbar. brauchte solche Orientierungspunkte. N OV E M B E R 2 0 1 6 LITERATUR 73 DIE ZEIT No 49 »Diese Musik durchglüht mich« John Eliot Gardiner hat ein wunderbares Buch über Johann Sebastian Bach geschrieben. seine Arbeits. In jedem Fall sollte man viel Ahnung haben.Satz? sprochen und nur wenig gehalten.tem Komplexitätsgrad nicht überfordert? führung ist. Er empfand sich als war. Jahreszeiten waren für ihn Wegmarken in einem ansonsten vollkommen unübersichtlichen Leben. Für die öffentSteilvorlagen für seine Inspiration Chorleiter wurde er liche Debatte. sogar in Santiago de Compostela. Um wie viel wohler fühlte er sich später in Leipzig. man hat ihn getriezt. ARD Gebunden € (D) 26. Und zugleich war er unglaublich fromm. abgründig. wenn seine Sehnsucht nach dem Dresdner Hof erhört worden wäre. der seinen Bach genau studiert hat. ZEIT: Welche Musik erfrischt Sie als Dirigenten nicht? Gardiner: Die von Richard Wagner. wollte akzeptable Bedingungen und Rat als Dienstvorgesetzter Ahnung von Kunst ansonsten in Ruhe gelassen werden. Anderes erkennt man. haben Sie . Dieses an beweisen. die mich begeistert. da schreibt Strawinsky eine Fuge wie jemand. Und da kein Bedeutenderer in der Nähe war. dass die Zeitgenossen. das wir führen wollen? Zart. die Bach zu als Libretti seiner Kantaten – zu dirigieren. auch gar nicht erste Wahl gewesen. Die nackte Wahrheit ist: ZEIT: Wie erklären Sie es sich. dass Bach in der Musik gleichzeitig hori- zontal und vertikal dachte. musste Bach sich diese Orientierung selbst spenden. sogenannte Musiktheoretiker. durfte und was nicht. in denen er eindringliche Bilder beschwört. ZEIT: Weil Bachs Musik für Sie zwar eine feste Burg ist. also für Hörer und Musiker? Gardiner: So empfinde ich es. Hat Richard Barth das Buch gut aus dem Englischen übersetzt? ZEIT: Sehr gut sogar. Jedenfalls war etwa die fast utopische h-Moll-Messe ein Werk.« Wer weiß. möchte ich Sie etwas fragen. Engagement für die Kantaten? ZEIT: Hören wir hier Bach. für die auch Kleinigkeiten wichtig sind. hatte.24. Gewiss waren andere Gardiner: Schöner Vergleich. Viel sind gerade auch die Kantaten wichtig.J O H N E L I O T – ihre besten Tage hinter sich. ten Leipziger Werken in den 1740er G A R D I N E R ZEIT: Hat Bach auch als frommer Jahren – so unglaublich hoch war? Musikermensch in Leipzig gelitten? Gardiner: Es war sein Anspruch. er liche Konflikte zwischen Orthomerkt man.kiwi-verlag. als er 1723 in Leipzig an. Bachs Musik ist so lebensfroh. ZEIT: Wissen Sie.. fast jungfräuliche Auf. für seine Kunst keine Antennen hatten? Gardiner: Wenn man sich anschaut. Sie verschlingen die Saat.Eingangschor der Johannes-Passion zu schreidern die vierte. Aber ihm ging es um die Richtung des in Leipzig nicht sonderlich geKirchenmusik. die Motetten.« FAS © Jeff Mermelstein Bestseller Ein monumentaler Roman über das Auseinanderbrechen einer Familie und die Frage: Wie groß ist die Kluft zwischen dem Leben. »Foers bester und scharfsinnigster Roman« The New York Times »Auf diesen Roman hat die Literaturszene schon seit zehn Jahren gewartet!« ttt. promi.Bach nicht der richtige Gesprächspartner. die selbst keine einzige originelle Melodie zustande brachten und Bach in seiner Totale kaum begriffen. In diesem Feld der Kombinatorik von quer und hoch zeigt sich immer auch ein Zeichen. dass Bachs Musik immer auch etwas Tänzerisches hat. um ängstlichen Bauern schlaflose Nächte zu bereiten. aus dem ich bereichert wieder aufsteige. ZEIT: Wurde er dadurch als Mensch so eigen und unzugänglich? Gardiner: Vermutlich. den die Leipziger Kirchgänger am Karren lassen. Und sie musikalische Kinder.: De Agostini Picture Lib. klug.. als er Musik im Kaffeehaus machen konnte. Zugleich weist er weit in die Zukunft.gleichsam hoch frankiert und direkt an ihren ger Jahren hat Bach Woche für Woche eine eigentlichen Adressaten schickt. Noch dazu geht Stellen in anderen Städten lukrativer. die Bach im Frühjahr 1724 komponierte und die auch Albert Schweitzer in seinem Bach-Buch an prominenter Stelle erwähnt? Gardiner: Genau die. ZEIT: Musik als Erfrischung für alle. er wollte sich und der Welt schätzten Johannes-Evangeliums. Foto: Patrick Kovarik/AFP/Getty Images Johann Sebastian Bach (1685–1750) ANZEIGE »Man kan nn gar nicht genug davon bek kommen. Mir ist über die Jahre aufgegangen. dass es manchen Werken Bachs wegen deren unerhörjedes Mal eine neue. 34. der viel von Darmsaiten und lutherischer Theologie. manche sehr scharf wie mit dem Fernrohr.dieser Eingangschor direkt in die theologische nenter. ZEIT: Damals waren Sie mit Bachs Kantaten auf großer Wander. er wurde 1943 in EngGardiner: Jedenfalls gab es erhebkonnte nicht anders. ZEIT: Sie schreiben. Musik für die Himmelsburg. zugleich kleidete er sie in bitterzarte Harmonien. der ihm als Vorbild hätte dienen können. Das liegt auch daran. sehr kniffligen Koloraturen. durchglüht mich und steckt mich in ihrem optimistischen Tiefsinn an. aus dem ­ Englischen von Richard Barth. wenn man auf der anderen Seite ein Genie ist? Gardiner: Kann gut sein.ben../akg. Entschuldigung. ich habe mir etliches ja auch beibringen lassen. 735 S. mehr kann ich nicht. Das Gespräch führte Wolfram Goertz John Eliot Gardiner: Bach. Das finde ich faszinierend. Seine Wohnung grenzte mit ten Meckerheinis wie Johann Mattheson oder Johann Adolf Scheibe. das sanguinische und doch gottesfürchtige Gemüt? Gardiner: Diese beiden Pole sind ganz wichtig bei Bach. Und irgendwann auf diesen Reisen reifte in mir die Idee. Mit meinem Monteverdi Choir bin ich bis nach New York geflogen. worum es ging. Ein Gespräch mit dem Dirigenten über seine Passion für den großen Komponisten DIE ZEIT: Sir John. der mit zehn Jahren beide Eltern verlor. wenn man sozusagen den großen Überblick hat. viele Eindrücke gesammelt. Auch in der Kirchenmusik? Gardiner: Gerade dort. Bach hat ja alle Zeiten und Stile der Musikgeschichte in sich aufgefangen und verarbeitet. John Eliot Gardiner: . was Kirchenmusik weltberühmt waren. Gardiner: Sie meinen den zweiten Satz? Genau. Die Gabe der Diplomatie besaß er nicht. Ich kann gar nicht anders.– € Abb. was ihm in manchem Werk schon wieder an kombinatorischer Kunstfertigkeit und auch an theologischem Anspielungsreichtum gelungen war. Im Jahr 2000 hat sich dann alles verdichtet. Bach belebt mich. Die kompletten Kantaten-Jahrgänge weisen in diese Richtung.

