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Was sich in den letzten 60 Jahren

geändert hat ........

Seit 1950 erleben wir einen fast exponentiellen Anstieg an Energie- und Materialverbrauch, an

Bevölkerungswachstum und Urbanisierung.

Wir bewegen uns auf ‚heimtückische Problemlagen‘ zu: d.h. deren Problemdefinition hängt von den Lösungsphantasien der Betroffenen ab. Solche Probleme müssen ausverhandelt werden, sonst sind sie nicht lösbar (Melvin Webber, Stadt- und Raumplaner)

Der Ausdruck des Sehens des Aspekts ist der Ausdruck der neuen Wahrnehmung. Wenn aber

der Aspekt aufleuchtet, dann ist der Ausdruck

davon […] wesentlich der Ausdruck einer neuen Wahrnehmung. […]

Der Ausdruck des Sehens des Aspekts ist der Ausdruck der neuen Wahrnehmung.<

Ludwig Wittgenstein

Das große Missverständnis der Beschleunigungsgesellschaft ist es, zu meinen, wir könnten souverän über unsere Zeit

bestimmen. Doch wenn die ganze Gesellschaft beschleunigt,

kann ich nicht einfach individuell langsamer laufen, sonst

stolpere ich und falle auf die Nase.

Gegen die Beschleunigung einer ganzen Gesellschaft müssen alle individuellen Entschleunigungsstrategien fast notwendigerweise scheitern. Kaum jemand sagt, dass es ein

strukturelles, gesellschaftliches Problem ist.

Hartmut Rosa, Soziologe

WYSIATI‘ ist Daniel Kahnemans Formulierung für die Tatsche der Fokussierung unserer Wahrnehmung auf bewusst Wahrgenommenes.

‚Wir sehen nicht, was wir nicht sehen und dass wir nicht sehen‘ (Heinz von Foerster). Was wird nicht wahrgenommen? Das was unbewusst (ubw) ist, außerhalb des Fokus unserer bewussten Wahrnehmung liegt. Riesige

‚blinde Flecken‘ der Wahrnehmung, das UBW, steuern dann das BW.

WYSIATI ist ein Stichwort (Akronym) für diese kognitiv-emotionalen

Prozesse.

►► Wir treffen innerhalb weniger Sekunden unser Urteil über jemanden oder über eine Situation, in der wir uns befinden. Dabei

verwenden wir die uns bis dahin zugänglich gewordenen Informationen.

Danach bestätigen wir uns zumeist nur mehr unsere schnell getroffenen Entscheidungen.

Daniel Kahneman, (2012): Schnelles Denken, Langsames Denken.,

München: Siedler

Subjektiv, der unmittelbaren Selbstbeobachtung nach, sind jedoch Wahrgenommenes und Bewusstgewordenes nicht unterscheidbar: Sobald ich mich frage, ob ich mir dieser Erscheinung bewusst bin, wird sie damit bereits Bewusstseinsinhalt, wird sie bewusst. Diese psychologische Tatsache liegt auch der Illusion vom direkten Zusammenfallen von Wahrgenommenem und Bewusstgewordenem zugrunde. In Wirklichkeit ist der Kreis des Bewussten relativ eng. Das ist schon lange bekannt.

„Das Wichtigste ist, dass wir eine neue Art Bewusstsein brauchen – was bedeutet:

Jeder Mensch sollte sich vergegenwärtigen, dass sein wahres Selbst nicht nur sein

bewusstes Ich ist. Nehmen wir beispielsweise den Scheinwerfer eines Autos. Sie

beleuchten die Straße vor dem Auto, jedoch nicht das Kabel, das die Leuchte mit

der Batterie der Beleuchtungsanlage verbindet. Man könnte also sagen, dass sich der Scheinwerfer in einem gewissen Sinne nicht dessen bewusst ist, wie er leuchtet; und genau in diesem Sinne sind wir uns über den Ursprung unseres Bewusstseins nicht im Klaren. Wir wissen nicht, wie wir wissen…… .“ – Alan Watts

Das Unbewusste und das Bewusste

Alles, was ich weiß, an das ich aber momentan nicht denke;

alles, was mir einmal bewusst war, jetzt aber vergessen ist; alles, was von meinen Sinnen wahrgenommen, aber von meinem Bewusstsein nicht beachtet wird; alles, was ich absichts- und aufmerksamkeitslos, d.h. unbewusst fühle, denke, erinnere, will und tue; alles Zukünftige, das sich in mir vorbereitet und später erst zum Bewusstsein kommen wird; all das ist Inhalt des Unbewussten. C.G.Jung

„Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im

geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies

vorzustellen. Primär existiert nur das ‚Eine’, und das ist

Zusammenhang; das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir

nur spontan erleben und nicht greifen können…

..

„Wir

verwenden lauter Substantive, wo wir Verben nehmen sollten. Das prägt unser Denken. Wenn wir über die Quantenphysik sprechen, sollten wir eine Verb-Sprache

verwenden. In der subatomaren Quantenwelt gibt es keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen.“ Hans Peter Dürr, Quantenphysiker