Kindergarten am Bergfeld. Juliane Buchelt. Dr. Christina Schwarzer (MdB). Christophorus Staufen Evangelischer Kindergarten Sonnenschein. Kita Spatzennest Bonn e. Dr. Nürnberg Johannes Dorrer. Eva-Maria Stange (Staatsministerin) Drochtersen Mike Eckhoff (Bürgermeister) Duisburg Mahmut Özdemir (MdB) Düsseldorf Thomas Jarzombek (MdB). Die Halunken Hamburg Wolf Dörpholz. Thomas Koehler. Wendel Jennifer Wissmann Stade Kita Hahle Stadtbergen Kita St.. Jürgen Walther.. Gabriele Linsel.V. Jens Ziegner. Kindergarten Don Bosco Wilhelmshaven Bücherei-Team der GS Voslapp Wilhelmsthal Christian Grebner Wolfenbüttel Sabine Marschall. Martin Frey. Lesehelfer auf vier Pfoten der Gesundheit durch Tiere e. Brückenclub der Kindertagesstätte Martin Osten Grundschule Osten Otter Grundschule Otter Paderborn Janna Landwehr Parchim Anja Pranke Passau Wolfgang Lampelsdorfer Peine Integrierte Gesamtschule Peine Pforzheim Lesecouts Hilda-Gymnasium Pfreimd Stadtbücherei Pfreimd Pirmasens Prot. Domgrundschule Magdeburg Maintal-Bischofsheim Grundschule Villa Kunterbunt Mainz Bringfried Belter. Fred Dausel. Dr. Berlin Metropolitan School.und Schreibwerkstatt. Kath. Katholische Öffentliche Bücherei St.buchkinder Potsdam. Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth. Corinna Finke Hohenau David Savarimuthu Holzhausen Karin Götz Horheim Silvia Tröndle Höxter Wir lesen vor – für Höxter! Hungen-Villingen Christel Gontrum Ichenhausen Johanna Haug Insel Hiddensee Mischka Franke Karlsruhe Wolfgang Böhmig. Wolfgang Haupt. Anja Urbanek. Matthias Kollatz-Ahnen (Minister). Dr.ANZEIGE DANKE FÜR DIE GESCHICHTEN! Auslosung Einzel. Klaus Baumgart. Martin Rheine Kinder der Klasse 4 der Paul-Gerhardt-Schule Röhrmoos Michael Wockenfuß. Klaus-Dieter Gröhler (MdB). Cornelia Eichner. Familienzentrum Poing Potsdam Ute Bastian. Patricia Wissel (MdL) Bitz Hubert Schiele (Bürgermeister) Bodenwöhr Richard Stabl (Bürgermeister) Bönnigheim Kornelius Bamberger (Bürgermeister) Böttigheim Heiko Menig (Bürgermeister) Bottrop Michael Gerdes (MdB) Brackenheim Eberhard Gienger (MdB) Brand-Erbisdorf Dr. Martina Fehlner (MdL) Augsburg Ulrike Bahr (MdB). Johanneskita Plauen Berufliches Schulzentrum »Anne Frank« Plauen Poing Kath. Hans-Fallada-Schule BerlinNeukölln. Christiane Fuchs. Volkshalle Hartenrod Vollersode Großeltern des KIGA Wallhöfen Wadern Edith Clasen Walchum Grundschule Walchum Wassertrüdingen Klasse 6d Realschule Wassertrüdingen Weeze Leseclub im Weezer Wellenbrecher Weiden Kathrin Müller-Schwemin Wenden Kath. Marion Herann-Röttgen. LRS-Kinder des Duden Instituts für Lerntherapie Aachen Alsfeld Tiergestützte Leseförderung der Geschwister-Scholl-Schule Alzenau Anne-Katrin Weis Amerdingen Michael Ost Aschaffenburg Paula Hantl.11. Florian Baasch. Lore Soff Königsbrunn Nathalie Salem-Groß.V. Clara West (MdA) Bietigheim Constantin Braun (Bürgermeister) Bischofswerda Prof. Rolf Hartlieb. Uwe Beckmeyer (Parlamentarischer Staatssekretär) Bühlertann Harald Ebner (MdB) Bünde Stefan Schwartze (MdB) Buseck Dirk Haas (Bürgermeister) Chemnitz Detlef Müller (MdB) Cottbus Matthias Loehr (MdL). (Bürgermeister) Berchtesgaden Dr. c. Open-Mike-Team. Karl-Werner Weißbeck.. Kindergarten St. Dr. Mainz liest bunt – Geschichten über Heimat Mainz Kostheim Carlo-Mierendorff-Schule Mannheim Mariane Weinkötz. Gyde Maybritt Petersen. Alois Gerig (MdB)./Kita Osterholz Bruchsal Vorlesepaten der Stadtbibliothek Bruchsal Brüggen Realschule Niederkrüchten Projektgruppe Inklusion Brühl Volker Schumann Bühl Bürger für Bühl Bützow Prominente Bützower Buxtehude Waldkindergarten Buxtehude e. Essen Johanna Jansen. Karl-Heinz Krems (Staatssekretär). Gallus Oberharmersbach Oberhausen Michael Borde. Harald Augenstein. Kindertagesstätte Unterm Regenbogen Oberursel Dornbachschule Oberursel-Oberstedten Oldenburg Sprachheilkindergarten Oldenburg Oranienburg Georg-Menheim OSZ Oranienburg Osnabrück Christiane Högermann. Holm Große (Oberbürgermeister). Yana Arlt Siegen Kindertagesstätte des Studierendenwerks Siegen Simmerath-Woffelsbach Kindertagesstätte der Städteregion Aachen »Waldwichtel« Sinsheim Städt. Martina Münch (Ministerin) Datteln Michael Groß (MdB) Delligsen Sabine Tippelt (MdL) Delmenhorst Astrid Grotelüschen (MdB) Demmin Dr. Norbert Walter-Borjan (Minister) Düsseldorf-Oberkassel Carina Gödecke (Landtagspräsidentin) Ebersdorf Michael Busch Ebhausen Saskia Esken (MdB) Edermünde Thomas Petrich (Bürgermeister) Engelskirchen Dr. Christina Kampmann (Ministerin). Malala Mädchenzentrum Kerpen Viktoria Schwartz Ketsch Vorleseclub Ketsch Kiel Julia Bousboa Kirchheimbolanden Elternausschuss Kita Louhans Köln Manfred Höffken. h. Lehrer und Eltern des Gymnasiums im Schloss Wölferlingen Kindergarten Flohzirkus Wörrstadt Ramona Lang-Schuch Wunstorf Britta Mai Wuppertal GGS Nützenberg. Magdalena Unsin Rostock Katharina Bergmann Saarbrücken Andreas Eckstein. Ulrike Bahr Königslutter Gabriele Evers Königswinter Gisela Feller Konstanz Geschwister-Scholl-Schule Konstanz Korbach Gabriele Harbecke Koslar Lesepaten der Kita »Unterm Regenbogen« Kottgeisering Kinderhaus Amperstrolche Kranzberg Kinderhaus Kleeblattl Krefeld Regina Engelen Kulmbach Markus Rother Külsheim Brigitte Schindler Lachendorf Oberschule Lachendorf Klasse 7 und 6 Lampertheim Barbara Burkard Landshut Bücherclub Leipzig Gudrun Schmidt. Suitbertus Echzell Claudia Lang Eggenstein-Leopoldhafen GMS Eggenstein Ellern Dietmar Tuldi Emden Kaninchen und Bienen vom Kindergarten Sonnenstrahl Empfingen Annette Schweikart Erfurt Julia Hahn. Emine Demirbüken-Wegner (Staatssekretärin).V. Michael-Ende-Grundschule Bad Vilbel Ernst-Reuter-Schule Bad Zwischenahn Tanja Bödeker Bayreuth Heike Enders. Manfred Sawallich. Oswald Stapelfeld Kindertagesstätte Stapelfeld Starnberg Barbara Eberhard Kinderhaus. Yunus Emre Enstitüsü – Türkisches Kulturzentrum. Vorleser für die Luitpold-Kinder Beckingen Nina Collmann Berlin Patrick Meinhardt. Hein-Theo Küper Wetzlar Grundschule Dutenhofen Wiesbaden Maja Schumann. Wolfgang Schäuble (Bundesminister).V. Alsterring Gymnasium. Paulus Kindergarten Chemnitz Roberto Oertel. Klaus Wiedmaier. Kindergarten am Martin-Luther-Haus Mitterteich Klaus Lill Moers Evangelische Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg Möhnesee Natalie Müller-Heimann Möllenhagen AWO-Kita »Wirbelwind« Möllenhagen Montabaur Thomas Fridrich Muggensturm Elisabeth Rastätter Mülheim Alexandra Cordes Mülheim an der Ruhr Sylke Stannat München Kinderyoga Angela. Dr. Johannis Bemerode. Michael. Schüler. Schauspieler St. Alexandra Rath Remscheid Ulla Wilberg Remseck AWO Kindergarten Onkel Toms Hütte Rheinbach Öffentliche Bücherei St. Markus Scheffler. Kindertagesstätte St. Stefan Belau. radio 98eins Gummersbach Rolf Braun Guntersblum Kita Zwergenpalast Haan GGS Unterhaan Hagen Miriam Walter Halle Kita »Freiheit«.V. Sabine Poschmann (MdB) Dörverden-Barme Alexander von Seggern (Bürgermeister) Dresden Dr. Marc Frings. Jörg Plieschke. Thomas Gambke (MdB) Altenkirchen Eveline Lemke (MdL) Aschaffenburg Dr. Dr. Helmut Hamberger. Bitburg Lesescout-AG St. Kath. Chemnitzer lachFalten. Katholisches Kinderhaus Sankt Hedwig. Bärbel Kofler (MdB) Berlin Heike Baehrens (MdB). Eva Quante-Brandt (Senatorin) Bremerhaven Prof. Dirk Heidenblut (MdB) Essfeld Helmut Krämer (Bürgermeister) Frankfurt am Main Prof. Kita Maria Königin. Barbara Oberstenfeld Bücherei Oberstenfeld Obertshausen Lesescouts der Hermann-Hesse-Schule Obertshausen. Dr. Axel Jänichen. Thomas Gans (Bürgermeister) Bad Wurzach Roland Bürkle (Bürgermeister) Bad Zwischenahn Dr. Wolfgang Dippel (Staatssekretär) Fuldatal-Rothwesten Eva Kühne-Hörmann (Staatsministerin) Gammelsdorf Erich Irlstorfer (MdB) Geilenkirchen Norbert Spinrath (MdB) Gelnhausen Stefan Grüttner (Staats- Initiatoren: 102507_ANZ_10250700008606 [P]_X4_ONP26 2 22. Heike Otto. Heinz Puttfarken. Constanze Weiß. Kita St. Anton Knittel. Claas Tatje. Bornheim Kindergartenteam Sonnenblume Braunschweig Sigrid Schindler Bremen Antje Siemer-Gössel. Andrea Bähner. Lothar Kirchner Senftenberg Literaturzentrum »Ich schreibe!« e. Norbert Winzeck. Kinder. Stadtbibliothek Chemnitz Cuxhaven Gabriele Lohrenz Darmstadt Werner Nüsseler. Holger Schumacher Magdeburg Anne-Marie Koppe. Dr.V. Carlos Ortiz de Zevallos Tejeda Lichtenwald Freundeskreis Bücherei Lichtenwald Lörrach Klasse 4a der Hebelschule Lübben Lübbener Vorleser Lübeck Frauke Kleine-Wächter. Prof. Mathias Samson (Staatssekretär) Freigericht Tarek Al-Wazir (Staatsminister) Freudenstadt Saskia Esken (MdB) Friedewald Dr. Hans-Rudolf Lubert. Mannheim liest vor Marburg 6e Elisabethschule Mehlingen-Baalborn Kita Heidschnucke Merseburg Verena Späthe Mertingen Conni Mair Minden Ev. Daniela Schack. NABU Saarland Salzwedel rainbow group Scheeßel Wahlpflichtkurs Jg. Ulrich Rade Obernzell Grundschule Obernzell Oberschneiding Kindertagesstätte Pusteblume Oberstdorf Kindergarten St. Anne-Frank-Gesamtschule Düsseldorf Silke Antelmann. Ilona Karsten Bad Oldesloe Jochen Wildt Bad Schönborn Marlies Bender. Vorlesegemeinschaft »Gutes vom Vortag«. Nadine Siedler Schönbrunn Bücherei Team Schönbrunn Schriesheim Clara Lauterbach Schwäbisch Gmünd Ralf Büttner Schwaig Kindergarten »Unterm Regenbogen« Schwalbach Evangelische Kita MITTENDRIN Schweinfurt Stephan Bach Schwerin Brigitte Münch Selm Angelia Hessmann. Dr. Ilse Beshir-Klar. Kindertageseinrichtung Mariä Himmelfahrt St. Oberlandesgericht Dresden. Elvira Jung. Rudolf Beck. Käthe-Kollwitz-Schule Hannover Hauneck-Unterhaun Klasse 4a der AstridLindgren-Schule Hauneck Heidenheim Annette Kuhn Heilbronn Uwe Ahrens. Baumriesen Aschersleben Andrea SchenkerTraore Augsburg Mady Fischer. Vanessa Debray. Ev. Johannes Hintersberger (MdL und Staatssekretär) Bad Ems Bernhard Abt (Bürgermeister) Bad Kissingen Sabine Dittmar (MdB) Bad Lauterberg im Harz Dr. AWO Ortsverein Waldstadt e. Otto-Stückrath-Schule. Buchstabenbande Münsingen Schulzentrum Lautertal Naumburg Vorlese-Marathon »Erwachsene lesen für Erwachsene« Neubrandenburg Jürgen Reichel Nördlingen Andrea Bestler Northeim Deutsch für Alle e.V. Julie Kohlrausch (MdBB). Eltern des KIT – KinderUniversum Kassel Kathrin Linke-Hasselhorn. Silke Launert (MdB) Beckum Bernhard Daldrup (MdB) Beilstein Friedlinde Gurr-Hirsch (Staatssekretärin) Bendorf-Mülhofen Michael Kessler. Sylvia Pantel (MdB). Halina Wawzyniak (MdB).und Familienzentrum Am Bügel. Anja Friedler. Caritas-Kita Himmelsbogen Frankfurt (Oder) Wolfgang Grau Freiburg Studierende der PH Freiburg Friesenheim Daniela Edte Fürstenfeldbruck Melanie Hartmann Gaggenau Hans-Thoma-Schule Gaggenau Geisenheim Freunde der Johannes-de-Laspée-Schule Gelsenkirchen Friedhelm Walden Gerbrunn Eichendorff-Mittelschule Gerbrunn Gernsheim JOSchA-Netzwerk für Jugend Gersthofen Cornelia Pietzowski Gnarrenburg Grundschule Karlshöfen Görwihl Renate Griesser Grabow Grundschule »ELDEKINDER« Grabow Greifswald Gerd Walter. Gero Karthaus (Bürgermeister) Enger Thomas Meyer (Bürgermeister) Erfurt Gabi Ohler (Staatssekretärin) Erkrath Christoph Schultz (Bürgermeister) Erlangen Martina Stamm-Fibich (MdB) Eschelbronn Marco Siesing (Bürgermeister) Essen Matthias Hauer (MdB).V. Thomas Fritsche. Hans-Jörg Eiding. Simone Raatz (MdB) Braunschweig Carsten Müller (MdB) Breckerfeld André Dahlhaus (Bürgermeister) Bremen Birgit Bergmann (MdBB). Harald Pfeifer.und Gruppenvorleser: Aachen Sarah Sekulla. Anja Jähne Denkendorf Kita Marienheim Diepenau Vorleser aus dem Flecken Diepenau Donauwörth Schulbibliotheksteam Donnersdorf Grundschule Am Zabelstein Dormagen Bettina Krüger. Vorlesepatinnen und Vorlesepaten der Kinderbibliothek Solingen Speinshart Gruppen der Gemeinde-Kita Speinshart Speyer Julia Jawhari. Inge Degen. RumBa Lese. Conpart Bremen e.-Willibrord-Gymnasium Böblingen Varda Rose Hirsch Bochum Markus Schulte-Hötzel Bodenheim Kath. Rita Hirlehei.V. Friedrichs Leseratten-Club Hannover Michael Helbing. Mario Czaja (Senator). bukiprojekt.. Jan-Marco Luczak (MdB). Thomas Mütze (MdL). Sylvia Löhrmann (Ministerin). Sportgymnasium Erfurt Erkelenz René Wagner Erlangen Mütter. Eltern der Kita Forststraße Dresden Duisburg Muhammet Türkgeldi Düren Dürener Persönlichkeiten. Hacer Kulac. Würzburg Sandra Ploch Zweibrücken Susanne Ulrike Maria Albrecht Politiker: Aachen Rudolf Henke (MdB) Abensberg Dr. Anja Ackermann Lüdenscheid Hans Joachim Brüßler. Ralph Alexander Lorz (Staatsminister).16 11:29 . Vera Schmitz.V. Deutscher Sparkassenverlag Suhl Stadtbücherei Suhl Tülau Lehrerinnen der GS Waldschule Tuttlingen Miltrud Ebinger Ulm Heike Adami Uslar Gymnasium Uslar Vöhringen Claudia Schmid Hartenrod KinderturnTeam TV Hartenrod. Tino Sorge (MdB). Hauke Hilz (MdBB). Renate Spielmeyer. Pauli Theater. Friederika Priemer. Winfried Bausback (Staatsminister).und Familientreff Erlangen e. Grundschule Tonndorf Hamm Claudia Elsner-Overberg Hanau Lesenest Erich-Kästner-Schule. 8 »Poetry« Schleswig Mehrgenerationenhaus Schleswig Schömberg Julia Dreier. Claudia Hähne. Dr.Hunsrück-Grundschule Berne Grundschule Ganspe Bielefeld Integratives Montessori Kinderhaus Brackwede Bischofswerda Aktiv für Kids e. Kindergarten Bodenheim Bonn Ingrid Smolarz. Lesepaten Reginhard-Grundschule Berlin. Thaddäus-Rinderle-Schule Stendal Kita »Märchenland« Stolberg Marie-Anne Raithel Stuttgart Ulrike König-Filip. Heinz Mölder Dortmund Franziskus Kindergarten Dreiteich Susen Thielemann Dresden Doreen Mehner. Kita BuntStifte. Antonius Gerlingen Werne Annemarie Overmann. Hannelore Lüsch. Ulla Groskurt. Petra Pau (MdB). Fritz Felgentreu (MdB). Dr. Stimme liest vor. Özcan Mutlu (MdB). Martin Neumann. Pullach Ameisenklasse 2a der PRM Volksschule Ratingen Peter Kohl.V. Christoph Werth. Kathrin Bedner Oberharmesbach KÖB St. Silvia Koritzsch. Janosch. Kindergarten St. Kindergarten Vogelnest Solingen Kita Regenbogen e. EiKita Humpty Dumpty e. Mann liest vor Hennef Frauke Milicki Herborn Rehbergschule Herborn Herne Islamische Gemeinde Röhlinghausen Herrenberg Renate Frey Hilden Christian Meyn-Schwarze Hildesheim Melanie Gola. Dr. Michael Koch (Bürgermeister) Dittelsheim-Hessloch Marcus Held (MdB) Dorsten-Lembeck Sven Volmering (MdB) Dortmund Marco Bülow (MdB). St. Lesonauten. Kita Lummerland. Arno Schilling (Bürgermeister) Balingen Thomas Bareiß (MdB) Bayreuth Dr. Kita Sachsenring 110a Essenheim Kitas Essenheim Fensterbach Kinderhaus Fensterbach Flensburg Förderverein der Stadtbibliothek Flensburg Frankenberg Wigand-Gerstenberg-Schule Frankfurt Steffi von Landenberg. Schülerinnen und Schüler der Johannes-Maaß-Schule.

Shary Reeves. Maria Böhmer (Staatsministerin) Lampertheim Gottfried Störmer (Bürgermeister) Langenhagen Cornelia Rundt (Ministerin) Leipzig Monika Lazar (MdB) Leisnig Veronika Bellmann (MdB) Lollar Peter Beuth (Staatsminister) Lübben (Spreewald) Jana Schimke (MdB) Lüdenscheid Petra Crone (MdB). Sonya Kraus.vorlesetag. It’s Coleslaw Bochum Joachim H.B. Rainer Hinderer (MdL) und Nico Weimann Hessen Rhein Main Verkehrsverbund liest vor. u. Katja Kraus. England Deutsch V Hong Kong. Thees Uhlmann. Pauli-Spielern Jan-Philipp Kalla und Sören Gontherf Heilbronn Aktion »Mann liest vor!« mit über 160 Vorlesern. hrHörfunkdirektor Heinz-Dieter Sommer und Vorstand PwC-Stiftung Lutz Roschker Gütersloh Lesefest der Bertelsmann Stiftung: Immanuel Hermreck.ANZEIGE DIE ZEIT. Partner der Initiatoren: Berlin Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Zeitschriftenverleger). Anja von Kampen. Vorleseinitiative des Deutschen Städte. Wanja Mues. Jens Lehmann.und Gemeindebundes »Bürgermeister lesen vor«. Petra Gute. Lars Ricken. China German Swiss International School Hong Kong Österreich Vorlesefest mit über 100 Veranstaltungen mit Autoren. Thomas Schäfer (Staatsminister) Krefeld Kerstin Radomski (MdB) KreuztalLittfeld Willi Brase (MdB) Lambsheim Dr. Claudia Dalbert (Ministerin). Andreas Rainer »Zecke« Neuendorf. Martin Diepgen (Bürgermeister) Heimbach Peter Cremer (Bürgermeister) Helmstedt Wittich Schobert (Bürgermeister) Hengersberg Bernd Sibler (Staatssekretär) Herzogenrath Christoph von den Driesch (Bürgermeister) Heusenstamm Ismail Tipi (MdL) Hochspeyer Hans-Norbert Anspach (Bürgermeister) Höchstädt-Deisenhofen Stefan Lenz (Bürgermeister) Hofheim am Taunus Dr. die Goethe-Institute lesen weltweit vor.11.a. Thomas Gebhart (MdB) Jüchen Ansgar Heveling (MdB) Jugenheim Dr. Alexandra Kamp. Dr. in der Türkei und in Australien. Jens Paustian (Bürgermeister) Quedlinburg Dr. Rotary Club Mainz-Rheinhessen liest in 33 Mainzer Grundschulen Bundesweit ADAC Vorlese-Aktionen in Geschäftsstellen und Pannenhilfezentralen. Christine Langner Magdeburg Olivia Jones Mainz Klaus Hafner. Dieter Dzewas (Bürgermeister) Lünen Michael Thews (MdB) Mainburg Josef Reiser (Bürgermeister) Mainz Michael Ebling (Oberbürgermeister). die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung bedanken sich bei allen Vorlesern des BUNDESWEITEN VORLESETAGS 2016 minister) Genthin Kristin Heiß (MdL) Gera-Steinbrücken Margit Jung (MdL) Germersheim Barbara Schleicher-Rothmund (MdL) Glashütten Lucia Puttrich (Staatsministerin) Gohrisch Dr. Nachhilfeschulen des Studienkreises. Toni Schumacher Duisburg Anette Langen Düsseldorf Patrick Mölleken Ebersberg Iny Lorentz Essen Christoph Biemann Frankfurt am Main Dagmar Chidolue. Infos zum Vorlesetag finden Sie unter: www. Jörg Hilbert. Felix Seibert-Daiker. Stefanie Hubig (Ministerin). Thomas Sonnenburg. Anette Huebinger (MdB). Salvatore Barbaro (Staatssekretär). Walter Schumacher (Staatssekretär).16 11:29 . Clemens Löhr Saarbrücken Manuel Andrack Schwerte Christoph Biemann Siegen Jessica »Jess« Lange. Boris Pfeifer. Bernd Fabritius (MdB). Anne Spiegel (Ministerin) Marburg Werner Koch (Staatssekretär) Marksuhl Christian Hirte (MdB) Marl Rita Stockhofe (MdB) Meckenheim Johannes Steiniger (MdB) Meerane Prof. Arpad Bogya (Bürgermeister) Jena Ralph Lenkert (MdB). Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG und Beiratsvorsitzender Deutsche Bahn Stiftung). Gordan Dudas (MdL). Birgit Malecha-Nissen (MdB). Maybrit Illner. Reinhold Gall (MdL). Reiner Haseloff (Ministerpräsident) Rahden Dr. Kerstin Radomski (MdB) Mönchengladbach Gülistan Yüksel (MdB) Monreal Andrea Nahles (Bundesministerin) Mörfelden-Walldorf Dr. Herbert Jäger (Bürgermeister). Jette Joop. Marietta Slomka. unter anderem mit DFB-Präsident Dr. Aydan Özoguz (Staatsministerin). Boris Rhein (Staatsminister) Wittenburg Dr. a. Lars Castellucci (MdB) Spremberg Birgit Wöllert (MdB) Sprendlingen Manfred Scherer (Bürgermeister) Stadelhofen Andreas Schwarz (MdB) Stadtoldendorf Wolfgang Anders (Bürgermeister) Steinheim am Albuch Andreas Stoch (MdL) Stelle Svenja Stadler (MdB) StemwedeOppenwehe Kai Abruszat (Bürgermeister) Stendal Katrin Kunert (MdB) Stolberg Dr. alle 120 Kindergärten der FRÖBEL Gruppe. Franziska Böhm. Illek. Personalvorstand und Karin Schlautmann. Katarina Witt. Die Fröbel-Gruppe liest international in Polen. Atilla Oener. Birgit Hesse (Ministerin) Schwieberdingen Nico Lauxmann (Bürgermeister) Seeheim-Jugenheim Michael Bußer (Staatssekretär) Seligenstadt René Rock (MdL) Siegburg Franz Huhn (Bürgermeister) Sinsheim Dr. Andreas Platthaus Gummersbach Janine Steeger Hamburg Marek Erhardt. Roland Jankowsky. Sarreguemines Stephan Toscani (Minister) Schönwalde Bettina Hagedorn (MdB) Schwäbisch Hall-Wackershofen Annette Sawade (MdB) Schwarzhofen Marianne Schieder (MdB) Schwerin Dr. Armin Maiwald. Amelie Fried. Wilfried Lorenz (MdB) Hausach Kordula Kovac (MdB) Heidelberg Theresia Bauer (Ministerin) Heidenrod-Kemel Mark Weinmeister (Staatssekretär) Heilbronn Cem Özdemir (MdB). Tim Gailus. Dr. Petra Sitte (MdB) Haltern am See Bodo Klimpel (Bürgermeister) Hamburg Ole Thorben Buschhüter (MdHB). AOK liest vor! Alle Landesverbände machen mit: u. Gisela Manderla (MdB). Oliver Junk (Oberbürgermeister) Gronau Bernd Westphal (MdB) Großenlüder Michael Brand (MdB) Gummersbach Frank Helmenstein (Bürgermeister) Gütersloh Ralph Brinkhaus (MdB) Haan Michaela Noll (MdB) Hagen-Hohenlimburg Hermann-Josef Voss (Bezirksbürgermeister) Hainichen Olaf Möller (Staatssekretär) Halle/Saale Prof. Antje Niewisch-Lennartz (Ministerin) Otterfing Alexander Radwan (MdB) Plettenberg Ulrich Schulte (Bürgermeister) Plön Dr. Prominenten und Ehrenamtlichen Preston. Florian Langenscheidt Dortmund Annike Krahn. Manuela Schwesig (Bundesministerin). Sylvia Jörrißen (MdB). Walter Scheurl Bonn Aktion Mensch und Käpt’n Book Lesefest mit pur+-Moderator Eric Mayer und Kinderliedermacher Reinhard Horn Dortmund Vorleseevent im Deutschen Fußballmuseum mit prominenten Vorlesern. Moderatorin Christina Ringer. André Hahn (MdB) Görlitz Thomas Jurk (MdB) Goslar Dr. Wolfgang Kistner (Bürgermeister) Velen-Ramsdorf Dagmar Jeske (Bürgermeisterin) Vohenstrauß Uli Grötsch (MdB) Wackersdorf Thomas Falter (Bürgermeister) Waldachtal Annick Grassi (Bürgermeisterin) Waldbröl Michaela Engelmeier (MdB) Waxweiler Patrick Schnieder (MdB) Weißensee Christian Carius (Landtagspräsident) Welsleben Marco Tullner (Minister) Werne Lothar Christ (Bürgermeister). Lisa-Marie Koroll. Dr. Annette Frier. Rainer Schmeltzer (Staatsminister) Westerstede Klaus Groß (Bürgermeister) Wetter Kirsten Fründt (Landrätin) Wettringen Berthold Bültgerds (Bürgermeister) Wetzlar Thomas Metz (Staatssekretär) Wiefelstede-Metjendorf Peter Meiwald (MdB) Wiesbaden Ingmar Jung (Staatssekretär). PwC: Hochkultur im Tower 185 mit Autor Jens Schumacher. Daniela De Ridder (MdB) Uelzen Jürgen Markwardt (Bürgermeister) Urbar (bei Koblenz) Karin Küsel-Ferber (Bürgermeisterin) Veitsbronn Hans Herold (MdL). Peter Kloeppel. Doris Wagner (MdB) Münchsmünster Andreas Meyer (Bürgermeister) Murrhardt Armin Mößner (Bürgermeister) Neukirch Reinhold Schnell (Bürgermeister) Neumünster Anette Langner (Staatssekretärin) Niedernhausen Joachim Reimann (Bürgermeister) Nieheim Christian Haase (MdB) Nottuln Karl Schiewerling (MdB) Nuthe-Urstromtal Jana Schimke (MdB) Oberweser-Oedelsheim Jo Dreiseitel (Staatssekretär) Oelsnitz Bernd Birkigt (Bürgermeister) Oer-Erkenschwick Carsten Wewers (Bürgermeister) Offenbach am Main Priska Hinz (Staatsministerin) Offenbach-Hundheim Gustav Herzog (MdB) Olbernhau Barbara Klepsch (Staatsministerin) Olching Andreas Magg (Bürgermeister) Oldenburg Stephan Albani (MdB) Osnabrück Dr. Clemens Meyer. Beatrix Tappeser (Staatssekretärin) Hückeswagen Dietmar Persian (Bürgermeister) Hünfelden-Mensfelden Volker Bouffier (Ministerpräsident) Hünfeld-Kirchhasel Birgit Kömpel (MdB) Ibbenbüren Anja Karliczek (MdB) Iserlohn Dagmar Freitag (MdB) Isernhagen N. Jule Gölsdorf. Melanie Raabe. Olaf Müller (MdL) Jockgrim Dr. Ute Bronder. Luzia Braun. Elfi Scho-Antwerpes (MdB) Königsbrunn Franz Feigl (Bürgermeister) Königsfeld Fritz Link (Bürgermeister) Korbach Dr. Museum für Kommunikation: Lesung mit Ina Rosenthal. Bert Honsel (Bürgermeister) Rathenow Diana Golze (Ministerin). Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: Mitarbeiter und Prominente lesen vor. Claus Schick (Landrat). Harald Terpe (MdB) Saarbrücken Ulrich Commerçon (Minister). a. Griechenland Moraitis Schule Uljanowsk. Norbert Müller (MdB) Ratingen Kerstin Griese (MdB) Remscheid Jürgen Hardt (MdB) Rieneck Bernd Rützel (MdB) Rostock Dr.facebook. Leiterin der Unternehmenskommunikation Hamburg Valora Retail: Vorlesetag in der P&B Filiale im Hauptbahnhof mit FC St. Milka Loff Fernandes. Giovanni di Lorenzo. Australien GECKOS German Community School Melbourne Psychik. mit Cem Özdemir (MdB). Heike Raab (Staatssekretärin). Palina Rojinski. Cornelia Poletto Hennef Anna Karina Birkenstock Jugenheim Linda Fuhrich Köln Henning Krautmacher. Herlind Gundelach (MdB). Camilla Renschke. Manuel Lösel (Staatssekretär).de Bilder vom Vorlesetag finden Sie auf Facebook. Dr. Andreas Schlüter. BNP Paribas: über 200 Vorleseaktionen von Mitarbeitern in ganz Deutschland. Vorstandsvorsitzender Martin Litsch. Russland Lehrerstudenten und Lehrkräfte der PU. Ralph Spiegler (Bürgermeister) Jülich Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär) Kaisersbach Katja Müller (Bürgermeisterin) Karlsruhe Ingo Wellenreuther (MdB) Kastl Stefan Braun (Bürgermeister) Kierspe Frank Emde (Bürgermeister) Kirchardt Gerd Kreiter (Bürgermeister) Koblenz Detlev Pilger (MdB) Koblenz-Pfaffendorf David Langner (Staatssekretär) Köln Martin Dörmann (MdB). STIFTUNG LESEN und DEUTSCHE BAHN STIFTUNG Partner: 102507_ANZ_10250700008606 [P]_X4_ONP26 3 22. Elke Ferner (Parlamentarische Staatssekretärin). Lothar Ungerer (Bürgermeister) Meißen Susann Rüthrich (MdB) Menden Christel Voßbeck-Kayser (MdB) Menslage Claus Peter Poppe (Bürgermeister) Meschede Dirk Wiese (MdB) Michelfeld Wolfgang Binnig (Bürgermeister) Miltenberg Alexander Hoffmann (MdB) Moers Siegmund Ehrmann (MdB). u. Dr. Linda Zervakis. Steffen Hallaschka. Gundula Gause Mannheim Pia Malo München Stephanie Kellner. Bernadette Weyland (Staatssekretärin) Mülheim an der Ruhr Arno Klare (MdB) München Dr. Marc Langebeck. Nina und Conni von Zappelduster/Antenne Brandenburg. Felicitas Pommerening. Luger Bückeburg Sarah Knappik. Werden Sie Fan: www. Dr. Dr. Dr. Prof. Titz Jürgen Frantzen (Bürgermeister) Uelsen Dr. im DB Tower in Berlin haben wieder viele DB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bundesweit in Kindereinrichtungen oder Schulen vorgelesen. Adnan Maral. Deutsche Bahn Stiftung: Neben zahlreichen Vorleseaktionen. Mitarbeiter und Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW). Niederlande Deutsche Internationale Schule Den Haag Falmouth. Mariella Ahrens. Margret Seemann (Bürgermeisterin) Wittgert Michael Merz (Bürgermeister) Wöbblin Jacqueline Bernhardt (MdL) Wuppertal Andreas Mucke (Oberbürgermeister) Zerbst Edwina Koch-Kupfer (Staatssekretärin) Zwingenberg Axel Wintermeyer (Staatsminister) Prominente Leser: Berlin Christine Anlauff. Tim Grüttemeier (Bürgermeister) Stulln Emilia Müller (MdL) Stuttgart Ute Vogt (MdB) Stuttgart-Zuffenhausen Karin Maag (MdB) Südbrookmerland Johann Saathoff (MdB) Südharz Uda Heller (MdB) Syke Suse Laue (Bürgermeisterin) Tangerhütte Anne-Marie Keding (Ministerin) Tauberbischofsheim Wolfgang Vockel (Bürgermeister). Alexander Mazza Neu-Isenburg Sabine Bohlmann Nordhorn Andreas Hüging Nürnberg Henriette Wich Potsdam Eva Mona Rodekirchen. Britta Elm. Scout24-Mitarbeiter lesen vor in Berlin und München. Vorleseaktionen des gesamten hessischen Kabinetts Mainz Lesung mit Gundula Gause in Kooperation mit SCHAU HIN!. Sven Voss. Till Steffen (Senator) Hannover Yasmin Fahimi (Staatssekretärin). Patricia Schlesinger. Hannes Ametsreiter. Gabriele Hammelrath (MdL). Santiago Ziesmer. Mathias Middelberg (MdB). Dr. Michael Reufsteck Volkach Paul Maar Wangen im Allgäu Christine Urspruch Wittlich Jonathan Zelter Wuppertal Janine Steeger Im Ausland: Den Haag. Agatha Ngonyani. Manuel Neukirchner. Klaus Hurrelmann. Reinhard Grindel Frankfurt am Main Deutsche Telekom Stiftung: Lesung mit Vorstand Christian P. Mit dabei: Dr. Regina Jäck (MdHB). Winnie Böwe.com/vorlesetag D E R BU N D E S W E I TE VORLESE TAG Eine Initiative von DIE ZEIT. Nina Warken (MdB) Thurnau-Limmersdorf Martin Bernreuther (Bürgermeister). Claudio Armbruster.

eines Spätentwicklers.99 € ANZEIGE www. den mulierte er 1927 programmatisch. Adorno. in D ­ onald gesellschaftlich zersetzende Wirkung sie hat.oder schönzureden. Dort konnten es die Deutschen lesen: »Es sind die depossedierten Mittelschichten. Mit ihm sowie mit Bloch und staunen. sie würden eines Tages erben. um 1948. anders als Walter Benjamin. Springe 2016. was Kracauer nicht schmeckte. U-Boot und Flugzial­ge­schich­te der abgewickelten UdSSR entworfen. v. Dem Historiker Jörg Später Objekt.99 € . Zwischen den beiden matlichen Frankfurt. seit der russischen Re­vo­lu­tion« abspielte und welche 176 S. diaphanes. der ruchlos und feuert.. Todes.76 LITERATUR 24. schen Geist. von ist eine hervorragende. 1940 als Angehöriger der WaffenSS beim Frankreich-Feldzug dabei. dass eine umfangreichen Nachlass im Marbacher Literatur­ Epoche am besten »aus der Analyse ihrer unarchiv. An dieser Stelle würde Scheidung von diesen. Präsident. ISBN 978-3-608-98000-4 Auch als HörbuchDownload Hörbuch Ungekürzte Lesung mit Johann von Bülow 2 MP3-CDs | 11 h 59 min € 19. gewiss als Oligarch geboren.Verlangen nach mehr und immer mehr. In diversen geistigen Rollen S P Ä T E R Benjamin diskutierte Kracauer die brillierte Kracauer: als bedeutendster geboren 1966.W O L F G A N G politische Belange wirklich interessieren stammung.wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger.schaft. Kracauer hat eine neue Heimat gefunden. binnen weniger Jahre aber Superjacht besaß. in Essays und mehreren Bü. im »verzweifelten Kampf gegen den Liberalismus. so wie auf dem Berliner Asphalt am Kracauer drei weitere Denker als intellektuelles Ende der Weimarer Re­pu­blik. sie irgendwann aber schulden­ weite Teile des Öl. und Propagandaforscher. »Ihr wißt ja. Eine Biographie. stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst.über 30. denn so ist es bei ist emeritierter Kemp wohl ergänzen. den Gegenstand. in der sich damals die akademischen Jungstars der Bundesrepublik interdisziplinär versammeln. Fotos: Jürgen Josef Meßmer/Suhrkamp Verlag. vergoldealso auch nicht für Politik. Er schreibt seine berühmte Studie Von Caligari zu Hitler. Geld. Bea und Leo sind Geschwister. dass man ihn in einer Nacht verschlingt. hunderts.50 (A). schrieb ein befreida der 14 Jahre jüngere. die er hen sei. mehr als 30 Jahre später terarische Figur wieder auf: in Christian Krachts beschrieb Adorno ihn als »wunderlichen RealisRoman Die Toten. der wie ein Beleuchter im Theater die Einzelheiten erhellt und dabei dennoch die gesamte Inszenierung im Blick hat.als Historiker seitiger Inspiration: Messianismus. Dallas-Existenz viel Unheil verbreitet.benher die legendären Vorlesungen Georg Simmels. Mythos«. in den letzten Jahren Der einstige Redakteur wurde in Paris beim nach vor seinem Tod 1966. tritt Kemp hier vor allem als Ethnologe auf. im Interesse der nackten Selbsterhaltung.Kern: Gegen die hochfliegenden Theoriegebäude tag. all das die postsowjetischen Ma­gna­ten­ gehört zum Oligarchen ebenso wie das unstillbare besitzt auch er. Jörg Später: Siegfried Kracauer. Raum. Es ist die Latenzzeit Weimar und zuletzt Biele.nannt. Sein rohes Leben. der anfangs nur mit Cognac und Beherrschung). ohne sich für dazu. Es ist nichts dazu zu sagen«.schickt seine philosophischen Versuche an Max delberg oder Tübingen. deren Ausreise knapp scheiterte. schreibt er Anfang der wilden zwanziger nen geradezu mythischen Jahre im Feuilleton der liberalen. Zumindest ten Lüstern und überhaupt zu allem. wird verblüfft feststellen. als Freiburg wurde als einflussreicher FZ-RedakSoziologe. die Protzsucht.klett-cotta.. der mit seiner Studie Die teur für die drei Außenseiter zum TürAngestellten 1930 Furore machte. Kracauer chern als Pionier der Filmtheorie. Aber was. Selbstverständlich gelich einiges dafür spricht.99 (D) | € 22.und Gasgeschäfts er­obern konn.« Entertainment Weekly Melody. ohne jedoch die Real­ gro­ tes­ ke jemals klein. Mit gesteigerter Freude an absurden Zahlen und surreal gestattet mit allem erdenklichen Überanmutenden Begebenheiten hat er eine kleine So­ fluss. 39. Der über 70-Jährige ist bei der Forschergruppe »Poetik und Hermeneutik« zu Gast. findet der Oligarch seine Bestimwobei ihn vor allem jener »Phänotyp einer globalen mung. 743 S. anders als in Frankreich. daß wir knüpfungen inklusive. Jack. Suhrkamp Verlag. nau. Apropos. Später präsentiert zusammen mit an der Hand seines Vaters in Frankfurt.« Sie seien »zwischen Gewalt und Vernunft hin. nach abenteuer­ Benjamin und Ernst Bloch.J Ö R G Nähe. Der 1889 geborene Kracauer stamm. privat S A C H B U C H Vor 50 Jahren starb der große Feuilletonist und Theoretiker Siegfried Kracauer – jetzt erscheint die erste umfassende Biografie  VON ALEX ANDER CAMMANN Siegfried Kracauer (1889–1966). Walter den Boulevards im Pariser Exil. Urbanes Denken hingegen hat hierzulan. die Anschauung. 255 S. Kontaktabbrüche und Wiederanhäuser Manhattans. klassischen Charakterisierungen trafen einen Nun endlich. kl. die sie aus Paris und New York mit der betagten Mutter und seiner Tante in Frankfurt wechseln. die dabei zutage tragen. Professor für Gleichwohl ist Trump kein klas­ Kunstgeschichte weil er sich zu wenig für Jachten interessiere. die erstaunliche Gabe. Wolfgang Kemp: Der Oligarch. pünktlich zu seinem 50. öfter licher Flucht mit seiner Frau Lili ab 1941 in Ame. als Geschichtsphilosoph. platonisch-homoerotische Vielseitigkeit einen immer wieder er. sind ebenso und im nächsten Leben werde er schlicht wie erschreckend: Die Gier.95 € D ie Provinz beherrscht seit Leidenden woandershin: In Berlin besucht er neJahrhunderten den deut.95 (D) | € 20.bedingt an einen Scheich verkaufen musste. Die Trump wohne eine russische Seele Wahrheiten. Bleibt zu hoffen. da ist er schon feld haben intellektuell ei. Eine Rückkehr nach Deutschland kommt nicht infrage. hat Siegfried Kracauer seinen verdienten seiner Freunde setzte Kracauer immer auf das Biografen bekommen.und Nachteile dieser provinziellen deutschen Schreib­orte: das Café und die Bahnhofshallen. gebunden mit Schutzumschlag 4 € 19.de »Ein Roman wie gute dunkle Schokolade: elegant und bittersüß. DIE ZEIT No 49 Dem jüdischen Paar Lili und Siegfried Kracauer gelang 1940/41. ISBN 978-3-86231-825-4 Weitere Informationen zum Hörbuch: www. schon deshalb kein echter Oligarch sei. Unendlich kann man über die obachtungsposten sind zugleich seine bevorzugten Vor. konsequent publiziert er fortan auf Englisch. Jauss war. Viele sind hier in derselben Lage. beide ermutigen ihn. dass Trump klassischen Oligarchen guter Brauch. Si­ tua­ tion in Amerika könnte auch als Motto Ein »Lumpensammler frühe im Morgengrauüber Leben und Werk dieses faszinierenden In. 1945 erfuhr Kracauer. Maria Zinfert.wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann. als Romancier (Ginster Im Exil war umgekehrt Kracauer der Abhängige: und Georg) und schließlich. Daher gebe es überall »die Verherrlichung von Staat.50 (A). fotografiert von seiner Frau Lili in Stamford. Freunde werden ihn selbst einen »Bahnhof« nennen Siegfried Kracauer aber liebte die Stadt: als Junge – als Theorien. als E-Book 13. und ebenfalls die teure K E M P zu müssen. Rhythmus der tayloristischen MassengesellTatsächlich erscheint vieles an dieser Figur un. scheint sich allein auf hoher See zu erfüllen. Im Schnitt kommt auf 100 000 Dollar Reingewinn ein Mord. wie sich von Wolfgang in Hamburg ortlos-ungebundenen Gefährts. Kracauer erspürt früh sehr genau die Gegewöhnlich..fahr für die Weimarer Republik: »Es waltet ein te aus einer kleinbürgerlichen jüdischen Familie in Verhängnis über diesem Land und ich weiß geFrankfurt. wie frisch sein unterschwellig vibrierendes Werk wirkt. New York emi­grier­ten Institut für Sozialforschung »Ich sitze dazwischen«: Kracauers Bemerkung von Horkheimer und Adorno zum Bittsteller – um 1947 über seine zunächst schwierige berufliche Geld und das ersehnte Visum für Amerika. vom Rohstoffhandel beEntwicklungstendenz« interessiert. Dieser urbane Blick ist der Schlüssel herrschte am Anfang eine intellektuell zu seinem Werk. Als Kunsthistoriker berühmt und verehrt. dass heute viele so genau hinschauen wie einst Siegfried Kracauer. was diesem gefiel. auf deren Seiten er bald zum de Seltenheitswert. als E-Book 34. wie sich die »größte Umverteilung der Vermögen Verlag zu Klampen. bevorzugt ost­euro­päi­scher Ab. Berlin 2016. dass Trump lange eine jungen Frauen handelte. Geld Was Oligarchen so erfolgreich und so faszinierend macht – ein Essay voller Irrwitz von Wolfgang Kemp  VON HANNO R AUTERBERG F ast könnte man meinen. vor dem die Kracauers gen Mar­seille flohen. Die Moderne bekam in ihm einen pan­ opti­schen Deuter. die rebellieren. Wie die Angst vor der selbst entfesselten Gewalt. allein 1994 waren es in Russland 36 000 Opfer. den »Friedel« wohl 1918 seine Mutter und an seine Tante im heikennenlernte. und irgendwann befreien regelmäßige Stipendien das Paar aus materiellen Nöten. Ita. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zu nicht für ideologische Belange und wild verschnörkelten Sesseln. als öffner im Kampf um Diskursmacht. den Später systematisch ausgewertet hat. Die lebenslangen.en«: So wurde Kracauer von Benjamin 1930 getellektuellen stehen. dass beide »nach Polen« abtransportiert wurden. in engem Austausch mit großen Kunsthistorikern und Mitemigranten wie Erwin Panofsky und Richard Krautheimer. in dieser Hinsicht unterscheidet sich was irgendwie nach Ver­sailles und also Trump von seinen russisch-ukraininach den guten alten Zeiten der Arisschen Geistesbrüdern. Scheler. Jüngst tauchte er gar als li. 49. In seiner Getriebenheit kennt er kein höheres alles Teure sehr billig aus­sehen zu lasZiel als das Geld. hrsg. so köstlich. dem sie entstammen«. Dem Visuellen bleibt er auf der Spur. Und plötzlich.Frankfurter Zeitung. die Flucht aus dem besetzten Frankreich vor den Deutschen und damit vor der Vernichtung.95 €. In seinem über das Phänomen Kracauer gelungen: gestützt berühmten Essay Das Ornament der Masse forauf die veröffentlichten Korrespondenzen. in dem sich die filmischen ten«. der verstehen will. ausKemp lernen lässt. scheinbaren Oberflächenäußerungen« zu verstesowie auf die wichtigen Werke Kracauers.– €. Aber es zog den lebenslang unter seinem Stottern schreibt er 1930 an Adorno. er studierte zunächst lustlos Architektur. Wer Kracauer heute liest.Girls: tanzende Revuemädchen im mechanischen texte platziert. Es gehört zu den abgründigen Launen der Geschichte. er interessiert sich sen. abwehrraketen. Zürich/Berlin 2015. an Bord eines sischer Oligarch.und Ideen­umschlag­platz. Doch beide Visionen um 1930 widerspiegeln.der-audio-verlag. kulturkritischer Deuter des Nationalsozialismus gern rezensierte man sich im Übrigen gegenseitig. Tra­di­tion sinnieren. daß es nicht nur der Kapitalismus ist«. dass Kracauer dort ausgerechnet vom Romanisten Hans Robert Jauss umworben wird. was niemand wusste. Fotoarchiv«. lehrt großen Themen der Epoche.an der Universität Marxismus und Moderne. Zunächst war Stadtmenschen sind«. humorvoller und scharfsinniger Roman darüber. Kemp trägt solche Fakten im lakonischen Plauderton vor. Ergreifend lesen sich die Briefe. bilanziert er seine Trauer. hochbegabte ter Kracauer im Straßenrausch damals an »Teddie«. N OV E M B E R 2016 »Ich sitze dazwischen« Foto: Lili Kracauer © Literaturarchiv Marbach. »Ich versuche nicht daran zu denken. Orte wie Hei. später dort als Journalist. eigenem Hubschrauber. 1931 erschien in der FZ seine Aufsatzreihe Aufruhr der Mittelschichten. 18. obwohl natürtokratie aussieht. Jahr. was ihn und die Leser vor moralisierenden Kurzschlüssen bewahrt.dramatischen Beziehungen untereinander ziehen rika. Also schaute er auf die Beine der Tiller mit sicherer Hand interpretiert und in die Kon. Cyntthia D’Apriix Sweeney: Das Nestt Roman Aus dem amerikanischen Englisch von Nicolai von Schweder-Schreiner 408 Seiten. Und erst hier. dessen Reichtum und befeuerte. in gegendeutscher Feuilletonist des 20. dann ab 1933 auf Freundesquartett: Theodor W. Das Bild stammt aus dem großartigen Band »Kracauer. Seine Belien oder Amerika. Einem te und nun seit gut 30 Jahren als eine Art gehobene wahren Oligarchen wäre das nicht passiert.und hergeworfen«. damals führenden Klang. aus dem Nichts heraus zum Superreichen aufstieg: angesichts ebenfalls roher Naturgewalten (und deren der Oligarch. dass er am hören auch ultrastraffe Prinzessinnen liebsten Präsident wäre.de Geld. Jürgen Habermas besucht ihn in Manhattan.einflussreichen Zeit­dia­gnos­ti­ker wird. oft elegante Erzählung wo aus seine Deutungen anfingen. Auffällig. begeistert im Schatten der Hochsich leitmotivisch durch das Buch. der Demnächst. Und neben den alten Freunden Adorno und Bloch tauchen jetzt junge deutsche Intellektuelle auf. allerdings begibt man sich ab Mitte der fünfziger Jahre mehrfach auf Reisen nach Europa und in die Bundesrepublik. Sie sind in ihren Vierzigern.

in denen sich vor allem auf R E I C H E R T rum zum Trampolin für die eigeden ICE-Fahrten zwischen Kassel lehrte 28 Jahre nen Gedankensprünge und Erinund Berlin immer wieder die unlang Anglistik in nerungen. das sich sekündlich verändert.kiwi-verlag. dass man ganz vergessen kann. die Musiker zum Himmel schauten. Wohl noch nie hat man in Deutschland nicht um ihre Klassifizierungen – und es nach Hans Jürgen von der Wense einem macht den großen Reiz von Reicherts Buch solch besessenen cloudspotter. und Übersetzer Denn natürlich verbirgt sich hinfolgt man Reichert. Die schönste Geschichte dazu. die man durch ihre neuen lateinischen Namen wie Cumulus und Stratus scheinbar irdisch gemacht hatte. Anders/SMB/bpk. den neuer Windstoß. Figuren des ­ Flüchtigen.. wenn man nur beschreibt. schon damals in Dresden am wehklagendsten zum Ausdruck gebracht. 248 S.99 € © Monika Sandel ANZEIGE Mordermittlung g im Berlin der 30er--Jahre Bestseller Berlin. glaublichsten Himmelsgebilde Frankfurt und wirkt Aber das ist alles das Gegenauftun und beschrieben werden auch als Dichter teil eines Wolkenkuckucksheims: wollen. sondern den Wolken darunter. es ist einfach ein herrliches Buch. dem großen Arzt.– €. dass seine Annäherungen an das Thema Spezies in England nennt. Anselm Grün. wo Reichert ein ganzes Universum er. Es ist. dessen geschichte. Das Buch selbst ist Wolken-Fotoserie von Alfred Stieglitz heißt. um 1829 (12.de »Volker Kutscher versteht es. wenn man sich ein eigenes Bild von Gott machen will. das Chaos am Himmel geordnet sah (am Ende musste er aber re­si­gniert erkennen. das scheinbar Flüchtige ist ewig – und in diesen aufregenden »Wolkendienst« hat sich dieses Buch gestellt. dass ausgerechnet in einer Zeit. Fischer Verlag. Und wie man zweihundert Jahre Aufklärung neu erzählen kann. von Zeus zu schaftlich und malerisch zu verAdorno – und wieder zurück. Doch es brauchte bis zu L Arnold Schönberg etwa oder die Musik von Howard im Jahre 1803.« Der schauende Mensch als Anreger der Schöpfung – zu was für Gedanken man kommen kann. es ist ein herrliches Buch für lange Fahrten im ICE. am wildesten scheint es. es Er hat in Jahrzehnten leidenschaftlicher Samverändert sich ständig.LITERATUR 77 DIE ZEIT No 49 Abb. das fließende Spiel der Wolken zu einer Erzählmethode zu machen – dass also ausgerechnet in dieser. Irgendwann hörte ich Wolken. in der die Bücher von so großen Skeptikern wie Wolfgang Herrndorf und Botho Strauß ganz selbstverständlich Wolkenbilder auf dem Titel zeigen. 2016. mit Ruhe zum Horizont zu blicken. die in kongenialer Weise der Natur abgeschaut waren.« Alfred Stieglitz sagte von seinen Wolken-­ Foto­gra­fien. Nun hat sich die Erde wieder hundert Jahre weitergedreht. die Wolken naturwissenGerhard Richter.unberechenbaren Element. Dessen Botschaft war ja: Das scheinbar Ewige ist flüchtig. den er ­Luke ­Howard und John Constanun in diesem Alterswerk ausble fast gleichzeitig am Anfang des breitet: Es springt von Karl Pop19. als habe sich die Menschheit. plötzlich ein Sprung zur Mu. das es gibt. Jahrhunderts damit beganper zu Tizian.: Jörg P. beim Blick nach nur »Equivalents« dazu sind. so wurden sie zu jenem Wolkenfotos. Vielleicht hat ja Gott in Mozarts Partituren geschaut – er weiß ja auch die Zukunft – bevor er die Wolken schuf. dass es »aber« bedeutet bei Samuel Beckett.99 Verfügbar auch als E-Book www. ausnahmsweise nicht aus Reicherts Buch: Als einmal die Ehefrau von Carl Gustav Carus. also unserer Zeit die »iCloud« zum Sitz des Weltwissens und Weltgeistes wird.7 cm) Ungeheuer oben Als die iCloud noch nicht am Himmel war: Klaus Reicherts mitreißendes Buch über die Liebe zu den Wolken  VON FLORIAN ILLIES W ir Wolkenfetischisten haben einen neuen Guru: Klaus Reichert.): Gott los werden? Wenn Glaube und Unglaube sich umarmen 206 Seiten. da sagte sie auf dem Heimweg besorgt zu ihrem Mann: »Ist er denn nicht fromm?« Das ist es. bis sie endlich verLigeti und Debussy.« Und Klaus Reichert schreibt: »Ich hörte einen Abend lang zwei der Haydn gewidmeten Quartette Mozarts.